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	<title>Fernsehen Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Fernsehen Archives</title>
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		<title>Orientalismus neu aufgelegt &#8211; eine sehr holländische Einführung zu Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julian Postulart]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 17:42:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Fr&#xFC;hling haben hunderttausende Zuschauer den holl&#xE4;ndischen &#xF6;ffentlichen Nachrichtensender VPRO eingeschaltet, um die neue Dokuserie &#x201E;Entlang der Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; anzuschauen. F&#xFC;r die meisten Menschen in den Niederlanden war diese Sendung ihre erste Einf&#xFC;hrung zu Zentralasien. Aber wie der Titel vermuten l&#xE4;sst, ist die Doku-Serie mit orientalistischen Stereotypen &#xFC;ber die Region gespickt. Ein kritischer R&#xFC;ckblick auf [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Frühling haben hunderttausende Zuschauer den holländischen öffentlichen Nachrichtensender </strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/VPRO"><strong>VPRO</strong></a><strong> eingeschaltet, um die neue Dokuserie „Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; anzuschauen. Für die meisten Menschen in den Niederlanden war diese Sendung ihre erste Einführung zu Zentralasien. Aber wie der Titel vermuten lässt, ist die Doku-Serie mit orientalistischen Stereotypen über die Region gespickt. Ein kritischer Rückblick auf eine verpasste Chance.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die im Artikel ausgedrückten Meinungen sind die des Autors.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit seiner ersten Ausstrahlung im öffentlichen Fernsehen hat die niederländische Doku-Serie „<a href="https://www.vpro.nl/programmas/langs-de-nieuwe-zijderoute.html">Entlang der Neuen Seidenstraße</a>&#8220; die Aufmerksamkeit hunderttausender Zuschauer auf sich gezogen. Bis jetzt hat die sechsteilige Serie durchschnittlich über eine Million Zuschauer je Episode gehabt. Selbst für eine Show zur Hauptsendezeit sind diese Zahlen für die Niederlande eindrucksvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am bemerkenswertesten war jedoch, dass die dritte Episode der Serie am Sonntag, 19. März, mehr Zuschauer hatte als die Live-Übertragung von Ajax – Feyenoord – des wichtigsten Fußballspiels im Land.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Show wird von zwei bekannten niederländischen Dokumentarfilmemachern präsentiert, <a href="https://nl.wikipedia.org/wiki/Ruben_Terlou">Ruben Terlou</a> und <a href="https://nl.wikipedia.org/wiki/Jelle_Brandt_Corstius">Jelle Brandt Corstius</a>. Beide haben in der Vergangenheit erfolgreiche Dokuserien gemacht. Während Terlou bereits sein ganzes Leben lang mit Leidenschaft China im Foto festhält und fließend Mandarin spricht, ist Brandt Corstius ein ehemaliger Russland-Korrespondent für eine bekannte niederländische Zeitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasien als Terra incognita</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise sind weder Terlou noch Brandt Corstius Experten für Zentralasien. Brandt Corstius räumt dies mit der Aussage ein, dass er die Region insoweit kenne, als dass sie „<em>Teil der Sowjetunion war</em>&#8222;. Terlou erklärt. er habe „<em>immer davon geträumt, der magischen Seidenstraße zu folgen</em>&#8222;. Während seiner Zeit in China beobachtete er die wachsende Bedeutung von Chinas <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">neuer Seidenstraßeninitiative</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/?noredirect=de-DE">China in Zentralasien: Faktchecking, um mit Mythen aufzuräumen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass „Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; keine Dokumentation über Zentralasien ist. Stattdessen erzählt uns die Serie eine Geschichte über ausländischen Einfluss in der Region, konkurrierende Interessen und geopolitische Rivalität. Dieses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game">Great-Game</a>-gleiche Narrativ reduziert die Region zu wenig mehr als zu einem Spielfeld der Supermächte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Indem Zentralasien als eine mysteriöse Terra incognita dargestellt wird, greift „Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; geschickt auf in den Niederlanden bestehende </em><a href="https://postcolonial.net/glossary/orientalism/"><em>orientalistische</em></a><em> Ideen über Zentralasien zurück. Oft basieren diese Darstellungen auf stereotypischen und kolonialistischen Perspektiven auf östliche Kulturen, welche diese als „extrem anders und unterlegen, und von daher westlicher Intervention oder der &#8218;Rettung&#8216; bedürftig&#8220; ansehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Orientalismus, Voyeurismus und weißes Rettertum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; findet sich Orientalismus oft in Form von Voyeurismus. Als die Macher der Serie beispielsweise den <a href="https://www.economist.com/1843/2022/12/19/the-bride-snatchers-of-kyrgyzstan">Brautraub</a> in Kirgistan diskutieren, bleibt unklar, was sie damit beabsichtigen, außer die Rückständigkeit solcher Praktiken darzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlimmer noch, durch die Darstellung kontroverser und komplexer Themen wie dieses ohne irgendeinen Hintergrund, nutzen die Macher die Trauer der Opfer aus, um ihre Zuschauer mit einem Gefühl des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/White_savior">weißen Rettertums</a> zu erfüllen. Es ist nicht schwer zu sehen, wie solche Manifestationen des Orientalismus dabei helfen, (Neo-)Kolonialismus zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aber der offensichtlichste Bezug auf den Orientalismus ist ohne Zweifel der Titel der Sendung. Seine Clichéhaftigkeit beschwört Bilder herauf von exotischen Kamelkarawanen, welche menschenfeindliche Wüsten durchziehen und von hohen Gebirgszügen. Sich Zentralasien geographisch so vorzustellen, reduziert die Region zu einem simplen Handelskorridor, anstelle einer Region, welche für und aus sich selbst heraus interessant ist &#8211; eine Kritik, welche manche </em><a href="https://press.princeton.edu/books/hardcover/9780691161396/central-asia"><em>Experten</em></a><em> dazu bringt, das Konzept der „Seidenstraße&#8220; ganz und gar zu vermeiden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rolle niederländischer und westlicher Medien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Macher sind nicht alleine für diese orientalistische Miss-Repräsentation zu beschuldigen. Zum Teil bedient VPRO einfach nur das eingeschränkte Wissen über Zentralasien in Westeuropa im Allgemeinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Menschen in den Niederlanden hätten wahrscheinlich Schwierigkeiten, Zentralasien auf einer Karte zu bestimmen, geschweige denn einzelne Länder. Und selbst für die, die es können, ist die Region selten mehr als eine ferne post-sowjetische Ödnis, regiert von despotischen Präsidenten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die niederländischen Medien haben wie die meisten anderen westlichen Nachrichtenagenturen dazu beigetragen, dieses Bild zu kreieren. Die aktuellen Geschehnisse in Zentralasien wurden lange von in Russland sitzenden Korrespondenten übermittelt, dem früheren Kolonisator der Region. Für die meisten Nachrichtenagenturen war das vor Putins Einmarsch in die Ukraine das Standardverfahren. Aber als der Krieg eskalierte, waren viele westliche Journalisten gezwungen, Moskau zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/?noredirect=de-DE">Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Diese Abwanderung setzte Ressourcen frei, um über die weitere Bedeutung von Russlands Krieg in der Ukraine zu reflektieren. Niederländische Medien haben der jüngsten geopolitischen Repositionierung früherer russischer Kolonien wie </em><a href="https://www.nrc.nl/nieuws/2023/03/19/of-de-president-nu-tokajev-of-nazarbajev-heet-het-is-een-pot-nat-en-ze-werken-allemaal-voor-poetin-a4159895"><em>Kasachstan</em></a><em> erhebliche Beachtung geschenkt. Und das Interesse an der Region ist nicht auf die sogenannte hohe Politik beschränkt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kolonisierte gegen Kolonisatoren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; schildert auch verschiedene menschlich interessante Geschichten. Brandt Corstius interviewt zum Beispiel eine kirgisische Frau über die abnehmende Beliebtheit der russischen Sprache in ihrem Land und die Wiederbelebung nomadischer Traditionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Pavlodar landet Brandt Corstius in einer Hipster-Bar, wo er mit progressiven kasachstanischen Jugendlichenüber die plötzliche Zuwanderung von russischen Wehrdienstflüchtlingen spricht. Diese Geschichten verdienen definitiv Lob, weil sie helfen, lokale Narrative auf der Suche nach (nationaler) Identität zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allzu oft aber stellen die Dokumentarfilm-Macher diese Geschichten so dar, dass sie in ihr geopolitisches Konzept der Region passen. Ein klares Beispiel dafür ist Terlous ergreifendes Interview mit mehreren kasachischen Frauen, welche in <a href="https://www.cfr.org/backgrounder/china-xinjiang-uyghurs-muslims-repression-genocide-human-rights">Chinas Internierungslagern in Xinjiang</a> gefangen gewesen waren oder denen Familienmitglieder entrissen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/flucht-aus-xinjiang-geschichten-von-jenen-die-den-lagern-entkamen/">Flucht aus Xinjiang &#8211; Geschichten von jenen, die den Lagern entkamen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes einzelne dieser Schicksale ist so entsetzlich, dass man unmöglich nicht berührt sein kann von den Geschichten über Folter und erzwungene Abtreibungen. Aber nachdem der Dialog zu einem emotionalen Höhepunkt gekommen ist, schwenkt die Kamera zu Terlou, welcher in einer Ecke der Küche leise vor sich hin schluchzt. Später wird Terlou in einem Telefonat mit Brandt beschreiben, wie sich das Anhören der Geschichten der kasachischen Frauen anfühlte, „<em>als ob man durch eine Trennung gehen würde</em>&#8220; von seinem geliebten China.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dekolonisation einer Dokumentation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist lobenswert, dass das niederländische Fernsehen bereit war, diese Dokumentation zu finanzieren. Immerhin hat die Sendung geholfen, hunderttausenden Menschen, von welchen viele noch nie von Zentralasien gehört hatten, die Region näherzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch scheint Zentralasien in „Entlang der Neuen Seidenstraße&#8220; wenig mehr als eine endlose Prozession postkolonialer Wehen und Miseren zu sein. Auch wenn Entscheidungen, welche in Moskau und Peking getroffen werden, immer noch Einfluss haben in Zentralasien, so hat doch die regionale politische Führung weit mehr Macht über den geopolitischen Kurs ihres jeweiligen Landes als die Dokumentation es darstellt. Und wichtiger noch, die Menschen dieser Region haben ihre eigene Geschichte, Kultur und Ideen über die Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur wenn westliche Medien diese eigenen Identitäten anerkennen, ist es möglich, von vorherrschenden orientalistischen Sichtweisen auf Zentralasien wegzukommen und &#8211; hoffentlich &#8211; endlich die Dokumentationen zu machen, welche der Region Respekt zollen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Julian Postulart für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/culture-sports/orientalism-revisited-a-very-dutch-introduction-to-central-asia/">Englischen</a> von Mafra Martens</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Weizen bis zum Bart – Wie in Turkmenistan gefälschte TV-Stories entstehen</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/weizen-bis-zum-bart-wie-in-turkmenistan-gefaelschte-tv-stories-entstehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2021 11:51:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend in Turkmenistan D&#xFC;rre herrscht, berichtet das nationale Fernsehen von Rekordertr&#xE4;gen. Falschmeldungen dieser Art haben aber in dem zentralasiatischen Land eine lange Tradition. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original am 9. Juni 2021 auf Turkmen.news. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Am 7. Juni wurden MitarbeiterInnen von &#x201E;Gallaonumleri&#x201C; (&#x201E;Brotprodukte&#x201C;), einem regionalen Unternehmen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während in Turkmenistan Dürre herrscht, berichtet das nationale Fernsehen von Rekorderträgen. Falschmeldungen dieser Art haben aber in dem zentralasiatischen Land eine lange Tradition. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original am 9. Juni 2021 auf <a href="https://telegra.ph/pshenica-do-borody-kak-v-turkmenistane-sozdayutsya-fejkovye-telesyuzhety-06-09?tg_rhash=3aae0ab195c808">Turkmen.news</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Juni wurden MitarbeiterInnen von &#8222;Gallaonumleri&#8220; (&#8222;Brotprodukte&#8220;), einem regionalen Unternehmen aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Da%C5%9Foguz_wela%C3%BDaty">Provinz Daşoguz</a>, vom frühen Morgen an zu einem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz geschickt. Sie mussten neben einem Weizenfeld einen Graben ausheben, damit weißbärtige alte Männer in ihm stehen und dann eine TV-Story über die bevorstehende Fülle an Getreide gedreht wird.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des Wassermangels im Norden Turkmenistans wächst der Weizen nur schlecht. Eine dem nationalen Fernsehen nahestehende Quelle sagte Turkmen.news gegenüber, dass das Kamerateam kein geeignetes Feld finden konnten, um eine Geschichte über die erfolgreiche Erfüllung des regionalen Plans zur Weizenlieferung zu drehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/duerre-in-turkmenistan/">Dürre in Turkmenistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Man sagte ihnen, sie sollten sicherstellen, dass der zu kleine Weizen die Bärte der Alten erreicht“</em>, erklärte die Quelle. <em>„Da kam die Idee mit dem Graben. Es wurde beschlossen, die Aksakale [weißbärtige, alte Männer, Anm. d. Ü.] dorthin zu bringen, und der Kameramann wurde so auf dem Feld positioniert, dass es so aussah, als ob die Weizen hoch wäre.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Falschmeldungen mit Tradition</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich werden Probleme mit dem Weizen nicht nur in der Provinz Daşoguz beobachtet. Ende Mai veröffentlichte [das aus dem Exil berichtende turkmenische Nachrichtenportal, Anm. d. Ü.] <a href="https://www.hronikatm.com/2021/05/wheat-harvest/">Chronika Turkmenistana</a> Fotos von Feldern in den Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahal_wela%C3%BDaty">Ahal</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_wela%C3%BDaty">Mary</a>. Laut den Quellen von Chronika Turkmenistana erreicht die Höhe der Weizenhalme auf vielen Feldern kaum 20 Zentimeter. Am 8. Juni <a href="https://www.hronikatm.com/2021/06/land-dereclamation/">erschienen</a> in den Medien Bilder von Feldern aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lebap_wela%C3%BDaty">Provinz Lebap</a>. Dort ist die Situation nicht besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MitarbeiterInnen des staatlichen Fernsehens müssen jedoch die offiziellen Berichte über Nahrungsreichtum und landwirtschaftlichen Erfolg bestätigen. Sie müssen also „kreativ“ an die Arbeit herangehen. Später, wenn die Ernte dürftig ist, stehen die Beamten, die sich mit der Buchhaltung beschäftigen, vor derselben Herausforderung. Zweifellos werden sie nicht weniger Einfallsreichtum zeigen als die FernsehmitarbeiterInnen und rechtzeitig über die Erfüllung und Übererfüllung des Plans berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-die-familie-des-praesidenten-profitiert-vom-hunger-der-bevoelkerung/">Korruption in Turkmenistan: Die Familie des Präsidenten profitiert vom Hunger der Bevölkerung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlechte Weizenerträge und Falschmeldungen zur Planerfüllung sind in Turkmenistan die Regel. In den 1990er Jahren lag der Jahresplan bei 1,2 Millionen Tonnen und wurde nie eingehalten. 1998 schließlich versprach der erste Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow">Saparmyrat Nyýazow</a> die Verantwortlichen für den Mangel an Ernten hart zu bestrafen. Im selben Jahr berichteten die Verantwortlichen erstmals über die Umsetzung des Plans. Dann präsentierten sie dem Präsidenten Jahr für Jahr immer höhere Zahlen. 2006, als Nyýazow starb, wurde eine Ernte von 3,5 Millionen Tonnen Weizen angegeben.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Das neue Staatsoberhaupt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> legte den Plan auf 1,6 Millionen Tonnen fest. Die Beamten lieferten keine absolut fantastischen Berichte über die dreifache Übererfüllung des Plans mehr, aber sie gaben auch die Ernteknappheit nicht zu. Nach offizieller Version wird in Turkmenistan fast genau so viel Getreide geerntet wie geplant. 2019 ordnete Berdimuhamedow an, den Plan für die Weizenernte auf 1,4 Millionen Tonnen zu reduzieren und den Plan für die Baumwollernte zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2021 droht die Lage aufgrund der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/duerre-in-turkmenistan/">Dürre</a> besonders schwierig zu werden. Die Lufttemperatur im ganzen Land liegt beständig bei 40 bis 45 Grad, es gibt praktisch keinen Niederschlag. Gleichzeitig herrscht im Land seit mehreren Jahren <a href="https://turkmen.news/news/deficit-muki/">Mehlknappheit</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://telegra.ph/pshenica-do-borody-kak-v-turkmenistane-sozdayutsya-fejkovye-telesyuzhety-06-09?tg_rhash=3aae0ab195c808">Turkmen.news</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Kasachstan schließt 88 ausländische Fernseh- und Radiosender</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2018 01:53:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Inkrafttreten eines Gesetzes zu Rundfunk und Fernsehen erzwingt die Schlie&#xDF;ung von gut einem Drittel der ausl&#xE4;ndischen Sender im Land. Die Medienlandschaft Kasachstans hat sich zuletzt schlagartig ver&#xE4;ndert. Am vergangenen 8. August hat das Land mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur &#x201E;Fernseh- und Rundfunkausstrahlung&#x201C; 88 ausl&#xE4;ndischen Sendern das Ausstrahlen auf seinem Territorium untersagt. Das Gesetz [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Inkrafttreten eines Gesetzes zu Rundfunk und Fernsehen erzwingt die Schließung von gut einem Drittel der ausländischen Sender im Land. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Medienlandschaft Kasachstans hat sich zuletzt schlagartig verändert. Am vergangenen 8. August hat das Land mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur „Fernseh- und Rundfunkausstrahlung“ 88 ausländischen Sendern das Ausstrahlen auf seinem Territorium untersagt. Das Gesetz wurde im Dezember 2017 verabschiedet und wird seit letztem 9. Juni angewendet.</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Artikel 18-1, stehen alle ausländische Sender in der Pflicht, sich entweder als Betreiber zu registrieren oder eine offizielle Niederlassung im Land anzumelden. Der kasachische Staat räumte den betroffenen Sendern ab dem 9. Januar eine Übergangsphase von sechs Monaten ein, um ihre Situation zu regulieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Rund ein Drittel der ausländischen Sender geschlossen </strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Ablauf dieser Frist, am vergangenen 9 Juni, hat das Ministerium für Information und Kommunikation <a href="http://mic.gov.kz/ru/news/u-ryada-inostrannyh-telekanalov-byli-otozvany-svidetelstva-o-postanovke-na-uchet-i">angekündigt</a>, 88 der 307 auf kasachischem Territorium ausgestrahlten ausländischen Sender zu schließen. Aufgrund des <a href="https://zakon.uchet.kz/rus/docs/Z1200000545#z100">Artikels 42</a> des Gesetzes, haben die kasachische Behörden jenen Sendern, die ihre Regulierung versäumt hatten, die Lizenz entzogen. Dies betrifft rund ein Drittel dieser Sender, die per sofort verboten wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan : </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-was-kostet-die-finanzierung-der-staatsmedien/"><strong>Kasachstan: Was kostet die Finanzierung der Staatsmedien?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Davon betroffen sind viele russische Sender: „НТВ-ПЛЮС 3D“ (NTV-NEWS 3D), „Дождь“ (DOJD) oder Russia Today TV, aber auch amerikanische wie Fox News, und europäische, wie France 24 oder Sky News. Dieses Verbot könnte sich als temporär erweisen, vor allem, weil die kasachischen Behörden keine Kritik an den Inhalt dieser Sender geäußert haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gewisse Tendenz zur Kontrolle der Information </strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Schließungen finden in einer Zeit statt, wo der kasachische Staat, sich in einer Grunddebatte über den Gebrauch und die Verbreitung der Medien befindet und massiv Gesetze erlässt. Reporter ohne Grenzen hatte bereits <a href="https://rsf.org/en/news/kazakh-journalism-badly-hit-media-law-amendments">gewarnt</a>, als im November 2017 das Land <a href="http://www.akorda.kz/ru/legal_acts/laws/glavoi-gosudarstva-podpisan-zakon-respubliki-kazahstan-o-vnesenii-izmenenii-i-dopolnenii-v-nekotorye-zakonodatelnye-akty-respubliki-kazahsta-195">Änderungen</a> am Gesetz angenommen hatte, welche zur Reduzierung der Freiheitspresse und der Informationsdiffusion geführt hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Neulich erst dienten <a href="https://rsf.org/en/news/new-opposition-newspaper-suspended-three-months">bürokratische Anordnungen</a> dazu, Kontrolle und Repression gegen Journalisten auszuüben</p>
<p style="text-align: right"><strong>Léa Abramski</strong><br />
<strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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		<title>Kinder  der Unabhängigkeit: Maxim und der TV-Apolitismus</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kinder-der-unabhangigkeit-maxim-und-der-tv-apolitismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2017 11:34:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[AUCA]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder der Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Maxim Poletajew]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl 2017]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Moderator]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Moderator Maxim Poletajew ist durch seine Stimme in Kirgistan sehr bekannt geworden. Seine zahlreichen &#xF6;ffentlichen Auftritte im Fernsehauftritte oder bei Events bescherten ihm eine gewisse Redefreiheit. &#xA0; Dieses Portr&#xE4;t ist Teil der Reihe &#x201E;Kinder der Unabh&#xE4;ngigkeit&#x201C;, eine Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin Val&#xE9;rie Baeriswyl. Maxim Poletajew ist eine Pers&#xF6;nlichkeit in der kirgisischen Fernsehlandschaft. Der Moderator, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Moderator Maxim Poletajew ist durch seine Stimme in Kirgistan sehr bekannt geworden. Seine zahlreichen öffentlichen Auftritte im Fernsehauftritte oder bei Events bescherten ihm eine gewisse Redefreiheit.  </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dieses Porträt ist Teil der Reihe „</strong><em><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kinder-der-unabhangigkeit-in-bischkek/">Kinder der Unabhängigkeit</a></strong></em><strong>“, eine Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin</strong> <a href="http://valeriebaeriswyl.com/"><em><strong>Valérie Baeriswyl</strong></em></a><strong><em>.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim Poletajew ist eine Persönlichkeit in der kirgisischen Fernsehlandschaft. Der Moderator, der mitunter mehrere Talk-Shows in Kirgistan organisiert hat, könnte stundenlang über Politik reden.</p>
<p style="text-align: justify">Man könnte ihm dabei auch stundenlang zuhören. Er analysiert mich Leichtigkeit die kirgisische Innen- und Außenpolitik und kann auch historische Parallelen für die aktuelle Lage in seinem Land ziehen: „<em>In unserem Land ist die Lage letztendlich deutlich besser als bei unseren Nachbarn (Kasachstan oder Usbekistan). Es gibt eine richtige Entwicklung und wir haben nicht das Gefühl, dass das Ergebnis, unabhängig von unserer Stimme, schon längst bekannt ist</em>“, beschreibt et.</p>
<p style="text-align: justify">Obwohl er beim Fernsehen arbeitet, will sich Maxim jedoch nicht als Journalist bezeichnen. „<em>Man kann sagen, dass ich im Bereich der Medien arbeite, auch wenn ich mich nicht einen Journalisten nennen kann. Ich bin es nur zum Teil: Ich lehre an der Amerikanischen Universität Zentralasiens (AUCA) und habe mehrere Nebenprojekte, die mit der Medienindustrie zu tun haben</em>“, erzählt der 28-Jährige, der ursprünglich aus Russland kommt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Die Zivilgesellschaft entwickelt sich“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Für ihn ist Aktivismus eine gute Sache. So diskutiert die kirgisische Jugend besonders auf sozialen Medien aktiv über Wahlfälschungen und Stimmenkauf. Auch die Programme der jeweiligen Präsidentschaftskandidaten liefern Gesprächsstoff.</p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Fernsehmoderator, der die Journalismusschule der AUCA absolviert hat, wollen die Leute fühlen, dass sie am Geschehen teilhaben können, dass etwas von ihnen abhängt. Aber Maxim gibt auch an, dass die Diskussionen im Internet zu keinen konkreten Aktionen führen. „<em>Auf Facebook oder auf anderen sozialen Netzwerken ist alles möglich, aber ich habe bisher noch keine jugen Leute gesehen, die ihre Tastatur verlassen hätten, um als Bürger etwas Konkretes zu verlangen. Es sei denn, sie sind bezahlt, wirklich von Herzen motiviert oder durch Not angetrieben</em>“, sagt er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/prasidentschaftswahl-alles-steht-bereit-fur-drei-millionen-kirgisische-wahler/">Alles steht bereit für drei Millionen kirgisische Wähler</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl er eine Medienpersönlichkeit ist, sieht sich Maxim nicht als repräsentativ für die kirgisische Jugend und möchte ihr nicht als Sprachrohr dienen. Der Moderator, der in der Haupstadt Bischkek lebt, ist der Ansicht, die meisten 25- bis 30-Jährigen wollen vor allem „gegen Alle“ wählen (auf den Wahlzetteln besteht diese Möglichkeit für die Wähler, die keinen der Kandidaten unterstützen möchten, Anm. d. Red.).</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Ich selbst wähle nicht, rufe aber alle dazu auf zu wählen“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim gibt an üblicherweise an, nicht zu wählen. Er gibt zu, dass es ein Widerspruch zu seiner Position ist und er vor allem seine bürgerliche Pflicht nicht erfüllt. „<em>Wie schon alle meine Ahnen habe ich, ein Frunser</em> (Frunse ist der alte Name der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, Anm. d. Red.), <em>noch keine Veränderungen durch Wahlen beobachtet</em>“, gibt er an.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, für wen er wählen würde, stünde er doch in der Wahlkabine, gibt er keine Antwort. Er sagt, er habe alle Wahlprogramme und Ankündigungen der Kandidaten gelesen, die zu allen Fragen nur von einem beängstigenden Chauvinismus zeugen. Für ein Land wie Kirgistan mit seiner ethnischen und religiösen Vielfalt sei eine differenziertere Herangehensweise gefragt.</p>
<p><figure id="attachment_11092" aria-describedby="caption-attachment-11092" style="width: 1460px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11092 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed.jpg" alt="Maxim Poletajew" width="1460" height="974" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed.jpg 1460w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1460px) 100vw, 1460px" /><figcaption id="caption-attachment-11092" class="wp-caption-text">Maxim Poletajew erwartet nichts von den kirgisischen Politikern</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Populistische Kandidaten </strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim schätzt den politischen Pluralismus, schätzt die Kandidaten aber als viel zu populistisch ein: Sie sagen, was die Leute erwarten. Jeder Kandidat sei für alle guten Sachen und gegen alles Schlechte.</p>
<p style="text-align: justify">Der Moderator denkt, dass alles sich zwischen den zwei Hauptkandidaten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbai Dscheenbekow</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96m%C3%BCrbek_Babanow">Omurbek Babanow</a> abspielen wird. „<em>Ich sehe keine einzige lahme Ente, die alleine genug Stimmen anziehen könnte, dass wir am 16. Oktober zu einer Überraschung aufwachen</em>“, bedauert er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Präsidentin ist unwahlrscheinlich </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Option eines Sieges von Toktayim Umetalijewa, einzige Frau unter den 12 Kandidaten, scheint ihm unwahrscheinlich. Für Maxim ist die kirgisische Gesellschaft zu patriarchal dafür. „<em>Eine Frau als Kandidatin, das ist super, aber inwiefern würde die Gesellschaft das akzeptieren&#8230; Je weiter die Machtvertikale dekonstruiert wird, desto mehr Bürger sind bereit, für eine Kandidatin zu stimmen</em>“, schätzt er.</p>
<p style="text-align: justify">Maxim gehört zu der Jugend, die nach dem Ende der Sowjetunion, in der noch eine klar definierte Ideologie herrschte, aufgewachsen ist. Die 1990er hätten viel Wandel mit sich gebracht, besonders was die Religion angeht, deren Einfluss in Zentralasien immer stärker wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan ist eine „demokratische Insel in Zentralasien“ geworden </strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Maxim gibt die Religion auf komplizierte Fragen viel zu einfache Antworten. „<em>Eben wegen dieser einfachen Antworten entstehen radikale, fundamentalistische und extremistische Strömungen. Bei uns gibt es leider keine sehr weise Regulierung in dem Bereich. Ich möchte mir nicht ausmalen, wozu das führen kann</em>“, fürchtet er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kinder-der-unabhangigkeit-adilias-doppelter-einsatz/">Kinder der Unabhängigkeit – Adilias doppelter Einsatz</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl bei der Wahl schon viel entschieden zu sein scheint, bemerkt Maxim, dass Kirgistan anders ist als die anderen postsowjetischen Länder. Denn hier wählen Menschen, um zu bestätigen, was sie nicht verstehen. „<em>Auch wenn wir uns mehr oder weniger erfolgreich zu dieser ‚demokratischen Insel Zentralasiens‘ entwickelt haben, haben wir es meiner Meinung dennoch heute geschafft</em>“, beendet der Journalist mit Stolz.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasiia Shevtsova</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Traumjob Nachrichtensprecherin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jun 2017 11:06:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Bishkek]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jewgenija&#xA0;Gubina: Mit 18 kam sie zum Fernsehen. Nach einem Zwischenstopp bei &#x41C;&#x418;&#x420; &#x422;&#x412; (MIR TV) in Russland ist die heute 30-J&#xE4;hrige seit einiger Zeit wieder in ihrer Heimatstadt Bishkek. Hier moderiert Jewgenija die russischen Nachrichten des kirgisischen Fernsehsenders &#x41A;&#x410;&#x41D;&#x410;&#x41B; 5 (Kanal 5). Foto: Julius Bauer Hier geht&#xB4;s zu den Bildern des Tages</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Jewgenija Gubina: Mit 18 kam sie zum Fernsehen. Nach einem Zwischenstopp bei <a href="http://mirtv.ru/">МИР ТВ</a> (MIR TV) in Russland ist die heute 30-Jährige seit einiger Zeit wieder in ihrer Heimatstadt Bishkek. Hier moderiert Jewgenija die russischen Nachrichten des kirgisischen Fernsehsenders <a href="https://5news.kg/ru">КАНАЛ 5</a> (Kanal 5).</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Foto: Julius Bauer</strong></p>
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