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	<title>FemAgora Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>FemAgora Archives</title>
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		<title>Weibliches Kino aus Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 12:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Filme aus Zentralasien lohnt es sich zu schauen. Allein schon deshalb, weil sie von Regisseurinnen gemacht wurden. Der Artikel erschien bei Asia-Plus am 26. September, anl&#xE4;sslich des feministischen Online-Festivals FemAgora. Wir &#xFC;bersetzen den Text zusammengefasst mit freundlicher Genehmigung. Vom 21.-26. September stellten die Organisatoren des feministischen Festivals FemAgora Filme weiblicher Regisseurinnen aus Zentralasien und [&#x2026;]</p>
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<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Diese Filme aus Zentralasien lohnt es sich zu schauen. Allein schon deshalb, weil sie von Regisseurinnen gemacht wurden. Der Artikel erschien bei <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200926/filmi-iz-tsentralnoi-azii-kotorie-stoit-posmotret">Asia-Plus</a> am 26. September, anlässlich des <a href="https://femagora.org/cinema">feministischen Online-Festivals FemAgora</a>. Wir übersetzen den Text zusammengefasst mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Vom 21.-26. September stellten die Organisatoren des feministischen Festivals <a href="https://femagora.org/cinema">FemAgora</a> Filme weiblicher Regisseurinnen aus Zentralasien und Deutschland auf ihre Webseite. Zu erschwinglichen Preisen konnte man sich 23 Spiel- und Dokumentarfilme anschauen. Anschließend fanden Diskussionen mit den Regisseurinnen auf Facebook und Youtube statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/femagora-zentralasiatische-feminismen-werden-lauter/">FemAgora, Feminismen in Zentralasien werden lauter</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gezeigt wurden frische und interessante Werke. Doch nicht weniger interessant und offen waren die Diskussionen über weibliches Kino. Der Kurator der Filmsektionen Moldiıar Ergebekov etwa sprach mit den Regisseurinnen über die Rolle der Frauen im zentralasiatischen Kino. &nbsp;„<em>Ich zitiere Debra Zimmerman, Vorsitzende der amerikanischen Non-profit Organisation <a href="https://www.wmm.com/">Women makes movie</a></em>“, beginnt Katerina Zuvorova, unabhängige Filmemacherin und Vorsitzende eines Studios für Dokumentarfilme aus Kasachstan, „<em>Zimmermann sagt, dass Männer aufgrund ihrer privilegierten Posten in vielen Situationen Geschichten über Männer gut erzählen können. Frauen aber, die nicht solche Privilegien besitzen, kennen beides gut. Weibliche Autorinnen besitzen eine größere Objektivität und Mitgefühl gegenüber bestimmten Helden oder Themen</em>“. </p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">An der Diskussion nahm auch die Regisseurin des Dokumentarfilms „Entfremdung“ Begim Dscholudbaj Kysy aus Kirgistan teil. In ihrem Film erzählt sie über die rein männliche Welt im Leben von Schäfern. „<em>Mir ist diese Welt wohl bekannt, ich kenne den Helden des Films seit meiner Kindheit und kann daher seine wahre Geschichte erzählen</em>“, sagt Dscholudbaj Kysy.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Bei der Diskussion erklärten die Regisseurinnen außerdem ihren Blick auf die Dokumentationen: „<em>Mir war es wichtig das zu dokumentieren, was jetzt passiert</em>“, erklärt Zuvorova. und weiter: „<em>Kann sein, dass es im Moment nicht modern oder populär ist. Aber mir gefallen mehr jene Leute, die nicht im Rampenlicht stehen. Das können Alte sein, die Bücher sammeln: Solange wir nicht ihre Geschichte erzählen, kennt sie niemand. Als wir den Film „Morgen das Meer“ drehten, war ein 86-jähriger dabei, ich war damals noch jung und hatte andere Prioritäten. Aber Fakt ist, dass wir mit dem Film sein Leben eingeprägt, und somit das Bild dieses Menschen bewahrt haben, der mal gelebt hat. Heute ist mir das sehr wichtig. Die Leben von Menschen in Dokumentarfilmen einzufangen, das wertschätze ich heute sehr</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wenn-frauen-eine-stimme-fordern/">Usbekistan: Wenn Frauen eine Stimme fordern</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Makhpora Kirimova aus Tadschikistan, Journalistin und Autorin des aufsehenerregenden Dokumentarfilms „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=F8JGRWsR4bg&amp;t=192s">Mardikor</a>“ [<em>auf tadschikisch Handwerker; Anm. d. Red.], </em>findet, das Wichtigste an Dokumentarfilmen sei ihre soziale Komponente: „<em>Ich fühle mich nicht als Regisseurin, denn Dokumentationen sind für mich die Fortsetzung journalistischer Arbeit, nur in größerem und komplexerem Format. In meinem Empfinden als Journalistin, gehört es nicht zu den primären Aufgaben, Ereignisse und Fakten zu beschreiben. Für mich muss eine Dokumentation auch ein sozial sinnvolles Produkt sein, dazu gehört nicht nur, eine Situation zu beschreiben, sondern auch, sie zu beeinflussen</em>“. Makhpora erzählt wie nach ihrem ersten Dokumentarfilm über die weibliche Handwerkerin, hunderte von TadschikInnen begannen, der Hauptfigur ihres Films zu helfen. Mit dem Geld konnte die Frau nicht nur Nahrungsmittel und Kleider besorgen; die Hilfen ermöglichten es ihr, einen Beruf zu erlernen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/">AktivistInnen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">„<em>Diese Frauen haben keine Ausbildung. Wenn sie ohne Mann bleiben, müssen sie daher auf den Handwerker-Märkten arbeiten. Dort übernehmen sie jegliche Aufgabe- Graben, Putzen, und arbeiten für eine Kopeke [ca. einen Cent, Anm.d.Red.]. Ab Oktober wird nicht nur die Heldin meines Films, sondern viele andere Frauen des Handwerkermarktes lernen, einen Beruf auszuüben und ihr eigene Business aufzumachen, damit sie für sich und ihre Kinder sorgen können- darum kümmert sich eine soziale Organisation, und eine weitere stellt ihnen Stipendien zur Verfügung, damit sie die Ausbildung machen könne, ohne sich darüber sorgen zu müssen, wie sie in der Zwischenzeit ihre Kinder ernähren</em>“, erzählt Makhpora weiter.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zuvorova fügt hinzu, dass beim Festival Gelder gesammelt wurden, die für soziale Projekte eingesetzt werden können: „<em>Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich, und das ist richtig. Die Arbeit hier braucht genauso viel Kraft, wie die Arbeit am Film selbst. Unseren Autorinnen ist es daher wichtig zu wissen, dass Gelder für soziale Kampagnen gesammelt, und dem Land bereitstellt werden können. Bereits während der Arbeit am Film kann man sich mit den sozialen Organisationen verbinden, sodass diese nach Veröffentlichung des Films weiter fortbestehen können</em>“, empfiehlt Zurova.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">„<em>Ich war nicht wirklich vorbereitet auf das, was folgte</em>“, sagt Makhpora. „<em>Ich dachte, ich würde den Film beenden und mich dann daran machen, eine andere Geschichte zu erzählen. Aber am Ende verbrachte ich noch einen Monat damit, mit den Heldinnen meines Films zu arbeiten, auch nachdem die Doku schon in den Kinos erschienen war.</em>“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lilya Gaizina </strong><br><strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200926/filmi-iz-tsentralnoi-azii-kotorie-stoit-posmotret">Asia-Plus</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Julia Tappeiner</strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>FemAgora: Zentralasiatische Feminismen werden lauter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Rapp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2020 08:27:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das feministische Festival FemAgora l&#xE4;dt f&#xFC;nf Wochen lang AktivistInnen aus Zentralasien dazu ein, sich auszutauschen, zu diskutieren und sich miteinander zu solidarisieren. Ein paar Eindr&#xFC;cke von dem Festival und dem, was FeministInnen in Zentralasien bewegt. Dieses Jahr sind der August und September in Zentralasien feministisch. Zum dritten Man findet n&#xE4;mlich das feministische Festival FemAgora statt, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das feministische Festival FemAgora lädt fünf Wochen lang AktivistInnen aus Zentralasien dazu ein, sich auszutauschen, zu diskutieren und sich miteinander zu solidarisieren. Ein paar Eindrücke von dem Festival und dem, was FeministInnen in Zentralasien bewegt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Jahr sind der August und September in Zentralasien feministisch. Zum dritten Man findet nämlich das feministische Festival <a href="https://femagora.org/2020">FemAgora</a> statt, welches AktivistInnen aus allen zentralasiatischen Republiken zusammenbringt. Über Zoom, YouTube und Co. wollen sie sich aus ihren Ländern heraus „<em>gemeinsam der Geschlechtergerechtigkeit annähern.</em>“ Vom 25. August bis zum 30. September werden Diskussionen, Workshops und Filmvorführungen auf Russisch zu einer Bandbreite von Themen übertragen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Premiere feierte das Festival vor zwei Jahren in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> in Kasachstan in Form einer zweitätigen Veranstaltung anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März. Damit war es das Erste seiner Art in Zentralasien. Im Folgejahr wuchs das Festival: Eine Woche lang diskutierten ca. 50 bis 80 ReferentInnen und Interessierte zu den verschiedensten Themen. In diesem Jahr hoffen die OrganisatorInnen durch das Online-Format darauf, mehr Menschen aus verschiedenen Ländern zu erreichen. Neu in diesem Jahr sind zudem Online-Kunstprojekte und die Bereitstellung von didaktischem Material wie z.B. feministischen Papierpuppen. Unterstützt wird das Festival dabei von der <a href="https://www.rosalux.de/">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a> und dem <a href="https://www.goethe.de/de/index.html">Goethe-Institut</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Anspruch von FemAgora</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ziel des Festivals formulieren die VeranstalterInnen „<em>Handlungsräume von Frauen und Geschlechterfragen sichtbar zu machen, ebenso wie Solidarität zwischen den verschiedenen feministischen Initiativen zu schaffen.</em>“ Ebene jene feministischen Gruppierungen seien in Zeiten der Pandemie unabdingbar. Sie leisteten eine wichtige Arbeit für den Schutz von besonders vulnerablen Gruppen und Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Einzigartigkeit des Festivals besteht in seinem intersektionalen Anspruch. Es treffen die verschiedensten TeilnehmerInnen und Themen aufeinander</em>.“, kommentiert die Moderation Nigora Issamiddinova mit Begeisterung während des <a href="https://femagora.org/postroenie-femdvizheniya-v-centralnoj-azii">Panels zum feministischen Aktivismus in Zentralasien</a>. Bisher ging es in den einzelnen Veranstaltungen zum Beispiel um Umweltschutz, Frauen in der Politik und Wirtschaft, sowie um sexuelle Belästigung. Auf den Podien sind KünstlerInnen, JournalistInnen, VertreterInnen nationaler Frauenorganisationen, WissenschaftlerInnen, RegisseurInnen und andere ExpertInnen vertreten. Durch diese Vielfalt ist es laut Issamiddinova eine „<em>außergewöhnliche Möglichkeit, globale feministische Themen mit dem Blick zentralasiatischer FeministInnen zu betrachten</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das erste feministische Kollektiv Usbekistans nimmt teil</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die teilnehmende Aktivistin Anastasiya Cherepanova aus Usbekistan war im letzten Jahr noch als Zuschauerin dabei und ist in diesem Jahr entschlossener: „<em>Es ist für Usbekistan Zeit, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen</em>.“ Die 27-jährige Journalistin und Illustratorin führt mit ihrer Freundin Vera Suchina einen Blog namens <a href="https://www.instagram.com/sarpa_media/"><em>SARPA media</em></a>, auf dem sie sich mit Gender, Menschenrechten und Feminismus auseinandersetzen. Unter demselben Namen gründeten sie Anfang des Jahres das erste feministische Kollektiv Usbekistans und veranstalteten das DIY-Festival <a href="https://www.facebook.com/nevinovatatashkent/"><em>NE VINOVATA</em></a> (dt.: Nicht ihre Schuld) gegen häusliche Gewalt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="828" height="475" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/117846776_1157705461265843_1047910778511571269_n.jpg" alt="" class="wp-image-23274" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/117846776_1157705461265843_1047910778511571269_n.jpg 828w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/117846776_1157705461265843_1047910778511571269_n-300x172.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/117846776_1157705461265843_1047910778511571269_n-768x441.jpg 768w" sizes="(max-width: 828px) 100vw, 828px" /><figcaption>Logo der FemAgora (Quelle: <a href="https://www.facebook.com/femagora/photos/a.541686299534432/1157705457932510">Facebook/ FemAgora</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anastasiya beschreibt die Situation der Frauen in Usbekistan als ernst, doch es werde nicht genug darüber gesprochen. „<em>Wie in vielen östlichen Ländern haben sich die Traditionen so herausgebildet, dass sich Frauen ihren Ehemann nicht aussuchen können. Die Eltern treffen diese Entscheidung</em>.“, führt sie beispielhaft auf, „<em>In der Ehe dann entscheidet der Mann, ob sie arbeiten darf oder zuhause bleiben muss.</em>“ Sie erzählt von Fällen zu Zeiten des Ex-Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a>, bei denen ÄrtzInnen Frauen nach der Geburt Spiralen einsetzten, ohne sie vorher darüber aufzuklären. „<em>Gleichzeitig aber stehen Frauen in der Bringschuld, Kinder zu gebären. Die reproduktive Selbstbestimmung wird nicht gewahrt</em>“, stellt sie mit Ernüchterung fest. Weitere Probleme seien häusliche Gewalt, finanzielle Abhängigkeit von Frauen von ihren Ehemännern und Mehrehen. Zudem bestünden starke Unterschiede zwischen der Situation von Frauen in der Hauptstadt und den Regionen außerhalb dieser.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wenn-frauen-eine-stimme-fordern/">Usbekistan: Wenn Frauen eine Stimme fordern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ReferentInnen der anderen zentralasiatischen Republiken berichten von ähnlichen Problematiken. In Kasachstan existieren zum Beispiel bis heute <a href="https://online.zakon.kz/document/?doc_id=35844164#pos=1;-65">213 Berufe</a>, die Frauen nicht ausüben dürfen. In Verbindung mit den bestehenden Diskriminierungen in Zentralasien sprechen die ReferentInnen häufig vom Konzept des <em>uyats </em>(dt. Schande). Es begleite und normiere Frauen ihr Leben lang und verlange von ihnen eine gewisse Unterwürfigkeit. „<em>Den Mann zu verlassen gilt als »uyat«, eine Schande.</em>“, erklärt Anastasiya und führt weiter aus: „<em>Letztendlich gilt alles außerhalb der gesellschaftlichen Normen als »uyat«.</em>“ Im Rahmen des Festivals widmet sich eine <a href="https://femagora.org/zhenshchina-i-uyat-v-ca">Diskussionsrunde</a> ausschließlich diesem Thema und unterstreicht somit die Bedeutung für den zentralasiatischen Feminismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/">AktivistInnen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Angesicht dieser Situation möchte Anastasiya durch ihren Aktivismus „<em>darüber sprechen, worüber sonst geschwiegen wird.</em>“ Ihre Vision sei es, Mädchen und Frauen mit ihren Rechten und Möglichkeiten vertraut zu machen. Teil dieser Vision bestehe darin, „<em>die Probleme aller Frauen zu erhören, insbesondere derer, die sich außerhalb der Hauptstadt befinden</em>.“ Auch von staatlicher Seite aus werden erste Maßnahmen unternommen, die rechtliche Lage von usbekischen Frauen zu verbessern. Sodann wurden neue <a href="https://www.lex.uz/docs/4494712">Gesetze zur Ahndung von Gewalt gegen Frauen</a> verabschiedet. Auch wenn diese Gesetze bisher kaum wirkmächtig seien, wecken die neuesten Entwicklungen in Anastasiya Hoffnungen: „<em>Viele Veränderungen finden statt. Diese kleinen Schritte weisen darauf hin, dass sich die Situation im Allgemeinen zum Guten wendet.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lernen von anderen AktivistInnen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Optimismus trägt die Aktivistin auch in das <em>FemAgora</em> Festival hinein. Die Vernetzung mit anderen FeministInnen empfindet sie als bereichernd: „<em>Der Austausch mit den anderen TeilnehmerInnen hilft, sich vorstellen zu können, wie die Probleme auch in Usbekistan gelöst werden könnten. Sie sind uns in Vielem einen Schritt voraus.</em>“ So haben in Kasachstan und Kirgistan in der Vergangenheit bereits feministische Proteste und Ausstellungen stattgefunden, wenngleich sie massiven politischen Widerstand erfahren. Die feministische Kunstaustellung <em>Feminale</em> in Kirgistan zog etwa einen politischen Skandal nach sich. Die Organisatorin Altyn Kapalowa resümiert rückblickend: „<em>Uns hasst die Hälfte des Landes, die wenigsten lieben uns. Aber in dieser Zeit habe ich gespürt, wie die Kunst die Leute beeinflussen und Teil der feministischen Bewegung sein kann.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bischkek-die-direktorin-des-museums-der-schoenen-kuenste-reicht-wegen-feministischer-ausstellung-kuendigung-ein/">Bischkek: Die Direktorin des Museums der Schönen Künste kündigt wegen feministischer Ausstellung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Länder Zentralasiens teilen viele wichtige historische Momente und eine ähnliche Kultur. Entsprechend sind auch viele Probleme ähnlich</em>“, erläutert Anastasiya im Hinblick auf die transnationale Ebene des Festivals. Aufgrund dessen würden die AktivistInnen bei all den gegebenen regionalen Unterschieden ähnlichen Gefahren und Konflikten in ihrer Arbeit begegnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Herausforderung, die immer wieder in den Diskussionen anklingt, ist die Wahrnehmung des Feminismus als europäisch oder westlich. „<em>Uns wird der Vorwurf gemacht, dass wir Traditionen abschaffen, den Leuten etwas wegnehmen wollen.</em>“, meint die usbekische Aktivistin, „<em>Der Feminismus setzt sich aber gegen Gewalt und die Unterdrückung von Frauenrechten ein, was in keiner Weise der Gesellschaft schadet – ganz im Gegenteil sogar.</em>“</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anastasiya berichtete von sehr verschiedenen Belangen der Frauen: „<em>Während russische privilegierte Frauen sich über Kinderlosigkeit oder Karriere Gedanken machen, müssen sich usbekische Frauen nach wie vor dem Ideal von fügsamer Mutter und Ehefrau anpassen.</em>“ Diesen Spagat zu meistern, beschäftigt alle AktivistInnen bei <em>FemAgora</em>. Für Janar Sekerbaeva, eine kasachische LGBTQ-Feministin, ist in der Hinsicht wichtig: „<em>Der Aktivismus muss auch in den Regionalsprachen stattfinden. Die Mädchen und Frauen müssen die Chance dazu haben, ihre Belange auf ihrer Sprache auszudrücken. Ihnen muss auf Augenhöhe zugehört werden</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wo-die-rosen-wachsen-ein-interview-mit-almagul-menlibaeva/">Wo die Rosen wachsen – ein Interview mit Almagul Menlibaeva</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die konkreten Herausforderungen hinaus könne Anastasiya von den anderen FemAgora-TeilnehmerInnen lernen, sich solidarisch zu zeigen und zu standhaft zu bleiben. „<em>Das sind unglaubliche Frauen, die ihre Erfahrung mit uns teilen und uns inspirieren“,</em> erzählt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Wirkung von FemAgora</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>FemAgora</em> leistet demnach einen entscheidenden Teil dazu, dass sich ein Netzwerk zwischen den verschiedenen nationalen feministischen Gruppierungen herausbildet. Darüber hinaus verzeichnet das Festival auf Instagram inzwischen ca. 3.000 FollowerInnen. Wenngleich das Ziel ist, feministische Themen in den gesellschaftlichen Diskurs miteinzubringen, lässt sich nicht davon sprechen, dass sie in den Mainstream eingezogen sind. Es bleibt abzuwarten, inwiefern FemAgoramit seiner wachsenden Community die Gesellschaft und Politik erreichen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 30. September finden noch Diskussionen zur Gewalt gegen Frauen und Krisenzentren, zur Krise der Männlichkeit sowie zu Sex, Gender und Familie statt. Zudem werden in der Woche vom 21. bis zum 27. September eine Reihe von Filmen übertragen, die im Live Stream verfolgt werden können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jana Rapp</strong><br><strong>Journalistin für Novastan</strong></p>


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