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	<title>Gletscher Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 21:54:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller C&#xE9;dric Gras begibt sich auf die Spuren der Zufl&#xFC;sse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#x201E;Auf den Stra&#xDF;en des Durstes&#x201C; schildert die extremen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller Cédric Gras begibt sich auf die Spuren der Zuflüsse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#8222;Auf den Straßen des Durstes&#8220; schildert die extremen Bedingungen, unter denen den Quellen des Aralsees die Luft ausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.beck-shop.de/cedric-gras/creator/576905154">Cédric Gras</a>, französischer Geograf und Schriftsteller, veröffentlichte im Januar seinen Reisebericht über die Reise eines Wünschelrutengängers.<em> </em>Der bislang noch nicht übersetzte Titel <em>„Auf den Straßen des Durstes&#8220;, </em>im <em>Original „Sur les routes de la soif&#8220;, </em>ist im Französischen ein Wortspiel aus <em>soif </em>(Durst) und <em>soie </em>(Seide). An der Seite des Journalisten und Filmemachers Christophe Raylat durchquert der Autor Zentralasien, vom Aralsee über die Uferroute des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> bis hin zur Quelle des Gewässers, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fedtschenko-Gletscher">Fedtschenko-Gletscher.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ihrer Unternehmung ist der Aralsee, eigentlich ein Salzwassersee. Er teilt sich in zwei ungleiche Becken, den kleineren&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlicher_Aralsee">&#8222;Nördlichen Aralsee&#8220;</a>&nbsp;im südlichen Zentralkasachstan und den &#8222;Großen See&#8220; im Nordwesten Usbekistans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seine Gewässer werden vom Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der im kirgisischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirge</a>&nbsp;entspringt, und vom Amudarja, der aus dem Pamir-Gebirge, wo sich der Fedtschenko-Gletscher befindet, gespeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor, der seine Geografiekenntnisse mit seinem Schreibstil in Einklang zu bringen weiß, beschreibt seine Suche nach dem &#8222;Ursprung des Wassers, das alle Stan-Länder versorgt&#8220; und den Kampf des Amudarja gegen seine Übernutzung. Gemeinsam mit Christoph Raylat hat er eine Arte-Reportage veröffentlicht – der Zweiteiler „<em><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026343/aralsee-wo-ist-das-wasser-hin/">Aralsee – Wo ist das Wasser hin?</a>&#8220; </em>gibt dem Buch eine audiovisuelle Untermalung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Tschernobyl Zentralasiens“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Planet durchlebt seine Metamorphosen im Galopp. Der Aralsee begann seine Ebbe in den 1960er Jahren, quasi gestern. Heute sprechen die Usbeken von Aralkum, der Aralwüste&#8220;, sagt Cédric Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst war er der viertgrößte See der Erde: Noch in den 1960er Jahren erstreckte er sich über rund 68.000 Quadratkilometer. Heute ist er auf weniger als 7.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das Wasser ist verdunstet und hat den Salzgehalt dadurch verzehnfacht. Die Folge: Zig Millionen Tonnen freigesetztes Salz und giftiger Staub. Eine Katastrophe, die der Autor beim Namen nennt: „das Tschernobyl Zentralasiens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat Cédric Gras seine Reise im südlichen Zentrum Kasachstans, wo das Wasser des Nördlichen Aralsees fortbesteht, gestützt durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kokaral-Damm">Kokaral-Damm</a>, der 2005 fertiggestellt wurde. <em>„Ein wenige Kilometer langer Staudamm, der das Wasser des Flusses Syrdarja enthält. [&#8230;] Nicht genug, um gestrandete </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trawler"><em>Trawler</em></a><em> zu unterspülen, <em>[</em>&#8230;] aber genug, um den Salzgehalt zu senken und einige Arten wieder anzusiedeln</em>&#8222;, erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ufer des Sees versinkt er in dichtem Schlamm, der einst mal luftiger Sand war. Er geht über Brücken, unter denen nichts als Wüste ist, und kommt schließlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo‘ynok.</a> In der im Norden <a href="https://novastan.org/de/tag/karakalpakstan/">Karakalpakstans</a> gelegenen Stadt findet er die letzten gestrandeten Fischtrawler, die nun als <em>„apokalyptische Kulisse für Anflüge digitaler Selbstbezogenheit&#8220;</em> herhalten. Hier beschreibt der Autor den Aral als <em>„ausgetrocknet, so weit das Auge reicht, niemand anderem ausgeliefert als dem Nichts</em>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein gesegneter Fluss, der ausblutet wie kein anderer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras erzählt von seiner Reise flussaufwärts des Amudarja, zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kyzylkum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste, von <em>„seinem Mäandern durch die Wüsten, in denen er sich verliert, bis zu seinen Anfängen, die hoch oben in den Tälern eingebettet liegen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der Fluss in den Aral mündet, legt er 2540 Kilometer zurück und windet sich durch Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan, bis er in den Höhen Tadschikistans seinen Durst löscht. Da die zentralasiatischen Länder nicht auf Meerwasser zurückgreifen können, begehren sie den Amudarja umso mehr, was zu Spannungen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor nähert sich den Rinnen des Flusses und damit seinem wunden Punkt. Turkmenistan auf der einen Seite, und Usbekistan auf der anderen, beschuldigen sich gegenseitig, für den immer niedrigeren Wasserstand des Flusses verantwortlich zu sein. Den Wettlauf um den Baumwollanbau bremst das nicht im Geringsten aus, und so beansprucht die Bewässerung der Felder den Amudarja immer weiter über alle Maße hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras beobachtet einen Fluss, der <em>„bis aufs letzte Schlückchen ausgetrunken&#8220;</em> wird. Er sagt: <em>„Wir wissen, was er erleidet, und wir haben ihn im tiefsten Karakalpakstan sterben sehen, wie einen alten Elefanten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von seinem letzten Mäander bis zu seinem ersten Tropfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fedtschenko-Gletscher, der in den Höhen des Pamir-Gebirges in Tadschikistan Zuflucht gefunden hat, ist der verdiente Lohn der Reise. Außerhalb der Polarregionen ist der Fedtschenko, benannt nach dem russischen Abenteurer und Naturforscher Alexej Fedtschenko, das längste Gletscherplateau der Welt. Allein ein Achtel der Wasserreserven des Pamir stammen von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine 77 Kilometer lange Zunge, die ein riesiges Becken von Zuflüssen speist, von bis zu 7500 Meter hohen Gipfeln fließt und deren gesamtes Schmelzwasser früher oder später in den Amudarja fließt&#8220;,</em> erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der Expedition engagieren Cédric Gras und Christophe Raylat den einheimischen Reiseführer Anatoli Scharipow sowie den als „Polarabenteurer“ geltenden Matthieu Tordeur. Er hat als jüngster Mensch der Welt den Südpol im Alleingang auf Skiern und ohne Vorräte erreicht. Bei der Besteigung des Gletschers ist er mit von der Partie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oberlauf folgen sie über mehrere hundert Kilometer dem reißenden Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Neben dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> gehört er zu den wichtigsten Nebenflüssen des Amudarja. Bevor die Gletscherschmelze in den Amudarja mündet, fließt sie in Gebirgsbäche und von dort in die beiden Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zapfhahn Tadschikistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg zum Fedtschenko passierten die Abenteurer den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, der am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> errichtet wurde. Der 304 Meter hohe Bau aus Stein und Erde, der zwischen 1961 und 1980 errichtet wurde, ist nicht nur einer der größten Staudämme der Welt: Er deckt auch <em>„die Hälfte des Strombedarfs [und] versorgt die Aluminiumindustrie&#8220;,</em> berichtet der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte die Sowjetunion den Staudamm in die Kategorie ihrer wichtigsten und vorrangigen Infrastrukturprojekte aufgenommen. Bei einem Besuch am 1. September 1970 sprach der sowjetische Staatschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> zu den Monteuren, Maurern und Bohrtechnikern, den Maschinisten und Fahrern: <em>„Als Ingenieur weiß ich einzuschätzen, wie schwierig die Anordnung der verschiedenen Teile des Bauwerks ist, aber ihr habt es geschafft, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich gratuliere euch, den Einwohnern von Nurek, ihr seid wahre Helden und eure Arbeit ist bemerkenswert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras betont, dass das Ende der UdSSR auch die Solidarität zwischen den zentralasiatischen Republiken gebremst hat, und fügt hinzu, dass jedes Land seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und versucht, aus seinen Ressourcen Profit zu schlagen. Dabei beschreibt er den Staudamm als einen Zapfhahn, der sich nach auf Willen Tadschikistans öffnet und schließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Krieg, der mit der Führung des Flusses korreliert?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „<em>Auf den Straßen des Durstes&#8220;<strong> </strong></em>fragt sich der Autor: <em>„Überbewässerung, schwindelerregende Staudämme, Umleitungskanäle und Bevölkerungsexplosion – sind das die Vorboten eines Wasserkriegs zwischen diesen oft despotischen Ex-Sowjetrepubliken auf der ehemaligen Seidenstraße?&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Usbekistan und Turkmenistan gefährlich nahe an die Schwelle des Wasserdefizits geraten, nutzt Tadschikistan sein hydroelektrisches Potenzial, indem es die Wasserführung seiner Flüsse reguliert. Der Autor fügt hinzu, dass Tadschikistan im Sommer, wenn die usbekischen und turkmenischen Feldfrüchte bewässert werden müssen, die Schleusen seiner Infrastruktur schließt, um Wasser zu speichern und im Winter Energie zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor bezeichnet diese Änderung des Abflussregimes des Flusses als einen echten Nutzungskonflikt, der die bestehenden Spannungen aufdeckt, die zwischen den zentralasiatischen Ländern um die Kontrolle der Wasserressourcen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afghanische Bau eines neuen Kanals am Oberlauf des Amu-Darja-Flusses im März 2023 brachte die Wasserwirtschaftspolitik in Zentralasien erneut in Bedrängnis.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/ecrivain-geographe-cedric-gras-routes-soif/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2024 21:13:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;berhalb von Almaty, auf &#xFC;ber 3000 Metern H&#xF6;he, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet. &#x201E;Die Station ist verfallen, die H&#xE4;user der Forscher sind bauf&#xE4;llig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich d&#xFC;steres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überhalb von Almaty, auf über 3000 Metern Höhe, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><br><br></strong>„<em>Die Station ist verfallen, die Häuser der Forscher sind baufällig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich düsteres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister erhängte sich in einer der Hütten und zwei Forscher wohnten in der anderen; einer der Forscher wurde verrückt, er dachte, er hätte sich mit einer Fliege angefreundet. Einen Augenzeugen zufolge verlassen die Geister der Toten diese Station bis heute nicht</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zitate aus einem Video über die Gletscherstation Tujyksu, gedreht von russischen Fernsehteams, das Nikolai Kasatkin auf seinem Smartphone zeigt. „<em>Wie kann man sich sowas ausdenken? Manche glauben auch noch daran!</em>“, sagt der Expeditionsleiter empört. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er hier &#8211; an der ältesten Gletscherbeobachtungsstation Zentralasiens.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Weg zum Gletscher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verlassen die Stadt in Richtung Gletscherbeobachtungsstation Tujyksu, kurz T1, früh am Morgen, bevor die Hitze einsetzt. Die Fahrt dauert über eine Stunde und die Straße wird oberhalb von Shymbulaq (Skigebiet bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, N.d.Ü.) schwierig: Der Asphalt hört auf und der 11-sitzige weiße <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gorkowski_Awtomobilny_Sawod">GAZ</a> wackelt auf endlosen Steinen: Bis wir die Station erreichen, sind die selbst angebauten Tomaten im Kofferraum schon fast zu Tomatenmark geworden. Die Straße scheint nicht befahrbar zu sein, denn das Auto, mit Menschen, Ausrüstung und Lebensmitteln beladen, schleicht sich langsam, aber beharrlich dem Gletscher entgegen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41054" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Steuer sitzt Vasili Kapitsa, Leiter des Labors für Hochgebirgsgeokryologie des Zentralasiatischen Regionalen Glaziologischen Zentrums. Das Zentrum hat zwei Stationen: in Tujyksu, im Becken des Kleinen Almatinka-Flusses, und in Kosmostanitsa (wortwörtlich Kosmostation, N.d.Ü.), im Becken des Großen Almatinka-Flusses. Nach Kosmostanitsa führt eine asphaltierte Straße, nach Tujyksu kommt man dagegen nur nach einem etwa 9 Kilometer langen Fußmarsch. Im Winter kann diese Reise zwei Tage dauern, mit einer Übernachtung in der Station Mynshylky. Wir aber hatten Glück: Das Wetter war hervorragend, die Straße war nicht ganz mit Steinen bedeckt, der Fluss trat nicht über die Ufer und das Auto hatte keine Panne.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41055" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir befinden uns auf einer Höhe von 3450 Metern über dem Meeresspiegel. Es gibt nur Berge, Felsen und mehrere Häuser: Nur eins davon ist ein Wohnhaus, das gerade repariert wird; daneben stehen „Fässer“ &#8211; runde, vor langer Zeit in verschiedenen Farben bemalte Bergsteigerunterkünfte. Die Farbe blättert ab &#8211; hier wohnt schon lange niemand mehr. Diese Häuser, die in den 70er Jahren geplant wurden, nannte man TSUBs, ein Akronym für „Vollmetall-Standardblocks“, sie wurden für die „Eroberer des Nordens“ geschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41056" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>An der Tür des einzigen Wohnhauses, in dem Glaziologen arbeiten, steht: „<em>Keine Übernachtungsmöglichkeit, bitte nicht stören</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brodelte hier das Leben &#8211; Wissenschaftler, Sportler, exerzierende Militärs – und sogar eine Turnhalle wurde gebaut. Mittlerweile ist diese zerstört und jetzt wohnen einzig und allein Glaziologen hier, die den schnell schmelzenden Gletscher beobachten. Heute kommen nur noch Touristen hierher. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke ist die alte Badewanne in der Nähe der Wetterstation zu einem viralen Ort geworden. Selbst im Winter klopfen Reisende an die Tür der Glaziologen und fragen: „<em>Wo ist die Badewanne?</em>“. „Die <em>Mädels treten an die Wanne, ziehen sich bis auf den Bikini aus, setzen sich hinein und machen Fotos</em>“, wundert sich der Glaziologe Berik Koszhanov.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41057" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Laut den Regeln sollten immer mindestens zwei Personen an der Station sein. Doch heute sind es mehr: Es stehen wichtige Forschungsarbeiten an, und so sind neben den beiden festen Mitarbeitern auch andere Spezialisten hinaufgefahren. Der Gletscher wurde 1902 entdeckt, und 1956 begannen die regelmäßigen Beobachtungen; damals lebten die Wissenschaftler in Zelten, erst in den 70er Jahren baute man für sie Häuser in Plattenbauweise.<br><br>Das erste, grüne Haus, seltsam schief, ist in der Ferne zu sehen; es sieht aus, als sei es in zwei zerbrochen: In der Mitte steht ein Ofen, daher ist das Eis unter dem Fundament geschmolzen. Man kann in dem Haus nicht wohnen, weswegen es heute ein Lager für alte Sachen und Bücher ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41058" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Die Glaziologen sind in das „rote Haus“ umgezogen und&nbsp; reparieren es jetzt in Eigenregie: Sie haben das Dach erneuert, Tapeten geklebt, die Fassade mit neuem Material verkleidet, und jetzt ist es ein „weißes Haus“. Selbst auf die Genehmigung für diese Renovierung musste man jahrelang warten, ebenso wie auf die Finanzierung. Das Gebäude ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet &#8211; es gibt genug davon, das Wichtigste sind allerdings nicht so sehr die Kollektoren, sondern die Batterie, sagt Kapitsa &#8211; und die ist klein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41059" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die frische Luft und die schöne Aussicht machen einen schwindelig. „<em>Es ist die Bergkrankheit</em>“, erklärt Ilia Shechev, der jüngste, 23-jährige Mitarbeiter der Station. Er empfiehlt, auf Nägelbrettern zu stehen. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, sagt, dass einem in den ersten Tagen aufgrund des Höhenunterschieds übel werden kann, dass der Blutdruck steige oder sinke, und dass man normalerweise versucht, nach dem Aufstieg zu schlafen. Aber nicht jetzt: Solange das Wetter klar ist, muss man sich auf den Weg machen &#8211; zum Gletscher. Die Meteorologen haben Regen versprochen, aber die Sonne scheint, und hinter einem Berg in der Nàhe hört man ein Gewitter. Nikolai Kasatkin, der Expeditionsleiter, der seit 1989 in den Bergen arbeitet, blickt auf die Gipfel: „<em>Das Wetter hier kann man nicht vorhersagen, es kann sich jede Minute ändern</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41060" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nikolai Kasatkin</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir steigen wieder ins Auto mit noch mehr Ausrüstung und rumpeln über die Straße Richtung Gletscher. Vassili Kapitsa hofft, dass wir so nah wie möglich herankommen, aber bald stößt das Auto auf einen Steinschlag. Also weiter zu Fuß. Kapitsa packt mühsam einen riesigen schwarzen Plastikkoffer auf seinen Rücken, wir anderen bauen die restliche Ausrüstung auseinander und machen uns auf den Weg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41061" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Zoja, Igly Tujyksu, Ordscho</em>“, zählt Sergej Gebel die kurzen Namen der Gipfel auf. Foteh Rahimov, der leitende Ingenieur, bemerkt leise, dass diese Berge jung sind, aber älter als der Pamir. Foteh stammt aus Duschanbe und arbeitet seit einigen Jahren im Zentrum an einem Katalog der Gletscher im Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. In regelmäßigen Abständen halten wir an, die Glaziologen bauen Geräte auf, messen etwas und zeichnen dann rote Kreuze auf die Felsen &#8211; Bodenkontrollpunkte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Gletscher schrumpft jährlich um 25 Meter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wir gehen weiter, hier sehen wir schon weiße Farbkreuze auf den Steinen: <strong>„</strong><em>Das haben wir letztes Jahr gemacht, bis hierhin ragte der Gletscher</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin. Gänseblümchen brechen durch die Steine.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41062" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717.jpg 1075w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Aber auch hier findet man Müll. „<em>Wenn wir zu den Gletschern gehen, sehen wir eine Menge Müll</em>“, ärgert sich Kapitsa. „<em>Die Leute sind komisch, tragen eine volle Flasche Pepsi Cola bei sich, voll hat er sie bis hierhin geschleppt, aber leer will er sie nicht runterbringen. Also laufen wir herum, manchmal sammeln wir Müll auf. Hier ist es nicht so schmutzig wie auf den Gletschern oberhalb des Großen Almaty-Sees</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41063" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>1958 war das Eis hier etwa 70 Meter hoch &#8211; das alles war mit Eis bedeckt, alle Gletscher verschmolzen zu einer einzigen Zunge. Und jetzt ist das alles zerbrochen. Ein Gletscher ist der deutlichste Indikator für den Klimawandel, in diesem Fall für die Erwärmung des Klimas</em>“, sagt Nikolai Kasatkin. Vassili Kapitsa sagt, dass sich der Gletscher vor 1972 im Durchschnitt 15 bis 17 Meter pro Jahr zurückzog, während jetzt „<em>die durchschnittliche Rückzugsrate 25 Meter erreicht</em>“. Am stärksten schmolz der Gletscher im Jahr 2008: Damals zog er sich in nur einem Jahr um 46-48 Meter zurück. Nikolai, Ilia, Berik und Sergei überqueren den Fluss und gehen zur Zunge des Gletschers. Von weitem sieht sie aus wie eine Wand aus „Game of Thrones“. Sie klettern auf das Eis, um dort Punkte zu setzen und die Latten zu überprüfen. Der ganze Gletscher ist mit ihnen buchstäblich durchgestochen &#8211; „<em>Wie ein Igel</em>“, scherzt Kapitsa &#8211; so wird die Intensität der Eisschmelze gemessen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41064" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Glaziologen bohren ein drei Meter tiefes Loch und setzen dort Latten ein. Wenn die Schmelze zu schnell voranschreitet, muss man die Löcher nach einiger Zeit erneut bohren. Wir hören einen Hund bellen und sehen die Drohnen, die er verfolgt. Vasili und Foteh folgen ihnen dicht auf den Fersen: Jetzt müssen sie ihre Drohnen in die Luft heben, und die Hauptsache ist, dass die Geräte nicht zusammenstoßen. Während die anderen den Gletscher stürmen, kehren wir zu einem der ersten Ausgangspunkte zurück und Vasili Kapitsa öffnet den Koffer, den er seit langem auf dem Rücken träg. Darin liegt eine Drohne. Sie steigt hoch in den Himmel und macht Bilder, die man dann an die eingezeichneten Referenzpunkte, die roten Kreuze auf den Felsen, anhängt. Sie ergeben das genaueste und detaillierteste digitale Modell und Orthophoto des Gletschers und Moränenkomplexes Tujyksu.<br><br>Der Tujyksu ist in Zentralasien ist einer der am meisten erforschten Gletscher seit 1956. Heute haben die Wissenschaftler kaum noch genug Ressourcen für einen Gletscher, während sie früher den Igly Tujyksu, den Central Tujyksu, den Manschhuk Mametova und den Molodjoschny untersuchten; letzterer hat wegen des Klimawandels schon keine Zunge mehr. Es gab viele ähnliche Studien in anderen Republiken, aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie alle für eine gewisse Zeit unterbrochen: Die Finanzierung wurde eingestellt, Fachleute zogen weg. Kasachstan hatte Glück: 1982 kam Auszliare Revutaite für ein Praktikum aus Litauen hierher; man sagt, dass sie die Station in den schwierigen 90er Jahren, als es keine Finanzierung gab, buchstäblich gerettet hat.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Man erzählt, dass ihre Eltern ihr Geld schickten, um Kohle zum Heizen des Gebäudes zu kaufen. Sie verhinderte, dass Plünderer die Station zerstörten, und hielt Wache. Erst vor ein paar Jahren wurde sie pensioniert: Sie konnte nicht mehr auf den Gletscher klettern, das Alter hatte seinen Tribut gefordert. Man bot ihr einen Job in der Stadt an, im Büro des Glaziologischen Zentrums, aber sie lehnte ab. Die Forschung in den zentralasiatischen Republiken wird wieder aufgenommen: Auch mit Unterstützung ausländischer Stipendien führen Wissenschaftler gemeinsame Expeditionen durch, forschen und schreiben Artikel.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41065" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vasili Kapitsa</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„In der ehemaligen Sowjetunion gibt es keine Station wie Tujyksu. Es gibt eine ähnliche Station im Tien-Shan-Hochgebirgsforschungszentrum &#8211; am Südufer des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssyk-Köl"><em>Yssykköl</em></a><em>, am Karabatkak-Gletscher. Die Station liegt auf einer Höhe von 2.500 m, und die Forscher kommen acht Kilometer weit mit Pferden zum Gletscher. Die Forscher aus Tadschikistan haben keine feste Station, sie führen ihre Forschungen auf Expeditionen durch. Sie haben zwei-drei Wochen im Jahr, in denen sie den Gletscher besuchen und erforschen. In Usbekistan ist es das Gleiche. Wir kommen alle zehn Tage hierher. Auf dem Abramov-Gletscher, an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan, gab es eine glaziologische Station, die 1999 von „radikalen Genossen“ aus Tadschikistan niedergebrannt wurde</em>“, erzählt Kapitsa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf Rettung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tujyksu-Gletscher ist unsere Süßwasserreserve, und er schmilzt buchstäblich vor den Augen der Glaziologen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gletscher selbst &#8211; seine Struktur und Bewegung &#8211; ist bereits klar, aber die Glaziologen haben gerade erst begonnen zu untersuchen, was mit ihm in ökologischer Hinsicht passiert. In den 160 Jahren seit dem Ende der so genannten „Kleinen Eiszeit“ &#8211; von 1850 bis 2010 &#8211; ist die Fläche der Gletscher im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transili-Alatau">Trans-Ili-Alatau</a> um 60-70 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler sagen voraus, dass bis 2070 die meisten Gletscher in Kasachstan verschwinden werden. Es gibt jedoch eine Theorie, wonach sich Gletscher selbst „schützen“ können. „<em>Die Gletscherzunge ist von oben mit Steinen bedeckt, darunter schmilzt sie viel langsamer. Wenn man sich den Igla-Tujyksu-Gletscher ansieht, kann man diesen gepanzerten Teil sehen, der viel höher ist als der offene Teil. Man könnte sagen, dass der Gletscher beginnt, sich selbst zu regulieren. Diese Theorie gibt Hoffnung auf Rettung</em>“, beruhigt Vassili Kapitsa ein wenig.<br><br>Rahimov sagt, dass die Gesamtmenge an Niederschlag zwar zunimmt, aber nur geringfügig, und bisher reicht sie nicht aus, um die Eismasse zu vergrößern. Vor allem feste Niederschläge (Schnee, Graupel, Hagel etc.) werden für das Wachstum der Gletscher benötigt. Wenn die Niederschläge doppelt so hoch sind und die Durchschnittstemperatur fünf Grad niedriger ist als jetzt, dann wird der Gletscher wachsen. Aber ob das passieren wird, kann niemand vorhersagen.<br><br>„<em>Im Allgemeinen ist alles in der Natur zyklisch: von der Erwärmung zur Abkühlung, jetzt leben wir in einer Periode der Erwärmung, sie wird früher oder später enden, die Periode der Abkühlung wird beginnen, vielleicht werden wir es nicht sehen, wir leben nicht lange genug. Aber das Klima ist so eine Sache, es verändert sich ständig</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41066" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Mitarbeiter haben Walkie-Talkies: „<em>Könnt ihr die Drohne hören?</em>“, fragt Kapitsa diejenigen auf dem Gletscher. „<em>Wir können sie nicht nur hören, wir können sie auch sehen!</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Schneller, noch ein paar Schienen.</em>“ Die Drohne hebt viermal ab, die Wissenschaftler kehren von der Messung der Eisschmelze auf den Schienen zurück, alle haben nasse Füße bekommen, und zwei von ihnen &#8211; Sergei und Berik &#8211; sind mehrmals gestürzt, obwohl sie Gurte trugen. Bei den Glaziologen gab es keine Unfälle. 2006 stürzte Juri Rebrov, der ehemalige Leiter der Station, in eine Gletscherspalte. Er und sein Kollege Vasili Mischenin waren zu einer Schneeuntersuchung unterwegs, und Juri flog drei bis vier Meter in die Tiefe, brach sich die Schulter. Durchnässt wartete er darauf, dass Mischenin zur Station lief, um Werkzeug zu holen, ihn herauszuziehen und zum Memorial zu bringen &#8211; damals gab es weder Internet noch Mobiltelefone. Dabei hat sich Rebrov nicht einmal erkältet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kehren schnell zur Station zurück: Kapitsa ist besorgt, denn die Drohne muss bereits bei Tageslicht vom Platz vor dem Haus gestartet werden: Es ist 15 Uhr, erst um 16 Uhr sind die Batterien geladen, um 18 Uhr aber wird es bereits dunkel sein. „<em>Man muss heute alles erledigen, für den Fall dass morgen schlechtes Wetter ist</em>“, sorgt sich Kapitsa. Aber alles klappt: Die Drohne steigt in den Himmel, und Rahimov überprüft sorgfältig den Batteriestand.<br><br>Dann werden alle Daten auf einen Computer hochgeladen, der die Informationen über Nacht verarbeitet. „<em>Der Zweck der Untersuchung besteht darin, die Ablation, also das Schmelzen des Eises auf der Gletscherzunge durch wiederholte Drohnenuntersuchungen zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Erhebungen erstellt man digitale Höhenmodelle für mehrere Zeiträume und schätzt die Schmelzrate mithilfe eines Geoinformationssystem (GIS).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gleichzeitig werden wir direkte Beobachtungen entlang der Messlatten durchführen &#8211; wir werden über einen längeren Zeitraum mit einem Maßband messen und auch GPS-Messungen hinzufügen. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, den Fehler der Fernbestimmung der geschmolzenen Eisschicht zu schätzen. Wir gehen davon aus, dass wir im Vergleich zu den instrumentellen Messungen eine Fehlertoleranz von 5 cm haben</em>“, versucht Kapitsa so deutlich wie möglich zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/">Künstliche Gletscher zur Anpassung an den Klimawandel</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sind die Glaziologen mitten in der Saison &#8211; sie sammeln Daten auf dem Gletscher und im Winter&nbsp; werden sie sie verarbeiten. Ende September wird hier Schnee liegen. Die eigentliche Saison beginnt dann Ende März, wenn die Glaziologen die maximale Schneeansammlung auf dem Gletscher bestimmen. Nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nauruz</a> (Neujahr im persischen Kulturraum, N.d.Ü.), im April-Mai, legen sie die Daten für die maximale Schneeansammlung in der Regel fest. Der Gletscher beginnt zu schmelzen, und die Glaziologen gehen alle zehn Tage zu Schneeuntersuchungen. Außerdem müssen sie alle drei Stunden &#8211; von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends &#8211; zur meteorologischen Station fahren und Daten erheben. Ein Auto kommt hier bestenfalls ab Ende Juni hoch. In dieser kurzen Zeitspanne bis September muss man alle Vorräte, Lebensmittel und Ausrüstung zur Station zu bringen.<br><br>Obwohl der Gletscher seit so vielen Jahren untersucht wird, kann man nicht genau sagen, wie groß sein Volumen ist. Vor zehn Jahren kamen Glaziologen aus Moskau mit einem Georadar hierher und nahmen Messungen an dem zugänglichen Teil des Gletschers vor, die eine Dicke von 100 Metern ergeben haben. Aber dort, wo ein Aufstieg unmöglich ist, könne man nur schätzen, wie groß das Volumen sei. <em>„Plus oder minus zwei Krokodile“</em>, scherzt Kasatkin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, wird es kalt und der Ofen im Haus wird angeheizt: „<em>Bei uns ist es das ganze Jahr Heizsaison</em>“, lacht Kasatkin. Müde, aber zufrieden essen die Glaziologen zu Abend, trinken Tee, und einige gehen direkt ins Bett &#8211; ein langer, aber produktiver Tag liegt hinter ihnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich glaube, die Hälfte der Bevölkerung von Almaty weiß nicht, dass wir Gletscher haben. Ein lebendes Beispiel: Pavel, ein IT-Fachmann, hat früher für uns gearbeitet. Er und Kolia gingen zu einem See. Der Pik Sovetov war von dort zu sehen und Pavel meinte dieser sei aus Kalkstein. Nikolaj erklärte ihm, dass es ein Gletscher sei. Wir fragten ihn, woher das Wasser des Flusses komme? Er sagte: „Wie woher? Na aus dem Erdboden natürlich!</em>“, &#8211; erinnert sich Kapitsa. Nikolai lacht: An diesem Tag konnte er seinen Kollegen nicht davon überzeugen, dass es sich um Gletscher handele. „Und Pavel war gebürtig aus Almaty!“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich schlafe vor Aufstiegen immer schlecht“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vasili Kapitsa arbeitet seit 2006 auf Tujyksu. Er kam hierher, als er an der Al-Farabi-Universität studierte: Seine Kommilitonen machten ein Praktikum am Institut für Geografie. Vasili kam zu Besuch, traf Nikolai Kasatkin auf der Veranda und wurde von ihm zu Schneeaufnahmen eingeladen. Es war der 24. Mai, der Geburtstag von Kapitsa.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41068" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„Kommst du mit uns? Dort ist alles anstrengend, schwierig“</em>, warnte mich Nikolaj. Ich ließ mich nicht erschrecken und sagte zu. Wir kamen zu Fuß hier hoch, übernachteten, am Morgen gingen wir zur Schneemessung auf den Gletscher, kamen runter und am 28. Mai sprach ich mit Igor Severski &#8211; damals Leiter des Labors, jetzt unser wissenschaftlicher Direktor- und das war&#8217;s: Sie boten mir den Job an, ich sagte zu, und blieb dabei. Als ich die Stelle bekam, gab es hier keinerlei Licht: Es gab nur einen Generator mit einer Glühbirne, die abends eine halbe Stunde lang leuchtete.&nbsp; Man musste auf den Hügel gehen, um Empfang zu bekommen. Übrigens ist mir aufgefallen, dass Mobiltelefone früher einen besseren Empfang hatten als heute.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41070" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>2008 verließ Vasili Kapitsa wegen finanzieller Probleme und um sich um seine Familie zu kümmern zeitweise die Wissenschaft, aber er blieb immer in Kontakt mit seinen ehemaligen Kollegen. Dann gab es ein internationales Stipendium des Bonner Instituts für Geowissenschaften mit Schwerpunkt auf Moränenseen. „<em>Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt irgendwo als Manager und Verkäufer. Sie riefen mich an und boten mir ein Gehalt halb so hoch wie das, was ich zu der Zeit bekam, aber immerhin viermal höher als mein Gehalt bevor ich die Station verlassen hatte. Ich sagte also zu und kam zurück. Jetzt zahlt der Staat, er verlangt aber auch einiges. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man erwartet von uns, dass wir viele Artikel in hochrangigen ausländischen Fachzeitschriften veröffentlichen. Es kann eineinhalb Jahre dauern, bis eine einzige Publikation veröffentlicht ist: Erstmal wird sie überprüft, dann verfasst der Prüfer eine Bewertung… dabei dauert das Programm selbst erst zwei Jahre! Und wenn man die Bedingungen des Programms nicht erfüllt, bekommt man als Strafe für drei bis fünf Jahre keinen Zugang zu Stipendien für solche Projekte. Ich hoffe, wir können die Frist einhalten.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41071" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Den ganzen Juli über wurden in der Kosmostation Bohrungen durchgeführt. Das ist einem Projekt mit der Schweizer Universität Fribourg zum Aufbau eines Netzes zur Beobachtung des Permafrostes in ganz Zentralasien. Laut Vasili begann diese Überwachung bereits in den 70er Jahren: <em>„Damals hatten wir etwa 32 Bohrlöcher &#8211; von anderthalb bis 120 Metern Tiefe; dieses Jahr haben wir drei 32 Meter tiefe Bohrlöcher und ein 12 Meter tiefes Bohrloch gebohrt und Sensoren installiert, die die Temperatur des Bodens in jedem Meter messen, sowie andere Geräte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Im Juli dieses Jahres wanderten unsere Glaziologen mit Wissenschaftlern aus Österreich entlang der Gletscher oberhalb des BAO (Akronym für Bolschoe Almatyskoe Osero, Großer Almaty-See N.d.Ü.), ebenfalls ein mit Steinen bedeckter Gletscher, der sich bewegt. Zwei Wochen lang sind wir mit ihnen dort lang gelaufen, haben geophysikalische Forschung betrieben. Es gibt eine Menge Kabel, man muss Batterien und anderes Zeug tragen, und es ist alles schwer. Heute laufe ich mit einer Drohne auf dem Rücken, und es fühlt sich an wie auf den Malediven, es ist so leicht.</em>“ Dennoch erfordert diese Arbeit eine gute körperliche Fitness &#8211; selbst junge Menschen halten das nicht immer aus. Deshalb wird die Gesundheit der Spezialisten, die den Tujyksu besteigen, jährlich überprüft.<br><br>„<em>Auch mir passiert es manchmal: Wenn ich lange nicht aufgestiegen bin, bekomme ich Atemnot oder Kopfschmerzen. Wenn ich hierher komme, werde ich auf einmal schläfrig. Und aus irgendeinem Grund schlafe ich vor dem Aufsteigen immer schlecht. Ich denke: Schaffe ich es oder nicht? Das Auto ist ja alt &#8211; 2011, und die ganze Zeit auf solchen Straßen&#8230;</em>“. Oft möchte seine Familie in die Berge fahren, wenn sie aber seinen Gesichtsausdruck sehen, verzichten sie darauf. Was er seiner Familie aber definitiv beigebracht hat, ist Wasser zu sparen. Da die Gletscher so stark schmelzen, müssen wir uns anpassen: Unsere Einstellung zum Wasser muss sich ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</a></strong><br><br>„<em>Ich wohne in Tastak, bei uns wird viel Klee angepflanzt. Jede Nacht, ob es regnet oder nicht, gießen sie es, sodass es schon wie ein Sumpf ist. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, komme ich am Gandhi-Park vorbei, dort ist es dasselbe. Und das, obwohl alle schreien, dass wir Wasser sparen sollen. Kasachstan ist reich an Mineralien, wir haben aber Probleme mit dem Trinkwasser. Das Problem ist, dass die Leute das nicht verstehen wollen: Die öffnen den Wasserhahn und das Wasser fließt. Aber woher es kommt, wo es später hinfließt… das ist egal: Die Olympischen Spiele sind viel interessanter.</em>“ In einigen Ländern versucht man, in den Bergen Stauseen zu bauen, um das Wasser aus den Gletschern zu sammeln. Daran leiden aber die darunter liegenden Landschaften, merkt Vassilii an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitsa hat die vorherige Generation von Glaziologen in einer sehr schwierigen Zeit abgelöst, aber selbst jetzt „<em>ist das Gehalt eines jungen Spezialisten geringer als das eines Essenslieferanten. Natürlich versuchen wir, sie zu unterstützen und sie in einige ausländische Projekte einzubeziehen. Jeder will sofort gutes Geld verdienen, das verstehe ich sehr gut, so ist es nun einmal. Ich weiß nicht, was ich an ihrer Stelle tun würde.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich bin solche Dinge immer noch nicht gewohnt.“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es ist immer gefährlich hier: Das sind Berge, die können mal weniger und mal mehr Gefahr bedeuten. Alles kann passieren</em>“, sagt Kasatkin, während er auf die Berge blickt. Er ist der Einzige hier, der sich an die Blütezeit der Tujyksu-Station erinnert: „<em>Im Sommer trainierten hier die Skispringer. Sie hatten einen Dieselgenerator, eine elektrische Sauna und ein Badehaus, einen Heizkessel und eine Kantine. Als die Sowjetunion zu Ende ging, war es fast sofort vorbei, buchstäblich im nächsten Jahr. Alles, was man wegtragen konnte, wurde weggebracht. Sehen Sie das Gestell des Geländewagens dort drüben? Ich habe ihn noch laufen sehen. Die Union brach zusammen, und buchstäblich ein Jahr später kamen wir zurück, und es gab nur noch ein Gestell: Alles, was sich klauen ließ, war gestohlen worden</em>“, erinnert er sich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41072" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gletscherstation befindet sich auf dem Gebiet eines Naturparks, daher gibt es keine Zäune, jeder kann hier frei eindringen, was für die Wissenschaftler ein Problem darstellt. Fünf Minuten Fußweg vom Stationsgebäude entfernt liegt ein kleiner See, auf dem Weg dorthin kann man Schläuche, Kabel und Rohre sehen, die aus den Felsen ragen &#8211; wie Überbleibsel einer früheren Zivilisation. Früher holten die Bergsteiger mit Rohren Wasser aus dem See, ihre Rundhütten wurden geheizt &#8211; in den 70er Jahren wurde ein Heizsystem erfunden. Jetzt nehmen die Glaziologen einen Eimer Wasser, erwärmen ihn auf dem Herd und waschen sich auf diese Weise. Nikolai Kasatkin kam 1989 zum ersten Mal nach Tuyuksa, als er noch Student&nbsp; war und er eine Ausbildung zum geodätischen Ingenieur machte.<br><br>In Kasachstan werden keine Glaziologen ausgebildet, alle Stationsmitarbeiter haben andere Berufe: Unter ihnen gibt es einen Geographen, einen Bergsteiger, aber meistens ist der Beruf des Glaziologen mit der Geodäsie verbunden, hier gibt es Hydrologen, Morphologen und so weiter. „<em>Als ich Geodät wurde, wurden alle geodätischen Vermessungen mit optischen Theodoliten, Nivelliergeräten und Latten durchgeführt, alle Bilder standen auf dem Kopf, und von GPS hörten wir erst am Institut &#8211; ein Lehrer erzählte uns, dass die Amerikaner irgendein System erfunden hätten</em>“, erinnert sich Kasatkin. Jetzt ist alles sogar physisch einfacher &#8211; man muss keine schweren Theodoliten auf den Berg tragen, und mit Hilfe einer Drohne und Computerprogrammen ist es möglich, „<em>ein Forschungsvolumen zu erreichen, das ein Geodät in seinem ganzen Leben nicht schaffen könnt“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1989-90er Jahren absolvierte Kasatkin ein Praktikum am Tujyksu, 1993 schloss er sein Studium ab, „<em>ein paar Jahre hin und her, dann die stürmischen 90er Jahre, als Leute, die 20-30 Jahre in Unternehmen gearbeitet hatten, entlassen wurden. Wer braucht schon einen jungen Fachmann? Ein paar Jahre lang war ich Kaufmann, und dann habe ich mich erinnert: Es gibt das Geographische Institut, wo ich mein Praktikum gemacht habe. Aber damals dachte ich, dass ich im Tourismus tätig sein sollte &#8211; ich hatte damals schon eine Familie, die ich ernähren musste, und ich wollte im Tourismus Geld verdienen</em>“. 1995 kam Nikolaj zum Geographischen Institut und bot an, Touristen von Shymbulaq nach Tujyksu zu fahren, aber er wurde abgelehnt und nahm einfach einen Job als Glaziologe am Tujyksu und am Großen Almaty-See an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Und dann starben die alten Glaziologen alle, jemand ging, und es stellte sich heraus, dass ich mit meinem Fachgebiet, mit meiner Ausbildung, gerade noch für dieses Geschäft geeignet war. Ich musste mich irgendwie in den Prozess einbringen, und dann gefiel es mir, und das war&#8217;s.</em>“ Jetzt ist Kasatkin für zwei Stationen verantwortlich, diese untersuchen offenliegendes Eis, Permafrost und vergrabenes Eis: „<em>Ich bin sowohl Permafrostforscher als auch Glaziologe, wie Truffaldino aus Bergamo. Nicht, weil mich jemand dazu zwingt, sondern weil es interessant ist</em>.“ Als ich ihn nach der nächsten Generation von Glaziologen frage, winkt er ab: „<em>Sprechen Sie mit jungen Leuten, was sie denken, aber Gott hat Vasja zur Glaziologie geschickt, das ist eine Tatsache. Ich wüsste gar nicht, wie ich das sonst erklären sollte</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Kasatkin sagt, dass in den letzten Jahren Geld für die Glaziologen bereitgestellt wurde, dass endlich neue Geräte gekauft wurden und dass neue Technologien und mit ihnen das 21. Jahrhundert in Tujyksa Einzug gehalten haben: „<em>Das ist eine große Erleichterung! Als wir umgeschult wurden, mussten wir uns natürlich das Hirn zermartern, vor allem, weil uns niemand etwas beibrachte, wir mussten uns die neuen Geräte irgendwie selbst aneignen. Und wie viele Koordinaten wir jetzt verwenden, hätte ich mir nie träumen lassen</em>“.<br><br>Nikolai Kasatkin liebt die Berge seit seiner Kindheit &#8211; er wuchs im Mikrodistrikt Orbita auf und verbrachte seine gesamte Freizeit mit Wanderungen in den Bergen, aber er ist nie Ski gefahren und hat auch nie Bergschuhe anprobiert. „<em>Ich bin an diese Aussichten immer noch nicht gewöhnt, ich laufe jedes Mal aufs Neue mit offenem Mund herum und schaue mich um, bin euphorisch. Ich komme immer wieder und immer ist es schön: Ich habe Glück mit meinem Job, es wäre eine Sünde, sich zu beschweren. Wenn es nach mir ginge, würde ich in den Bergen leben, nicht nur leben, sondern etwas erforschen. Wenn man die Natur studiert, egal wie hochtrabend es klingt, lernt man sich selbst kennen. Der Mensch ist ein Teil der Natur, und um mehr über uns selbst</em> <em>zu erfahren, müssen wir die Gesetze der Natur mehr studieren. Ich lebe mein Leben und genieße es, solange Gott das Licht nicht ausgeschaltet hat. Es wird eine Zeit kommen, in der das Licht einfach ausgeht und das war&#8217;s dann. Solange genieße ich es einfach, und ich arbeite so lange ich kann.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„<em>Manchmal ist das Wetter hier so, dass es nicht mal das Ministerium für Notfallsituationen hierher schafft.</em>“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 32-jährige Nachwuchsforscher Berik Koszhanov stürzte heute in einen Fluss von einem halben Meter Tiefe, obwohl er einen Klettergurt trug: „<em>Die Ränder sind glitschig, wie eine Katze in der Badewanne</em>“, lacht er und erinnert sich an den „<em>Arbeitsmoment</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41073" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Berik Koszhanov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich komme selbst aus dem Flachland und bin durch Zufall in den Bergen gelandet. Ich weiß noch, wie ich 2012 das erste Mal hier übernachtet habe, als ich ein Praktikum machte. Ich bin nachts aufgewacht, weil sich mein Hirndruck ausglich, meine Ohren pfiffen und es war, als würde Luft entweichen. Danach hatte ich keine Probleme mehr mit der Akklimatisierung</em>“, so Berik, der aus Westkasachstan, aus einem Dorf in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe">Aqtöbe</a>, stammt. Er studierte an der Fakultät für wissenschaftliche Geografie der Abay KazNPU (Universität in Almaty) und absolvierte während seines Studiums ein Praktikum am Institut für Geografie, wodurch er 2012 nach Tujyksa kam. Er arbeitet hier seit neun Jahren und hat heute Schichtende.<br><br>Er gibt zu, dass ihn die Ruhe der Station angezogen hat: „<em>Das Leben hier ist gemäßigter, einfacher, die Natur, mit Murmeltieren in der Nähe. Ich bin kein Fan von vielen Menschen, von Lärm und Krach, und hier bin ich ganz allein und ruhig. Obwohl es in den letzten Jahren, nach Covid, viele Touristen hier gab, war es früher besser (lacht). Aber trotzdem ist es hier angenehmer, besonders wenn die Stadt im Sommer stickig ist. Alles ist ruhig, es ist anstrengend, aber es ist interessant. Es ist vor allem körperlich hart. Besonders im Winter ist es ein Abenteuer, hierher zu kommen. Die Entfernung von Shymbulaq bis hierher beträgt neun Kilometer. Und wir gehen zu Fuß mit einem Rucksack, in dem sich Essen und Kleidung befinden. Manchmal mussten wir hüfthoch im Schnee laufen. Es kommt vor, dass wir von Shymbulaq bis zum Mynshylky-Damm den ganzen Tag laufen solange es Tageslicht gibt. Und von dort aus müssen wir hierher genauso lange laufen. So ist das, wenn das Wetter wirklich schlecht ist.“</em><br><br>Die Glaziologen hier arbeiten in Schichten &#8211; eine Schicht dauert zehn Tage, dann gibt’s 20 Tage Pause. „<em>Es gibt sechs Mitarbeiter, drei Schichten. Aber im Sommer müssen wir oft länger in der Station bleiben, weil wir mit dem ganzen Personal arbeiten müssen &#8211; um Daten zu sammeln oder um &#8211; wie jetzt &#8211; bei Reparaturen zu helfen</em>.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/">Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</a></strong><br><br>Berik Koszhanov ist nun schon die dritte Woche hier, am nächsten Tag wird er in die Stadt fahren, heute hat er seine Wäsche gewaschen, die über dem Ofen trocknet: „<em>Ich muss wieder wie ein Mensch aussehen und ein wenig runterkommen</em>“. Wenn er nach Almaty kommt, schreibt er Berichte, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. „<em>Die grundlegendste Arbeit, die wir im Sommer auf dem Gletscher haben, ist die Schneevermessung alle zehn Tage, außerdem müssen wir manchmal jeden zweiten Tag Latten bohren, wie heute. Heute haben wir sechs-sieben Latten gebohrt. Es gab Schichten, in denen wir um sechs Uhr morgens losgefahren sind und erst abends vom Gletscher zurückkamen, den ganzen Tag über haben wir nichts anderes gemacht als Bohren. Wir hatten 2016-2017 einen Rekord: ich und ein anderer Mitarbeiter haben 58 Latten an einem Tag gebohrt. In diesem Jahr schmolzen die Latten sehr stark und wir bohrten jede einzelne neu.</em>“<br><br>Vor etwa vier Jahren bekam die Station Internet &#8211; davor erfolgte die Kommunikation per Walkie-Talkie mit der Station Mynshylky. Bevor es Internet gab, hat Berik viel gelesen &#8211; die Bibliothek in der baufälligen Hütte ist umfangreich und bietet für jeden Geschmack etwas. Er erinnert sich daran, dass er, bevor es Wi-Fi gab, mit einem einfachen Tastentelefon herumlief. Zu Hause hatte er einen Laptop, und das genügte, um mit der Welt verbunden zu sein: „<em>An manchen Orten war es ohne Verbindung schwierig, aber andererseits war ohne Verbindung vielleicht alles ruhiger, es gab manchmal weniger Aufregung. Wir haben uns inzwischen an das Internet gewöhnt, aber es kann schwierig sein, ohne auszukommen, vor allem, wenn wir am Tisch sitzen und wir über etwas diskutieren, das man nicht googeln kann. Aber damals haben wir mehr gelesen, und heute sind Bücher eher Ausstellungsstücke</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41074" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Alle drei Stunden muss ein Mitarbeiter Messungen an der Wetterstation vornehmen. Die sieht ganz nah aus, aber wenn das Wetter schlecht wird und Nebel aufzieht, kann man sich jederzeit verirren. <em>„Ich orientiere mich hier sehr gut, aber wenn es neblig ist, ist nicht einmal klar, wo der Hang ist, wolang was verläuft. Einmal habe ich mich auf dem Weg zur Baustelle verlaufen, und an einem anderen Tag wehte der Wind sehr stark, ich lief den Weg entlang und wurde einfach weggeblasen. Ich kletterte hinauf und wurde wieder hinunter geblasen. In diesem Sommer gab es viel Regen und Gewitter, und ein Teil der Ausrüstung verbrannte.“</em> Berik erinnert sich daran, wie eine riesige Batterie vom Blitz getroffen wurde, der buchstäblich ins Haus einschlug und die Geräte beschädigte. Koszhanov sagt, er habe kürzlich eine Liste der schlimmsten Orte in Kasachstan gesehen, auf der auch die Station Tujyksu aufgeführt war &#8211; sie wurde mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prypjat_(Stadt)">Pripjat</a> verglichen. Aber er hat sich längst an diesen Ort gewöhnt und sieht an ihm nichts Beängstigendes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41075" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Vielleicht liegt es daran, dass einige der Häuser hier auf den ersten Blick verlassen wirken und auf dem Gelände seltsame Skulpturen aus Holz stehen &#8211; Berik nennt sie „Totems“ -, von denen keiner der Stationsbewohner weiß, wer sie gemacht hat. Vielleicht hat jemand aus der älteren Generation der Glaziologen in den einsamen Abenden gern geschnitzt. Aber all das, ebenso wie Wolken, Berge und Bäder, zieht Touristen an, und die Wissenschaftler müssen ihnen erklären, was Glaziologie ist und warum sie nicht in diesen Häusern übernachten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt Zeiten, in denen sie hier um Hilfe bitten: „<em>Einmal klopfte einer der Touristen mitten in der Nacht an &#8211; Pupillen geweitet, Panikattacke, Bergkrankheit &#8211; das passiert, wenn man nicht an die Berge gewöhnt ist und beschließt, dort die Nacht zu verbringen. Touristen fragen oft nach dem Weg, oder bitten darum, die Nacht bei ihnen zu verbringen. Eines Tages kam ein Tourist und sagte: ‚Setz mal den Kessel auf, während ich zum See gehe‘. Hier ist es manchmal wie in einem Café! Manche Leute kommen ganz ruhig und bitten um Hilfe, dann ist das kein Problem, aber wenn sie unverschämt sind, </em><em>dann schallt es aus dem Wald </em><em>so, wie sie hineinrufen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche dann erzählen anderen: „<em>Da oben hat jetzt ein wütender Kasache Dienst</em>“ (lacht). „I<em>ch bin der einzige Kasache, der auf dem Station arbeitet, und sie erinnern sich eher an mich. Vor anderthalb Monaten brach sich ein Tourist auf dem Weg hinter einem benachbarten Hang ein Bein. Er und andere Touristen waren dort unterwegs, genau wie zwei Spezialisten aus Kazselesaschita, die aufstiegen, um sich den See anzuschauen. Sie kamen dann zu mir, um die Stadt zu kontaktieren. Schließlich rief ich Mynshylky an, und das Ministerium für Notsituationen kam zum Einsatz. Es dauerte einen halben Tag, um sie zu retten. So etwas passiert ständig, vor allem im Frühjahr, wenn jemand von einer Lawine erwischt wird. Gerade zu dieser Zeit meinen Skifahrer auf Berge steigen zu müssen, sie lösen selbst Lawinen aus.</em> Und manchmal ist das Wetter hier so, dass selbst der Noteinsatzdienst hierher kommen kann.<br><br>Koszhanov lacht, denn nicht einmal alle seine Verwandten verstehen, was er das ganze Jahr über in den Bergen sitzt. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, arbeitet seit vier Jahren hier. „<em>Als ich zum ersten Mal hierher kam, war es für mich wie ein Märchen, alles war neu, alles war so interessant, ich bin den einen Berg hinaufgelaufen, ich bin den zweiten Berg hinaufgelaufen, ich wollte alles lernen, alles fotografieren, alles riechen, alles anfassen</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41076" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sergei Gebel</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gebel weiß, wo man Pilze, Himbeeren, Weidentee und andere Pflanzen pflücken kann, und er scheint alle einheimischen Murmeltiere zu kennen, die das Gebiet der Station unter sich aufgeteilt haben: einige leben in der Turnhalle, andere unter Fässern, das mutigste &#8211; unter dem Haus. Es kommt ganz nah an uns heran &#8211; wohlgenährt und schön. Früher gab es hier einen Hund, aber der ist weggelaufen, sie wollten eine Katze anschaffen, aber anscheinend sind nicht alle Mitarbeiter dafür. „<em>Mit einem Kätzchen würde es mehr Spaß machen, aber ohne haben wir mehr Murmeltiere</em>“, lacht Sergei.<br><br>Berik Koszhanov und Ilia Shechev kann man als die junge Generation von Glaziologen bezeichnen, aber Berik gibt zu, dass er sich eindeutig nicht als solcher fühlt, weil er vieles nicht weiß, vor allem, wie man Geräte repariert. „<em>Was die Wissenschaft betrifft, so trifft das wahrscheinlich nicht auf uns zu, sondern auf diejenigen, die im Büro sitzen, denn wir sind nur Sammler von Informationen, wir analysieren sie nicht. Man sagt uns, wir sollen messen, und wir geben die Informationen weiter, und ein Team, das mehr Mitarbeiter hat als wir, bearbeitet sie. In regelmäßigen Abständen erfahren wir dann das Ergebnis. Ich kann es irgendwie sehen, aber ich habe keine konkreten Zahlen in der Hand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manchmal fragen wir uns und sind dann überrascht, wie stark sich der Gletscher zurückzieht. Aber das ist verständlich, das Klima ändert sich. Erinnern Sie sich an den Sturm in Shymbulaq im Jahr 2011? Warum ist das passiert? Weil die Berge kalt sind, die Stadt aber sehr heiß wurde und der Temperaturunterschied einen starken Wind verursachte, der alles zu zerstören begann. Und wenn es keine Gletscher mehr gibt, wird sich die Stadt noch mehr aufheizen, weil die Wassergräben leer sind, die die Stadt sehr stark abkühlen</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/">Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</a></strong><br><br>Ilia Shechev, 23, ist der jüngste Mitarbeiter der Station, ein glaziologischer Techniker, der seit zweieinhalb Jahren hier arbeitet. Davor arbeitete er in der Skistation Shymbulaq und ist eine seltene Mischung aus Bergsteiger und Glaziologe. Im Alter von sechs Jahren bestieg er seinen ersten Gipfel &#8211; den Komsomol-Gipfel &#8211; er lacht darüber, dass seine Eltern es damals nicht geschafft haben. Und im Alter von 16 Jahren erhielt er ein internationales Zertifikat als Ausbilder für Bergtourismus. In seiner Freizeit führt er neben seiner Schicht als Bergsteiger Touristen in die Berge. <em>„Die Arbeit des Glaziologen ist interessant, denn wenn man in den Bergen ist, um Messdaten zu nehmen, muss man zur Molodjoschka laufen &#8211; zu diesem Gipfel dort drüben, dort steht das Gerät, und an einem Tag kann man die ganze Schlucht rauf und runter laufen.</em>“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ilia Shechev</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Ilia weiß nicht, ob er sein zukünftiges Leben mit der Gletscherbeobachtung verbinden wird. Er überlegte, ein Studium zu unternehmen, aber er ist sich noch nicht sicher: „<em>Das Bergsteigen reizt mich, manchmal möchte ich 20 Tage lang an einem Trekking teilnehmen, aber dann komme ich von der Schicht herunter und möchte in der Stadt sein, mich ausruhen. Ich vermisse nicht die Schicht, ich vermisse die Berge. Die ersten fünf Tage hier zähle ich die Tage. Die Höhe macht mir sehr zu schaffen, ich werde müde, und in den letzten Tagen der Schicht fühle ich mich sehr angeschlagen.“</em><br><br>Ich habe ihn gefragt, ob er den Film „Majak“ über zwei Männer gesehen hat, die zusammenarbeiten und allmählich verrückt werden, und er hat gelacht, denn hier gebe es schließlich W-LAN. Ilja zeigt uns das Haus, in dem Revutaitė früher wohnte. Letztes Jahr wurden hier einige Reparaturen vorgenommen, weil Glaziologen aus Zentralasien zum Workshop kamen &#8211; sogar eine neue Holztoilette wurde eingebaut. Jetzt ist das Haus geschlossen &#8211; der Ofen funktioniert dort nicht. Wir schauen uns alte Zeitschriften an &#8211; eine auf Litauisch, „Orakel“, alles Mögliche an Mystik &#8211; aber die Glaziologen selbst sind sehr pragmatisch und frei von Esoterik und anderem Mystizismus. Es gibt keine Legenden über schwarze Bergsteiger oder Bigfoot, sie sagen, dass es hier nur Bergziegen und Schneeleoparden gibt, aber niemand hat letztere gesehen. Sogar Bären und die gibt es am Großen Almaty-See.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Morgen werden wir von heftigem Regen geweckt &#8211; es ist heiß in Almaty um diese Zeit. Hier ist es +5 Grad und Nebel hat sich über die Berge gelegt. Kapitsa und Kasatkin schauen in den Himmel: Nein, heute bleibt der Himmel bewölkt. Bei dieser Expedition kann die Drohne nicht mehr abheben. Gut, dass sie gestern Zeit den Tag genutzt haben. Kapitsa sagt allen, sie sollen zusammenpacken, Ilia, Sergei und Berik bleiben in der Station &#8211; seine Sachen hatten keine Zeit zum Trocknen und er wird morgen zu Fuß hinuntergehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>„<em>Nächste Woche kommen die Zoologen zu uns, sie brauchen ein paar Schmetterlinge</em>“, warnt Kapitsa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Svetlana Romatschkina (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://vlast.kz/inside/61530-smotrasie-za-lednikom.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>
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		<item>
		<title>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 11:59:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die L&#xE4;nder Zentralasiens stehen vor gro&#xDF;en Herausforderungen bei der Bek&#xE4;mpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschl&#xE4;ge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anf&#xE4;llig f&#xFC;r die Auswirkungen des Klimawandels. Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Länder Zentralasiens stehen vor großen Herausforderungen bei der Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschläge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen Aspekten der nationalen und regionalen Sicherheit einhergehen. Gerade die Wasserverfügbarkeit wirkt sich beispielsweise auf die Bewässerungslandwirtschaft aus, die einen erheblichen Beitrag zum BIP der Staaten leistet, sowie auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Die Zukunft der Wasserressourcen in Zentralasien ist durch den Klimawandel sehr unsicher geworden. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Anfälligkeit der Länder ist jedoch nicht nur auf geografische oder klimatische Bedingungen zurückzuführen. Bestehende wirtschaftliche Probleme, Bevölkerungswachstum, soziopolitische Instabilität, begrenzte institutionelle und wissenschaftliche Kapazitäten, veraltete Infrastrukturen, die hohe Degradation landwirtschaftlicher Flächen und natürlicher Ökosysteme sind nur einige der Faktoren, die die Fähigkeit und die Bereitschaft der Staaten Zentralasiens zur Bewältigung des Klimawandels untergraben.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gletscherschmelze und unbeständige Niederschläge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine der wichtigsten Folgen der globalen Erwärmung in Zentralasien ist das Abschmelzen der Gletscher sowie der Rückgang der Schneedecke im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan</a>&#8211; und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pamir-Alay">Pamir-Alaj</a>-Gebirge. Steigende Temperaturen und schwankende Niederschläge führen zu einem steten Rückgang von Gletscherfläche und -volumen. Viele kleine Gletscher sind bereits ganz verschwunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederschläge werden unbeständiger, längere Trockenperioden könnten durch umso intensivere Niederschläge abgelöst werden. Expert:innen gehen davon aus, dass auch die Niederschlagsintensität und geografische Verteilung in Zukunft stärker variieren werden: der Südwesten Zentralasiens wird trockener und der Nordosten feuchter. Die Gletscherschmelze und die variablen Niederschläge werden auch die Flussläufe beeinflussen, einschließlich der grenzüberschreitenden Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zugang zu Wasserressourcen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Problem der Wasserressourcen in Zentralasien ist nicht Knappheit, sondern deren ineffiziente Nutzung. Außerdem sind die Wasserressourcen ungleichmäßig verteilt, da fernab der Gletscher und Wasserquellen erneuerbare Wasserressourcen rar sind. Der Klimawandel ist nicht der einzige Faktor, der die Situation verschärft: Durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum wird die Nachfrage nach Wasser auch weiterhin steigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zunehmende Verknappung der vorhandenen Wasserressourcen und ihre sich verschlechternde Qualität werden den Zugang der Bevölkerung zu Wasser, einschließlich Trinkwasser, beeinträchtigen. In Tadschikistan leben über zwei Drittel der Bevölkerung in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu Wasser nach wie vor ein großes Problem darstellt. Nach Angaben der <a href="https://www.worldbank.org/en/news/feature/2022/03/22/how-running-water-is-changing-rural-lives-in-kyrgyz-republic-and-uzbekistan">Weltbank</a> hat die Bevölkerung einiger ländlicher Gebiete Kirgistans nur Zugang zu Wasser aus Bewässerungssystemen; in Usbekistan ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung nicht ans zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Bedrohung der Landwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Sektoren der zentralasiatischen Volkswirtschaften. Nach Angaben der <a href="https://www.fao.org/home/en">FAO</a> sind über die Hälfte der natürlich beregneten Anbauflächen von regelmäßigen Dürren betroffen und fast alle bewässerten Gebiete weisen hohe bis sehr hohe Wasserstresswerte auf. Dies beeinflusst die Ernte von Baumwolle und Reis stark, Hitzewellen und schwankende Niederschläge können die Erträge von Weizen und anderen Kulturen verringern sowie zur Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten beitragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ueber-die-masse-wie-usbekistan-und-turkmenistan-ihre-wasserressourcen-ueberstrapazieren/">Über die Maße: Wie Usbekistan und Turkmenistan ihre Wasserressourcen überstrapazieren </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel verstärkt zusammen mit negativen Einflüssen wie unkontrollierter Beweidung, Entwaldung und ineffizienter Landwirtschaft die Bodenerosion und -degradation erheblich. Ein wärmeres Klima und mehr Hitzetage begünstigen die Wüstenbildung und verringern die Weideproduktivität und damit das verfügbare Futter. All diese Prozesse drohen die Ernährungssicherheit zu beeinträchtigen. Mittel- und langfristig werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels die positiven, die in einigen Bereichen zu beobachten sind, bei weitem überwiegen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Naturkatastrophen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Auswirkungen des Klimawandels auf wasserbedingte Katastrophen, einschließlich Überschwemmungen durch Gletscherseeausbrüche, wurden als eine der größten Bedrohungen in der Region erkannt. Die meisten der beobachteten extremen Wetterereignisse wie Hagel, Schlammlawinen, Dürren, extrem hohe oder niedrige Temperaturen werden durch das sich verändernde Klima verursacht. In den letzten 30 Jahren waren Millionen von Menschen davon betroffen, die wirtschaftlichen Verluste belaufen sich auf Milliarden von US-Dollar. Meteorolog:innen bestätigen, dass die Häufigkeit und Intensität hydrometeorologischer Naturereignisse in Zentralasien in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-duerre-wird-bis-zum-ende-des-jahrhunderts-dauern-ein-gespraech-ueber-wasserprobleme-in-usbekistan/"><strong>„Die Dürre wird bis zum Ende des Jahrhunderts dauern“ – ein Gespräch über Wasserprobleme in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Naturkatastrophen zerstören Verkehrs-, Energie- und andere Infrastrukturen und schädigen die Landwirtschaft. Im Jahr 2021 führte eine Dürre in mehreren Regionen Kasachstans zum <a href="https://24.kz/ru/tv-projects/spetsialnyj-reportazh/item/490392-zasukha-2021-spetsialnyj-reportazh">Tod von tausenden Tieren</a>, auch die Region Tschüi in Kirgistan war <a href="https://kloop.kg/blog/2022/01/17/urozhaj-pshenitsy-i-yachmenya-v-2021-godu-umenshilsya-pochti-vpolovinu-iz-za-zhary-i-zasuhi/#:~:text=%D0%97%D0%B0%D1%81%D1%83%D1%85%D0%B0%20%D0%B2%20%D0%9A%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5,%D0%B3%D0%B5%D0%BA%D1%82%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B2%20%D0%B2%D1%8B%D1%81%D0%BE%D1%85%D0%BB%D0%B8%20%D0%BE%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%BE%20%D1%88%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B8%20%D1%82%D1%8B%D1%81%D1%8F%D1%87.">vom Wassermangel betroffen</a>. Im Frühjahr 2022 verursachten schwere Regenfälle in Tadschikistan und Kirgistan Schlammlawinen, die teilweise <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20221105/sinoptiki-soobtshili-skolko-prodlyatsya-prolivnie-dozhdi-v-tadzhikistane">erhebliche Schäden anrichteten</a>. Wissenschaftler warnen davor, dass eine Kombination mehrerer extremer Wetterereignisse zu größeren Katastrophen führen könnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Probleme im Energiesektor</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Wasserkraft nimmt in den Volkswirtschaften Tadschikistans und Kirgistans einen besonderen Platz ein, da der größte Teil der Elektrizität in diesen Ländern in Wasserkraftwerken erzeugt wird. Die Wasserkraft hängt unmittelbar vom Wasserkreislauf der Flüsse ab, der sich laut Klimamodellen langfristig verändern wird. Dies wird die Zuverlässigkeit und die Kapazität der Kraftwerke verringern. Der erwartete jahreszeitlich bedingte Rückgang des Wasserstandes oder sogar das Austrocknen einiger kleiner Flüsse könnte den Betrieb mehrerer Kleinwasserkraftwerke zum Erliegen bringen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/beyond-the-glacier-ein-kurzfilm-ueber-wasser-in-zentralasien/">„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Murgänge und Sedimente stellen eine besondere Gefahr für Wasserkraftwerke dar. Die Verschlammung von Stauseen kann die Stromerzeugung verringern und die Instandhaltung erschweren. Insgesamt schätzt die Weltbank, dass negative Klimaauswirkungen die Erzeugung von Wasserkraft in Kirgistan und Tadschikistan um 20 Prozent verringern könnten. Erhöhte Wassertemperaturen oder Wassermangel könnten die Erzeugung von Wärmekraftwerken im Rest der Region beeinträchtigen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Migration und Neuansiedlung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts des großen Anteils der Landbevölkerung mit niedrigem Einkommen in Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan können extreme und ungünstige Wetter- und Klimaereignisse die Armut verschärfen oder das Einkommen vieler Familien weiter senken sowie deren Ernährungs- und Wirtschaftssicherheit verringern. Naturkatastrophen in der Region führen zu kurz- und langfristiger Migration. In Ländern mit großer Landbevölkerung wird die Migration in die Städte weiter zunehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://olc.worldbank.org/system/files/GroundswellPN-ECA6.pdf">Nach Angaben der Weltbank</a> könnte es bis 2050 bis zu 2,4 Millionen interne Klimamigranten in Zentralasien geben. Etwa entlang der südlichen Grenze Kasachstans, in den Gebieten um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> und Bischkek wird sich dies bemerkbar machen. Einige Gebiete im Osten Turkmenistans und im Süden Usbekistans entlang des Amudarja, für die ein Rückgang der Wasserverfügbarkeit und der Ernteerträge vorhergesagt wird, sind ebenfalls betroffen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Spannungen und Konflikte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eingeschränkter Zugang und ineffiziente Wassernutzung sind potenzielle Konfliktquellen in Zentralasien. Die Regulierung der Wasserressourcen in den Bereichen Bewässerung und Energie hat bereits zu politischen Unstimmigkeiten und Spannungen zwischen den Ländern geführt. So ist beispielsweise die Entscheidung, Wasserkraftwerke in den Bergstaaten zu bauen, in den flussabwärts gelegenen Ländern auf Unverständnis gestoßen und hat zu diplomatischen Auseinandersetzungen geführt. Ein lokaler Wasserstreit führte zusammen mit anderen Faktoren im Jahr 2021 zu einem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">bewaffneten Konflikt</a> zwischen Tadschikistan und Kirgistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">Was sind die Gründe für die tödlichen Zusammenstöße an der kirgisisch-tadschikischen Grenze? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasserprobleme, die in Dürreperioden besonders akut sind, führten im Sommer 2021 zu Protesten von Landwirt:innen und Bewohner:innen einiger Dörfer in Kirgistan und Kasachstan. Es wird prognostiziert, dass eine weitere irrationale Wassernutzung zusammen mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels die Energie- und Ernährungssicherheit der Länder gefährden und zu höheren Energie- und Lebensmittelpreisen führen könnte. Dies wiederum kann die sozialen Spannungen verschärfen und die Region destabilisieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auswirkungen auf Ökosysteme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Veränderungen in der Verfügbarkeit von Wasserressourcen und steigende Temperaturen werden voraussichtlich die Zusammensetzung von Flora und Fauna verändern und die natürlichen Ökosysteme beeinträchtigen. In Gebirgsökosystemen lässt sich bereits eine Verschiebung der Vegetation beobachten. Einige Tier- und Pflanzenarten können vom Aussterben bedroht sein oder ganz verschwinden, während sich die Lebensräume anderer Arten erheblich verändern können. Der Klimawandel kann neue Ausbrüche von Schädlingen oder eine Zunahme invasiver Arten auslösen. Trockeneres Wetter und längere Hitzewellen erhöhen das Risiko von Waldbränden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sieben-zentralasiatische-wildtierarten-die-unseren-schutz-benoetigen/">Sieben zentralasiatische Wildtierarten, die unseren Schutz benötigen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Belastungen durch den Menschen und den Klimawandel können die Widerstandsfähigkeit bestehender Ökosysteme untergraben, die Artenvielfalt verringern und sich negativ auf die Ökosystemleistungen auswirken, auf die wir für unseren Lebensunterhalt und unsere Entwicklung angewiesen sind. Dem Erhalt der natürlichen Ökosysteme sollte daher hohe Priorität eingeräumt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Es besteht eine gemeinsame Verpflichtung zur Zusammenarbeit in Zentralasien. In der Region sind der Internationale Fonds zur Rettung des Aralsees (<a href="https://ecifas-tj.org/en/main/">IFSA</a>), die Zwischenstaatliche Kommission für Wasserkoordinierung (<a href="https://ecifas-tj.org/en/icwc/#:~:text=ICWC%20is%20a%20regional%20body,bodies%20of%20the%20State%20founders.">ICWC</a>) und die Zwischenstaatliche Kommission für nachhaltige Entwicklung (<a href="https://unece.org/environment/press/unece-and-interstate-commission-sustainable-development-strengthen-cooperation">UNECE</a>) sowie mehrere regionale Zentren angesiedelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt auch eine Reihe von Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Wasserwirtschaft. Inwieweit sie jedoch tatsächlich umgesetzt werden, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Die Wasserwirtschaft in Zentralasien ist komplex und viele der Probleme, die vor 20 Jahren Schwierigkeiten machten, bestehen auch heute noch. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> 2017 erstellte die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (<a href="https://www.eda.admin.ch/deza/de/home.html">DEZA</a>) einen Bericht zur Wasserkooperation in Zentralasien, in dem festgestellt wurde, dass die Wasserpolitik in der Region weitgehend von unkoordinierten nationalen Strategien bestimmt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus geringer Wassernutzungseffizienz, negativen externen Effekten aufgrund einseitiger Maßnahmen und konkurrierenden nationalen Prioritäten hat zu Reibungen sowie politischen und diplomatischen Streitigkeiten zwischen den Ländern geführt. Gemäß einer groben Schätzung betragen die Kosten für die fehlenden Lösungen in der Wasserbewirtschaftung allein in Zentralasien 4,5 Milliarden US-Dollar jährlich. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Timur Idrisov für Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/izmenenie-klimata-i-vodnye-resursy-v-tsentralnoj-azii-rastushhaya-neopredelyonnost">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"> <p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Clotilde Rabault]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 08:57:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; von David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee. &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz, der den Wasserl&#xE4;ufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans [&#x2026;]</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms „Beyond the Glacier“ von David Rodríguez Muñiz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.ethnocineca.at/beyond-the-glacier/#pll_switcher">„<u>Beyond the Glacier</u>“</a> ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodríguez Muñiz, der den Wasserläufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsee</a> folgt. In dem etwa 20-minütigen Dokumentarfilm wirft Rodríguez Muñiz ein Schlaglicht auf die Wasserverknappung, die in der Region ökologische, sozioökonomische und politische Probleme verursacht, die alle miteinander verflochten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film legt den Fokus auf die Verteilung von Wasser in Zentralasien: Die Reserven befinden sich überwiegend in Tadschikistan und in Kirgistan in den Gletschern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a>. Diese Gletscher versorgen die beiden größten Flüsse der Region &#8211; den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. Beide fließen in den Aralsee und sind dessen wichtigste Zuflüsse.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan liegen an den Unterläufen der beiden Flüsse und sind daher wasserarm. Ihre Versorgung hängt von den beiden Flüssen ab, die die landwirtschaftliche Bewässerung, insbesondere der Baumwollpflanzen, ermöglichen und sicherstellen. Spätestens seit 1991 führt der Zerfall der UdSSR zwischen den nun unabhängigen ehemaligen fünf Sowjetrepubliken zu Spannungen um das Wasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten 30 Jahren sind mehr als 2.000 Gletscher in Kirgistan verschwunden. Ursachen sind die globale Erwärmung, aber auch die Goldgewinnung, die Staub freisetzt und einen zusätzlichen Temperaturanstieg verursacht. Durch das Verschwinden der Gletscher drohen die Flüsse auszutrocknen, was zu Wüstenbildung in großen Gebieten in Usbekistand und Kasachstan führt und den <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zur-rettung-des-aralsees-der-flusslauf-im-syrdarja-delta-soll-geaendert-werden/?noredirect=de_DE">Kampf gegen das Austrocknen des Aralsees</a> unmöglich machen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle, deren Leben sich um Wasser und Fischerei dreht, sind von den versiegender Frischwasserressourcen betroffen und werden es in Zukunft sein. „Beyond the Glacier“ führt in diese Probleme mit einem poetischen und menschlichen Blick ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Hintergründe und die Umsetzung des Projekts besser zu verstehen, hat Novastan mit David Rodríguez Muñiz gesprochen. Mit seinem vorherigen Kurzfilm „Refugees“ wurde der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann für mehrere Festivals ausgewählt und gewann sieben Preise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Warum haben Sie sich entschieden, die Probleme rund um das Wasser in dieser Region zu behandeln?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">David Rodríguez Muñiz: Ich bin in einer Familie von Seeleuten aufgewachsen und habe mich schon immer für das Wasser und die Beziehungen des Menschen zu ihm interessiert (Meere, Flüsse, Seen&#8230;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich die Probleme sehe, denen wir uns stellen müssen – der Mangel an Trinkwasser, die chemische Kontamination von Grundwasser, die Überfischung der Meere oder das Austrocknen von Seen und Flüssen – habe ich ein Gefühl der Hilflosigkeit. Ich kann nicht verstehen, warum wir zerstören, was uns am Leben hält, und wie wir ein so geringes Interesse an unserer Zukunft und der Erhaltung unseres Lebensraums haben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie den Dokumentarfilm aufgebaut? Was waren Ihr Leitfaden und Ihr Ziel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beyond the Glacier“ ist eine Reise. Seine Erzähllinie folgt dem Verlauf meiner eigenen Reise nach Zentralasien und so wollte ich ihn darstellen. Er beginnt in den Gletschern des Tian Shan-Gebirges in Kirgistan, wo der Fluss Syrdarja seinen Ursprung hat. Wir folgen dem Syrdarja &#8211;&nbsp; entlang seines Laufs erscheinen die Bevölkerung, die Konflikte und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orographie">Orographie</a> &#8211; bis hin zur Mündung in den Aralsee, wo das Wasser sein Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte über die Konflikte um das Wasser sprechen, die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung widerspiegeln. Mein Ziel war es, die Folgen unseres Wassermanagements auf der ganzen Welt darzustellen und das Bewusstsein für unsere Zukunft und die für andere Arten zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte auch den Unterschied zwischen Ausbeutung und Überleben hervorheben, der sich im Kontrast zwischen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Goldmine Kumtor</a> (in Kirgistan, Anm. d. Red.) und den Eisfischern ausdrückt. In der Mine ist das Wasser eine Eiswand, die eingerissen werden muss; ein Gefängnis, aus dem das Gold zu befreien ist. Für die Eisfischer ist das Wasser hingegen ihre Umgebung, aus der sie ihre Nahrung beziehen, von der sie leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Für einige ist Wasser ein Zwang, ein Hindernis, während es für andere eine Lebensgrundlage ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie die Dreharbeiten durchgeführt und wie sind Sie mit den in der Dokumentation befragten Personen in Kontakt getreten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mit meinem Partner Alex Galan gearbeitet, einem erfahrenen und spezialisierten Guide für kalte Regionen. Er hat sich um den Verlauf der Route und den Drehplan gekümmert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan haben wir Hilfe von NomadLand erhalten, einem Unternehmen für Bergtourismus aus (der Hauptstadt, Anm. d. Red.) Bischkek. Sie haben uns Informationen über die Eisfischer zur Verfügung gestellt und uns ermöglicht, eine Drehgenehmigung für Kumtor zu erhalten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zum Aralsee zu gelangen, haben wir den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Aral-Eisenbahn">TransAral</a> benutzt, in dem wir allein waren. Aber trotzdem ist es uns gelungen, mit den Fischern zu kommunizieren. Auch das war nicht einfach: die Sprache und die sehr niedrigen Temperaturen erschwerten die Drehbedingungen. Das Filmen bei fast Minus 27 Grad ist wie eine Odyssee!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Derzeit ist „Beyond the Glacier“ auf internationalen Festivals zu sehen, wie dem Internationalen Festival Für audiovisuelle Dokumentarfilme in Biarritz (FIPADOC) oder der Ethnocineca in Wien, wo er mehrere Auszeichnungen erhielt. Es wird in Kürze auch auf Verkaufsplattformen verfügbar sein.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clotilde Rabault, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/beyond-the-glacier-un-court-metrage-au-fil-de-leau-en-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 11:47:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gletscher des Tian-Shan-Gebirges geh&#xF6;ren zu den wichtigsten Wasserreservoirs Zentralasiens, aber auch wirtschaftlich haben sie eine bedeutende Rolle f&#xFC;r die Region. Angesichts der durch den Klimawandel ver&#xE4;nderten Abflussmenge an Schmelzwasser drohen katastrophale Auswirkungen auf ganz Zentralasien. Einer am 30. Januar auf der schweizerischen akademischen Plattform MDPI ver&#xF6;ffentlichten Studie zufolge werden die Gletscher Zentralasiens am Ende [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Gletscher des Tian-Shan-Gebirges gehören zu den wichtigsten Wasserreservoirs Zentralasiens, aber auch wirtschaftlich haben sie eine bedeutende Rolle für die Region. Angesichts der durch den Klimawandel veränderten Abflussmenge an Schmelzwasser drohen katastrophale Auswirkungen auf ganz Zentralasien. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Einer am 30. Januar auf der schweizerischen akademischen Plattform MDPI veröffentlichten <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/12/3/627">Studie</a> zufolge werden die Gletscher Zentralasiens am Ende des 21. Jahrhunderts die Hälfte ihres Volumens und ein Drittel ihrer Fläche eingebüßt haben. Diese Prognosen entsprechen dem Median-Ablauf der Untersuchungen, die von einem Team aus Hydrologen unter der Leitung von Maria Shahgedanova veröffentlicht wurden. Dennoch gehen die Forscher nicht davon aus, dass die Gletscher zur Gänze verschwinden werden. Die Auswirkungen für die auf das Wasser dieser Gletscher angewiesenen Bevölkerung drohen allerdings verheerend zu sein.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan</strong>: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/"><strong>Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Ausgangspunkt der Forschungen war die Erderwärmung und die damit einhergehenden Veränderungen des Niederschlags in der Region. Aufgrund der Tatsache, dass die Schmelzwassermenge im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts eine bisher nie dagewesene Spitze erreicht hat, überprüften die Wissenschaftler eine mögliche voranschreitende Austrocknung der Gletscher des Tian Shan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Wasser des Tian Shan, eine strategische Ressource und wichtiger Wirtschaftsfaktor für vier Länder</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein Großteil der Gletscher Zentralasiens, die sich über 2500 Kilometer erstrecken und die Täler Kasachstans, Kirgistans und Usbekistans, also einer der größten Bewässerungsflächen weltweit, mit Wasser beliefern, gehört zur Bergkette des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a>. Ebenso versorgt das Schmelzwasser dieser Gipfel die autonome uigurische Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a>, deren auf Kohle, Erdöl und Erdgas basierende industrielle Produktion, unabdingbar für das Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist.</p>
<p style="text-align: justify">Einschätzungen des hydrometeorologischen Zentrums der usbekischen Regierung zufolge liegt der Gletscherschwund in Usbekistan im Jahresdurchschnitt zwischen 0,2 und 1 Prozent pro Jahr, berichtete <a href="https://lenta.ru/articles/2014/11/15/glacier/">das russische Magazin Lenta.ru</a> im Jahr 2014. Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, dann könnten sich im Jahre 2050 die Wasserreserven des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> um 10 bis 15 Prozent und die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der längste und am zweithöchsten entspringende Fluss Zentralasiens, an dessen Lauf sich sechs usbekische Regionen (darunter die Hauptstadt Taschkent), drei kirgisische Regionen, zwei kasachische und eine tadschikische Region befinden, um 2 bis 5 Prozent verringert haben. All das würde zur Verwüstung von großen Landflächen führen und die Bemühungen Kasachstans, den nördlichen Teil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> zu bewahren, zunichtemachen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan</strong>: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/welche-folgen-hat-der-klimawandel-fuer-kirgistan/"><strong>Welche Folgen hat der Klimawandel für Kirgistan?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben zahlreiche Wissenschaftler vor möglichen Folgen der Gletscherschmelze im Tian Shan gewarnt, insbesondere in Hinblick auf die wirtschaftliche und staatliche Sicherheit der betroffenen Staaten. „<em>Wenn sich die Wasserressourcen in Zukunft stark verringern, so könnte dies auch zu einem großen zwischenstaatlichen Konfliktpotenzial werden</em>,“ hielt der Gletscherkundler der <a href="https://www.wsl.ch/de/index.html">Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL </a>Daniel Farinotti im amerikanischen <a href="https://www.livescience.com/51876-asia-glaciers-rapidly-shrinking.html">Wissenschaftsjournal Live Science</a> fest. Aus der unter seiner Leitung durchgeführten <a href="https://www.nature.com/articles/ngeo2513">Studie</a> aus dem Jahr 2015 ging hervor, dass die Gletscher des Tian Shan viermal so schnell schmelzen wie der weltweite Durchschnitt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unterschiedliche Folgen je nach Gletschertyp </strong></p>
<p style="text-align: justify">Unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Temperaturanstiegs der Luft in dieser Region, der am Ende dieses Jahrhunderts bei 3,5°C liegen wird, haben die Hydrologen unter der Leitung von Maria Shahgedanova die unterschiedlichen Fähigkeiten zur natürlichen Regeneration der Gletscher <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/12/3/627">abgeschätzt</a>. Dadurch weiß man beispielsweise, dass die Gletscher, deren natürliche Möglichkeiten zur Regeneration gering sind, und die, welche die Flüsse <a href="https://caravanistan.com/kazakhstan/almaty-region/turgen/">Turgen</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaskeleng">Qaskeleng</a> in der Region Almaty speisen, besonders gefährdet sind. Die Reduktion der sommerlichen Schmelzwassermenge wird auf 20 bis 30 Prozent geschätzt. Allerdings deuten die statistischen Ausarbeitungen auch darauf hin, dass andere Gletscher, deren Regenerationsfähigkeit als natürlich hoch eingeschätzt wird, wie etwa diejenigen, die die Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ili_(Fluss)">Ili</a>  und <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Talgar">Talgar</a> speisen, keinen signifikanten Veränderungen unterliegen. Lediglich das Worst-Case-Szenario sieht im Frühling einen Anstieg der Wassermenge vor.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/weltbank-globale-erwarmung-konnte-zu-konflikten-in-zentralasien-fuhren/?noredirect=de_DE">Weltbank: globale Erwärmung könnte zu Konflikten in Zentralasien führen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Rückgang der Schmelzwasserabflussmengen im Sommer und der damit einhergehende Wassermangel könnten schwerwiegende Folgen für die Bewässerungssysteme auf den kasachstanischen Berghängen, einen der größten Wasserverbraucher, haben, während der Anstieg der Wassermengen im Frühling zu einem höheren Überschwemmungsrisiko führt. Das Best-Case-Szenario, das von den Hydrologen modellhaft dargestellt wurde, wäre ein Rückgang der Wassermengen im Sommer. Im schlimmsten Falle sieht das Szenario hingegen einen großen Anstieg der Temperaturen und eine starke Schnee- und Gletscherschmelze voraus.</p>
<p style="text-align: justify">Hermann Häusler, Geologieprofessor an der Universität Wien, hat die Risiken einer Gletscherschmelze des kirgisischen Teiles des Tian-Shan-Gebirges  gegenüber der Deutschen Welle wie folgt <a href="https://www.dw.com/ru/%D1%83%D1%87%D0%B5%D0%BD%D1%8B%D0%B9-%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%B8-%D1%82%D1%8F%D0%BD%D1%8C-%D1%88%D0%B0%D0%BD%D1%8F-%D1%83%D0%B3%D1%80%D0%BE%D0%B7%D0%B0-%D0%B4%D0%BB%D1%8F-%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D0%B9-%D1%86%D0%B5%D0%BD%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%D0%B9-%D0%B0%D0%B7%D0%B8%D0%B8/a-15295845">beschrieben</a>: Aufgrund des Abschmelzens der Gletscher kommt es zur Entstehung von Hochgebirgsseen in einer Höhe von bis zu 5000 Metern über dem Meeresspiegel. Unterschiedliche Naturphänomene können in der Folge zu einem plötzlichen Durchbruch eines solchen Sees führen, dessen Wassermassen sich dann ihren Weg durch die viel kleineren Wasserläufe bahnen. Dies entspricht etwa einigen hunderttausenden Kubikmetern Wasser, die alles, was sich ihnen in den Weg stellt, mitreißen. Unter den hunderten Gletschern Kirgistans stellen zirka zwei bis drei Dutzend aus diesem Grund eine große Gefahr für die dort ansässigen Menschen dar. Hermann Häusler stellt ebenso fest, dass die kirgisischen Gletscher aufgrund ihrer Größe und hohen Anzahl viel gefährlicher als ihre europäischen „Verwandten“ sind. Das Risiko für Wasserdurchbrüche sei ebenfalls um einiges höher.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Problem für Umwelt und Politik von überregionaler Größenordnung </strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei der am 26. Februar in Bischkek abgehaltenen überregionalen Konferenz „Zentralasien. Eine Region jenseits von Konflikten“ haben einige regional tätige Wissenschaftler auf die massive Verschlechterung der Umweltbedingungen in Zentralasien hingewiesen. <a href="https://www.kp.kg/online/news/3777995/">Laut der russischen Zeitschrift</a> Komsomolskaja Pravda ging es dabei vor allem um die Frage des Gletscherschutzes. Die Teilnehmer beklagten das Fehlen von gemeinsamen länderübergreifenden Forschungsprojekten regionaler Experten, die dabei helfen könnten, einerseits tiefgehende Analysen zu tätigen und andererseits den betroffenen Ländern eine zu verfolgende politische Linie vorzuschlagen.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Eine solche politische Linie wurde lange Zeit vermieden, da sie nicht mit der ökonomischen Strategie der Länder vereinbar war. Horst Machguth, ein Angestellter des World Glacier Monitoring Service der Universität Zürich, <a href="https://rus.azattyk.org/a/28913298.html">erwähnte</a> gegenüber Radio Liberty Kirgistan, dass die Goldgewinnung ein zusätzlicher Faktor ist, der zur Zunahme des Abschmelzprozesses der Gletscher beiträgt. Laut dem Wissenschaftler setzen sich die chemischen Produkte, die zur Gewinnung des Goldes in der  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtor-Mine</a> verwendet werden, in Form von Staub auf den Gletschern des kirgisischen Teiles des Tian-Shan-Gebirges ab. Dieser Vorgang führt dazu, dass die Gletscher das Licht der Sonne weniger reflektieren und dadurch noch schneller schmelzen. Die neue <a href="https://www.ozodlik.org/a/26694543.html">Gesetzesvorlage</a> „Über die Wasserressourcen“, die eine Klausel beinhaltet, die wegen der dargestellten Folgen die Schließung der Kumtor-Mine verlangt, wurde 2014 im kirgisischen Parlament vorgestellt. Die Produktion der Kumtor-Mine macht <a href="https://www.gezitter.org/kumtor/31679_ledniki_myi_sohranim_a_kak_byit_s_byudjetom/">10% des kirgisischen BIP</a> aus, weshalb die Regierung dieses Gesetz nie verabschiedet und somit zu Gunsten der wirtschaftlichen Interessen des Landes entschieden hat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus – der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf lange Sicht können die Gletscher nur geschützt werden, wenn das Thema in eine allgemeine Strategie des Kampfes gegen die Klimaerwärmung eingebettet ist. Um die staatlichen Wirtschaftssysteme kurzfristig gegen die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/weltbank-globale-erwarmung-konnte-zu-konflikten-in-zentralasien-fuhren/?noredirect=de_DE">schädlichen Folgen</a> der Gletscherschmelze zu schützen, sollte man die Art und Weise der Bewässerung überdenken und sowohl Präventiv- als auch Notfallstrategien für Überschwemmungen entwickeln. Jene sollten für die regionale Politik allerhöchste Priorität haben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anna Chtorkh</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-fonte-des-glaciers-du-tian-chan-un-danger-de-long-terme-en-asie-centrale/">Französischen </a>von Andrea Baldauf</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kasachstan und China ringen angesichts des Klimawandels um Wasser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[caanetwork]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 00:40:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Balqash]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wasserfrage ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Kasachstan und China. Neue Wasserkraftwerke in China und eine verschwenderische Wassernutzung in Kasachstan befeuern eine mittlerweile handfeste Krise. Folgender Artikel basiert auf einer Analyse von Geopolitical Monitor und erschien in russischer Sprache bei CAA-Network, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen. Die Wasserfrage ist eines der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Wasserfrage ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Kasachstan und China. Neue Wasserkraftwerke in China und eine verschwenderische Wassernutzung in Kasachstan befeuern eine mittlerweile handfeste Krise. Folgender Artikel basiert auf einer Analyse von <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/glacier-watch-china-kazakhstan-water-conflict-and-the-lake-balkhash-basin/">Geopolitical Monitor</a> und erschien in russischer Sprache bei <a href="https://caa-network.org/archives/19316?fbclid=IwAR1lwrpo-DOXlkRsf1wqKtQM0B1r3zodwk7s_Zk6Qr01uvKeC-8yHGdrw28&amp;__cf_chl_jschl_tk__=0c788a3ae1ed51a8149bcb8b75cd1a14f0cd6384-1588547211-0-Ac64FeQ9wqb79zA3TbahxKWvHTyF6MG4_nIJ0NcSXBUbhOJKBBSd_rWarPON_yNLtBO2YSvlZ0K6KzszpCFcTUwp9fg4xqoBSphHRV2vH-i-lfTyVo-NsLzPQAPR_PQF1ePBB5DXjrokdpFvYw66qoY5VWT5Uvaqx4BustVhay-bsB4A_lnqcLDU1s5Z3xGMRrfgv_ZlsSFQ87Lt96fMCmWRhwMrh6yDLh3DKpXIU04BMzklZzmkI3o3WnvtNZog2vKbkvyW4WfhN3VlvQxMmg9WcMSMimpPGZLA2OhD0ljNQMAPzBq67ci4sCjtB8kVy9cVhBef63SbLgl0hmMCQ1HXIPpRFvnh3K-cY2PeoTJNVNqQGnhllsaYAoD7fG83RQ">CAA-Network</a></strong><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Wasserfrage ist eines der am wenigsten regulierten Probleme zwischen China und Kasachstan. Die Volksrepublik baut fortschreitend Wasserwerke an den Oberläufen der Grenzflüsse zu Kasachstan und erhöht somit die Wasserabnahme, was zur Verschlechterung der Wasserqualität u.a. in den Flüssen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ili_(Fluss)">Ili</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch">Irtysch</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Talas_(Fluss)">Talas</a> führt. Dies stört das natürliche Gleichgewicht in den Seen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balqash</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saissansee">Saısan</a>. Angesichts des Klimawandels, der schnellen Gletscherschmelze und des verschwenderischen Umgangs mit Wasser in Kasachstan, droht dieses Problem zu einer Krise auszuwachsen.</p>
<p style="text-align: justify">In einem ausführlichen Artikel weist <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/glacier-watch-china-kazakhstan-water-conflict-and-the-lake-balkhash-basin/">Geopolitical Monitor</a> konkret auf die zunehmenden Gletscherschmelzen im Tian-Shan-Gebirge hin, was zu einer deutlichen Verringerung der Wasservorräte in den aus China entspringenden kasachischen Grenzflüssen führe.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Gletscher speisen Ströme</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten großen Flusssysteme wie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mekong">Mekong</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jangtsekiang">Jangtsekiang</a> speisen sich aus Gletschern. Gegenwärtig schmelzen diese Gletscher aufgrund des Klimawandels in großem Ausmaß, was die Bewässerungssysteme, Energieerzeugung und Trinkwasserreserven in einigen der am dichtesten besiedelten Regionen des Planeten bedroht. Dabei verläuft die Gletscherschmelze verschiedenartig ab. In manchen Fällen wirkt sich das Schrumpfen des Gletschers kaum auf die Vorräte der Flüsse aus, während in anderen Fällen das System der örtlichen Wasserversorgung stark gestört wird, besonders wenn die Versorgungssysteme veraltet sind und ineffiziente Technologien verwendet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Das Konzept der „maximalen Ausgabe an Wasserreserven“ veranschaulicht die akute Gletscherschmelze. Abhängig davon, wie sehr sich die Gesamtmasse des Gletschers verringert, entstehen während der Tauperiode Wasservorräte an der Oberfläche. Wenn diese Oberflächenvorräte jedoch ihr Maximum erreicht haben, folgt ein finaler und praktisch unumkehrbarer Vorgang. Der schrumpfende Gletscher immer weniger Schmelzwasser abgeben, was wiederum die saisonale Verfügbarkeit von Süßwasser in den von ihm ausgehenden Flüssen beeinflusst. Jeder Gletscher besitzt eine individuelle Wasserspeicherschwelle ab dem dieser Prozess eintritt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine Studie, veröffentlicht in <a href="https://www.nature.com/articles/s41558-017-0049-x.epdf?referrer_access_token=4Ervz7wqXKS1dWoayWbHN9RgN0jAjWel9jnR3ZoTv0P5cVgyM6j6TU1jwYEKuBeIqaZjsta1OJDb4YMCRcKZYHrn1PddgWKld8dnbLky8ui2j73jnykP_XF0fKDP8qyfbVlrhvGeClxK6eiIbbIVROWaivJ7Ejrfeo2hIEjlYlyA6M8BmtqOd-0DmEF3_Gz9pHsXLsjQvkf1e3S1Xlw5JNaykIuL74dh60GhMO3_3Bch47x67ZiIzDK8ll7oAeZPfGUMM_OM1jQy3iyqkyQD66K7gQEKSbSWggWulBZHEVo%3D&amp;tracking_referrer=www.scientificamerican.com">Nature Climate Change</a>, besagt, dass&nbsp; 45 Prozent der gletschergespeisten Flussbetten weltweit, diesen Punkt bereits passiert haben. Dies treffe etwa auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brahmaputra">Brahmaputra</a>-Quellen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Himalaya">Himalaya</a>-Gebirge zu. Prognosen besagen in diesem Sinne auch, dass 22 Prozent der Flussbetten sich bis 2050 noch ausweiten werden, zum Beispiel die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ganges">Ganges</a> und des oberen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a>, deren jeweiliges Maximum bis 2050 und 2070 erwartet wird.</p>
<p style="text-align: justify">Die Gefahr einer Gletscherschmelze kann nur schwer unabhängig vom jeweiligen Gesamtbild betrachtet werden. Die Wassersysteme der ganzen Welt leiden inzwischen unter menschlichen Einflüssen wie des Dammbaus, der Bewässerung und der Wasserversorgung für kommunale oder industrielle Zwecke. Zweifellos wird die Gletscherschmelze diese Probleme vertiefen. Wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dramatisches Beispiel: Der Balqash-See</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balqash-Sees</a> liegt zwischen Kasachstan und China und wird von einem Flusssystem gespeist, das seinen Lauf hoch oben in den chinesischen Gletschern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirges</a> nimmt. Die Studie von <a href="https://www.nature.com/articles/s41558-017-0049-x.epdf?referrer_access_token=4Ervz7wqXKS1dWoayWbHN9RgN0jAjWel9jnR3ZoTv0P5cVgyM6j6TU1jwYEKuBeIqaZjsta1OJDb4YMCRcKZYHrn1PddgWKld8dnbLky8ui2j73jnykP_XF0fKDP8qyfbVlrhvGeClxK6eiIbbIVROWaivJ7Ejrfeo2hIEjlYlyA6M8BmtqOd-0DmEF3_Gz9pHsXLsjQvkf1e3S1Xlw5JNaykIuL74dh60GhMO3_3Bch47x67ZiIzDK8ll7oAeZPfGUMM_OM1jQy3iyqkyQD66K7gQEKSbSWggWulBZHEVo%3D&amp;tracking_referrer=www.scientificamerican.com">Natur Climate Change</a> nennt den Balqash als von &nbsp;Gletscherschmelzen besonders bedroht. So erwarte man, dass seine Wasservorräte wegen des Schrumpfens der Gletscher künftig um mindestens zehn Prozent sinken werden. Forschungen besagen, dass das Maximum der Ausgaben an Wasserreserven der meisten Gletscher des Tian Shan noch nicht erreicht sei, dies aber in den kommenden 20 Jahren zu erwarten ist.</p>
<p style="text-align: justify">Seit den 1960er Jahren schwindet der Balqash-See mit seiner ursprünglichen Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern zunehmend. Die Ursachen sind menschengemacht. Der See versandet, sein Wasser wird immer salziger. Der Wasserspiegel des Balqash sinkt bereits so schnell, dass viele sein Schicksal mit dem des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> vergleichen. Etwa 80 Prozent des Balqash-Wassers bringt aus dem Südosten der Fluss Ili, der damit eines der größten Feuchtgebiete Zentralasiens formt. Der Ili entspringt in China, wo er aber große künstliche Barrieren überwinden muss, bevor er nach Kasachstan fließt.</p>
<p style="text-align: justify">Die grenzüberschreitenden Flüsse Zentralasiens wie der Ili, Irtysch und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> sind immer wieder Gegenstand internationaler Wasserkonflikte. Gerade diese drei Flüsse sind die wichtigsten Süßwasserquellen Kasachstans. Allein bereits im Ili ist aber in den letzten 20 Jahren ein starker Rückgang der Reserven verzeichnet worden: Von 17,8 auf 12,7 Kubikkilometer Wasser im Jahr.</p>
<p style="text-align: justify">Die Landwirtschaft hauptschuldig für die sinkenden Wasserpegel. Der Anbau im trockenen Klima Zentralasiens benötigt gut funktionierende Bewässerungssysteme. Viele sind jedoch noch zu Sowjetzeiten erbaut und aus heutiger Sicht ineffizient und verschwenderisch. Einer Schätzung nach ist die Landwirtschaft verantwortlich für 89 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs in Kasachstan. Das übertrifft deutlich die Zahlen europäischer Staaten, in denen der Anteil gerade einmal bei 58 Prozent liegt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-wie-steht-es-um-das-wassermanagement/">Zentralasien 2030: Wie steht es um das Wassermanagement?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf der kasachischen Seite der Grenze wurden im Jahr 1969 für den Fluss Ili die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qapschaghai-Talsperre">Qapschaghai- Talsperre</a> errichtet, um die landwirtschaftlichen Nutzung 400.000 Hektar Land für den wasserintensiven Reisanbau zu versorgen. Der Staudamm füllte sich nur langsam, über 20 Jahre hinweg. Zeitgleich fiel der Wasserspiegel des Balqash-Sees um zwei Meter und versandete fortlaufend. Daher wurde die Sperre des Qapschaghai in den 80er Jahren vorerst ausgesetzt. Letztlich blieb der Wasserstand der Talsperre niedriger als geplant.</p>
<p style="text-align: justify">Auf chinesischer Seite betrug die aus dem Ili und seinen Zuflüssen aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang gespeiste bewässerte Landwirtschaft Ende der 80er Jahre noch 300.000 Hektar. Seither dehnte sich diese Anbaufläche im Zuge des wirtschaftlichen Booms in China &#8211; unter dem politischen Motto „Eroberung des Westens“ &#8211; weiter aus und hatte Zwangsumsiedlungen zur Folge. Laut einer <a href="https://www.abacademies.org/articles/is-iliirtysh-rivers-a-casualty-of-kazakhstanchina-relations-7304.html">Schätzung</a> wuchs die bewirtschaftete Landfläche von etwa 700.000 Hektar im Jahr 2004 auf 1,3 Millionen Hektar im Jahr 2014. In einer Studie von <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/10/11/1650/htm">Sabir Nurtasin</a> betrug der Wasserverbrauch in den 2000er Jahren auf chinesischer Seite 38 Prozent und auf kasachischer Seite 62 Prozent des Gesamtvolumens. Bis zum Jahr 2014 stiegen diese Anteile Chinas aufgrund der wachsenden Energienachfrage der Wirtschaft Xinjiangs auf 57 Prozent. Diese Tendenz hat sich seitdem sicherlich weiter fortgesetzt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: Kirgistan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wie-die-frauen-das-fliesende-wasser-zuruck-nach-an-oston-brachten/">Wie die Frauen das fließende Wasser zurück nach An Oston brachten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dämme und Kraftwerke sind dabei ein wichtiger Faktor, der die Wasserknappheit des Flusses Ili und des Balqash-Sees verursachen. Das bereits erwähnte Wasserkraftwerk von Qapschaghai, gelegen auf kasachischem Gebiet, erzeugt eine Leistung von etwa 364 Megawatt. Dabei stammen nur 11 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes aus Wasserkraftwerken. Die meisten davon befinden sich am Irtysch. Die Regierung Kasachstans plant derweil eine Reihe kleinerer Wasserkraftwerke in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Zhambyl</a> unweit des Balqash-Sees &#8211; obwohl die sinkenden Wasservorräte langfristig ihre Wirtschaftlichkeit gefährden.</p>
<p style="text-align: justify">In China sind bereits an den Flüssen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tekes_(Fluss)">Tekes</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Künes_(Fluss)">Künes</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakax_(Fluss)">Karakax</a> weitere Wasserkraftwerke entstanden. Alle drei Flüsse speisen sich aus Gletschern des Tian-Shan-Gebirges und fließen in den Ili ab. Xinjiang ist Chinas Zentrum für Kohlekraft, allein das Kraftwerk bei Yining (Gulja) erzeugt mehr Energie als das Wasserkraftwerk Qapschaghai und benötigt riesige Mengen Wasser aus dem Ili. Letztlich ist also auch die große Wassernachfrage der Kohleindustrie verantwortlich für das Austrocknen der Böden großer Teile des Nordwestens Chinas.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Düstere Aussichten für Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die oben beschriebene Wasserfrage ist schon jetzt ein großes politisches Problem in Kasachstan und China. Darüber hinaus wird die Gletscherschmelze im Tian-Shan-Gebirge den Wasserstrom in den kommenden Jahrzehnten um mehr als zehn Prozent senken. Angesichts des unerbittlichen Klimawandels werden die Gletscher in den Bergen verschwinden und nicht mehr wiederherzustellen sein. Letztlich werden die Länder der Region gezwungen sein, künftig mit deutlich weniger Wasserressourcen auszukommen.</p>
<p style="text-align: justify">China befindet sich in der potentiellen Krise am Seebecken Balqash noch in einer günstigeren Lage. Das Land kontrolliert den oberen Lauf der Flüsse, die den Ili und den Balqash-See mit Wasser versorgen. Was auch immer die Regierung Chinas entscheidet, wie die Frage nach dem zentralasiatischen Wasser gehandhabt wird &#8211; Kasachstan wird die Folgen spüren. China kann außerdem aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichts und seiner überlegenen militärischen Macht unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Verhandlungen mit Kasachstan nehmen.</p>
<p style="text-align: justify">Die jahrelangen bilateralen Verhandlungen zwischen den zwei Ländern haben bislang gerade einmal dazu geführt, dass China seine hydrologischen Daten veröffentlicht. Außerdem ist ein Abkommen über die Wasserverteilung des kleineren Flusses Horgos geschlossen worden. Der Fluss ist verhältnismäßig wenig umstritten und außerdem eng mit den Projekten der Initiative <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">One Belt, One Road</a> und dem Binnenhafen Horgos verbunden. Konkret einigten sich beide Seiten darauf, im Interesse einer gemeinsamen Wirtschaftszone, zusammen einen Damm zu bauen. Die Umsetzung des Abkommens ist allerdings noch strittig. Nach Zeugenaussagen von Landwirten im Gebiet Almaty hat China seit der Unterzeichnung des Abkommens seine Wasserabnahme um ein Vielfaches erhöht, sodass Tausende Hektar an bestellten Maisfeldern unter Dürre und Wassermangel leiden.</p>
<p style="text-align: justify">Das Gemeinschaftsprojekt am Horgos ist eher die Ausnahme als die Regel. Peking verweigert die Unterzeichnung jeglicher bindender, internationaler Abkommen über eine gemeinsame Wassernutzung: Sei es zum Oberlauf des Mekong, Brahmaputra oder Irtysch. Das betrifft ebenso den Ili.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-kaspische-meer-am-scheideweg/">Das Kaspische Meer am Scheideweg</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Da bisher sämtliche Offerten an China abgeschmettert wurden, ist die Neuausrichtung der internationalen Wasserpolitik zu einer der Prioritäten der Regierung Kasachstans geworden. Ein echter Fortschritt in dieser Richtung kann allerdings erst dann erzielt werden, wenn die veralteten Abwasserrichtlinien und Agrarpraktiken überarbeitet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Verschiedene internationale Stiftungen unterstützen Kasachstans Bemühungen mit dem Ziel, bis zum Jahr 2030 bis zu 9,1 Milliarden Kubikmeter Wasser einzusparen. Helfen sollen dabei neue Methoden in der Landwirtschaft, der industriellen und kommunalen Wassernutzung. Allerdings können auch jene neuen Ansätze nicht unbedingt alle Probleme lösen. Besonders schwierig erscheint dies angesichts der fehlenden internationalen Absprachen zwischen den betroffenen Staaten. Selbst wenn Kasachstan erfolgreich wassersparende Technologien einführt und so eine effizientere Wassernutzung erreicht, verhindert das nicht die drohende Wasserkrise. Viel hängt hierbei auch von China ab.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Viele Gletscher, die den Balqash-See speisen, sind noch weit entfernt vom Erschöpfen ihrer Wasserreserven. Aber schon in den nächsten Jahrzehnten wird sich das ändern und ihre Oberflächenvorräte werden schrumpfen. Wenn bis dahin keine bindenden Regelungen zum Wasserverbrauch eingeführt werden, werden sich die Unstimmigkeiten zwischen Kasachstan und China verdichten &#8211; ein Kampf, den Nursultan kaum gewinnen kann.</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://caa-network.org/archives/19316?fbclid=IwAR1lwrpo-DOXlkRsf1wqKtQM0B1r3zodwk7s_Zk6Qr01uvKeC-8yHGdrw28&amp;__cf_chl_jschl_tk__=0c788a3ae1ed51a8149bcb8b75cd1a14f0cd6384-1588547211-0-Ac64FeQ9wqb79zA3TbahxKWvHTyF6MG4_nIJ0NcSXBUbhOJKBBSd_rWarPON_yNLtBO2YSvlZ0K6KzszpCFcTUwp9fg4xqoBSphHRV2vH-i-lfTyVo-NsLzPQAPR_PQF1ePBB5DXjrokdpFvYw66qoY5VWT5Uvaqx4BustVhay-bsB4A_lnqcLDU1s5Z3xGMRrfgv_ZlsSFQ87Lt96fMCmWRhwMrh6yDLh3DKpXIU04BMzklZzmkI3o3WnvtNZog2vKbkvyW4WfhN3VlvQxMmg9WcMSMimpPGZLA2OhD0ljNQMAPzBq67ci4sCjtB8kVy9cVhBef63SbLgl0hmMCQ1HXIPpRFvnh3K-cY2PeoTJNVNqQGnhllsaYAoD7fG83RQ"><strong>CAA-Network</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Peggy Lohse</strong></p>
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		<title>Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roxane Poulain]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2019 06:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der weltweite Klimawandel macht sich auch in Kirgistan bemerkbar. Das kleine zentralasiatische Binnenland leidet besonders unter dem Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen. An vorderster Front: seine Gletscher, die seit den 1970er Jahren immer weiter schmelzen. Nach und nach zeigt der Klimawandel auch in Kirgistan seine Auswirkungen. Durch das Abschmelzen der Gletscher, die 4 Prozent des Staatsgebiets [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der weltweite Klimawandel macht sich auch in Kirgistan bemerkbar. Das kleine zentralasiatische Binnenland leidet besonders unter dem Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen. An vorderster Front: seine Gletscher, die seit den 1970er Jahren immer weiter schmelzen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach und nach zeigt der Klimawandel auch in Kirgistan seine Auswirkungen. Durch das Abschmelzen der Gletscher, die 4 Prozent des Staatsgebiets ausmachen, könnten die reichen Wasserressourcen des Landes langfristig versiegen. Dabei ist Kirgistan mit seinen heißen und trockenen Sommern auf die Bewässerung seiner Agrarflächen angewiesen.</p>
<p style="text-align: justify">Doch nicht nur die stark wachsende Bevölkerung Kirgistans ist davon betroffen, auch Usbekistan, Turkmenistan und Kasachstan sind von den Wasserressourcen des Nachbarlandes abhängig. Novastan sprach mit <a href="https://www.auca.kg/en/tspcdirectory/268/">Kanat Sultanalijew</a>, Direktor des <a href="https://www.auca.kg/en/tspc/">Tian Shan Policy Center</a> der Amerikanischen Universität in Bischkek, um die Gletscherschmelze und ihre Folgen besser zu verstehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Inwieweit ist der Zustand der kirgisischen Gletscher bereits kritisch?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kanat Sultanalijew: Kirgistans Gletscher erstrecken sich über 8000 Quadratkilometer, was 4 Prozent des Staatsgebiets entspricht. Das Abschmelzen ist bereits in vollem Gang. Man schätzt, dass schon 20 Prozent des ursprünglichen Volumens seit den 1970ern verloren gegangen sind. Das Wasser, das wir zur Bewässerung unserer Kulturen verwenden, stammt zu 10 bis 15 Prozent von den Gletschern. Sie spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Wasserversorgung, insbesondere im Sommer. Bei besonders starker Hitze liefern die Gletscher zwischen 60 und 70 Prozent des Wassers, das wir für die Landwirtschaft benötigen. Diese beruht &#8211; im Gegensatz zu Europa &#8211; zu 100 Prozent auf Bewässerungskanälen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und wodurch wird die Gletscherschmelze ausgelöst?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Hauptgrund für die Gletscherschmelze ist der Klimawandel. Die emissionsreichen Aktivitäten der USA, Russlands oder Chinas haben erhebliche Auswirkungen auf Länder wie unsere. Aus diesem Grund muss Kirgisistan die Forschung beschleunigen, um sich selbst zu schützen, und einen Beitrag leisten, um den Klimawandel zu verhindern. Und wir sind umso anfälliger für diesen Temperaturanstieg, da wir keinen Zugang zum Meer haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/"><strong>Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Kirgisistan war nie wirklich industrialisiert. In der Sowjetzeit galt er vor allem als eine Art Provinz, die der Landwirtschaft gewidmet war. Daher sind unsere Treibhausgasemissionen weltweit relativ unbedeutend. Es gibt in Kirgistan zwar Minen, aber deren Auswirkungen sind schwer zu messen. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass zum Beispiel die Bergbauaktivitäten von Kumtor (die größte Bergbaugesellschaft des Landes, Anm. d. Red.) zur Beschleunigung der Gletscherschmelze beitragen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gibt es Lösungen, um die Auswirkungen des Klimawandels auszugleichen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste Antwort wäre, unsere Berge wieder zu bewalden. Ziel wäre es, ein Mikroklima zu schaffen und der Wärme etwas besser Herr zu werden. Die Schaffung neuer Wälder würde für zusätzliche Regenfälle und mehr Feuchtigkeit sorgen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was ist die Prognose der Wissenschaft in Bezug auf die Zukunft des Wassers in Kirgisistan?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das verfügbare Wasser wird insbesondere während der heißen Zeit im Sommer immer weniger werden. Während die Gletscher schon jetzt schmelzen, sind die Auswirkungen noch nicht allzu sichtbar. Ab 2050 wird die Situation jedoch schwierig werden. Das zeigen viele Studien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wie-die-frauen-das-fliesende-wasser-zuruck-nach-an-oston-brachten/"><strong>Kirgistan: Wie die Frauen das fließende Wasser zurück nach An Oston brachten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig ist das Bevölkerungswachstum in Kirgisistan sehr hoch. Heute wird es auf 2 Prozent pro Jahr geschätzt, aber diese Zahl wird deutlich steigen. Wir werden also immer mehr Menschen auf kirgisischem Staatsgebiet und dabei werden wir immer weniger Wasser haben. Dies wird zu einer massiven Abwanderung der zentralasiatischen Bevölkerung in andere Regionen führen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sind die Konsequenzen nicht schon heute sichtbar?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Heute würde ich sagen ist das Hauptproblem im Zusammenhang mit dem Wasser weniger auf die Störung des Klimas als auf eine sehr schlechte Wartung der Bewässerungskanäle zurückzuführen. Einige Dörfer leiden bereits sehr unter einem starken Wassermangel.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und welche regionalen Auswirkungen hat das Schmelzen der Gletscher?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Verknappung der Wasserressourcen könnte zu ernsthaften Problemen für unsere Nachbarn führen. Kirgisistan und Tadschikistan sind Gebirgsländer, die die an den Unterläufen der Flüsse gelegenen Länder Usbekistan, Turkmenistan und Kasachstan mit Wasser versorgen. In diesen Ländern, die bevölkerungsreicher sind als Kirgisistan, insbesondere in Usbekistan, nimmt das Bevölkerungswachstum auch zu. Der Rückgang der Wasserressourcen wird daher unsere Nachbarn beeinträchtigen und zu erheblichen Konflikten führen. In dieser Frage gibt es bereits heute Spannungen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Im Winter brauchen wir mehr Strom. Dazu lassen wir mehr Wasser aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Stausee</a>, um durch das Wasserkraftwerk Strom zu erzeugen. Unser Nachbar Usbekistan erhält dann im Winter zu viel Wasser. Im Sommer passiert das Gegenteil, und das Wasser wird knapp.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Roxane Poulain, Novastan-Korrespondentin in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Eis vor dem Präsidentenpalast</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2019 02:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Eisverk&#xE4;ufer bietet vor dem Pr&#xE4;sidentenpalast in Duschanbe seine Waren an. Foto: Mareike M&#xFC;ller (Deutschland) Findet alle unsere Bilder des Tages&#xA0;hier.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Eisverkäufer bietet vor dem Präsidentenpalast in Duschanbe seine Waren an.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://vielerorts.tumblr.com/">Mareike Müller</a> (Deutschland)</strong></p>
<p>Findet alle unsere Bilder des Tages <a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a>.</p>
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		<title>Newsletter: Wenn Zentralasiens Gletscher schmelzen☀❄💧😢</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2019 08:14:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Dance with the Stans]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Geselschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Zentralasien in die Woche &#x2013; herzlich willkommen in unserem w&#xF6;chentlichen Newsletter! Entschuldigt die Versp&#xE4;tung des w&#xF6;chentlichen Newsletters. Wie ihr vielleicht bemerkt&#xA0;habt, war novastan.org&#xA0;zeitweise nicht aufrufbar. Problem gel&#xF6;st, ihr solltet unsere Seite wieder besuchen k&#xF6;nnen!&#x1F64F; Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit &#xFC;ber eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an: redaktion@novastan.org Falls ihr den Newsletter per [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: center">Mit Zentralasien in die Woche – herzlich willkommen in unserem wöchentlichen Newsletter!</h2>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Entschuldigt die Verspätung des wöchentlichen Newsletters. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, war <a href="https://novastan.org/"><span class="s2">novastan.org</span></a> zeitweise nicht aufrufbar. Problem gelöst, ihr solltet unsere Seite wieder besuchen können!<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f64f.png" alt="🙏" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></p>
<p style="text-align: justify">Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit über eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an: redaktion@novastan.org</p>
<p style="text-align: justify">Falls ihr den Newsletter per Mail haben möchtet, könnt ihr Euch <a href="https://us4.list-manage.com/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=d479236523">hier</a> anmelden, um ihn jede Woche zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify">Viel Spaß beim Lesen!<br />
Euer Julius</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-16048" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Artikel-der-Woche-sml.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Artikel-der-Woche-sml.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Artikel-der-Woche-sml-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Artikel-der-Woche-sml-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><figure id="attachment_16134" aria-describedby="caption-attachment-16134" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-16134" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/20954324033_becd3eafea_k-1300x731.jpg" alt="" width="1300" height="731" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/20954324033_becd3eafea_k-1300x731.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/20954324033_becd3eafea_k-1300x731-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/20954324033_becd3eafea_k-1300x731-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/20954324033_becd3eafea_k-1300x731-1024x576.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-16134" class="wp-caption-text">Tadschikistan bleibt vom Klimawandel nicht unberührt (Symbolbild)</figcaption></figure></p>
<h3 class="p1" style="text-align: justify"><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ein-riesiger-gletscher-im-pamir-schmilzt-was-sind-die-konsequenzen/"><span class="s1">Ein riesiger Gletscher im Pamir schmilzt. Was sind die Konsequenzen?</span></a></h3>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Eine Gruppe <b>tadschikischer</b> <b>WissenschaftlerInnen</b> hat sich im vergangenen Sommer auf eine mehr als <b>3300 Kilometer lange Reise </b>begeben, um den <b>Zustand der Gletscher</b> im Land zu <b>bewerten</b>. Sie stießen auf einen <b>See</b>, der sich aufgrund des <b>Abschmelzens</b> des im <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=06fa37e2a8&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">Pamir</span></a> gelegenen &#8222;Gletschers der Geographischen Gesellschaft Russlands“ <b>gebildet</b> hatte. Eine <b>Gefahr</b> für die in den angrenzenden Tälern <b>lebenden Menschen</b>?</span></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-16049" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Gesellschaft-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Gesellschaft-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Gesellschaft-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Gesellschaft-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h3 class="p1" style="text-align: justify"><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-wie-die-bevoelkerung-auch-ohne-freie-medien-an-informationen-gelangt/"><span class="s1">Information ohne freie Medien</span></a></h3>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Es ist <b>schwer</b>, <b>Informationen</b> zu <b>Turkmenistan</b> zu <b>bekommen</b>, vor allem für dessen <b>Einwohner</b>. <b>Nachrichten</b> aus Turkmenistan werden oftmals <b>falsch interpretiert </b>und <b>Informationen</b>, die im <b>Inland</b> zirkulieren, <b>unterscheiden</b> sich von denen, die das <b>Ausland</b> erreichen. Wie informiert man sich also in Turkmenistan?</span></p>
<h2 style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-16050" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Politik-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Politik-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Politik-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Politik-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></h2>
<h3 class="p1" style="text-align: justify"><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwei-jahre-mirsijojew-hat-der-usbekische-praesident-seine-wahlversprechen-eingehalten/"><span class="s1">Zwei Jahre Mirsijojew</span></a></h3>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Vor</b> knapp über <b>zwei Jahren</b>, am 14. Dezember 2016, wurde <b>Schawkat Mirsijojew</b> als <b>zweiter Präsident Usbekistans ins Amt eingeführt</b>. Formell. Denn zu diesem Zeitpunkt bekleidete er das Amt schon dreieinhalb Monate nach dem <b>Tod</b> seines <b>Vorgängers Islam Karimow.</b> Doch auch vor dem 14. Dezember nannte niemand ihn „geschäftsführend“. Denn allen war klar, wie die Wahlen ausgehen würden. Doch wie steht es seitdem um die <b>Erfüllung seiner Wahlversprechen?</b></span></p>
<p><figure id="attachment_16087" aria-describedby="caption-attachment-16087" style="width: 4000px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16087 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01.jpg" alt="Eine Verkäuferin auf dem großen Bazaar in Duschanbe hinter ihren Waren." width="4000" height="3000" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01.jpg 4000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/P1220823_01-1300x975.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 4000px) 100vw, 4000px" /><figcaption id="caption-attachment-16087" class="wp-caption-text">Eine Verkäuferin auf dem großen Bazaar in Duschanbe hinter ihren Waren.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-16145" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/Veranstaltungen-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/Veranstaltungen-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/Veranstaltungen-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/01/Veranstaltungen-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Bald ist es wieder so weit! </span><strong><span class="s2">Dance with the Stans</span></strong><span class="s1"> geht in eine neue Runde. Unsere <b>beliebte</b> <b>Partyreihe in Berlin</b> steht kurz vor der Tür; diesmal unter dem Motto: <b>&#8222;Shashlik-Mashlik&#8220;</b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Wir freuen uns wie immer auf euer zahlreiches Erscheinen!<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f64c.png" alt="🙌" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Wo: Berlin, Kulturfabrik Moabit</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Wann: 16. Februar ab 20 Uhr</span></p>
<p class="p3" style="text-align: justify"><span class="s3">Hier geht´s zur<a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=4632d2bf99&amp;e=1c35c6346b"><span class="s4"> Veranstaltung&#8230;</span></a></span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Außerdem diese Woche:</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am kommenden Freitag lädt die Deutsch-Kasachische Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der Nationalen Akademie für Filmkunst Kasachstans zu einem Filmabend: &#8222;Kasachische Filmkunst auf der Berlinale: 30 Jahre Präsenz&#8220; (Wann: 8.02., um 17:00 Uhr in der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz &#8211; Nicolaihaus). Ihr habt die Möglichkeit mit Rashid Nugmanov (Filmregisseur), Ernar Kurmashev (Produzent und Geschäftsführer des Almaty Filmfestivals) und Elena Larionova-Haug (Festival Programmdirektorin und Journalistin) über die Kinoindustrie in Kasachstan und die erste Präsenz von kasachstanischen Filmen auf dem internationalen Festival Berlinale zu erfahren. Am nächsten Tag (09.02) findet die Filmvorführung &#8222;Igla&#8220; von Rashid Nugmanov in der Kasachischen Botschaft um 15 Uhr statt. Schaut vorbei <span class="_5mfr"><span class="_6qdm"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f440.png" alt="👀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></span></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-16054" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Presse-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Presse-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Presse-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/12/Presse-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Wie sich der <b>Machtwechsel</b> in <b>Usbekistan vor zwei Jahren</b> in der <b>Mode</b> widerspiegelt. Darüber schreibt die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=ca563c61cd&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">Deutsche Welle</span></a>.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">In <b>Kasachstan</b> wurde die <b>größte</b> <b>Solaranlage</b> <b>Zentralasiens</b> eingeweiht. Die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=8c93db5f07&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">DAZ</span></a> schreibt darüber.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">&#8222;Gold statt Dollar: <b>Zentralbanken</b> <b>kaufen</b> so viel <b>Edelmetall</b> <b>wie</b> schon <b>lange nicht mehr</b>&#8222;, titelt die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=92e07c0969&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">Neue Zürcher Zeitung</span></a>. Auch ein <b>Zentralasiatischer Staat</b> ist unter den <b>Großkunden</b>: <b>Kasachstan</b>!</span></p>
</td>
</tr>
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		<title>Ein riesiger Gletscher im Pamir schmilzt. Was sind die Konsequenzen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jan 2019 10:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Gruppe tadschikischer WissenschaftlerInnen hat sich im vergangenen Sommer auf eine mehr als 3300 Kilometer lange Reise begeben, um den Zustand der Gletscher im Land zu bewerten. Sie stie&#xDF;en auf einen See, der sich aufgrund des Abschmelzens des im Pamir gelegenen &#x201E;Gletschers der Geographischen Gesellschaft Russlands&#x201C; gebildet hatte. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Eine Gruppe tadschikischer WissenschaftlerInnen hat sich im vergangenen Sommer auf eine mehr als 3300 Kilometer lange Reise begeben, um den Zustand der Gletscher im Land zu bewerten. Sie stießen auf einen See, der sich aufgrund des Abschmelzens des im </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)"><strong>Pamir</strong></a><strong> gelegenen „Gletschers der Geographischen Gesellschaft Russlands“ gebildet hatte. </strong><strong>Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20181214/lednik-geograficheskogo-obtshestva-na-pamire-taet-uchenie-byut-trevogu-kchs-ubezhdaet-ne-perezhivat"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die WissenschaftlerInnen untersuchten die kleineren Berge des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Varzob">Varzob</a>-Tals und die Hochgebirgslagen des Pamirs. Dabei legten sie 3000 Kilometer auf der Straße und 300 Kilometer zu Fuß zurück. Jetzt, nach Beendigung der Expedition, analysieren die die gesammelten Daten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-und-der-klimawandel/"><strong>Tadschikistan und der Klimawandel</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Abdulhamid Kadschumow, Direktor des Zentrums für Gletscherforschung Tadschikistans, teilte <a href="https://rus.ozodi.org/a/29623249.html">Radio Osodi</a> gegenüber mit, dass die Expedition auf die Gipfel Tadschikistans ernsthafte Änderungen am „Gletscher der geographischen Gesellschaft Russlands“ beobachtet habe:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„An diesem großen Gletscher im Zentral-Pamir lassen sich die Folgen des weltweiten Klimawandels beobachten. An der Oberfläche des Gletschers hat sich ein riesiger See gebildet. Seine Breite beträgt bis zu 200 Meter. Das ist ein beunruhigendes Signal. Wenn noch mehr Wasser einfließt, könnte sich ein Teil des Gletschers bewegen, sich abspalten und die Mündung des Flusses Abdukachor blockieren und im Falle eines Durchbruchs wäre die Bevölkerung des Vanch-Tals von Überflutungen bedroht“</em>, sagte der Wissenschaftler den JournalistInnen von Radio Osodi.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Überwachung per Satellit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Er merkte an, dass die WissenschaftlerInnen den Zustand der Gletscher mit Hilfe eines Satellitensystems kontrollieren möchten. Auf vielen Gletschern wurden Stationen installiert, die die Bewegung der Gletscher mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 Sekunden festhalten. Derartige Untersuchungen finden erstmals in Tadschikistan statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Gletscher der geographischen Gesellschaft ist ein Talgletscher im Zentral-Pamir. Er befindet sich am Oberlauf des Flusses Vanch am Übergang des Darvaz-Grates in den Grat der Akademie der Wissenschaften. Seine Fläche beträgt 64,4 Quadratkilometer.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/"><strong>Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Kajumow merkte an, dass in den Jahren 1968 und 1972 die Bewegung eines anderen Gletschers die Mündung des Abdukachor versperrte und die Bevölkerung der umliegenden Dörfer bedrohte: der Damm bildete einen künstlichen See mit einem Volumen von 80 Millionen Kubikmeter Wasser und einer Tiefe von 110 Metern. Und im Jahr 2005 ließ sich die Tragödie nicht vermeiden, als ein solcher See das Dorf Daschti überflutete: 25 Menschen starben und viele Häuser wurden beschädigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Laut den ExpertInnen gibt es in Tadschikistan mehr als 13.000 Gletscher mit einem Gesamtvolumen von 850 Kubikkilometern. Bis 2050 könnte dieses sich aber um die Hälfte reduzieren. Ungefähr die Hälfte aller Gletschergebiete Zentralasiens befindet sich auf dem Territorium Tadschikistans. Mehr als 8000 Gletscher nehmen eine Fläche von 8500 Quadratkilometern ein. Das Zentrum für Gletscherforschung wurde 2018 eingerichtet. Seine Aufgabe sind Forschungen sowie die Durchführung eines Monitorings zu den Gletschern sowie anderen Wasserressourcen Tadschikistans.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Katastrophenschutz rät zur Ruhe</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Komitee für Katastrophenschutz ruft derweil auf, die Ruhe zu bewahren. Oberst Dschamsched Kamolow, Leiter der Abteilung für die Verteidigung von Bevölkerung und Territorium teilte Asia-Plus gegenüber mit, dass besagter Gletscher sich unter ständiger Beobachtung nicht nur des Zentrums für Gletscherforschung sondern auch des Umweltschutzkomitees der tadschikischen Regierung befände.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Sie führen ein ständiges Monitoring des Gletschers per Satellit durch“</em>, teilte er mit. <em>„Die Resultate der Beobachtungen zeigen, dass es sich um einen pulsierenden Gletscher handelt, was natürlich zur Bildung von Seen an seiner Überfläche führen kann. Im Moment beträgt dort die Temperatur minus 15 Grad und es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. […] Ich möchte anmerken, dass der See, der sich gebildet hat, derzeit keine Bedrohung darstellt.“</em></p>
<p style="text-align: right;"><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20181214/lednik-geograficheskogo-obtshestva-na-pamire-taet-uchenie-byut-trevogu-kchs-ubezhdaet-ne-perezhivat"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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