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	<title>Erderwärmung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sat, 26 Jul 2025 15:20:41 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Erderwärmung Archives</title>
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		<title>Aus Kohle mach Kohle: Tadschikistan hofft auf Millionengewinne durch Kohlenstoffprojekte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 20:07:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kann ein Kohlenstoffmarkt Tadschikistan im Kampf gegen Klimawandel und Wasserknappheit helfen? Expert:innen sehen gro&#xDF;es Potenzial, warnen aber vor fehlenden Strukturen und enormen Kosten. Wie realistisch ist dieser Weg f&#xFC;r Tadschikistan? Der Klimawandel macht auch vor Tadschikistan nicht halt: Schmelzende Gletscher und zunehmende Wasserknappheit stellen das Land vor gro&#xDF;e &#xF6;kologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann ein Kohlenstoffmarkt Tadschikistan im Kampf gegen Klimawandel und Wasserknappheit helfen? Expert:innen sehen großes Potenzial, warnen aber vor fehlenden Strukturen und enormen Kosten. Wie realistisch ist dieser Weg für Tadschikistan? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel macht auch vor Tadschikistan nicht halt: Schmelzende Gletscher und zunehmende Wasserknappheit stellen das Land vor große ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, rückt ein Instrument zunehmend in den Fokus – der Kohlenstoffmarkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Asia-Plus</em>&nbsp;hat mit den Umweltexpert:innen Vadim Ni, Dr. Muasama Burсhanowa und Astсhine Pasojan über die Chancen und Hürden eines solchen Marktes in Tadschikistan gesprochen. Ihre Einschätzung: Der Aufbau eines solchen Marktes könnte nicht nur beim Klimaschutz helfen, sondern auch dringend benötigte Investitionen ins Land bringen, beispielsweise für Projekte im Bereich erneuerbare Energien oder Ökotourismus. Doch welche Maßnahmen sind erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kohlenstoffmarkt: Ein Hoffnungsträger mit Hürden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Möglichkeit, über Kohlenstoffmärkte Investitionen anzuziehen, eröffnet Tadschikistan den Zugang zu internationalen Klimainitiativen wie dem „UN Green Energy Programme” oder Projekten der Asiatischen Entwicklungsbank. Solche Programme könnten technische und finanzielle Unterstützung leisten und das Vertrauen internationaler Investoren stärken. Damit würde die Realisierung eines Kohlenstoffmarktes gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sieht sich das Land mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert. Die wirtschaftliche Lage Tadschikistans macht deutlich, dass die Umsetzung von Klimaprojekten erhebliche finanzielle Ressourcen erfordert. Laut aktuellen Schätzungen könnten die notwendigen Investitionen sich auf bis zu&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20241113/tadzhikistanu-potrebuetsya-96-mlrd-na-razvitie-v-usloviyah-klimaticheskoi-adaptatsii">bis zu 96 Mrd. USD</a>&nbsp;belaufen. Ein solch ambitioniertes Szenario für die grüne Wirtschaft erfordert laut&nbsp;<a href="https://www.worldbank.org/en/country/tajikistan/publication/ccdr">Tajikistan Country Climate and Development Report</a> Investitionen in Höhe von 34 Mrd. USD im Zeitraum 2025-2030 und weitere 45 Mrd. USD in den Jahren 2031-2050.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese Prognosen werfen unweigerlich die Frage auf, ob Tadschikistan in der Lage sein wird, diese Summen eigenständig aufzubringen. Sollte dies nicht gelingen, wäre die Schaffung eines Kohlenstoffmarktes stark von externer Unterstützung abhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit der Kohlenstoffmarkt funktionieren kann, müssen außerdem die Infrastruktur und der Rechtsrahmen entwickelt werden, einschließlich eines Systems zur Zertifizierung von Kohlenstoffgutschriften. Das gibt es in Tadschikistan noch nicht. Darüber hinaus ist es unerlässlich, auch die&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/ugolnaya-dilemma-tadzhikistana">Bedenken von Experten aus dem Umweltschutz</a>&nbsp;zu berücksichtigen, die auf die negativen Auswirkungen großer Wasserkraftwerke auf die Umwelt hinweisen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entwicklungsländer brauchen viel mehr Unterstützung bei der Klimafinanzierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der COP-29-Klimakonferenz in Baku im Jahr 2024 betonte der tadschikistanische Minister für Energie und Wasserressourcen, Daler Dschuma, dass die&nbsp;<a href="https://www.mewr.tj/?p=3889">Klimafinanzierung</a>&nbsp;zur Unterstützung der Entwicklungsländer mindestens vervierfacht werden sollte. Er wies darauf hin, dass die Entscheidung, die finanzielle Unterstützung bis 2035 auf 300 Mrd. USD zu erhöhen, zwar richtig sei, aber nicht ausreiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vadim Ni, der Leiter des „Sozio-Ökologischen Fonds“ in Kasachstan, betonte im Gespräch mit&nbsp;<em>Asia-Plus</em>, dass die Einführung eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan klare Emissionsquoten auf Unternehmensebene voraussetzt. Dafür ist jedoch eine ausreichende Anzahl großer Industrieakteure notwendig – und genau hier liegt das Problem. Derzeit könnten Unternehmen wie TALCO sowie die Kraftwerke Duschanbe CHPP-1 und CHPP-2 für eine Quotenvergabe infrage kommen. Laut Ni reicht ihre Zahl jedoch nicht aus, um einen tragfähigen, funktionierenden Markt zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Muasama Burchanowa, die Direktorin der Stiftung für Umweltinitiativen „Dastgiri-Zentrum“, betrachtet den Handel mit Kohlenstoffgutschriften hingegen als ein wirkungsvolles Instrument zur Emissionsregulierung und somit als einen zentralen Hebel im Kampf gegen den Klimawandel. Solche Gutschriften sind Quoten für die zulässige Emissionsmenge in die Umwelt, die einer Tonne Kohlendioxid entspricht. Gemäß den geltenden Bestimmungen wird jeder staatlichen Einrichtung eine bestimmte Emissionsquote zugeteilt, die anschließend an die entsprechenden Unternehmen weitergegeben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kohlenstoffmärkte ermöglichen es Regierungen und Unternehmen, mit diesen Zertifikaten zu handeln und ihre Klimaziele auf wirtschaftlich effiziente Weise zu erreichen. Allerdings verfügt Tadschikistan bislang über kein funktionierendes System zur Erfassung, Überwachung und Verifizierung von CO₂-Emissionen. Erste gesetzliche Grundlagen für die CO₂-Regulierung werden frühestens für die Jahre 2025/26 erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burchanowa hebt zudem die Bedeutung von Forstprojekten hervor: Bäume könnten ein wichtiger Bestandteil des tadschikischen Kohlenstoffmarktes werden. Ihrer Einschätzung zufolge bindet ein einzelner Baum zwischen 21,77 und 31,5 Kilogramm CO₂ pro Jahr. Um eine Tonne CO₂ zu kompensieren, müssten demnach 31 bis 46 Bäume gepflanzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Chancen und Risiken eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Etablierung eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan könnte ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung sein, doch der Prozess ist auch mit Risiken verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zunächst zu den Chancen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Vorteil ist die wachsende Attraktivität des Landes für internationale Investitionen in umweltfreundliche Projekte, beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien. Dies könnte nicht nur zusätzliche Finanzmittel ins Land bringen, sondern auch zur Energiesicherheit und zur wirksamen Bewältigung des Klimawandels beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Teilnahme am internationalen Emissionshandel würde Tadschikistan Teil eines globalen Systems zur Reduktion von Treibhausgasen werden, was positive Impulse für das Wirtschaftswachstum mit sich brächte. Vor allem das Potenzial im Bereich der Wasserkraft ist vielversprechend: Projekte zur Erzeugung von Emissionsgutschriften könnten zur Diversifizierung des Energiemarkts beitragen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Risiken</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Astсhine Pasojan, Direktorin der „Foundation to Save Energy“, weist&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20230529/zelenaya-ekonomika-kogda-tadzhikskii-biznes-nachnet-dumat-ob-ekologii">auf das Fehlen</a>&nbsp;einer grundlegenden Infrastruktur zur Überwachung und Überprüfung von CO₂-Emissionen hin. Für einen funktionierenden Kohlenstoffmarkt sei ein transparentes Monitoring-System ebenso unverzichtbar wie klare Standards für die Vergabe von Zertifikaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vadim Ni ergänzt, dass die klimapolitischen Ziele Tadschikistans ohne wirksame Maßnahmen zur Emissionsminderung und ohne die Einführung eines CO₂-Preises kaum erreichbar seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Muasama Burchanowa warnt zudem, dass die fortgesetzte Nutzung von Kohle als dominierende Energiequelle nicht nur die Umwelt weiter belasten, sondern auch erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen könnte – etwa durch Luftverschmutzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich drohen auch wirtschaftliche Belastungen. Die Umstellung auf emissionsärmere Technologien könnte mit steigenden Kosten verbunden sein, insbesondere im Kontext eines wachsenden Energiebedarfs. Diese finanziellen Herausforderungen könnten sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auswirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Tadschikistan von anderen Ländern lernen kann</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Aufbau eines eigenen Kohlenstoffmarktes kann Tadschikistan auf internationale Erfahrungen zurückgreifen, insbesondere auf die von Ländern mit ähnlichen wirtschaftlichen Strukturen. Die Beispiele Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan zeigen, dass sich trotz begrenzter Ressourcen Fortschritte in der Klimapolitik erzielen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan investiert zunehmend in erneuerbare Energien, beispielsweise in Solar- und Windkraft. Insbesondere der dort entwickelte Rechtsrahmen könnte für Tadschikistan ein Vorbild sein, um grüne Projekte gezielt zu fördern und privates Kapital zu mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan konzentriert sich auf nachhaltige Landwirtschaft und neue Technologien im Wasser- und Agrarsektor. Dies sind Bereiche, die auch in Tadschikistan großes Potenzial bergen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan wiederum setzt auf Ökotourismus und grüne Wirtschaftsinitiativen. Diese dienen nicht nur dem Umweltschutz, sondern schaffen auch Arbeitsplätze. Ein Modell, das auch für Tadschikistan relevant sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der kasachstanische Experte Vadim Ni betont, ist es entscheidend, dass Tadschikistan seine Emissionsdaten regelmäßig erfasst, überprüft und öffentlich zugänglich macht. Bislang fehlt es jedoch an einem solchen System.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch Länder außerhalb der Region bieten wertvolle Anhaltspunkte:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">So arbeitet Vietnam aktuell an einem CO₂-Steuersystem und beteiligt sich aktiv an internationalen Kohlenstoffmärkten. Damit will das Land sowohl Emissionen senken als auch das Wirtschaftswachstum sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Indonesien wiederum setzt auf forstwirtschaftliche Projekte – ein Ansatz, der angesichts der waldreichen Regionen Tadschikistans auch dort zukunftsweisend sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung eines Kohlenstoffmarktes könnte für Tadschikistan ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung sein und gleichzeitig internationale Investitionen anziehen. Doch bis es soweit ist, gibt es noch zahlreiche Hürden zu überwinden. So mangelt es an grundlegender Infrastruktur, einem rechtlichen Rahmen, Fachwissen und einem funktionierenden System zur Überwachung von Emissionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung von Expert:innen hängt der Erfolg entscheidend von einer klaren Strategie der Regierung ab, insbesondere von der Einführung verbindlicher Emissionsquoten für Großunternehmen und einer engen Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Ohne diese Schritte droht der Kohlenstoffmarkt in Tadschikistan eine ungenutzte Chance zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20250515/dengi-iz-vozduha-kak-tadzhikistanu-zarabotat-millioni-na-uglerodnih-proektah">Russischen</a> von Usmon Rakhmonov</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[m_biremon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2017 13:07:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Erderwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nursultan, 25, arbeitet in 3600 Meter H&#xF6;he auf einem Gletscher, der die kirgisische Hauptstadt Bischkek bedroht. Im Interview mit Novastan erz&#xE4;hlt er von seinem Alltag und der globalen Klimaerw&#xE4;rmung, deren Folgen er t&#xE4;glich sieht. Kirgistan ist zu 90 Prozent von Bergen bedeckt. Das Land hat au&#xDF;erdem eine gro&#xDF;e Anzahl Gletscher, auf die es f&#xFC;r Trinkwasserversorgung [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Nursultan, 25, arbeitet in 3600 Meter Höhe auf einem Gletscher, der die kirgisische Hauptstadt Bischkek bedroht. Im Interview mit Novastan erzählt er von seinem Alltag und der globalen Klimaerwärmung, deren Folgen er täglich sieht.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kirgistan ist zu 90 Prozent von Bergen bedeckt. Das Land hat außerdem eine große Anzahl Gletscher, auf die es für Trinkwasserversorgung und Elektrizitätsproduktion angewiesen ist. Aber in Folge der zunehmenden globalen Erwärmung, drohen sie zu schmelzen. Das könnte nicht nur zu einem Mangel an Trinkwasser führen, sondern möglicherweise auch Naturkatastrophen verursachen. Laut einem Bericht der Asian Development Bank ist seit Beginn des 21. Jahrhunderts bereits ein Drittel des kirgisischen Gletschervolumens verschwunden.</p>
<p style="text-align: justify">Um dem entgegenzuwirken, richtet die kirgisische Regierung Stück für Stück Naturgebiete und Wetterstationen ein, die geographische Veränderungen beobachten und mögliche Katastrophen verhindern sollen. Novastan hat Nursultan getroffen, der seit acht Jahren auf einem der Gletscher arbeitet, die die Hauptstadt Bischkek überragen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Woraus besteht Ihre Arbeit?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nursultan:</strong> Unsere Mission ist hauptsächlich, den Gletscherrandsee Adygene zu überwachen, der sich in 3600 Meter Höhe befindet. Wir überprüfen den Wasserstand, die Temperatur, meteorologische Einflüsse und so weiter. Der See ist maximal 25 bis 26 Meter tief. Wir müssen alle drei Stunden an verschiedenen Punkten rund um den See Messungen durchführen. Wir sammeln die Daten vom Frühling bis Ende Herbst. Im Winter stellen wir sie dann in eine Datenbank und analysieren sie. Das erlaubt unserem Land, die Entwicklung der globalen Erwärmung zu verfolgen und Naturkatastrophen zu verhindern.</p>
<p><figure id="attachment_11810" aria-describedby="caption-attachment-11810" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-11810" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-1024x768.jpg" alt="Gletscher Kirgistan Berge Bischkek Umwelt Klima Erderwärmung " width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-1.jpg 1480w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11810" class="wp-caption-text">Rund um die Wetterstation sind verschiedene Messgeräte aufgestellt.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Haben Sie seit ihrer Ankunft hier schon Veränderungen im See bemerkt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit der Errichtung dieser Wetterstation im Jahr 2008 hat sich der See nicht viel verändert. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, das Klima zu kontrollieren, dass sich offensichtlich verändert. Der Stand des Sees verändert sich, wenn es viel Schnee und viel Sonne gibt. Wir sind hier, um diesen See zu überwachen. Unsere Station war die erste und die kirgisische Regierung plant, Stationen wie diese überall im Land zu eröffnen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und der Gletscher?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Gletscher? Natürlich hat er sich verändert! Er schmilzt, er schmilzt sogar gewaltig. Vor genau 50 Jahren war die Moräne, auf der man heute kilometerweit laufen muss, um hierher zu gelangen, pures Eis. Es war ein riesiger Gletscher. In 50 Jahren wird fast nichts mehr übrig sein. Das ist ein Desaster.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/welche-folgen-hat-der-klimawandel-fuer-kirgistan/">Welche Folgen hat der Klimawandel für Kirgistan?</a></p>
<p><figure id="attachment_11812" aria-describedby="caption-attachment-11812" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-11812" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-1024x768.jpg" alt="Gletscher Kirgistan Berge Bischkek Umwelt Klimaerwärmung Moräne" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/4-1.jpg 1480w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11812" class="wp-caption-text">Die Moräne, auf der man zur Wetterstation läuft. Früher hat der Gletscher hier alles bedeckt.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ist das gefährlich für Bischkek?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist möglich, dass der See durch das Schmelzen des Gletschers in den Fluss überquillt, der nach Bischkek fließt. Darum sind wir eigentlich hier. Wir können das nicht verhindern, aber wir haben die Möglichkeit, so eine Katastrophe vorherzusagen und die Stadt rechtzeitig zu evakuieren. Im Juli 2012 ist ein anderer See in der Nähe, der Tez-Tor, übergelaufen und wir konnten die Regierung zehn Tage vorher informieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie ist es, hier zu leben?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ich arbeite hier seit sechs Jahren. Unser Team besteht aus zwei Personen. Wir leben hier zehn Tage, bis uns ein zweites Team ablöst. Dann steigen wir für zehn Tage runter in die Stadt. Wir arbeiten ungefähr bis Ende November, bis es zu viel Schnee gibt, um auf den Gletscher zu kommen. Es ist sehr einfach, hier zu leben. Wir haben alles, einen Fernseher, eine Heizung, Elektrizität. Uns fehlt eigentlich nur WLAN.</p>
<p><figure id="attachment_11811" aria-describedby="caption-attachment-11811" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-11811" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-1024x768.jpg" alt="Gletscher Kirgistan Wetterstation Kontrolle Messungen Bischkek Klima Erderwärmung Bischkek" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/3-1.jpg 1480w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11811" class="wp-caption-text">Die Wetterstation am Rand des Gletscherrandsees Adygene in 3600 Metern Höhe.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Kürzlich hatten wir ein Problem mit dem Gas. Wir hatten keins mehr und mussten die Flaschen selbst auf dem Rücken hierher tragen. Ein Helikopter kommt ein oder zwei Mal pro Jahr um uns zu versorgen, aber nur selten, weil das sehr teuer ist. Alles andere tragen wir selbst hierher, in unseren Rucksäcken, die 25 bis 30 Kilo wiegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was führt sie auf den Gletscher?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am Anfang habe ich in unserem Büro in Bischkek gearbeitet und gleichzeitig Ökologie studiert. Als es diese Möglichkeit gab, hierher auf den Gletscher zu kommen, wollte ich das sofort machen. Alle zehn Tage hier rauf zu steigen, auch noch mit einem schweren Rucksack, das gefällt nicht jedem. Viele Leute haben aufgegeben. Aber mir gefällt das. Ich habe mich daran gewöhnt. Ich kann mir nicht vorstellen, im meinem Leben etwas anderes zu machen.</p>
<p><figure id="attachment_11809" aria-describedby="caption-attachment-11809" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11809" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-1024x768.jpg" alt="Gletscher Kirgistan Bischkek Umwelt Klimaerwärmung Nursultan" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-1.jpg 1480w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11809" class="wp-caption-text">Nursultan kann sich nicht vorstellen irgendwo anders zu leben als hier, am Fuße des Gletschers und isoliert von der Stadt.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Diese Arbeit gefällt Ihnen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ja, hier ist mir nie langweilig. Hierher zu kommen, das ist schwierig. 19 Kilometer, 1500 Meter Höhenunterschied. Wir brauchen dafür vier Stunden, weil wir daran gewöhnt sind. Aber hier zu leben, das ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Wir können frische Luft atmen, uns in der Ruhe der Natur erholen und alle unsere Sorgen vergessen. Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten, wir haben hier kein Netz. Das mag sich egoistisch anhören, aber es ist großartig.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-wasser-fehlt-kirgistan-vor-der-energiekrise/">Das Wasser fehlt – Kirgistan vor der Energiekrise</a></p>
<p style="text-align: justify">Wir haben eine unglaubliche Möglichkeit. Ich habe noch nie einen Schneeleoparden gesehen, aber wir sehen oft ihre Fußabdrücke. Es gibt hier viele Tiere, Steinböcke, Marco-Polo-Schafe, Wölfe… Aber sie sind an Menschen gewöhnt und das ist besorgniserregend. Wir können uns ihnen auf 20 Meter nähern, manchmal sogar mehr, und sie bewegen sich nicht. Das ist gefährlich für sie, wenn Jäger kommen. Darauf achte ich ebenfalls. Ich liebe es hier zu arbeiten, sonst hätte ich schon vor langer Zeit gekündigt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Mit Nursultan sprach Marion Biremon</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Journalistin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Folke Eikmeier</strong></p>
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