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	<title>Bedrohte Arten Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Bedrohte Arten Archives</title>
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		<title>Kasachstan: Der Taldykól-See wird fast vollständig trockengelegt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hugo Messina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 06:51:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das kasachstanische Umweltministerium hat best&#xE4;tigt, dass von den gegenw&#xE4;rtigen 600 Hektar des Taldyk&#xF3;l-Sees nur 20 erhalten werden sollen. An seiner Stelle, am Rande der Hauptstadt Nur-Sultan, wollen die Beh&#xF6;rden ein neues Wohnviertel bauen. Schlechte Nachrichten f&#xFC;r Umweltsch&#xFC;tzer:innen in Kasachstans Hauptstadt Nur-Sultan. Am 25. Oktober k&#xFC;ndigte Umweltminister Serikqali Brekeshev an, dass der See Taldyk&#xF3;l am Rande [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das kasachstanische Umweltministerium hat bestätigt, dass von den gegenwärtigen 600 Hektar des Taldykól-Sees nur 20 erhalten werden sollen. An seiner Stelle, am Rande der Hauptstadt Nur-Sultan, wollen die Behörden ein neues Wohnviertel bauen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlechte Nachrichten für Umweltschützer:innen in Kasachstans Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nur-Sultan">Nur-Sultan</a>. Am 25. Oktober kündigte Umweltminister Serikqali Brekeshev an, dass der See <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Малый_Талдыколь_(озеро,_Нур-Султан)">Taldykól</a> am Rande der Stadt trockengelegt werde, um Platz für ein neues Wohngebiet zu schaffen. Während der Pressekonferenz, die vom kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/47204-malyj-taldykol-budet-sohranen-minekologii.html">Vlast</a> übertragen wurde, versuchte der Minister zu beruhigen und erklärte, dass 20 Hektar des Sees &#8222;gerettet&#8220; werden würden. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„[Der See] trocknet auf natürliche Weise aus. Wenn dieser Prozess nicht gestoppt wird und der See nicht gespeist wird, droht ihm die vollständige Austrocknung“</em>, erklärte Brekeshev. Die vom Ministerium und der Stadtverwaltung vorgeschlagene Entwässerungsmaßnahme würde das Gebiet revitalisieren. <em>„Das verbleibende Territorium des Sees ist der größte und tiefste Teil. Der gesamte Rest des Sees wird als Erholungsgebiet organisiert“</em>, fügte der Minister hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://liter.kz/ozero-na-levom-beregu-nur-sultana-hotyat-osushhit/">Liter</a> soll das Areal unter anderem auch für den Bau von Schulen und Krankenhäusern genutzt werden. Auf den ersten Blick scheint die Initiative ein Segen für die Region zu sein, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung der Dienstleistungen in der Stadt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Ökosystem in Gefahr</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Naturschützer:innen scheint allerdings die Erhaltung von 20 Hektar nicht ausreichend zu sein. Tatsächlich hat der Taldykól heute eine Fläche von etwas mehr als 600 Hektar. Laut dem Plan der Regierung würden also lediglich 3,3 Prozent erhalten werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-trockenlegung-des-taldykol-sees-ausgesetzt/"><strong>Kasachstan: Trockenlegung des Taldykól-Sees ausgesetzt </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trockenlegung des Sees wird seit mehreren Monaten von Umweltverbänden und Aktivist:innen angeprangert. Am 19. September hatten sie Hoffnung geschöpft, als die lokalen Behörden ankündigten, die Arbeiten bis zur Klärung der Situation <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-trockenlegung-des-taldykol-sees-ausgesetzt/">auszusetzen</a>. Kaum einen Monat später ist nun aber die Entscheidung gefallen. Der Taldykól ist eine der Lungen von Kasachstans Hauptstadt, in der die Luftqualität <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/raum-zum-atmen-luftqualitaet-und-energiewende-in-kasachstan/?noredirect=de-DE">eine der schlechtesten weltweit</a> ist. Darüber hinaus zeichnet sich der See durch seine Artenvielfalt aus. Geschützte Arten wie Schwäne, Pelikane und Flamingos sind durch die Arbeiten in Gefahr. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laufende Arbeiten</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen Behörden haben bereits mit der Verfüllung eines Teils des Sees begonnen. Laut <a href="https://rus.azattyq.org/a/31508471.html">Radio Azattyq</a>, dem kasachischen Dienst von Radio Free Europe, ist auch der Bau einer Wohnanlage im Gange. Im <a href="https://liter.kz/kulginov-obeshhaet-sohranit-ozero-taldykol/">Dezember 2020</a> hatte der Bürgermeister der Stadt noch versprochen, den See nicht anzurühren. Doch das Projekt wuchs mit der Zeit. Anwohner:innen und Umweltschützer:innen gründeten die Initiative „SOS Taldykol“, um die von den Behörden durchgeführten Aktionen anzuprangern. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Ein <a href="https://www.acbk.kz/article/default/view?id=567&amp;fbclid=IwAR2zhAjNAk49cdD5PxGkgmZdQDV4fZzlaIc9eceD_SBdb-eYW7fETxbHDDE">Bericht</a> des „Kasachstanischen Verbandes zur Erhaltung der Biodiversität“ führt verschiedene Argumente für die Rettung des Sees an. So könne die Entwässerung des Sees zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels in Nur-Sultan führen. Laut dem Bericht seien mehr als 170 Tierarten gefährdet, von denen einige auf der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Liste_gefährdeter_Arten">Roten Liste der Internationalen Naturschutzunion (IUCN)</a> stehen.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Hugo Messina, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/kazakhstan-le-lac-taldykol-sera-presque-entierement-comble/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>Warum in Tadschikistan immer mehr bedrohte Tier- und Pflanzenarten verschwinden</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-in-tadschikistan-immer-mehr-bedrohte-tier-und-pflanzenarten-verschwinden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Aziz Rustamov]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2021 17:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 500 Tier- und Pflanzenarten sind in Tadschikistan bedroht. Ihr Verschwinden schreitet unaufh&#xF6;rlich voran. Die Ursachen sind vielf&#xE4;ltig, aber vor allem menschlichen Ursprungs. Als 1988 die erste Ausgabe der Roten Liste der bedrohten Arten in Tadschikistan erschien, umfasste sie 162 Tier- und 226 Pflanzenarten. In der 2015 ver&#xF6;ffentlichten, aktualisierten Fassung waren es schon 222 [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr als 500 Tier- und Pflanzenarten sind in Tadschikistan bedroht. Ihr Verschwinden schreitet unaufhörlich voran. Die Ursachen sind vielfältig, aber vor allem menschlichen Ursprungs.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1988 die erste Ausgabe der <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D1%80%D0%B0%D1%81%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BA%D0%BD%D0%B8%D0%B3%D0%B0_%D0%A2%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0">Roten Liste der bedrohten Arten in Tadschikistan</a> erschien, umfasste sie 162 Tier- und 226 Pflanzenarten. In der 2015 veröffentlichten, aktualisierten Fassung waren es schon 222 Tier- und 267 Pflanzenarten. Um diese bedrohten Arten zu erhalten und zu vermehren, ergreifen die Behörden verschiedene Maßnahmen. So werden zum Beispiel <a href="http://www.adlia.tj/show_doc.fwx?Rgn=8413">Verordnungen</a> zu ihrem Schutz verabschiedet und auch praktische Maßnahmen unternommen, indem Wilderei und illegale Beweidung bekämpft und Lebensräume von bedrohten Tieren und Pflanzen erhalten werden. Dennoch scheint der Prozess des Verschwindens von Arten unumkehrbar. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Staatsgebiet Tadschikistans umfasst eine Gesamtfläche von <a href="https://odkb-csto.org/countries/tadzhikistan/">142.970 km²</a>, von denen 93 Prozent aus Gebirge bestehen. Laut Angaben des russischen Auslandsmediums <a href="https://tj.sputniknews.ru/20190123/selskoe-khozyaystvo-tajikistan-zemlya-1028009288.html">Sputnik</a> betrug 1991, im Jahr der Unabhängigkeit, die für die Landwirtschaft zugeteilte Fläche 4,2 Millionen Hektar. Davon waren 0,8 Millionen Hektar Ackerland, die restlichen 3,2 Millionen Hektar Weideland. Seitdem ist die Ackerfläche um ein Viertel zurückgegangen, weite Teile wurden Bauland für Wohngebäude und Industrieanlagen. In etlichen Regionen kommt hinzu, dass übermäßiger Einsatz von chemischen Mineraldüngern und Pestiziden den Boden nachhaltig geschädigt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/unwirksame-pestizide-bereiten-tadschikischen-bauern-kopfzerbrechen/"><strong>Unwirksame Pestizide bereiten tadschikischen Bauern Kopfzerbrechen </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Obwohl das verbliebene Ackerland noch nicht einmal für die einheimische Landwirtschaft reicht, wurden im Süden des Landes, insbesondere in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Provinz Chatlon</a>, auf Beschluss der Behörden mehr als 18.000 Hektar Land für einen Zeitraum von 49 Jahren an chinesische Agrarbetriebe verpachtet. Parallel dazu <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20210329/rozhdaemost-vsyo-vishe-zemli-vsyo-menshe">wächst die Bevölkerung</a> des Landes: Während es 1989 noch 5,15 Millionen Tadschik:innen gab, so waren es am 1. Januar 2021 bereits 9,5 Millionen. Infolgedessen wachsen Städte und Gemeinden auf Kosten von unberührtem Bergland und Wüsten &#8211; dem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der Mensch schädigt das Ökosystem</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Trotz der fast ein Jahrhundert währenden unzureichenden Beachtung des Ökosystems sind die Flora und Fauna Tadschikistans reich und vielfältig. Gemäß den <a href="https://livingasia.online/2017/08/29/red_data_list_tajikistan/">neuesten Daten</a> leben in Tadschikistan mehr als 13.000 Tierarten. Hinzu kommen etwa 5.000 Pflanzenarten. Dies ist der natürliche Reichtum des Landes. Der Lebensraum von 80 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten befindet sich in Bergregionen, doch auch mehr als 70 Prozent der menschlichen Bevölkerung leben in ländlichen und bergigen Gebieten. Da das ökologische Bewusstsein bei der Mehrheit der Bevölkerung gering ist, begann sie die Ressourcen der Berggebiete zunehmend zu erschließen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-rund-500-tier-und-pflanzenarten-bedroht/"><strong>Tadschikistan: Rund 500 Tier- und Pflanzenarten bedroht </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Einfluss des Menschen degradiert das Ökosystem in Tadschikistan. Seltene Tier- und Pflanzenarten werden Opfer mutwilliger Zerstörung. Zum Beispiel wird jedes Jahr im Frühling und Sommer entlang der Fernstraßen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahdat">Wachdat</a> – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> wilder Rhabarber zum Verkauf angeboten –  eine seltene Pflanze, die in die Rote Liste Tadschikistans aufgenommen wurde. Obwohl 2017 verordnet wurde, dass das Pflücken wilden Rhabarbers eine <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/food/20190330/kislyachka-po-litsenzii-pochemu-v-tadzhikistane-takoi-dorogoi-rozovii-reven">besondere Lizenz erfordert</a>, gehen dennoch ganze Familien in die Berge, um diese Pflanze zu pflücken und dann entlang der Straßen oder auf Wochenmärkten zu verkaufen. Das Gleiche geschieht mit anderen bedrohten Kräutern. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Weidewirtschaft als Problem</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Sadriddin Abdurachimow, Mineraloge an der Staatlichen Universität Chudschand, ist überzeugt, dass das unregulierte Weiden von Rindern erheblichen Schaden in der Pflanzenwelt anrichtet. So werden alle Arten von Pflanzen niedergetrampelt, ohne dass sie Zeit hätten, zu reifen und zu samen. Die Beweidung beeinträchtigt auch den Lebensraum von Bären, Schneeleoparden oder Rebhühnern. Das Rebhuhn legt beispielsweise Eier in am Boden liegende Nester, die vom Vieh zertrampelt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Anfang der 70er Jahren wurden Angoraziegen aus dem fernen Australien nach Tadschikistan gebracht, um gute Wolle zu bekommen. Sie fressen gnadenlos alle Gräser und Pflanzen mit ihren Wurzeln. Daher zerstörten sie in kurzer Zeit Dutzende seltene Pflanzenarten. Wissenschaftler haben vorgeschlagen, spezielle Weiden für sie zu schaffen und sie von anderem Vieh getrennt zu halten. Es ist notwendig, die Weideflächen zu erweitern“</em>, erklärt Abdurachimow. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nicht-genug-gras-fuer-alle-in-tadschikistan-soll-der-viehbestand-reduziert-werden/"><strong>Nicht genug Gras für alle – In Tadschikistan soll der Viehbestand reduziert werden </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Komildschon Ibrohimow, Leiter des der Weiderückgewinnungs-Trust in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a>, gab es zum 1. Januar 2021 in der Region 784.110 Hektar Weideland, auf dem etwa 1,5 Millionen Tiere gehalten werden. Das sind 100.487 Hektar weniger als im Jahr 2018. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Nach den anerkannten Regeln dürfen 4 bis 6 Nutztiere auf einem Quadratkilometer Weideland grasen. Diese Regel wird aber nicht befolgt. Folglich fressen Tiere alles samt Wurzeln ab. Im nächsten Jahr wachsen an diesen Orten keine Pflanzen mehr, darunter seltene Arten, die in der Roten Liste aufgeführt sind. Um sie vor dem Aussterben zu schützen, muss ihr Lebensraum geschützt werden. Schließlich frisst das Vieh alles. Vor allem die Tulpe, die sehr lecker ist. Außerdem wissen die Hirten selbst nicht, wo seltene Pflanzen wachsen“</em>, meint Ibrohimow. </p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="591" height="443" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/herde.jpg" alt="" class="wp-image-28007" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/herde.jpg 591w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/herde-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 591px) 100vw, 591px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">

In Tadschikistan werden <a href="http://avesta.tj/2018/09/20/bolee-8-mln-golov-krupnogo-i-melkogo-skota-podschitali-v-tadzhikistane/">laut inoffiziellen Angaben</a> etwa 8 Millionen Nutztiere gehalten, davon mehr als 2,3 Millionen Rinder und 5,7 Millionen Schafe und Ziegen. Laut der <a href="https://www.fao.org/europe/news/detail-news/ru/c/882118/">Ernährungs- und Landwirtschaftsorgaisation der Vereinten Nationen (FAO)</a> beträgt die Gesamtfläche der Weiden im Land 3,8 Millionen Hektar Land.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Legale und illegale Jagd</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Verschwinden bestimmter Tierarten setzte bereits in den frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein, als die Entwicklung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a>-Tals vorangetrieben wurde. Vor etwa 70 Jahren zog sich der mittlerweile ausgestorbene <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspischer_Tiger">Kaspische Tiger</a> aus dem Naturreservat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tigrowaja-Balka-Naturreservat">Tigrowaja Balka</a> ins nahe Afghanistan zurück. Den Höhepunkt erreichte die Ausrottung von Wildtieren in den südlichen Regionen des Landes mit dem <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-unvergessliche-horror-des-burgerkriegs/">Bürgerkrieg 1992-1997</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In Tadschikistan begann der Bürgerkrieg und die Situation im Naturreservat Tigrowaja Balka geriet praktisch außer Kontrolle. Die Ausrottung seltener Tierarten war an der Tagesordnung. Bis Mitte der 1990er Jahre ging beispielsweise die Zahl der Hirsche und Gazellen im Reservat um das Sieben- bis Achtfache zurück“</em>, sagt der Umweltexperte Dschamsched Kadyrow. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/rueckkehr-tiger-am-balqash-see/"><strong>Wie am Balqash-See die Rückkehr des Tigers vorbereitet wird </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Gründe für das Verschwinden seltener Tierarten ist Wilderei, aber auch legale Jagd gehört dazu. So weist das Umweltschutzkomitee der tadschikischen Regierung jährlich eine <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/bedrohte-tiere-retten-tadschikischen-staatshaushalt/">bestimmte Quote</a> für die Jagd auf gefährdete Arten wie das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Argali">Riesenwildschaf</a>, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schraubenziege">Schraubenziege</a>, das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urial">Steppenschaf</a> und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Braunb%C3%A4r">Braunbären</a> zu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten der Lizenzen hängen von der Tierart ab. So kostet der Abschuss eines Riesenwildschafs 5.000 US-Dollar und einer Schraubenziege 3.000 US-Dollar. Für ein Steppenschaf müssen 2.800 US-Dollar entrichtet werden und für einen Braunbären 1.000 US-Dollar. Obwohl auf diesen Weg jedes Jahr ein beträchtlicher Betrag in die Staatskasse gespült wird, lehnen insbesondere Naturfreund:innen diese „legale&#8220; Bezahljagd ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-die-heimat-zehn-aussergewoehnlicher-tiere/"><strong>Tadschikistan – Die Heimat zehn außergewöhnlicher Tiere </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund für das Verschwinden bedrohter Tiere ist die traditionelle Medizin. Zum Beispiel werden Blindschlangen von Volksheiler:innen als Mittel gegen Krebs verwendet und in einigen Ritualen eingesetzt. Oft wird aus ihnen eine Abkochung zubereitet. Sie werden illegal gejagt und anschließend entlang der Fernstraße Chudschand – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Istarawschan">Istarawschan</a> oder auf dem Zentralmarkt von Chudschand verkauft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Levanteotter">Levanteotter</a>, die ebenfalls auf der Roten Liste des Landes steht, wird im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tursunzoda_District">Bezirk Tursunsoda</a> im Westen Tadschikistans wegen ihrer Zähne gnadenlos gejagt. Das Fett von Murmeltieren ist als Heilmittel gegen Tuberkulose beliebt, das Fleisch von Stachelschweinen wird zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Ein Geierkadaver kann als Heilmittel gegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osteochondrose">Osteochondrose</a> verwendet werden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Bedingungen für die Wiederansiedlung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Sanginboj Kurbonow ist ehemaliger Abteilungsleiter für Umweltschutz in der Provinz Sughd. Er berichtet, dass es&nbsp; dem agroindustriellen Verband „Temurmalik“ im Jahre 1991 gestattet wurde, den Flachwasserteil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kairakkum-Stausee">Kairakkum-Stausees</a> am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> auf einer Fläche von 2400 Hektar zu bewirtschaften. Um die Flora und Fauna der Auen und die Bedingungen für das Laichen von Fischen zu erhalten, wurde jedoch festgelegt, eine weitere Erschließung des verbleibenden Flachwasserteils im Stausee nicht ohne Abstimmung mit dem Ausschuss für Naturschutz zuzulassen.

</p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-28008 size-full"><img decoding="async" width="1200" height="900" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee.jpg" alt="" class="wp-image-28008" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/Kairakkum-Stausee-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Kairakkum-Stausee in Ferganatal</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Um den Verlust der Fischbestände im Stausee zu verhindern, wurde „Temurmalik“ beauftragt, Teiche zur Zucht von Jungfischen anzulegen, die dann im See ausgesetzt werden sollten. Außerdem musste „Temurmalik&#8220; Umweltmaßnahmen ergreifen, um die Schäden an Flora und Fauna im ausgewiesenen Gebiet zu kompensieren. Keine dieser Anforderungen wurde jemals erfüllt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen sind im Kairakkum-Stausee die natürlichen Laichgründe der Fische deutlich zurückgegangen. Die Fische zogen sich in den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a>, einen der Quellflüsse des Syrdarja, sowie in den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Stausee</a> zurück. Heute sind von 15 Fischarten, die zuvor im Kairakkum-Stausee lebten, nur noch fünf oder sechs erhalten. <em>„Sie werden nicht zurückkehren, da für sie natürliche Lebensräume geschaffen wurden“</em>, schließt Kurbonow. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/leben-mit-dem-fluss-der-naryn-in-kirgistan/"><strong>Leben mit dem Fluss: Der Naryn in Kirgistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Umweltjournalisten Kamar Ahror (Name geändert) sind viele der ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten endemisch, sie kommen also nur in einem relativ begrenzten Gebiet vor. Um ihre Populationen wiederherzustellen, müssen daher die notwendigen Bedingungen für ihre Wiederansiedlung und Vermehrung geschaffen werden. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Um gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu retten, ist es notwendig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, die Anzahl der Schutzgebiete zu erhöhen, die Verschmutzung der Natur zu verhindern und das ökologische Bewusstsein der Bevölkerung zu erweitern. Nur in einem solchen integrierten Ansatz ist es möglich, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu retten. Der Erhalt der biologischen Vielfalt sichert die Harmonie des Menschen mit allen Arten von Lebewesen. Die Verletzung dieser Harmonie, das Ungleichgewicht des Ökosystems, hat katastrophale Folgen sowohl für den Menschen als auch für die Pflanzen- und Tierwelt“</em>, fasst der Umweltjournalist zusammen.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aziz Rustamov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kasachstan: 350 bedrohte Saiga-Antilopen durch Blitzschlag getötet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Léonard Dillies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2021 22:03:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan sind am 14. Mai die Leichen von 350 Saiga-Antilopen gefunden worden. Die Tiere sollen vom Blitz getroffen worden sein. Das Ereignis ist umso tragischer, da die Art vom Aussterben bedroht ist. Es ist eine Trag&#xF6;die f&#xFC;r die Erhaltung der zentralasiatischen Fauna. Am 14. Mai meldete die Agence France Presse (AFP) den Tod von [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan sind am 14. Mai die Leichen von 350 Saiga-Antilopen gefunden worden. Die Tiere sollen vom Blitz getroffen worden sein. Das Ereignis ist umso tragischer, da die Art vom Aussterben bedroht ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Tragödie für die Erhaltung der zentralasiatischen Fauna. Am 14. Mai meldete die <a href="https://www.france24.com/en/live-news/20210514-kazakhstan-says-350-rare-antelopes-killed-by-lightning">Agence France Presse (AFP)</a> den Tod von rund 350 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga-Antilopen</a>. Kasachstan hatte dies am selben Tag bekanntgegeben, nachdem DorfbewohnerInnen die Tierleichen in der Steppe im Westen des Landes gefunden hatten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Huftiere wurden wahrscheinlich durch einen Blitz getötet. Das kasachstanische Umweltministerium unterstützte diese These in einer Erklärung. „<em>Es gibt Spuren von Blitzeinschlägen an den Kadavern</em>“, sei laut AFP dort zu lesen. Die Erklärung wurde jedoch nicht auf der Seite des Ministeriums veröffentlicht.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine äußerst bedrohte Art</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unglücksfall trat während der Paarungszeit der Saigas ein. Die Art ist für ihre charakteristische Schnauze bekannt, die wie ein kurzer Rüssel aussieht. Saigas sind vom Aussterben bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) verwendet eine <a href="https://www.iucnredlist.org/">Rote Liste</a> als wissenschaftlichen Maßstab für gefährdete Wildtiere. In dieser Liste wird die Saiga-Antilope als eine von fünf vom Aussterben bedrohten Antilopenarten mit einer Population von nur rund 124.000 Ausgewachsenen Tieren <a href="https://www.iucnredlist.org/species/19832/50194357">geführt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-hunderte-kaspische-robben-tot-an-land-geschwemmt/">Turkmenistan: Hunderte Kaspische Robben tot an Land geschwemmt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Saiga-Antilopen leben hauptsächlich auf dem Territorium Kasachstans. In der Mongolei und in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmückien">Republik Kalmückien</a> im Westen Russlands gibt es auch Populationen, die aber deutlich kleiner sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2015 <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-mysterise-tierseuche-bedroht-saiga-antilopen/">starben</a> infolge einer Epidemie rund 200.000 dieser Antilopen – damals weit über die Hälfte der weltweiten Population. Nach dieser Tragödie stellten WissenschaftlerInnen fest, dass sich Nasenbakterien unter ungewöhnlich heißen und feuchten Bedingungen ausgebreitet hatten.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Bedroht durch Wilderei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptgrund, warum Saiga-Antilopen als gefährdete Art gelten, liegt in der Wilderei. Die Tiere werden <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/">aufgrund ihrer Hörner gejagt</a>, die insbesondere in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden. Laut einer Zählung im Jahr 2019 wurden acht Tonnen Hörner pro Jahr verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jagd auf Saigas führte am 23. Juli 2019 auch zum Tod eines Rangers, der von Wilderern erschossen worden war [<a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-un-second-defenseur-des-antilopes-saigas-tue-par-des-braconniers/">fr</a>/<a href="https://tengrinews.kz/crime/brakoneryi-obstrelyali-inspektorov-v-akmolinskoy-oblasti-374608/">ru</a>]. Wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/poryadochnyiy-nepodkupnyiy-rasskazyivayut-rodnyie-pogibshem-361583/">Tengrinews</a> berichtete, ereignete sich im Januar desselben Jahres ein ähnlicher Mord. Laut dem <a href="/Users/robin/AppData/Local/Temp/Kazakhstan%20Wants%20to%20Toughen%20up%20Punishment%20for%20Poaching.pdf">Central Asian Bureau for Analytic Reporting (CABAR)</a> schwor Kasachstans Staatsführung nach diesen Ereignissen, entschieden gegen die Wilderei vorzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a><strong> </strong></a><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/">Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jagd aufgrund ihrer Hörner ist aber nicht die einzige Bedrohung für das Überleben der Saigas. Bauern im Nordwesten des Landes werfen den Tieren vor, sie würden Weizenfelder schädigen, und rechtfertigen die Jagd auf sie trotz des Status als gefährdete Art [<a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-le-saiga-accuse-de-menacer-les-cultures-de-ble/">fr</a>/<a href="https://www.youtube.com/watch?v=gccPd-qwR9c&amp;list=PLn2OyECVOtB_d3T93f5r4dbStY6JRkV0C&amp;index=12">ru</a>].</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Verheißungsvolle Beobachtungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund ihrer Verwundbarkeit werden die Saiga-Populationen besonders stark überwacht und die Zahl der Exemplare regelmäßig erfasst. In Usbekistan konnte am 11. Februar 2020 erstmals seit fünf Jahren eine Gruppe von 35 Saigas beobachtet werden [<a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/des-saigas-observes-en-ouzbekistan-une-lueur-despoir-pour-une-espece-menacee-dextinction/">fr</a>/<a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/02/11/saiga/">ru</a>], was Hoffnung auf das Überleben der Art macht.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand von Luftaufnahmen aus dem Jahr 2019 schätzte Kasachstan seine Saigas-Bevölkerung auf mehr als 330.000 Tiere. Die Zählung der Bestände wurde am 15. April wieder aufgenommen, wie die <a href="http://www.acbk.kz/article/default/view?id=540">Vereinigung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt Kasachstans</a> mitteilte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Léonard Dillies, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/kazakhstan-350-saiga-morts-frappes-par-la-foudre/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Tadschikistan &#8211; Die Heimat zehn außergewöhnlicher Tiere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 07:52:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tadschikistan ist die Heimat vieler bedrohter Tierarten. Anl&#xE4;sslich des Geburtstags des World Wide Fund for Nature (WWF) am 11. September stellt Asia Plus zehn von ihnen vor. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Am 11. September feiert der World Wide Fund for Nature (WWF) seinen Geburtstag. Er stellt die weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Nichtregierungsorganisation [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tadschikistan ist die Heimat vieler bedrohter Tierarten. Anlässlich des Geburtstags des World Wide Fund for Nature (WWF) am 11. September stellt </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200911/gde-obitayut-10-neobiknovennih-zhivotnih-tadzhikistana?tg_rhash=4ad06923c19fc6"><strong>Asia Plus</strong></a><strong> zehn von ihnen vor. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. September feiert der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/WWF">World Wide Fund for Nature (WWF)</a> seinen Geburtstag. Er stellt die weltweit größte Nichtregierungsorganisation für Naturschutz dar, die sich um die Lösung aktueller Umweltprobleme in allen Ecken der Welt bemüht. Mit seiner Tätigkeit in über 100 Ländern vereint der Fond über fünf Millionen Unterstützer auf der ganzen Welt und fördert circa 1300 Naturschutzprojekte auf der ganzen Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan stellt das Rote Buch – die russische Bezeichnung für die Rote Liste – die Grundlage zum Schutz seltener und vom Aussterben bedrohter Tierarten dar. Darin finden sich 222 Tierarten, die sich auf folgende Gruppen aufteilen: 43 Vogel-, 44 Säugetier-, 31 Reptilien-, 14 Fisch-, 81 Insekten- und 9 Weichtierarten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Daten des Fünften Nationalen Berichts zur Artenvielfalt zufolge haben sich die Bestände von Tieren wie dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bucharahirsch">Bucharahirsch</a>, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sikahirsch">Sikahirsch</a>, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kropfgazelle">Kropfgazelle</a>, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wildziege">Wildziege</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nutria">Sumpfbiber</a> im Vergleich zum Jahr 1991 stark verringert. Dasselbe gilt für Vögel wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rebhuhn">Rebhuhn</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wanderfalke">Wanderfalke</a>, Storch und andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sind in Tadschikistan über 13.000 Arten von Wirbellosen, 49 Fisch-, 2 Amphibien-, 44 Reptilien-, 346 Vögel- und 84 Säugetierarten heimisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/rueckkehr-tiger-am-balqash-see/"><strong>Wie am Balqash-See die Rückkehr des Tigers vorbereitet wird </strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von besonderem Interesse für die Wissenschaft und von großer Bedeutung für den Artenschutz sind die endemischen Tiere. Diese Bezeichnung bedeutet, dass die Tiere nur in einem bestimmten, begrenzten Gebiet vorkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Folgenden zehn außergewöhnlichen Säugetieren der tadschikischen Fauna möchten wir hier unsere Aufmerksamkeit schenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;<strong>Die Bucharische Waldspitzmaus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses kleine Tier mit einer Länge von 5-6 cm gehört zur Familie der Spitzmäuse und ist im Pamir-Alai-Gebirgssystem auf tadschikischem, kirgisischem und teilweise auch auf usbekischem Staatsgebiet endemisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bucharische Waldspitzmaus bewohnt Hochgebirgslagen der Darwas-Kette und der Peter-I.-Kette sowie des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alaigebirge">Alaigebirges</a> und der nordwestlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a>-Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sieben-zentralasiatische-wildtierarten-die-unseren-schutz-benoetigen/">Sieben zentralasiatische Wildtierarten, die unseren Schutz benötigen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben dieses Tiers ist wenig erforscht. Es lebt in Birken-, Pappel- oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadebaum">Sadebaumwäldern</a> auf Berghängen in einer Höhe von 2000-3000 Metern über dem Meeresspiegel. Es bevorzugt feuchte Standorte mit einer dicht ausgeprägten Rasendecke und ernährt sich von unterschiedlichen Insekten, ihren Larven oder auch Spinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Menzbiers Murmeltier</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Menzbiers_Murmeltier">Menzbiers Murmeltier</a> ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen. Das Verbreitungsgebiet ist ungewöhnlich klein und umfasst nur den Westen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tienschan-Gebirges</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="725" height="1001" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/1987_CPA_5828.jpg" alt="" class="wp-image-25184" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/1987_CPA_5828.jpg 725w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/1987_CPA_5828-217x300.jpg 217w" sizes="(max-width: 725px) 100vw, 725px" /><figcaption>Eine sowjetische Briefmarke zeigt Menzbiers Murmeltier</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Körperlänge von 40-45 cm und einem durchschnittlichen Gewicht von 2,5 Kilogramm ist diese Art die kleinste aller Murmeltiere. Die Tiere siedeln auf steilen Hängen, die eine dichte und gut ausgebildete Rasendecke haben. Den Sonnenaufgang begrüßen sie mit ihren Pfiffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Fleisch ist genießbar, weswegen die Tiere in den Bergregionen Zentralasiens von wirtschaftlicher Bedeutung sind. In Tadschikistan wurde Menzbiers Murmeltier zum ersten Mal 1960 im östlichen Teil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quramagebirge">Quramagebirges</a>, an der Grenze zwischen Tadschikistan und Usbekistan, entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Pfeifhase</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifhasen">Pfeifhase</a> gehört zu den hasenartigen Tieren, hat aber kleine Ohren. Er ist im Pamir auf einer Höhe bis zu 4800 Metern beheimatet. Die oberste Grenze seiner Verbreitung wird weder durch Gletscher oder Schneefelder noch durch die absolute Höhe der Orte gezogen, sondern durch das Vorhandensein von Geröllhalden und Vegetation.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/31279937346_5b0dffc1cc_c.jpg" alt="" class="wp-image-25183" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/31279937346_5b0dffc1cc_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/31279937346_5b0dffc1cc_c-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/01/31279937346_5b0dffc1cc_c-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Pfeifhase</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiere ernähren sich von grünen Pflanzenteilen und Blüten; im Herbst von Nadeln, Moosen und Flechten, die zusammen mit Baumrinde die Hauptnahrung im Winter darstellen. Im Gegensatz zu anderen Arten legen diese Tiere keinen nennenswerten Vorrat aus Heu für den Winter an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Bucharahirsch</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bucharahirsch ist das größte paarhufige Säugetier in Tadschikistan, Böcke können ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm erreichen. Heute ist das Tier vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/8097437114_054ffcb4fe_c.jpg" alt="Bucharahirsch" class="wp-image-16494" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/8097437114_054ffcb4fe_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/8097437114_054ffcb4fe_c-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/8097437114_054ffcb4fe_c-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/8097437114_054ffcb4fe_c-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Bucharahirsch</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Natürliche Bestände des Bucharahirschs gibt es im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tigrowaja-Balka-Naturreservat">Tigrowaja-Balka-Naturreservat</a> sowie in den Gebieten der sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tugai">Tugai</a>, einer für Zentralasien typischen Auenlandschaft, am rechten Ufer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pjandsch</a> an der Grenze zu Afghanistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-der-bucharahirsch-kehrt-an-den-balchaschsee-zurueck/">Kasachstan: Der Bucharahirsch kehrt an den Balqash-See zurück</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wiederangesiedelte Population des Bucharahirschs konnte sich im Zarafshon-Reservat und in den Wäldern des Sari-Chosor-Naturparks etablieren. Zum Schutz dieser Art wird versucht eine optimale Anzahl des Bestands wiederherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Schraubenziege (Markhor)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Tier ist ebenso vom Aussterben bedroht und aus diesem Grund in der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (<a href="https://www.iucn.org/">IUCN</a>) erfasst. Die größten Herden dieser Art leben entlang der Grenze zu Afghanistan auf den südwestlichen Ausläufern der Darwaskette sowie den südlichen Ausläufern des Chasratischoch-Gebirges.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/36186932513_a6495a92e6_c.jpg" alt="Schraubenziegen" class="wp-image-16493" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/36186932513_a6495a92e6_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/36186932513_a6495a92e6_c-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/36186932513_a6495a92e6_c-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/36186932513_a6495a92e6_c-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Schraubenziegen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als heutiges Verbreitungsgebiet der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schraubenziege">Schraubenziege</a> ist ein schmaler Streifen mit einer maximalen Länge von 80 Kilometern und einer Breite von 5-25 Kilometern übriggeblieben. Aufgrund von Wilderei zu Beginn der 80er Jahre ist die Tierpopulation aus ihrem über 30.000 Hektar großen Lebensraum im Sarsarak-Gebirge verschwunden. Im Daschtidschum-Reservat beträgt die Anzahl von Schraubenziegen zurzeit 120-130 Tiere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiere werden bis zu 1,70 Meter lang, haben eine Schulterhöhe von 90 cm und wiegen bis zu 90 Kilogramm. Die Hörner der Böcke können bis zu 1,50 Meter lang sein, während die weiblichen Tiere kurze Hörner mit einer Länge von 20-30 cm haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Schneeleopard (Irbis)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Statistiken von Umweltschutzorganisationen wird der aktuelle Bestand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeleopard">Schneeleoparden</a> auf 3000-7000 wildlebende Tiere geschätzt. Tadschikische Wissenschaftler erklären, dass die Anzahl der Tiere auf tadschikischem Lebensraum zurzeit 260 Exemplare beträgt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/snow-leopard-leopard-panthera-uncia-cat-zoo-1.jpg" alt="Schneeleopard" class="wp-image-16499" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/snow-leopard-leopard-panthera-uncia-cat-zoo-1.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/snow-leopard-leopard-panthera-uncia-cat-zoo-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/snow-leopard-leopard-panthera-uncia-cat-zoo-1-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/snow-leopard-leopard-panthera-uncia-cat-zoo-1-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Schneeleopard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Von allen zentralasiatischen Ländern kommt der Irbis in Tadschikistan am häufigsten vor. Er ist nicht nur in der tadschikischen, sondern auch in der internationalen Roten Liste erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Isabellbär</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lebensraum des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isabellb%C3%A4r">Isabellbären</a> ist vielerorts in den Bergen Zentralasiens. Heutzutage ist der Bär aber in den meisten Gebieten nur mehr selten zu finden, aus manchen ist er ganz verschwunden. Schon zu Zeiten der Sowjetunion wurde der Bär in die Rote Liste aufgenommen. Heute befindet er sich in den Roten Listen aller Länder Zentralasiens. In Tadschikistan ist die Jagd auf den Bären strengstens verboten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/Himalayan_Brown_Bear_With_Cubs.jpg" alt="Isabellbär" class="wp-image-16495" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/Himalayan_Brown_Bear_With_Cubs.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/Himalayan_Brown_Bear_With_Cubs-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/Himalayan_Brown_Bear_With_Cubs-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Isabellbär mit Jungen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut unterschiedlicher Quellen beträgt die Anzahl der Tiere zurzeit über 1000.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kropfgazelle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kropfgazelle bewohnt Halbwüsten mit hartem Untergrund sowie Ebenen im Vorgebirge und Flachgebirge (400-800 Meter über dem Meeresspiegel). Sie ist sowohl in Tadschikistan als auch in den anderen Ländern Zentralasiens beheimatet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/32267327642_9cf5a2f46e_c.jpg" alt="Kropfgazelle" class="wp-image-16496" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/32267327642_9cf5a2f46e_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/32267327642_9cf5a2f46e_c-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/32267327642_9cf5a2f46e_c-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/32267327642_9cf5a2f46e_c-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Kropfgazelle</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiere sind sehr vulnerabel. In der Natur leben sie bis zu sieben Jahre, in Zoos können sie ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen. Aufgrund ihres guten Fleisches wurden Kropfgazellen gejagt.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 90er Jahre betrug die Anzahl der Tiere in Tadschikistan 100-150. Als Resultat von Wilderei und Zerstörung des Lebensraums der Kropfgazelle, ist diese nun in Gefahr und steht in der Roten Liste Tadschikistans sowie der <a href="https://www.iucn.org/">IUCN</a> als vom Aussterben bedrohte Art. Zum heutigen Zeitpunkt sind in Tadschikistan nicht mehr als 70 Exemplare der Kropfgazelle bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Urial</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von globaler Bedeutung ist der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urial">Urial</a>, ein Wildschaf, dessen Verbreitungsgebiet sich über ganz Zentralasien, Pakistan, Iran und Indien erstreckt. Die Tiere leben auf steilen Hängen auf einer Höhe von 6.000 m über dem Meeresspiegel.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/37782448431_98e945f0bc_c.jpg" alt="" class="wp-image-16497" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/37782448431_98e945f0bc_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/37782448431_98e945f0bc_c-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/37782448431_98e945f0bc_c-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/37782448431_98e945f0bc_c-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Der Urial gehört zu den bedrohten Arten</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso wie die Kropfgazelle fielen sie der Jagdindustrie zum Opfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Riesenwildschaf (Argali)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Argali">Riesenwildschaf</a> oder auch Argali gehört zu den Huftieren im tadschikischen Hochgebirge. Das Wachsen der Bestände hat zum Schutz anderer Wildtiere – wie beispielsweise dem Schneeleoparden – beigetragen, da Argalis für diesen eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/47279825091_b32d8993c1_c.jpg" alt="Argali" class="wp-image-16498" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/47279825091_b32d8993c1_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/47279825091_b32d8993c1_c-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/47279825091_b32d8993c1_c-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/47279825091_b32d8993c1_c-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Riesenwildschaf</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den neuesten Zählungen (Stand 2018) beträgt der Bestand des Argali 27.000 Exemplare: ein positiver Faktor für die Entwicklung des Ökotourismus.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200911/gde-obitayut-10-neobiknovennih-zhivotnih-tadzhikistana?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Asia-Plus</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Gisela Zeindlinger</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Tadschikistan: Rund 500 Tier- und Pflanzenarten bedroht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2019 07:51:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tadschikistan k&#xF6;nnte mehr als 250 Tierarten und circa 230 Pflanzenarten verlieren. Ursache f&#xFC;r das massenhafte Aussterben ist der Mensch. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Asia-Plus. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Mehr als 250 Tierarten sowie ungef&#xE4;hr 230 Pflanzenarten drohen in Tadschikistan aufgrund des menschlichen Einflusses zu verschwinden. Dies erkl&#xE4;rten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Tadschikistan könnte mehr als 250 Tierarten und circa 230 Pflanzenarten verlieren. Ursache für das massenhafte Aussterben ist der Mensch. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/society/20190422/tadzhikistan-mozhet-poteryat-bolee-250-vidov-zhivotnih-i-230-vidov-rastenii"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mehr als 250 Tierarten sowie ungefähr 230 Pflanzenarten drohen in Tadschikistan aufgrund des menschlichen Einflusses zu verschwinden. Dies erklärten anlässlich des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Erde">Internationalen Tages der Erde</a> VertreterInnen der Naturschutzorganisation „Kleine Erde“. Laut der Organisation gibt es im Land mehr als 13.000 Tierarten und ungefähr 5.000 Pflanzenarten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vereintes Handeln notwendig</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Timur Idrisow, ein Berater aus den Reihen von „Kleine Erde“, erklärt, dass derzeit ein massenhaftes Artensterben vonstatten gehe, dessen Gründe nicht von der Natur, sondern durch das Handeln des Menschen verursacht seien<em>. „Dies ist das schnellste Aussterben von Arten in den letzten 60 Millionen Jahren“</em>, sagt der Spezialist. Als Ursachen nennt Idrisow die Vernichtung von Lebensräumen, Wilderei und illegalen Handel, unbeständige Landwirtschaft, Umweltverschmutzung und Klimawandel.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Wenn wir nicht anfangen Maßnahmen zu ergreifen, welche dem Ausmaß und der Dringlichkeit des Problems entsprechen, kann das Artensterben zum dauerhaften Erbe des Menschen werden. […] Um die bedrohten Arten zu retten, müssen wir – Verbraucher, Pädagogen, geistliche Führer, Wissenschaftler, Politiker, Geschäftsleute, Bürgerrechtsaktivisten – mit vereinten Kräften zusammenarbeiten. Korallenriffs, Elefanten, Giraffen, Wale, Tiger  und selbst die gewöhnliche Biene bedürfen unseres Schutzes. Noch können wir das Artensterben aufhalten oder verlangsamen. Mit unserer Hilfe können viele Arten ihre Population erhalten, und verschwinden so nicht vollständig“</em>, meint Idrisow.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sieben-zentralasiatische-wildtierarten-die-unseren-schutz-benoetigen/"><strong>Sieben zentralasiatische Wildtierarten, die unseren Schutz benötigen</strong></a><strong>         </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Rote Buch der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/IUCN">International Union for Conservation of Nature (IUCN)</a> umfasst 96.951 Arten, von denen 26.840 kurz vor dem Aussterben sind. In Tadschikistan erschien 2017 die zweite Auflage des (nationalen, Anm. d. Red.) Roten Buchs, das jene Tier- und Pflanzenarten aufführt, deren Bestände sich in einem kritischen Zustand befinden. Gemäß den Daten tadschikischer WissenschaftlerInnen gehen bei 90 Prozent der im Land beheimateten Flora und Fauna die Bestände zurück oder die Arten sind sogar vom Aussterben bedroht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verschwindende Arten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspischer_Tiger">Kaspische Tiger</a> ist bereits komplett ausgestorben und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Menzbiers_Murmeltier">Menzbiers Murmeltier</a> ist auf dem Territorium Tadschikistans komplett verschwunden. Auch die Zahl an Asiatischen Kragentrappen ist aufgrund von Jagd stark zurückgegangen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu den bedrohten Pflanzenarten gehört unter anderem der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rhabarber_(Gattung)">Rhabarber</a>, weswegen es seit 2017 notwendig ist, für das Sammeln und den Verkauf der Pflanze eine Lizenz zu erhalten.  <em>„Das massenhafte Sammeln der Stängel bedroht die Existenz der besagten Pflanze“</em>, merken die WissenschaftlerInnen an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-mehr-als-2000-bedrohte-trappen-ausgewildert/"><strong>Usbekistan: Mehr als 2000 Trappen ausgewildert</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Laut ÖkologInnen fügt das unkontrollierte Weiden von Vieh den heimischen Pflanzen den größten Schaden zu. Ein weiteres Problem stellt die traditionelle Medizin dar. So werden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blindschlangen">Blindschlangen</a> beispielsweise als Mittel gegen Krebs, sowie für rituelle Bräuche verwendet. Heutzutage werden die Tiere vor allem in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sogd</a> illegal gejagt. Auch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Levanteotter">Levanteotter</a> wurde ins Rote Buch aufgenommen. Dennoch macht die lokale Bevölkerung Jagd auf die Tiere, deren Zähne in der traditionellen Medizin Verwendung finden.</p>
<p style="text-align: justify;">In Bezug auf Arten, die ins Rote Buch aufgenommen wurden, sieht die tadschikische Gesetzgebung Geldstrafen in doppelter Höhe des verursachten Schadens vor.  Die „Rotbüchler“ befinden sich unter besonderem Schutz des Staates – die Verantwortung für sie trägt das Komitee für Umweltschutz.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Sajfiddin Karajew für </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/society/20190422/tadzhikistan-mozhet-poteryat-bolee-250-vidov-zhivotnih-i-230-vidov-rastenii"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 13:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Saiga]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Wilderei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Die gr&#xF6;&#xDF;te Population dieser gef&#xE4;hrdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infekti&#xF6;sen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><em>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem <a href="http://www.iucnredlist.org/details/19832/0">kritischen Zustand</a> befinden. Die größte Population dieser gefährdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infektiösen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. Wir übersetzen folgenden Artikel von <a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">Living Asia</a> mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund der starken Nachfrage nach dem Horn der Tiere, ist die Jagd auf diese gefährdete Art ein lukratives Geschäft. Dem Pulver aus zermahlenem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga</a>-Horn wird eine besondere Heilkraft zugeschrieben. Das Präparat – so wird es in der nichttraditionellen Medizin angenommen – soll bei Herzinfarkt, Leber- und Magenkrankheiten helfen und sogar dazu beitragen Menschen aus dem Koma zurückzuholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Wilderer*innen erschießen Saigas des Fleisches wegen, aber in den meisten Fällen ist das Horn das hauptsächliche Ziel. Auch kommt es vor, dass man bei Büger*innen zu Hause Gegenstände aus Saiga-Horn – etwa Souvenirs – finden kann; war doch bis in die 2000er Jahre hinein die Saiga-Antilope eine zur gewerblichen Jagd freigegebene Art.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein riskantes Geschäft</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Hauptabnehmer für Saiga-Horn ist China, wo Heilpräparate mit besagtem Pulver verkauft werden.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan läuft das Geschäft mit dem Horn gut. Anzeigen zum Verkauf von Saiga-Horn werden offen in Lokalzeitungen und auf Internetseiten publiziert. Dabei sind die Strafen für den Verkauf von Saiga-Horn empfindlich. Hohe Bußgelder oder bis zu drei Jahre Freiheitsentzug und Konfiszierung des Vermögens können veranschlagt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Geldstrafen belaufen sich auf umgerechnet circa 1500 US-Dollar für ein Männchen, 1100 für ein Weibchen und 550 pro ungeborenes Kalb, wenn das Weibchen schwanger war.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kaufe und verkaufe Saiga-Horn</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kasachstanische Assoziation zum Schutz der Biologischen Vielfalt (<a href="http://www.acbk.kz/">ASBK</a>) hat über die Dauer von drei Monaten eine Untersuchung durchgeführt, die mit Hilfe verschiedener Quellen die Fakten über den illegalen Handel mit dem Horn ans Licht brachte.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan – so scheint es – existiert ein Schwarzmarkt für den Verkauf von Saiga-Horn. Dabei findet der Handel damit in der Öffentlichkeit statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Straßenaushänge mit dem Angebot Saiga-Horn zu kaufen wurden in sieben Gebieten des Landes gesichtet: in den Gebieten Almaty, Akmolinsk, Aktöbe, Westkasachstan, Karaganda, Pawlodar und Mangistau.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt wurden 214 Aushänge gesammelt. Die Auswertung ergab die Zahl von 21 Ankäufer*innen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9424" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg" alt="Verkauf Saiga Antilopen Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Auf dem Bild: Verteilung der Verkaufsanzeigen von Saiga Hörnern nach Städten: Aktau, 48%, Karagandy, 20%, Almaty, 12%, Aktjube, 11%, Pawlodar, 4%, Astana, 2%, Jeskasgan, 1%, Balchach, 1% und Uralsk, 1%</em></p>
<p style="text-align: justify;">Im Internet wurden 24 Anzeigen auf 11 Seiten aufgespürt. Sieben dieser Anzeigen boten Horn zum Verkauf, die anderen 17 stammten von potentiellen Käufer*innen. Die Eigentümer*innen der Webseiten wurden informiert, dass derartige Tätigkeiten illegal sind. Die Administrator*innen aller Seiten reagierten sofort und löschten die Anzeigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9425" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg" alt="Kauf Saiga Antilopen Hörner Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>(Auf dem Bild: Anzahl der Hehler*innen von Saigahörnern in Kasachstan nach Städten: Karagandy, 6, Almaty, 4, Aktjube, 3, Astana, 2, Pawlodar, 2, Aktau, 1, Jeskasgan, 1, Balchach, 1 und Uralsk, 1. Insgesamt wurden 21 Hehler*innen ermittelt).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Alle gesammelten Daten über den illegalen Handel mit Saiga-Horn wurden der zuständigen Dienstelle der Polizei übergeben. Bis zum heutigen Tag führt das Innenministerium Ermittlungen gegen die Urheber*innen jener Anzeigen durch, die im Rahmen der Kampagne gefunden wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein Geschäft mit den Toten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die ASBK schließt aus, dass auf dem Schwarzmarkt das Horn von Saigas auftauchte, die 2015 (aufgrund einer infektiösen Krankheit, Anm. d. Red.) gestorben sind. Laut den Daten der Organisation starben im Wesentlichen (90 Prozent) Weibchen und Junge, die keine Hörner haben. Außerdem arbeiteten vor Ort staatliche Behörden und die toten Saigas wurden vergraben. Die Polizei vermerkt einen Fall, in dem es gelang Leute festzunehmen, die versuchten toten Saigas das Horn anzusägen. Aber dies ist der einzige bekannte Fall.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-mysterise-tierseuche-bedroht-saiga-antilopen/">Kasachstan &#8211; Mysteriöse Tierseuche bedroht Saiga-Antilopen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Massensterben 2015 kostete 134.000 Saigas auf dem Territorium dreier Regionen des Landes (Kostanaier, Aktöbinsker und Akmolinsker Gebiet) das Leben.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aidana Toktarkysy<br />
<a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">LivingAsia</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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