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	<title>Heroin Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Heroin Archives</title>
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		<title>Fördert der Drogenhandel den Terrorismus in Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 May 2019 06:48:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Inwieweit sind Drogenhandel und Terrorismus miteinander verbunden? Diesbez&#xFC;glich gibt es sehr gegens&#xE4;tzliche Sichtweisen. US-Geheimdienste sehen im Drogenhandel&#xA0; die Hauptfinanzierungsquelle von Terrororganisationen, WissenschaftlerInnen verweisen hingegen auf die prinzipiell verschiedenen Organisationsformen (und Ziele) von TerroristInnen und Drogenh&#xE4;ndlerInnen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Fergana-News. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die amerikanischen PolitilogInnen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Inwieweit sind Drogenhandel und Terrorismus miteinander verbunden? Diesbezüglich gibt es sehr gegensätzliche Sichtweisen. US-Geheimdienste sehen im Drogenhandel  die Hauptfinanzierungsquelle von Terrororganisationen, WissenschaftlerInnen verweisen hingegen auf die prinzipiell verschiedenen Organisationsformen (und Ziele) von TerroristInnen und DrogenhändlerInnen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://fergana.agency/articles/106174/"><strong>Fergana-News</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die amerikanischen PolitilogInnen Maria Omelicheva und Lawrence Markowitz haben sich entschlossen einen ungewöhnlichen Weg zu gehen. Sie untersuchen den Einfluss des Transitverkehrs afghanischer Opiate auf terroristische Aktivitäten in Zentralasien, indem sie sich auf regionale Statistiken und Daten von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geoinformationssystem">Geoinformationssystemen</a> stützen. Ihre Studie „Does Drug Trafficking Impact Terrorism? Afghan Opioids an Terrorist Violance in Central Asia“ veröffentlichten die WissenschaftlerInnen im Journal „<a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/1057610X.2018.1434039">Conflict &amp; Terrorism</a>“.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Regel beschäftigen sich Terrororganisationen nicht zielgerichtet mit Drogenhandel, sondern bringen das Business auf „ihrem“ Territorium unter Kontrolle. Beispiele hierfür sind die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hisbollah">Hisbollah</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a>, die Gebiete eroberten, in denen seit Jahrzehnten Pflanzen kultiviert wurden, welche zur Drogenherstellung geeignet sind. In den 2000er Jahren entstand ein internationales Netzwerk zu deren Verbreitung, welches vollkommen autonom von den politischen Ideen der TerroristInnen agierte. Der Drogenhandel „verführt“ die TerroristInnen durch die hohen Einkünfte bei verhältnismäßig geringem Risiko. Das bei diesem Geschäft eingenommene Geld kann dann für den Kauf von Waffen, die Ausbildung von Rekruten, Propaganda und andere Dinge ausgegeben werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/highway-to-heroin-vom-drogenhandel-und-neuen-konsum-in-zentralasien/"><strong>Highway to Heroin – vom Drogenhandel und neuen Konsum in Zentralasien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Selten ist die „umgekehrte“ Situation der Fall, wenn Drogenbarone zum Terror gegenüber VertreterInnen der Staatsmacht übergehen, da diese ihr Geschäftsmodell bedroht – wie in Mexiko. Des Weiteren existieren strategische Bündnisse zwischen TerroristInnen und DrogenhändlerInnen: erste sichern die Handelsrouten und letztere erlauben es, ihre Logistik für die Vorbereitung von Attentaten zu nutzen. Dennoch sind die indirekten Effekte des Drogenhandels am stärksten ausgeprägt. In Regionen, in denen Drogen hergestellt werden, werden diese auch gewöhnlich konsumiert. Der Staat verwendet gewaltige Ressourcen im Kampf gegen dieses Übel, woran oft die Bildung, das Gesundheitssystem und die wirtschaftliche Entwicklung der „gefährlichen“ Regionen leiden. Dies treibt die erboste und arme Bevölkerung in die Arme der ExtremistInnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu dem gleichen Effekt führt Gewaltanwendung von Seiten der Sicherheitsapparate, welche den Drogenanbau ausrotten wollen. Letzten Endes nimmt der Aufwand an Kraft und Ressourcen, der gegen den Drogenhandel betrieben wird, den Sicherheitsbehörden die Möglichkeit effektiv radikale Gruppen zu bekämpfen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Drogenhandel und Terrorismus kartographiert</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Soweit die allgemeinen Überlegungen angesichts der weltweiten Situation. Doch wie steht es um die Verbindung zwischen Drogenhandel und Terrorismus in Zentralasien? Nach Meinung der WissenschaftlerInnen ist diese Region besonders interessant, da ihre Staaten im Transitkorridor zwischen Afghanistan und Russland beziehungsweise Europa liegen und so verzerrenden Faktoren wie Herstellung und Verbrauch keine Rolle spielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Afghanistan ist der weltweit größte Produzent von Opium (90 Prozent, wobei vor Ort nur ein Prozent verbraucht wird). Ein Viertel bis ein Drittel des Opiums und Heroins wird über die sogenannte nördliche Route transportiert – über Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgistan nach Kasachstan und weiter nach Russland und Europa. Labors zur Herstellung von Heroin gibt es in der Region nicht (zumindest ist den Sicherheitsbehörden nichts davon bekannt).</p>
<p style="text-align: justify;">Zu Sowjetzeiten wurde um den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykk%C3%B6l">Issykköl</a> herum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlafmohn">Schlafmohn</a> zu medizinischen Zwecken kultiviert, aber seit 1974 ist auch dies verboten. Natürlich werden in bestimmten Gebieten (vor allem im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCi_(Fluss)">Tschui</a>-Tal) Marihuana angebaut, aber dies wird in erster Linie vor Ort konsumiert und spielt keine wesentliche Rolle beim Drogenhandel.</p>
<figure id="attachment_17085" aria-describedby="caption-attachment-17085" style="width: 496px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-17085" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6.jpeg" alt="Eine Mohnplantage in Afghanistan" width="496" height="330" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6.jpeg 496w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6-128x86.jpeg 128w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /><figcaption id="caption-attachment-17085" class="wp-caption-text">Eine Mohnplantage in Afghanistan</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Die WissenschaftlerInnen erstellten eine Karte aller bekannten Fälle von Drogenkonfiszierungen und Terroranschlägen in Zentralasien und erhielten so ein Instrument um die gegenseitigen Verbindungen dieser Phänomene aufzuklären. Dabei arbeiteten sie nicht auf Ebene der ganzen Staaten, sondern deren einzelner Regionen, denn auf gesamtstaatlicher Ebene gleichen sich die einzelnen Indikatoren gewöhnlich an und die regionale Spezifik verwässert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die terroristische Aktivität wurde anhand dreier Indikatoren gemessen: die Anzahl der auf dem entsprechenden Gebiet innerhalb eines Jahres begangenen Terrorakte, die Gesamtzahl der Opfer dieser Attentate und ein spezieller Terror-Index, der vom australischen <a href="http://economicsandpeace.org/">Institut für Wirtschaft und Frieden</a> entwickelt wurde und den Einfluss extremistischer Aktivitäten auf die Bevölkerung misst. Als Indikator für den Drogenhandel diente die Menge des in dem bestimmten Gebiet innerhalb eines Jahres konfiszierten Opiums und Heroins. Die Daten stammen aus der Datenbank des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCro_der_Vereinten_Nationen_f%C3%BCr_Drogen-_und_Verbrechensbek%C3%A4mpfung">Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)</a>, die mit Informationen von den Mitgliedsländern, Interpol und den Außenstellen des UNODC gespeist wird. Anschließend wurden die Daten kartographisch visualisiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Neben den Schlüsselvariablen beziehen die ForscherInnen einige sozioökonomische, demographische und topographische Faktoren mit ein, wobei sie sich auf staatliche Statistiken stützen. Kindersterblichkeit, Jugendarbeitslosigkeit und die Anzahl an Öl- und Gasquellen wurden als indirekte Indikatoren für das regionale Entwicklungsniveau herangezogen, die Anzahl der Studierenden als Indikator für Bildungsmöglichkeiten. Der Gesamtumfang des (auf Straßen transportierten) Warenverkehrs deutet auf die Entwicklung der Infrastruktur der Region hin und der Abstand zur Grenze und die Anzahl der Grenzübertritte tritt als Risikofaktor in Bezug auf Drogenhandel in Erscheinung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Heroin und Terror</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Und was zeigt die Statistik? Die größte Menge an Opiaten (2000-2334 Kilogramm) wurde im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Surxondaryo">Suchandarja</a> in Usbekistan konfisziert. Diese grenzt direkt an die afghanische Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a>, die nicht nur für ihre Laboratorien zur Heroin-Herstellung bekannt ist, sondern auch für den Drogentransit aus anderen Regionen des Landes. Insgesamt wurde das meiste Heroin im Süden Tadschikistans beschlagnahmt (Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> und das Autonome Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a>). Dort wurde Drogen in dem einen oder anderen Umfang in fast allen Bezirken sichergestellt. Terrorakte fanden hingegen in den Grenzregionen sowie in den Hauptstädten Tadschikistans und Kirgistans statt – ebenso an der turkmenisch-afghanischen Grenze, im Westen Kasachstans und in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Um die Bindungskraft zwischen Drogenhandel und Terrorismus zu messen, verwendeten die WissenschaftlerInnen die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Poisson_regression">negative binomische Regression</a> – ein generalisiertes Linienmodell, in den die abhängige Variable Terrorismus anhand der Anzahl an Terrorakten und Opfern bewertet wurde. Alles in allem erscheint die Menge konfiszierter Opiate als bedeutender Faktor, der die Zahl der Terroropfer beeinflusst: je mehr Opiate in einem Gebiet beschlagnahmt wurden, desto mehr Opfer. Die Anzahl der Terroranschläge scheint hingegen davon nicht beeinflusst.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/afghanistan-eine-herausforderung-fur-zentralasien/"><strong>Afghanistan – eine Herausforderung für Zentralasien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bei Heroin ändert sich das Bild: Der Heroinhandel ist unmittelbar mir der Häufigkeit von Terrorakten verbunden. Die WissenschaftlerInnen weisen darauf hin, dass der Einfluss eines Faktors auf den anderen  nicht immer hoch ist. Die Häufigkeit der Anschläge erhöht sich deutlich von 1,15 bei 500 Kilogramm beschlagnahmten Heroins pro Gebiet und Jahr auf 3,75 je 600 Kilogramm. Der durchschnittliche Wert liegt aber in Zentralasien bei 48,2 Kilogramm pro Gebiet und Jahr und Orte an denen 500 Kilogramm erreicht werden, sind selten.</p>
<p style="text-align: justify;">Was die sozioökonomischen Variablen betrifft, kamen die WissenschaftlerInnen zu einem auf den ersten Blick paradoxen Schluss: in Gebieten mit hoher Kindersterblichkeit sind die terroristischen Aktivitäten gering und dort, wo die Bevölkerung von höheren Bildungsmöglichkeiten profitiert, hingegen hoch! Möglicherweise wiederholen sich in Zentralasien die Erfahrungen aus Palästina und dem Libanon: der Hisbollah und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas">Hamas</a> schließen sich laut Statistiken vor allem Menschen aus gebildeten und finanziell abgesicherten Familien an. Der Entwicklungsstand der Infrastruktur und der Zugang zu Jobs im Staatssektor – all das erweist sich als wichtiger Faktor der Stabilisierung, welche vor Extremismus „rettet“.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verbindungen nicht offensichtlich</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Statistik sowie die Kartierung erlauben allgemeine Rückschlüsse über die gegenseitigen Beziehungen zwischen Drogenhandel und Terrorismus zu ziehen, aber sie erklären nicht die konkreten Mechanismen der Beeinflussung. Deswegen betrachteten die WissenschaftlerInnen alle zwischen 2008 und 2016 in Zentralasien begangenen Terroranschläge und untersuchten welche Regelmäßigkeiten erscheinen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die erste Gruppe von Terroranschlägen bilden das Selbstmordattentat auf die chinesische Botschaft 2016,zu dem sich die Islamische Bewegung Ost-Turkestans bekannte, sowie die Anschläge auf Milizposten und andere Objekte in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xonobod">Chanabad</a>  und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andijon">Andischan</a> 2009, die von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Dschihad-Union">Islamischen Dschihad-Union</a> begangen wurden. Es ist bekannt, dass beide Terrororganisationen Geld mit Drogenhandel verdienen. Die Islamische Dschihad-Union wurde damit zum Erben der Islamischen Bewegung Usbekistans (IDU), von der sie sich Anfang der 2000er Jahre abgespalten hatte. Die IDU war in den 90er Jahren der wichtigste Importeur afghanischer Opiate.</p>
<figure id="attachment_17086" aria-describedby="caption-attachment-17086" style="width: 496px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17086" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8.jpeg" alt="Die Bestände eines Drogenlabors werden verbrannt" width="496" height="519" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8.jpeg 496w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/05/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8-287x300.jpeg 287w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /><figcaption id="caption-attachment-17086" class="wp-caption-text">Die Vernichtung eines Drogenlabors in Afghanistan</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Eine zweite Gruppe bilden Vorfälle, bei denen lokale Eliten, die Einkommen aus Drogentransit beziehen, mitwirkten. Konflikte zwischen diesen lokalen Eliten und der Zentralmacht führten nicht selten zu Terrorismus. Nach Meinung der WissenschaftlerInnen gibt Tadschikistan hierfür ein gutes Beispiel &#8211;  insbesondere die Terroranschläge in Duschanbe und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahdat">Wachdat</a> im September 2015 und die Liquidierung von Mirso Sijow im Rahme der Anti-Drogen-Operation „Mohn-2009“.</p>
<p style="text-align: justify;">Die letzte Gruppe von Terroranschlägen ist überhaupt nicht mit Drogen verbunden. Sie umfasst die Ereignisse im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Tsch%C3%BCi">Tschui</a> in Kirgistan. Obwohl die Region für ihren vor der Staatsmacht erfolgreich versteckten Marihuana-Anbau bekannt ist, geschahen die Terroranschläge hier gemäß den WissenschaftlerInnen aus vollkommen anderen Gründen.</p>
<p style="text-align: justify;">Alles in allem sind sich die WissenschaftlerInnen sicher, dass es einen (wenn auch geringen) Einfluss des Drogenhandels auf den Terrorismus in Zentralasien gibt. Dabei ist dieser Effekt beim Heroin deutlicher ausgeprägter als bei Opiaten. Wichtiger erscheint den ForscherInnen aber, dass sie charakteristische &#8222;rote Fahnen&#8220; identifiziert haben &#8211; Bezirke, die sowohl für Drogenhandel als auch für Extremismus anfällig sind. Dies sind Bezirke, in denen die Infrastruktur und das Gesundheitssystem schwach entwickelt sind, in denen es mehr Männer als Frauen gibt und in denen die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist. Diese Bezirke liegen nah an den Grenzen und an Gebieten, in denen die Herstellung und der Transit von Drogen verbreitet sind.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Artjom Kosmarskij für </strong><a href="https://fergana.agency/articles/106174/"><strong>Fergana-News</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Highway to Heroin – vom Drogenhandel und Neuen Konsum in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jan 2018 11:35:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zentralasien wird oft mit der Seidenstra&#xDF;e in Verbindung gebracht, diese ber&#xFC;hmten Antiken Handelsrouten, auf denen Waren aus aller Welt &#xA0;vom Okzident in den Orient und umgekehrt flossen. Kulturen tauschten sich aus, Wissen wurde weitergegeben. Der Stoff, der heute durch die zentralasiatischen Republiken flie&#xDF;t, besteht allerdings nicht aus Seide, sondern prim&#xE4;r aus Opiaten, als Droge bekannt [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien wird oft mit der Seidenstraße in Verbindung gebracht, diese berühmten Antiken Handelsrouten, auf denen Waren aus aller Welt  vom Okzident in den Orient und umgekehrt flossen. Kulturen tauschten sich aus, Wissen wurde weitergegeben. Der Stoff, der heute durch die zentralasiatischen Republiken fließt, besteht allerdings nicht aus Seide, sondern primär aus Opiaten, als Droge bekannt unter Heroin. Und auch vom Westen her finden neuerdings chemische Substanzen ihren Weg in die alte Seidenstraße.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im 5. Jh. vor Christus feilschten und handelten am Drehkreuz zwischen Europa und Asien Händler, ruhten sich Kamele aus und zogen weiter, reisten Intellektuelle aus aller Welt. Seide, Gold, Wolle und Silber wurden auf dem damals noch längsten Transportnetzweg vom Fernen Osten in den Westen transportiert. <a href="https://novastan.org/de/fact/seidenstrasse/">Man nannte</a> die Routen, die durch die heutigen fünf zentralasiatischen Republiken Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan führten, Seidenstraße.</p>
<p style="text-align: justify">Die großen Entdeckungsreisen im 15. Jh. verdrängten Zentralasien als Handelsroute und erschlossen günstigere und schnellere Seewege für den Transport von Waren. Dennoch bildet die Region geografisch weiterhin eine Verbindung zwischen Asien und Europa. Und man hat auch relativ schnell neue Verwendung für den Zentralasien-Korridor gefunden: den sogenannten Heroin Highway.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/vom-mythos-seidenstrasse/">Vom Mythos Seidenstraße</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken liegen an einer der beiden Haupttransportstraßen für Heroin aus Afghanistan, das fast ein Drittel des weltweiten Opiums herstellt. Opium und das daraus hergestellte Heroin wandern auf der sogenannten <em>Nordroute</em> über Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan oder Turkmenistan weiter über Kasachstan nach Russland und Europa.</p>
<figure id="attachment_12124" aria-describedby="caption-attachment-12124" style="width: 877px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12124" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Drogenhandel-aus-Asien.jpg" alt="Drogenhandel aus Asien" width="877" height="579" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Drogenhandel-aus-Asien.jpg 877w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Drogenhandel-aus-Asien-300x198.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Drogenhandel-aus-Asien-768x507.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Drogenhandel-aus-Asien-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 877px) 100vw, 877px" /><figcaption id="caption-attachment-12124" class="wp-caption-text">Die asiatischen Handelswege von Heroin</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Das <em>United Nations Office on Drugs and Crime</em> (UNODC) <a href="http://www.unodc.org/documents/wdr/WDR_2010/World_Drug_Report_2010_lo-res.pdf">schätzt</a>, dass jährlich 25 Prozent des afghanischen Opiums und 15 Prozent des afghanischen Heroins allein auf der Nordroute nach Europa geschmuggelt werden. Der Wert dieses Marktes wird auf etwa 13 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt, also dem gemeinsamen Bruttoinlandsprodukt von Tadschikistan und Kirgistan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien- ein Paradies für Drogenschmuggler</strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben der geografischen Lage machen auch politische Rahmenbedingungen Zentralasien zu einem begehrten Drogenkorridor. Im Unterschied zu Lateinamerika bekriegen sich hier keine Drogenbosse und Kartelle untereinander; Kriminalität und Mordfälle in Verbindung mit Drogen sind relativ gering. Der Drogenhandel in Zentralasien ist sehr viel profitabler und weniger riskant, denn die im Drogenhandel tätigen kriminellen Gruppierungen haben ihre Verbindungen bis in die Regierungsspitzen hinauf. Die weit verbreitete Korruption und teils aktive Beteiligung von hohen Beamten erleichtert erheblich den Transport der Substanzen von einem Land zum Nächsten.</p>
<p style="text-align: justify">Seit dem Beitritt Kasachstans und Kirgistans in die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eurasische-union-wiederbelebung-der-sowjetunion/">Eurasische Union</a> und der damit einhergehenden Erleichterung der Grenzkontrollen wurde der Weg des Heroins nach Russland noch stärker geebnet. Von dort ist es bis Europa nicht mehr weit.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-ferner-nachbar-der-eu/">Zentralasien, ferner Nachbar der Europäischen Union</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das<em> Central Asian Regional Information and Coordination Centre</em> (<a href="http://www.caricc.org/index.php/en/">CARICC</a>) in Kasachstans ehemaliger Hauptstadt Almaty bietet <a href="http://www.caricc.org/index.php/en/authorization2-2/according-to-official-data">offizielle Zahlen</a> der beschlagnahmten Drogen. Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Kasachstan rund 120 kg Heroin beschlagnahmt, in Kirgistan und Usbekistan ca. 50 kg. Beim Opiumschmuggel liegen die Zahlen deutlich höher, in Tadschikistan und Usbekistan etwa zwischen 600 und 800 kg in einem halben Jahr. Allerdings geben die Zahlen keinerlei Aufschluss über die tatsächliche Menge an Drogen, die über die Grenze geschmuggelt wird.</p>
<p style="text-align: justify">Davon erzählt Ernest Robelló, Experte für Drogenpolitik und -prävention und früherer Mitarbeiter beim UNODC: „<em>Als ich in Jordanien arbeitete, habe ich alle möglichen Arten des Drogenschmuggels gesehen. Drogen wurden nicht nur mit Schiffen und Fahrzeugen transportiert. Man fand Heroin zu Bällen gepresst in Ziegen. Wie soll man solche Grenzen auch kontrollieren? Es ist unmöglich. Daher wird nur ein sehr kleiner Teil der Gesamtmenge entdeckt und beschlagnahmt.“ </em>Die Zahlen sagen wohl viel mehr etwas über die Durchlässigkeit der Grenzen aus, als über die tatsächliche Anzahl der illegal geschmuggelten Substanzen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien &#8211; eine Region von Narco-Staaten? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wenn ein Staat einen gewissen Anteil seines BIPs aus dem Drogenhandel bezieht, spricht man von einem Narco-Staat. Kolumbien, Mexico oder Guinea-Bissau haben ein Image als Narco-Staaten. In einigen Quellen wird <a href="https://www.politico.com/magazine/story/2014/02/tajikistan-the-narcostate-103886">auch Tadschikistan so bezeichnet</a>. Das Land teilt eine 1.206 km lange Grenze mit Afghanistan, die sehr durchlässig und schwach kontrolliert ist. Es gilt, neben Usbekistan, als Eingangstor der Nordroute. Jedes Jahr werden tonnenweise Opium über die Grenze geschmuggelt, Quellen geben an, dass 80 Prozent des afghanischen Opiums der Nordroute durch Tadschikistan geschmuggelt werden. Mittlerweile leben ganze tadschikische Dörfer an der Grenze zu Afghanistan vom Drogenschmuggel. Auch hier liegt nahe, dass die kriminellen Netzwerke sich bis in die Regierung erstrecken.</p>
<figure id="attachment_12117" aria-describedby="caption-attachment-12117" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12117" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/6127240700_7b0212de32_b.jpg" alt="Drogen und Geld" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/6127240700_7b0212de32_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/6127240700_7b0212de32_b-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/6127240700_7b0212de32_b-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/6127240700_7b0212de32_b-800x600.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12117" class="wp-caption-text">Die Drogennetzwerke in Zentralasien reichen bis hoch in die Regierungsebenen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">In Usbekistan herrschen ähnlichen Umstände: Eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan, hohe Korruption, unzureichend gesicherte Grenzen. Es kommt hier noch ein geografischer Faktor hinzu: Die wilde, raue Landschaft und die offene Wüste erleichtern es den Schmugglern, unentdeckt die Grenze zu passieren. Usbekisches Grenzterrain steht der Wüstenregion Mexikos und Drogenhochburg lateinamerikanischer Kartelle in nichts nach.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vom Transit zum Konsum</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Wissen über Zentralasien als ein Drogenkorridor, ist relativ weit verbreitet. Die lokalen Regierungen selbst berufen sich darauf, betonen allerdings den Aspekt des Transits. Die Staaten legen Wert darauf, dass es so bleibt, um nicht Aufmerksamkeit auf das eigentliche Problem der Region zu lenken, das besonders in den letzten Jahren verstärkt hervortrat: <em>„Historisch gesehen wird Zentralasien bisher immer als eine Transitregion für Drogen porträtiert, in der die Substanzen vom Ausland importiert, und ins Ausland wieder exportiert werden, aber nicht im Land bleiben. Die Realität aber ist, es gibt einen lokalen Markt in Zentralasien“,</em> daraufhin verweist der Experte Robelló.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nicht-kirgistan-sondern-schmuggelstan/">&#8222;Nicht Kirgistan, sondern Schmuggelstan&#8220;</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Logik nach muss in Ländern, durch die viele Drogen transportiert werden, auch der Zugang zu solchen Substanzen leichter sein. Eine Umfrage des UNODC von 2007 in Tadschikistan scheint die These zu bestätigen. Demnach gaben 96 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren an, Drogen seien <em>„ziemlich leicht zu besorgen“.</em></p>
<p style="text-align: justify">Auch in Kirgistan wurde ein Zusammenhang zwischen Transit und Konsum festgestellt. Der Großteil des Drogenkonsums konzentriert sich in Bischkek und Osch, zwei Grenzstädte und Haupttransitbereiche, durch die auch ein Großteil des Drogenvolumens in die benachbarten Staaten fließt. Somit beeinflusst die Nähe zu Afghanistan den lokalen Drogenmarkt in Kirgistan direkt.</p>
<p style="text-align: justify">Aber auch innere Faktoren tragen zu erhöhtem Konsum bei, wie etwa Arbeitslosigkeit, Armut und Korruption. Diese Umstände führen dazu, dass weder ausreichende Maßnahmen für die Grenzkontrolle, noch zur Suchtbehandlung zur Verfügung stehen. Doch wie sieht es mit dem tatsächlichen Drogenkonsum in Zentralasien aus?</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der lokale Markt </strong></p>
<p style="text-align: justify">Außer Turkmenistan, das einen nennenswerten Drogenkonsum im Land bestreitet, stellen die restlichen vier Staaten offizielle Zahlen zum lokalen Drogenkonsum zur Verfügung. Die Statistiken sind allerdings lückenhaft und unzuverlässig, die Methoden fragwürdig. Der Mangel an aktuellen Angaben und verlässlichen Quellen macht es schwer, die tatsächliche Anzahl an Menschen, die Drogen nehmen in Zentralasien zu messen.</p>
<p style="text-align: justify">Dabei muss auch zwischen den Arten von Drogen unterschieden werden. Am meisten wird in Zentralasien weiterhin Cannabis und Heroin konsumiert. Die Anzahl von Konsumenten des Letzteren (per Injektion) liegt bei 25.000 in Kirgistan und Tadschikistan, bei 80.000 in Usbekistan und bei 117.000 in Kasachstan. Dies geht aus dem <em><a href="https://www.hri.global/global-state-of-harm-reduction-reports">Global State of Harm Reduction Report</a></em> von 2016 hervor. In Deutschland hingegen sind etwa 150.000 Menschen Opiatabhängig, allerdings ist die Bevölkerungsanzahl im Gegensatz zu Kasachstan und Usbekistan etwa 3-mal so hoch, im Vergleich zu Tadschikistan und Usbekistan ungefähr 10-mal höher.</p>
<p style="text-align: justify">Spitzenreiter unter den Rauschgiften bleibt weiterhin Cannabis. Und so manch ein Hanf-Fan würde die Zentralasiaten für ihr Gras beneiden. In Kirgistan und Kasachstan wächst die Pflanze wild und kann überall gefunden werden. Vor einigen Jahren wurde in den Medien <a href="https://yvision.kz/post/504155">eine Polemik laut</a> über die wild wachsenden Hanfpflanzen, die in Kasachstans Hauptstadt Astana sogar auf Verkehrsinseln wuchern. Das Thema tauchte eine Weile in den Medien auf, geändert hat sich aber nichts. Man spaziert im Sommer weiterhin an frischen Hanfpflänzchen die Hauptpromenade entlang.</p>
<figure id="attachment_12118" aria-describedby="caption-attachment-12118" style="width: 1000px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12118" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/8264024164_d1ccd6d5d6_k.jpg" alt="Cannabis am Straßenrand" width="1000" height="667" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/8264024164_d1ccd6d5d6_k.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/8264024164_d1ccd6d5d6_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/8264024164_d1ccd6d5d6_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/8264024164_d1ccd6d5d6_k-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-12118" class="wp-caption-text">In manchen zentralasiatischen Städten wächst hanf gleich am Straßenrand</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Ein berühmter Ort für den Hanfanbau ist die legendäre <em><a href="https://lenta.ru/articles/2013/06/17/weed/">Tschuiskaja-Dolina</a></em>, ein Cannabis- Feld auf kasachisch-kirgisischem Grenzterritorium und das Größte der Region. Laut Daten misst das Tschüi-Feld um die 130.000 Hektar (im Jahr 2013. Mittlerweile könnte es aufgrund des Klimas und Dürre geschrumpft sein). Aus den davon <em>drogentauglichen </em>Pflanzen lassen sich jährlich 5.000-6.000 Tonnen Haschisch herstellen. Versuche der Autoritäten, die Felder zu vernichten oder sie auf „neutralen“ Hanf ohne psychoaktive Substanzen umzupflanzen sind bisher misslungen. Es bleibt daher nichts, als darauf zu warten, dass der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/welche-folgen-hat-der-klimawandel-fuer-kirgistan/">Klimawandel</a> und die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-wasser-fehlt-kirgistan-vor-der-energiekrise/">Wasserknappheit</a> der Region das Tschüi-Feld irgendwann von selbst vernichten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geisterfahrer am Heroin Highway</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Situation ist heute mit Sowjetzeiten nicht mehr zu vergleichen. Der Zugang zu Drogen ist viel einfacher geworden. Durch das Internet kannst du heute jegliche Droge ganz einfach online kaufen</em>“, so der Drogenexperte Robelló. Aber nicht nur das Internet, auch die neuen Arten von Drogen und damit einhergehend veränderte Herstellungsweisen erleichtern die Produktion und den Absatz von Drogen in Zentralasien. Seit einigen Jahren warnen Experten vor vermehrtem Konsum neuer Arten von Drogen in der Region. Und diesmal stammen sie nicht aus Afghanistan, sondern aus dem Westen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Rede ist von synthetischen Drogen, wie Ecstasy zum Beispiel. <em>„Diese chemischen Substanzen ahmen psychoaktive Effekte von Cannabis, Heroin oder Kokain nach, werden allerdings in Laboren hergestellt</em>. <em>Das heißt, du brauchst nur eine Küche um Tausende solcher Pillen herzustellen, keine riesigen Felder für den Anbau der Pflanzen</em>“, meint Robelló.</p>
<p style="text-align: justify">Die Drogen werden in Europa, Russland oder China hergestellt und im Internet verkauft. Seit einigen Jahren tauchen diese chemischen Substanzen auch vermehrt in Zentralasien auf. Offizielle Daten zeigen, dass in den letzten sieben Jahren in Kasachstan das Volumen der beschlagnahmten synthetischen Drogen von 165 kg auf 22 Tonnen gestiegen ist. Insbesondere an Grenzregionen zu Russland steigt die Popularität synthetischer Drogen. Dies deutet auf den russisch-europäischen Ursprung hin und den entgegengesetzten Drogenfluss vom Westen nach Zentralasien. Der Geisterfahrer am Heroin Highway heißt Ecstasy, Spice oder Crystal Meth.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Neue Generation &#8211; Neue Trends</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dieser neue Trend wächst besonders unter jungen Leuten in Ballungszentren. Sie gehören zur ersten Generation, die aufgrund der Globalisierung mit <em>europäischen</em> Tendenzen in Berührung kommt und beginnt, Nachtclubs und Raves nach <em>westlichem</em> Vorbild zu besuchen – eben mit allem, was dazu gehört, weiß auch der Experte: <em>„Es sind vor allem junge Leute in großen Städten. Einige waren in Europa und haben dort das Nachtleben kennen gelernt. Und wir in Europa konsumieren viele Drogen. Wirklich viele.“ </em>Der moderne Party- und Drogenkult aus Europa hält sozusagen Einzug in Almaty, Bischkek und Co.</p>
<figure id="attachment_12119" aria-describedby="caption-attachment-12119" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12119" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Party-szene.jpg" alt="Partyszene in Russland" width="800" height="533" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Party-szene.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Party-szene-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Party-szene-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Party-szene-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12119" class="wp-caption-text">Westliche Partykultur ist auch in Zentralasien angekommen.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Genaue Quellen und Hintergründe dieser neuen Tendenzen sind noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar. Laut Robelló bilden diese neuen synthetischen Drogen ein zusätzliches „<em>legales Vakuum“</em>, da Hersteller dieser Pillen konstant die chemischen Verbindungen ändern, um den Nachweis illegaler Substanzen zu erschweren. Es ist daher fast unmöglich mit der Dynamik der Drogenherstellung Schritt zu halten. Viel größere Probleme erzeugt in Zentralasien allerdings die aus Pflanzen gewonnene Droge Heroin.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Einsatz von Opiaten zur Bekämpfung von Aids</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die häufigste gesundheitliche Nebenwirkung des Heroinkonsums ist das HIV-Virus. Früher wurden auf der Seidenstraße bereits viele Krankheiten übertragen. Jahrtausende später, scheint dieses Problem den Heroin Highway erneut einzuholen.</p>
<p style="text-align: justify">Aus dem <em>Global State of Harm Reduction </em>Bericht von 2016 geht hervor, dass Zentralasien zu den wenigen Regionen der Welt zählt, wo HIV-Infizierungen unter Menschen, die Drogen konsumieren, <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-zunahme-von-hiv-infektionen-bald-eine-epidemie/">stark ansteigen</a>. Diese Situation ist allerdings nicht auf erhöhten Konsum zurückzuführen, ärgert sich Robelló: <em>“Die Tatsache, dass es unter Drogenkonsumenten höhere HIV-Raten gibt, bedeutet nicht, dass mehr Menschen Drogen nehmen. Es bedeutet, dass es einfach weniger Ressourcen und Therapieprogramme gibt, die den Menschen helfen, insbesondere faktenfundierte Therapieansätze, welche in Europa maßgeblich die HIV Rate verringert haben. Europa ist hier ein großartiges Beispiel. Zwar konsumieren Patienten weiterhin Opiate. Aber bei uns gibt es Methadon, das heißt, viele spritzen die Opiate nicht mehr, sondern nehmen sie oral ein.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Das Opiat „Methadon“ ist ein Heroinersatz und wird bei der Heroin-Ersatztherapie angewandt, einer medizinischen Suchtherapie, die nachweislich die Gesundheit der Betroffenen verbessert. Während ein abhängiger Mensch vier bis fünf Mal täglich Heroin spritzen muss, hält Methadon 24 oder gar 36 Stunden und erleichtert somit den Entzug. Außerdem nehmen die Patienten Methadon oral ein, anstatt durch Spritzen, was das Risiko einer HIV Infizierung enorm reduziert. Diese gesundheitsorientierte Drogenpolitik hat in Europa zu einer drastischen Verringerung drogenverursachter HIV Infektionen geführt und wird daher in allen Ländern der EU angeboten. Von den 150.000 Heroinabhängigen in Deutschland, <a href="https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/methadon/-/id=660374/did=19263174/nid=660374/7qlql/index.html">werden etwa 77.000 mit dem Ersatzstoff Methadon versorgt</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der schwierige Zugang zu Methadon Ersatztherapien in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Studien haben ergeben, dass Methadon nicht nur der Gesundheit nutzt, sondern auch den Drogenkonsum verringert und somit vielen Suchtpatienten eine Rückkehr in den Alltag ermöglicht. Und trotzdem, Turkmenistan und Usbekistan verbieten die Therapie entgegen ihrer nachweislichen positiven Effekte in der Suchtbekämpfung und trotz der ausdrücklichen Empfehlungen der Vereinten Nationen. In Kirgistan, Kasachstan und Tadschikistan gibt es die Methadon- Ersatztherapie zwar, allerdings steht sie in Tadschikistan und Kirgistan laut Studien des Global State of Harm Reduction Reports nur rund fünf Prozent der Betroffenen zur Verfügung, in Kasachstan nur einem Prozent.</p>
<p style="text-align: justify">Die größte Herausforderung für die Bereitstellung solcher Therapien ist die fehlende Akzeptanz und Bereitschaft von Regierungen. Das Therapieangebot richtet sich nicht nach den Bedürfnissen der Patienten, da Sucht noch nicht als Krankheit anerkannt wird, sondern als ein Verbrechen, und Methadon-Therapien dementsprechend als Tolerierung von Drogen. Aus diesem Grund fehlt es an ausreichendem Zugang zu Therapieangeboten, Ersatzmitteln, und Präventionsstellen. Auch gibt es keine legislativen Rahmenbedingungen für eine gesundheitsorientierte Drogenpolitik.</p>
<p style="text-align: justify">Dies spiegelt sich im Umgang mit Suchtpatienten in der Öffentlichkeit wieder. Es gibt etwa ein Registrierungssystem für Betroffene, das eigentlich Behandlungszwecken dienen sollte, jedoch häufig dazu benutzt wird, die Suchtkranken unter Kontrolle zu halten für die <em>öffentliche Sicherheit</em>. Aus diesem Grund hat eine Registrierung oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen: Sie erhalten keinen Arbeitsplatz mehr für bestimmte Stellen, ihnen wird der Führerschein verweigert und es gibt sogar Berichte über Belästigungen von der Polizei. Aus diesem Grund verweigern Viele die Aufnahme in das Register und nehmen dafür in Kauf, keiner Behandlung unterzogen werden zu können. Auch von Präventionsstellen für Suchtkranke und deren Familien wird häufig nicht Gebrauch gemacht, aus Angst vor den Konsequenzen.</p>
<figure id="attachment_12120" aria-describedby="caption-attachment-12120" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12120" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k.jpg" alt="Nadel Drogen Kirgistan" width="2048" height="1365" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/9514691057_6c6c75c8c1_k-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-12120" class="wp-caption-text">Drogenpolitik in Zentralasien ist vor allem Sicherheitspolitik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Sucht &#8211; ein Tabu</strong></p>
<p style="text-align: justify">Für den Großteil der Bevölkerung gelten Drogen weiterhin als Tabu. Dieses Thema geht einher mit <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hausliche-gewalt-in-kasachstan-ein-tabuthema-wird-angegangen/">häuslicher Gewalt</a> oder Alkoholismus. Darüber redet man nicht. Zwischen <em>leichten</em> Drogen wie Marihuana und <em>harten</em> Drogen wie Heroin wird nicht immer ein Unterschied gemacht, erklärt Robelló: „<em>Zur Zeit der Sowjetunion galt Cannabis als „böse“. Diese Meinung ändert sich nun besonders unter jungen Leuten. Für die ältere Generation allerdings, die noch in der Sowjetunion lebte und aufwuchs, gilt Marihuana als Droge und damit als Tabu.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Der Grad an Alkoholismus heute ist zwar nicht mit der Zeit der UdSSR zu vergleichen. Dennoch ist auch diese Sucht ein verbreitetes Phänomen und zeigt neue Entwicklungen auf. Zum Beispiel wächst krankhafter Alkoholkonsum besonders bei jungen Frauen. Der Druck auf sie ist groß, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Familien- und Haushaltsbetreuung als Mutter, der Rolle als gute Ehefrau und Schwiegertochter und gleichzeitig der Bewältigung des modernen Arbeitslebens. Platz für ein Scheitern bleibt nicht, bestätigt auch der Drogenexperte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Rolle von NGOs </strong></p>
<p style="text-align: justify">Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und internationale Organisationen spielen in der Prävention, Aufklärung und Bekämpfung von Drogensucht eine wichtige Rolle. Sie setzten sich für moderne Therapieformen für Suchtpatienten in Zentralasien ein. Allerdings haben es NGOs in der Region schwer, da ihre Rolle, unter anderem auch bei der Prävention und Reduktion von Drogensucht und dem Umgang mit Suchtpatienten, von den Regierungen nicht anerkannt, und daher wenig unterstützt wird.</p>
<p style="text-align: justify">In Kasachstan wurden 2008 zwar erstmals Methadontherapien als ein Pilotprojekt vom <em><a href="https://www.theglobalfund.org/en/portfolio/country/?loc=KAZ&amp;k=cee65577-bd1c-4508-9205-3972358d659f">Global Fund</a></em> gestartet, einem essentiellen internationalen Geldgeber im Bereich der HIV Prävention. Mittlerweile hat das Gesundheitsministerium Methadon als Therapie akzeptiert und offiziell anerkannt. Allerdings ist das Innenministerium weiterhin dagegen und auch in Behörden und Sicherheitsapparaten mangelt es nicht an Methadon-Gegnern. Wiederum ist hier das Motto: „<em>Wenn eine Droge, egal ob für medizinische Zwecke, erst einmal erlaubt wird, dann wächst die allgemeine Toleranz gegenüber solcher Substanzen</em>.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Krieg gegen die Drogen </strong></p>
<p style="text-align: justify">Durch seine Arbeit mit dem <em>Central Asia Drug Action Programme</em> (<a href="http://cadap-eu.org/">CADAP</a>) der Europäischen Union in Kirgistan, kennt Robelló den zentralasiatischen Ansatz im Umgang mit Drogen: <em>„Das Drogenphänomen wird immer noch als ein Verbrechen, als nationales Sicherheitsproblem wahrgenommen, nicht als öffentliches Gesundheitsanliegen. Aus diesem Grund kooperieren internationale Programme wie etwa CADAP mit dem Innenministerium, nicht mit dem Gesundheitsministerium. Weil es als ein Sicherheitsproblem eingestuft ist.“ </em></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-kirgisischen-gefngnisse-zufluchtsort-fur-schwerkriminelle/">Die kirgisischen Gefängnisse &#8211; Zufluchtsort für Schwerkriminelle?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese <em>Kriminalisierung</em> des Drogenkonsums war früher in Europa ebenso üblich. Dort gab es in den 60 und 70er Jahren erhebliche Probleme, als die Substanzen neu am Markt auftauchten und es noch keine Strategie im Umgang damit gab. Nach jahrelanger Erfahrung hat Europa allerdings eine Strategie entwickelt. In den 80er Jahren erfolgte  eine Kehrtwende, vom Sicherheitsansatz, zum sogenannten<em> Harm Reduction- </em>Model. Dieser Ansatz versucht, durch verschiedene Strategien die negativen Konsequenzen, die auf den Konsum von Drogen zurückzuführen sind, zu reduzieren. <em>„Früher war das Ziel im Kampf gegen Drogen: totale Abstinenz. Bis man verstanden hat, dass es nicht wirkt, als Leute weiter an HIV starben. So ist man vom Sicherheitsansatz zum Ansatz der Schadensbegrenzung übergegangen. Denn man hat erkannt, dass man Drogen nicht ganz abschaffen kann“, </em>sagt Robelló.</p>
<p style="text-align: justify">Der wachsende Einfluss Russlands auf Zentralasien nährt allerdings die Kriminalisierung der Drogenpolitik in Zentralasien und erhält sie aufrecht. Denn Russland verfolgt Drogenkonsum sehr scharf, und gilt gleichzeitig als Sicherheitsgarant für Zentralasien. Da die allgemeine Instabilität der Region zur Erhöhung von Drogenkriminalität führt, wird das Phänomen häufig auch in Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung gebracht. Ob tatsächlich ein Zusammenhang in Zentralasien besteht, wie es z.B. in Afghanistan der Fall ist, kann noch nicht gesagt werden. Es führt aber zur Schlussfolgerung des Problems als ein Sicherheitsanliegen und lässt so den Einfluss Russlands  in diesem Bereich steigen. Auch die schwindenden Rechte für NGOs und deren strengen Kontrollen erschweren eine gesundheitsorientierte Präventions- und Therapiearbeit sowie den Harm Reduction- Ansatz.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dem Wandel voraus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl die wachsende Nachfrage an Ecstasy und Co. in Städten wie Almaty oder Bischkek die Ausmaße Europas noch nicht erreicht hat, ist es eine Entwicklung, die mit der voranschreitenden Globalisierung nicht lange auf sich warten lassen wird. Der moderne Drogen Highway wird seinen Teil dazu beitragen, dass die Partydrogen ihren Weg in lokale Nachtszenerien finden. Besonders gefährlich wird die Drogenszene dann, wenn der korrekte Umgang damit und das Wissen über die Hintergründe und Risiken fehlen. Der beste Schutz ist immer noch Aufklärung. Je eher die zentralasiatischen Regierungen einen modernen und offeneren Ansatz zulassen, desto eher können negative Folgen verhindert und vermindert werden. Denn wie Ernest Robelló, einer, der sich seit seinem Studium mit dem Thema befasst, sagt: <em>„eine Welt ohne Drogen gibt es nicht“.</em> Wohl aber eine Welt, die sie unter Kontrolle hat und mit den Folgen besser umgehen kann.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julia Tappeiner<br />
Novastan.org</strong></p>
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