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	<title>Diplomatie Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 06:24:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bem&#xFC;hungen zur Bek&#xE4;mpfung der Folgen der globalen Erw&#xE4;rmung. Als erste gro&#xDF;e Plattform f&#xFC;r die Entwicklung koordinierter L&#xF6;sungen auf regionaler Ebene brachte der Regional Ecological Summit (RES)&#xA0;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen f&#xFC;r zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erste große Plattform für die Entwicklung koordinierter Lösungen auf regionaler Ebene brachte der <a>Regional Ecological Summit (RES)</a>&nbsp;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen für zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen zusammen. Organisiert wurde der Gipfel vom <a>kasachstanischen</a>&nbsp;Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen in Partnerschaft mit der UNO. Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staaten, da sowohl natürliche Ressourcen als auch ökologische Katastrophen grenzüberschreitender Natur seien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Konferenz wurde von den zentralasiatischen Staatschefs eine Erklärung zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. Unter dem Titel <em>„Ökologische Solidarität Zentralasiens“</em> legt dieses Dokument eine gemeinsame regionale Position zu den größten Umweltproblemen der Region fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Für Zentralasien ist der Klimawandel keine Zukunftsprojektion mehr“,</em> erklärte der kasachstanische Umweltminister <a>Jerlan Nysanbaev</a>&nbsp;. <em>„Er ist ein Faktor, der direkt unsere Wasser- und Energieressourcen betrifft, aber auch Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Gesundheit.“ </em>Daher sei die Klimapolitik nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern auch eine Frage der <em>„wirtschaftlichen Resilienz, regionalen Sicherheit und Qualität der öffentlichen Verwaltung“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wüstenbildung und Bedarf an Wiederaufforstung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der wichtigsten behandelten Punkte war die zunehmende Wüstenbildung in der Region, die die Wasserressourcen drastisch reduziert. Wie der Vorsitzende des usbekistanischen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Aziz Abduhakimov, betonte, verwandeln sich in Zentralasien wissenschaftlichen Schätzungen zufolge jede Minute neun Quadratmeter Land in Wüste. Dies betrifft große zentralasiatische Seen, deren Wasserstand kontinuierlich sinkt, insbesondere das Kaspisches Meer und den Aralsee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamte Fläche ausgetrockneter Meeresböden, die sich Kasachstan im Norden und Usbekistan im Süden teilen, umfasst heute rund 6 Millionen Hektar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/heuschrecken-bekaempfung-die-herausforderungen-in-zentralasiatischen-laendern/">Heuschrecken-Bekämpfung: Die Herausforderungen in zentralasiatischen Ländern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge wird die Wasserversorgung unberechenbarer, was den Zugang zu Wasser erschwert. Um diesem Problem zu begegnen, sieht die Erklärung von Astana die Entwicklung neuer datengestützter Technologien vor, die auf Oberflächen- und Grundwasserdaten basieren und eine vorausschauende Wasserbewirtschaftung ermöglichen sollen, etwa durch die Digitalisierung von Kanälen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Priorität besteht nicht mehr darin, die Wasserversorgung zu erhöhen, sondern die Effizienz ihrer Nutzung zu verbessern“</em>, erklärte der kasachstanische Vizeminister für Wasserressourcen und Bewässerung, Talgat Momyşev. Die Regierung subventioniere derzeit bis zu 80 Prozent der Kosten solcher wassersparenden Technologien, was einen <em>„grundlegenden Wandel hin zu einer rationalen und wirtschaftlich sinnvollen Wasserbewirtschaftung“ </em>darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich wurde auf dem Gipfel eine neue Initiative Kasachstans verabschiedet: der <em>„Grüne Schild Zentralasiens</em>“, ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt. Der Aufbau von Waldnetzen ist in der Region nicht neu, insbesondere in Kasachstan, wo seit 1997 ein 102.000 Hektar großer Waldgürtel um die Hauptstadt Astana angelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Umweltminister Nysanbaev zeige dies, dass <em>„selbst in zuvor für Waldökosysteme ungeeigneten Gebieten die Wiederherstellung von Ökosystemen möglich ist, wenn sie auf Wissenschaft, vorausschauender Planung und professionellem Forstwissen basiert“</em>. Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies zudem darauf hin, dass Kasachstan in den letzten fünf Jahren über 1,5 Milliarden Bäume gepflanzt habe und dass <a href="http://?">36 Prozent</a> des kasachstanischen Teils des Aralsees durch ökologische Maßnahmen wiederhergestellt worden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bewusstes Bedürfnis nach Zusammenarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Gipfel wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die Luftqualität zu verbessern, die Biodiversität zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, chemische Abfälle zu verwalten, Plastikverschmutzung zu bekämpfen und ökologische Innovationen in Zentralasien zu fördern. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. <em>„All diese Herausforderungen sind ihrer Natur nach grenzüberschreitend und erfordern gemeinsame politische Entscheidungen und Investitionen“</em>, betonte der Präsident der COP29 und Klimabeauftragte Aserbaidschans, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mukhtar_Babayev">Mukhtar Babayev</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/vereinte-nationen-kuendigen-duerre-fuer-zentralasien-an/">Vereinte Nationen kündigen Dürre für Zentralasien an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ schlug Kasachstan zudem die Schaffung einer internationalen Wasserorganisation innerhalb der UNO vor, allerdings ohne konkreten Finanzierungsplan. Außerdem forderten die zentralasiatischen Staaten stärkere internationale finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Umweltprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, ob die Länder ihre Interessen und Ressourcen koordinieren können, um ihre Ziele zu erreichen. Der Gipfel von Astana hat zumindest eine neue Erzählung im Kampf gegen den Klimawandel vorgeschlagen – mit dem Bewusstsein, dass geteilte Risiken zu gemeinsamen Lösungen werden können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloise Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/a-astana-un-sommet-sur-les-defis-environnementaux-specifiques-a-l-asie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Eurasische Wirtschaftsunion – eine Organisation zwischen Ambitionen und Realitäten in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/die-eurasische-wirtschaftsunion-eine-organisation-zwischen-ambitionen-und-realitaeten-in-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 19:51:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende M&#xE4;rz in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Pl&#xE4;nen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte. Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. M&#xE4;rz in Schymkent im S&#xFC;den Kasachstans stattfand, bekr&#xE4;ftigte erneut deren Ambitionen. Unter der F&#xFC;hrung Kasachstans, das [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende März in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Plänen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. März in Schymkent im Süden Kasachstans stattfand, bekräftigte erneut deren Ambitionen. Unter der Führung Kasachstans, das im Jahr 2026 den Vorsitz der Union innehat, bleibt die politische und wirtschaftliche Agenda der EAWU mehr als zehn Jahre nach ihrer Gründung vertraut: eine stärkere wirtschaftliche Integration, ein reibungsloserer Handel und modernere gemeinsame Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EAWU wurde 2015 von ihren fünf Mitgliedstaaten – Russland, Kasachstan, Kirgistan, Belarus und Armenien – gegründet, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Markt innerhalb des eurasischen Blocks zu schaffen, ermöglicht durch den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften. Auch wenn diese Länder bislang die einzigen offiziellen Mitglieder der Union bleiben, werden sie in den Räten der EAWU von Tadschikistan, einem Beitrittskandidaten, sowie von weiteren Staaten mit potenzieller Kandidatur begleitet. Diese sogenannten Beobachterstaaten sind Usbekistan, Turkmenistan, die Mongolei, China und der Iran.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan nutzte seinen Vorsitz, um den Nutzen von KI bei der Modernisierung der Märkte hervorzuheben. Laut dem&nbsp;<a href="http://?">kasachischen Premierminister Olzhas Bektenov</a>&nbsp;habe sich das Land<em>&nbsp;„das strategische Ziel gesetzt, ein vollständig digitales Land zu werden. […] Wir sind bereit, unser Wissen und unsere Erfahrung im Bereich der digitalen Regulierung und der wirtschaftlichen Transformation mit unseren Partnern der EAWU zu teilen.“</em>&nbsp;Am Ende der Konferenz wurden zwölf Dokumente unterzeichnet, die sich auf industrielle Zusammenarbeit, Gütertransport und digitale Integration beziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der freie Warenverkehr – ein Prinzip, das nicht mehr eingehalten wird?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Pläne bleiben jedoch eher theoretisch als konkret. Zwar existiert das Konzept des&nbsp;<em>„freien Verkehrs“</em>&nbsp;im offiziellen Recht der EAWU, doch wird es in der Praxis nicht eingehalten. Seit dem 1. April muss jede Warensendung aus einem der Länder des eurasischen Blocks in Richtung Russland im Voraus – zwei Tage vor Ankunft an der Grenze – durch ein Dokument angekündigt werden, bevor ihr von den russischen Behörden ein QR-Code zugewiesen wird. Dieses neue System zur Kontrolle von Importen, das sogenannte&nbsp;<a href="http://?">SPOT-System</a>, soll bis Anfang Juli vollständig in Kraft treten und dann durch eine sogenannte „Sicherheitsabgabe“ ergänzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese von Russland den übrigen EAWU-Staaten auferlegte Verschärfung der Zollkontrollen offenbart die Schwächen der Union. Anstatt den Handel zu vereinfachen, führt das SPOT-System neue administrative Hürden zwischen Russland und seinen eurasischen Partnern ein. Angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts zwischen Russland und den anderen Mitgliedstaaten der EAWU bleiben diese neuen Barrieren nicht ohne nachteilige Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Eurasische Union: Wiederbelebung der Sowjetunion?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan beispielsweise stellt dies ein echtes Hindernis dar. Die neuen administrativen Anforderungen Russlands verlängern den Exportprozess kasachischer Produkte in das Nachbarland, was zusätzliche, nicht unerhebliche Kosten sowie eine nachteilige Unsicherheit hinsichtlich der Lieferfristen bedeutet. Laut <a href="http://?">Statistiken der kasachischen Regierung</a> entfiel im Januar 2026 rund ein Drittel der gesamten Importe Kasachstans auf Russland. Diese ungleiche wirtschaftliche Abhängigkeit Kasachstans von Russland macht das Land somit besonders anfällig für die neuen russischen Zollvorschriften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beschwerde Kirgistans über die Behandlung von Migranten in Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso reichte Kirgistan Ende Januar beim Gericht der EAWU Klage gegen Russland ein und <a href="http://?">warf Moskau vor,</a> kirgisischen Arbeitskräften, die nach Russland migriert sind, die zugesagten Sozialleistungen nicht zu gewähren. Das Recht der EAWU sieht nämlich vor, dass die Arbeitskräfte jedes Mitgliedstaates sich frei innerhalb des Blocks bewegen dürfen und Anspruch auf soziale Absicherung sowie Krankenversicherung haben – gleichgestellt mit den Staatsbürgern des Landes, in dem sie arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Länder mit einer kleineren Volkswirtschaft wie Kirgistan stellte dieses Versprechen der Freizügigkeit der Arbeitskräfte einen der zentralen Beweggründe für den Beitritt zur Union dar. Im März 2025 erklärte der kirgisische Vizearbeitsminister für Arbeit, soziale Sicherheit und Migration, dass im Jahr 2024&nbsp;<a href="http://?">mehr als 370.000 Kirgisen als Migranten</a>&nbsp;in Russland registriert waren, wie das kirgisische Medium&nbsp;<em>Atchkabar</em>&nbsp;berichtete. Für die Mehrheit von ihnen bedeutet die Arbeit in Russland eine Möglichkeit, ihre in Kirgistan verbliebenen Familien finanziell zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2025&nbsp;<a href="http://?">kündigte der Präsident der Duma, Viatcheslav Volodin, an,</a>&nbsp;dass Migranten aus EAWU-Staaten erst nach fünf Jahren legaler Arbeit in Russland Anspruch auf diese Sozialleistungen hätten. Infolge der Beschwerde der kirgisischen Regierung stellte das EAWU-Gericht klar, dass die Mitgliedstaaten nicht automatisch verpflichtet seien, Sozialleistungen zu gewähren. Anders gesagt, ist das Recht der EAWU den nationalen Gesetzen untergeordnet und wenn sich die regionale politische Lage verschlechtert, werden die Grundprinzipien der Union verletzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Beispiele aus Kasachstan und Kirgistan sind nicht einzigartig, sondern verdeutlichen eine strukturelle Tendenz im Funktionieren der EAWU: Die Länder üben weiterhin Druck mithilfe administrativer und wirtschaftlicher Instrumente aus, die regional große Auswirkungen haben, insbesondere wenn Moskau diese Mechanismen aufgrund seiner wirtschaftlichen Dominanz einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Die Eurasische Wirtschaftsunion steht Russland-Sanktionen hilflos gegenüber</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Debatte über Steuern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus&nbsp;<a href="http://?">beantragte Kirgistan</a>&nbsp;eine Woche vor der Konferenz in Schymkent die Abschaffung der Importsteuern auf eine Reihe von Gütern wie Mehl, Pflanzenöle, Obst und Gemüse sowie Kakao. Bischkek argumentierte, dass die Steuern, kombiniert mit der allgemeinen Inflation, eine zu große Belastung für die kleine Wirtschaft des Landes darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir beobachten eine steigende Inflation auf globaler Ebene, auch bei den Produkten, die wir importieren, insbesondere bei landwirtschaftlichen Gütern. Wenn wir Waren zu höheren Preisen importieren, ist es, als würden wir die Inflation importieren“,</em>&nbsp;<a href="http://?">betonte Elimbek Kanybek Uulu,</a>&nbsp;Leiter der Koordinationsabteilung der EAWU, auf einer Pressekonferenz in Bischkek.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich suchen die zentralasiatischen Länder angesichts des Drucks aus Russland zunehmend nach einer Diversifizierung ihrer Wirtschaftspartner, wobei sie sich insbesondere China und der Europäischen Union zuwenden – ein Verhalten, das in Russland nicht unbeachtet bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt das wirtschaftliche Gewicht der EAWU erheblich, und die Mitgliedstaaten betrachten ihre Zugehörigkeit zur Union weiterhin als vorteilhaft. Seit 2015 hat sich der gegenseitige Warenhandel nahezu verdoppelt und erreichte im Jahr 2024 fast 100 Milliarden US-Dollar,&nbsp;<a href="http://?">so die Eurasische Wirtschaftskommission.</a>&nbsp;Die Barrieren innerhalb der Union sind daher nicht nur wirtschaftlicher Natur, die sich aus dem ungleichen Gewicht der Mitgliedstaaten ergeben, sondern vor allem politischer Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt jedoch, dass die in Schymkent vorgestellten Pläne zur Integration und digitalen Modernisierung der EAWU, so realisierbar sie auch sein mögen, voraussetzen, dass die Länder ihre Interessen bündeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloïse Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/lunion-economique-eurasiatique-entre-ambitions-et-realites-pour-lasie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich </strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Ins Leere gelaufen: Ist das gemeinsame turksprachige Alphabet daran gescheitert, den türkischen Einfluss in Zentralasien zu stärken?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[OTS]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einf&#xFC;hrung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der St&#xE4;rkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten st&#xE4;rker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einführung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der Stärkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten stärker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize und bestehender Sprachpolitik haben die zentralasiatischen Staaten das gemeinsame Alphabet jedoch weitgehend ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> (OTS) der Weltöffentlichkeit die Schaffung eines gemeinsamen <a href="https://astanatimes.com/2024/09/turkic-states-revive-latin-based-alphabet-to-preserve-linguistic-heritage/">turksprachigen Alphabets mit 34 Buchstaben</a> bekannt, das auf dem lateinischen Alphabet basiert und von allen Mitgliedstaaten schriftlich bestätigt wurde. Die von der Türkei angeführte Initiative ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 in Arbeit. Ein Jahr nach der Ankündigung des gemeinsamen Alphabets ist die erhoffte Resonanz im zentralasiatischen Raum jedoch bislang ausgeblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgeschlagene Alphabet ist Teil einer größeren regionalen Debatte über die politische Zukunft der zentralasiatischen Sprachen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen viele der neuen unabhängigen Republiken mit der Umstellung ihrer Sprachen von der kyrillischen auf die lateinische Schrift. In Zentralasien ist die Entscheidung für die Umstellung auf die lateinische Schrift jedoch auch drei Jahrzehnte später noch immer Gegenstand heftiger Debatten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat unter der expansionistischen Außenpolitik von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdoğan</a> eine führende Rolle bei der OTS-Initiative zur Entwicklung eines turksprachigen Alphabets übernommen. Die Türkei führte 1928 im Rahmen ihrer Modernisierungsreformen in der frühen Unabhängigkeitsphase <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/oct/25/turkey-switches-from-arabic-script-to-latin-alphabet-1928">erstmals die lateinische Schrift ein</a>. Indem sie die zentralasiatischen Staaten zu einem vergleichbaren Prozess ermutigt, verfolgt sie zugleich das Ziel, ihre Position als dominantes Zentrum der turksprachigen Welt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat Erdoğans Plan nicht viele starke Verbündete in der politischen Elite Zentralasiens gefunden. Die meisten Staaten der Region sind nach wie vor in nationale Debatten über die postsowjetische Zukunft ihrer Amtssprachen verstrickt, weshalb die zentralasiatischen Regierungen kaum Bereitschaft zeigen, einen so tiefgreifenden sprachpolitischen Wandel auf internationaler Ebene mitzutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkurrenz um den Status als „Mittelmacht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Ankündigung der OTS zeigen sich die regionalen Schwergewichte Kasachstan und Usbekistan weiterhin zurückhaltend gegenüber der Einführung des gemeinsamen turksprachigen Alphabets innerhalb ihrer Landesgrenzen. Laut Nargiza Muratalieva, einer in Bischkek ansässigen Politikwissenschaftlerin, „<em>ist Kasachstan nicht bereit, seine Führungsrolle in Zentralasien zu teilen, da es versucht, sich als Mittelmacht zu profilieren</em>“. Kasachstan hat die Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion damit verbracht, die politische Macht in Zentralasien innerhalb seiner eigenen Grenzen zu zentralisieren, um sich sowohl in der Region als auch in der internationalen Gemeinschaft einen angesehenen <a href="https://rsaa.org.uk/blog/kazakhstans-new-middle-power-myth/">Status als „Mittelmacht“</a> zu sichern. Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und dem BIP nach das zweitgrößte, <a href="https://timesca.com/how-kazakhstan-and-uzbekistan-anchor-a-strategic-middle-power-hub-in-central-asia/">verfolgt vergleichbare Ziele</a>. Beide Länder deuten das von Ankara vorangetriebene OTS-Alphabet als Machtinstrument und als Gefahr für ihre eigenen nationalen Zielsetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan haben zwar bisher das gemeinsame Alphabet nicht übernommen, setzen jedoch jeweils <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/21582440221138820">eigene nationale Pläne</a> um, um die Schriften ihrer Amtssprachen von Kyrillisch auf Latein umzustellen. In beiden Fällen hat die politische Führung die Schwierigkeit dieser Aufgabe unterschätzt, da die Initiativen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Derzeit befinden sich beide Staaten in einer Übergangsphase, in der beide Schriften nebeneinander verwendet werden. Kritiker:innen bemängeln, dass dieser Zustand sprachpolitischer Stagnation sowohl die Bevölkerung verunsichert als auch die staatliche Verwaltung erheblich belastet. <a href="https://thediplomat.com/2024/09/the-latinization-of-kazakhstan-language-modernization-and-geopolitics/">The Diplomat berichtet</a>, dass der Haushaltsplan für Kasachstans Lateinisierungsprogramm 2018 auf 664 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, was etwa 39 Prozent des kasachischen BIP für dieses Jahr entspricht. Die Schwierigkeiten, mit denen Kasachstan und Usbekistan bei der Einführung der lateinischen Schrift konfrontiert waren, haben dazu geführt, dass keine der beiden Regierungen bereit scheint, in das OTS-Alphabet als drittes System zu investieren. Selbst Turkmenistan, der Staat, der die Verwendung des Kyrillischen in den 1990er Jahren <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">erfolgreich abgeschafft</a> hat, sträubt sich weiterhin gegen den OTS-Plan. Weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und ausländischen Einflüssen gegenüber abgeneigt, bietet das OTS-Alphabet Aschgabat nur wenige Vorteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: Die kyrillische Ausnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der feierlichen Enthüllung des neuen turksprachigen Alphabets richteten sich alle Blicke auf Kirgistan. Anlässlich der Einführung des Alphabets<a href="https://www.trtworld.com/article/785e2a4cd17b"> überreichte Erdoğan</a> jeder vertretenen Nation ein Exemplar zweier in das neue Alphabet übersetzter Bücher. Eines der Bücher war ein Roman von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chinghiz_Aitmatov">Tschingis Aitmatow</a>, einem regional bekannten Autor aus Kirgistan. Erdoğans Wahl war kaum zufällig. Kirgistan ist bis heute der <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">einzige turksprachige Staat</a>, der nicht einmal versucht hat, seine nationale Schrift von Kyrillisch auf eine andere umzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Analyst:innen führen die fortgesetzte Verwendung des kyrillischen Alphabets in Kirgistan auf die <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">engen Beziehungen</a> zu Russland zurück, die das Land seit seiner Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion unterhält. Russland betrachtet den zunehmenden Einfluss der Türkei in Zentralasien weitgehend als Bedrohung für seine Stellung in der Region und unternimmt Schritte, um die Macht des Landes in Staaten wie Kirgistan, in denen es noch immer beträchtlichen Einfluss hat, zu schwächen. Muratalieva sieht die Zurückhaltung Kirgisistans, das OTS-Alphabet einzuführen, vor allem in pragmatischen, nicht in politischen Überlegungen begründet. <em>„Die einfachste Erklärung ist der Mangel an finanziellen Mitteln, um dieses Alphabet auf nationaler Ebene einzuführen</em>“, erklärt sie. Obwohl die Türkei die Alphabetinitiative formell vorangetrieben hat, zeigt sie sich bislang zurückhaltend bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für OTS-Mitgliedstaaten, die an einer nationalen Umstellung interessiert sind. Der Mangel an verfügbaren Mitteln schränkt die Möglichkeiten finanzschwacher Staaten wie Kirgistan, der kleinsten Volkswirtschaft des OTS-Blocks, erheblich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der Präsident Kirgistans, nach seiner Meinung zur sprachlichen Zukunft der kirgisischen Sprache gefragt wurde, erklärte er laut <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a>, <em>es sei „zu früh, über die Umstellung der kirgisischen Sprache auf das lateinische Alphabet zu sprechen“. </em>Muratalieva vermutet, dass Japarovs Strategie darin besteht, abzuwarten, wie sich die größeren Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan bei ihren jeweiligen Umstellungen auf eine lateinbasierte Schrift entwickeln. <em>„Wenn eines von ihnen Erfolg hat, wird Kirgistan folgen“, </em>vermutet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aserbaidschan als potenzielles Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Hoffnung für die türkische Macht in Zentralasien ist verloren. Aserbaidschan, dient den postsowjetischen turksprachigen Staaten, die einer Zusammenarbeit mit der Türkei offen gegenüberstehen, als Vorbild und zeigt, wie eine Partnerschaft mit dem türkischen Staat zu einer erfolgreichen Entwicklung führen kann. Die Türkei und Aserbaidschan sind seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 <a href="https://www.mfa.gov.tr/relations-between-turkiye-and-azerbaijan.en.mfa">enge Verbündete</a>. Diese strategische Partnerschaft hat es Aserbaidschan ermöglicht, weitgehend seinen eigenen Weg zu gehen und sich wirtschaftlich wie politisch <a href="https://www.middleeasteye.net/news/why-azerbaijan-russia-relations-are-breaking-point">von Russland abzugrenzen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der ersten Maßnahmen Aserbaidschans nach der Unabhängigkeit war die <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">vollständige Umstellung der Landessprache</a> von Kyrillisch auf Latein, ein Ziel, das um die Jahrhundertwende erreicht wurde. Die aserbaidschanische Schrift ist in ihrer heutigen Form eng mit der türkischen Standardschrift und dem neu vorgeschlagenen OTS-Alphabet verwandt. Diese sprachliche Integration zwischen den beiden Nationen hat viele neue Möglichkeiten für <a href="https://turksam.manas.edu.kg/index.php/en/azerbaijan/9597-azerbai-jan-and-turkey-agree-on-key-areas-of-cooperati-on#:~:text=AZERBAİJAN%20AND%20TURKEY%20AGREE%20ON%20KEY%20AREAS%20OF%20COOPERATİON,-10%20September%202025&amp;text=The%20minister%20emphasized%20that%20for,participation%20of%20leading%20energy%20companies.">transnationale Partnerschaften</a> eröffnet, deren Erfolge von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind die zentralasiatischen Staaten <a href="https://dgap.org/en/research/publications/central-asias-shifting-regional-dynamics">zunehmend zurückhaltend gegenüber einer engen Partnerschaft mit Russland</a>. Die regionale Führung befürchtet, dass Russlands geografische Nähe zu ihren Grenzen zu künftigen militärischen Konflikten führen könnte. Die Türkei, die eine Alternative zur russischen Partnerschaft bieten möchte, vermarktet ihre geografische Distanz zu Zentralasien als überzeugende Sicherheitsgarantie. Obwohl die Türkei territoriale Distanz zu potenziellen zentralasiatischen Partnern wahrt, profitiert sie zugleich von der <a href="https://armenianweekly.com/2024/12/31/turkeys-golden-era-in-central-asia-and-the-future-of-the-organization-of-turkic-states/">kulturellen und religiösen Nähe</a> zum gemeinsamen turksprachigen Erbe der Region. Das gemeinsame turksprachige Alphabet ist nur ein Weg, auf dem die Türkei über das gemeinsame turksprachige Erbe Einfluss in Zentralasien gewinnen will. Die türkische Soft Power in Zentralasien ist zwar derzeit noch gering, gewinnt aber stetig an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, <a href="https://www.duvarenglish.com/turkey-ready-to-add-5-new-letters-to-alphabet-erdogan-says-news-65214">administrative und wirtschaftliche Opfer für die Einführung des neuen Alphabets</a> im eigenen Land zu bringen, zögert aber weiterhin, die finanziellen Belastungen für die Einführung der Schrift in den zentralasiatischen Turkstaaten zu tragen. Da die Türkei nicht bereit ist, sich in die bestehenden sprachpolitischen Konflikte Zentralasiens einzumischen oder Russlands anhaltendem kulturellem Einfluss in der Region direkt entgegenzutreten, stellt sich die Frage: Ist das OTS-Alphabetprojekt gescheitert? Wahrscheinlich ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/dead-in-the-water-has-the-common-turkic-alphabet-failed-to-boost-turkish-influence-in-central-asia/">Englischen</a> von Elisa Berste</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Was ist die Bilanz des Treffens der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 18:00:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begr&#xFC;&#xDF;ten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem &#xFC;ber Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit. Es waren nicht f&#xFC;nf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begrüßten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem über Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren nicht fünf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent. Unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> als Vertreter Aserbaidschans kamen am 16. November 2025 die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Usbekistans, Tadschikistans und Turkmenistans zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2018 in Astana hat sich das Ziel der Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens deutlich weiterentwickelt. Während zu Beginn die <a href="https://timesca.com/central-asia-countries-rebuilding-regional-integration/">politische Aussöhnung</a> im Vordergrund stand, gehören nun die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit innerhalb der Region zu den wichtigsten Themen. In diesem Jahr standen Fragen der Wasserversorgungssicherheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Kulturdiplomatie im Mittelpunkt der Debatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasien, eine Region im Aufschwung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://president.uz/en/lists/view/8674">In seiner Eröffnungsrede</a> begrüßte der Präsident Usbekistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, Aserbaidschan als vollwertiges Mitglied des Treffens der Staatschefs Zentralasiens. Obwohl das Land im Kaukasus bereits seit zwei Jahren regelmäßig an den Treffen teilnimmt, begründete Mirziyoyev die endgültige Aufnahme mit der <em>„gemeinsamen Geschichte, den familiären Bindungen und der geistigen und kulturellen Verbundenheit”</em> der zentralasiatischen und aserbaidschanischen Völker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aserbaidschans Präsident Alijew pflichtete ihm bei. Er <a href="https://menafn.com/1110351829/Central-Asia-Azerbaijan-Have-Become-Unified-Geopolitical-And-Geoeconomic-Region-Of-Growing-Significance-President-Ilham-Aliyev-FULL-SPEECH">erklärte</a>, dass <em>„Zentralasien und Aserbaidschan heute eine einzigartige geopolitische und geoökonomische Region bilden, deren Bedeutung in der Welt stetig wächst.“ </em>Er betonte auch die strategische Bedeutung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridors</a>, einer Straße, die durch den Süden Armeniens verläuft und Aserbaidschan mit der Türkei verbindet. Dieser Korridor, der von Baku als zukünftige Hauptverkehrsachse zwischen dem Kaspischen Meer und Anatolien präsentiert wird, steht jedoch im Zentrum starker Spannungen mit Armenien und stößt bei den Gegnern des <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://d-nb.info/1061111512/34">Panturkismus</a> auf heftige Kritik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/">Riskante Zusammenarbeit mit China</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach China im September 2025 und den Vereinigten Staaten Anfang November sorgt die Annäherung der zentralasiatischen Länder an Aserbaidschan für Uneinigkeit. Die Integration Aserbaidschans ist zwar eine Chance für die regionale Zusammenarbeit in „Groß-Zentralasien”, könnte aber auch die Identität der Region verzerren. Während der Präsident Usbekistans vorgeschlagen hat, dieses jährliche Konsultationstreffen in eine „<a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/uzbek-president-proposes-setting-up-bloc-central-asian-states-2025-11-16/">Zentralasiatische Gemeinschaft</a>” umzuwandeln, übt der türkische Einfluss zusätzlichen Druck von außen auf eine Region aus, die ohnehin schon zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten hin- und hergerissen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit möchten die zentralasiatischen Länder zu einem Transitknotenpunkt Eurasiens werden. Zur Öffnung neuer Grenzen und zum Ausbau der Eisenbahnlinien kommt der Vorschlag eines „digitalen Transitkorridors” durch die Schaffung eines <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740394-tokaev-predlozhil-sozdat-strategiyu-razvitiya-transportnoj-sistemy-tsa">einheitlichen elektronischen Systems zur Verfolgung von Waren</a> hinzu. Laut dem Präsidenten Kasachstans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> könnte diese Maßnahme zu einer Verdopplung des intraregionalen Handelsvolumens auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf kirgistanischer Seite wird derzeit eine neue Transportlinie gebaut. <em>„Der Bau der strategischen Eisenbahnlinie China-Kirgistan-Usbekistan wird nicht nur eine Verbindung herstellen, sondern auch die Logistik neu gestalten. Sie wird unseren Ländern den kürzesten Weg zu den größten Märkten Asiens und Europas eröffnen”</em>, <a href="https://24.kg/vlast/351097_sadyir_japarov_priglasil_prezidentov_stran_regiona_navsemirnyie_igryi_kochevnikov/">erklärte</a> der Präsident Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Konflikte an der pakistanisch-afghanischen Grenze den Fortschritt der transafghanischen Eisenbahn verzögern, hob Usbekistan ebenfalls die Fortschritte dieses Logistikprojekts hervor, das ihm den Zugang zu pakistanischen Häfen ermöglichen würde. Im Juni 2025 hatten Usbekistan, Afghanistan und Pakistan <a href="https://astanatimes.com/2025/07/uzbekistan-pakistan-and-afghanistan-sign-agreement-on-trans-afghan-railway/">vereinbart</a>, den Bau der Strecke zwischen der afghanischen Hauptstadt Kabul und den pakistanischen Städten Torkham und Peshawar zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan lässt sich ebenfalls nicht lumpen: Im Februar 2025 schloss das Land mit Aserbaidschan, Georgien und Rumänien ein zwischenstaatliches Abkommen über die Schaffung und den Betrieb der internationalen Transportroute Kaspisches Meer – Schwarzes Meer, wie die <a href="https://timesca.com/turkmenistan-azerbaijan-georgia-and-romania-advance-caspian-sea-black-sea-transport-corridor/">Times of Central Asia berichtet</a>. <em>„Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns“</em>, schlussfolgerte Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit, Wassermanagement und Tourismus: Harmonisierung der zentralasiatischen Politik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kirgistan und Tadschikistan derzeit aufgrund erheblicher Wasserknappheit mit einer <a href="https://www.stern.de/news/sinkende-pegel-an-wasserkraftwerken--tadschikistan-und-kirgistan-droht-energiekrise-36346868.html">Energiekrise</a> konfrontiert sind, stand das Wasserressourcenmanagement ebenfalls im Mittelpunkt der Debatten. Der Bau von Wasserkraftwerken und die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums für Wassermanagement in Taschkent zeugen von der Besorgnis Zentralasiens hinsichtlich der Wasserwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier könnte die regionale Zusammenarbeit die Lösung sein: Präsident Toqaev forderte eine Harmonisierung der Wasserbewirtschaftungsstrategien, während sein Amtskollege aus Usbekistan eine gemeinsame Nutzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> in Afghanistan vorschlug. Zudem sollen die Jahre 2025 bis 2036 Mirziyoyev zufolge zum <a href="https://timesca.com/central-asian-leaders-welcome-azerbaijans-accession-at-tashkent-summit/">„Jahrzehnt praktischer Maßnahmen für eine rationelle Wassernutzung in Zentralasien”</a> erklärt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Sicherheit der zentralasiatischen Staaten angeht, waren „Bekämpfung“ und „Prävention“ die Schlüsselbegriffe. Um gegen Terrorismus, Extremismus und Kriminalität vorzugehen, wurden <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740393-tsa-usilivaet-bezopasnost-i-rasshiryaet-regionalnyj-format">laut 24.kz</a> das „Konzept für regionale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung in Zentralasien“ sowie der „Katalog der Risiken mit Maßnahmen zu ihrer Prävention für 2026 bis 2028“ verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch des neuen Zentrums für islamische Zivilisation in Taschkent bot Gelegenheit, die Strategie der regionalen Kulturdiplomatie zu erörtern. Mit einem Projekt zur <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740410-tokaev-tsentralnaya-aziya-prokhodit-period-masshtabnoj-transformatsii">Entwicklung gemeinsamer touristischer Routen</a> entlang der Seidenstraße möchte Zentralasien auch sein kulturelles Erbe, insbesondere im Bereich des Kinos, bekannt machen. Dschaparow lud die Teilnehmer schließlich zu den nächsten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/World_Nomad_Games">World Nomad Games</a> ein, die im September 2026 in Kirgistan stattfinden werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quel-bilan-a-la-septieme-reunion-consultative-des-chefs-detats-dasie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 19:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
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		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Sunnismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verst&#xE4;rkte Zusammenarbeit zwischen den beiden L&#xE4;ndern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin. Zusammen mit Staatsangeh&#xF6;rigen aus elf weiteren L&#xE4;ndern verh&#xE4;ngte Pr&#xE4;sident Donald Trump k&#xFC;rzlich [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit Staatsangehörigen aus elf weiteren Ländern verhängte Präsident Donald Trump kürzlich gegen afghanische Staatsangehörige ein „<a href="https://www.france24.com/en/americas/20250605-trump-travel-ban-12-countries-us">Einreiseverbot</a>“, das den Betroffenen die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt. Während sich die USA mit dieser Maßnahme weiter von Afghanistan entfernen, strich der russische Oberste Gerichtshof die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> von der Liste der von der Russischen Föderation anerkannten terroristischen Organisationen, <a href="https://www.rferl.org/a/russia-court-ruling-ban-taliban-afghanistan-recognition/33388428.html">wie Radio Free Europe berichtet</a>. Seit der Eroberung Kabuls im August 2021 regieren die Taliban de facto Afghanistan. Dennoch wird die Rechtmäßigkeit ihrer Herrschaft bis heute von keinem anderen Land der Welt anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar ist die gesamte afghanische Bevölkerung nicht mit der sie regierenden Taliban-Minderheit gleichzusetzen, doch die Gleichzeitigkeit dieser Statuswechsel sind nicht bedeutungslos. Russlands ausgestreckte Hand gegenüber den Taliban scheint ein weiterer Schritt in Richtung der offiziellen Anerkennung des „<a href="https://www.alemarahenglish.af/">Islamischen Emirats Afghanistan</a>“ zu sein und bleibt damit eines der wenigen Länder, die nach 2021 eine offizielle diplomatische Vertretung in Kabul besitzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taliban, Erben des sowjetisch-afghanischen Krieges</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erinnert an die besondere Stellung Afghanistans innerhalb der eurasischen Geografie: Fast vierzig Jahre nach dem Scheitern der Sowjetunion, das Land <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_(1979%E2%80%931989)">mit Waffengewalt zu kontrollieren</a>, scheint Russland nun bestrebt zu sein, dessen umstrittenen Führer mit diplomatischen Mitteln zu zähmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban-Bewegung, die 1994 offiziell auf der politisch-militärischen Bühne Afghanistans erschien, bildete sich größtenteils aus jungen Menschen, die nach dem langen Krieg der Sowjetunion in Afghanistan zwischen 1979 und 1989 nach Pakistan ins Exil gegangen waren. Ehemalige Mudschaheddin, die gegen die Sowjets gekämpft hatten, wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalaluddin_Haqqani">Dschallaludin Haqqani</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Omar">Mullah Omar</a>, setzten sich in den ersten Jahren der Bewegung an deren Spitze durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usa-planen-einreisebeschraenkung-fuer-turkmenische-staatsangehoerige/">USA planen Einreisebeschränkung für turkmenische Staatsangehörige</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Konflikt, der in Afghanistan stark mit einem von Russland geführten Invasionskrieg in Verbindung gebracht wird, führte zum Tod hunderttausender Zivilist:innen und zum Exil von Millionen Afghan:innen. Die Taliban, wörtlich „die Studenten”, die vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sunniten">Sunnismus</a> und noch mehr vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dar_ul-Ulum_Deoband">Deobandi-Synkretismus</a> beeinflusst sind und die Ordnung in einem durch Jahre des Krieges verwüsteten Land wiederherstellen wollten, sind also weitgehend ein Produkt des sowjetisch-afghanischen Krieges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zwanzig Jahren amerikanischer Präsenz wird die Figur des ausländischen Besatzers, insbesondere von den jüngeren Generationen, heute eng mit den Streitkräften der von den Vereinigten Staaten angeführten westlichen Koalition assoziiert. Auch wenn die <a href="https://andrewsolomon.com/articles/earth-and-ashes/">traumatische Erinnerung an die militärische Präsenz der Sowjetunion</a> bei den Älteren und an bestimmten Orten noch immer lebendig ist, hat diese nicht mehr denselben Stellenwert, und Russland genießt heute in Afghanistan ein <a href="https://www.business-standard.com/article/pti-stories/30-years-on-russia-views-afghan-war-with-pride-119021400651_1.html?utm_source=chatgpt.com">differenzierteres Image</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Russland, langjähriger Unterstützer der Taliban</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch seine internationale Isolation ist das Taliban-Regime bemüht, sich an der Macht zu halten. Auch wenn Russland mit den ehemaligen sowjetischen Feinden identifiziert werden kann, scheinen die Taliban bereit, sich dem Land anzunähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Regierung unter <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Haibatullah_Akhundzada">Haibatullah Akhundzada</a>, die mit einer <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/04/1134327#:~:text=Alors%20que%20la%20situation%20%C3%A9conomique%20continue%20de%20s%E2%80%99aggraver%2C,%C3%A9tude%20d%E2%80%99une%20agence%20des%20Nations%20Unies%20publi%C3%A9e%20mardi.">katastrophalen wirtschaftlichen und humanitären Lage</a> konfrontiert ist, kann sich in der Diplomatie gegenüber potenziellen internationalen Partnern nicht wählerisch zeigen, erst recht nicht gegenüber Akteuren vom Kaliber Russlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/">Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau hielt während der „Rückeroberung“ des Landes den diplomatischen Dialog mit den Taliban <a href="https://thediplomat.com/2019/01/russia-and-the-taliban-talking-with-terrorists/">aufrecht</a>. Aus russischer Sicht verkörperten die Taliban-Behörden wohl ein Instrument, das zur Verdrängung der amerikanischen Militärpräsenz in Afghanistan beitragen konnte. Da dieses Ziel nun erreicht ist, stellt sich die Frage, wie dieses neue Zeichen der Annäherung an die Bewegung seitens Russlands zu verstehen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der &#8222;Islamische Staat Khorasan&#8220;, gemeinsamer Feind Moskaus und der Taliban?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise ist es gerade die Schwierigkeit, Afghanistan zu kontrollieren, was dem Land seine strategische Bedeutung verleiht. Seine schwierige geografische Lage stellt in der Tat erhebliche Hindernisse für jedes logistische oder infrastrukturelle Großprojekt dar, was bestimmte Bevölkerungsgruppen Afghanistans veranlasste, dort Zuflucht zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch erhält Afghanistan geostrategische Bedeutung, wo doch das Land historisch gesehen das Vordringen der persischen und nahöstlichen Reiche, der Moguln aus Indien, der Chinesen und Russen begrenzte. Diese heutige Lage als Schnittstelle zwischen verschiedenen Siedlungsgebieten ist ein Erbe dieser Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erklärt auch die Anziehungskraft, die dieses Land auf terroristische Gruppen ausübt; das bekannteste Beispiel ist wohl Al-Qaida, die einst von Bin Laden angeführt wurde. Dies gilt heute auch für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischen Staat Khorasan</a> (IS-K), den <a href="https://www.hoover.org/research/jihadi-reactions-us-taliban-deal-and-afghan-peace-talks-0">erklärten Gegner</a> der Taliban. Diese Organisation, die hinter dem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/20320557">Anschlag auf die Crocus City Hall</a> in Moskau am 22. März 2024 stand, bei dem 145 Menschen ums Leben kamen, ist ein gemeinsamer Feind Russlands und der Taliban-Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2015/01/islamic_state_appoin.php">Offiziell gegründet</a> am 26. Januar 2015 nach der Ankündigung der „Wilayat Khorasan” durch den Sprecher des Islamischen Staates <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ab%C5%AB_Muhammad_al-%CA%BFAdn%C4%81n%C4%AB">Abu Muhammad al-Adnani</a>, befindet sich der Rückzugsort dieser Terroristengruppe an der afghanisch-pakistanischen Grenze zwischen der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nangarhar">Nangarhar</a> in Afghanistan und den ehemaligen pakistanischen Stammesgebieten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurram_(Distrikt)">Kurram</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orakzai_(Distrikt)">Orakzai</a>. In der Nähe der Achse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabad">Dschalalabad</a>–<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peshawar</a> und des berühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chaiber-Pass">Chaiber-Passes</a> gelegen, besteht sie ursprünglich aus dissidenten Stammesführern der <a href="https://www.counterextremism.com/threat/tehrik-i-taliban-pakistan-ttp">Tehrik-i-Taliban Pakistan</a> (TTP), einem Ableger der in Pakistan aktiven Taliban-Bewegung, wie <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hafiz_Saeed_Khan">Hafiz Saeed Khan</a> oder <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Omar_Khalid_Khorasani">Omar Khalid Khorasani</a>, die ursprünglich dem Islamischen Staat die Treue schworen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-chorasan-fuer-den-islamischen-staat-bedeutet/">Was Chorasan für den „Islamischen Staat“ bedeutet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod von Hafiz Saeed Khan, der 2016 getötet wurde, ereilte viele kurzlebige Anführer an der Spitze des IS-K das gleiche Schicksal. Die meisten von ihnen stammten aus dem Stammesgebiet an der Grenze und <a href="https://www.theguardian.com/world/2016/jul/23/hazara-minority-targeted-by-suicide-bombs-at-kabul-protest?utm_source=chatgpt.com">konzentrierten</a> ihre Aktivitäten hauptsächlich auf Kabul und Peshawar, wobei sie vor allem die schiitischen Gemeinschaften der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hazara">Hazara</a> oder <a href="https://pakistan.asia-news.com/en_GB/articles/cnmi_pf/features/2020/02/04/feature-01?utm_source=chatgpt.com">Pakistani</a> ins Visier nahmen. Im Jahr 2020 jedoch veränderte sich die Organisation unter der Führung eines neuen Anführers, <a href="https://www.counterextremism.com/extremists/shahab-al-muhajir">Sanuallah Ghafari</a>, auch bekannt als Shabab al-Muhajir, der ein ganz anderes Profil als seine Vorgänger hatte. Der wahrscheinlich aus Kabul stammende Ingenieur und Spezialist für den Stadtkampf soll hinter dem schrecklichen <a href="https://www.rferl.org/a/kabul-airport-bombings-death-toll/31431729.html">Anschlag auf den Flughafen von Kabul</a> stehen, bei dem am 26. August 2021 fast 190 Menschen ums Leben kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner Führung beschränkt der IS-K, der zudem mit der brutalen Unterdrückung durch die Taliban <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">konfrontiert ist</a>, die nun das Land beherrschen, seinen Einfluss in Afghanistan, indem er Guerillataktiken und die Zerstörung von Infrastrukturen entwickelt und gleichzeitig spektakuläre internationale Aktionen durchführt. Die tödlichen Anschläge in Moskau, <a href="https://thediplomat.com/2024/04/islamic-state-khorasans-westward-network-expansion-into-iran-turkey-and-europe/">Kerman im Iran</a>, New Orleans oder die gescheiterten Anschläge in Europa sind Teil dieser Strategie. Diese Art von Operationen, die darauf abzielen, der Organisation durch immer widerstandsfähigere und ausgefeiltere Strategien Sichtbarkeit, Rekrutierung und Finanzierungsquellen zu sichern, haben es dem IS-K ermöglicht, in Zentralasien unter den verschiedenen Akteuren der dschihadistischen Gewalt eine führende Stellung einzunehmen, insbesondere bei der tadschikischen und usbekischen Bevölkerung, die von der Propaganda der Organisation <a href="https://www.asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20240408/stoit-li-tadzhikistanu-boyatsya-igil-horasan">angesprochen wird</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekische-und-tadschikische-terroristengruppen-in-afghanistan/">Usbekische und tadschikische Terroristengruppen in Afghanistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IS-K, der von den Experten des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als derzeit größte Bedrohung für die regionale Stabilität <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">eingestuft wird</a>, hat sich kürzlich durch die <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2024/12/11/haqqanis-assassination-could-widen-a-deeper-fault-line">Ermordung</a> des afghanischen Ministers für Flüchtlinge und Rückführungen, <a href="https://main.un.org/securitycouncil/en/sanctions/1988/materials/summaries/individual/khalil-ahmed-haqqani">Kalil Ur Rehman Haqqani</a>, dem Bruder von Jallaludin, am 11. Dezember 2024 hervorgetan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation ließ es sich nicht nehmen, die Entscheidung Russlands bezüglich der Taliban <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2025/05/30/tkd-monitoring-iskp-releases-booklet-criticizing-russias-decision-to-remove-afghan-taliban-from-blacklist">öffentlich zu kritisieren</a>. Russland seinerseits sieht die Zusammenarbeit mit den Taliban als unverzichtbar an, um den im afghanisch-pakistanischen Gebiet ansässigen IS-K zu bekämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Unterstützung eines Staates im Bereich der Sicherheit, einschließlich der militärischen, bedeutet jedoch eine Form der rechtlichen Anerkennung des unterstützten Regimes, da sonst der Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung droht. Dies würde den Grundsätzen der <a href="https://eng.sectsco.org/">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>, deren Gründungsmitglied Russland ist, jedoch widersprechen. Um solche Anschuldigungen zu vermeiden, wird Russland zweifellos seine SCO-Verbündeten dazu bewegen, die Beziehungen zur afghanischen Regierung zu normalisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Frage der wirtschaftlichen Vernetzung und der Infrastrukturprojekte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses relative diplomatische Risiko Russlands lässt sich weiter durch die wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen erklären, die seit der Invasion der Ukraine gegen das Land verhängt wurden. Tatsächlich könnte der Gewinn einer Unterstützung der Taliban erheblich sein und Russland einen Vorteil gegenüber vielen anderen geostrategischen Akteuren verschaffen, die sich in Zentralasien positionieren wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Taliban-Würdenträger wurden bereits zum internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg im Juni 2024 <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66543d439a7947ae8027dd17">eingeladen</a>. Neben den russischen Projekten zur Rohstoffgewinnung auf afghanischem Boden erfordern auch die Infrastrukturprojekte, die den indischen und pakistanischen Markt erschließen sollen, einen sicheren Transit durch Afghanistan und die Unterstützung der dortigen Regierung. Russland plant nämlich den <a href="https://www.fontanka.ru/2024/05/27/73627862/">Bau einer transafghanischen Gaspipeline</a>, um diese wachsenden Verbrauchsmärkte zu versorgen, die eine nachhaltige Alternative zur EU für den Absatz von russischem Gas darstellen. Darüber hinaus möchte Russland sich an dem transafghanischen Eisenbahnprojekt beteiligen, das auch von Usbekistan und Pakistan gewünscht wird. Die Umsetzung könnte jedoch durch Sicherheitsprobleme gefährdet sein: Ein Abschnitt der geplanten Strecke soll <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kabul">Kabul</a> mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peschawar</a> verbinden, also genau die Achse, auf der der IS-K am aktivsten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Machtübernahme haben die Taliban besonders repressive Gesetze für Frauen und Mädchen <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/08/1137652">erlassen</a>, deren Zugang zu Bildung, Arbeitsplätzen, öffentlichen Räumen und sogar der Möglichkeit, zu singen und ihre Stimme zu erheben, eingeschränkt ist. Das fast ausschließlich aus Paschtunen bestehende Taliban-Regime neigt weiter dazu, die Enteignung von Eigentum ethnischer Minderheiten wie Tadschiken, Usbeken und Hazara zugunsten der Paschtunen und Anhänger der Regierung zu <a href="https://www.amnesty.fr/conflits-armes-et-populations/actualites/sous-le-regime-taliban-une-annee-de-terreur-pour-la">fördern</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jonathan Bonjean für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/rapprochement-de-la-russie-avec-les-talibans-quelles-implications-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/">Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<item>
		<title>Interview mit einer Diplomatin: Was 30 Jahre Neutralität für Turkmenistan bedeuten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2025 20:46:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Neutralität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses Jahr feiert Turkmenistan nicht nur das &#x201E;Jahr des Friedens&#x201C;, sondern auch sein 30-j&#xE4;hriges Jubil&#xE4;um als &#x201E;neutraler Staat&#x201C;. Zu diesem Anlass sprach Novastan mit Maral Rahymova, einer Diplomatin der Botschaft Turkmenistans in Br&#xFC;ssel. Die im Interview dargestellten Ansichten spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung von Novastan e.V. oder der deutschen Redaktion wider und wir weisen darauf [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dieses Jahr feiert Turkmenistan nicht nur das &#8222;Jahr des Friedens&#8220;, sondern auch sein 30-jähriges Jubiläum als &#8222;neutraler Staat&#8220;. Zu diesem Anlass sprach Novastan mit Maral Rahymova, einer Diplomatin der Botschaft Turkmenistans in Brüssel. Die im Interview dargestellten Ansichten spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung von Novastan e.V. oder der deutschen Redaktion wider und wir weisen darauf hin, dass diese Darstellung nicht alle Aspekte der politischen und menschenrechtlichen Situation im Land berücksichtigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a>In Brüssel traf Novastan die&nbsp;</a><a href="https://www.neglobal.eu/author/maral-rahymova/">Diplomatin Maral Rahymova.</a>&nbsp;Sie ist zweite Sekretärin der turkmenischen Botschaft und hat sich bereit erklärt, unsere Fragen zu beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Können Sie uns erklären, welche Bedeutung die Feierlichkeiten zum &#8222;Jahr des Friedens&#8220; in Turkmenistan haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maral Rahymowa</strong>: 2025 feiert Turkmenistan den 30. Jahrestag seines Status als permanenter neutraler Staat. Ein Schritt, der mit <a href="https://www.un.org/en/observances/international-years">dem &#8222;Internationalen Jahr des Friedens und Vertrauens&#8220;</a> zusammenfällt, einer weltweiten Initiative, der sich das Land angeschlossen hat. Diese miteinander verbundenen Ereignisse markieren ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Landes und unterstreichen die Beiträge Turkmenistans zur internationalen Diplomatie, zum Frieden und zur Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet die dauerhafte Neutralität des Landes?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neutralität Turkmenistans wurde am 12. Dezember 1995 offiziell anerkannt, als die Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig eine Resolution verabschiedete, die dem Land den Status der Neutralität zuerkannte. Alle 185 damaligen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterstützten diese historische Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-journalistin-soltan-acilowa-an-ausreise-fuer-entgegennahme-eines-preises-gehindert/">Turkmenische Journalistin Soltan Açilowa an Ausreise für Entgegennahme eines Preises gehindert</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neutralität wurde zum Eckpfeiler Außenpolitik Turkmenistans, formte die internationalen Verpflichtungen und positionierte die Nation als zuverlässigen Partner, der sich für den Frieden einsetzt. Neben einem nationalen Gedenktag – dem Tag der Neutralität – am 12. Dezember ist Turkmenistans Engagement für die Neutralität mittlerweile auch international anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2017 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen auf Vorschlag Turkmenistans eine Resolution, die den 12. Dezember zum &#8222;Internationalen Tag der Neutralität&#8220; erklärte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was zeichnet Turkmenistan aus, seit es diesen Status innehat?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bekenntnis des Landes zur Neutralität erstreckt sich bis in die Sicherheits- und Militärpolitik. Die Militärdoktrin Turkmenistans ist ausschließlich auf Verteidigung ausgerichtet. Einzige Aufgabe der Streitkräfte ist, die nationale Souveränität zu schützen. Die Weigerung, Militärbündnissen oder -blöcken beizutreten, hat Turkmenistan vor regionalen Konflikten geschützt und es dem Land ermöglicht, sich ohne externe Bindungen auf die Stärkung seiner Verteidigung zu konzentrieren. Dieser Ansatz hat Turkmenistan den Ruf eingebracht, in einer geopolitisch komplexen Region stabil zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Turkmenistans Neutralitätspolitik und der Fokus auf präventive Diplomatie die Friedenskonsolidierung in der Region vorangebracht und internationale Anerkennung gefunden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistans Engagement für die Neutralität hat das Land als Hauptakteur bei der Friedenskonsolidierung in der Region positioniert. Seine Zusammenarbeit mit dem 2007 in&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/aschgabat-fuer-expats-die-teuerste-stadt-der-welt/">Aschgabat</a>&nbsp;eingerichteten Regionalzentrum der Vereinten Nationen für Präventivdiplomatie in Zentralasien ist ein Beispiel für diesen proaktiven Ansatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neutralität Turkmenistans hat auch eine kulturelle und philosophische Dimension: Sie fördert eine tolerante und nicht-konfrontative Geisteshaltung innerhalb der Bevölkerung. Diese Weltanschauung kommt auch in der aktiven Teilnahme der Nation an regionalen Friedensinitiativen zum Vorschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-kunst-in-bruessel-eine-ausstellung-im-zeichen-auswaertiger-kulturpolitik/">Turkmenische Kunst in Brüssel: Eine Ausstellung im Zeichen auswärtiger Kulturpolitik</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan spielte eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung im&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-unvergessliche-horror-des-burgerkriegs/">Tadschikischen Bürgerkrieg</a>. Darüber hinaus unterstützte das Land 1999 bis 2000 die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine Lösung der Afghanistankrise. Dieser Fokus auf präventiver Diplomatie hallt weiterhin in der Arbeit des UN-Regionalzentrums für präventive Diplomatie in Zentralasien wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank der effektiven Bemühungen ebendieses Zentrums und der proaktiven Diplomatie Turkmenistans verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 24. Oktober 2024 eine historische Resolution, in der Zentralasien als eine Zone des Friedens, des Vertrauens und der Freundschaft figurierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was plant Turkmenistan für dieses &#8222;Jahr des Friedens&#8220;, das es mitausgerufen hat?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das internationale Jahr unterstreicht die Vernetzung von Frieden, Vertrauen und nachhaltiger Entwicklung &#8211; eine Beziehung, die im Mittelpunkt des Ansatzes der globalen Diplomatie Turkmenistans steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungleichheit – sei es in wirtschaftlicher, sozialer oder politischer Hinsicht – tritt häufig als Folge von Konflikten, Misstrauen und Marginalisierung auf. Die Initiative 2025 unterstreicht, dass ein dauerhafter Frieden mehr erfordert als nur die Abwesenheit von Konflikten; er erfordert ein proaktives und kollektives Engagement, um Ungleichheiten anzugehen und Chancengleichheit fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was sind die Hauptziele Turkmenistans bei seiner Initiative, den Frieden als dynamischen und inklusiven Prozess zu fördern?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um in dem dynamischen Prozess voranzukommen, der für einen echten Frieden erforderlich ist, schlägt die Initiative dreierlei Hauptziele vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvorderst ist da die Förderung der präventiven Diplomatie. Die Nationen sollen ermutigt werden, dialogbasierte Mechanismen zur Konfliktprävention und -lösung einzuführen. Daran anschließend müssen wir das Vertrauen zwischen den Staaten stärken. Dies geschieht durch gegenseitigen Respekt und gemeinsame Verpflichtungen. Zuletzt müssen wir nachhaltige Entwicklung fördern, indem wir hervorheben, dass Frieden eine Voraussetzung für wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit ist.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Derya Soysal für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/entretien-diplomate-celebration-annee-paix-turkmenistan-bruxelles/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Gipfel Zentralasien – USA, ein geopolitisch bedeutsames Treffen</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Camille Chilla]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2023 18:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[USAID]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Rande der 78. Sitzung der Generalversammlung der UNO fand in New York ein historisches Treffen statt. Zum ersten Mal trafen sich die Pr&#xE4;sidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans, Usbekistans sowie der USA zu einem Pr&#xE4;sidentengipfel im Rahmen der C5+1-Gruppe. Das Treffen der Pr&#xE4;sidenten am 19. September markierte einen wichtigen geopolitischen Wendepunkt. Der C5+1-Gipfel zog die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am Rande der 78. Sitzung der Generalversammlung der UNO fand in New York ein historisches Treffen statt. Zum ersten Mal trafen sich die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans, Usbekistans sowie der USA zu einem Präsidentengipfel im Rahmen der C5+1-Gruppe.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Treffen der Präsidenten am 19. September markierte einen wichtigen geopolitischen Wendepunkt. Der C5+1-Gipfel zog die Aufmerksamkeit politischer Analysten aus aller Welt auf sich, da es sich um das erste Präsidententreffen der C5+1-Plattform handelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel stellt einen Meilenstein in den Beziehungen zwischen den zentralasiatischen Staaten und den USA dar, indem er die Bereiche der Zusammenarbeit und gemeinsame Anliegen hervorhebt. Rustam Burnachev, Wissenschaftler an der Kasachisch-Deutschen Universität, <a href="https://cabar.asia/en/united-states-interested-in-collaboration-with-central-asia">misst</a> dem Gipfel vor allem eine symbolische Dimension bei: Zum einen unterstreiche er die Notwendigkeit, die eingegangenen Verpflichtungen umzusetzen, zum anderen biete er den zentralasiatischen Staaten die Möglichkeit, ihre multidirektionale Politik in den Vordergrund zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Gipfel beschränkte sich auf die Formulierung gemeinsamer Themen für die Diskussion der Situation in und um Zentralasien. Es wurde deutlich, dass das C5+1-Format rein diplomatisch-beratender Natur ist, da Entscheidungen ausschließlich auf bilateraler Ebene getroffen werden. Das haben auch die Gipfeltreffen zwischen Zentralasien und Russland, Zentralasien und China sowie Zentralasien und der EU gezeigt“</em>, so Burnachev.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaft als wichtigstes Diskussionsthema</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftliche Beziehungen werden auch 2023 im Mittelpunkt der Diplomatie zwischen Zentralasien und den USA stehen. So wurde für Oktober ein weiteres Treffen in der Region angekündigt, das sich speziell auf nachhaltige Entwicklung konzentrieren soll.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://kg.usembassy.gov/readout-of-president-bidens-meeting-with-the-c51-leaders-at-unga/">Laut der Botschaft der Kirgisischen Republik</a> in den USA wurden Gespräche über die Schaffung eines günstigeren Geschäftsumfelds für den US-Handel und Investitionen des Privatsektors geführt. Geplant ist die Einrichtung einer eigenen Handelsplattform für den Privatsektor, die die diplomatische Plattform der C5+1 ergänzen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-in-kirgistan-zusammenarbeit-auf-der-tagesordnung/">EU-Zentralasien-Gipfel in Kirgistan: Zusammenarbeit auf der Tagesordnung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA haben vorgeschlagen, sich ausschließlich auf kritische Mineralien zu konzentrieren, um die umfangreichen Ressourcen Zentralasiens zu nutzen, <a href="https://thediplomat.com/2023/09/what-happened-at-the-first-ever-central-asia-us-leaders-summit/">berichtet The Diplomat</a>. Die politische Analystin Tschinara Esengul erklärt das Interesse an Mineralien mit der Konkurrenz, die sich aus dem Mangel an erneuerbaren Ressourcen ergebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine internationale Zusammenarbeit in den Bereichen grüne Wirtschaft, Wasserkraftindustrie, Informationstechnologie, Bildung und Infrastrukturprojekte wurde vom kirgistanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> vorgeschlagen. Er teilte mit, dass Kirgistan „eine stärkere Präsenz ausländischer Partner, einschließlich amerikanischer Unternehmen“ <a href="https://cabar.asia/en/united-states-interested-in-collaboration-with-central-asia">begrüßen würde</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheit im Mittelpunkt des Interesses</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Bekämpfung des Terrorismus war ein zentrales Thema, wobei der Schwerpunkt auf einer verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Grenzsicherheit und Strafverfolgung lag. Diese Zusammenarbeit soll insbesondere durch den Austausch von Informationen und bewährten Praktiken zur Verhinderung von Radikalisierung <a href="https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2023/09/21/c51-leaders-joint-statement/">vertieft werden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/bringt-joe-biden-neuen-schwung-in-den-beziehungen-zwischen-den-usa-und-zentralasien/">Bringt Joe Biden neuen Schwung in den Beziehungen zwischen den USA und Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA bekräftigen ihre Unterstützung für die Anerkennung Zentralasiens als Zone des Friedens, des Vertrauens und der Zusammenarbeit, was von einigen Analysten als Botschaft an Russland gewertet wird. Wie das <a href="https://www.voanews.com/a/us-eyes-closer-ties-to-central-asia-after-new-york-summit/7280302.html">amerikanische Medium Voanews berichtet</a>, bekräftigen die sechs Staatschefs ihre <em>„Verpflichtung zur Zusammenarbeit bei der Förderung von Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Regierungsführung“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Klimawandel – ein verstärkter Kampf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Thema des Gipfels war der Klimawandel. Im Rahmen des Regionalprogramms der <a href="https://www.usaid.gov/">USAID</a>, der internationalen Entwicklungsagentur der USA, wird eine Zusammenarbeit angestrebt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen in den Bereichen Wasser, Energie, Ernährung und Umwelt gerecht zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/c5-eine-formel-um-zentralasien-wieder-auf-die-weltkarte-zu-bringen/">„C5 + …“: eine Formel, um Zentralasien wieder auf die Weltkarte zu bringen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zentralasien zielen die USAID-Programme auf ein besseres Ressourcenmanagement, die Entwicklung einer klimafreundlichen Landwirtschaft, aber auch auf den Erhalt von Lebensräumen und bedrohten Arten ab. Die Präsidenten bekräftigten ihren Willen, der globalen Erwärmung mit Maßnahmen zur <em>„Minderung, Anpassung und Widerstandsfähigkeit“</em> zu begegnen, <a href="https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2023/09/21/c51-leaders-joint-statement/">wie Joe Biden erklärte</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wiederbelebung der C5+1</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen Zentralasiens und den USA ist nicht neu. Während das Treffen der Präsidenten eine Premiere ist, geht die Gründung der C5+1-Plattform <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/c5-eine-formel-um-zentralasien-wieder-auf-die-weltkarte-zu-bringen/">auf das Jahr 2015 zurück</a>. Damals war das Ziel klar: den Dialog mit jedem Land durch ein Engagement auf Ministerebene zu stärken. Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und die USA waren sich einig, gemeinsame Ziele in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Umwelt und Sicherheit voranzutreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch hat die C5+1 erst kürzlich ein Sekretariat eingerichtet, um die Kommunikation zwischen den zentralasiatischen Regierungen und der US-Regierung zu erleichtern, zu koordinieren und zu planen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion auf die Invasion der Ukraine im Februar 2022 reiste der US-Außenminister zu mehreren diplomatischen Besuchen nach Zentralasien, wie <a href="https://www.aljazeera.com/news/2023/2/28/blinken-in-central-asia-to-boost-ties-amid-ukraine-war">Aljazeera berichtete</a>. Seitdem schenken die USA Zentralasien und der Rolle, die es bei der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sanktionen-gegen-russland-zentralasien-im-visier-des-westens/">Umgehung der Sanktionen</a> gegen Russland spielen kann, besondere Aufmerksamkeit.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Camille Chilla, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/politique/sommet-asie-centrale-etats-unis/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wechsel an der Spitze der usbekischen Diplomatie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 09:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Komilov]]></category>
		<category><![CDATA[Norov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistans Chefdiplomat Abdulaziz Komilov ist nach zehn Jahren an der Spitze des Au&#xDF;enministeriums und mehr als drei Jahrzehnten im diplomatischen Dienst zur&#xFC;ckgetreten. Laut manchen Quellen scheint dies eine Folge seiner &#xC4;u&#xDF;erungen &#xFC;ber die Souver&#xE4;nit&#xE4;t der Ukraine zu sein. Offizielle Quellen sprechen hingegen von gesundheitlichen Problemen. Abdulaziz Komilov, einflussreicher Diplomat und Vertrauensperson der usbekischen Regierung, ist [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Usbekistans Chefdiplomat Abdulaziz Komilov ist nach zehn Jahren an der Spitze des Außenministeriums und mehr als drei Jahrzehnten im diplomatischen Dienst zurückgetreten. Laut manchen Quellen scheint dies eine Folge seiner Äußerungen über die Souveränität der Ukraine zu sein. Offizielle Quellen sprechen hingegen von gesundheitlichen Problemen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdulaziz_Komilov">Abdulaziz Komilov</a>, einflussreicher Diplomat und Vertrauensperson der usbekischen Regierung, ist am 27. April 2022 durch den stellvertretenden Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Norov">Vladimir Norov</a> ersetzt worden. Komilov hatte zweimal und insgesamt für fast 20 Jahre das Amt des Außenministers innegehabt. Gut einen Monat zuvor hatte sich Komilov bei einer Senatssitzung Mitte März öffentlich für die Anerkennung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine ausgesprochen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die selbsternannten Republiken Luhansk und Donetsk erkenne er nicht an. Diese Ansichten, die einzigen Erklärungen der usbekischen Regierung zu diesem Thema, wurden als offizielle Position des Landes <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/">zum Krieg</a> interpretiert. Sie offenbarten auch die kritische und widersprüchliche Haltung des Landes gegenüber Moskau. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gebrochene Neutralität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> „<em>Erstens ist die Situation um die Ukraine ein Thema, das uns in Usbekistan große Sorgen bereitet. Zweitens befürworten wir die Suche nach einer friedlichen Lösung für die Situation und die Beilegung des Konflikts mit politisch-diplomatischen Mitteln. Dazu müssen aber vor allem die Militäroperationen und die Gewalt sofort eingestellt werden</em>“, hatte Komilov erklärt. Anschließend kündigte er die Absicht Usbekistans an, die Handelskooperation mit den beiden Konfliktländern fortzusetzen, aber auch die Entsendung von humanitärer Hilfe in die Ukraine zu beschließen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/"><strong>Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen für Zentralasien</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Äußerungen einen Tag nach seiner Rückkehr aus den USA am 9. März brachen das Schweigen, die das zentralasiatische Land angesichts des Krieges in der Ukraine bewahrt hatte. Komilovs Rücktritt verdeutlicht wiederum <a href="https://thediplomat.com/2022/03/uzbek-foreign-minister-calls-for-halting-of-hostilities-in-ukraine/">die Spannungen</a>, Ängste und die Komplexität der Umsetzung der Neutralitätspolitik, die die zentralasiatischen Länder zu Beginn des Konflikts verfolgten. Diese Neutralität kam insbesondere am 2. März zum Ausdruck, als Usbekistan nicht an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnahm, auf der die russische Invasion in der Ukraine verurteilt wurde. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Proteste der russischen Regierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.ozodlik.org/a/o-zbekiston-ukraina-komilov/31758053.html">Radio Ozodlik</a>, der usbekische Dienst des US-amerikanischen Mediums Radio Free Europe, zitiert Quellen, die berichten, dass Komilovs Bemerkungen Proteste der russischen Regierung hervorgerufen haben. Der Kreml hat jedoch keine öffentliche Erklärung zu diesem Thema abgegeben. Stattdessen führte Usbekistans Präsident <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwi-mvXujY74AhUAS_EDHY7hAY8QFnoECBkQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fnovastan.org%2Fde%2Fpolitik-und-wirtschaft%2Fusbekistans-praesident-mirziyoyev-mit-80-prozent-der-stimmen-wiedergewaehlt%2F&amp;usg=AOvVaw3JwvMpDXhzXgGV2BkPCpbV">Shavkat Mirziyoyev</a> ein Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, in dem er sein Verständnis zum Ausdruck brachte.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Der 74-jährige Komilov ist vor allem für seine Arbeit an der usbekischen Botschaft in den Vereinigten Staaten zwischen 2004 und 2010 bekannt, wo vor allem nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_Usbekistan_2005">Andijon-Massaker</a> 2005 die Beziehungen Usbekistans zu Washington wiederherstellte. Im Jahr 2012 wurde er zum Außenminister ernannt und war das einzige Mitglied der vorherigen Regierung, das sein Ministeramt auch nach dem Amtsantritt von Mirziyoyev im Jahr 2016 behielt.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesundheitliche Probleme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Für seinen Rücktritt gibt es einen klaren offiziellen Grund: die gesundheitlichen Probleme des Ministers, wegen denen er auch seinen letzten Dienstwochen abwesend war. In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es, der Minister werde „<em>im zentralen klinischen Krankenhaus Nr. 1 der medizinischen Hauptabteilung wegen einer chronischen Krankheit behandelt</em>“, so das usbekische Medium <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2022/03/29/mfa/">Gazeta.uz</a>.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

„<em>Gemäß der Schlussfolgerung der ärztlichen Konsultation wird Abdulaziz Komilov aufgrund der Notwendigkeit einer weiteren Untersuchung seines Gesundheitszustands im Ausland weiter behandelt, um sich einer fachärztlichen Untersuchung zu unterziehen und eine geeignete Therapie zu erhalten</em>“, heißt es in dem Bericht.

Komilov verschwindet jedoch nicht vollständig aus der usbekischen Politik. Er wurde auf einen neuen Posten als stellvertretender Sekretär des Sicherheitsrats beim Präsidenten ernannt, von wo aus er das Staatsoberhaupt in Fragen beraten kann, die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen: Außenpolitik und Sicherheit.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein politischer Wandel durch den neuen Außenminister?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Nach diesen Erklärungen und dem Wechsel des Ministers kamen in der Öffentlichkeit Fragen über einen möglichen Wechsel in der Außenpolitik Usbekistans auf. Komilovs Amtsnachfolger Vladimir Norov war seit dem 31. Dezember 2021 stellvertretender Außenminister. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-offnung-und-ihre-roten-linien/"><strong>Usbekistans Öffnung und ihre „roten Linien“</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 67-jährige Norov ist ebenfalls sehr erfahren in der usbekischen Diplomatie, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zu europäischen Ländern. Er hat seit 1992 Vertrauenspositionen inne und begann 1998 als Botschafter in Deutschland, der Schweiz und Polen zu arbeiten. Zwischen 2013 und 2017 übernahm er die Rolle des Botschafters Usbekistans in den Benelux-Staaten und war Leiter der usbekischen Mission bei der Europäischen Union und der NATO. Er kennt daher die wichtigsten außenpolitischen Themen der europäischen Länder. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Tagen seiner Amtszeit wurde Norov von seinem japanischen Amtskollegen besucht und hielt laut der <a href="https://www.mfa.uz/uz/">Website des Ministeriums</a> auch Treffen mit den Botschaftern von Palästina, Saudi-Arabien und Ungarn ab. Es ist noch zu früh, um zu wissen, welchen außenpolitischen Kurs Usbekistan mit Norov einschlagen wird: Er hat noch keine Treffen abgehalten oder Erklärungen zum russisch-ukrainischen Konflikt abgegeben und scheint auch nicht dazu bereit zu sein. Sein Hintergrund deutet jedoch darauf hin, dass er sich in der diplomatischen Welt, insbesondere in Bezug auf westliche Länder, bestens auskennt, aber auch, dass er sich nach dem Vorbild von Komilov für die Lösung von Konflikten mit friedlichen und diplomatischen Mitteln einsetzt. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramírez</strong>
<strong>Journalistin für Novastan.org</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/ouzbekistan-abdoulaziz-kamilov-demis-de-ses-fonctions-de-ministre-des-affaires-etrangeres/">Französischen</a> von Florian Coppenrath</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Von der militärischen zur kulturellen Zusammenarbeit: Wie Frankreich seinen Kurs in Tadschikistan änderte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[erudolph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 01:55:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Frankophonie]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Yasmine Gouédard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neues Kapitel f&#xFC;r die diplomatischen Beziehungen Frankreichs und Tadschikistans: Yasmine Gou&#xE9;dard, seit vier Jahren Botschafterin in Tadschikistan, hat im September ihr Amt verlassen. In den vergangenen Jahren hat sie einen Kurs in der franz&#xF6;sisch-tadschikischen Zusammenarbeit eingeleitet, der sich weniger auf milit&#xE4;rische Fragen konzentriert. Novastan hat mit ihr &#xFC;ber die H&#xF6;hepunkte ihrer Amtszeit gesprochen. Die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein neues Kapitel für die diplomatischen Beziehungen Frankreichs und Tadschikistans: Yasmine Gouédard, seit vier Jahren Botschafterin in Tadschikistan, hat im September ihr Amt verlassen. In den vergangenen Jahren hat sie einen Kurs in der französisch-tadschikischen Zusammenarbeit eingeleitet, der sich weniger auf militärische Fragen konzentriert. Novastan hat mit ihr über die Höhepunkte ihrer Amtszeit gesprochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen, die Entwicklung des kulturellen Austauschs, die Förderung der französischen Sprache, aber auch die Pflege der Sicherheitspartnerschaft – als sie 2016 Botschafterin in Tadschikistan wurde, hatte&nbsp;<a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Yasmine_Gouedard">Yasmine Gouédard</a>&nbsp;ehrgeizige Projekte vor sich. Es waren nicht mehr die Zeiten, in denen die bilateralen Beziehungen von Verteidigungsfragen dominiert wurden, wie es in den Jahren des Einsatzes im benachbarten Afghanistan der Fall war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Ende der Operationen in Afghanistan beabsichtigt Frankreich nun, seine Beziehungen zu Tadschikistan zu diversifizieren. Zwei Bereiche stechen dabei hervor: Kultur und Wirtschaft. Mittlerweile wurden verschiedene kulturelle Austauschprojekte zwischen beiden Ländern lanciert, wie etwa eine geplante Ausstellung Tadschikistans in Paris oder die Förderung französischer Filme in Duschanbe. Im Bereich der Wirtschaft werden französische Unternehmer ermutigt, in Tadschikistan zu investieren, insbesondere in die Schwerindustrie oder den Hochgebirgstourismus. Während ihr Nachfolger Michel Tarran sein Amt beginnt, zieht Yasmine Gouédard Bilanz über diese bedeutende Phase der französisch-tadschikischen Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Was waren die Höhepunkte der französisch-tadschikischen Zusammenarbeit bezüglich Sicherheitsfragen? Bis zu welchem Punkt kann sich Frankreich einsetzen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Yasmine Gouédard</strong>: Frankreich nahm nach der Unabhängigkeit Tadschikistans (1991, Anm. d. Red.) diplomatische Beziehungen mit dem Land auf und eröffnete dort 2001 eine Botschaft. Fast 14 Jahre lang stützten sich unsere Beziehungen zu Tadschikistan auf unser militärisches Engagement in Afghanistan und auf die Transiteinrichtungen, die die tadschikischen Behörden unseren Streitkräften seit 2001 gewährten. Nach unserem Rückzug aus Afghanistan im Jahr 2014 und der Schließung unserer Militärbasis am Flughafen Duschanbe ist das Verhältnis zu Tadschikistan etwas angespannt. Die Schließung unserer wirtschaftlichen, militärischen, konsularischen und kulturellen Büros hat ebenfalls dazu beigetragen, dass sich unsere Sichtbarkeit im Land verringerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meiner Ankunft in Duschanbe im September 2016 habe ich mir gemäß den Vorgaben des Außenministeriums das Ziel gesetzt, die bilateralen Beziehungen unter neuen, politischen Aspekten zu überdenken und neu aufzubauen, wobei ich mich auf die wirtschaftliche und kulturelle Dynamik fokussiert habe. Natürlich sind die Sicherheitsfragen nicht verschwunden und Frankreich schenkt ihnen im Rahmen der neuen Zentralasien-Strategie der Europäischen Union weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Deshalb finanzieren wir zusammen mit anderen Akteuren das&nbsp;<a href="https://www.bomca-eu.org/en/">BOMCA-Programm</a> an der tadschikisch-afghanischen Grenze sowie die Ausbildung von Grenzschutz- und Zollbeamten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf bilateraler Ebene haben wir eine privilegierte Beziehung zum Notfallausschuss und beteiligen uns gemeinsam mit der EU, die das Projekt finanziert, sowie der OSZE, die die Hauptauftraggeberin ist, an der Gründung einer Schule für Zivilschutz. Zudem führen wir einen qualitativ hochwertigen Dialog mit dem tadschikischen Verteidigungsministerium und wir haben unsere Bereitschaft bekundet, tadschikische Armeeoffiziere in unseren Stabsschulen auszubilden. Für bestimmte Offiziere werden auch Französischkurse angeboten. Der Kampf gegen den Terrorismus ist ebenfalls ein Thema von gemeinsamem Interesse und es herrscht auch in diesem Bereich Austausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche kulturellen Bereiche sind für die französisch-tadschikische Zusammenarbeit ausgewählt worden und aus welchen Gründen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die französisch-tadschikische Zusammenarbeit ist sehr dynamisch und umfasst verschiedene Sektoren. Archäologie, Mode, Kino und elektronische Musik sind Bereiche, die wir besonders fördern, weil sie innerhalb der tadschikischen Gesellschaft relevant sind und talentierte Künstler hervorbringen. Außerdem ist es leicht, Verbindungen zu Frankreich herzustellen, das in diesen Bereichen ebenfalls sehr aktiv ist. Im Bereich der Archäologie besteht die französisch-tadschikische Zusammenarbeit am längsten, wobei das Gelände von&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarasm">Sarasm</a>&nbsp;seit den 1980er Jahren im Mittelpunkt steht. Gekrönt werden soll die Zusammenarbeiten durch eine Ausstellung im&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_Guimet">Museum Guimet</a>, die mir sehr am Herzen liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Bereich, in dem die Zusammenarbeit mit unseren tadschikischen Freunden floriert, ist das Kino. Seit den 2000er Jahren werden Filme tadschikischer Filmemacher auf dem&nbsp;<a href="https://www.cinemas-asie.com/en/">FICA</a>-Festival (Internationales Festival des Asiatischen Kinos) in Vesoul gezeigt. Einige tadschikische Filme sind französische Koproduktionen, etwa der berühmte Film „<em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luna_Papa">Luna Papa</a></em>“. Die Botschaft und das&nbsp;<a href="https://bactria.tj/en/eng/">Kulturzentrum Bactria</a>&nbsp;organisieren regelmäßig Festivals und Vorführungen französischer Filme. Im vergangenen Jahr wurden in Zusammenarbeit mit&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikfilm">Tadschikfilm</a>&nbsp;die drei französischen Filme „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bloody_Milk">Petit paysan</a>“, „<a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Vincent_n%27a_pas_d%27%C3%A9cailles">Vincent n’a pas d’écailles</a>“ und „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hippocrate">Hippocrate</a>“ in Tadschikistan synchronisiert und im Rahmen eines Wanderfestivals in mehreren Dörfern produziert. Im November 2019 haben wir in Kooperation mit dem Kulturzentrum Bactria und Tadschikfilm ein&nbsp;<a href="https://tj.ambafrance.org/Festival-du-cinema-tadjik-Golden-Tulip">Tadschikisches Filmfestival&nbsp;</a>organisiert, in dessen Jury fünf französische Experten das tadschikische Kino entdeckten und ihr Fachwissen mit jungen tadschikischen Filmemachern teilen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meiner gesamten Mission in Tadschikistan lag es uns am Herzen, junge tadschikische Kreative zu unterstützen, die meiner Meinung nach unsere ganze Aufmerksamkeit verdienen, denn sie haben Träume und originelle Ansichten, die auch unsere eigene Fantasie beflügeln können. Ich denke dabei insbesondere an die Designerin&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/Khurshed-Sattorov-1083585141775544/">Churshed Sattorow</a>&nbsp;und träume davon, ihre in Frankreich präsentierten Kollektionen zu sehen. Im Bereich der elektronischen Musik wurden zur Freude von Jung und Alt in Duschanbe mehrere Konzerte von DJs organisiert. Ich erinnere mich noch gut an die Place de l’Opéra noire de monde am 21. Juni 2019 anlässlich der Fête de la musique und an diese positive Energie, die von den jungen Menschen, die sichtlich froh waren, dass wir in diesen Bereich der Kreativität investieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="446" height="444" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/Khurshed-Sattorov-1.jpg" alt="" class="wp-image-23838" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/Khurshed-Sattorov-1.jpg 446w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/Khurshed-Sattorov-1-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/Khurshed-Sattorov-1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 446px) 100vw, 446px" /><figcaption>Kreationen der tadschikischen Designerin Chursched Sattorow wurden in der französischen Residenz in Duschanbe vorgestellt. Sie spielt mit typischen zentralasiatischen Motiven, die in den Ikatstoff gewebt sind.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie entwickelt sich die französische Sprache in Tadschikistan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Sprachaustausch zwischen Frankreich und Tadschikistan geht auf die Sowjetzeit zurück, dank der soliden Ausbildung in der UdSSR. Die sprachliche Zusammenarbeit wurde mit der Eröffnung einer französischen diplomatischen Vertretung und einer Militärbasis Anfang der 2000er Jahre verstärkt. Fast gleichzeitig schuf die französische&nbsp;<a href="https://www.acted.org/en/">NGO Acted</a> das Kulturzentrum Bactria, das lange Zeit der einzige Treffpunkt für französischsprachige Menschen war, aber auch der einzige Ort, an dem die französische Kultur entdeckt werden konnte. Ein zweites, unabhängiges französisches Sprachzentrum wurde 2018 in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>&nbsp;eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute arbeiten wir mit den anderen französischen und frankophonen Botschaften in Zentralasien zusammen, um die Frankophonie wiederzubeleben und die Kapazitäten der Französischlehrer zu stärken. In den Jahren 2020 und 2021 richten wir ein regionales Projekt des Solidaritätsfonds für innovative Projekte des Außenministeriums ein, das Lehrer, Schüler, Fremdenführer und Kulturpersonal zusammenbringen soll, um ein regionales Netzwerk französischsprachiger Menschen zu schaffen, die unsere Sprache, aber auch unser Land lieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell haben wir das Projekt und den Traum, eine&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alliance_fran%C3%A7aise">Alliance Française</a>&nbsp;in Duschanbe mit einer Zweigstelle in Chudschand zu eröffnen, die es uns ermöglichen sollen, den Französischunterricht und die französische Sprache in Tadschikistan zu stärken. Unser Antrag ging an den Präsidenten der Fondation des Alliances Françaises,&nbsp;<a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Yves_Bigot">Yves Bigot</a>. Ich hoffe, dass unser Projekt seine Unterstützung erhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie möchten Sie und Ihre Teams französische Unternehmen zu Investitionen in Tadschikistan ermutigen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen vier Jahren haben wir intensiv mit dem Investitionsausschuss zusammengearbeitet, um die Erwartungen der tadschikischen Behörden und des Sektors selbst zu ermitteln. Wir hatten auch einen regen Austausch mit der&nbsp;<a href="https://www.medef.com/de/wer-sind-wir">MEDEF</a>, die große Bereitschaft zeigte, sich mit Tadschikistan zu befassen. Tatsächlich wurde am 11. September auf Initiative der beiden genannten Institutionen eine Videokonferenz organisiert, an der die Behörden beider Länder sowie französische und tadschikische Unternehmen teilnahmen, worüber ich mich natürlich sehr freue.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einigen meiner Besuche in Frankreich trafen wir auch mit französischen Unternehmen zusammen, um Tadschikistan und seine Möglichkeiten vorzustellen. Das jährliche Treffen im Rahmen der Botschafterkonferenz, das wir als „<em>Speed-Dating</em>“ bezeichneten, ist ebenfalls eine sehr nützliche Veranstaltung, um mit interessierten Geschäftsleuten Investitionsmöglichkeiten zu diskutieren. Zudem habe ich großen Konzernen wie Thales und Airbus, die daran interessiert sind, hier zu investieren, meine volle Unterstützung zugesagt und ich habe die laufenden Verhandlungen zwischen dem Aluminiumwerk&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tajik_Aluminium_Company">TALCO</a>&nbsp;und dem Unternehmen FIVES über die Modernisierung ihres Werks in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tursunsoda">Tursunsoda</a>&nbsp;aufmerksam verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann sagen, dass meine Begegnungen mit diesen Unternehmen ein großes Abenteuer war. Ich habe großen Respekt vor all diesen Männern und Frauen, die fernab ihrer Heimat für unser Land, ihre Spitzentechnologie und ihr vielfältiges Know-How werben. Ich habe stets versucht, ihnen Gehör zu verschaffen und ihnen die Hilfe der Botschaft und unserer Behörden entgegenzubringen. Für 2021 ist ein Besuch des MEDEF geplant. Es wird sich an jenen von 2015 anschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was denken Sie über den Umgang Tadschikistans mit der Coronakrise?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir alle wurden von dieser heftigen Epidemie überrascht und die ersten Phasen des Krisenmanagements waren hier, wie anderswo auch, schwierig. Seit dem 30. April, als die ersten Coronafälle offiziell anerkannt wurden, hat die tadschikische Regierung vorbeugende Maßnahmen ergriffen, wie das Verbot großer Versammlungen, die Schließung von Moscheen und Schulen oder das obligatorische Tragen von Schutzmasken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es hat auch weitere Eindämmungsmaßnahmen gegeben, darunter die Schließung einiger Märkte, Restaurants und Schönheitssalons. Diese Maßnahmen waren aufgrund des wirtschaftlichen Drucks nur von kurzer Dauer. Wir alle wissen, dass das Land die vollen Ausmaße der Epidemie zu spüren bekommt. Die Rückkehr einer sehr großen Zahl von Arbeitsmigranten und das Ausreiseverbot, vor allem nach Russland, wirken sich dramatisch auf die Überweisungen aus dem Ausland aus, die um mehr als 25% zurückgegangen sind. Die Grenzen des Landes sind schließlich für mehrere Wochen geschlossen worden, um die lokale Bevölkerung zu schützen, was aber Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum engagieren Sie sich als Botschafterin?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle eines Botschafters besteht darin, die Interessen seines Landes zu verteidigen. Wir haben intensiv mit französischen Investoren zusammengearbeitet, um unsere wirtschaftliche Präsenz in Tadschikistan zu stärken und ich freue mich über das Interesse, das hier von großen Konzernen wie Thales, Airbus und Fives gezeigt wurde. Wie Sie sicher wissen, möchte der Präsident der Republik, dass sich unsere Investitionen in Tadschikistan in den nächsten fünf Jahren verdoppeln und ich hoffe, dass dieses Ziel rechtzeitig erreicht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten vier Jahren haben mein Team und ich auch viel Zeit und Mühe in die Arbeit mit jungen Menschen investiert, die wir in unsere verschiedenen kulturellen Veranstaltungen einbezogen haben – unabhängig davon, ob sie mit der französischsprachigen Welt zu tun haben oder nicht. Sie haben daher sehr aktiv an unseren beiden „<em>Nächten der Ideen</em>“ teilgenommen, die 2018 und 2019 stattfanden. Sie waren bei unserer Retrospektive des tadschikischen Kinos im November 2019 anwesend. Die Woche der Frankophonie, die jährlich stattfindet, ist auch eine gute Gelegenheit, alle französischsprachigen Studenten in verschiedenen Workshops, insbesondere Theaterworkshops, zusammenzubringen. Unsere Fête de la Musique ist jedes Jahr ein besonderer Tag für Jüngere und Ältere.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/IMG_5336.jpg" alt="" class="wp-image-23837" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/IMG_5336.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/IMG_5336-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/IMG_5336-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/IMG_5336-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Yasmine Gouédard bei einer Einweihungsveranstaltung in Tadschikistan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aus persönlichem Interesse, aber auch, weil dies wichtige Themen für die fünfjährige Amtszeit sind, habe ich viel Zeit und Mühen in die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen, aber auch in die Frage des Umgangs mit häuslicher Gewalt investiert. Ich habe intensiv mit sehr engagierten Verbänden gearbeitet, insbesondere mit der „<em><a href="https://www.facebook.com/pg/Caravan-of-HOPE-%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%B2%D0%BE%D0%BD%D0%B8-%D0%A3%D0%BC%D0%B5%D0%B4-1554741121422840/about/?ref=page_internal">Karawane der Hoffnung</a></em>“, welche Umeida Sadriddinowa, die kürzlich zum Parlamentsmitglied gewählt wurde, mit viel Talent leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hätte ich für die jungen frankophonen Studenten, Journalisten und Künstler gern mehr getan. Mit unseren verschiedenen kulturellen Veranstaltungen haben wir versucht, die Menschen zum Träumen zu bringen. Es ist wichtig, dass man träumt und dem Alltag entfliehen kann, indem man woanders hin transportiert wird. Ich habe wunderbare Erinnerungen an all diese Momente, die ich mit diesen verschiedenen Akteuren der Zivilgesellschaft verbracht habe, welche, wie Sie wissen, in Tadschikistan besonders lebendig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Bilanz ziehen Sie über Ihre Arbeit in Tadschikistan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben nicht alles geschafft. Trotzdem kann ich mit gewissem Stolz sagen, dass wir viel getan haben. Wir haben mit den tadschikischen Behörden einen qualitativ hochwertigen, auf gegenseitigem Vertrauen basierenden Dialog aufgebaut, der es uns heute ermöglicht, eine sehr große Zahl von Themen zu behandeln, vor allem auch das der Menschenrechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mithilfe des Verteidigungsministeriums haben wir den Tower des internationalen Flughafens von Duschanbe gebaut und 2019 ein luftfahrttechnisches Abkommen unterzeichnet, das künftig die Möglichkeit für kommerzielle Flüge zwischen Frankreich und Tadschikistan eröffnet. Investitionsprojekte sind in vollem Gange, mit wichtigen Akteuren wie Thales und Fives. Wir warten auf den bevorstehenden Besuch des „<em>Berg-Clusters</em>“, um einen Dialog über die Entwicklung des Bergtourismus einzuleiten. Im Bereich der Medizin und Forschung hat die&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fondation_M%C3%A9rieux">Fondation Mérieux&nbsp;</a>ein wichtiges Abkommen mit dem tadschikischen Gesundheitsministerium unterzeichnet, das es Tadschikistan nun ermöglichen könnte, dem&nbsp;<a href="https://www.fondation-merieux.org/en/what-we-do/enhancing-research-capabilities/gabriel-network/">GABRIEL-Netzwerk</a>&nbsp;beizutreten. Im Bereich der akademischen Forschung bietet das im November 2019 unterzeichnete Abkommen zwischen dem Französischen Institut für Zentralasienstudien (IFEAC) und der Akademie der Wissenschaften interessante Perspektiven für unsere jungen Forscher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zuletzt ist da noch das Projekt einer archäologischen Ausstellung im Museum Guimet, das wegen der Coronaepidemie erneut verschoben wurde und das sehr bedeutend für die Beziehung zwischen unseren beiden Ländern ist. Diese sehr schöne Ausstellung soll es einem französischen und ausländischen Publikum ermöglichen, den ganzen Reichtum des tadschikischen archäologischen Erbes zu entdecken, die ganze reiche Geschichte dieser Region der Welt, die letztlich in der breiten Öffentlichkeit nicht besonders bekannt ist. Und wir haben ein sehr schönes Projekt mit unserer Schule für Zivil- und Katastrophenschutz, dessen Grundstein demnächst gelegt werden soll. Dieses Projekt ist das Ergebnis der Entschlossenheit zahlreicher Vertreter des französischen Innenministeriums, denen ich meine Anerkennung aussprechen möchte, aber auch des Ministeriums für Europäische und Auswärtige Angelegenheiten. Künftig beginnt die Ausbildung von Ersthelfern, die der einheimischen Bevölkerung, aber auch französischen und ausländischen Touristen zu Hilfe kommen werden – ein schönes Projekt, auf das meine Teams und ich sehr stolz sind.</p>





<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was vermissen Sie jetzt, nachdem Sie Tadschikistan verlassen haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Tage vor meiner Abreise haben mich einige tadschikische Freunde zum Plow-Essen eingeladen. Das Treffen fand in den Tadschikfilm-Studios statt, einem Ort, der mir durch seine Geschichtsträchtigkeit besonders gefällt. Am Abendessen haben&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Daler_Nasarow">Daler Nasarow</a>&nbsp;und seine Musiker teilgenommen und am Ende des Essens zu musizieren begonnen. Es war ein magischer Moment. Ich hätte bis zum Morgen dort bleiben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von diesen schönen Momenten mit großartigen Menschen habe ich einige in Tadschikistan erlebt. Ich werde das vermissen. Und dann diese Berge, die so schön sind wie diese erhabenen Seen, die den Reichtum des Landes ausmachen. Natürlich ist es ein bisschen traurig, dieses Schauspiel nicht mehr jeden Tag vor Augen zu haben. Ich weiß, dass ich als einfache Touristin nach Tadschikistan zurückkehren werde. Ich denke, dieses Land verdient unseren Respekt, unsere Freundschaft und unsere Aufmerksamkeit. Ich war sehr glücklich dort und ich möchte die Gelegenheit dieses Artikels nutzen, um den Freunden, die ich verlassen habe, zu sagen, wie glücklich ich war, sie kennenzulernen und wie dankbar ich für ihre Freundschaft, Freundlichkeit und Unterstützung bin.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Héloïse Dross, Redakteurin für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/du-militaire-a-la-cooperation-culturelle-comment-la-france-a-change-de-cap-au-tadjikistan/">Französischen</a> von Elisabeth Rudolph</strong></p>


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