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	<title>Forschung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Nov 2023 17:07:07 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Forschung Archives</title>
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	<item>
		<title>Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anthony Vial]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 20:13:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasiatische Forschungsrevue]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ZENTRALASIATISCHE FORSCHUNGSREVUE &#x2013; Mithilfe von Bildern des US-Geheimdienstes konnten Forscher:innen einen R&#xFC;ckzug der zentralasiatischen Gletscher beobachten. Parallel dazu wurden die &#xDC;berreste von Menschen aus der Eisenzeit, die aus dem Gebiet des heutigen Usbekistan stammen, auf ihren gemeinsamen Ursprung hin untersucht. Zahlreiche Forschungsarbeiten von Instituten und Universit&#xE4;ten vor Ort oder anderswo auf der Welt werfen Licht [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ZENTRALASIATISCHE FORSCHUNGSREVUE &#8211; Mithilfe von Bildern des US-Geheimdienstes konnten Forscher:innen einen Rückzug der zentralasiatischen Gletscher beobachten. Parallel dazu wurden die Überreste von Menschen aus der Eisenzeit, die aus dem Gebiet des heutigen Usbekistan stammen, auf ihren gemeinsamen Ursprung hin untersucht.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche Forschungsarbeiten von Instituten und Universitäten vor Ort oder anderswo auf der Welt werfen Licht auf Zentralasien. Die französische Redaktion von Novastan hat eine Artikelserie eröffnet, um eine Auswahl neuerer Studien über die Region zu beleuchten. Hier unsere aktuellen wissenschaftlichen Rezensionen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Gletscher des Tian Shan gehen seit den 1960er Jahren stetig zurück</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Im Zuge der globalen Erwärmung dürfte das Abschmelzen der Gletscher in Asien Auswirkungen auf den Zugang der Menschen zu Wasser haben, insbesondere in Zentralasien. Die Untersuchung ihrer Entwicklung ist von größter Bedeutung, um diese Folgen vorherzusehen. Schätzungen des Gletschervolumens, die durch Satellitenbeobachtungen vorgenommen werden, sind jedoch relativ neu und reichen in der Regel nicht weiter als 30 Jahre zurück.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Um die Entwicklung darüber hinaus zu rekonstruieren, nutzte ein internationales Team, dem unter anderem Forscher:innen des <a href="https://ingeo.kz/?lang=en">Geographischen Instituts</a> in <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/blick-ueber-almaty/">Almaty</a> im Süden Kasachstans angehören, eine unerwartete Datenquelle: den US-Geheimdienst. In ihrer am 5. Juli 2021 in Nature Communications <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-021-24180-y">veröffentlichten Studie</a> erklären die Wissenschaftler:innen, dass sie Satellitenbilder des amerikanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Keyhole#KH-1,_-2,_-3,_-4,_-4A,_-4B_Corona">Keyhole-Programms</a>, das ab 1959 operierte, verwendet haben. In dessen Rahmen setzten die Vereinigten Staaten Spionagesatelliten ein, um die Sowjetunion zu überwachen. Die entstandenen Bilder haben eine Auflösung von zwei Metern. Durch die Verwendung von Bildern der CORONA-Satelliten KH-4 und KH-9, auf denen die asiatischen Gletscher abgebildet sind, konnten diese Forscher:innen die Schätzung des Volumens der asiatischen Gletscher bis in die frühen 1960er Jahre ausdehnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/" target="_self" rel="noopener noreferrer">Gletscherschmelze im Tienschan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen, dass alle sieben untersuchten Regionen in diesem Zeitraum an Eismasse verloren haben, am stärksten die Gletscher in der nördlichen Region des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tienschan</a>. Sie zeigen auch, dass der Massenverlust stark mit der Temperatur im Sommer zusammenhängt. Schließlich beschreiben sie, dass z.B. im Tienschan einige Gletscher dauerhaft schrumpften, während andere, die stabil schienen, erst später begannen, die Folgen der globalen Erwärmung zu spüren. Diese Studie wirft ein Schlaglicht auf die langfristige Entwicklung von Gletschern, insbesondere in Zentralasien. Sie könnte auch dazu beitragen, die mit der globalen Erwärmung verbundenen Phänomene der Gletscherschmelze besser zu verstehen und die Folgen für die Ökosysteme und die Bevölkerung in Zentralasien vorherzusehen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die genetischen Ursprünge der eisenzeitlichen Usbeken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die verschiedenen Völker und Ethnien Zentralasiens haben einen komplexen Ursprung, den Forscher:innen durch Fortschritte in der Gensequenzierung zu entschlüsseln versuchen. Eine am 28. Juli 2021 in Molecular Biology and Evolution <a href="https://academic.oup.com/mbe/advance-article/doi/10.1093/molbev/msab216/6329832">veröffentlichte Studie</a> untersucht die eisenzeitlichen Völker des heutigen Usbekistan, um ihre Herkunft zu bestimmen. Mithilfe genetischer Marker untersuchten die Wissenschaftler:innen das extrahierte Genom von 27 Individuen, deren Überreste aus der Eisenzeit (vor 2.100 bis 1.500 Jahren) stammten und die im Süden des heutigen Usbekistan gefunden wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steppen-versalzung-und-chromosomen-aktuelle-forschungen-in-zentralasien/">Steppen, Versalzung und Chromosomen: Aktuelle Forschungen in Zentralasien</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Indem sie sich auf die Variationen einzelner Basenpaare in der DNA konzentrierten, konnten die Forscher eine Kontinuität zwischen den Bevölkerungen der Bronzezeit, die von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_V%C3%B6lker">iranischen</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Anatolian_peoples">anatolischen</a> Vorfahren abstammten, und denen der Eisenzeit feststellen. Ihre Arbeit zeigt jedoch, dass die Vermischung mit anderen Steppenpopulationen in dieser letzten Periode zugenommen hat. Diese Ergebnisse ermöglichen es, die kulturelle Vielfalt der Populationen dieser Region während der Eisenzeit besser zu verstehen, indem die in ihnen vorhandenen genetischen Unterschiede identifiziert werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Sonderfall der Fischvielfalt in Usbekistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Ebenfalls mit Usbekistan befasst sich eine Studie, die am 19. August 2021 in Scientific Reports <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-021-96487-1">veröffentlicht wurde</a>, mit der genetischen Vielfalt von Fischen in diesem Land. Die geografische Lage ist dort besonders, denn Usbekistan ist eines der beiden einzigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Endorheisch">endorheischen</a> Länder der Welt, d. h. keiner seiner Flüsse mündet in Meere oder Ozeane. Diese Konfiguration macht es zu einem geschlossenen Flusssystem, das die biologische Vielfalt der Fische beeinträchtigt. Baxtiyor Sheraliev von der Fakultät für Biowissenschaften an der Staatlichen Universität <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farg%CA%BBona">Farg‘ona</a> und sein Co-Autor Zuogang Peng wollten daher die Fischvielfalt in diesem besonderen System erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Zu diesem Zweck entnahmen sie 666 Fischexemplare aus verschiedenen Flüssen und Seen. Diese gehörten zu insgesamt 59 verschiedenen Fischarten. Um diese Identifizierung durchzuführen, kombinierten die beiden Forscher morphometrische Messungen mit der Identifizierung durch genetische Marker und konnten so jede Art unterscheiden. Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen, dass die ohnehin geringe Fischvielfalt in usbekischen Gewässern in den letzten Jahren weiter abgenommen hat. Von den identifizierten Arten werden eine Handvoll von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/IUCN">Internationalen Union zur Bewahrung der Natur</a> als vom Aussterben bedroht eingestuft. Diese Studie belegt die Möglichkeit, mithilfe eines genetischen Identifikationsansatzes Fischpopulationen schneller und genauer als mit herkömmlichen Methoden zu erfassen. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse die Details der aktuellen Vielfalt in Usbekistan, was zu einem besseren Schutz der bedrohten Arten und ihrer Ökosysteme führen kann. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Auftreten von Haar-Pfriemengras durch Genetik enthüllt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Ebenfalls in Scientific Reports lässt die Genetik dieses Mal die Pflanzen sprechen. Einem internationalen Team ist es in einer am 28. Juli 2021 <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-021-94068-w">veröffentlichten Studie</a> gelungen, das Genom des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haar-Pfriemengras">Haar-Pfriemengras</a> (Stipa capillata) zu sequenzieren. Diese Pflanze ist eines der am weitesten verbreiteten Federgrasgewächse in Europa und Asien und ist in den Grassteppen Zentralasiens weit verbreitet. Die Verteilung der verschiedenen Arten der Gattung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Federgr%C3%A4ser">Federgräser</a> in diesen Umgebungen ermöglicht es beispielsweise, sie zu klassifizieren, um ihre Entwicklung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Klimawandel, zu verfolgen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Durch die erstmalige Sequenzierung des Genoms an Exemplaren, die in Kirgistan gesammelt wurden, konnten die Wissenschaftler die Gattung der Federgräser bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. Die Genomanalyse ergab, dass die Gattung vor etwa 4,39 Millionen Jahren entstanden ist. Diese Studie ebnet den Weg für ein besseres Verständnis des Steppenökosystems und insbesondere der Pflanzenvielfalt, die noch unzureichend dokumentiert ist.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Anthony Vial
Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem&nbsp;<a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/les-glaciers-du-tian-shan-en-recul/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Französischen</a>&nbsp;von Florian Coppenrath</strong></p>


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		<item>
		<title>Steppen, Versalzung und Chromosomen: Aktuelle Forschungen in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[lkuehne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 May 2021 21:57:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ZENTRASIATISCHE FORSCHUNGSREVUE. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Zentralasien: Einer aktuellen Studie zufolge sind die zentralasiatischen Steppen 40 Millionen Jahre alt. Au&#xDF;erdem gibt es neue Forschungen &#xFC;ber die Versalzung der B&#xF6;den in Kasachstan., die Ein Chromosomenabgleich gibt Aufschluss &#xFC;ber den wahren Kern kasachischer Abstammungsmythen. Novastan berichtet &#xFC;ber die aktuellen Nachrichten aus der Welt der Wissenschaften in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ZENTRASIATISCHE FORSCHUNGSREVUE. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Zentralasien: Einer aktuellen Studie zufolge sind die zentralasiatischen Steppen 40 Millionen Jahre alt. Außerdem gibt es neue Forschungen über die Versalzung der Böden in Kasachstan., die Ein Chromosomenabgleich gibt Aufschluss über den wahren Kern kasachischer Abstammungsmythen. Novastan berichtet über die aktuellen Nachrichten aus der Welt der Wissenschaften in Zentralasien.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Ursprung der Steppen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Ausdehnung von mehr als zehn Millionen Quadratkilometern und einer enormen Artenvielfalt sind die Steppen Zentralasiens eines der größten Ökosysteme der Erde. Im Oktober vergangenen Jahres ist eine <a href="https://advances.sciencemag.org/content/6/41/eabb8227.full">Studie</a> erschienen, die zeigt, dass die zentralasiatischen Steppen bereits während des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eozän">Eozäns</a> vor 40 Millionen Jahren entstanden sind.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Geschichte dieses Lebensraums zu rekonstruieren hat ein französisch-niederländisches Forschungsteam an sieben verschiedenen Orten, zwischen dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lanzhou">Lanzhou</a> in China, Pollen aus verschiedenen Erdschichten entnommen. Durch den Vergleich dieser Proben mit Klimamodellen und Fossilien konnte nachgewiesen werden, dass hier schon vor 40 Millionen Jahren Zwergsträucher wuchsen. Diese Vegetation bildete die Grundlage für eine reichhaltige Fauna, zu der auch die Vorfahren des Pferdes gehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tektonische Erhebung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Himalaya">Himalayas</a> führte zu einer Abnahme des Niederschlags im nördlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tibet">Tibet</a> und begünstigte damit das Auftreten von ariden Primärsteppen. Mit dem Beginn des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oligozän">Oligozäns</a> vor 34 Millionen Jahren kam es zu einem klimatischen Wandel, der mit einer globalen Temperaturabsenkung einherging. Die Region wurde zu einer Wüste und erlebte ein Artensterben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-nicht-erzaehlte-geschichte-des-hungers-eine-rezension-von-sarah-camerons-buch-hungrige-steppe/">Die nicht-er</a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-nicht-erzaehlte-geschichte-des-hungers-eine-rezension-von-sarah-camerons-buch-hungrige-steppe/">zählte Geschichte des Hungers – eine Rezension von Sarah Camerons „Hungrige Steppe“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <a href="#Klima,_Ozeane_und_Vegetation">Miozän</a>, vor ungefähr 15 Millionen Jahren, wurde das Klima wieder feuchter. Für diesen erneuten klimatischen Wandel gibt es bis heute keine zufriedenstellende Erklärung. Fest steht jedoch, dass er die Rückkehr der grasbewachsenen und trockenen Steppen ermöglichte, die wir heute kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Könnten die Steppen irgendwann wieder zu Wüsten werden? Das ist laut den ForscherInnen eine Gefahr, die der gegenwärtige Klimawandel in sich birgt. Er könnte einen Rückgang der Vegetation und damit das Aussterben ganzer Arten zur Folge haben. Schwankungen der Niederschläge und die Ausbreitung etwa der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gobi">Wüste Gobi</a> könnten aus der Region zukünftig eine der trockensten und heißesten des gesamten Erdballs machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan von der Versalzung der Böden bedroht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Versalzung der Böden ist eines der größten Risiken für die Zukunft der kasachischen Landwirtschaft. In einer im Dezember letzten Jahres in der Fachzeitschrift <em>Proceedings of the National Academy of Sciences </em>(<em>PNAS</em>) erschienen <a href="https://www.pnas.org/content/117/52/33017">Studie</a> nutzten Forschende der Universitäten Manchester und Hamburg maschinelle Lernverfahren, um die Entwicklung der Bodenversalzung auf der ganzen Welt vorherzusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lest auch auf Novastan: <strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/frueher-war-hier-mal-ein-fluss-wie-die-austrocknung-des-urals-das-leben-der-menschen-an-seinem-ufer-veraendert/">Früher war hier mal ein Fluss – Wie die Austrocknung des Urals das Leben der Menschen an seinem Ufer verändert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie stützt sich auf Daten, die zwischen 1980 und 2018 gesammelt wurden. Es wurde festgestellt, dass in diesem Zeitraum mehr als 11 Millionen Quadratkilometer von Veränderungen des Salzgehalts im Boden betroffen waren. China, Kasachstan und der Iran gehören zu den von dieser Entwicklung weltweit am stärksten betroffenen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch ließen sich mit dieser Methode auch Veränderungen anderer Bodeneigenschaften wie etwa des Nährstoffreichtums, des organischen Kohlenstoffgehalts oder des pH-Werts voraussagen. Sie könnte dabei helfen, die Landstriche zu identifizieren, die am wenigsten von Veränderungen des Salzgehalts betroffen und für die Landwirtschaft am besten geeignet sind. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum und Klimawandel interessant, die Konsequenzen für die Ackerflächen haben könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klimawandel mächtiger als Dschingis Khan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der gleichen Ausgabe von <em>PNAS</em> findet sich noch eine andere interessante <a href="https://www.pnas.org/content/117/52/32982">Studie</a>, die die Auswirkungen vergangener klimatischer Veränderungen auf die zentralasiatischen Zivilisationen untersucht. Die Studie wurde von einem internationalen Forschungsteam durchgeführt, zu dem auch Forschende des <em>Joint Stock Company Institute of Geography and Water Safety</em> aus Almaty gehören. Sie liefert einen neuen Erklärungsansatz für das Verschwinden der Flusszivilisationen im Aralseebecken Ende des 13. Jahrhunderts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-china-ringen-angesichts-des-klimawandels-um-wasser/">Kasachstan und China ringen angesichts des Klimawandels um </a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-china-ringen-angesichts-des-klimawandels-um-wasser/">Wasser</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Niedergang dieser Zivilisationen wurde lange Zeit mit der Zerstörung der Bewässerungssysteme durch die mongolischen Invasoren erklärt. Die Studie, die sich auf die in der Nähe des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> liegende Oase von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otrar">Ortrar</a> konzentriert, legt jedoch eine andere Erklärung nahe. Die Analyse der Sedimente des Syrdarja-Nebenflusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arys_(Syrdarja)">Arys</a> sowie der Zeitpunkt der Preisgabe der Bewässerungskanäle, weisen darauf hin, dass der Zerfall von Ortrar bereits vor der Invasion der Mongolen begann und mit einem Umschwung der klimatischen Bedingungen zusammenhing. Demzufolge wären für das Verschwinden der Flusszivilisationen ein Rückgang der Niederschläge und die dadurch ausgelösten wiederholten Dürreperioden verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Y-Chromosom der Uissun</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wissen über die eigene Abstammung ist in Kasachstan ein wichtiges Thema. &#8218;<em>Jeti ata&#8216;</em> bezeichnet die Verpflichtung, seine eigenen Vorfahren über sieben Generationen hinweg zu kennen. Von neun der 12 Uissun-Klans der Großen Horde wird behauptet, dass sie von einem einzigen Urahnen mit dem Namen Maiky-biy abstammen, dessen Herkunft wiederum entweder auf die <a href="https://www.wikiwand.com/en/List_of_medieval_Mongol_tribes_and_clans">Darligin</a>&#8211; oder die Niru’un-Mongolen zurückgeführt wird. Es gibt aber auch andere Hypothesen zur Herkunft der Uissun, wie etwa der, dass sie von den Wusun, einem alten iranischen Volk, abstammen würden. Eine <a href="https://bmcgenomdata.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12863-020-00897-5">Studie</a> des <em>National Laboratory Astana</em> der Nasarbajew-Universität und des <em>National Center for Biotechnology</em>, die im Oktober 2020 in <em>BMC Genetics </em>erschienen ist, hat diese Hypothesen jetzt überprüft.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ForscherInnen sequenzierten die DNA des Y-Chromosoms, das vom Vater an seine Söhne vererbt wird, bei 490 Männern aus acht Uissun- und drei weiteren Klans der Großen Horde. Die Identifizierung gemeinsamer genetischer Marker erlaubte eine genauere Genealogie der Klans. Die Studie konnte zeigen, dass die Gesamtheit der untersuchten Klans nicht von einem, sondern von drei verschiedenen Vorfahren abstammen, die im 13. oder 14. Jahrhundert lebten. Sieben Klans, von denen sechs zu den Uissun gehörten, wiesen ein ähnliches Profil auf, was darauf schließen lässt, dass sie einen gemeinsamen Stammvater haben, welcher der berühmte Maiky-biy sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Ursprung des dominanten Y-Chromosoms zu identifizieren, wurde es mit alter DNS verglichen, die in einer Wusun-Grabstätte im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Semirechye_Oblast">ehemaligen Semiretscher-Oblast</a> in Kasachstan gefunden wurde, sowie mit der DNA von Nachfahren der mongolischen Darligin, den Mitgliedern des Konyrat-Klans. Die Ergebnisse legen nahe, dass die sechs Uissun-Klans, die laut der Untersuchung einen gemeinsamen Vorfahren haben, weder von den Wusun noch von den Darligin abstammen. Ihr Ursprung müsse folglich bei den Niru‘un gesucht werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Anthony Vial, Redakteur für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/steppes-sel-et-chromosome-y-resume-de-recherche-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>


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		<title>Usbekistan und Südkorea kooperieren bei der Erforschung des Weltraums</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-und-suedkorea-kooperieren-bei-der-erforschung-des-weltraums/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Muller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 10:42:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Weltall]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitte Februar hat sich eine usbekisch-koreanische Arbeitsgruppe zur Erforschung und Nutzung des Weltraums getroffen. Das Treffen ist Teil einer Reihe diplomatischer Begegnungen, die von Usbekistans wachsenden Weltraumambitionen zeugen. Usbekistan und S&#xFC;dkorea bauen ihre Kooperation zur Erforschung des Weltraums f&#xFC;r friedliche Zwecke aus. Wie die usbekische Nachrichtenagentur Dunyo berichtete, fand am 15. Februar in Seoul ein [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mitte Februar hat sich eine usbekisch-koreanische Arbeitsgruppe zur Erforschung und Nutzung des Weltraums getroffen. Das Treffen ist Teil einer Reihe diplomatischer Begegnungen, die von Usbekistans wachsenden Weltraumambitionen zeugen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan und Südkorea bauen ihre Kooperation zur Erforschung des Weltraums für friedliche Zwecke aus. Wie die usbekische Nachrichtenagentur <a href="https://dunyo.info/ru/site/inner/uzbekistan_i_yuzhnaya_koreya_zainteresovani_v_aktivizatsii_sotrudnichestva_v_sfere_issledovaniy_i_ispolyzovaniya_kosmosa_v_mirnih_tselyah-sM5">Dunyo</a> berichtete, fand am 15. Februar in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Seoul">Seoul</a> ein Treffen der Arbeitsgruppe zwischen den beiden Ländern statt. Anwesend waren Mitarbeiter der usbekischen Botschaft sowie SpezialistInnen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Korea_Aerospace_Research_Institute">Korea Aerospace Research Institute (KARI)</a>.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie stellten beide Seiten eine positive Dynamik bei der Zusammenarbeit in Bezug auf die Erforschung des Weltraums fest. Es fanden mehrere Verhandlungen zwischen ExpertInnen des koreanischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie, des KARI sowie des usbekischen Ministeriums für Entwicklung und Informationstechnologie statt. Während des Treffens unterstrichen die VertreterInnen beider Länder ihre Absicht, den Austausch fortzusetzen. Ein neues Treffen soll in naher Zukunft per Videokonferenz stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine vielversprechende Partnerschaft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das usbekisch-koreanische Weltraumabenteuer ist Teil der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern. Diese war im April 2019, während der Zentralasien-Reise des südkoreanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moon_Jae-in">Moon Jae-in</a>, beschlossen worden. Im Rahmen der Reise hatte Moon Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan besucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moon und sein usbekischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> unterzeichneten eine Reihe von Vereinbarungen, <em>„die unter anderem die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen, die Erforschung des Weltraums für friedliche Zwecke, die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie die Schaffung des usbekisch-koreanischen Zentrums für die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor betreffen“</em>, heißt es auf der offiziellen <a href="https://president.uz/en/lists/view/2510">Website der usbekischen Präsidialverwaltung</a>. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen über 12 Milliarden US-Dollar (9,9 Milliarden Euro) ausgegeben werden.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch während der Reise wurde eine Arbeitsgruppe zur Erforschung und Nutzung des Weltraums für friedliche Zwecke eingerichtet. Der südkoreanische Wissenschaftsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/You_Young-min">You Young-min</a> und sein usbekischer Amtskollege Shuxrat Sadikov hatten bereits am 19. April 2019 in der usbekischen Hauptstadt Taschkent ein Abkommen über die bilaterale Zusammenarbeit im Weltraum <a href="https://en.yna.co.kr/view/PYH20190419171400341">unterzeichnet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Usbekische Weltraum-Ambitionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von Südkorea unterhält Usbekistan mit einer Vielzahl anderer Staaten Kooperationsbeziehungen in Bezug auf den Weltraum. Zu diesen Staaten zählen unter anderem Frankreich, China und <a href="https://spacewatch.global/2018/11/uzbekistan-widens-partnerships-for-emerging-space-programme/">Kasachstan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-weltraumbahnhof-baikonur-eine-fata-morgana-in-der-steppe/">Der Weltraumbahnhof Baikonur – eine Fata Morgana in der Steppe?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Russland zeigt Interesse an Usbekistans Weltraum-Ambitionen. Wie das russische Auslandsmedium <a href="https://uz.sputniknews.ru/20201221/Moskva-i-Tashkent-utverdili-tekst-soglasheniya-o-sotrudnichestve-v-kosmose-15647893.html">Sputnik</a> berichtet, haben Russland und Usbekistan den Text eines Weltraum-Kooperationsabkommens bereits gebilligt. So sagte der russische Botschafter in Usbekistan, Vladimir Tjurdjenjew, das Dokument könne 2021 auf dem nächsten bilateralen Gipfeltreffen beider Länder unterzeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weltraum nimmt einen wichtigen Platz in Usbekistans Politik ein: Die Gründung der Agentur <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Uzbekcosmos">Usbekkosmos</a> im Jahr 2019 durch Präsident Mirziyoyev markierte die Rückkehr des Landes in dieses Tätigkeitsfeld. Der usbekische Staat hat Ambitionen, zur Verbesserung seiner digitalen Kommunikationsdienste und <a href="https://spacewatch.global/2018/09/kazakhstan-and-uzbekistan-satcom-cooperation-and-central-asian-earth-observation-satellite-system/">in Zusammenarbeit mit Kasachstan</a> eigene Kommunikationssatelliten zu starten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Arnaud Muller, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-coopere-avec-la-coree-du-sud-dans-lexploration-spatiale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Usbekistan: Neue Dinosaurierart entdeckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joanna Blain]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 06:26:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dinosaurier]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kysylkum]]></category>
		<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Februar hat ein Forscherteam in Usbekistan das Fossil einer bisher unbekannten Dinosaurierart entdeckt. Das Fossil belegt erstmals die Existenz von Dinosauriern aus der Familie der Rebbachisauridae in Asien. Am 24. Februar haben die Forscher Hans-Dieter Sues und Alexander Awerianow in der Fachzeitschrift PLOS One berichtet, dass sie einen Sauropoden-Wirbel entdeckt haben. Das Tier geh&#xF6;rt [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Februar hat ein Forscherteam in Usbekistan das Fossil einer bisher unbekannten Dinosaurierart entdeckt. Das Fossil belegt erstmals die Existenz von Dinosauriern aus der Familie der Rebbachisauridae in Asien.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Februar haben die Forscher <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Sues">Hans-Dieter Sues</a> und <a href="https://www.researchgate.net/profile/Alexander-Averianov">Alexander Awerianow</a> in der Fachzeitschrift <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0246620">PLOS One</a> berichtet, dass sie einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sauropoden">Sauropoden</a>-Wirbel entdeckt haben. Das Tier gehört zur gleichen Familie wie die Gattung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diplodocus">Diplodocus</a>. Der Dinosaurier, der im Westen Usbekistans in der Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kysylkum</a> gefunden wurde, erhielt den Namen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dzharatitanis">Dzharatitanis kingi</a>. Der Name stellt einerseits einen Bezug zum Fundort her [Jaraquduq oder auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bissekty_Formation">Bissekty-Formation</a>, Anm. d. Ü.], ist aber andererseits auch eine Hommage an den inzwischen verstorbenen Forscher <a href="https://www.theguardian.com/science/2015/mar/29/christopher-king-obituary">Christopher King</a>, der an den Arbeiten beteiligt war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem russischen Auslandsmedium <a href="https://uz.sputniknews.ru/20210225/Ostanki-neizvestnogo-nauke-dinozavra-obnaruzhili-v-Uzbekistane-16077187.html">Sputnik</a> soll Dzharatitanis kingi vor hundert Millionen Jahren in der Kreidezeit auf einer Küstenebene in der Nähe des urzeitlichen Ozeans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tethys_(Ozean)">Tethys</a> gelebt haben. Der Pflanzenfresser erreichte eine Länge von fast 20 Metern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/langar-steinzeitliche-petroglyphen-im-pamir/">Langar – steinzeitliche Petroglyphen im Pamir</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor waren Überreste von Dinosauriern aus der Familie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rebbachisauridae">Rebbachisauridae</a>, zu der Dzharatitanis kingi gehört, ausschließlich in Nordafrika, Nordamerika und Europa gefunden worden. Die Entdeckung dieses Fossils in Zentralasien stützt somit die Theorie, dass die Kontinente sich in der frühen Kreidezeit neu gruppiert haben. Während eines großen Teils der Kreidezeit wurden Asien und Europa durch die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Turgai_Sea">Turgai-See</a> getrennt. Wie Sputnik berichtet, existierte nach Ansicht der Wissenschaftler aber eine Landverbindung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtige Forschungsarbeit in Usbekistan und Kasachstan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Paläontologe Hans-Dieter Sues, Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Smithsonian_Institution">Smithsonian Institution</a> in Washington und Co-Autor des Artikels, erklärte gegenüber Novastan, dass die Entdeckung das Ergebnis einer bis in die 1970er Jahre zurückreichenden Forschungsarbeit sei. Sues wies darauf hin, dass die Forschungsarbeiten, die zur Entdeckung des Fossils geführt haben, von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akademie_der_Wissenschaften_der_Republik_Usbekistan">usbekischen Akademie der Wissenschaften</a> geleitet wurden. Darüber hinaus hob er die entscheidende Rolle des russischen Paläontologen <a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q15410778">Lew Nessow</a> (1947-1995) hervor. <em>„Bis in die 1970er Jahre war zwar bekannt, dass es in Usbekistan und Kasachstan Dinosaurierfossilien gab, aber erst dann suchte ein Wissenschaftler aus St. Petersburg, Lew A. Nessow, nach ihnen“</em>, sagte Sues.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der amerikanische Paläontologe weist auch darauf hin, dass sich westliche Forscher erst nach der Unabhängigkeit Usbekistans im Jahr 1991 der Forschung Nessows angeschlossen haben. Das Forscherteam besteht nun aus usbekischen, russischen, britischen und amerikanischen Forschern. Nach Nessows Tod im Jahr 1995 übernahm dessen ehemaliger Schüler Alexander Awerianow vom Russischen Institut für Zoologie die Rolle des Co-Leiters bei den Expeditionen. Die Entdeckung von Dzharatitanis kingi ist jedoch nur der Auftakt einer langen Forschungsarbeit in der Region. <em>„Zentralasien hat noch viel Potenzial für Fossilienfunde“</em>, so Sues abschließend.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joanna Blain, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/une-nouvelle-espece-de-diplodocus-a-ete-decouverte-en-ouzbekistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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		<item>
		<title>Novastan wird Partner der Konferenz &#8222;Eurasian Insights&#8220;</title>
		<link>https://novastan.org/de/novastan-ev/novastan-wird-partner-der-konferenz-eurasian-insights/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 17:24:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Novastan e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[EISCAS]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die deutsch- und franz&#xF6;sischsprachigen Redaktionen von Novastan freuen sich, ihre Teilnahme an der Organisation der interdisziplin&#xE4;ren europ&#xE4;ischen Konferenz &#x201E;Eurasian Insights&#x201C; bekannt zu geben. Die Konferenz findet vom 10. bis 12. M&#xE4;rz 2021 in Gent (Belgien) statt. Die Ausschreibung zur Teilnahme ist noch offen. Es wird ein wichtiges Ereignis auf dem Gebiet der Zentralasienforschung. Vom 10. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die deutsch- und französischsprachigen Redaktionen von Novastan freuen sich, ihre Teilnahme an der Organisation der interdisziplinären europäischen Konferenz „Eurasian Insights“ bekannt zu geben. Die Konferenz findet vom 10. bis 12. März 2021 in Gent (Belgien) statt. Die Ausschreibung zur Teilnahme ist noch offen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird ein wichtiges Ereignis auf dem Gebiet der Zentralasienforschung. Vom 10. bis 12. März 2021 ist Novastan Partner der europäischen interdisziplinären Konferenz „Eurasian Insights“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung, die im Rahmen des EU-finanzierten Projektes EISCAS („Eurasian Insights: Strengthening Central Asian Studies in Europe“) organisiert wird, konzentriert sich in diesem Jahr auf drei Themen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">1.&nbsp;&nbsp; Studierende, ForscherInnen und alle, die in Zentralasien arbeiten oder daran interessiert sind, zusammenzubringen und zur Zusammenarbeit anzuregen;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.&nbsp;&nbsp; Aufzeigen der Besonderheiten Zentralasiens und seiner Einbindung in geopolitische, historische und soziale Dynamiken, um das Bild einer passiven Region zu überwinden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">3.&nbsp;&nbsp; Messung der gegenseitigen Auswirkungen der Entwicklungen in Zentralasien auf die Europäische Union und Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Themen sind jedoch von den Beiträgen europäischer ForscherInnen abhängig. Beiträge können noch bis Dienstag, dem 20. Oktober, eingereicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine für die Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn das Programm noch nicht vollständig feststeht, planen die Novastan-Teams einen Teil der Veranstaltung zu organisieren (Runder Tisch, Workshop usw.), die Medienberichterstattung über die Veranstaltung sicherzustellen und LeserInnen und AbonnentInnen zu treffen. Im Rahmen der <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/der-partnerschaftsvertrag-zwischen-den-novastan-vereinen/">Partnerschaft</a> zwischen den beiden Vereinen, aus denen Novastan besteht, werden das französischsprachige und das deutschsprachige Team gemeinsam an der Veranstaltung teilnehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Novastan hat Initiativen der europäischen Forschung zu Zentralasien unterstützt, insbesondere das <a href="https://wikistan.ehess.fr/">Wikistan-Projekt</a>, ein weiterer Partner von EISCAS, das darauf abzielt, die verschiedenen Akteure der Zentralasienforschung auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen finden Sie auf <a href="https://eiscas.eu/">der EISCAS-Website</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Teams von Novastan</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tadschikistan: Ein ambitioniertes Forschungsprojekt zu Wachholderwäldern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2020 12:02:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[University of Central Asia]]></category>
		<category><![CDATA[Wälder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor mehr als einem Jahr startete die University of Central Asia das &#x201E;Juniper Central Asia Project&#x201C;. Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts stehen die von Abholzung bedrohten Wacholderw&#xE4;lder in Tadschikistan und Kirgistan. Eine interessante Initiative, die es erm&#xF6;glichen wird, ein effektiveres Verwaltungs- und Schutzmodell f&#xFC;r diese Gebiete ins Auge zu fassen. Tadschikistan besteht vor allem aus Hochgebirge, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor mehr als einem Jahr startete die University of Central Asia das „Juniper Central Asia Project“. Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts stehen die von Abholzung bedrohten Wacholderwälder in Tadschikistan und Kirgistan. Eine interessante Initiative, die es ermöglichen wird, ein effektiveres Verwaltungs- und Schutzmodell für diese Gebiete ins Auge zu fassen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan besteht vor allem aus Hochgebirge, daher macht die Waldfläche nur drei Prozent des Territoriums aus. Ein Drittel dieser Wälder besteht aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wacholder">Wacholder</a>, einer botanischen Gattung aus der Familie der Nadelbäume. In einigen Mittel- und Hochgebirgsregionen machen diese bis zu 80 Prozent der Wälder aus. Dabei gibt es aber keine Daten über das Wachstum und die die Produktivität von Wacholderbäumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulsar Omurowa, eine Forscherin am Mountain Societies Research Institute (<a href="https://ucentralasia.org/Research/MSRI/EN">MSRI</a>) der University of Central Asia (<a href="https://ucentralasia.org/About/Index/EN">UCA</a>) erläuterte dieses Problem in einem am 4. Juni veröffentlichten <a href="https://ucentralasia.org/Resources/Item/2735/EN">Artikel</a>. Der tadschikische Zweig der UCA, die größtenteils von der <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwjQ0KDVvKLrAhVfaRUIHeiYBwMQFjAAegQIARAC&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.akdn.org%2Four-agencies%2Faga-khan-foundation&amp;usg=AOvVaw08uBUI1dswaj-MESeZE8ju">Aga Khan Foundation</a> finanziert wird, wurde im September 2018 mit großem Pomp in Anwesenheit von Präsidenten Emomali Rahmon eröffnet. Sie verfügt auch über einen modernen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/a-naryn-linauguration-de-luniversite-dasie-centrale/">Campus in Naryn</a>, in Zentralkirgistan, und über einen weiteren im Süden Kasachstans.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Artikel zufolge wurden in den letzten 30 Jahren in Tadschikistan keine Arbeiten zur Überwachung der biologischen Vielfalt durchgeführt. Die Wälder sind daher kaum erforscht. Infolgedessen basieren die Waldschutzpläne auf veralteten Daten, was ihre Wirksamkeit untergräbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Besseres Wissen für besseren Schutz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bedauerliches wissenschaftliches Vakuum laut Omurowa. „<em>Bäume können eine Vielzahl von Informationen über das Wetter, den Wasserstand von Flüssen, die Intensität von Erdbeben und darüber liefern, ob die Zahl der Insekten und anderer Lebewesen im Laufe der Zeit zu- oder abgenommen hat. Da sich die Natur in Zyklen bewegt, hilft dieses Wissen bei der Erstellung von Prognosen und Modellen</em>“, schreibt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Lücken zu schließen, startete das MSRI 2019 das Projekt „Juniper Central Asia“, an dem auch Omurowa beteiligt ist. Ziel des Projekts ist es, ein Modell für die nachhaltige Entwicklung und Bewirtschaftung der tadschikischen Wacholderwälder vorzuschlagen. Es wird von Gruppen tadschikischer und kirgisischer, aber auch deutscher Forscher über einen Zeitraum von zwei Jahren realisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Einzelnen geht es darum, die Produktivität von Wacholderwäldern zu modellieren (Untersuchung von Erosionsprozessen, Biomasseakkumulation, Wasserhaushalt usw.) und dann den Regierungsbehörden und lokalen Gemeinschaften praktische Lösungen für die Bewirtschaftung der Waldressourcen zu liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dendrochronologie, die zentrale Methode des Projekts</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher verwenden Fernerkundung und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dendrochronologie">Dendrochronologie</a>, um die Verbreitungsgebiete der Wacholder zu identifizieren. Basierend auf der Analyse von Jahresringen ermöglicht diese Methode die Ableitung des Alters der Bäume und die Rekonstruktion vergangener Umwelt- und Klimaveränderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2019 sammelt und analysiert Omurowa Proben von etwa 20 Wacholderbäumen aus dem westlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan">Zaravschon-Tal</a> in Tadschikistan. Die gesammelten Daten decken einen Zeitraum von 126 Jahren zwischen 1893 und 2019 ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Problem der Abholzung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikische Wälder stehen zwar offiziell unter Schutz, werden aber dennoch abgebaut, <a href="https://www.uca.int/Resources/Item/2735/EN">erklärt</a> Dschyldys Tschigajewa, Senior Researcher am MSRI. „<em>Aufgrund von Überweidung und illegalem Holzeinschlag übersteigen die jährlichen Entwaldungsraten die Anhäufung natürlicher Biomasse und die Kapazität zur natürlichen Wiederaufforstung. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass die Wacholderwälder jährlich um etwa 2-3% abnehmen</em>“, beschreibt die Forscherin. „<em>Wenn die Waldbedeckung weiterhin in diesem Tempo abnimmt, wird dies nicht nur zu einer irreversiblen Wüstenbildung führen, sondern auch zu einer Zunahme der Zahl der Naturkatastrophen, die die landwirtschaftlichen Aktivitäten und das Leben der lokalen Gemeinschaften bedrohen</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nicht-genug-gras-fuer-alle-in-tadschikistan-soll-der-viehbestand-reduziert-werden/">Nicht genug Gras für alle &#8211; In Tadschikistan soll der Viehbestand reduziert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell ist der Kampf gegen die Entwaldung eine große Herausforderung in Tadschikistan, aber auch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-verlorenen-walder-des-issikkolsees/">in Kirgistan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wacholderbäume und Gemeinschaftspraktiken</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Einzelnen untersucht die Forschungsgruppe die Gewohnheiten der Bevölkerung von fünf tadschikischen Dörfern, die alle am Rande eines Wacholderwaldes liegen. In den meisten Fällen verwenden die Bewohner Wacholder zum Heizen, meist illegal. Tatsächlich haben nur fünf Prozent der Haushalte eine Genehmigung zum Fällen von Bäumen. Diese Praxis ermöglicht es ihnen, Holzkohle einzusparen, indem sie diese nur im Winter einsetzen. Auch einige kulturelle Aspekte werden berücksichtigt, wie zum Beispiel das Backen von Brot mit Wacholderholz, um ihm einen guten Geschmack zu verleihen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Eine vorläufige Analyse zeigte, dass all diese Praktiken der Entwicklung des Waldes schaden. Die Forscher werden daher weiterhin Daten sammeln, um die zerstörerischsten Praktiken zu identifizieren und alternative Lösungen zu finden, berichtet die UCA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein wichtiges Projekt für die tadschikische Biodiversität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das UCA-Projekt eröffnet eine positive Perspektive für die tadschikische Biodiversität, die in vielerlei Hinsicht gefährdet ist. Die ökologischen Herausforderungen sind vielfältig: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nicht-genug-gras-fuer-alle-in-tadschikistan-soll-der-viehbestand-reduziert-werden/">Übernutzung von Weideflächen</a> und Bodenversteppung, Wilderei und massives Sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich werden die Projektergebnisse zeigen, wo und wie sich Wacholderwälder regenerieren und abnehmen. So wird es möglich sein, festzustellen, wo die Kontrolle verbessert werden muss und welche Präventivmaßnahmen zu ergreifen sind.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clothilde Rabault<br>Journalistin für Novastan.org</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/tadjikistan-les-forets-de-genevriers-au-coeur-dun-projet-de-recherche-ambitieux/">Französischen</a> von Florian Coppenrath</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Central Asian narratives &#8211; notes from the field</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zarina Zinnatova]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2019 14:07:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Novastan e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ereignis]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 14. M&#xE4;rz fand unser Treffen &#x201C;Central Asian narratives &#x2013; notes from the field&#x201D; im Caf&#xE9; OstPost in Berlin statt. Drei NovastanInnern, Thanh-Hue Huynh, Nicholas Montgomery Gregg und Beril Ocakl&#x131;, haben uns durch ihre Feldforschung in Zentralasien gef&#xFC;hrt. Es ging um Hochzeitskleider in Samarkand, alleine Leben in Duschanbe und Konflikte um Goldbergbau in Kirgistan. Knapp [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 14. März fand unser Treffen “Central Asian narratives &#8211; notes from the field” im Café OstPost in Berlin statt. Drei NovastanInnern, Thanh-Hue Huynh, Nicholas Montgomery Gregg und Beril Ocaklı, haben uns durch ihre Feldforschung in Zentralasien geführt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ging um Hochzeitskleider in Samarkand, alleine Leben in Duschanbe und Konflikte um Goldbergbau in Kirgistan. Knapp 30 Gäste haben am Abend des 14. März mit uns eine kleine Reise durch Zentralasien unternommen. Hier eine kleine Zusammenfassung der Route.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wo kommen die schönen Kleider in Samarkand her?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei der Landung in Usbekistan hat Thanh schon auf uns gewartet. Sie hatte Usbekistan erstmals 2017 besucht. Da wollte sie ihre Masterarbeit noch über Fischcafés schreiben und wurde zufälligerweise auf eine usbekische Hochzeit eingeladen. Dort fand sie auch gleich ein neues Thema: Die Kleider der anwesenden Frauen waren so wunderschön, dass Thanh sofort davon verzaubert war.</p>
<p style="text-align: justify">Wenn ein Fest ansteht, fangen viele Frauen in Usbekistan schon früh an sich Gedanken über ihre Kleider zu machen. Am besten soll das Kleid einzigartig und exklusiv sein. Deswegen werden viele Kleider von privaten Schneidern nach Maß angefertigt. Dabei spielen das Design und Stoff eine große Rolle.</p>
<p style="text-align: justify">Thanh wollte gerne wissen, wie diese wunderschönen Kleider entstehen. Dafür hat sie mit einigen Schneiderinnen gesprochen. Neben den zuhause geschneiderten Kleidern legen immer mehr Frauen Wert auf Exklusivität und lassen sich ein Festkleid auch schon einmal bis zu 800 Euro kosten.</p>
<p style="text-align: justify">Es gibt auch männliche Schneider, trotz gängiger Klischees und Darstellungen. Manche verdienen sogar mit wenigen, besonders teuren Aufträgen ganz gut und nehmen ihre Arbeit selbst eher als Kunst wahr. Über diese verschiedenen Begegnungen kam Thanh auch zum Thema ihrer Masterarbeit: Männliche Schneider in Samarkand.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Allein leben in Duschanbe</strong></p>
<p style="text-align: justify">Unser nächster Halt war in Tadschikistan, in Duschanbe. Hier wurden wir von Nic abgeholt. Nic kam im Oktober 2018 nach Duschanbe, um für seine Masterarbeit über das Thema “Allein wohnen in Duschanbe” zu forschen. Für ihn als Amerikaner aus Berlin war es besonders interessant, solche Lebenskonstellationen in einem traditionell geprägten Land zu erforschen. Nic wollte wissen, ob überhaupt Menschen in Duschanbe alleine leben, und was allein leben in Duschanbe bedeutet.</p>
<p><figure id="attachment_16813" aria-describedby="caption-attachment-16813" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-16813" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/04/53932200_2130294900382626_6917927952793468928_o.jpg" alt="Notes from the field" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/04/53932200_2130294900382626_6917927952793468928_o.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/04/53932200_2130294900382626_6917927952793468928_o-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/04/53932200_2130294900382626_6917927952793468928_o-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/04/53932200_2130294900382626_6917927952793468928_o-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-16813" class="wp-caption-text">Etwa 30 Personen sind zu dem Vortrag gekommen</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Familie steht in Tadschikistan im Mittelpunkt, daher leben dort laut offiziellen Daten nur drei Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit nur einer Person. Wer allein leben möchte riskiert einen Konflikt in der Familie.</p>
<p style="text-align: justify">Allein wohnen ist auch nicht leicht. Besonders Frauen, die alleine eine Wohnung mieten, werden oftmals als Prostituierte wahrgenommen. Diese Angst und Unsicherheit hat Nic besonders bei seinen Interviewpartner gespürt. Die Aussagen waren sehr vorsichtig, manche Interviews konnten nur in Begleitung stattfinden.</p>
<p style="text-align: justify">Nach zwei Monaten Aufenthalt konnte Nic mit acht Menschen sprechen. Er hat gemerkt, dass das Thema facettenreicher sein kann, als es auf den ersten Blick scheint.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Konflikte um Goldbergbau in Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Aus Tadschikistan fuhren wir mit einer Marschrutka nach Kirgistan. Da hat uns Beril erwartet. Die letzte Station unserer Reise war die erste für Beril als sie in 90ern Zentralasien für sich entdeckte. Damals lebte Beril zwei Jahre in Kirgistan und kam bis Anfang ihres beruflichen Werdegangs nicht mehr in die Region. Ihr Beruf schickte sie 2007 zurück nach Zentralasien und inspirierte sie dann 2015 einer Problematik in Kirgistan auch wissenschaftlich nachzugehen: was motiviert die unterschiedlichen Reaktionen der Bevölkerungsgruppen dem Goldbergbau gegenüber? Darüber schreibt sie ihre Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin.</p>
<p style="text-align: justify">Für den letzten Teil ihrer empirischen Forschung hat sie ein ökonomisches Experiment entwickelt. Sie wollte herausfinden, inwieweit die Bergbaukonflikte in Kirgistan nur mit Bergbau zu tun haben und was die Bereitschaft für ein (un)kooperatives Verhalten unter den Bevölkerungsgruppen beeinflußt. So haben 120 Menschen, die stichprobenartig in Bischkek und Orlovka befragt wurden, von Beril ein Geldgeschenk bekommen. Sie hatten dann die Wahl einen Teil oder die ganze Summe des Geldgeschenks an vordefinierte Organisationen zu spenden &#8211; oder eben die komplette Summe für sich zu behalten.</p>
<p style="text-align: justify">Die ersten Ergebnisse sind überraschend. Denn der größte Teil der Befragten haben das Geldgeschenk gespendet statt es für sich zu behalten. Die statistische Datenanalyse steht noch an aber derweil ist davon auszugehen, dass es zumindest in Orlovka und Bischkek durchaus eine Bereitschaft zur Kooperation besteht. Es bleibt noch die Aufgabe zu verstehen welche Faktoren diese Bereitschaft beeinflussen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Forschen in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Reise ging zu Ende und bevor wir Zentralasien verlassen haben, haben wir noch ein Paar Empfehlungen von unseren Reiseführern zu Feldforschung in Zentralasien bekommen. Thanh hat empfohlen für die Suche nach Interviewpartner das eigene Netzwerk zu nutzen. Laut Nic soll man für die Forschung genug Zeit einplanen und immer für spontane Momente bereit sein. Beril rät für die Feldforschung ein Schreiben aus der Universität zu haben, dass das Ziel des Aufenthalts klärt. Zudem Offenheit und Geduld sind zwei wichtige Begleiter jeder schwierigen Feldforschung und zugleich Voraussetzung um Vertrauen bei Menschen zu gewinnen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zarina Zinnatova</strong><br />
<strong> Novastan</strong></p>
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		<title>Zentralasienstudien sind wichtig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2018 10:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasienseminar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie relevant sind Zentralasienstudien f&#xFC;r die deutsche Au&#xDF;enpolitik? Eine Podiumsdiskussion auf Einladung von Studierenden des Zentralasienseminars der Humboldt Universit&#xE4;t versammelte rund um diese und weitere Fragen am 9. Februar VertreterInnen der deutschen Ausw&#xE4;rtigen Politik in Berlin. &#xA0; Zentralasienstudien sollten nicht als kleines Nebenfach abgetan werden. Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema &#x201E;Kooperationen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Wie relevant sind Zentralasienstudien für die deutsche Außenpolitik? Eine Podiumsdiskussion auf Einladung von Studierenden des Zentralasienseminars der Humboldt Universität versammelte rund um diese und weitere Fragen am 9. Februar VertreterInnen der deutschen Auswärtigen Politik in Berlin.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Zentralasienstudien sollten nicht als kleines Nebenfach abgetan werden. Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema „Kooperationen zwischen Zentralasienstudien und auswärtiger Politik“ einig, zu der Studierenden des Instituts für Afrika- und Asienwissenschaften (<a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de">IAAW</a>) der Humboldt Universität zu Berlin (HU) am 9. Februar in das <a href="http://www.zfl-berlin.org/">Zentrum für Kultur- und Literaturforschung</a> eingeladen hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz immer drohender Mittelkürzungen dürfe die Bedeutung der Zentralasienstudien und anderer Regionalstudien nicht unter den Tisch gekehrt werden. „<em>Zentralasienstudien sollten an den Universitäten nicht stiefmütterlich behandelt werden</em>“, sagte <a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/region/zentralasien/seminar/person/2597">Ingeborg Baldauf</a>, die eine der zwei Professuren des Zentralasienseminars am IAAW hält. Denn sie bieten einen anderen Insiderblick auf die Länder Zentralasiens, den Politologen nicht gewinnen könnten, weil ihnen die Sprachkenntnisse fehlten. An der HU können Studierende unter anderem Kasachisch, Tadschikisch, Uigurisch und Usbekisch lernen – was eine wichtige Voraussetzung sei, um soziale oder kulturelle Studien betreiben zu können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mögliche Schließung des Zentralasienseminars</strong></p>
<p style="text-align: justify">Damit dies in Zukunft auch so bleibt, hatten Studierende und Wissenschaftler den Dialog mit den Verantwortlichen im Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (<a href="http://www.bmz.de/de/index.html">BMZ</a>) gesucht. Seit dem Sommersemester 2017 kursierten erste Gerüchte über eine mögliche Schließung des Zentralasien-Seminars. Dies hatte zu Protestaktionen geführt. Seitdem setzen sich die Studierenden mit der Aktion „<em>Weißer Fleck Zentralasien</em>“ dafür ein, der Region und dem Fach mehr Aufmerksamkeit zu schenken.</p>
<p style="text-align: justify">Mit der Podiumsdiskussion, die auf einen zweitägigen Workshop mit Masterstudierenden und Doktoranden um die Thematik der Möglichkeiten des Wissenstransfers der Zentralasienstudien, schien dies geklappt zu haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/berlin-zentralasienseminar-durch-haushaltsplan-bedroht/">Berlin – Zentralasienseminar durch Haushaltsplan bedroht</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir brauchen viele Studien und Informationen über diese Region</em>“, sagte Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik am Auswärtigen Amt. Sie betonte, wie hilfreich es für sie und ihre Kollegen sein kann einen anderen Blick auf Regionen und deren politische, gesellschaftliche und kulturellen Zusammenhänge zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein frischer Blick auf die Region</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dies bestätigten Michael Siebert vom Auswärtigen Amt und Peter Krahl vom BMZ. Es sei immer hilfreich, einen Frischen Blick durch Wissenschaftler oder Think-Thanks zu bekommen. Trotz aller Ängste um Mittelkürzung, werden die Regionalstudien weiter unterstützt. Der kürzlich ausgehandelte <a href="https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2018.pdf">Koalitionsvertrag</a> zwischen CDU, CSU und SPD spricht sich deutlich für eine Förderung der sogenannten „<em>kleinen Fächer</em>“ aus, die „<em>zu Migration, zu Integration und zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, zu Demokratie und Frieden, zu Konfliktursachen und -bewältigungsstrategien</em>“ forschen.</p>
<p style="text-align: justify">Auf dem Podium saßen Dawlatbegim Mamadschojewa, Masterstudentin an der Universität Bielefeld, Björn Reichhardt, Doktorand am Zentralasienseminar und Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Peter Krahl vom BMZ, Michael Siebert vom Auswärtigen Amt und Moderatorin Elisaweta Kutscherowa.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
Novastan.org, Berlin</strong></p>
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		<item>
		<title>Wandel durch Mobilität: Das Marschrutka-Projekt (Teil 2/2)</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/wandel-durch-mobilitat-das-marschrutka-projekt-teil-22/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ohtmarag]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2018 11:38:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Marschrutka]]></category>
		<category><![CDATA[Transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marschrutkas geh&#xF6;ren in Zentralasien oft zum Alltag. Im ersten Teil des Interviews mit Tonio Weicker und Wladimir Sgibnev ging es vor allem darum, wie Marschrutka-Systeme entstanden sind. Im zweiten Teil erfahren wir mehr &#xFC;ber die Probleme und die Zukunft der Marschrukas. Das Interview von Therese Bach und Othmara Glas &#xFC;bernehmen wir mit freundicher Genehmigung der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Marschrutkas gehören in Zentralasien oft zum Alltag. <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wandel-durch-mobilitat-das-marschrutka-projekt-teil-12/">Im ersten Teil</a> des Interviews mit Tonio Weicker und Wladimir Sgibnev ging es vor allem darum, wie Marschrutka-Systeme entstanden sind. Im zweiten Teil erfahren wir mehr über die Probleme und die Zukunft der Marschrukas. Das Interview von Therese Bach und Othmara Glas übernehmen wir mit freundicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p>Hier geht es zum <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wandel-durch-mobilitat-das-marschrutka-projekt-teil-12/">ersten Teil des Interviews</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>DAZ: Marschrutkas gibt es ja flächendeckend, sowohl im innerstädtischen als auch im Überlandverkehr. Unterscheiden sich die Strukturen und der Umgang mit den Marschrutkas im Verhältnis von der Stadt zum Land?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>T:</strong> Soweit ich weiß, gibt es in Russland keine Bestrebungen, das im dörflichen Bereich zu verändern. Meine Arbeit konzentriert sich aber hauptsächlich auf das urbane Phänomen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> Wir haben keine Doktorarbeiten, die sich explizit mit den Überlandstrecken befassen. Doch was die Verkehrsleistung angeht, ist das Funktionsprinzip das gleiche. Genauso gibt es dort diese unglaubliche Vielfalt an Organisationsformen: Große Firmen, kleine Firmen, Fahrer, die mit eigenen Fahrzeugen oder mit geleasten Fahrzeugen unterwegs sind. In jeder Stadt und jeder Region hat sich ein ganz eigenes, genuines System entwickelt. Im tadschikischen Chudschand gibt es von Monopolisten beherrschte Märkte.</p>
<p style="text-align: justify">In Tbilisi hingegen gibt es nur eine einzige Marschrutka-Firma, die infolge einer Ausschreibung den Markt übernehmen durfte. Wiederum gibt es Märkte wie in Bischkek, wo es viele kleine Firmen gibt. Innerhalb dieser Firmen variiert die Funktionsweise aber auch: Manche besitzen selber Autos und die Fahrer sind angestellt. In anderen Fällen gibt es geleaste Fahrzeuge mit Fahrern, die selbständige Unternehmer sind oder Fahrer fahren mit ihren eigenen, privaten Wagen.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Flexibilität im Marschrutkabusiness – so unsere Theorie – ist einer der Gründe dafür, dass sich Marschrutkas so schnell und so massenhaft verbreitet haben. Die Marktzugänge sind niedrigschwellig und die Organisationsmöglichkeiten sehr divers. Was wir auf der Straße als Marschrutka erkennen, ist in sehr vielen Städten sehr ähnlich. Aber das dahinterliegende System kann sich radikal unterscheiden.</p>
<p><figure id="attachment_12624" aria-describedby="caption-attachment-12624" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12624" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/3992602802_f9be094c1d_o.jpg" alt="Hochzeit Fest Marschrutki" width="1200" height="691" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/3992602802_f9be094c1d_o.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/3992602802_f9be094c1d_o-300x173.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/3992602802_f9be094c1d_o-768x442.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/3992602802_f9be094c1d_o-1024x590.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12624" class="wp-caption-text">Marschrutki können auch bei Hochzeitsfeiern zum Einsatz kommen, wie hier in Kasachstan</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig gibt es auch große Busse wie im Moskauer Vorortverkehr, die vom System her funktionieren wie eine Marsch-rutka, also wie ein nicht-subventioniertes Mobilitätsunternehmen mit privaten Fahrern. Auch wenn sie nicht so aussehen, wie wir uns landläufig eine Marschrutka vorstellen, sind diese Busse vom Prinzip her eine Marschrutka. Von daher war es für uns im Projekt sehr schwer festzulegen, was wir genau als Marschrutka definieren. Denn je nachdem, auf welchen Aspekt man sich konzentriert, stecken sehr unterschiedliche Organisationsformen und sehr unterschiedliche Fahrzeugtypen dahinter.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was wird am Ende mit den Ergebnissen passieren? Sollen diese zum Beispiel von den Stadtverwaltungen verwertet werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> Es ist nicht unser Ziel, den Stadtverwaltungen zu sagen, was sie mit den Marschrutkas machen sollen. Teilweise gibt es in unseren Projekten Leute, die Zugang zu jeweiligen Stadtverwaltungen haben, dort Interviews führen und im Austausch stehen. Aber es wird keine Politikempfehlungen unsererseits geben. Bei den Projekttreffen und Sommerschulen haben wir bisher gut lokale Experten einbinden können. In Tbilisi gibt es ziemlich enthusiastische Aktivisten die für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs kämpfen. Da sind auch langfristige Arbeitskontakte entstanden. Da wird es sicher auch Nachfolgeprojekte mit deren Einbindung geben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>T:</strong> Das kann ich auch sagen von meinen Projekten. In Wolgograd zum Beispiel arbeite ich oft mit der örtlichen Universität zusammen. Es gibt viele Forscher vor Ort, die sich für Mobilitätsforschung, aber auch für lokale Stadtentwicklung interessieren. Das wird auch gerade institutionalisiert. Es ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Da Sie Tbilisi erwähnen: Dort sind alle Marschrutkas gelb, es scheint ein sehr einheitliches System zu geben.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> 2011 wurde der Markt komplett auf den Kopf gestellt, weil die Stadtverwaltung eine Art Ausschreibung für Marschrutka-Dienstleistungen gestartet hat. Da ist eine einzige Firma zum Zug gekommen und es wurde beschlossen, dass alle Fahrzeuge neu angeschafft werden müssen: Eine ganz neue Flotte von gelben Marschrutkas. Die alten sind verkauft worden und wandern zum Teil auch weiter gen Osten. Hinter manchen Flotten stecken auch lokale Geschichten: In Duschanbe hatte die Tochter des Präsidenten angeblich gute Arbeitskontakte nach Südkorea und so kam es zu einer Verordnung, dass alle neu angeschafften Marschrutkas Hyundai Starex sein mussten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Andere versuchen Marschrutkas komplett abzuschaffen. Kasachstan scheint hier Vorreiter zu sein.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> Astana ist ein Sonderfall. Es verwundert nicht, dass es dort keine Marschrutkas gibt. Es gibt, glaube ich, noch drei-vier Linien, die in den Außenbezirken verkehren. Das deckt sich mit der allgemeinen Feststellung, dass in Städten, in denen Marschrutkas reguliert werden sollen, sie zuerst vom Hauptplatz oder der zentralen Straße verbannt werden. Oft herrscht bei der Stadtverwaltung oder bei der Bevölkerung die Überzeugung vor, dass Marschrutkas nicht repräsentativ genug seien. Nichts, was einer Hauptstadt würdig ist.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-wlan-in-den-bussen-der-hauptstadt/">Kasachstan &#8211; WLAN in den Bussen der Hauptstadt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In Bischkek gab eine Zeit lang die Regelung, dass Marschrutkas nur nachts den Ala-Too-Platz (ein zentraler Platz in der kirgisischen Hauptstadt, Anm. d. Red.) befahren durften. Tagsüber war es verboten. In Duschanbe darf die Hauptstraße, die Rudaki, nicht von Marschrutkas befahren werden, die Querstraßen aber schon. Was auf der Hauptstraße aber geht, ist, dass PKWs als Marschrutkas fungieren, die anscheinend das Stadtbild weniger stören. Der nächste Schritt ist dann der, dass in Städten wie Almaty oder Astana Marschrutkas nur noch auf den Außenstrecken fahren dürfen, damit Gäste und wichtige Personen im Stadtzentrum nicht vom Anblick der Marschrutkas gestört werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Worauf liegt der Schwerpunkt Ihrer Forschung in Kasachstan?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> Dort haben wir eine Fallstudie in Astana. Unser Doktorand geht der Frage nach, wie die Bildung sozialer Netzwerke mit dem Transportverhalten von Schülern zusammenhängt. Er untersucht an einer Mittelschule, welche in einem Bezirk liegt, der von Marschrutkas angefahren wird, ob die Mobilität von Schülern Auswirkungen auf ihre Popularität hat. Er analysiert, ob es etwas ausmacht, wenn sie mit dem Taxi, dem Bus oder der Marschrutka fahren und welche Korrelationen es gibt – ob sie öfter im Kino sind, mehr Computer spielen, oder sich häufiger mit ihren Freunden treffen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>T:</strong> Ich möchte an dieser Stelle gerne die Internationalität des Projektes betonen. Ich habe zwei Betreuer: Einen hier an der TU Berlin und eine Betreuerin in Moskau. So ist das bei allen Doktoranden: Es ist immer ein binationales Team, auf das sich die Betreuungsleistungen unterschiedlich verteilen. Das macht es für mich wahnsinnig spannend. Wir haben Forschungsaufenthalte in all den Ländern und dadurch wird die Arbeit an der eigenen Doktorarbeit noch viel multiperspektivischer. Auch weil Wissenschaft immer unterschiedlich in jedem Land funktioniert. Das ist meiner Meinung nach ein sehr produktives Team.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zum Schluss möchten wir noch die Frage nach der Zukunft der Marschrutki stellen: Wie geht es weiter?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>T:</strong> Es gibt neue Organisationsformen. In Russland sieht man überall <a href="https://taxi.yandex.ru/">Yandex-Taxen</a>. Das wird fortentwickelt zu Yandex-Marschrutkas. Über eine App wird errechnet, wer den gleichen Zielwunsch hat und man zahlt weniger, wenn man bereit ist, mit anderen zusammenzufahren. Die Marschrutka sammelt dann die Leute auf der Straße ein und fährt alle ins Zentrum. Das ist letztlich eine intelligente Bündelung von Passagierwünschen. So haben sich schon in den 1990ern die Routen gebildet: Es ging um das Passagieraufkommen. Das ist eine interessante Parallele.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> In den frühen 90ern kam es auf die Marktkenntnis der Fahrer an. Heute digitalisiert sich der Markt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Also ist das System “Yandex” die Zukunft?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>T:</strong> Unternehmen wie Uber und Yandex-Taxi werden auch als Konkurrenz gesehen. Ich habe vor einigen Monaten in Rostow ein Foto aufgenommen. Ich saß neben dem Fahrer und habe ihn parallel interviewt, da war vor uns ein Wagen mit einem Schild, das den Fahrer direkt angesprochen hat. Der Werbeslogan lautet: „Für ein sicheres Einkommen, damit Sie Ihre Familie versorgen können.“ Der Fahrer hat das kategorisch abgelehnt. Aber das ist direkt nach dem Motto: Ihr Marschrutka-Fahrer seid prekär finanziert, kommt zu Uber, da geht es euch besser.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>W:</strong> Was ein Hohn ist. Weil Uber und Yandex durch ihre digitale Organisationsform die zwischenmenschliche Komponente zwischen den Fahrern ausschließen. Die Fahrer kennen sich nicht mehr untereinander. Aber das Marschrutka-System funktioniert unter anderem auch deswegen so gut, weil die Fahrer sich an den Endstationen treffen und sich austauschen. Es gibt auch eine Art Hilfskassen. Sie treten jetzt vielleicht nicht direkt als Gewerkschaft auf, aber versorgen sich gegenseitig mit zinslosen Krediten, Nachrichten, Kontakten. Die Koordinierung erfolgt durch Eigeninitiative: Wer geht auf die Strecke raus, wer fährt in welchen Abständen wie viele Touren. Das ist schon so eine Art selbstorganisiertes System, welches auf einer sehr engen Solidarität der Fahrer untereinander basiert. Und durch die app-basierten Systeme wird diese Solidarität unter Fahrern ausgehebelt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Therese Bach und Othmara Glas<br />
<a href="http://daz.asia/blog/wandel-durch-mobilitaet-das-marschrutka-projekt-teil-22/">Deutsche Allgemeine Zeitung </a></strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Berlin: Zentralasienseminar durch Haushaltsplan bedroht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 11:37:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das einzige Zentralasienseminar Deutschlands an der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin ist durch die anstehende Streichung einer Professur bedroht. Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts f&#xFC;r Asien- und Afrikawissenschaften setzen sich f&#xFC;r ihren Erhalt ein. Das Zentralasienseminar der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin (HU) ist von Schlie&#xDF;ung bedroht. Die Universit&#xE4;tsleitung sieht vor, bis 2030 an allen Fakult&#xE4;ten acht [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das einzige Zentralasienseminar Deutschlands an der Humboldt Universität zu Berlin ist durch die anstehende Streichung einer Professur bedroht. Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften setzen sich für ihren Erhalt ein. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Zentralasienseminar der Humboldt Universität zu Berlin (HU) ist von Schließung bedroht. Die Universitätsleitung sieht vor, bis 2030 an allen Fakultäten acht Prozent des Haushalts einzusparen. An der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät (<a href="https://fakultaeten.hu-berlin.de/de/ksb/">KSBF</a>), an dessen Institut für Asien- und Afrikawissenschaften (<a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/region/zentralasien">IAAW</a>) das <a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/region/zentralasien">Zentralasienseminar</a> angegliedert ist, sollen die notwendigen Einsparungen durch die Kürzung einer Professur erreicht werden.</p>
<p style="text-align: justify">Dies entschied die Fakultät trotz mehrfacher alternativer Vorschläge der Institutsleitung. In einem auf den 19. Februar datierten offenen Brief an die Präsidentin der HU beklagt der Institutsleiter Boike Rehbein mitunter, das IAAW habe „<em>zu jeder Sparrunde [&#8230;] weit überproportional beigetragen</em>“ und weist darauf hin, dass jede weitere Kürzung zu einem „<em>Substanzverlust</em>“ des Instituts führe.</p>
<p style="text-align: justify">Am 30. Juni beschloss <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/finanzloch-die-humboldt-uni-quaelt-sich/19844572.html?r=">nach dem Akademischen Senat</a> auch das Kuratorium der HU den Strukturplan, inklusive Streichung einer Professur am IAAW. Am einfachsten wäre diese durch die Nicht-Nachbesetzung einer ausfallenden Professur zu erreichen, wobei die Leiterin des Zentralasienseminars Dr. Ingeborg Baldauf als nächstes in den Ruhestand geht. Somit könnte der Haushaltsplan der HU, falls dieser Weg gewählt wird, bis 2030 zu einer Schließung des Zentralasienseminars führen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Studierendenprotest </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Studierenden wurden nur indirekt über die Entscheidungen der Universitätsleitung informiert. So gibt es auch von offizieller Seite keine Bestätigung, dass gerade am Zentralasienseminar eine Professur gestrichen werden soll. „<em>Der Entscheidungsprozess ist sehr undurchsichtig. Man hat keine konkreten Ansatzpunkte, um zu verstehen, was passiert und wie die Entscheidung getroffen wurde</em>“, beklagt die Doktorandin Kyara Klausmann.</p>
<p style="text-align: justify">Im Frühjahr hat sich allmählich eine Protestbewegung der Studierenden gegen die Kürzung einer Professur und die drohende Schließung des Zentralasienseminars <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/kleine-faecher-asienwissenschaften-global-wichtig-lokal-entbehrlich/19929260.html">organisiert</a>. Unter dem Titel „<a href="https://www.facebook.com/weisserfleckzentralasien/?fref=ts">Weißer Fleck Zentralasien</a>“ haben sich Studierende des Seminars bereits an mehreren Stellen mit Plakataktionen und Flash-Mobs für den Erhalt der Regionalstudien zu Zentralasien engagiert. Eine <a href="https://www.change.org/p/pr%C3%A4sidium-der-humboldt-universit%C3%A4t-zu-berlin-mehr-f%C3%B6rderung-statt-weiterer-beschneidung-der-berliner-asienwissenschaften-0d9f56fe-e14d-4ec3-8934-4bbc88ede455">Petition gegen Kürzungen am IAAW</a> im vergangenen Monat erhielt bereits über 1500 Unterschriften und eine Sammlung guter Gründe am Institut zu studieren kam auf ca. <a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/querschnitt/medialitaet/100-gute-gruende">150 Einträge</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Absegnung des Plans durch das Kuratorium erklären die Studierenden ihre Forderungen noch einmal in einem Videostatement:</p>
<p><iframe title="Weißer Fleck Zentralasien - Statement" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/kvc3fhrvTxw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir werden nicht aufgeben und uns weiterhin gegen Kürzungen in den Regionalstudien einsetzen. Wir fordern eine transparente Hochschulpolitik, die auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Lehre und Forschung am Institut und derer wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Relevanz basiert</em>“, so Klausmann.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Politik wird bemüht, sich gegen die Kürzungen einzusetzen. In einem <a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/querschnitt/medialitaet/querschnitt/aktuell/offener-brief-final-2.pdf">offenen Brief</a> an den amtierenden Bürgermeister Michael Müller verwiesen Studierende des IAAW auf die Widersprüche zwischen seiner Rede zur langen Nacht der Wissenschaften und der Kürzung der Mittel für Forschung. „<em>Damit  Wissenschaften  in  Deutschland  frei und unabhängig bleiben können, reicht es nicht, dem Populismus verbal den Kampf anzusagen. Den Instituten  müssen  auch  genug  Gelder  zur  Verfügung  stehen,  damit sie  diese  Wissenschaft betreiben können</em>“, heißt es in dem Schreiben.  Am 12. Juli ist zudem ein Termin mit dem Berliner Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach angesetzt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das einzige deutsche Zentrum für Zentralasienstudien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das IAAW ist bereits jetzt schon karg besetzt dafür, dass es mit seinem Studienumfang drei Viertel der Weltbevölkerung abdeckt, wie es in einer <a href="https://www.facebook.com/weisserfleckzentralasien/photos/a.1904747746458701.1073741829.1900108423589300/1904747109792098/?type=3&amp;theater">Erklärung</a> der Aktion heißt. Momentan besteht das Seminar aus elf Professuren und rund 34 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen für rund 1400 Studierende. Im Jahr 1994 lag die Zahl der Professuren noch bei 24.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hochschulen-in-kasachstan/">Studieren in Kasachstan – Wofür das ganze Geld? </a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Zentralasienseminar ist momentan das einzige in Deutschland, das sich in einer regionalwissenschaftichen Herangehensweise mit Zentralasien befasst. Unter anderem können dort mehrere „kleine“ aber sehr gefragte Sprachen, wie die in Afghanistan verbreiteten Dari und Paschtu, gelernt werden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Florian Coppenrath</strong></p>
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<p dir="ltr"><em>Edit: In einer früheren Version des Artikels stand fälchlischerweise, dass die Studierenden sich am 12. Juli mit dem Staatssekretär für Bildung treffen. Die Information wurde korrigiert.</em></p>
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