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	<title>Diskriminierung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Diskriminierung Archives</title>
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		<title>Die Bedingungen für Migrant:innen aus Zentralasien verschärfen sich weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2025 19:32:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als ein Jahr nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall in Moskau verschlechtert sich die Lage der Migrant:innen aus Zentralasien in Russland drastisch. Repressive Ma&#xDF;nahmen, Polizeirazzien und der Druck, der russischen Armee beizutreten, nehmen zu. Diskriminierung gegen&#xFC;ber Menschen aus Zentralasien gab es in Russland schon immer. Nach den Anschl&#xE4;gen auf die Crocus City [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><br>Mehr als ein Jahr nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall in Moskau verschlechtert sich die Lage der Migrant:innen aus Zentralasien in Russland drastisch. Repressive Maßnahmen, Polizeirazzien und der Druck, der russischen Armee beizutreten, nehmen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diskriminierung gegenüber Menschen aus Zentralasien gab es in Russland schon immer. Nach den Anschlägen auf die <em>Crocus City Hall</em> am 22. März 2024 hat sie jedoch neue Ausmaße erreicht. Tadschikische Staatsbürger, die vom Islamischen Staat &#8211; Khorasan (afghanischer Zweig des IS, der auch in anderen Ländern Zentralasiens aktiv ist, N. d. Ü.) rekrutiert worden waren, hatten den Anschlag verübt, bei dem 145 Menschen getötet und 550 verletzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolgedessen ergriff die russische Regierung zahlreiche offizielle und inoffizielle Maßnahmen gegen die zentralasiatischen Migrant:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ortung von Migrant:innen in Moskau</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2025 hat das Parlament ein neues Gesetz verabschiedet: Migrant:innen in der Hauptstadt und ihren Vororten müssen ab dem 1. September 2025 eine App installieren, die die Verfolgung ihres Aufenthaltsortes&nbsp;<a href="https://www.rferl.org/a/surveillance-migrant-workers-moscow-central-asia-visa/33433055.html">ermöglicht</a>. Ziel des Gesetzes sei es, die Kriminalität unter zentralasiatischen Migrant:innen zu reduzieren. Wer die Regel nicht beachtet, wird auf eine Liste gesetzt, und ist von einer Abschiebung durch die Regierung bedroht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz zur „digitalen Verfolgung” von Migrant:innen gehört zu einem weitreichenden Anti-Migrant:innen-Kurs der russischen Regierung. Ein aktueller Bericht der NGO <a href="https://www.hrw.org/report/2025/03/17/living-fear-and-humiliation/rising-xenophobic-harassment-and-violence-towards#:~:text=Central%20Asian%20migrants%20seeking%20work,far%2Dright%20Russian%20nationalist%20groups.">Human Rights Watch </a>&nbsp;(HWR) stellt fest: „<em>Razzien, willkürliche Verhaftungen, längere Haftstrafen und Massenausweisungen wegen geringfügiger Vergehen sind häufiger geworden. Viele [Migrant:innen] werden willkürlich für mehrere Tage auf Flughäfen festgehalten und anschließend ohne Erklärung ausgewiesen</em>”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abschiebungen haben in der Tat zugenommen: Im ersten Halbjahr 2024 gab es laut HWR fast 85.000 Abschiebungen und damit doppelt so viele, wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Razzien durch Polizei und Bürgerwehr</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bürger:innen aus Zentralasien sind außerdem wiederholt brutalen Razzien ausgesetzt. Dabei kommt es zu willkürlicher Gewalt, polizeilichen Übergriffen und Demütigungen, so auch am 10. April 2025 in Moskau. Ein von Radio Free Europe veröffentlichtes Video zeigt einen gewaltsamen Polizeieinsatz in einem öffentlichen Bad: Die Polizei schlägt dutzende kirgisischer Staatsbürger brutal zu Boden, zwingt sie, durch einen Raum zu kriechen und sich zusammenzudrängen. Auf der Aufnahme sind außerdem Mitglieder einer Bürgerwehr zu sehen, die sich am Einsatz beteiligen. Sie tragen zivile Kleidung, Masken und Armbinden mit der Aufschrift „<em>Druzhinnik</em>” (eine Art freiwillige Bürgerwehr).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/panorama/gibt-es-keinen-russischen-arzt-tadschikische-mediziner-ueber-fremdenfeindlichkeit-in-russland/">„Gibt es keinen russischen Arzt?“ – Tadschikische Mediziner über Fremdenfeindlichkeit in Russland</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang Mai wurde, wiederum in der Hauptstadt, eine ähnliche Razzia von Überwachungskameras <a href="https://www.rferl.org/a/moscow-police-crackdown-central-asian-migrants-violence-raids/33407065.html">aufgezeichnet</a>. Auch dort werfen russische Sicherheitskräfte Migranten aus Zentralasien in einem Café zu Boden und schlagen sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasiatische Bürger an der ukrainischen Front</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Razzien, Abschiebungen und Massenüberwachung sind Migrant:innen aus Zentralasien zudem Rekutierungsversuchen durch die russischen Behörden ausgesetzt. <a href="https://timesca.com/central-asian-migrants-coerced-into-russias-war-in-ukraine/">The Times of Central Asia</a> berichtet, dass Migranten, oft aus prekären Verhältnissen, regelmäßig lukrative Kurzzeit-Arbeitsangebote für ihre Dienste in der Armee erhalten. Nicht selten werden sie aber auch irregeführt oder sogar bedroht, damit sie sich den russischen Bataillonen im Krieg gegen die Ukraine anschließen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-armee-braucht-tadschikische-migranten-mehr-denn-je/">Russlands Armee braucht tadschikische Migranten mehr denn je</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rekrutierungsmaßnahmen zeigen Erfolg: Nach Angaben von Alexander Bastrykine, dem Leiter des russischen Untersuchungskomitees, sollen etwa 20.000 Soldaten aus Zentralasien an der ukrainischen Front im Einsatz sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „anti-migrantische” Stimmung in Russland könnte Menschen aus Zentralasiens zunehmend davon abhalten, ins Land zu kommen. Laut Radio Free Europe sind bereits fast drei Viertel der Cafés und Restaurants, die auf Arbeitskräfte aus Zentralasien angewiesen sind, davon betroffen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href="https://novastan.org/fr/author/vlprzybylinski/"><strong>Vladimir Przybylinski</strong></a><strong> für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/fact/en-russie-les-conditions-se-raidissent-pour-les-migrants-d-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/diskriminierung-von-frauen-mit-behinderungen-in-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 12:41:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weltweit sind Frauen mit Behinderungen 1,5- bis 10-mal so h&#xE4;ufig von physischer und sexualisierter Gewalt betroffen wie Frauen ohne Behinderungen. Zahlreiche Menschenrechte bleiben ihnen verwehrt, so ist der Zugang zu Bildung und medizinischer Grundversorgung stark erschwert. Die Mehrheit der Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan sieht sich von Geburt an Diskriminierung gegen&#xFC;ber, wenn ihre Familien die [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltweit sind Frauen mit Behinderungen 1,5- bis 10-mal so häufig von physischer und sexualisierter Gewalt betroffen wie Frauen ohne Behinderungen. Zahlreiche Menschenrechte bleiben ihnen verwehrt, so ist der Zugang zu Bildung und medizinischer Grundversorgung stark erschwert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrheit der Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan sieht sich von Geburt an Diskriminierung gegenüber, wenn ihre Familien die Entscheidung treffen, den Mädchen keine Bildung zukommen zu lassen, sondern sie daheim vor den Augen der Nachbar:innen zu verstecken. Diese Art von Bevormundung erfahren Frauen mit Behinderungen oft ihr ganzes Leben, häufig mit traurigem Ende.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Jahren besuchte Sitora Kurbonowa, Aktivistin und Leiterin der NGO „<a href="https://www.facebook.com/SafoiKonibodom/?locale=ru_RU">Safoi Konibodom</a>“, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, für einen Ultraschall eine der Entbindungskliniken Duschanbe. Jedoch war es ihr nicht möglich, selbst hineinzukommen. Die marmorne Eingangsrampe war im falschen Winkel erbaut, sodass eine Nutzung im Rollstuhl nicht möglich war. Dies ist bei der Mehrheit öffentlicher Einrichtungen in Duschanbe der Fall. Sitora musste deshalb vier Männer um Hilfe bitten, die sie letztendlich ins Untersuchungszimmer trugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Als ich das medizinische Personal fragte, wie oft Frauen im Rollstuhl ihre Praxis besuchen, erfuhr ich, dass dies innerhalb von zwei Jahren nur einmal passiert war. Und das ist nicht verwunderlich, für Frauen mit Behinderungen sind die allermeisten Einrichtungen in unserem Land unzugänglich</em>“, sagt Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-muetter-von-kindern-mit-down-syndrom-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Mütter von Kindern mit Down-Syndrom in Tadschikistan diskriminiert werden</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Jahre nach diesem Vorfall nahm sie an der Studie „Menschen mit Behinderungen: Barrieren für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ teil. Allerdings hatte sich in dieser Zeit die Situation wenig geändert. Menschen mit Behinderungen sind in Tadschikistan aus vielen wichtigen Teilen des sozialen Lebens ausgeschlossen. Dies betrifft zweifellos alle Menschen mit Behinderungen, sowohl Frauen als auch Männer. Frauen mit Behinderungen müssen allerdings nicht nur mit diesen allgemeinen, sondern auch mit genderspezifischen Problemen kämpfen. Beispielsweise bleiben ihnen häufig ihre sexuellen und reproduktiven Rechte verwehrt, sie werden Opfer von sexuellem Missbrauch oder Zwangssterilisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der UN ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit Behinderungen von Familienmitgliedern oder Betreuer:innen körperlich oder sexuell missbraucht werden, 1,5- bis 10-mal höher als bei Frauen ohne Behinderungen. Darüber hinaus leben laut <a href="https://www.unwomen.org/en/digital-library/publications/2018/12/the-empowerment-of-women-and-girls-with-disabilities">Statistik von UN Women</a> 19,2 Prozent der Frauen mit einer Behinderung, also eine von fünf. Bei den Männern liegt die Quote mit 12 Prozent deutlich niedriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Frauen mit Behinderung sind von der frühesten Kindheit an einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt. Zum einen aufgrund ihres Geschlechts, zum anderen aufgrund von körperlichen Aspekten. Gerade diese Gruppe ist am häufigsten von häuslicher Gewalt betroffen, hat keinen Zugang zu Bildung und grundlegenden Menschenrechten, wie reproduktiver und sexueller Gesundheit</em>“, erzählt Saida Inojatowa, Leiterin der „<a href="https://ishtirok.tj/">Liga der Frauen mit Behinderungen Ischtirok</a>“ (Anm. d. Red.: Ischtirok – Tadschikisch für „Teilhabe“).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grundsätzlich andere Herangehensweise gegenüber Jungen mit Behinderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sitora ist der Meinung, dass eine Frau mit Behinderung vor allem innerhalb der eigenen Familie diskriminiert wird: „<em>Wenn die Angehörigen der Meinung sind, dass sich die Situation niemals ändern wird, dann hört die Familie auf, ihre Ressourcen und Energie für das Mädchen mit Behinderung aufzuwenden. Die Fürsorge für sie beschränkt sich lediglich auf Essen und Kleidung</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erhält keinen Zugang zu Bildung, und solange die Eltern am Leben sind, lebt sie in ihrem Haus. Nach dem Tod der Eltern wird eine Frau mit Behinderung meistens in eine spezielle Einrichtung gesteckt, in der sie unter traurigen Umständen bis ans Ende ihrer Tage lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-die-unsichtbaren-kirgistans/"><strong>Menschen mit Behinderung – Die Unsichtbaren Kirgistans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber Jungen mit Behinderungen ist die Herangehensweise eine andere: die Familie gibt sich Mühe, ihm einen Beruf beizubringen und einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Für einen jungen Mann mit Behinderung wird immer versucht, eine Braut zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Dabei kann die Braut auch eine junge Frau ohne Behinderung sein, aber beispielsweise aus einer armen Familie. Und dann liegt die Sorge um den Ehemann auf ihren Schultern</em>“, so Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweite Statistiken bestätigen Sitoras Ausführungen: laut Daten der UN liegt die Beschäftigungsquote von Frauen mit Behinderung bei lediglich 19,6 Prozent, während sie sich bei Männern mit Behinderung auf 52,8 Prozent beläuft. Dieses Gefälle in der Beschäftigung zwischen Männern und Frauen wird unter anderem durch mangelnde schulische und Berufsausbildung bedingt. Darüber hinaus wirkt sich die langjährige Diskriminierungserfahrung negativ auf das Selbstbewusstsein von Frauen mit Behinderungen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir treffen tagtäglich Frauen mit Behinderungen, die keinerlei Übung darin haben, mit anderen Leuten zu kommunizieren, sich nicht selbst vorstellen können, die ein so geringes Selbstwertgefühl haben, dass sie sich nicht trauen, wichtige Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen, selbst wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. All dies sind Folgen der Diskriminierung, der die Frauen über Jahre ausgesetzt sind</em>“, sagt Saida.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie zählt grundlegende Dienstleistungen auf, zu denen Frauen mit Behinderungen keinen Zugang haben: neben medizinischen Einrichtungen auch Schönheitssalons oder Schutzräume für Überlebende häuslicher Gewalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mangel an Aufklärung über Rechte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sitora weist darauf, dass Zentren für reproduktive Gesundheit inzwischen Frauen mit Behinderungen die Möglichkeit bieten, Ärzt:innen zuhause anzurufen, um sich beraten zu lassen, wobei dieses Angebot bisher wenig genutzt wird. Der Expertin zufolge ist das mangelnde Interesse an Beratungsangebot der Zentren darauf zurückzuführen, dass Frauen mit Behinderungen nicht über ihre reproduktiven Rechte aufgeklärt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regel erlauben die Familien den Mädchen mit Behinderung den Besuch einer Gynäkologin nicht, weil sie der Meinung sind, dass eine Untersuchung durch eine solche Fachärztin für sie nicht nötig ist. Schließlich soll sie ja niemals Mutter werden…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-menschen-mit-behinderung-auf-sich-alleine-gestellt/"><strong>Kirgistan: Menschen mit Behinderung auf sich alleine gestellt?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Bei einem der Trainings zu reproduktiven Rechten rief mich eine der Teilnehmerinnen zur Seite. Unter Tränen berichtete sie, dass ein junger Mann, der ihr sehr gefiel, ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte, ihre Familie ihr aber eine Heirat nicht erlaube. Dies begründete die Familie damit, dass ihr Mann sie in jedem Fall aufgrund ihrer Behinderung verlassen werde, und sie dann zur Familie ihrer Eltern zurückkehre, womöglich sogar schon mit einem Kind. Darüber hinaus begleitet eine Frau mit Behinderung immer die Meinung, dass sie nur Kinder mit Behinderung gebären wird</em>“, erzählt Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterschiedliche Forschungsergebnisse zeigen, dass Einsamkeit unter Frauen mit Behinderungen kein Einzelfall, sondern ein Trend ist. Beispielsweise führte <a href="https://www.international-alert.org/publications/intersection-disabilities-and-violence-against-women-and-girls-tajikistan/">International Alert</a> im Jahr 2020 eine Analyse in Tadschikistan durch, der zufolge Frauen mit Behinderungen sehr viel häufiger alleinstehend sind als Männer. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit Behinderungen einen Mann ohne Behinderung heiraten, sehr viel geringer, während Männer mit Behinderungen häufig eine Ehefrau ohne Behinderung haben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Redaktion von <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20231130/istoriya-chetvertaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-zhentshin-s-invalidnostyu">Asia-Plus</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20231130/istoriya-chetvertaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-zhentshin-s-invalidnostyu">Russischen </a>von Marie Schliesser</p>



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		<title>Wie Mütter von Kindern mit Down-Syndrom in Tadschikistan diskriminiert werden</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-muetter-von-kindern-mit-down-syndrom-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2024 17:02:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Down-Syndrom]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dutzende Frauen in Tadschikistan berichten, dass sie seit Jahren unter Schuldgef&#xFC;hlen gegen&#xFC;ber ihren Kindern leiden, die ihnen die Gesellschaft ungerechterweise auferlegt hat. &#x201E;100 Prozent der M&#xFC;tter von Kindern mit Down-Syndrom werden in Tadschikistan diskriminiert&#x201C;, erz&#xE4;hlt Tachmina Chakimowa-Riis, Gr&#xFC;nderin der NGO Nazari Digar. Die Organisation wird in K&#xFC;rze eine Studie zu Eltern von Kindern mit Down-Syndrom [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dutzende Frauen in Tadschikistan berichten, dass sie seit Jahren unter Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern leiden, die ihnen die Gesellschaft ungerechterweise auferlegt hat.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„100 Prozent der Mütter von Kindern mit Down-Syndrom werden in Tadschikistan diskriminiert“</em>, erzählt Tachmina Chakimowa-Riis, Gründerin der NGO Nazari Digar. Die Organisation wird in Kürze eine Studie zu Eltern von Kindern mit Down-Syndrom veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum das zusätzliche Chromosom, welches das Down-Syndrom verursacht, auftritt, ist bis heute ungeklärt. Doch die tadschikische Gesellschaft ist mehrheitlich davon überzeugt, dass die Mutter an der Entwicklung dieser genetischen Anomalie schuld ist. Leider wird diese falsche Information auch von medizinischem Personal weitergegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn ein Kind mit Down-Syndrom geboren wird, spricht das Personal der Entbindungsklinik in der Regel mit dem Ehemann und der Schwiegermutter. In 99 Prozent der Fälle geben sie völlig falsche Informationen über das Kind und seine Zukunft und überzeugen die Verwandten, dass die Frau Schuld trägt“</em>, sagt Chakimowa-Riis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnert sich, wie sie vor einigen Jahren in einer Talkshow in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> mit Genetikern streiten musste. Diese behaupteten, dass Kinder mit Down-Syndrom von Frauen geboren werden, die etwas falsch gemacht haben , also <em>„zum Beispiel Alkohol getrunken oder eine Grippe gehabt hätten. Die Welt hat noch keine Antwort auf die Frage gefunden, warum das zusätzliche Chromosom auftritt, aber viele unserer Spezialisten reden solch veralteten Unsinn.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Müttern wird die Schuld gegeben</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Chakimowa-Riis erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die einen kleinen Jungen mit Down-Syndrom zur Welt brachte: <em>„Nach der Geburt erfährt sie nichts und das Baby wird ihr nicht gegeben. Die Diagnose wird zunächst dem Ehemann mitgeteilt. Als die Frau die Entbindungsklinik verlassen will, wird ihr gesagt, das Kind sei krank, habe keine Zukunft und man bietet ihr an, es abzugeben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau wurde auch gefragt, ob sie während der Schwangerschaft krank gewesen sei oder Alkohol getrunken habe. Mit anderen Worten: Sie wurde direkt beschuldigt, einen Fehler gemacht zu haben, der sich auf die Gesundheit ihres Kindes auswirkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-hiv-positive-frauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/v">Wie HIV-positive Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlussendlich kann die Frau das Kind dann doch mit nach Hause nehmen und sieht sich dort endlosen Beschimpfungen gegen sie und ihr Kind konfrontiert. Niemand spielt mit ihm und ständig wird ihr zu verstehen gegeben, dass das Kind nicht normal sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist leider eine typische Geschichte in Tadschikistan: Mütter von Kindern mit Down-Syndrom werden mehrfach diskriminiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>NGO-Engagement für vom Down-Syndrom Betroffene</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Um der Diskriminierung von Anfang an entgegenzuwirken, arbeitet unsere Organisation Nazari Digar mit Entbindungskliniken in Tadschikistan zusammen. Wir haben zum Beispiel ein Projekt namens „Boxen für Neugeborene“, in die wir Kleidung, Spielzeug, Broschüren mit den neuesten Informationen zum Down-Syndrom und Kontakte von Spezialist:innen beilegen“</em>, erzählt Chakimowa-Riis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nazari Digar organisiert auch Schulungen für medizinisches Personal, damit sie Eltern in solchen Situationen angemessen unterstützen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kinder brauchen Unterstützung, kein Mitleid</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das tadschikistanische Gesundheitssystem braucht ein spezielles ethisches Protokoll für medizinisches Personal, das den Umgang mit Eltern von Kindern mit Down-Syndrom regeln soll, fordert Chakimowa-Riis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/geschichte-zwei-wie-schwangere-frauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/">Wie schwangere Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die den Schutz dieser Familien vorsieht, würde ihrer Meinung nach die Situation dieser Familien erleichtern.Mütter von Kindern mit Down-Syndrom sollten jedoch nicht nur in staatlichen Einrichtungen, sondern auch in ihren eigenen Familien geschützt werden. Häufig werden die Frauen in diesen Familien unterdrückt, erleiden häusliche Gewalt – physisch und psychisch – und werden von ihren Verwandten auf jede erdenkliche Weise beleidigt und gedemütigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Fast alle Mütter, mit denen ich gesprochen habe, leiden unter großen Schuldgefühlen. Selbst wenn ihre Ehemänner sie unterstützen (was allerdings nur ein kleiner Prozentsatz ist), machen sie sich Vorwürfe, weil sie ein Kind mit einer solchen Diagnose haben“</em>, so die Aktivistin weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diskriminierung in der Gesellschaft als weiteres Problem</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem ungünstigen häuslichen Umfeld ist eine Frau mit einem Kind mit besonderen Bedürfnissen auch mit Diskriminierung in der Gesellschaft konfrontiert.So sind viele Mütter von Kindern mit besonderen Bedürfnissen gezwungen, zu Hause zu bleiben, angeblich um dem Kind die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Doch auf der anderen Seite gibt es nicht genügend Tagesstätten, Zentren für Frühförderung und Rehabilitationszentren, die für die Entwicklung von Kindern mit Down-Syndrom wichtig sind und die Mütter in der Erziehung entlasten würden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin in Chudschand aufgewachsen und habe dort keine Kinder mit Down-Syndrom gesehen. Als wir eine Untersuchung durchführten, stellte sich heraus, dass die Eltern ihre Kinder so vor der Gesellschaft, ihren Beleidigungen und schiefen Blicken schützen. Unsere Gesellschaft hat bestenfalls Mitleid mit solchen Familien, dabei brauchen sie Unterstützung und kein Mitleid“</em>, erzählt Chakimowa-Riis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://gateway.euro.who.int/en/indicators/hfa_603-7120-births-with-downs-syndrome-per-100-000-live-births/#id=19698">Nach Angaben der WHO</a> kommt auf 700 Neugeborene ein Kind mit Down-Syndrom. Es gilt als die häufigste angeborene Krankheit der Welt. In einer <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ajmg.a.34235">Studie</a> des amerikanischen Genetikers Brian Skotko gaben 99 Prozent der Erwachsenen mit Down-Syndrom in den USA an, mit ihrem Leben zufrieden zu sein.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231204/istoriya-shestaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-mam-detei-s-sindromom-dauna">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie Frauen mit Hidschab in Tadschikistan diskriminiert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2024 18:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Hidschab]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl die &#xFC;berwiegende Mehrheit der Bev&#xF6;lkerung Tadschikistans muslimisch ist, werden Frauen, die sich f&#xFC;r das Tragen des Hidschabs entscheiden, diskriminiert. Sie sagen, dass f&#xFC;r sie ein unausgesprochenes Zutrittsverbot f&#xFC;r einige staatliche Institutionen gelte und dass es in der Gesellschaft viele negative Stereotypen gebe. Anl&#xE4;sslich der internationalen Kampagne &#x201E;16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt&#x201C; hat Asia-Plus [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Obwohl die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Tadschikistans muslimisch ist, werden Frauen, die sich für das Tragen des Hidschabs entscheiden, diskriminiert. Sie sagen, dass für sie ein unausgesprochenes Zutrittsverbot für einige staatliche Institutionen gelte und dass es in der Gesellschaft viele negative Stereotypen gebe.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der Nichtakzeptanz von Frauen mit Hidschab ist lang: <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20170926/zaderzhannaya-za-hidzhab-v-hudzhande-ya-nikogda-ego-ne-snimu">lokale</a> und <a href="https://iz.ru/826721/igor-karmazin/platok-delo-tonkoe-pochemu-tadzhikistan-voiuet-s-khidzhabami-i-borodami">ausländische</a> Medien verfolgen sie seit fast zwanzig Jahren. In den 2000er Jahre wurden Hidschabs in Tadschikistan <a href="https://www.bbc.com/russian/international/2014/07/140701_tajikistan_women_hijab">populär</a>. 2007 wurde der <a href="https://russian.eurasianet.org/node/61966">erste Versuch</a> unternommen, sie in Bildungseinrichtungen zu verbieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig tauchte das Leitmotiv auf, dass das Tragen des Hidschabs im Widerspruch zu den tadschikischen nationalen Traditionen stehe. Beamte erklärten, dass es Frauen in Tadschikistan nicht verboten sei, ein Kopftuch zu tragen, es müsse sich jedoch um ein entsprechend gebundenes nationales Kopftuch handeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte von Madina</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber für viele religiöse Frauen in Tadschikistan ist das Tragen des Hidschabs wichtig, und trotz der Ablehnung durch die örtlichen Behörden entscheiden sie sich, diese Kopfbedeckung zu tragen. <em>„Ich habe vor mehr als einem Jahr einen Hidschab angelegt, es war eine ausgewogene Entscheidung, auf die ich mich mehrere Jahre lang vorbereitet hatte und zu der ich alleine gekommen bin“</em>, sagt Madina (Name geändert, Anm. d. Red. von Asia-Plus). <em>„Meine größte Angst war, dass mein Hidschab direkt auf der Straße abgerissen werden könnte. Ich habe in sozialen Netzwerken von solchen Fällen gelesen. Zum Glück ist mir das nicht passiert, und jetzt höre ich nichts von solchen Vorfällen in Tadschikistan.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Madina erklärt, dass die Entscheidung, einen Hijab zu tragen, ihre eigene Entscheidung war. Ihre Angehörigen, darunter ihr Mann und ihre Schwiegermutter, versuchten alles, um sie von diesem Schritt abzubringen, aus Angst um ihre Sicherheit. In einigen Fällen werden tadschikische Frauen jedoch von ihren Ehepartnern <a href="https://cabar.asia/ru/tadzhikistan-prinuzhdenie-k-hidzhabu-i-nelegkij-vybor-zhenshhin?pdf=23541">gezwungen</a>, den Hidschab zu tragen. Dann befinden sich die Frauen in einer schwierigen Situation: Einerseits stehen sie unter dem Druck ihrer eigenen Familien, andererseits unter dem der Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Natürlich sage ich nicht, dass ich oft zu staatlichen Einrichtungen gehe. Aber manchmal muss ich. Ich kann aber zum Beispiel nicht in den Kindergarten meines Kindes gehen. Ich muss es bis zum Tor bringen und hier trifft uns das Kindermädchen“</em>, sagt Madina. <em>„Ich darf das Gelände des staatlichen Kindergartens nicht mit Hidschab betreten. Das Personal erklärt dies mit einem bestehenden […] Verbot. Es heißt, überall seien Überwachungskameras installiert.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-tadschikistan-von-der-justiz-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Frauen in Tadschikistan von der Justiz diskriminiert werden</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn Elternversammlungen im Kindergarten stattfinden, geht anstelle von mir mein Mann oder einer meiner Verwandten dorthin. Natürlich haben sie mir kein Dokument gezeigt, das mir den Eintritt in den Kindergarten verbietet. Ich bin mir sicher, dass es das nicht gibt, ich möchte nur meine Nerven schonen und nicht mit ihnen streiten“</em>, so Madina weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was andere staatliche Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Kliniken betrifft, so kommt sie laut eigenen Angaben ohne Einschränkungen herein. Allerdings berichtete <a href="https://old.asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20190201/eta-monashka-monologi-tadzhikskih-zhentshin-kotorie-nosyat-hidzhab">Asia-Plus</a> vor einigen Jahren, dass Frauen mit Hidschabs nicht einmal den Zutritt zu medizinischen Zentren hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Die Leute denken, dass verschleierte Frauen ungebildet sind“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschränkungen, die lokale Beamte dem Hidschab tragenden Frauen auferlegen, sind zu einem Grund für die wiederholte Kritik internationaler Organisationen und westlicher Staaten geworden. Beispielsweise haben die Vereinigten Staaten im Jahr 2021 Tadschikistan in die Liste der zehn Länder aufgenommen, in denen religiöse Rechte am häufigsten verletzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Diskriminierung verschleierter Frauen durch normale Bürger:innen angeht, sagt Madina, dass sie keine Probleme bei der Kommunikation mit ihren Landsleuten hatte. <em>„Das Einzige, was mich stört, ist die große Anzahl an Stereotypen, die mit Frauen mit Hidschab verbunden sind“</em>, sagt sie. <em>„Erstens sind sich alle sicher, dass mein Mann mich gezwungen hat, den Hidschab zu tragen, und zweitens denken die Leute, dass verschleierte Frauen ungebildet sind und nichts wissen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/"><strong>Wie hoch ist der Grad der Freiheit und Sicherheit von Frauen in Zentralasien?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn Leute mit mir reden, versuchen sie, manche Erklärungen zu vereinfachen. Sie reden mit mir wie mit einem Kind, obwohl ich im Ausland eine höhere Universitätsausbildung gemacht habe. Und wenn ich anfange, ihnen zu antworten, sind sie überrascht, dass ich etwas Zusammenhängendes sagen kann. Dieser Stereotyp überrascht mich“</em>, so Madina.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile sind in der Gesellschaft Tadschikistans Stereotypen und Stigmatisierung gegenüber Frauen mit Hidschab entstanden, was größtenteils auf das negative Image zurückzuführen ist, das innerhalb des Landes entstanden ist. Seit vielen Jahren <a href="https://russian.eurasianet.org/node/61966">berichten Medien</a> über Sexarbeiterinnen im Hidschab und <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/laworder/20231030/v-hudzhande-arestovali-izgonyayutshego-dyavola-mullu-za-razvratnie-deistviya">erzählen Geschichten</a> von verschleierten Frauen, die von Magie praktizierenden Pseudo-Mullahs getäuscht wurden. <a href="https://centrasia.org/newsA.php?st=1284840300">Negative Äußerungen</a> gegenüber Frauen im Hidschab sind auch typisch für lokale Regierungsbeamte verschiedener Dienstgrade.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231205/istoriya-sedmaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-zhentshin-v-hidzhabah"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie HIV-positive Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2023 09:40:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[HIV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frauen, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, geh&#xF6;ren zu den am st&#xE4;rksten diskriminierten Gruppen in Tadschikistan. Sie werden von der gesamten Gesellschaft gemieden, auch von ihren engsten Verwandten. Obwohl diese Frauen in den meisten F&#xE4;llen kein Gesundheitsrisiko f&#xFC;r andere darstellen, haben sie Schwierigkeiten, einen festen Arbeitsplatz zu finden und erhalten keine medizinische Versorgung. Anl&#xE4;sslich der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Frauen, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, gehören zu den am stärksten diskriminierten Gruppen in Tadschikistan. Sie werden von der gesamten Gesellschaft gemieden, auch von ihren engsten Verwandten. Obwohl diese Frauen in den meisten Fällen kein Gesundheitsrisiko für andere darstellen, haben sie Schwierigkeiten, einen festen Arbeitsplatz zu finden und erhalten keine medizinische Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan gibt es <a href="https://fpc.org.uk/%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%B2%D0%B0-%D1%87%D0%B5%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D0%BA%D0%B0-%D0%B2-%D0%BE%D1%82%D0%BD%D0%BE%D1%88%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B8-%D0%BB%D1%8E%D0%B4%D0%B5%D0%B9-%D0%B6%D0%B8%D0%B2%D1%83/">eine Reihe</a> von Gesetzen und Dokumenten, die direkt oder indirekt die Diskriminierung von Menschen mit HIV verhindern sollen. Im vergangenen Jahr wurde <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20220628/v-tadzhikistane-prinyali-zakon-protiv-vseh-form-diskriminatsii">ein weiteres Gesetz</a> &#8222;zur Förderung der Gleichberechtigung und Bekämpfung jeglicher Diskriminierung&#8220; verabschiedet. Zur Freude der Menschenrechtsaktivist:innen wurde darin das Konzept der &#8222;indirekten Diskriminierung&#8220; eingeführt, mit dem die gefährdeten Gruppen in Tadschikistan am häufigsten konfrontiert sind. Frauen mit HIV hilft diese wichtige Beschreibung im Gesetz jedoch nicht, denn sie sind die Gruppe, die im Alltag direkt diskriminiert wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Diskriminierung trotz Therapie</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Obwohl HIV im alltäglichen Zusammenleben nicht übertragen wird und die moderne antiretrovirale Therapie (ART) die Viruslast minimiert, wird eine HIV-infizierte Frau auf Schritt und Tritt diskriminiert, vor allem in der Familie. Sobald bekannt wird, dass sie HIV-positiv ist, schränken die Verwandten den Kontakt zu ihr ein und meiden sie. Mit der Zeit wird sie überall dort gemieden werden, wo ihre Erkrankung bekannt wird“</em>, sagt Tachmina Chajdarowa, Leiterin des Netzwerks HIV-positiver Frauen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seltsamerweise, so Chajdarowa, klagen HIV-positive Frauen oft über Diskriminierung durch medizinisches Personal: in Zahnarztpraxen, der Chirurgie, der Gynäkologie etc. Die Ärzte weigern sich, Frauen mit HIV zu helfen, weshalb diese über Bekannte professionelle und geschulte Fachärzt:innen finden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die moderne Medizin hat alle Risiken eliminiert: HIV ist heute eine chronische Krankheit wie Diabetes mellitus. Frauen mit HIV können dank einer adäquaten ART-Therapie und medizinischer Betreuung gesunde Kinder zur Welt bringen. Doch selbst Mediziner:innen verfügen oft nicht über aktuelle Informationen“</em>, erklärt Tachmina Chajdarowa. <em>„Auch lokale Journalist:innen diskriminieren Frauen mit HIV. Die Berichterstattung über Frauen mit HIV enthält oft eine abwertende Sprache. Die Medien verbreiten <a href="https://newreporter.org/2023/03/30/ya-ne-monstr-kak-kazaxstanskie-smi-osveshhayut-temu-vich-spid/">Stereotypen</a>, tragen zur Stigmatisierung bei und erklären der Öffentlichkeit nicht, was HIV eigentlich ist. In der Berichterstattung lokaler Journalist:innen finden sich bis heute Ausdrücke wie &#8218;HIV/AIDS ist die Epidemie des 21. Jahrhunderts&#8216;, <a href="https://rus.ozodi.org/a/29261366.html">&#8218;HIV-Terror&#8216;</a> und andere ähnliche Äußerungen, die nicht der Realität entsprechen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art einschüchternder Sprache findet sich auch häufig in Berichten über <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20190314/pochemu-v-tadzhikistane-uvelichilos-chislo-ugolovnih-del-za-osoznannoe-zarazhenie-vich-infektsiei">strafrechtliche Verfolgungen</a> (Art.125 des tadschikischen StGB) von HIV-positiven Frauen wieder, die angeblich absichtlich Männer infiziert hätten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kriminalisierung und Strafverfolgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der erste Teil des Artikels 125 des tadschikischen StGB kann auf alle diskordanten (wenn ein:e Partner:in HIV-positiv und der/die andere HIV-negativ ist) Partnerschaften angewendet werden. In diesem Teil heißt es: ‚eine andere Person wissentlich dem Risiko einer HIV-Infektion aussetzen‘, d.h. es geht nicht um die tatsächliche Infektion, sondern um das Risiko einer Infektion. Und jeder HIV-positive Mensch, der eine:n Sexualpartner:in hat, setzt diese:n angeblich dem Risiko einer Infektion aus. Doch das stimmt nicht“</em> ,sagt Chajdarowa: <em>„Wenn jemand eine ART-Therapie macht, sinkt seine/ihre Viruslast, und auch bei ungeschütztem Sex steckt sich der/die Partner:in nicht mit HIV an.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Internationalen Konferenz zur HIV-Forschung, die vom 23. bis 26. Juli in Brisbane, Australien, stattfand, hat die Weltgesundheitsorganisation neue wissenschaftliche und politische Empfehlungen zu HIV vorgelegt. Sie fassen die wichtigsten Grenzwerte für die HIV-Viruslast zusammen. So übertragen HIV-positive Menschen, die unter ART-Therapie eine nicht nachweisbare Viruslast erreicht haben, HIV nicht auf ihre Sexualpartner:innen und haben ein geringes Risiko der vertikalen Übertragung auf ihre Kinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Tadschikistan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/">Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Viele spektakuläre Strafverfahren wurden in Tadschikistan auf der Grundlage des ersten Teils von Art. 125 StGB eingeleitet. Jedoch hat sich in Wirklichkeit keines der vermeintlichen Opfer mit HIV infiziert“</em>, sagt Tachmina Chajdarowa; HIV-positive Frauen seien weitaus häufiger von Diskriminierung betroffen als Männer. Die Gesellschaft geht immer noch davon aus, dass eine HIV-positive Frau eine Frau mit vielen Sexualpartner:innen ist. Statistiken zeigen jedoch, dass nur 1,7 Prozent der HIV-positiven Frauen in Tadschikistan Sexarbeiterinnen sind. Der Rest sind meist Hausfrauen, die sich bei ihren Ehemännern angesteckt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kürzlich kam eine HIV-infizierte Frau zu uns. Sie war verheiratet, hatte ein Kind und wurde von ihrem Mann brutal geschlagen. Selbst während der Schwangerschaft schlug er sie so heftig, dass sie ihr zweites Kind verlor“</em>, erzählt Chajdarowa. <em>„Obwohl ihr Mann sie mit HIV infiziert hatte, gab seine Familie der Frau die Schuld. Die Frau nahm ihr Kind und verließ ihren Ehemann, mietete ein Zimmer und nahm eine Berufstätigkeit auf. Ihr Ex-Mann nahm ihr daraufhin das Kind weg und drohte ihr, die elterlichen Rechte zu entziehen. Sie sei HIV-positiv, habe keine Ausbildung und nur ein geringes Gehalt, von dem sie das Kind nicht ernähren könne.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Tatsache, dass tadschikische Frauen auch ohne HIV <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-tadschikistan-von-der-justiz-diskriminiert-werden/">häufig von der Justiz benachteiligt werden</a>, ist ungewiss, ob das Gericht diese Ungerechtigkeit in dem obigen Fall erkennt, bei dem der Ehemann Mann versucht, die Erkrankung seiner Ex-Frau zu nutzen, um ihr die elterlichen Rechte zu entziehen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231201/sam-zarazil-no-zhenu-obvinil-zhentshini-s-vich-podvergayutsya-v-tadzhikistane-diskriminatsii"><strong>Asia Plus</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Usmon Rakhmonov</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<item>
		<title>Wie schwangere Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Dec 2023 00:35:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Schutz Schwangerer]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangere]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl Tadschikistans Gesellschaft von Frauen erwartet, dass sie Kinder geb&#xE4;ren, werden insbesondere Schwangere diskriminiert. Anl&#xE4;sslich der internationalen Kampagne &#x201E;16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt&#x201C; hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan &#xFC;ber die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind. Obwohl die Gesellschaft in Tadschikistan nachdr&#xFC;cklich fordert, dass Frauen ihre Rolle als [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Obwohl Tadschikistans Gesellschaft von Frauen erwartet, dass sie Kinder gebären, werden insbesondere Schwangere diskriminiert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Gesellschaft in Tadschikistan nachdrücklich fordert, dass Frauen ihre Rolle als Mütter erfüllen, werden schwangere Frauen am häufigsten diskriminiert. Schwangere Frauen werden fast nie eingestellt, oder ihnen wird gekündigt, weil befürchtet wird, dass sie nach der Entbindung nicht in der Lage sein werden, ihre beruflichen Pflichten zu erfüllen. Dabei gibt es in Tadschikistan Gesetze, die solche Praktiken verbieten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Arbeitsgesetzbuch Tadschikistans (Artikel 125) heißt es ausdrücklich, dass ein Arbeitsvertrag mit einer schwangeren Frau auf Initiative der Arbeitgebenden nicht gekündigt werden darf. In der Praxis kann dieses Gesetz jedoch leicht umgangen werden: Junge, unverheiratete Frauen werden einfach nicht eingestellt, um sich davor zu „schützen“, eine Mitarbeiterin in naher Zukunft in den Mutterschaftsurlaub schicken zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird eine Arbeitnehmerin schwanger, kann sie durch Schikanen und Nervosität dazu gebracht werden, freiwillig ein Kündigungsschreiben zu verfassen. Die Gründe für ein solches Verhalten der Arbeitgebenden liegen in der Befürchtung, dass die Frau nach der Entbindung nicht in der Lage sein wird, ihre beruflichen Pflichten voll zu erfüllen. Hinzu kommt, dass eine Frau in einer solchen Position bezahlten Mutterschaftsurlaub (140 Tage) erhalten muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-transfrauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Transfrauen in Tadschikistan diskriminiert werden</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst die Tatsache, dass die Zahlungen aus dem staatlichen Sozialversicherungsfonds erfolgen, hindert Arbeitgebende nicht daran, Frauen in einer solchen Situation zu diskriminieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nargis‘ Geschichte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Jahr 2020 arbeitete ich als Methodologin an einer Universität in Duschanbe, und gleich nach meiner Heirat machte der Dekan der Fakultät Andeutungen, ob die Arbeit für mich nicht zu viel sei, da ich mich auch um den Haushalt kümmern müsse. Ich sagte, dass ich mit all meinen Pflichten zurechtkomme und weiterarbeiten wolle“</em>, erzählt Nargis (Name geändert) aus Duschanbe. Sie bat darum, anonym zu bleiben, da es unmöglich sei, Verstöße seitens ihres Arbeitgebers nachzuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einiger Zeit fand Nargis heraus, dass sie schwanger war und informierte ihre Vorgesetzten. Daraufhin wurde sie aufgefordert, ein Kündigungsschreiben zu verfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich fragte, warum, und der Dekan sagte mir, dass ihm angeblich nicht gefiel, wie ich arbeitete. Aber er konnte sich nicht konkret über meine Arbeit beschweren, denn ich habe wirklich alle meine Aufgaben erfüllt und sogar noch mehr“</em>, erinnert sich Nargis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Frau bereits in der 10. Woche schwanger war, wurde sie erst von ihrem Vorgesetzten und dann von den übrigen Kolleginnen und Kollegen schikaniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-tadschikistan-von-der-justiz-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Frauen in Tadschikistan von der Justiz diskriminiert werden</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es gab schräge Blicke, Tratsch, keine Antworten, Ignorieren meiner Briefe und dann die Behauptung, sie hätten vergessen zu antworten. Dadurch hatte ich immer mehr mit Stress zu kämpfen, und das alles führte fast zu einer Fehlgeburt. Ärztlich wurde mir geraten, ins Krankenhaus zu gehen, doch ich dachte zuerst nur darüber nach, wie man mich am Arbeitsplatz nicht entlassen würde. Dann wurde mein Ehemann wütend und sagte mir, ich solle ein Kündigungsschreiben verfassen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Glücklicherweise konnte Nargis‘ Schwangerschaft gerettet werden, aber sie erhielt keine der Zahlungen, auf die sie gesetzlichen Anspruch hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mir ist klar, dass sie gegen das Gesetz verstoßen haben, und ich hätte versuchen können, vor Gericht Recht zu bekommen, aber ich hatte einfach nicht die Kraft zu kämpfen“</em>, erklärt sie. <em>„Meine Schwangerschaft war in Gefahr und ich konnte es nicht riskieren. Eine Frau in dieser Lage ist sehr verletzlich und es ist schwer, gegen das ganze System anzukämpfen, und das haben meine früheren Arbeitgebenden ausgenutzt. Ich sitze immer noch zu Hause und finde nicht die Kraft, wieder zu arbeiten, weil ich jetzt ein kleines Kind habe. Diese Geschichte hat mein Selbstwertgefühl sehr stark getroffen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Problem globalen Ausmaßes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens ist das Problem der Diskriminierung von Schwangeren in den meisten Ländern der Welt, auch in den Industrieländern, ein Thema. In den USA zum Beispiel wurde 1978 sogar ein spezielles Gesetz verabschiedet, das die Diskriminierung von Schwangeren verbietet – der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pregnancy_Discrimination_Act">Pregnancy Discrimination Act</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der gerichtlichen Ebene und den rechtlichen Mechanismen werden die Rechte der Arbeitnehmerinnen in den entwickelten Ländern jedoch auch durch verschiedene Programme zur Förderung der soziokulturellen Vielfalt geschützt, deren Vorhandensein und Wirksamkeit Kriterien für die öffentliche Bewertung der Arbeitgebenden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider gibt es in Tadschikistan noch keine solchen Programme. Gleichzeitig kann das Gesetz schwangere Frauen nicht vor versteckter Diskriminierung schützen, der sie allzu oft ausgesetzt sind.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231128/istoriya-vtoraya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-beremennih-zhentshin">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



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		<title>Wie Transfrauen in Tadschikistan diskriminiert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Dec 2023 19:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[LGBT*IQ]]></category>
		<category><![CDATA[Trans]]></category>
		<category><![CDATA[Transfrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Transgender]]></category>
		<category><![CDATA[Transmenschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Transmenschen erleben in vielen L&#xE4;ndern der Welt Diskriminierung. In der konservativen tadschikischen Gesellschaft sind insbesondere Transfrauen davon betroffen. Anl&#xE4;sslich der internationalen Kampagne &#x201E;16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt&#x201C; hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan &#xFC;ber die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind. Transmenschen werden von der modernen Wissenschaft als eine [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Transmenschen erleben in vielen Ländern der Welt Diskriminierung. In der konservativen tadschikischen Gesellschaft sind insbesondere Transfrauen davon betroffen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Transmenschen werden von der modernen Wissenschaft als eine Variante der Norm wahrgenommen. In Tadschikistan ist diese Personengruppe jedoch nicht nur auf alltäglicher, sondern auch auf systemischer Ebene Diskriminierung ausgesetzt. Transpersonen können keinen Job finden, keine medizinischen Leistungen erhalten und keine relevanten Dokumente erhalten. Transfrauen werden in dieser Hinsicht besonders diskriminiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nichts über uns ohne uns“ ist ein bekannter Slogan, der auch von Journalist:innen beachtet wird, die über gefährdete Bevölkerungsgruppen berichten. Das heißt, um das Problem von betroffenen Menschen besser zu verstehen, sollte die Hauptinformationsquelle eben ein betroffener Mensch sein. Allerdings sind Transfrauen in Tadschikistan einem so hohen Maß an Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt, dass sie aus Angst um ihre Sicherheit zögern, mit lokalen Journalist:innen zu sprechen (auch nicht anonym).</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die neuesten Materialien über Transpersonen in der lokalen Presse stammen aus den Jahren 2017–2018. Seitdem hat sich die Situation für sie sowohl in Tadschikistan als auch in Russland, wohin einige versuchten zu gehen, verschlechtert. In der Folge haben Transfrauen jegliche Kommunikation mit Journalist:innen verweigert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um über Transfrauen zu sprechen, verwenden wir hier die Meinung einer Expertin und die anonyme Geschichte einer tadschikischen Transfrau, die auf der Projektwebsite <a href="https://react-aph.org/zashhita-prav-transgendernoj-zhenshhiny-v-tadzhikistane/">REAct</a> veröffentlicht wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte von Renata</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Renata (Name geändert) beschloss, aus Russland, wo sie arbeitete und lebte, in ihr Heimatland zurückzukehren, um ihren Geschlechtsstatus im Pass zu ändern. Ihre Pläne wurden jedoch nach ihrer Ankunft durchkreuzt. Polizisten zeigten Interesse an ihrem Privatleben, als Renata zur Polizeistation ging, um ihre inhaftierte Freundin zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Strafverfolgungsbehörden erfahren hatten, dass sie eine Trans-Person ist, begann ein intensives und aufdringliches Verhör und ihr Telefon, das viele persönliche Daten enthielt, wurde beschlagnahmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-tadschikistan-von-der-justiz-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Frauen in Tadschikistan von der Justiz diskriminiert werden</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Renata später freigelassen wurde, gab man ihr Telefon nicht zurück und untersuchte weiterhin den Inhalt. Anschließend wurde Renata erneut vorgeladen. Man beschuldigte sie, Pornografie verschickt zu haben, wobei es sich in Wirklichkeit um Fotos von einer Brustoperation handelte, die sie an eine Freundin geschickt hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Erwähnung im Antidiskriminierungsgesetz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich spiegelt diese Geschichte nur einen kleinen Teil der Probleme wider, mit denen Transfrauen in Tadschikistan konfrontiert sind. Trotz der Tatsache, dass Trans-Sein nicht strafbar ist, sind diese Menschen gezwungen, ständige Demütigungen nicht nur durch normale Bürger:innen, sondern auch durch Vertreter:innen der Behörden zu ertragen. Es gibt praktisch keinen Ort, an dem sie Hilfe bekommen und ihre Rechte schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Transfrauen versuchen nicht einmal, ihre Rechte zu schützen, da sie im Voraus wissen, wie ihre Versuche, die Polizei zu kontaktieren, enden werden. Am häufigsten versuchen sie, Tadschikistan zu verlassen. Unser Land ist leider kein sicherer Ort für solche Frauen“</em>, sagt Larisa Alexandrowa, Spezialistin für Gleichstellung der Geschlechter und Menschenrechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/homophobe-an-der-macht-ueber-die-situation-von-lgbtiq-in-usbekistan/"><strong>Homophobe an der Macht – über die Situation von LGBT*IQ in Usbekistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erklärt, dass es in Tadschikistan eine systemische Diskriminierung von Transfrauen gebe: <em>„In Tadschikistan wird auf Entscheidungsebene nicht über andere sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten gesprochen. Ein Beispiel ist das kürzlich verabschiedete Gesetz zur Gleichstellung und zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei der Diskussion des Gesetzentwurfs wurde darauf hingewiesen, dass zu den verbotenen Diskriminierungsgründen auch die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität zählen. Aber im bereits </em><a href="https://notorturetj.org/news/v-tadzhikistane-prinyali-zakon-protiv-vseh-form-diskriminacii"><em>verabschiedeten Gesetz</em></a><em> finden Sie nichts dazu. Glücklicherweise gab es Formulierungen, die einen Schutz auch für Menschen anderer sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität vorsahen, diese wurden aber offensichtlich nicht aufgeführt, obwohl diese Gruppen in unserer Gesellschaft der größten Diskriminierung ausgesetzt sind“,</em> sagt Larisa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Spezialistin haben Transfrauen in Tadschikistan keinen Zugang zu den wichtigsten Dienstleistungen – medizinischen und sozialen. Weder werden bei Jugendlichen Besonderheiten identifiziert, noch können sie eine:n Psycholog:in aufzusuchen noch gibt es Regeln für eine Hormontherapie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Übergang zum anderen Geschlecht ist es für sie nahezu unmöglich, ihre Dokumente zu ändern. In der Folge können sie grundlegende Dienstleistungen wie den Gang in die Klinik, die Eröffnung eines Bankkontos, die Arbeitssuche oder die Ausreise nicht in Anspruch nehmen. Dabei gibt es in den Gesetzen Tadschikistans keine Verbote für die Änderung der Dokumente einer Person, die das Geschlecht geändert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Gesetz „Über die staatliche Registrierung von Personenstandsurkunden“ ist die Grundlage für Änderungen an Dokumenten die Aufzeichnung der Änderung des Vor- und Nachnamens sowie des Vatersnamens. Die Standesämter geben eine Stellungnahme zu einer Namensänderung ab, wenn ihnen ein [vom Gesundheitsministerium] ausgestelltes Dokument in der festgelegten Form zur Geschlechtsumwandlung vorgelegt wird. […] Als Gender-Expertin habe ich mich mit einem offiziellen Brief an das Ministerium gewandt, in dem ich um Klärung einiger Details gebeten habe“</em>, sagt Larisa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/doku-film-lgbt-alltag-tadschikistan/"><strong>„Ohrenbetäubende Stille“: Doku-Film thematisiert erstmals LGBTI-Alltag in Tadschikistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ihrem Brief stellte sie folgende Fragen: <em>„Wurden nationale Standards für die Bereitstellung medizinischer und sozialer Versorgung für Transgender und Transsexuelle auf der Grundlage des Krankheitsklassifizierungssystems der Weltgesundheitsorganisation genehmigt? […] Gibt es Formulare zur Geschlechtsumwandlung, die von medizinischen Organisationen ausgestellt werden, um Korrekturen, Änderungen oder Ergänzungen im Personenstandsregister vorzunehmen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort des Gesundheitsministeriums lautete jedoch wie folgt: <em>„Auf dem Territorium Tadschikistans wurden in öffentlichen medizinischen Einrichtungen keine chirurgischen Eingriffe zur Geschlechtsumwandlung durchgeführt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne dieses Formular wird das Standesamt die Geburtsurkunde und auch den Reisepass nicht ändern. Transfrauen werden gezwungen, mit einem Reisepass zu leben, der auf den Namen eines Mannes ausgestellt ist, und wenn ihnen dieser vorgelegt wird, drohen ihnen zumindest Beleidigungen und Demütigungen. Gleichzeitig verursachen Transmänner, die mit Reisepässen auf weiblichen Namen leben, keine solche Aggression seitens der patriarchalischen Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/mir-wurde-gesagt-ich-sei-eine-schande-fuer-kasachstan-lgbtq-menschen-ueber-den-druck-der-kasachstanischen-gesetzeshueter/"><strong>„Mir wurde gesagt, ich sei eine Schande für Kasachstan“: LGBTQ+-Menschen über den Druck der kasachstanischen Gesetzeshüter&nbsp;</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Gerichte sind ebenfalls diskriminierend; sie schicken Transmenschen zu forensischen Untersuchungen und unterziehen sie dort demütigenden Verfahren. Forensiker sind auf diesem Gebiet keine Spezialisten; sie zwingen sie, sich auszuziehen, untersuchen ihre Genitalien und führen Chromosomentests durch. Solche Untersuchungen und Analysen stellen jedoch keine Feststellung von Transgender dar. Dort sollten Psychiater und Endokrinologen anwesend sein, die Schlussfolgerungen ziehen, auf deren Grundlage eine Geschlechtsumwandlung möglich ist. Nach internationalen Standards ist die Geschlechtsumwandlung übrigens eine der Therapiemethoden für Transmenschen“, </em>sagt Larisa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind in etwa 0,3 – 0,5 Prozent der Bevölkerung eines jeden Landes trans. Demnach gibt es in Tadschikistan bei einer Bevölkerung von 10 Millionen zwischen 30.000 und 50.000 Transmenschen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231208/istoriya-devyataya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-transzhentshin"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Wie Frauen in Tadschikistan von der Justiz diskriminiert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2023 18:41:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es bei einer Scheidung um die Aufteilung des Verm&#xF6;gens geht, haben Frauen in Tadschikistan oft das Nachsehen. Betroffene f&#xFC;hlen sich von der Justiz voreingenommen behandelt. Anl&#xE4;sslich der internationalen Kampagne &#x201E;16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt&#x201C; hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan &#xFC;ber die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn es bei einer Scheidung um die Aufteilung des Vermögens geht, haben Frauen in Tadschikistan oft das Nachsehen. Betroffene fühlen sich von der Justiz voreingenommen behandelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Schwächsten in der tadschikischen Justiz sind Kinder und Frauen“</em>, sagt die tadschikische Journalistin Ramsija Mirsobekowa, die vor Gericht versucht hat, in einer gemeinsamen Ehe erworbenes Vermögen aufzuteilen. Keine einzige Frau ist vor Diskriminierung in der Justiz gefeit, obwohl es im Land spezielle Gesetze zur Gleichstellung der Geschlechter gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So erhielten beispielsweise mehr als 80 Prozent der geschiedenen Frauen in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> nach der Scheidung keine Unterkunft und kehrten nach der Trennung von ihrem Ehepartner in das Haus ihrer Eltern zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies besagen <a href="https://www.adb.org/sites/default/files/institutional-document/212096/tajikistan-cga-ru.pdf">Daten</a> der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatischen Entwicklungsbank (ADB)</a> aus dem Jahr 2016, aber seitdem scheint sich kaum etwas geändert zu haben. Darüber hinaus betonen die ABD-Forscher:innen im selben Dokument, dass <em>„in Tadschikistan viele der Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, eher mit der Kultur als mit dem Rechtssystem zusammenhängen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Unterkunft nach Scheidung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Journalistin Ramsija Mirsobekowa, die vor Gericht versucht hat, ihrer minderjährigen Tochter eine Unterkunft zu verschaffen, stimmt dieser These voll und ganz zu. <em>„Es ging um die Aufteilung des in einer gemeinsamen Ehe erworbenen Vermögens, aber gleich zu Beginn vor Gericht, als sie meine Forderungen sahen, sagten sie mir: „Oh, so viel wollen Sie? Wow!&#8220;. Ich verlangte von den vier Wohnungen, die meinem Mann gehörten, nur eine, damit ich dort mit unserer Tochter wohnen konnte, aber selbst diese Forderung wiesen die Justizbeamten zurück“</em>, sagt Ramsija.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnert sich, dass ihr ständig gesagt wurde, sie verlange zu viel. Justizbeamte sagten zum Beispiel: <em>„Du musst nehmen, was man dir gibt! Auch wenn man dir 1000 Dollar gibt, sei dankbar. Sei dankbar, dass du überhaupt etwas bekommst.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Aus meiner persönlichen Erfahrung bin ich überzeugt, dass Kinder und Frauen in den Justizbehörden Tadschikistans am stärksten abhängig sind. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, vor Gericht etwas zu beweisen, habe ich beschlossen, mich ans Parlament zu wenden. Ich vereinbarte einen Termin mit dem Vorsitzenden des Apparats. Vor mir in der Schlange standen nur Frauen, die Gerechtigkeit suchten“</em>, so Ramsija weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Alle haben sich über die Gerichte beschwert, da wurde so viel geweint! Alle waren verzweifelt. Tränen rollten mir aus den Augen, ich hatte so großes Mitleid mit unseren Frauen! Alle Geschichten sind ähnlich: Ein Bruder wirft seine Schwester aus dem Haus der Eltern, weil er ein Sohn ist und in diesem Haus wohnen soll. Ein Ehemann wirft seine Frau nach einer Scheidung aus dem Haus und will das Eigentum nicht mit ihr teilen“</em>, sagt Ramsija.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Voreingenommene Gerichte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fühle sie sich ständig von den Justizbeamt:innen voreingenommen behandelt. <em>„Die Frauen dort werden in einen so verzweifelten Zustand getrieben, dass sie sich nicht zurückhalten können. Darüber hinaus stehen nicht nur das Leben und Wohlergehen der Frau selbst, sondern auch das ihrer Kinder auf dem Spiel. Natürlich konnten sie sich, bis zum Äußersten getrieben, nicht zurückhalten, worauf die Gerichtsangestellten sagen: Na ja, ihr seid emotional, das verstehen wir – ihr seid ja Frauen“</em>, erläutert sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Journalistin unterlag vor Gericht. Es gelang ihr nicht, mit Hilfe des Gesetzes Gerechtigkeit zu erlangen. Leider verfügen die Gerichte in Tadschikistan nur über begrenzte Erfahrung in der Anwendung nationaler und internationaler Rechtsnormen in Fällen von Geschlechterdiskriminierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/"><strong>Wie hoch ist der Grad der Freiheit und Sicherheit von Frauen in Zentralasien?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während beispielsweise laut der ADB mehr als die Hälfte der Richter:innen (57 Prozent) Fälle im Zusammenhang mit der Verletzung der Rechte und Freiheiten von Frauen und Mädchen prüften, nutzten nur 11,2 Prozent von ihnen die Bestimmungen des Gesetzes zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen. 19,6 Prozent nutzten sie aber in Fällen, in denen es um die Rechte von Männern ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur 7 Prozent der Richter:innen wandten die Bestimmungen der <a href="https://www.ohchr.org/en/instruments-mechanisms/instruments/convention-elimination-all-forms-discrimination-against-women">Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau</a> an, während die meisten Richter:innen ihre Entscheidungen allein auf das Familiengesetzbuch, das Strafgesetzbuch oder das Arbeitsgesetzbuch stützten. Diese enthalten aber nur in begrenztem Umfang Bestimmungen zu Diskriminierung.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231129/istoriya-tretya-kak-zhentshin-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-v-sudebnih-organah"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Warum stillende Mütter in Tadschikistan gezwungen sind, sich zu verstecken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 16:33:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Stillen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeden Tag sind Frauen in Tadschikistan mit unterschiedlichen Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung konfrontiert. Besonders betroffen sind stillende M&#xFC;tter. Anl&#xE4;sslich der internationalen Kampagne &#x201E;16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt&#x201C; hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan &#xFC;ber die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind. Jeden Tag sind Frauen in Tadschikistan mit unterschiedlichen Formen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jeden Tag sind Frauen in Tadschikistan mit unterschiedlichen Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung konfrontiert. Besonders betroffen sind stillende Mütter.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ hat Asia-Plus ein besonderes Projekt gestartet, bei dem Frauen aus Tadschikistan über die Diskriminierung sprechen, der sie ausgesetzt sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeden Tag sind Frauen in Tadschikistan mit unterschiedlichen Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung konfrontiert. Dies geschieht so oft, dass Frauen nicht immer in der Lage sind, festzustellen, dass ihre Rechte verletzt werden. Und das, obwohl Tadschikistan 1993 die <a href="https://www.ohchr.org/en/instruments-mechanisms/instruments/convention-elimination-all-forms-discrimination-against-women">Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau</a> unterzeichnet hat, welche Diskriminierung als <em>„jede Unterscheidung, jeden Ausschluss oder jede Einschränkung aufgrund des Geschlechts“</em> definiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diskriminierung von stillenden Müttern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Für viele Mütter ist das Stillen ein täglicher Kampf“,</em> <a href="https://www.unicef.org/tajikistan/ru/Новостные-заметки/продолжая-грудное-вскармливание-после-выхода-на-работу">erklärt</a> UNICEF zum Thema Stillen in Tadschikistan. Nur 36 Prozent der Frauen im Land ernähren ihre Kinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch. Obwohl 96 Prozent der Frauen an sich dazu bereit sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider ist der Kampf ums Stillen eine ziemlich schwierige Prüfung, der nicht jede Frau standhalten kann. Zu den Gründen, warum Frauen trotz aller Vorteile das Stillen verweigern, gehören die Unvereinbarkeit von Stillen und Beruf, unzureichende ärztliche Stillförderung und fehlende familiäre Unterstützung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Stillende Frauen werden in Tadschikistan auf Schritt und Tritt diskriminiert. Es gibt nirgendwo Orte zum Stillen – weder in Geschäften noch auf Basaren oder an anderen öffentlichen Orten. Wenn eine Frau anfängt, ihr Kind in der Öffentlichkeit zu stillen, wird sie gerügt und verurteilt“</em>, sagt Rano Muhibullojewa, Spezialistin für soziale Verhaltensänderungen, Gender und Inklusion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Frauen in Tadschikistan seien gezwungen, ihren Kindern statt der Brust den Schnuller zu geben, um es auf der Straße beruhigen zu können. Dies sei eine sehr schlechte Angewohnheit, die zu einem Rückgang der Muttermilch und anderen negativen Folgen führe, stellt die Expertin fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der bestehenden Probleme wird dieses Thema nicht öffentlich diskutiert. Stillenden Frauen werden während der Stillzeit oft keine besonderen Arbeitsbedingungen geboten, sie versuchen jedoch auch nicht, für ihre Rechte einzutreten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fehlende Orte zum Stillen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fehlende Orte zum Stillen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sind stillende Mütter in Tadschikistan ständig alltäglicher Diskriminierung ausgesetzt. Lilia Gaisina, eine Bewohnerin von Duschanbe, spricht darüber, wie das passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Erst als ich ein Kind bekommen hatte, fiel mir auf, dass ich in Duschanbe schon lange keine stillenden Mütter mehr gesehen hatte. Als ich ein Kind war, gab es viele Frauen, die ihre Babys an öffentlichen Orten stillten. Jetzt nicht. Auch in Nachbarländern, zum Beispiel in Kasachstan, sind stillende Frauen immer noch auf Schritt und Tritt anzutreffen“</em>, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In anderthalb Jahren meiner Beobachtungen traf ich nur eine Frau, die in einem Café ein Kind stillte. Gleichzeitig haben in Duschanbe 99,9 Prozent der öffentlichen Einrichtungen, auch solche, die sich als familienfreundlich darstellen, keinen speziellen Raum für Mütter und Kinder. Es ist nicht klar, was stillende Frauen tun sollen“</em>, so Lilia weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund dessen stillte Lilia ihr Kind, wann und wo immer sie musste. In der Regel in Cafés, Restaurants oder Parks. <em>„Mir sind unzufriedene Blicke von außen nicht peinlich, weil ich den Menschen keine körperlichen Unannehmlichkeiten bereite“</em>, sagt sie. <em>„Aber ich verstehe, dass nicht alle Frauen in Tadschikistan eine solche Einstellung haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/"><strong>Wie hoch ist der Grad der Freiheit und Sicherheit von Frauen in Zentralasien?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Einstellung zum öffentlichen Stillen ist vor allem unpopulär. Und so musste Lilia mehrfach erleben, dass Fremde direkt ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten. <em>„In der Regel handelte es sich dabei um ältere Männer und Frauen. Einer dieser unzufriedenen Menschen reagierte auf meine Bemerkung, dass es an speziellen Plätzen zum Stillen mangele, und sagte: Dann bleib zu Hause.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei einer anderen Gelegenheit wurde mir geraten, mein Baby auf der Toilette zu stillen, und ich wurde gebeten, dorthin einen Stuhl mitzubringen. Obwohl ich während des Stillens zu Hause und am Arbeitsplatz unterstützt wurde, bereitete mir die Alltagsdiskriminierung große Unannehmlichkeiten“</em>, sagt Lilia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile empfehlen WHO- und UNICEF-Expert:innen, Säuglinge von der Geburt bis zum sechsten Monat ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren, also Kindern in diesem Alter keine andere Nahrung oder Flüssigkeit, auch kein Wasser, zu geben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231127/istoriya-pervaya-pochemu-kormyatshie-mami-v-tadzhikistane-vinuzhdeni-pryatatsya-v-obtshestvennih-mestah"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Der Glaube in Zentralasien: Überwachung und Diskriminierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jun 2023 16:43:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Einschränkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Säkularismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der s&#xE4;kulare Staat ist eine Norm und eine Quelle des Stolzes f&#xFC;r die jungen L&#xE4;nder Zentralasiens. Dieses Merkmal wird als Garantie f&#xFC;r Frieden und Modernit&#xE4;t in der Region angesehen. Gleichzeitig f&#xFC;hrt die strenge s&#xE4;kulare Politik zu internationaler Besorgnis und &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;igen Kontrollen an den Grenzen. Von Kasachstan bis Tadschikistan betrachtet sich die Mehrheit der Bev&#xF6;lkerung Zentralasiens [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-glaube-in-zentralasien-ueberwachung-und-diskriminierung/">Der Glaube in Zentralasien: Überwachung und Diskriminierung</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der säkulare Staat ist eine Norm und eine Quelle des Stolzes für die jungen Länder Zentralasiens. Dieses Merkmal wird als Garantie für Frieden und Modernität in der Region angesehen. Gleichzeitig führt die strenge säkulare Politik zu internationaler Besorgnis und übermäßigen Kontrollen an den Grenzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Kasachstan bis Tadschikistan betrachtet sich die Mehrheit der Bevölkerung Zentralasiens als Muslim:innen, genauer gesagt als Anhänger:innen der sunnitischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hanafiten">Hanafi-Schule</a>. Die säkulare Strenge ähnelt sich jedoch in allen fünf Ländern der Region, da die Regierungen die religiöse Meinungsäußerung kontrollieren, insbesondere die von Muslimen und sogenannten nicht-traditionellen religiösen Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus empfiehlt die <a href="https://www.uscirf.gov/resources/french-version#:~:text=Cette%20Commission%20est%20une%20agence,des%20deux%20Chambres%20du%20Congr%C3%A8s.">US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF)</a>, Turkmenistan und Tadschikistan aufgrund ihrer Strukturpolitik, die der Religionsfreiheit zuwiderläuft, als <em>„besonders besorgniserregende Länder“ </em>anzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter <a href="https://www.uscirf.gov/annual-reports">bezeichnet der Bericht</a> Usbekistan und Kasachstan als <em>„Länder, die es verdienen, auf die besondere Beobachtungsliste gesetzt zu werden, weil sie Verstöße gegen die Religionsfreiheit begangen haben“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Belästigung und Überwachung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Kirgistan nicht auf diesen Listen steht, ist auf die relative Offenheit des Landes in religiösen Fragen zurückzuführen. Dennoch werden <a href="https://www.state.gov/reports/2022-report-on-international-religious-freedom/kyrgyzstan/#:~:text=Legal%20Framework,prohibits%20actions%20inciting%20religious%20hatred.">auf der Website des US-Außenministeriums</a> Erklärungen von Nichtregierungsorganisationen zitiert, in denen die Schikanierung religiöser Minderheiten, insbesondere von Jüdinnen und Juden sowie Zeug:innen Jehovas, angeprangert wird. Es kommt auch zu Verhaftungen und Sanktionen gegen muslimische Gruppen, die die kirgisische Regierung als extremistisch oder illegal betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/alles-andere-als-maerchenhaft-das-leben-der-frauen-in-samarkand/">Alles andere als märchenhaft: Das Leben der Frauen in Samarkand</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allen zentralasiatischen Ländern gemeinsam ist die Einmischung der Regierung in den Gottesdienst und die religiösen Praktiken ihrer Bürger:innen. Gesetze schränken die Art und Weise ein, wie Gläubige ihren Glauben zum Ausdruck bringen können. Beispielsweise verfügen alle Länder über nationale Stellen, die für die Registrierung und Überwachung religiöser Gruppen, die Lizenzierung von Imamen und die Kontrolle religiöser Literatur zuständig sind. Gruppen, die sich dieser Registrierung nicht unterziehen, werden als illegal betrachtet. Über Inhaftierungen aus religiösen Gründen wurde in allen vier im Bericht genannten zentralasiatischen Ländern berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gewissensfreiheit wird behindert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zentralasien ist der Militärdienst obligatorisch: Es ist nicht möglich, ihn unter Berufung auf religiöse Gründe zu verweigern. In Tadschikistan und Turkmenistan müssen junge Männer, die sich dennoch <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/">weigern</a>, Geldstrafen zahlen oder riskieren eine <a href="https://www.forum18.org/archive.php?article_id=2632">Haftstrafe</a>. Auch bestimmte Aspekte der Rituale und Zeremonien unterliegen staatlichen Vorschriften, die die Kleiderordnung und die Reden in den Moscheen <a href="https://www.forum18.org/archive.php?article_id=2553">vorschreiben</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den Seiten des USCIRF-Berichts wird die Religionsfreiheit in Turkmenistan als <em>„immer noch mangelhaft“</em> beschrieben, da <em>„die Regierung alle Aspekte des religiösen Lebens und der religiösen Äußerung kontrolliert, religiöse Praktiken und Überzeugungen diktiert und überwacht und die Nichteinhaltung mit administrativer Schikane, Inhaftierung und Folter bestraft“</em>. Zahlreiche Einschränkungen verdeutlichen die Überwachung des Privatlebens der Bevölkerung durch die turkmenische Regierung. Den Frauen wurde beispielsweise eine sogenannte <em>„traditionelle“ </em>Kleiderordnung <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-restrictions-women-appearance-travel/31834476.html">auferlegt</a>.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf Kasachstan, dessen Aufnahme in die Liste der <em>„besonderen Überwachung“</em> empfohlen wird, hebt der Bericht die verpasste Gelegenheit der Regierung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qassym-Jomart Toqaev</a> hervor, bedeutende Reformen in Bezug auf die Religionsfreiheit durchzuführen. Das Gesetz wurde im vergangenen Jahr geändert, jedoch mit geringen Auswirkungen. Das Land übt weiterhin eine strenge Kontrolle über den Glauben aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Oktober verbot eine Schule in Almaty einer muslimischen Schülerin, die einen Hijab trug, einen Monat lang die Teilnahme am Unterricht mit der Begründung, dass dieses religiöse Kleidungsstück nicht den vom Bildungsministerium erlassenen Regeln für Schuluniformen entspreche. Darüber hinaus wurden </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmadiyya"><em>Ahmadiyya-Muslime</em></a><em> aufgrund offizieller Diskriminierung noch immer nicht als religiöse Vereinigung registriert. Wie in den Vorjahren verhängten die Behörden 2022 mehr als 140 Verwaltungsstrafen wegen religiöser Vergehen, die sich hauptsächlich gegen Muslime richteten“</em>, berichtet die Autorenschaft des Berichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Religiöse Äußerungen im Internet</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilnahme an Online-Gesprächen über den Islam oder die Mitgliedschaft in religiösen virtuellen Gruppen sind Handlungen, die auch in Kasachstan zu einem Problem werden könnten. 2022 saßen immer noch fünf Männer im Gefängnis, die 2019 beschuldigt wurden, in einer WhatsApp-Gruppe Nachrichten über den Islam geteilt und veröffentlicht zu haben. Obwohl die <a href="https://digitallibrary.un.org/record/3969786?ln=en">UN-Arbeitsgruppe</a> gegen willkürliche Inhaftierungen ihre Freilassung forderte, hat sich nichts geändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-diaspora-der-ahiska-tuerkinnen-in-kirgistan/">Die Diaspora der Ahiska-Türk:innen in Kirgistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gleichen Bedenken gelten für Usbekistan, ein Land, das laut USCIRF im vergangenen Jahr nur bescheidene Fortschritte gemacht hat. <em>„Obwohl die Regierung die Eröffnung einiger neuer Moscheen genehmigt und eine Handvoll religiöser Minderheitsgemeinschaften registriert hat, darunter drei protestantische christliche Kirchen und eine schiitische Moschee, bleibt der Registrierungsprozess für andere religiöse Minderheitsgemeinschaften eine schwere und unüberwindbare Herausforderung“</em>, heißt es im Bericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am unteren Ende internationaler Ranglisten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiatische Länder werden häufig beschuldigt, Praktiken anzuwenden, die das Recht der Glaubensausübung der Bevölkerung einschränken. Berichte wie der von <a href="https://freedomhouse.org/explore-the-map?type=fiw&amp;year=2023">Freedom House</a> über bürgerliche Freiheiten oder der <a href="https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/home/">Jahresbericht von Aid to the Church in Need</a> zeigen ebenfalls, dass die Bürger:innen in Zentralasien nur wenig oder gar keinen Raum haben, um ihre Religionsfreiheit auszuüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hat dieses Thema historische und geopolitische Implikationen. Das islamische Erbe dieser Länder, das bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht, wurde während der Zeit der UdSSR beeinträchtigt. In jüngerer Zeit wurde und wird die Angst vor einem möglichen Anstieg des religiösen Extremismus in der Region zur Rechtfertigung dieser säkularen Politik herangezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramírez, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/la-foi-en-asie-centrale-surveillance-et-discrimination/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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