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	<title>Entwicklung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 Oct 2024 16:12:37 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Entwicklung Archives</title>
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	<item>
		<title>Grüne Transition in Zentralasien &#8211; Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Konstantin Blondeau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 16:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel-Astana: Eine neue Klimabrücke?]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BR&#xDC;SSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABR&#xDC;CKE? &#x2013; Der Klimawandel hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf Zentralasien und erfordert dringende und koordinierte Ma&#xDF;nahmen, um seine negativen Folgen zu minimieren. Europ&#xE4;ische Akteure der Entwicklungszusammenarbeit Organisationen wie die deutsche GIZ oder die franz&#xF6;sische AFD arbeiten mit den zentralasiatischen Staaten zusammen, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? – Der Klimawandel hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf Zentralasien und erfordert dringende und koordinierte Maßnahmen, um seine negativen Folgen zu minimieren. Europäische Akteure der Entwicklungszusammenarbeit Organisationen wie die deutsche GIZ oder die französische AFD arbeiten mit den zentralasiatischen Staaten zusammen, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen hat der Klimawandel in Zentralasien? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Reichen die bereits ergriffenen Maßnahmen aus? Die Artikelserie BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? geht diesen Fragen nach. Ein Projekt von Konstantin Blondeau-Mikhaïlov und Camille Ramecourt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle Artikel der Reihe findet ihr </em><a href="https://novastan.org/de/tag/bruessel-astana-eine-neue-klimabruecke/"><em>hier</em></a><em>.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die GIZ in Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dana Yermolyonok koordiniert für die <a href="https://www.giz.de/de/html/index.html">Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)</a> die Unterstützung von Maßnahmen gegen den Klimawandel in Kasachstan. Die Expertin sprach mit Novastan über ihre Sicht auf die Situation in Zentralasien und die Frage der Anpassung und Eindämmung des Klimawandels.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Expertin für nachhaltige Entwicklung, grüne Wirtschaft und Management natürlicher Ressourcen vertritt sie die GIZ in Kasachstan. Sie warnt davor, dass der Klimawandel in der zentralasiatischen Region schneller voranschreitet als im globalen Durchschnitt und so zu Veränderungen in Wirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir sind nicht nur mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse konfrontiert, sondern auch mit der Aussicht auf wirtschaftliche Verluste und Instabilität in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft“</em>, sagt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Yermolyonok betont, wie wichtig es ist, die wirtschaftlichen Schäden zu berücksichtigen, die durch den Klimawandel insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Infrastruktur entstehen können. <em>„Selbst in unterschiedlichen Klimaszenarien ist klar, dass das Problem der Wasserknappheit erheblich sein wird. Dabei handelt es sich nicht nur um einen allgemeinen Wassermangel, sondern auch um eine Zunahme von Extremereignissen wie Dürren, Überschwemmungen oder mehrere Tage hintereinander auftretende Hitzewellen. All dies wird sich voraussichtlich noch verschärfen, ganz zu schweigen vom gefährlichen Zustand der Gletscher“</em>, so das Fazit der GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gletscher-des-tienschan-im-rueckgang/">Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem <a href="https://ecogosfond.kz/wp-content/uploads/2018/03/rus.pdf">Bericht</a> des kasachstanischen Umweltschutzministeriums verlieren die Berggletscher im Südosten des Landes jährlich etwa ein Prozent ihres Eisvolumens. Prognosen zufolge wird in der Region in naher Zukunft mit einer weiterhin intensiven Gletscherschmelze gerechnet. So könnte die Vereisung am Nordhang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transili-Alatau">Ile-Alatau</a> bis zum Ende des 21. Jahrhunderts praktisch verschwinden, die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dsungarischer_Alatau">Dsungarischen Alatau</a> sogar noch früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine Analyse der Veränderungen der Luftfeuchtigkeit in Kasachstan hat gezeigt, dass vor dem Hintergrund des erwarteten Anstiegs der Lufttemperatur ein Anstieg der Niederschläge, selbst um 20-25 Prozent, keine günstigen Auswirkungen auf Ökosysteme, Landwirtschaft und Wasserressourcen</em> <em>haben wird“,</em> prognostiziert das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsprogramm_der_Vereinten_Nationen">Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)</a> in seinem <a href="https://unfccc.int/resource/docs/natc/kaznc2e.pdf">Bericht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wasserressourcen-Management</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2023 <a href="https://ortcom.kz/ru/novosti/1697685026">unterzeichneten</a> das Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung Kasachstans und die GIZ eine Vereinbarung zur Umsetzung eines regionalen Programms für Wasserressourcen-Management in Zentralasien. Das von Deutschland und den fünf zentralasiatischen Ländern geförderte Programm <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/green-central-asia-die-zentralasiatischen-aussenminister-zu-gast-in-berlin/">Green Central Asia</a> hat zum Ziel, Wasserressourcen unter Berücksichtigung des Klimas zu bewirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch mit Novastan beleuchtet Vincent Caupin, Leiter des in Taschkent ansässigen Zentralasienbüros der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/French_Development_Agency">französischen Entwicklungsagentur AFD</a>, die Maßnahmen der Entwicklungsagenturen in der Region. Die AFD hat seit 2016 in Usbekistan 1,3 Milliarden Euro in Projekte mit besonderem Klimabezug <a href="https://www.afd.fr/fr/page-region-pays/ouzbekistan">investiert</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/">One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Besuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Astana im November 2023 baut das Büro seine Aktivitäten in Kasachstan auf der Basis guter Ergebnisse in Usbekistan aus. Außerdem werden bewährte Praktiken ausgetauscht, darunter die <a href="https://asr.gov.uz/en/news/7385">Country Platform</a>, auf der verschiedene internationale Agenturen ihre Bemühungen über Kooperationsplattformen koordinieren, um so eine schnelle Mobilisierung und Nutzung externer Hilfe sicherzustellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhaltensänderungen notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führt zu Problemen beim Ressourcenverbrauch, wobei die <a href="https://ourworldindata.org/grapher/carbon-emission-intensity-vs-gdp-per-capita?country=~UZB">CO2-Intensität der Emissionen</a> in Usbekistan auf dem gleichen Niveau liegt wie in China. Angesichts einer wachsenden Bevölkerung, aber immer weniger verfügbaren natürlichen Ressourcen ist die Notwendigkeit einer öffentlichen Politik für die usbekische Regierung dringend geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entstand ein Projekt zur grünen Wirtschaft, an dem sich die AFD beteiligt und dabei stark auf die französischen Erfahrungen bei der Bilanzierung grüner öffentlicher Ausgaben zurückgreift, um innovative Instrumente für die nachhaltige Entwicklung Usbekistans zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dana Yermolyonok wird der globale Trend zu einem kohlenstoffarmen Entwicklungsmodell zu einem integralen Bestandteil der Zukunft. Beispielsweise werden Geschäftsmodelle, die auf hohen Treibhausgasemissionen basieren, angesichts neuer Mechanismen wie der CO2-Steuer an den Grenzen der Europäischen Union unrentabel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Privatsektor muss sich anpassen und beteiligen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Daher können sich Unternehmen an die Ereignisse anpassen. <em>„Nachdem sie die langfristigen Marktaussichten beurteilt haben, können Unternehmen entscheiden, welches Geschäftsmodell für sie das richtige ist: Jetzt investieren, um Emissionen zu reduzieren und ihre Produkte frei zu vermarkten, oder zusätzliche Steuern zahlen“</em>, sagt die GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anlässlich des Weltklimagipfels der Vereinten Nationen im vergangenen Dezember in Dubai <a href="https://www.akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-vystupil-na-vsemirnom-klimaticheskom-sammite-v-dubae-1115035">betonte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> die Bedeutung der Beteiligung des Privatsektors an der Lösung von Klimaproblemen. Er brachte den Wunsch seines Landes zum Ausdruck, ein wichtiger Lieferant von Mineralien zu werden, die für die Dekarbonisierung der Welt unerlässlich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/anpassung-hat-prioritaet-klimawandel-in-kasachstan/">„Anpassung hat Priorität“ – Klimawandel in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass Zentralasien trotz der gemeinsamen Anstrengungen aller Länder der Region bis 2050 unweigerlich mit einem Temperaturanstieg von bis zu 2,5 Grad konfrontiert sein wird. Dies werde zum <a href="https://eabr.org/press/releases/eabr-tsentralnaya-aziya-osobenno-uyazvima-k-klimaticheskim-riskam-v-pervuyu-ochered-iz-za-defitsita-/">Austrocknen</a> großer Flüsse und Seen sowie zu einem Mangel an Trinkwasser und Bewässerungswasser in der Region führen. In diesem Zusammenhang schlug er eine stärkere Unterstützung des <a href="http://icwc-aral.uz/ifas.htm">Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reduktion von Treibhausgasen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2023 verabschiedete Kasachstan eine <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U2300000121">Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060</a>. Investitionen in kohlenstoffarme Technologien zur Erreichung der CO2-Neutralität erfordern schätzungsweise 610 Milliarden US-Dollar (569 Milliarden Euro) oder 19,6 Prozent des Bruttokapitals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Hälfte der Mittel werden in grüne Sektoren umgeleitet, die restlichen 223,7 Milliarden US-Dollar (208,8 Milliarden Euro) sind für neue Ressourcen vorgesehen. Den Angaben der Strategie zufolge ist der Preis für die Dekarbonisierung relativ niedrig – 65,4 Dollar (61 Euro) pro Tonne CO2-Äquivalent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2023 startete die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein <a href="https://news.un.org/ru/story/2023/04/1439882">Projekt</a> mit der kirgisischen Regierung. Dieses Projekt soll es dem Land ermöglichen, besser auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein und die Bewirtschaftung von Wäldern und Weiden zu verbessern. So können Wirtschaftswachstum und Umweltschutz in Einklang gebracht werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gemeinsame Anstrengungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend erinnern die Expert:innen von GIZ und AFD daran, dass in Zentralasien zahlreiche Projekte im Bereich erneuerbarer Energien unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Agency_for_International_Development">USAID</a>, EU, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatischer Entwicklungsbank (ADB)</a>, GIZ, AFD und anderer Organisationen gestartet wurden. Diese Initiativen decken ein breites Themenspektrum ab, von der Netzwerkorganisation bis hin zu EU-Erfahrungen, die in der Region angewendet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch technische Aspekte wie Netzausgleich und Energiespeicherfragen werden unter Berücksichtigung der Realitäten Zentralasiens aktiv diskutiert und weiterentwickelt. <em>„Ich denke, dass der Bedarf an Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern, auch europäischen Ländern, weiter bestehen wird, weil es eine Art gemeinsame Anstrengung ist“</em>, schlussfolgert die GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/"><strong>Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dana Yermolyonok äußert die Hoffnung, dass die Menschen in Zentralasien Stereotypen überwinden werden, die damit verbunden sind, den Klimawandel als etwas <em>„Entferntes und Unverständliches“</em> wahrzunehmen. Wichtig sei eine umfassende Kommunikation über die Auswirkungen des Klimawandels auf das tägliche Leben. Projekte wie die der GIZ in Kasachstan und andere Sozial- und Bildungsprojekte können eine Schlüsselrolle dabei spielen, Menschen über die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre tägliche Realität zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vincent Caupin sieht in dem Kooperationsprojekt erhebliche Vorteile. Die künftige Präsenz der AFD in Kasachstan könne das lokale öffentliche Handeln in Umweltangelegenheiten stärken, was der Stabilität und dem Wachstum der zentralasiatischen Region zugutekommen werde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov, Camille Ramecourt und Konstantin Blondeau-Mikhaïlov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/agences-developpement-europeennes-kazakhstan-prochaines-etapes-vertes/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie ausländische Investitionen die Entwicklung der Regionen Kasachstans erschweren</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-auslaendische-investitionen-die-entwicklung-der-regionen-kasachstans-erschweren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Berenika Zeller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 18:29:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan ist bestrebt, ausl&#xE4;ndische Direktinvestitionen anzuziehen und erzielt damit nennenswerte Erfolge. Zum Ungl&#xFC;ck seiner Regionen, denn Investor:innen der Rohstoffindustrie sind nicht daran interessiert, nachhaltig, sozial und &#xF6;kologisch zu wirtschaften. Regionale Ungleichheiten treten in Kasachstan in verschiedenen Formen auf, &#xE4;u&#xDF;ern sich aber meist in ungleicher Verteilung des inl&#xE4;ndischen Verm&#xF6;gens. Wo dieses Kapital eigentlich erarbeitet wurde, wird [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan ist bestrebt, ausländische Direktinvestitionen anzuziehen und erzielt damit nennenswerte Erfolge. Zum Unglück seiner Regionen, denn Investor:innen der Rohstoffindustrie sind nicht daran interessiert, nachhaltig, sozial und ökologisch zu wirtschaften.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Regionale Ungleichheiten treten in Kasachstan in verschiedenen Formen auf, äußern sich aber meist in ungleicher Verteilung des inländischen Vermögens. Wo dieses Kapital eigentlich erarbeitet wurde, wird dabei außer Acht gelassen. Der Wohlstand konzentriert sich in „Wachstumszentren“, also in Millionenstädten und regionalen Zentren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Betrieb und die Konsolidierung eines solchen Systems ist eine zumindest minimale Aufrechterhaltung funktionsfähiger Siedlungen erforderlich, in denen, wie im Fall kasachischer Monoindustriestädte, Naturalrenten erzielt werden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">So wurde am 1. Januar 2023 ein Gesetz über die Entwicklung von Ballungsräumen verabschiedet, das bereits seit Mitte der 2010-er Jahre in der Vorbereitung war. Diese sollen zu „Wachstumspunkten“ werden, um die sich ein intensives Wirtschaftsleben konzentriert. Die Festlegung der Grundsätze für die Entwicklung ebensolcher Agglomerationszentren ist Teil einer der modernen säkularen Ideologien – des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96konomismus">Ökonomismus</a>, der von der Ökonomie unterschieden werden sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaft und Ökonomismus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Voraussetzungen für eine fortschreitende Entwicklung und das Wachstum des Wohlstands zu schaffen, darunter auch für die Bewohner:innen unserer Regionen. Im Ökonomismus wiederum wird die soziale Realität durch abstrakte Theorien und Modelle der neoklassischen Wirtschaftswissenschaften ersetzt, die keinen Bezug zu konkreten Gesellschaften nehmen. Das führt zur dogmatischen Auslegung einer Reihe von Bestimmungen der Mainstream-Ökonomie, die niemand kritisch hinterfragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören die Theorien des komparativen Kostenvorteils, die Bedeutung der Anziehung ausländischer Direktinvestitionen (ADI) für die Entwicklung eines Landes oder einer Region sowie die überragende Bedeutung des BIP-Wachstums als Indikator für den Erfolg einer Volkswirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sollte im Falle Kasachstans die Wirtschaftspolitik – sofern sie das Kriterium einer progressiven Entwicklung erfüllen will – dazu beitragen, verschiedene regionale Entwicklungsschwierigkeiten zu überwinden. Eine solche Entwicklung sollte sich in steigenden Löhnen, einer höheren Lebenserwartung, besseren ökologischen Bedingungen und einer höheren Bildungsqualität in den örtlichen Schulen äußern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zur Bedeutung des neuen Gesetzes über die Entwicklung von Ballungsräumen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das zu Beginn des Jahres verabschiedete Gesetz bezieht sich ausdrücklich auf die Entwicklung von Ballungsräumen, nicht auf die territoriale Entwicklung des Landes oder die Verbesserung der Situation der Menschen, die außerhalb der Ballungsräume leben. Demnach umfasst das lokale Agglomerations-System Kasachstans die Hauptstadt, eine Stadt von republikanischer Bedeutung (wie beispielsweise <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent">Shymkent</a>) oder eine Stadt von regionaler Bedeutung (von denen es 38 gibt) „und die um sie herum liegenden Siedlungen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung der Ballungsräume wird auf den Grundsätzen „wirtschaftlicher Tragfähigkeit“ beruhen, was „die Annahme wirtschaftlich vernünftiger Entscheidungen durch den Staat“ impliziert, „günstige Bedingungen“ zu schaffen, einschließlich der Attraktivität für Investitionen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Investitionsattraktivität Kasachstans führt zu Ungleichheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit mehr als 30 Jahren ist die Investitionsattraktivität für Kasachstan zum Selbstzweck geworden. In Wirklichkeit führen ausländische Investitionen jedoch zu einer ungleichen Verteilung von Wohlstand und Einkommen zwischen den Regionen. Dieser Prozess wird mit dem Argument gerechtfertigt, dass Wirtschaft ohne Investitionen nicht wachsen kann und dass menschliche Siedlungen zu verfallen drohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Logik nach führen Investitionen (vor allem ausländische) automatisch zu Wirtschaftswachstum. Dieses wiederum soll die Regionen angeblich &nbsp;mit allen elementaren Gütern versorgen, von Straßen bis zu Wärmenetzen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-32699" style="width:1024px;height:683px" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/44193566945_3ff2b18432_k.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Astana, die Hauptstadt von Kasachstan, ist einer der Ballungsräume, die zu entwickeln sind (<a href="https://www.flickr.com/photos/konradlembcke/44193566945/in/photolist-2akezLM-KcNpVS-27gAVQs-YLL7df-HxP1wH-26eWpXJ-HFBWhx-26eWpKQ-27gAVTd-2bicBDS-26eWpW1-24zZKp5-27gAVWj-27gAUou-YLL7eY-26eWpJY-HFBWx2-YLL7h3-241Z8FS-24zZKTG-2aRe1nS-PBwSPN-27gAVUW-27gAVQY-G7HE8x-fjuWcB-2bLi5Se-fjK7vs-P2ZAFj-K7SMq8-2cFkskA-Fmeuzn-5m8Zna-p6fQuB-2428AN1-22GriMr-dQMXRc-EqVf4e-dQTxSq-g4GH1L-jXudnR-2caHwnC-ELP7XT-G7HEmZ-24zZKV5-HpfmFT-gLYjMQ-242baP7-K7T9mg-FW9gQd">Konrad Lembcke/ Flickr</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zur Mainstream-Ökonomie betrachtet die politische Ökonomie &#8211; basierend auf den Erfahrungen spezifischer Gesellschaften und nicht auf abstrakten Modellen &#8211; unregulierte Investitionen einen Faktor für den Rückstand eines Landes. Das Beispiel Kasachstans bestätigt leider die negativen Erfahrungen anderer Länder des „globalen Südens“. Anstelle von Wohlstand wird durch Ausländische Direktinvestitionen die Ungleichheit zwischen den Regionen verstärkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kolonie ausländischen Kapitals</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens ermöglichen ausländische Direktinvestitionen die Kontrolle über die regionale Wirtschaft zu erlangen und sie faktisch in eine Kolonie ausländischen oder Kompradorenkapitals zu verwandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil der erdölproduzierenden Industrien in den Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtóbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Westkasachstan">Westkasachstan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qaraǵandy,</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda">Qysylorda</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_(Gebiet)">Mańǵystaý</a> stehen unter der Kontrolle von Investor:innen. Die meisten dieser Regionen gehören zu den am stärksten benachteiligten, was den sozioökonomischen Status und die zunehmende Ungleichheit der Bevölkerung angeht. Und das, obwohl ihr Bruttoregionalprodukt zu den höchsten im Land gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel erreichte das durchschnittliche Bruttoregionalprodukt pro Kopf in der Region Atyraý im Jahr 2010 36 Tausend US-Dollar (gut 33.000 Euro), was mit dem Niveau von Kuwait vergleichbar war. Hinter diesem „Durchschnittsvermögen“ verbarg sich jedoch ein enormes Maß an Ungleichheit, die 2011 zu den bekannten <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zwei-busse-voll-leichen-zeuginnen-berichten-ueber-die-ereignisse-von-janaozen/">Ereignissen in Jańaózen</a> führte (Demonstration wegen sozialer Ungleichheit, die gewalttätig niedergeschlagen wurde. Anm. d. Red. von Novastan), welche sich zehn Jahre später wiederholten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-zunehmende-streiks-gegen-leiharbeit-im-oelsektor/">Kasachstan &#8211; Zunehmende Streiks gegen Leiharbeit im Ölsektor</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens erhalten ausländische Investoren enorme Steuervergünstigungen und andere Privilegien, meist auf Kosten ungleicher Löhne und unzureichender Umweltschutzvorschriften. Investor:innen sind nie daran interessiert, die Löhne der einheimischen Arbeitnehmer:innen zu erhöhen oder den Lebensstandard generell zu verbessern. Die Hauptgewinne werden aus der Region abgezogen und in den regionalen Zentren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> und Almaty angesiedelt, meist aber auf den Offshore-Konten der eigentlichen Eigentümer:innen der Produktionsanlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens können wir nicht auf die technologische Aufrüstung unserer Produktion zählen, die angeblich mit dem Zufluss ausländischer Direktinvestitionen einhergeht. Investoren investieren nicht, um die neueste Technologie zu nutzen, sondern um Gewinn zu erzielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Last für Umwelt und Gesundheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sie werden für einen achtsameren Umgang mit der Umwelt keine Extrakosten eingehen. Wie viele alternative Industrien sind in den oben genannten Gebieten entstanden, die umweltneutral sind und zudem die lokale Wirtschaft diversifizieren? Ohne eine strategische Wirtschaftspolitik des Staates nimmt die Abhängigkeit vom Export natürlicher Ressourcen immer mehr zu, während die positiven Spillover-Effekte der Rohstoffindustrie minimal bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-gruende-fuer-das-robbensterben-im-kaspischen-meer/">Die Gründe für das Robbensterben im Kaspischen Meer</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es stellt sich also heraus, dass je mehr Öl und Erz auf unseren Feldern gefördert wird, je höher das BIP in Kasachstan oder die Bruttowertschöpfung in unseren rohstoffhaltigen Regionen ist, desto größer die Ungleichheit und sozialen Spannungen. Die Arbeitsbedingungen in unseren Minen und auf den Feldern gehören nach wie vor zu den schwierigsten und es gibt viele arbeitsbedingte Verletzungen und Todesfälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildung ist immer weniger integrativ: Laut Weltbank sind sechs von zehn kasachstanischen Schulkindern funktionale Analphabet:innen. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass die Mehrheit, wenn nicht alle dieser 6 Schüler:innen Schulen besuchen, die sich nicht in regionalen Zentren und größeren Städten befinden. Zudem verschlechtert sich die ökologische Situation von Jahr zu Jahr. Ein deutliches Zeichen dafür war das Massensterben von Robben an der kaspischen Küste.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaftliches Erbe Nursultan Nasarbajews</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Erinnerung: im 1997 veröffentlichten Programm „Kasachstan-2030“ machte der damalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> solche Investitionen zu einer der wichtigsten Prioritäten des Landes. Darin heißt es ausdrücklich, dass die „Strategie für ein gesundes Wirtschaftswachstum“ unter anderem auf der „Anziehung bedeutender ausländischer Investitionen“ beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte zu einer direkten Umsetzung eines der Grundsätze des ökonomischen Mainstream-Denkens und wurde zum vorherrschenden Wirtschaftsdenken in Kasachstan. In den letzten 30 Jahren hat Kasachstans Wirtschaft 330 Milliarden Dollar angezogen und ist damit in dem Bereich zum absoluten Spitzenreiter unter den zentralasiatischen Ländern und zu einem der führenden Länder in der eurasischen Region geworden. Leider hat dieses Geld die Regionen in ihrer Entwicklung zurückgeworfen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Folgt man der Logik des Ökonomismus, welcher Effizienz mit „Investitionsattraktivität“ gleichsetzt, ergibt es zum Beispiel keinen Sinn, dass der Staat in der Stadt <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-termirtau-baby-13/">Temirtaý</a> investiert, wenn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chromtau">Hromtaý</a> mehr Investitionen anzieht und daher mehr Aufmerksamkeit verdient. Einwohner:innen von Temirtaý sollten sich also dringend Gedanken über einen Umzug nach Hromtaý machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Realität ist viel komplizierter. Bekanntlich verlassen immer mehr Menschen ihre Dörfer und Kleinstädte: Der Saldo der interregionalen Migration in Almaty und Astana für den Zeitraum 2017 bis 2021 betrug 177.100 bzw. 150.000 Menschen. Und dies geschah bereits, bevor sich um Almaty und Astana „Agglomerationen“ bildeten. Genau aus diesem Grund sollten Zentren nicht noch zusätzlich zum Ziel von Entwicklung gemacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/suisse-secrets-die-offshore-geheimnisse-des-kasachstanischen-praesidenten/">Suisse Secrets: Die Offshore-Geheimnisse des kasachstanischen Präsidenten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Regionalpolitik soll darauf abzielen, Mechanismen und Institutionen zu schaffen, die das Leben in unseren 89 Städten (minus drei Republikstädte und minus 38 Oblaststädte), 45 Kreisstädten, 31 Dörfern und 6828 ländlichen Siedlungen attraktiver machen. Nur dann werden die Zentren der Republik und der Regionen als „Motoren des Wirtschaftswachstums“ in der Lage sein, sich ohne zusätzliche Anstrengungen des Zentrums selbst zu versorgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der neue rechtliche „Grundsatz der Gerechtigkeit“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In demselben Programm zur Entwicklung der Agglomeration wird der „<em>Grundsatz der Gerechtigkeit</em>“ genannt, der als „<em>Wahrung der Interessen der administrativ-territorialen Einheiten, die die Agglomeration bilden</em>“, verstanden wird. Offensichtlich ist dies ein weiterer Schritt im Rahmen der proklamierten Ideologie eines „gerechten Kasachstans“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn diese Ideologie durch die bisherigen Methoden verkörpert wird, die der „Investitionsattraktivität“ frönen, dann kann man die Gerechtigkeit vergessen. Die Gesetze, die wir zuvor in unserem Land verabschiedet haben, legitimierten lediglich die mangelnde Bereitschaft des Staates, in regionale Infrastruktur zu investieren, während seine Eigentümer-Investoren Spitzenplätze der Forbes-Liste eroberten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher kann und darf die Entwicklung der kasachstanischen Regionen nicht davon abhängen, wie „investitionsattraktiv“ sie sind.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Verfasst von K</strong><strong>ú</strong><strong>at Akischanov, Ökonom, für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/jekonomika/53952-kak-inostrannye-investicii-mesaut-razvitiu-oblastej-kazahstana.html">Russischen</a> von Berenika Zeller</strong></p>


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		<title>Jenseits von Krieg und Drogen, ein anderer Blick auf Afghanistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 04:11:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frieden und Stabilit&#xE4;t in Afghanistan k&#xF6;nnte den L&#xE4;ndern Zentralasiens zu einem starken wirtschaftlichen Wachstum behelfen. Das gilt besonders f&#xFC;r Tadschikistan, das schon eine bedeutende Stellung auf dem afghanischen Binnenmarkt einnimmt und diesen als Grundlage f&#xFC;r die Entwicklung seiner Wirtschaft nutzen k&#xF6;nnte. Folgender Artikel ist eine aktualisierte &#xDC;bersetzung einer am 6. August 2019 im tadschikischen Online-Magazin [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Frieden und Stabilität in Afghanistan könnte den Ländern Zentralasiens zu einem starken wirtschaftlichen Wachstum behelfen. Das gilt besonders für Tadschikistan, das schon eine bedeutende Stellung auf dem afghanischen Binnenmarkt einnimmt und diesen als Grundlage für die Entwicklung seiner Wirtschaft nutzen könnte. Folgender Artikel ist eine aktualisierte Übersetzung einer am 6. August 2019 im tadschikischen <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/politics/20190806/afganistan-eto-ne-tolko-voina-i-narkotiki-vzglyanut-drugim-vzglyadom">Online-Magazin Asia Plus</a> erschienen Analyse. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Dreißig Jahre sind seit dem Rückzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan vergangen, Frieden ist dort aber nie eingekehrt. Der Krieg der Taliban gegen die lokalen Behörden und der NATO-Einsatz machten Afghanistan zu einem großen militärischen Schlachtfeld.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">In den letzten Jahren ist jedoch ein Hoffnungsschimmer in der langwierigen Krise des Landes aufgetaucht. Das am 29. Februar in Doha unterzeichnete <a href="https://www.state.gov/wp-content/uploads/2020/02/Agreement-For-Bringing-Peace-to-Afghanistan-02.29.20.pdf">Abkommen</a> zwischen den Vereinigten Staaten und den Taliban könnte die Dinge ändern.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Eigentlich sollten sich vor allem die zentralasiatischen Länder wie keine anderen aktiv für den Frieden in Afghanistan einsetzen</em>“, erklärt der Afghanistan-Spezialist Muzaffar Kurbonalijew „<em>Es ist kein Geheimnis, dass Afghanistan schon lange Assoziationen mit Begriffen wie Krieg und Drogen in Verbindung gebracht wird. Leider hat sich das Bild in vielen Köpfen bereits fest etabliert, insbesondere bei führenden Politikern und Geschäftsleuten</em>“. Die Verbindung mit Gewalt und Drogen habe auf sie einen abschreckenden Effekt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/afghanistan-eine-herausforderung-fur-zentralasien/">Afghanistan, eine Herausforderung für Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Aber Afghanistan, das ist nicht nur Krieg und Drogen. Es ist ein Land mit riesigen ungenutzten Ressourcen, es ist ein großer Markt, und schließlich ist es eine Route zu den Weltmärkten. Letzteres ist sehr wichtig für Tadschikistan, das geographisch nicht am günstigsten gelegen ist. Und wir müssen dazu beitragen, dass der Frieden in Afghanistan rasch erreicht wird, ohne darauf zu warten, dass andere dies für uns tun.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Weg zum Indischen Ozean und weiter in die weite Welt </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die zentralasiatischen Länder sollten sich einen Platz im instabilen Afghanistan suchen, indem sie eine gewinnbringende wirtschaftliche Zusammenarbeit mit diesem Land anstreben, meint auch der Ökonom Zafar Nosirow.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Gewinne, die heute auf dem afghanischen Inlandsmarkt erzielt werden, bilden eine solide Grundlage für einen erfolgreicheren Wettbewerb in der Zukunft, wenn sich die Lage stabilisiert hat</em>“, sagt er. Zudem würde eine Friedensoffensive in Afghanistan nicht nur bilaterale Wirtschaftsbeziehungen ausweiten, sondern den zentralasiatischen Ländern einen kurzen Weg zu den Häfen im Indischen Ozean und am Persischen Golf eröffnen. So finden sie eine bessere Verbindung mit den Märkten Südostasiens und des Nahen Ostens.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus, so Nosirow, werde ein stabiles Afghanistan auch zum inländischen Wirtschaftswachstum der zentralasiatischen Anrainerstaaten beitragen: „<em>Die Nachbarschaft zu einem politisch instabilen Land ist derzeit eines der Haupthindernisse für ausländische Investitionen in Tadschikistan</em>“. Dabei habe Tadschikistan auch ohne die etwa 1400 Kilometer lange Grenze mit Afghanistan genug eigene Probleme, fügt er hinzu. Statt als Bedrohung sollten die zentralasiatischen Länder Afghanistan als einen zukünftigen strategischen Partner betrachten, der auch in regionale Wirtschaftsprozesse integriert werden sollte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ersten Schritte wurden bereits unternommen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die zentralasiatischen Länder haben bereits einige Vereinbarungen mit Afghanistan in den Bereichen Handel, Transit, Energie und Infrastruktur getroffen. Es werden bereits Transit- und Infrastrukturabkommen formalisiert, und der Handel zwischen diesen Ländern und Afghanistan hat trotz der Sicherheitsrisiken zugenommen.</p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/?noredirect=de_DE">neue Führung Usbekistans</a> betrachtet den südlichen Nachbarn als Handelspartner. Die beiden Länder haben Dutzende von Exportverträgen unterzeichnet und vereinbart, in der Grenzstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termiz">Termiz</a> ein Logistikzentrum mit Eisenbahn, Lagerhäusern, Banken und Zollämtern einzurichten.</p>
<p style="text-align: justify">Für Kasachstan haben der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Afghanistan und ein besserer Handel mit dem Land Priorität. Die Republik hat bereits in mehrere Bauprojekte in Afghanistan investiert und unterstützt die Instandsetzung der Autobahn von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taloqan">Taloqan</a> nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kundus">Kundus</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schirchan_Bandar">Schirchan-Bandar</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan und Kirgistan sind am Verkauf von Wasserkraft an Afghanistan und Pakistan im Rahmen des <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/">CASA-1000</a>-Regionalprojekts interessiert. Der Bau der nötigen Infrastruktur wurde Anfang 2018 begonnen und soll 2020 abgeschlossen werden. Darüber sollen Kirgistan und zu gleichen Anteilen Strom nach Pakistan und möglichweise Indien exportieren.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/">CASA-1000- mehr Politik als Wirtschaft</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan und Turkmenistan bauen zusammen mit Afghanistan ein <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/neue-zugstrecke-verbindet-turkmenistan-und-afghanistan/">Eisenbahnnetz</a> auf, was jedoch durch den anhaltenden Krieg in Afghanistan und finanzielle Probleme verzögert wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie kann dem „Herzen Asiens“ geholfen werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Afghanistan seinerseits sieht Tadschikistan als wichtiges Bindeglied zu Zentralasien. Kabul hofft, seinen regionalen Handel durch ein Eisenbahnnetz zu steigern, das von Südasien über Tadschikistan zu den anderen zentralasiatischen Ländern führt.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Andererseits verstehen die Afghanen, dass die jungen zentralasiatischen Staaten im Gegensatz zu den Welt- und Regionalmächten weder eine politische noch eine wirtschaftliche Bedrohung darstellen, so dass sie an einer Zusammenarbeit mit Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan interessiert sind</em>“, meint der Experte Nurali Dawlatow.</p>
<p><figure id="attachment_20143" aria-describedby="caption-attachment-20143" style="width: 650px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20143" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/Sangtuda_1.jpg" alt="Sangtuda 1" width="650" height="434" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/Sangtuda_1.jpg 650w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/Sangtuda_1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/Sangtuda_1-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption id="caption-attachment-20143" class="wp-caption-text">Die Sangtuda 1 Wasserkraftanlage am Wachsch-Fluss, in Tadschikistan</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Die Länder der Region und die internationalen Finanzinstitutionen haben mehrere Projekte zum Bau von Hochspannungsleitungen von Tadschikistan nach Afghanistan, Pakistan und Indien entwickelt. Nachdem die Wasserkraftanlagen „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sangtuda_1_Hydroelectric_Power_Plant">Sangtuda-1</a>“ und „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sangtuda_2_Hydroelectric_Power_Plant">Sangtuda-2</a>“ in Betrieb genommen wurden, wurde die Übertragungsleitung <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lolazor">Lolazor</a> &#8211; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pol-e_Chomri">Pol-e Chomri</a> fertiggestellt. Im vergangenen Jahr lieferten tadschikische Energieunternehmen fast 1,5 Milliarden kWh Strom nach Afghanistan zu einem Preis von 4,1 Cent (0,037 Euro)</em>“, ergänzt Dawlatow.*</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-konnte-sich-am-bau-von-gas-pipelines-in-afghanistan-beteiligen/">Usbekistan könnte sich am Bau von Gas-Pipelines in Afghanistan beteiligen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch Usbekistan habe begonnen, aktiv in Richtung Afghanistan zu arbeiten: „Vor kurzem hat die Republik eine 85 km lange Eisenbahnstrecke nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Masar-e_Scharif">Masar-e-Scharif</a> gebaut. Höchstwahrscheinlich wird die Linie auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herat">Herat</a> erreichen. Der Iran plant seinerseits eine 200 Kilometer lange Strecke von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khaf,_Iran">Khaf</a> nach Herat. Auf dem Weg können nicht nur Afghanistan, sondern alle zentralasiatischen Länder ihre Güter zu den iranischen Häfen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschahbahar">Tschahbahar</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bandar_Abbas">Bandar Abbas</a> transportieren. Usbekische Produkte, darunter Autos, Elektrogeräte, Pharmazeutika, medizinische Produkte usw., sind bereits auf den afghanischen Märkten zu sehen“, schließt er ab.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Afghanen nennen ihr Land gerne metaphorisch das „Herz Asiens“. Um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, sind sie auch auf ihre Verbündeten in Zentralasien und vor allem auf Tadschikistan angewiesen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Khaydar Schodijew &amp; Paybar Tschorschanbijew<br />
<a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/politics/20190806/afganistan-eto-ne-tolko-voina-i-narkotiki-vzglyanut-drugim-vzglyadom">Asia Plus </a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Florian Coppenrath</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mehr europäische Investitionen nach Tadschikistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hriedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 09:36:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[ausländische Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Industrialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten zehn Jahren kamen die meisten Investitionen in Tadschikistan aus dem benachbarten China. Tadschikistan plant nun, sein &#x201E;Anlageportfolio&#x201C; zu diversifizieren, wie die Besuche des Pr&#xE4;sidenten in Europa zeigen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Asia Plus, wir pr&#xE4;sentieren ihn in &#xFC;bersetzter und gek&#xFC;rzter Version mit freundlicher Genehmigung. Mit seinem Besuch in der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In den letzten zehn Jahren kamen die meisten Investitionen in Tadschikistan aus dem benachbarten China. Tadschikistan plant nun, sein &#8222;Anlageportfolio&#8220; zu diversifizieren, wie die Besuche des Präsidenten in Europa zeigen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20191125/pridut-li-v-tadzhikistan-evropeiskie-investitsii?tg_rhash=59df260525b319">Asia Plus</a><strong>, wir präsentieren ihn in übersetzter und gekürzter Version mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit seinem Besuch in der Schweiz und Frankreich in der vergangenen Woche wollte Präsident Emomali Rahmon europäisches Kapital anziehen. Das Interesse Tadschikistans an Schweizer Investitionen verkündete das Staatsoberhaupt am 6. November am Unternehmerforum der beiden Länder in Bern. Rahmon stellte fest, dass nationale und regionale Projekte vorbereitet wurden, deren gemeinsame Durchführung für beide Seiten von Vorteil sei. Nach Angaben des Präsidenten sind derzeit mehr als 25 Schweizer Unternehmen und tadschikisch-schweizerische Gemeinschaftsunternehmen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen des Landes tätig.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;In den letzten zehn Jahren haben Schweizer Investoren nur 167 Millionen US-Dollar in Tadschikistans Wirtschaft investiert, davon 96 Millionen US-Dollar Direktinvestitionen und 71 Millionen US-Dollar Kredite, die von Unternehmen und Organisationen aufgenommen wurden&#8220;,</em> sagte Präsident Rahmon. Gleichzeitig gab er an, dass sich das Gesamtvolumen der Investitionen in die tadschikische Wirtschaft von 2007 bis heute auf 9,5 Milliarden US-Dollar beläuft, wobei der Anteil des Schweizer Kapitals nur 1,9 Prozent beträgt. Der Präsident zeigte sich mit diesen Zahlen unter Berücksichtigung &#8222;aller verfügbaren Ressourcen und Möglichkeiten&#8220; der beiden Länder unzufrieden. Er sei jedoch überzeugt, dass die Investitions- und Geschäftsaktivitäten der Schweizer Wirtschaft in Tadschikistan deutlich ausgeweitet werden könnten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-moechte-die-kohlefoerderung-um-das-zehnfache-erhoehen/"><strong>Tadschikistan möchte die Kohleförderung um das Zehnfache erhöhen</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Einen Tag später traf der Präsident in Paris mit französischen Geschäftsleuten und Investoren zusammen. Laut dem tadschikischen Präsidenten sind derzeit 20 französische Unternehmen in Tadschikistan tätig, es sei aber notwendig, so Rahmon, die zwischenstaatliche Zusammenarbeit in vielversprechenden Sektoren auszubauen.</p>
<p style="text-align: justify">Zu diesem Zweck schlug der Präsident vor, [einen Standort der] <a href="https://www.afd.fr/en">Französischen Entwicklungsagentur</a> in Tadschikistan aufzubauen. Er forderte die französischen Geschäftsleute auf, die Republik zu besuchen, um sich mit den Investitionsmöglichkeiten des Landes besser vertraut zu machen.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Attraktives Umfeld</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei Treffen mit europäischen Investoren versicherte Rahmon, die Regierung ergreife notwendige Maßnahmen, um das Investitions- und Geschäftsklima im Land zu verbessern. So sei die Handels- und Wirtschaftsgesetzgebung des Landes mit den internationalen Standards in Einklang gebracht, und Investoren rechtliche Garantien geboten worden.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des Präsidenten sieht die Gesetzgebung des Landes mehr als 100 Privilegien und Vergünstigungen vor, darunter 50 für die Hersteller von Waren. Er hält auch fest, dass die tadschikische Seite das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/New_Yorker_%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Anerkennung_und_Vollstreckung_ausl%C3%A4ndischer_Schiedsspr%C3%BCche">UN-Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche</a> und das <a href="https://www.hcch.net/de/instruments/conventions/full-text/?cid=41">Haager Apostillenübereinkommen</a> ratifiziert hat, die den Registrierungsprozess von Unternehmern verbessern.</p>
<p style="text-align: justify">Rahmon erinnerte auch daran, dass Tadschikistan in den letzten Jahren vier Mal, so auch in diesem Jahr, in die Top Ten der führenden Reformer zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ease_of_Doing_Business_Index">Ease of Doing Business Rating</a> der Weltbank aufgenommen wurde. Dies zeige Tadschikistans steigende Attraktivität für Investitionen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-die-zweite-turbine-des-rogun-wasserkraftwerks-geht-ans-netz/"><strong>Tadschikistan: die zweite Turbine des Rogun-Wasserkraftwerkes geht ans Netz</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident machte die europäische Wirtschaft auf eine Reihe spezifischer Bereiche aufmerksam, in denen die tadschikische Seite Investitionen benötige, so etwa die Wasserkraftindustrie, deren großes Potenzial noch größtenteils ungenutzt bleibe. Die Regierung ergreife praktische Maßnahmen, um neue Wasserkraftwerke zu bauen und die bestehenden nach internationalen Standards zu erneuern. Er schlug außerdem vor, in Infrastrukturprojekte zu investieren, die darauf abzielten, &#8222;die Transitmöglichkeiten in der Region zu erweitern, auch durch Afghanistan in Richtung südasiatischer Häfen&#8220;.</p>
<p><figure id="attachment_17958" aria-describedby="caption-attachment-17958" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17958" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun.jpg" alt="Tadschikistans Präsident Rahmon bei der Einweihung der zweiten Turbine des Rogun-Wasserkraftwerks" width="1024" height="681" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-17958" class="wp-caption-text">Tadschikistan will ausländische Investitionen anziehen, insbesondere in der Wasserkraftindustrie. Hier weiht Präsident Rahmon 2018 das Rogun-Wasserkraftwerk ein</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus hob der Präsident den Sektor der industriellen Produktion hervor, um eine beschleunigte Industrialisierung zu erreichen. Die Schwerpunkte lägen dabei im Bergbau, der Leicht- und Lebensmittelindustrie, einschließlich der Verarbeitung von umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Produkten, Metallen und Edelsteinen, Baumwollfasern, Kokons und die Herstellung von Endprodukten aus Rohstoffen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Land habe gute Möglichkeiten für die Entwicklung des Maschinenbaus, der chemischen Industrie, der Metallurgie und anderer prioritärer Produktionsbereiche. Darüber hinaus, so Rahmon, verfüge Tadschikistan über reiche natürliche Ressourcen, darunter Wasserressourcen, mineralische und nichtmineralische Rohstoffe, ein günstiges Klima und genügend Arbeitskräfte. Er schlug den Schweizer Geschäftsleuten vor, ihre Tätigkeit in der Finanz- und Bankensphäre der Republik zu etablieren. <em>&#8222;Um diese Chancen zu nutzen, brauchen wir Investitionen und moderne Technologie&#8220;,</em> fügte er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Entwicklung ausländischer Investitionen </strong></p>
<p style="text-align: justify">Um eine beschleunigte Industrialisierung im Einklang mit der nationalen Entwicklungsstrategie zu erreichen, hofft die Regierung Tadschikistans, jährlich 3,6 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor (ausländische und inländische Investitionen) anzuziehen.</p>
<p style="text-align: justify">Nach den Prognosen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel erwartet die Republik im Jahr 2020 ausländische Investitionen (Kredite, Zuschüsse und Direktinvestitionen) von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie noch 2018, als die ausländischen Investitionen rund 650 Millionen Dollar betrugen. Mehr als die Hälfte davon wurden aus China angezogen, an zweiter Stelle stehen Großbritannien mit 28 Millionen und Russland mit 22 Millionen US-Dollar. Auch kleinere Investionen aus 36 Ländern flossen in das Land, darunter Afghanistan.</p>
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<p style="text-align: justify">Gleichzeitig aber hat sich der Zufluss ausländischer Investitionen gegenüber 2017 insgesamt fast halbiert, insbesondere die Direktinvestitionen. Die Vertreter des Präsidialen Beirats für die Verbesserung des Investitionsklimas sind zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen steigen, und die Rolle der inländischen Unternehmer sowie der Privatwirtschaft zunehmen wird. Der Rat empfiehlt<em>, &#8222;Geduld zu haben&#8220;,</em> bis der Mechanismus von Privilegien und Präferenzen für ausländische Investoren und inländische Unternehmer voll funktionsfähig ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hauptinvestor China</strong></p>
<p style="text-align: justify">Erst in der zweiten Hälfte der Jahrtausendwende begannen chinesische Investitionen in die tadschikische Wirtschaft zu fließen – die ersten größeren Investitionen wurden 2007 angezogen, nachdem die beiden Länder den Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet hatten. Ein signifikanter Zufluss an chinesischen Investitionen begann jedoch, nachdem die beiden Länder ihre <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-pacific-12180567">territorialen Fragen</a> im Jahr 2011 geklärt hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Innerhalb von zehn Jahren überholte China Russland in Bezug auf das Volumen der in die tadschikische Wirtschaft investierten Finanzmittel. Russland hatte in der gesamten jüngeren Geschichte Tadschikistans stets eine führende Rolle gespielt. Das Gesamtvolumen der bisher aufgelaufenen chinesischen Direktinvestitionen hat bereits 1,5 Milliarden US-Dollar erreicht.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/china-gibt-tadschikistan-220-millionen-us-dollar-fur-den-bau-von-parlaments-und-regierungsgebauden-was-steckt-dahinter/"><strong>China gibt Tadschikistan 220 Millionen US-Dollar für den Bau von Parlaments- und Regierungsgebäuden – Was steckt dahinter?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Gegenwärtig werden chinesische Investitionen in allen Sektoren der tadschikischen Wirtschaft getätigt, wobei der Schwerpunkt auf dem Bergbau, der Energieerzeugung, der Infrastruktur, der Chemie- und Textilindustrie sowie der Landwirtschaft und der landwirtschaftlichen Verarbeitung liegt.</p>
<p><figure id="attachment_15633" aria-describedby="caption-attachment-15633" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-15633" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2.jpg" alt="" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-15633" class="wp-caption-text">China ist Tadschikistans Hauptinvestor: Hier trifft Rahmon den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang im Oktober 2018 in Duschanbe</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die tadschikischen Behörden erklären dieses Phänomen auf einfache Weise: China verfüge derzeit über große Mengen an freien Finanzmitteln, die andere Länder nicht hätten. So sagte der tadschikische Industrieminister Sarobiddin Fajsullosoda Anfang des Jahres, dass man sich heute nur noch auf chinesische Investoren verlassen könne. Westliche Unternehmen, die vor ihrer Ankunft eine Erlaubnis erhalten hatten, in der Republik zu arbeiten, seien später nicht mit der Finanzierung zurechtgekommen, so der Industrieminister.</p>
<p style="text-align: justify">Unterdessen sind einige Experten in Tadschikistan skeptisch gegenüber der Expansion chinesischer Investitionen und fordern die Behörden auf, mit diesem Thema sorgfältiger umzugehen. Die übermäßige Anziehungskraft von Investitionen aus China könne eine Bedrohung für die Unabhängigkeit kleiner Länder wie Tadschikistan darstellen, so der politische Analyst Nurali Dawlatow. Zuvor warnte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Professor Hojamchmad Umarow, zu hohes chinesisches Kapital könne die nationale Sicherheit und Integrität des Landes bedrohen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie geht es weiter?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Experten erkennen zwar die Anstrengungen der Regierung, um die Investitionsattraktivität des Landes zu verbessern.<em> „Auf der anderen Seite bleiben aber die Hauptprobleme, mit denen Investoren in Tadschikistan konfrontiert sind, ungelöst: Korruption, Vetternwirtschaft in relativ profitablen Marktnischen und administrative Barrieren seitens der Beamten&#8220;,</em> so der Ökonom Subchon Chodijew. Ohne die Beseitigung dieser Probleme würde es schwierig werden, bedeutende Investitionen anzuziehen und diese auch zu behalten.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Jeder Investor, wird, zusammen mit den Vorteilen und den rechtlichen Nuancen, die reale Situation der ausländischen Unternehmen im Land analysieren. Wenn er zum Beispiel den Bau von Wasserkraftwerken plant, wird er sich fragen, wie russische und iranische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wechselrichter">Stromwechselrichter</a> (etwa bei den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kraftwerken_in_Tadschikistan">Sangtuda-Wasserkraftwerken</a> im Einsatz) laufen, wenn er in die Telekommunikationsbranche investieren will, wird er zu Megafon und Tcell gehen und fragen, wie es ihnen geht. Erst danach wird er entscheiden, ob er in Tadschikistan arbeiten will&#8220;,</em> erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Chodijew.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-weitet-energieexport-aus/"><strong>Tadschikistan weitet Energieexport aus</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Länder wie Tadschikistan müssten laut dem Analytiker Sulton Safarov in jeder Hinsicht außergewöhnliche Bedingungen schaffen, um ihre ungünstige geographische Lage auszugleichen (schwieriges bergiges Gelände, Entfernung zu den Seehäfen, Grenze zu dem politisch instabilen Afghanistan, etc.).<em> &#8222;Lasst uns nicht über die Chinesen sprechen, denn sie werden geduldig all die Mühen ertragen, um ihre letztendlichen Ziele zu erreichen. Die Europäer werden mit dem fast völlig ungeschützten Eigentum des Investors, Vetternwirtschaft, Korruption und Bürokratie, nicht lange bleiben&#8220;,</em> sagte er.</p>
<p style="text-align: justify">Der Analytiker rät den Behörden, ihre Einstellung zu Investitionen und zur Privatwirtschaft zu ändern, um auf die dringend nötigen Ressourcen zur Förderung der Wirtschaft und der Industrialisierung zählen zu können.</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20191125/pridut-li-v-tadzhikistan-evropeiskie-investitsii?tg_rhash=59df260525b319">Asia Plus</a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Hannah Riedler</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Drittel der usbekischen Städte hat keinen Zugang zur Kanalisation</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/ein-drittel-der-usbekischen-staedte-hat-keinen-zugang-zur-kanalisation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Svenja Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2019 08:46:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kanalisation]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Städte]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Usbekistan haben nur 79 von 119 St&#xE4;dten Zugang zur Kanalisation, die Regierung plant aber in die Stadtentwicklung zu investieren. Dies berichtet das Nachrichtenportal Fergana News, dessen Artikel wir aus dem russischen Original &#xFC;bersetzen. Laut dem Konzept zur Entwicklung der Urbanisierung des Landes, das im Juli vom Ministerium f&#xFC;r Wirtschaft und Industrie ver&#xF6;ffentlicht wurde, sind [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ein-drittel-der-usbekischen-staedte-hat-keinen-zugang-zur-kanalisation/">Ein Drittel der usbekischen Städte hat keinen Zugang zur Kanalisation</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Usbekistan haben nur 79 von 119 Städten Zugang zur Kanalisation, die Regierung plant aber in die Stadtentwicklung zu investieren. Dies berichtet das <a href="https://fergana.agency/news/108874/">Nachrichtenportal Fergana News</a>, dessen Artikel wir aus dem russischen Original übersetzen. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Konzept zur Entwicklung der Urbanisierung des Landes, das im Juli vom Ministerium für Wirtschaft und Industrie veröffentlicht wurde, sind 64 der usbekischen Stadtbevölkerung an die Wasserversorgung angeschlossen, aber nur 25 Prozent verfügen über Warmwasser und 20 Prozent über Zugang zum Heizungssystem. Gas steht 55 Prozent der Bürger zur Verfügung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die hälfte der Bevölkerung in Städten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Heute leben 16,8 Millionen Menschen in den Städten Usbekistans. Das entspricht etwa 50,5 Prozent der Bevölkerung des Landes. Laut UN-Statistik liegt die Republik bei diesem Indikator auf Platz 155 unter 233 Ländern weltweit. Die Basis des Städtenetzes des Landes bilden kleine und mittlere Städte (etwa 85 Prozent der Gesamtzahl der Städte).</p>
<p style="text-align: justify">Die Gesamtfläche des Wohnungsbestandes in Usbekistan beträgt 521 Millionen Quadratmeter, darunter 266 Millionen Quadratmeter städtischer Wohnungsbestand. Fast 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und mehr als 85% der Industrieproduktion entfallen auf Städte. Die meisten Menschen arbeiten im Dienstleistungssektor.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Urbanisierung beschleunigen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> sagte zu Beginn des Jahres, dass es notwendig sei, den Prozess der Urbanisierung im Land zu beschleunigen. Es wurde eine Agentur für Urbanisierung gegründet, die dem Ministerium für Wirtschaft und Industrie untersteht. Die Regierung verpflichtete sich, neue Gebäude für Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen erschwinglich zu machen, damit die Bewohner von Dörfern die Möglichkeit haben, sich in komfortableren Verhältnissen niederzulassen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-die-unterschtzte-landflucht/">Usbekistan &#8211; die unterschätzte Landflucht</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben der Entwicklung bestehender Städte ist geplant, das Netz der an die Großstädte angrenzenden Satellitenstädte neu zu schaffen und zu erweitern. Zu diesem Zweck wird ein Konzept für neue Eisenbahnen und Autobahnen entwickelt. Heute liegen 63,9 Prozent der Städte in unmittelbarer Nähe von Bahnhöfen. Etwa 70 Prozent haben Zugang zu Nationalstraßen, aber nur fünf Prozent haben Zugang zu Autobahnen mit internationaler Anbindung.</p>
<p style="text-align: justify">Die Behörden planen auch die Schaffung städtischer Ballungsräume. Sie werden auf der Grundlage von regionalen Zentren und der Hauptstadt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a>, sowie durch die Fusion einzelner Städte entstehen. Um die demografische Belastung Taschkents zu verringern, sollen mindestens zwei Millionenstädte im Land aufgebaut werden.</p>
<p style="text-align: right">                                                                                          <strong><a href="https://fergana.agency/news/108874/">Fergana News</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Svenja Petersen</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<item>
		<title>Usbekischer Minister: „Ohne Innovationen in der Energiebranche gibt es keine Modernisierung“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[folkee]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Apr 2018 18:17:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Energieprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der usbekische stellvertretende Minister f&#xFC;r&#xA0;innovative Entwicklung, Scherzod Schermatow, erkl&#xE4;rte vorigen Monat, dass ohne Ver&#xE4;nderungen in der Energiewirtschaft des Landes, die Entwicklung von &#x201E;intelligenten St&#xE4;dten&#x201C; nicht realisiert werden kann. Novastan &#xFC;bersetzt und ver&#xF6;ffentlicht den Artikel von Spot.uz mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Ohne innovative Ideen im Bereich der Entwicklung der Energiewirtschaft ist es unm&#xF6;glich, alle ehrgeizigen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der usbekische stellvertretende Minister für innovative Entwicklung, Scherzod Schermatow, erklärte vorigen Monat, dass ohne Veränderungen in der Energiewirtschaft des Landes, die Entwicklung von &#8222;intelligenten Städten&#8220; nicht realisiert werden kann. Novastan übersetzt und veröffentlicht den Artikel von <a href="https://www.spot.uz/ru/2018/03/14/innovations/">Spot.uz</a> mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ohne innovative Ideen im Bereich der Entwicklung der Energiewirtschaft ist es unmöglich, alle ehrgeizigen Modernisierungspläne umzusetzen, die von der Führung des Landes festgelegt werden, sagte Schermatow weiter.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/unter-der-usbekischen-sonne-wie-usbekistan-versucht-alternative-energiequellen-zu-entwickeln/">Wie Usbekistan versucht, alternative Energiequellen zu entwickeln</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Elementar gesehen zeigt diese Grafik deutlich, wie weit wir beim Stromverbrauch pro hinter vielen Nachbarländern zurückbleiben, und auch, dass wir eines der wenigen Länder der Welt sind, in denen das derzeitige Niveau viel niedriger ist als das Niveau von 1990&#8243;</em>, fügte er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify">Schermatow wies darauf hin, dass Usbekistan beim gegenwärtigen Bevölkerungswachstum und der ersten Prognosen von Spezialisten für die geplante Inbetriebnahme von Erzeugungskapazitäten, das Niveau von 1990 in diesem Bereich sogar bis 2025  nicht erreichen wird.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Ohne echte Veränderungen in diesem Bereich könnte alles Gerede über &#8218;Smart Cities&#8216;, &#8218;Industrialisierung&#8216;, &#8218;Schaffung eines günstigen Investitionsklimas&#8216;, &#8218;Informationsgesellschaft&#8216;, &#8218;Entwicklung von Unternehmertum und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen&#8216; und weiter sich als leere Phrasen erweisen,</em>&#8220; sagte der stellvertretende Minister.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wie-zulfija-mamadaliew-ihre-stadt-mit-energie-versorgt/">Usbekistan: Wie Zulfija Mamadaliew ihre Stadt mit Energie versorgt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Schermatow betonte, dass das Ministerium für innovative Entwicklung angesichts des Fehlens eines einheitlichen Energieministeriums in Usbekistan bereit sei, mit allen interessierten Marktteilnehmern (&#8222;Uzbekenergo&#8220;, &#8222;Uzgidroenergo&#8220; und NEK) gemeinsam ein konkretes Konzept für die Entwicklung der Energiewirtschaft zu entwickeln und dafür konkrete Ziele festzulegen.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Alle Experten, die diesem Thema nicht gleichgültig gegenüberstehen, sind eingeladen, sich an den Aktivitäten der gemeinsamen Arbeitsgruppe zu beteiligen</em>&#8222;, sagte er.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Im russischen Original auf <a href="https://www.spot.uz/ru/2018/03/14/innovations/">Spot.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Folke Eikmeier</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<title>Osch hat alles – sogar einen FIFA-Stützpunkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Tack]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2018 20:27:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitamat Kadyrbajew]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermeister]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die s&#xFC;dkirgisische Stadt Osch ist vor allem f&#xFC;r den Konflikt bekannt, der sie 2010 ersch&#xFC;tterte. Acht Jahre sp&#xE4;ter ist sie aber in voller Entwicklung, nicht zuletzt dank der verbesserten Beziehungen mit Usbekistan. Novastan &#xFC;bersetzt das Interview der russischen Zeitung &#x201E;Rossijskaja Gaseta&#x201C; mit dem oscher B&#xFC;rgermeister Aitamat Kadyrbajew. &#xA0; Vor dem Interview stellt der B&#xFC;rgermeister seine [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die südkirgisische Stadt Osch ist vor allem für den Konflikt bekannt, der sie 2010 erschütterte. Acht Jahre später ist sie aber in voller Entwicklung, nicht zuletzt dank der verbesserten Beziehungen mit Usbekistan. Novastan übersetzt </strong><strong>das <a href="https://rg.ru/2018/02/08/gorod-osh-stal-primerom-dlia-drugih-gorodov-kirgizii.html">Interview der russischen Zeitung „Rossijskaja Gaseta“</a> mit dem oscher Bürgermeister Aitamat Kadyrbajew.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Vor dem Interview stellt der Bürgermeister seine Mobiltelefone auf lautlos. Und obwohl beide Telefone während des gesamten Gesprächs unaufhörlich vibrieren, geht Aitamat Kadyrbajew doch nur ein einziges Mal ran: „<em>Grüß dich, mein Lieber! Entschuldige, bei mir ist gerade die „Rossijskaja Gaseta“, ich stehe Rede und Antwort, unter anderem zu den Projekten, an denen du und ich arbeiten. Ich ruf dich zurück und erzähl dir alles.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Das war der Gouverneur des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Andijon">Gebiets Andischon</a>, das liegt gleich nebenan in Usbekistan</em>“, erkärt Kadyrbajew. „<em>Wir sind eng befreundet, sogar unsere Familien sind es. Wir treffen uns regelmäßig beruflich und privat. Wir haben für diesen Frühling viele Pläne geschmiedet, deshalb werden wir viel Arbeit haben. Er ist ein toller Nachbar.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Die Grenzstadt Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das kirgisische Osch und das usbekische Andischan sind sehr alte Städte, die schon fast 3.000 Jahre lang Nachbarn sind. Es gab viele Hochs und Tiefs, doch in der letzten Zeit verbessern sich die Beziehungen zwischen den beiden Völkern und Städten wieder zusehends. Der Anruf des usbekischen Gouverneurs bringt denn auch eine zusätzliche positive Note in das Interview.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Beim Regierungstreffen, das kürzlich stattgefunden hat, um das Jahr 2017 auszuwerten, wurde Osch als Musterbeispiel für sozioökonomische Stadtentwicklung bezeichnet. Was hat es damit auf sich, Herr Kadyrbajew?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aitamat Kadyrbajew:</strong> Das, was wir heute haben, ist das Ergebnis der intensiven Arbeit, die in den letzten Jahren verrichtet wurde. Der Schwerpunkt lag dabei nicht nur auf der Lösung von komplexen Fragen im Bereich der Stadtentwicklung, sondern auch von auf den ersten Blick unwichtigen, alltäglichen Problemen. Gerade die Lösung dieser kleinen Fragen trägt enorm dazu bei, angenehmere Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen.</p>
<p><figure id="attachment_12704" aria-describedby="caption-attachment-12704" style="width: 1100px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12704" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160724_133553.jpg" alt="I love Osh" width="1100" height="693" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160724_133553.jpg 1100w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160724_133553-300x189.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160724_133553-768x484.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160724_133553-1024x645.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px" /><figcaption id="caption-attachment-12704" class="wp-caption-text">Das Schild &#8222;I love Osh&#8220; wurde im Frühling 2016 vor dem ikonischen Sulaiman-Too aufgestellt</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich haben wir es in sehr kurzer Zeit geschafft, Osch zum landesweiten Spitzenreiter zu machen, was die Qualität staatlicher Dienstleistungen für die Bevölkerung angeht. Aber auch bei der Entwicklung des sozialen Bereichs und in puncto <a href="http://stat.kg/ru/indeks-doveriya-naseleniya/">Vertrauen in die lokalen Behörden</a> sind wir ganz vorn. Außer­dem sind wir offiziell die sauberste Stadt in Kirgistan und das will etwas heißen. All diese Bereiche sind detailliert im Stadtentwicklungsprogramm  2017-2020 beschrieben. Wir versuchen lediglich, all diese Punkte umzusetzen, das ist das ganze Geheimnis.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Osch genoss und genießt nach wie vor viel Aufmerksamkeit vonseiten der Regierung in Bischkek. Womit hängt das zusammen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Osch ist seit jeher ein wichtiger Kreuzungspunkt der Seidenstraße. Und bis heute hat sich die Stadt ihre Rolle als eines der wichtigsten Handels- und Kultur­zentren in Zentralasien erhalten. Ihre besondere geografische Lage, ihre historische Bedeutung und ihr Status als südliche Hauptstadt des Landes, aber auch die Tatsache, dass bei uns 80 verschiedene Ethnien friedlich zusammenleben, machen Osch zu einer in dieser Form einzigartigen Stadt. Unser größter Reichtum sind natürlich die Bewohner: freundliche, offene und arbeit­same Menschen. Und die Arbeit der Regierung ist darauf ausgerichtet, das Leben der Einwohner zu verbessern und dafür alle notwendigen Bedingungen zu schaffen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/16-frauenportraets-aus-osch-kirgistan/">16 Frauenportraits aus Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nachdem Sie 2017 das zweite Mal zum Bürgermeister gewählt worden waren, versprachen Sie den Bewohnern, dass Sie sich vor allem auf die Lösung sozialer Fragen konzentrieren wollen. Was haben Sie diesbezüglich bisher schon erreichen können?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei meiner Arbeit befolge ich drei Grundprinzipien: Rechtmäßigkeit, Offenheit und Zusammenarbeit mit den Bürgern. Meinen Arbeitstag beginne ich um sechs, wenn ich die Arbeit der städtischen Behörden überprüfe. Oder ich fahre in die Wohngebiete, laufe durch die Straßen, frage die Bürger, wie es ihnen geht, welche Probleme sie haben oder wie ich helfen kann. Dann versammle ich die Leiter und verantwortlichen Personen aus den ver­schiedenen Behörden. Und genau hier weise ich dann die Verantwortlichen an, die Bitten und Forderungen der Bürger zu erfüllen. Die Verbes­serung und den Ausbau des sozialen Sektors halte ich für das Allerwichtigste.</p>
<p style="text-align: justify">Zum Beispiel haben wir bis 2014 jährlich höchstens einen Kilometer Straße saniert. Heute liegen wir schon bei etwa 10 Kilometern pro Jahr. In kürzester Zeit haben wir vier neue Brücken gebaut, durch die wir die beiden Ufer des Flusses Ak-Buura an wichtige Ausfallstraßen angeschlossen haben. In den letzten drei Jahren haben wir acht Vorschuleinrichtungen eröffnet und gleichzeitig sind neun Schulen im Bau. Außerdem ist der Bau eines neuen Krankenhauses mit 150 Betten, dessen Kosten sich auf 1,8 Mrd. Som (ca. 21. Mio Euro) belaufen, fast fertig gestellt. Es wird mit allen notwendigen medizinischen Apparaten sowie mehreren Rettungswagen ausgestattet und in der Lage sein, nicht nur Bewohner der Stadt Osch medizinisch zu betreuen, sondern auch die Bevölkerung der gesamten südlichen Region Kirgistans. Die Eröffnung des Krankenhauses ist für Juni 2018 geplant.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus wollen wir am Fluss Ak-Buura ein Podium bauen, auf dem bereits zum <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-das-kirgisische-neujahrsfest/https:/de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nouruz-Fest</a> im März Fashion-Shows, Konzerte, Volksfeste, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden sollen. Im gesamten postsowjetischen Raum gibt es keine ähnlich geartete Anlage.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hört auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-was-spricht-osch-2030/">Welche Sprache spricht Osch 2030</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Und nachdem wir auf Bitten der Bürger auf den Hauptverkehrsstraßen von Osch moderne, energiesparende LED-Laternen aufgestellt und die „alten“ Laternen in Nebenstraßen „umgesiedelt“ haben, konnten wir bis Ende 2017 einen Großteil der Straßen in unserer Stadt mit Beleuchtung versorgen. Ab 2020 wird es in Osch keine einzige Straße ohne Beleuchtung mehr geben. Ach ja, und während wir bis vor Kurzem noch jeden Frühling etwa 50.000 Blumen gepflanzt haben, waren es allein 2017 schon ganze 1,5 Mio. Blumen.</p>
<p><figure id="attachment_12705" aria-describedby="caption-attachment-12705" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12705" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944.jpg" alt="Osch Sicht vom Sulaiman Too" width="1200" height="801" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944-1024x684.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/20160709_193944-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12705" class="wp-caption-text">Osch ist mit offiziell knapp 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kirgistans</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Bis heute haben wir in Osch bereits mehr als 200 Videoüberwachungssysteme eingerichtet. Und auch im Jahr 2018 werden wir im Rahmen des Projektes „Umnyj Gorod“ (Smart City) an allen wichtigen Kreuzungen der Stadt mehr als 1500 Verkehrsüberwachungskameras installieren.</p>
<p style="text-align: justify">Und zu guter Letzt: In unserer Stadt gibt es die einzige FIFA-Akademie für die Ausbildung von Fußballnachwuchs in ganz Zentralasien. Es gibt auch ein neues Sportinternat  mit den Schwerpunkten Boxen und Gewichtheben. Im Laufe der Zeit entstand ganz im Zentrum der Stadt, um das Stadion herum, ein ganzes Sportstädtchen. Dabei erfüllt jede öffentliche, kulturelle oder Sport­einrichtung einen ganz bestimmten Zweck: den Bewohnern rund um die Uhr als Ort der Erholung und des gemeinsamen Sportes zu dienen. Und die Qualitätssicherung der Bauobjekte überwache ich höchstpersönlich.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Jahr 2018 wurde in Kirgistan zum Jahr der regionalen Entwicklung erklärt. Welche Aufgaben haben Sie sich für dieses Jahr gestellt? Welche Entwicklungsperspektiven sehen Sie?</strong></p>
<p style="text-align: justify">In erster Linie werden wir unsere Aufmerksamkeit auf die Lösung von wichtigen Problemen der Stadt richten. Gleichzeitig wollen wir die Aufgaben zu einem logischen Ende bringen, die wir uns bereits in der Vergangenheit gestellt hatten. 2018 wollen wir einerseits die Verkehrs- und soziale Infrastruktur ausbauen und andererseits das menschliche Potenzial entwickeln, Investitionen heranziehen und kleine und mittlere Unter­nehmen fördern. Was die Außenhandelsbeziehungen angeht, so setzen wir einen Schwerpunkt auf den Export.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Osch ist bereits mehr als 3.000 Jahre alt. Was wird für den Erhalt des einzigartigen kulturellen Erbes getan?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Geschichte unserer Stadt, das ist gleichzeitig die Geschichte unserer Region und unseres Volkes mit seiner Kultur und den Traditionen unserer Vorfahren. Zweifellos war und ist die wichtigste Stätte in Osch der für jeden Einwohner unseres Landes und jeden Muslim auf der Welt heilige Berg <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suleiman-Too">Sulaiman-Too</a>. Insgesamt befinden sich auf dem Territorium von Osch mehr als 100 historisch und kulturell bedeutsame Denkmäler und der Großteil von ihnen wurde vollständig restauriert und repariert. Wir laden alle herzlich ein, im Frühling das 100-jährige Jubiläum des Toktogul-Parks zu feiern, der seinerzeit von Jugendlichen der Stadt gegründet wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und was würden Sie sagen, wenn in diesem Park eine „Rossiskaja Gazeta“-Allee angelegt würde?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wir sehen uns im Frühling! Sie bringen die Birken, ich die Spaten! Ich selbst werde mindestens fünf Bäume pflanzen!</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Thema äußere Beziehungen: Osch ist Partnerstadt von Nowosibirsk und St. Petersburg. Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit? Welche russischen Städte und Regionen könnten noch Partner Ihrer Stadt werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Juni 2017 haben die Stadtverwaltungen von <a href="https://www.nzz.ch/wirtschaft/nowosibirsk-wagt-den-aufbruch-aus-der-mitte-sibiriens-ld.1329721">Nowosibirsk</a> und Osch das Arbeitsprogramm für die bilaterale Kommission für Zusammenarbeit in den Bereichen Handel und Wirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie Kultur bis zum Jahr 2020 festgelegt. Zuvor wurde bereits ein ähnliches Dokument mit der Stadtverwaltung von St. Petersburg unterschrieben. Was wir für die Zukunft wollen? Die partnerschaftlichen Beziehungen zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krasnojarsk">Krasnojarsk</a> ausbauen, denn dort arbeiten viele unserer Landsleute. Es gibt auch schon eine direkte Flugverbindung zwischen unseren Städten, der Anfang für eine echte Städte­partnerschaft ist also schon gemacht.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Mit </strong><strong>Aitamat Kadyrbajew sprach <a href="https://rg.ru/author-Dmitrij-Evlashkov/">Dmitri Jewlaschkow</a></strong><strong><br />
<a href="https://rg.ru/2018/02/08/gorod-osh-stal-primerom-dlia-drugih-gorodov-kirgizii.html">Rossijskaja Gaseta</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Florian Tack</strong></p>
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		<item>
		<title>Die Grenzstadt Osch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Sep 2017 18:38:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
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		<category><![CDATA[Interethnische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Sulejman Too]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Osch, die zweitgr&#xF6;&#xDF;te Stadt Kirgistans, liegt knapp 400 Kilometer s&#xFC;dlich von Bischkek am Rande des Ferganatals. Im Jahr 2010 machte die Stadt Schlagzeilen, als ein bewaffneter Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken in der Stadt ausbrach. Heute hat sich die Lage deutlich beruhigt und die j&#xFC;ngsten Ann&#xE4;herungen zwischen Kirgistan und Usbekistan k&#xF6;nnten viele positive Auswirkungen auf [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Die Grenzstadt Osch</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Osch, die zweitgrößte Stadt Kirgistans, liegt knapp 400 Kilometer südlich von Bischkek am Rande des Ferganatals. Im Jahr 2010 machte die Stadt Schlagzeilen, als ein bewaffneter Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken in der Stadt ausbrach. Heute hat sich die Lage deutlich beruhigt und die jüngsten Annäherungen zwischen Kirgistan und Usbekistan könnten viele positive Auswirkungen auf die Grenzstadt Osch haben. Folgende Reportage erschien im französischen Original im Magazin „<a href="https://www.garedelest.org/component/content/article/90-divers/225-gde1">Gare de l’Est</a>“. <em>   </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf dem Weg zurück nach Osch aus <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aravan,_Kyrgyzstan">Arawan</a>, einer kleinen Stadt, circa eine halbe Stunde westlich, zeigt der Taxifahrer plötzlich hinab auf einen Teich, ein paar hundert Meter weiter links: „<em>Wisst Ihr, als wir jung waren, sind wir dort oft baden gegangen. Heute geht das nicht mehr, man kommt nicht mehr durch</em>“. Tatsächlich steht ein mittelhoher Stacheldrahtzaun in stummer Zustimmung längs des Weges. Hier ist Kirgistan, drüben Usbekistan.</p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Auto braucht man nur circa zehn Minuten vom Stadtzentrum von Osch, der zweitgrößten Stadt Kirgistans, bis zum nächsten Grenzposten nach Usbekistan. Von einer Grenze war an der Stelle allerdings lange keine Rede, in der Sowjetunion war dort eine bloße Verwaltungsgrenze und erst seit dem Beginn der 1990er eine zwischenstaatliche Trennung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein kultureller Knotenpunkt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Grenzlinie steht still und unbeweglich da, die umliegenden Gebiete sind hingegen von Interaktion und grenzüberschreitenden Verbindungen geprägt. Osch ist ein Knotenpunkt mehrerer Kulturen, man kann dort stets Gespräche auf Kirgisisch, Usbekisch und auf Russisch vernehmen. Die meisten Einwohner sind zwei- oder gar dreisprachig.</p>
<p style="text-align: justify">Asis* hat vor kurzem sein Politikwissenschaftsstudium in Bischkek beendet. Seine Erfahrungen erzählt er bei einem Tee im neuen angesagten Café der Stadt. Auf der anderen Seite des Raums hält einer der Inhaber vor ungefähr 40 aufmerksamen Jugendlichen ein Seminar zu Unternehmertum. Auf die Frage, was seine Stadt ausmacht, erwähnt Asis nach kurzem Zögern die „<em>Symbiose zwischen verschiedenen Aspekten</em>“, also die sowjetische Vergangenheit, der nationale Aufbau Kirgistans, die ethnische Vielfalt und die Religion.</p>
<p style="text-align: justify">Diesen eklektischen Eindruck bekommt auch der frisch eingetroffene Reisende, der in wenigen Minuten zwischen orientalisch angehauchten <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalla_(Stadtviertel)">Mahallas</a>,</em> sowjetischen fünf-Etagen-<em><a href="http://www.dekoder.org/de/gnose/chruschtschowki-plattenbau-osterman-chruschtschow">Chruschtschowkas</a> </em>und modernen Hochhäusern wechseln kann. Insgesamt ist das Oscher Stadtbild eher flach: In der warmen Hälfte des Jahres erinnert es von oben gesehen mehr an einen mit Gebäuden durchsetzten Wald als an eine 300.000 Einwohner zählende Metropole.</p>
<p style="text-align: justify">Im Herzen davon steht der Berg Salomons, <em><a href="http://whc.unesco.org/en/list/1230">Sulejman-Too</a> </em>auf Kirgisisch. Dieses „S<em>ymbol des Friedens und der Eintracht</em>“, wie ihn die vielen Schilder über den Bushaltestellen auf Kirgisisch und auf Russisch bezeichnen, thront als wahres Stadtsymbol über dem Zentrum. Auf seiner Südflanke entdeckten Archälogen Töpfereien aus der Bronzezeit, was im Jahr 2000 die Feier von <a href="https://novastan.org/de/fact/herz-von-osch-ist-der-suleiman-too-berg-an-dem-sowjetische-und-russische-archaologen-spuren-von-siedlungen-aus-der-bronzezeit-fanden/">3000 Jahren Stadtgeschichte</a> veranlasste. Bis heute ist Osch voll mit „Osch-3000“ Zeichen in allen Größen und Variationen, eine ständige Erinnerung an das Erbe der „südlichen Hauptstadt Kirgistans“. Die aktuelle Hauptstadt Bischkek ist <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-festung-pischpek-spaziergang-in-die-vergangenheit-bischkeks/">kaum 200 Jahre alt</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-festung-pischpek-spaziergang-in-die-vergangenheit-bischkeks/"><strong>Die Festung Pischpek – Spaziergang in die Vergangenheit Bischkeks</strong></a></p>
<p><figure id="attachment_10635" aria-describedby="caption-attachment-10635" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10635" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/71-1024x576.jpg" alt="Lenin Statue Osch Kirgistan" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/71-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/71-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/71-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/71-1300x731.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10635" class="wp-caption-text">Eine Lenin-Statue steht noch auf dem Platz vor dem oscher Bürgermeisteramt</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Vielfalt der Stadt ist das Ergebnis dieser langen Geschichte. Osch wurde <a href="https://novastan.org/de/fact/dabei-sind-viele-grenzen-innerhalb-zentralasien-bis-heute-umstritten/">1936</a> Teil der Sozialistischen Sowjetrepublik Kirgistan, als diese gegründet wurde. Entsprechend den nationalen und wirtschaftlichen Logiken der sowjetischen Territorialpolitik sollte der Süden der neuen Republik mit einem urbanen Zentrum versehen werden, während der Großteil der kirgisischen Bevölkerung eher in den ländlichen Bereichen rund um die Städte wohnte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Grenzstadt vor geschlossenem Zaun</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Sowjetunion war Osch ein Handelszentrum zwischen dem städtischen Handwerk und der Industrie einerseits und der ländlichen Wirtschaft der Region andererseits. In der Zeit wuchs auch die kirgisische Bevölkerung der Stadt, während die ethnische Vielfalt in der Sowjetunion im Namen der Völkerfreundschaft zelebriert wurde. Der Austausch mit dem benachbarten Usbekistan blieb auch sehr aktiv, selbst in den Jahren nach dem ersten „interethnischen“ Konflikt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Osh_riots_(1990)">im Sommer 1990</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Zehn Jahre nach dem Ende der Sowjetunion schloss Usbekistan allerdings die Grenze, die in den ersten Jahren der Unabhängigkeit eher frei passierbar war. Diese in Taschkent getroffene Entscheidung fiel zu Lasten der Lokalbevölkerung und vor allem der Einwohner der Grenzdörfer. Für die Oscher Bevölkerung, etwa zur Hälfte usbekischer <em>Nationalität</em> (im sowjetischen Sinne als Herkunft oder Ethnie), bedeutete die Schließung einen Bruch von wirtschaftlichen und familiären Beziehungen.</p>
<p style="text-align: justify">Asis hat entfernte Verwandte in Taschkent und erinnert sich noch an die Usbekistan-Reisen in seiner Kindheit, kurz vor der Jahrtausenwende: „<em>Es war sehr einfach durchzukommen. Man konnte hinübergehen, man musste nur seinen Pass zeigen</em>“, sagt er in einwandfreiem Englisch. Danach hat sich die Lage aber geändert: „<em>Auf unserer Seite, auf der kirgistanischen Seite, kommt man leicht durch. Aber auf der usbekistanischen Seite demütigen sie einen. Egal, wie alt du bist, ob du eine Frau oder ein Kind bist&#8230; manche der Zoll- und Grenzbeamten sind wirklich gemein</em>“. Zuletzt war er 2012 in Taschkent. Asis und seine Familie verbrachten damals gut fünf Stunden in der sengenden Hitze des Dostuk/Dostlyk (<em>Freundschaft</em>, je auf kirgisisch und usbekisch) Grenzübergangs.</p>
<p style="text-align: justify">Selbst während des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_S%C3%BCdkirgisistan_2010">Ereignisse im Juni 2010</a>, als sich Kirgisen und Usbeken in Südkirgistan in einem bewaffeneten Konflikt gegenüberstanden, öffnete Usbekistan erst spät seine Grenze für die circa hunderttausend usbekischen Flüchtlinge. In dieser politisch sehr instabilen Lage entfachte sich der Konflikt an einer Schlägerei zwischen jungen Kirgisen und Usbeken; dieser Funke ließ gezielte oder gar organisierte interethnische Gewalt aufflammen. Zwei Monate nach dem Sturz des zweiten Präsidenten Kirgistans Kurmanbek Bakijew verursachte der „Krieg“, wie man ihn heute oft nennt, laut dem <a href="http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/Full_Report_490.pdf">Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission</a> 470 Todesopfer und Schäden an etwa 2800 Gebäuden.</p>
<p><figure id="attachment_10634" aria-describedby="caption-attachment-10634" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10634" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/41-1024x576.jpg" alt="Osch 2010 Unruhen Spuren" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/41-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/41-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/41-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/41-1300x731.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10634" class="wp-caption-text">Im Laufe der Unruhen 2010 wurden viele Gebäude nach Herkunft der Einwohner markiert, wie an manchen wenigen Orten noch zu erkennen ist.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Asis stammt aus einer usbekischen Familie. Im Sommer 2010 kam er gerade von einem Jahr Schüleraustausch in den Vereinigten Staaten zurück nach Osch. Sein Viertel gehört zu einem wohlhabenden und gemischten Teil der Stadt und wurde von der Gewalt nicht getroffen. Die Schüsse waren aber auch von dort zu hören. „<em>Klar gab es etwas Hass – das ist eine natürliche Reaktion – und Schmerz. Aber wie dem auch sei, wenn man die Situation analysiert, sieht man, dass es nicht an zwei verhassten ethnischen Gruppen lag. Es gab komplexere Faktoren, wie das politische Vakuum, die Folgen der Wirtschaftskrise und natürlich hatten auch manche Gruppen ein Interesse an der Instabilität.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Business und Medien zur Besänftigung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Sieben Jahre nach den Ereignissen beschreiben viele die Lage als entspannter und sehen Verbesserungen im städtischen Leben. Azamat* studiert juristische Expertise an der Oscher Staatlichen Universität. In den Jahren nach 2010 hat er beobachtet, wie sich die Stimmung beruhigt hat. Er erzählt, wie noch vor zehn Jahren Diebstähle an den Ständen usbekischer oder chinesischer Händler häufig vorkamen und ungestraft blieben. Heute hört man kaum noch von solchen Vorfällen, eine  Folge des Schocks von 2010: „<em>Nach 2010 hat man gemerkt, dass [die Spannungen] zu offenen Konflikten führen können, dass Leute dabei umkommen können. Jetzt achtet man mehr [auf die Beziehungen zwischen den Gemeinschaften] und man versucht, auf die Psychologie der Menschen einzuwirken</em>“, erklärt er.</p>
<p style="text-align: justify">Sogar die Vorurteile und der Groll zwischen Kirgisen und Usbeken scheinen sich zu verringern. Azamat sieht darin das Ergebnis vom positiven Einfluss von Radio und Fernsehen, wo für mehr Toleranz geworben wird: „<em>Ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie meine Mutter immer gegen die Usbeken schimpfte, jetzt hat sie ganz damit aufgehört. Das liegt eindeutig am Einfluss der Medien</em>“.</p>
<p><figure id="attachment_10637" aria-describedby="caption-attachment-10637" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10637" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/11-1024x576.jpg" alt="Malerei Osch Straßenkunst Manas Aitmatow" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/11-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/11-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/11-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/11-1300x731.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10637" class="wp-caption-text">Eine Malerei in der Innenstadt zeigt Symbole der kirgisischen Kultur: Links eine Abbildung von Osch, der Volksheld Manas in der Mitte und rechts Tschingis Aitmatow</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Eines dieser Medien ist die <a href="http://yntymak.kg/">Mediengruppe <em>Yntymak</em></a> (Eintracht, Harmonie auf Kirgisisch), die auf Kirgisisch, Usbekisch und Russisch über Südkirgistan berichtet. Dieses Radio-, Fernseh- und Zeitungsprojekt wurde nach den Ereignissen von 2010 mit Unterstützung der kirgistanischen Regierung und Finanzierung der US-Amerikanischen Kooperationsagentur <a href="https://www.usaid.gov/kyrgyz-republic">USAID</a> ins Leben gerufen. Es bietet Raum für den Ausdruck der usbekischen Kultur und vor allem der Sprache, die nach 2010 fast gänzlich aus der Oscher Öffentlichkeit verschwunden ist. Das Team von <em>Yntymak </em>versammelt Journalisten verschiedener Nationalitäten, die daran arbeiten, aus dem Projekt eines der führenden zentralasiatischen Medienhäuser zu machen.</p>
<p style="text-align: justify">Danijar Sadijew, der Generaldirektor von <em>Yntymak, </em>sieht im Business den wichtigsten Friedensfaktor für die Stadt: „<em>Wenn das Business sich hier entwickelt und das Geld fließt, denke ich nicht, dass sich Konflikte entwickeln können. Wie man sagt, das Geld liebt die Ruhe.</em>“ Die Ereignisse im Juni 2010 waren nicht zuletzt auch ein wirtschaftlicher Schock für Osch und haben viele Unternehmen aus der Stadt getrieben. Unter dem Impuls kleiner und mittelgroßer Unternehmen erholt sich die Lokalwirtschaft nun allmählich wieder. Es ist das Werk der Einwohner, die selbst an der Verbesserung ihrer Lebensumstände arbeiten. Mehrere innovative Unternehmen wurden durch junge Menschen gegründet, die mit neuen Erfahrungen aus dem Ausland zurückgekehrt sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Migration als Chance</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch ein Großteil der finanziellen Ressourcen in Osch kommt aus dem Ausland. Die Rückzahlungen von Arbeitsmigranten machen <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS">ein knappes Drittel</a> des Kirgisischen BIPs aus. Unter Fremdsprachenstudenten sind Arbeitsaufenthalte in Europa und vor allem in Deutschland sehr angesagt. Aber in diesem Phänomen sieht Sadijew eher einen Mehrwert, als ein <em>Brain-Drain</em>-Risiko: „<em>In Südkirgistan ist die Familie ein sehr wichtiger Wert. Die, die ins Ausland ziehen, kehren meist irgendwann zurück. Und sie kommen mit Gepäck, mit ihrem neuen Wissen und ihren Kompetenzen.</em>“</p>
<p><figure id="attachment_10636" aria-describedby="caption-attachment-10636" style="width: 894px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10636" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51-894x1024.jpg" alt="Werbetafel Osch Arbeit Russland Migration" width="894" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51-894x1024.jpg 894w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51-262x300.jpg 262w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51-768x880.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51-1300x1489.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/51.jpg 1404w" sizes="auto, (max-width: 894px) 100vw, 894px" /><figcaption id="caption-attachment-10636" class="wp-caption-text">&#8222;Wir finden Arbeit&#8220; &#8211; eine Werbetafel in Osch bietet Arbeitsvermittlung nach Russland an</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">So geht es auch Asis. Als jüngster Sohn in seiner Familie ist er für die Pflege seiner Eltern zuständig und wird bei ihnen in Osch bleiben müssen. Für seine berufliche Zukunft hat er einige Geschäftsideen, besonders im Tourismusbereich, wo er seine Englischkenntnisse nutzen könnte. Azamat würde hingegen keine Sekunde zögern, wenn er die Möglichkeit hätte, in Europa zu leben: „<em>Es ist einfach, im Ausland zu leben. Ich habe gesehen, wie die Menschen in Deutschland leben: Wenn Du eine Arbeit hast, wenn dein Kopf es tut, lebst du gut.</em>“ Er lernt seit mehreren Jahren Deutsch und hat schon einen Sommer mit einem Ferienjob in Norddeutschland verbracht. „<em>Hier musst Du dich anstrengen, um zu überleben</em>“, fügt er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/16-frauenportraets-aus-osch-kirgistan/">16 Frauenporträts aus Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der geistige Horizont der meisten Bewohner von Osch reicht weit über Zentralasien und die Grenze zu Usbekistan. In der Sowjetunion konnten viele innerhalb des sowjetischen Blocks verreisen: Unzählige Taxifahrer können von ihrem Militärdienst in Osteuropa erzählen.</p>
<p style="text-align: justify">Heute schleicht sich die Globalisierung in die Straßen der Metropole. Sie zeigt sich durch die Plastiktaschen mit dem alten Logo der britischen Supermarktkette „Morrisons“, aber auch durch die Eröffnung des ersten Cafés im Stil der amerikanischen <em>Coffee Culture</em> im Mai 2016 und des ersten <em>Korea-Mania </em>Geschäfts im Zentrum ein paar Monate später. Zahlreiche chinesische Geschäftsleute und pakistanische Studenten bilden weitere Gemeinschaften, die zur Vielfalt der Stadt beitragen. Und diese Vielfalt versucht die Stadt nun besser zu vermarkten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-ferganatal-in-hundert-tnen/">Das Ferganatal in hundert Tönen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Akmaral Satinbajewa ist die Direktorin von  <em><a href="http://youthofosh.kg/">Youth of Osh</a></em>, eine NGO, die sich für eine bessere Einbindung der Jugend in das öffentliche Leben in Osch und in Kirgistan einsetzt. Die Organisation ist Teil einer Arbeitsgruppe für die Entwicklung des <em>brandings </em>der Stadt. <em>„[Osch] ist einzigartig, aber man muss es erst entdecken, darüber reden</em>“, meint sie. Statt sich auf einen Aspekt zu konzentrieren, hat sich die Arbeitsgruppe dazu entschieden, mehrere Qualitäten der Stadt in den Vordergrund zu stellen: das historische Erbe rund um den Sulejman-Too, die kulturelle Vielfalt von Osch, seine <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-kunst-saimaluu-tash-aus-osch/">Handwerkskunst</a> und seine Gastronomie. Der nationale und internationale Tourismus gehört zu den vielversprechenden Wirtschaftsbereichen.</p>
<p style="text-align: justify">Wie zum Ende der 1990er könnten nun politische Entwicklungen in Usbekistan einen direkten Einfluss auf die Entwicklung der Metropole haben. Nach dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-prsident-islam-karimow-ist-tot/">Tod des ersten Präsidenten</a> Islam Karimow im September 2016 wird die Machtübernahme seines ehemaligen Premierministers <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> von einer neuen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">Annäherungspolitik</a> begleitet. Auf den Besuch einer kirgisischen Delegation im usbekischen Andischon im Herbst 2016 folgte einen Monat später der Empfang einer usbekischen Delegation mit großem Pomp.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Grenzenlose Entwicklungsmöglichkeiten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zwischenstaatliche Beziehungen lassen sich nicht in ein paar Monaten flicken und manche grenzüberschreitende Initiativen leiden noch an administrativer Schwere. So konnte im April der Besuch einer kleinen Delegation der Oscher Universität zu einem linguistischen Seminar in Andischon nicht stattfinden, da die Andischoner Universität die benötigte Erlaubnis nicht rechtzeitig erhalten hatte.</p>
<p><figure id="attachment_10638" aria-describedby="caption-attachment-10638" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10638" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/8_bis-1024x576.jpg" alt="Usbekische Delegation Osch 2016 Besuch" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/8_bis-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/8_bis-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/8_bis-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/8_bis-1300x731.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10638" class="wp-caption-text">Auf dem Besuch einer usbekischen Delegation in Osch im Oktober 2016</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Trotz der kleinen Hürden hat sich die Lage um die Grenze deutlich verbessert. Der Grenzübergang bei <em>Dostuk </em>wurde für Einheimische zuerst leicht vereinfacht: Kirgisische Staatsbürger konnten früher nur zu manchen Familienereignissen und nur mit einem sogenannten <em>Telegram, </em>also einer Einladung, die Grenze passieren. Diese Regel wurde erst um weitere Familienfeste gelockert, seit dem 6. September können die Lokaleinwohner die Grenze nun wieder ganz <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-uzbekistan-major-border-checkpoint-reopened/28720427.html">frei passieren</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/verbesserungen-im-kirgisisch-usbekischen-grenzkonflikt/">Bestimmung des Grenzverlaufs</a> ist deutlich vorangekommen. Nach fast einem Jahr Verhandlungsrunden zwischen Delegationen beider Länder wurde bei <a href="http://www.eurasianet.org/node/85051">Mirsijojews Staatsbesuch</a> in Bischkek Anfang September ein Vertrag unterschrieben, der 85 Prozent der zuvor umstrittenen Grenzabschnitte festlegt.</p>
<p style="text-align: justify">Auf lokaler Ebene kann diese Grenzöffnung viele positive Effekte mit sich bringen. Ob durch die Versammlung von zuvor getrennten Familien oder den Ersatz des Schmuggels durch einen offiziellen Handel über die Grenze – die Folgen sind schnell zu erkennen. Die Öffnung der internationalen Grenze kann zudem auch Auswirkungen auf die geistigen Grenzen zwischen den Oscher Gemeinschaften haben. Laut Sadijew, dem Generaldirektor von <em>Yntymak</em>, bietet die Öffnung der Grenze „<em>eine Chance für das Business. Dadurch können die Menschen hier ihre Familien besuchen und ihre Familienmitglieder können uns besuchen. Osch war eigentlich immer friedlich. Diese Konflikte haben begonnen, als man angefangen hat, die Vorhänge zuzuziehen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Ohne die Stacheldrahtvorhänge, die es vom benachbahrten Usbekistan trennen, könnte Osch sich wieder als wirtschaftlicher und kultureller Knotenpunkt des Ferganatals etablieren. So beschreibt jedenfalls Sadijew seine idyllische Vision für die Stadt in fünf Jahren: „<em>Die Szene würde sich vor dem Hintergrund des Sulejman-Too abspielen. Ich sehe einen Handelsplatz, der viele Menschen unterschiedlicher Herkünfte versammelt, darunter auch Touristen. Und ich stelle mir dort eine Tschaichana vor – denn ich hoffe, dass diese traditionellen Aspekte bleiben – in der Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Nationalitäten rund um einen Tee diskutieren. So könnte Osch in fünf Jahren aussehen: frühlingshaft und voller Ausstrahlung.</em>“</p>
<p style="text-align: right"><strong>Florian Coppenrath<br />
Mitgründer von Novastan.org</strong></p>
<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst im französischen Original in der 7. Ausgabe des Magazins &#8222;<a href="https://www.garedelest.org/component/content/article/90-divers/225-gde1">Gare de l&#8217;Est</a>&#8222;, hier in aktualisierter Version.</em></p>
<p>*Die Namen wurden geändert</p>
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		<title>Zentralasien 2030: Tourismusperspektiven</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2017 04:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Zentralasien 2030&#8220; ist ein internationales Podcast-Projekt, bei dem sich StudentInnen aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan un Usbekistan in Radiobeitr&#228;gen mit der Zukunft ihrer Region befassen. In dieser Folge erz&#228;hlen Bobomurod und Nurgul vom Tourismuspotenzial in der Region. [soundcloud url=&#8220;https://api.soundcloud.com/tracks/322550574&#8243; params=&#8220;auto_play=false&#38;hide_related=false&#38;show_comments=true&#38;show_user=true&#38;show_reposts=false&#38;visual=true&#8220; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;450&#8243; iframe=&#8220;true&#8220; /] Der Tourismus ist ein unverzichtbarer Teil jeder Wirtschaft. Bei einer Umfrage unter [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>„<a href="https://novastan.org/de/novastan/podcast-workshop-zentralasien-2030-in-almaty/">Zentralasien 2030</a>“ ist ein internationales Podcast-Projekt, bei dem sich StudentInnen aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan un Usbekistan in Radiobeiträgen mit der Zukunft ihrer Region befassen. In dieser Folge erzählen Bobomurod und Nurgul vom Tourismuspotenzial in der Region.<br />
</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">[soundcloud url=&#8220;https://api.soundcloud.com/tracks/322550574&#8243; params=&#8220;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;visual=true&#8220; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;450&#8243; iframe=&#8220;true&#8220; /]</p>
<p style="text-align: justify">Der Tourismus ist ein unverzichtbarer Teil jeder Wirtschaft. Bei einer Umfrage unter Einwohnern und Touristen in Almaty wurden vor allem die Probleme und möglichen Veränderungen des Tourismus in Kasachstan und in ganz Zentralasien gesprochen:</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Ich meine zuerst muss die Infrastruktur verbessert werden, zumindest müssen neue und modern Hotels aufgebaut werden, die miteinander konkurrieren können. Heutzutage sind die Hotels in Almaty nicht wettbewerbsfähig. Hinzu kommt auch die Sauberkeit der Stadt. Ich meine, die lokalen Menschen sollten nicht überall ihren Müll auf die Straße werfen</em>“, beklagt sich ein Einwohner Almatys.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Visa- und Sprachprobleme</strong></p>
<p style="text-align: justify">Touristen bemerken die Schwierigkeiten aus erster Hand: „<em>Es ist natürlich kompliziert, ein Visum für Kasachstan zu bekommen. Es wäre besser, wenn der Visumsprozess erleichtert und vereinfacht würde.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-erweitert-visumfreiheit-auf-37-staaten/">Kasachstan erweiter Visumsfreiheit auf 37 Staaten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es ist fast unmöglich, in Almaty eine Touristeninformation zu finden. Außerdem kann man mit der Bevölkerung und mit den Bus- und Taxifahrern kaum kommunizieren. Es wäre besser, wenn das Problem mit dem kyrillischen Aphabet gelöst wird, weil nicht alle diese Schrift lesen können.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Diese Aussagen zeigen, dass die Region Zentralasien, vor allem Kasachstan, entschiedene Probleme bei der Entwicklung des Tourismus haben. Zemfira Nasirowa, Spezialistin in der Tourismusagentur „Today Travel“ in Almaty, erläutert ihre Meinungen zu dieser Frage. Sie schätzt das touristische Potenzial in Zentralasien:</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wofür brauchen wir überhaupt Tourismus? Seine wichtigste Rolle ist die wirtschaftliche Entwicklung von Zentralasien. Außerdem ist Tourismus ein Werbemittel, um unsere Region attraktiver zu machen. Ausländer haben sonst keine Vorstellung von Kasachstan und der ganzen Region.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Aber kann der Tourismus ohne die Hilfe der Regierung funktionieren? Dazu hat die Expertin eine ernste Einstellung. Einzelpersonen oder Agenturen können ohne staatliche Zuschüsse nicht überleben.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Diese Frage wird immer aktueller, weil sich nicht alle Menschen in unserem Land selbst finanzieren können, um die Tourismusegmente und –regionen zu entwickeln. Hier wird die Rolle des Staats deutlich, weil wir selbst ohne die Hilfe der Regierung keine Reiseagenturen gründen können.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Touristisches Potenzial</strong></p>
<p style="text-align: justify">Was die Vermarktung touristischer Produkte und das <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-staaten-zentralasiens-auf-der-suche-nach-einem-markenbild/">nationale Branding</a> betrifft, reagiert Nasirowa kritisch:</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Damit die Länder ihr touristisches Potential auf dem Weltmarkt behaupten können, müssen sie zuerst einige Faktoren beachten. Zum Beispiel haben wir keinen Kurort auf weltweitem Standard, weil es keine Angebote gibt,die es nicht schon in anderen touristischen Ländern gibt. Ein weiteres Problem sind die niedrigen Sprachkenntnissen der lokalen Bewohner. Man kann kaum Stadtführer mit Englischkenntnissen finden. In den meisten Fälle sprechen die Reiseleiter auf russisch, obwohl die meisten Touristen auf Englisch sprechen und gar kein Russisch verstehen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Am Ende des Gesprächs sagt die Leiterin der Tourismusagentur ein paar Worte über das Zukunftspotenzial im Tourismussektor. Sie ist voller Optimismus für 2030.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Was die Perspektiven des Tourismus in unserer Region angeht, soll zunächst die EXPO-Austellung erwähnt werden, die viele ausländische Reisende in unsere Region anziehen wird. Kasachstan hat dank dieser Ausstellung die Chance, in der Welt bekannt zu werden. Außerdem ist es wichtig, den sogenannte Ökotourismus in unserer Region zu entwickeln, da er bei Touristen sehr gefragt ist. Und zuletzt müssen die fünf zentralasiatischen Länder durch ein gemeinsames touristisches Netz verbunden sein. Also trotz der kleinen Schwierigkeiten, gibt es zweiffellos große Perspektiven.</em>“</p>
<p style="text-align: right"><strong>Bobomurod Mukhiddinow und Nurgul Abdykerimowa</strong></p>
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		<title>Turkmenistan: Tourismusentwicklung in einem totalitären Staat?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2017 08:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan, das tief in der Wirtschaftskrise steckt, k&#xF6;nnte mit ausl&#xE4;ndischen Touristen durchaus geholfen werden. Der turkmenische Journalist Atajan Nepessow beschreibt die paradoxe Situation des Landes: Obwohl der Staat ausl&#xE4;ndische Devisen braucht und seine Wirtschaft einzig und allein auf Gas basiert, wird nichts getan, um den Tourismus zu f&#xF6;rdern. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify" align="justify"><i><b>Turkmenistan, das tief in der Wirtschaftskrise steckt, könnte mit ausländischen Touristen durchaus geholfen werden. </b></i><i><b>Der turkmenische Journalist Atajan Nepesso</b></i><i><b>w</b></i><i><b> beschreibt die paradoxe Situation des Landes</b></i><i><b>: Obwohl der Staat ausländische Devisen braucht und seine Wirtschaft einzig und allein auf Gas basiert, wird nichts getan, um den Tourismus zu fördern. </b></i><i><b>Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <a href="http://www.fergananews.com/articles/9335">Fergananews</a>. </b></i></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Ein befreundetes Pärchen aus Belgien erzählte mir kürzlich von ihrer Reise nach Marokko, mit den passenden Fotos dazu, die sie in Beduinenkleidung auf Kamelen am Gipfel einer Düne und im Suk von Marrakesch zeigten. Erfreut teilten sie mir auch ihr nächstes Reiseziel mit: Kasachstan.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Auf meine Verwunderung hin antworteten sie, dass sie nun gerne auf eine Entdeckungsreise von Zentralasien fahren würden, es ihnen aber zu kompliziert erscheint, Turkmenistan zu besuchen.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify"><b>Unzugängliche Schönheiten</b></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Folglich habe ich von meinem Geburtsland geträumt und mir vorgestellt wie sehr die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste im Frühling Europäerinnen und Europäern gefallen würde. Die Blüten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul">Saxaul</a> schmücken die Wüste mit unglaublichen Farben, in Marokko gibt es das nicht zu sehen. Ebenso habe ich daran gedacht, wie entzückt sie wohl beim Anblick der purpurnen Hügel von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kopet-Dag">Kopet-Dag</a> wären, oder wenn sie den Berg Aybovur, den unterirdischen See <a href="http://www.atlasobscura.com/places/koew-ata-underground-lake">Kow-Alta</a> oder den Gaskrater, das „<a href="http://www.atlasobscura.com/places/the-gates-of-hell">Tor zur Hölle</a>“ von Darwaza aus der Nähe sehen würden.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Doch im nächsten Augenblick stellte ich mir schon vor, wie schwierig und kostspielig eine Reise nach Turkmenistan wäre: Dokumente sammeln, das teure Touristenvisum beantragen, auf die Genehmigung Warten… Nicht zu sprechen vom Schock der derzeitigen drakonischen Regeln des Fremdenverkehrs für Menschen, die totale Bewegungsfreiheit gewohnt sind. Europäerinnen und Europäer sind es gewohnt, dass sich eine Reise nach Prag spontan um einen Besuch in Wien oder Dresden erweitern kann, wie man auch in Italien Florenz, Lucca und Siena einfach so aneinanderreihen kann.</p>
<p><figure id="attachment_8975" aria-describedby="caption-attachment-8975" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8975" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-1024x435.jpg" alt="Darwaza Turkmenistan Tourismus Tor zur Hölle" width="1024" height="435" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-768x326.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8975" class="wp-caption-text">Das &#8222;Tor zur Hölle&#8220; von Darwaza ist das Ergebnis der Explosion einer Gasreserve im Jahr 1971.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">In Turkmenistan läuft das anders. Die Strecken sind genau im Voraus geplant und können nicht verändert werden. Es besteht ein Verbot sich von der Gruppe und der zuvor festgelegten Wegstrecke zu entfernen. Es ist untersagt Menschen und Gebäude zu fotografieren, dafür könnte man der Spionage bezichtigt werden. Also stimmte ich zu, dass es sich wohl mehr auszahlen würde Kasachstan oder Usbekistan zu besuchen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Bewundernswerte Orte gibt es, Touristen leider nicht</b></p>
<p style="text-align: justify">Kurze Zeit nach diesem Skype-Gespräch, genau gesagt am 3. März, äußerte der Präsident <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-9769-der-stimmen-fuer-berdimuchammedow/">Gurbanguly Berdimuchammedow</a> bei einer Regierungssitzung seine Unzufriedenheit mit dem staatlichen Tourismuskomitee. Turkmenistan birgt historische und kulturelle Touristenattraktionen, die ganz sicher Touristen anlocken könnten, und trotzdem liegt die Entwicklung in diesem Sektor quasi bei Null. Das waren seine Worte, während er den verantwortlichen Vizepräsidenten Annageldy Garadschajew damit beauftragte diese Frage zu bearbeiten und Vorschläge zu formulieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die Kritik des Präsidenten lässt Hoffnungen aufblühen: Es ist wirklich an der Zeit den Tourismus in Turkmenistan zu fördern, allein schon um eine Lösung für die schwindenden Geldreserven zu finden. Denn Touristen wie meine belgischen Bekannten würden nicht nur Kameras und Fotoapparate mit sich bringen, sondern auch kostbare ausländische Devisen.</p>
<p style="text-align: justify">Dennoch sind trotz der Kritik des Präsidenten kaum realen Veränderungen zu erwarten. Das totalitäre System des Landes bremst jegliche Entwicklung des Massentourismus und niemand scheint bereit die Grenzen zu öffnen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Keine Infrastruktur</b></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan lag einst an der berühmten Seidenstraße. Es ist auch eine der fünf Etappen der touristischen Rundfahrt durch die fünf zentralasiatischen Staaten. Die meisten internationalen Autobusse halten vor den Überresten von Dachoguz, Kounyargentsch, Mary und Aschgabat, der turkmenischen Hauptstadt. Aber die Izmukschir-Festung, die etwa dreißig Kilometer von Dachoguz entfernt liegt, ist im Programm nicht angeführt. Es führen keine befahrbaren Straßen dorthin.</p>
<p style="text-align: justify">In den Ländern, die ich bereist habe, habe ich oftmals festgestellt, dass sich auch ein wenig anziehender Ort zu einem touristischen Ziel entwickeln kann. Einfache Naturoasen können von den Regionen genutzt werden. In Turkmenistan verfügen wir über eine einzigartige Flora, einmalige Sehenswürdigkeiten als Erbe unserer Geschichte. Sie stehen aber nur ungenutzt vor sich hin.</p>
<p><figure id="attachment_8976" aria-describedby="caption-attachment-8976" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8976" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-1024x683.jpg" alt="Aschgabat Turkmenistan Straße" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8976" class="wp-caption-text">Eine zentrale Straße in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Der See Sarkamysh, die Ufer des kaspischen Meeres, die Thermen von Bayramaly, die berühmt sind für ihre wohltuende Wirkung für die Gelenke, all diese Sehenswürdigkeiten haben das Potenzial Neugierige anzulocken. Allerdings mangelt es noch an passenden Straßen und Infrastruktur.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Auch die Küche ist eine Entdeckung wert </b></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan birgt Täler, die einer Mondlandschaft gleichen, viele attraktive Sehenswürdigkeiten für Touristen, wie die Zone von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Awaza">Awaza</a>, die am Ufer des kaspischen Meeres gelegen ist, und für die Berdimuchammedov Milliarden ausgegeben hat. Man kann dort wie in Ägypten auf Kamelen, oder gar auf Achal-Tekkinern herumgeführt werden. Aber die Tiere sind oft nicht ausreichend dressiert.</p>
<p style="text-align: justify"><b>L</b><b>est </b><b>auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-staaten-zentralasiens-auf-der-suche-nach-einem-markenbild/">Zentralasien versucht sich im Country Branding</a></b></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Der neue, einem Vogel nachempfundene Flughafen von Aschgabat kann viele Touristen empfangen, ebenso wie die vielen Sterne-Hotels in der Hauptstadt. Vielleicht zu viele, in Anbetracht ihrer extravaganten Größe.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">https://www.facebook.com/Novastan.org/videos/1124616914283768/</p>
<p style="text-align: justify">Die turkmenische Küche ist sehr vielseitig und kann die Touristen aus der ganzen Welt überzeugen. Sie bietet verzaubernde traditionelle Spezialitäten wie dem Chorek (frisches Brot, das in einem traditionellen Holzofen, einem <i>Tandyr</i>, gebacken wurde), der Dograma (eine Suppe aus Hammelfleisch mit Brot), den Börek (saftige Blätterteigtaschen). Das Land ist ebenso stolz auf seine Melonen, die ganz besonders süß schmecken.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Eine Öffnung könnte das Handwerk fördern</b></p>
<p style="text-align: justify">Ich erinnere mich wieder an die Reiseerzählungen meiner belgischen Freunde, an ihre Begeisterung in Anbetracht der Suks, dem Feilschen, der Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung, die ihre Preise zum Willkommen senken. Die Händler in Turkmenistan wären genauso zu einem solchen Handel fähig, und wie!</p>
<p style="text-align: justify">Wir haben auch genügend Souvenirs zu verkaufen. Selbst ein besonders sparsamer Mensch würde vor einem handgewebten turkmenischen Teppich Halt machen. Natürlich gibt es auch weniger kostspielige Angebote, wie kleinere Teppiche, Handtaschen, Geldtaschen, Handyschoner, alle natürlich handwerklich gefertigt. Gibt es etwas „zentralasiatischeres“ als ein Mauspad mit original turkmenischen Mustern?</p>
<p><figure id="attachment_8546" aria-describedby="caption-attachment-8546" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8546" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-1024x768.jpg" alt="Basar Aschgabat Turkmenistan" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-800x600.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8546" class="wp-caption-text">Der russische Basar in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Jeans oder T-Shirts aus reiner Baumwolle, Produkte aus Schafswolle, die bekannten Marken in Qualität und Preis um nichts nachstehen, werden in den Geschäften der Hauptstadt verkauft. Turkmenische Cognacs oder Weine haben ebenfalls einige Auszeichnungen erhalten.</p>
<p style="text-align: justify">Der Tourismus würde vor allem auch der Bevölkerung Arbeitsplätze verschaffen. Nehmen wir die tollen gestrickten Socken, die <i>D</i><i>sch</i><i>oraby</i>, als Beispiel. Die turkmenischen Frauen können unterschiedlichste Modelle davon anfertigen. Die Männer könnten sich ein kleines Einkommen erarbeiten, indem sie die nationalen Kopfbedeckungen, die <i>Telpek</i>, eine warme Kappe aus Schaffell, oder Halsketten, Armbänder, Silberblättchen und anderen typisch turkmenischen Schmuck verkaufen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Im Durchschnitt geben Touristen 40 US-Dollar aus</b></p>
<p style="text-align: justify">Das touristische Potenzial Turkmenistans ist also enorm, aber ganz und gar nicht ausgelastet. Die nationalen Medien verlautbaren, dass der Gesamtgewinn der Aktivitäten in Verbindung mit dem staatlichen Tourismusausschuss im Januar und Februar 2017 4.8 Millionen Manat betrug (1,37 Millionen US-Dollar nach offiziellem Kurs). In dem Zeitraum wurden 17 000 Touristen gezählt, die meisten davon aber selbst Turkmenen, nicht ausländische Reisende. Die Zahlen sind auch so nichtssagend, selbst in der Regierung wird ihnen kaum Glauben geschenkt. Die Beamten wissen, dass sie nur allzu leicht verschönert, aufgebauscht, aufgebessert oder sogar verwendet werden können, um etwas anderes zu verstecken.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-913-genehmigte-visaantrge-in-2015/">Turkmenistan – 913 genehmigte Visaanträge im Jahr 2015</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Heutzutage gibt es zwei Dollarkurse für den Manat, die turkmenische Währung: den offiziellen und den Schwarzmarkkurs. Der Unterschied ist deutlich: In einer Bank erhält man für einen US-Dollar 3,5 Manat, auf der Straße 7,2 Manat. Die meisten Geldwechselgeschäfte finden also nicht in den Banken statt, sondern auf der Straße. Das führt dazu, dass das Tourismuskomitee in zwei Monaten 685 000 US-Dollar dazuverdient hat, also nur circa 40 US-Dollar pro Tourist. Das ist nicht viel, betrachtet man das große Potenzial und die Möglichkeiten in Turkmenistan.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Georgien als ortsnahes Beispiel für Erfolg im Tourismus</b></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Hättest du gedacht, dass Georgien in einem Monat mehr als 850 000 ausländische Touristen empfangen hat?</em>“, sagte mein belgischer Freund erstaunt, während er die Zeitung las. „<em>Überlege einmal, wie viel Geld die ausgegeben haben, Millionen!</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Was die touristischen Möglichkeiten angeht, könnte Turkmenistan einem Vergleich mit dem kleinen Georgien auf alle Fälle standhalten. Das zeigt auch, dass die Entwicklung des Tourismussektors die Staatskassen gut füllen könnte. Nicht nur das: Sie könnte auch andere Sektoren wie die Teppichproduktion, die Textilindustrie oder die Nahrungsmittelindustrie, sowie die Landwirtschaft, den Dienstleistungssektor, das Unternehmertum und das Handwerk fördern.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Die Regierung blockiert mögliche Verbesserungen</b></p>
<p style="text-align: justify">Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Tourismus Turkmenistan aus der wirtschaftlichen Krise verhelfen könnte. Allerdings bräuchte es eine mutige Staatsspitze, die richtungsändernde Entscheidungen fällt. Vor allem Präsident Berdimuchammedow ist hierbei gefragt, denn er ist der Gott, der Kaiser, der Held und autoritäre „Vater“ aller Turkmenen. Es kann nur das bewerkstelligt werden, was er entscheidet. Oder, wie es die Turkmenen formulieren: Wenn er Wohlwollen walten lässt, gibt es Sommer, wenn nicht, setzt sich der Winter fort.</p>
<p><figure id="attachment_8977" aria-describedby="caption-attachment-8977" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8977" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35.jpeg" alt="Porträt Gurbanguly Berdimuchammedow" width="600" height="400" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35-128x86.jpeg 128w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-8977" class="wp-caption-text">Ein Porträt des Präsidenten Gurbanguly Berdimuchammedow</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Berdimuchammedow erwartet viele Einnahmen vom Tourismussektor. Doch au<span lang="de-DE">ß</span><span lang="fr-FR">er Konten mag Geld auch Bewegungsfreiheit. Deshalb muss der Präsident Turkmenistan zu einem freien Land für Touristen machen und den Tourismus von seinen Fesseln befreien. </span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-untergang-des-zweiten-kuweit-ernaehrungskrise-in-turkmenistan/">Der Untergang des zweiten Kuweit &#8211; Turkmenistan in der Ernährungskrise</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Zur Zeit wird noch jede einzelne Abteilung, also der Staatsausschuss für Tourismus <span lang="fr-FR">genauso</span> wie das Außen-, das Innenministerium und <span lang="fr-FR">d</span><span lang="fr-FR">ie</span> für die Staatssicherheit und die Immigration zuständige <span lang="fr-FR">Behörde </span>von einem „großen Bruder“ überwacht, der genau nach den Instruktionen von ganz oben vorschreibt, was zu tun ist. Jener entscheidet auch über die Menschen, die das Land bereisen dürfen. Die Ablehnungen werden auf hinterhältige Weise mit bürokratischem Geschick vollzogen, indem die Prüfungsdauer eines Antrags bis ins Unendliche verschoben wird. Alle Verbote und Beschränkungen zielen darauf hin, dass Touristen keine Visa erhalten.</p>
<p style="text-align: justify"><b><span lang="fr-FR">Es ist </span>Zeit für andere Maßnahmen</b></p>
<p style="text-align: justify">Ausgehend von diesen Tatsachen, habe ich eine Liste von Maßnahmen erstellt, die <span lang="fr-FR">der </span>Vize-Präsident <span lang="fr-FR">Garad</span><span lang="fr-FR">sch</span><span lang="fr-FR">a</span><span lang="fr-FR">j</span><span lang="fr-FR">e</span><span lang="fr-FR">w</span> vorlegen könnte, um die Lage zu verbessern. An erster Stelle steht eine Politik der Grenzöffnung und damit einhergehend ein Meinungswandel gegenüber Fremden, denn nicht jeder Reisende ist ein Spion, ein Eindringling, der nur schlechte Nachrichten verbreiten möchte.</p>
<p style="text-align: justify">Ebenso müssen die Visaverfahren für ausländische Touristen vereinfacht oder gar beseitigt werden, wie dies beispielsweise in Georgien gemacht wurde (und <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-visafreiheit-um-vier-jahre-verzoegert/">auch teilweise in Usbekistan</a>).</p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan sollte dem guten Beispiel von Staaten wie der Türkei oder Ägypten folgen, und die Aufenthaltsbedingungen für ausländische Reisende lockern. <span lang="fr-FR">Vor allem sollten </span>nicht <span lang="fr-FR">alle </span>Touristen von Mitgliedern des Staatssicherheitsapparates <span lang="fr-FR">verfolg</span><span lang="fr-FR">t werden</span>.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Umwandlung von Verwaltungsapparat und Tourismussektor</b></p>
<p style="text-align: justify">Auf <span lang="fr-FR">der </span>Verwaltungsebene müsste das Sekretariat für Immigration <span lang="fr-FR">aufgelöst </span>werden und seine <span lang="fr-FR">Kompetenz</span><span lang="fr-FR">en </span>der Polizei übergeben werden. Dies würde einerseits Geld sparen und andererseits die größten Hindernisse der Tourismus-Entwicklung in Turkmenistan beseitigen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-massenentlassungen-von-arbeitenden-rentnern/">Turkmenistan – Massenentlassungen von arbeitenden Rentnern</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Die <span lang="fr-FR">Anstellungs- und </span>Ausbildung<span lang="fr-FR">smethoden </span> von <span lang="fr-FR">Tourismusfachkräften </span>müssen verändert werden, damit sie das Publikum in mehreren Sprachen auf die bis dahin verborgenen Schätze aufmerksam machen können.</p>
<p><figure id="attachment_7554" aria-describedby="caption-attachment-7554" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7554" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-1024x685.jpg" alt="Statur Nijasow Aschgabat" width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7554" class="wp-caption-text">Eine Statue von Saparmurat Nijasow in Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Auch wenn dies idealistisch klingen mag, müssen wir<span lang="fr-FR"> den Tourismus von </span>Korruption, Vetternwirtschaft und zweifelhafte<span lang="fr-FR">n</span> <span lang="fr-FR">Fachleuten</span> <span lang="fr-FR">befreien</span>. Und zu guter Letzt sollen die Grenzen Turkmenistans nicht nur für ausländische Touristen offen stehen. <span lang="fr-FR">A</span><span lang="fr-FR">uch</span> die turkmenischen Bürger und Bürgerinnen sollen die Freiheit genießen, das Land zu verlassen und wiederzukommen, wann es ihnen beliebt.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Eine Öffnung ohne Gehör</b></p>
<p style="text-align: justify">Diese Öffnung ist natürlich riskant und kann <span lang="fr-FR">zur Auswanderung</span>von <span lang="fr-FR">T</span>ausenden <span lang="fr-FR">arbeitslose</span><span lang="fr-FR">r</span> Turkmeninnen und Turkmenen nach Russland <span lang="fr-FR">führen</span>, wie dies bereits in Richtung Türkei der Fall ist (<span lang="fr-FR">f</span>ür die Einreise in die Türkei brauchen turkmenische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger kein Visum, <span lang="fr-FR">Anm. d. Ü.</span>) Nichtsdestotrotz <span lang="fr-FR">werden </span>diese Arbeitskräfte früher oder später mit den Taschen voller Geld wieder nach Turkmenistan zurückkehren.</p>
<p style="text-align: justify">Natürlich bin ich nicht überzeugt, dass diese Vorschläge wirklich vom Vizepräsidenten <span lang="fr-FR">Garad</span><span lang="fr-FR">sch</span><span lang="fr-FR">a</span><span lang="fr-FR">j</span><span lang="fr-FR">e</span><span lang="fr-FR">w</span> erhört werden. Vor allem, weil die Internetseite Fergana<span lang="fr-FR">n</span>ews, wie viele andere Medien von Turkmenistan <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/von-pressefreiheit-keine-spur-journalismus-in-turkmenistan/">blockiert werden</a>. <span lang="fr-FR">Die </span>Staatsorgane, die für die <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-internetnutzer-im-visier-der-behorden/">Kontrolle des Internets</a> zuständig sind, <span lang="fr-FR">werden</span> alles in ihrer Macht stehende tun, <span lang="fr-FR">damit</span> diese Veröffentlichung keinen Anklang findet. <span lang="fr-FR">Wie es in dem</span> Lied aus <span lang="fr-FR">dem </span>berühmten sowjetischen Film „<i>Habe keine Angst, ich bin bei dir</i>“ <span lang="fr-FR">hei</span><span lang="de-DE">ß</span><span lang="fr-FR">t</span>: „<em><span lang="fr-FR">Möge </span>alles neu <span lang="fr-FR">w</span><span lang="fr-FR">erden</span>, so verbleibend, wie zuvor.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Für den Tourismussektor wie für das Land </span>wäre <span lang="fr-FR">es </span>wünschenswert, dass nicht alles wie zuvor bleibt.</p>
<p align="right"><b>Atajan Nepesso</b><b>w<br />
</b><a href="http://www.fergananews.com/articles/9335"><b>Fergananews</b></a></p>
<p align="right"><b>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/turkmenistan-comment-developper-le-tourisme-dans-un-pays-totalitaire/">Französischen</a> von Andrea Baldauf</b></p>
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