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	<title>Grenze Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Grenze Archives</title>
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		<title>Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 18:02:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an der afghanischen Grenze hat die Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit (OVKS) Waffenlieferungen nach Tadschikistan aufgenommen und somit die zentrale Rolle des Landes in der regionalen Sicherheitsarchitektur best&#xE4;tigt. &#xDC;ber die milit&#xE4;rische Unterst&#xFC;tzung hinaus spiegelt dieser Schritt eine strategische Neuausrichtung der Organisation auf ihre s&#xFC;dliche Flanke in Zentralasien wider. Als &#x201E;Friedhof [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an der afghanischen Grenze hat die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) Waffenlieferungen nach Tadschikistan aufgenommen und somit die zentrale Rolle des Landes in der regionalen Sicherheitsarchitektur bestätigt. Über die militärische Unterstützung hinaus spiegelt dieser Schritt eine strategische Neuausrichtung der Organisation auf ihre südliche Flanke in Zentralasien wider.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als „Friedhof der Imperien“ bleibt Afghanistan für seine Nachbarn ein Faktor chronischer Instabilität. An seiner Nordgrenze steht Tadschikistan seit mehreren Jahren im Mittelpunkt der regionalen Sicherheitsbedenken. Vor diesem Hintergrund hat die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit</a> (OVKS) die Einleitung eines Programms zur Lieferung von Waffen nach Duschanbe bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Hilfe ist <a href="https://eurasianet.org/mounting-worries-on-tajik-afghan-border-prompt-csto-action">laut Eurasianet</a> Teil einer umfassenderen Dynamik. In den letzten Wochen haben der russische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Sergej Lawrow</a> und der neue Generalsekretär der OVKS <a href="https://en.odkb-csto.org/structure/masadykov-taalatbek-shamudinovich.php">Taalatbek Masadykow</a> die zentrale Rolle Zentralasiens in der aktuellen Doktrin der Organisation <a href="https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/lavrov-says-central-asia-afghanistan-central-problems-for-collective-security-treaty-organization/3817845">hervorgehoben</a> und betont, dass die mit der Instabilität in Afghanistan verbundenen Risiken eingedämmt werden müssen. Auch wenn nur wenige Details über die genaue Art der gelieferten Ausrüstung bekannt gegeben wurden, ist das politische Signal klar: Tadschikistan wird zum wichtigsten Ankerpunkt des Sicherheitssystems der OVKS.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waffenlieferungen als Zeichen wachsender Sicherheitsbedenken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage verdeutlicht die Logik dieser Verstärkung. Tadschikistan teilt eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze mit Afghanistan. Diese zeiht sich entlang einer schwer kontrollierbaren Bergkette, die von den regionalen Behörden regelmäßig als anfällig für Infiltrationen, Schmuggel und Aktivitäten bewaffneter Gruppen beschrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Grenze, die aus den anglo-russischen Abkommen von 1895 hervorgegangen ist und dem Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> folgt, wird zudem von Kabul weiterhin angefochten. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 ist sie zu einem Schwerpunkt für Moskau und die OVKS geworden, die eine fortschreitende Destabilisierung der Südflanke des postsowjetischen Raums verhindern wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der strategischen Bedeutung der angekündigten Maßnahme wurden nur wenige Details darüber veröffentlicht. Die Behörden machten weder Angaben zur genauen Art der betroffenen Ausrüstung noch zu deren Umfang, Zeitplan oder finanziellen Modalitäten. Diese Undurchsichtigkeit, die im militärischen Bereich und noch mehr innerhalb der OVKS häufig anzutreffen ist, unterstreicht jedoch die Sensibilität des Themas und den Wunsch, angesichts eines instabilen regionalen Umfelds politischen und strategischen Spielraum zu bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/vier-jahre-fuer-19-minuten-die-geschichte-von-aigerim-tleujanova-aktivistin-des-qantar/">Vier Jahre für 19 Minuten: Die Geschichte von Aıgerim Tleujanova, Aktivistin des Qantar</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang erscheint die militärische Hilfe nicht bloss als einfache Geste der Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten, sondern vielmehr als Instrument der präventiven Stabilisierung. Durch die Stärkung von Tadschikistans Kapazitäten versucht die OVKS in erster Linie, das als am stärksten gefährdet geltende Glied ihres regionalen Systems zu konsolidieren. Hierbei werden aber eher Risiken antizipiert als auf eine offene Krise zu reagiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dreh- und Angelpunkt der „Südfront” </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten Zwischenfälle an der tadschikisch-afghanischen Grenze veranschaulichen die kollektive Dimension der Sicherheitsprobleme, mit denen die OVKS konfrontiert ist. Laut <a href="https://timesca.com/tajik-border-troops-kill-three-afghans-suspected-of-opium-smuggling/">The Times of Central Asia</a> haben tadschikische Grenzsoldaten am 29. Januar im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shamsiddin_Shohin_District">Bezirk Schamsiddin Schochin</a> fünf afghanische Staatsangehörige aufgegriffen, die des Opiumschmuggels verdächtigt wurden. Drei von ihnen wurden bei einem Fluchtversuch getötet. Vor Ort beschlagnahmten die Sicherheitskräfte drei Kalaschnikow-Sturmgewehre, etwa 150 Schuss Munition unterschiedlichen Kalibers sowie 73 Pakete Haschisch und Opium. Außerdem wurde ein Boot entdeckt, das zum Überqueren des Grenzflusses bestimmt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/mit-wem-hat-tadschikistan-freihandelsabkommen/">Mit wem hat Tadschikistan Freihandelsabkommen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Drogenhandel und der Waffenhandel aus Afghanistan versorgen seit Jahren Netzwerke, die über Zentralasien nach Russland führen, wodurch die tadschikisch-afghanische Grenze zu einem direkten Kontaktpunkt zwischen lokalen Bedrohungen und dem kollektiven Sicherheitsraum der Organisation wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Konstellation spielt Tadschikistan eine Rolle als Pufferstaat, dessen Stabilität jene des gesamten regionalen Systems bedingt. Eine anhaltende Verschlechterung der Lage im Süden wäre nicht nur eine bilaterale Herausforderung, sondern könnte auch eine Kettenreaktion auslösen: eine Zunahme illegaler Ströme in die Nachbarstaaten, einen erhöhten Druck auf die Kontrollkapazitäten der OVKS-Mitglieder und letztlich eine Schwächung der Glaubwürdigkeit der kollektiven Sicherheit selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Strategische Rückkehr der OVKS in Zentralasien?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Lieferungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, zu dem die OVKS versucht, ihren Platz in der eurasischen Sicherheitsarchitektur neu zu definieren. Seit 2022 wurde die Organisation durch mehrere Krisen geschwächt. Insbesondere im Südkaukasus war sie unfähig, den Erwartungen Armeniens während der beiden Kriege um Bergkarabach gegen Aserbaidschan gerecht zu werden, was heftige Kritik an ihrer Effizienz und ihrem Zusammenhalt hervorrief. Jerewan hat seitdem seine Teilnahme an der Organisation eingefroren und unterstützt de facto keine Entscheidung der OVKS.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-nutzt-interpol-um-oppositionelle-im-ausland-aufzuspueren/">Tadschikistan nutzt Interpol, um Oppositionelle im Ausland aufzuspüren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund scheint Zentralasien ein konsensfähigeres Terrain zu sein, um die Relevanz der OVKS zu bekräftigen. Die Mitgliedstaaten teilen eine relativ übereinstimmende Wahrnehmung der Risiken, die mit der Instabilität in Afghanistan verbunden sind, sei es in Bezug auf illegalen Handel, Waffenverkehr oder diffuse Sicherheitsbedrohungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, die Glaubwürdigkeit der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit wiederherzustellen und den russischen Einfluss in einer Region zu festigen, die durch einen verstärkten Wettbewerb externer Akteure, insbesondere Chinas, der Türkei und der Europäischen Union, gekennzeichnet ist. Auch wenn eine Waffenlieferung nicht ausreicht, um eine Doktrin der kollektiven Sicherheit zu definieren, sendet sie doch eine klare Botschaft: Die Organisation will weiterhin ein strukturierender Akteur für die regionale Sicherheit in Zentralasien bleiben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lotsc-lance-un-programme-de-livraison-darmes-au-tadjikistan/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Russland und Kasachstan: eine Welle von Einreiseverboten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2025 23:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abweisungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Forschende, Aktivist:innen und Journalist:innen: F&#xFC;r einige kasachstanische Pers&#xF6;nlichkeiten wird die Einreise nach Russland unm&#xF6;glich. Kasachstan wiederum hat Vergeltungsma&#xDF;nahmen gegen mehrere russische Staatsangeh&#xF6;rige ergriffen. Irina Mednikova erfuhr es am Flughafen: Die Journalistin, Gr&#xFC;nderin des kasachstanischen Jugendinformationsdienstes und Menschenrechtsaktivistin, durfte ihr Flugzeug nach Moskau nicht besteigen. Wie das Nachrichtenportal Orda berichtet, erkl&#xE4;rte sie in den sozialen Medien, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Forschende, Aktivist:innen und Journalist:innen: Für einige kasachstanische Persönlichkeiten wird die Einreise nach Russland unmöglich. Kasachstan wiederum hat Vergeltungsmaßnahmen gegen mehrere russische Staatsangehörige ergriffen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Irina Mednikova erfuhr es am Flughafen: Die Journalistin, Gründerin des kasachstanischen Jugendinformationsdienstes und Menschenrechtsaktivistin, durfte ihr Flugzeug nach Moskau nicht besteigen. Wie das Nachrichtenportal <a href="https://orda.kz/kazahstanskoj-zhurnalistke-zapretili-vezd-v-rossiju-401824/">Orda</a> berichtet, erklärte sie in den sozialen Medien, dass sie keine offiziellen Informationen erhalten habe, die ihre Ablehnung rechtfertigen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später erfuhr Mednikova vom Flughafenpersonal, dass sie kein Einzelfall war: Mehreren Reisenden aus Kasachstan war in den vergangenen Wochen die Einreise nach Russland untersagt worden, weil sie auf eine Liste „unerwünschter Personen“ gesetzt worden waren.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Mai erklärte Didar Smagulov, der in Kasachstan für seinen Kampf gegen Korruption bekannt ist, dass ihm dasselbe Schicksal widerfahren sei. Der Aktivist wollte nach Russland reisen, um einem Freund bei der Lösung eines Rechtsproblems zu helfen. Wie <a href="https://orda.kz/kazahstanskomu-borcu-s-korrupciej-didaru-smagulovu-navsegda-zapretili-vezd-v-rossiju-401767/">Orda</a> berichtet, erfuhr Smagulov, dass ihm die Einreise in das Land dauerhaft untersagt sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>70 kasachstanische Forschende abgewiesen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer Recherche von <a href="https://rus.azattyq.org/a/okolo-70-nashih-uchenyh-desyatkam-issledovateley-iz-kazahstana-uzhe-neskolko-let-zapreschen-vezd-v-rossiyu/33408204.html">Radio Azattyq</a>, dem kasachstanischen Dienst von Radio Free Europe, wurde in den vergangenen Jahren rund 70 kasachstanischen Forschenden die Einreise auf russisches Territorium verweigert. Viele von ihnen hätten sich auf die sowjetische Geschichte spezialisiert, insbesondere auf die stalinistische Repression in Kasachstan, heißt es in dem Artikel. Auch kasachstanische Abgeordnete sollen auf der „schwarzen Liste“ stehen, berichtet der russischsprachige Dienst der <a href="https://www.dw.com/ru/kazahstanrossia-kto-v-zakrytom-spiske-nezelatelnyh-lic/a-72418404">Deutschen Welle</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Abgewiesenen gehören laut <a href="https://aoc.media/analyse/2021/11/18/la-russie-nie-toujours-la-responsabilite-de-staline-dans-la-famine-au-kazakhstan-et-en-ukraine/">AOC</a> Sultan Akimbekov, Autor einer Studie über <a href="https://qalam.global/en/articles/the-kazakh-steppe-from-russian-empire-to-soviet-utopia-en-8">Hungersnöte</a> im Zusammenhang mit der Kollektivierung, und Araılym Musagalieva, Mitglied der staatlichen Kommission zur Rehabilitation von Opfern politischer Repression. Ihre Recherchen decken Grauzonen in der sowjetischen Geschichte&nbsp;sowie von den Behörden begangene Verbrechen auf, die Russland lieber leugnen oder verheimlichen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-nicht-erzaehlte-geschichte-des-hungers-eine-rezension-von-sarah-camerons-buch-hungrige-steppe/"><strong>Die nicht erzählte Geschichte des Hungers – eine Rezension von Sarah Camerons Buch „Hungrige Steppe“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Profil der Betroffenen zeigt, dass ihre Positionen zu bestimmten Themen in Russland als politisch heikel wahrgenommen werden. Die heroische Interpretation der sowjetischen Vergangenheit stellen sie offen in Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland versucht, sich vor jeglicher Kritik aus Kasachstan zu schützen. Ob es sich nun um Aktivist:innen, Journalist:innen oder sogar Forschende handelt – die Betroffenen müssen manchmal im letzten Moment feststellen, dass ihnen die Einreise nach Russland verboten ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reziproke Mittel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist eine neue Form der diplomatischen Konfrontation, die diskret zwischen Kasachstan und Russland stattfindet. Die Verbote folgen dabei aber einer gewissen Logik der Gegenseitigkeit. Am 27. April 2025 wurde Andrei Grosin, einem russischen Forscher am Institut der GUS-Staaten, die Einreise nach Kasachstan verboten. Der russische Historiker ist vor allem für seine feindselige Haltung gegenüber Kasachstan bekannt, dem er „Russophobie“ vorwirft und dass es eine ähnliche Entwicklung wie die Ukraine verfolge. Zwei Jahre zuvor wurde auch dem russischen Abgeordneten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Fjodorowitsch_Satulin">Konstantin Satulin</a> die Einreise nach Kasachstan verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/?noredirect=de-DE"><strong>Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://www.dw.com/ru/kazahstanrossia-kto-v-zakrytom-spiske-nezelatelnyh-lic/a-72418404">Deutsche Welle</a> gibt es auch auf der kasachstanischen Seite eine spezielle Liste von Personen, denen die Einreise verweigert wird. Namhaftester Vertreter auf der Liste war der 2022 verstorbene Rechtspopulist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wolfowitsch_Schirinowski">Wladimir Schirinowski</a>. Weitere bekannte Persönlichkeiten sind die Fernsehmoderatorin Tina Kandelaki, der Schauspieler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tigran_Edmondowitsch_Keossajan">Tigran Keossejan</a>, der neofaschistische Philosoph <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Geljewitsch_Dugin">Alexander Dugin</a>, der Politologe Nikita Mendkovitsch sowie die Abgeordneten der Staatsduma <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Alexejewitsch_Fjodorow">Jewgeni Fjodorow</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wjatscheslaw_Alexejewitsch_Nikonow">Wjatscheslaw Nikonow</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Olegowitsch_Tolstoi">Pjotr ​​Tolstoi</a>. Genug, um Verwirrung in den russisch-kasachstanischen Beziehungen zu stiften.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aleyna Aydiner für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/russie-kazakhstan-interdictions-d-entree-sur-le-territoire-aux-citoyens-des-deux-pays/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Romane Haquette]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 19:54:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzabkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pr&#xE4;sidenten Tadschikistans und Kirgistans haben in Bischkek das Abkommen &#xFC;ber die gemeinsame Grenze ihrer L&#xE4;nder abgeschlossen und somit ein schwieriges Kapitel der bilateralen Geschichte hinter sich gelassen. Die vier Jahre lang geschlossene Grenze wurde wieder ge&#xF6;ffnet, das m&#xFC;hsam verhandelte Grenzabkommen ist mittlerweile in Kraft. Es war ein historischer Moment: Am 13. M&#xE4;rz haben Kirgistans [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Präsidenten Tadschikistans und Kirgistans haben in Bischkek das Abkommen über die gemeinsame Grenze ihrer Länder abgeschlossen und somit ein schwieriges Kapitel der bilateralen Geschichte hinter sich gelassen. Die vier Jahre lang geschlossene Grenze wurde wieder geöffnet, das mühsam verhandelte Grenzabkommen ist mittlerweile in Kraft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war ein historischer Moment: Am 13. März haben Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> und sein tadschikischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> in Bischkek ein Abkommen über die gemeinsame Grenze ihrer Länder <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250313/tochka-postavlena-prezidenti-tadzhikistana-i-kirgizstana-podpisali-dogovor-o-gosudarstvennoi-granitse">unterzeichnet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Händedruck beendeten sie einen jahrzehntelangen Konflikt. <em>„Alle heute unterzeichneten Dokumente werden eine neue Seite in den tadschikisch-kirgisischen Beziehungen aufschlagen“</em>, fügte der tadschikische Präsident hinzu. Rahmon war am Tag zuvor feierlich in Kirgistans Hauptstadt empfangen worden, berichtet <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-deal-historic-peace-agreement/33345668.html">Radio Free Europe</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-reopens-deal/33346872.html">Noch am Tag der Unterzeichnung</a> wurde die Grenze zwischen den beiden Ländern wieder geöffnet, nachdem sie nach den Zusammenstößen im April 2021 fast vier Jahre lang <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-schliesst-seine-grenze-zu-tadschikistan/?noredirect=de-DE">geschlossen</a> gewesen war. Ein Moment, auf den viele Bewohner:innen umliegender Dörfer lange gewartet hatten und ihr Wiedersehen mit Verwandten auf der anderen Seite <a href="https://rus.ozodi.org/a/33346577.html">feierten</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzziehung als sowjetisches Erbe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan war seit mehreren Jahrzehnten Gegenstand teils gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Bevölkerungsgruppen. Die zu Sowjetzeiten festgelegte Republikgrenzen waren teilweise ungenau und berücksichtigten nicht die ethnischen Wurzeln in den jeweiligen Gebieten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhoben beide Staaten teilweise Anspruch auf dieselben Regionen, was zu Spannungen führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/"><strong>Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Vereinbarung vom 13. März waren zwischen Tadschikistan und Kirgistan fast 70 Gebiete beziehungsweise 30 Prozent ihrer gemeinsamen Grenze umstritten. 519,9 Kilometer waren vor 2011 festgelegt worden, die restlichen 486,94 Kilometer erst in den letzten drei Jahren, fasst das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/vlast/322660_podpisano_soglashenie_ogranitse_mejdu_kyirgyizstanom_itadjikistanom/">24.kg</a> zusammen. Von diesen Konflikten war das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> am stärksten betroffen. Dort treffen sich Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Alle drei Länder haben dabei verschiedene Exklaven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schlimmsten Zusammenstöße ereigneten sich im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">April 2021</a>, als 50 Menschen ums Leben kamen, und im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/?noredirect=de-DE">September 2022</a> mit 100 Toten, darunter 50 Zivilist:innen. In beiden Fällen eskalierte der Konflikt durch den Einsatz von Streitkräften und schweren Waffen sowie durch die Ausweitung der Kämpfe entlang weiter Teile der Grenze auf ein bislang <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ein-eingefrorener-konflikt-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">beispielloses Ausmaß an Gewalt</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Sehr schwierige“ Verhandlungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Februar wurde in Bischkek ein erstes Protokoll <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-historischer-tag-kirgistan-und-tadschikistan-unterzeichnen-grenzabkommen/?noredirect=de-DE">unterzeichnet</a>, dem Kirgistans Geheimdienstchef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a> <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-deal-historic-peace-agreement/33345668.html">zufolge</a> <em>„ sehr schwierige“</em> Verhandlungen vorraus gegangen waren. Die Staaten beschlossen schließlich, sich an Karten aus dem Jahr 1991 zu orientieren. Zuvor hatte Tadschikistan auf die Verwendung von Karten aus den Jahren 1924-1929 bestanden, während Kirgistan Grenzziehungen aus dem Jahr 1950 als maßgeblich erachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Gebiete wurden ausgetauscht, insbesondere zwischen dem kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Batken">Bezirk Batken</a> und dem tadschikischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Bezirk Isfara</a>. Beide Staaten erhalten etwa 142 Hektar in diesen Regionen, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/kyrgyzsko-tadzhikskaya-granitsa-kak-podelili-uchastki-dorogi-i-drugie-obekty/33330138.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. Das 91 Hektar große, kirgisische Dorf Dostuk wurde beispielsweise im Austausch für ein ebenso großes Gebiet vollständig an Tadschikistan abgetreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-historischer-tag-kirgistan-und-tadschikistan-unterzeichnen-grenzabkommen/"><strong>„Ein historischer Tag“: Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnen Grenzabkommen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal der tadschikischen Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a>, Schauplatz zahlreicher Zusammenstöße, hatte die Verhandlungen lange Zeit verlangsamt. <a href="https://kaktus.media/doc/518764_kamchybek_tashiev_rasskazal_kak_reshilsia_vopros_s_ispolzovaniem_zemli_vokryg_anklava_voryh.html">Laut Kamtschybek Taschijew</a> hatte Tadschikistan seit 1991 19.000 Hektar Land außerhalb der Exklave besetzt. Am Ende des Abkommens sei diese Fläche auf 14.500 Hektar reduziert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für tadschikische Bürger:innen, deren Häuser auf der kirgisischen Seite liegen, und umgekehrt für kirgisische Bürger:innen, die auf der anderen Seite wohnen, beabsichtigen die Regierungen, eine Umsiedlung durchzuführen. <em>„Wir werden an einem anderen Ort Häuser für sie bauen und dabei die Größe der Grundstücke berücksichtigen“</em>, versicherte Präsident Dschaparow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stärkere Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Treffen vom 13. März ist nur der erste Schritt zu stärkerer Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Laut dem <a href="https://www.president.tj/event/news/49967">Pressedienst</a> des tadschikischen Präsidenten unterzeichneten die beiden Staatsoberhäupter außerdem mehrere Kooperationsabkommen in verschiedenen Bereichen, darunter Landwirtschaft, Stadtplanung, neue Technologien und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Bereits am 4. März hatten beide Regierungen ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, ihren Handel bis 2030 auf 500 Millionen US-Dollar (463 Millionen Euro) zu steigern, berichtete <a href="https://rus.ozodi.org/a/kyrgyzstan-i-tadzhikistan-namereny-dovesti-vzaimnyy-tovarooborot-do-500-mln-dollarov-ranee-strany-dostigli-soglasiya-po-obschey-granitse/33335799.html">Radio Ozodi</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage des Zugangs zu Wasser, die regelmäßig zu Spannungen in der Region führt, wurde angegangen. Dies betrifft insbesondere bestimmte Reservoirs, die von beiden Ländern genutzt werden und die in der Vergangenheit wiederholt als Druckmittel dienten. Das zusammen mit dem Grenzvertrag <a href="https://fergana.media/news/137213/">geschlossene Abkommen</a> „Über die Gewährleistung des Zugangs zu Wasser- und Energieanlagen“ soll dem entgegenwirken.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-41984" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sadyr Dschaparow, Emomali Rahmon und Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev beim &#8222;Fergana-Tal-Gipfel&#8220; am 31. März in Chudschand, Photo: president.uz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem am 19. März die Parlamente <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250319/parlament-kirgizstana-odobril-ratifikatsiyu-dogovora-o-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Kirgistans</a> und Tadschikistans das Abkommen jeweils ratifiziert hatten, tauschten die beiden Präsidenten am 31. März <a href="https://fergana.media/news/137213/">bei ihrem erneuten Zusammentreffen</a> im Rahmen des <a href="https://fergana.news/news/137220/">Fergana-Tal-Gipfels</a> im tadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> die Ratifizierungsurkunden aus. Das lange und zäh verhandelte Grenzabkommen zwischen den beiden zentralasiatischen Republiken ist damit in Kraft.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/president-tadjik-visite-kirghizstan-finaliser-accord-frontiere/"><strong>Französischen</strong></a><strong> (und überarbeitet) von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>&#8222;Ein historischer Tag&#8220;: Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnen Grenzabkommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zoé Toulouse]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 17:34:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regierungsdelegationen aus Kirgistan und Tadschikistan haben sich getroffen, um das Schlussprotokoll &#xFC;ber die Festlegung der gemeinsamen Grenze zu unterzeichnen und damit jahrzehntelang dahinschwelende Konflikte zu beenden. Das Dokument muss nun von den Parlamenten und anschlie&#xDF;end von den Pr&#xE4;sidenten der beiden L&#xE4;nder unterzeichnet werden. Der 21. Februar war ein &#x201E;ganz besonders historischer Tag f&#xFC;r die V&#xF6;lker [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Regierungsdelegationen aus Kirgistan und Tadschikistan haben sich getroffen, um das Schlussprotokoll über die Festlegung der gemeinsamen Grenze zu unterzeichnen und damit jahrzehntelang dahinschwelende Konflikte zu beenden. Das Dokument muss nun von den Parlamenten und anschließend von den Präsidenten der beiden Länder unterzeichnet werden.</strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 21. Februar war ein <em>„ganz besonders historischer Tag für die Völker Kirgistans und Tadschikistans&#8220;</em>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KWJIOHipCxo">verkündete</a> der Leiter des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit Kirgistans (GKNB), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschibek Taschijew</a>, der zusammen mit seinem Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saimumin_Jatimow">Saimumin Jatimow</a> den Vertrag über die Festlegung der kirgisisch-tadschikischen Grenze unterzeichnet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir haben mehrere Dokumente für eine spätere Unterzeichnung durch die Staatsoberhäupter vorbereitet. Da ist erstens ein Abkommen über die Staatsgrenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Zweitens ein Abkommen zwischen unseren Regierungen über Energieanlagen und Wasserressourcen. Und drittens ein Abkommen über die Nutzung von Kreuzungsstraßen [gemeint sind transnationale Straßen zu Enklaven, Anm. d. Red.] und den Bau neuer Straßen. Heute haben wir das Abkommen zum Abschluss gebracht. Unsere Grenz- und Demarkationskommissionen erklären offiziell: Die Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan ist vollständig vereinbart worden&#8220;, erklärte</em> Taschijew.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein historisches Abkommen von größter Bedeutung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der GKNB-Chef betonte außerdem, dass das unterzeichnete Dokument <em>&#8222;ein historisches Abkommen von größter Bedeutung&#8220;</em> sei, berichtete das kirgisische Medium <a href="https://kloop.kg/blog/2025/02/21/kyrgyzstan-i-tadzhikistan-podpisali-soglashenie-o-delimitatsii-obshhej-granitsy/">Kloop</a>. Seiner Meinung nach ist die komplexe Arbeit an der Grenzziehung und ihrem genauen Verlauf zu einem Ende gekommen. <em>&#8222;Wenn das Abkommen umgesetzt wird, wird es den jahrhundertealten Streit zwischen unseren beiden Schwesterrepubliken beenden&#8220;,</em> sagte er. Der wichtigste Punkt des Vertrags: die Festlegung der Grenze über 970 Kilometer, wodurch mehrere Streitigkeiten über zahlreiche Streckenabschnitte beigelegt werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus unterzeichneten die beiden Politiker ein Abkommen über den Bau und die Nutzung von Autobahnen sowie ein Abkommen zwischen den Regierungen, das den Zugang zu Wasser- und Energieanlagen garantiert, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/kyrgyzstan-i-tadzhikistan-dostigli-dolgozhdannogo-soglasovaniya-dokumentov-po-granitse/33323336.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Projekt zur Umsiedlung der Bevölkerung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250222/yatimov-i-tashiev-podpisali-okonchatelnoe-soglashenie-po-gosgranitse">Asia-Plus</a> berichtet, hatte sich Kirgistans Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a> Ende Januar zur Zukunft der Menschen geäußert, die in der Grenzregion leben. Er betonte, wie komplex die Lage der Dörfer sei, die sich unmittelbar auf der Grenze befinden. Die Häuser dieser Dörfer gehören teils den Bürgern beider Länder. Er erklärte, dass, wenn Häuser auf der kirgisischen Seite Bürgern Tadschikistans gehörten, diese nach Tadschikistan umgesiedelt würden. Umgekehrt gelte dies auch für die Bürger Kirgistans. Die Regierung Kirgistans verpflichtet sich, ihnen neue Wohnungen zur Verfügung zu stellen und dabei die Größe der Grundstücke zu berücksichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/"><strong>Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Fällen, in denen diese Umsiedlungen nicht durchführbar sind, <em>&#8222;würde der Grenzschutz große Nachteile für beide Seiten schaffen&#8220;. </em>Sadyr Dschaparow erinnerte daran, dass es an der fast 1000 Kilometer langen Grenze viele umstrittene Gebiete gibt. Er stellte klar, dass einige Gebiete gerecht aufgeteilt worden seien, da bei jeder Entscheidung jeder Quadratmeter Land berücksichtigt worden sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil des sowjetischen Erbes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Kern des Problems ist die Art und Weise, wie die Grenzen während der Sowjetzeit gezogen wurden&#8220;,</em> erklärte Muslimbek Burijew, ein tadschikistanischer Analyst aus Duschanbe, gegenüber <a href="https://thediplomat.com/2025/02/hope-and-fear-on-the-kyrgyz-tajik-border/">The Diplomat</a>. Seiner Meinung nach hatten die Sowjets diese Grenzen gezogen, ohne die Organisation der lokalen Bevölkerung zu berücksichtigen. Dies führte dazu, dass zwischen Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan ineinander verflochtene Enklaven entstanden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Straßen, die diese Gebiete miteinander verbinden, entwickelten sich schnell zu Brennpunkten&#8220;,</em> fügt er hinzu. Darüber hinaus wurde die kollektive Verwaltung der Ressourcen komplexer: Bewohner, die früher für ihren täglichen Bedarf Zugang zu bestimmten Gebieten hatten, wurden dieser Flächen beraubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-und-kirgistan-einigen-sich-in-grenzfragen/"><strong>Tadschikistan und Kirgistan einigen sich in Grenzfragen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Temur Umarow, Zentralasienexperte am <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia">Carnegie-Zentrum</a> in Berlin, weist darauf hin, dass die Grenzziehung zwischen Kirgistan und Tadschikistan nach Bewältigung zweier tödlicher Konflikte erfolgt, was die Situation noch komplizierter macht. <em>„Es handelt sich um ein hochpolitisches und sensibles Thema. Wenn die getroffenen Vereinbarungen veröffentlicht werden, könnten sie eine heftige Debatte auslösen und in beiden Ländern auf den Widerstand bestimmter Gruppen stoßen</em>&#8222;, mahnt er in einem Interview mit <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/kyrgyzstan-tajikistan-settle-border-dispute-that-sparked-deadly-clashes-2025-02-21/">Reuters</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ergebnis einer langwierigen Arbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Dezember letzten Jahres hatten die beiden Regierungsdelegationen die Beschreibung der gemeinsamen Grenze vollständig <a href="https://novastan.org/fr/politique/frontiere-kirghizo-tadjike-officiellement-delimitee/">fertiggestellt</a>. Ende desselben Monats hatten sie zudem auf einem Text basierend eine Rechtsvorschrift vereinbart, die die Regeln für das Überschreiten dieser Grenze festlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Monate später, am 11. Februar, <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250211/mid-tadzhikistana-vopros-dorogi-v-voruh-i-vodnih-obektov-vse-etshe-nahoditsya-na-stadii-obsuzhdeniya">erklärte</a> Tadschikistans Außenminister Sirodschiddin Muchriddin, dass zwei akute Probleme weiterhin bestünden: die Straßen und die Wasserflächen. Zu diesen <em>&#8222;zwei oder drei wichtigen Fragen&#8220;</em> gehörten ihm zufolge der Bau einer direkten Straße zwischen der zu Tadschikistan gehörenden Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a> und der nächstgelegenen tadschikischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a> sowie <em>&#8222;eine Reihe von Wasserflächen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keine direkte Straße zwischen Isfara und Woruch. Um von einem Punkt zum anderen zu kommen, sind die Bewohner sind gezwungen, kirgisisches Territorium zu durchqueren. Bewohner der kirgisischen Grenzregionen hatten diese Straße wiederholt blockiert, was in der Folge zu Konflikten geführt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein von zahlreichen Konflikten geprägtes Gebiet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verhandlungen über die Grenzfragen, die bereits im Dezember 2002 aufgenommen wurden, gerieten immer wieder ins Stocken und schürten so Spannungen. Die fehlende Lösung der territorialen Streitigkeiten führte regelmäßig zu Konfrontationen zwischen Bewohnern und militärischen Kräften.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/grenzen-und-bruecken-bei-der-herausbildung-einer-regionalen-zentralasiatischen-identitaet/"><strong>Grenzen und Brücken bei der Herausbildung einer regionalen zentralasiatischen Identität</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die Intensität der Grenzkonflikte stieg nach der Unabhängigkeit explosionsartig an&#8220;,</em> erklärt Muslimbek Burjew. Er betont, dass der Wegfall der Grenzkontrollen und des sowjetischen Militärpersonals zu einer zunehmenden Militarisierung der Spannungen geführt hatte, an denen nun <em>&#8222;Soldaten, Raketenwerfer und Drohnen&#8220;</em> beteiligt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der tödlichsten Vorfälle ereignete sich im September 2022 und führte zur Vertreibung von fast 130.000 Menschen auf der kirgisischen Seite, während die genaue Zahl der vertriebenen Bürger Tadschikistans unbekannt ist. Laut einem <a href="https://www.hrw.org/news/2023/05/02/kyrgyzstan/tajikistan-apparent-war-crimes-border-conflict">Bericht</a> von Human Rights Watch forderte dieser Konflikt 50 zivile Todesopfer und 121 Verletzte. Ein ähnlicher Zusammenstoß im April 2021 hatte bereits rund 20 Todesopfer und über 200 Verletzte gefordert.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/jour-historique-accord-frontiere-kirghizstan-tadjikistan-signe/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Tadschikistan und Kirgistan einigen sich in Grenzfragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2024 16:17:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dschamin Akimalijew]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzschließung]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Saimumin Schatimow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertreter Kirgistans und Tadschikistans gaben bekannt, dass sie alle Grenzfragen gel&#xF6;st h&#xE4;tten &#x2013; ein vielleicht historischer Moment, der das Ende jahrelanger Konflikte markieren k&#xF6;nnte. Viele sind allerdings noch vorsichtig, da das Abkommen noch nicht ver&#xF6;ffentlicht wurde. &#x201E;Die Grenzfrage ist abgeschlossen.&#x201C; Dies teilten die offiziellen Agenturen der Regierungen Tadschikistans und Kirgistans am 4. Dezember mit. Die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Vertreter Kirgistans und Tadschikistans gaben bekannt, dass sie alle Grenzfragen gelöst hätten – ein vielleicht historischer Moment, der das Ende jahrelanger Konflikte markieren könnte. Viele sind allerdings noch vorsichtig, da das Abkommen noch nicht veröffentlicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die Grenzfrage ist abgeschlossen.&#8220;</em> Dies teilten die offiziellen Agenturen der Regierungen Tadschikistans und Kirgistans am 4. Dezember mit. Die staatliche tadschikische Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/rus/2024/12/sostoyalas-vstrecha-sopredsedatelej-pravitelstvennyh-delegatsij-respubliki-tadzhikistan-i-kyrgyzskoj-respubliki-2/">Khovar berichtet</a>, dass die Delegationen beider Länder bei einem Treffen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Batken">Batken</a> im Süden Kirgistans zu einer Einigung gelangt seien und <em>&#8222;die Beschreibung der verbleibenden Abschnitte der Grenze zwischen den Staaten Tadschikistan und Kirgistan vollständig abgeschlossen&#8220;</em> hätten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, Leiter des Komitees für nationale Sicherheit in Kirgistan, und sein tadschikischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saimumin_Jatimow">Saimumin Schatimow</a> erklärten, dass die Regierungskommission nur noch die Dokumente fertigstellen und die Grenze markieren müsse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Markierte Grenzen, verschwommene Grenzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch gibt keiner der beiden Staaten mehr preis. Die fragliche Grenzziehung wurde noch nicht angegeben. Drei Tage nach dieser Nachricht trafen sich die Vermessungsteams und Regierungsdelegationen erneut, diesmal hatten sie <em>&#8222;eine Projektbeschreibung fertiggestellt&#8220;</em>, wie der tadschikische Zweig des russischen Mediums Sputnik <a href="https://tj.sputniknews.ru/20241207/tajikistan-kyrgyzstan-poryadok-prokhozhdeniye-granitsa-1065411205.html">berichtet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fehlen von Details wird fast überall von einer offiziellen Mitteilung begleitet: <em>&#8222;Die Verhandlungen fanden in einer Atmosphäre der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses statt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikisch-kirgisische-grenze-beide-seiten-hoffen-auf-baldige-wiedereroeffnung/">Tadschikisch-kirgisische Grenze: Beide Seiten hoffen auf baldige Wiedereröffnung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzige Klarstellung <a href="https://kloop.kg/blog/2024/12/12/tashiev-v-yanvare-vnesem-v-parlament-dokument-o-delimitatsii-kyrgyzsko-tadzhikskoj-granitsy/">kam</a> am 12. Dezember von Taschijew. Der Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit behauptete: <em>&#8222;Wir haben das Ziehen der Grenzen gestern abgeschlossen. Heute ist die kirgisische Delegation nach Tadschikistan aufgebrochen und beginnt mit dem Nachbarland mit der kartografischen Arbeit. So Gott will, werden wir das Dokument [über die Grenzziehung] Mitte oder Ende Januar dem Parlament vorlegen. Dann wird alles offengelegt. Ich bin bereit, für das Schicksal jedes einzelnen Dorfes und Distrikts einzustehen.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gute Nachricht für beide Seiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der kirgisischen Seite versuchen die Machthaber, durch das Abkommen zu profilieren. <a href="https://kabar.kg/news/vopros-granitc-zakryt-politiko-diplomaticheskii-put-sblizil-kyrgyzstan-i-tadzhikistan/">Kabar berichtet</a>, dass der Abgeordnete Dschamin Akimalijew in diesem Ereignis einen Erfolg des politischen Willens von Präsident <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/sadyr-japarov-le-chuchoteur-du-peuple/">Sadyr Dschaparow</a> sieht. Er kommt zum Schluss, dass dieses Abkommen <em>&#8222;die Weisheit der Führung der Republik bei der Lösung sehr heikler Probleme, die auf der internationalen Bühne unlösbar schienen, beweist.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diejenigen, die dieses Ereignis als historischen Moment bezeichnen, haben nicht unrecht: Wenn die Grenzziehung erfolgreich abgeschlossen wird, könnte sie jahrzehntelangen Konflikten ein Ende setzen. Kirgistan und Tadschikistan teilen sich eine 970 Kilometer lange Grenze, die mehrere umstrittene Gebiete umschließt und die zu einem der vielen territorialen Konflikte nach dem Zusammenbruch der UdSSR führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich fanden Auseinandersetzungen um diese Grenzgebiete schon vor der Auflösung der Sowjetunion statt, und zwar bereits 1974, <a href="https://rus.azattyk.org/a/32063424.html">berichtet Radio Azattyk</a>. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde die Grenzfrage jedoch schwerwiegender. Da die Parteien keine Einigung darüber erzielen konnten, auf welche Rechtsdokumente sie sich bei der Klärung der Grenzen stützen sollten, scheiterten die Gespräche und Streitigkeiten über Wasser, Weideland und Straßen verschlimmerten sich zunehmend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Länder stützten sich auf unterschiedliche Dokumente, was zu Missverständnissen und schließlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen ab den 2000er Jahren führte. Tatsächlich gab es von 2012 bis 2022 kein einziges Jahr ohne Grenzkonflikte zwischen Kirgistan und Tadschikistan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bevölkerung hofft auf Ende jahrzehntelanger Unklarheit und Auseinandersetzungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2019 trafen sich die Präsidenten der beiden Länder nach einem größeren Konflikt an der Grenze. Trotzdem kam es im selben Jahr insgesamt viermal zu Auseinandersetzungen, bei denen Steine geworfen und Schrotflinten abgefeuert wurden. Im Jahr darauf wiederholte sich dieses Szenario.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/">Warum es Tadschikistan und Kirgistan schwerfällt, den Grenzkonflikt zu beenden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2022 war das katastrophalste Jahr in Sachen Opferzahl und Zerstörung. Vom 14. bis 17. September dieses Jahres glichen die Konfrontationen praktisch einem Krieg. Es handelte sich um den <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/?noredirect=de-DE">größten Konflikt</a> zwischen den beiden Ländern seit ihrer Unabhängigkeit. Die Schüsse waren bis in den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Tschong-Alai">Bezirk Tschong-Alaj</a> in der Region Osch zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kirgistanische Außenministerium erklärte damals, es betrachte diese Ereignisse auf dem souveränen Territorium der Kirgisischen Republik als einen von Tadschikistan geplanten Akt bewaffneter Aggression. Duschanbe erhob eine ähnliche Anklage. In jenem Jahr wurden 62 kirgisische und 74 tadschikische Staatsangehörige getötet. Auf beiden Seiten wurden 400 Menschen verletzt. Auf der kirgisischen Seite mussten mehr als 140&#8217;000 Anwohnende der Grenzdörfer ihre Häuser verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Baldige Wiedereröffnung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Mai 2021 hat Kirgistan seine Grenzen zu Tadschikistan geschlossen. <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20240729/tadzhikistan-i-kirgizstan-opisali-94-linii-gosgranitsi-kogda-ee-otkroyut?post">Laut dem tadschikischen Medium Asia-Plus</a> bedeutet die Schließung der Grenzen zwischen den Ländern für beide Staaten Verluste in Höhe von Millionen von Dollar in Form von Zöllen und Steuern und für die Unternehmer beider Länder in Form von Einnahmen. Offene Grenzen ermöglichten es auch den Anwohnenden der Grenzdörfer, untereinander Handel zu treiben und ihre Verwandten zu besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/">Spannungen zwischen Kirgistan und Tadschikistan nehmen ab</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leute hofften auf eine baldige Wiedereröffnung der Grenzen, nicht zuletzt, weil beide Länder seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren, regelmäßig verkündeten, dass sich die Grenzziehung dem Ende zuneige. Diese Hoffnung wurde durch die <a href="https://kloop.kg/blog/2024/07/30/kyrgyzstan-i-tadzhikistan-opisali-94-linii-gosgranitsy/">Erklärung</a> vom 30. Juli gestärkt, der zufolge die beiden Länder eine Einigung über 94 Prozent der Grenze erzielt hatten. Die restlichen 6 Prozent, die als <em>&#8222;schwierig&#8220;</em> eingestuft wurden, wären demnach ebenfalls bei den letzten Erklärungen im Dezember gelöst worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident Kirgistans erklärte <a href="https://kabar.kg/news/mezhdu-dvumia-narodami-ne-dolzhno-byt-raznoglasii-kommentarii-prezidenta-po-kyrgyzsko-tadzhikskoi-granitce/">gegenüber Kabar</a>, dass <em>&#8222;die Grenzübergänge nach Abschluss der Arbeiten der Regierungskommission sofort wieder geöffnet würden.&#8220;</em> Es bleibt abzuwarten, ob die Umsetzung der Vereinbarungen den Erwartungen entsprechen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Samad Alizade, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/politique/frontiere-kirghizo-tadjike-officiellement-delimitee/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>Kirgisisch-tadschikischer Grenzkonflikt verschärft sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 08:43:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen ist es an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu Zusammenst&#xF6;&#xDF;en gekommen, bei denen mehr als 100 Menschen get&#xF6;tet wurden. Der Grenzkonflikt ist nicht neu, allerdings waren die K&#xE4;mpfe viel intensiver als zuvor. Ein &#xDC;berblick. W&#xE4;hrend sich die Staatsoberh&#xE4;upter von Tadschikistan und Kirgistan, Emomali Rahmon und Sadyr Dschaparow, auf dem Gipfeltreffen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den vergangenen Tagen ist es an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu Zusammenstößen gekommen, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Der Grenzkonflikt ist nicht neu, allerdings waren die Kämpfe viel intensiver als zuvor. Ein Überblick.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Staatsoberhäupter von Tadschikistan und Kirgistan, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> und <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a>, auf dem Gipfeltreffen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_für_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ)</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> die Hand schüttelten, ist der schwelende Grenzkonflikt zwischen beiden Ländern eskaliert. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/incidents/20220914/strelba-v-treh-prigranichnih-raionah-dvoe-tadzhikskih-voennih-ubiti-11-raneni">Asia-Plus</a> berichtet, kam es seit dem 14. September an mehreren Grenzabschnitten zu Schusswechseln. Doch ab dem 16. September erreichte der Konflikt eine neue Qualität, als beide Staaten zu schweren Waffen griffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/"><strong>Warum es Tadschikistan und Kirgistan schwerfällt, den Grenzkonflikt zu beenden</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der Experte Temur Umarow gegenüber dem tadschikischen Onlinemedium Kloop erläutert [<a href="https://kloop.kg/blog/2022/09/16/ochen-nepopulyarnoe-reshenie-zemli-otdavat-pochemu-zhaparov-i-rahmon-ne-mogut-ostanovit-pogranichnyj-konflikt/">ru</a>/<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/">de</a>], konzentrierten sich die Kämpfe dabei auf die Dörfer Ak-Saj, Kök-Tasch und Samarkandek im kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Gebiet Batken</a>, die tadschikischen Dörfer Tschorku und Surch in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> sowie auf die Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a>, die mit dem tadschikischen Kernland nur über eine einzige Straße verbunden ist. Mehrere Städte waren betroffen, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Batken</a> in Kirgistan und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a> in Tadschikistan. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Dutzende Tote und Verletzte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Laut dem <a href="https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0cGJcgvdtFvNarLztZANnEBf8qi7HcC5VTYPP9arTJB82XL8A7tv7SUck6U8ndPcAl&amp;id=776789385773720">kirgisischen Gesundheitsministerium</a> wurden seit dem 14. September 59 Menschen getötet und 163 verletzt. Mehr als 140.000 Menschen wurden evakuiert, etwa ein Viertel der Bevölkerung der Region. Auf tadschikischer Seite <a href="https://rus.ozodi.org/a/32041137.html">meldeten</a> die Behörden 41 Todesopfer.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Beide Länder beschuldigen sich gegenseitig der Aggression: Das kirgisische Außenministerium beschrieb die Ereignisse als <em>„eine aggressive bewaffnete Aktion, die von Tadschikistan geplant wurde&#8220;</em>, berichtet <a href="https://rus.ozodi.org/a/32039709.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Dienst von Radio Free Europe. Das tadschikische Außenministerium wirft währenddessen seinem Nachbarn vor <em>„einen bewaffneten Angriff“ </em>begangen und <em>„das Feuer an der gesamten Grenze eröffnet“</em> zu haben.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Waffenstillstandsvereinbarungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Nachdem ein erstes Waffenstillstandsabkommen vom 17. September nicht eingehalten wurde, vereinbarten beide Seiten am Abend des 19. September ein neues Abkommen, in dem laut dem Chef des kirgisischen Staatssicherheitskomitees <em>„Maßnahmen zur Wiederherstellung der Stabilität&#8220;</em> getroffen wurden. Seitdem scheint sich die Situation laut der kirgisischen Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/proisshestvija/245690_situatsiya_nakyirgyizsko-tadjikskoy_granitse_otnositelno_stabilnaya/">24.kg</a> stabilisiert zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/"><strong>Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</strong> </a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abkommen enthält ein Protokoll, dass von den Leitern der nationalen Sicherheitskomitees beider Länder unterzeichnet wurde. Laut <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/security/20220920/withdraw-troops-leave-only-border-guards-tajikistan-and-kyrgyzstan-signed-another-protocol">Asia-Plus</a> sieht es vor, dass die beiden Parteien ihre Truppen von der Grenzlinie zu den Stationierungsorten zurückziehen müssen. Nur Grenztruppen dürfen sich an der Grenze der beiden Länder aufhalten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein alter Konflikt </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Es ist nicht das erste Mal, dass die Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan ein Konfliktherd ist. Seit einigen Jahren kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen. Normalerweise deeskalieren die Konflikte aber schnell. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwei-tote-bei-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan/"><strong>Zwei Tote bei Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">An der mehr als 900 Kilometer langen gemeinsamen Grenze ist der genaue Verlauf an mehr als der Hälfte umstritten. Der schwierige Zugang zu Wasser in der Region und die vielen Enklaven verschärfen die Spannungen zwischen beiden Staaten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Mehr als ein Grenzstreit</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die neue Episode der Rivalität zwischen Kirgistan und Tadschikistan scheint aber über die Terminologie eines einfachen Grenzstreits hinauszugehen, da auf beiden Seiten schwere Artillerie eingesetzt wurde. So wirft Kirgistan den tadschikischen Streitkräften vor, Panzer, Schützenpanzer und Mörser eingesetzt zu haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beschuss von Batken und ziviler Infrastruktur in Kirgistan stellt einen weiteren Schritt in der Eskalation des Konflikts dar, denn die rund zehn Kilometer von der Grenze entfernte Stadt liegt nicht in von der tadschikischen Seite beanspruchtem Gebiet. Wie <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/kyrgyzstan-says-border-outposts-under-tajik-fire-again-2022-09-16/">Reuters</a> berichtet, beschuldigt Tadschikistan seinerseits die kirgisischen Streitkräfte, einen Außenposten und sieben Dörfer mit &#8222;schweren Waffen&#8220; angegriffen und dabei die türkischen Drohne Bayraktar verwendet zu haben. Diese Anschuldigungen müssen jedoch noch bestätigt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/"><strong>Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://eurasianet.org/video-footage-appears-to-implicate-tajikistan">Eurasianet</a> zeigt derweil, dass der Angriff auf der tadschikischen Seite von bestimmten Soldaten vorsätzlich geplant wurde. Das auf den Südkaukasus und Zentralasien spezialisierte, amerikanische Medium listet mehrere Videos auf, die tadschikische Soldaten identifizieren, die zum Angriff bereit waren. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Internationale Reaktionen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Kirgistan und Tadschikistan hat international mehrere Reaktionen hervorgerufen. Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> forderte eine friedliche Beilegung des Konflikts, berichtet das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/51731-tokaev-prizval-kyrgyzstan-i-tadzikistan-k-mirnomu-uregulirovaniu-konflikta.html">Vlast</a>.

Am 18. September forderte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/politika/15788785?utm_source=google.com&amp;utm_medium=organic&amp;utm_campaign=google.com&amp;utm_referrer=google.com">TASS</a> die beiden Länder auf, <em>„eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden&#8220;</em>. Putin hatte mit beiden Staatschefs telefoniert und angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln, ohne dass diese aber darauf reagierten.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Europäische Union begrüßt derweil in einer <a href="https://www.eeas.europa.eu/eeas/kyrgyzstantajikistan-statement-spokesperson-latest-border-clashes-and-ceasefire_en">Erklärung</a> das jüngste Waffenstillstandsabkommen. Zuvor hatte UN-Generalsekretär <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/António_Guterres">Antonio Guterres</a> beide Parteien aufgefordert, <em>„in einen Dialog für einen dauerhaften Waffenstillstand zu treten“</em>. In einer Erklärung erinnerte er daran, dass <em>„die UN bereit ist, bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung zu helfen, die die Differenzen an der Grenze überwinden wird.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/a-la-frontiere-du-tadjikistan-et-du-kirghizstan-le-conflit-sintensifie/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong>
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		<title>Abendlicher Blick in die Ebene</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 08:05:50 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Blick vom alten Friedhof &#x201E;Mizdakhan&#x201C; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung &#x201E;Gyaur Kala&#x201C;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.Kredit: Simon Kretschmer (Deutschland))Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Blick vom alten Friedhof \&quot;Mizdakhan\&quot; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung \&quot;Gyaur Kala\&quot;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:771,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;4&quot;:{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:16777215},&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0}">Blick vom alten Friedhof &#8222;Mizdakhan&#8220; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung &#8222;Gyaur Kala&#8220;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.</span><strong>Kredit: Simon Kretschmer (Deutschland))</strong><span style="font-weight: 400">Findet alle unsere Bilder des Tages </span><a href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/"><span style="font-weight: 400">hier</span></a><span style="font-weight: 400">.</span></p>
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		<title>Bunte Bühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 2021 03:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Abbau einer farbenfrohen Wanderb&#xFC;hne im Flachland des K&#xF6;ytendag. Einem Gebirgszug an der Grenze zwischen Turkmenistan und Usbekistan. Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland) Findet alle unsere Bilder des Tages&#xA0;hier.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Abbau einer farbenfrohen Wanderbühne im Flachland des <a class="waffle-rich-text-link" href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6%C3%BDtendag">Köytendag</a>. Einem Gebirgszug an der Grenze zwischen Turkmenistan und Usbekistan.

<strong>Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland)</strong>

Findet alle unsere Bilder des Tages&nbsp;<a href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a>.</p>
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		<title>Abendlicher Blick in die Ebene</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 04:07:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Blick vom alten Friedhof &#x201E;Mizdakhan&#x201C; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung &#x201E;Gyaur Kala&#x201C;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.Kredit: Simon Kretschmer (Germany).Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Blick vom alten Friedhof \&quot;Mizdakhan\&quot; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung \&quot;Gyaur Kala\&quot;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:769,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0}">Blick vom alten Friedhof &#8222;Mizdakhan&#8220; im Westen Usbekistans, nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze entfernt, auf die Ruinen der Festung &#8222;Gyaur Kala&#8220;, die im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaut wurde.</span><strong>Kredit: Simon Kretschmer (Germany).</strong><span style="font-weight: 400">Findet alle unsere Bilder des Tages </span><a href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/"><span style="font-weight: 400">hier</span></a><span style="font-weight: 400">.</span></p>
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		<title>Ein &#8222;eingefrorener Konflikt&#8220; an der kirgisisch-tadschikischen Grenze?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/ein-eingefrorener-konflikt-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Léo Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jun 2021 07:58:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einer Online-Diskussion im Mai diskutierten mehrere franz&#xF6;sische Experten &#xFC;ber die j&#xFC;ngsten Zusammenst&#xF6;&#xDF;e zwischen Tadschikistan und Kirgistan. Sie erwogen Wege, die die Beziehungen zwischen den beiden Staaten einschlagen k&#xF6;nnten. Die franz&#xF6;sische Redaktion von Novastan.org hat das Ereignis verfolgt. Vom 28. April bis zum 3. Mai f&#xFC;hrten Zusammenst&#xF6;&#xDF;e an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan zum [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bei einer Online-Diskussion im Mai diskutierten mehrere französische Experten über die jüngsten Zusammenstöße zwischen Tadschikistan und Kirgistan. Sie erwogen Wege, die die Beziehungen zwischen den beiden Staaten einschlagen könnten. Die französische Redaktion von Novastan.org hat das Ereignis verfolgt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 28. April bis zum 3. Mai führten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">Zusammenstöße</a> an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan zum Tod von mehr als 50 Menschen und zu gegenseitigen Anschuldigungen. Seit dem 3. Mai hat sich die Lage jedoch mit einem Waffenstillstandsabkommen und einem angekündigten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-und-tadschikistan-verhandeln-ueber-die-demarkation-der-gemeinsamen-grenze/">Grenzdemarkationsprogramm</a> beruhigt. Am 19. Mai widmete das Französische Institut für Zentralasienstudien in Bischkek (<a href="https://ifeac.hypotheses.org/">IFEAC</a>) dieser langanhaltenden Grenzspannungen ein Webinar.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ereignis brachte französische Zentralasienexperten, Geographen und Politikwissenschaftler zusammen. Während einige eine allmähliche Rückkehr zu einem „eingefrorenen Konflikt“ vorhersagen, weisen andere auf mögliche Verbesserungen in den tadschikisch-kirgisischen zwischenstaatlichen Beziehungen hin.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Umstrittene Fakten</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es gibt wenig Klarheit zu den Fakten, die sich ereignet haben, weil es zwei gegenseitige Diskurse gibt. Die Medien in Kirgistan berichten von Beschuldigungen der Polizei in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a></em> (kirgisische Region an der Grenze zu Tadschikistan, Anm. d. Red.)<em>, tadschikische Einwohner haben auf das kirgisische Militär geschossen. Das Staatliche Komitee für Nationale Sicherheit hat Tadschikistan beschuldigt, die Wasserversorgung mit Mörsern bombardiert und provokative Handlungen durchgeführt zu haben</em>&#8222;, sagte einer der Sprecher, der seinen Namen nicht gedruckt sehen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">Was sind die Gründe für die tödlichen Zusammenstöße an der kirgisisch-tadschikischen Grenze?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In Tadschikistan haben wir den gegenteiligen Diskurs</em>“, fuhr er fort. „<em>Die Kirgisischen Grenzschützer werden beschuldigt, die Feindseligkeiten begonnen zu haben. So teilte das Pressezentrum der Grenztruppen am 28. April mit, Kirgistan habe seine Bürger zu Gewalttaten und Provokationen angestiftet. Kirgisische Spezialeinheiten wurden solchen Berichten zufolge als Zivilisten getarnt gegen die tadschikische Bevölkerung eingesetzt.</em> &#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das amerikanische Medium <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-spotlight-on-populist-security-chief-after-tajikistan-violence">Eurasianet anmerkte</a>, hatte Kirgistan einige Wochen vor den Ereignissen angeboten, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a>, eine tadschikische Enklave auf kirgisischem Gebiet, gegen gleichwertige Gebiete einzutauschen. Am 21. Februar 2020 wurde ein solcher Austausch bereits bei einem offiziellen Treffen zwischen den stellvertretenden Premierministern der beiden Länder <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/">erwogen</a>, aber nicht weiter verfolgt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine geografische Ausweitung des Konflikts</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Eine Besonderheit des Konflikts war seine geografische Ausdehnung.</em> <em>[&#8230;] Er hat sich über einen großen Teil der Grenze zwischen den beiden Ländern ausgebreitet: im Isfara-Becken im Osten, aber auch weiter westlich, am Kontakt zwischen der Syr-Darya-Ebene und dem Fuß des Turkestan-Gebirges</em>“, erklärt der Geograf Julien Thorez.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Teilnehmer bestätigte diese Beobachtung. „<em>Entlang der Grenze haben sich Kriegsszenen abgespielt.</em> [&#8230;] <em>Diese neue Stufe der Gewalt markiert einen Präzedenzfall in dem Konflikt</em>“. Ein erklärender Faktor sei Militarisierung und fortschreitende Funktionalisierung der Grenze. Da die Grenze umstritten ist, haben sich die Spannungen noch weiter verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Sinne bemerkt Isabella Damiani, Dozentin für Geographie an den Universitäten Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines und Paris Saclay, die Ausdehnung des Konflikts sei von den westlichen Medien manchmal unvollständig behandelt worden. „<em>Eines der Hauptthemen des jüngsten Konflikts in den letzten Wochen ist die Frage des Standorts; wir befinden uns in einem stark mediatisierten Konflikt über Grenzen in einer Region, die international nicht sehr bekannt ist</em>“, bemerkt sie.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ethnisierung des Konflikts</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Am Schnittpunkt der usbekischen, kirgisischen und tadschikischen Grenze gab es schon zu Zeiten der UdSSR interethnische Spannungen. Sie haben sich jedoch seit dem Zusammenbruch der UdSSR verschärft und tauchen bei jedem Konflikt wieder auf, bemerkt Olivier Ferrando, Dozent für Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Lyon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Ethnisierung des Konflikts ist eine Realität. Die ethnische Frage ist mit der Überlagerung von homogenen Bevölkerungen auf beiden Seiten der Grenze verbunden. Die Grenze zwischen Isfara und Batken ist homogen, was anderswo im Gebiet nicht der Fall ist</em>“, beschreibt Olivier Ferrando.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Julien Thorez fügt hinzu: „<em>Während der Sowjetzeit kam es zu einer Ethnisierung der sozialen und politischen Beziehungen, ein Phänomen, das sich seit 1991 und dem Verschwinden der UdSSR noch weiter verstärkt hat. Die ethnischen Spannungen umfassen neben der tadschikischen und kirgisischen Bevölkerung auch die usbekische Bevölkerung. Die Funktionalisierung der Grenzen hat die Spannungen in keiner Weise reduziert. Im Gegenteil, es hat die Konflikthaftigkeit der Bevölkerungen im Isfara-Tal verstärkt.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ethnische Faktor wird jedoch von Olivier Ferrando relativiert, der meint, dass populistische und nationalistische Diskurse nur in diesen geteilten Dörfern wirksam waren. In den interethnischen Dörfern, die von Usbeken, Kirgisen und Tadschiken bewohnt werden, hat sich die nationalistische Rhetorik nicht durchgesetzt, obwohl es Spannungen um Ressourcen gibt.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Positive Signale für eine Wiederannäherung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Beschreibung des Konflikts als „eingefroren“, die während des Webinars mehrmals wiederholt wurde, gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Situation verbessern könnte. Nach den Auseinandersetzungen beschlossen beide Länder, die Grenzverhandlungen wieder aufzunehmen, um die Demarkation ihrer gemeinsamen Grenzen zu vervollständigen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">„<em>Am 18. Mai trafen sich die Gouverneure der beiden Grenzregionen und vereinbarten wöchentliche Treffen, um Grenzfragen zu besprechen. Sie waren sich auch einig, dass beide Armeen entlang der Grenze patrouillieren sollten</em>“, sagt einer der Sprecher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Ebene der Bevölkerung sind die Straßen-, Wasser- und Stromnetze an der Grenze miteinander verbunden, was Raum für Kooperationen lässt. Laut Julien Thorez haben die Behörden den Bau <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-und-tadschikistan-verhandeln-ueber-die-demarkation-der-gemeinsamen-grenze/?noredirect=de-DE">einer neuen Straße</a> geplant, die die Exklave Worukh mit dem restlichen tadschikischen Gebiet verbinden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Einige Dörfer werden über das Netz des Nachbarlandes versorgt. Auf dem Wasserspiegel gibt es eine ganze Reihe von grenzüberschreitenden Kanälen, von denen die Dörfer abhängen. Das Gleiche gilt für die Verkehrsnetze</em>“, erklärt er.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Léo Friedrich<br>Redakteur für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>


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