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	<title>Grenzen Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 15 Dec 2023 20:35:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Grenzen Archives</title>
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		<title>Wie Tadschikistan vor zehn Jahren einen Teil seines Territoriums an China abtrat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Oct 2021 18:26:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zehn Jahren, am 20. September 2011, fand unter Beteiligung von Milit&#xE4;rangeh&#xF6;rigen aus der Volksrepublik China und aus Tadschikistan eine Zeremonie statt, die der &#xDC;bergabe eines Teils tadschikischen Territoriums an Peking gewidmet war. Die Entscheidung, die die Regierung als &#x201E;diplomatischen Sieg&#x201C; bezeichnete, wurde in der Folge stark kritisiert. Der folgende Artikel erschien am 22. September [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor zehn Jahren, am 20. September 2011, fand unter Beteiligung von Militärangehörigen aus der Volksrepublik China und aus Tadschikistan eine Zeremonie statt, die der Übergabe eines Teils tadschikischen Territoriums an Peking gewidmet war. Die Entscheidung, die die Regierung als &#8222;diplomatischen Sieg&#8220; bezeichnete, wurde in der Folge stark kritisiert. Der folgende Artikel erschien am 22. September 2021 auf </strong><a href="https://rus.ozodi.org/a/31473402.html"><strong>Radio Ozodi</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bevölkerung Tadschikistans erfuhr erst am 1. Oktober 2011 durch chinesische Medien von der Landübertragung, obwohl das tadschikische Parlament bereits am 12. Januar 2011 das Protokoll über die Demarkation der tadschikisch-chinesischen Grenze ratifiziert hatte. Laut dem Dokument wurden 1.158 Quadratkilometer der umstrittenen Gebiete im Ost-<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a> der chinesischen Gerichtsbarkeit unterstellt. Dies entspricht 0,77 Prozent des Gesamtterritoriums Tadschikistans. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Unterzeichnung dieses Protokolls ist ein großer Sieg für die tadschikische Diplomatie&#8220;</em>, sagte Tadschikistans damaliger Außenminister Hamrohon Sarifi vor dem Parlament. Er erklärte, dass China und Russland 1884 das sogenannte Neues-Margelan-Abkommen unterzeichnet hatten, wonach die Behörden des heutigen China mehr als 28.000 Quadratkilometer tadschikisches Territorium beanspruchten. <em>„Das macht fast 20 Prozent des Territoriums unseres Landes aus&#8220;</em>, erinnerte der Chef des tadschikischen Außenministeriums die Abgeordneten, <em>„nach der Unterzeichnung des Protokolls gehen nur noch etwa 3 Prozent dieser umstrittenen Gebiete an China.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-tadschikistan-zu-chinas-interessenszone-wird/"><strong>Wie Tadschikistan zu Chinas Interessenszone wird </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abkommen &#8222;Über die tadschikisch-chinesischen Staatsgrenze&#8220; wurde bereits 1999 von den Parteien unterzeichnet. Gleichzeitig wurde die Situation um zwei der drei umstrittenen Gebiete an der gemeinsamen Grenze gelöst. Tadschikistan behielt die Kontrolle über das umstrittene Gebiet in der Nähe des Karsak-Passes, trat jedoch etwa die Hälfte eines in der Nähe des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Markansu">Markansu</a> gelegenen Areals im Umfang von 400 Quadratkilometern an China ab. Drei Jahre später wurde in Peking ein Protokoll unterzeichnet, mit dem auch der Streit um das umstrittene Gebiet im Bezirk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Murghob">Murghab</a> beigelegt wurde. Die Ratifizierung des Dokuments durch das tadschikische Parlament erfolgte erst zehn Jahre später und sorgte dennoch für Unmut in der Gesellschaft. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Politik hinter verschlossenen Türen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Muhiddin_Tillojewitsch_Kabirow">Muhiddin Kabiri</a>, Vorsitzender der Nationalen Allianz Tadschikistans und der inzwischen verbotenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Partei_der_Wiedergeburt_Tadschikistans">Partei der Islamischen Wiedergeburt Tadschikistans (PIWT)</a>, war im Jahr 2011 einer der wenigen Oppositionellen, die sich der Entscheidung wiedersetzten, Land an China zu übertragen. <em>„Das war eine geheime, verfassungsfeindliche und verräterische Operation von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon"><em>Emomali Rahmon</em></a><em>. Das tadschikische Volk wurde im letzten Moment informiert und niemand konnte etwas dagegen tun“</em>, sagt Muhiddin Kabiri. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Oppositionspolitiker widersprach die Entscheidung der tadschikischen Behörden dem siebten Artikel der Verfassung Tadschikistans, der die Unteilbarkeit und Unverletzlichkeit des Staatsgebiets garantiert. Die Diskussion im Parlament sei formell gewesen und bedeute keine Information der Öffentlichkeit. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine ähnliche Position vertrat damals der inzwischen verstorbene Akademiker Rachim Masow, der seit 2004 Mitglied der tadschikisch-chinesischen Regierungskommission war. In einem Interview mit der BBC sagte der Akademiker, er habe kein Dokument unterzeichnet, gemäß dem tadschikisches Territorium an China übertragen wurde. „<em>Es war eine falsche Entscheidung der Regierung Tadschikistans. Die territoriale Integrität und Unteilbarkeit unseres Staates ist für jeden Tadschiken eine Frage der Ehre und Würde “</em>, merkte Masow damals an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung der Behörden sorgte auch bei den Bewohner:innen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Provinz Berg-Badachschan</a> [in der die umstrittenen Gebiete lagen, Anm. d. Ü.] für Empörung. Der autonome Status der Provinz erforderte laut Verfassung, dass das Abkommen durch das Regionalparlament hatte genehmigt werden müssen. Offizielle Nachrichten über dessen Zustimmung wurden jedoch nie veröffentlicht. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Historische Ansprüche</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Nach der offiziellen Rhetorik der Behörden dauerten die Territorialstreitigkeiten um tadschikisches Land mehr als hundert Jahre. Mit der Ratifizierung des letzten Protokolls sei das Thema erledigt. Chinesische Medien veröffentlichen jedoch weiterhin ihre Version der Geschichte, wonach das Territorium des heutigen Tadschikistan zu China gehörte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies rief zuletzt die Empörung des tadschikischen Außenministeriums hervor. Der tadschikische Historiker Kamoluddin Abdullajew schreibt in seiner <a href="https://rus.ozodi.org/a/30760978.html">Kolumne</a> &#8222;Wer ist der Boss im Pamir?&#8220;, dass China in den Jahren seines Aufstiegs Puffergebiete (zu denen neben der Mongolei und Tibet auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a> gehörte) in seinen Besitz nahm und sie verlor, sobald es geschwächt war. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Noch im Jahr 1864 unterzeichneten Russland und China den </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Treaty_of_Tarbagatai"><em>Vertrag von Targabatai</em></a><em>, nach dem die Kreise Altai und </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kurshim_District"><em>Kurchim</em></a><em>, der See </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saissansee"><em>Zaısan</em></a><em>, die Ländereien des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tarbagataigebirge"><em>Tarbagatai</em></a><em>, Alataý und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan"><em>Tien Shan</em></a><em> an Russland übertragen wurden. Das anglo-russische Abkommen von 1873 markierte die Pamir-Grenze und schuf den </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachankorridor"><em>Wachankorridor</em></a><em> als schmale afghanische Pufferzone zwischen Britisch-Indien und Russisch-Zentralasien.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-territorium-kasachstans-an-china-zurueckgeben-blogbeitrag-loest-diplomatische-verstimmung-aus/"><strong>„Das Territorium Kasachstans an China zurückgeben“ – Blogbeitrag löst diplomatische Verstimmung aus</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Später stellte das kommunistische China die Grenzabkommen mit dem zaristischen Russland in Frage. Gleichzeitig verweist die chinesische Seite bei ihren Forderungen im Pamir auf das Neues-Margelan-Protokoll vom 22. Mai 1884, welches die Grenze zwischen den Regionen Fergana [heute </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fargʻona"><em>Fargʻona</em></a><em> in Usbekistan, Anm. d. Ü.] und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)"><em>Kaschgar</em></a><em> bis zum Grenzpass Uz-Bel festlegt. Der weitere Grenzverlauf wird nach Artikel 3 des besagten Protokolls sehr vage angegeben. Demnach verläuft die russische Grenze von Uz-Bel nach Südwesten in Richtung </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh"><em>Chorogh</em></a><em> und Chinas Grenze nach Süden, in Richtung Afghanistan. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der größte Teil des modernen Berg-Badachschan bleibt bestenfalls Niemandsland.Im Jahr 1894 teilten China und Russland nach dem Austausch diplomatischer Noten dennoch den Pamir entlang der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarikolkette">Sarykol-Kette</a>. Diese Grenze ist bis heute erhalten geblieben. Gleichzeitig hat die chinesische Seite nicht verschwiegen, dass sie ihre Rechte am Pamir nicht vollständig aufgegeben hat und diese Vereinbarung als „vorübergehend“ betrachtet“</em>, schreibt der Historiker. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Unbegründete Argumente</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Laut Oppositionspolitiker Kabiri sei das Gerede über einen jahrhundertealten Streit um tadschikisches Land unbegründet und komme von Beamten, die das Verhalten der Behörden reinwaschen wollen: <em>„Wenn es einen Streit zwischen China und der UdSSR oder dem Russischen Reich gab, dann hat das nichts mit Tadschikistan zu tun. Laut einer offiziellen Note des russischen Außenministeriums ist Russland Rechtsnachfolger von UdSSR und Russischem Reich. Streitigkeiten oder Vereinbarungen zwischen China und einem anderen Land beziehen sich nicht auf Tadschikistan als seit 1991 unabhängiges Subjekt internationaler Beziehungen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/chinas-geopolitik-im-pamir/"><strong>Chinas Geopolitik im Pamir </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Einen Stein mit Hieroglyphen, der in der Nähe von Chorugh gefunden wurde, als historische Tatsache zu bezeichnen (ein Argument, das im Parlament vorgebracht wurde) ist nicht nur lächerlich, sondern beweist das Gegenteil. In den Nachbarländern finden Sie Tausende solcher Inschriften und historische Zeugnisse in unserer Sprache. Aber können wir dadurch wirklich territoriale Ansprüche gegenüber unseren Nachbarn geltend machen?“</em>, so Kabiri weiter. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Aufgabe von Territorium als neue Chance</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion präsentierte China seine Territorialansprüche in [der russischen Region, Anm. d. Ü.] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Region_Primorje">Primorje</a> und am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amur">Amur</a> sowie in Zentralasien – mit einer Gesamtfläche von 1.500 Quadratkilometern. Durch bilaterale Abkommen gelang es Peking, einen Teil der Territorien von Nachbarländern zu erwerben. So trat Russland im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ussuri">Ussuri</a> und Amur gelegene Inseln ab – zuerst <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zhenbao_Dao">Damanskij</a>, dann <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Тарабаров">Tarabarow</a> und die Hälfte der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heixiazi_Dao">Großen Ussuri-Insel</a>. Kasachstan trat 407 Quadratkilometer an China ab und ein Grundstück von 1250 Quadratkilometern wurde von Kirgistan übergeben. Tadschikistan, das flächenmäßig kleinste unter allen aufgeführten Ländern, verlor den größten Teil seines Territoriums an Peking – 1.158 Quadratkilometer.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Regierungsnahe Kreise bewerten die territorialen Zugeständnisse jedoch weniger kategorisch. <em>„Streitigkeiten über Territorien sind allen Ländern der Welt gemein. Es gibt praktisch keine Staaten, die nicht Grenzstreitigkeiten mit ihren Nachbarn haben. Jeder von ihnen wendet sich anderen Fakten zu, um das Problem zu lösen. Glücklicherweise hatten wir keine militärische oder politische Konfrontation mit China. Wir haben alle Probleme zivilisiert und diplomatisch gelöst, und ich glaube nicht, dass unser Land darunter gelitten hat“</em>, meint Abdurahmon Chonow, Chef der regierenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Volksdemokratische_Partei_Tadschikistans">Volksdemokratischen Partei Tadschikistans</a>. Er stellt fest, dass die Zusammenarbeit mit China derzeit in allen Sektoren gute Ergebnisse zeigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich China zu einem der Hauptinvestoren in die tadschikische Wirtschaft entwickelt. Im vergangenen Jahr überstieg der Außenhandelsumsatz zwischen den beiden Staaten 1,5 Milliarden US-Dollar. Auch der Großteil der Auslandsverschuldung Tadschikistans entfällt auf China. Das Land ist einer der drei wichtigsten Wirtschaftspartner Tadschikistans und hält seit 2013 den Status eines strategischen Partners. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Chursand Churramow für </strong><a href="https://rus.ozodi.org/a/31473402.html"><strong>Radio Ozodi</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>BDA-Checkpoint</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Aug 2021 03:05:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Verkehrskontrollpunkt, bei dem in Tadschikistan eingehende inl&#xE4;ndische Pass- und Visakontrollen stattfinden. Auf dem Pamir Highway zwischen Kalai Khumb und Chorog vor dem Abzweig ins Wantsch-Tal in einem unbeobachteten Moment ist diese Photo entstanden, als die Kontrolleure gerade abgelenkt waren.Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland)Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Ein Verkehrskontrollpunkt, bei dem in Tadschikistan eingehende  inländische Pass- und Visakontrollen stattfinden. Auf dem Pamir Highway zwischen Kalai Khumb und Chorog vor dem Abzweig ins Wantsch-Tal  in einem unbeobachteten Moment ist diese Photo entstanden, als die Kontrolleure gerade abgelenkt waren.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:769,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0}">Ein Verkehrskontrollpunkt, bei dem in Tadschikistan eingehende inländische Pass- und Visakontrollen stattfinden. Auf dem Pamir Highway zwischen Kalai Khumb und Chorog vor dem Abzweig ins Wantsch-Tal in einem unbeobachteten Moment ist diese Photo entstanden, als die Kontrolleure gerade abgelenkt waren.</span><strong>Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland)</strong><span style="font-weight: 400">Findet alle unsere Bilder des Tages </span><a href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/"><span style="font-weight: 400">hier</span></a><span style="font-weight: 400">.</span></p>
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		<title>Moskau bietet sich als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Quentin Couvreur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2020 05:13:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Russland hat am 26. Mai vorgeschlagen, als Vermittler zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu fungieren. Die Verhandlungen zwischen den beiden L&#xE4;ndern &#xFC;ber ihre Grenzstreitigkeiten scheinen derweil in einer Sackgasse zu stecken. In weniger als einem Monat gab es drei gewaltsame Zwischenf&#xE4;lle an der Grenze. Der letzte davon fand am 27. Mai statt.&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0;&#xA0; Wird der Grenzstreit zwischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Russland hat am 26. Mai vorgeschlagen, als Vermittler zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu fungieren. Die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern über ihre Grenzstreitigkeiten scheinen derweil in einer Sackgasse zu stecken. In weniger als einem Monat gab es drei gewaltsame Zwischenfälle an der Grenze. Der letzte davon fand am 27. Mai statt.          </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wird der Grenzstreit zwischen Tadschikistan und Kirgistan durch russische Vermittlung gelöst werden können? Am 26. Mai kündigte der russische Außenminister <a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/sergej-lawrow-aussenminister-russland">Sergej Lawrow</a> jedenfalls an, Moskau sei bereit, im Konflikt zwischen den beiden zentralasiatischen Republiken als Vermittler zu fungieren. Nach Angaben der russischen Presseagentur <a href="https://tass.ru/politika/8566527">Tass</a> wurde dieser Vorschlag während einer Pressekonferenz am Rande eines Treffens der Außenminister der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit</a> (OVKS), an dem auch Tadschikistan und Kirgistan teilnahmen, unterbreitet.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Lawrow kommentierte die Situation an der tadschikisch-kirgisischen Grenze, wo wenige Tage vor seiner Erklärung <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/19-jaehriger-grenzsoldat-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-verletzt/?noredirect=de_DE">ein Feuergefecht ausbrach</a>, und rief beide Staaten zur Zurückhaltung auf. <em>&#8222;Es ist leider nicht das erste Mal, dass sich die Situation verschlimmert. Wir fordern die Alliierten [Tadschikistan und Kirgistan] auf, einen Dialog einzuleiten und möglichst keine Gewalt anzuwenden. Wir sind bereit, unsere Vermittlungsdienste zu leisten und glauben, je früher sich die Situation beruhigt, desto besser“</em>, sagte der russische Außenminister.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Tadschikistan protestiert<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der ehemalige kirgisische Vizepremier Abdrachman Mamatalijew äußerte sich auf Anfrage von <a href="https://www.azattyk.org/a/russia_is_ready_to_mediate_in_negotiations/30639403.html">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Dienst des amerikanischen Medienhauses Radio Free Europe. Einerseits behauptet er, Russland habe <em>„seine eigenen Interessen“</em> zu verteidigen und könnte versucht sein, in den Lösungsprozess einzugreifen. Andererseits erkannte er an, dass Tadschikistan und Kirgistan <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/?noredirect=de_DE">bisher nicht zu einer Verständigung in der Lage waren</a>, was Moskau Anlass zur Sorge bereitet. <em>„Russland ist unser Partner. In letzter Zeit haben die Konflikte und Schießereien an den Grenzen nicht aufgehört. Wir können davon ausgehen, dass [Russland] über die Sicherheit besorgt ist“</em>, erklärte Mamatalijew.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/19-jaehriger-grenzsoldat-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-verletzt/?noredirect=de_DE">19-jähriger Grenzsoldat an der tadschikisch-kirgisischen Grenze verletzt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kirgistans Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/">Sooronbaj Dscheenbekow</a> und sein tadschikischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> äußerten sich nicht. Am 28. Mai, dem offiziellen „Tag der Grenzschutzbeamten“ in Kirgistan und Tadschikistan, hätten sie dazu die Gelegenheit gehabt, doch beide zogen es vor, in die patriotische Kerbe zu schlagen. <em>„Der Grenzschutz [Kirgistans] bleibt ein solides Schild des Vaterlandes, ein Garant für die Integrität und Unverletzlichkeit des Staatsterritoriums und die Sicherheit der Bürger“</em>, behauptete Dscheenbekow nach Angaben von <a href="https://www.azattyk.org/a/30638960.html">Radio Azattyk</a>. Tadschikistan schlägt den gleichen Ton an. <em>„Ich bin überzeugt, dass die tapferen Offiziere und Soldaten der Grenztruppen [Tadschikistans] weiterhin die Grenzen ihrer souveränen Heimat wie ihren Augapfel, ihren unschätzbaren Reichtum und ihre Ehre und Würde schützen werden&#8220;</em>, versicherte Rahmon laut einem Bericht der offiziellen tadschikischen Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/2020/05/payomi-shodboshii-prezidenti-um-urii-to-ikiston-peshvoi-millat-mu-taram-emomal-ra-mon-ba-munosibati-r-zi-sar-adbonon/">Khovar</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Am 29. Mai veröffentlichte das tadschikische Außenministerium schließlich eine <a href="https://mfa.tj/ru/main/view/6038/soobshchenie-mid-tadzhikistana-v-svyazi-s-zayavleniyami-ministra-inostrannykh-del-rossii">Erklärung</a>, in der bekannt gegeben wurde, dass Russland eine Protestnote übermittelt worden sei. <em>„Es wurde erklärt, dass die Aktivitäten im Bereich der Delimitation der Staatsgrenzen eine interne Angelegenheit der OVKS-Mitgliedstaaten sind und ausschließlich auf bilateraler Basis durchgeführt werden&#8220;</em>, heißt es in der Erklärung. <em>„</em><em>Die russische Seite wurde darüber informiert, dass der Verhandlungsprozess zur Lösung grenzüberschreitender Probleme zwischen der Republik Tadschikistan und der Kirgisischen Republik fortgesetzt wird [&#8230;]. Das Außenministerium Tadschikistans betont, dass die Teilnahme eines Drittlandes am Verhandlungsprozess zur Lösung grenzüberschreitender Probleme als unangemessen angesehen wird“</em>, schließt sie trocken.</p>
<p style="text-align: justify;">Einen Tag später kam auch von kirgisischer Seite eine Absage. Der Pressesprecher des Außenministeriums Ulan Dyikanbajew <a href="http://kg.akipress.org/news:1621836/?from=portal&amp;place=nowread&amp;b=1">bedankte</a> sich bei Russland für die <em>„</em><em>bilaterale Unterstützung und die Fürsorge“</em>, betonte aber auch die Wichtigkeit von <em>„bilateralen Gesprächen“</em> mit Tadschikistan.  Ist die russische Initiative demnach eine Totgeburt?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Neuer Zwischenfall an der tadschikisch-kirgisischen Grenze</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Während die beiden Staatspräsidenten mit Komplimenten an ihre Truppen wetteiferten und den russischen Vermittlungsvorschlag ignorierten, kam es am 27. Mai zu einem neuen Vorfall an der Grenze &#8211; der dritte in weniger als einem Monat. Wie bereits <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mehrere-verletzte-bei-gewaltsamen-zusammenstoessen-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze/">am 8. Mai</a> ereignete er sich im Bezirk Isfara im äußersten Norden Tadschikistans, wo es regelmäßig zu Spannungen an der Grenze kommt. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/incidents/20200527/na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse-snova-strelyayut">Asia-Plus</a> berichteten, soll ein kirgisischer Staatsbürger das Feuer auf eine 25-jährige tadschikische Staatsangehörige eröffnet haben. Die verletzte Frau befindet sich derzeit im Krankenhaus der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a>. Allerdings ist die Faktenlage unklar, und die Ursache der Schüsse nicht bekannt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mehrere-verletzte-bei-gewaltsamen-zusammenstoessen-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze/?noredirect=de_DE">Mehrere Verletzte bei gewaltsamen Zusammenstößen an der tadschikisch-kirgisischen Grenze</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">In einer von <a href="https://khovar.tj/2020/05/iz-oroti-markazi-matbuoti-shun-oi-sar-adii-kdam-um-urii-to-ikiston/">Khovar</a> übermittelten Erklärung verurteilte das tadschikische Staatskomitee für nationale Sicherheit (GKNB) umgehend die <em>„provokative Aktion“</em> seitens Kirgistans sowie den <em>„Versuch, die Situation entlang der Grenze künstlich zu destabilisieren“</em>. Laut <a href="https://www.ozodi.org/a/%D1%88%D1%83%D0%BA%D1%80%D0%BE%D0%BD%D0%B0%D0%B8-25-%D1%81%D0%BE%D0%BB%D0%B0----%D0%B7%D0%B0%D1%85%D0%BC%D0%B8%D0%B8-%D0%BC%D0%B0%D1%80%D0%B7%D0%B8-%D0%B4%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%B0%D1%82%D0%B8%D0%B8-%D1%82%D0%BE%D2%B7%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%BD/30637663.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikische Dienst von Radio Free Europe, gab der stellvertretende Kommandeur der kirgisischen Grenzschutzbeamten Abdukarim Alimbajew bekannt, dass nach dem Vorfall Verhandlungen zwischen Soldaten beider Länder stattgefunden hätten und sich die Situation inzwischen beruhigt habe. Die kirgisischen Behörden haben bisher keine öffentliche Stellungnahme zu den Ereignissen abgegeben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Dritter Zwischenfall innerhalb eines Monats</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In den letzten Monaten häufen sich die Zwischenfälle an der kirgisisch-tadschikischen Grenze, wobei die Regierungen beider Länder nicht vermögen, die zunehmenden Spannungen zu stoppen. So eskalierte am 24. Mai in der Nähe der vom kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Gebiet Batken</a> umgebenen, tadschikischen Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a> ein Streit um Weideland schnell zu einem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/19-jaehriger-grenzsoldat-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-verletzt/?noredirect=de_DE">Schusswechsel</a> zwischen den Grenztruppen beider Länder. Dabei wurde ein 19-jähriger tadschikischer Soldat am Bein verletzt. Die Behörden beider Länder wiesen die Schuld jeweils zurück und beschuldigten sich gegenseitig, die Situation „destabilisieren“ zu wollen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Bereits am 8. Mai war es in der Nähe der tadschikischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschorkuh">Tschorkuh</a>, an einem nicht delimitierten Abschnitt der Grenze, zu einem heftigen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mehrere-verletzte-bei-gewaltsamen-zusammenstoessen-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze/">Zwischenfall</a> gekommen. Obwohl die Versionen zunächst stark auseinander gingen, gaben die tadschikischen Soldaten schließlich zu, mit Mörsern in Richtung der kirgisischen Grenzschützer geschossen zu haben. Bei dem anschließenden Schusswechsel wurden auf kirgisischer Seite vier und auf tadschikischer Seite zwei Personen verletzt. Ein kirgisischer Soldat wurde schwer am Bauch verletzt und befindet sich immer noch in einem äußerst ernsten Zustand. Nach dem Zwischenfall stimmten der kirgisische Vizepremier Akram Madumarow und sein tadschikischer Amtskollege <a href="https://who.ca-news.org/people:16160">Asim Ibrohim</a> am Telefon überein, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Spannungen abzubauen. Das dies dringend notwendig ist, zeigen die jüngsten Vorfälle von 24. und vom 27. Mai.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bilaterale Verhandlungen auf dem Stillstand</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die 976 Kilometer lange, aber nur auf 504 Kilometern delimitierte tadschikisch-kirgisische Grenze ist ein Streitthema, das die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern seit langem vergiftet. Die Nachbarn haben wiederholt versucht, Verhandlungen aufzunehmen, ohne aber letztendlich die Spannungen zu beenden. So traf Kirgistans Präsident Dscheenbekow im Juli 2019, wenige Tage nachdem in der Nähe der tadschikischen Exklave Woruch und des kirgisischen Dorfes Ak-Saj ein tödlicher Konflikt ausgebrochen war, seinen tadschikischen Amtskollegen Rahmon am Ort des Vorfalls. Die beiden Staatsoberhäupter versuchten daraufhin, die <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-kyrgyzstan-presidents-meet-for-historic-border-powwow">Verhandlungen über den Grenzverlauf voranzutreiben</a>, jedoch ohne großen Erfolg zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/?noredirect=de_DE">Kann ein Gebietsaustausch den Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan beilegen?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Versuch, die Spannungen zu beenden, wurde im Februar durchgeführt, als sich die stellvertretenden Premierminister beider Länder, Asim Ibrohim und Akram Madumarow in der kirgisischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Batken</a> trafen. In dem Gespräch wurde der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/?noredirect=de_DE">Austausch mehrerer Gebiete</a> zur Sprache gebracht, was den Grenzverlauf vereinfachen würde. Diese Information wurde jedoch sofort von Nasirbek Borubajew, dem Sonderbeauftragten der kirgisischen Regierung für Grenzfragen, <a href="https://rus.azattyk.org/a/30451242.html">dementiert</a>. Laut dem amerikanischen Experten Bruce Pannier, Journalist für <a href="https://www.rferl.org/a/qishloq-ovozi-central-asian-borders-cooperation-conflict-uzbekistan-tajikistan-kyrgyzstan/30615663.html">Radio Free Europe</a>, &#8222;<em>ist das Grenzgebiet weit von den Hauptstädten der Länder, Bischkek und Duschanbe, entfernt und beide Regierungen haben nicht so hart gearbeitet, wie sie könnten, um dieses Problem zu lösen</em>“. Das russische Vermittlungsangebot wird daher vermutlich nicht die beide Staaten davon überzeugen, den Verhandlungen neuen Schwung zu verleihen.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Quentin Couvreur, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Die Roma von Taschkent: Besuch in einem Viertel, das für neugierige Fremde geschlossen ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hriedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 10:31:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Luli-Roma]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Taschkent, wie in allen gr&#xF6;&#xDF;eren St&#xE4;dten Usbekistans und ganz Zentralasiens, sind Luli-Roma keine Seltenheit. Ein Besuch in dem Viertel &#x201E;Chashma&#x201C; (Usbekisch f&#xFC;r &#x201E;Fr&#xFC;hling&#x201C;), am Rande der Hauptstadt auf dem Vodnik-Massiv im Bezirk Bektemir, in dem nur Luli-Roma leben. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Fergana News, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Taschkent, wie in allen größeren Städten Usbekistans und ganz Zentralasiens, sind Luli-Roma keine Seltenheit. Ein Besuch in dem Viertel „Chashma“ (Usbekisch für „Frühling“), am Rande der Hauptstadt auf dem Vodnik-Massiv im Bezirk Bektemir, in dem nur Luli-Roma leben. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <a href="https://fergana.news/photos/115796p/">Fergana News</a>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Was mit &#8222;Luli&#8220; gemeint ist, ist nicht klar belegt. Einige Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe glauben, dass das Wort von &#8222;Schuga&#8220; stammt. Es wird angenommen, dass ihre Vorfahren aus Ägypten stammten, und das Wort &#8222;Schuga&#8220; &#8222;suchende Menschen&#8220; bedeutet. Sie nennen sich selbst Mugat. Die Sprache der Luli ist einer der Dialekte der tadschikischen Sprache, daher werden sie in Pässen oft als Tadschiken vermerkt.</p>
<p style="text-align: justify">Luli sind sunnitische Muslime, obwohl die meisten von ihnen nicht viel religiösen Eifer zeigen. Frauen verdecken ihr Gesicht nicht, wenden sich nicht ab und gehen nicht weg, wenn sie einen Fremden sehen, sie werden auch leicht in die Gespräche der Männer miteinbezogen. Frauen stellen das Haupteinkommen für die Familie, obwohl der Mann ohne Frage als Familienoberhaupt gilt. Hochzeiten finden in der Regel im Haus der Braut statt, aber auf Kosten der Familie des Bräutigams. Einige Bräuche ähneln denen der europäischen Roma, wie z.B. die Lösung von Konflikten und die Anwesenheit eines Gemeindevertreters zur Kontaktaufnahme mit der Außenwelt.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das ungerechte Bild von „schmutzigen Bettlern“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Fergana-Korrespondenten begaben sich in das Stadtviertel Chashma, um zu versuchen, mit diesen Menschen Kontakt aufzunehmen. Aleksandr Barkovsky, ein bekannter Artist und Videokünstler aus Taschkent, der sich seit fast zehn Jahren mit diesem Thema beschäftigt, führte uns Korrespondenten durch die Welt der Luli-Roma: Er besucht diese Mahalla <em>[</em><em>Stadtviertel, Anm. d. Redaktion]</em> regelmäßig, macht sich mit ihren Bewohnern vertraut und fotografiert sie mit seiner Kamera, um aus diesen Bildern malerische Collagen zu erstellen. Unterwegs erzählt der Künstler, warum er sich von den Luli so angezogen fühlt.</p>
<p style="text-align: justify">Die Suche nach einem positiven Bild der Roma sei zum Teil verbunden mit der Aufforderung verschiedener humanitärer Stiftungen und Institutionen, die sich wünschen, in ihrer Komfortzone zu bleiben, sagt Barkovsky. „<em>Die Luli-Roma zogen mich zunächst wegen ihrer Marginalisierung an &#8211; oder wegen ihrer Fähigkeit, innerhalb des Systems frei zu bleiben. Ich würde vorschlagen, unser Bild eines &#8222;positiven Helden&#8220; in den Hochglanzmedien zu überdenken und zu hinterfragen, ob man zum &#8222;erfolgreichen Mann&#8220; nur als Gazprom-Manager oder Wall-Street-Broker werden kann“, </em>so Barkovsky.</p>
<p><figure id="attachment_21254" aria-describedby="caption-attachment-21254" style="width: 742px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-21254" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/600ae06e-a55c-465d-bbe2-e768b38964c8.jpeg" alt="" width="742" height="452" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/600ae06e-a55c-465d-bbe2-e768b38964c8.jpeg 742w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/600ae06e-a55c-465d-bbe2-e768b38964c8-300x183.jpeg 300w" sizes="(max-width: 742px) 100vw, 742px" /><figcaption id="caption-attachment-21254" class="wp-caption-text">Die Mahalla Chasma. In diesem Stadtviertel am Rande Tashkents leben die Luli-Roma, ausgegerenzt von der restlichen Bevölkerung.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Und wohin mit dem Müll, den wir gedankenlos in Plastiktüten wegwerfen? Wer sortiert ihn, wer säubert die Märkte und Straßen der Stadt, wer sammelt Altpapier, Auberginen, Metallschrott&#8230;? Die Luli-Roma haben diese schwierige und wenig prestigeträchtige Aufgabe übernommen, die Abfälle unserer Gesellschaft wiederzuverwerten. Im Gegenzug erhielten sie von uns das Bild von &#8222;schmutzigen Bettlern&#8220;, eine verächtliche Haltung und Probleme mit dem Gesetz,</em>“ schließt der Künstler.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-judische-minderheit-in-zentralasien-wie-lebt-sie-heute/">Die jüdische Minderheit in Zentralasien – Wie lebt sie heute?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Als wir vor Ort ankommen, sagt Barkovsky, dass die Chashma Mahalla unter der besonderen Kontrolle des Innenministeriums und des Staatssicherheitsdienstes stehe.  Angestellte des Sicherheitsdienstes besuchten regelmäßig dieses Gebiet innerhalb und im Umkreis, und beträten die Häuser, in denen jeder Bewohner bei ihnen registriert sei. Er warnt: <em>„Es ist ungewiss, wie die Anwohner auf uns reagieren werden, und nicht selbstverständlich, dass irgendjemand offen zu uns sein wird.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Wir suchen den Vorsitzenden des Chashma-Mahalla-Ausschusses, Zafar, auf. Er weicht dem Interview aus, verweist auf dringende Angelegenheiten und übergibt an seine Stellvertreterin Zulfiya Irgasheva. Zusammen mit dieser älteren Frau gehen wir tief ins Viertel hinein, und die Leute kommen aus ihren Häusern, um uns zu sehen. Sie sind offensichtlich interessiert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wortkarge Gesprächspartner</strong></p>
<p style="text-align: justify">Alexander schenkt ihnen Bilder, die er vor fünf Jahren aufgenommen hat, in der Hoffnung, dass es uns bei der Kontaktaufnahme helfen wird. Dies bleibt leider erfolglos. Die Menschen sind nicht geneigt, über sich selbst zu erzählen. Ein kleines bisschen gelingt es, mit einer alten Frau namens Nigora Xamdamova zu sprechen. Es stellt sich heraus, dass sich in ihrem Haus drei Familien mit je fünf Personen befinden. In ihrer Familie gibt es neben ihrem Ehemann drei Kinder. Ihre Eltern hatten eine Ausbildung, sie arbeiteten im Mahalla-Ausschuss. Ihr Ehemann, Abduhamid Xamdamov, <em>&#8222;ruht sich derzeit in Samarkand aus&#8220;</em>, und sie selbst <em>&#8222;kauft und verkauft&#8220;</em> Kleidung in der Yangiabad-Kaserne in Taschkent.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Mann mittleren Alters namens Sodir ist noch wortkarger. Das Einzige, was von ihm herausgefunden werden kann, ist, dass er in derselben Yangiabad-Kaserne im privaten Transport tätig ist und Eisen, das von den Bürgern von Taschkent gekauft wurde, hauptsächlich Ersatzteile für Autos und Sanitärartikel (Rohre und Batterien), in ihre Häuser bringt. Und Frauen aus seiner Familie, genau wie Nigora Xamdamova, verkaufen verschiedene Dinge weiter.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/altaische-kasachen-das-verlorene-volk-in-sibirien/"><strong>Altaische Kasachen: Das verlorene Volk in Sibirien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Damit endet das Interview mit den Roma &#8211; von den übrigen Bewohnern der Mahalla gelingt es uns noch nicht, etwas zu erfahren. Aber Zulfiya Irgasheva, Stellvertreterin des Vorsitzenden der Mahalla und Beraterin für Familie, Frauen und Mädchen, erklärt sich bereit, mehr über ihr kulturelles Erbe zu erzählen.</p>
<p><figure id="attachment_21251" aria-describedby="caption-attachment-21251" style="width: 742px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-21251" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/a730c885-0723-4bab-99d6-6ec748ace475.jpeg" alt="" width="742" height="472" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/a730c885-0723-4bab-99d6-6ec748ace475.jpeg 742w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/a730c885-0723-4bab-99d6-6ec748ace475-300x191.jpeg 300w" sizes="(max-width: 742px) 100vw, 742px" /><figcaption id="caption-attachment-21251" class="wp-caption-text">Die Luli-Roma gelten als Zigeuner und schmutzige Bettler. Sie leben ausgegrenzt am Stadtrand von Tashkent</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Sie ist seit 2011 in ihrer Position tätig. Heute arbeitet sie in der Chashma Mahalla. 108 Wohnungen, 651 Familien &#8211; das sind 1405 Personen, von denen nur 260 minderjährig sind. Junge Bräute bleiben meist zu Hause und erziehen ihre Kinder. Alle Kinder, die älter sind, studieren an der örtlichen Sekundarschule Nr. 293 &#8211; in den Klassen 1 bis 11. Obwohl im Jahr 2011 nicht mehr als 20 Jugendliche zur Schule gingen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Unter den Absolventen gibt es Mädchen, die diese Schule mit einer Goldmedaille abgeschlossen haben, aber sie haben sich nicht für eine höhere Ausbildung eingeschrieben, weil sie alle geheiratet haben. In den letzten Jahren haben jedoch 11 Jugendliche aus der Mahalla das College abgeschlossen. Viele Kinder besuchen einen Sportkomplex, in dem sie Boxen, Karate betreiben, Ringen und Fußball spielen. Einige gehen in die Klasse des Mahalla-Komitees, wo sie Dame und Schach spielen und sogar Bücher lesen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der „Rais“ der Mahalla</strong></p>
<p style="text-align: justify">Beraterin Irgasheva kennt dieses Viertel seit 1989, als sie als Verkäuferin in einem nahe gelegenen Geschäft zu arbeiten begann. Zu dieser Zeit war die Siedlung klein und galt nicht als Mahalla, das Mahalla-Komitee wurde hier erst 1996 gegründet. Seit 2008 ist ihr Vorsitzender Kuntugmush Axkulov. Wie sich herausstellte, ist Zafar nur sein Spitzname. Niemand nennt ihn dabei &#8222;Baron&#8220;. Früher gab es Barone unter den Roma in Usbekistan, aber jetzt werden sie &#8222;Rais&#8220; (Usbekisch für &#8222;Vorsitzender&#8220;) genannt.</p>
<p style="text-align: justify">Die ganze Mahalla ehrt den vorbildlichen Familienvater und Vater von vier Kindern Axkulov im höchsten Maße und gehorcht jedem seiner Worte. Er ist Mitglied des Oliy Majlis (Parlament) und wurde zweimal in dieses Amt gewählt. Ende letzten Jahres wurde ihm der Orden <em>Mahalla Fahri</em> (&#8222;Stolz der Mahalla&#8220;) verliehen, den er vom Hokim der Stadt <em>[=Bürgermeister, Anm. d. Red.]</em> Jahongir Artykhodjaev erhielt.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage der Journalisten, ob nur &#8222;Zigeuner&#8220; in der Mahalla lebten, erklärte Irgasheva, dass die Bewohner sich nicht &#8222;Luli-Zigeuner&#8220; nennen<em>. &#8222;Vielleicht betrachten sie sich intern als Luli Roma, aber niemand von außen hat das Recht, sie so zu nennen, es wird als unschön angesehen&#8220;</em>, betont Irgasheva.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-leben-die-menschen-im-osten-kasachstans-an-der-grenze-zu-china/"><strong>Wie leben die Menschen im Osten Kasachstans, an der Grenze zu China?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Seit 2011 gibt es in der Chashma Mahalla keine Straßenbettler mehr. Nach einer Reihe von Regierungskampagnen, die auf ein Verbot des Bettelns abzielten, einschließlich 15-tägiger Haft, wurde das Betteln eingestellt, sagte die stellvertretende Vorsitzende Irgasheva. Fast 30 Frauen aus der Mahalla arbeiten jetzt offiziell (laut Arbeitsbuch) als Hausmeisterinnen bei der Bektemir Bezirksverwahltung in Taschkent.</p>
<p style="text-align: justify">In unmittelbarer Nähe der Chashma Mahalla, an der Suvsoz-Straße, befindet sich ein Wohnviertel, das aus zehn typischen zweistöckigen Häusern besteht. Laut dem Vorsitzenden des Hausausschusses namens Fai beantragten die Bewohner des Bezirks vor zwei Jahren bei der Bezirksstaatsanwaltschaft, einen Zaun zwischen ihren Häusern und der Chashma Mahalla zu errichten. Als Gründe wurden unter anderem häufiger Kleindiebstahl und Rowdytum von Nachbarn genannt. In der Mahalla waren sie zunächst dagegen und sahen darin eine Diskriminierung. Dann stimmte Zafar zu, und ein gedämpfter Eisenzaun tauchte zwischen dem Chashma und den zweistöckigen Häusern auf.</p>
<p style="text-align: justify">Ob es half, ist eine große Frage. Stereotypen, Vorurteile und gegenseitiges Misstrauen sind nicht verschwunden, das Zusammenleben ist nicht einfacher geworden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Sid Janischew für <a href="https://fergana.ru/photos/115796p/">Fergana News</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Hannah Riedler</strong></p>
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		<title>Coronavirus: Wie ist die Situation in Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2020 15:47:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts des neuen Coronavirus wurden die L&#xE4;nder Zentralasiens fr&#xFC;h in Alarmbereitschaft versetzt. Bisher wurden jedoch keine F&#xE4;lle in der Region gemeldet. W&#xE4;hrend die Coronavirus-Epidemie Europa erreicht hat und weltweit mehr als 100.000 Infizierte und 3.400 Todesopfer zu beklagen sind, stehen die L&#xE4;nder Zentralasiens an vorderster Front. Sie geh&#xF6;rten zu den ersten, die Anfang Februar mit [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Angesichts des neuen Coronavirus wurden die Länder Zentralasiens früh in Alarmbereitschaft versetzt. Bisher wurden jedoch keine Fälle in der Region gemeldet.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Während die Coronavirus-Epidemie Europa erreicht hat und weltweit mehr als 100.000 Infizierte und 3.400 Todesopfer zu beklagen sind, stehen die Länder Zentralasiens an vorderster Front. Sie gehörten zu den ersten, die Anfang Februar mit <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-die-laender-zentralasiens-wenden-sich-von-china-ab/">Grenzschließungen und dem Aussetzen von Flugverbindungen</a> von und nach China reagiert haben.</p>
<p style="text-align: justify">Bisher wurde in den zentralasiatischen Staaten kein einziger Fall einer Infektion mit Covid-19 gemeldet, aber die Regierungen verschärfen derzeit weiterhin die Maßnahmen in Bezug auf Risikogebiete. Diese sind vor allem auf den Iran ausgerichtet, der mit mindestens 1.500 Infektionen und 66 Todesfällen die schwerste Bilanz hinter China aufweist. Zudem wird auch die Lage in Aserbaidschan stärker beobachtet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan begrenzt die Einreise für Staatsangehörige von fünf Ländern</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ab dem 1. März hat Kirgistan seine befristete Einreisebeschränkung, die ursprünglich nur chinesische BürgerInnen betraf, auf Staatsangehörige von vier anderen Ländern (Südkorea, Japan, Iran und Italien) ausgeweitet. Das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kloop.kg/blog/2020/02/28/vlasti-kyrgyzstana-vremenno-ogranichivayut-vezd-dlya-grazhdan-pyati-stran-iz-za-koronavirusa/">Kloop.kg</a> gibt an, dass die Regierung beabsichtigt, diese Einreisebeschränkung je nach der Verbreitung des Virus auf andere Ländern auszuweiten.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisischen Behörden haben bisher keine Infektionen gemeldet, aber das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kaktus.media/doc/407086_v_kyrgyzstane_dvyh_grajdan_rossii_pomestili_na_karantin_iz_za_koronavirysa.html">Kaktus</a> berichtete, dass zwei russische Staatsangehörige, die aus Südkorea nach Kirgistan gereist waren, vorsorglich unter Quarantäne gestellt wurden. Ihre Infektion mit dem Coronavirus ist jedoch bislang nicht bestätigt worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstan reduziert seine Flüge nach Aserbaidschan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nachdem Aserbaidschan drei infizierten Personen meldete, reduzierte Kasachstan <a href="https://www.interfax.ru/world/697321">ab dem 5. März</a> die Anzahl der Flüge nach Aserbaidschan. So werden Flüge von Nur-Sultan aus komplett ausgesetzt. Flüge auf der Strecke Almaty – Baku werden von fünf Flügen auf einen Flug pro Woche und auf der Strecke <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtau</a> &#8211; Baku von sieben auf ebenfalls einen Flug pro Woche reduziert. Mit diesen Maßnahmen geht auch die Schließung der kasachischen Häfen Aqtau und Kuryk für aserbaidschanische und iranische Schiffe einher, die über das Kaspische Meer ankommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-kasachstan-unterbricht-die-transportverbindungen-nach-china/">Coronavirus: Kasachstan unterbricht die Transportverbindungen nach China</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Ab dem 8. März tritt auch ein Einreiseverbot für iranische, chinesische und südkoreanische Staatsangehörige in Kraft, wie das Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/grazhdanam-kitaya-irana-i-yuzhnoy-korei-priostanovili-vezd-v-kazahstan-102982.html">Informburo</a> unter Berufung auf den stellvertretenden Minister für Industrie und Infrastrukturentwicklung Berik Kamaliev berichtete. Obwohl etwa tausend Menschen kontrolliert und 358 Menschen präventiv unter Quarantäne gestellt wurden, gibt es bislang keinen nachgewiesenen Covid-19-Infektionen in Kasachstan. Nach einer Verfügung der Regierung werden KasachInnen, die aus China oder dem Iran kommen, im Krankenhaus isoliert, während diejenigen, die aus Ländern wie Südkorea, Hongkong, Taiwan, Japan und Italien zurückkehren, für 14 Tage zu Hause unter Quarantäne gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Usbekistan kontrolliert präventiv</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch Usbekistan ist durch Kontrollen ebenfalls proaktiv tätig geworden. Seit dem 15. Januar wurden 6.000 Menschen aus Ländern mit erwiesenen Covid-19-Fällen in Usbekistan getestet, ohne dass jedoch eine Infektion festgestellt wurde. Dennoch sind 600 Personen für 14 Tage unter ärztliche Aufsicht gestellt worden. Laut <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200228/13562810/V-Uzbekistane-proverili-na-koronavirus-bolee-6-tysyach-inostrancev.html">Sputnik</a> sagte Bahrom Almatov, Direktor der Agentur für sanitäre und epidemiologische Wohlfahrt des usbekischen Gesundheitsministeriums, dass er mit dem staatlichen Komitee für Tourismus die Frage erörtern werde, ob der Tourismus aus den am stärksten von dem Virus betroffenen Ländern Iran, Südkorea und Italien beschränkt werde.</p>
<p style="text-align: justify">In Bezug auf den Iran <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200306/13612318/MID-v-Irane-nakhodyatsya-50-uzbekistantsev-zarazhennykh-koronavirusom-net.html">meldete</a> das usbekische Außenministerium die Anwesenheit von 60 usbekischen Staatsangehörigen im Land. Diese seien nicht vom Virus betroffen, sollen aber nach ihrer Rückkehr in die Hauptstadt Taschkent für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan setzt öffentliche Gebete aus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl Tadschikistan bis zuletzt das einzige zentralasiatische Land war, das seine Grenze zu China nicht geschlossen hatte, wurde am 5.März ein <a href="https://tj.sputniknews.ru/country/20200305/1030825241/koronavirus-panika-Dushanbe-tseny-produkty.html">Einreiseverbot</a> für Staatsangehörige von fünf Ländern (China, Südkorea, Iran, Italien, Afghanistan) erlassen.</p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan, das keine Coronavirus-Infektion zu beklagen hat, hat eine Reihe von Einschränkungen eingeführt, die seine Angst vor dem Auftreten des Virus veranschaulichen. Ab dem 5. März sind <a href="https://rus.ozodi.org/a/30467961.html">öffentliche Gebete</a> vom Rat der Ulema des Islamischen Zentrums von Tadschikistan verboten und in den Moscheen ist nur das Totengebet erlaubt. <a href="https://ria.ru/20200304/1568135342.html">Moscheebesuche</a> wurden ebenfalls vorübergehend verboten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Turkmenistan schließt die Grenzen zu Afghanistan und zum Iran</strong></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan baut die im Februar beschlossenen vorübergehenden Beschränkungen aus. Nachdem das Land alle Flüge nach China verboten und die Grenze zu Usbekistan geschlossen hatte, versuchte es, sich vor Risiken aus mehreren Ländern zu schützen. Am 26. Februar kündigte der turkmenische Dienst von Radio Free Europe <a href="https://rus.azathabar.com/a/30455618.html">Radio Azatlyk</a> die Schließung der Grenze zu Afghanistan am Grenzübergang Turgundi an. Einige Tage zuvor war auch die Grenze zum Iran geschlossen worden, wie das oppositionelle turkmenische Nachrichtenportal <a href="https://www.hronikatm.com/2020/02/iran-quarantine/">Chronika Turkmenistana</a> berichtete.</p>
<p style="text-align: justify">Am 2. März schloss die turkmenische Regierung den Hafen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenba%C5%9Fy_(Stadt)">Türkmenbaşy</a> am Kaspischen Meer ausnahmslos für alle Schiffe. Misstrauen wird auch den gegenüber Ländern ausgedrückt, die keine Fälle des Coronavirus verzeichnen. So behauptet <a href="https://telegra.ph/turkish-airlines-otmenili-rejsy-v-ashhabad-03-04?tg_rhash=3aae0ab195c808">Turkmen News</a>, dass die jüngst durch die Fluggesellschaft Turkish Airlines vorgenommene Annullierung von Flügen nach Aschgabat nur eine Folge dessen sei, dass die turkmenischen Behörden verboten haben, in die Türkei zu reisen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-die-laender-zentralasiens-wenden-sich-von-china-ab/">Coronavirus: Die Länder Zentralasiens wenden sich von China ab</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie der französische Botschafter in Turkmenistan auf seiner <a href="https://www.facebook.com/ambassadeurFranceTurkmenistan/">Facebook-Seite</a> berichtet, müssen alle in Turkmenistan ankommenden Reisende einen Speicheltest durchführen, bei dem mindestens sechs Stunden auf die Ergebnisse gewartet werden müsse. Außerdem werden Flüge in die Hauptstadt Aschgabat vorübergehend nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Türkmenabat">Türkmenabat</a> umgeleitet, wo die Tests durchgeführt werden.</p>
<p style="text-align: justify">Die Medien gehen davon aus, dass die meisten dieser Maßnahmen zwar auf die Angst vor dem Coronavirus zurückzuführen, aber nicht kategorisch sind. Turkmenistan <a href="https://russian.eurasianet.org/туркменистан-вирусный-эффект">führe solche Maßnahmen regelmäßig durch</a>, ohne dass eine grenzüberschreitende Epidemie bekämpft werden muss.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Konstante Beziehungen zu China</strong></p>
<p style="text-align: justify">So wie es aussieht, betreffen die Maßnahmen, die die zentralasiatischen Staaten kürzlich ergriffen haben, eher neue Risikogebiete als China, welches das globale Epizentrum des Virus ist. Obwohl die Maßnahmen gegenüber China im Hinblick auf den Coronavirus verstärkt wurden, haben die zentralasiatischen Staaten seit den ersten Maßnahmen mehrfach ihre Unterstützung für China bekanntgegeben.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">So berichtete die kasachische Website <a href="https://baigenews.kz/news/chlen_politbyuro_kompartii_kitaya_rasskazal_tokaevu_o_borbe_s_koronavirusom/">BaigeNews</a> am 3. März über das Treffen zwischen Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qassym-Jomart Toqaev</a> und einem Mitglied des chinesischen Politbüros. Der Präsident Kasachstans nutzte das Treffen, um seine Solidarität mit dem chinesischen Volk auszudrücken und seinen Willen zu bekräftigen, die Epidemie gemeinsam zu bekämpfen. Im Rahmen des Treffens wurden die Aussichten für eine Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern erörtert.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz aller Maßnahmen und Verbote scheinen die zentralasiatischen Länder China nicht als Verbündeten im Bereich Politik und Handel aufgegeben zu haben. Stattdessen wollen sie diese Beziehungen vor dem Hintergrund der mittlerweile globalen Epidemie weiterhin ausbauen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Victor Nicolas, Redakteur für Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Coronavirus: Die Länder Zentralasiens wenden sich von China ab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2020 10:26:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehrere Wochen nach dem Ausbruch des Coronavirus mit zurzeit &#xFC;ber 24 000 Kontaminierten sieht sich China mit immer mehr Grenzschlie&#xDF;ungen durch seine zentralasiatischen Nachbarn konfrontiert, dies sowohl auf dem Landweg als auch im Luftverkehr. Die L&#xE4;nder Zentralasiens gehen in Sachen Coronavirus, auch 2019-nCoV genannt, kein Risiko ein. Seit einigen Tagen haben die Nachbarl&#xE4;nder Chinas Ma&#xDF;nahmen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Mehrere Wochen nach dem Ausbruch des Coronavirus mit zurzeit über 24 000 Kontaminierten sieht sich China mit immer mehr Grenzschließungen durch seine zentralasiatischen Nachbarn konfrontiert, dies sowohl auf dem Landweg als auch im Luftverkehr.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Länder Zentralasiens gehen in Sachen Coronavirus, auch 2019-nCoV genannt, kein Risiko ein. Seit einigen Tagen haben die Nachbarländer Chinas Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung der  Epidemie, die derweil <a href="https://www.wsj.com/articles/coronavirus-cases-rise-above-20-000-in-china-as-hong-kong-reports-first-death-11580799736">über 24 000 Menschen betrifft</a>, zu verhindern.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Am  23. Januar stellte die kirgisische Regierung jegliche Flüge nach und aus China ein, berichtet das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/404824_vspyshka_koronavirysa._priostanovleny_aviareysy_iz_kitaia_v_kyrgyzstan.html">Kaktus</a>. Am 2. Februar beschloss Premier <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wer-ist-muchammetkalyj-abylgasijew-der-neue-kirgisische-premierminister/?noredirect=de_DE">Muchammetkalyj Abylgasijew</a>, die Landesgrenze zu China temporär zu schließen, um sich gegen eine Ausbreitung des Virus  zu wappnen, berichtet <a href="https://24.kg/vlast/142356_kyirgyizstan_zakryivaet_gosudarstvennuyu_granitsu_skitaem_reshenie_pravitelstva/">24.kg</a>. Wegen des chinesischen Neujahrs und auf Verlangen der Regierung waren die Grenzposten bis zum 31. Januar geschlossen worden, eher sie wiedereröffnet wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-kasachstan-unterbricht-die-transportverbindungen-nach-china/?noredirect=de_DE">Coronavirus: Kasachstan unterbricht die Transportverbindungen nach China</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan hingegen hat seine Grenze mir China dicht gemacht, außer für Waren und offizielle Delegationen. Diese dürfen laut dem kasachischen <a href="https://kursiv.kz/news/proisshestviya/2020-02/granica-s-kitaem-otkryta-tolko-dlya-gruzov-i-chinovnikov">Kurziv.kz</a> weiterhin zwischen beiden Ländern hin- und herreisen. Die kasachische Regierung hat am 3. Februar die Grenzschließung auf den Flugverkehr ausgeweitet, nachdem bereits Ende Januar Bus- und Bahnverbindungen gekappt worden waren. Dies bestätigt das kasachische Medium <a href="https://holanews.kz/view/news/27589">Holanews.kz </a>und ergänzt, 13 Tonnen medizinischer Materialen seien infolge eines Briefaustauschs zwischen Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qassym-Jomart Toqaev</a> und seinem chinesischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a> nach China geschickt worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan belässt als einziges Land Zentralasiens seine Grenze offen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Usbekistan und Turkmenistan haben ähnliche Maßnahmen wie Kirgistan und Kasachstan ergriffen, auch wenn beide Länder keine unmittelbare Grenze mit China haben. Ähnlich wie Kirgistan hat Usbekistan jegliche Flüge nach China gestrichen, berichtet <a href="https://kun.uz/ru/94398560">Kun.uz</a>. Laut dem usbekischen Medium hat die Regierung es <a href="https://kun.uz/ru/84085377">der gesamten Bevölkerung untersagt, nach China zu reisen</a>, sowie allen Besuchern aus China die Anreise verboten. Präsident Mirziyoyev tat es jedoch seinem kasachischen Amtskollege gleich, und teilte in <a href="https://kun.uz/ru/48410804">einer Botschaft</a> an Präsident Xi sein Beileid und seinen Respekt für die von der chinesischen Regierung ergriffenen Maßnahmen mit. Der usbekische Präsident bekräftigte, mit China zur Eindämmung der Epidemie eng zusammen arbeiten zu wollen.</p>
<p style="text-align: justify">In Turkmenistan sind Flüge nach China zum 1. Februar ebenfalls verboten worden. Wie <a href="https://rus.azathabar.com/a/30413969.html">Radio Azatlyk</a>, der turkmenischen Sparte des amerikanischen Radio Free Europe, berichtet, werden turkmenische Bürger nach ihrer Rückkehr aus China systematisch unter Quarantäne gestellt. Aşgabat ließ sogar einen Grenzposten an der Grenze mit Usbekistan schließen, berichtet <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200203/13373244/SMI-Turkmenistan-zakryl-granitsu-s-Uzbekistanom.html">Sputnik Usbekistan</a>.</p>
<p style="text-align: justify">So ist Tadschikistan das einzige Land in Zentralasien, dessen Grenze mit China weiterhin offen bleibt. Das tadschikische Medium Asia-Plus zitiert eine Quelle aus Regierungskreisen, die Vorhersagen bezüglich der Verbreitung der Epidemie nach Tadschikistan seien „<em>unwahrscheinlich</em>“. Die Regierung hat aber verstärkte gesundheitliche Kontrollen, sowie Quarantänestätten und Wärmebildkameras geschaffen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Pekings Antwort verläuft auf mehreren Ebenen </strong></p>
<p style="text-align: justify">China hat  sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene seinen Unmut darüber kundgetan. So bezog der chinesische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wang_Yi">Wang Yi</a> laut der <a href="https://www.scmp.com/news/china/politics/article/3048770/coronavirus-will-hit-chinas-economy-not-much-sars">South China Morning Post</a> unlängst Postition, und kritisierte die Reaktion der USA nach dem Virusausbruch. Diese hätte sich auf die Einstellung anderer Länder ausgewirkt. Der chinesische Minister sprach von einem „<em>schlechten Beispiel</em>“ für andere Länder. Die Ministeriumsprecherin Hua Chunying erwähnte ebenso eine Reaktion, die „<em>zur Panik führen</em>“ könne. Die chinesische Regierung beschuldigt die USA, für die Einführung der Einreisebegrenzung durch andere Länder, unter anderem die Länder Zentralasiens, verantwortlich zu sein.</p>
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<p style="text-align: justify">Außerdem teilte der chinesische Außenminister während eines Telefonats mit seinem pakistanischen Amtskollegen mit, die Blockade chinesischer Einfuhren durch gewisse Länder seien in <a href="https://tass.ru/obschestvo/7661475">seinen Augen inakzeptabel</a>.  China erklärte auf  diplomatische Art, dass es eine deutliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit von benachbarten Ländern, wie zum Beispiel Usbekistan, erwarte. Das usbekische Medium <a href="https://podrobno.uz/cat/uzbekistan-i-kitay-klyuchi-ot-budushchego/predstaviteli-posolstva-knr-v-uzbekistane-sdelali-zayavlenie-po-povodu-koronavirusa/">Podrobno.uz</a> berichtete über die äußerungen von Vertretern der chinesischen Botschaft in Taschkent, dass diese die von der chinesischen Regierung ergriffenen Maßnahmen befürworteten, und dass diese Maßnahmen von einer Reihe internationaler Akteure bis zur Weltgesundheitsorganisation als angemessen eingestuft worden seien. Ebenso betonten sie die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen beide Länder, insbesondere in solchen Krisensituationen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wider Pekings Ambitionen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Peking sieht hinter den Einreiseinschränkungen der zentralasiatischen Länder eine tieferreichende Wendung, was die neulich erlangten Rechte für seine eigne Bevölkerung betrifft. Tatsächlich beendet das Einreiseverbot zum Beispiel die siebentägige visumsfreie Aufenthaltserlaubnis in Usbekistan, genauso entfällt wie die 72-Stunden-Aufenthaltserlaubnis für chinesische Bürger in Kasachstan nach nur einem Monat Bestehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-visumsfreiheit-fuer-deutsche-staatsangehoerige-ab-15-januar/"><strong>Usbekistan will die Registrierung ausländischer Staatsangehöriger abschaffen</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Abgeshen von diesen vorerst zeitlich begrenzten Nachteilen, könnte das Projekt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt%2C_One_Road">One Belt, One Road</a> (OBOR) auch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Neue Seidenstraßen</a> genannt, in Mitleidenschaft gezogen werden. Entscheidend für den Erfolg einer Verbindung von China nach Europa über Schienen und Straßen sind offene Grenzen. Dies ist ein Eckpfeiler, um einen ungehinderten Transit chinesischer Erzeugnisse zu gewährleisten, und betrifft in erster Linie die zentralastischen Nachbarn Chinas. Die kürzlich beschlossene Schließung der chinesisch-kirgisischen Grenze, aber auch das Verbot der Ausreise kasachstanischer, usbekischer und kirgisischer Staatsangehöriger in Rictung China könnten dazu beitragen, den chinesischen Handel in Zentralasien auszubremsen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Victor Nicolas</strong><strong><br />
Redakteur für Novastan auf Französisch</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der &#8222;Islamische Staat&#8220; bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Nov 2019 14:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der sogenannte &#x201E;Islamische Staat&#x201C; hat sich offiziell zum Angriff auf den tadschikischen Grenzposten nahe Usbekistan bekannt. Dieses Bekenntnis best&#xE4;tigt die vorangehenden Vermutungen der tadschikischen Beh&#xF6;rden. Es handelt sich um den vierten Angriff des IS auf tadschikischem Boden seit 2018. Die Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich am 8. November zum zwei Tage zuvor ver&#xFC;bten Angriff [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der sogenannte &#8222;Islamische Staat&#8220; hat sich offiziell zum Angriff auf den tadschikischen Grenzposten nahe Usbekistan bekannt. Dieses Bekenntnis bestätigt die vorangehenden Vermutungen der tadschikischen Behörden. Es handelt sich um den vierten Angriff des IS auf tadschikischem Boden seit 2018. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich am 8. November zum zwei Tage zuvor verübten <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf den Grenzposten Ischkobod</a> an der Grenze zwischen Tadschikistan und Usbekistan. Das Bekenntnis kam von Seiten der offiziellen Presseagentur des IS, Amaq. Dies bestätigte <a href="https://ent.siteintelgroup.com/Statements/amaq-releases-posthumous-video-of-ishkobod-border-post-attackers-pledge-to-caliph-abu-ibrahim.html">das auf Nachrichtendienste spezialisierte Portal SITE</a>.</p>
<p style="text-align: justify">In seiner Mitteilung reklamiert der IS den Mord an zehn Mitgliedern der tadschikischen Grenztruppen für sich. Die tadschikischen Behörden hatten lediglich den Tod zweier Grenzsoldaten sowie eines Mitarbeiters des Innenministeriums, Bahrom Kosimsoda, gemeldet. Von dem <a href="https://fergana.news/news/112363/">russischen Medium Fergana News</a> waren vier weitere Opfer erwähnt worden. Dabei soll es sich um den stellvertretenden Leiter des Grenzposten Ischkobod, Dilowar Tolibow, sowie die Grenzsoldaten Naimjon Saidolimow, Hofis Hasanow und Ganikon Dawlat handeln. Demnach würde sich die offizielle Zahl der Opfer auf sechs belaufen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Mindestens 17 Tote bei Angriff auf tadschikischen Grenzposten</a></p>
<p style="text-align: justify">Der Angriff auf den 60 Kilometer von Duschanbe entfernten Grenzposten Ischkobod erfolgte in der Nacht vom 5. zum 6. November. Laut ofiziellen Angaben des tadschikischen Innenministeriums attackierte eine Gruppe von 20 vermummten Personen die Grenzsoldaten. Dabei wurden zunächst fünf Kalaschnikows entwendet. Jedoch waren die tadschikischen Sicherheitskräfte in der Lage, die Angreifer zu überwältigen: 15 wurden getötet, während fünf weitere verhaftet werden konnten. Unter den Angreifern befanden sich mehrere Frauen, von denen zwei getötet wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Angreifer waren jung und stammten aus der tadschikischen Region Sughd</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch am selben Tag teilten die tadschikischen Behörden mit, die mutmaßlichen Anhänger des Islamischen Staats stammten aus Afghanistan. Afghanische Sicherheitskräfte bestritten jedoch, dass Kämpfer von ihrem Territorium aus die Grenze zum benachbarten Tadschikistan überschreiten könnten. Später erklärte das tadschikische Innenministeriumgegenüber <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191108/mvd-bolshinstvo-napavshih-na-pogranichnuyu-zastavu-bili-grazhdanami-tadzhikistana">Asia-Plus</a>, dass die Mehrheit der Angreifer auf den Grenzposten Ischkobod aus der <a href="https://fergana.news/news/112363/">Provinz Sughd</a> im Norden Tadschikistans stammen würden.</p>
<p style="text-align: justify">Die Identität der fünf verhafteten Angreifer konnte geklärt werden. Einer von ihnen ist inzwischen verstorben, vier weitere, davon drei Frauen, sind in Untersuchungshaft. Sie sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Über die weiteren 14 getöteten Terroristen gibt es zur Zeit keine Informationen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Islamische Staat hatte sich in Tadschikistan bereits zur <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zur-attacke-die-zum-tod-von-4-rad-touristen-in-tadschikistan-fuhrte/">Attacke auf ausländische Rad-Touristen am 29. Juli 2018</a> sowie zu <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-islamische-staat-bekennt-sich-zu-aufstand-in-gefangnis/">den Gefängnisauftsänden in Khodjent in der Nacht vom 8. November</a> 2018 und in Vahdat am vergangenen 19. Mai bekannt. Es handelt sich also um den vierten Angriff des IS in Tadschikistan und in Zentralasien innerhalb eines Jahres.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion<br />
</strong><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
<p style="text-align: justify"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Usbekistan und Tadschikistan: Der Handel boomt dank offener Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[openasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 May 2018 18:07:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikisch-usbekische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 16. M&#xE4;rz 2018 k&#xF6;nnen tadschikische und usbekische Staatsb&#xFC;rger sich im Land des anderen f&#xFC;r einen Monat ohne Visum aufhalten. Das ist das Ergebnis des historischen Besuchs des usbekischen Pr&#xE4;sidenten in Tadschikistan vom 9. und 10. M&#xE4;rz. Die Korrespondenten von &#x201E;The Open Asia&#x201C; haben sich am Grenz&#xFC;bergang &#x201E;Dusti&#x201C; umgeschaut. Der Grenz&#xFC;bergang ist mit nur [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-und-tadschikistan-der-handel-boomt-dank-offener-grenzen/">Usbekistan und Tadschikistan: Der Handel boomt dank offener Grenzen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Seit dem 16. März 2018 können tadschikische und usbekische Staatsbürger sich im Land des anderen für einen Monat ohne Visum aufhalten. Das ist das Ergebnis des <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/hintergrund-mirsijojews-historischer-besuch-in-duschanbe/">historischen Besuchs des usbekischen Präsidenten in Tadschikistan vom 9. und 10. März</a>. Die Korrespondenten von „The Open Asia“ haben sich am Grenzübergang „Dusti“ umgeschaut. Der Grenzübergang ist mit nur 70 Kilometern Entfernung der, der der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe am nächsten liegt. Die Öffnung der Grenzen hat hier nicht nur zuvor getrennte Familien wieder zusammengeführt sondern auch die örtliche Wirtschaft angekurbelt. Novastan übersetzt <a href="http://theopenasia.net/articles/detail/svadby-i-biznes-chto-dal-tadzhikam-i-uzbekam-bezvizovyy-rezhim/">den Artikel von The Open Asia</a> mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">An der Haltestelle, von der die Autos zur tadschikischen Grenzstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tursunsoda">Tursunsoda</a> losfahren, stehen Taxifahrer. Die Fahrt bis zur Grenze kostet pro Person 20 Somoni, umgerechnet 2,2 US-Dollar.</span></p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: Hintergrund: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/hintergrund-mirsijojews-historischer-besuch-in-duschanbe/">Mirsijojews historischer Besuch in Duschanbe </a></strong></p>
<p><figure id="attachment_13650" aria-describedby="caption-attachment-13650" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13650" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/8c01a9738a429d0ed97f9fc77792c1fc.jpg" alt="Grenze Tadschikistan Usbekistan Handel" width="1024" height="732" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/8c01a9738a429d0ed97f9fc77792c1fc.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/8c01a9738a429d0ed97f9fc77792c1fc-300x214.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/8c01a9738a429d0ed97f9fc77792c1fc-768x549.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13650" class="wp-caption-text">An der tadschikisch-usbekischen Grenze</figcaption></figure></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">“<i>Drei Mal am Tag fahre ich die Strecke bis zur Grenze und zurück. Mehr schaffe ich einfach nicht. Kunden gibt es allerdings viele, in beide Richtungen und egal zu welcher Tageszeit</i>“, so der Taxifahrer Abdurachmon Samiew. Er erzählt, dass der Großteil seiner Kunden Bewohner der usbekischen Stadt <a href="https://www.google.co.uk/maps/place/Sariasiya,+Usbekistan/@38.4146527,67.8747148,13z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x38b51b530d5790f5:0x39b9d6090c4695cd!8m2!3d38.4154989!4d67.9493822">Sariasiya</a> sind, die die tadschikische Hauptstadt besuchen und abends nach Hause zurückkehren. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Offiziellen Angaben zufolge übertreten täglich bis zu zwei Tausend Bürger beider Länder den Grenzübergang „Dusti“</span></p>
<p class="p3" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Ein neuer Markt an der Grenze </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Neben dem Grenzübergang fällt eine große Menschenmenge ins Auge. Wie sich herausstellt, haben die örtlichen Bewohner hier spontan einen Markt eröffnet, wo nun Waren aus Usbekistan verkauft werden. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Die Preise hier am Grenzübergang seien niedriger als in Tursundaze, der nächsten Stadt, was ihnen einen Vorteil bringt, erzählen die Verkäufer.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Der 30-jährige Usbeke Samandar Kodirow zum Beispiel fährt jeden Morgen zusammen mit seinen Schwestern nach Tadschikistan und abends zurück nach Usbekistan. Sie verkaufen Erbsen für 12,5 Somoni (1,4 US-Dollar) das Kilogramm. In Duschanbe kostet das Kilogramm Erbsen schon 18 Somoni (2 US-Dollar).</span></p>
<p><figure id="attachment_13651" aria-describedby="caption-attachment-13651" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13651" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/17fad450bbc560b707db444a851fcb61.jpg" alt="Tadschikistan Usbekistan Handel Wirtschaft Grenze" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/17fad450bbc560b707db444a851fcb61.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/17fad450bbc560b707db444a851fcb61-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/17fad450bbc560b707db444a851fcb61-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/17fad450bbc560b707db444a851fcb61-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13651" class="wp-caption-text">Der neue Markt nahe der Grenze</figcaption></figure></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">„Wir verkaufen bis zu 300 Kilogramm Erbsen pro Tag. Manchmal kommen unsere Kunden sogar aus Kurgan-Tübe und kaufen alle unsere Säcke auf. Jetzt zum Beispiel ist der Sack mit Erbsen fast leer, mein Bruder bringt gerade zwei neue“, so Kodirow. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Die Grenzkontrolleure beider Länder stehen dem Handel nicht im Wege. Wichtig ist nur, dass ein Qualitätszertifikat vorhanden ist. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Der 53-Jährige Akramboi Mamadow fährt jeden Tag nach Usbekistan um Süßigkeiten, Bonbons und Kinderspielzeug einzukaufen. Er beschloss in den Handel einzusteigen, da er sich zuhause zu sehr langweilte. Sein ganzes Leben hatte Mamadow als Arbeitsmigrant gearbeitet, bis er mit Diabetes diagnostiziert wurde und keine Schwerstarbeiten mehr ausüben konnte.</span></p>
<p><figure id="attachment_13652" aria-describedby="caption-attachment-13652" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13652" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/efca31f490b00207d0b4f254f869d298.jpg" alt="Tadschikistan Usbekistan Grenze Händler Handel" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/efca31f490b00207d0b4f254f869d298.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/efca31f490b00207d0b4f254f869d298-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/efca31f490b00207d0b4f254f869d298-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/efca31f490b00207d0b4f254f869d298-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13652" class="wp-caption-text">Der Händler Mamadow verkauft Spielzeug und Süßigkeiten aus Usbekistan</figcaption></figure></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">„Als die Grenze geöffnet wurde, beschloss ich auszuprobieren, ob es mir gelingt in den Handel einzusteigen. Nun bin ich wieder nützlich für meine Familie und die Kinder. Das Geld, das ich verdiene reicht jetzt zumindest für meine Medikamente“, erzählt Mamadow. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Alle seine Waren verkauft er für 15 Somoni, umgerechnet 1,6 US-Dollar. Genau die gleichen Produkte werden in Duschanbe für das Doppelte verkauft. Es lohnt sich für die meisten Verkäufer allerdings nicht, ihr Geschäft bis in die Hauptstadt auszuweiten, denn der Transport ist teuer.</span></p>
<p><figure id="attachment_13653" aria-describedby="caption-attachment-13653" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13653" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/1b68beb6ec0a33e78a28d07e9d660415.jpg" alt="Grenze Markt Usbekistan Tadschikistan Handel" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/1b68beb6ec0a33e78a28d07e9d660415.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/1b68beb6ec0a33e78a28d07e9d660415-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/1b68beb6ec0a33e78a28d07e9d660415-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/1b68beb6ec0a33e78a28d07e9d660415-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13653" class="wp-caption-text">Der Markt an der Grenze.</figcaption></figure></p>
<p class="p3" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Made in Tajikistan </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Nicht nur Tadschiken kaufen in Usbekistan ein, auch Usbeken fahren nach Tadschikistan, um Produkte zu erstehen. Vor allem tadschikische Aluminiumwaren sind beliebt: <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Мантоварка">Manti-Kocher</a> (<em>spezielle Töpfe in denen die traditionellen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mantı">Manty</a>, mit fleisch gefüllte Teigtaschen gegart werden, Anm.d.Red.</em>), Töpfe und allerlei anderes. Dschudabek Aliew hat zehn Manti-Kocher für je 100 Somoni (11 US-Dollar) zunächst nur für seine Familie eingekauft. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">„Wenn sie den Verwandten gefallen, dann überlege ich, sie auch auf dem Markt zu verkaufen. Zunächst einmal ist wichtig, dass sie meiner Familie gefallen.“, lacht Aliew. </span></p>
<p class="p3" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Usbekische Produkte beeinflussen die Preise in Duschanbe</b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Zum Markt an der Grenze kommen auch viele mit dem Auto aus Duschanbe und kaufen verschiedene Waren ein: Eier, Früchte, Spielzeug und Erbsen. Einer der Fahrer, der sich als Sirdschiddin vorstellt, erklärt, dass er für den persönlichen Gebrauch einkauft, nicht für den Handel.</span></p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-baut-demontierte-bahnstrecke-nach-tadschikistan-wieder-auf/">Usbekistan baut demontierte Bahnstrecke nach Tadschikistan wieder auf</a></strong></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">„Um die Grenze mit einem Auto zu überqueren, muss ein Zoll in Höhe von 50 US-Dollar bezahlt werden. Die Händler hier machen vielleicht Profit, aber es ist trotzdem viel billiger als in Duschanbe.“, erzählt Sirdschiddin.</span></p>
<p><figure id="attachment_13654" aria-describedby="caption-attachment-13654" style="width: 1023px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13654" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/41ca05713d1bcdf29f57fbe96950aca9.jpg" alt="Waren Handel Tadschikistan Usbekistan" width="1023" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/41ca05713d1bcdf29f57fbe96950aca9.jpg 1023w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/41ca05713d1bcdf29f57fbe96950aca9-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/41ca05713d1bcdf29f57fbe96950aca9-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/41ca05713d1bcdf29f57fbe96950aca9-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1023px) 100vw, 1023px" /><figcaption id="caption-attachment-13654" class="wp-caption-text">Die Waren sind an der Grenze sehr viel günstiger als in Duschanbe</figcaption></figure></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Die Öffnung der Grenzen und der Import von usbekischen Produkten hat dadurch auch den Markt in Duschanbe beeinflusst. Ein Sack Mehl kostet zum Beispiel nun nur noch 140 Somoni (15 US-Dollar) anstatt von 180 (20 US-Dollar), ein Korb Eier 18 (2 US-Dollar), anstelle von 27 (3 US-Dollar) und Zucker 6 (0,6 US-Dollar) anstatt von 8 Somoni (0,8 US-Dollar).</span></p>
<p style="text-align: right"><strong>Im russischen Original auf <a href="http://theopenasia.net/articles/detail/svadby-i-biznes-chto-dal-tadzhikam-i-uzbekam-bezvizovyy-rezhim/">The Open Asia</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Charlotte Dietrich</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Es kommt die Zeit, da wir keine Grenzen mehr haben werden“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[katharinakluge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2018 14:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bilaterale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Sooronbaj Dscheenbekow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang der Woche startete eine weitere Runde Verhandlungen &#xFC;ber den Grenzverlauf zwischen Kirgistan und Usbekistan. Nachdem im vergangenen September bereits 85 Prozent der Grenze definiert wurde, sollen nun die restlichen 15 Prozent festgelegt werden. Politischer Wille ist da: Kirgistans Pr&#xE4;sident Sooronbaj Dscheenbekow reiste schon im ersten Monat seiner Amtszeit nach Taschkent. Wie Gazeta.uz berichtete, war [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Anfang der Woche startete eine weitere Runde Verhandlungen über den Grenzverlauf zwischen Kirgistan und Usbekistan. Nachdem </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">im vergangenen September</a> bereits 85 Prozent der Grenze definiert wurde, sollen nun die restlichen 15 Prozent festgelegt werden. Politischer Wille ist da: Kirgistans Präsident Sooronbaj Dscheenbekow reiste schon im ersten Monat seiner Amtszeit nach Taschkent. Wie <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2017/12/14/visit/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a> berichtete, war die Grenzfrage ganz oben auf der Agenda. Wir übersetzen den Bericht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Vom 13. bis 14. Dezember 2017 besuchte der Präsident Kirgistans Sooronbaj Dscheenbekow auf Einladung seines usbekischen Amtskollegen Schawkat Mirsijojews die usbekische Hauptstadt Taschkent. Es war das dritte Treffen von Staatsoberhäuptern beider Länder  in wenigenMonaten. <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">Im September</a> hatte Mirsijojew Bischkek einen Besuch abgestattet, und im Oktober war der damalige Präsident Kirgistans Almasbek Atambajew nach Taschkent gekommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mirsijojews-historischer-besuch-in-kirgistan/">Mirsijojews historischer Besuch in Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf dem Treffen in der außerhalb der Hauptstadt gelegenen Residenz Kuksaroj bekräftigten die Präsidenten ihren Willen zur Verbesserung der Zusammenarbeit ihrer Länder. Beide Seiten bezeichneten das vergangene Jahr als historischen Wendepunkt in der Geschichte der usbekisch-kirgisischen Beziehungen.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir konnten in diesem Jahr viele Fragen klären, und die Bürger beider Länder begrüßen diese Entwicklung</em>“, sagte Mirsijojew auf der abschließenden Pressekonferenz. Er betonte, dass es weiterhin offene Fragen gebe, „<em>aber mit dem guten Willen der Präsidenten beider Staaten können sie gelöst werden</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Dass Dscheenbekow Taschkent als Ziel eines seiner ersten Amtsbesuche wählt, sieht der Präsident Usbekistans als bezeichnende Geste. „<em>Für uns ist Kirgistan der engste und wichtigste Partner</em>“, sagte er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Grenze öffnet sich</strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es kommt die Zeit, da wir keine Grenzen mehr haben werden. Ich wünsche mir das von Herzen. Wir sind eine Nation, wir haben viele Gemeinsamkeiten, und ich glaube, dass wir diesen Punkt erreichen. Wenn wir in einem Jahr so viele Fragen klären konnten, dann glaube ich, dass wir auch in Zukunft mit Sooronbaj Dscheenbekow sehr viele Fragen klären werden</em>“, fügte er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Die Grenzstatt Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der kirgisische Präsident betonte, dass die Vereinbarung über die Staatsgrenze zwischen den beiden Ländern und der Beschluss über die Abschaffung der Beschränkung in einzelnen Kontrollpunkten für viele Menschen eine gute Nachricht sei. „<em>Die Bewohner der Grenzregionen nahmen die Beschlüsse mit Freundentränen auf</em>“, sagte er. „<em>Die Grenze zwischen unseren Ländern ist zu einem Tor der Freundschaft und Zusammenarbeit geworden</em>“.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zusammenwachsen auch im Wirtschaftlichen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Schawkat Mirsijojew gab bekannt, dass die Gespräche für beide Seiten in vielen Punkten erfolgreich verlaufen seien, so auch in Fragen des Handels und der Logistik.</p>
<p><figure id="attachment_9338" aria-describedby="caption-attachment-9338" style="width: 1536px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9338" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o.jpg" alt="Grenzposten Usbekistan Kirgistan Osch" width="1536" height="1176" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o-300x230.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o-768x588.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o-1024x784.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1313870660_3a6bdb72a3_o-1300x995.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px" /><figcaption id="caption-attachment-9338" class="wp-caption-text">An der kirgisisch-usbekischen Grenze</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Beide Länder konnten den höchsten Handelsumsatz in der Geschichte ihrer bilateralen Beziehung erreichen. In diesem Jahr (2017, Anm. d. Red.) liegt der Umsatz bisher bei 250 Millionen Dollar. „<em>Bis zum Jahresende kann er sogar auf bis zu 280 Millionen ansteigen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Handelsumsatz bis auf 500 Millionen Dollar zu erhöhen, die Grundlagen dafür sind bereits gelegt</em>“, betonte der usbekische Präsident.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/astana-ein-gipfel-fur-nichts/">Astana – eine Gipfel für nichts?</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Delegationen der Länder vereinbarten die Eröffnung neuer Buslinien und Flugverbindungen sowohl zwischen den Hauptstädten, als auch zwischen Taschkent und Osch, aufgrund der „<em>sehr hohen Nachfrage</em>“, sowie eine Verdoppelung der Anzahl der Flugverbindungen zwischen Taschkent und Bischkek. Es gäbe zudem Pläne, eine Zugverbindung zum Issikkölsee zu schaffen, sagte Schawkat Mirsijojew. Des Weiteren werden Usbekistan und Kirgistan gemeinsam an dem Projekt der Errichtung der Eisenbahnstrecke „China-Kirgistan-Usbekistan“ arbeiten. Die Arbeitsgruppen beider Länder trafen sich dazu am 25. Dezember.</p>
<p style="text-align: justify">Wie die usbekische Nachrichtenagentur UzA berichtet, bekräftigten beide Seiten ihren Wille zur aktiven Entwicklung der Außenhandelsinfrastruktur sowie der Unterstützung von Export und Import. Gemeinsame Handelszentren sollen entstehen, Business-Foren und nationale Industrieausstellungen auf gemeinsamer Basis durchgeführt werden.</p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisische Seite befürwortete den Vorschlag, die erste Versammlung des Rats der Chokime (Vorsitzende der Regionalverwaltung, Anm. d. Red.) der Grenzregionen in Usbekistan unter der Schirmherrschaft der Premierminister beider Länder durchzuführen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch Fragen der Zusammenarbeit beider Länder im Bereich der Wasserenergie wurden diskutiert. Beide Seiten einigten sich auf die Errichtung einer gemeinsamen Wasserwirtschaftskommission, welche in näherer Zeit zur Besprechung dieser Fragen zusammenkommen soll.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kultur überwindet Grenzen</strong></p>
<p style="text-align: justify">In diesem Jahr war eine kirgisische Theatergruppe zu Besuch im Ferganatal, und usbekische Künstler kamen zu Gastspielen nach Osch, Ösgen, Arawan, Nookat, Kara-Suu und Dschalalabad. In Kirgistan fanden die Tage der usbekischen Kultur statt. Daraufhin vereinbarten die Oberhäupter beider Länder, 2018 die Tage der kirgisischen Kultur in Usbekistan zu veranstalten. Weiterhin soll im Jahr 2018 das 90-jährige Jubiläum des berühmten kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow in beiden Ländern gefeiert werden.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Pressekonferenz überreichte Dscheenbekow dem usbekischen Oberhaupt den Orden „Danaker“, welcher diesem vom vorhergehenden kirgisischen Präsidenten Atambaew am 21. November für seine Verdienste in der Förderung der bilateralen Beziehungen verliehen worden war. „Danaker“ bedeutet „Schlichter“. Mit diesem Orden, welcher eine der höchsten staatlichen Ehrungen Kirgistans darstellt, werden Menschen geehrt, welche sich einsetzen für internationale und interethnische Verständigung, Freundschaft und Zusammenarbeit.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://www.gazeta.uz/ru/2017/12/14/visit/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Katharina Kluge</strong></p>
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		<title>Falscher Name, Doppelte Staatsbürgerschaft – Verhafteter Ex-Ringer saß trotzdem im kirgisischen Parlament</title>
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		<dc:creator><![CDATA[folkee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2018 12:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Organisierte Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitte Februar wurde der kirgisische Parlamentsabgeordnete&#xA0;Damirbek Asylbek uluu in Almaty wegen Verdachts auf Schmuggel verhaftet. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Ex-Ringer auch kasachischer Staatsb&#xFC;rger ist und anders hei&#xDF;t, als offiziell bekannt. Wie konnte er ins Parlament kommen? In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar verhafteten kasachische Spezialeinheiten 35 Menschen, darunter den kirgisischen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Mitte Februar wurde der kirgisische Parlamentsabgeordnete Damirbek Asylbek uluu in Almaty wegen Verdachts auf Schmuggel verhaftet. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Ex-Ringer auch kasachischer Staatsbürger ist und anders heißt, als offiziell bekannt. Wie konnte er ins Parlament kommen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar verhafteten kasachische Spezialeinheiten 35 Menschen, darunter den kirgisischen Abgeordneten Damirbek Asylbek uluu und drei weitere kirgisische Staatsbürger. Er wurde in einem Restaurant in Almaty aufgegriffen, das er mit einem kirgisischen Geschäftsmann und einem kasachischen Grenzschutzbeamten besuchte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, der <a href="https://24.kg/obschestvo/77130_arest_asyilbek_uulu_damirbeka_vkazahstane_ego_nazvali_glavoy_kontrabandistov/">Kopf eines internationalen Schmuggelrings</a> zu sein, der chinesische Waren unverzollt über Kirgistan und Usbekistan, nach Kasachstan und Russland eingeführt und damit enorme Summen verdient hat. Zu diesem Zweck sollen Beamte den Grenzübergängen zwischen diesen Ländern bestochen worden sein. Ein Richter in Almaty hat eine zweimonatige Untersuchungshaft angeordnet.</p>
<p style="text-align: justify">Der Schmuggel von chinesischen Waren, die von Kirgistan aus die kasachischen und russischen Märkte überfluten, ist ein großes Problem für die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU). Seit Kirgistan 2015 der EAWU beitrat, hat sich die Situation noch verschlimmert, weil Zollgrenzen abgebaut wurden.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nicht-kirgistan-sondern-schmuggelstan/">„Nicht Kirgistan, sondern Schmuggelstan“</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Seiner <a href="http://www.kenesh.kg/ru/deputy/show/80/asilbek-uulu-damirbek">offiziellen Biografie</a> zufolge wurde der nun verhaftete Asylbek uluu am 3. Februar 1981 in Karakol im Osten Kirgistans geboren. 1998 schloss er die olympische Ringerschule in Bischkek ab. Danach machte er an einer Hochschule in Dschalalabad einen Abschluss in Buchhaltung arbeitete bei verschiedenen Firmen, unter anderen bei den Telekom-Unternehmen. 2009 wurde er erstmals als Abgeordneter der Partei des damaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Bakiew </a>in die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a>, das kirgisische Parlament, gewählt. Nach Bakiews Sturz 2010 trat er aus der Partei aus. Seit 2015 sitzt er für die Partei „Kirgistan“ im Parlament, diese stellt die zweitstärkste Fraktion und gehört der Regierungskoaliton an.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Damirbek oder Dinarbek?<br />
</strong>Einige Tage nach seiner Verhaftung postete der Politiker und Aktivist Edil Baisalow <a href="https://www.facebook.com/EdilBaisalov/">auf Facebook</a>: „<em>Ich konnte buchstäblich in einer halben Stunde herausfinden, dass der Abgeordnete Damirbek Asylbek uluu eigentlich Dinarbek Supataew heißt. Seine Familie und Bekannten nennen ihn nur Dina! Und er wurde nicht 1981 geboren, sondern 1979!</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Baisalow zufolge hat sich Asylbek uluu 1997 zwei Jahre jünger gemacht, um an der Weltmannschaft im Ringen für 16-Jährige teilnehmen zu können, bei der er die Bronzemedaille gewann. 2001 gewann er die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2001_Asian_Wrestling_Championships">Silbermedaille</a> bei den Asienmeisterschaften im Ringen, allerdings nicht für Kirgistan, sondern für Kasachstan. Danach ist er Baisalow zufolge mehrmals kasachischer Meister im Ringen geworden. „<em>Ich habe eine Frage für den GKNB [kirgisischer Geheimdienst]: wie konnte ein Mensch mit geänderten Daten Abgeordneter werden, und nicht nur einmal, sondern zwei Mal, 2009 und 2015</em>“, schrieb Baisalow in seinem Post.</p>
<p style="text-align: justify">Am Tag nach dieser Veröffentlichung gab das kasachische Innenministerium bekannt, dass Asylbek uluu ihren Informationen zufolge nicht in Kirgistan, sondern im kasachischen Gebiet Korday, zwischen Bischkek und Almaty, geboren wurde. Er besitze daher die kasachische Staatsbürgerschaft, seinen Pass habe er zuletzt 2010 verlängern lassen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Behörden wissen von Namensänderung nichts </strong><br />
Journalisten des Nachrichtenportals <a href="https://ru.sputnik.kg/society/20180222/1037868907/nastoyashchee-imya-deputata-zaderzhanie-kazahstan.html">Sputnik.kg</a> haben mittlerweile Asylbek uluus ehemaligen kirgisischen Trainer  Mejrambek Achmetow ausfindig gemacht, der Baisalows Angaben bestätigte. Der Abgeordnete ist ihm zufolge 2001 nach Kasachstan gegangen, weil dort die Bedingungen für Sportler besser waren. Damals soll er auch seinen Namen geändert haben. Sputnik zufolge liegen den kirgisischen Behörden liegen keine Angaben über eine Namensänderung vor. Asylbek uluu hat sich Achmetow zufolge in den letzten Jahren sehr um den Ringsport verdient gemacht und unter anderem dafür gesorgt, dass die Asienmeisterschaften im Ringen 2018 in Bischkek stattfinden.</p>
<p style="text-align: justify">In Kirgistan ist es Abgeordneten nicht gestattet, zwei Staatsbürgerschaften zu besitzen. Ein ehemaliges Mitglied der zentralen Wahlkommission sagte der Nachrichtenseite <a href="https://kaktus.media/doc/370766_mid_kr_podtverdil_dvoynoe_grajdanstvo_y_depytata_asylbek_yyly_damirbeka.html">Kaktus.media</a> allerdings, dass es in den meisten Fällen unmöglich ist, festzustellen, ob Abgeordnete russische oder kasachische Staatsbürger sind. &#8222;<em>Die Behörden anderer Länder antworten einfach nicht auf Anfragen zur Staatsbürgerschaft und erklären dies dadurch, dass sie nicht das Recht haben, offiziell personenbezogene Daten ihrer Bürger zu veröffentlichen.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Mit Material von <a href="https://kloop.kg/blog/2018/02/23/kyrgyzstan-i-kazahstan-razbirayutsya-gde-rodilsya-zaderzhannyj-kyrgyzskij-deputat-borets-chto-proishodit/">Kloop.kg</a>, <a href="https://24.kg/obschestvo/77130_arest_asyilbek_uulu_damirbeka_vkazahstane_ego_nazvali_glavoy_kontrabandistov/">24.kg</a>, <a href="https://ru.sputnik.kg/society/20180222/1037868907/nastoyashchee-imya-deputata-zaderzhanie-kazahstan.html">Sputnik.kg</a> und <a href="https://kaktus.media/doc/370766_mid_kr_podtverdil_dvoynoe_grajdanstvo_y_depytata_asylbek_yyly_damirbeka.html">Kaktus.media</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Folke Eikmeier</strong><br />
<strong>Novastan-Redakteur in Bischkek</strong></p>
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