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	<title>Feminismus Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 11 May 2026 21:25:15 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Feminismus Archives</title>
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		<title>„Sich Feministin zu nennen, ist schon Protest“ – Frauen-Punkbands in Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 21:25:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[8. März]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Punkrock]]></category>
		<category><![CDATA[Underground]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Underground-Szene von Almaty umfasst Dutzende Bands, die in verschiedenen Genres spielen. Anl&#xE4;sslich des Weltfrauentages am 8. M&#xE4;rz sprach &#x201E;The Village&#x201C; mit &#x201E;Krasnyetschulki&#x201C; (Rotestr&#xFC;mpfe&#x201C;) und &#x201E;Jane Doe&#x201C; &#x2013; zwei reinen Frauenbands, die Punk und Riot Grrrl spielen. Die Musiker:innen sprachen &#xFC;ber ihre Musik, Geschlechterstereotypen in der Musik und den 8.M&#xE4;rz. Yulia, S&#xE4;ngerin und Gitarristin von [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Underground-Szene von Almaty umfasst Dutzende Bands, die in verschiedenen Genres spielen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März sprach „The Village“ mit „Krasnyetschulki“ (Rotestrümpfe“) und „Jane Doe“ – zwei reinen Frauenbands, die Punk und Riot Grrrl spielen. Die Musiker:innen sprachen über ihre Musik, Geschlechterstereotypen in der Musik und den 8.März.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Yulia, Sängerin und Gitarristin von „Krasnyetschulki“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war Riot Grrrl (ein Genre der feministischen Punkmusik – Anm. The Village) anfangs ein Weg, die Bühne zu betreten, und – bis zu einem gewissen Grad – ein Akt der Provokation. Sich selbst als Feministin zu bezeichnen, ist an sich schon eine Form des Protests. Vor vier Jahren, als die Band gegründet wurde, fühlte sich dies noch weitaus akuter an als heute – vor den aufsehenerregenden, tragischen Ereignissen wie etwa dem Fall Saltanat (gemeint ist der Fall von Saltanat Nukenova, die 2023 von ihrem Mann, dem ehemaligen Wirtschaftsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quandyq_Bischimbajew">Qandyq Bişimbaev</a> brutal ermordet wurde, Anm. d. Ü.).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist zudem eine recht einfache Möglichkeit, in die Musik einzusteigen – selbst dann, wenn man kein Instrument perfekt beherrscht. Dieses Genre ist frei von starren Zwängen – einschließlich der Anforderung an eine Beherrschung auf professionellem Niveau. Die wichtigsten Elemente sind Energie und Drive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war ein Teenager mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ich hatte eigene Komplexe und reichlich Groll gegen die Welt um mich herum. Ich wollte gehört werden – und ich fand einen Weg, dies durch eine Punkband zu erreichen. Es war schwer vorherzusagen, wie die Leute auf unser Manifest reagieren würden. Im Großen und Ganzen wurden wir herzlich aufgenommen; wenngleich es gelegentlich Momente des Missverständnisses und des Spotts gab, handelte es sich dabei doch um Einzelfälle, die sich hinter unserem Rücken abspielten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In vier Jahren hat mir nicht ein einziger Mensch je etwas Negatives über unsere Band ins Gesicht gesagt. Über ein Mädchen zu singen, das ein anderes Mädchen liebt, <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-verbietet-lgbt-propaganda/">ist heute illegal</a> – und das zeigt, wie leicht grundlegende Menschenrechte verloren gehen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir schaffen vielfältige Musik und vermitteln eine Bandbreite an Themen. Musik spiegelt die Realität wider, und die Realität formt die Musik. Natürlich sind Politik und Musik miteinander verflochten; doch manchmal möchte man durch die Musik schlichtweg dem Trubel entfliehen, anstatt in ihn einzutauchen – und auch das ist vollkommen normal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze zwischen Musik und Aktivismus verläuft dort, wo ein Risiko besteht. Dies bedeutet nicht zwangsläufig Geld- oder Haftstrafen; das Risiko kann auch gesellschaftlicher Natur sein. So etwa bei einer jungen Frau, die davon singt, eine andere Frau zu lieben – etwas, das heute zwar illegal sein mag, in der Vergangenheit jedoch vor allem gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/feministische-medien-in-kasachstan-was-veraendern-sie/">Feministische Medien in Kasachstan: Was verändern sie?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies zeigt übrigens eindrucksvoll, wie leicht fundamentale Menschenrechte verloren gehen können. Apropos: Im Jahr 2023 organisierten Pyosa und ich ein Konzert, dessen Erlös wir an SVET spendeten – eine Stiftung, die sich der Bekämpfung von Gewalt widmet. Wir nahmen dabei 250.000 Tenge (458 Euro) ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 8. März ist ein Tag des Gedenkens und der Dankbarkeit gegenüber all jenen Frauen, die für das kämpfen mussten, was uns heute als Selbstverständlichkeit erscheint – Bildung, das Recht auf Arbeit und alle verfassungsmäßigen Freiheiten. Er ist eine jährliche Mahnung daran, dass dies nicht immer so war und dass der Verlust dieser Rechte leichter geschieht, als es scheint – wie es beispielsweise im Iran der Fall war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blumen schmälern die Verdienste unserer Großmütter keineswegs – ganz im Gegenteil sogar: Sie schaffen eine festliche Atmosphäre um sie herum. Schließlich ist dies keineswegs ein Trauertag. In zehn Jahren möchte ich am 8. März Kundgebungen und Umzüge sehen, für die keine <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-kampf-um-feministischen-marsch-am-8-maerz/">Genehmigungen erforderlich sind</a>. Und ich möchte Feierlichkeiten erleben – erfüllt von Blumen, Liebe und Dankbarkeit gegenüber all jenen, die für unsere Gegenwart gekämpft haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pyosa, Schlagzeugerin von „Krasnyetschulki“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Band wurde im Jahr 2022 geboren. Damals wurden wir von der Wut über die Ungerechtigkeit der Welt angetrieben – einem Gefühl, das man gerade dann am schärfsten empfindet, wenn man seine rosarote Brille ablegt: der Protest der Jugend. Viele meiner Songs ruhten auf zwei Säulen, die unserem Projekt dazu verhalfen, sich zu etwas Größerem zu entwickeln. Und natürlich die Inspiration – jene Quelle, aus der neue Songs, Skizzen, Ideen und Gedanken entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war eine Aufgabe von großer Verantwortung, denn anfangs fiel es schwer, sich nicht dem Einfluss jener zu beugen, die die Haltung vermittelten, es handele sich hierbei lediglich um ein „bloßes Herumalbern von Mädchen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/">Aktivist:innen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem mussten wir den Erwartungen der Gemeinschaft gerecht werden – schließlich war die Gruppe ursprünglich auf der Grundlage eines spezifischen Konzepts gegründet worden und nicht bloß als musikalisches Projekt, das nur so lange Bestand haben sollte, bis wir das Erwachsenenalter erreichten. Künstlerinnen mit einem selbstbewussten Stil werden abgewertet und beschuldigt, unfeminin, unattraktiv oder grob zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für jene, die Musik in „Mädchen-Musik“ und „ernsthafte Musik“ unterteilen, wird genau jenes geschlechtsspezifische Ungleichgewicht innerhalb der Musikindustrie als Beleg dafür wahrgenommen, dass Frauen weder zu Professionalität noch zur Schaffung ernsthafter Musik fähig seien. Treten jedoch Künstlerinnen mit einem selbstbewussteren Stil in Erscheinung, werden sie umgehend abgewertet – man wirft ihnen vor, nicht feminin und stattdessen unattraktiv oder grob zu sein; und für viele Menschen in der heutigen Welt kann dies zu einem echten Problem werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/">So (über-)lebt der Underground in Almaty</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Zuhörer, der Niedlichkeit erwartet, wird es zur Katastrophe, wenn die Vortragende nicht hinreichend charmant ist. Wer Provokation erwartet, wird enttäuscht sein, ruhige Worte zu hören. Und diejenigen, die Professionalität suchen, legen oft eine ungerechtfertigt hohe Messlatte an – allein aufgrund des Geschlechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist jedes kreative Unterfangen und jede Kunstform eine Sublimierung oder Katharsis empfundener Emotionen; daher ist jede Kunst – in dem einen oder anderen Maße – eine Form des Aktivismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 8. März ist ein Tag, an dem jede Frau – und sei es auch nur für ein paar Stunden – innere Freiheit erlangen kann: sich losreißen aus dem endlosen Abgrund von Erwartungen, Verpflichtungen und vorgeschriebenen Rollen, um sich wahrhaft authentisch und frei zu fühlen. Es ist ein Tag, an dem die modernen Erben der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suffragetten">Suffragetten</a> ihre Stimmen erheben – nicht durch Brandstiftungen und Molotowcocktails, sondern durch Manifeste, Kundgebungen und Reden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lina, Gitarristin und Back-Sängerin von „Jane Doe“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Sängerin Ksenia hat sich den Band-Namen ausgedacht. In Amerika werden unbekannte Frauen als „Jane Doe“ bezeichnet. Wir hatten das Gefühl, dass dieser Name die Botschaft, die wir der Gesellschaft vermitteln möchten, treffend widerspiegelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schädel in unserem Logo ist ein Verweis auf diesen Begriff – den einer unbekannten verstorbenen Frau. Unter diesem Namen treten wir auf, und genau davon handeln größtenteils unsere Lieder. Oder wir schreiben Songs über „True Crime“, wie etwa „Lavanda Doe“ oder „Jane Doe 121 El Dorado“. Zudem erzählen wir die Geschichten von Frauen, die Opfer gewaltsamer, tödlicher Verbrechen wurden. Selbst wenn ihre Identität bekannt ist, vergisst die Gesellschaft schnell, was geschehen ist – so wie im Fall von Aızat Jumanova (die im Dezember 2025 – vermutlich von ihrem Ehemann – <a href="https://news.rambler.ru/incidents/55800247-ubili-na-glazah-dvuhletney-dochki-chto-sluchilos-s-ayzat-zhumanovoy/">ermordet wurde</a>, Anm.d. Ü.).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Logo abgebildete historische Perücke symbolisiert den Matilda-Effekt – die systematische geschlechtsspezifische Diskriminierung von Frauen in der Wissenschaft sowie die Zuschreibung wissenschaftlicher Arbeiten und Errungenschaften, die ursprünglich von Frauen erbracht wurden, an Männer. Zu jenen, die darunter litten, zählten beispielsweise <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Anna_Mozart">Maria Anna Mozart</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosalind_Franklin">Rosalind Franklin</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Camille_Claudel">Camille Claudel</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wenn-frauen-eine-stimme-fordern/">Usbekistan: Wenn Frauen eine Stimme fordern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Maul des Hundes – eine klaffende, zum Angriff bereite Fratze – dient als Verweis auf den Kampf gegen Femizid, Ungerechtigkeit und all ihre Erscheinungsformen. Wir werden von dem Wunsch angetrieben, die Ungerechtigkeit aufzudecken, der junge Frauen ausgesetzt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wollten Frauenrechte und Freiheit fördern – und ich war davon überzeugt, dass niemand dies besser bewerkstelligen könnte als die Frauen selbst. Die aktuelle Besetzung der Gruppe zu finden, war keine leichte Aufgabe. Wir suchten lange nach Mitgliedern und zogen dabei – prinzipiell – keine männlichen Kandidaten in Betracht. Viele Leute durchliefen unsere Band, blieben jedoch nicht lange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolgedessen konnten wir uns auf nichts Konkretes festlegen – insbesondere nicht darauf, welches musikalische Genre wir künftig einschlagen sollten. Aus genau diesen Gründen dauerte es auch lange, bis wir einen Namen gefunden hatten. Mir scheint, dass Punk am besten zu uns passt, weil er eine Rebellion ist, die auf Ehrlichkeit und Aggression aufbaut. Deshalb passen unsere Texte perfekt zu diesem Sound.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zere-asylbek-meine-geschichte-wurde-politisch/">Zere Asylbek: “Meine Geschichte wurde politisch”</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entstehung eines jeden Songs ist eine gemeinschaftliche Leistung, an der alle Mitglieder beteiligt sind. Vom Verfassen der Texte bis hin zur Ausgestaltung der Instrumentierung helfen wir einander, bringen Ideen ein und leisten Unterstützung. Unsere vielleicht größte Herausforderung bestand darin, dass wir alle unterschiedliche musikalische Genres bevorzugen – weshalb es nicht einfach war, zu einer gemeinsamen Vision zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb eines Monats schrieben wir drei oder vier eigene Songs und spielten ein paar Cover-Versionen. Ich nehme an, dies wurde von Adrenalin und dem starken Wunsch angetrieben, uns voll und ganz in ein gemeinsames Ziel einzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist uns wichtig, jene zu unterstützen, die mit Ungerechtigkeit, Stereotypen oder gesellschaftlichem Druck konfrontiert sind. Unsere Lieder sind ein Protest gegen Diskriminierung und Gewalt – eine Quelle der Unterstützung und Solidarität. Wir möchten junge Frauen dazu inspirieren, mutig zu sein, keine Angst davor zu haben, „Nein“ zu sagen, ihre Grenzen zu verteidigen und an ihre eigene Stärke zu glauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Wir werden von dem Wunsch inspiriert, den Menschen zu sagen, dass Verbrechen gegen Frauen nach wie vor geschehen – und zu vermitteln, dass dies falsch ist und nicht so sein sollte. Fast jede Frau war schon einmal damit konfrontiert, dass ihre Leistungen herabgewürdigt, ausgelöscht oder vergessen wurden – Dinge, die schlichtweg nicht vergessen werden dürfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ksenia, Sängerin von „Jane Doe“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mir scheint, dass sich jede Frau in dem Namen „Jane Doe“ wiederfinden kann – ich selbst, meine Freundinnen und unsere Zuhörerinnen. Fast jede von uns stand schon einmal in Situationen, in denen ihre Leistungen heruntergespielt wurden oder in denen Dinge, die schlichtweg nicht vergessen werden dürfen, getilgt oder übersehen wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aziza, Bassistin von „Jane Doe“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verfüge über keine formale musikalische Ausbildung, bin mir jedoch sicher, dass sich meine Herangehensweise an die Arbeit an Songs von der akademischen unterscheidet. Wir kennen keine starren Grenzen oder Regeln – keine strikten Gebote und Verbote. Und genau das erzeugt eine gewisse Punk-Attitüde. Gleichzeitig gehen wir bei der Klangqualität niemals Kompromisse ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 8. März ist mein Lieblingsfeiertag. Seine Bedeutung ist für mich denkbar einfach – Emanzipation. Und das ist großartig. In gewissem Sinne ist es wie der Unabhängigkeitstag für das ganze Volk. Normalerweise feiere ich ihn nicht. Früher jedoch habe ich oft bunte, aufwendige Plakate gestaltet und bin mit meinen Freunden zu Underground-Veranstaltungen gegangen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zoya, Schlagzeugerin von „Jane Doe“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir positionieren uns als die Stimme jener, die nicht mehr gehört werden können. Wir thematisieren Verbrechen, die an Frauen begangen werden, indem wir wahre Geschichten aufgreifen und darüber schreiben, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist der 8. März mit Tulpen verbunden. Doch was sein Wesen betrifft, so ist er in erster Linie ein Symbol für den Kampf um Frauenrechte. Genau deshalb gaben wir unser Debüt am 8. März – es war symbolisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im </em><a href="https://www.the-village-kz.com/village/people/people/43797-nazyvat-sebya-feministkoy-uzhe-samo-po-sebe-protest"><em>Originalartikel</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/people/people/43797-nazyvat-sebya-feministkoy-uzhe-samo-po-sebe-protest">Russischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>„Central Asia: At the Crossroads“ – Highlights von Berlins neuem regionalem Filmfestival</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 18:34:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Berliner Sinema Transtopia war vom 27. bis 28. September 2025 Gastgeber der ersten Ausgabe von &#x201E;Central Asia: At The Crossroads&#x201C;, einem neuen Kurzfilmfestival, das mutige und vielf&#xE4;ltige Stimmen aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas in den Mittelpunkt stellt. Die zweit&#xE4;gige Veranstaltung bot einen lebendigen Einblick in das aufstrebende Kino der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Berliner Sinema Transtopia war vom 27. bis 28. September 2025 Gastgeber der ersten Ausgabe von „Central Asia: At The Crossroads“, einem neuen Kurzfilmfestival, das mutige und vielfältige Stimmen aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas in den Mittelpunkt stellt. Die zweitägige Veranstaltung bot einen lebendigen Einblick in das aufstrebende Kino der Region: von intimen persönlichen Geschichten bis hin zu eindrucksvollen sozialen Porträts. Hier werden einige der denkwürdigsten Werke des Programms vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eröffnung des Kurzfilmfestivals fand parallel zu einem Schwesterprogramm in Taschkent statt, das von der unabhängigen Toshkent Film School unterstützt wurde. Neben einer Hauptauswahl mit Werken von Filmschaffenden aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas bot das Festival auch einen Workshop zu dekolonialen und feministischen Ansätzen beim Drehbuchschreiben und Kuratieren sowie einen Vortrag über die Herausforderungen des Filmemachens und der Festivalorganisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filme wurden thematisch in vier unabhängige Sektionen unterteilt: „Radical Hopefulness“, „Tender is the Youth“, „Kinds of Remembrance“ und „Yurt – bu? Homeland – is?“. In allen Vorführblöcken tauchten jedoch mehrere übergreifende Themen auf, die von den Routinen des Alltags über Fragen der Jugend und Identität, kollektive und persönliche Erinnerung, feministische und queere Perspektiven bis hin zu verschiedenen anderen drängenden sozialen Themen reichten.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="512" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1.jpg" alt="" class="wp-image-43222" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="768" height="512" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1.jpg" alt="" class="wp-image-43223" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
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<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><sup>Diskussion mit Temur Umarov (Carnegie Endowment for International Peace) und Dr. Aksana Ismailbekova (ZMO) über die aktuelle gesellschaftspolitische Lage in Zentralasien. Fotos:@fogg_films</sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mirtemir geht&#8217;s gut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tagesaufnahmen einer heruntergekommenen Hütte im staubigen Nukus weichen allmählich Abendaufnahmen einer belebten Straße. Auf diese Weise stellen die Regisseure Sascha Kulak und Michail Borodin die beiden Seiten der Realität des jungen Mirtemir gegenüber. Am Morgen ist er ein fürsorglicher älterer Bruder, der auf seine Schwester aufpasst, und ein Enkel, der sich um seine blinde Großmutter kümmert; am Abend wird er zum Fast-Food-Kellner und Straßenmusiker, der Passantinnen und Passanten mit einer mobilen Karaoke-Anlage unterhält. Diese frühe Verantwortung kam auf ihn zu, nachdem seine Mutter ins Ausland gezogen war, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirtemir selbst träumt davon, dasselbe zu tun: nach Almaty zu gehen, um dort als Kellner zu arbeiten. Obwohl er gelernt hat, Arbeit und Vergnügen unter einen Hut zu bringen – indem er beispielsweise mitten am Tag einen Moment findet, um mit seiner jüngeren Schwester Rollschuh zu laufen –, wird den Zuschauenden wie vielleicht auch dem Jungen selbst klar: Die Kindheit schwindet dahin. Spiele und Streiche weichen der Fürsorge für geliebte Menschen und dem Streben nach dem Wohlergehen der Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/neue-stimmen-zentralasiatische-kurzfilme-beim-goeast-filmfestival-2024/">Neue Stimmen: Zentralasiatische Kurzfilme beim goEast-Filmfestival 2024</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fast reportageartige Stil des Dokumentarfilms verleiht der Geschichte eine besondere Authentizität und zurückhaltende emotionale Tiefe. Und auch wenn das Publikum nicht sicher sein kann, ob Mirtemir wirklich existiert, steht eines außer Frage: Der Film thematisiert ein drängendes soziales Problem: das der Kinder, die in Usbekistan ohne elterliche Fürsorge zurückbleiben, weil die Erwachsenen gezwungen sind, zur Arbeit zu migrieren, um ihre Familien zu versorgen. Trotz seines jugendlichen und manchmal ironischen Tons, der sowohl dem Alter des Protagonisten als auch der Atmosphäre seiner Umgebung entspricht, wirft Mirtemirde beri jaksy (Мiртемiрде бэрi жаксы, &#8222;Mirtemir geht&#8217;s gut&#8220;) tiefgreifende Themen wie Armut, erzwungene Reife und den Verlust der Kindheit auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genosse Polizist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie sich jemals gefragt haben, wie kasachstanische Nachrichtenmedien tatsächlich funktionieren, wird Assel Aushakimovas Kurzfilm diese Neugier in nur dreizehn Minuten vollständig befriedigen. Die Geschichte über die Produktion eines pseudo-fernsehähnlichen Berichts über das staatliche Programm Jolda Qabyldau (Жолда Қабылдау, „Empfang unterwegs“) entfaltet sich zu einer charmanten Satire – nicht nur über die zeitgenössische Nachrichtenberichterstattung, sondern auch über die inneren Abläufe von Strafverfolgungsbehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kern der Sendung selbst wird durch die sorgfältig ausgewählten Aufnahmen des sogenannten Berichts deutlich: An speziell ausgewiesenen Punkten am Straßenrand kann jeder Bürger und jede Bürgerin mit einer Frage oder einem Anliegen an Polizeivertreter herantreten. Zur Veranschaulichung entscheidet sich die lokale Journalistin Nur (gespielt von Dinara Alieva), direkt gegenüber einer solchen Station zu filmen – einem Minivan, der vage an einen Polizeiwagen erinnert. In der Nähe, an einem kleinen Tisch, knackt ein für den Posten zuständiger Polizist gemächlich Sonnenblumenkerne. Doch einzig eine Aufnahme eines einsamen „Empfangspunkts“ reicht nicht aus – die Popularität der Sendung in der Öffentlichkeit muss demonstriert werden. Daher greift Alievas Figur zu einer eigentümlichen Lösung: Sie überredet einen Taxifahrer, sich als Bürger mit einer Frage auszugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die komische Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als beide Teilnehmer der improvisierten „Empfangsstelle“ beginnen, vor der Kamera über ihre angebliche Erfahrung zu sprechen – oder vielmehr stockend aus einem vorab geschriebenen Skript des staatlichen Fernsehsenders vorzulesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-astana-rueckbenannt/">Kasachstans Hauptstadt wird in Astana rückbenannt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Film bereits vor vier Jahren veröffentlicht wurde, hat er nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Die Verwirrung über den Namen der Hauptstadt (Astana oder Nur-Sultan?) sorgt immer noch für Schmunzeln, während die ironische Darstellung der Arbeitsweise der staatlichen Medien weiterhin beim Publikum auf große Resonanz stößt.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1.jpg" alt="" class="wp-image-43224" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1.jpg 683w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sinema Transtopia in Berlin, Veranstaltungsort des Kurzfilmfestivals „Central Asia: At The Crossroads“. Foto: @fogg_films</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1.jpg" alt="" class="wp-image-43225" style="width:582px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1.jpg 683w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto vom Workshop <em>Decolonial and Feminist Perspectives on Cinema</em> mit der kasachischen Regisseurin Malika Muhamejan. Foto: @fogg_films</figcaption></figure>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Blaues Tor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ergreifende Geschichte der kirgisischen Regisseurin Nargiza Dotijewa erschien im Themenblock „Yurt – bu? Homeland – is?“, der sich mit Reflexionen über den Begriff „Heimat“ befasst. Im Gegensatz zu den anderen Filmen dieser Sektion, die sich dem Thema Heimat durch das Prisma der Erinnerung, der kulturellen Zugehörigkeit oder sogar der Ablehnung des Konzepts von Heimat als beständigem und festem Ort näherten, präsentiert Kök Darbaza (Көк Дарбаза, &#8222;Blaues Tor&#8220;) ein anderes, greifbareres Bild – das eines hinter blauen Toren verborgenen Hauses. Doch beschränkt sich die Regisseurin auf diese einzige Interpretation?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Protagonist – ein einsamer, zurückhaltender junger Mann – fühlt sich auf unerklärliche und unwiderstehliche Weise zu eben diesen blauen Toren hingezogen. Oder vielmehr zu dem, was dahinter liegt: ein altes, bescheidenes Haus, ein halb verwilderter Garten und daneben, auf einer verwitterten Bank, eine blinde alte Frau, die die Sonnenstrahlen genießt. Unfähig, ein schüchterner Beobachter zu bleiben, schleicht sich der junge Mann wiederholt in den Garten – hier zieht er Unkraut, dort repariert er die Bank, den Lieblingsplatz der alten Frau. Obwohl sie blind ist, spürt sie dennoch seine Anwesenheit und noch etwas mehr: seine Einsamkeit. Es scheint, als sei sie die Einzige in seiner Umgebung, die ihn wirklich gesehen hat – nicht sein Gesicht, sondern seine Seele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tragischer Unfall auf der Straße trennt die beiden, allerdings nur physisch. Die spirituelle Verbindung zwischen ihnen bleibt bestehen, wie ein Faden, der die Äste der Bäume umschlingt, die sich vom Haus zum See erstrecken – die letzte, geheime Geste der Fürsorge des jungen Mannes, die er der alten Frau als Geschenk hinterlässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So überschreitet Kök Darbaza bei der Beantwortung der Frage „Was ist Heimat?“ die Grenzen des physischen Raums. Es ist eine Geschichte von spiritueller Nähe, die trotz fehlender Blutsbande, trotz der Umstände und trotz der Stille entsteht. Eine Geschichte von Liebe, Verbundenheit und Akzeptanz, die den Begriff „Heimat“ in eine Metapher für menschliche Verbundenheit und innere Wärme verwandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aktuelle Informationen zu zukünftigen Vorführungen oder Ausgaben des Festivals finden Sie auf der <a href="https://www.instagram.com/ca_shortfilmfest/">Instagram-Seite von Central Asia: At The Crossroads</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle in diesem Artikel verwendeten Fotos werden mit Genehmigung des Fotografen <a href="https://www.instagram.com/fogg_films/">@fogg_films</a> veröffentlicht.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Darya Loza für Novastan</strong></p>
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		<title>Social Media Trend in Tadschikistan: Wie Frauen gegen Stereotype kämpfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2025 08:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Stereotype]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan f&#xF6;rdern Frauen in den sozialen Netzwerken aktiv einen neuen Trend: den Hashtag &#x201E;Ya Tadschichka&#x201C; (russ. &#x201E;Ich bin Tadschikin&#x201C;), mit dem sie die Stereotypen, die sich in der tadschikischen Gesellschaft festgesetzt haben, wirksam in Frage stellen. Dies tun sie durch das Zeigen sch&#xF6;ner und unterschiedlicher Bilder in Nationaltracht und Schmuck. &#x201E;Ich bin Tadschikin und [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Tadschikistan fördern Frauen in den sozialen Netzwerken aktiv einen neuen Trend: den Hashtag „Ya Tadschichka“ (russ. „Ich bin Tadschikin“), mit dem sie die Stereotypen, die sich in der tadschikischen Gesellschaft festgesetzt haben, wirksam in Frage stellen. Dies tun sie durch das Zeigen schöner und unterschiedlicher Bilder in Nationaltracht und Schmuck.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin und habe einen unzerbrechlichen Geist, der mir hilft, alle Schwierigkeiten des Lebens zu überwinden“</em>, sagt Madina Nigmatowa, die sich dem Trend angeschlossen hat. Die Social-Media-Management-Spezialistin und Trainerin erklärt, dass das Ziel der Challange sei, zu zeigen, dass es bei einer tadschikischen Frau nicht nur um Küche, Putzen und Hausarbeit gehe. Entgegen etablierten Stereotypen kann und soll sie sichtbar sein – sich durch Kreativität oder eine Karriere verwirklichen. Bei diesem Trend gehe es darum, das Bild der tadschikischen Frau zu erweitern und über die Grenzen aufgezwungener Rollen hinauszugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir kennen unsere Traditionen, wir ehren sie und geben sie von Generation zu Generation weiter, aber wir wollen mit der Zeit gehen und uns weiterbilden. Die moderne tadschikische Frau hat gelernt, viele Rollen zu vereinen: Sie nimmt an Wettbewerben teil, macht Karriere und führt gleichzeitig ein geregeltes Leben und kümmert sich um ihre Kinder“</em>, sagt sie.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Version von „Ya Tadschichka“ lenkt Madina die Aufmerksamkeit auf das Stereotyp der erfolgreichen Frau, die in der tadschikischen Gesellschaft oft als geschiedene Frau gilt. Doch wie Madina sagt, können moderne Frauen Familienleben und Selbstverwirklichung problemlos vereinbaren: Manche backen, manche haben einen Online-Shop, manche sind Visagistinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als das Video in verschiedenen Gruppen geteilt wurde, gab es Kommentare, dass es sich um eine tadschikische Frau handeln würde, wenn man zeigen würde, wie sie den Hof fegt, kocht und Kühe melkt. Aber ich möchte sagen, dass wir uns von diesen Stereotypen lösen müssen. Eine tadschikische Frau, eine Kelinka [Ehefrau im ersten Jahr, die traditionell den Haushalt von Ehemann und Schwiegereltern führen muss, Anm. d. Ü.] ist nicht nur Dienst am Nächsten, sie ist eine Person. Frauen versuchen, sich zu entwickeln und Mutterschaft, Alltag und Karriere zu vereinbaren. Ich bewundere unsere Frauen“</em>, so Madina.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Viel Hass, aber auch Unterstützung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Trend begann im vergangenen Jahr, als eine Reihe tadschikischer Bloggerinnen <a href="https://www.instagram.com/p/C7jj8ipKi_L/">ein gemeinsames Video</a> veröffentlichten, in dem sie darüber sprachen, dass sie trotz ihrer tadschikischen Herkunft nicht daran gehindert seien, „<em>Karriere zu machen“</em>, <em>„getrennt von ihren Eltern zu leben“</em>, „<em>sich so zu kleiden, wie sie möchten“</em>, „<em>zu bloggen“</em>, „<em>mit 32 noch nicht verheiratet zu sein“</em>, <em>„Geschäfte zu machen“</em> und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Video löste eine Welle des Hasses aus, unter anderem weil sich die jungen Frauen als Tadschikinnen positionieren, jedoch im Video auf Russisch sprechen. Aber der Trend hat andere Mädchen inspiriert. Es scheint, als hätten Frauen es satt, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Frauen sprechen heute offen über Dinge, für die sie sich früher geschämt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin, 26 Jahre alt, und zögere immer noch, zu heiraten, weil ich Angst vor radikalen Veränderungen in meinem Leben habe. Die Institution der Ehe macht mir Angst und ich sehe nur wenige wirklich gute Beispiele“,</em> schreibt Lejla <a href="https://www.instagram.com/p/DF8P-idNaaH/">in ihrem Blog</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/kleidung-unter-kontrolle-tadschikische-frauen-zwischen-tradition-und-unterdrueckung/">Kleidung unter Kontrolle: tadschikische Frauen zwischen Tradition und Unterdrückung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin. Ich habe mit 37 geheiratet. Meine einzige Tochter ist jetzt 4,5 Jahre alt. Ich bin 43. Ich habe in Süditalien gelebt und studiert und lebe seit 18 Jahren in Russland. Bevor ich Augenbrauenkünstlerin wurde, habe ich 12 Jahre als Stylistin, Einkäuferin und Leiterin der Merchandising-Abteilung in großen Moskauer Unternehmen gearbeitet“</em>, sagt Sarina.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin, habe eine russische Schule in Tadschikistan absolviert und nicht sofort geheiratet. Ich bin Tadschikin aus einer traditionellen Familie, und nein, sie haben mich nicht gescholten, wir haben uns vor meiner Abreise nicht gestritten, und ich sage sogar, sie haben mich dabei unterstützt“</em>, sagt Omina.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin und organisiere keine aufwendige Hochzeit auf Kredit, nur damit andere mich nicht bloßstellen. Ich bin Tadschikin und gebe keine ungefragten Ratschläge wie: Ein Kind reicht nicht für eine Familie, du brauchst ein weiteres. Willst du nicht? Sonst verlässt dich dein Mann“</em>, sagt Schachsoda.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-tiktokerin-niso-mamedova-ueber-feminismus-und-das-publikum-in-den-sozialen-medien/">Die TikTokerin Niso Mamedova über Feminismus und das Publikum in den sozialen Medien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin Tadschikin und habe mir bewusst einen kasachischen Ehemann ausgesucht, weil ich das wollte. Wenn ich etwas will, kann ich es mir nicht versagen“</em>, sagt Bargigul.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Beiträge werden Tausende Male aufgerufen und sammeln Hunderte Kommentare. Die Kommentare von Frauen sind häufiger positiv und inspirierend, was man von den Kommentaren von Männern nicht behaupten kann. <em>„Deine Augen sehen nicht aus wie die einer tadschikischen Frau“</em>, <em>„Du bringst Schande über die Nation“</em>, <em>„Indem du einen Ausländer heiratest, zerstörst du den tadschikischen Genpool“</em> und ähnliche Aussagen findet man unter fast jedem dieser Videos.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wir sind verschieden, aber wir sind alle Tadschikinnen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Trend „duchtari todschik“ (tadschikisch für „tadschikisches Mädchen“) wird bei jungen, tadschikischen Frauen populär. In den Videos erstellen die Mädchen Bilder von Bewohnerinnen verschiedener Regionen des Landes und verwischen so die Grenzen des Lokalen – ein Phänomen, das in der tadschikischen Gesellschaft noch immer deutlich spürbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Durchtari todschik“ vereint junge Frauen aus verschiedenen Regionen und konzentriert sich auf die Farbe und Identität der Regionen und nicht auf die Trennung. Das Lied des tadschikischen Sängers Nobowar Tschanorow, das von jungen Frauen aus verschiedenen Regionen erzählt, war gut für diesen Flashmob geeignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/amalia-aibusheva-im-portraet-beats-design-und-feminismus/">Amalia Aibusheva im Porträt: Beats, Design und Feminismus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich wusste nicht, dass es in unserer Heimat so viele Arten nationaler Kleidung gibt“,</em> sagt Bachora in einem ihrer Videos. – <em>„Es ist sehr schön, weil es die Freundschaft zwischen allen Regionen Tadschikistans stärkt“</em>, antworten ihr die Benutzer:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Wunsch ihrer Abonnent:innen zeigt zum Beispiel <a href="https://www.instagram.com/p/DIOxuBVNrk1/">die Visagistin Farangis</a> Bilder aus verschiedenen Regionen des Landes und gibt kurze Informationen dazu auf Tadschikisch, Russisch und Englisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine junge tadschikische Schauspielerin, die in China studiert, hat sich diesem Trend angeschlossen und ihn aus ihrer eigenen Perspektive dargestellt, wobei sie ihre Zugehörigkeit zu irgendeiner Region Tadschikistans komplett leugnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine Auswahl an Videos findet ihr im Originalartikel.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Your.tj</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://your.tj/zhenshhiny-tadzhikistana-samovyrazhajutsja-cherez-trend-ja-tadzhichka-i/">Russischen</a> (und gekürzt) von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Was es heißt, Schriftstellerin in Kasachstan zu sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 20:32:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Autoren haben&#x2019;s schwer, Autorinnen haben&#x2019;s schwerer. Kaum ein kasachischer Verlag, der weiblichen Nachwuchs f&#xF6;rdert. Kaum eine Autorin, die in ihrem Schaffen nicht mit den Klischees der Literaturszene zu k&#xE4;mpfen hat. Hinzu kommt, dass sie ihre Arbeit noch immer zum Hobby verz&#xE4;rtelt sehen. Wie soll Frau auch ihren sonstigen h&#xE4;uslichen Verpflichtungen nachkommen? Unsere beiden Interviewpartnerinnen lassen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Autoren haben’s schwer, Autorinnen haben’s schwerer. Kaum ein kasachischer Verlag, der weiblichen Nachwuchs fördert. Kaum eine Autorin, die in ihrem Schaffen nicht mit den Klischees der Literaturszene zu kämpfen hat. Hinzu kommt, dass sie ihre Arbeit noch immer zum Hobby verzärtelt sehen. Wie soll Frau auch ihren sonstigen häuslichen Verpflichtungen nachkommen? Unsere beiden Interviewpartnerinnen lassen sich so leicht nicht von ihrem Handwerk abbringen. Ein Gespräch über das literarische Schaffen als Frau in Kasachstan.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Artikel haben wir mit zwei Autorinnen aus Kasachstan gesprochen. Wir sprachen über die Stellung der Frau in der kasachstanischen Literatur, über Feminismus in der Prosa und coole Projekte für Schriftstellerinnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Autorinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina Bostambaeva</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.instagram.com/virtuozso/"><em>Autorin</em></a><em>&nbsp;der Bücher &#8222;Erinnerungen aus Almaty&#8220; und &#8222;Erinnerungen aus&nbsp;</em><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/vom-aussenposten-zu-nur-sultan-die-hauptstadt-kasachstans-im-wandel-der-zeit/"><em>Akmolinsk</em></a><em>&#8220; (ehem. Name der Hauptstadt Astana; Anm. d. Ü.) und Gründerin des </em><a href="https://www.instagram.com/estelikter.kz/"><em>Estelikter</em></a><em>-Verlags.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima Suleımenova</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gründerin von&nbsp;</em><a href="https://www.instagram.com/aina_stories/"><em>Aina</em></a><em>, der ersten Online-Literaturzeitschrift für zentralasiatische Autorinnen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Idee bis zum Buch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich eine Idee: Ich wollte die Erinnerung von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt sammeln und in einem Buch zusammenstellen. 2021 begann ich in Almaty ein Studium und setzte mich nebenbei akribisch mit der Stadt und ihren Bewohnern&nbsp;auseinander. Bald hatte ich genug Geschichten zusammen. Neben den Erinnerungen anderer Leute sind das auch viele persönliche Erinnerungen von mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Ich war viele Jahre lang im Verlagswesen für Kinderliteratur tätig, wo wir Weltbestseller für Kinder ins Kasachische übersetzt haben. Damals, 2014, war mir noch nicht in den Sinn gekommen, wie unterentwickelt unser heimischer Markt doch ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe der Jahre kehrte ich der Kinderliteratur den Rücken, um mich der Literatur für Erwachsene zu widmen und machte mich auch selbst ans Schreiben. Das brachte mich unausweichlich dazu, darüber nachzudenken, was wir als Menschen einmal für unsere Nachwelt hinterlassen werden: Wer wird einmal die Geschichten lesen, in denen sich unsere Epoche widerspiegelt? Wie sollen wir unsere eigenen Werte und kulturellen Codes weitergeben, wenn wir hauptsächlich ausländische Literatur lesen? Aus diesen Überlegungen entstand das Projekt „Aina“.&nbsp;</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Als Autorin in Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Die Lage der Schriftstellerinnen in Kasachstan hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Frauen verschaffen sich immer aktiver Zugang zur literarischen Welt und verschaffen sich zunehmend Gehör.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig treffen sie auf allerlei Schwierigkeiten und erhalten zum Beispiel kaum Unterstützung durch Verlage. Trotzdem schaffen immer mehr Autorinnen den Durchbruch, nicht nur in der Literatur, sondern in den Künsten allgemein. Aller Anfang ist schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Für mich hat sich gerade vieles zum Guten entwickelt &#8211; die Lesekultur hat Fahrt aufgenommen und mit ihr entstehen neue Verlage, Zeitschriften, Schreibschulen und Buchklubs. Für die Verleger gilt nun, diesen Stimmen Gehör zu verschaffen und keine falsche Scheu bei der Akquise unbekannter Autorinnen zu zeigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Feminismus in der kasachstanischen Literatur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Ich bin froh, dass die kasachstanische Gesellschaft mittlerweile mehr über wichtige Themen wie Femizid und Frauenfeindlichkeit spricht. Mehr und mehr hören wir Geschichten, die offen über Tabuthemen sprechen &#8211; und das ist sehr wichtig. Die Veröffentlichungen von Mai Sara („Elliot“) oder Altynai Sultan („Ablösung“) sind dafür gute Beispiele – ehrliche Prosa über die traumatischen Erfahrungen, die viele Frauen erleiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Der Feminismus hatte sicherlich einen Einfluss auf die kasachstanische Literatur. Autorinnen nehmen sich der gesellschaftlichen Rolle der Frau an, überdenken sie, thematisieren die Frauenrechte und brechen mit Stereotypen. Dadurch weiten Sie den literarischen Horizont und schaffen einen Raum für ignorierte und tabuisierte Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich könnte ihnen einen ganzen Strauß an Autorinnen nennen, ich kenne sie fast alle. Ihre Erfahrungen sind inspirierend. Sie motivieren mich, die taufrischen Texte auf unseren Schreibtischen endlich zu veröffentlichen. Da sind viele potenzielle Sterne dabei und es juckt mich in den Fingern, die endlich zum Leuchten zu bringen! Wir experimentieren gerne mit untypischen Texten, auch wenn das nicht jedem schmeckt. Aber wenn mir beim Lesen das Herz singt, muss der Text einfach unter die Leute!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesellschaftliche Erwartungen an Autorinnen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Autorinnen müssen häufig mit einer Reihe Stereotypen kämpfen. Einer der häufigsten ist, dass sie über traditionell „weibliche“ Themen schreiben müssen, über Liebe, Familienbeziehungen oder persönliche Erfahrungen. Das schränkt den thematischen Horizont ein, schadet der Kreativität und führt schließlich dazu, dass Werken von Frauen weniger Bedeutung zukommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Klischee will es so, dass Autorinnen sich nicht über die leichtverdauliche, weichgewaschene Literatur hinaustrauen. Was hart ist, sei den Männern vorbehalten. Wohin das führt? Dass Frauen ihre Gedanken lieber herunterschlucken, anstatt sie zu teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke aber, dass diese Klischees allmählich ihre Bedeutung verlieren. Moderne Frauen überschreiben sie, indem sie sich neuen Themen und Formen annehmen, ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wichtig ist, dass sie ihre Kreativität nicht durch die Erwartungen des Publikums einschränken lassen und dass sie ihre wahren Gedanken und Gefühle aufs Papier bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>„<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/">Der Wechsel auf die lateinische Schrift wirkt bis heute nach“ – eine Autorin und eine Verlegerin über den usbekischen Literaturbetrieb</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Man muss da eine Balance finden [zwischen ihrer inneren Welt und den gesellschaftlichen Erwartungen]. Zum einen müssen Frauen die bestehenden traditionellen Normen der Literatur beherrschen. Zum anderen müssen sie ihr Künstlerdasein mit dem familiären Alltag und sonstigen Verpflichtungen vereinbaren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um all diese Dinge auszubalancieren, brauchen die Autorinnen Gleichgesinnte an ihrer Seite, die sie unterstützen, ihre Stärken aus ihnen herauskitzeln und einen Raum schaffen, in dem sie keine Angst vor Verurteilung haben müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Erfahrungen von Frauen in der Literatur werden nicht wertgeschätzt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Seit vielen Jahren gelten Werke von Frauen als simpler und weniger bedeutsam als die ihrer männlichen Berufskollegen, nicht nur in Kasachstan, auch im Ausland. Doch indem sich immer mehr Schriftstellerinnen weltübergreifenden Themen annehmen und ihr Fachwissen unter Beweis stellen, erkämpfen sie sich Sichtbarkeit und Wertschätzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Autorinnen erleben es häufig, dass ihre Arbeit nicht als ernsthafte Arbeit, sondern als Hobby wahrgenommen wird. Es gibt auch ein tief verwurzeltes Stereotyp, dass Frauen nur sogenannte „Frauenliteratur“ schreiben. Oder dass freizügige Literatur zwangsläufig skandalös ist. Meiner persönlichen Beobachtung nach sind die meisten zeitgenössischen Autoren Frauen. Deshalb würde ich mir wünschen, dass die Erfahrungen von Frauen in der Prosa nicht als zweitrangig betrachtet werden und dass ihre Stimmen gehört werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbst ist die Autorin</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Mein Hauptproblem war anfangs erstmal der Mangel an Verlagen, also habe ich kurzerhand meinen eigenen, den Estelikter-Verlag, gegründet. Estelikter ist kasachisch für „Erinnerungen“. Sechs Monate lang suchte ich nach Sponsoren, vergebens. Ich automatisierte mein Verlagssystem und begann, mit Vorbestellungen zu arbeiten. Das führte uns in den ersten Monaten vor einige Probleme: Geldlücken, Betrüger und schlaflose Nächte. Doch der Kampf blieb nicht unbelohnt: Meinen 18. Geburtstag habe ich beim Finanzamt gefeiert und dort meinen Verlag angemeldet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Mir ist aufgefallen, dass Autorinnen untereinander schlecht vernetzt sind &#8211; sie teilen ihre kreative Arbeit zwar mit einem kleinen Publikum auf Telegram-Kanälen oder Facebook oder schicken ihre Werke an Verlage, bekommen aber keine Antworten. Darum habe ich die Plattform „Aina“ ins Leben gerufen, um die weibliche Schaffenskraft zu bündeln. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die kasachstanische Literaturlandschaft verändert sich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina</strong>: Ich denke, wir werden bald ein gesteigertes Interesse an Prosa und Poesie erleben. Denn die literarische Szene zählt seit einigen Jahren immer mehr Neuzugänge, männliche und weibliche, die die etablierten Traditionen hinterfragen und umdeuten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe außerdem, dass die kasachstanische Literatur auch den Genres mehr Raum bietet, die bis dato noch als Nischenliteratur gilt &#8211; Science Fiction, Horror, Fantasy – und sich auf mehr Experimente in Form und Stil einlässt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wünsche ich mir auch eine Verbesserung der finanziellen Situation, sei es durch weniger Druckkosten, mehr Zuschüsse bei Veröffentlichungen oder Werbung. Je erschwinglicher Literatur für die Autorinnen und Autoren selbst ist, desto wahrscheinlicher finden ihre Bücher ein Publikum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alima</strong>: Eine bessere Finanzierung heißt auch, kostenlose Veranstaltungsorte für Lesungen bereitzustellen, Schriftstellerinnen auf den ersten Metern ausgiebig mit Informationen zu unterstützen und Wettbewerbe mit Geldprämien für Autorinnen jeden Alters auszuschreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zere Amangeldinova für The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/people/experience/39745-my-privykli-chitat-zarubezhnuyu-literaturu-no-kak-togda-peredavat-nash-kulturnyy-kod">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Feministische Medien in Kasachstan: Was verändern sie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 21:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Feministische Medien spielen eine wichtige Rolle, aber nach Ansicht von Experten wird ihre Wirksamkeit durch einen Mangel an politischem Willen eingeschr&#xE4;nkt. Feministische Medien sind in Kasachstan zu einem wichtigen Instrument des Wandels geworden, das &#xFC;ber Themen wie Gleichstellung, Frauenrechte und nicht-bin&#xE4;re Menschen berichtet. Sie sind nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch ein Raum f&#xFC;r Dialog, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Feministische Medien spielen eine wichtige Rolle, aber nach Ansicht von Experten wird ihre Wirksamkeit durch einen Mangel an politischem Willen eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Feministische Medien sind in Kasachstan zu einem wichtigen Instrument des Wandels geworden, das über Themen wie Gleichstellung, Frauenrechte und nicht-binäre Menschen berichtet. Sie sind nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch ein Raum für Dialog, Unterstützung und Aktionen, die zuvor unmöglich erschienen. Medien wie &#8222;<a href="https://www.youtube.com/@BatyrJamalTalks">Batyr jamal</a><em>&#8222;, </em>Podcasts wie &#8222;<a href="https://open.spotify.com/show/0zxfkrYPH3YHeHOkUzneyx">Tits Talking</a>&#8220; oder &#8222;<a href="https://www.youtube.com/@momskiy_angime/videos">Mamskij äñgime</a>&#8220; und viele andere verändern bereits die öffentliche Meinung, bekämpfen Stereotypen und haben einen echten Einfluss auf das Leben der Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Was ich am meisten schätze, ist die kreative Freiheit“</em>, sagt Aısulu Toışibekova, Gründerin des Podcasts&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220; und des Podcast-Studios&nbsp;&#8222;Bulbul&#8220;. Die Priorität liege immer darin, dass der Podcast für andere wichtig ist. Die Vision des 2021 ins Leben gerufenen&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;-Podcasts ist es, dass Frauen, die nicht dem Mainstream angehören, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen auf sichere Weise teilen können.&nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Aısana Aşim, Gründerin von&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;, erinnert sich daran, wie der Abaı-Literaturforscher Omar Jalel im Jahr 2020 in seiner Rede an der Nazarbaıev-Intellektuellen-Schule Mädchen mit Textmarkern&nbsp;<a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/react/9885-takie-devushki-kak-markery-takie-markery-kak-ona">verglich</a>, die man ihm zufolge wegwerfe, wenn sie verbraucht sind. Der Literaturforscher erinnerte&nbsp;die Schülerinnen zudem daran, dass ihre Aufgabe nicht das Lernen, sondern das Gebären sei. Aısana Aşim war über diese Worte verärgert und in diesem Moment wurde ihr klar, dass die Idee, Medien für Frauen zu schaffen, die sie seit langem hegte, umgesetzt werden musste. Der Name&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;stammt aus dem Titel von Myrjakyp Dulatovs Roman&nbsp;&#8222;Bakytsyz jamal&#8220;. Das Wort&nbsp;<em>„</em>Batyr<em>“</em> bedeutet in der Übersetzung aus dem Kasachischen&nbsp;<em>„</em>stark<em>“</em>. Am 8. März 2021 wurde&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;auf Instagram, TikTok und anderen sozialen Netzwerken veröffentlicht und ist ein Projekt über Frauen und für Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aınur Iljasova erzählt, wie vor ein paar Jahren alles mit kurzen 20-minütigen Videos auf YouTube begann und sich dann zum Podcast &#8222;Mamskij&nbsp;äñgime&#8220; entwickelte. Der Podcast handelt von Mutterschaft, Schwangerschaft, Geburt und vielem mehr, mit Rubriken wie&nbsp;&#8222;Mutter und Tochter&#8220;,&nbsp;&#8222;Ehemann und Ehefrau&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Selfmadefrau&#8220;. In ihren Veröffentlichungen betont Iljasova die Bedeutung der Mutterschaft und das Wissen um die eigenen Rechte bei der Geburt sowie die Erholung nach der Geburt und das Problem der postpartalen Depression.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wurde während des Bestehens der Medien und Podcasts erreicht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In 3,5 Jahren hat&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;mehr als 186 Tausend Abonnent:innen: 99,5 Tausend in Instagram und 84 Tausend in TikTok, 3128 in Telegram. Die maximale Reichweite beträgt etwa 10 Millionen: 5 Millionen auf Instagram und 5 auf TikTok. Im Durchschnitt gibt es etwa eine Million Besucher:innen pro Monat auf jeder Plattform.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben einen großen Beitrag geleistet. Es gab Menschen und Blogger:innen, die angefangen haben, mehr über die Erfahrungen von Frauen zu sprechen. Damals benutzten viele Journalisten keinen Feminitiv, aber nach uns fingen sie damit an“</em>, sagt Aşim.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie weist auch darauf hin, dass die langjährige Arbeit von&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;bei der Berichterstattung über häusliche und sexualisierte Gewalt den kasachstanischen Präsidenten dazu bewogen hat, 2024 ein Gesetz zum Schutz gegen häusliche Gewalt zu&nbsp;<a href="https://rus.azattyq.org/a/32905737.html">verabschieden</a>. Das Team berichtete über jeden Prozess gegen den ehemaligen Wirtschaftsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quandyq_Bischimbajew">Quandyq Bişimbaev</a>, der seine Frau Saltanat Nukenova ermordet hatte, und verfolgte das Verfahren. Zusammen mit anderen Einflussinstrumenten wie Petitionen und Protesten von Aktivist:innen wurde Bişimbaev zu 24 Jahren Haft verurteilt. Ebenso beeinflusste laut Aşim ihre Arbeit die Sprache, die kasachstanische Journalist:innen beim Thema geschlechtsspezifische Gewalt benutzen. Die Medienseite hat&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/p/CV4son-s8fa/?igsh=b3V6Y2UxazBudmh6">Leitlinien</a>&nbsp;für die Medien veröffentlicht, wie man rücksichtsvoll und ethisch korrekt über Gewalt schreibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründerin des &#8222;Tits Talking&#8220;-Podcast Aısulu Toışibekova sagt, sie habe den weiblichen Blick in den Medien vermisst: <em>„Wenn es einen weiblichen Blick gab, war er mit Gewalt verbunden. Ich wollte etwas anderes. Ich hatte schon immer viele Frauen um mich herum, die großartige Projekte machen und mit echter Leidenschaft dabei sind. Ich dachte, warum werden sie nicht irgendwo eingeladen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Toışibekova arbeitet der&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;-Podcast nicht zielgerichtet, es handelt sich nicht um eine NGO und es gibt keine Ressourcen, um eine Community rund um das Studio oder den Podcast aufzubauen.&nbsp;<em>„Ich vermittle das Wissen und die Erfahrung, die in unserer Gemeinschaft bereits vorhanden sind. Manchmal ist es schwer, sie zu finden, und wir sind wie ein Kanal, der diese Erfahrungen und Menschen miteinander verbindet“</em>,&nbsp;so&nbsp;Toışibekova.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Folge von&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;&nbsp;wird von etwa 200 Menschen gehört. Toışibekova meint jedoch, dass sie die Bedeutung ihrer Arbeit nicht an Zahlen messen möchte. Sie sagt, dass der Audio-Podcast-Markt in Kasachstan gerade erst im Entstehen begriffen ist und dass es noch keine guten Metriken und Untersuchungen gibt. Die Marken selbst haben es nicht eilig, in Audio-Podcasts einzusteigen, und die Leute wissen nicht so recht, wo und wie sie sie finden sollen. Laut Toışibekova hat der Medienkonsum gelehrt, alles zu vereinfachen und zu vereinheitlichen – es sei einfacher, YouTube, Instagram und TikTok zu verwenden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kanal &#8222;Mamskij äñgime&#8220; hat heute 228.000  Abonnent:innen und eine Reichweite von 35 Millionen Menschen. Die Interviews werden in zwei Sprachen veröffentlicht: Russisch und Kasachisch. Laut Aınur Iljasova schreiben einige Menschen, dass sie dank der Interviews ihre Depression überwinden konnten. Die Autorin des YouTube-Kanals misst die Ergebnisse ihrer Arbeit anhand des Feedbacks. <em>„Kürzlich kam eine Frau auf mich zu und erzählte mir, dass sie eine Fehlgeburt erlitten hatte. Sie hat es dank des Kanals überwunden. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, etwas für die Menschen zu tun“</em>, erzählt Iljasova. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Iljasova und ihr Team haben ihr eigenes Studio eröffnet, einen Kunstraum. Es wird vermietet und der Podcast selbst wird dort aufgenommen. Im Moment arbeitet Iljasova an dem Projekt&nbsp;&#8222;Eltern ohne Grenzen&#8220;. Das beschäftigt sich unter anderem mit den Bedingungen für arbeitende Frauen in Kasachstan, was der Staat zur Verfügung stellt, welche Privilegien, Sozialleistungen die Frauen haben, welche Art von Kindergärten es im Land gibt. In diesem Jahr veröffentlichte Iljasova einen Film mit dem Titel&nbsp;&#8222;Qaşan tuasyn?&#8220;&nbsp;(Anm. d. Red.&nbsp;„Wann wirst du gebären?“) über den gesellschaftlichen Druck auf Mädchen. Iljasova war auch Schauspielerin, Autorin der Idee, Produzentin und Co-Drehbuchautorin der Serie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat sich nicht geändert oder verbessert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe nicht versucht, etwas grundlegend zu ändern, die Verantwortung eines Märtyrers zu übernehmen und die Welt zu verändern. Ich hatte eine Menge Urteile und Beschwerden. Dann habe ich mich hingesetzt und beschlossen, aktiv zu werden“</em>, gesteht die Autorin des Podcasts &#8222;Mamskij&nbsp;äñgime&#8220;. Iljasova sprach über eine noch nicht verwirklichte Idee – ein Projekt über Entbindungskliniken in Kasachstan.&nbsp;<em>„Es gibt auch gute Ärzte, aber niemand lässt mich die ganze Wahrheit sagen“</em>, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Toişibekova, die Autorin des Podcasts&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;, teilt mit, dass sie nicht in der Lage war, den Podcast zu einer regelmäßigen Sendung zu machen. Sie weist auf das bestehende Problem mit Podcasts und Monetarisierung in Kasachstan hin – Marken stellen Budgets zur Verfügung, um einmal im Jahr am 8. März über Frauenthemen zu berichten.&nbsp;<em>„Es ist schwierig für mich, denn die Werbekund:innen sind nicht interessiert. Sie sagen ‚unser Publikum wird es nicht verstehen‘“</em>, erklärt Toishibekova.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aşim stimmt ihr zu, sie glaubt, dass es eine Menge&nbsp;Pinkwashing&nbsp;unter den Marken gibt (Ausbeutung von LGBTQ+ Werten, um das eigene Image zu verbessern oder Profit zu machen, Anm. d. Red.).&nbsp;<em>„Für sie sind die Plattformen von Timur Balymbetov und Qanat Beısekeev sicherer als unsere. Sie haben Angst, sich einer Gefahr auszusetzen. Obwohl wir nicht über ein anderes Kasachstan&nbsp;schreiben“</em>, stellt Aşim fest. Die Gründerin von&nbsp;&#8222;Batyr Jamal&#8220; meint, dass die Medien aufgrund von Monetarisierungsproblemen nicht dauerhaft tragfähig sind. <em>„Wir könnten mehr Journalisten einstellen, mehr Material in kasachischer Sprache produzieren, die Regionen abdecken, eine Website erstellen und Offline-Veranstaltungen durchführen. Wir müssen weitermachen, ich denke, es wird uns schon gelingen“</em>, sagt Aşim.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wirken sich feministische Medien und Podcasts auf die Gesellschaft und das Leben von Frauen in Kasachstan aus und inwieweit können sie wirklich etwas bewirken?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Aıgerim Qusaınqyzy, einer Expertin für Frauenrechte, lassen sich die Auswirkungen von feministischen Medien und Podcasts an mehreren Schlüsselaspekten ablesen. Erstens wird das Bewusstsein für die Ungleichheit der Geschlechter geschärft und ein Raum geschaffen, in dem Frauen ihre Gedanken offen äußern können. Zweitens trägt die Gestaltung von Diskussionen über die Sexualität von Frauen, reproduktive Rechte und Feminismus dazu bei, diese Themen in der Gesellschaft zu normalisieren. Qusaınqyzy betont jedoch, dass Medien über Frauen hauptsächlich die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich ziehen, die sich bereits für Geschlechterfragen interessieren, und dass ihr Einfluss nur selten die breite Öffentlichkeit erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der Ergebnisse der Arbeit feministischer Medien und Podcasts, so Qusaınqyzy, ist der Abbau von Stereotypen, die mit dem Begriff&nbsp;&#8222;quyat&#8220;&nbsp;(Scham, Anm. d. Red.) verbunden sind, und die Förderung der Sexualerziehung. Die Podcasts&nbsp;&#8222;Ūiat emes&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Queer Squirt&#8220;&nbsp;verringerten die Stigmatisierung von Themen im Zusammenhang mit Menstruation und Verhütung und verbesserten den Zugang zu diesen wichtigen Informationen für Frauen und Mädchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veröffentlichung von Erfolgsgeschichten von Frauen in der Wirtschaft und in Führungspositionen durch&nbsp;&#8222;Manşuq Media&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;inspirieren und unterstützen andere Frauen, unternehmerische Initiativen zu entwickeln. Nach&nbsp;<a href="https://forbes.kz/news/newsid_296866">Angaben</a>&nbsp;des kasachstanischen Wirtschaftsministeriums ist beispielsweise die Zahl der aktiven kleinen und mittleren Unternehmen seit 2012 um 44 Prozent auf über 1,4 Millionen gestiegen, wobei 44,6 Prozent derjenigen von Frauen geführt werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Obwohl feministische Medien wichtige Themen ansprechen, bleibt ihr Einfluss auf Änderungen in der Gesetzgebung und Politik gering, da es an Unterstützung auf staatlicher Ebene und am politischen Willen zur Veränderung fehlt“</em>, meint Qusaınqyzy.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Fariza Ospan für CABAR</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Aus dem&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/media-o-zhenshhinah-chto-oni-menyayut-v-kazahstane">Russischen</a>&nbsp;von Irina Radu</p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>„Wir kennen nur die männliche Seite unserer Familiengeschichte“: Terek Story arbeitet die weibliche Geschichte Kasachstans auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 11:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Dekolonialität]]></category>
		<category><![CDATA[Ethnographie]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Die Geschichte meiner Vorfahren ist meine Geschichte&#x201C;. Dies ist der Standpunkt des Teams der Initiative Terek Story, das die Geschichte Kasachstans durch die Geschichten seiner Einwohner:innen beleuchten will. Vlast sprach mit dem Projektteam &#xFC;ber einen neuen Blick auf die Vergangenheit, die Ethnografie der Familien und den Wunsch, eine geografische digitale Karte der Familienerinnerungen zu erstellen.&#xA0; [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>„Die Geschichte meiner Vorfahren ist meine Geschichte“</em>. Dies ist der Standpunkt des Teams der Initiative <a href="https://www.instagram.com/terekstory/">Terek Story</a>, das die Geschichte Kasachstans durch die Geschichten seiner Einwohner:innen beleuchten will. Vlast sprach mit dem Projektteam über einen neuen Blick auf die Vergangenheit, die Ethnografie der Familien und den Wunsch, eine geografische digitale Karte der Familienerinnerungen zu erstellen</strong>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Terek Story wurde im Mai letzten Jahres mit <a href="https://www.aulinspired.org/">Aul Inspired</a> und dem <a href="https://ru.policysolutions.kz/">Zentrum für politische Lösungen</a> als Partner ins Leben gerufen. Während der dreimonatigen Pilotphase des Projekts wurden 26 Geschichten aus verschiedenen Teilen Kasachstans gesammelt. Das Team besteht nun aus 11 Personen. Während der Pilotphase wurden Workshops abgehalten und mehrere Podcast-Episoden zum Thema Familienethnographie produziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Geschichte, weshalb ich das Fach auch an der Universität studiert habe. Viele Menschen denken, dass Geschichte eintönig und langweilig ist und keinen Einfluss auf uns hat. Aber in Wirklichkeit ist die Geschichte unsere Vergangenheit, die Vergangenheit unserer Familie“</em>, sagt Gulnaz Tulenova, die Projektleiterin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Terek Story sammelt Geschichten auf zwei Arten: Es gibt eine Instagram-Seite, auf der jeder die Geschichte seiner Familie teilen kann, indem er das Projektteam kontaktiert. Man kann dort auch selbst einen Beitrag in den sozialen Medien verfassen und einen speziellen Hashtag hinzufügen. Die Projektseite enthält Leitfragen wie: <em>„Bist du gerne zur Schule gegangen?“, „Hattest du Geheimnisse vor deinen Eltern?“, „Wie war deine Kindheit?“, „Wann und wo hast du deine erste Liebe kennengelernt?“</em> und so weiter. Die zweite Möglichkeit, Geschichten zu sammeln, sind Live-Interviews.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Identitätsfindung durch das Studium der sieben Familienstämme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tulenova zeichnet derzeit die Geschichte ihrer Großmutter mütterlicherseits auf, da sie andere Verwandte der älteren Generation nicht erreicht hat. Sie glaubt, dass dies dazu beitragen wird, die Geschichte aus einer neuen Perspektive zu betrachten. <em>„Meine Großmutter wurde zum Beispiel während des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot"><em>Ascharschylyk</em></a><em> (Hungersnot,</em> <em>Anm. d. Red.) mit zwei Kindern allein gelassen, aber trotz der Schwierigkeiten kehrte sie zu ihren Verwandten zurück. Der Ascharschylyk hatte direkte Auswirkungen auf meine Familie. Vor nicht allzu langer Zeit erfuhren wir, dass mein Urgroßvater während der </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_A%C3%B1yraqai"><em>Schlacht von Anrakai</em></a><em> (Dezember 1729&nbsp; – Januar 1730, Anm. d. Red.) nach </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taras_(Kasachstan)"><em>Taraz</em></a><em> gezogen war. Jetzt ist die Schlacht von Anrakai für mich kein entferntes Ereignis mehr, sondern eine Geschichte, die meine Familie betrifft“</em>, sagte sie. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tulenova meint, dass die Geschichte Kasachstans stark verzerrt ist und viele Lücken aufweist. Sie möchte, dass Terek Story eine Plattform ist, auf der die Menschen ihre Version der Geschichte erzählen können. <em>„Es gibt so viele unterrepräsentierte Teile der Geschichte. Schließlich hat jede Familie, jedes Familienmitglied seine eigene Stimme, Meinung und Geschichte“</em>, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist der Auffassung, dass die Kenntnis der Geschichte der eigenen Vorfahren viele Fragen zur Identität beantworten kann: <em>„Einige ältere Familienmitglieder leben auf dem Land, während ihre Kinder und Enkel in der Stadt leben. Dann fangen sie an, sich die Frage zu stellen: ‚Wer bin ich?‘ Und die Antwort findet man im Prozess des Nachdenkens, genauer gesagt, im Studium der sieben Familienstämme“</em>.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erzählte Familiengeschichten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich wurde von meiner Oma aufgezogen“</em>, so beginnt Jandos Aktaevs Geschichte über seine Großmutter Yrysaldy. Ihr Name bedeutet <em>„Vorbote des Glücks“</em> auf Kasachisch. Sie wurde 1926 im Dorf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schijeli">Schieli</a> in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qostanai_(Gebiet)">Qostanai</a> geboren. Sie überlebte Hungersnot, Krieg, den Zusammenbruch der Sowjetunion und die Unabhängigkeit des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Bedingungen, unter denen sie aufwuchs, förderten in ihr die Toleranz gegenüber anderen. Damals kämpften alle ethnischen Gruppen gemeinsam gegen den Hunger und unterstützten sich gegenseitig, das brachte alle zusammen“</em>. Er beschrieb, wie seine Großmutter nicht nur kasachische Nationalgerichte, sondern auch kaukasische (tschetschenische) Galuschki, Kholodets und andere Gerichte kochte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen des Krieges erhielt Yrysaldy keine Schulbildung, aber sie unterstützte stets das Streben ihrer Kinder und Enkel danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Meine Oma sagte immer, dass nur ehrliche Arbeit und familiäre Werte uns stärker und glücklicher machen können. Sie ist im Februar 2023 im Alter von 97 Jahren von uns gegangen. Obwohl sie nicht mehr unter uns weilt, wird die Weisheit, die sie uns vermittelt hat, immer in meinem Herzen weiterleben. Wir werden sie als eine starke und freundliche Frau in Erinnerung behalten, die die besten Eigenschaften der kasachischen Kultur und Traditionen verkörperte“</em>, meint Aktaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anderen Geschichte, die das Team von Terek Story gesammelt hat, erinnert sich der 1942 während des Zweiten Weltkriegs geborene Ryskeldi Jaqaschūly an seine Jugend und daran, wie seine Eltern zwei Töchter und vier Jungen großzogen. Sie lebten im Dorf Taldy, dann im Dorf Boleksaz, Bezirk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kegen">Kegen</a>, Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>. Als sein Vater Jaqasch an die Front geschickt wurde, war seine Mutter Abzel schwanger. Daher erhielt der Sohn den Namen Ryskeldi <em>„yrys keldi“</em>, was auf Kasachisch <em>„Erfolg“</em> bedeutet. Sein Vater kehrte jedoch nie aus dem Krieg zurück. Seine Mutter Abzel arbeitete anschließend als Melkerin auf dem staatlichen Bauernhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Kindheit an interessierte sich Ryskeldi Jaqaschūly für das Tischlerhandwerk. Er begann mit dem Basteln von alten Brettern in der Scheune, und in fortgeschrittenem Alter schuf er Gegenstände, die für das tägliche Leben notwendig waren.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ryskeldi erzählt, dass er schon in jungen Jahren zu arbeiten begann, aber trotzdem Zeit für verschiedene Spiele fand. Die Kinder nahmen zum Beispiel einen Stein, wickelten ihn in Kuhfell und formten so einen Ball. <em>„Und wenn es im Dorf einen Feiertag gab, dann durfte der </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aytysh"><em>Aıtysch</em></a><em>-Wettbewerb nicht fehlen</em><em>. Der Filz der Jurte wurde in eine Bühne verwandelt. Auch damals spielten die jungen Leute das Spiel Aksuiek (mit Kuhknochen, Anm. d. Red.)“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er eine vierjährige Schule in Taldy besucht hatte, setzte er seine Ausbildung im Kegen fort. Und nach der 8. Klasse lernte er im Dorf <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%96%D0%B0%D0%BB%D0%B0%D0%B3%D0%B0%D1%88">Zhalagasсh</a> den Beruf des Kraftfahrers. Anschließend diente er in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladiwostok">Wladiwostok</a> in der Turbinenbranche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eines Tages begaben wir uns mit einer Mannschaft auf eine lange Reise in den Pazifik, um verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Wir überquerten den Äquator und gelangen am Ufer in Indonesien“</em>, erzählt Jaqaschūly. Nach der Demobilisierung arbeitete er als Bergarbeiter in einem Bergwerk im Dorf Tūıyq. Dort wurden Zink und Blei abgebaut und zur Weiterverarbeitung in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tekeli">Tekeli</a> in die Blei-Zink-Anlage geschickt. Danach arbeitete er als Kranführer und heiratete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Weibliche Perspektive auf Geschichte und Dekolonialität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektleiterin Tulenova ist der Meinung, dass die Schezhire, eine Ahnentafel der Generationen, über Männer aus der Perspektive von Angehörigen des gleichen Geschlechts geschrieben wird. Frauen kämen darin nicht vor: <em>„Wir sollten die Verdienste der Frauen nicht ausklammern“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elmira Kakabaeva, Schriftstellerin und Autorin des [russischsprachigen, Anm. d. Red.] Online-Kurses <em>„</em><a href="https://writelikeagrrrl.ru/semeynaya-etnografiya"><em>Familienethnographie oder wie man sein Schreiben entkolonialisiert</em></a><em>“</em>, die die Initiativgruppe des Projekts berätteilt diese Ansicht. Mit einer weiblichen Perspektive, sagt sie, wird es möglich sein, mehr über die weibliche Seite der Geschichte zu erfahren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mir wurde immer gesagt, dass ich die sieben Stämme meiner Familie kennen sollte. Dann wurde mir klar, dass wir nur die männliche Seite unserer Familiengeschichte kennen. Aber Frauen leben dieses Leben genauso, und sie haben oft sogar ein komplizierteres Leben“</em>, so die Schriftstellerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihrer Meinung nach ist die Welt der Frauen in manchen Kulturen verschlossener. Wenn sich beispielsweise Anthropolog:innen für eine Forschungstätigkeit entscheiden, steht ihnen die weibliche Welt mehr offen als den Männern. Deshalb bietet Kakabaeva einen Kurs nur für Frauen an, in dem sie über ihre Großmütter sprechen und nachdenken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/dekolonial-queer-feministisch-zentralasiatischer-kurzfilm-beim-goeast-filmfestival-2023/">Dekolonial, queer, feministisch – zentralasiatischer Kurzfilm beim goEast Filmfestival 2023</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tulenova ist der Meinung, dass Frauen die Träger:innen von Geschichten sind – sie lesen ihren Kindern und Enkeln Geschichten vor, und wenn diese heranwachsen, erzählen sie die Neuigkeiten, die in ihrem Stammbaum geschehen sind. Deshalb sei es wichtig, den weiblichen Teil der Geschichte zu zeigen. <em>„In unserem Projekt Terek Story wurden viele Geschichten von Frauen übernommen. Das sollte die Norm sein“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kakabaeva begann nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, über Familiengeschichte nachzudenken. Daraufhin begann sie wieder, einen Text zu schreiben, in dem sie über ihre Verbindung zu ihren Vorfahren nachdenkt. Das war der Beginn ihres Schreibkurses <em>„Ich begann zu reflektieren und erkannte, dass meine Vorfahren ein sehr erfülltes Leben führten. Das 20. Jahrhundert hatte gerade begonnen, eine Zeit großer Veränderungen. Und plötzlich wurde mir klar, dass ihr Leben mein Geschichtslehrbuch ist. Alles, was wir in der Schule gelernt haben, ist an uns vorbeigeflogen. Wir haben einige Daten auswendig gelernt, um unsere Prüfungen zu bestehen. Aber nach einer Weile vergisst man alles. Und dann schaut man sich das Leben seiner Verwandten, seiner Großeltern an, die dieses Leben gelebt haben, und plötzlich wird es so greifbar, dass man wirklich ein Produkt dieses historischen Prozesses wird“</em>, sagte sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ein Archiv mündlicher Überlieferungen ist für die Wissenschaft stets von Nutzen“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kakabaeva glaubt, dass man etwas Neues lernen kann, wenn man sich mit der Geschichte einer Familie beschäftigt. Und das wiederum führt zum Begriff der Dekolonialität. <em>„Man kann herausfinden, warum das Leben so und nicht anders verlaufen ist. Das Interessanteste ist, dass wir die Lebensentscheidungen unserer Vorfahren verstehen können“</em>, meint sie. Bei der Dekolonialität geht es auch darum, etwas zu kritisieren, das in einem festgefahrenen Konstrukt existiert, um ihm Einhalt zu gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kakabaeva ist überzeugt, dass das Projekt zur Bewahrung der Erinnerungen beitragen wird<em>. „In Kirgistan gibt es zum Beispiel das </em><a href="https://ru.esimde.org/"><em>Esimde</em></a><em>-Projekt, bei dem ein Team von Forscher:innen mündliche Überlieferungen zu verschiedenen historischen Themen sammelt. Sie reisen in Dörfer, Städte und Gemeinden und führen dort Interviews durch. Ein Archiv mündlicher Überlieferungen ist für die Wissenschaft stets von Nutzen“</em>, so die Schriftstellerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektleiterin Gulnaz Tulenova wiederum stellt fest, dass Terek Story in die gleiche Richtung geht. Sobald genügend Geschichten gesammelt sind, werden sie nach Jahr und Inhalt in Gruppen eingeteilt. <em>„Dann können wir Forscher:innen ansprechen, die in Zukunft Materialien nach Themen finden und dann Analysen für ihre eigene Forschung durchführen können“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt wird auf Kasachisch durchgeführt, und die Geschichten werden anschließend ins Russische und Englische übersetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Förderung der Kommunikation zwischen Generationen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wort <em>„Terek“</em> bedeutet auf Kasachisch <em>„Pappel“</em>. Aliia Şaıhina, Koordinatorin des Sozialprojekts Aul Inspired, hatte die Idee für den Namen des Projekts. Laut Tulenova wird dieser Baum in Dörfer in einer Reihe gepflanzt, manchmal anstelle eines Zauns. <em>„Mein Großvater hat seinen Kindern einmal ein paar Nachbarhäuser gekauft. Ihre Häuser sind mit Pappeln umzäunt. ‚Terek‘ bedeutet eigentlich Umfriedung, Familienbaum“</em>, erklärt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptziel von Terek Story ist es, so Tulenova, die Kommunikation zwischen Generationen zu fördern, was letztendlich dazu beitragen soll, unerzählten Geschichten eine Stimme zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/auf-zum-marsch-wofuer-kaempft-die-feministische-bewegung-kasachstans/">„Auf zum Marsch”: Wofür kämpft die feministische Bewegung Kasachstans?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Dezember 2023 hat eine neue Phase des Projekts begonnen – das Team wird nun Geschichten aus verschiedenen Regionen sammeln. Sie konzentrieren sich jetzt auf Städte im Norden Kasachstans und wollen direkt mit den Erzähler:innen sprechen. Ziel ist es, bis Mai etwa 50 Geschichten zu sammeln. Terek Story plant, aus den gesammelten Geschichten eine geografische digitale Karte zu erstellen. Nach dem Norden Kasachstans wollen sie auch die südlichen Regionen des Landes besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tulenova merkt an, dass das Projekt nicht nur Geschichten von Kasach:innen, sondern auch von anderen im Land lebenden Menschen unterschiedlicher Herkunft erfassen will. <em>„In der Pilotversion gab es jeweils Geschichten von einer uigurischen, einer deutschen und einer russischen Großmutter. Wir wollen die Geschichte von ganz Kasachstan erzählen. Unser Land ist multikulturell“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Rahmen des Pilotprojekts gesammelten Geschichten wurden in einer begrenzten Auflage veröffentlicht und den Erzählerfamilien überreicht. Laut Tulenova waren diese Familien sehr stolz darauf, ein solches Erbe in gedruckter Form zu haben. Jetzt sind alle diese Geschichten elektronisch auf der Website des Zentrums für politische Lösungen gespeichert. Das Projekt plant für die Zukunft eine eigene Website, auf der alle Geschichten sowie Podcasts und Workshops, die derzeit durchgeführt werden, zusammengestellt werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Akbota Uzbekbaı für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/life/58768-my-znaem-tolko-muzskuu-storonu-istorii-nasego-roda.html">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wir-kennen-nur-die-maennliche-seite-unserer-familiengeschichte-terek-story-arbeitet-die-weibliche-geschichte-kasachstans-auf/">„Wir kennen nur die männliche Seite unserer Familiengeschichte“: Terek Story arbeitet die weibliche Geschichte Kasachstans auf</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie tadschikische Frauen Stereotypen verändern und &#8222;männliche&#8220; Berufe ergreifen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 May 2023 17:21:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chudschand]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>F&#xFC;r Frauen in Tadschikistan ist es schwierig, Geschlechterstereotypen zu durchbrechen und ein gleichwertiges Einkommen wie M&#xE4;nner zu erreichen. Umso wertvoller sind die Erfahrung und das Engagement derjenigen Frauen, die keine Angst haben, die patriarchale Gesellschaft herauszufordern, Stereotypen zu &#xFC;berwinden und sich in nicht traditionellen Frauenberufen zu etablieren. Eine von ihnen ist die Automechanikerin Mawsuna Sanginowa. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für Frauen in Tadschikistan ist es schwierig, Geschlechterstereotypen zu durchbrechen und ein gleichwertiges Einkommen wie Männer zu erreichen. Umso wertvoller sind die Erfahrung und das Engagement derjenigen Frauen, die keine Angst haben, die patriarchale Gesellschaft herauszufordern, Stereotypen zu überwinden und sich in nicht traditionellen Frauenberufen zu etablieren. Eine von ihnen ist die Automechanikerin Mawsuna Sanginowa.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan gilt als ein Land mit einem<a href="https://www.vsemirnyjbank.org/ru/country/tajikistan"> hohen</a>&nbsp; <a href="https://www.pragueprocess.eu/ru/countries/423-republic-of-tajikistan">Armutsniveau</a>, da nicht nur Frauen, sondern auch Männer Schwierigkeiten haben, im eigenen Land einen Arbeitsplatz zu finden. Nach <a href="https://www.knomad.org/sites/default/files/2019-08/World%20Bank%20Board%20Briefing%20Paper-LEVERAGING%20ECONOMIC%20MIGRATION%20FOR%20DEVELOPMENT_0.pdf">Angaben der Weltbank</a> geht deshalb jeder vierte Bürger des Landes als Arbeitsmigrant ins Ausland, meist nach Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem <a href="https://hdr.undp.org/gender-development-index#/indicies/GDI">Gender Development Index</a> der Weltbank sind Frauen in Tadschikistan häufiger arbeitslos als Männer &#8211; 69 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter haben keinen Job, gegenüber 49 Prozent der Männer.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mawsuna Sanginowa verbrachte acht Jahre ihres Lebens in Russland. Dort arbeitete sie als Handwerkerin und leistete zusammen mit Männern schwere Arbeit auf Baustellen. Doch nach ihrer Rückkehr beschloss sie, einen &#8222;Männerberuf&#8220; zu erlernen, um ihrer Familie ein tägliches Einkommen zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist sie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> und darüber hinaus als Usto (Meisterin) Mawsuna bekannt. Dieser Name wurde ihr von ihren Kunden gegeben, für die sie seit einem Jahr Autos repariert. Sie arbeitet als Automechanikerin – ein Beruf, der in der tadschikischen Gesellschaft meist Männern zugeschrieben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nach Russland und zurück</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die 30-jährige Mawsuna ist das Schlosserhandwerk nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensnotwendigkeit. Sie war 18, als sie heiratete. Von den ersten Tagen ihrer Ehe an lebten sie und ihr Mann in einer Mietwohnung, während sich in Tadschikistan jeder eine eigene Wohnung wünschte. Da das Geld nicht ausgereicht hat, mussten sie und ihr Mann nach Russland auswandern, um dort zu arbeiten. Sie sagt, dass sie auch während der Migration in Russland hauptsächlich in &#8222;männlichen&#8220; Berufen tätig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-schwierige-situation-tadschikischer-arbeitsmigranten-in-russland/"><strong>Die schwierige Situation tadschikischer Arbeitsmigranten in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Während der acht Jahre, die ich in der Arbeitsmigration gearbeitet und gelebt habe, habe ich mich an alle Arten von Arbeit gewöhnt. Es war hauptsächlich Tagelöhnerei. Ich arbeitete mit unseren Migranten auf Baustellen und grub Gräben für die Trinkwasserversorgung. Wo immer ich hinging, verdiente ich mein Brot mit ehrlicher Arbeit. Aber das Leben in der Migration ist nicht einfach. Ich beschloss, dass ich zwar Tagelöhnerin sein würde, aber dennoch in meinem Heimatland leben wollte&#8220;</em>, sagt Mawsuna.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie im Jahr 2020 nach Chudschand zurückkehrte, hatte Mawsuna bereits zwei kleine Kinder. Da beschloss sie, dass sie eine Ausbildung machen musste, um ihren Kindheitstraum zu erfüllen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Kindheitstraum</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie sich an der Berufsschule Nr. 44 in Chudschand beworben hat, wurden ihr Näh- und Designkurse angeboten. Aber sie träumte davon, Automechanikerin zu werden. Ihr Vater, der sein ganzes Leben lang als Automechaniker gearbeitet hatte, war ein Vorbild für sie. Als Mawsuna klein war, liebte sie es, ihrem Vater beim Arbeiten zuzusehen. So entstand in ihr der Wunsch, in die Fußstapfen des Vaters zu treten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die junge Frau lernte in einer Gruppe mit 29 anderen Jugendlichen. Dies geschah zum ersten Mal in der Geschichte der Berufsschule. Laut Mawsuna glaubte niemand, dass sie ihrem gewählten Beruf treu bleiben würde.&nbsp; Doch nach einem Jahr Lehrzeit lernten die männlichen Mitschüler nun von Mawsuna die Feinheiten des Handwerks.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Als ich mit der Ausbildung begann, waren die Kinder noch jung. Außerdem war es so, dass die gesamte Versorgung der Familie auf meinen Schultern ruhte. Es gab keine Arbeit und auch kein Einkommen. Aber ich setzte mir das Ziel, Unternehmerin zu werden, damit ich einen angemessenen Platz im Leben finden konnte. Morgens ging ich zur Schule, und nach der Schule putzte ich die Häuser der Leute und wurde dafür bezahlt. So habe ich mein Studium beendet&#8220;</em>, sagt Mawsuna im Gespräch mit CABAR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/dekolonial-queer-feministisch-zentralasiatischer-kurzfilm-beim-goeast-filmfestival-2023/"><strong>Dekolonial, queer, feministisch – zentralasiatischer Kurzfilm beim goEast Filmfestival 2023</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Ich dachte immer, dass ich einen Job finden muss, bevor ich die Schule abschließen kann. Aber nicht jeder Handwerker würde einer Frau vertrauen und ihr einen Platz in seiner Werkstatt geben. Mit der Unterstützung meiner Lehrer habe ich ein Projekt geschrieben und es für ein Präsidentenstipendium angemeldet. Glücklicherweise hat der Ausschuss mein Projekt angenommen. Ich erhielt einen Zuschuss von 40 000 Somoni (etwa 4 000 US-Dollar), um moderne Geräte zu kaufen und eine Werkstatt einzurichten. Der 6. Juni 2022 war mein erster Tag in der Werkstatt&#8220;</em>, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr findet in Tadschikistan ein Wettbewerb um das Stipendium des Präsidenten und das Stipendium der Gebiets-, Stadt- und Bezirksverwaltungen für begabte Frauen statt. Gulnora Gadojbekowa, leitende Fachkraft der Abteilung für Frauen- und Familienarbeit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a>, sagt, dass in ihrer Praxis viele Handwerkerinnen ihre Projekte zur Entwicklung des Handwerks eingereicht haben, um solche Zuschüsse zu erhalten. Darunter waren Frauen, die sich mit Schmiedekunst, Kupferprägung, Gravur und Malerei beschäftigten. In der Geschichte des Wettbewerbs hat jedoch nur Mawsuna Sanginowa ein Projekt für eine Schlosserei und eine Maschinenwerkstatt für diesen Zuschuss eingereicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Heute ist sie ein Vorbild für viele Frauen und Mädchen in der Provinz Sughd. Denn ungeachtet verschiedener Lebensprobleme und Stereotypen in der traditionellen tadschikischen Gesellschaft hat sie ihren Traum verwirklicht und ihr Ziel erreicht&#8220;</em>, sagt Gadojbekowa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Allein unter Männern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkstatt von Mawsuna befindet sich in einem Gebäudekomplex, in dem nur Männer arbeiten. <em>&#8222;Am ersten Arbeitstag kamen drei Männer mit ihren Autos und haben mich mit Argwohn und Misstrauen angeschaut. Aber als ich ihre Autos gut repariert habe, wurden sie alle meine Stammkunden&#8220;</em>, sagt Mawsuna.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat Mawsuna ihren eigenen Kundenstamm aufgebaut, und ihr Ruf als gute Mechanikerin hat sich über Chudschand hinaus verbreitet. Die männlichen Fahrer behandeln die Meisterin mit Respekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer von ihnen ist Bahodur Pulotow, ein Taxifahrer mit 20 Jahren Erfahrung. Vor acht Monaten wandte er sich auf Empfehlung von Freunden an Mawsuna, um den Motor seines Autos reparieren zu lassen. Seiner Meinung nach haben ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Gewissenhaftigkeit und ihre hochwertige Reparaturarbeit ihn zu einem Stammkunden von Usto Mawsuna gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Es gibt Handwerker, zu denen man sein Auto zur Reparatur bringt, die es aber so schlecht reparieren, dass man das Auto zwei Tage später wieder in die Werkstatt bringen muss. Aber Mawsuna ist, obwohl Schlosser ein Männerberuf ist, mit Hingabe bei der Sache. Und die Qualität ihrer Arbeit ist die beste; ich habe volles Vertrauen in sie&#8220;</em>, sagt Pulotow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Männliche Arbeitskollegen erkennen Mawsuna als geschickte Handwerkerin an und respektieren sie für ihre Professionalität. Einer von ihnen ist der 35-jährige Amir Atohuschaejew. Er sagte in einem Gespräch, dass Mawsuna ein Talent von Gott habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/arbeitslosigkeit-armut-und-missbrauch-das-leben-der-frauen-in-den-entlegenen-gebieten-tadschikistans/"><strong>Arbeitslosigkeit, Armut und Missbrauch: Das Leben der Frauen in den entlegenen Gebieten Tadschikistans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Sie repariert Autos mit großem Geschick und Enthusiasmus.&#8220;</em> Und habe keine Angst vor harter Arbeit. Sie ist ihrem Beruf treu. <em>&#8222;Nicht jede Frau wählt diesen Beruf und bleibt standhaft bei ihrer Wahl&#8220;</em>, sagt er. Derzeit kommen Mawsunas Kunden aus der ganzen Provinz Sughd und sogar aus Duschanbe in ihre Werkstatt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In nur einem Jahr Tätigkeit in ihrer Werkstatt hat Mawsuna bereits sieben jungen Männern das Handwerk beigebracht, die daraufhin auf der Suche nach Arbeit ausgewandert sind. Derzeit haben sich drei Mädchen angemeldet, um als Lehrlinge bei Mawsuna die Feinheiten der Kfz-Mechanikerausbildung zu erlernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft plant Usto Mawsuna, ihre Werkstatt zu erweitern und weitere Frauen und Mädchen in ihrem Beruf auszubilden. Sie träumt davon, eine große Werkstatt einzurichten, in der nur Frauen Autos reparieren und damit ihren Lebensunterhalt verdienen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>CABAR</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/kak-tadzhikskie-zhenshhiny-menyayut-stereotipy-i-osvaivayut-muzhskie-professii"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Amina Akhrorkulova</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-tadschikische-frauen-stereotypen-veraendern-und-maennliche-berufe-ergreifen/">Wie tadschikische Frauen Stereotypen verändern und &#8222;männliche&#8220; Berufe ergreifen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Kampf um feministischen Marsch am 8. März</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-kampf-um-feministischen-marsch-am-8-maerz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2023 10:08:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[8. März]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampftag]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Stadtverwaltung von Almaty hat erneut den f&#xFC;r den Internationalen Frauentag am 8. M&#xE4;rz geplanten Frauenmarsch verboten. Feministische Organisationen k&#xFC;ndigten an, wie schon im vergangenen Jahr f&#xFC;r die Durchf&#xFC;hrung des Marsches zu k&#xE4;mpfen. &#x201E;Wir wollen diese Kundgebung in dem Wissen verlassen, dass der Marsch am 8. M&#xE4;rz stattfinden wird.&#x201C; Dies erkl&#xE4;rte die kasachstanische Menschenrechtsaktivistin Tatiana [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Stadtverwaltung von Almaty hat erneut den für den Internationalen Frauentag am 8. März geplanten Frauenmarsch verboten. Feministische Organisationen kündigten an, wie schon im vergangenen Jahr für die Durchführung des Marsches zu kämpfen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir wollen diese Kundgebung in dem Wissen verlassen, dass der Marsch am 8. März stattfinden wird.“</em> Dies <a href="https://vlast.kz/novosti/53765-bolee-150-celovek-sobralis-na-miting-za-pravo-provedenia-zenskogo-marsa-8-marta-v-almaty.html">erklärte</a> die kasachstanische Menschenrechtsaktivistin Tatiana Chernobil am 5. Februar bei einer Kundgebung in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almatys</a> Gandhi-Park. Dort hatten sich mehr als 150 Menschen versammelt, um gegen das von der Stadtverwaltung verhängte Verbot einer Demonstration zum Internationalen Frauentag zu protestieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadtverwaltung lehnt den Marsch wegen einer bereits für dieses Datum geplanten Veranstaltung der <a href="https://www.instagram.com/league_volunteers/?hl=fr">Liga der Freiwilligen</a> ab. Laut der dem jährlichen Marsch gewidmeten <a href="https://www.instagram.com/p/CmZarI4K9Oo/">Instagram</a>-Seite hat die Verwaltung allerdings nichts zu diesem Event kommuniziert. Darüber hinaus seien die Organisator:innen sogar „Druck“ von Seiten der Behörden ausgesetzt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Bereits im letzten Jahr war die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/8-maerz-in-almaty-frauen-gehoeren-in-die-politik/?noredirect=de-DE">Demonstration in Almaty</a> erst im letzten Moment erlaubt worden. Und auch dieses Jahr geht der feministische Kampf weiter. Wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/32246078.html">Radio Azattyq</a> berichtet, fand am 30. Januar in Astana eine von der Frauenbewegung <a href="https://www.instagram.com/myqty.women/?hl=fr">Myqty Women</a> organisierte Kundgebung statt, an der etwa fünfzig Menschen teilnahmen. Die Forderungen waren eine stärkere Achtung von Frauenrechten sowie härtere Strafen für Belästigung und sexuelle Gewalt.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Tabu der Demonstration am 8. März in Almaty</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> 2017 fand der erste feministische Marsch in Almaty statt, ohne dass die Aktivist:innen eine Genehmigung von der Stadtverwaltung erhalten hätten, erläutert <a href="https://centralasia.media/news:1861117?from=portal&amp;place=last">CentralAsia.Media</a>. 2019 genehmigten die Behörden erstmals offiziell <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-erstmals-feministische-kundgebung-genehmigt/">eine feministische Kundgebung</a> und dann einen feministischen Marsch. Doch 2020 wurde den Organisationen <a href="https://femagora.org/">FemAgora</a>, <a href="https://www.facebook.com/kazfem/">KazFem</a> und <a href="https://www.frontlinedefenders.org/en/organization/feminita">Feminita</a> die Genehmigung verweigert, am 8. März einen Marsch zu organisieren. Im Jahr 2021 wurde der bisher größte feministische Marsch in Kasachstan nach einigen Schwierigkeiten von Almatys Stadtverwaltung genehmigt. Die Teilnehmenden gingen etwa fünf Kilometer durch die Straßen der Stadt. Verschiedenen Schätzungen zufolge nahmen zwischen 500 und 1.000 Personen teil. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/8-maerz-in-almaty-frauen-gehoeren-in-die-politik/"><strong>8. März in Almaty: „Frauen gehören in die Politik!“</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründe, die das Rathaus nennt, um den Marsch zu verhindern, sind jedes Mal unterschiedlich und lassen die Aktivist:innen zweifeln. Im Jahr 2021 erwähnte die Stadt <em>„bereits geplante Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen“</em>, obwohl sie nirgendwo angekündigt worden waren, berichtete <a href="https://rus.azattyq.org/a/31603000.html">Radio Azattyq</a>. Im Jahr 2022 wurden <em>&#8222;Reparaturarbeiten&#8220;</em> entlang der geplanten Route <a href="https://rus.azattyq.org/a/32187103.html">angegeben</a>, ohne dass dies jedoch verifiziert werden konnte. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Schwierigkeit, Demonstrationen in Kasachstan zu organisieren</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
In Kasachstan führen <em>„friedliche Kundgebungen, Flashmobs und Streikposten zugunsten von Frauen normalerweise zu Geldstrafen und Verhaftungen“</em>, heißt es in einem Artikel von <a href="https://cabar.asia/ru/zhenskie-marshi-v-kazahstane-my-ne-ostanovimsya-poka-prava-zhenshhin-ne-uluchshatsya">Cabar</a>. Aber diese Schwierigkeiten haben nicht verhindert, dass der Marsch am 8. März zu einer jährlichen Tradition der Frauenbewegungen in Kasachstan wurde.

Im Jahr 2020 <a href="https://online.zakon.kz/Document/?doc_id=36271780">verabschiedete</a> das kasachstanische Parlament das Gesetz „Über friedliche Versammlungen“, wonach es ausreicht, die lokalen Behörden ohne Einholung einer ausdrücklichen Genehmigung zu informieren, um eine friedliche Versammlung zu organisieren. Dieses Gesetz wird jedoch von der Zivilgesellschaft stark kritisiert, da das Verfahren tatsächlich komplizierter ist.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es birgt politische Risiken der Missachtung der gesetzlichen Bestimmungen durch Teilnehmende und Organisator:innen von Kundgebungen aufgrund von übertriebener Detaillierung der Gründe und des Verfahrens für die Benennung, Ablehnung oder Zwangsunterbrechung öffentlicher Veranstaltungen“</em>, erklärt Mereke Gabdualiev, Doktor der Rechtswissenschaften am Institut für die Entwicklung von Konstitutionalismus und Demokratie, gegenüber <a href="https://cabar.asia/ru/kazahstan-novyj-zakon-o-mirnyh-sobraniyah-so-staroj-nachinkoj-totalnogo-kontrolya">Cabar</a>.

Diese Ansicht teilten auch die Demonstrierenden am 5. Februar. Sie <a href="https://vlast.kz/novosti/53765-bolee-150-celovek-sobralis-na-miting-za-pravo-provedenia-zenskogo-marsa-8-marta-v-almaty.html">forderten</a> die Abschaffung der gesetzlichen Vorgaben, friedliche Versammlungen an speziellen Orten abzuhalten.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-le-combat-continue-pour-organiser-la-marche-feministe-du-8-mars/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die TikTokerin Niso Mamedova über Feminismus und das Publikum in den sozialen Medien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ramona Bleimhofer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2022 16:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die TikTokerin Niso Mamedova studiert am Taschkenter Standort des Moskauer Staatlichen Instituts f&#xFC;r Internationale Beziehungen (kurz MGIMO) an der Fakult&#xE4;t f&#xFC;r Wirtschaftsinformatik. Mamedova, deren Account 80.000 Menschen folgen, bezeichnet sich selbst als liberale Feministin. In den sozialen Medien positioniert sie sich klar gegen jede Form von Diskriminierung und macht au&#xDF;erdem auf Missst&#xE4;nde in Usbekistan aufmerksam. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die TikTokerin Niso Mamedova studiert am Taschkenter Standort des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (kurz MGIMO) an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik. Mamedova, deren <a href="https://www.tiktok.com/@wj.nana/">Account</a> 80.000 Menschen folgen, bezeichnet sich selbst als liberale Feministin. In den sozialen Medien positioniert sie sich klar gegen jede Form von Diskriminierung und macht außerdem auf Missstände in Usbekistan aufmerksam. Das folgende Porträt erschien im russischsprachigen Original bei <a href="https://sarpa.media/niso">Sarpa</a>, wir übersetzen es mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong>

Es begann mit 2000-3000 FollowerInnen auf Instagram, wo ich zu Themen wie Feminismus, Body Positivity und Selbstakzeptanz Inhalte postete. Bei TikTok habe ich mich Ende 2018 angemeldet, damals hieß es noch Musicly. Ich habe die App eigentlich heruntergeladen, um Musikvideos zu bearbeiten. Dann wurde Musicly zu TikTok und ich fand das neue Format irgendwie ziemlich lustig. 2019 habe ich begonnen, selbst Videos zu veröffentlichen. Zu dieser Zeit wurde TikTok gerade bekannter in Usbekistan. Im Unterschied zu anderen sozialen Medien ist es hier nicht so wichtig, wie lange man schon aktiv ist – man kann sofort anfangen, schnell aufsteigen und bekannt werden.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/amalia-aibusheva-im-portraet-beats-design-und-feminismus/">Amalia Aibusheva im Porträt: Beats, Design und Feminismus</a></strong>

Unterhaltsame Inhalte wie Tänze oder kurze Sketche habe ich schon immer gerne aufgenommen. Ich begann, eigene Videos auf TikTok hochzuladen, für deren Veröffentlichung ich auf Instagram immer zu schüchtern war. Mir gefällt es, wenn mir die ZuschauerInnen ihre Aufmerksamkeit schenken. Mit meinem unterhaltsamen und lustigen Content ist meine Bekanntheit gewachsen.Doch dann habe ich gemerkt, dass ich meine eigenen Wertevorstellungen habe und über ernste Themen sprechen möchte, wie zum Beispiel Feminismus. Die Reaktionen meiner FollowerInnen machten mir klar, dass das eindeutig kein Format für unser Land ist. Sie verstanden meine Themen nicht.

TikTok ist im Vergleich mit Instagram das freundlichere Netzwerk. Hier ist das Publikum jünger und toleranter. Außerdem ist die Community cool, es gibt viele FeministInnen und generell AktivistInnen verschiedener Bewegungen. So ist es auf TikTok wesentlich einfacher, Gleichgesinnte zu finden, wohingegen man auf Instagram für Beiträge zu diesen Themen sehr viel Hass erntet.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Drehorte in Taschkent</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Das Gelände des Forumspalastes ist ein beliebter Drehort. Am Anfang war es eher ein Geheimtipp. Zu dieser Zeit war ich auch oft dort, später kamen immer mehr russisch- und usbekischsprachige BloggerInnen nach. Sie nehmen an unterschiedlichen Orten auf dem weitläufigen Areal Videos auf. Es gibt viel Platz und Licht, einen wunderschönen Springbrunnen, niemand stört uns, man kann gemeinsam auf der Bank sitzen. Nur wenn man auf dem Rasen sitzt, wird man rausgeworfen. Dabei kommen Aufnahmen mit grünem Rasen und Sonnenschein immer sehr gut auf TikTok an.

<strong>Seht auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/im-forumspalast/">Im Forumspalast</a></strong>

Ansonsten gibt es in Taschkent nämlich keinen einzigen Ort, an dem man in Ruhe Videos aufnehmen kann, ohne gestört zu werden. Die Leute verstehen das bei uns wirklich nicht. Ich habe mal versucht, am Einkaufszentrum Videos zu machen, stellte mein Stativ auf und alle liefen mir durchs Bild. Es war, als würden sie nicht verstehen wollen, dass ich gerade filme.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Entwicklung von TikTok in Usbekistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Als TikTok in Usbekistan populärer wurde, waren die Inhalte weder komplett „Straight“ noch komplett „Alt“, sondern irgendwas dazwischen. Die TikToks handelten von den Dingen, die uns hier beschäftigten, über die wir nachdachten. Wir haben Ideen nicht komplett ausgearbeitet und uns einfach etwas ausgedacht. Die meisten ließen sich damals eher von koreanischen als von amerikanischen TikTokerInnen inspirieren.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><em>Exkurs: Was sind Straight und Alt TikTok?</em></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Straight <em>TikTok bezeichnet Mainstreaminhalte, bei denen die NutzerInnen Standardvideos zu (Pop-) Musik aufnehmen. </em>Alt <em>TikTok (kurz für „Alternative TikTok“, Anm. d. Ü.) ist eine alternative Community, die sich durch einen nachdenklichen, ironischen Inhalt auszeichnet und oft mit schwarzem Humor spielt. Insbesondere im </em>Alt <em>TikTok finden sich VertreterInnen vieler Subkulturen.</em>

Mittlerweile gibt es viel mehr usbekische TikTokerInnen. Viele machen genau dasselbe wie alle anderen und die Qualität der Aufnahmen hat sich auch verschlechtert. Ich zum Beispiel habe erst etwas aufgenommen, als ich das neue iPhone hatte, auch wenn es damals nur das iPhone 7 war. Aber heute machen viele Leute Aufnahmen auf „Seifenschalen“ (Slang für qualitativ schlechte Kameratechnik, Anm. d. Ü.), es macht keinen Spaß, das anzuschauen. Ihre Videos sind schon total verpixelt und sie packen noch Filter und Effekte drauf. Ich sage immer, dass die Videos manchmal schon besser werden, wenn man die Filter entfernt. Wenn ein Video keinen tieferen Sinn hat, sollte man sich zumindest auf eine gute Qualität konzentrieren.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Gemischte Reaktionen aus dem Umfeld</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
In der Schule haben mich zuerst alle ausgelacht, obwohl ich eine hervorragende Schülerin war, sportlich und selbstbewusst bin. Als meine MitschülerInnen meinen TikTok-Account fanden, fingen sie an, sich darüber lustig zu machen. Sie selbst waren damals natürlich nicht auf TikTok. Die Schulverwaltung sprach sich auch gegen meine Aktivität auf TikTok aus und nahm mir das Telefon weg, als ich in den Pausen ein Video drehte. Bis heute verstehe ich nicht, warum TikTokerInnen so gehasst werden, dieselben Videos sind ja auch auf Instagram.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Meine Eltern haben auch nicht wirklich verstanden, was ich da mache. Erst als Unternehmen wie Aviasales und Les Ailes anfingen mich zu kontaktieren &#8211; also als ich anfing, damit Geld zu verdienen -, haben sie es ernst genommen. Meine erste bezahlte Werbung war für Aviasales. Zuerst wusste ich gar nicht, wieviel ich berechnen soll. Ich bekam 50 US-Dollar (etwa 49 Euro, Anm. d. Ü.). Sie haben es meiner Mutter auf die Karte überwiesen und sie ist total ausgeflippt. In der Regel ist mein aktuelles Einkommen durch Werbung wechselhaft, alles hängt davon ab, wie viele Videos in einem Monat in den Tops landen und wie stark die Zahl meiner FollowerInnen wächst.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Umgang mit Kritik</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Ich habe lange nicht verstanden, was das Publikum von mir sehen möchte. Ich habe mich beim Tanzen gefilmt – die Leute haben gefragt, warum ich so viel tanze. Ich habe Sketches aufgenommen – dieselbe Reaktion. Irgendwann beschloss ich, einfach das zu filmen, was ich möchte, und nicht über die möglichen Reaktionen nachzudenken. Der ganze Prozess, ein TikTok zu drehen, macht mir wahnsinnig viel Spaß. Wenn ich ein neues Video hochlade und die Leute es mögen, freue ich mich richtig.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mich dabei gut fühle: Ich liebe Aufmerksamkeit, auch wenn ich lange Zeit in meinem Leben Angst hatte, um sie zu bitten und sie zu erhalten. Aber eigentlich kämpfe ich immer für das, was ich möchte. Wenn in der Schule zum Beispiel gefragt wurde, wer bei einer Veranstaltung auftreten will, wollte ich das zwar immer, aber hatte Angst. Jetzt studiere ich an der Uni und stehe immer im Vordergrund. Ich bin eine Rampensau geworden und werde es eindeutig bis ans Ende meines Lebens bleiben (lacht). In sozialen Situationen ist das sehr hilfreich, ich war zum Beispiel die Einzige in meiner Gruppe, die zu einer Konferenz mit dem Rektor des MGIMO zugelassen wurde, ich durfte ein Foto mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Lawrow</a> machen und ich war die Erste, die an der Uni ein eigenes Projekt gestartet hat.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Über Feminismus in Usbekistan</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Zum Feminismus kam ich im Alter von 14 Jahren: Ich stieß auf feministische Gruppen in VK (Vkontakte, russisches soziales Netzwerk ähnlich zu Facebook, Anm. d. Ü.) und merkte, dass nicht nur ich die Probleme in unserer Gesellschaft wahrnehme. In meiner Familie sind Gleichberechtigung und gegenseitiger Respekt normal. Ich habe unglaublich großen Respekt vor meiner Mutter, meiner Oma und Tante, sie sind sehr starke Frauen. Die Männer in meiner Familie haben sie immer dabei unterstützt, sich weiterzuentwickeln. Als ich erfahren habe, dass das nicht überall so ist, war ich sehr verwundert. Außerdem habe ich seit meiner Kindheit Sport gemacht und immer versucht, im Studium aktiv zu sein.. Trotzdem habe ich immer noch mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass Jungen alles besser können, nur weil sie als Jungen geboren wurden. Ich akzeptiere das nicht, so funktioniert das für mich nicht!

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/eine-weibliche-gouverneurin-in-usbekistan-symbol-eines-fortschreitenden-feminismus/">Eine weibliche Gouverneurin in Usbekistan: Symbol eines fortschreitenden Feminismus?</a></strong>

Ich würde mir sehr wünschen, dass die Regierung ihre Aufmerksamkeit darauf richtet, dass Frauen sich weder auf der Straße noch zuhause &nbsp;– eigentlich nirgends sicher fühlen können. Ich bin in diesem Land geboren und ich habe jedes Recht, hier sicher zu leben und mich überall wohlzufühlen. Meiner Meinung nach besteht das Hauptproblem in Usbekistan darin, dass alle Arten von Gewalt, einschließlich häuslicher Gewalt, auf rechtlicher und gesellschaftlicher Ebene nicht angemessen bestraft werden. Es gibt auch Probleme mit Viktimisierung und Objektifizierung. Im beruflichen Kontext sehe ich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%A4serne_Decke">gläserne Decke</a>, Belästigung und die Existenz von Stereotypen wie zum Beispiel, dass die Arbeit eines Mannes besser sei, nur weil er ein Mann ist, als wichtige Probleme.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">So gelingt das perfekte TikTok</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Meine Empfehlung ist, Videos nur mit Standardgeschwindigkeit zu drehen und keine Filter zu benutzen. Lernt den Text auswendig, um den Ton genau zu treffen, und versucht, die Qualität der Aufnahme durch hochwertiges Equipment zu verbessern. Wenn ihr einen Text zu dem Video schreibt, achtet auf (Tipp-)Fehler. Am besten postet ihr zwei bis drei Videos pro Tag, mindestens Eines davon sollte in den Empfehlungen landen. Meine Indikatoren sind wie folgt: Wenn ein Video 10.000 Aufrufe hat, bedeutet das, dass ich in den Empfehlungen gelandet bin. Wenn es 50.000 Aufrufe hat, bedeutet das, dass es sehr gut ist.

Ich selbst mag den Content von Ksjusha (<a href="https://www.tiktok.com/@kcywame">ksywame</a>), Julia (<a href="https://www.tiktok.com/@saijove">saijove</a>), Suli (<a href="https://www.tiktok.com/@idinafig23">idinafig</a>), Kamilla (<a href="https://www.tiktok.com/@_kamila_kh">Kamilla kh</a>) und noch vielen anderen. Wir kennen uns schon ziemlich lange und ich mag die Qualität und den Humor ihrer Posts. Sie stecken viel Arbeit in ihre Videos und klauen nicht einfach Ideen von anderen.
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<h5 class="wp-block-heading">Zukunftspläne</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Ich will unbedingt eine seriöse Bloggerin werden. So wie jetzt, mit TikTok, ist es natürlich schwer vorstellbar, aber ich möchte über wichtige Dinge sprechen – und zwar laut. Vor zwei Jahren, als ich über Themen schrieb, die für mich wichtig waren, bin ich auf viel Negativität gestoßen. Ich habe erkannt, dass die Menschen hier noch nicht bereit waren, meine Ideen zu unterstützen. Aber jetzt sehe ich, dass sich die Situation bessert und ich hoffe, dass ich diese unsichtbare Barriere bald überwinden kann, um meine Meinung aktiver zu äußern. Außerhalb des Internets plane ich, in fünf Jahren einen Master in Europa oder Russland zu machen, je nachdem, wie viel Glück ich mit Praktika und der Zulassung habe.
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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sarpa Media</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://sarpa.media/niso">Russischen</a> von Ramona Bleimhofer</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Was läuft falsch in Kasachstans Gleichstellungspolitik?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[The Steppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2022 19:28:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn die Verfassung Kasachstans die Gleichberechtigung der Geschlechter garantiert, zeigen neue Studien, dass es schlecht um die Gleichstellung im Land steht. Der folgende Artikel erschien am 25. Mai 2022 auf The Steppe. Wir &#xFC;bersetzen ihn (in leicht gek&#xFC;rzter Form) mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die Ungleichheit der Geschlechter dr&#xFC;ckt sich in Kasachstan, wie auch [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch wenn die Verfassung Kasachstans die Gleichberechtigung der Geschlechter garantiert, zeigen neue Studien, dass es schlecht um die Gleichstellung im Land steht. Der folgende Artikel erschien am 25. Mai 2022 auf </strong><a href="https://the-steppe.com/novosti/chto-ne-tak-s-gendernoy-politikoy-v-kazahstane"><strong>The Steppe</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn (in leicht gekürzter Form) mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ungleichheit der Geschlechter drückt sich in Kasachstan, wie auch anderswo auf der Welt, in ungerechter Bezahlung, Unterrepräsentation in der Regierung und vielem mehr aus. So beträgt der Frauenanteil unter politischen Beamten nur 9,3 Prozent. Wird sich die Situation ändern, nachdem der Präsident Änderungen im Konzept der Familien- und Genderpolitik Kasachstans genehmigt hat? Die Vorschläge umfassen unter anderem den Plan, den Anteil von Frauen in staatlichen Gremien auf 30 Prozent zu erhöhen und das geschlechtsspezifische Gefälle bei den Durchschnittslöhnen zu verringern. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Zulfiıa Baısakova, Vorsitzende der Allianz „Union der Krisenzentren“, hat eine Studie zur Gleichstellungspolitik in Kasachstan durchgeführt. Sie sammelte die wichtigsten Punkte und gab Empfehlungen an die Behörden sowie an die Frauen selbst. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Ergebnisse dar.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Zur Effektivität der Frauenquote</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Seit Ende 2019 erwägt Kasachstan offiziell eine Quote für Frauen und junge Menschen in den Parteilisten der Kandidierenden für Regionalparlamente und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mäschilis">Májiis</a> [Unterhaus des Parlaments, Anm. d. Ü.]. In den Gesetzen <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/Z950002464_/z952464.htm">Über Wahlen in der Republik Kasachstan</a> und <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/Z020000344_/z020344.htm">Über politische Parteien</a> wurde am 24. Mai 2021 im Auftrag von Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> eine 30-Prozent-Quote festgelegt. Als Ergebnis dieser Frauenquoten kamen neu Abgeordnete in den Senat und 28 Abgeordnete in die Májilis, was 26 Prozent entspricht. <em>„Trotz dieser Norm hat die Vertretung von Frauen nicht einmal ein Drittel erreicht“</em>, fügte Zulfiıa Baısakova hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/8-maerz-in-almaty-frauen-gehoeren-in-die-politik/"><strong>8. März in Almaty: „Frauen gehören in die Politik!“ </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U1600000384">Konzept der Familien- und Genderpolitik</a> soll das Ziel von 30 Prozent Frauenanteil <em>„in den Exekutiv-, Repräsentations- und Justizorganen von Staat, staatsnahem und unternehmerischem Sektor auf der Entscheidungsebene&#8220;</em> bis 2030 erreicht werden. Baısakova kommt aber zu dem Schluss, dass kein Mechanismus zur Überwachung oder Sanktionierung bei Nichteinhaltung der Quote entwickelt wurde. Die Parteien müssen also nicht sicherstellen, dass Frauen 30 Prozent der Abgeordnetenmandate erhalten. Der Anteil der Frauen auf den Parteilisten ist völlig abhängig von der Politik der Parteien, und es kann gut sein, dass die Quotenplätze mit jungen Leuten gefüllt werden, unter denen es eventuell sehr wenige Frauen gibt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstanerinnen im Staatsdienst </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Zum 1. Februar 2022 arbeiten in Kasachstan <a href="https://forbes.kz/woman/jenschinyi_u_vlasti_1555046103/">etwa 50.000 Frauen</a> im öffentlichen Dienst. Das sind etwa 55 Prozent aller Beamten – also mehr als die Hälfte. Gleichzeitig ist der Frauenanteil in Führungspositionen geringer. Dort liegt er bei 39,5 Prozent (9.569 von 24.209). Noch weniger Frauen gibt es unter den politischen Beamten – 9,3 Prozent. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Frauen werden immer noch hauptsächlich auf der Grundlage ihres Frauseins ernannt. Sie leiten in der Regel soziale Bereiche, keine wirtschaftlichen“</em>, resümieren die Autorinnen der Studie. Die Ernennung von Frauen auf Kabinettsposten bedeutet nicht immer gleichberechtigten Zugang zur politischen Macht. Die „Union der Krisenzentren“ stellte fest, dass der gleiche Zugang davon abhängt, welche Art von Kabinettsposten Frauen besetzen und wieviel Macht und Prestige mit diesen Posten verbunden sind. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>NGOs für Frauenrechte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Heute beteiligen sich rund 300 Nichtregierungsorganisationen (NGO) aktiv an der Lösung von Fragen zum Schutz der Rechte und Interessen von Frauen. 32,4 Prozent der Führungspositionen in Gewerkschaften und NGOs sind von Frauen besetzt. <em>„Angesichts der geringen Vertretung von Frauen in der Politik bietet die Präsenz solcher Foren einen wichtigen Ausgangspunkt, um der Stimme von Frauen bei politischen Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mehr Gewicht zu verleihen. [Trotzdem] ist ihr Einfluss unzureichend, und die Regierung interagiert nur mit einer kleinen Anzahl von NGO-Vertreter:innen“</em>, stellt die Studie fest. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/femagora-zentralasiatische-feminismen-werden-lauter/"><strong>FemAgora: Zentralasiatische Feminismen werden lauter </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der „Union der Krisenzentren“ befassen sich 34 Prozent aller NGOs in Kasachstan mit Menschenrechtsfragen, Umweltschutz und Genderpolitik. Etwa zwei Millionen Bürger:innen nehmen ihre Angebote in Anspruch. Diese umfassen das Wohlergehen und die wirtschaftliche Förderung von Frauen, aber auch die Unterstützung von Frauen, die Opfer von Gewalt sind. Damit die Frauenbewegung jedoch zu einer einflussreichen politischen Kraft werden kann, ist es notwendig, dass sich die Frauen zusammenschließen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Derzeit wird die ausgeweitete Konsolidierung durch Gründe wie weiblichen Konservatismus, weibliche Konkurrenz oder die mangelnde Bereitschaft, einer Rivalin nachzugeben […] behindert“</em>, fassen die Autor:innen der Studie zusammen. Gulzada Serjan stellte in einer Umfrage unter weiblichen Angeordneten auf verschiedenen Ebenen <a href="https://www.soros.kz/wp-content/uploads/2021/09/Отчет-Women-In-Politics.pdf">fest</a>, dass <em>„geringer Ehrgeiz und fehlende Ambitionen, Konkurrenz auszuhalten und zu überwinden“</em> Gründe für die geringe Vertretung von Frauen in der politischen Sphäre seien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autorinnen der Studie kamen zu dem Schluss, dass es heute in Kasachstan keine Bestrebungen unter weiblichen Parteimitgliedern gibt, innerparteiliche Frauenblöcke oder Koalitionen zur Förderung von Frauenrechten zu gründen. Auch innerparteiliche Strategien zur Unterstützung und Förderung von Frauen auf Entscheidungsebene wurden nicht entwickelt. Generell ist die Beteiligung von Frauen am Prozess der politischen Einflussnahme noch begrenzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/"><strong>AktivistInnen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“ </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Empfehlungen, die Zulfiıa Baısakova daher zur Erreichung der Gleichstellung der Geschlechter gibt, umfassen unter anderem die Einführung einer 50-Prozent-Quote für die Repräsentation von Frauen in allen Lebensbereichen in das Konzept der Familien- und Genderpolitik Kasachstans sowie die Verpflichtung von Parteien, die Quote auf der Grundlage der Wahlergebnisse einzuhalten. Hierzu muss ein Mechanismus eingerichtet werden, der es ermöglicht, ausgeschiedene Abgeordnete durch Nachfolger:innen des gleichen Geschlechts zu ersetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus empfiehlt sie Trainings und Mentoring für Frauen, die in Entscheidungsgremien gewählt werden, sowie die Schaffung eines Gender-Assets oder einer Reserve von Politikerinnen, die künftig Abgeordnete auf regionaler und nationaler Ebene werden könnten. Außerdem sollten sich Frauen-NGOs und Parteivertreter:innen zur Entwicklung einer gemeinsamen Genderpolitik zusammenfinden. Es ist möglich, die Frauenbewegung unter Beteiligung amtierender weiblicher Abgeordneter zu entwickeln, die weibliche Führungskräfte vereinen und anleiten würden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wie Kasachstans Gesetzgebung Gleichstellung reguliert</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist durch das Verbot von geschlechtsspezifischer Diskriminierung  in der Verfassung Kasachstans verankert. Die Verfassung proklamiert <em>„die Gleichheit aller vor Gesetz und Gericht“</em> und besagt, dass „<em>niemand aufgrund von Herkunft, sozialer, amtlicher und vermögender Stellung, Geschlecht, Rasse, Nationalität, Sprache, Einstellung zur Religion, Überzeugungen, Wohnort oder aus anderen Gründen</em>“ diskriminiert werden darf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Aktionsplan für Menschenrechte betont die Notwendigkeit, die Gleichstellung der Geschlechter zu gewährleisten und die Diskriminierung von Frauen zu beseitigen. Das 2009 verabschiedete Gesetz <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/Z090000223_/z090223.htm">Über staatliche Garantien für gleiche Rechte und Chancengleichheit für Männer und Frauen</a> bekräftigt staatliche Garantien in einer Reihe von Bereichen, darunter im öffentlichen Dienst, auf dem Arbeitsmarkt, bei der Gesundheitsversorgung, bei Bildung und Familienleben. Das Gesetz sieht auch vor, dass ausnahmslos alle staatlichen Institutionen für die Umsetzung der Genderpolitik in ihrem Tätigkeitsbereich verantwortlich sind. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Gemäß Artikel 25 des Pakts über bürgerliche und politische Rechte sollte jede:r Bürger:in ohne Diskriminierung oder unzumutbare Einschränkungen das Recht und die Möglichkeit haben, sich am politischen Leben des Landes in verschiedenen Formen zu beteiligen: Wahlen, Referenden, öffentlichen Dienst, Eingaben an Behörden, Kundgebungen, Versammlungen, Demonstrationen, politische Parteien, Verbände. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan hat als Mitgliedsstaat der UN im Jahr 2015 eine Reihe internationaler Verträge zur Umsetzung der globalen Agenda bis 2030 verabschiedet. Dazu gehören unter anderem die Pekinger Erklärung zur Förderung der Frau (1995), das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (1998), das Übereinkommen über die politischen Rechte der Frau (2000) und das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Arbeitsorganisation">ILO</a>-Übereinkommen über gleichen Lohn für Männer und Frauen bei gleichwertiger Arbeit (2000). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. April hat Qasym-Jomart Toqaev das Dekret „Über weitere Maßnahmen der Republik Kasachstan im Bereich der Menschenrechte“ ergänzt und an die Regierung delegiert, die Förderung gleicher Rechte und Chancen zwischen Angehörigen unterschiedlichen Geschlechts und in Bezug auf die Diskriminierung von Frauen auszubauen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Kamil</strong><strong>ıa Sadykova für The Steppe</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://the-steppe.com/novosti/chto-ne-tak-s-gendernoy-politikoy-v-kazahstane"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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