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	<title>Humanitäre Hilfe Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 01 May 2026 21:09:49 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Humanitäre Hilfe Archives</title>
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		<title>„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rferl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 21:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachische &#x201E;Jurten der Unzerst&#xF6;rbarkeit&#x201C;, usbekischer Plow und humanit&#xE4;re Hilfe von der tadschikischen Diaspora &#x2013; Menschen aus Zentralasien, die in Kyjiw, Charkiw und anderen ukrainischen St&#xE4;dten leben, reichen w&#xE4;hrend des Krieges den Menschen in ihrer N&#xE4;he die Hand. F&#xFC;r viele von ihnen ist die Ukraine &#xFC;ber die Jahre zur Heimat geworden. Sie sehen es als ihre [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachische „Jurten der Unzerstörbarkeit“, usbekischer Plow und humanitäre Hilfe von der tadschikischen Diaspora – Menschen aus Zentralasien, die in Kyjiw, Charkiw und anderen ukrainischen Städten leben, reichen während des Krieges den Menschen in ihrer Nähe die Hand. Für viele von ihnen ist die Ukraine über die Jahre zur Heimat geworden. Sie sehen es als ihre Pflicht an, die Ukrainer:innen zu unterstützen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fleisch, Karotten und Zwiebeln – so lautet Saule Alievas Einkaufsliste für die „Jurte der Unzerstörbarkeit“. Zu Hause schneidet sie die Zutaten noch klein, um am nächsten Morgen daraus Plow zuzubereiten. Dutzende Kiewer:innen stehen Schlange für das warme Mittagessen. Denn aufgrund der in diesem Winter verstärkten russischen Luftangriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine fällt in vielen Mehrfamilienhäusern der ukrainischen Hauptstadt stundenlang der Strom aus und wird die Heizung abgeschaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es kommen Leute vorbei: Hier können sie ihre Handys aufladen und sich aufwärmen. Wir servieren kasachischen Tee. Zwei- bis dreimal [pro Woche] kochen wir Plow“, </em>sagt Saule.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Stätte der Unzerstörbarkeit“ im Kyjiwer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schewtschenko-Park_(Kiew)">Schewtschenko-Park</a> wurde wie in so einigen Städten im ersten Kriegsjahr in einer traditionellen Nomadenbehausung eröffnet. Die Konstruktionen und die Einrichtung stellte der kasachische Mäzen und Mitbegründer der Agrarholding <a href="https://www.kustogroup.com/">Kusto Group</a>, Daulet Nurjanov, während Vertreter:innen der kasachischen Diaspora in der Ukraine, wie Saule, die Jurten hochzogen und sich um die Beheizung kümmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-jurte-der-unzerstoerbarkeit-fuer-die-ukraine/"><strong>Eine „Jurte der Unzerstörbarkeit“ für die Ukraine</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Saule lebt bereits seit 35 Jahren in der Ukraine. Geboren in Aqtöbe, absolvierte sie später das Polytechnische Institut in Tomsk und arbeitete daraufhin als Ingenieurin an einer Flugschule in ihrer Heimat. 1991 zog sie mit gemeinsam mit ihrem Mann in die Ukraine und fand dort, was sie heute ihre zweite Heimat nennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist [auch] die Heimat meines Sohnes und meines Mannes. Das Land hat mich aufgenommen, als wäre ich hier geboren. In meinen 35 Jahren in der Ukraine habe ich noch nie jemanden ein böses Wort über mich sagen hören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Monaten seit dem 24. Februar 2022 halfen Jurten in Butscha, Kyjiw, Mykolajiw, Dnipro, Charkiw, Odessa, Slawjansk und Lwiw Tausenden von Ukrainer:innen. Die Menschen luden ihre Handys, wärmten sich auf und wurden mit Tee und <a href="https://cooking-with-dailyfamilystories.de/kasachische-baursaki-fluffige-teigbaellchen/">Baursaki</a> (kasachischen Berlinern, Anm. d. Ü.) umsorgt. Später, als sich die Energieversorgung im Land stabilisiert hatte, wurden viele Jurten abgebaut und in ein Lager gebracht. Nur in Kyjiw und Dnipro blieben sie stehen und wurden so zum Blickfang im Stadtbild.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Russland seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz in diesem Winter jedoch verstärkte, erwuchs die hauptstädtische Jurte erneut zu einem „Ort der Unzerstörbarkeit“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unsere Jurte hat sogar eine Ecke für Kinder, wo sie malen und Bücher lesen können“, </em>führt Saule durch die Jurte und zeigt uns eine Kinderzeichnung, auf der eine schöne kasachische Jurte zu sehen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Die Ukraine hat mir nie etwas Böses angetan“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorsitzende der usbekischen Diaspora in der Ukraine, Shahobiddin Yusupov, lebt in Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, die nahe der russischen Grenze liegt. In den ersten Tagen der Invasion standen russische Soldaten vor den Toren Charkiws und drangen schließlich bis in die Stadt vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt stand unter täglichem Beschuss, wodurch Tausende von Gebäuden zerstört wurden, und dennoch schlug der Sturmversuch fehl. Im September führten die ukrainischen Streitkräfte eine erfolgreiche Gegenoffensive durch, befreiten den größten Teil der besetzten Region Charkiw und damit auch die Stadt aus der unmittelbaren Bedrohung. Doch die Angriffe auf Charkiw dauern an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/"><strong>Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen für Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin hilft bedürftigen Ukrainer:innen schon seit Kriegsbeginn. Er erinnert sich, dass Gerüchte über eine bevorstehende Invasion bereits Anfang Februar 2022 aufkamen. Statt zu fliehen, beschloss Shahobiddin, sich gemeinsam mit seiner Familie vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Etwa Mitte Februar hörte ich, dass ein Krieg ausbrechen würde. Ich erzählte meinen Kindern davon. Auf unserem kleinen Bauernhof bereiteten wir das Fleisch vor und legten im Keller einen Vorrat an Butter und Mehl an. In der Ukraine hatten die meisten Menschen nicht geglaubt, dass es zu einem Krieg kommen würde, und waren nicht vorbereitet. Deshalb suchten dann so viele unsere Hilfe auf: Soldaten, ältere Menschen und auch Krankenhäuser</em>“, so Yusupov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg entwickelte sich bald zu einem Stellungskrieg. Shahobiddin sagt, dass er jetzt einmal pro Woche Plow verteilt. In den ersten beiden Kriegsjahren kochte er täglich einen riesigen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kazan_(cookware)">Kasan</a> (große Mengen fassender Topf, Anm. d. Ü.), später dreimal pro Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Menschen haben sich daran gewöhnt. Es gibt die ersten Kriegskinder: Diejenigen, die zu Beginn des Konflikts geboren wurden, sind mittlerweile vier Jahre alt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin kam 1996 auf Einladung eines Freundes zum Arbeiten in die Ukraine. Das neue Land und die Freundlichkeit seiner Bewohner:innen gefielen ihm, weshalb er beschloss, zu bleiben, und später auch seine Angehörigen nach Charkiw nachzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihren Lebensunterhalt verdient Yusupovs Familie mit der Zubereitung orientalischer Gerichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zuerst haben wir Fast Food zubereitet, dann Samsa. 1997 haben wir den Leuten gezeigt, wie man Samsa mit Hackfleisch zubereitet. Es folgte unser erstes ein Café, dann ein Restaurant und später ein Hotel. Seit nunmehr 30 Jahren sind wir im Dienstleistungsbereich tätig“</em>, so der Usbeke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin sieht es als seine Pflicht an, den Ukrainer:innen in schwierigen Zeiten zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich hier verbracht, habe meine Kinder aufwachsen und heiraten sehen. Sogar meine Eltern wurden hier beigesetzt. Die Ukraine hat mir nie etwas Böses angetan. Nach Kriegsbeginn sind nur noch wenige Migrant:innen aus Zentralasien in der Ukraine geblieben. Hauptsächlich diejenigen, die schon seit Jahrzehnten hier leben und Familien gegründet haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ohne-unnoetigen-laerm-wer-hilft-ukrainerinnen-in-usbekistan-und-aus-welchen-gruenden/"><strong>Ohne unnötigen Lärm: Wer hilft Ukrainer:innen in Usbekistan und aus welchen Gründen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kirgistaner Talaj Sary, der seit vielen Jahren in der Ukraine lebt, fügt hinzu, dass die Menschen mit der Zeit wieder zurückkehrten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als der Krieg begann, begann die Botschaft [Kirgistans], ihre Bürger:innen zu evakuieren – nicht alle, aber knapp 90 Prozent. Mit der Zeit kehrten zwar diejenigen, die hier einer Arbeit nachgingen, nach und nach zurück. Trotzdem sind es jetzt weniger als vor dem Krieg.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschen aus Tadschikistan reichen den Ukrainer:innen eine helfende Hand. Tadschikische Arbeitsmigrant:innen, die in europäischen Ländern arbeiten, sammeln Geld und Sachspenden und schicken diese an die tadschikische Diaspora in der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleidung kommt auf diese Weise Bedürftigen zu und von dem Geld lassen sich warme Mahlzeiten zubereiten. Diese werden auf Wunsch des <a href="https://www.spiegel.de/ausland/kyjiw-ukraine-vitali-klitschko-raet-buergern-von-kyjiw-zum-verlassen-der-stadt-a-a753a7e7-9dae-4b77-958b-eb6ffb61bcb3">Kyjiwer Bürgermeisters Vitali Klitschko</a> an die Beschäftigten im Energiesektor der Stadt weitergegeben, berichtet der in Litauen lebende Tadschikistaner Ilchom Jokubow<strong>:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Ukraine hat Tadschikistaner:innen aufgenommen, insbesondere solche, die in ihrem Land Probleme mit dem herrschenden Regime haben. [Wir erinnern uns], dass auch die einfachen Bürger:innen der Ukraine den Bürger:innen Tadschikistans umfassende Unterstützung gewährt haben. Die Haltung der Bevölkerung [gegenüber den Tadschiken] war immer freundlich. Heute durchlebt das ukrainische Volk leider schwerste Zeiten, wie Kälte, Stromausfälle und vor allem einen ungerechten Krieg. Wir betrachten es als Pflicht, unter diesen Umständen Unterstützung zu leisten, als Antwort auf all das Gute, das die ukrainische Regierung und dieses Volk für sie getan haben.“</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Abdulla Zhusupaliev für Radio Free Europe/Radio Liberty</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.azattyqasia.org/a/ukraina-stala-moey-rodinoy-kak-vyhodtsy-iz-tsentralnoy-azii-pomogayut-strane-otrazhayuschey-voen/33683359.html">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Beinahe-Schließung von USAID in Zentralasien: Welche Folgen hat sie für die Region?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-beinahe-schliessung-von-usaid-in-zentralasien-welche-folgen-hat-sie-fuer-die-region/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2025 07:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-Beh&#xF6;rde f&#xFC;r internationale Entwicklung ist dabei, ihre Aktivit&#xE4;ten in Zentralasien drastisch zu reduzieren. Diese Entscheidung gef&#xE4;hrdet zahlreiche humanit&#xE4;re und Gesundheitsprogramme, insbesondere solche zur Bek&#xE4;mpfung von HIV, Kinderl&#xE4;hmung und Unterern&#xE4;hrung. Die Einstellung bestimmter Finanzierungen der US-Beh&#xF6;rde f&#xFC;r internationale Entwicklung (USAID) in Zentralasien ersch&#xFC;ttert die Empf&#xE4;nger der Programme, insbesondere im Bereich der &#xF6;ffentlichen Gesundheit. Die US-Beh&#xF6;rde [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die US-Behörde für internationale Entwicklung ist dabei, ihre Aktivitäten in Zentralasien drastisch zu reduzieren. Diese Entscheidung gefährdet zahlreiche humanitäre und Gesundheitsprogramme, insbesondere solche zur Bekämpfung von HIV, Kinderlähmung und Unterernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstellung bestimmter Finanzierungen der US-Behörde für internationale Entwicklung (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Agency_for_International_Development">USAID</a>) in Zentralasien erschüttert die Empfänger der Programme, insbesondere im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Die US-Behörde hatte entscheidende Initiativen gegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Poliomyelitis">Kinderlähmung</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/HIV">HIV</a> unterstützt, deren Fortbestehen nun auf dem Spiel steht. Laut dem tadschikischen Medium <a href="https://your.tj/ssha-prekrashhajut-finansirovanie-programm-po-poliomielitu-vich-maljarii-i-pitaniju-po-vsemu-miru/">Your.tj</a> wirkt sich die Entscheidung auch auf andere Regionen der Welt aus, in denen diese Hilfen die Kindersterblichkeit gesenkt hatten. Die <a href="https://www.nytimes.com/2025/02/27/health/usaid-contract-terminations.html">New York Times</a> wies außerdem darauf hin, dass die USAID bereits mehrere Verträge gekündigt hat, was globale humanitäre Programme maßgeblich gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-hiv-positive-frauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/">Wie HIV-positive Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 hatte die USA aus den USAID-Fonds in Tadschikistan verschiedene Projekte in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung finanziert, doch nun drohen diese Investitionen zusammenzubrechen, wie <a href="https://your.tj/na-chto-poshli-sredstva-usaid-v-tadzhikistane-v-2024-godu/">Your.tj berichtet</a>. Die Einschränkungen der US-Hilfe sind auf <a href="https://your.tj/kakie-sredstva-i-na-chto-byli-zamorozheny-ukazom-trampa/">politische Entscheidungen</a> von Donald Trump zurückzuführen. Dieser hatte die Gelder für viele Länder eingefroren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgang bei Entwicklungs- und Regierungsprojekten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">USAID spielt eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit Bildung, Gesundheit und wirtschaftlicher Entwicklung in Zentralasien. Die Schließung zahlreicher Büros und die Kürzung der Zuschüsse haben bereits zur Beendung wichtiger Initiativen geführt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese Kürzung wirkt sich auch auf Initiativen zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten aus. Mehrere lokale Organisationen, die für ihre Arbeit von USAID-Geldern abhängig waren, sehen ihre Zukunft gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gesundheitsbereich hatte die USA zuvor Programme zur Bekämpfung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tuberkulose">Tuberkulose</a> und HIV/AIDS stark unterstützt. Die Einstellung dieser Finanzierung führt möglicherweise dazu, dass diese Krankheiten nun wieder aufflammen werden. Mangels lokaler Strukturen, die diese Lücke zu schließen imstande wären, könnte sich die Lage zusätzlich verschlimmern, wie <a href="https://eurasianet.org/loss-of-us-assistance-hampering-tajikistans-efforts-to-contain-hiv-un-agency">Eurasianet ausführlich berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">China und Russland profitieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die von USAID hinterlassene Leerstelle könnten andere Mächte zu füllen versuchen, insbesondere China und Russland, die ihren Einfluss in der Region weiterhin verstärken. China hat durch seine Initiative <a href="https://novastan.org/de/tag/neue-seidenstrase/">„Neue Seidenstraße“</a> bereits vermehrt in Zentralasien investiert, vor allem in Infrastruktur und Energie. Russland seinerseits unterhält eine starke wirtschaftliche und militärische Präsenz, insbesondere durch die <a href="https://novastan.org/de/tag/eurasische-wirtschaftsunion/">Eurasische Wirtschaftsunion</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussetzung der USAID-Finanzierung hat darüber hinaus erhebliche Auswirkungen auf Projekte zur Förderung von Transparenz und guter Regierungsführung. Laut <a href="https://jgumainz-my.sharepoint.com/personal/aklischa_uni-mainz_de/Documents/-freeze-throws-journalism-around-world-chaos?utm_source=chatgpt.com">Reporter ohne Grenzen</a> leisteten die eingefrorenen Programme wesentliche Unterstützung für Initiativen, die Medien, Transparenz und Demokratie stärken. Die Unterbrechung könnte auch an dieser Stelle ein Vakuum schaffen, das andere Akteure auszunutzen wüssten, um die Zusammenarbeit auf wirtschaftliche und strategische Interessen auszurichten. Zivilgesellschaftliche Organisationen, die bisher von der US-Unterstützung profitiert hatten, könnten geschwächt aus dieser Veränderung herausgehen. Die Autorität der bestehenden Regime würde dadurch im Umkehrschluss potenziell gestärkt, wie <a href="https://eurasianet.org/measuring-impact-on-eurasia-of-us-foreign-assistance-cutoff">Eurasianet</a> entwickelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wirtschaftliche und soziale Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den politischen Auswirkungen könnte die Reduzierung der USAID-Aktivitäten Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben. Viele Arbeitsplätze hingen direkt oder indirekt von diesen Programmen ab und ihr Wegfall könnte die wirtschaftliche Unsicherheit verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstellung der USAID-Finanzierung in Kasachstan hat viele lokale NGOs in Unsicherheit gestürzt, Arbeitsplätze bedroht und die Ausbildungsmöglichkeiten für junge Entwicklungshelfer eingeschränkt. Laut einem Artikel in der <a href="https://timesca.com/u-s-aid-freeze-leaves-kazakhstans-ngos-in-limbo/">Times of Central Asia</a> warten diese NGOs auf eine Klärung, da die USA dabei sind, ihre Verpflichtungen in Bezug auf ausländische Hilfe neu zu bewerten. Angesichts dieser Situation kündigten die kasachstanischen Behörden eine detaillierte Bewertung der USAID-Aktivitäten im Land an, wie das <a href="https://kaztag.kz/en/news/kazakh-authorities-intend-to-conduct-detailed-analysis-of-usaid-activities-">KazTAG</a> berichtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wenn-ich-damals-richtig-aufgeklaert-worden-waere-haette-ich-nicht-so-viel-zeit-verloren-ueber-hiv-selbsthilfe-in-almaty/">Über HIV-Selbsthilfe in Almaty</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus geht die Schließung dieser Programme mit einem angespannten politischen Kontext in den USA einher: Die USAID sieht sich mit Druck und Anfechtungen konfrontiert, unter anderem von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elon_Musk">Elon Musk</a>, der laut <a href="https://www.rferl.org/a/usaid-musk-trump-lawsuit-foreign-aid/33352038.html">Radio Free Europe</a> zuletzt eine Klage gegen die US-Agentur eingereicht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Quasi-Schließung wird nicht nur die ausgesetzten Projekte treffen. Sie wird sich auf das geopolitische und wirtschaftliche Gleichgewicht in der Region auswirken und die ein oder andere Tür für neue Akteure öffnen. Zwar könnten einige lokale Initiativen versuchen, den Mangel auszugleichen. Doch das Fehlen externer Mittel bleibt bisweilen eines: eine echte Herausforderung.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nine Apperry, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/quasi-fermeture-usaid-asie-centrale-quelles-consequences/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-beinahe-schliessung-von-usaid-in-zentralasien-welche-folgen-hat-sie-fuer-die-region/">Die Beinahe-Schließung von USAID in Zentralasien: Welche Folgen hat sie für die Region?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasien in Aufruhr nach dem Erdbeben im Nahen Osten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2023 13:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Erdbeben, das den S&#xFC;den der T&#xFC;rkei und den Norden Syriens ersch&#xFC;tterte, lie&#xDF; die zentralasiatischen Regierungen und ihre Bev&#xF6;lkerungen nicht kalt. Rasch wurden Netzwerke zur Unterst&#xFC;tzung der betroffenen Gebiete organisiert, insbesondere f&#xFC;r die T&#xFC;rkei, die nahe der meisten zentralasiatischen Staaten gelegen ist. Im Zuge der humanit&#xE4;ren Katastrophe wurde die diplomatische Ann&#xE4;herung zwischen den zentralasiatischen Staaten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Erdbeben, das den Süden der Türkei und den Norden Syriens erschütterte, ließ die zentralasiatischen Regierungen und ihre Bevölkerungen nicht kalt. Rasch wurden Netzwerke zur Unterstützung der betroffenen Gebiete organisiert, insbesondere für die Türkei, die nahe der meisten zentralasiatischen Staaten gelegen ist. Im Zuge der humanitären Katastrophe wurde die diplomatische Annäherung zwischen den zentralasiatischen Staaten und der türkischen Regierung gestärkt. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Februar belief sich die Zahl der Todesopfer der Erdbebenkatastrophe vom 6. Februar in der Türkei und Syrien auf über 37.000, <a href="https://www.reuters.com/world/middle-east/survivors-ever-fewer-earthquake-rubble-turkey-syria-2023-02-12/">wie Reuters berichtet</a>. Das Erdbeben in Ostanatolien mit einer Stärke von 7,7 löste Bodeneinbrüche sowie den Einsturz zahlreicher Gebäude aus und bewegte die ganze Welt. Zentralasien zeigt sich solidarisch mit den Opfern, vor allem mit der Türkei. Die starke Unterstützung durch die zentralasiatischen Staaten liegt u.a. darin begründet, dass sie gemeinsam mit der Türkei in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> sind, zu der neben Aserbaidschan auch Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und Turkmenistan gehören. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder zentralasiatische Präsident reiste in den Tagen nach der Katastrophe persönlich nach Istanbul, um der türkischen Bevölkerung sein Beileid auszusprechen, wie die <a href="https://kg.akipress.org/news:1864294?from=bilim&amp;place=nowread">kirgisische Agentur AkiPress berichtet</a>. Obwohl auch für Syrien humanitäre Hilfe bereitgestellt wurde, insbesondere von Kasachstan, das 50 Tonnen umfassende Hilfsgüter an die syrische Regierung <a href="https://primeminister.kz/ru/news/kazakhstan-napravit-50-tonn-gumanitarnoy-pomoshchi-postradavshey-ot-zemletryaseniya-sirii-pravitelstvo-rk-22991">schicken wird</a>, war die Solidarität mit der Türkei größer, da die Beziehungen zwischen ihr und den zentralasiatischen Republiken sehr eng sind. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Humanitäre Hilfe sofort bereitgestellt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts der humanitären Notlage, in der sich die Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kahramanmara%C5%9F">Kahramanmaraş</a> befindet, hat die kasachstanische Regierung in Istanbul 1 Million US-Dollar (929.336 Euro) <a href="https://primeminister.kz/ru/news/million-dollarov-na-gumanitarnuyu-pomoshch-turtsii-postanovlenie-pravitelstva-22979">bereitgestellt</a>. Auch humanitäre Hilfe in Form von Freiwilligen wird von der kasachischen Botschaft in der Türkei organisiert, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/kak-peredat-gumanitarnuyu-pomoschturtsii-v-kazahstane-490668/">berichtet TengriNews</a>. Kirgistan kündigte seinerseits an, eine Gruppe von 60 Ärzt:innen in die Türkei zu senden, um Verletzte zu versorgen, wie <a href="https://24.kg/obschestvo/258191_kyirgyizskie_vrachi_poedut_vturtsiyu_dlya_okazaniya_meditsinskoy_pomoschi/">24.kg berichtet</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit werden zwei Flugzeuge vorbereitet, die in die Türkei geschickt werden sollen, um den Erdbebenopfern Hilfe zu leisten. Darüber hinaus werden von kirgisischer Seite gemäß dem Pressedienst der Präsidialverwaltung 100 Jurten, etwa 20 isolierte Militärzelte und ein mobiles Krankenhauszelt verschickt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus Usbekistan wurden 170 Tonnen Hilfsgüter in die Türkei geschickt, sowohl von der Regierung als auch von Usbekistaner:innen selbst, wie die türkische Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D1%83%D0%B7%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD-%D0%BD%D0%B0%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%B2%D0%B8%D0%BB-%D0%B2-%D0%B7%D0%BE%D0%BD%D1%83-%D0%B1%D0%B5%D0%B4%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B8%D1%8F-%D0%B2-%D1%82%D1%83%D1%80%D1%86%D0%B8%D1%8E-170-%D1%82%D0%BE%D0%BD%D0%BD-%D0%B3%D1%83%D0%BC%D0%BF%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D1%89%D0%B8-/2818778">Anadolu berichtete</a>. 100 Helfer:innen und Ärzt:innen seien bereits in die türkische Katastrophenregion entsandt worden, erklärte <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32271586.html">Radio Ozodlik</a>. Turkmenistan seinerseits schickte ein Flugzeug mit einem Rettungsteam, darunter zehn Ärzt:innen. Selbst Tadschikistan, das nicht zur Organisation der Turkstaaten gehört und weniger starke Verbindungen zur Türkei hat, schickte rund 50 Rettungskräfte ins Land – das erste Mal seit seiner Unabhängigkeit, wie <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D0%B2-%D1%82%D1%83%D1%80%D1%86%D0%B8%D1%8E-%D0%BF%D1%80%D0%B8%D0%B1%D1%8B%D0%BB%D0%B8-50-%D1%81%D0%BF%D0%B0%D1%81%D0%B0%D1%82%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B9-%D0%B8%D0%B7-%D1%82%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0/2812439">Anadolu berichtet</a>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Menschen zentralasiatischer Herkunft als wichtige Gemeinschaft in der Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Gründe für die rege Unterstützung der Türkei ist, dass viele Zentralasiat:innen in der Türkei leben und arbeiten. Bisher ist <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/02/07/citizens/">laut Gazeta.uz</a> eine usbekistanische Staatsbürgerin bei dem Erdbeben ums Leben gekommen, ebenso zwei Bürger aus Kasachstan, während mehrere noch vermisst werden, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tela-dvuh-pogibshih-turtsii-kazahstantsev-dostavyat-rodinu-490860/">erklärte TengriNews</a>. Das kasachstanische Notstandsministerium evakuierte auch 22 Kirgistaner:innen aus der Türkei, schreibt <a href="https://www.currenttime.tv/a/32263673.html">Current Time</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dissidentenmedium <a href="https://turkmen.news/tela-pogibshih-pri-zemletryasenii-v-turcii-turkmenov-otpravili-na-rodinu/">Turkmen News</a> berichtete, dass in der Türkei 4 turkmenische Staatsbürger unter den Trümmern eingestürzter Gebäude ums Leben gekommen seien. Am 9. Februar gab der Vorsitzende des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/People%27s_Council_of_Turkmenistan">Halk Maslakhaty</a>, ehemaliger Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, zu, dass sich unter den Opfern auch Bürger:innen Turkmenistans befänden, ohne jedoch die Anzahl der Opfer zu nennen. Bürger:innen aus Zentralasien leben schon seit vielen Jahren in der Türkei. Gemäß dem <a href="https://data.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=Adrese-Dayali-Nufus-Kayit-Sistemi-Sonuclari-2021-45500">Statistikinstitut der Türkei</a> lebten im Jahr 2020 91.218 turkmenistanische, 36.510 usbekistanische, 23.645 kasachstanische und 18.017 kirgistanische Staatsbürger:innen in der Türkei. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Sorge um Projekte mit der Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Katastrophe für die zentralasiatischen Partnerländer hat sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt. Seit dem Krieg in der Ukraine bietet sich die Türkei als Alternative an, zur Diversifizierung wirtschaftlicher und diplomatischer Partner Zentralasiens, erklärte <a href="https://thediplomat.com/2022/10/turkeys-growing-influence-in-central-asia/">The Diplomat</a> im Oktober letzten Jahres. Obwohl die Türkei keine gemeinsamen Grenzen mit den Ländern der Region hat, entwickelt sie sich zu einem der wichtigsten Handelspartner, stellt ein analytischer Artikel von <a href="https://cabar.asia/ru/stanet-li-otg-vedushhej-platformoj-v-tsentralnoj-azii">Cabar Asia</a> fest. Der Handel mit der Türkei ist auch für Zentralasien von Vorteil, da ihr Markt wächst. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erdbeben in der Türkei verursachte schwere Schäden an der Schienen- und Straßeninfrastruktur sowie an den Start- und Landebahnen des Flughafens. Da sich die Schäden jedoch im Süden des Landes befanden, dürften die Straßen und Versorgungsketten für Zentralasien nicht betroffen sein, stellte das <a href="https://www.spot.uz/ru/2023/02/10/logistics/">usbekistanische Medium Spot</a> fest. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Wohnungsbaupolitik in Zentralasien wird deutlich hinterfragt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die seismologischen Institute der zentralasiatischen Länder haben wiederholt betont, dass Gebäude in Zentralasien so gebaut werden, dass sie Erdbeben bis zur Stärke 9, im Fall von Almaty sogar bis zur Stärke 10, standhalten würden, <a href="https://www.rferl.org/a/central-asia-earthquake-urgent-questions-construction-turkey-syria/32266646.html">erklärt Radio Free Europe</a>.

Zu Sowjetzeiten wurden Gebäude vor dem Bau getestet, um den in der Region häufig vorkommenden seismischen Schocks standhalten zu können. Im Jahr 1887 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, damals Vernij, und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Taschkent_1966">1966 in Taschkent</a> zerstörten heftige Erdbeben die beiden Städte fast vollständig.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Kirgistan und Tadschikistan weisen ebenfalls Gebiete mit hoher seismischer Aktivität auf und Turkmenistan soll am 6. Februar von einem Erdbeben betroffen gewesen sein, ohne dass die turkmenischen Behörden weitere Informationen herausgegeben hätten, <a href="https://turkmen.news/tela-pogibshih-pri-zemletryasenii-v-turcii-turkmenov-otpravili-na-rodinu/">berichtet Turkmen News</a>. Angesichts dieser Risiken zeigen sich die Behörden Usbekistans allmählich besorgt. Ohne das Erdbeben auf der anatolischen Platte zu erwähnen, kündigte der Präsident Usbekistans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> am 8. Februar einen <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/qui-est-le-nouveau-president-de-louzbekistan/">Baustopp in Taschkent an</a>, bis ein neuer Bebauungsplan bestehe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Tat stellt sich in der Hauptstadt Usbekistans auch ohne Erdbeben die Frage nach der Gebäudesicherheit. Ein Beispiel dafür ist ein Gebäude in Taschkent, das sich in zwei Teile spaltete, wie <a href="https://kun.uz/en/news/2023/02/11/a-new-building-wall-cracks-in-tashkent-ministry-of-construction-starts-checking">Kun.uz</a> am 11. Februar berichtete. Die Erdbeben in der Türkei und in Syrien klingen daher wie eine Warnung für die Politiker in Zentralasien. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lasie-centrale-sur-le-qui-vive-apres-le-tremblement-de-terre-au-moyen-orient/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>Eine „Jurte der Unzerstörbarkeit“ für die Ukraine</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/eine-jurte-der-unzerstoerbarkeit-fuer-die-ukraine/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 14:27:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Jurte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um den von K&#xE4;lte und Stromausf&#xE4;llen betroffenen Ukrainer:innen zu helfen, wurde in der ukrainischen Stadt Butscha eine kasachstanische Jurte errichtet. Die russische Reaktion erfolgte postwendend. Am 24. Februar j&#xE4;hrt sich der &#xDC;berfall auf die Ukraine. Der von Wladimir Putin angeordnete Krieg dauert noch immer an. Die russischen Luftangriffe zielen vor allem auf die Energieinfrastruktur der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Um den von Kälte und Stromausfällen betroffenen Ukrainer:innen zu helfen, wurde in der ukrainischen Stadt Butscha eine kasachstanische Jurte errichtet. Die russische Reaktion erfolgte postwendend.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Februar jährt sich der Überfall auf die Ukraine. Der von Wladimir Putin angeordnete Krieg dauert noch immer an. Die russischen Luftangriffe zielen vor allem auf die Energieinfrastruktur der Ukraine. Aus zahlreichen Regionen der Welt kommt Unterstützung für die Bevölkerung des Landes – so auch aus Kasachstan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://rus.azattyq.org/amp/32213431.html">Radio Azattyk</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, berichtet, wurde in Butscha eine traditionelle kasachstanische Jurte errichtet. Butscha steht wie kein anderer Ort in der Ukraine für die <a href="https://www.hrw.org/news/2022/04/21/ukraine-russian-forces-trail-death-bucha">Gräuel</a> des russischen Angriffskriegs: Hunderte von Zivilisten wurden dort während der russischen Besatzung getötet, vergewaltigt und gefoltert. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die am 6. Januar eröffnete Jurte wurde „Jurte der Unzerstörbarkeit“ getauft (ukrainisch: „Юртa Незламності“). Sie ist mit Heizkörpern und Ladegeräten ausgestattet, um den Zugang zur Elektrizität während der Stromausfälle sicherzustellen. Die Ukrainer:innen können dort außerdem Verpflegung erhalten. Der ukrainische Abgeordnete Sergei Nagorniak hat die Initiative <a href="https://www.facebook.com/nagornyak.s/posts/pfbid02wbjZwo7C4TixiiCsCnpQL78yVq5NXaN4kvuWVEhy7TR9XgL9c9f4D5zKYBtTP85kl?_rdc=1&amp;_rdr">begrüßt</a> und bekanntgegeben, dass die kasachstanische Zvilgesellschaft außerdem 41 Generatoren für Gesundheitseinrichtungen sowie sechs weitere Jurten geschickt hat. Das Projekt sei von Vertreter:innen der kasachstanischen Diaspora sowie Unternehmer:innen aus Kasachstan ermöglicht worden.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spannungen zwischen Astana und Moskau</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die in Butscha errichtete Jurte hatte unmittelbare Spannungen zwischen Russland und der Republik Kasachstan zur Folge. Laut dem kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/mid-rossii-prokommentiroval-ustanovku-yurty-nesokrusimosti-v-buce">Informburo</a> forderte Moskau eine Stellungnahme von Astana. Das kasachstanische Außenministerium bestritt daraufhin jegliche Beteiligung und versicherte, dass es sich um eine rein „<em>private Initiative</em>“ handle, wie die russische Nachrichtenagentur <a href="https://www.interfax.ru/world/880237">Interfax</a> schreibt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/">Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Situation zu entschärfen, hat die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, <a href="https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/1846820/">bekanntgegeben</a>, dass Russland „<em>keinen Grund hat, seinen engen Partnern nicht zu vertrauen</em>“. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mobilisierung gegen den Krieg</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie eine <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazakhstan-almaty-aid-to-ukraine-reportage/31735413.html">Reportage</a> von Radio Azattyk zeigt, unterstützt die kasachstanische Bevölkerung die Ukrainer:innen seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022. Bereits Anfang März letzten Jahres begann die Zivilgesellschaft damit, Hilfsgüter zu sammeln, die in die Ukraine geschickt werden sollten. Freiwillige lieferten Medikamente, Hygieneprodukte und Geld an die ukrainische Botschaft in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/31751666.html">Radio Azattyk</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste staatliche humanitäre Hilfe wurde vom kasachstanischen Gesundheitsministerium am 14. März 2022 auf dem Luftweg verschickt. Laut der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/14055427">TASS</a> handelte es sich um eine Ladung von 28,2 Tonnen mit 17 verschiedenen Typen von Medikamenten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/">Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen für Zentralasien</a></strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine <a href="https://ca-barometer.org/en/events/war-in-ukraine-public-opinion-in-kyrgyzstan">Umfrage</a>, die das Central Asia Barometer am 6. September veröffentlicht hat, erlaubt einen Einblick in die Stimmungslage der kasachstanischen Bevölkerung: 28 % der Einwohner:innen Kasachstans machen Russland für den Krieg verantwortlich, 19 % sehen die Schuld bei der Ukraine und 10 % bei den USA. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan kam es zu mehreren Antikriegsdemonstrationen und der Präsident des Landes, <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-qasym-jomart-toqaev-fuer-weitere-sieben-jahre-zum-praesidenten-gewaehlt/">Qasym-Jomart Toqaev</a>, ist bisher das einzige zentralasiatische Staatsoberhaupt, das den Krieg in der Ukraine offen als einen Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet hat. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet</strong><strong>
Journalistin für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/la-diaspora-kazakhe-aide-lukraine-en-construisant-une-yourte-dindestructibilite/">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>


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		<title>Ohne unnötigen Lärm: Wer hilft Ukrainer:innen in Usbekistan und aus welchen Gründen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie Schliesser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2022 16:36:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine das allt&#xE4;gliche Leben der Usbek:innen nicht beeinflusst. Im Gegensatz zu Tiflis und Jerewan sowie anderen post-sowjetischen Hauptst&#xE4;dten wurden in Taschkent keine Proteste vor der russischen Botschaft abgehalten, es wurde nicht mit gelb-blauen Flaggen demonstriert und keine Kundgebungen organisiert. Weder Anti-Kriegs-Initiativen noch humanit&#xE4;re Hilfsaktionen sind [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf den ersten Blick hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine das alltägliche Leben der Usbek:innen nicht beeinflusst. Im Gegensatz zu Tiflis und Jerewan sowie anderen post-sowjetischen Hauptstädten wurden in Taschkent keine Proteste vor der russischen Botschaft abgehalten, es wurde nicht mit gelb-blauen Flaggen demonstriert und keine Kundgebungen organisiert. Weder Anti-Kriegs-Initiativen noch humanitäre Hilfsaktionen sind in der Stadt bemerkbar. Es entsteht der Eindruck, dass die russischen „Umsiedler“, die nach Usbekistan kommen, sich mehr um ihre Bankkonten als um das Bekunden ihrer politischen Position sorgen. Der folgende Artikel erschien am 2. November 2022 auf </strong><a href="https://hook.report/2022/11/ukraina-i-mi/"><strong>Hook.Report</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Weitere Bilder befinden sich im Originalartikel.&nbsp;</strong>

An den Krieg in der Ukraine und die Krise in Russland erinnern in Usbekistan lediglich die rasant steigenden Immobilienpreise und die wachsende Zahl an Zugezogenen. Ansonsten ist die Mehrheit der Menschen mit ihrem Alltag beschäftigt. Der Krieg erscheint als etwas Fernes, das irgendwo auf russischen Fernsehsendern stattfindet. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Bewohner:innen Usbekistans dem Krieg gleichgültig gegenüberstehen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine betont neutrale Haltung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Für die offizielle Seite in Taschkent ist der russische Einmarsch in die Ukraine zu einem diplomatischen Rätsel geworden. Bereits am zweiten Tag des Krieges telefonierte der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev mit Wladimir Putin. Von Seiten des Kremls wurde im Anschluss bekannt gegeben, Mirziyoyev habe „Verständnis“ gegenüber den Handlungen Russlands geäußert. Allerdings sprach die usbekische Seite in ihrer Mitteilung nicht von „Verständnis“ und gab lediglich an, dass beide Seiten sich in der Tat über die Ukraine unterhalten hätten. Dies kann als erstes Zeichen dafür gesehen werden, dass Taschkent aktuell manövrieren muss.

Mitte März unterstützte dann der &#8211; inzwischen ehemalige &#8211; Außenminister Usbekistans, Abdulaziz Komilov, auf einer Plenarsitzung des Senats offen die territoriale Integrität der Ukraine. <em>„Usbekistan erkennt die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine an. Die Volksrepubliken Luhansk und Donezk werden von uns nicht anerkannt“</em>, so der Diplomat. Kamilov sprach anschließend auch über Russland und die Ukraine als Partner Usbekistans und rief beide Seiten dazu auf, einen diplomatischen Weg aus der Krise zu finden. Nach dieser Erklärung verschwand der Außenminister von der Bildfläche. Der offizielle Rücktritt im April wurde mit gesundheitlichen Problemen begründet und es ist nicht bekannt, ob seine Worte zum Krieg in der Ukraine auch damit in Verbindung standen. Jedoch gab es im Anschluss keine ähnlichen Verlautbarungen von Seiten usbekischer Offizieller mehr.

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Bei der UN-Generalversammlung Mitte Oktober lehnte es Usbekistan dann ab, die Annexion ukrainischen Staatsgebietes durch Russland zu verurteilen und enthielt sich bei der Abstimmung. <em>„Usbekistan muss seine Interessen ausbalancieren und die Beziehungen zu seinen Nachbarn aufrechterhalten, insbesondere zu Nachbarn, die auch Handelspartner und wichtige Investitionsquellen sind“</em>, umriss der US-Botschafter in Taschkent, Daniel Rosenblum, die Situation. Der Vertreter der USA bezeichnete die Neutralität Taschkents als richtige Strategie und wies darauf hin, dass diese Haltung in Washington verstanden und unterstützt werde.

Gute Beziehungen zu Moskau sind essenziell für Stabilität in Usbekistan, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Russland für Usbekistan zum führenden Handelspartner. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Armutsbekämpfung arbeiteten 2021 mehr als eine Millionen usbekische Staatsbürger:innen in Russland. Die Mehrheit dieser Arbeiter:innen überweist ihre Ersparnisse in die Heimat. Darüber hinaus baut Russland in Usbekistan zwei Atomkraftwerke, für welche die Kredite ebenfalls von russischer Seite stammen. Gleichzeitig ist es für Usbekistan wichtig, Beziehungen mit anderen Ländern aufzubauen, neue Märkte zu erschließen und Investoren anzuziehen. Die Sanktionen gegen Russland wirken sich bereits auf die Logistik aus, da die Haupthandelsrouten zwischen Europa und den Staaten Zentralasiens durch Russland führen. Unter den gegebenen Umständen könnte Taschkent eine zu enge Freundschaft mit Moskau teuer zu stehen kommen.

Bisher war Usbekistan für Russ:innen eine der angenehmsten Destinationen. Bis Ende September funktionierte das russische Zahlsystem „Mir“ in Usbekistan. Weiterhin sind russische Fernsehkanäle verfügbar, Russ:innen können Arbeit finden und Bankkonten eröffnen, wobei vor kurzem die Anforderungen der Banken strenger wurden.

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Bei all dem gerät in Taschkent auch die Ukraine nicht in Vergessenheit. So erhielt das vom Krieg gebeutelte Land von Usbekistan bereits mehrfach humanitäre Hilfen. Dabei handelte es sich bei der letzten Lieferung beispielsweise um Medikamente für Ärzte des Militärs. Vor kurzem wurde zudem auf russischen Staatskanälen verlautbart, dass Usbekistan angeblich die Streitkräfte der Ukraine mit Thermounterwäsche ausrüsten würde. <em>„Wie gefällt euch diese Völkerfreundschaft?“</em>, kommentierte dazu ein russischer Blogger, der sich für den Krieg positioniert.

Zu einem internationalen Skandal führte vor kurzem eine Äußerung des ukrainischen Journalisten Dmytro Hordon. In seinem Gespräch mit dem israelischen Unternehmer Leonid Newslin erklärte er, dass in Usbekistan angeblich iranische Drohnen für die russische Armee zusammengebaut würden. Von usbekischer Seite wurde diese Aussage sofort auf verschiedenen Ebenen dementiert. Weiterhin forderte das usbekische Außenministerium von den ukrainischen Machthabenden, auf diese Fake-News zu reagieren. Hordon selbst gab später zu, Usbekistan mit Tadschikistan verwechselt zu haben.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Reaktion der Bevölkerung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Während die offizielle Position Taschkents klar zu sein scheint, stellt sich das Bild in Bezug auf die usbekische Bevölkerung komplizierter dar. Im Gegensatz zu den Machthabenden sind viele der Usbek:innen nicht mit der Neutralität ihres Landes einverstanden und nehmen häufiger eine parteiliche Position ein. So äußerten sich in den ersten Tagen des Krieges eine ganze Reihe usbekischer Blogger:innen deutlich gegen den Angriff. „<em>Die Bevölkerung Russlands ist ärmer als diejenige Portugals, Bruneis und circa 40 anderer Staaten. Ganz Russland ist ärmer als der Staat Kalifornien für sich allein genommen. Aber das stört Sowjet- und Putinliebhaber nicht. Sie leben nach seltsamen Prinzipien. „Wozu brauchen wir die Wirtschaft, wenn wir Raketen und Superwaffen haben“</em>“, schreibt der Blogger Ali Kahhorov auf seinem Kanal.

Aussagen, die sich gegen den Krieg richten, gab es nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Institutionen. So sprach sich etwa die unabhängige Galerie 139 Documentary Center gegen den Krieg aus. Ihre Gründer:innen organisierten eine Spendenaktion zu Gunsten der humanitären Projekte <a href="https://vostok-sos.org/en/">Vostok SOS</a> und <a href="https://www.libereco.org/">Libereco</a>. In Bezug auf den Krieg in der Ukraine äußerten sich auch einige unabhängige Medien.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/russlands-druck-auf-zentralasiatische-medien-nimmt-zu/"><strong>Russlands Druck auf zentralasiatische Medien nimmt zu</strong></a></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Über die Anti-Kriegs-Haltung in Usbekistan erschien sogar ein Beitrag auf dem russischen Staatskanal „Rossija24“. Dabei bezeichnete der Moderator Robert Franzev die Influencer als „Pseudojournalisten“ und „Teilnehmer westlicher Stipendienprogramme“. Laut ihm „<em>teilt nicht jeder in Usbekistan die kluge und wohldurchdachte Politik der Staatsführung</em>“. In einem gewissen Sinne liegt Franzev damit nicht falsch. In privaten Unterhaltungen mit Usbek:innen trifft man sowohl auf pro-russische als auch auf pro-ukrainische Ansichten.

„<em>Unter meinen Bekannten beschäftigt jeden das Thema</em>“, erzählt die Taschkenter Bewohnerin Kira Valitova (Anm.: Name auf Wunsch geändert). „<em>Ich weiß, dass ich in einer gewissen Blase lebe, aber ich kenne nicht eine Person mit einer neutralen Haltung. Die Menschen in meinem Alter </em>(Anm.: Ende der 1980er, Anfang der 1990er geboren)<em> sind praktisch alle gegen den Krieg. Diejenigen, die etwas älter sind, also die Generation unserer Eltern und Großeltern, rechtfertigen die Handlungen Russlands. Ich kenne auch Gleichaltrige, die ebenfalls für den Krieg sind, aber mir scheint, dass dies teilweise nicht ihre eigene Sichtweise ist.</em>“ Kira selbst gibt an, mehrmals Geld an humanitäre Hilfsorganisationen zu Gunsten der Ukrainer:innen überwiesen zu haben. Laut ihr hat sie lediglich einen Bekannten, der ebenfalls spendete.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Während des Gesprächs nennt Kira eine Person namens Sergey Kim, der Geldspenden für Ukrainer:innen organisiert. Ihr zufolge ist Kim der Einzige in Taschkent, der eine solche Initiative ergriffen hat. Würde es in Usbekistan mehr Hilfsprojekte für Ukrainer:innen wie dieses geben, wäre Kira zu weiteren Spenden bereit. „<em>Ich bin mir nicht sicher, ob ich als Freiwillige helfen würde, da ich mir um meine mentale Gesundheit Sorgen mache, aber was Spenden angeht, wäre ich auf jeden Fall dabei</em>“, fasst unsere Gesprächspartnerin zusammen.

Davon, dass die Haltung der Usbek:innen mit ihrem Alter und sozialen Status zusammenhängt, erzählt auch Daniil (Anm.: Name auf Wunsch geändert). Der junge Mann reiste Anfang März aus Moskau nach Taschkent. „<em>Im Frühjahr kam zu uns ein Klempner ins Haus, der sich genau wie das russische Fernsehen anhörte. Er meinte, Russland kämpfe nicht gegen die Ukraine, sondern gegen Amerika, und dass die USA alles angezettelt hätten</em>“, erinnert sich unser Gesprächspartner. „<em>Unser Immobilienmakler sagte sogar, dass er hoffe, dass es den Usbeken erlaubt werde zu kämpfen, denn dann würde er losziehen, um Russland zu verteidigen</em>“.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-russland-zentralasiatische-buerger-fuer-den-krieg-in-der-ukraine-anwirbt/"><strong>Wie Russland zentralasiatische Bürger für den Krieg in der Ukraine anwirbt</strong></a>

Am Ende seiner Erzählung sagt Daniil allerdings, dass die Mehrheit seiner Bekannten in Taschkent eine Anti-Kriegs-Haltung teilen würde. „<em>Aber das sind meistens fortschrittliche oder kreative Leute mit guter Bildung, von denen viele schon in anderen Ländern gelebt haben</em>“, sagt der junge Mann. Außerdem gibt er zu bedenken, dass viele Usbek:innen wenig über Politik sprechen und sich eher um die Wirtschaft oder persönliche Probleme sorgen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>„Ich half wie auch immer ich konnte“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Sergey Kim hat ungefähr 20 Tausend Follower:innen auf Instagram. Viele in Taschkent kennen ihn als erfolgreichen Marketingmanager und Gründer der Kreativagentur „Sekta“. Diese Bekanntheit nutzt Sergey, um Spenden für Ukrainer:innen zu sammeln. Zu Beginn des Krieges gründete er dafür das Projekt „<a href="https://www.instagram.com/helpukraine.uz/">Help Ukraine from Uzbekistan</a>“, welches Bewohner:innen der Ukraine unterstützt, die aufgrund der russischen Invasion leiden.

„<em>Als der Krieg begann, war ich nicht dazu in der Lage zu arbeiten oder irgendetwas Normales zu tun. Dadurch, dass ich ein Team von Mitarbeiter:innen leite, werden von mir wichtige Entscheidungen erwartet. Aber in diesen Tagen konnte ich einfach nicht klar denken. Das war ein Zustand, in dem man nicht die ganze Zeit an den Krieg denken kann, aber nicht an ihn zu denken auch nicht gelingt</em>“, erzählt Sergey Kim. Ihn verbindet viel mit der Ukraine. Während der vergangenen zwei Jahre war er fünf Mal in der Ukraine, besuchte seine Schwester, die in Kyiv lebt, und verbrachte Zeit mit Freund:innen in Charkiv.

„<em>Mit der Ukraine als Land und – was das Wichtigste ist – mit ihren Menschen bin ich gut vertraut. Deshalb hatte ich, als der Krieg begann, Zugang zu Informationen aus erster Hand. Freund:innen und Verwandte schickten mir Fotos von Beschuss, Selfies aus Kellern und Videos von Überflügen</em>“. All dies lud Sergey auf seinem Instagramprofil hoch. Seine Follower:innen erkundigten sich bei ihm, wie man helfen und wohin man spenden könne.

In den ersten Wochen des Krieges suchte Sergey nach einem Hilfsprojekt, dem er sich anschließen könnte. Eine solche Organisation konnte er jedoch in Usbekistan nicht finden. Deshalb beschoss er, selbst zu handeln. „<em>Anfangs spendeten wir an die Streitkräfte der Ukraine und kleine Freiwilligenorganisationen in der Ukraine. Dann konzentrierten wir uns auf gezielte Hilfen. So haben wir unter anderem 40 Lebensmittelpakete für Chernihiv gekauft. Für Familien haben wir Geld für Kleidung, Spielzeug und Stromgeneratoren gesammelt.</em>“ Auf diese Weise entstand das Projekt „Help Ukraine from Uzbekistan“.

Um schneller diejenigen zu finden, die Hilfe benötigen, setzte sich Sergey mit der Botschaft der Ukraine in Taschkent in Verbindung. Diese stellte den Freiwilligen eine Liste der Geflüchteten zur Verfügung, die sich in Usbekistan aufhalten. Sie begannen den Geflüchteten bei der Wohnungssuche, mit Lebensmitteln und Bewerbungen um Arbeitsplätze zu helfen. Auf Instagram und Telegram berichten die ehrenamtlichen Helfer:innen von ihrer Arbeit. „<em>Zurzeit helfen wir drei Familien. Zwei von ihnen wohnen in Taschkent, eine in Samarkand, sie kommen aus Mariupol</em>“, erzählt Sergey. „<em>Unsere Aufgabe ist dann erfüllt, wenn alle Anfragen bearbeitet sind, wenn die Menschen eine Unterkunft gefunden haben, mit dem Nötigsten versorgt sind und wir ihnen bei der Arbeitssuche geholfen haben</em>.“

Die Ukrainer:innen zu unterstützen ist Dank der Beteiligung von Usbek:innen möglich, die dem Thema nicht gleichgültig gegenüber stehen. Laut den Erzählungen von Sergey helfen die Menschen, wo sie können. Manche spenden Geld, andere Gegenstände. „<em>Wir hatten den Fall, dass ein Mann uns kontaktierte und schrieb, dass er eine Zweizimmerwohnung bei der Station „Kosmonavtlar“</em> (Anm.: diese befindet sich in einem der zentralen Stadtteile Taschkents) <em>habe und bereit sei, diese für ein halbes Jahr kostenlos zur Verfügung zu stellen. Letzten Endes zog dort eine Familie – eine Mutter und ihre erwachsene Tochter – ein.“</em>

Derzeit arbeiten 14 Freiwillige bei „Help Ukraine from Uzbekistan“ mit. Dem Team ist es gelungen, klare Strukturen bei der Zusammenarbeit zu schaffen. Eine Person kümmert sich um die Fälle, andere kaufen ein oder koordinieren das Team. Ungefähr die Hälfte der Freiwilligen sind Bekannte von Sergey. Die Restlichen stießen über soziale Medien auf das Projekt. Bislang ist „Help Ukraine from Uzbekistan“ das einzige zivilgesellschaftliche Hilfsprojekt für Ukrainer:innen in Usbekistan. Es ist unter anderem auch im Online-Verzeichnis <a href="https://reshim.org/projects">„Reshim“</a> zu finden, in welchem Hilfsinitiativen für die Ukraine aus der ganzen Welt aufgeführt werden.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

„<em>Was Binnenflüchtlinge betrifft, gibt es in Usbekistan nur wenige Ukrainer:innen. Beispielsweise hatten wir eine Familie – der Mann ist Usbeke, die Frau Ukrainerin. Sie lernten sich bei Kyiv kennen, heirateten und bekamen ein Kind. Nach Beginn des Krieges reisten sie nach Usbekistan zu seinen Verwandten aus, aber die Verwandten nahmen sie nicht auf. Und Fälle wie dieser kommen häufig vor. Spontan fallen mir noch circa drei weitere Familien mit einer ähnlichen Situation ein. Sie reisten nach Usbekistan zu Verwandten oder Freund:innen und wurden allein gelassen</em>.“

Von staatlicher Seite wird die Arbeit der Freiwilligen nicht gestört, der usbekische Staat unterstützt das Projekt aber auch nicht. „<em>Von Leuten, die verschiedenen staatlichen Strukturen nahestehen, habe ich gehört, dass man uns wahrscheinlich beobachtet. Aber niemand legt uns Steine in den Weg. Unterm Strich kann man sagen, dass es vollkommen legal und ungefährlich ist, aus Usbekistan heraus Ukrainer:innen zu helfen</em>“, sagt Sergey zusammenfassend.

„<em>Es gibt eine Reihe von Geschäftsleuten im Land, die die Ukraine aus politischen Gründen nicht offen finanziell unterstützen können. Sie haben eine eindeutige Anti-Kriegs-Haltung, aber bisher sind sie nicht bereit, öffentlich zu helfen. Gleichzeitig wollen die Menschen spenden, sind bereit sich an den Hilfen zu beteiligen, aber man muss ihnen ein für sie geeignetes Modell bieten.</em>“ Gegen Ende des Gesprächs gibt Sergey zu, dass die Aktivität als Freiwilliger für ihn persönlich zum Rettungsanker geworden ist. „<em>Ich möchte gar nicht verbergen, dass hinter meiner Motivation unter anderem auch steckt, meine mentale Gesundheit zu erhalten. Die Freiwilligenarbeit hilft ungemein dabei. Und oft stelle ich mir auch vor, wieder in die Ukraine zu reisen, dort meine Freund:innen und meine Schwester wiederzusehen, ihnen die Hand zu schütteln und sagen zu können, dass ich tatsächlich geholfen habe, wie ich nur konnte.</em>“
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Örtliche Besonderheiten</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Usbekistan ist ein Land, in dem es nicht üblich ist, einen offenen politischen Diskurs zu führen. Dies kann sowohl auf den kulturellen als auch auf den sozialen Hintergrund zurückgeführt werden. &nbsp;Öffentliche Meinungsäußerungen sind zwar nicht per se beängstigend, jedoch irritierend für die Behörden. Menschen mit Fahnen und Parolen werden als Störenfriede und Provokateure wahrgenommen. Jegliche basisdemokratische Initiative erscheint verdächtig und wirft Fragen auf. Alle Probleme – von alltäglichen bis hin zu denjenigen mit landesweiter Bedeutung – werden üblicherweise hinter verschlossenen Türen gelöst, nach dem Motto: Wenn du handelst, dann agiere leise. Deshalb werden Hilfsprojekte im Land in aller Stille gestartet, ruhig und ohne großen Pomp humanitäre Hilfe gesendet und stillschweigend Spenden überwiesen. All dies geschieht hinter einer Fassade von Ruhe und unter Betonung der Neutralität.

„<em>Mir scheint es, dass unsere Regierung aktuell keinen Ausweg findet“, </em>merkt Kira an. <em>„Wie man es auch dreht und wendet, wir hängen stark von Russland ab und können nichts daran ändern. Sie versuchen das Land einigermaßen stabil zu halten.</em>“ Außerdem sagt die junge Frau, dass es ihr als Staatsbürgerin Usbekistans wichtig wäre, eine klare Positionierung von ihrer Regierung zu hören. „<em>Aber die gibt es bisher einfach nicht</em>.“

Vermutlich stehen die meisten Usbek:innen dem Krieg nicht gleichgültig gegenüber, da die Ukraine sie sehr an ihr eigenes Land erinnert. Beide Länder erlangten im selben Jahr die Unabhängigkeit, in beiden Staaten leben viele russischsprachige Menschen, und beide hängen stark von der Gefühlslage in Moskau ab. Bislang gelingt Taschkent der Balanceakt gut. Aber es gibt auch keine Garantie dafür, dass dies tatsächlich eine geeignete Überlebensstrategie ist. Der Krieg in der Ukraine ist noch weit von einem Ende entfernt und ein Verbündeter Russlands zu bleiben, wird mit jedem Tag schwerer, teurer und gefährlicher.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dmitry Belyaev, Victoria Erofeeva und Lena für <a href="https://hook.report/2022/11/ukraina-i-mi/">Hook.Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong>
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		<title>AUCA die dritte: Das Leben der Hinterbliebenen in Datscha Suu</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/auca-die-dritte-das-leben-der-hinterbliebenen-in-dacha-su/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Aug 2017 20:57:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeugabsturz]]></category>
		<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Manas]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist der Morgen des 16. Januar 2017: ein Frachtflugzeug des Typs Boeing 747 der t&#xFC;rkischen Airline AST verfehlt bei dichtem Nebel die Landebahn des&#xA0;Bischkeker Flughafen und st&#xFC;rzt in die D&#xF6;rfer Manas und Datscha Suu. Insgesamt 39 Personen, darunter alle vier Besatzungsmitglieder und 35 Personen, die sich zu der Zeit am Absturzort aufhalten, werden bei [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/auca-die-dritte-das-leben-der-hinterbliebenen-in-dacha-su/">AUCA die dritte: Das Leben der Hinterbliebenen in Datscha Suu</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Es ist der Morgen des 16. Januar 2017: ein Frachtflugzeug des Typs Boeing 747 der türkischen Airline AST verfehlt bei dichtem Nebel die Landebahn des <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/mehrere-tote-nach-flugzeugabsturz-in-bischkek">Bischkeker Flughafen und stürzt in die Dörfer</a> Manas und Datscha Suu. Insgesamt 39 Personen, darunter alle vier Besatzungsmitglieder und 35 Personen, die sich zu der Zeit am Absturzort aufhalten, werden bei dem Crash getötet, 23 Häuser zerstört. </strong><strong>Viele Bewohner der Dörfer Manas und Datscha Suu wurden am Morgen des 16. Januars ihrer Lebensgrundlage beraubt. Wie aber wird ihnen geholfen? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut Sputnik.ru wurden zwölf Familien, die ihre Häuser verloren haben, bereits von einem Vertreter der Region Chui (Anm. d. Red.: die Hauptstadtregion um Bischkek) in Mietwohnungen verlegt. Die Wohnungsgröße sei an die Anzahl der Familienmitglieder angepasst. Es wird darauf hingewiesen, dass alle Bedingungen für ein komfortables Wohnen in den Wohnungen zur Verfügung gestellt werden: die Heizungsanlage funktioniert, es gibt Haushaltsgeräte, Möbel und andere notwendige Dinge. Für die Beerdigungen wurden die Familien mit Essen versorgt.</p>
<p style="text-align: justify">Doch längst nicht alle Opfer des Unglücks haben Hilfe erhalten.<em> „Unser Leben ist wirklich schwierig. Meine zwei Töchter Aisuluu Dschumabai kyzy und Madina Ysak kyzy waren verletzt, und blieben mehr als einen Monat im Krankenhaus“, </em>sagt der 57 Jährige Ysak Anarbajew, aus dem Dorf Datscha-Suu<em>. „Die Regierung hat uns noch nicht geholfen, nur die Menschen haben mit Spenden geholfen, wie sie konnten. Ich bin nicht die einzige Person, für die das Leben jetzt schwierig ist – es gibt viele. Ich hoffe die Regierung wird den Menschen helfen, die in der gleichen Situation wie ich sind. Ich bin den Leuten, die uns geholfen haben, sehr dankbar.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Traumata im Dorf</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Unfall riss viele junge Menschen mitten aus ihrem Leben. Das Ehepaar Kunduz und Sandscharbek Osmonow erwarteten ihr viertes Kind – Kunduz ganze Familie starb in ihrem Haus. Zanoza.kz schreibt, dass zum Zeitpunkt der Katastrophe alle schliefen. Normalerweise arbeitete Kunduz Ehemann früh am Morgen, an diesem Tag aber blieb er zu Hause.</p>
<p><figure id="attachment_10231" aria-describedby="caption-attachment-10231" style="width: 257px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-10231 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Crash.png" alt="Manas Bishkek Crash" width="257" height="157" /><figcaption id="caption-attachment-10231" class="wp-caption-text">Zhakshylyk verlor bei dem Unglück seine Familie</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><em>„In einer Familie wurden 6 Menschen getötet. Unser Nachbar </em><em>Sandscharbek </em><em>Osmonov arbeitete auf dem Markt &#8222;Dyikan&#8220;. Er hatte drei Kinder und seine Frau Kunduz Schokojewa war schwanger. Würde sie noch leben, hätten sie ein viertes Kind. Er war sehr fleißig, gesellig und zuverlässig“</em>, erinnert sich der Nachbar Nurkyjaz Maschajew.</p>
<p style="text-align: justify">Der siebenjährige Dschakschylyk verlor seine Eltern und zwei Schwestern: die vierjährige Sabina und die zweijährige Aidai. Seine Eltern die 26-jährigen Ularbek Scherali uulu und Akmaral Dschumaali Kyzy kamen aus der Batken Region. Der Junge überlebte, weil er in der Nähe der Hausmauer schlief. Seine Großeltern werden ihn nun großziehen und die Dokumente sammeln.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Dschakschylyk konnte an einem Rehabilitationskurs teilnehmen. Außerdem wird er bis heute psychologisch betreut und geht inzwischen wieder zur Schule. Die Regierung von Kirgisistan verspricht, dass sie meinem Enkel eine Wohnung geben werden&#8220;,</em> &#8211; so <em>Dschakschylyk</em>s Großvater.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unterstützung durch die Online-Community „Wir sind Tadschiken“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Aktivistin Parwin Ergaschewa bat die kirgisische Botschaft in Tadschikistan, den Hinterbliebenen Briefe, gespendete Bücher und Zeichnungen zu geben. Sie vertritt die Internet-Community &#8222;Wir sind Tadschiken&#8220;, die etwa 14.000 Mitglieder zählt. In Tadschikistan, gebe es viele, die ihr ausdrückliches Beileid an kirgisische Familien richten wollen, die ihre geliebten wegen des Flugzeugabsturzes verloren haben, so Ergaschewa. Darüber hinaus hätten viele Menschen in Tadschikistan den Wunsch, diese Familien zu unterstützen. Es gäbe aber keine Möglichkeit ihnen Sach- und Geldspenden zukommen zu lassen.</p>
<p><figure id="attachment_10232" aria-describedby="caption-attachment-10232" style="width: 333px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-10232 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Crash-2.png" alt="Tadschikistan Kirgistan Bishkek Manas Absturz " width="333" height="187" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Crash-2.png 333w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Crash-2-300x168.png 300w" sizes="(max-width: 333px) 100vw, 333px" /><figcaption id="caption-attachment-10232" class="wp-caption-text">Dschakschylyk nimmt Unterstützung aus Tadschikistan in Empfang</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Trotzdem sammelten junge Helfer in Dushanbe 250 Dollar, 3 Bücher, sowie Spielsachen und Postkarten von Kindern. Wie das Auswärtige Amt schreibt, schreiben die Kinder aus Tadschikistan in ihren Briefen an Dschakschylyk, damit er nicht traurig ist.&#8220;<em>Sei nicht traurig, Gott liebt dich, du weißt, wir sind bei dir, mach dir keine Sorgen, du wirst auf jeden Fall viele Freunde haben. Es wäre sehr nett, mit dir zu sprechen und dich in der Zukunft zu sehen</em>“, wird der Text eines Briefes vom Ministerium zitiert.</p>
<p style="text-align: justify">Die Unterstützer von Dschakschylyk wollen mit ihm Freundschaften schließen und ihre Haus- und E-Mail-Adressen für die Korrespondenz haben, so einer der Helfer. Am Montag veranstaltete das Außenministerium ein Treffen zwischen dem ersten stellvertretenden Außenminister Dinara Kemelowa und dem Jungen, seinem Großvater und dessen Cousin. Sie erhielten Geld, Geschenke und Briefe von Kindern aus Tadschikistan, sagte der Pressedienst des Außenministeriums. Die Familie Dschakschylyks zeigte sich tief gerührt von der Unterstützung aus Tadschikistan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Spendenbereitschaft in der ganzen Region</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Ministerium für Notsituationen von Kirgisistan hat ein besonderes Konto für die Opfer des Absturzes der Flugzeuge in Datscha Suu eingerichtet, wie der Pressedienst des Ministeriums mitteilt. Auf Wunsch von Organisationen und Einzelpersonen eröffnet das Ministerium für Notsituationen vorübergehend ein besonderes Konto. Bisher erhielt es weitere 3,8 Millionen Som (ca. 46.000 Euro). Der Gesamtbetrag auf dem Sonderkonto beträgt mittlerweile etwas mehr als 100 Millionen Som (1,2 Millionen Euro).</p>
<p><figure id="attachment_10237" aria-describedby="caption-attachment-10237" style="width: 386px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-10237 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Unterstützung.png" alt="Hilfsguter Manas Absturz Flugzeugabsturz Bishkek " width="386" height="194" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Unterstützung.png 386w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Manas-Unterstützung-300x151.png 300w" sizes="(max-width: 386px) 100vw, 386px" /><figcaption id="caption-attachment-10237" class="wp-caption-text">Decken und Kleidung gegen die Kälte</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Unterstützung bei der Bestattung der Verstorbenen wird durch Helfer des Ministeriums für Notsituationen und den Kommunalbehörden zur Verfügung gestellt. Sie werden auch die materielle Unterstützung verteilen, die den Familien der Opfer vom Präsidenten und der Regierung versprochen wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Muhamedkiy Abulgazijew, stellvertretender Ministerpräsident Kirgistans: <em>„Noch einmal bestätige ich, gestern wurde eine Entschädigung angekündigt. Es handelt sich dabei um keine Entschädigung, sondern eine finanzielle Unterstützung. Kompensation und materielle Unterstützung, es gibt verschiedene Programme. Wenn man es beziffern will: Insgesamt sind pro Familie 170.000 Som (ca. 2000 Euro) vorgesehen.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Protest gegen fehlende Auszahlung der Spenden</strong></p>
<p style="text-align: justify">Etwa 100 Menschen versammelten sich am Picket Platz. Die Demonstranten wurden von mehreren Beamten angehört: dem Bevollmächtigten Vertreter der Regierung in der Region Chui, Baktybek Kudaibergenow, den Leitern der Verwaltung des Bezirks Sokuluk, Bolot Satykejew und Ulan Sadaljew, sowie dem Bürgermeister des Dorfes Novopavlovka, der auch verantwortlich für den Ort Datscha Suu ist.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/auca-die-erste-des-kirgisen-neue-traditionelle-kleider/">AUCA die erste: Des Kirgisen neue traditionelle Kleider</a></strong></p>
<p><figure id="attachment_10239" aria-describedby="caption-attachment-10239" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-10239" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Demonstration-Manas-300x119.png" alt="Regierung Unterstützung Manas Absturz Flugzeugabsturz" width="300" height="119" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Demonstration-Manas-300x119.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Demonstration-Manas.png 390w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-10239" class="wp-caption-text">Proteste gegen die ausbleibende Unterstützung der Regierung</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Neben der Entschädigung baten die Bewohner die Regierung, ihnen beim Umzug aus dem Dorf zu helfen. Nach dem Vorfall sind die meisten Familien bereit, ihren Wohnort für einen sichereren Ort aufzugeben.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Viele Leute arbeiten in Bischkek oder am Flughafen Manas. Unsere Kinder werden an einer örtlichen Schule unterrichtet. Wir sind es gewohnt, hier zu leben, aber wir sind bereit zu gehen, wenn wir die nötige Unterstützung erhalten&#8220;</em>, sagt eine der Bewohnerinnen, Malika Usenowa.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>In dieser kleinen, dreiteiligen Reihe schreiben Sprachstudenten der Amerikanischen Universität in Bischkek über von ihnen ausgewählte Themen. Entstanden sind sie im Rahmen eines von der Novastan-Redaktion geleiteten </strong><b>Seminars.</b></p>
<p style="text-align: right"><strong>Von Zhanyl Bolotbekova</strong></p>
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