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	<title>Chorugh Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Chorugh Archives</title>
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	<item>
		<title>Tadschikistan: Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 13:14:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Legitimität]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Beh&#xF6;rde des Taliban-Regimes &#xFC;bernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der fr&#xFC;heren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, &#xE4;u&#xDF;erte sich nicht zu dieser Frage. In Tadschikistan gibt es nun [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Behörde des Taliban-Regimes übernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der früheren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, äußerte sich nicht zu dieser Frage.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan gibt es nun zwei diplomatische Vertreter Afghanistans, die von zwei verschiedenen Regierungen kommen. Der eine in Duschanbe ist Botschafter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Zahir_Aghbar">Mohammad Zahir Aghbar</a>, der die Regierung der Islamischen Republik Afghanistan unter dem im August 2021 gestürzten ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschraf_Ghani">Aschraf Ghani</a> vertritt.Der andere ist Nakiboullo Dehkonzoda, der von den Behörden des Taliban-Regimes zum Leiter des afghanischen Konsulats in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">autonomen Region Berg-Badachschan</a> ernannt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Vertreter streiten also um die Legitimität. Das letzte Wort hat die tadschikische Regierung, die sich noch nicht dazu geäußert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Vertreter, zwei Regierungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. November zerriss Botschafter Mohammad Zahir Aghbar öffentlich die Kopie eines Schreibens, der im Namen der Taliban an die Medien <a href="https://rus.ozodi.org/a/32674700.html">verteilt worden war</a>. Darin stand, dass einer ihrer Vertreter zum ersten Sekretär der Botschaft in Tadschikistan ernannt worden war. Der Botschafter dementierte dies und forderte die Bevölkerung auf, keine falschen Informationen zu verbreiten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unser Konsulat in Chorog ist in keiner Weise in den Händen der Taliban. Wir haben es aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Möglichkeiten vorübergehend geschlossen, und unsere Kollegen arbeiten weiterhin hier [im Büro der afghanischen Botschaft in Tadschikistan]“</em>, sagte er laut dem <a href="http://asiatv.kg/2023/11/13/afganskoe-konsulstvo-v-tadzhikskom-horoge-pereshlo-pod-kontrol-talibana-predstavitel-talibov-v-konsulstve/">Sender AsiaTV</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32678983.html">so Radio Ozodi</a>, veröffentlichte der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums der Taliban, Hafiz Zia Ahmad, am 9. November <a href="https://twitter.com/HafizZiaAhmad">auf X</a> (früher Twitter) ein Video, in dem er mit Nakibullo Dehkonzoda spricht und behauptet, mit der direkten Unterstützung und Aufsicht des Außenministeriums des Islamischen Emirats Afghanistan zu arbeiten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dekhkonzoda erklärt darin, dass er den tadschikistanischen Behörden für die Öffnung der Grenzposten und -märkte gedankt habe und dass sich die Taliban in den Bereichen Transport, Handel, Grenzfragen und Auslieferung von Gefangenen mit Tadschikistan koordinieren würden. Seinen Worten zufolge werden die Aktivitäten des Konsulats von nun an auf die Bereitstellung von Visa und Pässen für afghanische Bürger ausgeweitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zustimmendes Schweigen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikistanischen Behörden äußerten sich allerdings nicht zur Anwesenheit eines Vertreters der Taliban mit diplomatischen Funktionen in Chorugh, obwohl Tadschikistan das einzige Nachbarland Afghanistans ist, das keine diplomatischen Beziehungen zur Taliban-Regierung aufgenommen hat.Der tadschikistanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalj Rahmon</a> hat die Taliban beschuldigt, Minderheitengruppen, insbesondere die Tadschiken, nicht in die Regierungsführung Afghanistans einzubeziehen, <a href="https://intellinews.com/pannier-curious-case-of-the-duelling-afghan-diplomats-301815/">berichtet Intellinews</a>. Tadschikinnen und Tadschiken sollen 27% der afghanischen Bevölkerung <a href="https://minorityrights.org/country/afghanistan/">ausmachen</a>. Als die Taliban in Afghanistan wieder an die Macht kamen, sorgten sie zudem für Spannungen mit der tadschikistanischen Regierung, indem sie bewaffnete Männer der mit den Taliban verbündeten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jamaat_Ansarullah">Jamaat Ansarullah</a> entlang der gemeinsamen Grenze stationierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion darauf hat Tadschikistan seit 2021 seine Militärpräsenz im Grenzgebiet verstärkt und die Zahl der Militärposten auf über 100 erhöht, <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">berichtet Asia-Plus</a>. Die tadschikistanischen Behörden haben wiederholt vor Sicherheitsbedrohungen durch extremistische Gruppen aus Afghanistan gewarnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Tadschikistan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/jenseits-von-krieg-und-drogen-ein-anderer-blick-auf-afghanistan/">Jenseits von Krieg und Drogen, ein anderer Blick auf Afghanistan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt jedoch einen Präzedenzfall für die aktuelle Situation. Nachdem eine Lawine im März die Infrastruktur des Konsulats in Chorugh beschädigt hatte, reiste eine Gruppe von Vertretern der Taliban-Regierung an, um den Schaden zu begutachten, <a href="https://avesta.tj/2023/03/25/strong-delegatsiya-talibov-vpervye-posetila-tadzhikistan-strong/">berichtet Avesta</a>. Bei dieser Gelegenheit bestätigten die afghanischen Behörden die Anwesenheit dieser Gruppe, während die tadschikistanische Regierung die Situation weder klarstellte noch dementierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine wirtschaftlich pragmatische, politisch geschlossene Position</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Indiz für eine mögliche Annäherung zwischen Tadschikistan und Afghanistan ist die Wiederaufnahme der gemeinsamen Handelsaktivitäten an der Grenze Anfang September. Die Maßnahme wurde laut der Stadtverwaltung von Chorog auf <em>„Anweisung des Präsidenten der Republik Tadschikistan, Emomali Rahmon“</em> ergriffen, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32575770.html">so Radio Ozodi</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan setzte auch unter dem Taliban-Regime den Handel mit Afghanistan fort. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise die Exporte nach Afghanistan gestiegen, vor allem im Stromsektor, der die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Außerdem bestand 97% des binationalen Handels aus Exporten nach Afghanistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Handelsaustausch geht also weiter. &nbsp;Der Präsident des Landes hat sich zu dieser diplomatischen Intrige nicht geäußert. Doch der Direktor des Zentrums für strategische Studien Tadschikistans, Khaidriddin Usmonzoda, sagte <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">gegenüber Asia-Plus im August</a>: <em>„Angesichts unserer Nähe zu diesem Land werden wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht einstellen. Denn die Unterstützung Tadschikistans für das afghanische Volk hängt in erster Linie von einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit ab. Tadschikistan hat alle seine Transportkorridore den Nachbarländern und internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt, die dem Land humanitäre Hilfe leisten könnten. Was jedoch die politischen Beziehungen betrifft, so ist die Haltung Tadschikistans gegenüber den Taliban unverändert und stabil.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Taliban-Regime kämpft aufgrund seiner menschenrechtswidrigen Politik immer noch um seine Legitimität in der internationalen Gemeinschaft. Die Haltung der tadschikistanischen Regierung erscheint daher paradox: &nbsp;Sie bemüht sich, zwischen dem Handelsaustausch zur Unterstützung des afghanischen Volkes, der politischen Unvereinbarkeit und der Sicherheit des tadschikischen Territoriums angesichts der in Afghanistan koexistierenden extremistischen Gruppen zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramirez, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/representant-gouvernement-taliban-nomme-consulat-khorog/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Sackgasse – Leben am Pamir Highway</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tiphaine Tellier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Sep 2023 15:36:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[M41]]></category>
		<category><![CDATA[Murghab]]></category>
		<category><![CDATA[Murghob]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir Highway]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seitdem die Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan geschlossen ist, ist die ber&#xFC;hmte &#x201E;Pamir Highway&#x201C; zur Sackgasse geworden. Ohne den lebenswichtigen Handel und Verkehr geraten die Gemeinden entlang der 500 Kilometer langen Stra&#xDF;e in eine immer gr&#xF6;&#xDF;ere Isolation. Im Fr&#xFC;hjahr 2021 flammten die latenten Spannungen, die zwischen Tadschikistan und Kirgistan &#xFC;ber den Verlauf der Grenze herrschen, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seitdem die Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan geschlossen ist, ist die berühmte „Pamir Highway“ zur Sackgasse geworden. Ohne den lebenswichtigen Handel und Verkehr geraten die Gemeinden entlang der 500 Kilometer langen Straße in eine immer größere Isolation.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikisch-kirgisische-grenze-beide-seiten-hoffen-auf-baldige-wiedereroeffnung/?noredirect=de-DE">Frühjahr 2021</a> flammten die latenten Spannungen, die zwischen Tadschikistan und Kirgistan über den Verlauf der Grenze herrschen, wieder auf. Konfrontationen zwischen den Streitkräften führten im April 2021 auf Befehl der Staats- und Regierungschefs beider Länder zur Schließung der Grenze. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass der tadschikische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a>, durch den die als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_Highway">Pamir Highway</a> berühmte Fernstraße M41 nach Kirgistan verläuft, weiter isoliert wird.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakul_(Tadschikistan)">Karakul</a> <a href="https://www.stat.tj/en/database-socio-demographic-sector">leben</a> etwa 53.000 Menschen oder 0,6 Prozent der tadschikischen Bevölkerung entlang der M41. Die Straße ist heute eine Sackgasse und beraubt die Anwohner:innen wichtiger Handels- und Wirtschaftsverbindungen. Einige Bevölkerungsgruppen sind müde und haben beschlossen, dieses von den Schwierigkeiten betroffene Gebiet zu verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die M41: Handelsroute in einer der entlegensten Ecke der Welt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pamir Highway wurde in den 1930er Jahren unter sowjetischer Herrschaft <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/eine-der-schoensten-strassen-der-welt-der-pamir-highway-wird-80/">gebaut</a> und verbindet die tadschikische Hauptstadt Duschanbe mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> in Kirgistan. Lastkraftwagen kreuzen ihn permanent, um den Handel zwischen China, Pakistan, Afghanistan und den Ländern Zentralasiens sicherzustellen. Auch wenn die Straße oft asphaltiert ist, bleiben viele Abschnitte unsicher. Sie gilt als gefährlich, stellt aber die einzige Straßenverbindung – und somit den einzigen Versorgungsweg – zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Provinz Berg-Badachschan</a> dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/eine-der-schoensten-strassen-der-welt-der-pamir-highway-wird-80/"><strong>Eine der schönsten Straßen der Welt: Der Pamir-Highway wird 80</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pamir, der sich über die östliche Hälfte Tadschikistans erstreckt, ist riesig, aber menschenleer. Dort leben etwa 3 Prozent der tadschikischen Bevölkerung. Aus gutem Grund: Denn die unwirtliche Topographie, fehlende Arbeitsmöglichkeiten, die unterentwickelte Industrie, die fast nicht vorhandene Infrastruktur und die ertragsarme Landwirtschaft, <a href="https://cabar.asia/en/endless-conflicts-in-gbao-causes-and-effects">erlauben es der Region kaum</a>, ihre Bewohner:innen zu ernähren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-2-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34269" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-2-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-2-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-2-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-2-1.jpg 1199w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Fernfahrer während einer Pause, Photo: Matthieu Audiffret</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der tadschikisch-kirgisische Grenzkonflikt, die zur Schließung der Grenze geführt hat und so die Bevölkerung ihrer Bewegungsfreiheit in den Norden sowie des lebenswichtigen Handels beraubt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unterbrochene Handelsströme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem letzten, mehr als 180 Kilometer langen Abschnitt des M41 verläuft der Warenstrom nicht mehr. Der Austausch mit China wird über die bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Murghob">Murghob</a> abzweigende Straße zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kulma-Pass">Kulma-Pass</a> auf 4.362 Metern Höhe fortgesetzt, dem einzigen Grenzübergang zwischen beiden Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE"><strong>Was sind die Gründe für die tödlichen Zusammenstöße an der kirgisisch-tadschikischen Grenze?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Handel mit Kirgistan liegt hingegen am Boden. Das usbekische Medium <a href="https://daryo.uz/en/2023/07/05/kyrgyzstan-tajikistan-make-every-effort-to-resolve-border-issues-through-negotiations">Daryo</a> berichtet, dass dieses Jahr der Umsatz zwischen Tadschikistan und Kirgistan im Vergleich zum Vorjahr siebenmal niedriger war. Ein kirgisischer Beamter erklärte, dass <em>„die finanziellen Verluste für tadschikische Bauernhöfe und Bauern erheblich waren“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine fehlende Zentralmacht und eine vernachlässigte Minderheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Berg-Badachschan ist die ärmste und sozial am stärksten gefährdete Provinz Tadschikistans. Doch Proteste gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Forderungen nach Gerechtigkeit werden <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/?noredirect=de-DE">wie zuletzt im Mai 2022</a> brutal unterdrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/"><strong>Tadschikistan: Ein Jahr seit den tragischen Ereignissen im Pamir</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die als Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung deklarierte Reaktion der Regierung führte zum Tod Dutzender <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamiri">Pamiris</a> sowie zu hunderten Verhaftungen. <em>„Die jüngere Pamiri-Generation geht lieber ins Exil, meist illegal, als in einem so korrupten Land zu bleiben“</em>, sagt Z., eine in der Provinzhauptstadt Chorugh ansässige Bergführerin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-8-BONUSYAKS-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34267" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-8-BONUSYAKS-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-8-BONUSYAKS-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-8-BONUSYAKS-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-8-BONUSYAKS.jpg 1199w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Yaks in der Nähe von Batschor, Photo: © 2023 Matthieu Audiffret </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Karte des Pamirs, die an der Wand ihrer Küche hängt, erzählt sie von den blutigen Ereignissen im Mai 2022. <em>„Ein Völkermord“</em>, wie sie sagt. Trotz ihres Humors blicken ihre tiefliegenden Augen hinter die Kulissen und zerstören die Illusion eines in voller Entwicklung stehenden Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist sich <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ethnische-saeuberungen-und-repression-in-berg-badachschan/?noredirect=de-DE">möglicher Repressalien</a> bewusst und hat Angst vor der Reaktion der Behörden. Allerdings kann Z. ihre Region nicht verlassen, da sie dem Pamir und ihrer dortigen Familie zu sehr verbunden ist. <em>„Veränderungen werden nicht zu Lebzeiten unserer Generation stattfinden“</em>, erklärt sie fatalistisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Jugend verschwindet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Zentralmacht im Stich gelassen, entscheiden sich viele Pamiris dafür, das Land zu verlassen, um im Ausland einen Job und eine bessere Zukunft zu finden. Allein im Jahr 2022 seien fast 987.000 tadschikische Staatsangehörige nach Russland gekommen, berichtet <a href="https://fergana.media/news/130084/">Fergana News</a>. Angesichts einer Bevölkerung von rund 10 Millionen ist dies ein nicht unwesentlicher Anteil. Viele Familien sind auf Überweisungen aus dem Ausland angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/alitschor-ein-fotofilm-ueber-das-leben-in-einem-tadschikischen-bergdorf/"><strong>„Alitschor“ – ein Fotofilm über das Leben in einem tadschikischen Bergdorf</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist der Fall bei Mabat und Orzu, zwei Brüdern einer Familie mit sieben Kindern aus Batschor, 120 Kilometer von Chorugh entfernt. Mabat spricht fließend Englisch. Er arbeitete mehrere Jahre in Moskau, bevor er in das Tal seiner Kindheit zurückkehrte, wo er im Sommer als Reiseführer für Tourist:innen tätig ist. Sein Bruder arbeitet im Baugewerbe – manchmal in Duschanbe, manchmal in Moskau &#8211; und reist den Jobangeboten hinterher.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-3-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34266" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-3-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-3-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-3-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-3.jpg 1199w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Orzu aus Batschor, Photo: © 2023 Matthieu Audiffret </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie in Batschor sind, helfen beide ihrem älteren Bruder, das Land zu bestellen, Gräben auszuheben und sich um das Vieh zu kümmern. Sie hängen sehr an ihrer Heimat und sind <em>„glücklich, in Batschor aufgewachsen zu sein“. </em>Sie sind sich jedoch bewusst, dass das Verlassen des Tals für die Bedürfnisse einer großen Familie unerlässlich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dörfer in Isolation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Batschor befinden sich die Dörfer entlang der M41 in geografischer Isolation und bieten kaum wirtschaftliche Möglichkeiten. Murghob, das letzte große Dorf im Osten, scheint wie verlassen auf einer Höhe von 3.655 Metern über dem Meeresspiegel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/willkommen-auf-dem-mars-die-region-murghab-in-tadschikistan/"><strong>Willkommen auf dem Mars: Die Region Murghab in Tadschikistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dorf, das hauptsächlich von ethnischen Kirgis:innen bewohnt wird, leidet unter rauen Wetterbedingungen. Auf der hohen, offenen Hochebene verstärken heftige Böen die polare Kälte, die halbjährig herrscht. Die Trockenheit des Landes macht jede Landwirtschaft zwecklos. Im gesamten Pamir bedecken Bergketten einen großen Teil des Territoriums und nur ein Bruchteil von 3 Prozent besteht nach Angaben von <a href="https://thediplomat.com/2023/05/tajikistans-pamirs-a-perfect-political-storm-on-the-roof-of-the-world/">The Diplomat</a> aus Ackerland. Die meisten kirgisischen Gemeinden im Pamir züchten Yaks, deren Fleisch und Leder ihnen ein Einkommen verschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-5-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34265" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-5-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-5-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-5-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-5.jpg 1199w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Murghob, Photo: © 2023 Matthieu Audiffret </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen von Murghob sind daher stark auf Lastwagen aus Osch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/tadschikistan-das-leben-der-kirgisen-in-der-region-murghob/">angewiesen</a>. Doch da die kirgisische Bevölkerung Tadschikistans nicht in der Lage ist, sich zwischen den beiden Ländern frei zu bewegen, <em>„wird sie sich für den Exodus entscheiden, wenn die Grenzen wieder geöffnet werden“</em>, meint Z. <em>„Bald wird es niemanden mehr geben, es wird nur noch Polizei geben“</em>, macht sie halbherzig Witze.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/tadschikistan-das-leben-der-kirgisen-in-der-region-murghob/"><strong>Tadschikistan: Das Leben der Kirgisen in der Region Murghob</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schließung der tadschikisch-kirgisischen Grenze und Covid-19 haben den wachsenden Tourismus des letzten Jahrzehnts niedergerungen. Murghob und die benachbarten Dörfer befinden sich wieder in der gewohnten Isolation.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Karakul und seine Schule, die „auf Sponsoren angewiesen ist“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karakul, 130 Kilometer hinter Murghob am Ufer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakul_(Tadschikistan)">gleichnamigen Sees</a> gelegen, ist das letzte Dorf vor der kirgisischen Grenze. Die weißen Flachdachhäuser tragen auf ihren heruntergekommenen Mauern meist die Aufschrift „Homestay“, eine Erinnerung an einen florierenden Tourismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2019 generierte in Tadschikistan ein Strom von 1,2 Millionen Tourist:innen rund 208 Millionen Euro. Im Pandemie-Jahr darauf waren es noch 350.000 Besucher:innen und rund 62,5 Millionen Euro, so das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/economic/20210212/350600-tourists-visited-tajikistan-last-year-says-tajik-official">Asia-Plus</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-6-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34264" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-6-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-6-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-6-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-6.jpg 1199w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schuldirektorin Svetlana, Photo: © 2023 Matthieu Audiffret</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Svetlana ist die Direktorin einer Schule in dem kleinen Dorf, das von seinen Bewohner:innen verlassen wird. Gerne heißt sie die seltenen vorbeikommenden Tourist:innen willkommen und spricht über die finanziellen Schwierigkeiten. Denn der Betrieb der Schule sei <em>„auf Spenden und Sponsoren angewiesen“</em>, erklärt sie. Svetlana leitet die Schule seit einem Jahr. Sie ist in Karakul aufgewachsen und kann sich kaum vorstellen, die Region ihrer Kindheit zu verlassen, obwohl sie sich ihrer Grenzen bewusst ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine finanzielle Sackgasse</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die finanzielle Sackgasse, in der sich Svetlanas Schule befindet, spiegelt die wirtschaftlichen und topografischen Probleme der Region wider. Das Dorf am riesigen Karakul, dem „Schwarzen See“, ist kein prosperierender Fischerort. Der abflusslose See hält das Salzwasser in seinem Becken fest, was die Entwicklung jeglicher Lebensform <a href="https://www.dailymotion.com/video/xp9n18">dort verhindert</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Abgelegenheit Berg-Badachschans, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Bewohner:innen der Provinz hemmt, stellt die jüngste Schließung der Grenze zu Kirgistan eine weitere Belastung dar. Der Pamir Highway, die Lebensader der Region, ist zu einer Sackgasse geworden und der einzige Ausweg im Osten ist eine Abzweigung nach China.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-7-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-34263" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-7-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-7-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-7-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-7.jpg 1199w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Karakul, Photo: © 2023 Matthieu Audiffret</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Wiedereröffnung würde jedoch keine Rückkehr zum Wohlstand in einer Region bedeuten, in der die jüngeren Generationen versucht sind, für ihr Studium oder auf der Suche nach Arbeit auszuwandern. Die Zentralmacht in Duschanbe ist sich der sozialen und wirtschaftlichen Ursachen der Pamir-Problematik nicht bewusst und hält die strategisch wichtige Region, ein Handelsknotenpunkt Zentralasiens, der den Interessen des Landes dienen sollte, fest im Griff.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Tiphaine Tellier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>mit Fotos von Matthieu Audiffret</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/m41-limpasse/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Tadschikistan: Ein Jahr seit den tragischen Ereignissen im Pamir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sherzodbabakulov]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2023 18:27:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Mai 2022 kam es in der Autonomen Provinz Berg-Badachschan zu Protesten gegen die Regierung. Wenige Tage sp&#xE4;ter k&#xFC;ndigten die tadschikischen Beh&#xF6;rden eine &#x201E;Anti-Terror-Operation&#x201C; an, die laut einem UN-Bericht bis zu 40 Menschen das Leben kostete. Menschenrechtsaktivist:innen fordern, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Am 14. Mai 2022 veranstalteten Einwohner:innen von Chorogh, der Hauptstadt [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Mai 2022 kam es in der Autonomen Provinz Berg-Badachschan zu Protesten gegen die Regierung. Wenige Tage später kündigten die tadschikischen Behörden eine „Anti-Terror-Operation“ an, die laut einem UN-Bericht bis zu 40 Menschen das Leben kostete. Menschenrechtsaktivist:innen fordern, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Mai 2022 veranstalteten Einwohner:innen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorogh</a>, der Hauptstadt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Provinz Berg-Badachschan</a>, eine <a href="https://acca.media/14721/tadzhikistan-vlasti-razognali-miting-primenyaya-rezinovye-puli-i-gaz/">nicht genehmigte Kundgebung</a>. Die Protestierenden forderten ein Ende der Verfolgung regierungskritischer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamiri">Pamiris</a> sowie eine Untersuchung von Todesfällen <a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/">im November 2021</a>, an denen tadschikische Polizisten beteiligt waren. Weitere <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2022/05/16/protest/">Forderungen</a> waren der Rücktritt des Bürgermeisters von Chorugh und des Verwaltungschefs von Berg-Badachschan und die Entfernung von Militärposten auf dem Territorium der Autonomen Provinz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strafverfolgungsbehörden warnten, dass die Aktionen <a href="https://mediazona.ca/news/2022/05/16/gbao">„als Terrorismus angesehen“</a> würden und dass <em>„erhebliche Maßnahmen zur Auflösung der Demonstration“</em> ergriffen würden. Die Demonstrierenden gaben aber nicht nach, was zu einer Reaktion des Staates führt, die Dutzende Opfer fordert. Ein Jahr später blickt Novastan auf die Ereignisse zurück und erstellt eine Chronologie der Ereignisse.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Steigende Spannungen und erste Opfer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://mediazona.ca/news/2022/05/16/gbao-2">Media Zona</a> berichtet, beginnt die Polizei am 16. Mai die Demonstration aufzulösen. Dabei kommt ein Zivilist ums Leben und drei Polizisten werden verletzt. Die tadschikischen Behörden beschuldigen Samir Nasarschojew, einen Einwohner von Chorugh. Nach Angaben der Polizei warf er <em>„eine Granate auf die Sicherheitskräfte, woraufhin drei von ihnen verletzt wurden und der Angreifer durch die Reaktion auf seinen eigenen Angriff getötet wurde“</em>, schreibt <a href="https://rus.azattyq.org/a/tajikistans-gorno-badakhshan-reeling-from-brutal-state-crackdown/31915459.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Dienst von Radio Liberty.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 16. Mai wird in Khorog jegliche Kommunikation <a href="https://t.me/pamirdailynews/660">unterbrochen</a> und staatliche Institutionen geschlossen, während die Armee den Zugang zum Hauptplatz der Stadt <a href="https://t.me/pamirdailynews/662">blockiert</a>. Am folgenden Tag breitet sich die Protestwelle auf den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Rushon_District">Bezirk Ruschon</a> aus, der 65 Kilometer nördlich von Chorugh liegt. Vom 17. bis 18. Mai blockiert eine Gruppe von Einwohnern einem aus Duschanbe kommenden Militärkonvoi die Straße. Wie <a href="https://russian.eurasianet.org/таджикистан-охваченные-кризисом-власти-решили-развязать-кровавые-столкновения-на-памире">Eurasianet</a> berichtet, regiert die Polizei mit Warnschüssen und verletzt einen Anwohner.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Beginn der „Anti-Terror-Operation“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Mai <a href="https://rus.ozodi.org/a/31855884.html">beschuldigen</a> die Behörden die Demonstrierenden des Versuchs, die verfassungsmäßige Ordnung Tadschikistans zu stürzen, wofür sie ausländische Agenten angeheuert und Waffen und Geld von „internationalen Terrororganisationen“ erhalten hätten. Am selben Tag verschlechterte sich die Situation. Gegen sieben Uhr morgens kommt es in der Ruschons Bezirkshauptstadt Wamar zu einer <a href="https://ru.azda.tv/v-rushanie-dvoie-poghibli-i-ieshchie-vosiem-ranieny/">Schießerei</a>. Tadschikische Streitkräfte kündigen den Beginn einer „Anti-Terror-Operation“ an, berichtet <a href="https://fergana.media/news/126174/?country=tj">Fergana News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der tadschikischen Regierung wird die Operation als Reaktion auf den Angriff auf den Militärkonvoi und die Blockade eines Teils der internationalen Fernstraße nach China gestartet. Anwohner:innen erklären hingegen gegenüber Radio Ozodi, dass die Demonstrierenden den Konvoi auf dem Weg nach Chorugh blockierten, um ein weiteres Blutbad zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/dutzende-tote-tadschikistan-reagiert-mit-haerte-auf-proteste-in-berg-badachschan/"><strong>Dutzende Tote: Tadschikistan reagiert mit Härte auf Proteste in Berg-Badachschan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da verlässliche Informationen völlig fehlen, dauert es einige Wochen, bis die Fakten überprüft werden. Der Telegram-Kanal <a href="https://t.me/pamirdailynews/689">Pamir Daily News</a> berichtet, dass Scharfschützen auf Anwohner geschossen hätten. Derselbe Kanal <a href="https://t.me/pamirdailynews/700">behauptet</a>, dass an den Militäraktionen gegen die Zivilbevölkerung ein Hubschrauber beteiligt gewesen sei, was Zeugen gegenüber Novastan bestätigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend desselben Tages veröffentlichte die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/14659665">TASS</a>, dass die Anti-Terror-Operation beendet sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Massensäuberung“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://t.me/pamirdailynews/724">Pamir Daily News</a> berichtet jedoch, dass nach Aussage eines Anwohners <em>„die Massensäuberung“</em> in Ruschon und den umliegenden Gebieten weitergehen: <em>„Bewaffnete Menschen dringen in Häuser ein und nehmen alle Männer ohne Unterschied mit. Sie nehmen ihre Telefone: Offenbar wollen sie nicht, dass die Verbrechen des Militärs veröffentlicht werden. Es gibt Fälle von Plünderungen, nach dem Durchzug der Soldaten sind Geld und Gold aus den Häusern verschwunden. Aus Sicherheitsgründen können wir die Namen der Opfer noch nicht veröffentlichen. Die Situation in Wamar ist katastrophal“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Tage später, am 22. Mai, wird die lokale Autorität Mamadbokir Mamadbokirow <a href="https://www.vkd.tj/index.php/tj/ruydodho/34109-iz-oroti-markazi-matbuoti-vazorati-kor-oi-dokhilii-um-urii-to-ikiston">getötet</a>, dem die Behörden vorwarfen, die Demonstrationen organisiert zu haben. <a href="https://ria.ru/20220522/mamadbokirov-1790025391.html">RIA Novosti</a> berichtet mit Verweis auf den Pressedienst des tadschikischen Innenministeriums, dass er <em>„bei einer kriminellen Abrechnung“</em> ums Leben gekommen sei. <a href="https://fergana.agency/news/126222/">Anderen Informationen</a> zufolge wurde Mamadbokirow jedoch von einem Scharfschützen der Sicherheitskräfte getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ethnische-saeuberungen-und-repression-in-berg-badachschan/"><strong>Tadschikistan: ethnische Säuberungen und Repression in Berg-Badachschan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verhaftungen <a href="https://www.currenttime.tv/a/taikistan-gbao-pogibshie/32089522.html">dauern</a> einen Monat lang an, vom 18. Mai bis zum 17. Juni. Das Internet bleibt während dieser Zeit abgeschaltet. Nach <a href="https://rus.ozodi.org/a/32087992.html#/">Angaben der Behörden</a> kommen im Rahmen der Einsätze in Ruschon und Chorugh 29 Menschen ums Leben, darunter ein Angehöriger der Sicherheitskräfte. Ein <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2022/05/tajikistan-un-expert-fears-crackdown-against-pamiri-minority-could-spiral">UN-Bericht</a> zählt etwa vierzig Opfer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8230; und Verhaftungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Mai verhaften die Sicherheitskräfte Ulfathonim Mamadschojewa, eine freie Journalistin und Menschenrechtlerin aus Berg-Badachschan, und beschuldigten sie, die Demonstrationen organisiert zu haben. Gegenüber <a href="https://fergana.agency/news/126157/">Fergana News</a> behauptet sie, keine Verbindung zu den Protesten zu haben. Am 9. Dezember <a href="https://rus.azattyq.org/a/32170438.html">verurteilt</a> ein Gericht sie zu 21 Jahren Gefängnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag wird Holbasch Holbaschow, General des Nationalen Sicherheitskomitees Tadschikistans, festgenommen. Ihm wird Mitgliedschaft in einer bewaffneten <em>„kriminellen Gruppe“</em> von 200 Personen vorgeworfen, die am 17. und 18. Mai die Straße von Duschanbe nach Chorugh blockiert habe. Holbaschow wird zu lebenslanger Haft <a href="https://fergana.agency/news/127855/">verurteilt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34125-r-jkhati-a-zojoni-gur-oi-mutashakkili-inoyat-va-ekstremist-terroristii-dar-tazo-uroti-sana-oi-15-18-maji-soli-2022-dar-no-iyai-r-shon-ishtirokdoshta-ki-muajyan-va-dastgir-karda-shudaand-2">23.</a> und <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34116-rujkhati-a-zojoni-guru-oi-mutashakkili-inoyat-va-ekstremist-terrorist-ki-dar-tazo-uroti-sana-oi-15-18-maji-2022-dar-no-iyai-r-shon-ishtirok-doshta-bo-ikhtijori-khud-ba-ma-omot-ozir-shudaand-2">24.</a> Mai veröffentlicht das Innenministerium die Liste von 46 Personen, denen vorgeworfen wird, an den Demonstrationen zwischen dem 15. und 18. Mai teilgenommen zu haben. Die Regierung nennt die Festgenommenen <em>„Extremisten“</em> und wirft ihnen die Organisation <em>„illegaler Demonstrationen, Diebstahl und Gewalt“</em> vor. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei vielen von ihnen um Mitglieder der <em>„kriminellen Gruppe“</em> Holbaschows.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Internationale Reaktionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Besorgnis auf diese Gewalt. UN-Generalsekretär <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/António_Guterres">Antonio Guterres</a> äußerte seine <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-gorno-badakhshan-tensions-violence-united-nations/31859592.html">tiefe Besorgnis</a> über die Lage in Berg-Badachschan und forderte alle Parteien auf, <em>„maximale Zurückhaltung zu üben“</em> und <em>„die Situation friedlich zu lösen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2022 erinnert die ehemalige UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michelle_Bachelet">Michelle Bachelet</a>, an die Krise in Berg-Badachschan und <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2022/09/human-rights-council-opens-fifty-first-session-hears-oral-update-acting-high">äußert sich</a> besorgt über die Strafverfolgung lokaler Menschenrechtler:innen und Journalist:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Botschafter mehrerer EU-Staaten <a href="https://rus.azattyq.org/a/31857988.html">fordern</a> die tadschikische Regierung auf, <em>„alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Leben und die Sicherheit ihrer Bürger zu schützen“ und „die Einhaltung des Rechts auf friedliche Versammlung zu gewährleisten“</em>. Und auch <a href="https://www.hrw.org/news/2022/05/18/tajikistan-tensions-escalating-autonomous-region">Human Rights Watch</a> fordert die Regierung Tadschikistans auf, „<em>ihre Verpflichtungen zur Achtung und zum Schutz des Menschenrechts auf Leben, Versammlungsfreiheit und Informationsfreiheit […] strikt einzuhalten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Keine andere Lösung“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Juni 2022 spricht Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> über die Ereignisse in Berg-Badachschan und unterstützt die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden in der Region. Wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/31905149.html#:~:text=%D0%92%D1%8B%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BF%D0%B0%D1%8F%20%D0%BD%D0%B0%20%D0%B2%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D1%87%D0%B5%20%D1%81%20%D1%80%D1%83%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D0%B8%D1%82%D0%B5%D0%BB%D1%8F%D0%BC%D0%B8,%C2%AB%D0%BD%D0%B5%20%D0%B1%D1%8B%D0%BB%D0%BE%20%D0%B4%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%BE%D0%B3%D0%BE%20%D0%B2%D1%8B%D1%85%D0%BE%D0%B4%D0%B0%C2%BB.">Radio Ozodi</a> berichtet, sagt Rahmon bei einem Treffen mit regionalen und nationalen Eliten in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danghara">Danghara</a>, dass er den Befehl gegeben habe, <em>„bewaffnete Personen zu neutralisieren“</em>, weil es seiner Meinung nach <em>„keine andere Lösung“</em> gegeben habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Sie haben immer wieder erklärt, dass sie im Namen der Bevölkerung von Badachschan handeln würden. Sie tun es nicht und haben es auch nie getan. Wir müssen genau verstehen, was passiert, und eine andere Herangehensweise an das Problem haben“</em>, erklärt der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden bestreiten dabei, dass sie die Menschenrechte nicht respektieren. <em>„Die Behörden Tadschikistans bestreiten diese Anschuldigungen und behaupten, die Rechte aller Bürger des Landes ausnahmslos zu respektieren. Präsident Emomali Rahmon sagte bei seinem Besuch in Danghara, als er auf die Probleme in Berg-Badachschan einging, dass die Bewohner der Region nicht schuld seien“</em>, erklärt der Tadschikistan-Experte Sandschar Hamidow gegenüber <a href="https://rus.ozodi.org/a/32197630.html">Radio Ozodi</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein eher sozialer als politischer Kampf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Berg-Badachschan ist die größte Region Tadschikistans, aber auch die ärmste und sozial am stärksten gefährdete Region, führt das <a href="https://cabar.asia/ru/neskonchaemye-konflikty-v-gbao-prichiny-i-sledstviya">Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR)</a> aus. Laut <a href="https://eurasianet.org/explainer-why-tajikistans-pamiris-dont-trust-their-government">Eurasianet</a> ignoriert die Zentralregierung in Duschanbe die Region, wenn es um die Lösung sozialer Probleme geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pamiris, die die Mehrheit der Bevölkerung von Berg-Badachschan ausmachen, unterscheiden sich kulturell und sprachlich von anderen Tadschik:innen. Sie sprechen verschiedene ostiranische Sprachen und sind überwiegend Anhänger des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ismailiten">Ismailismus</a>, einem schiitischen Zweig des Islam. Dies führt zu einigen <a href="https://fergana.agency/articles/125430/">Streitigkeiten und Missverständnissen</a> mit der mehrheitlich tadschikisch-sunnitischen Bevölkerung. Dies ist jedoch nicht der Hauptgrund für den Konflikt zwischen der tadschikischen Regierung und den lokalen Pamiri-Eliten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-rolle-im-pamir-akteur-oder-beobachter/"><strong>Russlands Rolle im Pamir: Akteur oder Beobachter?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bevölkerung von Berg-Badachschan betrachtet das Verhalten der Zentralregierung als unfair. <a href="https://rus.azattyq.org/a/31857679.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Liberty, veröffentlichte die Meinung eines tadschikischen Experten, der argumentiert, dass <em>„alle Einnahmen aus natürlichen Ressourcen in der Provinz von der Regierung kontrolliert werden und die Region im Gegenzug nur minimale Subventionen erhält.“</em> Ihm zufolge liegt die Ursache der regierungsfeindlichen Haltung in der Region in der „überstürzten Politik“ der Regierung und nicht in einem angeblichen Wunsch nach mehr Autonomie und Souveränität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die offiziellen Forderungen der Demonstrierenden haben sozialen Charakter und richten sich teilweise gegen die Grausamkeit der Polizei. Der Experte fügt hinzu, dass die Anführer der Proteste im Pamir es vorziehen, sich nicht in die Politik einzumischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakoulov für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/un-an-apres-les-evenements-de-mai-dans-le-pamir-que-sest-il-reellement-passe/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/">Tadschikistan: Ein Jahr seit den tragischen Ereignissen im Pamir</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Dutzende Tote: Tadschikistan reagiert mit Härte auf Proteste in Berg-Badachschan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 May 2022 11:25:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Berg-Badachschan, eine der abgelegensten Regionen Tadschikistans, erlebt eine neue Protestwelle, die von der Regierung gewaltsam unterdr&#xFC;ckt wird. Unterschiedlichen Quellen zufolge verloren zwischen 21 und 47 Menschen ihr Leben. Die Autonome Provinz Berg-Badachschan im Osten Tadschikistans ist seit dem 16. Mai erneut Schauplatz gewaltt&#xE4;tiger Auseinandersetzungen. Der bisher j&#xFC;ngste Todesfall ist Mamadbokir Mamadbokirow, der angeblich am 22. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Berg-Badachschan, eine der abgelegensten Regionen Tadschikistans, erlebt eine neue Protestwelle, die von der Regierung gewaltsam unterdrückt wird. Unterschiedlichen Quellen zufolge verloren zwischen 21 und 47 Menschen ihr Leben.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonome Provinz Berg-Badachschan</a> im Osten Tadschikistans ist seit dem 16. Mai erneut Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen. Der bisher jüngste Todesfall ist Mamadbokir Mamadbokirow, der angeblich am 22. Mai von einem Scharfschützen erschossen wurde. Dies beschreiben drei unabhängige Quellen gegenüber <a href="https://rus.ozodi.org/a/31862351.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Dienst von Radio Free Europe. Mamadbokirow, ehemaliger Kommandeur der Selbstverteidigungskräfte, war von den Behörden beschuldigt worden, <em>„illegale Kundgebungen“</em> angeführt zu haben. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Das tadschikische Innenministerium teilt in einer <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34110-zayavlenie-press-tsentra-ministerstva-vnutrennikh-del-respubliki-tadzhikistan">Erklärung</a> mit, der Kommandant sei während einer Auseinandersetzung krimineller Gruppen erschossen worden. Mamadbokirow war einer der informellen Anführer der Protestbewegung in Berg-Badachschan. Dieser Todesfall ist nur der Neueste nach langen Tagen der Auseinandersetzungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.ozodi.org/a/31859367.html">Radio Ozodi</a> berichtet, dass am 19. Mai bereits 21 Opfer zu beklagen waren. Nach Zählungen der Einwohner:innen von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Rushon">Ruschon</a> forderten die Zusammenstöße allein in dieser Ortschaft bis zum 21. Mai  46 Tote. Alle Zahlen sind jedoch unmöglich zu überprüfen. Die Abschaltung des Internets seit dem 17. Mai und erschwert die Arbeit der Medien, wie <a href="https://fergana.media/news/126191/">Fergana News</a> in Erinnerung ruft. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Friedliche Proteste unterdrückt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Das abermalige Aufflammen von Protesten in Berg-Badachschan begann am 14. Mai, nachdem Tschorschanbe Tschorschanbijew, ein MMA-Kämpfer aus der Region, zu einer Haftstrafe von 8,5 Jahren verurteilt worden war. Tschorschanbijew hatte sich im November 2021, als Berg-Badachschan zuletzt <a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/">Schauplatz von Zusammenstößen</a> zwischen Sicherheitskräften und Demonstrierenden war, in einem Video auf die Seite der Protestierenden gestellt. Die Behörden <a href="https://rus.ozodi.org/a/31752606.html">beschuldigten</a> ihn deswegen des <em>„Aufrufs zu einer gewaltsamen Änderung der Verfassungsordnung“.</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Tschorschanbijews Verurteilung wurden in Berg-Badachschans Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> friedliche Proteste organisiert, deren Ziel laut <a href="https://rus.ozodi.org/a/31854152.html">Radio Ozodi</a> sei, Verfolgung und Belästigung durch die tadschikischen Behörden anzuprangern. Die lokale Bevölkerung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamiri">Pamiri</a> gehört im Wesentlichen zur Glaubensgemeinschaft der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ismailiten">Ismailit:innen</a>, einem der schiitischen Zweige des Islam. Gegenüber den mehrheitlich sunnitischen Tadschik:innen stellen die Ismailit:innen eine Minderheit im Land dar. Die konfessionelle Differenz ist ihnen zufolge die treibende Kraft hinter der Diskriminierung. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wer-ist-der-aga-khan-und-wofuer-ist-er-bekannt/"><strong>Wer ist der Aga Khan und wofür ist er bekannt? </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://www.theeast.media/post/what-is-happening-in-khorog-again">The East</a> berichtet, drohte der Staatsanwalt von Berg-Badachschan, Parwis Orifsoda, als Reaktion auf die Proteste der Bevölkerung mit schweren Sanktionen. Angesichts des Ausmaßes der Demonstrationen befahlen die Sicherheitskräfte den Anwesenden, den Platz bis 16.00 Uhr am 16. Mai zu verlassen, andernfalls würden sie eine Zwangsräumung riskieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-crisis-gripped-government-opts-to-pick-deadly-fight-in-the-pamirs">Eurasianet</a> berichtet, <em>„ist es fast unmöglich, eine unabhängige Bestätigung für irgendeine der offiziellen Behauptungen zu erhalten, die seit Beginn der Vorfälle erfolgten“</em>, da die Region sehr schwer zugänglich ist. Am Abend wurden neue Demonstrationen organisiert, die den Rücktritt des Verwaltungschefs von Berg-Badachschan und des Bürgermeisters von Chorugh forderten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Gekapptes Internet</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Am 17. Mai wurde die Region dann erneut vom Internet abgeschnitten. Die tadschikischen Behörden verwenden dieses Mittel regelmäßig, um das Aufkommen konträrer Meinungen zu unterbinden. Rund um die Ortschaft Ruschon wurde darüber hinaus die Telefonverbindung gekappt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/berg-badachschan-vom-internet-abgeschnitten/"><strong>Berg-Badachschan vom Internet abgeschnitten</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist auch der internationalen Gemeinschaft nicht entgangen. In einer <a href="https://www.eeas.europa.eu/delegations/tajikistan/joint-statement-developments-gbao_en">gemeinsamen Erklärung</a> vom 18. Mai haben die Botschaften Deutschlands, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Frankreichs ihre Besorgnis über die Ereignisse in der Region zum Ausdruck gebracht. Die Diplomat:innen betonen, dass <em>„Berichte über die Einschüchterung und Verfolgung von Bürger:innen und Journalist:innen sowie die offensichtlich weit verbreitete Einschränkung des Zugangs zu Informationen die Aussichten auf eine rasche Deeskalation und eine Rückkehr zur normalen Ordnung untergraben“.</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine „Anti-Terror-Operation“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Am selben Tag kündigte <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34085-khabari-markazi-matbuoti-vkd-t-2">Tadschikistans Innenministerium</a> den Beginn einer „Anti-Terror-Operation“ im Bezirk Ruschon an, wo nach Angaben der Regierung 200 Menschen die <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/eine-der-schoensten-strassen-der-welt-der-pamir-highway-wird-80/">Fernstraße Duschanbe – Chorugh</a> blockierten. Während die Regierung von Terroranschlägen in bestimmten Bezirken spricht, behaupten der Telegram-Kanal <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34085-khabari-markazi-matbuoti-vkd-t-2">Pamir Daily News</a> und das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/politika/49981-protesty-v-gornom-badahsane-glavnoe.html">Vlast</a>, dass laut Augenzeug:innen eine „Massensäuberung“ in den Dörfern stattfinde.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Laut Vlast <em>„dringen bewaffnete Kräfte in die Häuser von Zivilist:innen ein und nehmen alle Männer mit. Gleichzeitig verzeichnet die lokale Bevölkerung Plünderungen und stellt fest, dass nach dem Durchzug der Armee Silber und Gold aus ihren Häusern verschwinden“</em>.

Während die Konfrontationen zwischen Strafverfolgungsbehörden und Demonstrierenden weiter eskalieren, <a href="https://the.ismaili/tajikistan/talika-mubarak-mawlana-hazar-imam-19-may-2022">forderte</a> am 18. Mai das geistliche Oberhaupt der Ismailit:innen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karim_Aga_Khan_IV.">Karim Aga Khan IV</a>, „<em>den Frieden zu wahren und gesetzestreue Bürger:innen zu sein“</em>.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein Informationskrieg</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Das genaue Ausmaß der Krise bleibt aufgrund der Angriffe auf die Meinungsfreiheit, die nicht nur auf die Telekommunikationsmittel beschränkt sind, schwer abzuschätzen. <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/20220517/zayavlenie-redaktsii-aziya-plyus-o-situatsii-v-gbao">Asia-Plus</a> kündigte in einer auf seiner Website veröffentlichten Erklärung an, auf Druck der Regierung nicht mehr über die Demonstrationen berichten zu können. Das einzige unabhängige Nachrichtenportal Tadschikistans hatte Berichten zufolge <em>„eine offizielle Warnung“</em> erhalten, in der es beschuldigt wurde, <em>„die Situation im Land zu destabilisieren“</em>. Asia-Plus ist eines der beliebtesten Medien des Landes und berichtet auf Englisch, Tadschikisch und Russisch. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kein-internet-keine-aufarbeitung-berg-badachschan-zwei-monate-nach-den-unruhen/"><strong>Kein Internet, keine Aufarbeitung – Berg-Badachschan zwei Monate nach den Unruhen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kein-internet-keine-aufarbeitung-berg-badachschan-zwei-monate-nach-den-unruhen/"><strong> </strong></a> Am 17. Mai wurden Journalisten von <a href="https://rus.ozodi.org/a/v-dushanbe-napali-na-s-yemochnuyu-gruppu-nastoyashchego-vremeni/31854850.html">Radio Ozodi und Current Time</a> geschlagen und ausgeraubt, nachdem sie die die freie Journalistin Ulfathonim Mamadschojewa interviewt hatten. Mamadschojewa wurde am Tag darauf festgenommen. Am 17. Mai berichtete das <a href="https://www.vkd.tj/index.php/ru/sobytiya/34065-vazorati-kor-oi-dokhil-khabar-medi-ad-2">Innenministerium</a> über die Entscheidung des Staatsanwalts von Berg-Badachschan, ein Strafverfahren gegen die Organisator:innen der Kundgebung vom 16. Mai in Chorugh einzuleiten. Die Journalistin war eine der Betroffenen dieser Ermittlungen. In einem vor ihrer Festnahme geführten Interview mit <a href="https://fergana.media/news/126182/">Fergana News</a> bezeichnete Mamadschojewa diese Anschuldigungen als absurd. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wiederkehrende Auseinandersetzungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Diese jüngsten Zusammenstöße ereignen sich zu einer Zeit, da Berg-Badachschan von den Behörden streng überwacht wird. Bereits im November 2021 war es nach dem Tod von Gulbiddin Sijobekow, einem Anwohner aus dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Roshtqal%27a_District">Bezirk Roschtkala</a>, zu Zusammenstößen mit Toten und Verletzten gekommen. Sijobekow, der im Jahr zuvor einen Assistenten des Bezirksstaatsanwalts geschlagen und als Geisel genommen haben soll, starb während seiner Festnahme. Augenzeugen zufolge war er unbewaffnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/"><strong>Tadschikistan: Tote und Verletzte bei Protesten in Berg-Badachschan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach viertägigen Demonstrationen gelang es durch Verhandlungen zwischen der Regierung und Demonstrierenden, die Gewalt zu beenden. Die Regierung hat ihre Zusagen jedoch nicht eingehalten und bis zu den aktuellen Demonstrationen ein vergiftetes Klima geschaffen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/tadjikistan-des-dizaines-de-personnes-tuees-dans-le-haut-badakhchan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Berg-Badachschan vom Internet abgeschnitten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2021 18:57:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Ende November ist die im Osten Tadschikistans gelegenen Autonome Provinz Berg-Badachschan ohne Internet. Dies bereitet den Einwohner:innen Schwierigkeiten, aber niemand erkl&#xE4;rt ihnen, warum die gesamte Region fast einen halben Monat von der Au&#xDF;enwelt abgekoppelt ist. Der folgende Artikel erschien am 7. Dezember 2021 auf Asia-Plus. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Seit [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit Ende November ist die im Osten Tadschikistans gelegenen Autonome Provinz Berg-Badachschan ohne Internet. Dies bereitet den Einwohner:innen Schwierigkeiten, aber niemand erklärt ihnen, warum die gesamte Region fast einen halben Monat von der Außenwelt abgekoppelt ist. Der folgende Artikel erschien am 7. Dezember 2021 auf </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20211207/proehat-600-km-v-poiskah-interneta-pochemu-ne-dayut-svyaz-v-gbao-i-kak-iz-za-etogo-stradayut-lyudi"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit den <a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/">Protesten</a>, die sich vom 25. bis zum 28. November in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> ereignet haben, sind die Bewohner:innen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Provinz Berg-Badachschan</a> in ihrer Kommunikation eingeschränkt –  ihnen wird das Internet vorenthalten. Die Vereinbarung, die Demonstrierende und Behörden am 28. November geschlossen haben, beinhaltet unter anderem, dass die Internetverbindung wiederhergestellt wird. Seit dem 1. Dezember ist die Verbindung teilweise wiederhergestellt. Zugang zum Internet gibt es aber bis heute nur bei Banken und einigen Behörden. Wir haben versucht herauszufinden, wer wie und warum das Internet in Berg-Badachschan blockiert. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Für Internet nach Duschanbe</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Einwohner:innen Berg-Badachschans sowie aus der Region stammende Unterstützer:innen in&nbsp; verschiedenen Teilen der Welt richten aufgrund der fehlenden Internetverbindung Appelle an Tadschikistans Verbraucherverband sowie <a href="https://www.facebook.com/pamirdailynews04/posts/6649698335101438">an den Außenminister und den Bildungsminister der Russischen Föderation</a>.&nbsp; Sie beabsichtigen, sich an internationale Organisationen zu wenden, um ihre Rechte zu schützen und das Internet in die Region zurückzubringen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Aufgrund des fehlenden Internets müssen Studienbewerber:innen russischer Universitäten 600 Kilometer nach Duschanbe fahren, um ihre Bewerbungsunterlagen einzureichen. <em>„Kinder, die den Wunsch äußern, russische Universitäten […] zu besuchen, wurden zu Geiseln der Situation und haben die Möglichkeit verloren, Dokumente aus der Ferne einzureichen. Viele der Eltern sind aus finanziellen und anderen Gründen nicht in der Lage, mit ihren Kindern 1200 Kilometer von Chorugh nach Duschanbe und züruck zu reisen“</em>, heißt es in dem Appell. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Appell wird auch darauf hingewiesen, dass die Abschaltung des Internets nicht nur den Fernunterricht beeinträchtigt, sondern auch die staatlichen, kommerziellen und internationalen Strukturen in der Region lahmlegt. Darüber hinaus haben Zehntausende Angehörige im Ausland keine Verbindung zu ihren Lieben und machen sich Sorgen um ihr Wohlergehen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Betreiber schweigen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die tadschikischen Behörden schweigen über die Gründe für die Abschaltung des Internets in der Region sowie darüber, wann es wiederhergestellt wird. Letzte Woche haben wir versucht, ein Statement des Kommunikationsdienstes zu bekommen, aber es ist nicht gelungen: Der stellvertretende Leiter des Dienstes versprach mehrere Tage lang zu antworten, tauchte aber letztendlich unter. Der Leiter konnte indes nicht erreicht werden und auch die Regionalverwaltung von Berg-Badachschan antwortete nicht auf die Fragen von Asia-Plus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Mobilfunkanbieter wollen sich zur Situation überhaupt nicht äußern. Sie antworten nur kurz: <em>„Es hängt nicht von uns ab“</em>, „<em>Wir kommentieren die Situation nicht. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Aufsichtsbehörden&#8220;</em> oder <em>„Die Lösung dieser Situation liegt nicht in unserer Zuständigkeit.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/">Tadschikistan: Tote und Verletzte bei Protesten in Berg-Badachschan </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Quelle in einem der Kommunikationsunternehmen teilte mit, dass die Behörden in jeder Region selbst und ohne Hilfe von Mobilfunkanbietern das Internet abschalten können. <em>„Warum haben sie das Einheitliche Kommunikationszentrum geschaffen? Das gesamte Internet wird in Tadschikistan über dieses Zentrum kontrolliert und die Behörden können es nutzen, um das Internet oder die Mobilfunkverbindung in jeder Region abzuschalten. Früher mussten sie die Betreiber darum ,bitten´&#8220;</em>, erklärt die Quelle. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anonymer Experte, der das Einheitliche Kommunikationszentrum sowie das Kommunikationssystem in Tadschikistan gut kennt, sagt, dass nur die Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit haben, die Mobilfunkverbindung und das Internet einzuschränken. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Inwieweit ist das legal?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Gemäß den Änderungen des Gesetzes „Über die rechtliche Regelung des Ausnahmezustands&#8220; von 2015 können die zuständigen Behörden alle Arten der Telefonkommunikation deaktivieren oder die Mobilfunkanbieter auffordern, dies zu tun. In Notfällen kann die Regierung <em>„zum Zweck der Gewährleistung der Sicherheit, einschließlich der Informationssicherheit“</em> festlegen, den Zugang zum Internet einzuschränken oder einige Websites zu sperren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus kann die Kommunikation während Spezialoperationen nicht nur auf dem Territorium der Kriegshandlungen, sondern im ganzen Land abgeschaltet werden. Von einem Ausnahmezustand kann im aktuellen Fall jedoch nicht die Rede sein. Das Abschalten des Internets ist also illegal. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Was ist die Logik?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der tadschikische Politologe Parwis Mullodschonow sagt, es sei für ihn schwierig, die Logik hinter der Abschaltung zu verstehen. <em>„Mir scheint, dass die Regierung einfach noch keine gemeinsame Position zur Überwindung der Krise entwickelt hat. Vielleicht gibt es mehrere Gruppen, die sich für unterschiedliche Ansätze einsetzen“</em>, erklärt der Politologe gegenüber Asia-Plus. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Behörden die Situation stabilisieren und die Menschen so schnell wie möglich beruhigen wollen, müssen vor allem die wichtigsten Eigenschaften der Stabilität wieder zum Leben erweckt werden: gute Kommunikationsmöglichkeiten, Abwesenheit von bewaffneten Personen auf den Straßen, offene Märkte und Geschäfte, Restaurants und so weiter. Dies bedeutet keinen Kontrollverlust – es gibt ja die Polizei, mobile Einsatzgruppen und so weiter“</em>, fügt Mullodschonow hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Expert:innen nehmen an, die Behörden haben Angst davor, dass eine Unmenge von Videos und Fotos von den Protesten veröffentlicht werden. Mulludschonow meint hingegen, dass dies keinen Sinn machen würde: <em>„Weil die gleichen Materialien problemlos auf andere Weise übertragen werden können. Zumindest von Hand zu Hand. Die Menschen verlassen die Region weiterhin auf eigene Faust. Was hindert sie daran, all diese Materialien und Fotos auf diese Weise zu versenden?“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Bachmanjor Nadirow für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20211207/proehat-600-km-v-poiskah-interneta-pochemu-ne-dayut-svyaz-v-gbao-i-kak-iz-za-etogo-stradayut-lyudi"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Sowjetische Urbanität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Oct 2021 03:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetische Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund der Berge f&#xE4;llt der Blick in der Bezirkshauptstadt Chorogh in Tadschikistan auf einen Wohnblock des sowjetischen Bustils. Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland) Findet alle unsere Bilder des Tages&#xA0;hier.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Hintergrund der Berge fällt der Blick in der Bezirkshauptstadt <a class="waffle-rich-text-link" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorogh</a> in Tadschikistan auf einen Wohnblock des sowjetischen Bustils.

<strong>Kredit: Joachim Bohndorf (Deutschland)</strong>

Findet alle unsere Bilder des Tages&nbsp;<a href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a>.</p>
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		<title>Eine der schönsten Straßen der Welt: Der Pamir-Highway wird 80</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 13:37:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir-Highway]]></category>
		<category><![CDATA[Pamirgebirge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 80 Jahren, am 6. September 1940, wurden die Bauarbeiten am Pamir-Highway beendet. Der Bau der Stra&#xDF;e, die Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe mit Chorugh in der Autonomen Region Berg-Badachschan verbindet, erfolgte innerhalb von dreieinhalb Monaten und stellt eine wahrscheinlich bis heute nie wieder erreichte Leistung dar. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Asia-Plus. Wir [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor 80 Jahren, am 6. September 1940, wurden die Bauarbeiten am Pamir-Highway beendet. Der Bau der Straße, die Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe mit Chorugh in der Autonomen Region Berg-Badachschan verbindet, erfolgte innerhalb von dreieinhalb Monaten und stellt eine wahrscheinlich bis heute nie wieder erreichte Leistung dar. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200906/yubilei-odnoi-iz-samih-krasivih-dorog-mira-bolshomu-pamirskomu-traktu-80-let?tg_rhash=59df260525b319"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Osten der Tadschikischen SSR, die Autonome Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a> war durch unüberwindbare Berge vom Zentrum der Republik abgeschnitten. Bis 1940 konnte man nur von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> nach Duschanbe gelangen, indem man 732 Kilometer nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> in Kirgistan fuhr (auf dem bereits existierenden Abschnitt des Pamir-Highway, Anm. d. Red.) und von dort aus weitere 1551 Kilometer mit der Eisenbahn zurücklegte. Der Versuch, eine direkte Straße von Duschanbe nach Chorugh zu bauen, war zwar schon in den Jahren 1932-1933 unternommen worden, jedoch aufgrund des Umfangs der Arbeiten und des fehlenden Materials nicht von Erfolg gekrönt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Güter konnten nur mit Lastwagen auf schmalen, schwindelerregenden Wegen über Bergpässe und entlang von Abgründen transportiert werden. Diese Wege waren darüber hinaus einen erheblichen Teil des Jahres nicht passierbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gemeinnütziger Arbeitseinsatz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">1939 wandten sich die EinwohnerInnen des Bezirks <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gharm">Gharm</a> und der Autonomen Region Berg-Badachschan mit der Bitte an die Regierung der Republik, den Bau der Straße Duschanbe – Chorugh mit der schnellsten Methode – der gemeinsamen, gemeinnützigen Arbeit &#8211; zu starten. Die Regierung unterstützte diese Initiative des Volkes und bald gab die Sowjetregierung die Anweisung, Duschanbe und Chorugh als das Zentrum des Pamirs mit einer Straße zu verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alexander Wassilijewitsch Masajew wurde zum Bauleiter ernannt. Im März 1940 begannen die Vorarbeiten. Ende Mai wurde mit dem massenhaften Arbeitseinsatz der EinwohnerInnen von Gharm, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Darvaz_(region)">Darwas</a> und des Pamirs der Bau begonnen. An dem Riesenprojekt waren mehr als 30.000 Menschen beteiligt. Die Bauarbeiten waren auf fünf Jahre angesetzt. Auf der ganzen Welt gab es kein vergleichbares Projekt in Bezug auf die Schwierigkeit der Arbeit angesichts der Höhe, Steilheit und Härte der Felsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/leben-auf-dem-dach-der-welt-ueber-tadschikische-und-pamirische-identitaeten/">Leben auf dem Dach der Welt: Über tadschikische und pamirische Identitäten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wurde gebaut? Man ging auf Bergpfaden und hing an Seilen. Man schwang sich über den Fluss, bohrte Löcher für den Sprengstoff und stieß Brocken von der Größe eines Hauses in den Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Die Straße wurde in einem Atemzug gebaut &#8211; in einem einzigen Ansturm, der durch geschickte Vorbereitung, klare Führung, technische Berechnung und verlässlicher Versorgung ermöglicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Millionen Kubikmeter Granit, die gleiche Menge an steinigem Boden und eine weitere Million heimtückischstes Geröll wurden gesprengt. Dabei wurden 1149 Tonnen Dynamit verbraucht. Die 567 Kilometer lange Straße wurde in 104 Tagen gebaut &#8211; fünf Kilometer pro Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Pamir wird erschlossen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">452 ArbeiterInnen wurden mit Orden und Medaillen der UdSSR ausgezeichnet. Im selben Jahr bauten die EinwohnerInnen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ischkoschim">Ischkoschim</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachandarja">Wachan</a>-Tal eine weitere Straße von 240 Kilometern Länge. Zur gleichen Zeit wurden Brücken und Dämme gebaut und eine Telegraphenleitung gelegt. 1940 erhielten die meisten Ortschaften im Pamir einen Telegraphenanschluss. Außerdem wurden regelmäßige Flugverbindungen auf den Strecken Duschanbe – Chorugh und Duschanbe – Ischkoschim eingerichtet.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. Oktober 1940 ging die erste Verbindung von Duschanbe nach Chorugh. Seitdem wird der Weg von Duschanbe in den als &#8218;Dach der Welt&#8216; bekannten Pamir nicht in einem Monat, sondern in ein bis zwei Tagen bewältigt. Und die von Legenden und Sagen umwobene Region, die früher von uneinnehmbaren Bergen umgeben war, wurde durch den Bau des Pamir-Highways an den Rest des Landes angeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Fotos von den Bauarbeiten findet ihr im Artikel von </em><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200906/yubilei-odnoi-iz-samih-krasivih-dorog-mira-bolshomu-pamirskomu-traktu-80-let?tg_rhash=59df260525b319"><em>Asia-Plus</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gafur Schermatow für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Kazan und Kebab &#8211; Womit an der tadschikisch-afghanischen Grenze gehandelt wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2020 08:42:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Basar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeden Samstag kommen AfghanInnen auf den Markt von Chorugh, der an der tadschikisch-afghanischen Grenze liegt, um sich dort mit allem Notwendigen zu versorgen. Asia-Plus hat diesen Basar besucht und beobachtet, wer was verkauft. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Im ganzen Land gibt es drei M&#xE4;rkte dieser Art: in Chorugh, Darwoz und [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Jeden Samstag kommen AfghanInnen auf den Markt von Chorugh, der an der tadschikisch-afghanischen Grenze liegt, um sich dort mit allem Notwendigen zu versorgen. <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200226/mi-vam-kazani-vi-nam-kabob-chem-torguyut-na-tadzhiksko-afganskoi-granitse?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Asia-Plus</a> hat diesen Basar besucht und beobachtet, wer was verkauft. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im ganzen Land gibt es drei Märkte dieser Art: in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a>, Darwoz und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ischkoschim">Ischkaschim</a>. Und nur einmal in der Woche öffnet sich die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan. Gehandelt wird in der tadschikischen Nationalwährung Somoni. Für die AfghanInnen ist es angenehmer auf den Samstag zu warten und auf dem Grenzmarkt einzukaufen, als in die Kreisstadt zu fahren. Der Grenzmarkt ist näher und günstiger.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Nicht alle AfghanInnen haben einen Reisepass und die Mehrheit besucht die Grenzzone zu Tadschikistan mit dem Personalausweis. Dabei durchlaufen sie drei Kontrollen – die Grenzkontrolle, dann den Zoll und letztendlich die Drogenpolizei. Erst danach können sie den tadschikischen Markt betreten.</p>
<p><figure id="attachment_20902" aria-describedby="caption-attachment-20902" style="width: 746px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20902" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo4.jpg" alt="Leute auf dem Markt" width="746" height="550" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo4.jpg 746w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo4-300x221.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /><figcaption id="caption-attachment-20902" class="wp-caption-text">Auf dem Markt herrscht reges Treiben</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify;">Der Markt wurde mehrmals geschlossen, als sich auf dem angrenzenden Territorium Kämpfer der Taliban und des sogenannten „Islamischen Staates“ häuften. Die AfghanInnen appellierten aber an die eigenen und an die tadschikischen Behörden, die Arbeit des Marktes wieder aufzunehmen, weil sie praktisch ohne Lebensmittel blieben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Von Öl bis hin zu Schuhen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf dem tadschikisch-afghanischen Markt läuft alles nach seinen Regeln – jeder verkauft das, was es auf der anderen Seite der Grenze nicht gibt. So gibt es im tadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a> einen Überschuss an Äpfeln, während es auf der afghanischen Seite der Grenze quasi kein Obst gibt. Das Kilogramm Äpfel wird auf dem Markt zu einem Preis zwischen 2 und 4 Somoni (zwischen 0,20 und 0,40 Euro) verkauft.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/der-basar-von-ischkaschim-gute-nachbarschaft-im-niemandsland/">Der Basar von Ischkaschim – Gute Nachbarschaft im Niemandsland</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Hier werden Öl, Obst, Gemüse Nudeln und andere Lebensmittel gehandelt. Außerdem sind Tücher, Stoffe, warme Kleidung, Gummischuhe und ähnliches im Angebot. <em>„Seit 15 Jahren komme ich jede Woche hierher um traditionellen Schmuck, Kleider und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tubeteika">Tübetejkas</a> zu verkaufen. Selbst wenn ich selbst nicht kommen kann, übernehmen meine Kinder meinen Platz. Die Arbeit auf dem Markt ist die Haupteinkommensquelle unserer Familie“</em>, sagt Schachlo, eine Einwohnerin Chorughs.</p>
<p><figure id="attachment_20900" aria-describedby="caption-attachment-20900" style="width: 743px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20900" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo3.jpg" alt="Traditionelle tadschikische Kleidung auf dem Markt von Chorugh" width="743" height="540" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo3.jpg 743w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/Photo3-300x218.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 743px) 100vw, 743px" /><figcaption id="caption-attachment-20900" class="wp-caption-text">Traditionelle tadschikische Kleidung auf dem Markt von Chorugh</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify;">AfghanInnen bringen Textilien und gusseiserne Utensilien auf den Markt. Der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kazan_(cookware)">Kazan</a> ist dabei die bei TadschikInnen beliebteste Ware. Sie sagen, dass der Reis darin beim Kochen weicher wird. Tadschikisches Essen wird auch von den AfghanInnen geliebt. Auf dem Territorium des Marktes werden Schaschlik und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pilaw">Plov</a> zubereitet. <em>„Bei uns gibt es nicht solchen Kebab, deswegen komme ich jede Woche, um lecker zu essen“</em>, erklärt Farchod aus Afghanistan.</p>
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<p style="text-align: justify;">Seit 2005 wurden auf Initiative der Regierungen beider Länder und der Aga-Khan-Stiftung sechs Brücken im Grenzgebiet zwischen Tadschikistan und Afghanistan gebaut. Derzeit werden mit Hilfe internationaler Partner zwei weitere Brücken errichtet.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Mehranges Tursunsoda für <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200226/mi-vam-kazani-vi-nam-kabob-chem-torguyut-na-tadzhiksko-afganskoi-granitse?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Asia-Plus</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Lang erwartetes Grün</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Dec 2019 03:00:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Weite gr&#xFC;ne Landschaft auf dem R&#xFC;ckweg von den rauen Pamirbergen zwischen Chorugh und Duschanbe. Foto: Nissim Gasteli Findet alle unsere Bilder des Tages hier</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weite grüne Landschaft auf dem Rückweg von den rauen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)" target="_blank" rel="noopener">Pamirbergen</a> zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh" target="_blank" rel="noopener">Chorugh</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe" target="_blank" rel="noopener">Duschanbe</a>.</p>
<p><strong>Foto: Nissim Gasteli</strong></p>
<p>Findet alle unsere Bilder des Tages <a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/." target="_blank" rel="noopener">hier</a></p>
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		<title>Sowjetische Grenzbeamte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 04:13:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses Denkmal ist den sowjetischen Grenzbeamten gewidmet. Es steht in Chorugh, der Hauptstadt der Autonomen Provinz Berg Badachschan (GBAO im russischen K&#xFC;rzel) im Osten Tadschikistans, nur wenige Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt. Seht auch unsere Reportage zum tadschikisch-afghanischen Grenzfluss Pandsch. Foto: Passportparty.ch Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu all unseren Bildern des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Dieses Denkmal ist den sowjetischen Grenzbeamten gewidmet. Es steht in <a href="https://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwjL9JrLy73WAhWWOsAKHYC2A-oQFggmMAA&amp;url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FChorugh&amp;usg=AFQjCNFuAtVV81HAtFTJcMJBuWNPmdHJ6g">Chorugh</a>, der Hauptstadt der Autonomen Provinz Berg Badachschan (GBAO im russischen Kürzel) im Osten Tadschikistans, nur wenige Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt.</p>
<p><strong>Seht auch unsere <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/uber-den-fluss-pandsch/">Reportage zum tadschikisch-afghanischen Grenzfluss Pandsch</a>.</strong></p>
<p><strong>Foto: <a href="https://passportparty.ch/2017/07/18/border-20/">Passportparty.ch</a></strong></p>
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