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	<title>Buch Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Buch Archives</title>
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		<title>Die 40 Mädchen von Kirgistan und das Wunder der Berührung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mrau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 16:33:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Maren Ernst]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Waisenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Deb&#xFC;troman &#xAB;Vierzig M&#xE4;dchen&#xBB; f&#xFC;hrt Maren Ernst ihre Leser:innen in die Welt kirgisischer Waisenheime. Eine Rezension. &#xAB;Sie sollte sich auskennen mit dem Spuk, mit der Zeit, die nicht vergeht. Mit der Zukunft, die sich nicht ergibt. Hauntology hatte ein franz&#xF6;sischer Philosoph dieses Ph&#xE4;nomen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einst benannt. Gespensterkunde. Permanente Heimsuchung. Endloses [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit ihrem Debütroman «Vierzig Mädchen» führt Maren Ernst ihre Leser:innen in die Welt kirgisischer Waisenheime. Eine Rezension.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>«Sie sollte sich auskennen mit dem Spuk, mit der Zeit, die nicht vergeht. Mit der Zukunft, die sich nicht ergibt. Hauntology hatte ein französischer Philosoph dieses Phänomen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion </em><a href="https://jacobin.com/2021/10/jacques-derrida-defense-of-marxism-hauntology-specters-of-marx-deconstruction-postmodernism-post-structuralism"><em>einst benannt</em></a><em>. Gespensterkunde. Permanente Heimsuchung. Endloses Straucheln. War das nicht ihr Thema?»</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Gedanken geistern der Protagonistin Marie in einem Café in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek durch den Kopf, als sie sich mit der aus der Schweiz stammenden Charlotte unterhält. Die Szene spielt in Maren Ernsts Debütroman «Vierzig Mädchen», der 2025 im Verlag Monhardt erschienen ist. Die zwei Frauen eint ein unsichtbares Band: Seit den 1990er Jahren fühlten sich beide zu den Ländern im postsowjetischen Raum hingezogen, insbesondere zu Kirgistan. Diese Faszination entwickelte sich für Marie, als sie für ihr Studium in das zentralasiatische Land zog, und ihre Begeisterung hat seit dieser Zeit nicht nachgelassen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sie nach dem Abschluss ihres Studiums wieder nach Deutschland zurückkehrt, bleibt sie mit Kirgistan verbunden und reist regelmässig wieder dorthin – zum einen um ihre zahlreichen Freunde zu besuchen, zum anderen für «ihr Projekt». Denn zusammen mit Pia, einer weiteren Deutschen, die sich in Kirgistan aufhält, arbeiten Marie und Charlotte gemeinsam mit einer Gruppe Kirgisinnen an etwas, das schnell zu einer Lebensaufgabe für alle Beteiligten wird: Sie versuchen, die desaströsen Zustände in kirgisischen Waisenhäusern zu beseitigen und den dortigen Kindern eine bessere Zukunft bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Ländern Zentralasiens, aber vor allem in Kirgistan, wachsen <a href="https://www.uplift-aufwind.org/de/die-herausforderung">überdurchschnittlich viele Kinder ohne Familie auf</a>. 94 Prozent der Kinder, die in Kirgistan in Heimen leben, sind jedoch keine Waisen im eigentlichen Sinne. Sie sind Sozialwaisen. Das bedeutet, sie haben noch zumindest einen Elternteil, wobei diese aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, ihr Kind bei sich in der Familie aufzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-unsichtbare-gewalt-jedes-dritte-kind-in-kirgistan-uebernimmt-die-rolle-eines-erwachsenen/"><strong>Die unsichtbare Gewalt: Jedes dritte Kind in Kirgistan übernimmt die Rolle eines Erwachsenen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zahllosen Wendungen und einem gut aufgebauten Spannungsbogen lädt die Autorin dazu ein, herauszufinden, ob Marie, Charlotte und Pia mit ihrem Projekt erfolgreich sind. Neben dieser Haupthandlung des Buches sind immer wieder auch die Lebensgeschichten einzelner Kirgis:innen, eingeschoben, die mal mehr, mal weniger Einfluss auf die Geschehnisse im Buch nehmen. Da ist beispielsweise Sarina, welche als Arbeitsmigrantin in Moskau lebt. Auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeit wurde Sarina vergewaltigt und schwanger, was für sie mit einem sozialen Stigma in ihrer Heimat verbunden ist. Die Organisation von Marie und ihren Freundinnen wird für sie eine Rettung, da sie sich durch die Zusprache der Frauen ermutigt fühlt, die Hilfe ihrer Familie und Freunde in Anspruch zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch diese und weitere Erzählungen erfährt die Leserschaft vieles über die heutigen Lebensrealitäten in den zentralasiatischen Ländern: In Sarinas Fall insbesondere <a href="https://www.rosalux.de/news/id/45691/missing-member-kirgistan-ein-land-in-sehnsucht">die Arbeitsmigration nach Russland</a> und die dortigen gefährlichen Zustände der Arbeitsmigrant:innen (so hat sich dies vor allem für Tadschik:innen seit dem Terroranschlag auf die Crocus City Hall im März 2024 <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/situation-zentralasiatischer-migrierter-in-russland-verschlechtert-sich/">deutlich verschlechtert</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Biographische Bezüge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sehr die Geschichte der Protagonistin Marie dem tatsächlichen Leben und den Erfahrungen der Autorin Maren Ernst gleicht, wird – außer in der biographischen Notiz am Ende des Umschlags – nicht thematisiert. Wie Marie gründete auch Maren Ernst ihre Organisation <a href="https://www.uplift-aufwind.org/de/">«Uplift / Aufwind»</a>, nachdem sie selbst in Kirgistan mit eigenen Augen die Zustände in dortigen Waisenhäusern sah. Die Organisation hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2009 zu einer breiten Frauen-Hilfsorganisation in Kirgistan entwickelt. Die Arbeitsweise von Uplift gleicht jener der ungenannten Organisation in «40 Mädchen» – Maren Ernst macht die Entstehungsgeschichte ihrer Organisation und die Problematik im Zusammenhang mit Waisenkindern in Romanform so einer breiten Leserschaft zugänglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr schön beschrieben wird, warum Protagonistin Marie und ihre Mitstreiterinnen dies alles auf sich nehmen: Die eigene Vergangenheit wird thematisiert (Stichwort: Hauntology) und auch persönliche Traumata werden angesprochen – man kann direkt in die Gedanken der Frauen eintauchen und fühlt mit, warum die Waisenkind-Thematik sie so sehr in den Bann zieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/"><strong>Patriarchale Gewalt filmisch erzählen: Ein Interview mit Husnora Rozmatova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzig wird im Buch nicht immer ganz klar, wann welche Ereignisse passieren. Trotz vereinzelter Jahreszahlen und Erwähnungen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autoritarismus-politische-morde-und-vetternwirtschaft-die-praesidentschaft-kurmanbek-bakijews/">signifikanter Ereignisse der jüngeren kirgisischen Geschichte</a> (so etwa die Tulpenrevolution 2005 und die Aprilrevolution 2010) springt die Autorin manchmal in ihrer Erzählung zeitlich hin und her. Es fällt dadurch leicht, sich im Buch und der Geschichte zu verlieren – was der Autorin aber vielleicht auch als literarischer Kniff dient, um die teilweise chaotischen Ereignisse in der kirgisischen Geschichte mit ihrer Schreibweise widerzuspiegeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Vierzig Mädchen» ist ein lesenswertes Buch, das die Praxis von Waisenhäusern in der ehemaligen Sowjetunion treffend beschreibt und unaufgeregt über mögliche Lösungsansätze – in Zusammenarbeit zwischen Kirgis:innen und Helferinnen aus dem Westen – beschreibt. Auch die einzelnen Vignetten über die verschiedenen Lebensgeschichten einzelner Kirgis:innen geben einen tiefen und persönlichen Einblick in die jüngere kirgisische Geschichte. Besonders hervorzuheben ist auch die schöne Gestaltung des Buches aus dem Verlag Edition Monhardt, welches sich optisch perfekt den übrigen Büchern mit Zentralasien Fokus aus dem Verlag einreiht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Maren Ernst: Vierzig Mädchen, 196 Seiten, Edition Monhardt, ISBN 978-3-910928-01-5, März 2025</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Erwerb möglich über die <a href="https://monhardt.de/produkt/maren-ernstvierzig-maedchen-roman/">Seite des Verlages</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maximilian Rau für Novastan</strong></p>



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		<title>Leichte Unterhaltung mit &#8222;Meine kasachische Hochzeit&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 May 2025 13:48:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Artem Kouida]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Meine kasachische Hochzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die k&#xFC;rzlich erschienene &#x201E;kasachische Hochzeit&#x201C; vom Deutsch-Belarussen Artem Kouida bietet einen kuriosen Einblick in die scheinbar allzu eingefahrenen Heiratstraditionen einer kasachischen Familie, die auch vor einem nicht-kasachischen Ehemann keinen Halt machen. Eine Rezension. Auf dem etwas drolligen Buchumschlag mit Kouida l&#xE4;sst der Titel verlauten, dass es &#xAB;seine&#xBB; kasachische Hochzeit, also die des Br&#xE4;utigams, ist. Und [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die kürzlich erschienene „kasachische Hochzeit“ vom Deutsch-Belarussen Artem Kouida bietet einen kuriosen Einblick in die scheinbar allzu eingefahrenen Heiratstraditionen einer kasachischen Familie, die auch vor einem nicht-kasachischen Ehemann keinen Halt machen. Eine Rezension.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem etwas drolligen Buchumschlag mit Kouida lässt der Titel verlauten, dass es «seine» kasachische Hochzeit, also die des Bräutigams, ist. Und tatsächlich scheint die kasachische Braut Teil ihres kasachischen Familienstammes zu bleiben, achtet alle Traditionen und Bräuche und erwartet dasselbe selbstverständlich auch von ihrer besseren Hälfte. Die auf die Innensicht des Erzählers beschränkte Perspektive und die emotionale Abwesenheit aller weiteren Statisten verstärkt den Eindruck, dass der Bräutigam seine Hochzeit im Ausland ganz allein bestehen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vom deutschen Bräutigam zu einem richtigen Kasachen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In saloppem Tagebuchstil verfasst – zwar ohne Datumseinträge – sind wir nahezu vom Frühstück bis zum Zubettgehen Zeugen dessen, was Kouida mit seiner erweiterten Schwiegerfamilie erlebt. Obwohl der Protagonist selbst der russischen Sprache mächtig ist und postsowjetische Phänomene ihm nicht gänzlich unbekannt sind, gestaltet sich das Einheiraten in eine echt kasachische Familie doch nicht gar so einfach. Wenn Hochzeitswünsche nur auf Kasachisch weitergegeben werden, die Sitzordnung eine Wissenschaft für sich wird und der arme deutsche Bräutigam doch bitte endlich ein richtiger Kasache werden möge, kann einem das schon mal zu viel werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der größte Knackpunkt scheint dabei wohl die Kulinarik zu sein. Weder die nicht sehr authentische Pizza im italienischen Restaurant noch der obligate Schafskopf (zum Glück nicht für den Bräutigam gedacht!) oder die berüchtigte Pferdewurst – nichts davon scheint unserem Pantoffelhelden zu munden. Doch wir können seinen Respekt vor den Essgewohnheiten des „kasachischen Volkes“ auch verstehen: <em>„Nicht umsonst gibt es seit eh und je einen Witz über die Kasachen, die als ein raues Volk gelten, da sie sogar Pferde in ihren eigenen Darm reinstopfen können.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was wir über Kasachstan, aber auch über Deutschland lernen können</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kouidas Erzählungen schwanken zwischen sich erfüllenden Klischees (fleischlose Gerichte sind in Kasachstan keine vollwertige Mahlzeit) und allzu oft erwarteten interkulturellen Rangeleien, etwa beim Deutschlandbesuch der Schwiegerfamilie, wo Shoppen wichtiger ist als etwas kulturelles Sightseeing. In Spannungsverhältnissen wie diesen merken wir erst, was wir solch banalen Erlebnissen entnehmen sollten: Gegenseitiges Verständnis kommt zwar nicht immer zwingend von den anderen aus, doch wir sollten uns so oder so darum bemühen, ihnen ebendieses Verständnis entgegenzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Versuch, etwas von der Geschichte Kasachstans in den allgemeinen Hochzeitstrubel miteinzuflechten, etwa die nomadische Kultur oder den fraglichen Personenkult um den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">ersten kasachischen Präsidenten</a>, wird der Komplexität des Landes und der gesamten Region dennoch nicht gerecht. Man fragt sich des Öfteren, wo denn eine Karte bleibt, um sich im mit Abstand größten zentralasiatischen Staat zurechtzufinden. Immerhin finden sich einige kunstvoll bearbeitete Fotos als Veranschaulichung von Alltag und Tradition, wie sie eine kasachische Hochzeit mit sich bringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-leben-als-kelinka-bericht-ueber-einen-kasachischen-brauch/"><strong>Ein Leben als Kelinka – Bericht über einen kasachischen Brauch</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Highlight des Buches ist das kleine Sammelsurium an Rezepten aus der kasachischen Küche, das durch ausführliche Kochanleitungen und doch leicht verständliche Sprache Lust auf Ausprobieren macht. Einen großen Dank an die kasachische Schwiegermutter!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Artem Kouida: Meine kasachische Hochzeit. 200 Seiten, Gabriele Schäfer Verlag, ISBN: 978-3-910594-33-3, März 2025.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Michèle Häfliger für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Der Wechsel auf die lateinische Schrift wirkt bis heute nach“ – eine Autorin und eine Verlegerin über den usbekischen Literaturbetrieb</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 16:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Asian Book House]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuchliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekisch]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zweisprachigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die usbekische Literatur befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Zwar w&#xE4;chst die Diversit&#xE4;t der Autoren und der Themen, doch damit ist der Kampf, die usbekische Literatur unters Volk und &#xFC;ber seine Grenzen hinaus zu verbreiten, noch nicht gewonnen. &#xDC;ber die Entwicklung und die Herausforderungen der usbekischen Literatur sprechen die Autorin Madina Muminova, die sowohl [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/">„Der Wechsel auf die lateinische Schrift wirkt bis heute nach“ – eine Autorin und eine Verlegerin über den usbekischen Literaturbetrieb</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Literatur befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Zwar wächst die Diversität der Autoren und der Themen, doch damit ist der Kampf, die usbekische Literatur unters Volk und über seine Grenzen hinaus zu verbreiten, noch nicht gewonnen. Über die Entwicklung und die Herausforderungen der usbekischen Literatur sprechen die Autorin Madina Muminova, die sowohl auf Russisch als auch Usbekisch schreibt, und Viktoria Gayratova, Gründerin des Verlags „Asian Book House“ sowie Vorsitzende des Online-Bücherhandels LitRes.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viktoria, wie kam es zur Zusammenarbeit mit </strong>LitRes<strong> und wie gelang der Einstieg der Plattform in den usbekischen Markt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ergab sich auf Initiative von <a href="https://litres.de/">LitRes</a>. Das Unternehmen hatte bereits Erfahrung außerhalb des russischen Marktes gesammelt, zum Beispiel in Polen und Italien. Als jedoch 2022 einige Verträge auf Eis gelegt wurden, bauten sie ihre Präsenz auf dem Markt der GUS-Staaten aus. Als das Büro für internationale Entwicklung mich kontaktierte, imponierte ihnen meine Arbeitserfahrung in Aserbaidschan. Mit Beginn der Zusammenarbeit ernannten sie mich zur Vertreterin usbekischer Interessen im Büro für Internationale Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen Sie ein wenig über ihren Verlag „Asian Book House“ und wie sie mit der Verlegung von Büchern auf Usbekisch begannen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir den Verlag vor sechs Jahren gründeten, übersetzten wir viel kanadische Literatur ins Usbekische. Als schließlich die Pandemie uns dazu zwang, unser Konzept zu überarbeiten, lernte ich Madina Muminova kennen. Zusammen widmeten wir uns der Kinderliteratur, einer Sparte mit Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fällt es Ihnen schwer, Kinderbuchautoren zu finden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir stehen nicht in direktem Kontakt mit den Autoren, sondern mit den Verlagen. Dabei müssen wir einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Viele empfinden E-Books als sinnbefreit, besonders dann, wenn sie sowieso eine zuverlässige Unterstützung vom Staat kriegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/das-ewige-thema-ein-gespraech-mit-der-kasachischen-schriftstellerin-roza-muqanova/">„Das Ewige Thema“ – Ein Gespräch mit der kasachischen Schriftstellerin Roza Muqanova</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachfrage nach usbekisch-sprachiger Literatur ist hier [in Usbekistan, Anm. d. Red.] eher niedrig. Auf dem usbekischen Markt florieren, so wie vielerorts, die Genres rund um Business, Marketing und Lebensratgeber.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es auf LitRes Hörbücher auf Usbekisch und wenn ja, wie groß ist die Hörerschaft?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die gibt es. Besonders beliebt sind Kinderhörbücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Probleme haben Sie bei Literaturübersetzungen ins Usbekische?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst einmal sind offizielle Übersetzungen ins Usbekische sehr kostspielig. Darum boomt der Schwarzmarkt, obwohl die dort zu findenden Versionen zu wünschen übriglassen. Das beste Beispiel hierfür ist Harry Potter: Nicht nur missachtet die illegal vertriebene Übersetzung die Autorenrechte, sie verschlechtert auch maßgeblich die Wahrnehmung des Originals. Um dieses Problem zu bekämpfen, benötigen wir erstens einen Grundstock an Übersetzern, den wir finanziell auch zu unterstützen imstande sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im November 2023 lancierte der usbekische Präsident ein Projekt, bei dem die 5000 weltweit bekanntesten Bücher auf Usbekisch übersetzt werden sollten. Verantwortlich für das weitere Vorgehen ist das Jugendwerk. In diesem Jahr sollen die ersten 50 Übersetzungen auf den Markt kommen. Haben Sie von diesem Projekt gehört?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich bin im Bilde. Die Initiative gefällt mir, doch es ist nur der erste Schritt von vielen. Es fehlt uns an Literaturagenten, die hiesige Literaturbetriebe mit ausländischen in Verbindung setzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie stehen die Zukunftsaussichten der usbekischen Literatur vor Ort und im Ausland?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird kein leichter Weg, solange der Staat den Literaturbetrieb hinter dem des Sports oder des Schachs anstellt. Es braucht nicht nur gute Autoren, sondern auch staatliche Unterstützung, gerade um auch außerhalb der Agglomerationen ein Netz aufzubauen. Die Übersetzung, das Verlegen, der Vertrieb, das alles ist nicht umsonst und erfordert Anstrengungen aller Parteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina, Ihre Bücher erscheinen auf zwei Sprachen – auf Usbekisch und auf Russisch. Fällt Ihnen das Schreiben und das Übersetzen auf Usbekisch schwer?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schreibe genaugenommen nur auf Russisch. Die usbekische Umgangssprache spreche ich zwar sehr gut, doch in der Literatur geht es um mehr als nur sprachliche Korrektheit – der Stil, die Form und die Vermittlung des Inhalts sind nicht weniger relevant. Darum arbeite ich bei der Übersetzung meiner Bücher sehr eng mit meinen Übersetzern zusammen. Direkt auf Usbekisch zu schreiben, wird vorerst noch ein Traum bleiben, bis ich mich in der Sprache sicherer fühle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nehmen Ihre Leser die Bücher auf Russisch anders wahr als die auf Usbekisch? Kommen bestimmte Themen besser bei der einen Leserschaft an als bei der anderen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke schon. Russischsprachige Kinder sind die erfahreneren Leser. Sie lesen mehr, dementsprechend fällt es ihnen leichter und sie tauchen schneller in Geschehen und Figuren ein. Usbekisch-sprachige Kinder lesen weniger, teils überhaupt nicht. Bis auf Schulbücher haben sie kaum Bücher daheim oder nur solche mit wenig Text und überwiegend Bildern. Hinzu kommt, dass die Figuren ihrer Bücherwelt mit noch mehr Klischees behaftet sind. Das würde ich gerne ändern, immerhin prägt das Lesen unsere Weltsicht und fördert das Vorstellungsvermögen sowie die Kreativität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Umwelt, eingebettet in einen Märchenkontext mit mutierten Monstern, die unseren Planeten auslöschen wollen, kommt bei russischsprachigen und ausländischen Kindern gut an. Ihnen gefällt, dass meine Bücher nie belehrend sind, sondern dass es wie bei <em>Multiki</em> (Zeichentrickfilmen, Anm. d. Übersetzers) verschiedene Genres und Themen gibt. Außerdem mögen sie die Bilder, in denen sie immer wieder Neues entdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kampf-um-die-staatsmacht-gewinnt-kobra-oder-herr-genosse-praesident/">Kampf um die Staatsmacht: Gewinnt Kobra oder Herr Genosse Präsident?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, man sollte sich Kindern gegenüber nicht verstellen, sondern mit ihnen reden wie mit einem würdigen Gesprächspartner. Wir brauchen die Texte und Bilder für sie nicht in rosarote Watte einzuwickeln, sie sollen die Welt in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit kennenlernen, sich als Weltenbürger wahrnehmen. Das ist von besonderer Bedeutung, wenn es um Umwelt, Frieden und andere Werte geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielt die Zweisprachigkeit bei der Entwicklung der usbekischen Literatur?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist großartig, dass sich die usbekische Sprache weiterentwickelt. Unser Land ist unabhängig und pflegt seine Sprache und Kultur, übersetzt usbekische Klassiker in andere Sprachen und Weltliteratur ins Usbekische. Das ist einfach großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was uns bis heute nachhängt, ist der damalige Wechsel auf die lateinische Schrift. Die Idee war im Kern nicht verkehrt, doch unsere Gesellschaft, die sich so stark im Wandel befindet, hat es überfordert. Als die Regierung das Gesetz zum Übergang von der kyrillischen Schrift auf die lateinische verabschiedete, ignorierten sie, dass ein großer Teil der usbekischen und der Weltliteratur noch nicht in lateinische Schrift übertragen wurde. Dabei ist das so wichtig für die nachkommenden Generationen. Die Schüler, die nicht mehr mit der kyrillischen Schrift aufwachsen, wurden so um ihr literarisches Wissen gebracht. Sogar Ozod Sharafutdinov, einer der Initiatoren des Gesetzes, beklagt rückblickend, dass der Schriftwechsel den literarischen Bildungsstandard um viele Jahrzehnte zurückgeworfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Sinne bin ich froh darum, dass solche folgenschweren Entscheidungen nun klüger abgewogen werden. Doch uns steht noch ein weiter Weg bevor, um das usbekische Volk zu einer lesenden Nation zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was für Projekten möchten Sie sich in näherer Zukunft widmen? Reizen</strong><strong> </strong><strong>Sie</strong><strong> </strong><strong>eher</strong><strong> ö</strong><strong>kologische oder soziale Themen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Umweltthema möchte ich noch nicht ad acta legen. In unserer Bücherserie „Die Zeit der Helden“ geht es genau darum und wir haben damit einen Volltreffer bei der jungen Generation gelandet. Man könnte fast meinen, wir hätten damit eine ganze Horde zukünftiger Umweltretter aufgezogen! Dazu haben wir die Auszeichnung „Kleiner Umweltheld“ erhalten, die den Kindern als Inspiration dient. Gemeinsam pflanzen wir Bäume, trennen Müll und üben uns in einer gesunden Beziehung zu unserer Umwelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten schreibe ich aktuell ein Buch über die Geschichte unserer multiethnischen Kultur: Welche ethnischen Gruppen kamen wann und wieso, wer blieb in Usbekistan und wer suchte sein Glück anderswo?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt bewegen mich auch die Themen rund um die Lage der Frauen sowie psychologische Fragestellungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/">„Der Wechsel auf die lateinische Schrift wirkt bis heute nach“ – eine Autorin und eine Verlegerin über den usbekischen Literaturbetrieb</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Haftstrafen wegen der Veröffentlichung von Memoiren in Tadschikistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jul 2024 12:38:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abduchalil Cholikzoda]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Ereignisse meines Lebens]]></category>
		<category><![CDATA[Haftstrafe]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Rahmon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Ereignisse meines Lebens blickt der tadschikische Gesch&#xE4;ftsmann Abduchalil Cholikzoda auf drei Jahrzehnte Unabh&#xE4;ngigkeit zur&#xFC;ck und beklagt die Korruption, das Gesch&#xE4;ftsklima und das niedrige Kultur- und Bildungsniveau, die das Land seiner Meinung nach pr&#xE4;gen. Er verb&#xFC;&#xDF;t nun eine neunj&#xE4;hrige Haftstrafe. Als Abduchalil Cholikzoda im M&#xE4;rz 2023 seine Memoiren in Duschanbe vorstellte, hatte er wohl nicht [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In </strong><em><strong>Ereignisse meines Lebens </strong></em><strong>blickt der tadschikische Geschäftsmann Abduchalil Cholikzoda auf drei Jahrzehnte Unabhängigkeit zurück und beklagt die Korruption, das Geschäftsklima und das niedrige Kultur- und Bildungsniveau, die das Land seiner Meinung nach prägen. Er verbüßt nun eine neunjährige Haftstrafe.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Abduchalil Cholikzoda im März 2023 seine Memoiren in Duschanbe vorstellte, hatte er wohl nicht mit so heftigen Reaktionen gerechnet. Bereits im folgenden Sommer gerieten der Autor sowie Abdukodir Rustam und Suchrob Raschabzoda, die an der Herausgabe und dem Druck des Buches beteiligt waren, in Untersuchungshaft. Innerhalb weniger Wochen verschwanden alle Exemplare von <em>Chavodisi ruzgori man</em> (Tadsch., <em>„Ereignisse meines Lebens“)</em><em> </em>aus den Buchhandlungen Tadschikistans<em>. Das</em><em> Buch enthält </em>auf 300 Seiten ein Porträt des Landes seit der Unabhängigkeit und dem Bürgerkrieg, aber auch Kritik an Korruption und Geschäftsklima sowie am niedrigen Bildungs- und Kulturniveau des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tadschikische Generalstaatsanwalt Jusuf Rahmon bestätigte die Verhaftung am 15. August auf einer Pressekonferenz, wie das tadschikische Medium <a href="https://asiaplustj.info/tj/node/327999">Asia-Plus</a> berichtete. Er erklärte, er habe die Festnahme persönlich auf der Grundlage von Artikel 189 des tadschikischen Strafgesetzbuches angeordnet, der sich auf die <em>„Anstiftung zu Hass und Feindschaft“ bezieht, </em>unabhängig davon, ob sie aus nationalen, regionalen, rassischen oder religiösen Gründen erfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/fortlaufende-repression-in-tadschikistan/"><strong>Fortlaufende Repression in Tadschikistan</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rahmon begründete seine Entscheidung folgendermaßen: <em>„In der Vergangenheit, vor der Unabhängigkeit, hatte er</em> [Cholikzoda]<em> keinen Cent in der Tasche und nach 1992 wurde er zum Besitzer von Millionen von Dollar und Somoni. Das war während der Unabhängigkeit, dank der Politik des Präsidenten“.</em> Der Staatsanwalt fährt fort: <em>„Aber anstatt dankbar zu sein, hat er ihn </em>[den Präsidenten] <em>scharf kritisiert, das tadschikische Volk beleidigt, Vertreter verschiedener Regionen des Landes beschimpft, zum Hass angestachelt. All das hat er in seinem Buch beschrieben.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rahmon und Rahmon</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident ist <a href="https://novastan.org/de/tag/emomali-rahmon/">Emomali Rahmon</a>, der seit über 30 Jahren an der Macht ist und sich im Laufe der Jahre die gesamte Exekutive, Legislative und Judikative gefügig gemacht hat. Trotz des gleichen Familiennamens sind Jusuf Rahmon und Emomali Rahmon keine Blutsverwandten, aber seit der Heirat des Sohnes des Generalstaatsanwalts mit der jüngsten Tochter des Präsidenten im Dezember 2022 sind sie verschwägert, wie <a href="https://www.ozodi.org/a/32162356.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Ableger des amerikanischen Medienunternehmens Radio Free Europe, feststellte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Geschäftsmann und Autor Cholikzoda wurde 1966 in einem Dorf in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschakent">Pendschikent</a> geboren. Als er 1992 sein Studium an der Fakultät für orientalische Sprachen der Nationalen Universität Tadschikistans abschloss, fiel der Zusammenbruch der Sowjetunion mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs zusammen. Er machte schließlich Karriere in der Wirtschaft, in seinem Fall im Baumwollhandel, und gründete 2008 in Duschanbe die Ibn-Sino-Klinik, eine Einrichtung der gehobenen Klasse, die er bis zu seiner Verhaftung im August 2023 leitete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Verlorene Generation“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sein erstes Buch erschien 2018 als Leitfaden für Unternehmende in Tadschikistan, wie <a href="https://www.asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20180605/tadzhikskii-predprinimatel-napisal-knigu-dlya-poteryannogo-pokoleniya">Asia-Plus</a> damals berichtete. Darin sprach er bitter über das Dilemma seiner Generation, die er als „verloren“ bezeichnete. „<em>Die Zeit, in der sie aufwuchs, fiel mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusammen. Dieser Kataklysmus zerstörte alle unsere Pläne für die Zukunft“, </em>schrieb er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em>Ereignisse meines Lebens ist der </em>Autor noch immer desillusioniert. „<em>In den Jahren nach der Unabhängigkeit brachen die gemeinsamen Werte wie Wissen und Leistungsgesellschaft sehr schnell zusammen. Wer eine Position, Reichtum und Waffen besaß, galt als groß“</em>, berichtet <a href="https://www.ozodi.org/a/32548505.html">Radio Ozodi</a> aus dem Buch. Der Autor weist auch auf die Rechtsunsicherheit hin, die jeden unternehmerischen Versuch im Keim ersticke, und auf die juristischen Missgeschicke mancher Unternehmer, die entmutigen und die Entwicklung behindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anderen Passage des Buches geht es um die Zahlung von Bestechungsgeldern an die Staatsanwaltschaft in Pendschikent. „<em>Der Autor beleidigt den Generalstaatsanwalt direkt und diskreditiert ihn in den Augen der Öffentlichkeit</em>“, beklagte der tadschikische Botschafter in Usbekistan, Abduschabbor Rahmonzoda, laut <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-memoirs-arrests-rahmon-rahimov-yatimov/32582250.html">Radio Ozodi</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verletzung der Würde der Bewohnenden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist aber eine andere Passage, die den Zorn von Dutzenden Facebook-Nutzer:innen auslöste. Dem Autor wurde vorgeworfen, die Würde der Menschen in verschiedenen Regionen des Landes verletzt zu haben. Cholikdzoda, selbst Tadschike, argumentiert, dass die Bewohnenden der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Provinz Chatlon</a> im Süden des Landes &#8211; der Heimatprovinz von Präsident Emomali Rahmon – von der „<em>langfristigen</em> <em>Koexistenz und Vermischung mit den benachbarten türkischen Völkern</em>&#8220; profitiert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der „<em>Sanftmut und Scheinheiligkeit der Tadschiken, die in den Schriften unserer Vorfahren zu den einzigartigen Merkmalen der [tadschikischen] Nation gehören“, </em>unterschieden sich die Bewohnenden Chatlons durch <em>„Beweglichkeit und Stabilität“, </em>schreibt Cholikdzoda. Eine Passage, die auf Facebook eine Kettenreaktion auslöste, da viele Nutzende das Buch als Beleidigung der Nation empfanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/friedliches-zusammenleben-in-sandschidsor-tadschikistan/"><strong>Friedliches Zusammenleben in Sandschidsor, Tadschikistan</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einheit der Nation ist ein sensibles Thema in diesem multiethnischen Land mit großen regionalen Unterschieden. Das vom Krieg gezeichnete, überwiegend ländliche Tadschikistan, ist nach wie vor das <a href="https://www.ifad.org/fr/web/operations/w/pays/tadjikistan#:~:text=Le%20Tadjikistan%20est%20le%20pays,20%25%20provenait%20du%20secteur%20agricole.">ärmste Land</a> der ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Machthaber verweisen regelmäßig auf die Einheit der Nation als Stärke des Landes, wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/32595580.html">Radio Ozodi</a> feststellt. Cholikzoda stellt diese Einheit jedoch als politischen Slogan und nicht als gelebte Realität dar. Insgesamt wirft der Autor dem Staat vor, Slogans zu verkünden, anstatt die Schwierigkeiten des Landes zu lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen „Anstiftung zu ethnischem Hass und Lokalismus“wurdenCholikzoda, Rustam und Raschabzoda im Februar 2024 zu sechseinhalb, viereinhalb bzw. einem Jahr Gefängnis verurteilt, berichtet <a href="https://asiaplustj.info/tj/news/tajikistan/laworder/20240307/dodgoi-ol-abduhalil-holizoda-9-sol-az-ozod-marum-shud">Asia-Plus</a>. Der Prozess fand im Untersuchungsgefängnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und es drangen nur wenige Informationen nach außen. Cholikzoda wurde außerdem zu einer Geldstrafe von 76&nbsp;800 Somoni (6700 Euro) verurteilt, und seine Haftstrafe wurde später aufgrund einer zusätzlichen Anklage wegen Schmuggels auf neun Jahre erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan, ein „unfreies Land“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit seiner Unabhängigkeit hat Tadschikistan die bürgerlichen Freiheiten immer weiter eingeschränkt. Falsche Anschuldigungen wegen Beteiligung an Aktivitäten politischer Organisationen, Anstiftung zu Hass, Rebellion, Aufruhr, Terrorismus oder Korruption sind gängige Mittel, um Menschen zum Schweigen zu bringen und zu inhaftieren. Sie richten sich gegen Oppositionelle und <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/journalismus-wird-in-tadschikistan-zu-einem-gefaehrlichen-beruf/">Journalist:innen</a>, aber auch gegen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-laesst-anwaelte-wegsperren/">Anwält:innen</a> und <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/">Menschenrechtsverteidiger:innen</a>, Geschäftsleute und Künstler:innen. Nach dem <a href="https://freedomhouse.org/country/tajikistan">Freedom House</a> Index gilt Tadschikistan als <em>„</em>unfrei<em>“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wachsender-autoritarismus-und-machtkrise-in-zentralasien/"><strong>Wachsender Autoritarismus und Machtkrise in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachfolge des derzeitigen Präsidenten, der sich 2015 selbst zum <em>„Gründer des Friedens und der nationalen Einheit, Führer der Nation“ </em>ernannte, scheint gesichert. Sein <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/tadjikistan-le-fils-du-president-devient-le-numero-2-de-letat/">Sohn</a> Rustam Emomali, derzeit Bürgermeister von Duschanbe, scheint dazu bestimmt, zu gegebener Zeit die Nachfolge anzutreten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore Darasse</strong>, <strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Turkvölker in der Weltgeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[caanetwork]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2024 22:06:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Geschiche]]></category>
		<category><![CDATA[Joo-Yup Lee]]></category>
		<category><![CDATA[Turkvölker]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum ist es wichtig, die Geschichte der Turkv&#xF6;lker zu studieren? Diese Frage stellt der Historiker Joo-Yup Lee in seinem neuen Buch &#x201E;The Turkic Peoples in World History&#x201D;. Joo-Yup Lees Buch enth&#xFC;llt die faszinierende Welt der t&#xFC;rkischen Reiche und V&#xF6;lker und versucht sich an der Darstellung einer ununterbrochenen Geschichte der Turkv&#xF6;lker. Kapitel 1. Alte Turkv&#xF6;lker: Tele, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ist es wichtig, die Geschichte der Turkvölker zu studieren? Diese Frage stellt der Historiker Joo-Yup Lee in seinem neuen Buch „The Turkic Peoples in World History”. Joo-Yup Lees Buch enthüllt die faszinierende Welt der türkischen Reiche und Völker und versucht sich an der Darstellung einer ununterbrochenen Geschichte der Turkvölker.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kapitel 1. Alte Turkvölker: Tele, Türken, Uiguren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tele: Das wohl älteste Turkvolk</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tele sind das älteste bekannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkv%C3%B6lker">Turkvolk</a> der Geschichte, das bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. in der Mongolei gelebt haben soll. Die frühe Geschichte der Tele lässt sich nur bruchstückhaft aus chinesischen Chroniken rekonstruieren. Dort werden sie als Gruppe von Stämmen beschrieben, die nicht nur die mongolische Steppe, sondern auch die kasachische, kaspische und Schwarzmeersteppe bewohnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Entstehung des ersten türkischen Reiches</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezeichnung „Türken“ wurde mit der Entstehung des ersten türkischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat">Chanats</a> (552-742 n. Chr.) bekannt. Die herrschende Dynastie des türkischen Chanats war der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschina">Aschina-Klan</a>. Nach türkischen Legenden entstand dieser aus der Vereinigung einer Wölfin und eines jungen Mannes, der aus einem von Feinden ausgelöschten Stamm überlebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl nicht alle historischen Völker, die Turksprachen sprachen, sich mit den alten Türken aus dem Aschina-Stamm in Verbindung brachten, hat sich die Bezeichnung „Türken“ („Turks“) in der Wissenschaft für alle turksprachigen Gruppen sowie für einige nicht-türkischsprachige Vertreter zentralasiatischer Kulturen durchgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türken erlangten die Hegemonie über die gesamte mongolische Steppe und wurden zur dominierenden Macht in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transoxanien">Transoxanien</a>. Sie unterwarfen verschiedene Nomadengruppen in der kasachischen Steppe und drangen in die Schwarzmeersteppe bis zu den Grenzen des Byzantinischen Reiches auf der Krim und im Kaukasus vor.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Blütezeit des uigurischen Reiches</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Uiguren">Uiguren</a> waren ein Turkvolk, das zwischen 744 und 840 n. Chr. die alten Türken als dominierende Macht in der zentralasiatischen Steppe ablöste. Zwei Jahre nach der Zerstörung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zweites_T%C3%BCrk-Kaganat#:~:text=Das%20Zweite%20T%C3%BCrk%2DKaganat%20(altt%C3%BCrkisch,K%C3%B6k%2DT%C3%BCrken%20im%20%C3%B6stlichen%20Zentralasien.">Zweiten Türk-Chanats</a> (682-742) durch die Uiguren und ihre Verbündeten gründeten die Uiguren ihren eigenen Staat in der mongolischen Steppe. Später unterwarfen sie die Tele-Stämme und besiegten die Tataren und Kirgisen, die im Jenissei-Becken in Sibirien lebten. Die Uiguren begannen, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tang-Dynastie">Tang-Dynastie</a> militärisch zu unterstützen, und erhielten im Gegenzug große Mengen an Seide und anderen Waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internen Kriege, die seit 830 n. Chr, andauerten, schwächten das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uigurisches_Kaganat">Uigurische Chanat</a> stark. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kirgisen">Kirgisen</a>, mit denen sich die Uiguren seit 20 Jahren im Krieg befanden, fielen 840 ins geschwächte Uigurische Chanat ein, richteten seinen Herrscher hin und plünderten die Hauptstadt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ordu-Baliq">Ordu-Baliq</a>. Nach dem Fall des Chanats zerstreuten sich die Uiguren in verschiedene Richtungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kapitel 2. Turkvölker in Südsibirien, Zentralasien und der kiptschakischen Steppe: Kirgisen, Chasaren, Bulgaren, Karachaniden und Kiptschaken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das „Kirgisenreich“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kirgisen, die am Jenissej im heutigen Südsibirien lebten, betraten mit der Eroberung von Ordu-Baliq die Weltbühne; bald wurden sie zur neuen dominierenden Macht in der mongolischen Steppe. Ihr <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kirgisisches_Reich">Reich</a> erstreckte sich vom Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch">Irtysch</a> im Westen bis zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mandschurei">Mandschurei</a> im Osten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt/">Zentralasien – historisches Herz der muslimischen Welt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem späten 17. Jahrhundert standen die Kirgisen unter der Herrschaft des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dsungarisches_Khanat#:~:text=Das%20Dsungarische%20Khanat%20war%20ein,entstand%20und%201759%20zerst%C3%B6rt%20wurde.">Dsungarischen Chanats</a> (1634-1758). Zu dieser Zeit wanderten viele kirgisische Nomaden ins Fergana-Tal und andere Regionen Zentralasiens ein. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörten die kirgisischen Gebiete zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Chanat Kokand</a> (1709-1876). Nachdem das Russische Reich das Chanat in den 1860er-Jahren erobert und seine Gebiete annektiert hatte, wurden die Kirgisen Teil des Russischen Reiches.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Chasaren: Zum Judentum konvertiert</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chasaren#:~:text=Ausdehnung-,Im%209.,von%20Georgien%2C%20Armenien%20und%20Aserbaidschan.">Chasaren</a> waren ein nomadisches Turkvolk, das Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. ein eigenes Chanat gründete. Im 8. Jahrhundert wurden sie zur vorherrschenden Macht in der Kaspischen Steppe und erhoben Tribut von den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolgabulgaren">Wolgabulgaren</a>, verschiedenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Finno-ugrische_V%C3%B6lker">finno-ugrischen Völkern</a> im Norden und slawischen Stämmen im Westen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie unterhielten Beziehungen zum Byzantinischen Reich, obwohl sie zeitweise mit diesem um den Besitz der Krim konkurrierten. Lange kontrollierte das Chasaren-Chanat den Handel zwischen der nördlichen Waldzone und der byzantinisch-islamischen Welt. Um 900 konvertierte die Führungselite der Chasaren zum Judentum. Nur wenig später, im Jahr 965, wurden sie schließlich von den Armeen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kiewer_Rus">Kiewer Rus</a> und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oghusen#:~:text=Oghusen%20(in%20den%20Orchon%2DInschriften,deren%20Zusammenhang%20untereinander%20unklar%20ist.">Oghusen</a> besiegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Bulgaren</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die (Proto-)<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Protobulgaren#:~:text=Protobulgaren%20(gelegentlich%20auch%20Ur%2DBulgaren,dem%20Ethnonym%20%E2%80%9EBulgaren%E2%80%9C%20erscheinen.">Bulgaren</a> sprachen eine Turksprache, dessen einziger überlebender Vertreter die moderne <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschuwaschische_Sprache">tschuwaschische Sprache</a> ist. Die Bulgaren gründeten im siebten Jahrhundert das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fbulgarisches_Reich">Großbulgarische Reich</a> in der Schwarzmeersteppe. Nachdem die Bulgaren der Schwarzmeer- und Kaspischen Steppe von den Chasaren besiegt worden waren, wanderten einige von ihnen auf den Balkan aus, wo sie in den 670er-Jahren die dortigen slawischen Stämme unterwarfen. Im Laufe der Zeit vermischten sich diese Bulgaren mit den zahlreicheren Slawen und wurden zu slawischsprachigen Bulgaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Gruppe von Bulgaren wanderte im achten Jahrhundert nach Norden in die Wolga-Kama-Region ein und gingen mit lokalen finno-ugrischen Gruppen Verbindungen ein. Ab dem 13. Jahrhundert vermischten sich einige Wolgabulgaren mit den Kiptschakisch sprechenden Dschutschidennomaden aus dem Süden und trugen zur Bildung der Wolga-Tataren bei, während andere, die nicht zum Islam konvertierten, zu den modernen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschuwaschen">Tschuwaschen</a> wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Karachaniden: erstes muslimisches Turkvolk Zentralasiens</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karachaniden">Karachaniden</a> gründeten das Karachaniden-Chanat (992-1212 n. Chr.), den ersten muslimischen Turkstaat in Zentralasien. Sie begannen den Islam unter den türkischen Nomaden in der kasachischen Steppe zu verbreiten und förderten den Bau von Moscheen sowie Karawansereien. Viele der bis heute erhaltenen Gebäude der Karachaniden befinden sich in Buchara, der ehemaligen Hauptstadt der Samaniden. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde das Karachaniden-Reich, mitsamt der kulturellen Handelsstädte Buchara und Samarkand, von Seldschuken erobert und existierte als Vasallenstaat verschiedener Reiche weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Kiptschaken in der Geschichte Eurasiens</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kiptschak_(Volk)">Kiptschaken</a> beherrschten seit Mitte des 11. Jahrhunderts ein weitläufiges Gebiet, das die Steppen am Schwarzen Meer, am Kaspischen Meer und in Kasachstan umfasste. Die nomadischen Kiptschaken bildeten keinen einheitlichen Staat, sondern ein loses Stammesbündnis. Dennoch blieben diese Stämme bis zum Aufstieg des Mongolenreichs im frühen 13. Jahrhundert die dominierende Kraft in den eurasischen Steppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Mitte des 11. Jahrhunderts besiegten die Kiptschaken die Oghusen, die in der Region des Aralsees und des Kaspischen Meeres lebten. &nbsp;Die Kiptschaken gingen Bündnisse ein und unternahmen Überfälle auf dort lebende Slawen und auch Eheschließungen zwischen Kiptschaken und russischen Fürstentümern waren keine Seltenheit. Sie gelten als Vorfahren der modernen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krimtataren">Krimtataren</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Usbeken">Usbeken</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachen#:~:text=%D2%9B%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D2%9B%D1%82%D0%B0%D1%80%20qazaqtar)%20sind%20eine%20turksprachige,Iran%20(15.000)%2C%20Afghanistan%20(">Kasachen</a>. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die meisten Gebiete der Kiptschaken dann von den Mongolen erobert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kapitel 3. Oghus-Türken in Westasien und im Nahen Osten: Seldschuken, Ottomanen und Turkmenen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stammesverband der Oghusen</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Oghusen waren ein türkischer Stammesverband, der im 9. und 10. Jahrhundert um den Aralsee und der Kaspischen Steppe lebte. Ihre Hauptstadt Jangikent („neue Stadt“) lag am Unterlauf des Syr-Darya. Nachdem sie zum Islam konvertiert waren, wurden die Oghusen in der muslimischen Welt als „Turkmenen“ bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Seldschukenstaat</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Seldschuken">Seldschuken</a> sind eine türkische Dynastie, die Ende des 10. Jahrhunderts aus dem Stammesverband der Oghusen hervorging. Das von ihnen gegründete Reich ist in der wissenschaftlichen Literatur als „Reich der Großseldschuken“ bekannt. Die Seldschuken eroberten das Gebiet des heutigen Iran und verlegten 1051 ihre Hauptstadt nach Isfahan. Ihr Reich erstreckte sich nun von Chorasan bis zum Iran und Aserbaidschan. Etwas später erfolgte die Ausweitung nach Anatolien.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="588" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/malik-shah_i-1024x588.jpeg" alt="" class="wp-image-39063" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/malik-shah_i-1024x588.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/malik-shah_i-300x172.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/malik-shah_i-768x441.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/malik-shah_i.jpeg 1112w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Krönung von Malik Shah I. von Rashid al-Din, veröffentlicht in Tabriz, Persien, 1307 n. Chr. Quelle: CAAN</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Osmanen: Begründer eines Weltreichs</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Osmanen, eine türkisch-oghusische Dynastie, gründeten das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich#:~:text=Das%20Osmanische%20Reich%20(osmanisch%20%D8%AF%D9%88%D9%84%D8%AA,1299%20bis%201922.">Osmanische Reich</a> (1299-1922), eines der größten und mächtigsten Reiche der Weltgeschichte. Nachdem sie ein Hauptquartier im Nordwesten Anatoliens errichtet hatten, begannen die Osmanen mit Eroberungsfeldzügen gegen byzantinische Städte bis hinauf in die Balkanregion. Im 16. Jahrhundert drangen sie nach Süden vor und erlangten die Kontrolle über Syrien, Ägypten und die Region am Roten Meer, einschließlich der drei heiligen muslimischen Städte Mekka, Medina und Jerusalem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende des 17. Jahrhunderts nahm die militärische Macht der Osmanen ab, da man in Bezug auf die technologische Ausrüstung hinter Europa zurückblieb. Als die Osmanen 1683 zum zweiten Mal Wien belagerten, erlitten sie eine vernichtende Niederlage gegen eine europäische Koalitionsarmee. Nach dem Ersten Weltkrieg löste sich das Osmanische Reich endgültig auf. Auf den Trümmern des einstigen Großreichs rief <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mustafa_Kemal_Atat%C3%BCrk">Mustafa Kemal</a> (1881-1938) am 29. Oktober 1923 die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Republik_T%C3%BCrkei#:~:text=Die%20Geschichte%20der%20Republik%20T%C3%BCrkei,Hauptstadt%20von%20Istanbul%20nach%20Ankara.">Türkische Republik</a> aus. Ihm gelang es, die Autonomie des Landes im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Befreiungskrieg">Türkischen Unabhängigkeitskrieg</a> (1919-1923) zu verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Safawiden: ein türkisch-persisches Reich</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Safawiden#:~:text=Die%20Safawiden%20(auch%20Safaviden%3B%20persisch,schiitischen%20Islam%20als%20Staatsreligion%20etablierte.">Safawidenreich</a> war ein türkisch-persischer Staat, der den Iran von 1501 bis 1722 beherrschte. Obwohl die herrschende Familie der Safawiden wahrscheinlich kurdischer Abstammung war, waren es turkmenische Nomaden, die das Rückgrat der Safawidenarmee und der militärischen Elite des Reiches bildeten. Im Jahr 1629 begann der langsame Niedergang der Safawiden. Als es 1722 afghanischen Rebellen nach einer sechsmonatigen Belagerung gelang, Isfahan einzunehmen und den letzten aktiven Herrscher des Safawiden-Reiches zu stürzen, besiegelte dies das Ende der Dynastie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das Kadscharen-Reich: der letzte turkmenische Staat im Iran</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kadscharen">Kadscharen</a> waren eine turkmenische Dynastie, die von 1794 bis 1925 im Iran regierte. Der erste Kadschar-Schah vereinigte den Iran mit der Hauptstadt Teheran und gliederte Georgien und den Kaukasus in seinen Staat ein. Im 18. Jahrhundert erlitten die Kadscharen schwere Niederlagen gegen Russland und verloren Georgien und Nord-Aserbaidschan. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ihr Staat von Großbritannien und Russland in Einflusssphären aufgeteilt. Schließlich beendete 1921 ein Staatsstreich von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reza_Schah_Pahlavi">Reza Schah</a> (reg. 1925-1941), dem Begründer der neuen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pahlavi_(Dynastie)#:~:text=Die%20Dynastie%20der%20Pahlavi%20(persisch,letzte%20Herrscherdynastie%20der%20persischen%20Schahs.&amp;text=Die%20Pahlavi%20kamen%201925%20als,31.%20Oktober%201925%20abgesetzt%20worden.">Pahlavi-Dynastie</a> (1925-1979), die Kadschar-Dynastie und damit die türkische Herrschaft im Iran.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kapitel 4. Türkisch-Mongolische oder Mongolisch-Türkische Steppenbevölkerung der Kiptschakischen Steppe und Zentralasiens</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tschagatai: Türkisch-mongolische Völker in Zentralasien</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff „Tschagatai“ bezeichnet das Nomadenvolk des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschagatai-Khanat">Tschagatai-Chanats</a>, eines mongolischen Staates im zentralasiatischen Raum, der von den Nachkommen von Dschingis Chans zweitem Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschagatai_Khan">Tschagatai</a> (reg. 1227-1241) regiert wurde. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Tschagatai-Chanat in einen östlichen und einen westlichen Teil geteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Timuridenreich</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timuridenreich">Timuridenstaat</a> war einer der Nachfolgestaaten des Mongolenreiches, der vom späten 14. bis zum späten 15. Jahrhundert einen Großteil Zentralasiens beherrschte. Der Gründer des Reiches, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timuridenreich">Amir Timur</a> (auch Timur Leng oder Tamerlan), gehörte einem mongolischen Stamm an, der mit Tschagatai in die Region eingewandert war. Timur gelang es, die westliche Hälfte des ehemaligen Reiches von Dschingis Khan wieder zu vereinen und den Tschagataiden-Staat zu einer Weltmacht zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-amir-temur-statue-in-taschkent-neuer-held-aus-alten-zeiten/">Die Amir-Temur-Statue in Taschkent – neuer Held aus alten Zeiten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Förderung von Künstlern, Dichtern, Architekten und Gelehrten durch Timur und seine Nachkommen führte zu einer kulturellen Blüte in der Region, die als „Timuridische Renaissance“ bekannt wurde. Das Timuridenreich brach infolge der usbekischen Eroberung Zentralasiens zu Beginn des 16. Jahrhunderts zusammen, konnte aber 1526 als Mogulreich in Indien wieder aufleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mogulreich</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mogulreich">Mogulreich</a> wurde im Jahr 1526 von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Babur">Babur</a> (1483-1530) gegründet, anscheinend einem Nachkommen Dschingis Chans und Amir Timurs. Als die timuridischen Gebiete in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan">Chorasan</a> von Usbeken erobert wurden, musste Babur nach Afghanistan fliehen und ließ sich in Kabul nieder. Durch den Sieg über die indo-afghanische Armee 1526 gelang es Babur, den timuridischen Staat in Nordindien wiederzubeleben. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="506" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-1024x506.jpeg" alt="" class="wp-image-39064" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-1024x506.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-300x148.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-768x380.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/04/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1.jpeg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jami Masjid, Delhi. Quelle: PlaneMad/Wikimedia</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Blütezeit des Mogulreichs entstand etwa der Mausoleumskomplex <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taj_Mahal">Taj Mahal in Agra</a>. Doch spätestens mit der Errichtung des britischen Imperiums verloren die Mogulen ihre Macht. Der Sturz des letzten Mogulkaisers durch die Briten beendete schließlich die Timuridendynastie in Indien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/">Indien – Der nächste Riese in Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Usbeken: Turk-Mongolen aus der Kiptschak-Steppe</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der nachmongolischen Zeit war „Usbeke“ eine Bezeichnung für die Bevölkerung, die in der Kiptschak-Steppe lebte. An der Wende zum 16. Jahrhundert spalteten sich die Usbeken der östlichen Kiptschak-Steppe, die der heutigen kasachischen Steppe entspricht, in schibanidische und kasachische Usbeken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tokai-Timuriden in Transoxanien</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach mehreren Machtwechseln in Transoxanien stellten im 16. Jahrhundert die Tokai-Timuriden (auch Aschtarchaniden, Schaniden) die neue Herrscherdynastie. Bald jedoch drangen die Kasachen bis zum heutigen Taschkent, Andijon und Samarkand vor und die Existenz des usbekischen Staates in Zentralasien war bedroht. Die Offensive konnte abgewehrt werden und anschließend erreichte der usbekische Staat seine Blütezeit und genoss relativen Frieden und Wohlstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Chanat Kokand: Usbekischer Staat im Fergana-Tal</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im frühen 18. Jahrhundert entstand im Fergana-Tal ein neuer unabhängiger usbekischer Staat, das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Chanat Kokand</a> (1709-1876). Das Chanat wandelte sich bald von einem Stadtstaat zu einer Regionalmacht und wurde zu einem regionalen Großreich. Man drang nordwärts bis nach Kasachstan vor und annektierte Turkestan, die ehemalige Hauptstadt des kasachischen Chanats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Niedergang des Khanats begann Mitte des 19. Jahrhunderts durch interne Konflikte. Das stark geschwächte und zersplitterte Kokand war nicht in der Lage, den 1864 einsetzenden Ansturm der russischen Truppen abzuwehren. Im Jahr 1876 wurde das Chanat vom Russischen Reich annektiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Chanat Chiwa</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gründeten Usbeken das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Chiwa">Chanat von Chiwa</a>, das von 1511 bis 1920 über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Choresm</a> und die umliegenden Gebiete (das heutige Westusbekistan und Turkmenistan) herrschte. Das Chanat erreichte den Höhepunkt seiner Macht im 17. Jahrhundert, doch bereits 1694 begann dessen allmähliche Niedergang. Bald nach der Eroberung Chiwas durch den Stamm der Kungrat begann die russische Eroberung Zentralasiens und 1873 war das Chanat Chiwa gezwungen, die Oberhoheit des Russischen Reiches zu akzeptieren. Der letzte Herrscher der Kungraten wurde 1920 während des russischen Bürgerkriegs von der Roten Armee gestürzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Kasachen</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kasachen sollen als eigenständige Gemeinschaft entstanden sein, nachdem sich die Usbeken der östlichen Kiptschak-Steppe Ende des 15. Jahrhunderts in schibanidische und kasachische Usbeken geteilt hatten. Im 16. Jahrhundert dehnten die Kasachen ihren Einfluss auf die Bevölkerung der Mongolei (östliches Tschagatai-Chanat) im Südosten des heutigen Kasachstan und auf das Volk der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nogaier#:~:text=Die%20Nogaier%20(nogaisch%20%D0%BD%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%B9%20%2Fno%C4%A1aj,westt%C3%BCrkisches%20Volk%20der%20kiptschakischen%20Untergruppe.&amp;text=Weltweit%20gibt%20es%20rund%20130.000,knapp%20104.000%2C%20in%20Russland%20lebt.">Nogai</a> im Westen des heutigen Kasachstans aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachen-Khanat">Kasachen-Chanat</a> in ein „Nomadenreich“ umgewandelt. Das Chanat dehnte sich im Westen bis zum Uralgebirge und im Osten bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tienschan</a> aus. Die Kasachen nahmen auch einige Gebiete am rechten Ufer des Syr Darya ein, um die sie gegen die Usbeken kämpften. An der Wende zum 18. Jahrhundert zerbrach der kasachische Staat aufgrund von Überfällen durch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oiraten">Dsungaren</a> (auch: Oiraten). Die Kasachen hatten sich in drei Horden aufgespalten und konnten den Dsungaren-Truppen daher nicht mit vereinten Kräften entgegentreten. Viele Kasachen mussten nach Transoxanien, Choresm und in die vom Russischen Reich kontrollierten Gebiete ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Krimtataren</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_der_Krim">Krim-Chanat</a> war vom 15. bis 18. Jahrhundert ein tschingisidischer Staat auf der Krim und in den umliegenden Regionen. Ethnisch waren die Krimtataren eng mit den Kasachen und schibanidischen Usbeken verwandt, die im östlichen Teil der Kiptschak-Steppe lebten. Das Krim-Chanat wurde in den 1440er-Jahren gegründet und war zunächst ein „Nomadenreich“, das sich von Bessarabien im Westen bis zum Nordkaukasus im Osten erstreckte. Unter anderem wurde das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ff%C3%BCrstentum_Moskau">Großfürstentum Moskau</a> zum Vasall der Krim-Chane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Krim-Chanat erlebte seine Blütezeit im 16. Jahrhundert. In dieser Zeit wurden auf der Krim der Königspalast in Bachtschyssaraj, Moscheen, öffentliche Bäder und Schulen gebaut. Im 17. Jahrhundert wurde das Chanat dann zu einem Vasallen des Osmanischen Reiches. Mit der Niederlage des Osmanischen Reiches im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-T%C3%BCrkischer_Krieg_(1768%E2%80%931774)">Russisch-Osmanischen Krieg (1768-1774)</a> zerfiel das Krim-Chanat und war gezwungen, sich dem russischen Protektorat zu unterstellen. 1783 löste das Russische Reich das Chanat vollständig auf und annektierte seine Gebiete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor Ju-Yup Lee betont, wie wichtig es ist, die Geschichte der Turkvölker zu studieren, die seit über 1000 Jahren am Aufbau mächtiger Reiche in ganz Eurasien beteiligt waren. Zweifellos haben die Turkvölker wichtige historische Ereignisse und Prozesse in Europa, China und dem Nahen Osten beeinflusst, und ohne das Studium der türkischen Geschichte ist es schwierig, ein umfassendes Verständnis der Weltgeschichte und unserer modernen Welt zu erlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.routledge.com/The-Turkic-Peoples-in-World-History/Lee/p/book/9781032170015"><em>Joo-Yup Lee: The Turkic Peoples in World History</em></a><em>. 224 Seiten, Routledge, ISBN: 978-1-0321700-1-5 <span><a href=""><img decoding="async" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important" src="image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg"></a></span>,</em> <em>Juli 2023.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von CAAN</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://www.caa-network.org/archives/25045/tyurkskie-narody-v-mirovoj-istorii-pereskaz-knigi-joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024"><strong>Russischen</strong></a><strong> und gekürzt von Michèle Häfliger</strong><strong></strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Alles andere als märchenhaft: Das Leben der Frauen in Samarkand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jean Monéger-Leclerc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 May 2023 17:21:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Samarkand]]></category>
		<category><![CDATA[Samarqand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Cendrillon au pays des soviets&#x201C; (zu Deutsch: &#x201E;Aschenbr&#xF6;del im Land der Sowjets&#x201C;), im M&#xE4;rz in Frankreich erschienen, ist das Ergebnis von 12 Jahren Feldforschung in Samarkand. Fernab der blauen Kuppeln aus 1001 Nacht legt die Anthropologin Anne Ducloux mit dem Buch eine kluge Analyse der Situation der usbekischen Frauen und ihrer Beziehungen untereinander vor. Als [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„<em>Cendrillon au pays des soviets</em>“ (zu Deutsch: „<em>Aschenbrödel im Land der Sowjets</em>“), im März in Frankreich erschienen, ist das Ergebnis von 12 Jahren Feldforschung in Samarkand. Fernab der blauen Kuppeln aus 1001 Nacht legt die Anthropologin Anne Ducloux mit dem Buch eine kluge Analyse der Situation der usbekischen Frauen und ihrer Beziehungen untereinander vor.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als „<em>Stadt ohne Männer</em>“ wird Samarkand im Untertitel des <a href="https://www.hemisphereseditions.com/cendrillon-au-pays-des-soviets">Buchs</a> von Anne Ducloux bezeichnet. Die promovierte Historikerin und Juristin wandte sich um die Jahrtausendwende der Anthropologie zu, nachdem sie sich in ihren Arbeiten zunächst mit der Spätantike, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kabylei">Kabylei</a> sowie dem französischen Übersee-Département La Réunion beschäftigt hat. Es waren die Arbeiten der französischen Anthropologin Roberte Hamayon über den sibirischen und mongolischen Schamanismus, die sie schließlich nach Usbekistan und vor allem nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Aufenthalt in Samarkand führte jedoch schon bald dazu, dass sie ihren Forschungsgegenstand wechselte, da sie sich „<em>sehr viel stärker angezogen fühlte von der Einzigartigkeit der Beziehungen zwischen den Frauen als von den pittoresken Folbins [Wahrsagerinnen] und anderen Bakschis [Barden, Heiler]</em>“.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autorin möchte ihre Felderfahrung und ihre Untersuchungsergebnisse mit dem Buch auch „<em>Leser:innen zugänglich machen, die weder mit Zentralasien noch mit der Anthropologie vertraut sind</em>“. Ducloux stützt sich auf verschiedene und reichhaltige Quellen, erläutert ihre Auswahl und Analysen und lässt die Leser:innen in die Komplexität einer Gesellschaft mit einem vielfältigen Erbe eintauchen. Das Bild, das sie von der Lage der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft ohne Männer entwirft, ist lebendig und tragisch zugleich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan im 21. Jahrhundert: Ein vielschichtiges Kompositum</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesellschaft, die Ducloux in ihrem Buch beschreibt, ist, wie so oft in Zentralasien, das Resultat diverser Einflüsse und zusammengesetzter Identitäten. Das ist wichtig für das Verständnis der Beziehungen, für die sich die Autorin interessiert. Die tadschikischen Traditionen von Samarkand durchdringen sich hier wechselseitig mit den Gepflogenheiten der Sowjetunion und islamischen Gebräuchen. Die Sowjetzeit, welche die meisten der Gesprächspartnerinnen der Autorin selbst erlebt haben, ist dabei von besonderer Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den heterogenen Einflüssen kommt eine doppelte Bedeutung zu: Auf der einen Seite sind sie eine Realität der usbekischen Gesellschaft, auf der anderen Seite ermöglichen sie es, diese Gesellschaft zu entschlüsseln, die alltäglichen Realitäten, wie sie vom anthropologischen Terrain aus beschrieben werden, besser zu erfassen. Hinzu kommt das Auftreten neuer religiöser Formen und der Kampf der Machthabenden gegen sie. Die Angst der usbekischen Behörden vor dem radikalen Islamismus wird sichtbar, während die Justiz Fälle von sexueller Gewalt <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sexuelle-gewalt-in-usbekistan-milde-justiz-und-tragische-schicksale/">kaum ahndet</a>. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-haben-sich-frauen-aus-zentralasien-verschiedenen-religioes-terroristischen-gruppen-angeschlossen/">Warum haben sich Frauen aus Zentralasien verschiedenen religiös-terroristischen Gruppen angeschlossen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Massenauswanderung nach Kasachstan, Russland oder in die USA ist ebenso Folge der Sowjetzeit, wie der weit verbreitete Alkoholismus. Sie machen Samarkand zu einer „<em>Stadt ohne Männer</em>“. Genauer gesagt: Ohne Männer, die alt genug sind, die Position der Autorität einzunehmen, denn Autorität ist hier nicht nur an das Geschlecht, sondern auch an das Prinzip der Seniorität gebunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Traditionelle Familienlogiken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In Usbekistan ist das Individuum nur ein Glied in der Kette der Familie</em>“, unterstreicht Ducloux. Verwandtschaftsverhältnisse sind innerhalb einer solchen Gesellschaftsstruktur das wichtigste Kriterium, um Beziehungen zu analysieren und darzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">75 Jahre Sowjetunion konnten diesen traditionellen Familienstrukturen – Patriarchat und Seniorität – nichts anhaben. Aufgrund der Abwesenheit der Oq Saqol (usbekisch für Weißbärte; womit die Männer gemeint sind, die alt genug sind, um die traditionelle Autorität auszuüben) haben sie sich jedoch neu zusammengesetzt, neu ausgerichtet und zwar zum Vorteil der Schwiegermütter, der Mütter der Söhne, und zum Nachteil ihrer Kelin, der Schwiegertöchter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser Abwesenheit bleibt die Macht der Frauen auf die häusliche Sphäre beschränkt. Hier haben die Schwiegermütter jedoch einen enormen Einfluss in der Gesellschaft von Samarkand. Ihre Kontrolle erstreckt sich bis hin zur Auswahl der Ehemänner und Ehefrauen für die Kinder und geht sogar so weit, dass sie in deren eheliche Schlafzimmer eindringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wenn-frauen-eine-stimme-fordern/"><strong>Usbekistan. Wenn Frauen eine Stimme fordern</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben der usbekischen Frau ist in mehrere Etappen geteilt: Tochter, Kelin, Mutter, Schwiegermutter. Innerhalb dieser Phasen wird der Status durch die patriarchale Struktur und die Seniorität differenziert. Wie auch immer dieser aussieht, „<em>eine Frau beginnt erst zu leben, wenn sie Söhne geboren hat</em>“. Als Tochter ist sie „<em>Gast im Haus ihres Vaters</em>“. Verheiratet, wird sie zur Bediensteten ihrer Schwiegermutter und der Frauen aus der Familie ihres Ehemanns.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frauen gegen Frauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Status der Kelin als Dienerinnen im Haushalt der Familie des Ehemanns erklärt den Titel von Duclouxs Buch: „<em>Aschenbrödel im Land der Sowjets</em>“. Sobald die Frauen einen Sohn geboren haben und dieser verheiratet ist, sobald sie also den begehrten Status der Schwiegermutter erhalten haben, reproduzieren sie die Machtbeziehung, unter der sie zuvor selbst gelitten haben. Sie begegnen dann wiederum ihren eigenen Schwiegertöchtern mit der gleichen Härte, die sich nicht nur in verbaler und psychischer, sondern auch in physischer Gewalt ausdrücken kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/haeusliche-gewalt-in-zentralasien-eine-folge-der-ausgangsbeschraenkungen/"><strong>Häusliche Gewalt in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Autorität und Herausforderungen traditionell auf die Männer konzentriert bleiben, spricht Ducloux von „<em>dem</em> <em>schmerzlichen Eindruck, dass die Frauen in Usbekistan sich selbst bekämpfen</em>“. Bezeichnend dafür ist die Stellung der Kinder, die ihren Müttern von den Schwiegermüttern „<em>weggenommen</em>“ werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Frau kann die Linie ihres Vaters nur dann verlassen und in diejenige ihres Ehemanns eintreten, wenn sie männliche Nachkommen gebiert. Ohne einen Sohn ist sie dazu verdammt, die Dienerin ihrer Schwiegermutter zu bleiben. Selbst der Tod der letzteren kann sie von diesem Schicksal nicht befreien, denn dann wird sie zur Kelin für alle (insbesondere für die Witwen ohne Kelin).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine anthropologische Analyse von Samarkand</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn das Schicksal der Kelin auch das Märchen von Aschenbrödel evozieren mag, so besteht Ducloux doch darauf, dass der Alltag in Samarkand „<em>weit entfernt ist von der Welt aus Tausendundeine Nacht</em>“, die von den Tourist:innen hier gesucht wird. Die Frauen sind der Gewalt der patriarchalen Gesellschaft schutzlos ausgeliefert. Mehrere ergreifende Passagen über das Schicksal junger Mädchen, mit denen die Anthropologin gesprochen hat, veranschaulichen das Leben fernab jeglichen Märchenglanzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jenseits der häuslichen Sphäre begegnen uns auf jeder Seite des Buchs Unterentwicklung, Armut und Entbehrung. Die Korruption, ein weiteres Erbe der Sowjetzeit, ist weit verbreitet. Die öffentlichen Dienstleistungen werden vernachlässigt und das Gesundheitssystem ist, Ducloux zufolge, desaströs. „<em>Aschenbrödel im Land der Sowjets</em>“ macht plausibel, dass das Schicksal der Frauen von Samarkand von dem sozialen Gefüge in Usbekistan nicht zu trennen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jean Monéger, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/la-vie-loin-des-contes-de-fees-des-femmes-de-samarcande/">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie in Kasachstan Comics auf der Grundlage von Legenden entstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Mar 2023 08:52:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Comic-Industrie in Kasachstan steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Sie wird jedoch Teil der Popkultur des Landes und weckt sogar das Interesse an nationalen Mythen und M&#xE4;rchen. Einer dieser Comics ist &#x201E;Mergen&#x201C;. The Steppe sprach mit den Autor:innen &#xFC;ber den Entstehungsprozess ihrer Werke und die Bedeutung von Comics f&#xFC;r die Kreativindustrie Kasachstans. Der Comic [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Comic-Industrie in Kasachstan steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Sie wird jedoch Teil der Popkultur des Landes und weckt sogar das Interesse an nationalen Mythen und Märchen. Einer dieser Comics ist „Mergen“. </strong><a href="https://the-steppe.com/lyudi/kak-v-kazahstane-sozdayut-komiksy-na-osnove-legend"><strong>The Steppe</strong></a><strong> sprach mit den Autor:innen über den Entstehungsprozess ihrer Werke und die Bedeutung von Comics für die Kreativindustrie Kasachstans.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Comic „Mergen“ basiert auf den Legenden über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baatar">Batyr</a> Esekmergen. Das Werk beginnt mit dessen Rückkehr aus dem Krieg und der Beerdigung eines Freundes. Müde von Schlachten und Kämpfen will der Protagonist anfangen, in Frieden zu leben, aber in seinem Heimatdorf tauchen mystische Kreaturen auf, denen er sich entgegenstellen wird. Im ersten Band des Comics wird Jeztyrnaq („Kupfernagel“, eine bekannte Figur der kasachischen Mythologie, Anm. d. Ü.) zur Hauptschurkin. Die Autor:innen planen, vier Bände des Comics zu erstellen. In den ersten beiden wird die Handlung um den Kampf gegen die Antagonist:innen herum aufgebaut. Im dritten und vierten Band werden dann die inneren Konflikte des Helden beleuchtet. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben uns die Freiheit genommen, die Biographie des Batyr ein wenig umzuschreiben und etwas eigenes hinzuzufügen. Aber wir haben es mit Respekt vor den Legenden und Mythen getan. Daher gibt es in den ersten Teilen nicht so viele Ergänzungen“</em>, erklärt Bek-Ata, Autor von „Mergen“.

Bei der Erstellung des Mergen-Comics fungiert Bek-Ata als Autor der Geschichten. Die Künstlerin <a href="https://www.instagram.com/magnificum9/">Magira Tleuberdina</a> wird den Comic zeichnen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der Stil des Comics</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Für eine zuverlässige Beschreibung von Esekmergen sammelten die Autor:innen Informationen über ihn aus Büchern über kasachische Batyrs und sprachen auch mit Lehrer:innen der kasachischen Literatur. <em>„Wenn man den Comic „Qaısar – Sohn des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengrismus">Tengri</a>“ einigermaßen mit </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rick_Riordan"><em>Rick Riordans</em></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Percy_Jackson"><em>&#8222;Percy Jackson&#8220;</em></a><em> vergleichen könnte, dann ähnelt die Handlung von „Mergen“ eher der von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Mandalorian"><em>&#8222;The Mandalorian&#8220;</em></a><em>: Sie richtet sich an ein erwachseneres Publikum, und der Weg des Helden ist hier schwieriger“</em>, erklärt Bek-Ata. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den Stilen von Bek-Ata und Magira Tleuberdina. Magiras Kunst ist hell und farbenfroh, während Bek-Atas Comics dunkler sind. Bek-Ata entschied sich für eine Zusammenarbeit mit Magira als Künstlerin, nachdem er ein Interview mit ihr auf The Steppe gelesen hatte. <em>„Ich mochte ihre frische Herangehensweise an das Zeichnen, und sie hat auch einen sehr angenehmen Stil, perfekt für ein Heldenepos“</em>, sagt Bek-Ata. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Magira gibt an, seit dem Erscheinen ihres Comics über Qabanbaı Batyr viel gelernt zu haben. Zum Beispiel ist ihr Zeichenstil dynamischer geworden. Daher ist er nun perfekt für einen Comic über Esekmergen: Seine Geschichte ist düster, aber Magiras Zeichnung verleiht ihm Charme und Leichtigkeit. Laut der Künstlerin war sie zu Beginn sehr besorgt über den Unterschied zwischen ihrem Stil und der Vision von Bek-Ata. Bevor Magira dem Projekt zustimmte, erstellte sie mehrere „Test“-Charaktere. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/angeschnallt-in-der-turbulenzzone-unsicherheiten-in-kasachstans-kulturvertrieb/"><strong>„Angeschnallt in der Turbulenzzone“ – Unsicherheiten in Kasachstans Kulturvertrieb </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mein erster Comic war sehr ‚ungeschickt&#8216; und spontan. Ich habe die Handlung nicht geplant, ich konnte eine Skizze erstellen säumen und während des Malens überarbeiten. Nun schickte mir Bek-Ata das Drehbuch, nach dem ich erstmal ein grobes Storyboard gemacht habe. Es dauerte ungefähr eine Woche, dann begann ich, sorgfältig über die Charaktere selbst und ihr Aussehen nachzudenken, die Neben-Charaktere und die Antagonist:innen auszuarbeiten“</em>, erklärt die Künstlerin. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„All das musste schnell gehen, denn Bek-Ata schickte mir gleich zwei Teile des Comics und ich musste ihm Konzeptzeichnungen liefern. Nach seiner Zustimmung begannen wir, die Details auszuarbeiten: Posen, Kleidung und Waffen. Esekmergen ist ein Bogenschütze, und es war mir wichtig, seine Waffen sorgfältig auszuarbeiten“</em>, so Magira weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schwierigste für Magira war das Zeichnen der Kampfszenen. Es dauerte 15 Tage, um 32 Seiten des Comics zu erstellen. Jetzt malt sie die Szenen aus. Danach geht &#8222;Mergen&#8220; an den Redakteur, der den Comic fertigstellt und alle Materialien für den Druck vorbereitet. Bei der Gestaltung der Antagonistin Jeztyrnaq ließ sich die Künstlerin von den Heldinnen aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quentin_Tarantino">Quentin Tarantinos</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kill_Bill_–_Volume_1">&#8222;Kill Bill&#8220;</a> inspirieren. In Bek-Atas Drehbuch wurden nur Jeztyrnaqs Handlungen beschrieben, also verbesserte Magira die Heldin und entschied, dass es eine starke weibliche Figur sein würde. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Herausgeben von Comics</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Autor:innen planen, den Comic sowohl in elektronischer als auch in gedruckter Form zu veröffentlichen. <em>„Wir haben dem Verlag nur die Entwürfe des Comics gezeigt und er hat zugestimmt, mit uns zusammenzuarbeiten. Das Hauptziel des Verlags ist es, den Leser:innen Informationen darüber zu vermitteln, dass es einen solchen Comic gibt“</em>, teilt Bek-Ata mit. Magira war zuvor angeboten worden, in einem Verlag den Comic über Qabanbaı Batyr zu veröffentlichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie merkte schnell, dass ihr das nicht passte. <em>„Ich denke, es ist besser, es so zu machen, wie du es selbst siehst. Und wenn etwas schief geht, weißt du, dass nur du daran schuld bist. Verlage haben ihre eigenen Regeln und Einschränkungen. Und die Entscheidung, ein Comicbuch zu veröffentlichen, trifft der Verlag. Ich habe den Weg eines Rebellen gewählt, der alles selbst macht, und das passt zu mir“</em>, erklärt sie. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Entwicklung von Kasachstans Comic-Industrie</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Man kann nicht sagen, dass sich Comics in Kasachstan überhaupt nicht auszahlen. Laut Bek-Ata führten die Macher von <a href="https://tengrinews.kz/picture_art/pochemu-komiks-kazahman-bet-rekordyi-prodajam-chto-nem-412665/#:~:text=%D0%BD%D0%B0%D0%B6%D0%BC%D0%B8%D1%82%D0%B5%20Ctrl%20%2B%20Enter-,%D0%9D%D0%BE%D0%B2%D1%8B%D0%B9%20%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9%20%D1%8E%D0%BC%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9%20%D1%8D%D0%BA%D1%88%D0%BD%2D%D0%BA%D0%BE%D0%BC%D0%B8%D0%BA%D1%81%20%D0%BE%20%D1%81%D1%83%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D1%80%D0%BE%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85MAN'%D0%B5%20%D0%B2%D1%8B%D1%88%D0%B5%D0%BB,%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%BB%D0%B6%D0%B0%D0%B5%D1%82%20%D0%BD%D0%B0%D0%B1%D0%B8%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D0%BF%D0%BE%D0%BF%D1%83%D0%BB%D1%8F%D1%80%D0%BD%D0%BE%D1%81%D1%82%D1%8C%20%D1%81%D1%80%D0%B5%D0%B4%D0%B8%20%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%86%D0%B5%D0%B2.">QazaqMAN</a> beispielsweise eine gute Marketingkampagne durch, und die Auflage des Comics belief sich auf 15.000 Exemplare. Aber es ist immer noch ziemlich schwierig, die Einstellung der Kasachstaner:innen zu Comics zu ändern. Laut Bek-Ata und Magira werden sie nicht als Kunst wahrgenommen. Deshalb wollen die Autor:innen zeigen, dass Comics ernste Themen behandeln können. Die geplante Alterskategorie von Mergen ist 16+.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Laut Bek-Ata ist staatliche Unterstützung für die Entwicklung der Comic-Industrie in Kasachstan erforderlich. In Südkorea wurde beispielsweise begonnen, in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Webtoon">Webtoons</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manhwa">Manhwa</a> zu investieren, Themenfestivals zu organisieren und Bibliotheken mit Comics aufzubauen. Man kann sagen, dass Comics zu einem nationalen Schatz geworden sind.

<em>„Unserer Meinung nach können kasachische Batyrs interessanter sein als japanische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samurai">Samurai</a>. Und bei richtiger Präsentation können sie auf der ganzen Welt populär werden. Es gibt eine Nachfrage nach Comics in Kasachstan, man muss nur diese Kultur einzuführen, und wir glauben, dass dies bereits geschieht. Es scheint uns, dass die Menschen bald erkennen werden, dass dies genauso Kunstwerke sind wie Gemälde. Außerdem sind Comics der Ursprung der Animation. Wir können sagen, dass wir den Weg für die Erstellung einheimischer Cartoons ebnen“</em>, meinen die Autor:innen.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>A</strong><strong>ıana Se</strong><strong>ıthan für The Steppe</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://the-steppe.com/lyudi/kak-v-kazahstane-sozdayut-komiksy-na-osnove-legend##"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Die ersten Russen in Tadschikistan &#8211; die Geschichte der großen Migration</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2021 09:35:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch &#x201E;Die Russen in Tadschikistan&#x201C; erschien bereits 2008 in Chudschand. Es erz&#xE4;hlt von den ersten Russen in Tadschikistan und ihrer Rolle bei der Entwicklung des tadschikischen Staates.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Buch „Die Russen in Tadschikistan“ erschien bereits 2008 in </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand"><strong>Chudschand</strong></a><strong>. Es erzählt von den ersten Russen in Tadschikistan und ihrer Rolle bei der Entwicklung des tadschikischen Staates.&nbsp;Folgender Artikel erschien im Juli 2020 im russischen </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200725/pervie-russkie-v-tadzhikistane-kniga-ob-istorii-bolshoi-migratsii"><strong>Original bei Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der ersten Russen in Tadschikistan reicht bis in die 1860er Jahre zurück. Die nördlichen Gebiete Tadschikistans wurden 1866 vom Russischen Kaiserreich annektiert –&nbsp; zur Zeit des <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%2525D0%2525A0%2525D1%252583%2525D1%252581%2525D1%252581%2525D0%2525BA%2525D0%2525BE-%2525D0%2525BA%2525D0%2525BE%2525D0%2525BA%2525D0%2525B0%2525D0%2525BD%2525D0%2525B4%2525D1%252581%2525D0%2525BA%2525D0%2525B0%2525D1%25258F_%2525D0%2525B2%2525D0%2525BE%2525D0%2525B9%2525D0%2525BD%2525D0%2525B0">Krieges zwischen Russland und dem Emirat Buchara</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%2525D0%25259C%2525D1%252583%2525D0%2525B7%2525D0%2525B0%2525D1%252584%2525D1%252584%2525D0%2525B0%2525D1%252580">Muzaffar</a>, Emir von Buchara und von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Kokand</a> und Chodschent (heute Chudschand), die russische Gesandtschaft festgenommen und sieben Monate gefangen gehalten. Dieses war nur eines von vielen historischen Ereignissen, die Russlands offensive Politik in dieser Region förderten.&nbsp;</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Der Anführer der russischen Truppen, Generalmajor D.I. Romanowskij, schickte Briefe und Flugblätter an die Zivilbevölkerung von Chodschent, um diese zu beschwichtigen und dazu aufzurufen, keinen Widerstand zu leisten. Nichtsdestotrotz empfing die Festung von Chodschent die Russen mit Schüssen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Belagerung der Festung dauerte fünf Tage, bevor es der russischen Seite gelang, Chodschent einzunehmen. Im Zuge der Angriffe wurde außerdem die Stadt Ura-Tjube (das heutige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Istarawschan">Istarawschan</a>) belagert und erobert. 1868 wurde im letzten Krieg zwischen Russland und dem Emirat Buchara <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschakent">Pendschikent</a> eingenommen und in den Kreis <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan">Serafschan</a> des Russischen Kaiserreiches eingegliedert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie die Region Ferghana entstand</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">1876 entstand auf dem Gebiet des praktisch zerfallenen und von russischer Seite annektierten Khanats Kokand die Oblast <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferghana</a>. Damals gingen die restlichen Gebiete des heutigen nördlichen Tadschikistans – <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shaydon">Schaidon</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konibodom">Kanibadam</a> – an Russland über. Folglich war das Schicksal der dortigen Bevölkerung über viele Jahre eng mit dem historischen Schicksal Russlands verbunden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/">Wie vor 100 Jahren die Bolschewiki das Emirat von Buchara und das Khanat von Xiva zerstörten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss der russischen Bevölkerung auf das Leben der Menschen in dieser Gegend und die damit verbundenen Veränderungen spielten für die Entwicklung Tadschikistans eine maßgebliche Rolle. Die aktive Migrationspolitik Ende des 19. Jahrhunderts begünstigte den Zuzug vieler Russen in den Norden Tadschikistans, vor allem in die Gegend um Chodschent. Die meisten von ihnen waren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburger_Kosakenheer">Orenburger Kosaken</a> oder stammten aus den zentralen Gebieten des Russischen Kaiserreichs.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze des heutigen südlichen Tadschikistans wurde 1873 durch ein <a href="https://iranicaonline.org/articles/anglo-russian-agreement-of-1873">Abkommen zwischen Großbritannien und dem Russischen Kaiserreich</a> festgelegt. Diese Vereinbarung regelte die Einflusssphären am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. 1895 – im Jahr, in dem der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a> an das Russische Imperium abgetreten wurde – stand schließlich die endgültige Grenze fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>General</strong> <strong>Ionow und die Russen am Pamir</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei gewann die Präsenz der Russen am Pamir schon viel früher an Bedeutung, und zwar durch zwei Feldzüge unter dem Kommando von <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%2525D0%252598%2525D0%2525BE%2525D0%2525BD%2525D0%2525BE%2525D0%2525B2,_%2525D0%25259C%2525D0%2525B8%2525D1%252585%2525D0%2525B0%2525D0%2525B8%2525D0%2525BB_%2525D0%252595%2525D1%252584%2525D1%252580%2525D0%2525B5%2525D0%2525BC%2525D0%2525BE%2525D0%2525B2%2525D0%2525B8%2525D1%252587">Michail Ionow</a>. Der General ging als Beschützer der dort ansässigen Bevölkerung vor den afghanischen Raubüberfällen in die Geschichte ein, bei denen die Gebirgsbewohner bestohlen und das Vieh vertrieben wurde. Einer dieser Überfälle, bei dem afghanische Truppen nach der Überquerung des Pandsch die Kischlaks &#8211; dir traditionellen Dörfer in Zentralasien &#8211; am rechten Flussufer einnahmen, zwang die Bewohner zur Flucht, sodass eine Entvölkerung der Dörfer drohte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/uber-den-fluss-pandsch/">Über den Fluss Pandsch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diesen Angriffen auf den Pamir ein Ende zu setzen, wurde mit der Genehmigung von St. Petersburg eine Truppe unter dem Kommando von Ionow dorthin entsandt. Die afghanischen Truppen mussten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shighnan">Schugnan</a> verlassen und die Bevölkerung kehrte in ihre Wohngebiete zurück. Noch heute verbindet man am Pamir den Namen Ionows mit der Rettung vor afghanischen Eroberungszügen.<strong>&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1895 wurden russische Grenzkontrollen zum Schutz der örtlichen Bevölkerung eingeführt. Siedlungen für russische Zivilisten gab es am Pamir aber weder vor 1917 noch zur Zeit der Sowjetunion. Es waren jedoch russische Grenzbeamte, die die Entwicklung der Gebirgsregion vorantrieben und diese nach außen hin schützten.&nbsp;</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die zentralen und südlichen Gebiete Tadschikistans betrifft, so kamen diese erst etwas später zu Russland. Sie wurden Teil der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_Buchara">Volksrepublik Buchara</a>. 1922 eroberte die Rote Armee Djuschambe (das heutige Duschanbe) im Kampf gegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Enver_Pascha">Enver Pascha</a>, den ehemaligen Oberbefehlshaber der türkischen Armee im ersten Weltkrieg. 1924 wurde die Tadschikische ASSR (Autonome Sozialistische Sowjetrepublik) gegründet und 1929 erschien auf der Karte der UdSSR die siebte Sowjetrepublik – die Tadschikische SSR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-militarischer-spielball-zwischen-weisem-haus-und-kreml/">Tadschikistan – militärischer Spielball zwischen Weißem Haus und Kreml</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst in den 20er- und 30er Jahren emigrierten immer mehr Russen nach Tadschikistan. Den Höhepunkt erreichte dieser Trend in den 60er Jahren. Zu dieser Zeit entstanden außerdem neue Städte – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Norak">Norak</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jowon">Jowon</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun</a>.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aliya Khamidullina <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200725/pervie-russkie-v-tadzhikistane-kniga-ob-istorii-bolshoi-migratsii">für Asia-Plus</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Raphaela Wiltsche</strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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