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	<title>Elektromusik Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>#BackToMuynak: Warum das diesjährige Stihia-Festival nicht in Karakalpakstan stattfindet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 17:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stihia, ein Elektro-Festival, dass in den letzten Jahren auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattfand, wird in diesem Jahr in die N&#xE4;he von Buchara verlegt. Sind die Juli-Ereignisse in Karakalpakstan daf&#xFC;r ausschlaggebend? Dar&#xFC;ber sprach Hook mit Organisator Otabek Suleimanov. Am 27. Januar gaben die Organisator:innen von Stihia die &#xC4;nderung von Ort und Datum der Veranstaltung [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stihia, ein Elektro-Festival, dass in den letzten Jahren auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattfand, wird in diesem Jahr in die Nähe von Buchara verlegt. Sind die Juli-Ereignisse in Karakalpakstan dafür ausschlaggebend? Darüber sprach <a href="https://hook.report/2023/02/backtomuynak/">Hook</a> mit Organisator Otabek Suleimanov. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Januar gaben <a href="https://www.instagram.com/p/Cn4Re3RNsDg/">die Organisator:innen</a> von Stihia die Änderung von Ort und Datum der Veranstaltung bekannt. In diesem Jahr findet das Festival für elektronische Musik am usbekischen Unabhängigkeitstag (31. August bis 2. September) in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro">Buchara</a> statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Kommentaren zu dem Beitrag entbrannte eine Diskussion darüber, ob es angemessen sei, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakstan</a> das exklusive Recht zu entziehen, die Veranstaltung auszurichten, und ob die Verschiebung ein Versuch sei, die Anwohner:innen für die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/verfassungsreform-in-usbekistan-karakalpakstan-protestiert-fuer-erhalt-der-autonomie/">Juli-Ereignisse</a> zu bestrafen. Der Hashtag #BackToMuynak wurde geboren. Hook sprach mit Otabek Suleimanov, dem Generalproduzenten des Festivals, und fragte außerdem Anwohner:innen und Fans von Stihia, wie sich der Ortswechsel auf das Image der Region auswirkt und was wir vom fünften Festival erwarten können. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Otabek Suleimanov</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Um ehrlich zu sein, als wir die Entscheidung trafen, Stihia in Buchara zu veranstalten, erwarteten wir, dass es eine Reaktion geben würde. Aber keiner von uns hätte sich vorstellen können, dass sie so ausfallen würde. Die endgültige Entscheidung, Stihia zu verschieben, liegt größtenteils bei mir. Das Team und ich haben lange diskutiert und gestritten, aber das entscheidende Votum blieb bei mir. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Festival in der gegenwärtigen Realität in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Moʻynoq</a> abzuhalten, ist unangemessen und unanständig. Die Ankündigung des Festivals sollte im Idealfall sechs Monate vor der eigentlichen Veranstaltung erfolgen, damit die Menschen die Möglichkeit haben, sich vorzubereiten. Damit wir unsererseits alles auf dem richtigen Niveau vorbereiten können. Stihia nur wenige Monate nach der Tragödie anzukündigen, wäre völlig unangebracht. Aber noch länger zu warten, ist aus Sicht der Organisation falsch. Wir hätten keine Zeit gehabt, alles vorzubereiten. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Wenn Stihia ein ruhiges Konzert wäre, dann hätten wir es vielleicht noch am selben Ort veranstaltet. Aber jetzt ist es ein echter Rave, wo es Schnaps gibt und aggressive Musik erklingt.

Es ist kein Geheimnis, dass Stihia in der Region einen gemischten Ruf hat. Jedes Jahr gibt es neue Geschichten, dass die Einheimischen mit der Art und Weise, wie Tourist:innen gekleidet und geschminkt sind, unzufrieden sind. Aus diesem Grund dachten wir auch, dass es mehr negative Einstellungen uns gegenüber gibt als positive. Also brauchen wir diese Pause voneinander. Dies ist eine Frage der Legitimität, Stihia in Karakalpakstan zu veranstalten. Ja, es wird viele Unzufriedene geben, aber wir werden damit umgehen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Warum kein Rebranding?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Ich verstehe, dass der ständige „Wohnort“ von Stihia das Ufer des ausgetrockneten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> ist. Als alles anfing (gemeint sind die Juli-Proteste in Karakalpakstan, Anm. Hook), dachten wir sofort, dass man etwas mit dem Festival machen muss. Ich war an vielen Orten, habe fast ganz Usbekistan bereist, mit Ausnahme einiger Regionen. Und ich kam zu dem Schluss, dass es im Land keinen besseren Ort für Stihia gibt als Moʻynoq. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist der beste Ort nicht nur in Usbekistan, sondern in ganz Zentralasien, wo man eine Veranstaltung dieser Art und Größenordnung organisieren kann. Ja, wir hatten im Team eine Diskussion darüber, ein anderes Festival in Buchara zu organisieren. Vielleicht hätten wir wirklich eine Art &#8222;Rebranding&#8220; machen sollen. Aber die Entwicklung einer neuen Marke, die sich von Stihia unterscheidet, erfordert andere organisatorische Kosten, ein anderes Management und Konzept, viele Investitionen und Anstrengungen. Man kann sagen, dass dies gleichbedeutend mit der Eröffnung eines neuen Business ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/stihia-wie-stehen-die-einheimischen-zu-dem-elektrofestival-auf-dem-grund-des-aralsees/">‚Stihia‘ – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben mit Vertreter:innen des Tourismusministeriums gesprochen und kamen auf die Idee, das Festival neu zu organisieren. Es &#8222;schwebend&#8220; zu machen: ein Jahr in Moʻynoq und das nächste Jahr in einer anderen Stadt. Dies würde unserer Mission, den Tourismus zu entwickeln, helfen. Jetzt verstehe ich, dass wir diese Idee wahrscheinlich aufgeben werden. Wir werden zwei Festivals machen. Eines wird in Moʻynoq sein &#8211; unserem ständigen Wohnort (&#8222;Company of Uncertain Projects&#8220; &#8211; der Organisator des Festivals, ist offiziell in Moʻynoq registriert, Anm. Hook). Und es wird vielleicht zwei statt drei Tage dauern. Statt drei kleiner werden wir dort eine große Bühne installieren. Und im Allgemeinen werden wir es für alle offen machen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Warum das Festival nicht im Frühling stattfindet</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Ganz einfach – die Verlegung steht in Zusammenhang mit den natürlichen Besonderheiten des neuen Standorts. Tatsächlich ist es ein sehr großes Ödland, das die meiste Zeit mit Wasser gefüllt ist. To‘dako‘l ist ein sumpfiges Gebiet, es gibt viel Grundwasser aus benachbarten Stauseen. Soweit wir wissen, gibt es nur drei Monate im Jahr einen harten, trockenen Untergrund, der für eine Veranstaltung geeignet ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es all diese Besonderheiten nicht geben würde, hätte es natürlich im Mai stattgefunden. Der aktuelle Termin ist auch sehr praktisch, da in Usbekistan Feiertage sind. Viele verlassen die Stadt, fahren irgendwo hin. Dies ist sehr praktisch für die Entwicklung des Inlandstourismus. Und es ermöglicht uns auch, ausländische DJs ins Stihia zu holen und deren Anreise zu organisieren. Denn viele von ihnen kommen am Wochenende zum Spielen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Hashtag #BackToMuynak</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Auf den Aralsee aufmerksam zu machen, ist eine etwas naive Mission. Auch ohne uns weiß jeder genau, was dort passiert und warum. Ich habe Angst, genau zu sagen, welche Ergebnisse wir erzielt haben. […] Ja, ausländische Medien, die sich mit elektronischer Musik befassen, schreiben über Moʻynoq, obwohl sie vorher noch nicht einmal von einer solchen Stadt gehört hatten. Das Erscheinen ihrer Artikel über Moʻynoq hat das Publikum, das über den Aralsee Bescheid weiß, leicht erweitert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat sich deswegen etwas geändert? Wahrscheinlich nicht, um ehrlich zu sein. Und wenn sich was geändert hat, dann werden wir es kaum wissen. Als bedeutendstes Projekt kann ich StihiaGen nennen – ein zehntägiger Intensivkurs für Jugendliche und Schulkinder aus Moʻynoq. Letztes Jahr haben wir eine Schulung zum digitalen Design gemacht, dieses Jahr planen wir Programmieren und Designen, vergleichbar mit dem Bildungsprojekt <a href="https://kruzhok.io/">Kruschok</a>. Die teilnehmenden Kinder waren sehr zufrieden, die Schulleitungen auch. Und wir sind stolz auf dieses Projekt. Dies hat der Region praktische Vorteile gebracht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spreche auch nicht vom wirtschaftlichen Nutzen für die Region: vom Gewinn für Taxifahrer oder Cafébesitzer. Wenn wir das Festival jeden Monat veranstalten würden, könnten wir über nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sprechen. Jetzt baut zum Beispiel niemand ein Hotel nur wegen unseres Festivals. Ja, vielleicht haben wir dazu beigetragen, dass sie anfingen, über die Stadt zu sprechen. Aber auch ohne Stihia kann ich feststellen, wie sich die Stadt in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurden Straßen, Ampeln, neue Gebäude gebaut. Ich erinnere mich, wie sie auf einem der Foren sagten: „Wenn der Staat lernt, Probleme in einer so abgelegenen Region zu lösen, wird es viel einfacher sein, die Probleme anderer Städte zu lösen.“ </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Ich verstehe, dass wir in diesem Jahr viele Lektionen lernen werden. Das tun wir bereits. Aber gleichzeitig denke ich, dass diejenigen, die jetzt den Hashtag #BackToMuynak verwenden, uns auch verstehen sollten. […] Was wir tun, ist eine Menge an Arbeit und Investitionen, obwohl wir die Unterstützung der Regierung haben.

Gleichzeitig gab es keinen Druck vom Staat, als wir die Entscheidung zur Verlegung getroffen haben. Im Gegenteil, sie stellten uns dieselben Fragen, die Sie und die karakalpakischen Leser:innen jetzt stellen. Und ich möchte noch einmal betonen, dass es meine Entscheidung als Organisator des Festivals war.

Und der Hashtag #BackToMuynak ist großartig. Ich denke, ich werde ein T-Shirt mit ihm machen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kommentare der Leser:innen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Redaktion von Hook lässt Kommentare von Einwohner:innen Karakalpakstans und Fans des Festivals aus Sicherheitsgründen anonym. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies (die Verlegung des Festivals &#8211; Anm. Hook) ist ein doppelter Schlag für uns alle. Sie verlegen das Festival nach Buchara – dem Ort, an dem die Teilnehmenden der Juli-Ereignisse jetzt <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/juli-proteste-in-karakalpakstan-lange-haftstrafen-gegen-demonstrierende/">vor Gericht stehen</a>. Ich stimme Ihrem Argument nicht zu, dass das Veranstalten des Festivals in Moʻynoq unangebracht sei. Im Gegenteil, sie hätten mit der Veranstaltung von Stihia in Karakalpakstan gezeigt, dass in der Region alles in Ordnung ist. Ich würde deren Standpunkt verstehen, wenn sie ihn einen Monat später vertreten würden. Aber es ist fast ein Jahr her. (Ich habe, Anm . d. Red.) das Gefühl, dass das Management einfach Angst vor einer großen Menschenmenge hat.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/unser-karakalpakstan/">Unser Karakalpakstan </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stihia wurde geschaffen, um die Probleme des Aralsees hervorzuheben. Es ist mit dem Aralsee verbunden, und es scheint mir falsch, es an einem anderen Ort durchzuführen. In Buchara wird es keine Stihia mehr sein. Ich denke, sie hätten dieses Jahr pausieren und 2024 nach Moʻynoq zurückkehren können. Nach dem, was passiert ist, ist die Durchführung solcher Veranstaltungen in unserem Land respektlos gegenüber den Toten.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich halte den Ortswechsel für einen Fehler. Ja, es gab tragische Ereignisse, die noch ausgewertet werden müssen. Doch statt Solidarität zu zeigen, verlegen die Organisatoren das Festival einfach an einen anderen Ort. Ich glaube, dass es notwendig ist, Unterstützung für das karakalpakische Volk zu zeigen, indem man die Aufmerksamkeit von Medien, Tourist:innen und Einwohner:innn anderer Regionen auf sie lenkt.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Hauptaufgabe von Stihia ist es, auf das Problem des Aralsees aufmerksam zu machen. Wo ist Buchara und wo ist der Aral? Das Festival ist mit dem Schiffsfriedhof verbunden, mit dem Sand.“ </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2023/02/backtomuynak/">Russischen</a> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>&#8218;Stihia&#8216; – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees?</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/stihia-wie-stehen-die-einheimischen-zu-dem-elektrofestival-auf-dem-grund-des-aralsees/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2022 20:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits zum vierten Mal hat Anfang Mai das &#x201A;Stihia&#x2018;, ein Festival f&#xFC;r elektronische Musik, auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattgefunden. Doch wie erleben die Anwohner:innen das Event? Reporterinnen von Hook haben sich in dem Ort Mo&#x2BB;ynoq umgeh&#xF6;rt. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die Kleinstadt Mo&#x2BB;ynoq war nun zum vierten Mal [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/stihia-wie-stehen-die-einheimischen-zu-dem-elektrofestival-auf-dem-grund-des-aralsees/">&#8218;Stihia&#8216; – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bereits zum vierten Mal hat Anfang Mai das &#8218;Stihia&#8216;, ein Festival für elektronische Musik, auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattgefunden. Doch wie erleben die Anwohner:innen das Event? Reporterinnen von </strong><a href="https://hook.report/2022/05/stihia-fest/"><strong>Hook</strong></a><strong> haben sich in dem Ort Moʻynoq umgehört. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleinstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moʻynoq">Moʻynoq</a> war nun zum vierten Mal Austragungsort des Elektro-Festivals &#8218;Stihia&#8216; (russ.: Element, Urgewalt). Die Mission der Organisator:innen ist es, so viele Menschen wie möglich für das Problem des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> zu gewinnen und zur nachhaltigen Entwicklung von Moʻynoq beizutragen. In diesem Jahr hat das Festival vom 6. bis 8. Mai stattgefunden und mehr als 1.500 Gäste angezogen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">DJs aus Usbekistan (insbesondere aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a>), Kasachstan, Kirgistan, Georgien, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Indien sind aufgetreten. Neben Musik hat das Festival Vorträge zum Thema Ökologie, Workshops mit lokalen Künstler:innen sowie eine Ausstellung zeitgenössischer karakalpakischer Kunst angeboten. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Unsere Autorinnen aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a> helfen zu verstehen, wie die Bewohner:innen Karakalpakstans das &#8218;Stihia&#8216; sehen und ob sie ein solches Festival überhaupt brauchen. Gulnara Zholdasbayeva spricht darüber, warum elektronische Musik den Karakalpak:innen nicht fremd ist, wie das Festival der Stadt hilft und warum einige Einheimische mit dieser Veranstaltung unzufrieden sind. Und Gulban Abatbayeva half dabei, die Meinungen der Einwohner:innen von Moʻynoq zum &#8218;Stihia&#8216; zu sammeln.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Betrunkene und halbnackte Tourist:innen verärgern Einheimische</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Einige Anwohner:innen lehnen die Durchführung des Festivals kategorisch ab und erklären, es handele sich um eine fremde Kultur, die „nicht unserer Mentalität entspricht“. So wurde in einer karakalpakischen Facebook-Gruppe ein <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0388xXPh7ya1iqmAdhZ5pYGfgWUhLLdS3jMx2fm9YtDzTY6Q4nRYoKjAAcoFAo46uPl&amp;id=100055741375655">Post</a> veröffentlicht, in dem es hieß, solche „Orgien-Discos“ seien eher eine Naturkatastrophe und sollten nicht an Wallfahrtsorten stattfinden. Der Schiffsfriedhof und die Stele „Gefallener Stern“ seien ein Ort der Trauer und der Erinnerung des karakalpakischen Volkes.

</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29756" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Einheimischen ist, dass sich letztes Jahr einige Tourist:innen nicht ganz ethisch verhalten haben sollen, was in der gesamten lokalen Öffentlichkeit diskutiert wurde. Kritiker:innen wollen, dass Regeln aufgestellt werden, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Für viele ist der Zweck des Festes nicht ganz klar: Wie soll dieses Ereignis die Tragödie des Aralsees lösen? <em>„Der Gebrauch verschiedener schädlicher Substanzen, freizügige Kleidung, uns fremd erscheinende Frisuren – all das ist unangenehm. Die Touristen betrinken sich und wüten. Sie verteilen ihren Müll überall, und deshalb verstehen unsere Leute das &#8218;Stihia&#8216; nicht“</em>, sagt einer der Einheimischen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/"><strong>Dokumentarfilm „Waiting for the Sea“ – von Techno und Tradition in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist der Alkoholkonsum nicht ausschließlich eine Sache ausländischer Gäste. In einem kleinen Restaurant neben dem Campingplatz treffen sich die Einheimische jeden Abend (und manchmal sogar am Tag) und entspannen sich bei Bier, Wodka und verschiedener Musik. Die in Usbekistan bekannte karakalpakische Wodka-Marke &#8218;Karatau&#8216; erfreut sich auch bei den Tourist:innen einiger Beliebheit. &#8218;Karatau&#8216; ist Gegenstand von faszinierenden Geschichten, zahlreichen Memes und Aufklebern geworden. In der &#8218;Stihia&#8216;-Telegrammgruppe suchen ausländische Besucher:innen jetzt aktiv nach Wodka-Lieferanten in ihren Städten und tauschen Tipps aus, wie man das Original von Selbstgebranntem unterscheidet. <em><img decoding="async" width="656" height="437" class="alignnone wp-image-29755" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-300x200.jpg" alt="" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 656px) 100vw, 656px" />„Lebensmittelabfälle und Müll, den die Tourist:innen überall hinterlassen, belasten die Umwelt und stören das natürliche Gleichgewicht. Die ältere Generation von Moʻynoq steht dem Festival ablehnend gegenüber. Frisuren und Kleidung der Tourist:innen entsprechen nicht unserer Mentalität, und die Leute denken, dass dies die Spiritualität der jüngeren Generation negativ beeinflussen kann“</em>, sagt Temur Eshanov, ein junger Einwohner von Moʻynoq. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Organisator:innen des Festivals betonen, dass das Hauptziel die Entwicklung der Region sei und sie dazu <a href="https://stihia.org/ru/faq/#:~:text=%D0%9C%D1%8B%20%D0%BE%D0%B6%D0%B8%D0%B4%D0%B0%D0%B5%D0%BC%2C%20%D1%87%D1%82%D0%BE%20%D0%B2%D1%8B%20%D0%B1%D1%83%D0%B4%D0%B5%D1%82%D0%B5%20%D1%81%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D1%81%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D1%83%D1%8E%D1%89%D0%B8%D0%BC%20%D0%BF%D1%80%D0%B8%D0%BD%D1%86%D0%B8%D0%BF%D0%B0%D0%BC%3A">aufrufen</a>, der Wüste mit Respekt zu begegnen und auf Müll zu verzichten, haben leider viele Menschen diesen Punkt unbeachtet gelassen. Während im Vorjahr das Projekt <a href="https://www.instagram.com/p/CPSdPbRJsAr/?utm_source=ig_web_copy_link">Hashar Week</a> im Rahmen des &#8218;Stihia&#8216; funktionierte, Müllsortierbehälter auf dem Gelände des Zeltlagers aufgestellt wurden und Freiwillige die Reinigung organisierten, war es dieses Jahr anders. Es gab zwar Gäste, die bewusst mit ihrem Müll umgingen und sogar fremden Müll einsammelten, aber zur gleichen Zeit wurden Flaschen, Tüten und Zigarettenstummel während des Festivals verstreut, und viele räumten nicht einmal ihr Plastikgeschirr weg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation verschärfte sich besonders abends, als die Party begann. Im vergangenen Jahr wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass das &#8218;Stihia&#8216; trotz der Positionierung eher ein Treff für Ausländer:innen und Besucher:innen aus anderen Städten Usbekistans sei. Anwohner:innen standen hinter dem Zaun und durften weder in das Lager des Festivals noch zur Bühne. Aus diesem Grund gab es das Gefühl, dass die Einwohner:innen von Moʻynoq absichtlich von der Veranstaltung ferngehalten wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“ – Geo-Forscher im Experten-Interview </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich war das Festival aber in den vergangenen Jahren kostenlos. Man musste sich nur auf der Website registrieren und erhielt dann einen QR-Code, mit dem man vor Ort ein Armband als Einlass erhielt. Jeder konnte sich anmelden. Allerdings wussten viele Anwohner:innen einfach nichts von dem bevorstehenden Festival &#8211; entweder informierten die Stadtverwaltung und die lokalen Medien unzureichend über das Festival, oder die Organisator:innen dachten nicht daran, Werbung in den populären karakalpakischen Medien zu schalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl in diesem Jahr die Teilnahme am Festival nicht kostenlos war, war eine große Anzahl Karakalpak:innen anwesend. Und die Organisator:innen machten eine der Bühnen für die Bürger:innen zugänglich, die keine Armbänder hatten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wie das &#8218;Stihia&#8216; der Region hilft</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Für uns Einwohner:innen von Karakalpakstan ist die Aralsee-Tragödie ein Teil des Lebens geworden, und daher scheint es uns, dass der ausgetrocknete riesige See auf der ganzen Welt bekannt ist. Aber wir verstehen, dass dies nicht der Fall ist. Und dank des Festivals besuchen jedes Jahr mehr junge Menschen Moʻynoq und können aus eigener Erfahrung die Lebensbedingungen in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a> – der Wüste, die sich auf dem Grund des austrocknenden Aralsees bildet – erleben. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Menschen aus dem Ausland kommen, um den Aralsee zu sehen. Sie interessieren sich sehr für den aktuellen Zustand des Sees, der Wüste, der wirtschaftlichen Situation und der Lebensweise der hier lebenden Menschen. Am 7. und 8. Mai wurden Seminare organisiert, bei denen junge Erfinder:innen verschiedene Start-ups vorstellten, die darauf abzielen, die dringenden Probleme des Lebens in der Aralsee-Region zu lösen“</em>, erzählt Muldir Maratova aus Karakalpakstan. Ein ähnliches Programm mit Diskussionen, Workshops und Präsentationen von Startups fand bereits 2021 statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/unabhaengigkeit-wie-lebt-das-autonome-karakalpakistan/"><strong>(Un)abhängigkeit: Wie lebt das autonome Karakalpakistan? </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits tragen Tourist:innen, die Moʻynoq und andere Städte Karakalpakstans besuchen, zum wirtschaftlichen Wachstum in der Region bei. <em>„Tourist:innen aus verschiedenen Ländern der Welt, die zum &#8218;Stihia&#8216;-Festival kommen, leisten einen großen Beitrag zur Entwicklung des Tourismus in unserer Republik“</em>, sagt Temur Eshanov. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zum Beispiel zahlten sie 100.000 bis 300.000 Som [circa 8,50 bis 25 Euro, Anm. d. Ü.] für die Übernachtung in den Häusern der Anwohner:innen. Sie kauften große Mengen in lokalen Geschäften ein, sie nutzten die Dienste von Taxifahrer:innen und Angestellten von Hotels und Herbergen. Dies verbessert natürlich die finanzielle Situation in Moʻynoq in gewissem Maße. Für die Tourist:innen blieb unser Regionalmuseum rund um die Uhr geöffnet. Das Festival ist nicht nur für Menschen aus dem Ausland, sondern auch für die lokale Bevölkerung zu einem guten Kultur-Urlaub geworden. Und moderne Musik aus dem Ausland wird von den jungen Leuten gemocht.“</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29754" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Übrigen hat sich die elektronische Musik in Karakalpakstans Hauptstadt Nukus bereits vor dem &#8218;Stihia&#8216; gut entwickelt. Das Genre ist bei jungen Leuten sehr beliebt, und bei vielen Hochzeiten werden statt Sänger:innen lokale DJs gebucht. Zu den Top DJs aus Nukus zählen DJ Chars, Renatulin, T-Shunk, Shax. T-Shunk wirkt schon lange in Taschkent und trat dieses Jahr auch bei Stihia auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine weiterer Vorteil des &#8218;Stihia&#8216; ist, dass man die Besucher:innen mit den Bräuchen, der Kultur und der Kunst der Karakalpak:innen und Usbek:innen vertraut machen kann“</em>, meint Moldir Maratova. <em>„In diesem Jahr kamen zwei-dreimal mehr Tourist:innen als in der Vergangenheit. Dies ist ein Beweis dafür, dass das touristische Potenzial nicht nur in Moʻynoq, sondern in ganz Usbekistan wächst. Wir haben festgestellt, dass 70-80 Prozent der Ausländer:innen, die zum Festival kamen, Hüte und Kleidung mit nationalen karakalpakischen Mustern und usbekischem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Satin"><em>Atlas</em></a><em> trugen. Ich denke, dies ist eine weitere gute Möglichkeit, unser Volk der Welt vorzustellen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/mode-mit-sinn-eine-karakalpakische-junge-designerin-widmet-ihre-neue-kollektion-dem-aralsee/"><strong>Mode mit Sinn: Eine karakalpakische junge Designerin widmet ihre neue Kollektion dem Aralsee </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Odyl Muhamedov, einer der Organisator:innen des Festivals, sagt, dass die schwierigsten Momente der Organisation in der Gewährung der Sicherheit und in den Wetterbedingungen lagen. Am Eröffnungstag regnete es in Strömen, weshalb einige Auftritte verschoben und die Veranstaltung vorzeitig beendet werden musste, damit die Ausrüstung nicht nass wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch trotz der schwierigen Bedingungen wollen die Organisator:innen die Tradition des Festivals in Moʻynoq fortsetzen. Sie sind erfreut zu sehen, wie sich die Stadt jedes Jahr verändert, und die Einheimischen bereiten sich auf das Ereignis vor. Odil bewundert insbesodere die starken karakalpakischen Frauen mit ihrem Unternehmerinnengeist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nurjamal, der als Führer im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstmuseum_Nukus">Savitsky-Museum</a> arbeitet, glaubt auch, dass Stihia eine großartige Möglichkeit ist, den Tourismus in der Region zu entwickeln: <em>„Während das Savitsky-Museum der größte Tourist:innen-Magnet als Ort ist, so ist das Festival die beliebteste Veranstaltung geworden. Leider war Karakalpakstan seit Sowjetzeiten für Menschen aus dem Ausland gesperrt, und das Problem des Aralsees selbst war außerhalb Zentralasiens nicht bekannt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-enthusiast-der-wueste-wie-in-nukus-eine-der-bedeutendsten-avantgarde-sammlungen-entstand/"><strong>Der Enthusiast der Wüste – Wie in Nukus eine der bedeutendsten Avantgarde-Sammlungen entstand </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich denke, dass ein solches Festival eine gute Gelegenheit für die Menschen in Moʻynoq ist. Dank der Anziehungskraft für Tourist:innen aus aller Welt könnte es sogar zu einem zweiten Las Vegas werden. Die Entwicklung des Tourismus ist gut für das Geschäft und dementsprechend für das Wirtschaftswachstum. Deshalb denke ich, dass unsere Leute einfach toleranter gegenüber einer fremden Kultur sein sollten. Man kann sie besser kennenlernen, muss sie aber nicht annehmen. Bald werden sie sich daran gewöhnen und auf etwas Ungewöhnliches nicht mehr besonders reagieren. Von solchen Events muss es einfach mehr geben.<img loading="lazy" decoding="async" width="653" height="435" class="alignnone wp-image-29753" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-300x200.jpg" alt="" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px" />Mir gefällt auch nicht alles. Um ehrlich zu sein, war ich sauer, dass sie den Leuchtturm bemalt haben. Und unter der lokalen Bevölkerung möchte ich keine halbnackten Menschen mit grünen Haaren sehen. Ansonsten unterstütze ich die Idee, Festivals und kreative Selbstdarstellung zu veranstalten.“</em> Die meisten Jugendlichen in Karakalpakstan und insbesondere in Moʻynoq sind begeistert von dem Festival. Sie schlagen vor, mehr solcher Veranstaltungen abzuhalten und die Geographie zu erweitern. Dank des Festivals ist Moʻynoq zu einem Ort geworden, an dem Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen und ihre Energie, Kultur und Positivität teilen. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das &#8218;Stihia&#8216; wird benötigt. Es ist für uns nützlich, wenn Menschen aus dem Ausland kommen. Schließlich muss man sich entwickeln. Alle Überreste der Vergangenheit verschwinden, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen. Bei allem Gerede von Scham und Widersprüchlichkeit mit unserer Mentalität verschwindet nach und nach vieles. Ich denke, es ist nicht nötig, auf die alte Art und Weise zu denken“</em>, meint Alpamis Muratbayev, Student am Institut für Tourismus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem kann man sagen, dass das &#8218;Stihia&#8216; unter den Einwohner:innen von Karakalpakstan sowohl Fans als auch Gegner:innen hat. Doch trotz der Tatsache, dass die Veranstaltung für die lokale Bevölkerung ungewöhnlich bleibt, versucht die Mehrheit, davon zu profitieren. Und es wäre gut, wenn die lokale Bevölkerung stärker in das Festival eingebunden werden würde und ihre Kultur in einem Format präsentieren könnte, das für junge Menschen relevant und interessant ist. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gulnara Zholdasbayeva und Gulban Abatbayeva für </strong><a href="https://hook.report/2022/05/stihia-fest/"><strong>Hook</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>mit Fotos von Jana Luisa Aufderheide</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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