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	<title>China Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>China Archives</title>
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		<title>Große Nachbarn, große Ambitionen: Russland, China und der Iran und ihr Einfluss in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:47:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am 28. April haben sich die Verteidigungsminister der Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit (SOZ) zu einem Gipfel in Bischkek getroffen. Dabei bot sich nicht nur f&#xFC;r die russischen und chinesischen Verteidigungsminister die Chance, ihren Anspruch auf Einfluss in Zentralasien zu best&#xE4;tigen, Auch der Iran nutzte die M&#xF6;glichkeit, sich als neuen sicherheitspolitischer Akteur in der Region zu [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 28. April haben sich die Verteidigungsminister der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) zu einem Gipfel in Bischkek getroffen. Dabei bot sich nicht nur für die russischen und chinesischen Verteidigungsminister die Chance, ihren Anspruch auf Einfluss in Zentralasien zu bestätigen, Auch der Iran nutzte die Möglichkeit, sich als neuen sicherheitspolitischer Akteur in der Region zu präsentieren.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Schlüsselregion sowohl für Russland als auch für China ist Zentralasien schon lange hin- und hergerissen zwischen äußeren Akteuren. Vor diesem Hintergrund fand im April in Bischkek der Gipfel der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ)</a> statt, der von Russland und China dominierten Sicherheitsorganisation mit inzwischen zehn Mitgliedsstaaten. Diese Gelegenheit haben der russische und der chinesische Verteidigungsminister genutzt, um ihren Ambitionen in die Region zu bekräftigen und dabei implizit den amerikanischen und europäischen Einfluss zu kritisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russlands und Chinas Militärdominanz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir beobachten aufmerksam die Versuche auswärtiger Akteure, sich eine militärische und logistische Präsenz in Zentralasien zu sichern. Wir betrachten dies als inakzeptabel.&#8220;</em> <a href="https://ria.ru/20260428/rossija-2089373281.html?in=l">erklärte</a> der russische Verteidigungsminister Andrej Belousow trocken. Er bekräftigte damit, dass Russland jede militärische Partnerschaft zwischen einem Land, das nicht der SOZ angehört, und einem Land Zentralasiens ablehne. Die russische Regierung befürchtet bereits jetzt einen zu großen Einfluss des Auslands im Kaukasus und in Zentralasien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Afghanistan bleibt weiter instabil. Das Land bleibt die wichtigste Quelle für transnationale Kriminalität und Terrorismus&#8220;</em>, fügte Belousow hinzu. Russland hatte bereits zuvor das von den Taliban regierte Land als größte Bedrohung für ein anderes Sicherheitsbündnis, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)</a>, bezeichnet. Die OVKS, ein von Russland dominierter Zusammenschluss einiger Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, kündigte an, <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lotsc-lance-un-programme-de-livraison-darmes-au-tadjikistan/">militärisches Material in Afghanistans Nachbarland Tadschikistan zu liefern</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/"><strong>Riskante Zusammenarbeit mit China</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Als Vorbild für den Multilateralismus muss die SOZ mit Vehemenz die internationale Ordnung und miteinander Fairness und Gerechtigkeit verteidigen. Es ihre Aufgabe, gemeinsam Sicherheitszusammenarbeit zu fördern, die Quellen von Chaos und Konflikten durch eine gemeinsame Entwicklung zu eliminieren, und zur „Stärke der SOZ“ für nachhaltigen Frieden beizutragen“,</em> <a href="https://english.news.cn/20260429/4feda14118b649278a996feae66233d1/c.html">erklärte</a> deutlich nüchterner der chinesische Verteidigungsminister. Über diese Worte hinaus hüteten sich chinesische Regierungsvertreter:innen – ganz im Einklang mit ihrer Doktrin der diplomatischen Neutralität – vor jeder weiteren Verschärfung im Dialog. Sie schlossen sich damit der russischen Position einer rein regional definierten Sicherheit und Verteidigung an.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Iran als regionaler Sicherheitsakteur in Zentralasien?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Iran, selbst erst seit 2023 Mitglied der SOZ, zeigte sein Interesse, in Zentralasien eine stärkere Position zu entwickeln. <em>&#8222;Die Islamische Republik Iran ist bereit, ihre Fähigkeiten in den Bereichen Bewaffnung und Verteidigung mit unabhängigen Ländern zu teilen, insbesondere mit den Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit&#8220;</em>, <a href="https://en.mehrnews.com/news/244046/SCO-symbol-of-desire-of-nations-to-pass-through-unipolarity">erklärte</a> der stellvertretende Verteidigungsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Reza_Talaei-Nik">Reza Talaei-Nik</a>. <em>&#8222;Teheran ist bereit, seine Erfahrung aus der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten mit den anderen Staaten der SOZ zu teilen&#8220;</em>, verdeutlichte er das Ziel des Irans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land versucht, Kapital aus seinem Widerstand im Krieg gegen die USA und Israel seit dem 28. Februar zu schlagen. In Zentralasien scheint das möglich, ist doch von den zentralasiatischen Staaten bislang nur Tadschikistan ein militärischer Partner des Irans. In dem Land soll sich seit 2022 angeblich eine <a href="https://www.rferl.org/a/iran-drones-tajikistan-afghanistan-kyrgyzstan/31865830.html">Fabrik für die Montage von iranischen Ababil-2 Dronen</a> befinden. Von dieser militärischen Infrastruktur findet sich jedoch, <a href="https://www.rferl.org/a/iran-tajikistan-drone-factory-mystery-/33719984.html">wie es Radio Free Europe im März berichtete</a>, bislang keine Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/von-teheran-nach-duschanbe-tadschikistan-und-iran-verstaerken-bilaterale-zusammenarbeit/"><strong>Von Teheran nach Duschanbe: Tadschikistan und Iran verstärken bilaterale Zusammenarbeit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorkriegssituation war für den Iran also wenig aussichtsreich für eine offizielle Annäherung mit den Staaten Zentralasiens. Mit seinen Erfahrungen in der Luftabwehr, den Angriffen mit unbemannten Dronen sowie der asymmetrische Seekriegsführung, die auf einer &#8222;Moskito-Flotte&#8220; aus Schnellbooten beruht, versucht der Iran dagegen nun bei den Ländern Zentralasiens zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie weiter mit der multivektoriellen Außenpolitik?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel in Bischkek zeigt damit klar die Herausforderungen, denen die multivektorielle Außenpolitik der zentralasiatischen Staaten ausgesetzt ist, an der diese jedoch vehement festhalten. Trotz ihrer Bestrebungen um gute Beziehungen mit allen internationalen Organisationen gewinnt ihre Einbindung in von Russland und China dominierten Institutionen die Oberhand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Möglichkeiten der zentralasiatischen Länder sind beschränkt. Eine Annäherung mit dem Iran würde zu amerikanischen und israelischen Sanktionen führen und auch die Europäische Union sanktioniert den Iran. Zudem könnte jede Partnerschaft als Versuch gesehen werden, Russland, das weiter seinen Krieg gegen die Ukraine führt, mit zivilen oder militärischen Gütern zu beliefern. Das Risiko, dass die Europäische Union ihre zukünftigen Sanktionspakete erweitern und verschärfen könnte, ist in diesem Szenario nicht ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/"><strong>Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstufung Afghanistans als vorrangige Bedrohung für die SOZ und die andauernde Krise im Nahen Osten verstärken also die sicherheitspolitische Abhängigkeit, während die Alternativen zunehmend schwinden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/russie-chine-iran-reaffirment-leurs-ambitions-sur-lasie-centrale-lors-dun-sommet-de-bichkek/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Simon Schulz</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstans-schluesselrolle-beim-ausbau-des-mittleren-korridors/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<title>Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 18:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Beileidsbekundung]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder bekundet Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Trag&#xF6;dien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalk&#xFC;l, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar. Am 6. Mai 2026 &#xFC;bermittelte Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev umgehend sein Beileid an den Pr&#xE4;sidenten der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immer wieder bekundet Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Tragödien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalkül, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Mai 2026 <a href="https://t.me/shmirziyoyev/33307">übermittelte</a> Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> umgehend sein Beileid an den Präsidenten der Volksrepublik China, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>. Anlass war eine Explosion in einer Feuerwerksfabrik in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hunan">Hunan</a>, bei der 26 Menschen ums Leben kamen und mehr als 60 verletzt wurden. Diese Geste ist vollkommen verständlich: In einem Land, das nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Usbekistans zählt, hatte sich eine technische Tragödie ereignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Standard-Diplomatie – ohne politische Risiken. Doch genau an jenem Tag – dem 6. Mai 2026 – griffen russische Drohnen <a href="https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/5/6/russian-drone-hits-kindergarten-in-ukraine">einen Kindergarten</a> im Zentrum der ukrainischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sumy">Sumy</a> an. Zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung kamen dabei ums Leben, zwei weitere Zivilist:innen wurden verletzt. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Kinder im Gebäude; dennoch bildete allein die Tatsache eines Angriffs auf eine Einrichtung der Kinderinfrastruktur ein weiteres Glied in der langen Kette von Angriffen auf ukrainische Städte – Attacken, bei denen seit nunmehr über vier Jahren Zivilist:innen, darunter auch Kinder, ihr Leben verlieren.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Und kein einziges Wort wurde vom offiziellen Taschkent an die Ukraine gerichtet – weder Beileidsbekundungen an das ukrainische Volk noch auch nur eine formelle Anteilnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum diese Selektivität? Weil sich Usbekistans erklärte Neutralität in der Praxis als äußerst bedingt erweist. Moskau bleibt Taschkents „Seniorpartner“ im postsowjetischen Raum: Millionen usbekischer Arbeitsmigrant:innen sind in Russland beschäftigt, und ihre Rücküberweisungen sind für die Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Zudem bestehen traditionell starke Bindungen zwischen den beiden Ländern – in den Bereichen Energie, Logistik und regionale Sicherheit. All dies schafft in der Realität eine Abhängigkeit Usbekistans von Russland – eine Tatsache, die sich nicht ignorieren lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/soft-power-mit-vorgehaltener-waffe-was-steckt-hinter-sergej-kirijenkos-besuch-in-usbekistan/">Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutet, dass jede öffentliche Sympathiebekundung für Opfer russischer Aggression vom Kreml als unfreundliche Geste wahrgenommen wird. Und die derzeitige Führung Usbekistans zieht es vor, ihre Beziehungen zu Moskau nicht aufs Spiel zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig – und das ist hoch anzurechnen – bekräftigt Usbekistan konsequent seine Anerkennung der territorialen Integrität der Ukraine, erkennt die selbsternannten „Donetsker Volksrepublik“ und „Luhansker Volksrepublik“ nicht an und setzt sich für friedliche Verhandlungen ein. Dies ist eine ausgewogene und im Großen und Ganzen korrekte Haltung. Doch wenn es um konkrete menschliche Tragödien geht – insbesondere um Kinder, die infolge dieser Aggression getötet oder verstümmelt wurden, herrscht ohrenbetäubendes Schweigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein pragmatisches Kalkül</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine Neutralität in ihrer Reinform. Es handelt sich vielmehr um ein pragmatisches Kalkül, bei dem Menschenleben in der Ukraine im Vergleich zu den Opfern in China als „drittrangig“ behandelt werden. Eine solche Logik ist aus der Perspektive der Realpolitik eines Kleinstaates, der zwischen Großmächten eingeklemmt ist, durchaus nachvollziehbar. Dennoch offenbart sie zugleich die Grenzen dieser Politik: Wenn es um universelle humanitäre Grundsätze geht, entscheidet sich Taschkent für das Schweigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wahrhaft unabhängige Außenpolitik erfordert nicht nur die Weigerung, militärischen Bündnissen beizutreten, sondern auch moralische Konsequenz. Solange diese fehlt, bleibt das Gerede von „Ausgewogenheit“ lediglich eine bequeme Tarnung für die Unwilligkeit, die Beziehungen zu Moskau aufs Spiel zu setzen – selbst aus offensichtlichsten humanitären Gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-ukraine-ist-meine-heimat-geworden-zentralasiaten-helfen-einem-land-im-krieg/">„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt ist erwähnenswert: Wir haben in offenen Quellen keinerlei öffentliche Kondolenzbekundungen des usbekischen Präsidenten an die Ukraine – oder an die Opfer russischer Angriffe auf deren Territorium – verzeichnet. Das umgekehrte Bild ist jedoch aufschlussreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirziyoyev hat der russischen Seite wiederholt und ausdrücklich sein Beileid ausgesprochen: im Dezember 2024 – persönlich gegenüber Putin <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/67645c249a7947c0ffca3b08?utm_referrer=https%3A%2F%2Ffergana.news%2F">nach dem <u>Tod</u></a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Igor_Anatoljewitsch_Kirillow">General Kirillow</a>, wobei er den Vorfall als <em>„niederträchtigen Terrorakt“</em> verurteilte; <a href="https://www.vedomosti.ru/politics/news/2024/03/23/1027567-uzbekistana">nach dem <u>Terroranschlag in der Crocus City Hall</u></a> im März 2024; sowie <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66797ace9a7947e20a7d45ed">nach den Anschlägen in Dagestan</a> im Juni 2024. Im Dezember 2025 ging Mirziyoyev sogar so weit, gegenüber Putin seine <em>„Empörung“</em> über einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten zum Ausdruck zu bringen, und bezeichnete diesen als <em>„rücksichtslose Terrorakte des Kiewer Regimes“</em>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislov für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://fergana.news/articles/146682/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Eurasische Wirtschaftsunion – eine Organisation zwischen Ambitionen und Realitäten in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 19:51:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armenien]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende M&#xE4;rz in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Pl&#xE4;nen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte. Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. M&#xE4;rz in Schymkent im S&#xFC;den Kasachstans stattfand, bekr&#xE4;ftigte erneut deren Ambitionen. Unter der F&#xFC;hrung Kasachstans, das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende März in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Plänen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. März in Schymkent im Süden Kasachstans stattfand, bekräftigte erneut deren Ambitionen. Unter der Führung Kasachstans, das im Jahr 2026 den Vorsitz der Union innehat, bleibt die politische und wirtschaftliche Agenda der EAWU mehr als zehn Jahre nach ihrer Gründung vertraut: eine stärkere wirtschaftliche Integration, ein reibungsloserer Handel und modernere gemeinsame Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EAWU wurde 2015 von ihren fünf Mitgliedstaaten – Russland, Kasachstan, Kirgistan, Belarus und Armenien – gegründet, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Markt innerhalb des eurasischen Blocks zu schaffen, ermöglicht durch den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften. Auch wenn diese Länder bislang die einzigen offiziellen Mitglieder der Union bleiben, werden sie in den Räten der EAWU von Tadschikistan, einem Beitrittskandidaten, sowie von weiteren Staaten mit potenzieller Kandidatur begleitet. Diese sogenannten Beobachterstaaten sind Usbekistan, Turkmenistan, die Mongolei, China und der Iran.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan nutzte seinen Vorsitz, um den Nutzen von KI bei der Modernisierung der Märkte hervorzuheben. Laut dem&nbsp;<a href="http://?">kasachischen Premierminister Olzhas Bektenov</a>&nbsp;habe sich das Land<em>&nbsp;„das strategische Ziel gesetzt, ein vollständig digitales Land zu werden. […] Wir sind bereit, unser Wissen und unsere Erfahrung im Bereich der digitalen Regulierung und der wirtschaftlichen Transformation mit unseren Partnern der EAWU zu teilen.“</em>&nbsp;Am Ende der Konferenz wurden zwölf Dokumente unterzeichnet, die sich auf industrielle Zusammenarbeit, Gütertransport und digitale Integration beziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der freie Warenverkehr – ein Prinzip, das nicht mehr eingehalten wird?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Pläne bleiben jedoch eher theoretisch als konkret. Zwar existiert das Konzept des&nbsp;<em>„freien Verkehrs“</em>&nbsp;im offiziellen Recht der EAWU, doch wird es in der Praxis nicht eingehalten. Seit dem 1. April muss jede Warensendung aus einem der Länder des eurasischen Blocks in Richtung Russland im Voraus – zwei Tage vor Ankunft an der Grenze – durch ein Dokument angekündigt werden, bevor ihr von den russischen Behörden ein QR-Code zugewiesen wird. Dieses neue System zur Kontrolle von Importen, das sogenannte&nbsp;<a href="http://?">SPOT-System</a>, soll bis Anfang Juli vollständig in Kraft treten und dann durch eine sogenannte „Sicherheitsabgabe“ ergänzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese von Russland den übrigen EAWU-Staaten auferlegte Verschärfung der Zollkontrollen offenbart die Schwächen der Union. Anstatt den Handel zu vereinfachen, führt das SPOT-System neue administrative Hürden zwischen Russland und seinen eurasischen Partnern ein. Angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts zwischen Russland und den anderen Mitgliedstaaten der EAWU bleiben diese neuen Barrieren nicht ohne nachteilige Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Eurasische Union: Wiederbelebung der Sowjetunion?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan beispielsweise stellt dies ein echtes Hindernis dar. Die neuen administrativen Anforderungen Russlands verlängern den Exportprozess kasachischer Produkte in das Nachbarland, was zusätzliche, nicht unerhebliche Kosten sowie eine nachteilige Unsicherheit hinsichtlich der Lieferfristen bedeutet. Laut <a href="http://?">Statistiken der kasachischen Regierung</a> entfiel im Januar 2026 rund ein Drittel der gesamten Importe Kasachstans auf Russland. Diese ungleiche wirtschaftliche Abhängigkeit Kasachstans von Russland macht das Land somit besonders anfällig für die neuen russischen Zollvorschriften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beschwerde Kirgistans über die Behandlung von Migranten in Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso reichte Kirgistan Ende Januar beim Gericht der EAWU Klage gegen Russland ein und <a href="http://?">warf Moskau vor,</a> kirgisischen Arbeitskräften, die nach Russland migriert sind, die zugesagten Sozialleistungen nicht zu gewähren. Das Recht der EAWU sieht nämlich vor, dass die Arbeitskräfte jedes Mitgliedstaates sich frei innerhalb des Blocks bewegen dürfen und Anspruch auf soziale Absicherung sowie Krankenversicherung haben – gleichgestellt mit den Staatsbürgern des Landes, in dem sie arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Länder mit einer kleineren Volkswirtschaft wie Kirgistan stellte dieses Versprechen der Freizügigkeit der Arbeitskräfte einen der zentralen Beweggründe für den Beitritt zur Union dar. Im März 2025 erklärte der kirgisische Vizearbeitsminister für Arbeit, soziale Sicherheit und Migration, dass im Jahr 2024&nbsp;<a href="http://?">mehr als 370.000 Kirgisen als Migranten</a>&nbsp;in Russland registriert waren, wie das kirgisische Medium&nbsp;<em>Atchkabar</em>&nbsp;berichtete. Für die Mehrheit von ihnen bedeutet die Arbeit in Russland eine Möglichkeit, ihre in Kirgistan verbliebenen Familien finanziell zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2025&nbsp;<a href="http://?">kündigte der Präsident der Duma, Viatcheslav Volodin, an,</a>&nbsp;dass Migranten aus EAWU-Staaten erst nach fünf Jahren legaler Arbeit in Russland Anspruch auf diese Sozialleistungen hätten. Infolge der Beschwerde der kirgisischen Regierung stellte das EAWU-Gericht klar, dass die Mitgliedstaaten nicht automatisch verpflichtet seien, Sozialleistungen zu gewähren. Anders gesagt, ist das Recht der EAWU den nationalen Gesetzen untergeordnet und wenn sich die regionale politische Lage verschlechtert, werden die Grundprinzipien der Union verletzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Beispiele aus Kasachstan und Kirgistan sind nicht einzigartig, sondern verdeutlichen eine strukturelle Tendenz im Funktionieren der EAWU: Die Länder üben weiterhin Druck mithilfe administrativer und wirtschaftlicher Instrumente aus, die regional große Auswirkungen haben, insbesondere wenn Moskau diese Mechanismen aufgrund seiner wirtschaftlichen Dominanz einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Die Eurasische Wirtschaftsunion steht Russland-Sanktionen hilflos gegenüber</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Debatte über Steuern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus&nbsp;<a href="http://?">beantragte Kirgistan</a>&nbsp;eine Woche vor der Konferenz in Schymkent die Abschaffung der Importsteuern auf eine Reihe von Gütern wie Mehl, Pflanzenöle, Obst und Gemüse sowie Kakao. Bischkek argumentierte, dass die Steuern, kombiniert mit der allgemeinen Inflation, eine zu große Belastung für die kleine Wirtschaft des Landes darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir beobachten eine steigende Inflation auf globaler Ebene, auch bei den Produkten, die wir importieren, insbesondere bei landwirtschaftlichen Gütern. Wenn wir Waren zu höheren Preisen importieren, ist es, als würden wir die Inflation importieren“,</em>&nbsp;<a href="http://?">betonte Elimbek Kanybek Uulu,</a>&nbsp;Leiter der Koordinationsabteilung der EAWU, auf einer Pressekonferenz in Bischkek.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich suchen die zentralasiatischen Länder angesichts des Drucks aus Russland zunehmend nach einer Diversifizierung ihrer Wirtschaftspartner, wobei sie sich insbesondere China und der Europäischen Union zuwenden – ein Verhalten, das in Russland nicht unbeachtet bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt das wirtschaftliche Gewicht der EAWU erheblich, und die Mitgliedstaaten betrachten ihre Zugehörigkeit zur Union weiterhin als vorteilhaft. Seit 2015 hat sich der gegenseitige Warenhandel nahezu verdoppelt und erreichte im Jahr 2024 fast 100 Milliarden US-Dollar,&nbsp;<a href="http://?">so die Eurasische Wirtschaftskommission.</a>&nbsp;Die Barrieren innerhalb der Union sind daher nicht nur wirtschaftlicher Natur, die sich aus dem ungleichen Gewicht der Mitgliedstaaten ergeben, sondern vor allem politischer Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt jedoch, dass die in Schymkent vorgestellten Pläne zur Integration und digitalen Modernisierung der EAWU, so realisierbar sie auch sein mögen, voraussetzen, dass die Länder ihre Interessen bündeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloïse Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/lunion-economique-eurasiatique-entre-ambitions-et-realites-pour-lasie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich </strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 21:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheit]]></category>
		<category><![CDATA[Peking]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der chinesische Staatsb&#xFC;rger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking &#xFC;ber sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager f&#xFC;r Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte. Guan Heng hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm &#xFC;ber die Internierungslager f&#xFC;r Uiguren in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der chinesische Staatsbürger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking über sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager für Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rsf.org/en/rsf-celebrates-asylum-chinese-national-who-documented-uyghur-detention-camps">Guan Heng</a> hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm über die Internierungslager für Uiguren in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Provinz Xinjiang</a> drehte. Nachdem er in die USA geflohen war, um dort einen Asylantrag zu stellen, drohte Guang Heng im vergangenen August unter der Verantwortung von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement">ICE</a>) die Abschiebung nach Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2017 und 2019 wurden schätzungsweise mehr als eine Million Uigur:innen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren <a href="https://xjdp.aspi.org.au/explainers/exploring-xinjiangs-detention-facilities/">in über 380 Internierungslagern</a> – von denen sich die meisten in Xinjiang befinden – präventiv inhaftiert. Diese Lager werden als <em>„Zentren zur Transformation durch Bildung“</em> bezeichnet und sind Teil einer groß angelegten <em>„Anti-Terror“</em>-Kampagne. Diese hatte Peking nach terroristischen Anschlägen ins Leben gerufen, die uigurischen Islamist:innen zwischen 2013 und 2014 <a href="https://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2014/05/20/attentats-ouigours-la-chine-confrontee-au-terrorisme-de-masse_4422114_3216.html">zugeschrieben wurden</a> und an denen die Islamische Bewegung Ostturkestans und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Turkestan-Partei">Islamische Turkestan-Partei (TİP)</a> beteiligt waren. Der erste dieser Anschläge hatte am 28. Oktober 2013 auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Platz">Tian&#8217;anmen-Platz</a> in Peking fünf Tote (darunter drei Angreifer) <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Tiananmen_Square_attack">gefordert</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Uigur:innen bilden eine der 56 in China anerkannten ethnischen Gruppen, die neben der großen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han</a>-Mehrheit (etwa 92 Prozent der Bevölkerung) existieren. Sie sind <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen">turksprachig</a> und muslimischen Glaubens und ließen sich bereits im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Xinjiang nieder. Dieses wurde 1759 unter der Qing-Dynastie an das Chinesische Reich angegliedert. Heute leben dort schätzungsweise 11 Millionen Uigur:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Whistleblower für die uigurische Sache</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 veröffentlichte Guan Heng ein zwanzigminütiges <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yD0O0eHzc7M">Video auf YouTube</a>, das 18 Haftanstalten für Uigur:innen in der Provinz Xinjiang zeigt. Die Standorte stammten aus einer Karte, die Buzzfeed und das <a href="https://www.aspi.org.au/">Australian Strategic Policy Institute (ASPI)</a> gemeinsam anhand von Satellitenbildern erstellt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahmen wurden aus einem Auto heraus oder mit einer in einem Rucksack versteckten Kamera gemacht. Sie zeigen Lager am Straßenrand, die an ihren Wachtürmen und dem sie umgebenden Stacheldraht zu erkennen sind. Auf einem dieser Gebäude ist folgende Inschrift zu lesen: <em>„Reform durch Arbeit, Reform durch Kultur.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/uigurische-region-schriftsteller-perhat-tursun-veroeffentlicht-roman-aus-der-haft/">Uigurische Region: Schriftsteller Perhat Tursun veröffentlicht Roman aus der Haft</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als chinesischer Staatsbürger kann Guan Heng sich den Einrichtungen nähern, ohne Verdacht zu erregen, wie er selbst erklärt: <em>„Aufgrund der von den chinesischen Behörden auferlegten Beschränkungen haben ausländische Medienschaffende keinen Zugang zu Xinjiang.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Video erreichte so zahlreiche chinesische Internetnutzer, die VPNs nutzten. Guan Heng wurde jedoch schnell zur Zielscheibe einer Schikanekampagne, die durch die Online-Veröffentlichung seiner persönlichen Daten wie Identität, frühere Adresse und beruflicher Werdegang gekennzeichnet war. Mit Ausnahme seiner Mutter, die in Taiwan lebt, wurde seine Familie in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hainan">Provinz Hainan</a> von den Behörden verhört.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefangen zwischen chinesischer „Demokratur“ und amerikanischem Autoritarismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 floh Guan Heng aus China und begab sich zunächst nach Hongkong, dann nach Ecuador, auf die Bahamas und schließlich nach Florida, wo er illegal in die USA einreiste. Dort stellt er einen Asylantrag, der ihm jedoch erst nach seiner Festnahme durch ICE-Beamte im vergangenen August in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albany_(New_York)">Albany</a> im Bundesstaat New York, wo er wohnte, gewährt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember gab ICE unter dem Druck der Zivilgesellschaft ihr Vorhaben auf, Guan Heng nach Uganda abzuschieben. Eine solche Abschiebung hätte ihn einem erhöhten Risiko transnationaler Repressionen ausgesetzt, die von Peking orchestriert werden. Diese stillschweigende Unterdrückung durch den chinesischen Staat wird weiterhin gegen Stimmen geführt, die sich für die uigurische Sache einsetzen, sowohl in China als auch im Ausland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lager in Xinjiang als Symbol des Völkermords an den Uigur:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem 2022 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte veröffentlichten <a href="//www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/2022-08-31/22-08-31-final-assesment.pdf">Bericht</a> sollen die meisten dieser Lager inzwischen aufgelöst worden sein. Human Rights Watch relativierte diese Aussage jedoch und schätzte, dass Mitte 2022 noch immer etwa 500.000 Menschen in Lagern inhaftiert waren und Folter oder Zwangssterilisationen ausgesetzt <a href="https://www.icij.org/investigations/china-cables/beijings-backtrack-on-xinjiang-detention-camps-spurred-by-icij-investigation-research-finds/?">waren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/dem-chinesischen-gulag-entflohen-die-geschichte-der-uigurin-gulbahar-haitiwaji/">Dem chinesischen ‚Gulag‘ entflohen: Die Geschichte der Uigurin Gulbahar Haitiwaji</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Repression erstreckt sich auch auf kulturelle und religiöse Veranstaltungen und zielt auf eine systematische Auslöschung der uigurischen Präsenz ab. Seit 2017 ließen die Behörden im Namen der Politik der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sinisierung">Sinisierung</a> der Religionen, die darauf abzielt, die Religionsausübung unter die Kontrolle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas">Kommunistischen Partei Chinas (KPCh)</a> zu stellen, fast ein Drittel der rund 15.500 Moscheen in der Region <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure/">zerstören</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Staaten, darunter seit 2021 auch die Vereinigten Staaten, bezeichnen diese Politik als Völkermord gemäß dem <a href="https://www.ohchr.org/fr/instruments-mechanisms/instruments/convention-prevention-and-punishment-crime-genocide">Übereinkommen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948</a>. Peking weist diese Einstufung entschieden zurück und zensiert jegliche Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterdrückung von Medienschaffenden durch die chinesische Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit derzeit mindestens 121 inhaftierten Medienvertretenden ist China nach wie vor das Land, in dem weltweit die meisten Medienschaffenden inhaftiert sind. Im Weltpressefreiheitsindex 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) <a href="https://rsf.org/fr/pays/chine">belegt</a> das Land Platz 178 von 180 Ländern und Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar <a href="https://www.wipo.int/wipolex/fr/legislation/details/23128">garantiert</a> die Verfassung Chinas von 1982 grundsätzlich<em> „die Rede- (und) Pressefreiheit“</em>, doch werden diese Bestimmungen regelmäßig durch den Rückgriff auf das Strafprozessrecht umgangen. Peking beruft sich häufig auf Anklagepunkte wie<em> „Spionage“, „Subversion“</em> oder <em>„Anstiftung zu Streitigkeiten und Unruhen“</em>, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen. Diese vage definierten Straftaten können zu bis zu sechs Monaten Isolationshaft als <em>„Hausarrest an einem designierten Ort“</em> führen, einer außergerichtlichen Maßnahme, bei der den Inhaftierten jeglicher Rechtsbeistand verwehrt wird und sie der Gefahr von Folter ausgesetzt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund wird die uigurische Opposition im Exil, insbesondere der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkongress_der_Uiguren">Weltkongress der Uiguren</a> unter Rebia Kadir, von den chinesischen Behörden als terroristisch bezeichnet. Auch gemäßigtere Stimmen bleiben davon nicht verschont, wie die Verurteilung des uigurischen Wissenschaftlers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ilham_Tohti">Ilham Tohti</a> zeigt, der im Jahr 2014 wegen „Staatsgefährdung“ zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Flora Le Lièvre für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/le-lanceur-dalerte-chinois-guan-heng-qui-a-filme-les-camps-de-reeduction-pour-les-ouighours-a-obtenu-lasile-aux-etats-unis/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/us-asyl-fuer-den-chinesischen-filemacher-guan-heng-der-die-umerziehungslager-fuer-uigurinnen-gefilmt-hat/">US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu Tadschikistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 21:39:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanische Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der k&#xFC;rzlich ver&#xF6;ffentlichte Bericht einer regionalen Gruppe der UN zeigt, dass die Taliban ihre Sicherheitskr&#xE4;fte stark reduziert haben, vor allem in der Region an der Grenze zu Tadschikistan. Diese Budgetk&#xFC;rzungen haben eine Zunahme sicherheitsrelevanter Vorf&#xE4;lle an der Grenze zwischen den beiden L&#xE4;ndern zur Folge. Die Ereignisse tragen dazu bei, die bislang angespannten Beziehungen zwischen Kabul [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der kürzlich veröffentlichte Bericht einer regionalen Gruppe der UN zeigt, dass die Taliban ihre Sicherheitskräfte stark reduziert haben, vor allem in der Region an der Grenze zu Tadschikistan. Diese Budgetkürzungen haben eine Zunahme sicherheitsrelevanter Vorfälle an der Grenze zwischen den beiden Ländern zur Folge. Die Ereignisse tragen dazu bei, die bislang angespannten Beziehungen zwischen Kabul und Duschanbe neu zu definieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hibatullah_Achundsada">Hibatullah Achundsada</a>, der&nbsp;Anführer der Taliban, hat aufgrund von Haushaltskürzungen eine Einsparung der Sicherheitskräfte um 20 % angeordnet. Dies bestätigt&nbsp;<a href="https://docs.un.org/en/S/2025/796?utm">ein Bericht</a>&nbsp;des Teams für die analytische Unterstützung und Überwachung von Sanktionen, der dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Dezember vorgelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sind die damit einhergehenden Personalabbau-Maßnahmen vor allem an der Grenze zu Tadschikistan unverhältnismäßig. Dem Dokument zufolge wurden von den mehr als 4.000 landesweit entlassenen Kommandanten und Offizieren etwa 1.000 aus der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Provinz Badachschan</a>&nbsp;abgezogen, die an das tadschikische&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a>&nbsp;grenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den drei weiteren Provinzen, die von dieser Maßnahme am stärksten betroffen sind, gehört auch&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tachar">Tachar</a>&nbsp;im Grenzgebiet zur&nbsp;Region&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a>&nbsp;in Tadschikistan.&nbsp;Zeitgleich zu den im April angeordneten Kürzungen des Sicherheitspersonals kam es in diesen Grenzgebieten zu einer&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20250803/za-polgoda-na-granitse-tadzhikistana-i-afganistana-proizoshlo-10-stolknovenii">Zunahme bewaffneter Konflikte</a>&nbsp;im Zusammenhang mit Drogenhandel. Dabei wurden am 26. und 30. November letzten Jahres&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/?noredirect=de-DE">fünf chinesische Arbeiter</a>&nbsp;auf tadschikischem Boden bei Angriffen aus Afghanistan getötet und ebenso viele verletzt. Auch am 23. Dezember kamen zwei tadschikische Offiziere und drei Angreifer ums Leben, wie das tadschikische Onlinemedium&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251229/glavi-mid-tadzhikistana-i-afganistana-obsudili-po-telefonu-boestolknovenie-na-granitse-amirhan-muttaki">Asia-Plus</a>&nbsp;berichtete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zunahme der Zusammenstöße an der Grenze Ende 2025</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem geben Taliban-Vertreter immer mehr Unterstützungserklärungen ab und beschuldigen „böswillige Kreise“ oder „Feinde“, die Beziehungen Afghanistans zu Tadschikistan und China untergraben zu wollen. Tatsächlich steht fest, dass diese Angriffe nicht von den Taliban verübt wurden. Letztere haben laut dem afghanischen Onlinemedium <a href="https://x.com/TOLOnews/status/1995458640224903631?s=20">Tolo News</a> sogar behauptet, Verdächtige in der Grenzregion festgenommen zu haben, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Motive für diese Angriffe sind schwer auszumachen. Im Falle des letzten tödlichen Angriffs gegen tadschikische Offiziere behauptet das afghanische Onlinemedium <a href="https://8am.media/fa/sources-three-attackers-killed-on-afghanistan-tajikistan-border-had-ties-to-taliban/">Hashte-Sobh</a>, dass die Angreifer Mitglieder der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jamaat_Ansarullah">Jamaat Ansarullah</a> waren, einer in Afghanistan ansässigen Terrorgruppe, die der tadschikischen Regierung feindlich gesinnt ist und hauptsächlich aus tadschikischen Staatsangehörigen besteht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Was die Angriffe auf die chinesischen Arbeiter betrifft, bleibt die Lage unklar. Aus Sicht von&nbsp;<a href="https://www.uni-regensburg.de/universitaet/dimas/team/dr-melanie-sadozai">Mélanie Sadozaï</a>, Forscherin im&nbsp;<a href="https://www.uni-regensburg.de/universitaet/dimas">Departement für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies</a>&nbsp;an der Universität Regensburg, ist es unmöglich, mit Sicherheit eine bestimmte bewaffnete Gruppe zu beschuldigen. In ihrer aktuellen Publikation „Tadschikistan-Afghanistan. Une frontière aux confins du Pamir“ fokussiert sie sich auf die Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan. Im Gespräch mit Novastan stellt sie die Hypothese auf, dass es sich um eine Vergeltungsmaßnahme von „Drogenhändlern handelt, die keine Präsenz Chinas wünschen, da dies ihre Aktivitäten stören könnte”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist auch nicht auszuschließen, dass es ganz normale Bürger sind, die Chinas Aktivitäten in der Region ablehnen, da das Land im Rahmen bilateraler Abkommen mit Tadschikistan und Afghanistan Bodenschätze abbaut“, fährt Mélanie Sadozaï&nbsp;fort. „Die Menschen sind sich darüber bewusst, dass chinesische Unternehmen ihre Ressourcen ‚plündern‘, anstatt sie umzuverteilen. Es könnte also auch ein Akt der Rache sein, aber auch das ist schwer zu sagen“, fügt sie hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue erzwungene Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund kann eine reduizerte Präsenz der Taliban zur Aufrechterhaltung der Ordnung an der Grenze auf tadschikischer Seite nur als negativ wahrgenommen werden, zumal sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den letzten Monaten neu entwickelt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Machtübernahme durch die Taliban 2021 hat sich Tadschikistan als einziger Nachbar Afghanistans profiliert, der den neuen Machthabern in Kabul offen feindlich gegenübersteht. Während die anderen Nachbarländer schnell eine pragmatische Haltung einnahmen und, ohne die Taliban offiziell anzuerkennen, aus wirtschaftlichen Gründen Beziehungen zu ihnen aufbauten, steht Tadschikistan nach wie vor allein da.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/" id="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/">Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die offene Feindschaft wandelt sich derzeit zu einer erzwungenen Zusammenarbeit. Nur zwei Wochen vor den Angriffen auf die chinesischen Arbeiter reiste eine tadschikische Delegation nach Kabul, um sich mit ihren Amtskollegen zu treffen und über die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung, den Kampf gegen den Drogenhandel und die Durchlässigkeit der gemeinsamen Grenze zu sprechen, berichtet&nbsp;<a href="https://tolonews.com/afghanistan-196619">Tolo News</a>. Ebenso reisten die&nbsp;<a href="https://www.rferl.org/a/afghanistan-tajikistan-taliban-reconciliation/33598362.html">Gouverneure&nbsp;</a>der afghanischen Provinzen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a>&nbsp;und Badachschan in die tadschikische Hauptstadt Duschanbe bzw. in die tadschikische Provinz Berg-Badachschan, wobei über diese Besuche nicht in den lokalen Medien berichtet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten Angriffe haben diese Annäherung der beiden Länder noch verstärkt: Zum ersten Mal seit 2021 haben die Außenminister Tadschikistans und Afghanistans miteinander telefoniert, und zwar zweimal im Dezember, wie <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251229/glavi-mid-tadzhikistana-i-afganistana-obsudili-po-telefonu-boestolknovenie-na-granitse-amirhan-muttaki">Asia-Plus</a> berichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anerkennung der Taliban ist politisch unmöglich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikischen Behörden haben diesen Moment so lange wie möglich hinausgezögert und versuchen nun, aus dieser diplomatischen Sackgasse herauszukommen. Der tadschikische Präsident&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>&nbsp;präsentiert sich seit langem als Bollwerk gegen religiösen Extremismus: Ein echter diplomatischer Kontakt zu den Taliban wäre sowohl innerhalb Tadschikistans als auch im Ausland schwer zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Emomali Rahmons klare Haltung gegenüber den Taliban und seine Unterstützung der afghanischen Exilopposition brachten ihm kurz nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban eine&nbsp;<a href="https://bomdodrus.com/2021/10/11/jemomali-rahmon-nachal-svoj-evropejskij-tur-s-korolevstva-belgii/">Einladung ins Europäische Parlament</a>&nbsp;und nach Frankreich ein. Dabei sicherte er sich die Fortsetzung der internationalen Finanzhilfen, von denen Tadschikistan in hohem Maße abhängig ist. Es steht also außer Frage, durch eine offene Zusammenarbeit mit den Taliban so wichtige Finanzmittel zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf innenpolitischer Ebene möchte Duschanbe sich als Beschützer der ethnischen Tadschiken präsentieren und hervorkehren, dass diese von den&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschtunen">paschtunischen</a>&nbsp;Taliban unterdrückt werden. So unterstützte der tadschikische Präsident während der ersten Machtübernahme der Taliban (1996–2001)&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schah_Massoud">Ahmed Shah Massoud</a>, den Anführer des afghanischen Widerstands, der mehrmals nach Tadschikistan gereist ist. Heute gilt diese Unterstützung seinem&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Massoud">Sohn</a>, der ebenfalls praktisch in Tadschikistan ansässig ist, und in gewissem Maß auch der diplomatischen Vertretung, die zu einer Bastion des alten Regimes geworden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feindseligkeiten hingegen beruhen auf Gegenseitigkeit: Die Taliban scheinen herzliche Beziehungen zu&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sharofiddin_Gadoev">Sharofiddin Gadoev</a>&nbsp;zu unterhalten, einem der im Exil lebenden Führer der Opposition gegen das tadschikische Regime. Dieser wurde im Mai letzten Jahres zu Gesprächen nach Afghanistan eingeladen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die tadschikischen Behörden bereits unter Druck gesetzt. Der Stromexport nach Afghanistan wurde nicht eingestellt, was laut&nbsp;<a href="https://eurasianet.org/tajikistan-to-ramp-up-power-exports-to-afghanistan">Eurasianet</a>&nbsp;zeigt, dass zwischen beiden Seiten Gespräche stattgefunden haben, wenn auch rein wirtschaftlicher Natur. Andere Großprojekte lassen vermuten, dass nie wirklich in Betracht gezogen wurde, jegliche Kommunikation zwischen den beiden Ländern einzustellen, insbesondere das sogenannte&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a>-Bauprojekt für den Stromexport.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist jedoch die Sicherheitslage, die die Aufnahme diplomatischer Kontakte tatsächlich beschleunigt: Bruce Pannier, Mitglied des Eurasien-Programms am Foreign Policy Research Institute, weist darauf hin, dass es der Abschuss einer Rakete auf Tadschikistan im Mai 2022 war, der dazu führte, dass erste formelle Kontakte zwischen den Taliban und den tadschikischen Behörden aufgenommen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-passiert-wenn-die-wasserressourcen-zentralasiens-knapp-werden/">Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ironischerweise war es gerade der Kampf gegen den Extremismus, der Emomali Rahmon dazu veranlasste, schließlich doch Gespräche mit den Taliban zu führen. Nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/?noredirect=de-DE">Anschlag auf die Crocus City Hall</a> in Moskau, der von tadschikischen Staatsbürgern verübt wurde, die vom <a href="https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderkurzinformationen/2024/laenderkurzinfo-afghanistan-10-24-isk.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6">„Islamischen Staat Provinz Khorasan“ (ISPK)</a>  rekrutiert worden waren, musste die Beteiligung Tadschikistans am internationalen Terrorismus bekämpft werden, sowohl aus offensichtlichen Sicherheitsgründen als auch wegen des internationalen Ansehens Tadschikistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kampf gegen den Terrorismus erfordert jedoch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Taliban, für die diese Gruppen ebenfalls eine Bedrohung darstellen. So gab es Fälle, in denen tadschikische Staatsbürger aktiv vom afghanischen Staatsgebiet aus rekrutiert wurden, insbesondere durch den ISPK.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russland folgen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich hat die kompromisslose Ablehnung der Taliban zu einer Isolation geführt, die für ein kleines Land wie Tadschikistan schwer zu bewältigen war. Die langsam eintretende Kehrtwende Duschanbes könnte auf die<a href="https://meduza.io/news/2025/07/03/rossiya-pervoy-v-mire-ofitsialno-priznala-islamskiy-emirat-afganistan">&nbsp;offizielle Anerkennung</a>&nbsp;der Taliban durch Moskau im Juli letzten Jahres zurückzuführen sein. Russland könnte von einem Verbündeten, der noch weitgehend von ihm abhängig ist, erwarten, dass er ihm folgt und die Taliban ebenfalls als verhandlungsfähige Gesprächspartner betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan befindet sich somit in einer Zwickmühle zwischen der Bedeutung westlicher Finanzhilfen und den Beziehungen zu Russland, die es nicht zu riskieren wagt: Das Land ist im internationalen Vergleich am stärksten von&nbsp;<a href="https://timesca.com/why-tajikistan-cannot-give-up-remittances-from-migrant-workers/">ausländischen Geldüberweisungen</a>&nbsp;abhängig. Diese machten 2024 mehr als 45&nbsp;% seines BIP aus und stammen hauptsächlich von Arbeitsmigranten in Russland. Eine Verschlechterung der Beziehungen zu Moskau würde die ohnehin meist prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen&nbsp;tadschikischer&nbsp;Migranten&nbsp;weiter beeinträchtigen und damit katastrophale Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Annäherung mit Grenzen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mélanie Sadozaï&nbsp;weist darauf hin, dass diese Annäherung ihre Grenzen hat: „Zwar gibt es erste Fotos von offiziellen Treffen zwischen den Taliban und tadschikischen Behörden, doch diese finden im Rahmen der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Energie und Wirtschaft statt, nicht jedoch im Bereich Sicherheit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies das Maximum ist, was Tadschikistan leisten kann“, so ihre Einschätzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Übergabe der afghanischen Botschaft an die Taliban angeht, so ist dies nach wie vor sehr unwahrscheinlich. Auch hier ist Mélanie Sadozaï&nbsp;der Ansicht, dass „die Unterstützung der Opposition tatsächlich kaum sichtbar und vor allem rhetorischer Natur war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tadschikistan einen Grund hat, sie nicht mehr zu unterstützen oder Mohammad Zahir Aghbar (den Botschafter der ehemaligen Regierung, der immer noch im Amt ist, Anm. d. Red.) auszuweisen, und ich denke, dass es sehr gut seine derzeitigen Beziehungen zum Widerstand aufrechterhalten und gleichzeitig mit den Taliban verhandeln kann. Das ist nicht unvereinbar.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus berichten Medien, dass das afghanische Konsulat in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorug</a>&nbsp;(Berg-Badachschan) in die Hände der Taliban gefallen sei, wodurch eine Doppelherrschaft mit der dem alten Regime treuen Botschaft entstanden sei. Mélanie Sadozaï&nbsp;bestätigt hingegen, dass sie das Taliban-Konsulat seit den Schäden durch eine&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/incidents/20230215/two-killed-in-khorog-avalanche">Lawine</a>&nbsp;im Februar 2023 geschlossen und unzugänglich vorgefunden habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Situation beeinträchtigt Beziehungen zu China</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch stellen die mangelnden Mittel auf afghanischer Seite und die jüngsten Angriffe für alle Parteien ein Problem dar, unabhängig davon, ob sie sich gegen die tadschikische Regierung oder gegen chinesische Arbeiter richten. Eine Verschlechterung der Beziehungen zu China wäre für Tadschikistan&nbsp;äußerst problematisch: Die Infrastruktur des Landes basiert auf Partnerschaften sowie Krediten mit China, die Duschanbe nur schwer begleichen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China nimmt die Situation sehr ernst und fordert Tadschikistan auf, diese Ereignisse aufzuklären und die Sicherheit der chinesischen Staatsbürger auf seinem Territorium zu gewährleisten. In einer ungewöhnlichen Maßnahme forderte die chinesische Botschaft in Duschanbe ihre Staatsangehörigen auf, die&nbsp;<a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20251202/vlasti-kitaya-prizvali-svoih-grazhdan-evakuirovatsya-iz-raionov-tadzhikistana-na-granitse-s-afganistanom">Grenzgebiete zu verlassen</a>&nbsp;und Vorsicht walten zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn die [ins Visier genommenen] chinesischen Arbeiter tatsächlich Angestellte von Straßenbauunternehmen sind, stellt dies für Tadschikistan ein offensichtliches Problem dar: die Tatsache, dass China letztendlich das Land verlassen und die begonnenen Projekte nicht zu Ende führen wird“, schätzt Mélanie Sadozaï.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist daher nicht auszuschließen, dass Duschanbe versucht, seine Grenzen besser zu schützen, obwohl diesbezüglich keine offizielle Ankündigung erfolgt ist. Angesichts des Krieges gegen die Ukraine erscheint es unwahrscheinlich, dass Russland erneut an der Grenze interveniert, die Tadschikistan seit 2004&nbsp;<a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251203/mid-tadzhikistana-oproverg-soobtsheniya-o-tom-chto-strana-prosila-pomotshi-dlya-kontrolya-granitsi-s-afganistanom">eigenverantwortlich</a>&nbsp;schützt. „Was China betrifft, so patrouilliert die Armee nicht entlang der Grenze, aber es ist möglich, dass die Sicherheit der chinesischen Infrastrukturen, die mittlerweile entlang der Grenze sehr zahlreich sind, verstärkt wird“, schließt die Forscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Judith Robert für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/manque-moyens-afghanistan-securite-frontiere-tadjikistan/">Französischen</a> von Elisabeth Rudolph</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kühe am Ili</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Dec 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Herde K&#xFC;he hat sich die hervortretenden Sandb&#xE4;nke um die Pfeiler der Qonajew-Br&#xFC;cke zueigen gemacht. Die Br&#xFC;cke ist die einzige, die den Ili auf den &#xFC;ber 300 Kilometern zwischen dem Qapshigai-Staudamm und seiner M&#xFC;ndung in den Balchaschsee quert. Seit Jahren nimmt die Wassermenge des Flusses ab &#x2013; auch, weil der Bew&#xE4;sserungsbedarf des Oberliegers China zugenommen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine Herde Kühe hat sich die hervortretenden Sandbänke um die Pfeiler der <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qonajew">Qonajew</a></strong>-Brücke zueigen gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Brücke ist die einzige, die den <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ili_River">Ili </a></strong>auf den über 300 Kilometern zwischen dem Qapshigai-Staudamm und seiner Mündung in den <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balchaschsee </a></strong>quert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren nimmt die Wassermenge des Flusses ab &#8211; auch, weil der Bewässerungsbedarf des Oberliegers China zugenommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Gereon Wintz</strong>&nbsp;(Deutschland)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<title>Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2025 15:36:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der geplante Sangesur-Korridor im S&#xFC;dkaukasus k&#xF6;nnte die Handelswege zwischen Asien und Europa grundlegend ver&#xE4;ndern. Zentralasien erhofft sich wirtschaftliche Vorteile, doch geopolitische Rivalit&#xE4;ten und politische Risiken werfen Fragen auf. Im kirgisischen Bergdorf Kosch-D&#xF6;b&#xF6; auf &#xFC;ber 2.200 Metern H&#xF6;he erinnert wenig an gro&#xDF;e Weltpolitik. Doch genau hier entstehen Br&#xFC;cken und Tunnel f&#xFC;r eine neue Eisenbahnlinie, die China [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der geplante Sangesur-Korridor im Südkaukasus könnte die Handelswege zwischen Asien und Europa grundlegend verändern. Zentralasien erhofft sich wirtschaftliche Vorteile, doch geopolitische Rivalitäten und politische Risiken werfen Fragen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im kirgisischen Bergdorf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kosh-D%C3%B6b%C3%B6,_Ak-Talaa">Kosch-Döbö</a> auf über 2.200 Metern Höhe erinnert wenig an große Weltpolitik. Doch genau hier entstehen Brücken und Tunnel für eine neue Eisenbahnlinie, die China mit Kirgistan verbinden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir haben schon viele ihrer Wörter gelernt</em>“, erzählt der Dorfbewohner Isabek Dschusupow über seine chinesischen Kollegen. Die Baustelle bringe Arbeit und Hoffnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zehntausend Kilometer weiter westlich, in New York, erklärte Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> bei Gesprächen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump">Donald Trump</a>, wie wichtig eine stabile Lage im Südkaukasus für Zentralasien sei. Dabei ging es unter anderem um ein großes Projekt: den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridor</a>, eine fast 40 Kilometer lange Route, die die geopolitische Landkarte Eurasiens neu ordnen könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Korridor mit globaler Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Korridor soll Aserbaidschan mit seiner Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Nachitschewan">Nachitschewan</a> über armenisches Territorium verbinden. Aserbaidschans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> und Armeniens Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikol_Paschinjan">Nikol Paschinjan</a> einigten sich im August in Washington auf das Projekt, vermittelt von den USA und ohne Beteiligung Russlands.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der 43 Kilometer lange Abschnitt trägt offiziell den Namen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Zangezur_corridor#Trump_Route_for_International_Peace_and_Prosperity_(2025)">&#8222;Trump Route for International Peace and Prosperity&#8220; (TRIPP)</a>. Er soll von den USA verwaltet werden und eine Eisenbahn, Öl- und Gaspipelines sowie Glasfaserleitungen umfassen. Armenien hat den Vereinigten Staaten für 99 Jahre das exklusive Entwicklungsrecht zugesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">TRIPP ist nicht nur ein regionales Infrastrukturprojekt. Es könnte die Mittlere (Transkaspische) Route, also die Verbindung zwischen China, Zentralasien, dem Südkaukasus und der Türkei, erheblich attraktiver machen. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine meiden viele Unternehmen den Nordkorridor, der über Russland verläuft. Die Mittlere Route gewinnt dadurch an Bedeutung. Der Politikwissenschaftler <a href="https://www.asiapacific.ca/author/nicola-p-contessi">Nicola Contessi</a> erklärt: „<em>Ich sehe die Türkei als den großen Gewinner, der sich hinter den Kulissen versteckt.</em>“ TRIPP stärke die Achse Ankara–Baku und die Bedeutung <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/tuerkei-313/77033/ideologische-grundlagen-und-verfassungsrahmen/">panturkischer</a> Verbindungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasiens Erwartungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Staaten setzen große Hoffnungen in das Projekt. Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan, Kirgistan und Tadschikistan könnten dadurch schneller und günstiger auf den europäischen Markt gelangen. Die Transportkosten würden sinken, Lieferketten zuverlässiger werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Treffen im turkmenischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Awaza">Awaza</a> diskutierten Mirziyoyev und seine Amtskollegen aus Aserbaidschan und Turkmenistan über die Anbindung an TRIPP. Die neue Eisenbahnlinie, die derzeit in Kosch-Döbö entsteht, könnte künftig den Weg nach Europa verkürzen. Die Politikwissenschaftlerin <a href="https://carnegieendowment.org/people/assel-tutumlu?lang=en">Asel Tutumlu</a> betont: „<em>Es geht nicht nur um den Transit von Waren nach Europa oder China. Zentralasien kann eigene regionale Wirtschaftszentren entwickeln und seine Industrie besser an globale Märkte anbinden.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Wohin führt die Neue Seidenstraße? Über die Chancen und Risiken von „One Belt, One Road“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien könnte zudem von der Ausfuhr von Öl und Gas profitieren. Turkmenistan und Kasachstan suchen schon lange nach Alternativen zu russischen Pipelines. Seit 2022 blockierte Moskau mehrfach den Betrieb des Kaspischen Pipeline-Konsortiums, durch das Kasachstan einen Großteil seines Öls exportiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geopolitische Gewinner und Verlierer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Korridor ist nicht nur ein Wirtschaftsprojekt, sondern ein geopolitisches Statement. Die USA wären erstmals dauerhaft als Sicherheits- und Wirtschaftsmacht im Südkaukasus präsent. Russland hingegen hätte seinen traditionellen Einfluss eingebüßt. Der russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow#:~:text=Sergei%20Wiktorowitsch%20Lawrow%20(russisch%20%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%CC%81%D0%B9,der%20Au%C3%9Fenminister%20der%20Russischen%20F%C3%B6deration">Außenminister Sergej Lawrow</a> reagierte kühl: „<em>Man muss abwarten, wie es funktioniert. Wenn nichts darauf folgt, bleibt es einfach nur ein Strohfeuer.</em>“ Auch Iran zeigt deutliche Ablehnung. Teheran hatte eigene Pläne für einen alternativen Transportweg – den <a href="https://www.cacianalyst.org/publications/analytical-articles/item/13788-is-the-aras-corridor-an-alternative-to-zangezur?.html">Aras-Korridor</a> – verfolgt. Doch mit TRIPP würde dieser überflüssig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-ost-und-west-spannungen-in-der-organisation-der-turkstaaten/">Zwischen Ost und West: Spannungen in der Organisation der Turkstaaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicola Contessi erklärt: „<em>Russland und Iran werden zu unbeteiligten Akteuren. Gleichzeitig wächst der Einfluss der Türkei und der USA.</em>“ Für die Türkei steht viel auf dem Spiel. Ankara sieht im Korridor nicht nur wirtschaftliche, sondern auch identitätsstiftende Chancen für die „türkische Welt“. Eine Pipelineverbindung über Sangesur würde den Zugang zu zentralasiatischen Energieressourcen erleichtern. China wiederum betrachtet das Projekt als Ergänzung seiner Initiative <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/D_China_Asien-Neue_Seidenstrasse.pdf">„One Belt, One Road“</a>. Der Sangesur-Korridor könnte die Mittlere Route beschleunigen und stabilisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken und Unsicherheiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher existiert TRIPP nur auf dem Papier. Sein Erfolg hängt von der politischen Lage im Südkaukasus ab. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisch-aserbaidschanisches_Friedensabkommen">Armeniens Ratifizierung eines Friedensvertrags mit Aserbaidschan</a> ist an Verfassungsänderungen geknüpft – ein politisch heikles Thema. 2026 finden in Armenien Wahlen statt, Paschinjans Zustimmung in der Bevölkerung ist jedoch niedrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-auswirkungen-wird-trumps-amtsantritt-auf-zentralasien-haben/">Welche Auswirkungen wird Trumps Amtsantritt auf Zentralasien haben?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verzögerungen beim Bau oder bei der Finanzierung sind ebenfalls wahrscheinlich. Paschinjan sagte Ende September: „<em>Die Route bleibt auf der Tagesordnung. Wir kommen langsam voran, aber wir bleiben nicht stehen.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung in Kosch-Döbö</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich geopolitische Machtzentren verschieben, wartet das Dorf Kosch-Döbö auf seine Chance. Die Fahrt dorthin ist beschwerlich: Fast die Hälfte des Weges ist eine holprige Schotterstraße, und der Ort liegt 530 Kilometer von Bischkek entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Menschen hier sehen im Bahnbau eine seltene Zukunftsperspektive. Manas Nasirow, ein Anwohner des Dorfes, meint: „<em>In ein Dorf, das man kaum mit dem Auto erreicht, wird bald ein Zug kommen. Das gibt den Menschen Hoffnung</em>.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ein Beitrag von Radio Azattyk</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://rus.azattyq.org/a/zangezurskiy-koridor-chto-mozhet-dat-tsentralnoy-azii-/33546719.html">Russischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<title>Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 22:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsb&#xFC;rger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausma&#xDF; der chinesischen Pr&#xE4;senz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der R&#xFC;ckkehr der Taliban im August 2021 herrschen. Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze f&#xFC;nf chinesische Staatsb&#xFC;rger get&#xF6;tet und weitere verletzt. Der erste Angriff [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsbürger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der Rückkehr der Taliban im August 2021 herrschen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze fünf chinesische Staatsbürger getötet und weitere verletzt. Der erste Angriff am 26. November, der sich gegen Mitarbeiter des Goldminenunternehmens Shohin SM richtete, forderte drei Todesopfer und einen Verletzten. Beim zweiten Angriff am 30. November gegen die China Road and Bridge Corporation (CRBC) wurden laut der tadschikischen staatlichen Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/rus/2025/12/zayavlenie-press-tsentra-pogranichnyh-vojsk-gosudarstvennogo-komiteta-natsionalnoj-bezopasnosti-respubliki-tadzhikistan/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">Khovar</a> zwei Mitarbeiter getötet und zwei weitere verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Sicherheitsbehörden wurden die Angriffe aus Afghanistan mit Granaten bestückten Drohnen verübt. Die noch nicht identifizierten Täter hätten von der afghanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Provinz Badachschan</a> aus agiert. China forderte eine zügige Untersuchung und <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202512/1349466.shtml?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">rief seine Bürger auf</a>, das Grenzgebiet umgehend zu verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die chinesische Präsenz in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe verdeutlichen das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region und die anhaltenden Spannungen seit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/">Rückkehr der Taliban im August 2021</a>. In Tadschikistan sind derzeit über 300 chinesische Unternehmen tätig, insbesondere im Bergbau. So auch Shohin SM, ein Unternehmen, das hauptsächlich Gold im Süden Tadschikistans abbaut und dessen drei Mitarbeiter bei dem ersten Angriff getötet wurden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Initiative <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">Neue Seidenstraße</a> hat China seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Duschanbe deutlich intensiviert. 2017 entfielen 4,9 Prozent der tadschikischen Exporte auf China; bis 2023 stieg dieser Anteil auf 24 Prozent. Die beiden Länder scheinen ihre Kooperation nicht nur im wirtschaftlichen sondern auch im militärischen Bereich zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese enge Zusammenarbeit begann jedoch bereits vor dem Start der Seidenstraßen-Initiative. Peking finanzierte beispielsweise das gigantische Projekt einer Schnellstraße von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>. Diese wurde zwischen 2006 und 2012 von CRBC gebaut – jenem Unternehmen, dessen zwei Mitarbeiter vor wenigen Tagen getötet wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Instabilität an der Grenze zu Afghanistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitsrisiken an der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan gefährden zunehmend auch chinesische Staatsbürger, die hauptsächlich in Mega-Infrastrukturprojekten tätig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan war das einzige Land in Zentralasien, das seine Missbilligung der Rückkehr der Taliban öffentlich zum Ausdruck brachte. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> präsentiert sich als Verteidiger der tadschikischen Minderheit Afghanistans, die mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Landes ausmacht. Er äußert regelmäßig seine Besorgnis um deren Sicherheit angesichts der paschtunischen Mehrheit, aus der die Taliban-Bewegung hervorgegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist Duschanbe aufgrund der 1.357 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan besorgt über die Präsenz zahlreicher dschihadistischer Gruppen auf afghanischem Gebiet, wie beispielsweise des Islamischen Staates in Khorasan (IS-K), einer der aktivsten Fraktionen des IS und in Opposition zur Taliban, die teilweise in Afghanistan Fuß gefasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/"><strong>Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem Bericht von Reuters zufolge, der sich auf Quellen innerhalb der tadschikischen Sicherheitskräfte beruft, führt Tadschikistan Gespräche mit Russland und einer von Moskau geführten Regionalstreitmacht über die Möglichkeit, Truppen zur gemeinsamen Sicherung der unruhigen Grenze zu Afghanistan zu entsenden. Das tadschikische Außenministerium dementierte den Bericht jedoch umgehend, und Reuters <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-china-worker-killed-russia-troops-mining-taliban/33611762.html">entfernte</a> die Meldung am 3. Dezember.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fest steht, dass es inzwischen Annäherungen zwischen Tadschikistan und der Taliban-Führung gibt. Wenige Tage vor dem Anschlag auf chinesische Staatsbürger hatte beispielsweise ein diplomatisches Treffen zwischen Vertretern beider Länder stattgefunden. Laut dem tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251115/smi-afganistana-soobtshili-o-vizite-tadzhikskoi-delegatsii-v-kabul">Asia-Plus</a> traf am 15. November eine Delegation aus dem Außenministerium, den Sicherheitskräften und anderen tadschikischen Behörden in Kabul ein, um mit der Taliban Sicherheitsfragen zu erörtern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nathan Bataille für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/chinois-tues-au-tadjikistan-la-la-frontiere-afghane-relance-inquietudes-securitaires/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/">Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Beschleunigt der Ukraine-Krieg die Entwicklung des Luftfahrtsektors in Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 20:54:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Luftfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krieg in der Ukraine hat Russland nicht nur auf dem Boden, sondern auch in der Luft isoliert. Die zentralasiatischen Staaten, insbesondere Kasachstan und Usbekistan, haben Schritte zur Entwicklung ihres nationalen Luftfahrtsektors eingeleitet. Der Verlust der Vormachtstellung von russischen Airlines bedeutet gleicherma&#xDF;en die St&#xE4;rkung der regionalen Netzwerke. Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg in der Ukraine hat Russland nicht nur auf dem Boden, sondern auch in der Luft isoliert. Die zentralasiatischen Staaten, insbesondere Kasachstan und Usbekistan, haben Schritte zur Entwicklung ihres nationalen Luftfahrtsektors eingeleitet. Der Verlust der Vormachtstellung von russischen Airlines bedeutet gleichermaßen die Stärkung der regionalen Netzwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine sind mehrere russische Sektoren durch umfassende Sanktionen anderer Staaten blockiert, und zahlreiche Ost-West-Landrouten werden von europäischen und anderen westlichen Firmen gemieden. Hier findet Zentralasien eine Möglichkeit, seine Position und Relevanz auf der internationalen Bühne zu stärken, insbesondere mit dem Projekt „Neue Seidenstraße“, das seit 2013 von China umgesetzt wird. Angeführt von Usbekistan und Kasachstan ersetzen Zentralasiatische Fluggesellschaften zunehmend russische Transporte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Russland aus dem Spiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2024 wurde auf dem Zentralasiatischen Luftfahrtgipfel in Astana die Gründung einer eigenen Zivilluftfahrtbehörde durch die Länder der Region <a href="http://www.ato.ru/2024-04-19-1704">verkündet</a>. Bei dieser Gelegenheit kommentierte Amir Achmetow, leitender Berater des Direktors der kasachischen Luftfahrtbehörde, die Entwicklung der „Eurasischen Zivilluftfahrtkonferenz (EACAC)“ wie folgt: „Vor dem Hintergrund der sich wandelnden geopolitischen Lage in den Republiken Zentralasiens und des Südkaukasus gründen Länder mit gemeinsamen Ideen eine eigene regionale Zivilluftfahrtorganisation.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Initiative, ursprünglich von Astana in 2023 vorgeschlagen, <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/transport/press/news/details/877902?lang=ru">versammelt</a> Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan, sowie Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau und die Mongolei. Das erste <a href="https://timesca.com/regional-civil-aviation-organization-established-for-the-first-time-in-central-asia/">Treffen</a> der EACAC fand im November 2024 in Almaty statt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nachdem im Dezember 2024 der Bau eines neuen Luftfahrt-Wartungszentrums in Aktau im Westen Kasachstans angekündigt wurde, beauftragten die Beteiligten das türkische Unternehmen, Turkish Technic, mit der Durchführung des Projekts. YDA – einer der größten Verteidigungs- und Luftfahrtkonzerne der Türkei – und ASFAT (Askeri Fabrika ve Tersane İşletme, Verwaltung von Militärfabriken und Werften) werden zivile und militärische Flugzeuge aus Kasachstan, Russland, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgistan und Tadschikistan warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyk.org/a/v-kazahstane-planiruyut-otkryt-tsentr-po-remontu-samoletov-rossii-i-stran-tsentralnoy-azii/33250939.html">Laut</a> dem ehemaligen kasachischen Verkehrsminister Marat Karabayev „wird das Zentrum 411 Zivilflugzeuge bedienen“. „Dank dieses Projekts wird die Frachtabfertigungskapazität des Flughafens 200.000 Tonnen pro Jahr erreichen, was einem Jahresumsatz von 520 Milliarden Tenge (996,7 Millionen Dollar) entspricht“, fügte er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Liberalisierung des inländischen Marktes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie zahlreiche postsowjetische Staaten wurde Zentralasien lange von staatlichen Fluggesellschaften dominiert. Dann erfolgte im Laufe des vergangenen Jahrzehnts eine Welle von Privatisierungen im Rahmen eines Marktliberalisierungsprozesses, was Konkurrenz ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan hat die Liberalisierung des Marktes und der daraus entstandene Wettbewerb dem zivilen Luftfahrtsektor zu deutlichem Aufschwung verholfen. Air Astana, die ihre wichtigsten Drehkreuze in Almaty und Astana hat, gilt heute als eine der besten Fluggesellschaften im postsowjetischen Raum. &nbsp;Ihre Billigflug-Tochter FlyArystan verzeichnete ein rapides Wachstum und <a href="https://dknews.kz/ru/eksklyuziv-dk/362906-glava-airbus-po-evrope-i-centralnoy-azii-o-novoy-ere">verfügt</a> inzwischen über eine moderne Airbus-Flotte von mehr als 60 Maschinen, darunter jährlich neu gelieferte Airbus A320 und A321. Bei einer Buchung nur eine Woche vor Abflug können Passagiere bereits für 27 US-Dollar (23,15 Euro) von Almaty nach Schymkent fliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-zieht-profit-aus-der-internetzensur/">Turkmenistan zieht Profit aus der Internetzensur</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation in Usbekistan ist ähnlich: Auch dort machen neue Anbieter den staatlichen Fluggesellschaften zunehmend Konkurrenz. Allein im Jahr 2023 wurden sechs neue Airlines gegründet und 28 zusätzliche Flugzeuge bestellt. Die Gesamtflotte umfasst inzwischen 75 Maschinen und soll bis Ende 2025 die Marke von 100 überschreiten.Herausforderungen für die übrigen zentralasiatischen Staaten</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rest von Zentralasien verläuft die Entwicklung langsamer. Kirgistan und Tadschikistan verfügen nur eine minimale inländische Luftfahrtbranche und hängen stark von ausländischen Fluggesellschaften ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Tadschikistan zu reisen bleibt schwierig: Die Flugpreise sind kaum erschwinglich, und der Flughafen Duschanbe gilt laut <a href="https://rus.ozodi.org/a/32329197.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty, als chaotisch und von alltäglicher Korruption geprägt. Im Mai vergangenen Jahres wurde der Flughafendirektor Ismatullo Abdullozoda wegen des Verdachts auf Unterschlagung <a href="https://ru.tajnews.org/510/%D0%B7%D0%B0%D0%B4%D0%B5%D1%80%D0%B6%D0%B0%D0%BD-%D0%B4%D0%B8%D1%80%D0%B5%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80-%D0%B4%D1%83%D1%88%D0%B0%D0%BD%D0%B1%D0%B8%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B3%D0%BE-%D0%B0%D1%8D%D1%80/">festgenommen</a>. Die meisten Flüge von Duschanbe aus führen nach Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pläne kirgisischer Fluggesellschaften, internationale Direktflüge aufzunehmen, werden seit 2006 durch ihre Einstufung auf der EU-Flugverbots<a href="https://transport.ec.europa.eu/transport-themes/eu-air-safety-list_en">liste</a> ausgebremst. Präsident Sadyr Dschaparow hält diese Sanktionen für <a href="https://rus.azattyk.org/a/kyrgzstan_aiplane/24540962.html">ungerecht</a> und geht davon aus, dass sie bald aufgehoben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfel-in-duschanbe-zentralasiens-staatschefs-treffen-wladimir-putin/">Gipfel in Duschanbe: Zentralasiens Staatschefs treffen Wladimir Putin</a> </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan hingegen betreibt trotz seiner isolationistischen Politik moderne Boeing 777 und 737 MAX über die staatliche Fluggesellschaft Turkmenistan Airlines. Nach einem im Jahr 2019 verhängten Flugverbot hat die Airline ihre Genehmigung für den Luftraum der EU inzwischen wieder zurückerhalten. Airlines spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Anbindung Zentralasiens an den Rest der Welt, sondern tragen auch zur Integration der Region bei. Wie Ryanair und EasyJet in Europa gezeigt haben, können Fluggesellschaften durch die Förderung des interregionalen Austauschs die zentralasiatische Identität stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut The Diplomat wäre der <a href="https://thediplomat.com/2025/08/the-changing-skies-over-central-asia/">nächste</a> Schritt „Open-Skies-Abkommen zwischen den Ländern abzuschließen, die es ausländischen Fluggesellschaften ermöglichen, mit den etablierten nationalen Fluggesellschaften zu konkurrieren“. Kasachstan hat in dieser Hinsicht mit einer Open-Skies-Politik an 15 <a href="https://astanatimes.com/2024/10/open-skies-regime-now-operate-in-15-kazakh-airports/">Flughäfen</a> Fortschritte erzielt. Usbekistan plant, dasselbe zu tun, auch wenn der Prozess langsamer voranschreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan könnte Russland auch in wichtigen Segmenten des regionalen Flugverkehrs verdrängen, nicht aus Feindseligkeit, sondern aus Notwendigkeit, <a href="https://timesca.com/central-asia-charts-new-course-as-russian-aviation-falters/">schreibt</a> Andrej Matwejew für The Times of Central Asia. Und auch wenn der russische Protektionismus die zentralasiatischen Fluggesellschaften daran <a href="https://timesca.com/central-asia-charts-new-course-as-russian-aviation-falters/">hindern</a> wird, die russischen Fluggesellschaften auf Inlandsstrecken vollständig zu ersetzen, gibt es doch Möglichkeiten auf Grenzstrecken, bei Flügen in die Diaspora und auf Transitkorridoren. Kasachstan, Usbekistan und andere Länder bemühen sich, die seit 2022 entstandene Lücke sicher und effizient zu schließen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/fr/author/salizade/">Samad Alizade</a></strong> <strong>für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/la-guerre-en-ukraine-comme-catalyseur-du-secteur-aeronautique-en-asie-centrale/">Französischen </a>von Silvan Ergican</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/beschleunigt-der-ukraine-krieg-die-entwicklung-des-luftfahrtsektors-in-zentralasien/">Beschleunigt der Ukraine-Krieg die Entwicklung des Luftfahrtsektors in Zentralasien?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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