<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Europa Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/europa/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/europa/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Jun 2026 11:51:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Europa Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/europa/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 16:03:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Adaptatsiya]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtóbe]]></category>
		<category><![CDATA[Aquarium]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Hoffman]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Grazhdanskaya Oborona]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Molchat Doma]]></category>
		<category><![CDATA[Motorama]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nomad Poetry Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Ploho]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Prag]]></category>
		<category><![CDATA[Riga]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Tschechien]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44904</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Ermen Anti&#x201C; &#x2013; mit b&#xFC;rgerlichem Namen Ermen Erjanov &#x2013; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band &#x201E;Adaptatsiya&#x201C;, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqt&#xF6;be gr&#xFC;ndete, hat er bereits 15 Studioalben ver&#xF6;ffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erz&#xE4;hlt er uns &#xFC;ber das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/">„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Ermen Anti“ &#8211; mit bürgerlichem Namen Ermen Erjanov &#8211; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band „Adaptatsiya“, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqtöbe gründete, hat er bereits 15 Studioalben veröffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erzählt er uns über das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss des Ukrainekrieges auf seine Tätigkeit als Musiker und wie sich die kasachische Punkszene in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan: Könnten Sie unseren Lesern kurz etwas über Sich und Ihre Kunst erzählen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ermen Anti: Mein Name ist Ermen Erjanov. Ich wurde 1974 geboren. Mein Künstlername ist Ermen Anti. 1992, im Alter von 17 Jahren, gründete ich in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtöbe</a> – damals noch unter dem Namen „Aktjubinsk“ – die Punkband „Adaptatsiya“, die bis 2019 bestand. Ich bin durch die gesamte ehemalige Sowjetunion getourt und viel in Europa aufgetreten. Danach gab es eine Pause und einige Soloprojekte. Im Jahr 2024 habe ich die Band wieder ins Leben gerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben „Adaptatsiya“ habe ich noch viele andere Projekte, zum Beispiel im Bereich der Poesie. Meine Gedichte wurden (aus dem Russischen) ins Deutsche und Tschechische übersetzt und sind auch in Russland erschienen. Ich bin Autor mehrerer Bücher, darunter mein autobiografisches Buch „Nomad Punk“. Meinen Stil nenne ich „Nomad Poetry Punk“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Nomad Poetry Punk“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nomad“ steht zum einen für meinen nomadischen Lebensstil. Ich bin ständig auf Tour und reise um die Welt. Das ist schon so eine Art Lebensweise. Man bleibt nicht an einem Ort. Zweitens ist es ein Verweis auf meine Wurzeln. „Poetry“ ist, im Gegensatz zu vielen Punkbands, die einfach nur expressiv sind oder so, bei uns sehr poetischer Punk. Wie bei „Patti Smith“, wo Punk und Poesie miteinander verschmelzen. Das sind nicht einfach irgendwelche Parolen wie <em>„Nieder mit der Bourgeoisie, nieder mit dem Kapitalismus“</em>, sondern das ist Poesie. Das ist echte Poesie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat Sie dazu motiviert? Wann haben Sie diese Idee aufgegriffen und gesagt, dass Sie das umsetzen wollen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst gab es eine Vorbereitungsphase, zwei bis drei Jahre, in denen wir Informationen sammelten, und dann wollten wir selbst etwas schaffen. Wir begannen zum Beispiel, den ersten Perestroika-Rock zu hören, den uns russische Bands nähergebracht hatten. Interpreten wie „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aquarium_(Band)">Aquarium</a>“ oder die Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kino_(russische_Band)">Kino</a>“. Und dann hat mich der Punkrock gepackt. Irgendwann im Alter von 15 oder 16 Jahren hörte ich, dass es bei uns in der Sowjetunion die berühmte Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Graschdanskaja_Oborona">Grazhdanskaya Oborona</a>“ gibt, dann erreichten uns Aufnahmen von den „Sex Pistols“ und „The Clash“, und diese Ästhetik des energiegeladenen Protest-Punks lag mir sehr nahe. So begann ich, in diese Richtung zu gehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Hindernisse gab es damals für jemanden, der im vor kurzem unabhängig gewordenen Kasachstan in einer Punkband spielen wollte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst 1992 bis 1993, als wir anfingen zu spielen, gab es bei uns gewisse Hindernisse; man ließ uns zum Beispiel nicht in offiziellen Veranstaltungsorten der mittleren Ebene auftreten. Damals gab es keine Clubs und wir spielten in irgendwelchen geschlossenen Sälen und organisierten selbst illegale Konzerte, weil man uns offiziell nirgendwo hineinließ. Der Grund dafür war, dass die Kultur und alle möglichen Kulturhäuser von Leuten sowjetischer Prägung geleitet wurden, für die Rock eine Art westliche Subversion war. Sie konnten vielleicht diesen ruhigen offiziellen Rock akzeptieren, der von Liebe singt, aber als wir kamen und Punk spielten, war das für sie ein Schock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren eine der ersten Punkbands in Kasachstan, und deshalb löste diese Punk-Ästhetik bei vielen Normalbürgern und Führungskräften einfach nur Schock aus. Sie versuchten, sich davon zu distanzieren und es zu verbieten. Was die Behörden angeht, so gab es keinen direkten Druck, aber sie waren auf den Konzerten anwesend. Wir sahen, dass diese Leute entweder von der Polizei oder von den Geheimdiensten waren, die einfach nur dasaßen und zuschauten. Wir wurden damals noch kontrolliert von oben und standen unter Generalverdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Erinnerungen haben Sie an ihre ersten Konzerte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser allererstes Konzert gaben wir in einer Mittelschule, in der Aula. Ich habe viele Erinnerungen daran. Vor einigen Jahren ist mein Buch „Nomad Punk“ erschienen, in dem der Zeitraum von 1992 bis 1997 sehr ausführlich beschrieben wird. Das macht wahrscheinlich fast die Hälfte des Buches aus, denn erstens erinnert man sich an die Zeit der Entstehung, in der Jugend, an alles viel lebhafter, und damals gab es nicht so viele Konzerte wie heute. Als die Band zum Beispiel schon bekannt war, gab es 5–6 Konzerte im Jahr, und jedes Konzert war ein Ereignis. Kurz darauf hatten wir auch ein Konzert im Kulturpalast der Eisenbahner, und ich erinnere mich daran, ich erinnere mich sehr gut daran, wie das alles ablief, was davor und danach war, das ist mir im Gedächtnis geblieben. Und dabei gibt es Dutzende von Konzerten in Städten in Russland oder irgendwo in Europa, die stattgefunden haben, aber an die du dich trotzdem erinnerst auf einer Tour. Du hast eine Tour mit 30 Konzerten, und an manche Konzerte erinnerst du dich nicht.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie heute mehr Konzerte geben – hat sich Ihre Einstellung zu Konzerten im Vergleich zu damals verändert?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat sich nicht geändert, wir haben immer versucht, aufrichtig und energiegeladen zu sein und unsere Botschaft zu vermitteln. Und was ich mit vielen Konzerten meine, das war vor 2022. Jetzt ist es leider nicht mehr so, wir spielen nicht mehr so viel, denn nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine haben wir uns gegen den Krieg ausgesprochen, und ich habe auf Konzerte in Russland verzichtet – etwa 70 Prozent meiner Konzerte fanden vorher dort statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind gerade in Berlin, um gemeinsam mit Dr. Hoffman Ihr neues Album vorzustellen. Was können die Fans von diesem neuen Album erwarten? Gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie es gerade in Berlin vorstellen?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür ist, dass die gesamte Musik auf diesem Album in Berlin aufgenommen wurde. Für die Musik war bei uns Dr. Hoffmann verantwortlich, er lebt hier [in Berlin, Anm. d. Red.]. Es handelt sich dabei um ein Internetprojekt, das ins Leben gerufen wurde. Die Musik wurde in Berlin aufgenommen, die Gesangsaufnahmen fanden im Oktober in Kasachstan statt. Abgemischt wurde das Ganze in Krasnojarsk. Die dazugehörige Video-Art entstand in Serbien. So kam das Projekt zustande. Deshalb bin ich hierhergekommen nach Berlin; ich bin gerade auf einer Akustik-Tournee durch Europa, und das Album ist direkt vor meiner Abreise erschienen. Wir hatten im Voraus geplant, zwei Präsentationen in Deutschland zu geben. Das war am 5. Juni in Berlin, in der Panda-Plattform, und am 6. Juni in Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kann man von diesem Album erwarten? Es gab bereits eine erste Rezension von einem beliebten Telegram-Kanal in Russland. Es ist ein neuer Sound. Ein neuer Klang. Es ist kein Punk, es ist Reggae, es ist keine elektronische Musik, vielleicht eine Art Hip-Hop. Und die Songs, die darauf zu finden sind: Der früheste, der erste Song, wurde 1994 geschrieben, der späteste im Jahr 2023. Dabei vermittelt das Album eine gewisse Ganzheitlichkeit, es gibt also keine Unterteilung. Es ist kein „Greatest Hits“-Album, sondern ein echtes Album.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind dort alte Hits enthalten, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass es nicht „The Very Best of Greats Hits“ wird, sondern ein neues Album von Ermen Anti, Doktor Hoffman, „Radio Baikonur”. Das war das ganze Konzept.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie hatten bereits Konzerte in Novi Sad und Belgrad, und vor kurzem waren Sie in Prag und Stuttgart. In Prag haben Sie zusammen mit Maksym Kabyr und Viktor Kulhanek das Buch „Trilobiti“ vorgestellt. Worum geht es in diesem Buch und wie sind diese Idee und dieses Projekt überhaupt entstanden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 kam ich zum ersten Mal für ein Solokonzert nach Prag. Dort lernte ich Maksym und Denis kennen. Im selben Jahr erschien mein Buch in Tschechien. Die Gedichte waren dort zweisprachig abgedruckt: auf der einen Seite der Originaltext auf Russisch, auf der anderen Seite die tschechische Übersetzung. Dieses Buch war die erste Veröffentlichung eines kasachischen Dichters in tschechischer Sprache seit der Unabhängigkeit Kasachstans. Das Buch ist in vielen tschechischen Bibliotheken zu finden und es gibt auch Rezensionen dazu. Der tschechische Botschafter in Kasachstan besitzt sein eigenes Exemplar, wir haben es gut verbreitet. Wir fuhren für Konzerte nach Prag und freundeten uns an. Viktor Kulhanek kannte ich schon lange, als er noch in Moskau lebte. Er arbeitete dort bei Radio Svoboda.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, dass wir beschlossen, zu dritt ein gemeinsames Gedichtband mit Werken von drei verschiedenen Autoren herauszugeben. Wir sind Vertreter derselben Generation. Ich komme aus Kasachstan. Viktor Kulhanek stammt aus Russland, lebt aber in Prag. Maksym Kobyr kommt aus der Ukraine und lebt ebenfalls in Prag. Wir haben einen solchen Gedichtband zusammengestellt, in dem jeder etwa 20 seiner Werke beigesteuert hat. Sie wurden alle in einem Band vereint. Das einzig Spezielle ist, dass meine Gedichte an erster Stelle stehen und ich eine Übersetzung ins Tschechische hinzugefügt habe. Denn ich möchte, dass die Tschechen meine Gedichte auf Tschechisch lesen können. Bei den anderen sind sie nur auf Russisch, bei mir auf Russisch und auf Tschechisch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe gehört, dass Sie das Gleiche mit Ihren Gedichten in Berlin gemacht haben, dass es eine russische und eine deutsche Fassung gibt. Haben Sie die deutsche Fassung selbst geschrieben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, die deutsche Fassung wurde von den Verlegern Mario Aksher und Yuri herausgegeben. Sie haben sie übersetzt. Es handelt sich dabei nicht um zwei verschiedene Bücher. In einem Buch steht der Text auf Russisch und daneben, auf der anderen Seite, auf Deutsch. Es ist also einfach eine Übersetzung, sozusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie treten bereits seit 1992 mit „Adaptatsiya” auf. Das ist schon eine ziemlich lange Zeit. Wie hat sich die Punkszene in Kasachstan bzw. in Zentralasien seitdem verändert? Welche Veränderungen konnten Sie beobachten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Punkszene war damals noch nicht besonders stark ausgeprägt; als wir in den 90er Jahren in Aktobe anfingen, gab es zwar einige Bands, vielleicht in Almaty, aber sie war noch nicht so weit entwickelt. Dann gab es eine Zeit, in der sich in Aktobe, abgesehen von „Adaptatsiya“, so etwas wie eine Clique bildete, um uns herum entstand eine ganze Clique, die wir „Aktobe-Punk-Club“ nannten. Er wurde 1993 gegründet und umfasste etwa 8 verschiedene Projekte. Das heißt, ich spielte Gitarre bei „Adaptatsiya&#8220; und spielte auch in einer anderen Band namens „Mucha“ Schlagzeug. Wir waren ungefähr zu sechst und spielten in sieben Bands.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem haben wir uns an allerlei verschiedenen Projekten ausprobiert. 1994 habe ich ein interessantes Projekt auf Kasachisch namens „Bischarabaldar“ [<em>„Arme Kinder“, Anm. d. Red.</em>] ins Leben gerufen. Ich habe einen Song geschrieben, weil ich mir wünschte, dass es auch auf Kasachisch Punk gäbe. Es gab Punks in Malaysia und auf den Philippinen, aber auf Kasachisch gab es so etwas quasi nicht. Und ich habe eine ganze Reihe solcher Songs geschrieben, aber es ist kein wirklich ernsthafter Punk, sondern eher sozialkritischer oder antireligiöser Punk, zum Beispiel der Song „Ich liebe Schweinefleisch“, der bei den allzu Religiösen eine Art Hysterie ausgelöst hat. Und dieses Projekt hatte einige Hits, 2004 haben wir in Frankreich ein ganzes Split-Album aufgenommen, auf dem die Hälfte „Adaptatsiya“ und die andere Hälfte „Bischarabaldar“ ist. Damit haben wir zementiert, dass es kasachischen Punk gibt. Jeder Punkfan auf der Welt kann jetzt „Bischarabaldar“ finden und Punk auf Kasachisch hören.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duo-falak-wie-tadschikische-tradition-in-experimenteller-musik-neu-auflebt/">Duo Falak – Wie tadschikische Tradition in experimenteller Musik neu auflebt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Später, als in Kasachstan Mitte der Nullerjahre mehr oder weniger eine Zeit des Wohlstands einsetzte, tauchte eine ganze Welle junger Punkbands auf, die Pop-Punk spielten und sich an der kalifornischen Szene orientierten. Äußerlich sah das nach Punk aus, inhaltlich sangen sie aber wie jede andere Pop-Band: über Mädchen, über Bier – es ging also überhaupt nicht um soziale Probleme. Sie sangen nicht einmal über die Probleme ihrer Generation, etwa innere Probleme – die Emos zum Beispiel sangen über die inneren Belange der Jugend –, sondern diese hier sangen einfach:<em> „Ich habe mich mit einem Mädchen gestritten, ich geh mich betrinken.“</em> Und das alles sozusagen im Rhythmus des Punkrocks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich davon immer ferngehalten. Aber ich kann jetzt sagen, dass in den letzten Jahren, besonders in Almaty, eine Art Renaissance des Punkrocks zu beobachten ist. Es tauchen sehr viele verschiedene junge Punkbands auf, und zwar von so einem „Crossover-Punk“ – hart, Hardcore – bis hin zu eher traditionellem Punk. Dann entwickelte sich Fem-Punk, es entstanden Bands in Astana und Almaty, Mädchen, die Punk spielen, was es früher nicht gab. Also, ja, es gibt gerade so etwas wie eine dritte Welle des Punk. Wir spielen schon lange, und ich habe vieles davon miterlebt und sehe es – ich kann sagen, dass es gerade einen Aufschwung gibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielen Sie in diesem Ganzen? Würden Sie Sich für diese neueren Punkbands als eine Art Idol oder Wegbereiter bezeichnen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, welche Rolle ich spiele. Manche lieben uns, manche hassen uns zutiefst. Das ist nun mal so, wir sind in unserer Stadt auch nicht zu Popstars geworden. Wir sind dort sehr bekannt, und auch landesweit in dieser ganzen Szene. Aber wir hatten immer so eine Art, uns ein bisschen abseits zu halten, wir waren nicht im Mainstream, deshalb sind die Beziehungen unterschiedlich, von respektvoll bis hasserfüllt sozusagen. Das sind normale Gefühle, ich will ja nicht jedem gefallen, deshalb ist sogar Hass ein normales Gefühl. Man kann in dieser Szene natürlich nicht unumstritten sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet es für Sie persönlich, in Kasachstan ein Punk zu sein? Unterscheidet sich diese Erfahrung etwa von der in anderen Teilen der Welt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin jetzt schon 52 Jahre alt. Ich sage nicht direkt, dass ich ein Punk bin. Ich sage, ich bin ein Nomaden-Punk. Oder ein Punk-Musiker. Das heißt, ich bin nicht mehr derjenige, der ich mit 17 oder 18 war, als ich mit einem Irokesenschnitt herumlief. Ich habe jetzt meine Familie und alles ist ein bisschen anders. Ich bin also kein Street-Punker mehr, der 20 oder 25 ist. Ich habe bereits einige Jahre auf dem Buckel, ein gewisses Verständnis, eine gewisse Verantwortung, deshalb drückt sich mein Punk im Grunde genommen in erster Linie in Ideen und in der Musik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin grundsätzlich immer der Meinung, dass Punk sozusagen eine Idee von Freiheit und Protest ist. Das heißt, wenn dich irgendetwas bedrückt, wie zum Beispiel derzeit der Ukrainekrieg. Ich sehe mich alsTeil dieses Prozesses. Das heißt, im Moment sehe ich es quasi als Aufgabe der Band, dazu beizutragen, dass dieser Krieg auf normale Weise endet, dass das Imperium verliert. Wir tun gerade alles, damit unsere Hörer – auch diejenigen, die in Russland verblieben sind – sehen, dass wir leben, dass wir arbeiten, dass wir etwas tun. Und wenn der richtige Moment kommt, werden sich diese Menschen angemessen verhalten. Das sind also nicht die Leute, die Putin und den Krieg unterstützen. Im Moment halte ich das für das Wichtigste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-metal-boom-in-bischkek-ein-kirgisischer-musikpionier-im-portraet/">Der Metal-Boom in Bischkek: ein kirgisischer Musikpionier im Porträt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt einige Punkbands, die Punk spielen, aber überhaupt nicht über soziale Themen singen. Ich zwinge niemanden, ich mache keine Propaganda. Das ist eine persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, wie er es sieht. Aber das ist mein Blickwinkel auf die ganze Sache. Ich bin 52 Jahre alt, wie lange ich noch leben werde, weiß ich nicht. Wie lange dieser Krieg noch dauern wird, weiß ich nicht. Aber wenn Putin diesen Krieg gewinnt, dann wird es auch für Kasachstan schlecht ausgehen, den Ort, an dem ich lebe. Ich wohne 100 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Deshalb ist meine Haltung so: Solange dieser Krieg andauert, solange wir so arbeiten, werden wir so hart auf all das reagieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich nicht darin, dass wir dort irgendwelche politischen Slogans oder solche Sachen raushauen. Im Gegenteil, wir arbeiten ständig. Jedes Jahr bringen wir Alben heraus, sind aktiv und schreiben Songs. Aber genau diese Botschaft steckt in diesen Songs.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inwiefern unterscheidet sich Ihre Poesie von der Musik?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keinen großen Unterschied. Musik ist Musik, Poesie ist Poesie. Manchmal entstehen Songs einfach auf unterschiedliche Weise. Manchmal entsteht zuerst der Text, dann die Musik. Manchmal ist es umgekehrt, erst die Musik, dann der Text, und manchmal beides gleichzeitig. Ich mache da keine Unterscheidungen. Das bin ich. Das sind sozusagen meine Gedichte. Alles, was sozusagen von mir kommt, auch die Musik. Ich versuche, es so zu gestalten, dass diese Gedichte meiner Meinung nach mit dieser Begleitung angemessen klingen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heißt das also, dass Sie für sich selbst keine klaren Grenzen zwischen Poesie und Musik ziehen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich trete manchmal bei Dichterlesungen auf, wo ich einfach vorlese. Ich habe viele Texte, aus denen keine Lieder geworden sind. Es sind einfach Gedichte. Und das ist normal. Manchmal wird aus einem Gedicht ein Monat später ein tolles Lied.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Dr. Hoffman spielen Sie Ihre Lieder im Reggae-Stil. Was hat Sie zu diesem Projekt motiviert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Reggae, ein bisschen Elektronik, so eine Art Old-School-Hip-Hop, könnte man sagen. Es war wie so oft eine Frage des Zufalls. Dr. Hoffman ist ein alter Bekannter von mir. Erstens ist er ein Landsmann von mir, er kommt aus Kasachstan. Ende der 90er Jahre ist er aus Almaty weggegangen.&nbsp; Er kam zu unseren Konzerten, er liebt &#8222;Adaptatsiya&#8220; sehr. Und vor einem Jahr hat er mir ein paar instrumentale Demoversionen geschickt. Er sagte: <em>„Ermin, schau mal, was ich da gemacht habe, hör mal rein.“</em> Es hat mir gefallen, darum sagte ich, lass uns ein Album machen. Und ein bisschen ohne Eile, ich war sehr beschäftigt, weil ich noch auf Tour war, irgendwelche Dinge zu erledigen hatte. Aber wir haben gearbeitet, er hat mir etwa 15 bis 17 Tracks geschickt, von denen ich nur 9 ausgewählt habe, mit denen wir dann weitergearbeitet haben. Denn manche Versionen haben nicht funktioniert, klangen nicht gut. Aber die 9, die wir ausgewählt haben, haben wir überarbeitet, ich habe die Gesangsparts aufgenommen, wir haben sie uns geschickt und abgemischt. Wir haben also lange daran gearbeitet, das Album ist buchstäblich gerade erst erschienen, ich habe es auf <a href="https://ermenanti.bandcamp.com/album/dr-hoffmann-2026">Bandcamp</a> veröffentlicht, etwa drei Stunden vor dem Abflug zur Tour. Es ist jetzt auf <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/75N0dG3Zxo0bgIhMTluUfn">Spotify</a>, <a href="https://music.apple.com/ge/album/%D1%80%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BE-%D0%B1%D0%B0%D0%B9%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D1%83%D1%80/6773697624">Apple Music</a> und so weiter zu finden, man kann es eigentlich überall finden. Wir haben es auf unserer <a href="https://ermen.antimusic.ru/">Website</a> veröffentlicht, dort kann man es kostenlos herunterladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Live-Präsentationen finden nur in Berlin und Leipzig statt, weil wir ja weit entfernt voneinander wohnen. Ich werde vielleicht Präsentationen in Kasachstan halten, aber das wird dann wohl ohne Dr. Hoffmann sein, nur mit Musik und Videokunst. Daher werden wir dort leider nicht komplett sein, aber ich denke, auch in Kasachstan werden die Leute von so einem Sound ein bisschen überrascht sein. Nicht jeder sieht mich ohne Gitarre, sondern nur mit einem Mikrofon.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben auf Instagram einen Beitrag über Ihre Lieblingsspots in Berlin gepostet. Wie sind Sie überhaupt 2002 zum ersten Mal nach Berlin gekommen? Was halten Sie von dieser Stadt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist meine Lieblingsstadt auf der ganzen Welt. Ich war schon sehr oft dort – seit dem ersten Mal versuche ich, hierherzukommen und mehr Zeit hier zu verbringen. Und 2002 war das überhaupt unsere erste Auslandsreise. Wir hatten damals Konzerte in Berlin und in Paris. Und als uns Berlin verzaubert hatte, verbrachten wir hier etwa zwei Wochen. Es war ein etwas anderes Berlin; mir ist klar, dass sich Städte verändern, aber damals erlebten wir noch das alte Kreuzberg, eine Art gegenkulturelles Zentrum. Jede Menge Leute, Ausstellungen, Säle. Wir sind überall hingegangen und haben uns alles angesehen. Für uns war das etwas ganz Neues. Dann hat uns die Multikulturalität der Stadt sehr beeindruckt. Also diese Vermischung verschiedener Kulturen, sogar auf der Ebene der Küche – das Essen dort ist sehr interessant. Und dann die Stadt selbst, ihr Rhythmus, die Architektur. Hier hängt alles zusammen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und meine zweitliebste Stadt ist Almaty. Sie ist einfach die Kulturhauptstadt Kasachstans – man nennt sie auch die kulturelle und die südliche Hauptstadt. Aber tatsächlich, ja, alle wichtigen kulturellen Ereignisse und Auftritte von Künstlern, Musikern und Theatern – all das findet in Almaty statt. Astana hinkt da weit hinterher, denn in Astana dreht sich fast alles nur um das Offizielle.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie in Europa auftreten, wie wird Ihr Schaffen dort aufgenommen? Und wer besucht Ihre Konzerte?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Anfang an, als wir anfingen, hierher zu kommen, spielten wir natürlich vor einem Publikum, das in Berlin hauptsächlich aus Einwanderern aus der Sowjetunion bestand. Aus den ehemaligen Republiken der Sowjetunion. In Frankreich gab es das hingegen überhaupt nicht. Wir hatten einen Direktor, der selbst Anarchist war, und er hat uns extra auf die linke Szene geschickt, wir spielten Konzerte in anarcho-kommunistischen, linken Squats. Die Szene war damals sehr stark entwickelt, sie hatten ihre eigenen Clubs, ihre eigenen Bars, Squats, Labels, Radiosender. In Paris gab es <em><a href="https://radio-libertaire.org/accueil.php">Radio Libertaire</a></em>, einen sehr guten Rund-um-die-Uhr-Radiosender. Wir waren sehr oft dort auf Sendung, unsere Songs wurden gespielt. Das heißt, dort gab es keine Russen, wir spielten zusammen mit französischen Bands für die Franzosen. Sie waren begeistert, sie haben vielleicht die Texte nicht verstanden, aber sie haben die Energie gespürt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde sagen, dass die Mehrheit, besonders jetzt, ein Großteil unseres Publikums [<em>aus Russland, Anm. d. Red.</em>] weggezogen ist. Etwa eine Million Menschen sind weggezogen, und die meisten von ihnen haben sich in Europa niedergelassen. Ich hätte also nie gedacht, dass ich einmal in Serbien spielen würde, dort, bei Akustikkonzerten. Und jetzt fahre ich dorthin, und dort gibt es Leute, die uns in Russland besucht haben, und jetzt kommen sie eben dorthin. Und zum Beispiel in Polen, in Warschau oder in Vilnius kommen hauptsächlich Belarussen zu den Konzerten. Das sind diejenigen, die gezwungen waren, aus Belarus zu fliehen, und die dort bis zu den Ereignissen des Jahres 2020 zu unseren Konzerten kamen. Dann hat die Hälfte von ihnen kurze Haftstrafen im Gefängnis verbüßt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Werden Sie dort auch beim Festival „Zapatista Baltica“ in Riga auftreten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist ein <a href="https://www.instagram.com/p/DYpnTDMDIyS/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=NTc4MTIwNjQ2YQ%3D%3D">kleines Festival</a> – Anarchisten veranstalten oft solche kleinen Akustikfestivals –, aber es ist interessant, weil dort – abgesehen davon, dass ich als Headliner aus Kasachstan dabei bin – auch jemand aus der Ukraine auftreten wird. Ich kenne ihn, wir sind 2007 bis 2008 einmal gemeinsam in Klaipėda aufgetreten. Und zwei Künstler aus Litauen und aus Lettland. Bei dem Festival versammeln wir uns trotz des Krieges als Vertreter dreier Länder und veranstalten gemeinsam ein Konzert. Es ist nicht so groß, aber für diejenigen, die daran Interesse haben, ist es sozusagen ein DIY-Festival.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die letzten Jahre hat gerade der Post-Punk aus dem postsowjetischen Raum an Beliebtheit gewonnen, vor allem dank Bands wie <strong>„</strong>Molchat Doma” aus Belarus und Playlists auf YouTube. Haben Sie dieses Phänomen auch wahrgenommen, und was denken Sie über die weltweite Popularisierung des post-sowjetischen Post-Punks?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Phänomen finde ich sehr interessant. <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Molchat_Doma">Molchat Doma</a>” hat vor allem in den letzten 2 bis 3 Jahren für Furore gesorgt. Es gibt auch die Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Motorama_(Band)">Motorama</a>” aus Rostow-am-Don, die in Lateinamerika beliebter ist als in Russland und Europa und dort massenweise Zuschauer anzieht. Sie wurde bereits vor über zehn Jahren gegründet und geht oft nach Lateinamerika auf Tour. <strong>„</strong>Molchat Doma” ist auf der ganzen Welt bekannt und spielt große Konzerte und auf Festivals, obwohl sie auf Russisch singen, was sehr interessant ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Grunde war das Hauptproblem immer die Sprache. Man sieht, dass sie [<em>Molchat Doma</em>, <em>Anm. d. Red.]</em>] ihren eigenen Stil kreiert haben und gleichzeitig sehr viele Einflüsse von traditionellen Vorreitern des Genres übernommen haben, wie z. B. The Cure, Joy Division oder Bauhaus. Man sollte sich freuen, dass es für sie so gut geklappt hat. Das gilt auch für die Nowosibirsker Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ploho">Ploho</a>”: Obwohl sie mittlerweile in Serbien wohnhaft sind, haben sie für sich mittlerweile den chinesischen Markt entdeckt. Sie reisen nach China, die Chinesen verstehen keine einziges Wort von dem, worüber sie singen, obwohl sie auch einen sehr poetischen Stil des Post-Punks verkörpern. Doch ihnen gefällt es trotzdem, wenn da ein paar russische Typen hinreisen und Post-Punk spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser russischsprachigen Bands in Regionen, wo überhaupt kein Russisch gesprochen wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu 100 Prozent kann ich das auch nicht verstehen. Ich freue mich sehr für die Leute, aber Bands wie <strong>„</strong>Ploho” oder <strong>„</strong>Motorama” spielen jetzt keinen sehr innovativen Stil, den außer ihnen in z. B. den USA oder England niemand spielt. In England wurde der Musikstil schließlich auch erfunden und ist dort immer noch beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Perestroika-Jahren gab es ein paar Jahre die sogenannte <strong>„</strong>Gorbomania” <em>[benannt nach dem damaligen Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Mikhail Gorbatschow, Anm. d. Red.]</em>. Damals ist in Europa und Amerika ein regelrechter Hype ausgebrochen um alles, was aus der damaligen Sowjetunion kam und mit dem politischen Prozess der Perestroika zu tun hatte. Es ging dabei um Schallplatten, um Fernsehsendungen, es wurden Festivals veranstaltet und Menschen reisten nach Russland. Doch danach ist dieser Hype wieder sehr schnell abgeflaut und kam aus der Mode. Schließlich verstanden die Menschen auch kein Wort Russisch, und das Interesse an der Perestroika fand mit dem Zusammenbruch der UdSSR ein jähes Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube allerdings, dass der jetzige Hype andere Gründe hat, da derzeit nichts wie die Perestroika stattfindet. Wahrscheinlich ist es das Internet, wo Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt dank der Algorithmen mit russischsprachiger Musik in Kontakt kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Am 17. Juni spielt Ermen Anti das letzte Konzert des deutschen Teils seiner Europatournee in Düsseldorf. Los geht&#8217;s im &#8222;Black &amp; Lemon</em>&#8220; <em>um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 15 Euro. Am Samstag tritt Ermen schließlich auf dem &#8222;Zapatista Baltica&#8220; Festival in Riga auf.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/">„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kaukasus]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Mittlerer Korridor]]></category>
		<category><![CDATA[Transport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44873</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/">Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/">Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Harfe findet ihre Stimme: Wie eine Petersburger Harfenistin das Klangbild der „Astana Opera“ prägt</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 23:19:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Harfe]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43937</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lyubov Tkachenko ist eine Harfenistin mit einer Ausbildung in St. Petersburg und einer beruflichen Laufbahn in Kasachstan. Nach ihrem Abschluss am Staatlichen Konservatorium in St. Petersburg kam sie 2013 zu einem Vorspielen f&#xFC;r Musiker:innen in das neue, gerade er&#xF6;ffnete Theater in Astana &#x2013; und blieb dort f&#xFC;r dreizehn Jahre. Heute ist Tkachenko Konzertmeisterin der Harfengruppe [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/">Die Harfe findet ihre Stimme: Wie eine Petersburger Harfenistin das Klangbild der „Astana Opera“ prägt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Lyubov Tkachenko ist eine Harfenistin mit einer Ausbildung in St. Petersburg und einer beruflichen Laufbahn in Kasachstan. Nach ihrem Abschluss am Staatlichen Konservatorium in St. Petersburg kam sie 2013 zu einem Vorspielen für Musiker:innen in das neue, gerade eröffnete Theater in Astana – und blieb dort für dreizehn Jahre. Heute ist Tkachenko Konzertmeisterin der Harfengruppe des Symphonieorchesters der „Astana Opera“. Als Musikerin hat sie das kasachstanische Theater auf Gastspielen in Europa und anderen Ländern vertreten und maßgeblich den modernen Klang dieses seltenen Instruments in einem der führenden Opernhäuser Zentralasiens geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Artikel ist Teil der Interviewreihe&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/tag/kasachische-musizierende-auf-den-spuren-des-europaeischen-erbes/">Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan: Lyubov, Sie stammen aus Russland, aus St. Petersburg. Warum sind Sie in Astana gelandet, während viele Musiker:innen im Gegenteil nach St. Petersburg streben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tkachenko: Nach meinem Abschluss am Konservatorium im Jahr 2013 wollte ich sofort anfangen zu arbeiten. Ich träumte davon, in einem Theater tätig zu sein, und es interessierte mich wenig, wo das sein würde. Die Harfe ist ein sehr „theatralisches” Instrument, das einen wichtigen Platz im klassischen Opern- und Ballettrepertoire einnimmt. Die Arbeit in einem Theater ist für Harfenist:innen prestigeträchtig, interessant und bietet ein großes Repertoire, daher war das für mich ein entscheidender Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/">Der Klang der Realität: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europäischem Maßstab</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In St. Petersburg herrscht in dieser Hinsicht ein enormer Wettbewerb. Meine Lehrerin sagte: <em>„Es gibt einen Wettbewerb in Astana, fahr hin, spiel und komm zurück.“</em> Damals kannte ich weder die Stadt noch die Bedingungen dort. Nachdem ich das Wettbewerbsprogramm gespielt hatte, flog ich noch am selben Tag zurück. Und dann wurde mir mitgeteilt, dass ich erfolgreich war und mit der Arbeit im Theater beginnen sollte. Ich habe nicht einmal meine Abschlussfeier an dem Konservatorium in St. Petersburg besucht – ich holte mein Diplom ab und bin nach Kasachstan gekommen, um hier zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie war Ihr erster Eindruck? Wie erinnern Sie sich an diese Zeit?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles war neu und ungewohnt für mich, ich war weit weg von zu Hause und befand mich in einer anderen Umgebung, in einem anderen musikalischen Umfeld. Die erste Aufführung des Theaters war eine kasachische Oper <em>[„Birzhan und Sara“ – eine klassische kasachische Oper des Komponisten Mukan Tulebayev, Anm. d. Aut.]</em>, und dieses Repertoire hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben. Alle um mich herum kannten es seit ihrer Kindheit, nur ich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschwerend kam hinzu, dass es zu diesem Zeitpunkt keine anderen Harfenist:innen im Orchester gab, mit denen ich mich beraten und Arbeitsfragen besprechen konnte. Deshalb fühlte ich mich vom ersten Tag an sehr verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hat sich die Situation im Laufe der Zeit verändert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundlegend. Die Stadt, das Theater, das Umfeld haben sich verändert. Jetzt haben wir bereits ein Team von Harfenist:innen, eine systemische Arbeit und Austauschbarkeit. Hier herrscht ein sehr starkes Verantwortungsbewusstsein für die gemeinsame Sache. Das Theater ist noch jung, und alle sorgen sich um ihre Arbeit, um das Ergebnis. Das schafft ein hohes Maß an Engagement. Das gilt sowohl für die Orchestermusik als auch für das Ballett. Übrigens gibt es hier ein hohes Niveau an Ballettkunst, das bisher leider nur wenige kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit wurde die Arbeit leichter, dank der Gewohnheit und der enormen Erfahrung, die ich hier gesammelt habe – durch die Zusammenarbeit mit den besten kasachstanischen und ausländischen Musiker:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie ist Ihrer Meinung nach die Einstellung zur Harfe in Kasachstan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Harfe wird in Kasachstan weiterhin als seltenes Instrument angesehen. Viele kennen sie, haben sie aber noch nie gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/">Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zustand oder die Verfügbarkeit von Instrumenten in einem Ensemble sagt viel aus. Für Harfenspieler:innen ist das Instrument sehr wichtig: Man kann zwar auch auf einem schlechten Instrument spielen, aber das ist sehr schwierig. Die Harfe muss mehrmals am Tag gestimmt werden – alle 47 Saiten –, deshalb kommen Harfenist:innen als Erste und gehen als Letzte. Als ich hierherkam, war meine Harfe in einem schlechten Zustand, aber jetzt gibt es in der „Astana Opera“ zwei Instrumente von sehr hoher Qualität – aus italienischer Produktion. Das ist eine ernsthafte Investition, die sich direkt auf die Qualität der Arbeit auswirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Worin sehen Sie in dieser Hinsicht einen grundlegenden Unterschied zu Europa?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa ist die Harfe die Norm. Sie ist ein Orchesterinstrument wie die Geige oder das Cello, mit eigener Infrastruktur, eigenen Meister:innen und eigenem Service. Das ist teuer, aber es ist der Standard. Bei uns muss man immer noch über ihre Notwendigkeit diskutieren. Viele betrachten sie als eine Art zusätzliches, zweitrangiges Instrument. Das würde ich gerne ändern. Das ist sowohl in Kasachstan als auch in vielen Städten Russlands zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das heißt, Sie haben das Gefühl, dass wir aufgrund ihrer Seltenheit eine andere, besondere Beziehung zur Harfe haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, und das gefällt mir nicht. Die Harfe wird oft nur als schönes Bild, als Exotik wahrgenommen. Für mich ist es wichtig, dass sie als ernstzunehmendes professionelles Instrument wahrgenommen wird, gleichberechtigt mit anderen. Das ist nur durch die Qualität der Darbietung möglich, nicht durch den äußeren Effekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und ist die Situation Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren besser geworden?</strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, und das ist wichtig. Es gibt neue Instrumente, Theater, Arbeitsplätze. Wenn es ein Ziel gibt, entsteht Motivation. Aber die Harfe bleibt weiterhin ein „heikler Punkt”: Sie ist schwer zu kaufen, schwer zu pflegen, es ist schwer, Fachleute zu finden. Wenn das Instrument kaputt geht, gibt es in Kasachstan keine Handwerker:innen, die es reparieren können, man muss welche aus dem Ausland einfliegen lassen. Das sind große Schwierigkeiten, deshalb gibt es nicht so viele Menschen, die dieses Instrument spielen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele Musiker:innen heben die starke postsowjetische Schule unserer Musikinstitutionen hervor, die Kindern eine gute theoretische Grundlage vermittelt. Wie beurteilen Sie das derzeitige Niveau der Musikausbildung hier?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, die Ausbildung ist schwächer als früher. Nicht weil die Lehrer:innen schlecht sind, sondern weil sich die Bedingungen geändert haben. Bei uns war alles viel strenger als heute. Aber für Instrumente wie die Harfe ist strenge Disziplin unerlässlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Harfe ist ein körperlich anstrengendes Instrument. Man muss jeden Tag üben. Wenn man in der Kindheit keine Grundlagen legt, kann es im Erwachsenenalter leider zu spät sein. Es gibt Dinge, die man nicht nachholen kann: die Haltung der Hände, körperliche Ausdauer, die Gewöhnung an die Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte ein hohes Niveau an theoretischen Fächern in speziellen Bildungseinrichtungen für normal. Ebenso wie eine korrekte Haltung der Hände für alle Schüler:innen, unabhängig von ihren weiteren Plänen und natürlichen Begabungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen Sie uns doch, wie Sie selbst zum Harfenspiel gekommen sind. War das Ihre bewusste Entscheidung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Ich habe selbst ziemlich spät angefangen zu spielen – mit 11 Jahren. In der Musikschule wurden einfach Instrumente angeboten, für die es keine Interessent:innen gab: das Bajan (eine Form des Akkordeons, Anm. d. Aut.) und die Harfe. So fing alles an. Aber in der Kindheit wird einem nicht immer gesagt, welche Schwierigkeiten Harfenspieler:innen auf ihrem Weg bevorstehen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welcher Ansatz erscheint Ihnen richtiger – der strengere postsowjetische oder der liberalere europäische?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich selbst habe erst vor kurzem begonnen, meine Erfahrungen als Lehrerin weiterzugeben. Aber ich hatte selbst viele gute Lehrer:innen: Neben dem Konservatorium in St. Petersburg habe ich Meisterkurse in Deutschland und Italien besucht, sodass ich Vergleiche anstellen kann und viel zu erzählen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, alles hängt von den Lehrer:innen ab. Druck um des Drucks willen ist sinnlos. Aber ohne Anstrengung gibt es nirgendwo Ergebnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interessieren sich europäische Kolleg:innen für die kasachstanische Harfenschule?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das tun sie. Allerdings hat sie sich bei internationalen Festivals und Wettbewerben noch nicht ausreichend bewährt. Manchmal sind die Leute überrascht, dass es hier überhaupt Harfenist:innen und gute Instrumente gibt. Als einmal Musiker:innen aus dem Theater „La Scala” zu uns auf Tournee kamen, brachte eine Harfenistin ihre Harfe mit – eine der teuersten und seltensten der Welt. Das ist ziemlich aufwendig, wenn man die Größe und das Gewicht des Instruments bedenkt. Wie groß war ihre Überraschung, als sie unsere hochwertigen Instrumente sah: <em>„Hätte ich gewusst, dass Sie solche Instrumente haben, hätten wir unsere nicht mitgebracht.“</em> Sie hatten ehrlich gesagt nicht mit einem solchen Niveau gerechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/steppenwolf-mit-floete-wie-yerzhan-kushanov-die-pariser-eliteschule-eroberte/">„Steppenwolf“ mit Flöte: Wie Yerzhan Kushanov die Pariser Eliteschule eroberte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hohe Niveau der Arbeit unserer kasachstanischen Kolleg:innen wird auch von meinem Ehemann, einem Dirigenten aus Italien, der hier in Kasachstan arbeitet, hervorgehoben. Hier haben wir uns kennengelernt. Er betont auch, dass der Staat in Kasachstan im Vergleich zu Italien großes Interesse an der Entwicklung des Musik- und Theaterbereichs zeigt und viel mehr finanzielle Investitionen tätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war es eine große Überraschung, dass Kolleg:innen in St. Petersburg unser Repertoire verfolgen und die Inszenierungen der „Astana Opera“ diskutieren. Das ist sehr erfreulich – und wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haben Sie einen Unterschied in der Reaktion des Publikums in Kasachstan und in Europa bemerkt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa ist das Publikum besser vorbereitet und anspruchsvoller. Hier ist das Publikum immer herzlich und dankbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sagten, dass die erste Inszenierung des Theaters im Jahr 2013 eine kasachische Oper war. Nimmt kasachische Musik insgesamt einen wichtigen Platz im Repertoire des Theaters ein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf jeden Fall. Es werden immer kasachische Werke aufgeführt. Wenn das Orchester auf Tournee geht, stößt das auf großes Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sind Ihnen kasachische Melodien ans Herz gewachsen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. So sehr, dass ich mich dabei ertappt habe, meinem Kind kasachische Lieder vorzusingen. Das geschieht ganz natürlich – man assimiliert sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es viele Bearbeitungen für Harfe mit kasachischer Musik? Und wenden sich Komponist:innen an Sie, um Sie um Rat zu fragen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es gibt viele Bearbeitungen, und Komponist:innen wenden sich ziemlich oft an mich. Viele wissen einfach nicht, was das Instrument kann. Und das ist normal: Wenn die Harfe lange Zeit nicht Teil der Praxis war, weiß man nicht, wie man mit ihr umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele denken, dass die Harfe nur für klassische Musik geeignet ist. Aber heute kann man auf der Harfe alles spielen: Jazz, zeitgenössische Musik, es gibt E-Harfen, Ensembles. Die Möglichkeiten der Harfe haben sich im Vergleich zu vor 30 bis 50 Jahren enorm erweitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sehen Ihre weiteren Karrierepläne aus? Möchten Sie weiterhin in Kasachstan arbeiten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mache keine langfristigen Pläne – das Leben korrigiert sie von selbst. Ich kam für ein Jahr nach Kasachstan, und nun sind schon mehr als zehn Jahre vergangen, und ich bin immer noch hier.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann sagen, dass ich gerne weiter daran arbeiten würde, die Harfe in Kasachstan populär zu machen. Ich möchte europäische Kolleg:innen (und nicht nur europäische) für den Austausch von Erfahrungen und Wissen gewinnen. Ich möchte, dass das Niveau und die Wettbewerbsfähigkeit der Harfenist:innen in Kasachstan steigen und dadurch das Interesse wächst. Außerdem würde ich mir auch ein internationales Harfenfestival in Astana wünschen. Und natürlich die Stärkung der Beziehungen zu Harfenist:innen aus anderen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sieht Ihre künstlerische Identität heute aus und wie positionieren Sie sich im Ausland?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich repräsentiere das kasachstanische Theater und Ensemble. Ich habe mich schon vor langer Zeit aus der Musikszene in St. Petersburg zurückgezogen, und jetzt ist meine berufliche Identität genau mit diesem Ort, mit dem kasachstanischen Theater, verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig möchte ich, dass Kultur keine Grenzen kennt. Dass mein Kind die Welt als Ganzes sieht und das Beste aus verschiedenen Traditionen mitnehmen kann. Ich sehe, wie freundlich man hier mit Kindern umgeht, wie sehr man sie liebt. Mein Kind ist vier Jahre alt und fängt schon an, Kasachisch zu sprechen – obwohl zu Hause Italienisch und Russisch gesprochen wird. Hier in Kasachstan sehe ich, wie Kultur wirklich weitergegeben wird – durch die Sprache, durch den Umgang mit Kindern, durch das Umfeld. Und das ist mir sehr wichtig. Ich möchte mich aber nicht auf eine bestimmte kulturelle Identität beschränken, sondern die Welt in ihrer ganzen kulturellen Vielfalt erleben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/">Die Harfe findet ihre Stimme: Wie eine Petersburger Harfenistin das Klangbild der „Astana Opera“ prägt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Klang der Realität: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europäischem Maßstab</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 16:46:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geige]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43883</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kalamkas Zhumabayeva ist eine Geigerin der kasachstanischen Schule und eine der bekanntesten Musikerinnen ihrer Generation in Kasachstan. Als Preistr&#xE4;gerin nationaler und internationaler Wettbewerbe wurde sie 2016&#x2013;2017 vom weltber&#xFC;hmten Dirigenten Valery Gergiev an das Mariinsky-Theater eingeladen. Heute ist Zhumabayeva Solistin des Symphonieorchesters &#x201E;Astana Opera&#x201C; und erste Geige des Orchesters &#x201E;Astana Ballet&#x201C;. Sie kann auf Erfahrungen in [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/">Der Klang der Realität: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europäischem Maßstab</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kalamkas Zhumabayeva ist eine Geigerin der kasachstanischen Schule und eine der bekanntesten Musikerinnen ihrer Generation in Kasachstan. Als Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe wurde sie 2016–2017 vom weltberühmten Dirigenten Valery Gergiev an das Mariinsky-Theater eingeladen. Heute ist Zhumabayeva Solistin des Symphonieorchesters „Astana Opera“ und erste Geige des Orchesters „Astana Ballet“. Sie kann auf Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit V. Gergiev, Ch. Dutoit, Z. Mehta und anderen renommierten Dirigenten der Welt zurückgreifen. Im Interview verrät Kalamkas, wie eine professionelle Musikerin in einem Land ohne jahrhundertealte akademische Tradition ausgebildet wird und warum kasachstanische Künstler und Künstlerinnen oft das Gefühl haben, dass es ihre Mission ist, eine ganze Kultur zu repräsentieren und nicht nur sich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Artikel ist Teil der Interviewreihe&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/tag/kasachische-musizierende-auf-den-spuren-des-europaeischen-erbes/">Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva</strong> <strong>für Novastan: Kalamkas, erzählen Sie uns von Ihrem kreativen Werdegang, wie Sie zur Musik gekommen sind und warum Sie sich damals für die Violine entschieden haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zhumabayeva: </strong>Mein Weg zur Musik war nicht meine eigene Entscheidung. Wir sind zu dritt in der Familie und wurden alle in die Musikschule geschickt: meine ältere Schwester zum Klavierunterricht, meine mittlere Schwester zum Geigenunterricht. Für mich war ursprünglich die Flöte vorgesehen – einfach, um für Abwechslung in der Familie zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nach einem Jahr wurde ein Platz in der Violinklasse frei, und die Lehrerin bestand darauf, dass ich dorthin wechseln sollte. Warum, weiß ich nicht, ich habe sie nicht gefragt. Musik war weder für mich noch für meine Schwestern eine bewusste Entscheidung – man gab uns einfach ein Instrument, und wir übten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie würden Sie die Geigenschule in Kasachstan zu Ihrer Ausbildungszeit und heute beschreiben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied ist enorm. Er hängt nicht nur mit den Lehrer:innen zusammen, sondern auch mit dem veränderten Charakter der Kinder. Die neue Generation ist anders: in ihrem Verhalten, in ihrer Einstellung zu Disziplin und Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher war alles streng. Manchmal übertrieben streng – aber die Ergebnisse waren offensichtlich. Heute ist die Situation anders: Die Gesellschaft insgesamt ist auf schnelles Geld ausgerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steppenwolf-mit-floete-wie-yerzhan-kushanov-die-pariser-eliteschule-eroberte/">„Steppenwolf“ mit Flöte: Wie Yerzhan Kushanov die Pariser Eliteschule eroberte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Musik ist jedoch niemals schnell. Hier kann man den Prozess nicht beschleunigen. Es ist wie beim Haarwachstum: Das natürliche Tempo ist vorgegeben. Deshalb ist es heute schwieriger, sich mit Musik zu beschäftigen, und diejenigen, die damit weitermachen, verdienen Respekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie unterscheidet sich Ihrer Meinung nach die europäische Schule von dem, was in Kasachstan gelehrt wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Einstellung zum Schüler und die Beziehung zum Beruf. Bei uns ist nicht immer klar, ob es die Entscheidung des Kindes selbst ist. In Europa liegt der Fokus in erster Linie darauf, was es will und was es bereit ist, zu entwickeln. Dort wird ein breites Profil geschätzt: Wenn ein Kind ein bisschen Musiker:in, ein bisschen Sportler:in, ein bisschen Künstler:in ist, erweitert das seine Möglichkeiten und erhöht die Chance, an einer guten Universität angenommen zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die postsowjetische Schule vermittelte eine solide Grundlage, aber in Europa ist die Einstellung zum eigenen Beruf bewusster: Dort wissen Menschen, was sie wollen, und haben die Möglichkeit, dies zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielen kasachische Pädagog:innen im Vergleich zu ausländischen Meister:innen für Ihre Entwicklung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele kasachische Pädagog:innen haben mich beeinflusst. Aber besonders meine Kolleg:innen im Orchester. Die Arbeit im Orchester bedeutet tägliche Nähe: drei bis vier Stunden am Tag zusammen. Man lernt von seinen Nachbar:innen – indem man beobachtet, zuhört und ihre Einstellung zur Arbeit übernimmt. Das ist eine riesige, wenn auch informelle Schule.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben viel mit ausländischen Maestros zusammengearbeitet. Was haben Sie daraus gelernt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Erfahrung ist völlig anders. Es ist sehr schwierig, sie zu vergleichen, aber jeder von ihnen ist zweifellos ein Meister seines Fachs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter berühmten Dirigent:innen habe ich am meisten mit Valery Gergiev zusammengearbeitet: auf seinem Gebiet, in seinem System und in seinem Rahmen – im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mariinski-Theater">Marijnskij-Theater</a> in Sankt-Petersburg. Genauer gesagt habe ich nicht gelernt, sondern zugehört, zugesehen und mich dadurch bereichert. Dort herrschen eine ganz andere Schule, ein anderes Umfeld, ein schöner Klang und eine andere Einstellung zur Arbeit vor. Gergiev spricht fast nie, aber ein Blick genügt, um alles zu verstehen. Seine Pausen sind eine Kunst für sich. Ich erinnere mich, dass bei einem Konzert die Pause nach dem Ende der Aufführung so lange dauerte, dass niemand im Saal zu atmen wagte. Es war ein körperliches Gefühl der Präsenz einer enormen Kraft bei all seiner Wortkargheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider kenne ich Charles Dutoit <em>[international renommierter Schweizer Dirigent, Anm. der Aut.] </em>nicht sehr gut. Wir haben mit ihm in Indien eine Woche lang zusammengearbeitet – er war wie wir zu Gast dort. Aber ich war natürlich total begeistert von ihm. Er ist ein großartiger Meister mit einer ansteckenden Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann man solche Maestros mit kasachischen Dirigenten vergleichen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten früher echte Meister:innen und Legend:innen – Tolepbergen Abdrashev, Fuat Mansurov und Timur Mynbayev. Das sind monumentale Persönlichkeiten, Säulen der kasachischen Dirigentenkunst. Sie sind nicht mehr unter uns, aber ihr Einfluss ist grundlegend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dirigieren ist nicht nur Technik. Es ist innere Kraft, Verantwortung und die Fähigkeit, andere zu führen. Früher gab es solche Menschen. Heute gibt es sie bei uns praktisch nicht mehr. Und das Problem liegt wiederum in der Einstellung zu ihrer Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und wenn wir über Geiger:innen sprechen: Gibt es in Kasachstan Musiker:innen, deren Niveau mit dem europäischer Musiker:innen vergleichbar ist?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die gibt es. Aber sie müssen nicht nur um ihren Beruf kämpfen, sondern auch gegen das System: die Wirtschaft, den Mangel an kreativer Freiheit, das fehlende Umfeld. Ein:e Musiker:in muss ständig darüber nachdenken, wie er überleben kann, statt sich auf seine musikalische Entwicklung zu konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein gutes Beispiel ist Yerzhan Kulibayev. Ich kenne ihn seit meiner Kindheit: Musikschule in Almaty, dann Moskau, dann Spanien. Seine Eltern haben buchstäblich alles in ihn investiert: Umzüge, Leben zwischen verschiedenen Ländern, volle Konzentration auf den Unterricht. Jetzt lebt er in Spanien und ist ein großartiger Geiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/">Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Beispiel ist Meruert Karmenova. Als Teenagerin ging sie nach Russland, dann ans Moskauer Konservatorium, dann nach Belgien. An ihrem Beispiel sieht man, wie das System funktioniert, wenn ein Kind rechtzeitig in ein starkes Umfeld gebracht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In all diesen Geschichten spielen Eltern, die zu radikalen Entscheidungen bereit sind, eine Schlüsselrolle. Das ist eine enorme Aufgabe für die Familie. Leider hat nicht jeder und jede die dafür notwendigen Ressourcen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das heißt, man kann in Kasachstan studieren, aber für ernsthaftes Wachstum muss man trotzdem wegziehen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist oft der Fall. Nicht, weil es hier „nichts gibt”, sondern weil man eine Mischung braucht: die postsowjetische Schule, plus die russische Tradition, plus die europäische „Weitsicht”, das Umfeld. Derzeit gibt es in Europa einen Vektor, in Russland einen anderen, und die Verbindung ergibt ein Ganzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was fehlt Ihrer Meinung nach den kasachischen Geiger:innen am meisten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitblick und ein lebendiges kulturelles Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Moskau werden jeden Tag Konzerte und Festivals veranstaltet, die besten Orchester und weltbekanntesten Namen sind zu Gast. Allein schon beim Anblick der Plakate verspürt man eine innere Begeisterung und Neuorientierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei uns sind die Plakate leider oft immer dieselben: Hans Zimmer, Neujahrshits, türkische Serien in Orchesterarrangements. Das hat auch seine Daseinsberechtigung, aber es gibt fast kein „anderes Extrem“ – ein anspruchsvolles symphonisches und kammermusikalisches Repertoire oder regelmäßige Gastspiele großer Orchester.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schwierig, ein ernsthaftes klassisches Konzert zu organisieren, es ist kaum rentabel, und das Publikum bleibt aus. Es ist ein Teufelskreis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liegt das Hauptproblem in der Nachfrage der Öffentlichkeit oder im Mangel an Kulturpolitik „von oben“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">An beidem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es eine klare Position von oben gäbe, Aufmerksamkeit für Kultur als strategischen Bereich, würden die Menschen mitziehen. Sport steht im Fokus: Der Sieger ist sofort sichtbar – schneller, höher, stärker. In der Musik ist alles komplizierter, aber nicht weniger wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anschauliches Beispiel ist die Geschichte von Dimash Qudaibergen <em>[international bekannter kasachischer Sänger mit außergewöhnlichem Stimmumfang, Anm. der Aut.]</em>. Solange er hier studierte und Wettbewerbe gewann, fand er kaum Beachtung. Als er in China bekannt wurde, war er plötzlich „unser Held“. Das Gleiche gilt für die Bildung: Wenn im Lebenslauf „Wiener Konservatorium” steht, sind alle automatisch begeistert, ohne zu wissen, dass es in Wien ein Dutzend private „Konservatorien” mit drei Räumen gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mentalität ist derzeit so: Wenn es „von dort” kommt, ist es besser, wenn es „lokal” ist, ist die Einstellung vorsichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verändert sich das Interesse an klassischer Musik innerhalb des Landes?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allmählich – ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spüre das am Theater. In diesem Jahr gab es zum Beispiel eine unglaubliche Nachfrage nach „Der Nussknacker“ – es gab einfach keine Karten mehr. Früher war das seltener der Fall. Ballett ist für den Zuschauer leichter: Es ist visuell, dynamisch. Oper ist schwieriger: Drei bis vier Stunden Musik sind eine ernsthafte Herausforderung für die Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich haben hier gerade die Orchester, die populäre Musik und Soundtracks spielen, eine positive Rolle gespielt: Die Menschen sehen ein großes Orchester, echte Instrumente, spüren die Größe. Für viele ist dies der erste Kontakt mit „Orchesterklang”. Dadurch kommen einige auch zur klassischen Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie fühlt sich die Geige, ein klassisches europäisches Instrument, vor dem Hintergrund des aktuellen Interesses an nationalen Instrumenten an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geige war und wird immer da sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Kind bat mich meine Großmutter, kasachische Lieder zu spielen, aber ich lernte Viotti und Paganini. Es schien mir unvereinbar, etwas Kasachisches auf der Geige zu spielen. Jetzt denke ich anders darüber: Jede Melodie kann organisch für ein Instrument umgeschrieben werden. Das ist wichtig für die Popularisierung der Musik im Allgemeinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei gibt es Dinge, mit denen es sinnlos ist, zu konkurrieren. Dombra, Kobyz <em>[nationale kasachische Instrumente, Anm. der Aut.]</em>, Volksorchester – das ist ein Code, der den Menschen innewohnt. Das Volksorchester wird immer ein Publikumsliebling sein. Die Geige gehört zu einer anderen Kulturschicht, aber sie ist auch hier, und wir lernen, diese Welten zu verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche europäischen Kompositionen gefallen dem kasachischen Publikum am besten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Überall funktionieren dieselben „Ikonen”. Für die Orgel ist es Bach, die berühmte Toccata. Für die Violine sind es Vivaldis „Die vier Jahreszeiten”. Die Menschen kennen vielleicht nicht die Titel, aber sie erkennen sie aus der Werbung, aus Filmen und Serien wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann die komplizierteste Symphonie spielen, aber wenn man am Ende etwas wie Vivaldi oder Bach spielt, ist die Reaktion immer besonders. Das Publikum liebt und erwartet das.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird kasachische Musik im Ausland wahrgenommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mit großem Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte ein konkretes Beispiel nennen. Der französische Dirigent Christophe Mangou hat lange mit dem kasachstanischen Konservatorium in Almaty zusammengearbeitet. Man gab ihm die „Steppenlegende” des Komponisten Tles Kazhgaliyev (in unserem Repertoire ist dies ein Meisterwerk). Er verliebte sich in diese Musik, nahm sie in sein Programm auf und tourte damit durch Europa. Die Aufnahme seiner Aufführung ist meiner Meinung nach bis heute die beste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Link zum Auftritt:</strong> <a href="https://youtu.be/pqVJx8O1P4o?si=VQu_yF_eypwlggSm">Christophe Mangou (conductor, France) The Student Symphony Orchestra of Kazakh Conservatory (Almaty) September, 2006</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Projekte „Musik der Völker der Welt“ wird sie als kasachische Musik mit charakteristischen Elementen aufgeführt – bis hin zum Wiehern der Pferde in den Blasinstrumenten. Das Publikum ist begeistert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ein Volksorchester oder ein Ensemble kasachischer Instrumente auftritt und beispielsweise die Ouvertüre zu „Carmen” auf der Dombra und dem Kobyz spielt, ist die Reaktion immer explosiv. Die Volksmusiker:innen sind auf Tournee fast immer ein Hit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unterscheidet sich die Reaktion des Publikums auf Ihre Auftritte in Kasachstan und im Ausland?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ausland sind die Menschen in der Regel sehr wohlwollend: Selbst wenn etwas nicht perfekt gelaufen ist, sagen sie trotzdem „das war großartig”. Das ist sehr unterstützend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Hause zu spielen ist schwieriger. Man weiß, dass Kolleg:innen, Musiker:innen aus dem Orchester, im Saal sitzen. Morgen trifft man sie bei der Probe wieder, und es ist wichtig, jedes Mal so zu spielen, dass man sich nicht schämen muss. Die Verantwortung ist gerade wegen der langfristigen Beziehungen größer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angesichts Ihrer Erfahrung in internationalen Orchestern, worin unterscheiden sich Ihrer Meinung nach kasachische Musiker:innen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jahre lang bin ich nach Indien gereist und habe im Symphonieorchester mitgewirkt, dessen Musikdirektor Marat Bisengaliev ist <em>[Marat Bisengaliev – kasachstanischer Violinvirtuose und Dirigent, Anm. der Aut.]</em>. Dort spielen Musiker:innen aus verschiedenen Ländern, darunter Europäer:innen und Kasachstani.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem solchen Umfeld wird das nationale Selbstbewusstsein geschärft: Man möchte, dass man nicht nur nach seiner persönlichen Leistung beurteilt wird, sondern auch nach der seines Landes. Damit niemand denkt: <em>„Was will er denn, er kommt ja aus einer weit entfernten Republik.“</em> Das ist ein innerer „Ehrenkodex“, der einen dazu zwingt, das Niveau hochzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zufällige Personen werden generell nicht in internationale Projekte aufgenommen. Dort gibt es ein strenges Auswahlverfahren. Am Ende kommen sehr disziplinierte, gut ausgebildete und kultivierte Interpret:innen – die „Crème de la Crème“, die alles durch harte Arbeit erreicht haben. Und die Kasachstani stehen ihnen in nichts nach. Jeder, der in einem solchen Orchester spielt, arbeitet an der Grenze seiner Möglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie spielen nicht nur im Orchester, sondern führen auch einen Video-Podcast über Musiker:innen. Wie kam es zu dieser Idee?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Bühne sieht das Publikum eine große „Masse“ von Orchestermusiker:innen, den Dirigent:innen als Figur und möglicherweise den Solist:innen. Der Rest ist Hintergrund. Aber jede dieser „Figuren“ hat ihre eigene Biografie, ihre eigene Schule, ihre eigenen Entscheidungen und Opfer. Der Podcast entstand aus dem Wunsch heraus, diesen Geschichten und den Musiker:innen selbst eine Stimme zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nochaus einem weiteren Grund – um das Klischee zu zerstören, dass ein Orchester etwas für diejenigen ist, die es nicht geschafft haben, Solist:in zu werden. Das ist nicht wahr. In einem Orchester braucht man andere Fähigkeiten: seine Nachbar:innen hören, im Team arbeiten, den gemeinsamen Zusammenhalt bewahren. Das ist keine „zweite Wahl“, sondern ein anderer Beruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ist Ihrer Meinung nach im postsowjetischen Raum der Kult „man muss Solist:in sein“ so stark?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil bei uns die Arbeit im Orchester historisch gesehen als Ersatzoption angesehen wird: „Wenn du es nicht schaffst, gehst du ins Orchester.“ In Europa ist das anders: Dort gibt es von Anfang an zwei gleichberechtigte Wege – man lernt entweder als Solist:in oder als Orchestermusiker:in. Und wenn sich jemand für das Orchester entscheidet, ist das eine bewusste Entscheidung und kein Statusverlust. Bei uns ist nach wie vor die Vorstellung stark verbreitet, dass Erfolg nur in großen Lettern auf dem Plakat zu finden ist. Das muss sich ändern, sonst entwerten wir die Arbeit ganzer Ensembles.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie würden Sie Ihre künstlerische Identität beschreiben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin eindeutig eine kasachstanische Musikerin. Eine Geigerin aus einer kasachstanischen Schule, mit kasachstanischer Erfahrung, die im internationalen Kontext arbeitet – aber eben als Kasachstanerin.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/">Der Klang der Realität: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europäischem Maßstab</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/panorama/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 15:54:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Orgel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43807</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Orgelkultur in Kasachstan ist ein junges, aber eindrucksvolles Ph&#xE4;nomen. Erst in den 1960er-Jahren entstanden, entwickelte sie sich dank einzelner Enthusiasten, einiger weniger Orgeln im Land und Musikerinnen, f&#xFC;r die die Orgel zur Lebensaufgabe wurde. Eine von ihnen ist Saltanat Abilkhanova, DAAD-Stipendiatin, die ihre Ausbildung in Leipzig abschloss und anschlie&#xDF;end in ihre Heimat zur&#xFC;ckkehrte, um [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/">Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Orgelkultur in Kasachstan ist ein junges, aber eindrucksvolles Phänomen. Erst in den 1960er-Jahren entstanden, entwickelte sie sich dank einzelner Enthusiasten, einiger weniger Orgeln im Land und Musikerinnen, für die die Orgel zur Lebensaufgabe wurde. Eine von ihnen ist Saltanat Abilkhanova, DAAD-Stipendiatin, die ihre Ausbildung in Leipzig abschloss und anschließend in ihre Heimat zurückkehrte, um europäisches Erbe mit kasachischer musikalischer Identität zu verbinden. In ihrem Spiel erklingt die Orgel nicht nur als Stimme der europäischen Tradition, sondern auch als Raum persönlicher Erinnerung, spiritueller Erfahrung und kulturellen Dialogs zwischen Zentralasien und Europa.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Artikel ist Teil der Interviewreihe <a href="https://novastan.org/de/tag/kasachische-musizierende-auf-den-spuren-des-europaeischen-erbes/">Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan: Frau Abilkhanova, wie lässt sich die Orgelkultur in Kasachstan beschreiben? Wie kam dieses Instrument überhaupt in ein Land, das man nicht mit der europäisch-christlichen Kirchenkultur verbindet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abilkhanova: Die Orgelkultur in Kasachstan ist tatsächlich sehr jung. Das erste Instrument wurde 1967 installiert – eine zweimanualige Orgel <em>[ein Orgelinstrument mit zwei Klaviaturen für unterschiedliche Register und Klangfarben, Anm. d. Autorin]</em> der Orgelbaufirma Alexander Schuke aus Potsdam <em>[gegründet 1820 gehört sie zu den bedeutenden deutschen Orgelbauwerkstätten und ist für hochwertige Konzert- und Kirchenorgeln international bekannt, Anm. d. Autorin]</em> für das Konservatorium in Almaty. Kurz darauf entstanden die ersten Unterrichtsklassen, es kamen Studierende, später Abonnementkonzerte. Man kann sagen, dass damit eine völlig neue, für die Region ungewohnte musikalische Tradition eingeführt wurde.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><a></a>Eine herausragende Rolle spielten die bedeutenden sowjetischen Komponisten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quddys_Qoschamijarow">Quddys Qojami</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quddys_Qoschamijarow">ı</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quddys_Qoschamijarow">arov</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Erkegali_Rakhmadiyev">Erke</a><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Erkegali_Rakhmadiyev">ğ</a><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Erkegali_Rakhmadiyev">ali Rahmadiev</a>. Sie wandten sich in den Sowjetjahren an das Moskauer Konservatorium und baten um einen Orgellehrer. So kam Vladimir Tebenihin nach Kasachstan – ein brillanter Organist und Pianist, dessen pädagogisches Vermächtnis trotz seines kurzen Lebens bis heute wirkt. Ein weiterer bedeutender Organist ist Gabit Nesipbaev, seit 1987 Solist der Staatlichen Kasachischen Philharmonie und mein Lehrer. Er hebt besonders die außergewöhnliche Virtuosität von Vladimir Tebenihin hervor – etwas, das über Musiker nur selten gesagt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum haben Sie sich gerade für die Orgel entschieden – ein in Ihrer Region sehr seltenes Instrument?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles begann mit einer Schallplatte, die meine Mutter per Post bestellte. Es handelte sich um eine Aufnahme der legendären Organistin Evgenia Lisitsyna aus dem Dom zu Riga. Ich war vier Jahre alt, als ich zum ersten Mal diese Musik hörte. Dieser Klang hat mich völlig in seinen Bann gezogen. In meiner Heimat gab es keine Orgel, und um sie studieren zu können, musste ich ans Konservatorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem frühen Tod meiner Mutter – ich war damals neunzehn – wurde die Orgel zu meiner inneren Stütze. Musik half mir, diese schwere Zeit zu überstehen. So hat sich mein Weg endgültig entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man bezeichnet Sie oft als die erste professionelle Organistin Kasachstans. Stimmen Sie dem zu?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht ganz. Vor mir gab es großartige Musiker und Pädagogen. Vielleicht nennt man mich so, weil ich eine deutsche Ausbildung habe, international auftrete und als Jurorin bei Wettbewerben eingeladen werde. Aber Orgelkultur ist ein kollektives Werk – jede einzelne Person ist dafür wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spüren Sie in Ihrem Spiel die Verbindung zwischen kasachischer Schule und deutscher Tradition?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind zwei unterschiedliche pädagogische Welten, die ein Organist gleichzeitig in sich trägt. In Kasachstan arbeiten wir äußerst akribisch, Maß für Maß. In Deutschland herrscht mehr Selbstständigkeit, mehr Vertrauen in den Lernenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Grundprinzip ist überall gleich: Ein Lehrer muss Liebe zum Instrument vermitteln. Diese Liebe habe ich sowohl in Kasachstan als auch in Deutschland erfahren – und heute verschmelzen beide Traditionen in meinem Spiel ganz natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche deutschen Lehrer haben Sie am stärksten geprägt und warum?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das Glück, außergewöhnlich leidenschaftliche Menschen zu treffen – solche, deren Augen leuchten, wenn sie über die Orgel sprechen. Dazu gehören <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ullrich_Böhme">Ullrich Böhme</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Krummacher">Christoph Krummacher</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Davidsson">Hans Davidsson</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Radulescu">Michael Radulescu</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sander_(Organist)">Martin Sander</a>. Jeder von ihnen hat mir etwas Eigenes mitgegeben: ein Gehör für Nuancen, ein Stilverständnis, Disziplin und künstlerische Freiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duo-falak-wie-tadschikische-tradition-in-experimenteller-musik-neu-auflebt/"><strong>Duo </strong><strong>Falak – Wie tadschikische Tradition in experimenteller Musik neu auflebt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Orgelbauer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Schuke">Matthias Schuke</a> sowie Gerd und Stephan Mayer haben mich sehr unterstützt. Große Förderung erhielt ich auch von Galina Nurtazinova aus der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft. Es gab Momente der Verzweiflung im Studium, doch dank dieser Menschen habe ich weitergemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wann kam die Orgel nach Astana, in die neue Hauptstadt des Landes?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2005. Es handelte sich um eine große Konzertorgel der Firma „Hugo Mayer“ [<em>gegründet 1952 im Saarland zählt sie zu den renommierten deutschen Werkstätten und ist für hochwertige Konzert- und Kirchenorgeln bekannt</em>]. Die Montage dauerte rund drei Monate, danach folgte eine lange Intonationsphase. Dieses Instrument wurde zum Zentrum der modernen Orgelkultur Astanas. Gleich nach seiner Installation organisierten wir das erste internationale Orgelfestival – das Interesse war enorm, der Saal überfüllt. Beim Festival traten der deutsche Organist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Unger_(Organist)">Johannes Unger</a> <em>[bekannter Konzertorganist und Kirchenmusiker in Deutschland, langjähriger Organist am Dom zu Brandenburg und international als Solist sowie Ensemblespieler tätig, Anm. d. Autorin]</em>, Gabit Nesipbaev mit seinem Sohn sowie ich selbst auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie viele Orgeln gibt es heute in Kasachstan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr wenige. Einige Instrumente stehen in katholischen Klöstern oder älteren Sälen, doch viele davon sind nur teilweise funktionstüchtig oder zu klein für große Konzerte. Anders als in Europa, wo Orgeln Teil des kulturellen Alltags sind, ist bei uns jede neue Installation ein Ereignis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie reagiert das kasachstanische Publikum auf Orgelmusik? Hat sich das im Laufe der Zeit verändert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Interesse war immer da. Menschen kommen nicht aus Neugier, sondern aus innerem Bedürfnis. Sie erleben starke Emotionen – manche weinen, manche meditieren, manche finden geistige Klarheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gefragt ist die Musik Bachs. Seine Werke werden buchstäblich bestellt. Das Publikum ist altersmäßig vollkommen durchmischt. Und erstaunlich ist, dass selbst lange Programme, die ausschließlich aus Bach bestehen, mit großer Aufmerksamkeit gehört werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-regisseurin-anisa-sabiri-mit-einem-film-ueber-tadschikische-rituelle-musik/">Die Regisseurin Anisa Sabiri mit einem Film über tadschikische rituelle Musik</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher habe ich mir gelegentlich Gedanken über die Reaktion des Publikums gemacht – schließlich ist Kasachstan kein Orgel-Land. Doch das Interesse war immer da: Die Menschen kommen, und es kommen auch neue Zuhörer hinzu. Die Orgel findet hier also spürbaren Widerhall und genießt ihre eigene Popularität.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann man sagen, dass das Interesse an der Orgel in Kasachstan gerade deshalb so groß ist, weil dieses Instrument selten ist?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zu einem gewissen Grad – ja. Für das kasachstanische Publikum bleibt die Orgel ein „fremder“ Klang, und gerade deshalb wächst das Interesse noch stärker. Die Menschen fragen, wann das nächste Konzert stattfindet, lassen sich vormerken, warten auf Ankündigungen – ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Kunstform lebendig wirkt. Für viele bleibt das Instrument mystisch, beinahe sakral.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Orgel ist in Europa eng mit kirchlicher Tradition verbunden. Spielt das in Kasachstan eine Rolle?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, hohe Kunst kennt keine religiösen Grenzen – sie entsteht aus Liebe. Die Orgelkultur entsteht natürlich zunächst innerhalb der Kirche – so war es in Europa, und so war es auch bei uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Instrument selbst ist längst über den liturgischen Rahmen hinausgewachsen. In Kasachstan erklingt die Orgel heute sowohl in lutherischen und katholischen Kirchen als auch in säkularen Konzertsälen. Und überall wird sie gleich wahrgenommen – als Musik, die einen inneren Raum für Reflexion schafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spürt man Unterschiede zwischen Konzerten in Kirchen und in Konzertsälen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Konzert in der Kirche bedeutet stets eine tiefere Konzentration, ein anderes, intensiveres Eintauchen. Im Konzertsaal ist das Erlebnis etwas anders: lebhafter, offener.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der evangelisch-lutherischen Kirche in Astana steht beispielsweise eine Orgel der Firma Martin &amp; Coate aus dem Jahr 1883, die einst aus England hierhergebracht wurde <em>[Martin &amp; Coate war eine im 19. Jahrhundert in Oxford aktive Orgelbauwerkstatt, vor allem für Restaurierungen und Umbauten bekannt, Anm. d. Autorin].</em> Wenn wir dort spielen, spürt man sofort die besondere Atmosphäre des Raumes. Ein ebenso außergewöhnliches Publikum erleben wir in der Kathedrale von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qara</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">ğandy</a>, wo eine bemerkenswerte Orgel der österreichischen Firma Pflüger steht <em>[österreichische Orgelbauwerkstatt des 20. Jahrhunderts, bekannt für hochwertige Pfeifenorgeln, die vor allem in Kirchen in Österreich und der Schweiz installiert wurden, Anm. d. Autorin]</em>. Diese Firma existiert übrigens heute nicht mehr und die Orgel klingt wie eine seltene Stimme aus der Vergangenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/koran-zitate-hitchcock-atmosphaere-und-kasachische-volksmusik-die-magie-des-rappers-maslo-tschjornogo-tmina/">Koran-Zitate, Hitchcock-Atmosphäre und Kasachische Volksmusik: Die Magie des Rappers Maslo Tschjornogo Tmina</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen dort sind von beeindruckender Herzlichkeit: Nach den Konzerten sagen sie so viele warmherzige Worte, dass ich mich jedes Mal wie zu Hause fühle. Die Vertreter dieser Kirchen betonen immer wieder, dass ich die Kirche als mein zweites Zuhause betrachten und jederzeit kommen könne. Das berührt mich sehr, denn in unserer schwierigen Zeit ist Musik wohl eine der wenigen Künste, die Menschen zusammenführt, sie gütiger und mitfühlender macht. Man kann sagen: In den Kirchen tauchen die Menschen noch tiefer in diese Musik und in diesen Zustand ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unterscheidet sich die Reaktion des europäischen Publikums?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wirklich. In Deutschland baten manche mich, länger zu spielen; viele wollten Autogramme. In der Slowakei wurde ich nach einer Dankesrede auf Deutsch mit großer Wärme empfangen. In Spanien – wo Solokonzerte für Orgel weniger üblich sind – standen die Menschen auf und warteten auf mich. Das war überwältigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan gibt es natürlich keine Orgelspezialisierung. Aber in den 16 Jahren, die ich hier arbeite, haben wir ein treues Publikum aufgebaut, das mir schreibt und fragt: <em>„Wann findet das nächste Orgelkonzert statt?“</em> Die Leute kommen zu mir und sagen: <em>„Ich habe mich bis zum nächsten Konzert aufgeladen und warte schon auf das nächste.“</em> Derzeit sind unsere Konzerte regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt. Deshalb freue ich mich sehr und beginne zu glauben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Denn der strengste Kritiker ist am Ende unser Publikum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie spielen auch kasachische Werke im Ausland. Wie reagiert das Publikum darauf?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Begeisterung. Als ich in Spanien traditionelle kasachische Melodien wie „Aittym salem, Kalamkas“ [„Ich sende dir meinen Gruß, Kalamkas“] oder „Kösimnin karassy“ [„Die Pupille meines Auges“] spielte, sagten Zuhörer, sie sähen vor ihrem inneren Auge sofort die Steppe und galoppierende Pferde [Beide Lieder stammen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abai_Qunanbajuly">Aba</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abai_Qunanbajuly">ı Qunanbaev</a>, dem bedeutendsten kasachischen Dichter, Komponisten und Denker. Es handelt sich in beiden Fällen um lyrische Liebesromanzen, Anm. d. Autorin].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nationale Musik entfaltet sich auf der Orgel überraschend kraftvoll – und die Bilder sprechen die Menschen unmittelbar an. Es gibt zum Beispiel das bemerkenswerte kasachische Werk <em>„Tilep“</em>, das auf der Orgel zusammen mit vier <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kobys">Qobys</a>-Spielern aufgeführt wird [„Tilep“ ist ein Werk, das auf der Musiktradition des kasachischen Qobys-Meisters Tіlep Aspantaiuly basiert, Anm. d. Autorin]. Der Qobys gilt als meditativer Klangträger, während die Orgel oft als „Stimme Gottes“ bezeichnet wird. Diese Kombination der Instrumente klingt äußerst ungewöhnlich und faszinierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche deshalb bewusst, kasachische Werke in meine Programme aufzunehmen. Jetzt möchte ich Sammlungen kasachischer Werke in Orgelbearbeitung vorbereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist notwendig, um die Orgelkunst in Kasachstan weiterzuentwickeln?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr große Konzerte, die Möglichkeit, internationale Organisten einzuladen, damit das Instrument nicht verstummt. Und eine solide Ausbildung: Heute wird die Orgel nur als Pflichtfach für Pianisten unterrichtet. Für eine echte Orgelschule in Kasachstan braucht es eine eigene Fachrichtung, eine jahrelange konsequente Ausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie schwierig sind internationale Austauschprogramme?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Europa – teuer. Mit Russland – einfacher. Ich würde sehr gern wieder Studierende nach Deutschland bringen, aber die Kosten für Reisen sind eine große Hürde. Wenn es Stipendien gäbe, wäre das ein enormer Impuls.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und zuletzt: Wie würden Sie Ihre künstlerische Identität beschreiben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin Kasachin – das ist meine Sprache und Kultur. Aber innerlich fühle ich mich manchmal, als hätte ich in früheren Zeiten gelebt – im vorrevolutionären Russland oder irgendwo in Europa, in einer Epoche, in der die Orgel selbstverständlich war. Nationale kasachische Klänge rühren mich tief, doch die Orgel ist für mich ein Klangraum zwischen den Welten. Vielleicht spiele ich heute so, wie ich spiele, weil ich in einem anderen Jahrhundert schon einmal neben diesem Instrument gestanden habe.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/">Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Oct 2025 19:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Popmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Tournee]]></category>
		<category><![CDATA[Vtoroi Ka]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43135</guid>

					<description><![CDATA[<p>Von Istanbul bis Reykjav&#xED;k: Im Oktober und November tourt das avantgardistische Musikduo Vtoroi Ka durch Europa. Es ist die erste Tour dieser Art f&#xFC;r eine Musikgruppe aus Kirgistan und ein weiterer Schritt in der aufstrebenden Karriere der Band. Wie ganz Zentralasien erlebt auch Kirgistan einen Popmusik-Boom, der mitunter auf die zunehmende Reichweite durch die Anbindung [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von Istanbul bis Reykjavík: Im Oktober und November tourt das avantgardistische Musikduo Vtoroi Ka durch Europa. Es ist die erste Tour dieser Art für eine Musikgruppe aus Kirgistan und ein weiterer Schritt in der aufstrebenden Karriere der Band.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ganz Zentralasien erlebt auch Kirgistan einen Popmusik-Boom, der mitunter auf die zunehmende Reichweite durch die Anbindung an internationale <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/spotify-expandiert-nach-zentralasien/">Streaming-Plattformen</a> zurückzuführen ist. Die heimischen Acts können jedoch nicht an die Erfolge ihres Nachbarlands Kasachstan anknüpfen. Dieses hat sich längst als <a href="https://ostraum.com/2020/11/05/die-7-angesagten-musikerinnen-aus-kasachstan/">popkulturelle Größe</a> etabliert – bis hin zur Verleihung eines renommierten <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstanischer-dj-imanbek-mit-grammy-ausgezeichnet/">Grammy Awards</a>. Zwar finden immer wieder Konzerte kirgistanischer Acts im Ausland statt, doch ihr Publikum bleibt meist auf Mitglieder der zentralasiatischen Diaspora beschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das innovative Bischkeker Musikduo Vtoroi Ka begibt sich nun auf eine ambitionierte Europatour, um das zu ändern. Vom 17. Oktober bis zum 12. November ist die Gruppe an 16 Terminen auf Bühnen in elf verschiedenen Ländern zu sehen – von Istanbul über Berlin und Paris bis Reykjavík. Es ist die erste Tour dieser Art für eine aktuelle Musikgruppe aus Kirgistan und ein Durchbruch für die dortige Musikszene. Für Vtoroi Ka hingegen ist es der logische nächste Schritt in ihrer aufstrebenden Karriere.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Meinung vertreten auch die Organisatoren des „Iceland Airwaves“-Festival in Reykjavík, bei dem Vtoroi Ka am 7. November auftreten wird. In der <a href="https://icelandairwaves.is/artist/vtoroi-ka/">Vorstellung der Gruppe</a> auf der Festivalseite zeigen sie ihre große Überzeugung von deren weiterer Laufbahn: „Bei der aktuellen Dynamik wird es nicht lange dauern, bis der Name Vtoroi Ka deinem coolsten Freund ständig auf der Zunge liegt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Bakai Koltschajew, Bandmanager der Gruppe und Direktor von <a href="https://infinitymusic.pro/">Infinity Music</a>, dem führenden Musikvertrieb in Bischkek, erklärt, lag angesichts der wachsenden internationalen Fanbase die Idee einer Europatournee schon länger in der Luft. „Wir haben die Indikatoren in verschiedenen europäischen und anderen Ländern aufmerksam beobachtet – die Zahlen zeigen, dass es ein großes Interesse gibt“, so Bakai auf Anfrage von Novastan. Besonders oft werde die Gruppe in Ländern wie Deutschland, Frankreich, Polen und Spanien gestreamt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hip-Hop im Bischkeker Süden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vtoroi Ka wurde Mitte der 2010er Jahre von Sultan und Ilija im Bezirk Asanbaj im Süden von Bischkek gegründet. Die beiden Schulfreunde hatten sich bereits mehr als zehn Jahre zuvor in der zweiten Klasse kennengelernt – der Bandname bezieht sich auf die Bezeichnung dieser Klasse, „2K“. Sie begannen, im Homestudio zu selbstgebauten Beats Undergroundrap zu schreiben und ihre Musik teils zu selbst gedrehten Musikvideos auf YouTube und lokalen Plattformen zu veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entstand 2017 ihre erste EP „Iz Okna“ („Aus dem Fenster“), die sie später von den Streamingplattformen löschten, da sie mit der Qualität nicht mehr zufrieden waren. Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cJ_AaSmaRws">gleichnamige Single</a> mit Musikvideo ist jedoch noch auf YouTube zu finden und gibt einen Einblick in die frühen Arbeiten der Gruppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang 2020 – zu diesem Zeitpunkt überlegten sie bereits, das Duo wieder aufzulösen – gelang ihnen mit der Single „<a href="https://youtu.be/rRoMIflZo6g?si=4VIloDIM_3Z2JD5m">Reznitsam stalo tjaschelo</a>“ („Die Augenlider sind schwer geworden“) der erste lokale Durchbruch. Ein halbes Jahr später folgte ihr erstes „offizielles“ Release, das Album „<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/einen-sound-fuer-bischkek-erschaffen-den-zawisimosti-vom-bischkeker-musikerduo-wtoroj-ka/">Den‘ Zawisimosti</a>“ („Tag der Abhängigkeit“). Es ist ein musikalisch reichhaltiges Hip-Hop-Album, das sich vor allem um die heimische „Hood“, den Mikrobezirk Asanbaj, dreht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/plattenbauromantik-und-retrosound-serial-des-bischkeker-duos-wtoroj-ka/">Plattenbauromantik und Retrosound: „Serial“ des Bischkeker Duos Wtoroj Ka</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sie in der lokalen Hip-Hop-Szene gefeiert wurden, schrieben Sultan und Ilija allerdings schon längst ganz andere Musik. Ihr zweites Album „<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/plattenbauromantik-und-retrosound-serial-des-bischkeker-duos-wtoroj-ka/">Serial</a>“, das 2022 erschien, enthält zwar immer noch einige gerappte Stücke, allen voran die Single „<a href="https://youtu.be/tK4qGllkjNs?si=pvR1h5nBeN5dm1fa">39 Schkola</a>“ („39. Schule“), die einer ihrerzeit in Straßenschlachten gefürchteten Bischkeker Schule gewidmet ist. Doch ist das Album mit seiner Szenerie rund um das intensive Leben in den Teenagerjahren bereits stark von musikalischem Eklektizismus geprägt. Auch Fans vom Pop-Rock der Nullerjahre kommen hier auf ihre Kosten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer auf Achse</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2022 gelang mit der Single „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=qyTjfhJpEAI">Teni ot Palm</a>“ („Palmenschatten“) der nächste Durchbruch. Der Track mit seiner eingängigen Basslinie wurde zum auch weit außerhalb Kirgistans beachteten Sommerhit. Bis heute ist es das meistgehörte Stück von Vtoroi Ka. Im dazugehörigen Musikvideo waren Sultan und Ilija erstmals in den skurril altmodischen Gangsterrollen zu sehen, die sie in den folgenden Jahren weiterentwickeln würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So auch in dem Anfang 2023 erschienenen Stück „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=VP5JqVO6Mc8">Wstretschajte Govnjukow</a>“ („Die Scheißkerle kommen“) mit seinem im Retro-Stil gehaltenen Musikvideo. Darin inszenieren sich die beiden als Unruhestifter, die mit einer „ganzen Truppe“ und ihrer „Live-Liveband“ in deine Stadt kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚Immer auf Achse‘ ist fortan das Motto, sowohl für Vtoroi Ka als auch für ihre künstlerischen Gangsterfiguren. Mal treten sie als unerreichbare Fliehende auf, wie in der Single „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Wy2QuXJcvkI">Gde to za granitsej</a>“ („Irgendwo im Ausland“), mal als Hustler, stets auf der Suche nach dem nächsten Coup, wie in dem Ende 2023 erschienenen „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=TyiyGN9SNGY">Tonirovannyi Kaban</a>“ („Getönter Benz“), in dem die beiden mit ihrem Geschäftspartner „real bayke“ (gespielt von Bakai) losziehen, um Sankt Petersburg zu erobern. Auch für die Gruppe selbst begann damit das Reisen: Teile dieser Videos wurden im Rahmen ihrer ersten Konzerte in Russland gedreht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich waren Vtoroi Ka damals längst auf dem Radar führender russischer Musikkritiker. Das führende Hip-Hop-Magazin <a href="https://the-flow.ru/videos/vtoroy-ka-teni-ot-palm">The Flow</a> berichtete im Juli 2022 erstmals über die beiden „Newcomer“. Journalisten wie <a href="https://t.me/brokendance/1035">Nikolaj Red’kin</a> und <a href="https://t.me/trap_critics/1921">Danya „Pornorap“</a> äußerten in ihren öffentlichen Kanälen ihre Begeisterung für die „unheimlich stylischen Scheißkerle“, die die „besten Musikvideos des vergangenen Jahres [2023]“ produziert hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Post-Punk und Rave</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem im April 2024 erschienen Album „<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sex-drugs-and-postpunk-das-neue-album-des-bischkeker-duos-wtoroj-ka/">Swinaja Poputka</a>“ (eine wörtliche Übersetzung von „Piggy Ride“, also „Huckepack“) gelang Vtoroi Ka der endgültige Durchbruch im russischsprachigen Raum. Mit ihren vom Postpunk inspirierten, aber durchweg bunten und ironischen Tracks trafen sie offensichtlich einen Nerv. Neben mehreren weiteren <a href="https://daily.afisha.ru/music/28435-39-albomov-goda-ot-anny-vilenskoy-avtorov-pesni-glamur-dory-i-ne-tolko/">Best-ofs</a> schaffte es das Album auf den ersten Platz des <a href="https://the-flow.ru/itogi-2024/top-50-albomov-final">Top-50-Jahresrankings</a> von The Flow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch vom Erfolg lässt sich die Gruppe nicht einfangen. Mit dem Release des Albums kündigte sie in den sozialen Medien das Ende ihrer Postpunk-Phase an. Die im März 2025 erschienenen „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=zDBSKv3Poqs&amp;list=OLAK5uy_kDH3yso3ayfYwAI8_f6qiu9Hp_nwpe37A&amp;index=1">GO PUBE EP</a>“ bewegt sich in der Tat eher in Richtung elektronischer Rave-Musik. Auch ihre visuelle Ästhetik entfernt sich von der Welt der Lederjacken tragenden Gangstern und dreht sich stattdessen um eine psychedelisch-fantasievolle Neuinterpretation kirgisischer Alltagmotive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Elemente finden sich bereits in früheren Musikvideos wie „<a href="https://youtu.be/uvEjdbAPiCU?si=OBaliwbtilTZWkCF">Dura</a>“ („Dümmchen“) und auch in den Videos zu „<a href="https://youtu.be/uvEjdbAPiCU?si=OBaliwbtilTZWkCF">Soundcheck</a>“ und ihrer jüngsten Single „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=7FcJ3u3yQ9Y">Minimum iz sta</a>“ („Minimum aus Hundert“). Das musikalisch und visuell an die frühen Nullerjahre appellierende Stück dient auch als Ankündigung für das für 2026 geplante Album „Swobodnye Dwischenija“ („Freie Bewegungen“).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgisischer Karneval</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Neuorientierungen gehen auch mit einer geografischen Expansion einher. Nach einer Minitournee durch Russland im Mai 2025 besuchten Vtoroi Ka im August mehrere Festivals in China und kommen nun mit ihrer ganzen Truppe und ihrer „Live Liveband“ zu uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei all dem musikalischen Wandel fällt es auch der Berliner Booking-Agentur <a href="https://www.berghain.berlin/en/events/80167/">More Zvukov</a>, die den Großteil der Tour organisiert, schwer, die „innovative“ Gruppe einem Genre zuzuordnen. Im Werbetext heißt es, sie sei „bekannt für ihre einzigartige Mischung aus elektronischen, alternativen und Indie-Sounds. Vtoroi Ka verbindet experimentelle Beats mit gefühlvollen Texten und schafft so Musik, die Genregrenzen überwindet und bei Zuhörern unterschiedlicher Kulturkreise Anklang findet.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1920" height="1080" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka.jpg" alt="" class="wp-image-43140" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka.jpg 1920w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshots-Soundcheck-Vtoroi-Ka-1536x864.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Psychedelisch-fantasievolle Neuinterpretation kirgisischer Alltagsmotive&#8220;, Screenshots aus dem Musikvideo zu &#8222;Soundcheck&#8220; (Julija Petrowa, 2025)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch gibt es einige Konstanten, die der Gruppe über die Jahre eine klare Signatur verschaffen – ob zu rohen Trap-Beats, melancholischen Basslinien oder fettem Elektro. Da sind zum einen der Spaß und die Selbstironie, mit der sie sich und ihre Umgebung darstellen, ohne dabei jedoch in Klamauk zu verfallen. Die Verbindung von schrägen Motiven und künstlerischer Präzision hat manchmal etwas sehr Karnevaleskes (bezeichnenderweise ist Vtoroi Ka auch am 11.11. in Bonn zu sehen).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/einen-sound-fuer-bischkek-erschaffen-den-zawisimosti-vom-bischkeker-musikerduo-wtoroj-ka/">„Einen Sound für Bischkek erschaffen“ – „Den‘ Zawisimosti“ vom Bischkeker Musikerduo Wtoroj Ka</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens sind die musikalischen Weltenbummler ihrer Heimatstadt Bischkek immer verbunden geblieben. Von Anfang an war es ihre Ambition, einen Bischkeker Sound zu schaffen. So ist das Russisch, in dem ihre Texte verfasst sind, ein weitgehend kirgistanisches Russisch, voller Begriffe, die den Journalisten, der sie für <a href="https://the-flow.ru/features/vtoroi-ka-interview-2024">The Flow interviewte</a>, zu mehreren Rückfragen zwangen. Auch in ihrer visuellen Sprache sind die beiden eifrige Vertreter Kirgistans und schaffen dabei eine ganz eigene Bilderwelt voller spielerischer Details, die sich von den touristischen Klischees abhebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil dieser Bilderwelt ist sicherlich der Verdienst der Art-Direktorin Julija Petrowa, die Vtoroi Ka seit 2021 begleitet. Sie hat auch die Regie der meisten neueren Videos der Gruppe geführt. Generell hat sich das Team um die musikalischen Allrounder Sultan und Ilija, die ihre Musik und Texte stets selbst schreiben, aufnehmen und mischen, mittlerweile deutlich erweitert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Volle Säle und Energie</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Liveband, die auch in den verschiedenen Live-Videos, wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=H8hOh5piYFc">dieser Neuinterpretation</a> ihres Hits „Teni ot Palm“ zu sehen ist, zählt einen Schlagzeuger, einen Gitarrenspieler und einen Soundingenieur. Hinzu kommen eine Kommunikationsbeauftragte und Bakai, der als Manager alles Organisatorische übernimmt, „damit sich die Musiker voll auf ihre Kunst konzentrieren können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vtoroi Ka ist ein großes Team, das sorgfältig an Musik und Image arbeitet“, fasst Bakai zusammen. Der wachsende Erfolg, der sich in Dutzend- und teils Hunderttausenden Hörerinnen und Hörern in verschiedenen Ecken der Welt manifestiert, ist ihm zufolge nur „folgerichtig, denn die ganze Arbeit geschieht ehrlich, tiefgründig und auf hohem Niveau.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Tour, so Bakai weiter, hoffe er auf „volle Säle und wahre Energie“. In dieser Hinsicht bahnen sich die Etappen der kommenden Tour in Deutschland vielversprechend an: Eines der beiden Berliner Konzerte und das Konzert in Hamburg waren schon Wochen vor dem Start ausgebucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hier geht es zu der </em><a href="https://vtoroika.com/"><em>Liste der Tourdaten</em></a><em> von Vtoroi Ka. Mitunter treten sie auf: am 24. Oktober in Wien, am 28. und 29. Oktober in Berlin, am 30. Oktober in Hamburg, am 1. November in Heidelberg und am 11. November in Bonn.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Florian Coppenrath für Novastan.org</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Zentralasien-Gipfel: Europa buhlt in Samarkand um Rohstoffe</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 18:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Costa]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfeltreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Samarkand]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42007</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die EU sucht in Zentralasien h&#xE4;nderingend nach neuen Handelspartnern, um ihre Abh&#xE4;ngigkeit von Russland und China beim Import kritischer Rohstoffe zu verringern. Daf&#xFC;r ist sie auch bereit, &#xFC;ber die dortige Menschenrechtslage hinwegzuschauen.&#xA0; Im usbekischen Samarkand haben sich am 4. und 5. April die Staatsoberh&#xE4;upter der f&#xFC;nf zentralasiatischen L&#xE4;nder (Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan) mit [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">EU-Zentralasien-Gipfel: Europa buhlt in Samarkand um Rohstoffe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die EU sucht in Zentralasien händeringend nach neuen Handelspartnern, um ihre Abhängigkeit von Russland und China beim Import kritischer Rohstoffe zu verringern. Dafür ist sie auch bereit, über die dortige Menschenrechtslage hinwegzuschauen.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im usbekischen Samarkand haben sich am 4. und 5. April die Staatsoberhäupter der fünf zentralasiatischen Länder (Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan) mit EU-Kommissionspräsidentin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_der_Leyen">Ursula von der Leyen</a> und Ratspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_Costa_%28Politiker%29">Antonio Costa</a> <a href="https://fergana.agency/news/137296/">getroffen</a>, um die Zukunft der gegenseitigen Beziehungen und potentielle Investitionsmöglichkeiten zu erörtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_23_1661">In ihrer Rede</a> betonte Von der Leyen besonders die Investitionen, die die EU im Rahmen ihres Entwicklungshilfeprogramms „Global Gateway” in der Region getätigt hat, und kündigte dabei auch ein neues Investitionspaket in Höhe von 12 Milliarden Euro an. Dieses soll <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/attachment/881028/EU-Central%20Asia_Factsheet_2025-04.pdf">laut der EU-Kommission</a> vor allem dazu dienen, Projekte in den Bereichen Transport (3 Milliarden Euro), kritische Rohstoffe (2,5 Milliarden Euro), Erneuerbare Energien (6,4 Milliarden Euro) und digitale Vernetzung (100 Millionen Euro) voranzutreiben.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren versucht die EU, ihre Abhängigkeit von China und Russland im Bereich der kritischen Rohstoffe und Seltenen Erden zu senken. Diese Stoffe spielen eine Schlüsselrolle in der Herstellung von Laptops, Waffen, Windrädern und anderen technologischen Gütern. 2023 stammten <a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=International_trade_in_critical_raw_materials#Source_data_for_tables_and_graphs">94 Prozent der Importe von Seltenerdmetallen</a> in die EU aus China, Russland und Malaysia.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>“Der Wettbewerb hat bereits begonnen”</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Buhlen um diese Rohstoffe trifft Europa allerdings auf einige Widersacher. <a href="https://havli.substack.com/p/eus-samarkand-charm-offensive-lacks">Laut dem Zentralasien-Experten Peter Leonard</a> haben sowohl die USA als auch Südkorea kürzlich ihr Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Kasachstan bei der Erschließung von Rohstoffvorkommen bekundet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&nbsp;„Viele Jahre lang schenkte hier niemand den Seltenen Erden und kritischen Materialien Beachtung. Öl und Gas waren die Priorität. Erst in letzter Zeit wird über die Anziehung von Investitionen gesprochen. Der Wettbewerb hat bereits begonnen,&#8220;</em> so der kasachstanische Politologe Dosym Satpaev in einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=SOqYzMHcU0k">Interview</a> mit dem YouTube-Channel GyperBorei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gruene-transition-in-zentralasien-unterstuetzung-durch-europaeische-entwicklungszusammenarbeit/">Grüne Transition in Zentralasien – Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Leyen zufolge will die EU &#8211; im Gegensatz zu anderen Mächten &#8211; dafür sorgen, dass ihre Investitionen in Zentralasien letztendlich auch zur Schaffung von lokalen Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätzen beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Europa will ein faires Angebot machen [&#8230;]: Als Partner wollen wir lokale Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe schaffen, was bedeutet, dass der Wert, der hier in der Region geschafft wird, auch hier in der Region bleibt,”</em> so die Kommissionspräsidentin.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie Zentralasien profitieren könnte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die zentralasiatischen Staaten sehen Europa zunehmend als attraktiven Partner, um ihre eigene Abhängigkeit von ihren Nachbarn zu verringern. So könnte Kasachstan beim Bau seines ersten Atomkraftwerks möglicherweise auf die <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/frankreich-in-kasachstans-atomprojekt-chancen-fuer-die-multivektorpolitik/">Unterstützung Frankreichs</a> mit seiner hochinnovativen Nukleartechnologie setzen, während in Taschkent ein Büro der Europäischen Investitionsbank eröffnet werden soll.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die vorrangige Dimension unserer Interaktion sollten Investitionen in die wirtschaftliche und technologische Modernisierung sein”</em>, so Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> während des Gipfels. Hierbei nannte er grüne Energie, Innovation, Verkehr, Infrastruktur und Landwirtschaft als Schlüsselsektoren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Annäherung zur EU ist Teil der “multivektoralen Außenpolitik” der zentralasiatischen Staaten, mit der diese zwischen ihren Nachbarn, China und Russland, und Drittländern zu balancieren versuchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Menschenrechten keine Spur?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechtsgruppen äußerten sich im Vorfeld des Gipfels kritisch über die derzeitige Menschenrechtslage in Zentralasien und forderten die EU dazu auf, dies während des Gipfels anzusprechen, <a href="https://www.rfi.fr/ru/%D1%86%D0%B5%D0%BD%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%B0%D1%8F-%D0%B0%D0%B7%D0%B8%D1%8F/20250404-%D0%BF%D0%BE-%D0%B8%D1%82%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%BC-%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%BC%D0%B8%D1%82%D0%B0-%D0%B2-%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%B0%D1%80%D0%BA%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D0%B5-%D0%B5%D0%B2%D1%80%D0%BE%D1%81%D0%BE%D1%8E%D0%B7-%D0%BF%D0%BE%D0%BE%D0%B1%D0%B5%D1%89%D0%B0%D0%BB-%D1%86%D0%B5%D0%BD%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%D0%B9-%D0%B0%D0%B7%D0%B8%D0%B8-12-%D0%BC%D0%BB%D1%80%D0%B4-%D0%B5%D0%B2%D1%80%D0%BE-%D0%B8%D0%BD%D0%B2%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B8%D1%86%D0%B8%D0%B9">wie <em>Radio France International</em> berichtet</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/">Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Langfristiger Fortschritt hängt nicht nur von Diplomatie, Investitionen und Handel aber erfordert auch die Achtung der Menschenrechte und Raum für die Zivilgesellschaft, um sich frei und ohne Angst zu entwickeln und zu arbeiten&#8220;</em>, erklärte Marie Struthers, Direktorin von Amnesty International für Osteuropa und Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings wurden im Abschlusskommuniqué des Gipfels keine Passagen über Menschenrechte aufgenommen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">EU-Zentralasien-Gipfel: Europa buhlt in Samarkand um Rohstoffe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Turkmenische Kunst in Brüssel: Eine Ausstellung im Zeichen auswärtiger Kulturpolitik</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 23:32:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturdiplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstandwerk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=41593</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ende Januar hat eine Br&#xFC;sseler Galerie zu Ehren des 30. Jahrestags der turkmenischen Neutralit&#xE4;t Schmuck, Textilien und Teppiche aus dem zentralasiatischen Land ausgestellt. Am Abend des Jahrestages der Anerkennung des neutralen Status Turkmenistans startete die Galerie MUSE im renomierten Br&#xFC;sseler Stadtteil Sablon eine einzigartige Ausstellung &#xFC;ber die turkmenische Kultur. Diese fand im Rahmen der Civilisations [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/">Turkmenische Kunst in Brüssel: Eine Ausstellung im Zeichen auswärtiger Kulturpolitik</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ende Januar hat eine Brüsseler Galerie zu Ehren des 30. Jahrestags der turkmenischen Neutralität Schmuck, Textilien und Teppiche aus dem zentralasiatischen Land ausgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des Jahrestages der Anerkennung des neutralen Status Turkmenistans startete die Galerie <a href="https://www.instagram.com/muse.sablon/">MUSE</a> im renomierten Brüsseler Stadtteil Sablon eine einzigartige Ausstellung über die turkmenische Kultur. Diese fand im Rahmen der Civilisations Winter Edition vom 21. bis 26. Januar dieses Jahres statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.newscentralasia.net/2025/01/23/v-bryussele-dan-start-unikalnoj-vystavke-turkmenskoj-kultury/"><em>News Central Asia</em></a> beschreibt die <em>Civilisations Winter Edition</em> als eine Reihe von jährlichen Winterausstellungen, bei denen besondere Sammlungen mit jährlich wechselnden Themen präsentiert werden. Ziel ist es, den Besuchern die Möglichkeit zu geben, neue Aspekte der Kunst und des Kunsthandwerks zu entdecken. <a href="https://civilisations.brussels/">Civilisations</a> schließt in dieser Winterausgabe zum ersten Mal die turkmenische Kultur ein, ein Schlüsselereignis für die Stärkung des gegenseitigen Verständnisses.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenische Kunst und Kunsthandwerk im Mittelpunkt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die diesjährige Ausstellung ehrt die einzigartigen Kreationen der turkmenischen Kultur: darunter Schmuck, Textilien und Teppiche, die vom reichen kulturellen Erbe des Landes und der zentralen Rolle der Kunst in der turkmenischen Gesellschaft zeugen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Stücke des Modehauses <a href="https://www.instagram.com/artstudio_keshde/?hl=fr">Keshde</a>, einem Online-Shop für traditionelle Kleidung unter der Leitung von <a href="https://kulteurasiaen.wordpress.com/sheker-akiniyazova/">Şeker Akiniyazowa</a>, waren zu sehen. <em>Keshde</em> bezeichnet auf Turkmenisch eine handgefertigte Stickerei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vier-zentralasiatische-kulturpraktiken-neuerdings-immaterielles-kulturerbe-der-unesco/">Vier zentralasiatische Kulturpraktiken ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderer Akzent lag auf der traditionellen Kunst des Teppichwebens und ihrer Bedeutung in der turkmenischen Kultur als handwerkliches Erbe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wenn sich Neutralität auf Kooperation reimt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die turkmenische Botschaft in Brüssel hatte sich an der Organisation der Ausstellung beteiligt. Botschafter <a href="https://www.brusselsenergyclub.org/brec-alumni/sapar-palvanov">Sapar Palwanow</a> betonte die Bedeutung der Kultur als Friedensträger und Mittel zur Bekräftigung des neutralen Status Turkmenistans, der am 12. Dezember 1995 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung proklamiert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/textilien-teppiche-und-geometrie-stoffproduktion-in-zentralasien/">Textilien, Teppiche und Geometrie: Stoffproduktion in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den turkmenischen Botschafter in Brüssel ist die Neutralität in erster Linie ein Prinzip der Zusammenarbeit. Er betont, dass dieser Status nicht darauf abziele, Völker zu spalten, sondern im Gegenteil die Vielfalt zu respektieren und gleichzeitig Verbindungen zwischen den verschiedenen Kulturen zu schaffen. So kenne die Neutralität, genau wie die Kultur, keine Grenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kultur im Dienste des internationalen Dialogs</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der turkmenischen Botschaft unterstützte das <a href="https://en.inform.kz/news/brussels-hosts-first-central-asia-europe-creative-forum-0e3565/"><strong>Kreativforum</strong> Zentralasien &#8211; Europa</a> die Austellung. Initiatorin des Forums ist <a href="https://digineb.eu/digineb-project/early-adopters/yelena-kharitonova">Yelena van Kharitonova</a>,  die zugleich Gründerin der Kreativagentur <em>Caravan Cultura </em>ist<em>.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Ausstellungseröffnung nahmen Kunstsammlerinnen und Kunstsammler, die Botschafter Kasachstans, Kirgisistans, Usbekistans und Tadschikistans sowie Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen und Kunstexpertinnen und Kunstexperten teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-journalistin-soltan-acilowa-an-ausreise-fuer-entgegennahme-eines-preises-gehindert/">Turkmenische Journalistin Soltan Açilowa an Ausreise für Entgegennahme eines Preises gehindert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Yelena Van Kharitonova zufolge setzt diese Ausstellung Zentralasien als &#8222;gemeinsame kreative Region&#8220; in Szene. Sie betont, dass Kulturdiplomatie sich bemühe, die Herzen der Menschen zu berühren und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, während internationale Kulturbeziehungen auf gegenseitiger Zusammenarbeit und gemeinsamen Interessen beruhten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Forums hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit ihre Verhandlungskompetenzen durch Kulturdiplomatie zu verbessern – Eine &nbsp;essenzielle Fähigkeit für Schaffende der Kreativbranche, &nbsp;die als wahre Botschafterinnen und Botschafter ihres Landes und ihrer Kultur agieren. Wie diese Ausstellung eindrucksvoll zeigte, nimmt die Kunst eine Schlüsselrolle bei der Förderung der internationalen Zusammenarbeit ein, und die Kultur stellt ein kraftvolles Instrument zur Stärkung des interkulturellen Dialogs dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Für die Redaktion von Novastan Estelle Charlet</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/lart-turkmene-bruxelles-exposition-diplomatie-culturelle/">Französischen </a>von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/">Turkmenische Kunst in Brüssel: Eine Ausstellung im Zeichen auswärtiger Kulturpolitik</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf offiziellem Besuch: Kirgistans Präsident Dschaparow in Wien und Berlin</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2024 18:48:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Van der Bellen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40909</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Tag Wien, zwei Tage Berlin: Bevor es weiter zum Gipfeltreffen der Organisation des Vertrages &#xFC;ber kollektive Sicherheit (OVKS) ging, ist Kirgistans Staatsoberhaupt zu einer offiziellen Reise nach &#xD6;sterreich und Deutschland aufgebrochen. Kirgistans Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow hat &#xD6;sterreich und Deutschland einen offiziellen Besuch abgestattet. Sowohl in Wien wie auch in Berlin standen Themen der politischen [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/">Auf offiziellem Besuch: Kirgistans Präsident Dschaparow in Wien und Berlin</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Tag Wien, zwei Tage Berlin: Bevor es weiter zum Gipfeltreffen der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) ging, ist Kirgistans Staatsoberhaupt zu einer offiziellen Reise nach Österreich und Deutschland aufgebrochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> hat Österreich und Deutschland einen offiziellen Besuch abgestattet. Sowohl in Wien wie auch in Berlin standen Themen der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vertiefte Zusammenarbeit mit Österreich…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Station war Wien: In der österreichischen Hauptstadt wurde Dschaparow am 25. November von seinem Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Van_der_Bellen">Alexander Van der Bellen</a> in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hofburg">Hofburg</a> empfangen. Die beiden Staatsoberhäupter <a href="https://president.kg/ru/news/21/26182">besprachen</a> ein breites Spektrum an Fragen der bilateralen Zusammenarbeit, darunter die Entwicklung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sowie den Ausbau gemeinsamer Projekte im Bereich Energie und Verkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir legen großen Wert auf die freundschaftlichen Beziehungen zu Österreich und sind bestrebt, die Zusammenarbeit in allen Bereichen von beiderseitigem Interesse weiter zu fördern. Ich hoffe, dass mein Besuch und unsere heutigen Verhandlungen dazu beitragen werden, das gesamte Spektrum der bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern auf ein qualitativ neues Niveau zu heben“</em>, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26182">betonte</a> Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident warb um österreichische Investitionen, insbesondere in das Wasserkraftwerk <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">Kambarata-1</a>. Darüber hinaus lud er Van der Bellen zu einem Gegenbesuch in Kirgistan ein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="763" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1024x763.jpg" alt="" class="wp-image-40910" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1024x763.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-300x224.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-768x572.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1536x1145.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-2048x1526.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kirgistans Präsident Sadyr Dschaparow und sein österreichischer Amtskollege Alexander Van der Bellen, Foto: president.kg</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich freue mich sehr über den guten Austausch mit Präsident Dschaparow und seiner Delegation. […] Auch glaube ich, dass wir das volle Potenzial in unseren wirtschaftlichen Beziehungen bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben“</em>, <a href="https://www.bundespraesident.at/aktuelles/detail/offizieller-besuch-des-praesidenten-der-kirgisischen-republik">erklärte</a> der österreichische Bundespräsident im Anschluss an das Treffen. Dschaparows Besuch sei eine Chance, <em>„konkrete Möglichkeiten zu identifizieren, um unsere Zusammenarbeit weiter zu intensivieren“</em>, so Van der Bellen weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Dschaparow am Abend weiter nach Berlin flog, traf er Österreichs Bundeskanzler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Nehammer">Karl Nehammer</a>, um die Stärkung des politischen Dialogs, der Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft und Handel sowie der Umsetzung gemeinsamer Projekte zu besprechen. Unter anderem wurde ein Kooperationsprogramm zwischen dem kirgisischen Außenministerium und dem österreichischen Ministerium für europäische und internationale Angelegenheiten sowie weitere Memoranda auf Ministeriumsebene <a href="https://president.kg/ru/news/21/26183">abgeschlossen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>… und Deutschland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 26. November wurde Dschaparow dann von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue empfangen. Laut einer <a href="https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2024/11/241126-Gespraech-StP-KGZ.html">Pressemitteilung</a> des Bundespräsidialamts sprachen die beiden Präsidenten über die regionale Lage in Zentralasien, die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Länder sowie über die Situation der Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident <a href="https://president.kg/ru/news/all/26193">betonte</a> seinerseits, dass es in den letzten Jahren eine positive Dynamik in der Entwicklung des politischen Dialogs zwischen Kirgistan und Deutschland gegeben habe. Die Unterzeichnung des Abkommens über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit mit der Europäischen Union eröffne ihm zufolge neue Möglichkeiten für eine weitere Stärkung des politischen Dialogs und der Zusammenarbeit sowohl mit der EU als auch mit Deutschland.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Beim anschließenden Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz – sowohl im erweiterten Formal als auch tête-à-tête – <a href="https://president.kg/ru/news/21/26196">sprachen</a> beide Seiten über Themen der bilateralen Zusammenarbeit sowie der aktuellen Weltpolitik. Im Fokus standen unter anderem die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Entwicklung der grünen Wirtschaft sowie die Umsetzung von Infrastruktur- und Energieprojekten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue Direktverbindung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. November wandte sich Dschaparow dann der deutschen Wirtschaft zu. Beim einem Treffen mit Vertreter:innen deutscher Wirtschaftsunternehmen warb er wie schon zuvor in Wien um Investitionen. <em>„Als Staatsoberhaupt bin ich daran interessiert, die Investitionen aus Deutschland zu steigern. […] Um mit der Zeit zu gehen, brauchen wir neue deutsche Technologien in verschiedenen Bereichen: Bergbau, Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Energiesektor“</em>, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26198">erklärte</a> der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Deutschland auf dem Vormarsch. In den letzten zwei Jahren fanden drei kirgisisch-deutsche Wirtschaftsforen sowie zwei Treffen des kirgisisch-deutschen Wirtschaftsrats statt. Und auch auf Vortag des Treffens konnten <a href="https://president.kg/ru/news/21/26194">17 bilaterale Dokumente</a> vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Handel sowie der Bildungskooperation unterzeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/"><strong>Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem europäischen Unternehmen kam besondere Aufmerksamkeit zu: Bei einem Treffen mit Johan Pelissier, Präsident der Region Europa für Airbus, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26199">sprach Dschaparow über Pläne</a>, zwei Airbus-Flugzeuge durch die Fluggesellschaft „Asman Airline“ zu leasen, um damit Flüge nach Europa durchzuführen. Dies betrifft vor allem Direktverbindungen zwischen Bischkek und Destinationen wie Paris, Berlin und London.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedingung hierfür ist allerdings, dass „Asman Airlines“ von der <a href="https://transport.ec.europa.eu/document/download/3195fabb-7575-4db9-85b9-ec5a77b481aa_en?filename=air-safety-list-2024-05-30_en.pdf">EU-Flugsicherheitsliste</a> genommen wird, die zum aktuellen Zeitpunkt alle kirgisischen Fluggesellschaften umfasst. Der Präsident zeigte sich diesbezüglich aber zuversichtlich, da in den letzten Jahren aktiv daran gearbeitet wurde, <em>„die Luftsicherheit zu verbessern, internationale Standards einzuführen und die Infrastruktur zu modernisieren, was die Chancen auf eine Aufhebung der Beschränkungen deutlich erhöht hat.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>(K)ein Näherrücken an Europa</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Aufnahme direkter Flugverbindungen ein Näherrücken von Kirgistan und Europa suggeriert, sollte Dschaparows Besuch in Österreich und Deutschland nicht überbewertet werden. Zwar haben sicherheitspolitische Bedenken im Zusammenhang mit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und die Suche nach neuen Wirtschaftspartnern und Handelsrouten infolge von Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine die Länder Zentralasiens verstärkt in den Fokus gerückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies zeigt sich unter anderem am <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-praesidenten-bei-gipfeltreffen-in-berlin/">2023 von Deutschland lancierten 5+1-Format</a>, dass in diesem September eine <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/">Neuauflage</a> fand. Auch die Schlagzahl bilateraler Gespräche hat sich erhöht: Scholz und Dschaparow waren zu einem solchem zuletzt im Vorfeld des 5+1-Gipfels in Astana zusammengekommen. Bundespräsident Steinmeier hatte Kirgistan zuletzt <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/bundespraesident-steinmeier-zu-gast-in-kasachstan-und-kirgistan/">im Juni 2023 besucht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/"><strong>Migration, Wirtschaft, Z5+1 – Bundeskanzler Scholz in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sollte all dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die zentralasiatischen Staaten nach wie vor eine „Politik der vielen Vektoren“ betreiben, mit der sie zwischen den in der Region sehr präsenten Weltmächten Russland und China, Regionalmächten wie der Türkei und dem Iran, aber auch den USA und europäischen Staaten hin und her navigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa kann hierbei vor allem als wirtschaftlicher Partner punkten, was sich auch bei den Treffen in Wien und vor allem Berlin gezeigt hat. Wo Kirgistan im Bereich der Sicherheitspolitik steht, lässt sich aber an Sadyr Dschaparows Reiseplan verdeutlichen: Von Berlin aus flog er direkt weiter nach Astana, um dort am Gipfeltreffen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS)</a> teilzunehmen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/">Auf offiziellem Besuch: Kirgistans Präsident Dschaparow in Wien und Berlin</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Feb 2024 11:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Josep Borrell]]></category>
		<category><![CDATA[Mittlerer Korridor]]></category>
		<category><![CDATA[Transkaspischer Korridor]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=38406</guid>

					<description><![CDATA[<p>Europ&#xE4;ische und internationale Finanzinstitutionen legen 10 Milliarden Euro f&#xFC;r den Aufbau eines nachhaltigen Verkehrsnetzes zwischen Europa und Zentralasien auf den Tisch. Vom 29. bis zum 30. Januar sind zentralasiatische und europ&#xE4;ische Delegationen beim Global Gateway Forum in Br&#xFC;ssel zusammengekommen, darunter der Hohe Vertreter der Europ&#xE4;ischen Union (EU) f&#xFC;r Au&#xDF;en- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell. Ziel des [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Europäische und internationale Finanzinstitutionen legen 10 Milliarden Euro für den Aufbau eines nachhaltigen Verkehrsnetzes zwischen Europa und Zentralasien auf den Tisch.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 29. bis zum 30. Januar sind zentralasiatische und europäische Delegationen beim <a href="https://international-partnerships.ec.europa.eu/news-and-events/investors-forum-eu-central-asia-transport-connectivity_en">Global Gateway Forum</a> in Brüssel zusammengekommen, darunter der Hohe Vertreter der Europäischen Union (EU) für Außen- und Sicherheitspolitik, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josep_Borrell">Josep Borrell</a>. Ziel des Treffens war die Entwicklung einer multimodalen Route, auf der Güter in nur 15 Tagen und unter Umgehung Russlands zwischen Zentralasien und Europa transportiert werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Veranstaltung war es, aufbauend auf den Ergebnissen der von der EU in Auftrag gegebenen <a href="https://transport.ec.europa.eu/system/files/2023-06/Sustainable_transport_connections_between_Europe_and_Central_Asia.pdf">Studie</a> über nachhaltige Verkehrsverbindungen konkrete Maßnahmen umzusetzen und so eine verbesserte Konnektivität zwischen der EU und Zentralasien zu fördern. Wie die usbekische Online-Zeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/01/29/global-gateway/">Gazeta.uz</a> berichtet, stellen europäische und internationale Finanzinstitutionen 10 Milliarden Euro für den Aufbau eines nachhaltigen Verkehrsnetzes zwischen Europa und Zentralasien bereit.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Investorenforum ist ein wichtiger Schritt in der Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien. Es bringt öffentliche und private Investoren aus beiden Regionen zusammen, um mit der Arbeit am Transkaspischen Transportkorridor zu beginnen, welcher Europa und Zentralasien schnell, sicher und nachhaltig verbinden wird. Dieses ehrgeizige Verkehrsnetz wird zum Wirtschaftswachstum, zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze und zur regionalen Integration beitragen“</em>, erklärte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Margaritis_Schinas">Margaritis Schinas</a>, Vizepräsident der Europäischen Kommission.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Mittlere Korridor als neuer Weg?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://middlecorridor.com/en/route">Der Transkaspische oder auch Mittlere Korridor</a> verbindet Asien über das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspische Meer</a> mit Europa. Er verläuft unter anderem durch China, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei und stellte eine Alternative zum Nordkorridor, der Landroute durch Russland, Belarus und Polen, dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das wesentliche Element unserer Partnerschaft ist der Aufbau nachhaltiger Verbindungen zwischen unseren Regionen zum Nutzen aller. […] Die EU hat gemeinsam mit ihren Partnern eine Studie zur Analyse nachhaltiger Verkehrsverbindungen mit Zentralasien durchgeführt. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die 11.000 Kilometer lange transkaspische internationale Transportroute mit einer Länge von 11.000 Kilometern das Potenzial hat, mehr Fracht umzuschlagen. Unser langfristiges Ziel ist es, den Korridor in eine wettbewerbsfähige und schnelle Route umzuwandeln, die unsere Regionen in 15 Tagen oder weniger verbindet“</em>, sagte EU-Handelskommissar <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Valdis_Dombrovskis">Valdis Dombrovskis</a> laut dem aserbaidschanischen Nachrichtenportal <a href="https://en.trend.az/business/3854702.html">Trend</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/">Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das französische Nachrichtenportal <a href="https://issues.fr/le-corridor-du-milieu-un-tournant-geopolitique-dans-le-commerce-eurasien/">Issues</a> erläutert, ist die Verbindung sogar 2.000 Kilometer kürzer als die Nordroute. Andererseits haben Kasachstan, Aserbaidschan und Georgien im vergangenen November ein gemeinsames Logistikunternehmen gegründet, das einheitliche Vorschriften und Preise ermöglicht, wie das kasachstanische Medium <a href="https://kapital.kz/economic/120956/kazakhstan-azerbaydzhan-i-gruziya-sozdayut-sovmestnuyu-logisticheskuyu-kompaniyu-mintransporta.html">Kapital</a> berichtet. Dies könnte den Warentransport erheblich beschleunigen und somit Unternehmen anziehen, die im transkontinentalen Handel tätig sind. Dies gilt insbesondere angesichts der schwächelnden Position Russlands, vor allem im Hinblick auf Handelspartnerschaften. Dies macht die Suche nach alternativen Handelsrouten noch dringlicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine wichtige Region bei der Umgehung von Sanktionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als ich vor vier Jahren nach Brüssel kam, schien Zentralasien irgendwo an der Peripherie zu liegen. Jetzt sind sie mittendrin. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt zwischen Europa und Asien. Und deshalb ist unsere Partnerschaft für uns so wichtig“</em>, sagte Josep Borrell laut <a href="https://fergana.ru/news/132766/">Fergana News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ansicht des Hohen Vertreters müsse im Kontext internationaler Krisen eine Antwort auf den erheblichen Anstieg der Logistikkosten in der zentralasiatischen Region gefunden werden. Daher solle die EU mehr Ressourcen in physische Verbindungen zwischen Europa und Zentralasien investieren und nach Alternativen in den Bereichen Transport, Energie und Lieferketten suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-kasachstan-russischen-unternehmen-hilft-sanktionen-zu-umgehen/">Wie Kasachstan russischen Unternehmen hilft, Sanktionen zu umgehen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Borrell betonte, dass <em>„Investitionen in der Region politischer Natur sind und auf den Schutz gemeinsamer Werte abzielen“</em>. Tatsächlich ermöglicht eine Annäherung der EU an Zentralasien, eine bessere Einhaltung der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sanktionen-gegen-russland-zentralasien-im-visier-des-westens/?noredirect=de-DE">Sanktionen gegen Russland</a> sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die zentralasiatischen Länder sich der Vorteile einer Diversifizierung abseits des von Russland dominierten Nordkorridors bewusst, auch wenn sie im Krieg Russlands gegen die Ukraine im Allgemeinen eine <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/krieg-in-der-ukraine-warum-unterstuetzt-kasachstan-den-chinesischen-friedensplan/?noredirect=de-DE">neutrale Haltung</a> eingenommen haben. Sie sind bestrebt, geopolitische Risiken zu reduzieren und unterstützen das europäische Projekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Ausweichroute zum Suez-Kanal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus fand das Treffen in Zeiten statt, in denen es auf der Seefahrtsroute durch das Rote Meer und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suezkanal">Suezkanal</a> immer wieder Störungen gibt. Nach Angaben <a href="https://www.unmultimedia.org/avlibrary/asset/3167/3167063/">Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD)</a> werden über diese wichtige Verkehrsader 12 bis 15 Prozent des Welthandels abgewickelt..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit letztem Oktober haben aber Angriffe der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Huthi">Huthi</a> auf Handelsschiffe in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bab_al-Mandab">Bab-el-Mandeb-Straße</a> diese Verbindung beeinträchtigt. Infolge der Angriffe ändern die Schiffe nun ihre Routen und entscheiden sich für eine längere Reise um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kap_der_Guten_Hoffnung">Kap der Guten Hoffnung</a>, wodurch sich die Distanz zwischen Asien und Europa um 30 Prozent verlängert. Diese Routenänderung verdeutlicht die Schwachstellen maritimer Engpässe, stellt <a href="https://thediplomat.com/2024/01/navigating-new-horizons-uzbekistans-role-in-global-connectivity/">The Diplomat</a> fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten geopolitischen Schocks hatten erhebliche Auswirkungen auf diese Handelsroute, die als südlicher Korridor bekannt ist. In Zeiten unvorhersehbarer Krisen scheint es entscheidend zu sein, alternative Routen entlang des zentralen Korridors zu schaffen, um die damit verbundenen Risiken zu mindern und Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Herausforderungen meistern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der unberechenbaren Beziehungen zwischen Georgien und Russland, aber auch des fehlenden Friedensabkommens zwischen Armenien und Aserbaidschan bleibt der mittlere Korridor ein stellenweise unsicherer Weg. Allerdings kann diese Route nicht auf regionale Stabilität verzichten: Sie ist eine operationelle Notwendigkeit. Eine Verschärfung oder Ausweitung der Feindseligkeiten könnte laut The Diplomat zu einem Anstieg der Frachtversicherungstarife in der Region führen und damit die Attraktivität des neuen Korridors mindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-risiken-birgt-das-suedkorridorprojekt-fuer-kasachstan/">Welche Risiken birgt das Südkorridorprojekt für Kasachstan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funktionsfähigkeit des Korridors hängt daher vom geopolitischen Klima in der Region ab, das stabil sein muss, damit der Güterverkehr frei von Störungen durch militärische Konflikte oder politische Meinungsverschiedenheiten fließen kann. Deshalb ist die Unterstützung aller Länder der Region für den reibungslosen Ablauf des Projekts unerlässlich. Trotz des beeindruckenden Wachstums des Handelsvolumens entlang des Mittleren Korridors, das laut <a href="https://astanatimes.com/2023/05/cargo-transportation-along-middle-corridor-increases-to-1-5-million-tons-in-2022/">Astana Times</a> im Jahr 2022 rund 1,5 Millionen Tonnen erreichte, stellt es nur einen kleinen Bruchteil der Millionen Tonnen dar, die durch Russland transportiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des <a href="https://carnegieendowment.org/2023/06/15/mapping-indian-ocean-region-pub-89971">Carnegie Centers</a> werden über den Südlichen Korridor jährlich fast 10 Milliarden Tonnen Fracht durch den Indischen Ozean transportiert. Die laufenden Bemühungen um die Schaffung sicherer Handelsrouten zeigen daher das Potenzial für eine transformative Zusammenarbeit in der Region, erfordern jedoch anhaltendes Engagement und strategische Maßnahmen, um das Potenzial des Korridors in einer sich ständig verändernden Welt voll auszuschöpfen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/global-gateway-lunion-europeenne-investit-corridor-transcaspien/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
