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	<title>Engagement Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 Dec 2020 14:31:35 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Engagement Archives</title>
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		<title>Hat Kasachstan eine Zivilgesellschaft?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Spitzmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2018 09:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
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		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie muss sich die Hochschulbildung &#xE4;ndern, damit in Kasachstan eine Zivilgesellschaft heranw&#xE4;chst? Marat Paimchanow, Experte f&#xFC;r Bildung im Ausland, sagt, dass vor allem die veraltete P&#xE4;dagogik abgeschafft werden muss. Folgender Kommentar erschien im russischen Original bei The Steppe. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Was ist das eigentlich &#x2013; Zivilgesellschaft? Sie ist definiert [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><span lang="DE">Wie muss sich die Hochschulbildung ändern, damit in Kasachstan eine Zivilgesellschaft heranwächst? Marat Paimchanow, Experte für Bildung im Ausland, sagt, dass vor allem die veraltete Pädagogik abgeschafft werden muss. Folgender Kommentar erschien im russischen Original bei </span></strong><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/news/mneniya/2018-08-06/est-li-v-kazahstane-grazhdanskoe-obshchestvo">The Steppe</a></span></b></span><strong><span lang="DE">. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion</span></strong></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Was ist das eigentlich – Zivilgesellschaft? Sie ist definiert als eine freie, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft, die auf das Individuum ausgerichtet ist. In einer Zivilgesellschaft werden rechtliche Traditionen und Gesetze geachtet, freie künstlerische und unternehmerische Tätigkeiten ermöglicht sowie Menschen- und Bürgerrechte garantiert.</span></p>
<p><strong>Bildung macht Zivilgesellschaft</strong></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Im Index für die Entwicklung der Zivilgesellschaft von <span class="Internetverknpfung"><a href="https://www.transparency.de/themen/zivilgesellschaft/">Transparency International </a></span>erreichte Kasachstan im Jahr 2017 50,9 von 100 Punkten und befand sich damit im Mittelfeld. Laut Angaben von <span class="Internetverknpfung"><a href="https://monitor.civicus.org/country/kazakhstan/">CIVICUS State of Civil Society Report 2018 </a></span>zählt Kasachstan zu den Ländern mit einer eingeschränkten Zivilgesellschaft.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Laut dem amerikanischen Professor und ehemaligen Präsidenten der Yale University Bartlett Giamatti ist eine liberale Bildung die Grundlage einer Zivilgesellschaft<i>.</i>Gebildete, frei denkende BürgerInnen spielen die wichtigste Rolle in einer dynamischen Demokratie.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Orte des bürgerlichen Denkens schaffen</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Im Juli erhielten Hochschulen in Kasachstan erweiterte akademische und verwaltungstechnische Selbstständigkeit. Jetzt können Hochschulen selbst entscheiden, wie viele Studierende sie aufnehmen wollen und das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden sein soll. Außerdem können die Hochschulen nun selbst über Struktur und Inhalt ihrer Lehrpläne bestimmen. Für kasachische Bildungseinrichtungen ist das eine Chance, sowohl ihre Curricula zukunftsgerichtet umzugestalten, als auch ihrer sozialen Aufgabe gerecht zu werden: dabei zu helfen, die Studierenden zu bewussten, interessierten und selbstständigen BürgerInnen zu erziehen, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen.</span></p>
<p><b><span lang="DE">Lest auch auf Novastan: <span class="Internetverknpfung"><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hochschulen-in-kasachstan/">Studieren in Kasachstan – Wofür das ganze Geld?</a></span></span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Was kann den Universitäten nun also ganz praktisch helfen, ein <i>Ort des bürgerlichen Denkens </i>zu werden? Zunächst sollten sie nicht an der veralteten Form der <i>industriellen Pädagogik</i>festhalten. Dabei stehen der Lehrende und die durch ihn vermittelten Fähigkeiten, die die Produktivität des Landes sichern sollen, im Mittelpunkt. Stattdessen sollten die Hochschulen zu einer Pädagogik der <i>informierten Gesellschaft</i>übergehen. Hierbei fokussiert sich alles auf die Studierenden, ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeitsentwicklung. Dafür müssen die Prinzipien der akademischen Freiheit befolgt werden. </span></p>
<figure id="attachment_1287" aria-describedby="caption-attachment-1287" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1287" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-300x200.jpeg" alt="Schule N°34" width="300" height="200" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-128x86.jpeg 128w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1287" class="wp-caption-text">Inklusion bietet allen Schülern denselben Zugang zu Bildung. Und lehrt, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen</figcaption></figure>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Außerdem kann solch eine neue Pädagogik durch die Einführung neuer Fächer erreicht werden, die auf das Verinnerlichen von gesellschaftlichen Werten sowie die Entwicklung eines bürgerlichen Selbstverständnisses ausgerichtet sind. Diese können Qualitäten wie zum Beispiel Führungsstärke, Zeitmanagement, Logik, Entscheidungsfindungsprozesse, Grundlagen der Demokratie und Menschenrechte vermitteln.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Eine der Bedingungen für das Entstehen einer Zivilgesellschaft ist eine Gesellschaft von wirtschaftlich selbstständigen BürgerInnen. Dazu müssen die BürgerInnen lernen, mit ihrem Geld umzugehen: Sie müssen die Grundlagen von Geldanlage, Finanzplanung und Sparen verstehen.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Mehr Engagement</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Als Zweites muss studentisches Engagement gestärkt werden. An vielen Schulen und Hochschulen spielen studentische Initiativen und Vereinigungen eine große Rolle für die Studierenden, zum Beispiel Debattier-Clubs, Interessensgruppen, ehrenamtliche Projekte oder Umweltinitiativen. Diese Bewegungen müssen systematisiert werden. Wer an Veranstaltungen außerhalb des Lehrplans teilnimmt, kann das theoretisch Erlernte in der Praxis anwenden und etwas über die Gesellschaft lernen, in der er lebt – ob das nun Veranstaltungen zu Toleranz und Gender-Studies oder landesweite Umweltprojekte sind. </span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Auch der internationale Studierendenaustausch – einschließlich der Programme der akademischen Mobilität – hilft den Studierenden, Auslandserfahrung zu sammeln und danach etwas davon in die kasachische Gesellschaft einzubringen. Durch die enge Zusammenarbeit mit internationalen und kasachischen NGOs bekommen die Hochschulen ständig Informationen über aktuelle soziale Prozesse in der Gesellschaft. Dadurch können sie die Lehre an die Lebensrealität des Landes anpassen.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Inklusion ist der Schlüssel</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Als Drittes muss Bildung inklusiv werden. Inklusion bedeutet die gemeinsame Ausbildung von Studierenden mit und ohne gesundheitlichen Einschränkungen. Inklusive Bildung ist ein Prozess, der allen Studierenden denselben Zugang zu Bildung gewährleistet und dabei sowohl die besonderen Anforderungen der jeweiligen Ausbildung als auch die individuellen Möglichkeiten der Studierenden berücksichtigt. </span></p>
<p class="news-text-fixed"><b><span lang="DE">Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autismus-bei-kindern-in-kirgistan-fehlt-es-an-fachkrften/">Autismus bei Kindern- in Kirgistan fehlt es an Fachkräften</a></span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">In Großbritannien zum Beispiel bauen Kinder schon in jungem Alter positive Beziehungen zu Menschen mit Behinderung auf. Vorschulkinder spielen mit Puppen, die eine offensichtliche Behinderung haben. Ein inklusives Herangehen zeigt den Studierenden, dass jeder Mensch an sich einen Wert hat, unabhängig von seinen Möglichkeiten und Einschränkungen – und, dass produktive zwischenmenschliche Beziehungen auf gegenseitiger Achtung, Verständnis und Annehmen gegründet sein müssen.</span></p>
<p style="text-align: right" align="right"><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/authors/1816">Marat Paimchanow</a></span></b></span><strong><span lang="DE">, </span></strong><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/news/mneniya/2018-08-06/est-li-v-kazahstane-grazhdanskoe-obshchestvo">The Steppe</a></span></b></span></p>
<p style="text-align: right" align="right"><strong><span lang="DE">Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller</span></strong></p>
<p style="text-align: justify"><span lang="DE">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <span class="Internetverknpfung"><a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a></span>, <span class="Internetverknpfung"><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a></span>, <span class="Internetverknpfung"><a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a></span>, <span class="Internetverknpfung"><a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a></span> oder <span class="Internetverknpfung"><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a></span>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <span class="Internetverknpfung"><a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a></span>.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE"> </span></p>
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		<title>Das Kultur Café, ein Ort für die Jugend in Naryn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentin Hillen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Sep 2017 08:10:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Café]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziales Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 14. September wurde in Naryn, Kirgistan, das erste studentische Caf&#xE9; der Stadt er&#xF6;ffnet. Initiiert wurde es von vier jungen Frauen, die einen Raum f&#xFC;r Jugendkultur in ihrer Stadt schaffen wollten. Ein Besuch auf der Er&#xF6;ffnung. Die Menge blickt in vier erleichterte und gl&#xFC;ckliche Gesichter. Nurgul, Nazira, Gulzada und Dschasgul, Initiatorinnen des Kultur Caf&#xE9; Projekts, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 14. September wurde in Naryn, Kirgistan, das erste studentische Café der Stadt eröffnet. Initiiert wurde es von vier jungen Frauen, die einen Raum für Jugendkultur in ihrer Stadt schaffen wollten. Ein Besuch auf der Eröffnung. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Menge blickt in vier erleichterte und glückliche Gesichter. Nurgul, Nazira, Gulzada und Dschasgul, Initiatorinnen des <a href="https://www.facebook.com/kulturcafenaryn/">Kultur Café</a> Projekts, bedanken sich bei den zahlreichen Gästen, die am 14. September zur Eröffnung des neuen Cafés und Veranstaltungsortes im kirgisischen Naryn gekommen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Nicht nur neugierige Nachbarn, auch der Vizebürgermeister und Vertreter der beiden Universitäten der Stadt sind gekommen, um sich das neue, von Studierenden getragene Projekt anzusehen. Mädchen in bunten Kleidern betreten den Raum, das Licht erlischt und durch die Lautsprecher ertönen kirgisische Klänge. Die Tanzeinlage wird mit großem Beifall begrüßt und von lautem Klatschen im Takt der Musik begleitet. Auch eine einheimische Sängerin tritt an diesem Eröffnungstag auf, es werden erste Verzehrgutscheine verteilt.</p>
<figure id="attachment_10754" aria-describedby="caption-attachment-10754" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-10754" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1024x683.jpg" alt="Initiiatorinnen KulturCafé Naryn" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o.jpg 1368w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10754" class="wp-caption-text">Von links nach rechts: Gulzada, Nazira, Dschasgul und Nurgul, die Initiiatorinnen des Cafés.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Café im Keller der Uni</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das neue Café ist zur Eröffnung bunt geschmückt mit Blumen und Ballons und ein reichhaltiges Buffet erwartet die hungrigen Gäste. Nichts lässt mehr ahnen, dass es sich bei diesen Räumen einmal um die heruntergekommenen Keller der Naryner Staatlichen Universität gehandelt hat.</p>
<p><strong>Hört auch den Podcast zum Thema: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-das-kulturcafe-in-naryn/">Das KulturCafé in Naryn</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Denn die vier Studentinnen haben in den letzten Monaten einiges geleistet. Zusammen mit ihrem Team aus freiwilligen Helfern wurde der Keller der Staatlichen Universität Naryn renoviert, es wurden Möbel gebaut, Kissen genäht und eine Küche installiert. Zur Vorbereitung des Projekts fanden zudem verschiedene Workshops statt, in denen das Konzept geplant und die Einrichtung entworfen wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Im Mai konnte die Gruppe dank der finanziellen Unterstützung der <a href="http://www.fes-centralasia.org/de/fes/fes-zentralasien/kirgistan.html">Friedrich-Ebert-Stiftung</a> verschiedene kulturelle Akteure in Bischkek besuchen, die den Jugendlichen hilfreiche Tipps zur Planung und Umsetzung von Veranstaltungen und im gastronomischen Alltag geben konnten.</p>
<figure id="attachment_10755" aria-describedby="caption-attachment-10755" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-10755" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1024x683.jpg" alt="KulturCafé Naryn innen Möbel Ausstattung" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o.jpg 1368w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10755" class="wp-caption-text">Das Café soll ein Ort für die naryner Jugend werden</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Die Idee für das Projekt hatten die jungen Frauen schon vor ein paar Jahren, als sie sich im lokalen türkischen Sprachzentrum kennenlernten, doch nun konnte es Dank der finanziellen Hilfe der <a href="http://www.bischkek.diplo.de/">Deutschen Botschaft in Bischkek</a>, der Unterstützung des <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/13919.asp">Lektorenprogramms der Robert Bosch Stiftung</a> und Unterstützern einer Crowdfunding-Kampagne umgesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Universität und die Stadtverwaltung stehen hinter dem Vorhaben. „<em>Wie der Vizebürgermeister sagte, soll das Café wie eine Brücke zwischen der Stadt und der Jugend werden</em>“, sagt Gulzada, eine der Organisatorinnen.</p>
<p><strong>Ein Café für die Jugend</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Programm des Kultur Cafés soll sich besonders an junge Menschen richten. Ihnen soll ein Ort gegeben werden, an dem sie sich treffen und gemeinsam Kultur erleben und gestalten können. Wichtig ist den Initiatorinnen dabei die Gemeinschaft. Das Café ist ein Projekt von jungen Menschen für die Jugend Naryns. Dabei kann sich jeder selbst einbringen und mit anpacken.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>In Kirgistan machen  jungen Leute mehr Hausarbeit als eigene Aktivitäten. Das möchten wir verbessern, damit sie nicht nur zuhause sitzen sondern sich auch mit anderen Leuten austauschen. So können sie ihren Horizont erweitern</em>“, erklärt Nurgul.</p>
<p style="text-align: justify">Bisher mussten die jungen Leute immer einen Raum mieten, wenn sie eigene Ereignisse organisieren wollten. Die Miete kostet unabhängig von der Nutzdauer mindestens 3000 Som (circa 37 Euro), also viel Geld für Studenten. „<em>Jetzt können die Leute einfach zu uns kommen und umsonst etwas planen</em>“, so Nurgul.</p>
<figure id="attachment_10756" aria-describedby="caption-attachment-10756" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10756" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-1024x1024.jpg" alt="Eröffnung KulturCafé Naryn" width="1024" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-1024x1024.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-550x550.jpg 550w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-32x32.jpg 32w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-50x50.jpg 50w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-64x64.jpg 64w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-96x96.jpg 96w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-128x128.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10756" class="wp-caption-text">Der Empfang bei der Eröffnung des Cafés</figcaption></figure>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/karakols-soziales-cafe/">Karakols soziales Café</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Man setzt auf Vielfalt im Programm des Kultur Cafés. Neben einigen regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen soll jeder die Möglichkeit haben eigene Programminhalte umzusetzen. Von Ausstellungen über Tanzworkshops bis hin zu Vorträgen zu politischen und gesellschaftlichen Themen ist alles erlaubt. Auch Ideen von außerhalb sind immer willkommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Brücke mit Europa</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bereits am Eröffnungswochenende wurde das sichtbar: Es wurde gesungen, getanzt, gekocht und gebacken, Naryns erster Open Stage Abend wurde mit europäischen Touristen und Naryns Jugend begangen und auch auf dem Nukura Festival, das kirgisische Traditionen feiert, war das Kultur Café Team aktiv.</p>
<p style="text-align: justify">In Zukunft sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, wie ein Poesie-Wettbewerb, Filmabende aber auch Workshops mit Künstlern und Aktivisten aus Bischkek. Die Ambitionen sind groß: „<em>Vielleicht wird das Café auch zu einer Brücke zwischen Kirgistan und Europa und wir können weitere Filialen im Land eröffnen</em>“, hofft Gulzada.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Valentin Hillen<br />
Freiwilliger am Kulturcafé in Naryn</strong></p>
<p><strong> </strong>Weitere Informationen gibt es unter <a href="https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fkulturcafenaryn.wordpress.com%2F&amp;h=ATNZMKoieSaRhFgu76im0Rwj_X8BWF-8cBJIhJwPmxvTc3qdjHZst9NouJ5moRTJVRKxMYTkSUXeA7wY9cg3Bl5G99b5NYlW1C3982Rzcz11-iGFJgXkCpf8h8R-dS4BYj2gczhBfg">https://kulturcafenaryn.wordpress.com/</a> sowie auf <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/karakols-soziales-cafe/">Facebook</a> und Instragram.</p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<title>Randphänomen Freiwilligenarbeit – Zentralasiens Sozialpioniere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[katharinakluge]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2017 06:59:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Laden, in dem Bed&#xFC;rftige sich frei bedienen k&#xF6;nnen, eine kostenlose Busfahrt oder die t&#xE4;gliche Reinigung des zentralen Busbahnhofs &#x2013; all das sind Ergebnisse der Arbeit f&#xFC;rsorglicher Menschen in St&#xE4;dten Zentralasiens und leider noch Einzelf&#xE4;lle. Jeder von ihnen tut das, was ihm m&#xF6;glich ist, und gemeinsam machen sie ohne gro&#xDF;es Aufsehen die Welt um sich [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Ein Laden, in dem Bedürftige sich frei bedienen können, eine kostenlose Busfahrt oder die tägliche Reinigung des zentralen Busbahnhofs – all das sind Ergebnisse der Arbeit fürsorglicher Menschen in Städten Zentralasiens und leider noch Einzelfälle. Jeder von ihnen tut das, was ihm möglich ist, und gemeinsam machen sie ohne großes Aufsehen die Welt um sich herum ein bisschen besser, freundlicher und sauberer. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Zeitung „<a href="http://theopenasia.net/articles/detail/kak-obychnye-lyudi-v-tsentralnoy-azii-menyayut-mir-/">Otrkytaja Asija onlajn</a>“ („Offenes Asien online“, Anm. d. Red.) traf sich mit Engagierten aus dieser Region und informierte sich über ihre uneigennützige Arbeit für die Allgemeinheit.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>Kasachstan </strong></h4>
<p style="text-align: justify">In der „südlichen Hauptstadt Kasachstans“ Almaty kümmert sich eine Organisation ehrenamtlich um herrenlose Tiere. Julija Eskowa-Krasutzkaja, eine der Mitarbeiterinnen, erklärt uns im Interview die Arbeit des Vereins: Wenn auf der Straße ein kranker herrenloser Hund gefunden wird oder ein Hund, der sich verirrt hat, wird dieser aufgenommen, und die Mitarbeiter suchen für ihn einen neuen Halter. Bis sie diesen finden, wird das Tier bei ihnen gepflegt.</p>
<p style="text-align: justify">In Karaganda bilden derweil andere engagierte Menschen Hunde zu Helfern aus. Der Fond „Lapa Pomoschtschi“ („Helfende Pfote“, Anm. d. Red.) kümmert sich auf gesellschaftlicher Grundlage um die Rehabilitation von Kindern mithilfe der <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hunde-als-therapeuten-der-beste-freud-des-menschen-a-799791.html">Canis-Therapie</a>. Die Finanzierung des Vereins gelingt nur mit Mühe, oft reicht das Geld nicht einmal für die Miete. Zur Unterstützung richten die Mitglieder Flohmärkte aus, auf denen sie Seife aus eigener Herstellung und Spielzeug verkaufen – das gesammelte Geld wird zur Unterstützung des Projektes verwendet.</p>
<figure id="attachment_10593" aria-describedby="caption-attachment-10593" style="width: 721px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10593 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie.jpg" alt="Canistherapie Hunde Kinder Psychologie" width="721" height="721" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie.jpg 721w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-550x550.jpg 550w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-32x32.jpg 32w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-50x50.jpg 50w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-64x64.jpg 64w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-96x96.jpg 96w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Canistherapie-128x128.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /><figcaption id="caption-attachment-10593" class="wp-caption-text">Canis-Therapie mit Kindern</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Erst vor drei Wochen wurde in Almaty ein Geschäft eröffnet, in dem Kleidung und Schuhe kostenlos „verkauft“ werden<em>.</em> Iwan Trojan, der Initiator diese ungewöhnliche Boutique, hatte erfolgreiche Geschäfte gemacht und dann beschlossen, dass es Zeit wäre, Menschen zu helfen – einfach so, für ein „Dankeschön“. Seine Idee: Die einen Mitbürger geben Kleidung im Laden ab, ohne dafür eine Entschädigung zu erhalten, und die anderen, die Kleidung benötigen, kommen einfach und nehmen sich etwas mit.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Jeder kann unsere Boutique nutzen, absolut jeder Bewohner der Erde. Für uns gibt es weder Nation, noch staatliche Zugehörigkeit“,</em> erzählt Trojan in der Videopräsentation seiner guten Sache.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&#038;v=b73kq8dgsf4</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein größeres Projekt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein weiteres sich entwickelndes kasachisches Projekt läuft über Facebook und nennt sich „Wosduch Almaty“ („Luft Almatys“, Anm. d. Red.). Der interessierte Laie <a href="https://www.facebook.com/profile.php?id=100014527214182&amp;hc_ref=ARQ1DjQEfbxAure6FmGLp0F6Y1MM6wB3GeN-5gTh0sF7AvouJj3BMLnkx73vvntYvyM&amp;fref=nf">Pawel Aleksandrow</a> – kein Ökologe oder Geograph – misst die „Atmosphäre“ der südlichen Hauptstadt und teilt seine Ergebnisse öffentlich mit.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Im Prinzip fing das nicht als öffentliches Projekt an. Es war mein persönliches Interesse, welche Qualität die Luft in unserer Stadt hat, die wir täglich einatmen, und ob sie in irgendeiner Form gesundheitsschädlich ist oder nicht. Denn während wir beim Wasser und beim Essen wählen können, was wir aufnehmen, ist das bei der Luft nicht möglich. Und um selbst reine Luft zu atmen, muss man sich darum kümmern, dass die Luft der ganzen Stadt rein ist. Das technische Wissen habe ich mir über das Internet angeeignet, dort findet man alle Informationen, die man braucht. Ich habe mich einfach fertiger Lösungen bedient, sie meinen Bedürfnissen angepasst und geeignete Messinstrumente entwickelt“</em>, erklärt Aleksandrow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unabhängigkeit schlägt Bürokratie</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die schlechte Luft von Almaty ist allen dort Lebenden bekannt, sie könnte genauso gut ein Symbol der Stadt sein. Deshalb gab es auch vorher schon ähnliche Initiativen. Asja Tulesowa, ebenfalls eine Bürgerin Almatys, veröffentlichte 2015 in Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten die App „<a href="http://almatyurbanair.kz/?l=en">Almaty Urban Air</a>“. Auch hier konnte man sich über die Stufe der Luftverschmutzung informieren. Die App erlangte eine solche Popularität, dass Tulesowa sogar für einen Posten als Abgeordnete im Maslichat (regionaler Verwaltungsrat in Kasachstan, Anm. d. Red.) kandidierte. Aber dann kam es zu bürokratischen Problemen und die App musste fast ein Jahr lang deaktiviert werden.</p>
<figure id="attachment_10592" aria-describedby="caption-attachment-10592" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10592 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-luft.jpg" alt="Almaty Smog Feinstaub Kasachstan Umwelt" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-luft.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-luft-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-luft-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10592" class="wp-caption-text">Dicke Luft in Almaty</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Damals, so erzählt Alexandrow, wurde ihm klar, dass es eine Alternativquelle für solche Informationen geben sollte. Als das Messinstrument entwickelt und seine Effektivität erwiesen war, entschied sich der Aktivist, die erhaltenen Daten mit der Öffentlichkeit zu teilen. Wie bereits die Begründer von „Almaty Urban Air“ erhielt auch er breite positive Resonanz aus der Bevölkerung. Infolgedessen installierte er noch mehr Messstationen in der ganzen Stadt – aus der Initiative wurde ein Projekt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nachweislich dicke Luft</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>«Die Bauteile für die Sensoren kaufe ich aus eigenen Mitteln. Von anderen Personen oder Organisationen nehme ich kein Geld, obwohl regelmäßig Vorschläge eingehen. Ich habe das Ziel, mein Projekt vollkommen ehrenamtlich durchzuführen. Jede Hilfe abseits von Geldspenden ist natürlich willkommen. Jetzt haben zum Beispiel ein paar engagierte Leute angefangen eine Website zu erstellen. Andere beteiligen sich, indem sie Verkleidungen für die Instrumente mit einem 3D-Drucker drucken. Das Tolle daran ist, dass ich von niemandem abhängig bin und niemandem etwas schulde. Das bedeutet volle Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit. Und es kostet mich nicht viel Geld. Das größte, was ich der Familie nehmen muss, ist die Zeit“,</em> antwortet Pawel Aleksandrow auf die Frage, was ihn seine Prinzipientreue koste.</p>
<p style="text-align: justify">Das Archiv wird seit dem 11. Januar 2017 geführt, deshalb ist es noch zu früh, um langfristige Tendenzen festzustellen. Aus den bisher gewonnenen Daten lässt sich allerdings bereits deutlich erkennen, dass die Luftsituation in Almaty katastrophal ist.</p>
<figure id="attachment_10591" aria-describedby="caption-attachment-10591" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10591 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-Luft-2.jpg" alt="Statistik Luft Luftverschmutzung Almaty" width="1024" height="477" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-Luft-2.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-Luft-2-300x140.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Almaty-Luft-2-768x358.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10591" class="wp-caption-text">Graph zur Feinstaub-Belastung in Almaty auf der Facebook-Seite von Pawel Aleksandrow</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Natürlich wird ein einzelner Aktivist das Problem der Luftverschmutzung in Almaty nicht lösen, dafür bedarf es öffentlichen Interesses und der Mithilfe von Beamten. Aber Aleksandrow ist sich sicher, dass die Bürger die Macht haben, die Stadtverwaltung zur Lösung des Problems zu zwingen, und dafür muss die Information über den Ernst der Lage breitflächig kommuniziert werden. Das Problem darf nicht länger totgeschwiegen werden.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Meiner Ansicht nach ist die Regierung nicht bereit zum Dialog. Viele Jahre gab es zentral gesteuerte Bemühungen, bürgerliche Initiativen im Keim zu ersticken. Die Leute haben Angst bekommen, und ein Dialog mit den Beamten ist nicht in Sicht. Die fortschreitende Korruption verschlimmert die Situation. Durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage machen sich die Leute jetzt eher Sorgen, was sie morgen essen werden, und nicht darüber, dass die Regierungsbeamten eigentlich der Bevölkerung dienen sollen und deren Wohl verpflichtet sind. Aber das ist ein anderes trauriges und kompliziertes Thema. Ich bin auf jeden Fall überzeugt, dass steter Tropfen den Stein höhlt, und so setze ich mein Projekt fort.“</em></p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>Kirgistan </strong></h4>
<p style="text-align: justify">Auch in Kirgistan gibt es Menschen, die die Situation in ihrem Land nachhaltig verbessern. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen, die weder besondere Städtefreaks noch Architekten sind, aber dennoch ihre Stadt angenehmer gestalten wollen.</p>
<p style="text-align: justify">Der 70-jährige Asylbek Anarabaew, von Beruf Chirurg, reinigt jeden Tag freiwillig die zentrale Bushaltestelle in Bischkek. Jeden Abend kommt er hier hin, beseitigt den Dreck, der sich über den Tag angesammelt hat, sammelt den Müll auf und entfernt Werbung.</p>
<figure id="attachment_10590" aria-describedby="caption-attachment-10590" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10590 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-putzen.png" alt="Bishkek Bushaltestelle Putzen Freiwillig" width="1024" height="577" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-putzen.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-putzen-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-putzen-768x433.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10590" class="wp-caption-text">Skeptische Blicke – jemand putzt freiwillig die Bushaltestelle. Freiwillige Arbeit ist leider noch ein seltenes Kuriosum in Zentralasien</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><em>„Mir gefällt einfach nicht, dass hier so eine Unordnung herrscht, und es keine Reinigungskraft gibt, die sich um die Haltestelle kümmert. Wenn ich die Bänke hier nicht sauber mache, wer kann sich dann noch auf sie setzen?“</em></p>
<p style="text-align: justify">Mit seinen 70 Jahren unterrichtet Asylbek Anarbaew in der städtischen Akademie der Medizin. Operationen führt er seit kurzem nicht mehr selbst durch. Deshalb steckt er nun alle seine Energie in die selbstlose gemeinnützige Arbeit.</p>
<figure id="attachment_10589" aria-describedby="caption-attachment-10589" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10589 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-Putzen-2.png" alt="Bishkek Bushaltestelle Putzen Freiwillig" width="1024" height="577" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-Putzen-2.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-Putzen-2-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Bushaltestelle-Putzen-2-768x433.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10589" class="wp-caption-text">Asylbek Anarabajew: &#8222;Wenn ich die Bänke hier nicht sauber mache, wer kann sich dann noch auf sie setzen?“</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer engagierter Kirgise ist Musa Schusaew aus der Stadt Naryn.</p>
<figure id="attachment_10588" aria-describedby="caption-attachment-10588" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10588 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-1.png" alt="Stadtpflege Naryn Kirgistan Freiwillig Vorbild" width="1024" height="577" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-1.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-1-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-1-768x433.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10588" class="wp-caption-text">Musa Schusaew: Man kann auch ohne Budget der Stadt etwas verändern</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Musa beweist schon seit ein paar Jahren tatkräftig, dass er in der Lage ist, seine Stadt zu verändern und neu zu gestalten. Alles fing mit der Umgestaltung der Schukeew-Pudowkin-Allee an: Er stellte Bänke auf und machte aus diesem Teil der Stadt einen Ort der Erholung. Danach baute er einen Spielplatz auf eine seit langem brachliegende Fläche. Dieser ist nun der neue Lieblingsort der in der Nähe wohnenden Kinder.</p>
<figure id="attachment_10587" aria-describedby="caption-attachment-10587" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10587 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-2.png" alt="Naryn Kirgistan Stadtpflege Freiwillig" width="1024" height="577" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-2.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-2-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Naryn-2-768x433.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10587" class="wp-caption-text">Naryn pflegen – Musa Schusaew will seiner Stadt etwas zurück geben und Vorbild sein</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><em>«Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Als ich das alles hier anfing, hatte ich nur zwei Gedanken im Kopf: Was hast du für deine Stadt getan, und welchen Anteil hast du an ihrer Verbesserung? Ich will mit meinen Aktionen vor allem der heranwachsenden Generation zeigen, wie man selbstständig, ohne auch nur das geringste Geld aus dem städtischen Budget, Naryn besser machen kann“,</em> sagt Schusaew.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan </strong></h4>
<p style="text-align: justify">Chodschimurod Gulmurodow aus Tadschikistan ist Busfahrer der Stadtlinie 8 in Duschanbe. Auch er hat einen Weg gefunden, den Menschen seiner Stadt zu helfen: Jeden Freitag fährt er seine Passagiere komplett kostenlos.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Ich habe lange Zeit in Russland gearbeitet und dort häufig gesehen, wie Menschen vollkommen selbstlos einander helfen. Da habe ich entschieden, dass ich in meine Heimat zurückkehre und mich dort genau so verhalten werde. Meine Passagiere sind keine reichen Leute, sie zählen jede Kopeke, und so helfe ich ihnen eben, zu sparen: Wer für die Fahrt nicht zahlen muss, kann sich danach ein Brot mehr auf dem Nachhauseweg leisten“</em>, erzählt Gulmurodow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Manche können es gar nicht glauben</strong></p>
<p style="text-align: justify">Anfangs bot er kostenlose Fahrten nur an Feiertagen an, danach erweiterte er seine Wohltätigkeitsaktion auf jede Woche – immer am Freitag – diesem für Muslime besonderen Tag. Früh morgens geht er auf die Arbeit, befestigt an der Frontscheibe des Busses das Schild „Kostenfreie Fahrt“ und macht sich auf den Weg.</p>
<figure id="attachment_10586" aria-describedby="caption-attachment-10586" style="width: 1023px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10586 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus1.jpg" alt="Tadschikistan Duschanbe Bus Marschrutka Ticket Umsonst" width="1023" height="575" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus1.jpg 1023w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus1-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus1-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1023px) 100vw, 1023px" /><figcaption id="caption-attachment-10586" class="wp-caption-text">Kostenlose Fahrt = verwirrte Fahrgäste</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><em>«Die Passagiere reagieren unterschiedlich, manche können es gar nicht glauben. Es kam sogar vor, dass jemand sich beleidigt fühlte, und meinte: „Ich hab doch genug Geld, um mir eine Busfahrt zu leisten!“, aber die Mehrheit ist natürlich dankbar“</em>, sagt Gulmurodow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Inschallah – so Gott will</strong></p>
<p style="text-align: justify">An einem Freitag befördert der selbstlose Busfahrer um die 300-400 Passagiere, das bedeutet einen möglichen Umsatz von 35-60$. Diese Summe ist für ihn keine geringe, wenn man in Betracht zieht, dass er seinen Kleinbus auf Kredit gekauft und ihn bis jetzt noch nicht komplett abbezahlt hat. Mit den Einnahmen eines Freitags könnte er seine Schulden bedeutend schneller begleichen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Aber das macht nichts. Den Kredit werde ich schon, wenn Gott es will, abbezahlen, aber gute Taten muss man sofort tun. Das Leben ist doch so kurz“</em>, argumentiert Gulmurodow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hegt die Konkurrenz eine Groll?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich ist er momentan schwer erkrankt, kam gerade erst aus dem Krankenhaus und kann das Bett noch nicht verlassen. Er erzählt, dass das Personal im Krankenhaus ihn erkannt hätte, in der Stadt spricht man über sein Wohltätigkeitsprojekt. Ein bisschen gekränkt ist er von der Tatsache, dass Besuch nur von Seiten der Verwandten kam.</p>
<figure id="attachment_10585" aria-describedby="caption-attachment-10585" style="width: 650px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10585 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus-2.jpg" alt="Tadschikistan Duschanbe Bus Marschrutka Ticket Umsonst" width="650" height="366" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus-2.jpg 650w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Kostenloser-Bus-2-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption id="caption-attachment-10585" class="wp-caption-text">Chodschimurod Gulmurodow scheut keine Komforteinbußen um Gutes zu tun</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><em>«Naja, zu den anderen, die in meinem Zimmer im Krankenhaus lagen, kamen Arbeitskollegen, zu mir nicht. Das war schon ein bisschen enttäuschend“</em>, sagt der Busfahrer.</p>
<p style="text-align: justify">&#8211; Und wenn sie wieder arbeiten gehen – machen sie dann weiter mit ihrer Aktion?</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Natürlich, das steht gar nicht zur Debatte, auch wenn meine Verwandten manchmal mit mir schimpfen – jetzt ist ja auch für die Behandlung wieder viel Geld weggegangen – aber ich habe gleich gesagt, dass der Freitag für mich ein heiliger Tag ist, und wie ich die Leute bisher kostenlos gefahren habe, werde ich sie auch weiterhin kostenlos fahren. Ich kann schon gar nicht mehr anders.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/kirgistan/karakols-soziales-cafe/" target="_self">Karakols soziales Café</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Seine kostenlose Tour fährt Gulmurodow schon seit letztem Sommer, in diesem Frühjahr hat nun auch die Verwaltung von Duschanbe eine ähnliche Aktion gestartet. Aus Anlass des Nouruz (mehrtägiges iranisches Frühlingsfest, Anm. d. Red.) wurde auf Vorschlag mehrerer beteiligter Vereine und Unternehmen beschlossen, Fahrgäste auf einigen Strecken während der Feiertage kostenlos zu befördern. Auch an anderen Feiertagen sollen ähnliche Aktionen nun durchgeführt werden.</p>
<p style="text-align: right"><a href="http://theopenasia.net/articles/detail/kak-obychnye-lyudi-v-tsentralnoy-azii-menyayut-mir-/"><strong>theopenasia.net</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Katharina Kluge</strong></p>
<p dir="ltr" style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>.</p>
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		<title>Karakols soziales Café</title>
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		<dc:creator><![CDATA[alexandraw]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2017 19:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Café]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Ostufer des Issyk Kul hat ein besonderes Caf&#xE9; mit einer ungew&#xF6;hnlichen Besitzerin er&#xF6;ffnet. Ziel des Fat Cat Karakol ist es nicht nur, Kaffee und Essen zu verkaufen, es hat auch den Anspruch Karakols erstes sozial verantwortliches Unternehmen zu sein. Folgender&#xA0;Artikel ist im Russischen auf eurasianet.org erschienen. Am fr&#xFC;hen Sommermorgen beginnen die Besucher, sich im [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am Ostufer des Issyk Kul hat ein besonderes Café mit einer ungewöhnlichen Besitzerin eröffnet. Ziel des Fat Cat Karakol ist es nicht nur, Kaffee und Essen zu verkaufen, es hat auch den Anspruch Karakols erstes sozial verantwortliches Unternehmen zu sein. Folgender Artikel ist im Russischen auf </strong><b><a href="http://russian.eurasianet.org/node/64566">eurasianet.org</a> erschienen.</b></p>
<p style="text-align: justify">Am frühen Sommermorgen beginnen die Besucher, sich im Schatten vor dem Fat Cat Karakol zu sammeln. Zum Mittag wird die Sonne hoch stehen, aber noch ist es früh, und laut. Das Café geht auf eine belebte Straße raus. Dzhamilya Sydygalieva geht rasch zu einem Tisch, an dem zwei Männer mit T-Shirts des World Wildlife Fund sitzen. Sie bestellen Cheesecake mit Beerenkompott. Ein ungewöhnliches Frühstück hierzulande – aber ebenso ungewöhnlich ist das Café, dessen Motto lautet: „Kaffee, Essen und soziale Verantwortung.“</p>
<p style="text-align: justify">Nach zentralasiatischen Maßstäben ist Kirgistan ein progressives Land. Doch mit ihrem Café, das im August letzten Jahres am östlichen Ufer des Issyk-Kuls eröffnete, setzt Sydygalieva noch ein gutes Stück drauf. Sie sieht in ihrem Café einen Motor für soziale Bewegung und Verantwortung. „Die Idee des Cafés besteht nicht nur darin, Touristen zu bedienen und kommerziell zu funktionieren. Es soll auch als Vorbild für Unternehmensgründungen dienen“, so Sydygalieva, „Wir versuchen, Karakol mit dem Konzept sozialer Verantwortung vertraut zu machen, damit sich auch anderer lokale Unternehmen sozial engagieren und gesellschaftlich wichtige Arbeit leisten.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das bunte Bischkek als Vorbild</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Hauptstadt Bischkek verbreiten sich solch neue Geschäftskonzepte immer mehr: Ungewöhnliche Cafés, Bars mit Craft Beer, Läden, die qualitativ hochwertige Lebensmittel verkaufen. Aber Karakol hinkt in dieser Hinsicht hinterher. Sydygalieva sieht es als ihre Pflicht, dem ein Ende zu bereiten und der lokalen Gemeinde und den benachbarten Dörfern zu zeigen, dass sie nicht vergessen wurden. „Ich wollte die Leute daran erinnern, was am wichtigsten ist. Wichtig sind Mitgefühl und Fürsorge für andere Menschen, selbst wenn sie dir fremd sind. Wichtig ist es, hilfsbereit zu sein und das zu teilen, was du hast“, sagt Sydygalieva, „Letzten Endes sind Güte und gute Taten das, was wir hinterlassen, und das sind wahre Werte.“</p>
<p style="text-align: justify">Die Besucher ihres Cafés sind eine Mischung aus Einheimischen, Bergsteigern und Touristen. Auch viele “Peace Corps“-Freiwillige kommen laut Sydygalieva vorbei, und insgesamt wird ihr Café unter immer mehr Leuten bekannt. Auf der Speisekarte gibt es viele Gerichte, die man in Kirgistan nicht oft sieht: Fleisch in würziger mexikanischer Soße mit Paprika und Bohnen, Bananenbrot, gegrillter Käse, French Toast, in Milch und Eiern angebraten (der, ihr zufolge, zu jeder Tageszeit weggeht). Aber das Hauptprodukt ist Kaffee – auch wenn dieses Getränk laut Sydygalieva traditionell nicht besonders beliebt ist bei der örtlichen Bevölkerung. Sie stellt jedoch fest, dass sich die Geschmäcker nach und nach zu ändern beginnen. „Neben den Touristen und ausländischen Expats beginnen auch viele Einheimische Kaffee zu mögen“, so Sydygalieva, „Mir gefällt es zu beobachten, wie die Kaffeekultur in Karakol allmählich aufblüht.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der soziale Aspekt</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den Pausen zwischen dem Aufnehmen von Bestellungen bei den Gästen und dem Kaffeekochen schafft Sydygalieva es, in die Küche zu huschen, wo sie ihrer einzigen Mitarbeiterin beibringt wie man Pizza bäckt. In dem kleinen Raum ist es nicht möglich sich umzudrehen. Die junge Frau rollt den Teig aus, während Sydygalieva Käse reibt und Gemüse schneidet. Sie ist Opfer häuslicher Gewalt. Dieses Problem ist sehr verbreitet und war einer der Faktoren, die Sydygalieva inspirierten ihr Café zu eröffnen. „Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der häusliche Gewalt als normal galt“, so Sydygalieva. Ihr Vater misshandelte die anderen Familienmitglieder physisch und psychisch.</p>
<p style="text-align: justify">Als Sydygalieva 19 Jahre alt war, verließ der Vater die Familie und gab Mutter und Tochter die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen. Sydygalieva ging zum Studium an die American University of Central Asia in Bischkek und absolvierte dann ihr Masterstudium in Deutschland. Ihre Mutter fand ihre Berufung indem sie „Arjun-Karakol“ gründete, eines von nur zwei Zentren in der Region für Opfer häuslicher Gewalt. Obwohl Sydygalieva gut in einem der entwickelten Länder Europas hätte arbeiten können, beschloss sie, nach Karakol zurückzukehren, um ihrer Mutter mit ihrem Zentrum zu helfen. Deutschland gefiel ihr sehr, aber – wie sie sagt – es war nicht wie die Heimat. Die Zeit, die sie im Ausland verbrachte, öffnete ihr aber die Augen auf einige Dinge. „In Deutschland ist soziale Verantwortung die Norm. Hier werden Hilfe für andere und Mitgefühl wenig wertgeschätzt, und ich wollte das ändern“, meint Sydygalieva.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Außergewöhnliche etablieren</strong></p>
<p style="text-align: justify">In dem einen Jahr seit seiner Eröffnung hat das Fat Cat Karakol bereits eine Reihe von gemeinnützigen Initiativen unterstützt: Etwa ein Konditorei-Lehrgang für Frauen im Zentrum für Opfer häuslicher Gewalt oder eine Sammlung von Schulmaterialien für benachteiligte Familien in den Dörfern. Um Geld für solche Projekte zu sammeln, verkauft Sydygalieva zusätzliche Backwaren: Apfelkuchen, „Drei-Milchkuchen“, „Red Velvet Cake“. Alles neue Rezepte und Zutaten für Karakol, so ungewöhnlich wie das Café selbst. An der Wand hinter der Theke im Far Cat Karakol hängen Kaffeetassen mit Aufschriften wie „Zur Hölle, gieß mir noch eine Tasse ein“. Alle Erlöse aus dem Verkauf gehen an soziale Projekte.</p>
<p style="text-align: justify">Aber Sydygalieva machen nicht nur die lokalen Geschmäcker zu schaffen. Die Arbeit in dieser Gegend ist oft saisonal geprägt, aufgrund der sehr kalten Winter. Dennoch arbeitet Sydygalieva weiter, trotz der Schwierigkeiten. „Manchmal fühle ich mich wie ein Prediger wenn ich davon rede, dass nicht nur ich, sondern auch sie ihrer Gemeinde helfen können, um andere für ähnliche Initiativen begeistern können“, erzählt sie, „Im Lauf der Zeit erfahren immer mehr Menschen vom Fat Cat Karakol, über das Konzept und die Ziele des Cafés. Und immer mehr Einheimische sind bereit zu helfen, auch wenn es nur ein kleines bisschen ist.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Soziale Initiative goes viral</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kurz nach der Eröffnung des Cafés rief ein örtlicher Beamter an. „Er sagte mir: Ich will helfen, aber ich weiß nicht wie“, erinnert sie sich. Sydygalieva versorgte ihn mit den Kontaktdaten derer, die Hilfe benötigten. Auch die lokalen Unternehmen haben sich vom Aktivismus anstecken lassen. Vor Neujahr tat sich Sydygalieva mit drei örtlichen Tourismuszentren, einem Schönheitssalon und einem Taxiunternehmen zusammen. Gemeinsam sammelten sie Geld für Geschenke und ein Fest für Waisen und behinderte Kinder, außerdem Lebensmittel für sozial schwache Familien sowie Kosmetikartikel für ein psycho-neurologisches Zentrum in einem benachbarten Dorf. Neben dem Verkauf von Backwaren sucht Sydygalieva auch andere Wege, um Geld zu sammeln. So trat sie zum Beispiel bereits im Radio auf.</p>
<p style="text-align: justify">Auf der Facebook Seite des Cafés finden sich viele Hinweise, wie den Menschen in der Region geholfen werden kann. Auch Veranstaltungen für Einheimische oder Initiativen wie die „Freundlichkeitswochen“ oder der Weltfrauentag am 8. März werden angekündigt. Der Verkauf von Backwaren läuft ständig. Auch eine Crowdfunding Kampagne wurde gestartet, um Geld für ein Mädchen mit spinaler Muskelatrophie zu sammeln, da das örtliche Rehabilitationszentrum „Ornok“ nicht über die nötige Ausstattung verfügte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-in-zentralasien-uns-muss-man-nicht-bemitleiden/"><strong>Menschen mit Behinderung in Zentralasien: « Uns muss man nicht bemitleiden »</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">„Das ist Fundraising auf Gemeinschaftsebene. Alles geht langsam, manchmal ärgere ich mich darüber, aber wir schaffen ein Bewusstsein für die Bedürftigen in unserer Gemeinde und dafür, wie wir ihnen helfen können“, so Sydygalieva, „Die Mission des Cafés ist es nicht nur, selbst Gutes zu tun, sondern auch andere dazu zu bewegen.“</p>
<p style="text-align: right"><strong>Alexandra Petri auf <a href="http://russian.eurasianet.org/node/64566">eurasianet.org</a>  </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Alexandra Wedl</strong></p>
<p dir="ltr" style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>.</p>
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