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	<title>GKNB Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 13 Mar 2026 08:27:27 +0000</lastBuildDate>
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	<title>GKNB Archives</title>
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		<title>Nach Entlassung von Geheimdienst-Chef: Kirgistan baut Machtapparat um</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 08:27:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Tandem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Februar hat Kirgistans Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow den Leiter des Staatlichen Komitees f&#xFC;r Nationale Sicherheit (GKNB), Kamtschybek Taschijew, entlassen. Mit der Absetzung seines langj&#xE4;hrigen Wegbegleiters beendet Dschaparow ein B&#xFC;ndnis, das den politischen und sicherheitspolitischen Apparat Kirgistans ma&#xDF;geblich gepr&#xE4;gt hat. Das seit &#xFC;ber f&#xFC;nf Jahren in Kirgistan herrschende Tandem ist endg&#xFC;ltig zerbrochen. Am 10. Februar [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 10. Februar hat Kirgistans Präsident Sadyr Dschaparow den Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit (GKNB), Kamtschybek Taschijew, entlassen. Mit der Absetzung seines langjährigen Wegbegleiters beendet Dschaparow ein Bündnis, das den politischen und sicherheitspolitischen Apparat Kirgistans maßgeblich geprägt hat.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das seit über fünf Jahren in Kirgistan herrschende Tandem ist endgültig zerbrochen. Am 10. Februar hat Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschparow</a> per Dekret <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschybek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, den Leiter des Geheimdienstes <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a> (Staatliches Komitee für Nationale Sicherheit) entlassen. Somit beendet der Präsident nicht nur die langjährige Zusammenarbeit mit seinem engsten Verbündeten, sondern erlangt auch die Kontrolle über den Sicherheitsapparat zurück, der eine der Säulen des seit seinem Amtsantritt 2020 etablierten Systems bildete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als fünf Jahre lang war Kamtschybek Taschijew nach dem Präsidenten der zweitmächtigste Mann des Landes. Er leitete wichtige Antikorruptionsermittlungen, trat bei Aufsehen erregenden Verhaftungen öffentlich in Erscheinung und verkörperte einen allgegenwärtigen Sicherheitsapparat. Als Mitbegründer der Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mekentschil">Mekentschil</a> und Schlüsselfigur in den politischen Umwälzungen, die Dschaparow an die Staatsspitze brachten, hatte er die Sicherheitsdienste schrittweise zu einer tragenden Säule des Regimes ausgebaut. In einem politischen System, das von der Personalisierung der Macht geprägt ist, reichte sein Einfluss weit über den institutionellen Rahmen seiner Position hinaus.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner Führung etablierte sich das GKNB als eine der Schaltzentralen des Staates. Seine Befugnisse wurden erweitert, die Ressourcen gestärkt und die öffentliche Präsenz erhöht. Interne Beförderungen, die Zuteilung von Wohnungen an Offiziere, Vetternwirtschaft und direkte Eingriffe in die Verwaltung heikler Wirtschaftsangelegenheiten: Kamtschybek Taschijew hatte schrittweise ein Netzwerk aus Macht und Loyalität aufgebaut, das das Gleichgewicht des Regimes strukturierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheitsarchitekt des Regimes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Taschijew begann seine politische Karriere 2007 als Minister für Katastrophenschutz. Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danijar_%C3%9Css%C3%B6now">Danijar <u>Üsönow</u></a> trat er 2009 von seinem Amt zurück und schloss sich während der kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">Revolution 2010</a> der Opposition an. Diese Ereignisse ermöglichten ihm die Gründung seiner Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ata-Schurt">Ata-Dschurt</a> im Jahr 2006 und den Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 10. Oktober 2010 mit 15,89 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit kehrte er von 2010 bis 2013 als Abgeordneter des Obersten Kirgisischen Rates ins politische Leben zurück. 2014 fusionierte Ata-Dschurt mit der Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Respublika_(Partei)">Respublika</a>, um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Kirgisistan_2015">Parlamentswahlen 2015</a> zu gewinnen. Diese Fusion missfiel jedoch Taschijew, der Ata-Dschurt daraufhin verließ und stattdessen in Dschaparows Partei Mekentschil eintrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-dschaparow-und-taschijew-den-mafia-staat-legalisieren/">Wie Dschaparow und Taschijew den „Mafia-Staat“ legalisieren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Kirgisistan_2020">Parlamentswahlen vom 4. Oktober 2020</a> eskalierten erneut zu einem Konflikt, der über die politische Ebene hinausging und zu großen Demonstrationen führte. In diesem neuen soziopolitischen Chaos erhöhten der ehemalige Premierminister Dschaparow und seine Anhänger, darunter Taschijew, den Druck auf Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dscheenbekow</a>,. Dieser trat dann am 15. Oktober 2020 zurück. Daraufhin übernahm Dschaparow am 16. Oktober kommissarisch das Präsidentenamt und ernannte Taschijew zum Chef des Geheimdiensts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Einfluss zeigte sich auch während der Grenzkonflikte mit Tadschikistan im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">April 2021</a> und im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/">September 2022</a>. Als Chef des GKNB und somit der für die Grenzschutz zuständigen Organisation, spielte Taschijew eine zentrale Rolle bei der Durchführung der Operationen und den Waffenstillstandsverhandlungen. Die Krisen festigten sein Image als starker Mann und Garant der territorialen Integrität Kirgistans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demontage in verschiedenen Institutionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entlassung Taschijews geht mit einer umfassenderen Umstrukturierung einher. Innerhalb des GKNB wurden außerdem Stellvertreter im Bereich Staatssicherheit entlassen. Präsident Dschaparow kündigte darüber hinaus <a href="https://kaktus.media/doc/541056_v_kyrgyzstane_bydet_sozdan_svoy_sledstvennyy_komitet.html">die Einrichtung eines ihm direkt unterstellten Untersuchungsausschusses</a> an, während der Aufgabenbereich des GKNB eingeschränkt werden sollte. Die Behörde werde sich künftig auf Nachrichtendienst, Spionageabwehr, Terrorismusbekämpfung und die Bekämpfung des organisierten Verbrechens konzentrieren, berichtet <a href="https://www.azattyqasia.org/a/33691914.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist notwendig, das Staatliche Komitee für Nationale Sicherheit zu entpolitisieren und es vom Einfluss politischer Parteien, Ideologien und verschiedener Interessengruppen zu befreien“</em>, erklärte Dschumgalbek Schabdanbekow, der am 19. Februar zum neuen Leiter des GKNB <a href="https://24.kg/english/362707__Zhumgalbek_Shabdanbekov_appointed_SCNS_Chairman_by_presidential_decree/">ernannt wurde</a>, in einem Interview mit der Lokalzeitung <a href="https://www.vb.kg/doc/455758_intervu_s_novym_glavoy_gknb_jymgalbekom_shabdanbekovym.html">Wetscherny Bischkek</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/">World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Umstrukturierung beschränkt sich nicht allein auf den Sicherheitsapparat. Der Minister für natürliche Ressourcen, Ökologie und technische Aufsicht, <a href="https://akipress.com/news:879484:Minister_of_Natural_Resources_and_Ecology_dismissed/">Meder Maschijew</a>, und sein Stellvertreter, <a href="https://akipress.com/news:879624:First_Deputy_Minister_of_Natural_Resources_dismissed/">Bolot Jusupbekow</a>, wurden entlassen. Im Süden des Landes, der als Taschijews Hochburg gilt, werden die Bürgermeister der Großstädte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Stadt)">Manas</a> [bis 2025 Dschalalabad, Anm. d. Ü.] ausgetauscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch gravierender ist jedoch, dass enge Vertraute von Kamtschybek Taschijew betroffen sind. Während der Parlamentssitz seines Bruders Schaiyrbek Taschijew <a href="https://24.kg/english/362237_Shaiyrbek_Tashiev_denies_criminal_case_and_detention_reports/">trotz Gerüchten</a> über seine Entlassung und Verhaftung noch nicht in Frage gestellt wurde, wurde sein Neffe, der Leiter der Transportstaatsanwaltschaft Nurgasy Matisakow, <a href="https://24.kg/english/362036_Nephew_of_Tashiev_dismissed_as_head_of_transport_prosecutors_office__media/">seines Amtes enthoben</a>. Diese Entscheidungen spiegeln den Wunsch wider, nicht nur eine Einzelperson, sondern eine ganze Familie und ein politisches Netzwerk auszuschalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bruch vor der Präsidentschaftswahl</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bruch erfolgt ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl 2027, in einem Klima, das von Kritik an der Wirtschafts- und Energielage sowie einer Petition für vorgezogene Neuwahlen geprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Staatsoberhaupt versucht indes zu beruhigen: Am 13. Februar <a href="https://24.kg/english/361842_President_There_is_no_division_into_Japarovs_team_or_Tashievs_team/">erklärte</a> der Präsident, es gebe keine Spaltung zwischen seinen Anhänger:innen und jenen seines ehemaligen Verbündeten. Seine <em>„Freundschaft mit Kamtschybek Taschijew“</em> <a href="https://24.kg/english/361841_Sadyr_Japarov_Our_friendship_with_Kamchybek_Tashiev_will_continue___/">werde bestehen bleiben</a>. Wenige Tage später <a href="https://24.kg/english/362168_Japarov_on_Tashiev_We_remain_friends_but_he_will_not_return_to_public_service/">fügte er hinzu</a>: <em>„Wir bleiben Freunde. Er wird seine öffentlichen Ämter aber nicht wieder aufnehmen. Er muss sich ausruhen und sich auf seine Gesundheit konzentrieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-bausteine-der-diktatur-wie-sadyr-dschaparow-seine-macht-festigte/">Die Bausteine der Diktatur – Wie Sadyr Dschaparow seine Macht festigte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende des Tandems aus Sadyr Dschaparow und Kamtschybek Taschijew markiert somit eine Phase verstärkter Machtkonzentration in den Händen des Präsidenten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Zentralisierung die Stabilität des kirgisischen Systems nachhaltig stärken oder neue Bruchlinien innerhalb der politischen Eliten offenbaren wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/au-kirghizstan-apres-le-licenciement-du-chef-du-gknb-la-recomposition-de-lappareil-politico-securitaire/">Französischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Elf Freunde müsst ihr sein – Freunde des Geheimdienstchefs! Was hinter der Barça-Akademie in Bischkek steckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 05:23:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturisatsija]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sport lockt Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit Publicity. Bestes Beispiel ist die im Bau befindliche Fu&#xDF;ballakademie &#x201E;Barcelona&#x201C; in Bischkek, Herzensprojekt des Leiters des Staatskomitees f&#xFC;r nationale Sicherheit Kamtschybek Taschijew. Alles dreht sich um siebzehn Hektar st&#xE4;dtischen Boden, ein neues Viertel f&#xFC;r die reiche Elite und zwielichtige Steuerbefreiungen. Bauherr der Fu&#xDF;ballakademie &#x201E;Barcelona&#x201C; in [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Sport lockt Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit Publicity. Bestes Beispiel ist die im Bau befindliche Fußballakademie „Barcelona“ in Bischkek, Herzensprojekt des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Leiters</a> des Staatskomitees für nationale Sicherheit Kamtschybek Taschijew. Alles dreht sich um siebzehn Hektar städtischen Boden, ein neues Viertel für die reiche Elite und zwielichtige Steuerbefreiungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauherr der Fußballakademie „Barcelona“ in Bischkek ist die „<a href="https://www.instagram.com/jalgroupasia/">Jal Group Asia</a>“. Sie verfügt über eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franchising_(Sport)">Franchisevereinbarung</a> für den Bau von Barça-Akademien und hat eine ähnliche Akademie im südwestlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalal-Abad">Dschalal-Abad</a> gebaut. Das kirgistanische Medium Kloop schrieb darüber bereits ausführlich im Sommer 2023 in einer <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2023-08-22-yadernyj-pas-iz-barselony-kak-partner-rosatoma-pomogaet-tashievu-prodvigat-futbol.html">Investigativrecherche</a>. Hinter der Franchise sollen demnach enge Mitarbeiter und Verwandte von <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Präsident Sadyr Dschaparow</a> und dem Leiter des Staatskomitees für nationale Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>) Kamtschybek Taschijew stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa eine Woche nach der Veröffentlichung ebendieses Artikels <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2023-08-28-srochno-prokuratura-bishkeka-podala-isk-v-sud-o-likvidatsii-kloopa.html">reichte</a> die Staatsanwaltschaft Bischkek eine Klage zur Liquidierung des Medienhauses Kloop ein, woraufhin das Kulturministerium auf Antrag des Staatskomitees für nationale Sicherheit die Sperrung der Kloop-Website <a href="https://kloop.kg/blog/2023/09/07/srochno-minkult-hochet-zablokirovat-sajt-kloopa-iz-za-yakoby-nedostovernoj-informatsii/">anordnete</a>. Das Gericht gab der Klage der Staatsanwaltschaft <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2024-08-29-kloop-media-uzhe-tochno-likvidiruyut-verhovnyj-sud-molchal-ob-etom-bolshe-mesyatsa-no-my-prodolzhaem-rabotat.html">statt</a>, weshalb die Website <a href="https://kloop.kg/">kloop.kg</a> seit dem 12. September 2023 in Kirgistan eingeschränkt zugänglich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hält Taschijew alle Fäden in der Hand?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dem Projekt der Barça-Akademie in Bischkek sind elf weitere Unternehmen <a href="https://docs.google.com/spreadsheets/d/18k8DoGcP_cE5ixBVOPWwuT7W8iut_6396YjxdMGL2GE/edit?gid=0#gid=0">beteiligt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kloop und der investigative Youtube-Kanal <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Temirov_Live">Temirov Live</a> haben deren Verbindungen untersucht und festgestellt, dass die meisten von ihnen auch mit Taschijews Verwandten und Engvertrauten in Verbindung stehen. Dazu gehören Taschijews Neffen (Tolkunbek Kanybekow, Syymyk Tynybekow), sein Schwiegersohn (Nurlan Schajdillajew) und Präsident Sadyr Dschaparows angeblicher Schwager (Rakatbek Asanbajew.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ajbek Alybajew, Vorsitzender der „Jal Group Asia“, macht keinen Hehl daraus, dass die beiden Barça-Akademien in Kirgistan von der Familie Taschijew gebaut werden, und dass der Leiter des Geheimdienstes (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>) die Idee selbst direkt fördert. Er und Taschijew hätten als langjährige Freunde über den Bau verhandelt, sagte Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Diesen Stützpunkt hat einer der führenden Politiker unseres Landes, unser verehrter Taschijew Kamtschybek Kydirschajewitsch, ins Leben gerufen. Mit diesem Mann verbindet uns eine 15-20-jährige Freundschaft. Als wir anfingen, die erste Fußballakademie aufzubauen, hatte ich bereits zehn Jahre lang im Ausland gelebt, teils in Belgien, teils in Barcelona. Dass unsere Gesprächsgesuche mit dem Verein auf fruchtbaren Boden stießen, haben wir nicht nur meinen Verbindungen, sondern auch der hartnäckigen Vorgehensweise meines Freundes zu verdanken. Der Verein war uns gegenüber sehr positiv eingestellt. Vor Ort zeigt er sich bislang in Form der Dschalal-Abad-Akademie – auch die ist ein Kind der Familie Taschijew&#8220;, </em><a href="https://youtu.be/paqLK6XF-to?t=523">so</a> Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-erwartet-die-unabhaengigen-medien-in-kirgistan-im-jahr-2025/">Was erwartet die unabhängigen Medien in Kirgistan im Jahr 2025?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Taschijews Engvertrauten sind auch andere Personen, die mit hochrangigen kirgisischen Beamten in Verbindung stehen, am Bau der Akademie beteiligt, darunter namhafte Unternehmer und Verwandte von Abgeordneten, die durch Vorbestrafungen bereits Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, sowie Beamte der höchsten Abteilungen des Zolls und der Obersten Gerichte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch weniger bekannte Unternehmensgründer und -leiter könnten mit Taschijews Familie in Verbindung sein, darunter einige Bewohner aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Susak_(Kirgisistan)#:~:text=Susak%20(kirgisisch%20%D0%A1%D1%83%D0%B7%D0%B0%D0%BA)%20ist%20ein,Stadt%20Dschalal%2DAbad%20in%20Kirgisistan.&amp;text=Erstmals%20erw%C3%A4hnt%20wurde%20der%20Ort,wurden%20etwa%201000%20Wohnungen%20zerst%C3%B6rt.">Susak</a>, Taschijews Heimat-Rajon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem stellte sich heraus, dass das Ministerkabinett die Landsleute, Freunde und Verwandten des stellvertretenden Vorsitzenden desselben Ministerkabinetts von der Steuer befreit hat. Es liegt also ein eindeutiger Interessenkonflikt vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grundstück for nothing and the tax for free</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der „Barça“-Akademie baut das Unternehmen „Jal Group Asia“ auch den multifunktionalen Wohnkomplex „<a href="https://barcelona.kg/">Barcelona</a>“ in Bischkek. Er wird im Süden der Hauptstadt auf einem 17 Hektar großen Grundstück am Fuß der Berge entstehen. Im Zentrum des Komplexes wird sich die Fußball-Akademie befinden – umgeben von knapp 1600 Elite-Wohnungen, einem Kindergarten, einer Schule, einem Hotel, einem Geschäftszentrum und weiteren Gebäuden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subunternehmer des Wohnkomplexes ist „Haitian“, kirgisische Tochtergesellschaft eines chinesischen Bauunternehmens, die seit April 2024 durch das Justizministerium registriert ist. Nach einer Baulizenz sucht man auf der Website des staatlichen Baukomitees jedoch vergeblich. Leiter der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Obschtschestwo_s_ogranitschennoi_otwetstwennostju">OOO</a> Haitian“ ist Keldibek Orosbajew, ein ehemaliger Abgeordneter des Stadtrats von Dschalal-Abad und Mitglied von Taschijews Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ata-Schurt">Ata-Dschurt</a>. Ihre Adresse ist dieselbe wie die der „Jal Group Asia“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haitian figuriert dabei auch auf bereits erwähnter Liste jener Unternehmen, die von der Mehrwertsteuer und der Umsatzsteuer für den Bau der Barça-Akademie befreit sind. Ob diese Befreiungen auch für den Bau von Wohnprojekten gelten, ist unklar.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Neben der Steuerbefreiung genoss die „Jal Group Asia“ ein weiteres Privileg: Sie erhielt von der Präsidialverwaltung städtischen Boden für den neuen Wohnkomplex und die Pacht der Fußball-Akademie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir hatten uns mit einem Brief an den Präsidenten des Landes gewandt. Der hat uns daraufhin seine Unterstützung zugesagt, indem er uns Land für den Bau zur Verfügung stellte&#8220;,</em> sagte der Präsident des Unternehmens, Ajbek Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffentlich zugänglichen Daten zufolge hatte die Stadtverwaltung Bischkek diese 17 Hektar Land am 21. August 2023 registriert und das Grundstück noch am selben Tag in die Präsidialabteilung für Vermögensverwaltung übertragen. Im September verpachtete letztere den städtischen Boden schließlich an die „Jal Group Asia“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichwohl finden sich im Kataster keinerlei Einträge über dieses Grundstück. Womöglich gehörten diese 17 Hektar der Gemeinde oder wurden im Zuge einer sogenannten &#8222;Kusturisatsija&#8220; an den Staat &#8222;zurückgegeben&#8220;. Kusturisаtsija meint dabei die durch Inhaftierung von Politikern oder Geschäftsleuten erfolgte Rückzahlung von beispielsweise Land oder Unternehmen an den Staat. Der Begriff kam in den 2010er Jahren im Kontext der „Kulturisatsija-Politik“ in Umlauf und dient oft als Argument dafür, weshalb in- und ausländische Investoren sich zunehmend aus Kirgistan zurückziehen (Anm. d. Ü.)</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8222;Was haben afrikanische Spieler, was unsere Jungs nicht auch haben?&#8220;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel die Pacht des für „Barcelona“ vorgesehenen Grundstücks kostet und welche Vereinbarungen die „Jal Group Asia“ mit der Präsidialverwaltung getroffen hat, ist bislang nicht bekannt. Öffentliche Daten lassen unerwähnt, ob das Unternehmen jemals die Pacht gezahlt hat. Derweil haben unabhängige Gutachter von Business-Expert <a href="https://b-expert.kg/analiz-rynka-zemelnyh-uchastkov-v-bishkeke-i-ego-prigorodah-po-sostoyaniyu-na-2024-g/">berechnet</a>, dass der Quadratmeterpreis in dem betroffenen Gebiet 378 Dollar beträgt. Hochgerechnet auf 17 Hektar bedeutet das einen ungefähren Wert von 64,3 Millionen Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Ajbek Alybajew wird der Bau des Wohnkomplexes im August 2027 abgeschlossen. Er behauptet, dass es in &#8222;Barcelona&#8220; 180‘000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbeimmobilien gäbe und der Quadratmeterpreis im Wohnkomplex bei 2‘000 US-Dollar beginnen wird. Daraus ergeben sich für den Bauherren Einnahmen von mindestens 360 Millionen Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den <a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1189470.visit-rwanda-sportwashing-fuer-ruanda-bayern-psg-und-arsenal-in-der-kritik.html">Missbrauch des Sports</a>, um von politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Problemen abzulenken – kurz: <a href="https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/kritische-berichterstattung-schwaecht-wirkung-von-sportswashing">Sportwashing</a> – haben autoritäre Regime als universelles Machtinstrument entdeckt. Fußball eignet sich dafür ideal: Er ist für alle Schichten zugänglich, populär und bringt Millionen von Menschen zusammen. Im Gegensatz zu Versprechungen von wegen wirtschaftlichem Wachstum oder verbessertem Wohlstand bringen Siege im Fußball sofortige Ergebnisse: Freude, Stolz und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden würden die Bevölkerung ermahnen, stolz auf die Barça-Akademien zu sein. „<em>Während wir den Sport in Kirgistan vorantreiben, macht ihr Journalisten alles nur noch schlimmer und schreckt die Investoren ab&#8220;, </em>meinte Sadyr Dschaparow vor zwei Jahren zum Medium Kloop.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die einzige Hilfe des Staates war die Zuweisung eines 16 Hektar großen Baugrundstücks. Diese 16 Hektar werden sich in Zukunft 16 Mal für die Akademie von „Barcelona“ auszahlen. Es handelt sich also um ein soziales Projekt. In 10-15 Jahren werden unsere Jungs bei der Weltmeisterschaft spielen. Was haben afrikanische Spieler, was unsere Jungs nicht auch haben? Was soll falsch daran sein, dass wir unsere Kinder in diese Akademie schicken und ihnen damit die Chance geben, es bis zu den besten Fußballvereinen der Welt zu bringen? Wann lernt ihr endlich, euch um den Staat zu kümmern? Wenn ihr aus jeder Mücke einen Elefanten macht und nur Negatives schreibt, welcher Investor soll dann noch zu uns kommen? Wie soll dann Gutes entstehen? Wenn ihr in allem nur das Schlechte sucht, verkümmert dann eure Seele nicht in all dem Schmutz?&#8220;,</em> antwortete Sadyr Dschaparow auf die Untersuchung von Kloop.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Barce-lohnt-sich-das-denn-überhaupt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher, als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/FC_Barcelona">Barça</a> Kirgistan als Standort für seine erste Akademie in Zentralasien wählte, war das eine unerwartete und willkommene Nachricht. Doch der katalanische Verein würde sich wohl an jedwedem Ort niederlassen, vorausgesetzt dieser winkt mit Geld und ein paar potenziellen Fußballstars der Zukunft. Weltweit existieren bereits mehr als 30 solcher Akademien – in Afrika, Eurasien und Amerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haben Jungs aus Kirgistan eine tatsächliche Chance, sich im Weltfußball zu beweisen? Laut Alibajew, dessen Unternehmen „Jal Group Asia“ beide Akademien betreibt, können in Dschalal-Abad 500-700 Kinder ab dem sechsten Lebensjahr ihre Ausbildung beginnen – gegen eine Schulgebühr, versteht sich. Die 30-40 talentiertesten Kinder könnten, sofern sie das Auswahlverfahren bestehen, von diesen Mehrkosten befreit werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Gegenwärtig kostet der Unterricht mit Unterkunft in Dschalal-Abad 19.500 $ pro Jahr, ohne Unterkunft 12-15.000 $. Das bedeutet: Der Barcelona-Komplex in Bischkek, wo das Durchschnittsgehalt kaum 450 $ pro Monat <a href="https://www.ceicdata.com/de/indicator/kyrgyzstan/monthly-earnings">beträgt</a>, wird für Normalsterbliche genauso unerschwinglich sein wie die gleichnamige Stadt in <a href="https://www.idealista.com/de/news/immobilien-kaufen-in-spanien/2022/12/15/98404-barcelona-ist-die-teuerste-stadt-zum-kaufen-und-mieten-einer-immobilie">Spanien</a>. Nur reiche Leute werden in der Lage sein, ihre Kinder dort auszubilden und Wohnungen zu kaufen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Kloop</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://kloop.kg/blog/2025/02/21/futbol-dlya-otmyvaniya-reputatsii-chto-ne-tak-s-akademiej-barca-v-bishkeke/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/elf-freunde-muesst-ihr-sein-freunde-des-geheimdienstchefs-was-hinter-der-barca-akademie-in-bischkek-steckt/">Elf Freunde müsst ihr sein – Freunde des Geheimdienstchefs! Was hinter der Barça-Akademie in Bischkek steckt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirgistanischer Sicherheitsdienst veröffentlicht persönliche Daten von Sexarbeiterinnen</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistanischer-sicherheitsdienst-veroeffentlicht-persoenliche-daten-von-sexarbeiterinnen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 05:08:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzeswidrig]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschiew]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
		<category><![CDATA[Sexarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 28. November k&#xFC;ndigte das Staatliche Komitee f&#xFC;r Nationale Sicherheit (GKNB) &#x201E;die Schlie&#xDF;ung von Bordellen an, die intime Dienstleistungen anbieten&#x201C;. Zusammen mit der Nachricht ver&#xF6;ffentlichte der Geheimdienst pers&#xF6;nliche Daten von mehr als 70 Frauen, die scheinbar in Prostitution verwickelt waren. Unter dem Deckmantel der Pr&#xE4;vention Nach Angaben des Staatskomitees wurde am 25. und 26. November [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 28. November kündigte das Staatliche Komitee für Nationale Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>) <em>&#8222;die Schließung von Bordellen an, die intime Dienstleistungen anbieten&#8220;</em>. Zusammen mit der Nachricht veröffentlichte der Geheimdienst persönliche Daten von mehr als 70 Frauen, die scheinbar in Prostitution verwickelt waren.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Unter dem Deckmantel der Prävention</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Staatskomitees wurde am 25. und 26. November ein Netz von Einrichtungen, die „<em>intime Dienstleistungen anbieten</em>”, ermittelt und geschlossen. Gleichzeitig veröffentlichte der Geheimdienst Fotos von Dutzenden von Frauen, die nach Ansicht des Ausschusses der Prostitution nachgingen, zusammen mit Passdaten, Adressen und Namen der Eltern einiger dieser Personen. Die Institution beschrieb ihr Handeln als „<em>Präventionsmaßnahme für diejenigen, die beabsichtigen, solche illegalen Aktivitäten zu organisieren oder sich daran zu beteiligen</em>”.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte der Leiter des GKNB, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?si=BLkgV8X2hJS93vTF&amp;v=C-mGEvagz4E&amp;feature=youtu.be">erklärt</a>, dass die meisten Sexarbeiterinnen Studentinnen seien und diese Entwicklung bekämpft werden müsse. Taschijew forderte die GKNB-Beamt:innen auf, auf Prostitution zu achten und behauptete, dass in letzter Zeit die „<em>Mädchen verdorben</em>&#8220; seien. Das Video der Razzia sowie die vom GKNB veröffentlichten Fotos der Frauen kursierten in den sozialen Netzwerken und wurden auch in staatlichen Fernsehsendern ausgestrahlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorgehen der Behörden gesetzeswidrig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ombudsmann-Institut für Menschenrechte in Kirgistan <a href="https://t.me/kloopnews/28333">kommentierte</a> das Vorgehen des Sonderdienstes und forderte die Regierungsbehörden auf, die Einhaltung der Rechte von Sexarbeiterinnen zu gewährleisten: „<em>Nach dem Gesetz ist es nicht erlaubt, die personenbezogenen Daten von Bürger:innen ohne deren Zustimmung offenzulegen, außer in gesetzlich festgelegten Fällen. Außerdem besagt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, dass es unzulässig ist, persönliche Informationen zu verbreiten.</em>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sexarbeit-in-kasachstan-zwischen-rechtlicher-unklarheit-und-gesellschaftlicher-stigmatisierung/">Sexarbeit in Kasachstan: Zwischen rechtlicher Unklarheit und gesellschaftlicher Stigmatisierung</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Anwältin Fatima Jakupbajewa weist in einem Interview mit Kloop darauf hin, dass die Veröffentlichung oder Verbreitung von Foto- oder Videomaterial ohne Zustimmung einer Person die Privatsphäre verletzt und als Straftat gilt: „<em>Wenn eine Person für Geld Sex bekommt, beraubt sie das nicht ihres Rechts, ihre Privatsphäre und ihr eigenes Bild zu schützen. Die Veröffentlichung der vergangenen Razzia macht das Vorgehen der Behörden in Bezug auf die Veröffentlichung von Fotos von Sexarbeiterinnen nicht legal. Sexarbeit ist in Kirgistan seit 1998 entkriminalisiert, so dass es keine rechtliche Grundlage für die Veröffentlichung der Fotos gab</em>&#8222;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anwältin Tattuubu Ergeschbajewa <a href="https://www.facebook.com/nurbekovna/posts/6769862119788478?ref=embed_post">unterstützt diese Punkte</a> und nennt das Vorgehen des GKNB gesetzeswidrig, da es dem Grundsatz der Unschuldsvermutung widerspreche: „<em>Die Veröffentlichung der persönlichen Daten von Inhaftierten, wie Fotos und Kopien von Dokumenten, kann sich negativ auf ihre Sicherheit auswirken und eine voreingenommene öffentliche Haltung gegenüber diesen Menschen hervorrufen, die sie als schuldig einstuft, bevor ihre Schuld überhaupt bewiesen ist</em>&#8222;. Ergeschbajewa erklärt, dass personenbezogene Daten nur in bestimmten Fällen veröffentlicht werden dürfen – wenn dadurch eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit abgewendet oder die Persönlichkeitsrechte anderer geschützt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistans-kampf-gegen-prostitution-trifft-gewoehnliche-buergerinnen/">Tadschikistans Kampf gegen Prostitution trifft gewöhnliche BürgerInnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In den meisten Fällen ist die Veröffentlichung personenbezogener Daten von Häftlingen ohne deren Zustimmung jedoch eine inakzeptable Praxis und kann als Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Rechte angesehen werden</em>&#8222;, so die Anwältin abschließend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jakupbajewa fügt hinzu, dass die illegale Verbreitung persönlicher Geheimnisse unter Ausnutzung einer offiziellen Position strafbar ist und die Opfer ihre Rechte gerichtlich geltend machen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen der Veröffentlichung für die Sexarbeiterinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Frauenrechtsaktivistin, die anonym bleiben möchte, berichtet gegenüber Kloop von schwerwiegenden Konsequenzen für Sexarbeiterinnen, deren persönliche Daten veröffentlicht wurden. Einige der Betroffenen gaben an, dass sie sich ihren Familien nicht mehr zeigen können, da sie landesweit in Ungnade gefallen seien und in ständiger Angst vor deren Reaktionen leben. Häufig sind es ältere Männer, die den Frauen physische Gewalt zufügen, von Schlägen bis zur Verweigerung jeglicher Kommunikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="/Users/Lenovo/Desktop/">„Ab 200 Som aufwärts“ – Von Männern, die Sex für Geld anbieten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kinder der Sexarbeiterinnen leiden ebenfalls unter der Offenlegung der Daten ihrer Mütter, da sie schikaniert, belästigt und gedemütigt werden, falls ihre Mütter in den veröffentlichten Materialien des GKNB erkannt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frauenrechtsaktivistin betont, dass Sexarbeiterinnen in Kirgistan schon immer Belästigung und Verfolgung ausgesetzt sind, wenn auch in varierendem Maße. Der aktuelle Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen und Gefahren, mit denen Sexarbeiterinnen in der Region konfrontiert sind, und wirft ein Schlaglicht auf die mangelnde Schutzmechanismen sowie die prekäre gesellschaftliche Lage, in der sie sich befinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>&#8222;Die Daten der wirklichen Kriminellen werden geschützt&#8220;</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine Reihe Abgeordneter verurteilte das Vorgehen der GKNB. Der Parlamentarier Dastan Bekeschew merkt an, dass selbst bei der Festnahme von Kriminellen diese lediglich Verdächtige seien und ihre Daten nicht veröffentlicht werden dürften: „<em>Diese Sexarbeiterinnen wurden für das ganze Land entehrt, indem man sie vorführte. Ich halte das für eine Verletzung ihrer Rechte. Außerdem: Wer ist aus moralischer Sicht verantwortlich, wenn eine von ihnen Selbstmord begeht? Ja, Prävention ist notwendig, aber auf eine andere Art und Weise. Im Gegenteil, wir sollten stattdessen die Gesichter der Freier zeigen</em>&#8222;.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-brucke-prostitution-in-bischkek/">Die Brücke – Prostitution in Bischkek</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schriftstellerin und feministische Aktivistin Altyn Kapalowa beklagt in einem Kommentar an Kloop, dass der Staat, vertreten durch das GKNB, seinen Teil zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Femizid beiträgt: „<em>Wenn man ihr völlig unprofessionelles Handeln umfassend betrachtet, unterscheiden sie sich nicht von häuslichen Tyrannen und Vergewaltigern. Glauben sie wirklich, dass sie das Verbrechen bekämpfen? Glauben sie wirklich, dass sie durch ihr Handeln die Situation verbessern?</em>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sie schlägt stattdessen vor, dass das GKNB Listen ihrer &#8222;Kunden&#8220; zusammenstellt und diese veröffentlicht: „<em>Es ist immer einfacher, Frauen aus gefährdeten Gruppen für ihren &#8218;Kampf&#8216; zu benutzen. Die Aktionen des GKNB verletzen die Rechte dieser Frauen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass niemand für dieses Video bestraft werden wird, denn unsere Strafverfolgungsbehörden sind voller Vergewaltiger und Moralisten</em>&#8222;, schließt Kapalowa.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prostitution in Kirgistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer 2023 durchgeführten Studie des <a href="/sotsium.kg/wp-content/uploads/of-stranovaya-set-zhenshhin-zhivushhih-s-vich-1-4.pdf">Landesweiten Netzwerks HIV-positiver Frauen</a> sind in Kirgistan über 9‘000 Frauen in der Sexarbeit tätig, was etwa 0,26 Prozent der weiblichen Bevölkerung entspricht. Einige begannen damit bereits vor dem Erwachsenenalter, darunter 10 Prozent in Bischkek und 4,5 Prozent in Osch. Prostitution wird hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen betrieben, um Familien zu unterstützen, Schulden zu begleichen und teure Operationen zu finanzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sexismus-in-kirgistan/">Sexismus in Kirgistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer 2018 durchgeführten Studie haben 73 Prozent der Sexarbeiterinnen Angehörige, durchschnittlich vier Personen pro Sexarbeiterin. Zusätzlich sind 33 Prozent der Frauen in der Prostitution auch berufstätig oder studieren. Die Studentinnen, die ohne elterliche Unterstützung in Mietwohnungen leben, benötigen eine zusätzliche Einnahmequelle für Studiengebühren und Lebenshaltungskosten in den Großstädten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Landesweite Netzwerk HIV-positiver Frauen hebt hervor, dass Sexarbeiterinnen im Jahr 2021 in 147 Fällen Opfer von Straftaten wurden, wobei in 60 Prozent der Fälle Vollzugsbeamte die Täter waren. Körperliche und sexuelle Gewalt, sowohl durch Strafverfolgungsbehörden als auch durch Kunden, stellen die häufigsten Straftaten dar.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Kloop</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://kloop.kg/blog/2023/11/29/gknb-pristydil-seks-rabotnits-opublikovav-ih-lichnye-dannye-chto-s-etim-ne-tak-vsyo/">Russischen </a>übersetzt von Ramona Bleimhofer</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Exzentrischer Geschäftsmann und Politiker Arstan Alai tot im Gefängnis aufgefunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jan 2024 09:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arstan Alai]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Arstan Alai, Schm&#xE4;her von Regierungen und Pr&#xE4;sidenten, war eine ebenso schillernde wie umstrittene Figur in der politischen Landschaft Kirgistans. Die Staatsanwaltschaft k&#xFC;ndigte die Einleitung einer Untersuchung an. Am Morgen des 5. Januar wurde der 55-j&#xE4;hrige Arstanbek Abdyldajew, besser bekannt unter dem Namen Arstan Alai, erh&#xE4;ngt im Speisesaal der Strafvollzugsanstalt Nr. 31 aufgefunden, wie Kloop berichtet. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arstan Alai, Schmäher von Regierungen und Präsidenten, war eine ebenso schillernde wie umstrittene Figur in der politischen Landschaft Kirgistans. Die Staatsanwaltschaft kündigte die Einleitung einer Untersuchung an.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 5. Januar wurde der 55-jährige <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Arstanbek_Abdyldayev">Arstanbek Abdyldajew</a>, besser bekannt unter dem Namen Arstan Alai, erhängt im Speisesaal der Strafvollzugsanstalt Nr. 31 aufgefunden, <a href="https://kloop.kg/blog/2024/01/06/zima-budet-arstan-alaj-najden-poveshennym-v-kolonii/">wie Kloop berichtet</a>. Er war vor allem für seine extravaganten Äußerungen bekannt, die ihm regelmäßig Spott einbrachten. Im Dezember letzten Jahres wurde Alai vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>, dem Geheimdienst Kirgistans, festgenommen. Anschließend wurde er wegen Anstiftung zu religiöser Feindseligkeit in Untersuchungshaft genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das GKNB hatte seine Festnahme mit Informationen begründet, die Arstan Alai in den sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte und die bei Hausdurchsuchungen in seinen Büchern und Broschüren gefunden worden waren. Nach Ansicht der Behörden stellen diese Äußerungen eine Aufstachelung zu religiösem Hass und einen Aufruf zur Förderung religiöser Identität von Bürgern dar: <em>„Er sieht sich selbst als „neuen Gott“, als „Erlöser“ und betrachtet andere Religionen, Glaubensrichtungen und Meinungen als minderwertige, schwache und ungültige Illusionen und bewertet sie negativ“</em>, so der Ausschuss in einer Erklärung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich in der Strafanstalt Nr. 1 untergebracht, wo er bis zum 15. Januar in Haft sein <a href="https://kaktus.media/doc/492589_arstana_alaia_vodvorili_v_sizo_1_do_15_ianvaria.html">sollte</a>, wurde er Ende Dezember in die medizinisch betreute Strafvollzugsanstalt Nr. 31 verlegt. Die Verlegung erfolgte auf Empfehlung eines Psychiaters nach einer ersten Diagnose, die lautete: <em>„psychotische Persönlichkeitsstörung, nicht näher bezeichnet, Halluzinationen“</em>. Weder Alais Anwalt noch seine Familie waren über seine Verlegung informiert worden. Sein Anwalt berichtet, dass Alai während seiner Haft wiederholt über Kopfschmerzen <a href="https://kaktus.media/doc/493488_nashli_v_stolovoy_poveshennym._advokat_arstana_alaia_rasskazal_podrobnosti_ego_smerti.html">klagte</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unglücklicher Präsidentschaftskandidat</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Arstan Alai stammt aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Naryn">Gebiet Naryn</a>, ist ausgebildeter Ökonom und machte Karriere in der Ölindustrie. Er war zunächst Direktor eines chinesisch-kirgisischen Unternehmens in Bischkek, gründete dann seine eigene Firma für den Verkauf von Kraftstoffen und besaß mehrere Tankstellen im ganzen Land. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">Revolution von 2010</a> motivierte ihn, in die Politik einzusteigen und bei den Präsidentschaftswahlen 2011 zu kandidieren, wo er 0,47 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 (0,12 Prozent der Stimmen) und 2021 (0,08 Prozent der Stimmen) trat er erneut als Kandidat an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-18-personen-im-rennen-fuer-die-praesidentschaftswahl/"><strong>Kirgistan: 18 Personen im Rennen für die Präsidentschaftswahl</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alai war sehr aktiv in den sozialen Netzwerken, seine Vorträge waren stets gut besucht. Aber auch wenn seine Äußerungen die Internetnutzer unterhielten, amüsierten sie die kirgisischen Behörden keineswegs. Daher wurde im Oktober 2019 eine Untersuchung gegen Alai eingeleitet, nachdem er sich bei einer Konferenz in Bischkek unerwünscht äußerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bekaempfung-der-organisierten-kriminalitaet-in-kirgistan/"><strong>Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Kirgistan</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte er den damaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dschejenbekow</a> aufgefordert, die Macht abzugeben und ihm die Regierungsgeschäfte zu überlassen. Vor allem aber hatte er erklärt, dass er ein Gott sei und 2020 Präsident des Universums werden würde. Der Fall wurde bereits im Februar 2020 abgeschlossen, da keine Beweise für Extremismus vorlagen. Der Fall hatte jedoch eine Debatte über die Registrierung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengrismus#:~:text=Tengri%20wird%20als%20eine%20nicht,als%20der%20m%C3%A4chtigste%20von%20allen.">Tengrismus</a>, einer schamanistischen zentralasiatischen Religion als religiöse Organisation sowie über die mögliche Verantwortung von Personen, die diese Bewegung fördern, ausgelöst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich habe das Virus nach China geschickt“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer Pressekonferenz am 3. März 2020 erklärte Arstan Alai, er habe beschlossen, das Coronavirus nach China zu schicken, um das Land zu bestrafen, das seiner Meinung nach Kirgistan eine Schuld von 4 Milliarden US-Dollar (ca. 3,6 Milliarden Euro) nicht verziehen habe. 70 Prozent der Menschheit würden an dem Virus sterben, aber Kirgistan bliebe verschont, da <em>„die Kirgisen die Welt mit Hilfe der Naturkräfte regieren“</em>, behauptete Alai damals, <a href="https://kaktus.media/doc/407216_arstan_alay:_koronavirys_na_kitay_naslal_ia.html">wie Kaktus berichtete</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arstan Alai hatte sich 2011 zum ersten Mal durch seine öffentlichen Äußerungen hervorgetan. Auf einer Pressekonferenz kündigte er ein goldenes Zeitalter für die Kirgisen und einen ewigen Sommer auf dem Planeten an. Seine Äußerung <em>„Es wird keinen Winter geben“ </em>wurde vor allem im Winter zu einem wiederkehrenden Meme im russischsprachigen Internet, das den Klimawandel symbolisieren sollte. Die Parole wurde wegen ihrer Bedeutung, aber auch wegen eines darin enthaltenen Grammatikfehlers, zum Gegenstand des Spotts.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ministerium verspricht Klärung der Todesumstände</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Justizministerium kündigte eine Untersuchung und die Einsetzung einer Kommission an, die die Umstände des Todes <a href="https://kaktus.media/doc/493498_minust_sozdal_komissiu_dlia_rassledovaniia_obstoiatelstv_smerti_arstana_alaia.html">klären soll</a>. Die Pressestelle des Strafvollzugsdienstes erklärt, dass bei der ärztlichen Untersuchung keine Körperverletzungen an Alai <a href="https://kaktus.media/doc/493492_telesnye_povrejdeniia_ne_obnaryjeny._v_sin_prokommentirovali_smert_arstana_alaia.html">festgestellt wurden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kloop meldet zudem, dass in den letzten zwei Jahren mehrere Todesfälle von Prominenten in kirgistanischen Gefängnissen als verdächtig angesehen werden können. Darunter befand sich auch Bakyt Asanbajew, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Ajyl-Bank, der wegen Korruption verhaftet und im Juni 2022 in der Untersuchungshaftanstalt des GKNB <a href="https://kloop.kg/blog/2022/06/18/byvshego-sotrudnika-ajyl-banka-nashli-poveshennym-v-sizo-gknb/">erhängt aufgefunden wurde</a>. Für die Behörden war es Selbstmord; die Familie des Verstorbenen berichtete jedoch, dass bei der Autopsie gebrochene Rippen, ein gebrochenes Schlüsselbein und Blutergüsse an den Ellenbogen <a href="https://kloop.kg/blog/2022/06/19/perelomy-reber-i-klyuchitsy-a-takzhe-gematomy-na-plechah-brat-pogibshego-v-sizo-gknb-bakyta-asanbaeva-rasskazal-o-vskrytii/">festgestellt wurden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwischen-nationalpopulismus-und-neoliberalismus-die-aktuellen-entwicklungen-in-kirgistan-aus-sicht-globaler-politischer-trends/"><strong>Zwischen Nationalpopulismus und Neoliberalismus – Die aktuellen Entwicklungen in Kirgistan aus Sicht globaler politischer Trends</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beerdigung von Arstan Alai fand am 7. Januar in Bischkek statt, an der mehrere hundert Menschen teilnahmen. Anschließend wurde er auf dem Friedhof des Dorfes Orok im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Sokuluk">Bezirk Sokuluk</a> beigesetzt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eleonore Darasse, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/lexcentrique-politicien-arstan-alai-mort-prison/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Tadschikistan: 13 Kinder sollen an Anschlag auf Grenzposten beteiligt gewesen sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2019 05:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Angaben der tadschikischen Sicherheitsbeh&#xF6;rden waren 13 Minderj&#xE4;hrige im Alter von 4 bis 15 Jahren an dem Terroranschlag vor drei Wochen beteiligt. Der Islamische Staat hatte sich zu dem Angriff auf den Posten Ischkobod an der Grenze zu Usbekistan bekannt. Der Angriff auf den Grenzposten Ischkobod an der tadschikisch-usbekischen Grenze, der sich am 6. November [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Laut Angaben der tadschikischen Sicherheitsbehörden waren 13 Minderjährige im Alter von 4 bis 15 Jahren an dem Terroranschlag vor drei Wochen beteiligt. Der Islamische Staat hatte sich zu dem Angriff auf den Posten Ischkobod an der Grenze zu Usbekistan bekannt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf den Grenzposten Ischkobod</a> an der tadschikisch-usbekischen Grenze, der sich am 6. November ereignete, wurde von 13 Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren, 9 Männern und 11 Frauen begangen. Dies ist zumindest die offizielle Version, die Muhammad Saidow, ein Vertreter des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit (GKNB) am 26. November vorstellte. In der bisherigen offiziellen Version war von 20 AngreiferInnen die Rede, ohne die Kinder zu erwähnen. Laut <a href="https://rus.ozodi.org/a/30292699.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Zweig von Radio Free Europe, stellte Saidow die neuen Details auf einer Pressekonferenz vor, erklärte aber nicht, welche Rolle die Kinder bei dem Angriff gespielt haben sollen.</p>
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<p style="text-align: justify">Anderen von Radio Ozodi zitierten Quellen zufolge, war einer der Angreifer 15 Jahre alt. Kurz vor dem Angriff hatte der junge Mann beim Direktor seiner Schule um eine Freistellung gebeten, damit er seine in einer anderen Region lebenden Eltern treffen könne. Es wurde festgestellt, dass er niemals zuvor außer Landes gereist war.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Anschlag, der von wohlhabenden Menschen vorbereitet wurde</strong></p>
<p style="text-align: justify">Muhammad Saidow bestätigte darüber hinaus, dass die Gruppe in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Sughd</a>, im Norden des Landes, gegründet worden sei. Vor dem Angriff lebten jedoch die Mitglieder des Kommandos etwa einen Monat lang im Bezirk Ismoili Somoni in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. <em>„Der Präsident der Mahalla (Stadtviertel, Anm. d. Red.) und der örtliche Polizist haben Fremde gesehen, aber niemand hat dem Bedeutung beigemessen&#8220;</em>, betonte Muhammad Saidow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/"><strong>Mindestens 17 Tote bei Angriff auf tadschikischen Grenzposten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Seinen Worten zufolge stammen nicht alle Mitglieder der Gruppe aus armen Familien. <em>„Eine Untersuchung ergab, dass das Vermögen des Anführers der Gruppe, Schuchrat Gafurow, auf eine Million Somoni (103.000 US-Dollar, Anm. d. Red.) geschätzt wird“</em>, erklärte der Vertreter des GKNB.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unstimmigkeiten mit der ersten offiziellen Version</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Daten von Muhammad Saidow weichen vom bisher einzigen offiziellen Bericht des GKNB ab, welcher unmittelbar nach dem Angriff vom 6.November veröffentlicht wurde. Seitdem haben die tadschikischen Behörden praktisch keine weiteren Einzelheiten über die Geschehnisse vorgelegt.</p>
<p style="text-align: justify">Laut der <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">ersten Version</a> hatte eine Gruppe von 20 bewaffneten und maskierten Personen den Grenzposten in Ischkobod angegriffen und fünf Kalaschnikows erbeutet. Allerdings gelang es den tadschikischen Sicherheitskräften die AngreiferInnen zu neutralisieren. 15 von ihnen wurden getötet und fünf weitere verhaftet. Unter den AngreiferInnen sollen sich mehrere Frauen befunden haben, von denen zwei ums Leben kamen, während drei weitere verhaftet wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/"><strong>Der „Islamische Staat“ bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Die Behörden berichteten darüber hinaus über den Tod von zwei Mitgliedern der Sicherheitskräfte – dem des Grenzschutzbeamten Isatullo Latifow und eines Angestellten des Innenministeriums, Bahrom Kosimsoda. Später erfuhren die JournalistInnen von Radio Ozodi vom <a href="https://rus.ozodi.org/a/30257438.html">Tod dreier weiterer Grenzsoldaten</a>, darunter der stellvertretenden Leiter des Grenzposten Ischkobod, Dilowar Tolibow. Die Behörden haben diese Information jedoch nicht bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify">Unmittelbar nach dem Angriff beschuldigten die tadschikischen Behörden den so genannten Islamischen Staat (IS), den Angriff aus Afghanistan heraus begangen zu haben. Zwei Tage später <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">übernahm der IS die Verantwortung</a> für den Anschlag, während die afghanischen Sicherheitskräfte abstritten, dass sich die TerroristInnen von ihrem Hoheitsgebiet aus nach Tadschikistan begeben hätten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erhebliche Zweifel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bereits an der ersten Version der Sicherheitsbehörden hatten tadschikische Medien Zweifel geäußert. Die nun aufgetretenen Widersprüche und die Tatsache, dass zu der angeblichen Beteiligung der Minderjährigen keine weiteren Angaben gemacht wurden, dürfen kaum dazu beitragen, diese Zweifel zu zerstreuen.</p>
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<p style="text-align: justify">Das Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191128/ubiitsi-v-domashnih-tapochkah-2-kakuyu-rol-igrali-deti-pri-napadenii-na-pogranpost-v-tadzhikistane?tg_rhash=59df260525b319">Asia-Plus</a> hat unter anderem offene Fragen zusammengestellt, die im Zusammenhang mit dem Angriff stehen. Dazu zählt unter anderem, warum Kinder beteiligt gewesen sein sollen und wieso eine der Angreiferinnen Hausschuhe trug. Ebenfalls unklar ist nach wie vor, warum auf einem der von den Behörden veröffentlichten Fotos eine Leiche an den Händen gefesselt ist und warum das Foto wieder verschwand, nachdem JournalistInnen diesbezüglich Nachfragen stellten.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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