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	<title>Baumwolle Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Baumwolle Archives</title>
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		<title>Baumwollernte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2024 05:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Man h&#xF6;rt noch den Gesang der V&#xF6;gel, das leise Rauschen des Wassers im Bach und manchmal das fr&#xF6;hliche Lachen der Frauen. Es sind Pfl&#xFC;cker auf den Baumwollfeldern. Die Frauen laufen den Weg entlang und tragen neben ihren Sorgen und Pflichten auch noch Baumwolle auf ihren Schultern. Sie sind m&#xFC;de, durstig und manchmal schmerzen ihre H&#xE4;nde, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Man hört noch den Gesang der Vögel, das leise Rauschen des Wassers im Bach und manchmal das fröhliche Lachen der Frauen. Es sind Pflücker auf den Baumwollfeldern. Die Frauen laufen den Weg entlang und tragen neben ihren Sorgen und Pflichten auch noch Baumwolle auf ihren Schultern. Sie sind müde, durstig und manchmal schmerzen ihre Hände, die von der Plackerei rau geworden sind“. <strong><a href="https://novastan.org/de/?s=Baumwolle">Baumwollernte</a></strong> im Bezirk Chinaz, in der Nähe von Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Madina A&#8217;zam </strong>(<strong><a href="https://www.instagram.com/madinaazam_photography/">@madinaazam_photography</a></strong>, Usbekistan)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>„Die Baumwolle ist ein Fluch“ – Über die Ausstellung „Paxta“ in Taschkent</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-baumwolle-ist-ein-fluch-ueber-die-ausstellung-paxta-in-taschkent/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[arthur]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2023 16:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Timur Karpov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Taschkent hat die Ausstellung &#x201E;Paxta&#x201C; stattgefunden. Sie erz&#xE4;hlte von der Rolle des &#x201E;wei&#xDF;en Golds&#x201C; in der Geschichte Usbekistans hatte zum Ziel, die Besucher zum Nachdenken anzuregen. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Usbekistan zur &#x201E;Baumwollmiene&#x201C; der Sowjetunion. Dadurch wurden Handelsbeziehungen mit europ&#xE4;ischen Unternehmen der Leichtindustrie gekn&#xFC;pft. &#x201E;Wir nehmen die vielen visuellen Codes, die unseren [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Taschkent hat die Ausstellung „Paxta“ stattgefunden. Sie erzählte von der Rolle des „weißen Golds“ in der Geschichte Usbekistans hatte zum Ziel, die Besucher zum Nachdenken anzuregen. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Usbekistan zur „Baumwollmiene“ der Sowjetunion. Dadurch wurden Handelsbeziehungen mit europäischen Unternehmen der Leichtindustrie geknüpft. <em>„Wir nehmen die vielen visuellen Codes, die unseren Alltag säumen, schon gar nicht mehr wahr. Vom Geschirr bis zu den Gittern vor unseren Fenstern, alles ist in Anlehnung an die charakteristischen Kapseln der Baumwollpflanze geschmückt. Die Ausstellung widmet sich ebendiesen Codes und nimmt deren Einfluss auf Stadtbild und kulturelle Mythen unter die Lupe“</em>, erklärten die Aussteller bei der Eröffnung am 17. Dezember. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwolle-in-usbekistan-vom-sezessionskrieg-bis-heute/">Baumwolle in Usbekistan vom Sezessionskrieg bis heute </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 4. Februar konnten Besucher die Ausstellung im <a href="https://www.instagram.com/139documentarycenter/?hl=fr">139 Documentary Center</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a> erkunden und mit den Autoren der Ausstellungsstücke ins Gespräch kommen. Dies sind <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/umida-achmedowa-eine-ausnahmekunstlerin-in-usbekistan/">Umida Ahmedova</a>, Viacheslav Ahunov, Diliara Kaipova, Oleg Karpov, <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zentralasien-durch-die-linse-von-timur-karpov/">Timur Karpov</a>, Anna Ivanova, Alexander Barkovksij, Zaza Zaxidov, Alexander Fedorov und Nabi Agzamov.  Timur Karpov, Gründer des Centers, erklärt, welche Idee hinter der Ausstellung steckt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Name Paxta ist Usbekisch für Baumwolle, man nutzt es mittlerweile beinah sprichwörtlich. Wenn jemand in der Erntezeit irgendwohin fährt, sagt man, „er ist zur Paxta“ oder „alle sind Paxta“. Das Wort ist in aller Munde und hat viele verschiedene Konnotationen. Kurz, bei uns dreht sich alles um Paxta“</em>, erklärt er.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Baumwolle – ein Fluch</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Aber was ist die Baumwolle heute für die Einwohner Usbekistans? &#8211; Ein Fluch, meint Timur Karpov. <em>„Ob Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Landwirtschaft, ganz egal in welchen Bereich man schaut, die Baumwolle ist eine ewige Baustelle.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit/">Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit? </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Was ich persönlich davon halte? Meiner Meinung nach dürfte Baumwolle in Usbekistan erst gar nicht existieren. Sie ist ein koloniales Erbe, das sich wie ein Wurm durch die Kultur, Kunst und den Alltag frisst. Bis zum Russischen Reich gab es hier überhaupt keine Baumwolle. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass wir es heute als koloniale Ausbeutung betrachten“</em>, erläutert Karpov. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein vielseitiges Begleitprogramm</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Vor mehr als einem Jahr begannen die Aussteller mit den Vorbereitungen. Die meisten arbeiten zum ersten Mal an einem solchen Projekt. <em>„Wir wollten Autoren, die sich in verschiedenen Epochen mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Viacheslav Ahunov kennt sich mit den 80ern und 90ern aus, Umida Ahmedova dagegen mit der Zeit ab 2015 und ich habe meine Forschungen 2018 angestellt“</em>, erzählt Timur.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Um den Besuchern ein besonders tiefes Verständnis des Themas zu vermitteln, wurden aufschlussreiche Mediations-Führungen mit dem Kurator angeboten. Zu den weiteren Veranstaltungen im Begleitprogramm gehörten ein Runder Tisch und verschiedene Filmvorführungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/goeast-festival-100-baumwolle-stellt-zwangsarbeit-in-den-fokus/">goEast-Festival: „100% Baumwolle“ stellt Zwangsarbeit in den Fokus </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">An „100% Baumwolle“, einem Film des usbekischen Regisseurs Michail Borodin, war Karpov selbst als Kameramann beteiligt. <em>„Der Film thematisiert die Zwangsarbeit auf den Baumwollfeldern. Auch in Europa kam er letztes Jahr auf die Leinwand: Beim <a href="https://artdocfest.com/en/">ArtDocFest</a> in Riga und beim <a href="https://www.filmfestival-goeast.de/">GoEast-Filmfest</a> in Wiesbaden. Es war ein echter Wegbereiter, der uns als Ausstellern aber auch den Filmautoren eine große Bühne bot“</em>, so Karpov weiter. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.news/articles/128683/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die „Baumwollaffäre“ &#8211; Wie der staatliche Plan zur Steigerung der Baumwollproduktion zu einer landesweiten Korruptionsaffäre führte</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/die-baumwollaffaere-wie-der-staatliche-plan-zur-steigerung-der-baumwollproduktion-zu-einer-landesweiten-korruptionsaffaere-fuehrte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Berenika Zeller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 20:07:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirstchaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Usbekische Sowjetrepublik galt zu ihrer Zeit als wichtigste Produktionsst&#xE4;tte des &#x201E;wei&#xDF;en Goldes&#x201C; &#x2013; der Baumwolle. Der staatliche F&#xFC;nfjahresplan zur Steigerung der Baumwollproduktion stellte die Republik allerdings vor eine unerf&#xFC;llbare Herausforderung, die in einer fl&#xE4;chendeckenden Korruptionsaff&#xE4;re resultierte. Breschnews Nachfolger Juri Andropow erhoffte sich mit der gro&#xDF;fl&#xE4;chigen Ermittlung der &#x201E;Baumwollaff&#xE4;re&#x201C; seine politischen Gegner auszuschalten. Der folgende [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Usbekische Sowjetrepublik galt zu ihrer Zeit als wichtigste Produktionsstätte des „weißen Goldes&#8220; – der Baumwolle. Der staatliche Fünfjahresplan zur Steigerung der Baumwollproduktion stellte die Republik allerdings vor eine unerfüllbare Herausforderung, die in einer flächendeckenden Korruptionsaffäre resultierte. Breschnews Nachfolger Juri Andropow erhoffte sich mit der großflächigen Ermittlung der „Baumwollaffäre“ seine politischen Gegner auszuschalten. </strong><strong>Der folgende Artikel erschien im November 2022 bei </strong><a href="https://sarpa.media/cotton-case"><strong>sarpa.</strong></a><strong> Wir übersetzen </strong><strong>ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong>

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Usbekistan zur wichtigsten Produktionsstätte von Baumwolle innerhalb der UdSSR und versorgte damit die Leichtindustrie in allen Sowjetrepubliken. Der staatliche Plan für den Anbau des sogenannten „weißen Goldes&#8220; wurde von Jahr zu Jahr ausgeweitet. In den 1980er Jahren war fast die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Usbekistans für den Anbau von Baumwolle bestimmt.

Die große Nachfrage nach dem Rohstoff war nicht nur auf die Textilindustrie zurückzuführen. Baumwolle war auch ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung von Nitrocellulose, einer brennbaren Substanz, aus der rauchloses Schießpulver gewonnen wurde. Dabei wurde Baumwolle nicht nur für Schusswaffen benötigt. Sie war ebenso eine der wichtigsten Komponenten bei der Herstellung von Raketentreibstoff.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Der Gosplan der UdSSR (die auf fünf Jahre ausgelegten Wirtschaftspläne des Landes) erhöhte die Pläne für die Lieferung von Baumwolle stetig im Abstand von fünf Jahren. Bis zum Jahr 1983 sollte die Usbekische SSR so auf eine Produktion von sechs Millionen Tonnen Baumwolle pro Jahr kommen. (Zum Vergleich: Usbekistan produzierte im Jahr 2020 etwas mehr als drei Millionen Tonnen).

Um diese Herausforderung anzugehen, wurden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter der Einsatz von Düngemitteln und der Bau neuer Bewässerungskanäle. Letztere sind für die Austrocknung des Aralsees verantwortlich. Jeden Herbst wurden Ärzte, Lehrpersonen, Schüler:innen und Studierende auf die Felder geschickt, um Baumwolle zu lesen. Dennoch erfüllte die Usbekische Sowjetrepublik den staatlichen Plan nicht einmal annährend.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwolle-in-usbekistan-vom-sezessionskrieg-bis-heute/">Baumwolle in Usbekistan vom Sezessionskrieg bis heute</a></strong>

An der Verschleierung der Defizite beteiligten sich alle möglichen Personen – von den Baumwollpflückern bis zu den Parteikomitees der Oblaste und auch die oberste Führung waren alle an der Schaffung und Lieferung von nicht vorhandener Baumwolle beteiligt. Damit die Kontrollinstanzen nichts bemerkten, wurde die nicht vorhandene Baumwolle in geschlossenen Wagons „transportiert“, so als ob sie existieren würde. Ebenso wurde die fiktiv existierende Baumwolle in Fabriken der gesamten UdSSR „angenommen“ und in Lieferscheinen und Tabellen eingetragen. In den Produktionsbetrieben ging die Baumwolle auf unerklärliche Weise „verloren“ oder „verbrannte“ unglücklicherweise. In diesem Fall sprach man von „natürlichem Produktionsverlust“.

Bei jeder dieser Etappen flossen Bestechungsgelder. Konzessionäre, Bezirkskomitees, Regionalausschüsse, Fabrikdirektoren, Eisenbahnbetreiber, Minister der Republiken und Köpfe der Gewerkschaftsabteilungen – alle bereicherten sich daran.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Und dann ging’s los</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Nach Breschnews Tod im Jahre 1982 übernahm KGB-Chef Juri Andropow die Funktion des Generalsekretärs der UdSSR. Während seiner 15-jährigen Amtszeit hatte er die verlässlichsten Informationen über den Stand der Baumwollproduktion in der UdSSR erhalten. Nachdem er dem KGB in einem großangelegten Kampf gegen die Korruption die Fesseln genommen hatte, hoffte er, gegen seine Kollegen starke Argumente im gefährlichen politischen Geschäft zu erhalten. Sein Ziel war die Festigung der eigenen Macht, indem er seine politischen Gegner ausschaltete.

Usbekistan wurde dabei nicht zufällig als Zielland der Korruptionsbekämpfung ausgewählt:
</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Missstände innerhalb der Republik waren derart ausgeprägt, dass sie kaum kaschiert werden konnten. Außerdem häuften sich in Moskau Beschwerden über den Reichtum der Parteiführer</li>



<li>Andropow benötigte bestätigte Fälle von mangelhafter oder offenkundig rechtswidriger Arbeit des Innenministeriums. Dieses wurde von seinem politischen Hauptkonkurrenten, Breschnews Schwiegersohn Juri Tschurbanow, geführt.</li>



<li>Der neue Generalsekretär Andropow hegte eine persönliche Abneigung gegen den Chef der Usbekischen SSR, Scharaf Raschidow, der über Jahre hinweg Breschnews Vertrauen genossen hatte, was ihm zu Lebzeiten Immunität vor Ermittlungen verschaffte.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">
Im Februar 1983 wurde eine Ermittlungskommission eingesetzt, um die von den Behörden der usbekischen SSR begangenen Missbräuche zu untersuchen. Am 25. April desselben Jahres traf die Kommission in Taschkent ein. Formal war dies der offizielle Beginn der Baumwollaffäre.

<strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tiefgreifende-reformen-in-usbekistans-baumwollproduktion/">Tiefgreifende Reformen in Usbekistans Baumwollproduktion</a></strong>

Es war von Anfang an klar, welches Ausmaß die Untersuchung haben würde. Deshalb untersuchten rund 200 Ermittler aus der gesamten UdSSR die „Baumwollaffäre“. Darüber hinaus waren an den Ermittlungen mehr als 3.000 Einsatzkräfte von Polizei und KGB sowie 700 Ökonomen beteiligt. Der gesamten Untersuchungskommission gehörten somit rund 5.000 Mitglieder an. Federführend bei den Ermittlungen waren zwei Mitglieder der Generalstaatsanwaltschaft für Sonderverfahren, Telman Gdlyan und Nikolaj Iwanow.

Die Ereignisse überschlugen sich, als Achat Musafarow, Leiter der Abteilung gegen Veruntreuung von sozialistischem Eigentum (kurz: OBKhSS) von Buchara, festgenommen wurde. Dieser wurde beim Versuch erwischt, Bestechungsgelder im Wert von 1000 Rubel (heute wären dies rund 1.850 Dollar) zu zahlen. Bei einer Durchsuchung seines Hauses wurden 1 Million Rubel und weitere 1,5 Millionen Rubel in zaristischen Goldmünzen gefunden (bei einem Durchschnittsgehalt von rund 150 Rubel). Infolgedessen machte er eine Zeugenaussage.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Ermittler wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe war vor Ort tätig und überprüfte alle baumwollverarbeitenden Betriebe und Fabriken, während sich die zweite Gruppe mit hochrangigen Partei- und Staatsbeamten befasste.

Bald wurden der Leiter des Regionalkomitees von Buchara, Karimow, und der Innenminister Ergashev Verhören, Durchsuchungen und Verhaftungen unterzogen. Als Ergashev von seiner Verhaftung erfuhr, erschoss er sich; sein Stellvertreter tat es ihm gleich.

Gleichzeitig wurden kompromittierende Beweise gegen Rashidow gesammelt. Ziel war es, ihn seines Amtes zu entheben. Im September 1983 gab der erste Sekretär des regionalen Parteikomitees von Choresm zu, Raschidow 1,5 Millionen Rubel für den Titel des „Helden der sozialistischen Arbeit“ gegeben zu haben. Die Tatsache wurde vermerkt, jedoch starb Raschidow unerwarteter Weise am 31. Oktober desselben Jahres.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Resultate der „Baumwollaffäre“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Untersuchung der „Baumwollaffäre“ zog sich noch weitere 6 Jahre bis ins Jahr 1989, obschon ihr Initiator Andropow bereits im Jahr 1984 verstarb. Während der gesamten Untersuchung wurden rund 20.000 Leute befragt und um die 800 Strafverfahren eingeleitet. Etwa 4.000 Personen wurden verurteilt, darunter 600 Personen in leitenden Funktionen sowie zehn „Helden der sozialistischen Arbeit“. Bei den Verurteilten wurden Geld und unrechtmäßig erlangte Wertgegenstände im Wert von 100 Millionen Rubel beschlagnahmt. Unter dem Vorwurf der Korruption wurden insgesamt 29 leitende Persönlichkeiten des Innenministeriums Usbekistans und der UdSSR, vier Sekretäre des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Usbekistans und acht regionale Parteisekretäre festgenommen und verurteilt. Der Minister der Baumwollindustrie Usmanow sowie Musafarow vom OBKhSS wurden erschossen. Infolgedessen konnte nachgewiesen werden, dass die UdSSR allein in den 70er und 80er Jahren aufgrund der Verfälschungen der Baumwollernteindikatoren 3 Milliarden Rubel verloren hatte. Allein 1983 wurden Usbekistan 981.000 Tonnen ungeerntete, also nicht vorhandene Baumwolle zugeschrieben. Hierfür wurden 757 Millionen Rubel an die Republik gezahlt, wovon 286 Millionen verschwanden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Gorbatschow 1985 eingeleitete „Glasnost“-Politik erforderte die Offenlegung der Untersuchungsergebnisse. Im Januar 1988 veröffentlichte die Zeitung „Prawda“ die Materialien des Falles &#8211; Vertreter der höchsten Staatsmacht und Parteifunktionäre waren in die Korruptionsaffäre verstrickt. <strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/">Nach mehr als zehn Jahren: Boykott usbekischer Baumwolle aufgehoben</a></strong> Die Veröffentlichung des kritischen Materials ermutigte nicht nur die sowjetische Medienlandschaft dazu, über Korruption zu schreiben. Die Schwächung der Zentralregierung im Zusammenhang mit der Perestroika machte von diesem Zeitpunkt an auch Ermittlungen von Korruptionsvorfällen einfacher. So wurden im folgenden Jahr der ehemalige Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Usbekischen SSR, der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjets der Usbekischen SSR und die Sekretäre der regionalen Parteikomitees von Taschkent, Ferghana, Namangan und Karakalpakstan verhaftet. Spuren führten nach Moskau. Im März 1989 wurden eine Kommission des Zentralkomitees der KPdSU und eine Kommission des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR eingesetzt, um Rechtsverstöße bei den Ermittlungen zu überprüfen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Kommissionen bestätigten Verstöße – Folter, Erpressung, Drohungen, um Geständnisse zu erzielen. Infolgedessen wurde im Mai 1989 ein Strafverfahren gegen Gdlyan und Iwanow eröffnet. Die beiden, die die damaligen Ermittlungen geleitet hatten. Am 25. Dezember 1991 (einen Tag vor der rechtlichen Auflösung der UdSSR) begnadigte Präsident Karimow alle in der „Baumwollaffäre“ verurteilten Personen, die die auf dem Territorium der Republik ihre Strafen verbüßten. Vertreter:innen der „offiziellen“ usbekischen Geschichtswissenschaft bewerteten die Ereignisse der 1980er Jahre aus folgendem Blickwinkel: <em>„Schuld an all dem Unglück, das der Bevölkerung der Republik im Zusammenhang mit den Machenschaften der von Moskau entsandten ‚Korruptions-Bekämpfer‘ widerfahren ist, tragen das Gewerkschaftszentrum und die Führung der Kommunistischen Partei Usbekistans.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Wlad Awdeew, Sarpa</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://sarpa.media/cotton-case">Russischen</a> von Berenika Zeller</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Tiefgreifende Reformen in Usbekistans Baumwollproduktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Jerome]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 May 2022 16:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Export]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend Baumwolle aus Usbekistan nach zehn Jahren Boykott wieder frei exportiert werden kann, ist die usbekische Textilindustrie in Aufruhr. Hinter den Kulissen hat sich der Sektor grundlegend modernisiert. Die usbekische Textilbranche erlebt eine kleine Revolution. Am 10. M&#xE4;rz wurde der Boykott gegen Baumwolle aus Usbekistan aufgehoben. Dieser war 2009 von der Cotton Campaign, einer Koalition [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während Baumwolle aus Usbekistan nach zehn Jahren Boykott wieder frei exportiert werden kann, ist die usbekische Textilindustrie in Aufruhr. Hinter den Kulissen hat sich der Sektor grundlegend modernisiert. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Textilbranche erlebt eine kleine Revolution. Am 10. März wurde der Boykott gegen Baumwolle aus Usbekistan <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/?noredirect=de-DE">aufgehoben</a>. Dieser war 2009 von der <a href="https://www.cottoncampaign.org/uzbekistan">Cotton Campaign</a>, einer Koalition aus Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Verbänden verschiedener Akteure der Textilbranche, initiiert worden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) <a href="https://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_838430/lang--fr/index.htm">unterstrich</a> insbesondere die Fortschritte, die Usbekistan bei der Bekämpfung der Zwangsarbeit bei der Baumwollernte gemacht hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/?noredirect=de-DE"><strong>Nach mehr als zehn Jahren: Boykott usbekischer Baumwolle aufgehoben</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistans-praesident-mirziyoyev-mit-80-prozent-der-stimmen-wiedergewaehlt/?noredirect=de-DE">Shavkat Mirziyoyev</a> in seiner Rede auf dem Kongress der Bewegung der Unternehmer und Geschäftsleute im September 2021 erklärte, folgt dieser Schritt auf Systembrüche in der Baumwollproduktion, berichtet das usbekische Medium <a href="https://uz24.uz/ru/articles/protiv-prinuditelnogo-truda">Uz24</a>. Das Ende des Boykotts ermöglicht es Usbekistan, offen mit einer größeren Bandbreite an internationalen Akteuren zu handeln, von Investoren bis hin zu rund 331 Bekleidungsmarken, die zuvor unerreichbar waren. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein neuer Impuls seit 2016</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Der erstmals im Dezember 2016 gewählte Präsident Mirziyoyev hat neue Impulse in Sachen wirtschaftlicher Öffnung gesetzt. In dem zuvor nahezu autarken Land leitete er zahlreiche Reformen in den Bereichen Marktliberalisierung und Privatisierungen ein. In dem Kontext ratifizierte Usbekistan auch weitere internationale Abkommen und zeigte sich bemüht, der <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwiAybDNweH3AhVInqQKHRupBFMQFnoECA4QAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fnovastan.org%2Fde%2Fusbekistan%2Fgoldene-zeiten-fur-das-weie-gold-in-usbekistan%2F&amp;usg=AOvVaw2wqzmiKDtdwnYKy92aELLc">Zwangsarbeit</a> auf den Baumwollfeldern [<a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/ouzbekistan-les-enfants-ne-ramassent-plus-le-coton-mais-le-travail-force-reste-une-realite/">fr</a>] ein Ende zu setzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch wenn diese Wende viele gesellschaftliche Fortschritte mit sich brachte, sind neue Probleme aufgetaucht oder haben sich verschärft. Die Liberalisierung [<a href="https://novastan.org/fr/decryptage/louzbekistan-liberalise-entierement-la-production-du-coton/">fr</a>] erfolgte im Eiltempo. Im Agrarsektor fanden sich einige Landwirte und Bauern in Pachtverhältnissen für das Land wieder, während sie gleichzeitig Produktionsstandards einhalten mussten, die von den neuen Clustern, vernetzten Strukturen rund um lokal verankerte Unternehmen derselben Branche, vorgegeben wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit/">Baumwollernte in Usbekistan &#8211; freiwillige Zwangsarbeit?</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn das Land nicht im Besitz von Großbauern oder Unternehmen ist, wird derzeit nichts Besonderes unternommen, um die Produktion zu modernisieren [<a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/la-nouvelle-politique-agricole-ouzbeke-peut-elle-sauver-les-agriculteurs/">fr</a>/<a href="https://fergana.agency/articles/110873/">ru</a>]. Viele der Kanäle, die die Felder bewässern, sind offen, wodurch 30 bis 40 Prozent des Wassers verdunstet und somit höhere Kosten bei geringerer Rentabilität entstehen. Dies erklärte der Direktor des Zentrums zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung, Yuliy Yusupov, gegenüber dem russischen Medium <a href="https://fergana.agency/articles/110873/">Fergana News</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Vereinigung von Textilunternehmen <a href="https://uzts.uz/">Uztextilprom</a> arbeiteten im Jahr 2021 fast 357.000 Menschen auf über einer Million Hektar Baumwollfeldern in Usbekistan, was das Land zum sechstgrößten Baumwollproduzenten der Welt macht. Mit rund 778 Kilotonnen angebauter Baumwolle werden jährlich eine Milliarde Quadratmeter Stoff produziert. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Seit 2020 hat sich der Staat zum Ziel gesetzt, seine Textilien „<em>von A bis Z zu produzieren</em>“, um die Baumwollindustrie zu diversifizieren und damit einen Bruch mit dem sowjetischen Produktionssystem zu schaffen, erklärt der Direktor von Uztextilprom gegenüber Novastan. Ziel ist es, die Wertschöpfung der Baumwolle zu erhöhen, wobei das Endprodukt nun 45 Prozent der Gesamtproduktion ausmacht.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„In jeder Stadt in Usbekistan gibt es Textilien“ </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Übrigen will der Staat nicht die Fläche der Baumwollfelder vergrößern, sondern die Qualität der Ernte und der Produktion erhöhen. „<em>Von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farg%CA%BBona"><em>Farg‘ona</em></a><em> bis </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Moʻynoq</em></a><em> gibt es in jeder Stadt in Usbekistan Textilien</em>“, beschreibt die französisch-usbekische Unternehmerin Navbakhor Boudot gegenüber Novastan. Wenn der gesamte Prozess von der Ernte bis zum Weben in der Region organisiert wird, wird dies auch dazu beitragen, die Kohlenstoffemissionen des Landes zu reduzieren. Einige Fortschritte sind auch bei der Modernisierung des Baumwollanbaus zu verzeichnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2020 wurden die staatlich verordneten Produktionsquoten abgeschafft und durch Handelsverträge ersetzt. Der Staat reduziert seine Präsenz auch über die Privatisierung von Land und setzt auf den Wettbewerb durch den Zusammenschluss von Unternehmen in verschiedenen Clustern. In Usbekistan gibt es nun 651 solcher Cluster, berichtet <a href="https://fergana.agency/news/124209/">Fergana News</a>. Laut Mirziyoyev hat die im Jahr 2020 per Präsidialerlass durchgeführte Gründung von Clustern dazu geführt, dass die Faserverarbeitung um das 2,5-fache gestiegen ist. Es gibt zwei Arten von Clustern. Eines umfasst jene, die Land vom Staat pachten, die Samen säen, das Garn verarbeiten und Kleidung zum Verkauf herstellen. Jede Person, die in diesem Prozess arbeitet, wird dann vom Cluster angestellt. Solche Cluster stehen für fast 18 Prozent der jährlichen Baumwollproduktion, schreibt <a href="https://fergana.agency/news/123594/">Fergana News</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwolle-in-usbekistan-vom-sezessionskrieg-bis-heute/">Baumwolle in Usbekistan vom Sezessionskrieg bis heute</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Typ Cluster ist ein System, bei dem Bauernhöfe für Textilunternehmen arbeiten. Sie produzieren eine bestimmte Menge an Baumwolle, die von den Farmen oder der lokalen Verwaltung auf der Grundlage von Berechnungen der Bodenerträge vorgegeben wird, was der Logik des früheren Sowjetsystems entspricht. Cluster, die mindestens 80 Prozent ihrer Produktion exportieren können, erhalten einen Vorzugstarif bei Sozial- und Grundsteuern sowie bei den Zinssätzen für Kredite. Seit 2019 wurde die Einführung von Tropfbewässerungssystemen vom Staat vorangetrieben, wobei laut <a href="https://www.gazeta.uz/oz/2018/12/28/tomchilab/">Gazeta.uz</a> Zuschüsse in Höhe von 8 Millionen Sum (ca. 647,8 Euro) pro Hektar gewährt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die Ernte habe das Staatsoberhaupt für 2021 das Ziel angekündigt, die Baumwollernte zu 60 Prozent zu mechanisieren und gleichzeitig den Import und die Entwicklung von Baumwollerntemaschinen auszubauen, so die <a href="https://www.gazeta.uz/oz/2021/10/18/cotton/">usbekische Nachrichtenplattform</a>. Der Übergang zur Marktwirtschaft öffnet also eine Bresche für die internationale Zusammenarbeit. Ein solcher Modernisierungsschub zieht internationale Investitionen an und fördert das Vertrauen seitens der Verbraucher. So erhielt Usbekistan beispielsweise im vergangenen Jahr eine Investition in Höhe von zwei Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro) aus Japan, um den Baumwollanbau zu entwickeln und zu modernisieren, berichtet <a href="https://www.gazeta.uz/oz/2021/11/04/financing/">Gazeta.uz</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der Ziele des Landes ist es, mehr in die Europäische Union (EU) zu exportieren. Da Usbekistan seit Dezember 2020 dem <a href="https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/de/content/allgemeines-praeferenzsystem-plus-aps">Allgemeinen Präferenzsystem</a> (APS+) angehört [<a href="https://novastan.org/fr/decryptage/louzbekistan-va-pouvoir-exporter-largement-ses-produits-vers-lunion-europeenne/">fr</a>], verfügt das Land über besondere wirtschaftliche Anreize, d. h. niedrigere Exportsteuern. Dieser Mechanismus soll die Entwicklung und Industrialisierung fördern, indem er das Tempo des Wirtschaftswachstums beschleunigt und gleichzeitig eine gute Regierungsführung fördert. Infolgedessen ist es dem Land gelungen, bis 2021 Baumwollprodukte in mit einem Gesamtwert von über 3 Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro) in 62 Länder zu exportieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine ethische, solidarische und nachhaltige Textilherstellung? </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Einige große Unternehmen haben sich an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und sich zu Leuchtturmprojekten im Bereich der Textilproduktion entwickelt. Dazu gehört beispielsweise die <a href="https://global-textile.uz/">Global Textile Group</a>, ein Unternehmen, das laut eigenen Angaben ein verantwortungsvolles und ethisches Modell der Textilproduktion anbietet. Dieses Unternehmen wurde 2018 gegründet und beschäftigt mehr als 3.000 Personen. Es wirbt mit einem Akzent auf lokale Produktion und ein Engagement gegen geschlechtsspezifische und ethnische Diskriminierung und für die Einhaltung von internationalen Sozialstandards.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Wie Novastan feststellen konnte, hat das usbekische Unternehmen darüber hinaus moderne und effiziente Werkzeuge angeschafft, die eine höhere Rentabilität und die Schonung der Wasserressourcen während des Arbeitsprozesses &#8211; von der Ernte über das Spinnen bis zum fertigen Produkt &#8211; ermöglichen. Es gelang der Firma, sich von deutschen Banken finanzieren zu lassen und das Vertrauen ausländischer Investoren zu gewinnen. Auf seinen Baumwollfeldern hat die Global Textile Group ein Tropfsystem eingerichtet. Nach der Ernte wird das Material auf seine Qualität und die Einhaltung internationaler Standards geprüft. In den Fabriken in der Hauptstadt Taschkent und in Farg’ona im Osten des Landes sind westliche oder japanische Geräte allgegenwärtig. Darüber hinaus verfügen die Fabriken über Labore, um die biochemische Qualität der Baumwolle zu beurteilen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-veroeffentlicht-erstmals-eigenstaendigen-esg-bericht/?noredirect=de-DE"><strong>Usbekistan veröffentlicht erstmals eigenständigen ESG-Bericht</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter diesen Bedingungen hat die Global Textile Group mehrere <a href="https://global-textile.uz/en/technology/">Zertifikate</a> für die Qualität der Produktion und des Endprodukts sowie für die Einhaltung von Standards erhalten. Dies ermöglicht dem Unternehmen einen leichten Zugang zu den Märkten in Mittel- und Osteuropa, Nordafrika, Ostasien, der Türkei und Russland. Zurzeit beschäftigt sich das Unternehmen mit Recyclingstandards und der Verwertung seiner Stoffreste und Abfälle. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Jerome
Journalistin für Novastan France </strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/coton-ouzbek-derriere-la-levee-du-boycott-des-reformes-en-profondeur/">Französischen</a> von Florian Coppenrath</strong></p>


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		<title>goEast-Festival: „100% Baumwolle“ stellt Zwangsarbeit in den Fokus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2022 08:05:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[GoEast Fimfestival]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Timur Karpov]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xA0;&#x201E;100% Baumwolle&#x201C; zeigt den harten Alltag usbekischer Baumwollpfl&#xFC;cker:innen. Im Rahmen des 22. goEast-Filmfestivals in Wiesbaden feierte der Dokumentarfilm Europa-Premiere. Novastan war dabei. Premiere in Wiesbaden: Im Rahmen des 22. goEast-Filmfestivals wurde 100% Baumwolle, der neue Dokumentarfilm von Regisseur Mikhail Borodin, nur zwei Tage nach seiner Weltpremiere in Taschkent erstmals einem europ&#xE4;ischen Publikum vorgef&#xFC;hrt. Moderne Sklaverei [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/goeast-festival-100-baumwolle-stellt-zwangsarbeit-in-den-fokus/">goEast-Festival: „100% Baumwolle“ stellt Zwangsarbeit in den Fokus</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>&nbsp;„100% Baumwolle“ zeigt den harten Alltag usbekischer Baumwollpflücker:innen. Im Rahmen des 22. goEast-Filmfestivals in Wiesbaden feierte der Dokumentarfilm Europa-Premiere. Novastan war dabei.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Premiere in Wiesbaden: Im Rahmen des <a href="https://www.filmfestival-goeast.de/">22. goEast-Filmfestivals</a> wurde <a href="https://www.youtube.com/watch?v=5ScHIHe_S_0&amp;t=96s">100% Baumwolle</a>, der neue Dokumentarfilm von Regisseur Mikhail Borodin, nur zwei Tage nach seiner Weltpremiere in Taschkent erstmals einem europäischen Publikum vorgeführt. Moderne Sklaverei stand schon bei Borodins Spielfilmdebüt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Produkty_24">Produkty 24</a>, das während der <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-bei-der-berlinale-viele-einblicke-und-grosse-preise/">diesjährigen Berlinale</a> Premiere feierte, im Fokus. Auch bei „100% Baumwolle“ bleibt er diesem Thema treu und richtet das Augenmerk auf Zwangsarbeit in Usbekistans Baumwollindustrie. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Zwangsarbeit im Fokus</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Für den Film begleiteten Borodin und sein Kameramann, der Dokumentarfotograf <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zentralasien-durch-die-linse-von-timur-karpov/">Timur Karpov</a>, zwei Frauen durch die drei Monate währende Erntesaison. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-auf-der-kinokarte/"><strong>Zentralasien auf der Kinokarte </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bäuerin Muhabbat Madraimova aus dem Bezirk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Xiva</a> hat Land vom Staat gepachtet und muss mit ihrer Baumwolle, die sie zu niedrigen Preisen an den Staat verkauft, jedes Jahr eine bestimmte Quote erfüllen. Parallel dazu arbeitet sie für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Arbeitsorganisation">International Labour Organization (ILO)</a> und setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen der Baumwollpflücker:innen ein. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Auch die Menschenrechtsaktivistin Elena Urlaeva fährt durch das Land und weist die oft zwangsrekrutierten Arbeiter:innen, die in heruntergekommenen Wohnheimen oder Sporthallen wohnen und ihr karges Gehalt nur selten pünktlich bekommen, auf ihre Rechte hin. Dabei macht sie auch nicht vor der Konfrontation mit Lokalpolitikern halt, auch wenn ihr Kampf gegen Windmühlen ausweglos erscheint, wenn etwa ihr Gegenüber erklärt, dass sich die baumwollpflückenden Bergmänner freiwillig gemeldet hätten, um dem Land bei der Ernte des „weißen Goldes“ zu helfen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein eindrucksvolles Portrait</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Neben der ernsten Problematik der Zwangsarbeit zu beleuchten, schafft es „100% Baumwolle“ mit Szenen aus Mahabbats Familienalltag auch einen Einblick in das Leben der usbekischen Landbevölkerung zu gewähren. Hierbei entwickelt der Film allerdings auch teilweise Längen, und ob die detailgenaue Dokumentierung einer Beschneidung oder des rituellen Schlachten eines Schafes einen Mehrwert haben, muss jede:r Zuschauer:in mit sich selbst ausmachen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zentralasien-durch-die-linse-von-timur-karpov/"><strong>Zentralasien durch die Linse von… Timur Karpov </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem gelingt dem Film aber ein eindrucksvolles Portrait beider Frauen und ihres Kampfes für bessere Arbeitsbedingungen in Usbekistans Baumwollindustrie. Dies ist nicht zuletzt der Kameraführung von Timur Karpov zu verdanken, der mit seinen präzisen Einstellungen und langsamen Bildern das geschulte Auge eines Dokumentarfotografen zur Schau stellt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue Zeit?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Im Anschluss an die Premiere stellten sich Borodin, Karpov gemeinsam mit Produzentin Julia Shaginurova den Fragen des Wiesbadener Publikums. Karpov erklärte, dass die Aufnahmen während der Erntesaison im Herbst 2018 entstanden, einer Zeit <em>„als die alte Diktatur [von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov"><em>Islom Karimov</em></a><em>, Anm. d. Red.] beendet war und die neue noch nicht begonnen hatte“</em>. Überholt scheint „100% Baumwolle“ deswegen aber nicht.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Die Cotton Campaign hatte im März dieses Jahres verkündet, den mehr als ein Jahrzehnt währenden internationalen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/">Boykott usbekischer Baumwolle aufzuheben</a>, da das System der Zwangsarbeit in Usbekistan beendet sei. <em>„Unsere Koalition, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft und internationaler Organisationen erkennen an, dass bei der Ernte von Rohbaumwolle Zwangsarbeit nicht zum Einsatz kommt und vollständig eliminiert wurde“</em>, erklärte Bennett Freeman, Präsident der Cotton Campaign, damals gegenüber dem usbekischen Senat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit/">Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filmschaffenden gehen aber davon aus, dass sich nichts geändert habe. Auf die Frage nach dem Verbleib der Protagonistinnen erklärten sie, dass Mahabbat ihr Engagement für die ILO mittlerweile aufgegeben habe. Elena, die bei der Premiere in Taschkent zugegen war, führe hingegen ihren Kampf unermüdlich fort. Sie stehe unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth, Redakteur für Novastan</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>Nach mehr als zehn Jahren: Boykott usbekischer Baumwolle aufgehoben</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mehr-als-zehn-jahren-boykott-usbekischer-baumwolle-aufgehoben/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Etienne Combier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2022 19:35:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Boykott]]></category>
		<category><![CDATA[Cotton Campaign]]></category>
		<category><![CDATA[ILO]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirstchaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertreter:innen von mehr als 300 Textilmarken und Einzelh&#xE4;ndlern haben am 10. M&#xE4;rz beschlossen, den Boykott usbekischer Baumwolle aufzuheben. Baumwolle kann somit international verkauft werden und auch von Investitionen profitieren. Ein wichtiger Schritt f&#xFC;r die usbekische Baumwolle: Wie das usbekische Au&#xDF;enministerium auf seinem Telegram-Kanal mitteilt, hat die Cotton Campaign, eine NGO, die 331 Marken und Einzelh&#xE4;ndler [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vertreter:innen von mehr als 300 Textilmarken und Einzelhändlern haben am 10. März beschlossen, den Boykott usbekischer Baumwolle aufzuheben. Baumwolle kann somit international verkauft werden und auch von Investitionen profitieren.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Schritt für die usbekische Baumwolle: Wie das usbekische Außenministerium auf seinem Telegram-Kanal <a href="https://t.me/mehnatvazirligi/9010">mitteilt</a>, hat die Cotton Campaign, eine NGO, die 331 Marken und Einzelhändler auf der ganzen Welt vereint, am 10. März beschlossen, den Boykott usbekischer Baumwolle aufzuheben. Diese Entscheidung wurde von der Cotton Campaign <a href="https://www.cottoncampaign.org/news/cotton-campaign-ends-its-call-for-a-global-boycott-of-cotton-from-uzbekistan">bestätigt</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erklärte, dass der Beschluss insbesondere mit dem Ende der Zwangsarbeit bei der Bauwollernte in Usbekistan zusammenhänge. <em>„Unsere Koalition, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft und internationaler Organisationen erkennen an, dass bei der Ernte von Rohbaumwolle Zwangsarbeit nicht zum Einsatz kommt und vollständig eliminiert wurde&#8220;</em>, <a href="https://senat.uz/ru/lists/view/4097">bekräftigte</a> Bennett Freeman, Präsident der Cotton Campaign, gegenüber dem usbekischen Senat. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Die Aufhebung des 2009 von der Cotton Campaign eingeführten <a href="https://www.sourcingnetwork.org/uzbek-cotton-pledge">Boykotts</a> wurde nach der Veröffentlichung eines <a href="https://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_838396/lang--en/index.htm">Berichts</a> der International Labour Organization (ILO) am 1. März beschlossen. Beobachter:innen zufolge wurde 2021 weniger als 1 Prozent der gesamten Baumwollernte in Usbekistan unter Zwang geerntet. Auch die NGO Uzbek Forum veröffentlichte im März ein <a href="https://www.uzbekforum.org/wp-content/uploads/2022/03/UZBEK-FORUM_harvest_report.pdf?fbclid=IwAR3DT3Nkj8XH2L-zK4lWuXwnzItVmnAWA2q0TtWcBWS4pXZF3zUlx6uyXTk">Dokument</a>, das den Verzicht auf Zwangsarbeit im Jahr 2021 beschriebt &#8211;&nbsp; eine Premiere in den letzten 11 Jahren.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine deutliche Verbesserung seit 2017</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> In ihrer Erklärung lobte die Cotton Campaign das Handeln des usbekischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Shavkat Mirziyoyev</a>, der im Dezember 2016 an die Macht gekommen war. <em>„Wir begrüßen Präsident Mirziyoyevs führende Rolle bei der Einleitung und Umsetzung der historischen Reformen, die zur Beendigung der staatlich verordneten Zwangsarbeit und zur Reform des Baumwollsektors in Usbekistan geführt haben“</em>, erklärte Bennett Freeman. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 2017 sprach das Staatsoberhaupt das Thema gegenüber den Vereinten Nationen <a href="https://uza.uz/en/posts/president-shavkat-mirziyoyev-addressed-the-72nd-session-of-t-20-09-2017">in einer Rede</a> an, in der er seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der ILO in diesen Fragen bekräftigte. Im selben Jahr wurde ein parlamentarischer Ausschuss zur Gewährleistung der Arbeitsrechte der Bürger:innen eingerichtet, um Aktivitäten im Zusammenhang mit Kinderarbeit zu überwachen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit/"><strong>Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit? </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2018 wurde ein erstes Dekret zur Abschaffung der Zwangsarbeit <a href="https://uza.uz/uz">unterzeichnet</a>. Bei der ersten Ernte im Sommer 2018 stellten Menschenrechts-NGOs zwar fest, dass keine Kinder mehr bei der Ernte eingesetzt wurden, die Praxis aber Praxis für den Rest der Bevölkerung weiter bestand. Im September 2018 habe die usbekische Regierung damit begonnen, die Löhne der Baumwollbäuer:innen zu erhöhen und ausdrücklich erklärt, dass Zwangsarbeit keine Lösung sei, schildert die usbekische Onlinezeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2018/09/05/cotton-changes/">Gazeta.uz</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2019 <a href="https://www.rferl.org/a/u-s-lifts-uzbek-cotton-ban-child-labor-educed-/29845439.html">strichen</a> die Vereinigten Staaten Usbekistan von ihrer schwarzen Liste und kurz darauf sprach die ILO <a href="https://www.ilo.org/ipec/Informationresources/WCMS_681372/lang--en/index.htm">im April 2019</a> von einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen. 2020 folgte das Ende der Verpflichtung, Baumwolle für ausgewiesene Landwirte zu produzieren [<a href="https://novastan.org/fr/decryptage/louzbekistan-liberalise-entierement-la-production-du-coton/">fr</a>/<a href="https://review.uz/post/prinyat-istoricheskiy-dokument-uzbekistan-otkazalsya-ot-goszakaza-na-xlopok">ru</a>]. Außerdem erhielten Landwirt:innen einfachere Kreditmöglichkeiten. Für die Ernte 2020 konnte die <a href="https://www.ilo.org/washington/news/WCMS_767753/lang--en/index.htm">ILO</a> keine Kinderarbeit feststellen, verwies aber dennoch auf vier Prozent Zwangsarbeit über die gesamte Ernte. 2015 waren es allerdings noch 14 Prozent. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaftliche Perspektiven</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Mit dem Ende des mehr als zehnjährigen Boykotts hofft Usbekistan endlich auf Profit durch seine Baumwollproduktion. Baumwolle ist die wichtigste landwirtschaftliche Nutzpflanze in Usbekistan und bringt dem Staat jährlich mehr als eine Milliarde Dollar (828 Millionen Euro) an Einnahmen ein. Laut Angaben des usbekischen Nachrichtenportals <a href="https://kun.uz/ru/news/2021/09/19/mirovyye-giganty-xlopkovodstva-kakoye-mesto-sredi-nix-zanimayet-uzbekistan">Kun.uz</a> ist das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens mit 1,1 bis 1,2 Millionen produzierten Tonnen pro Jahr der sechstgrößte Baumwollproduzent der Welt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-veroeffentlicht-erstmals-eigenstaendigen-esg-bericht/"><strong>Usbekistan veröffentlicht erstmals eigenständigen ESG-Bericht </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan versucht auch über die Rohbaumwolle hinaus eine lokale Industrie aufzubauen. Alle geernteten Baumwollfasern werden im Land verarbeitet, während es 2016 laut dem usbekischen Wirtschaftsmedium <a href="https://www.spot.uz/ru/2021/10/28/agro-clusters/">Spot.uz</a> lediglich 40 Prozent waren. Auch die Produktion von Garnen und Textilien hat zugenommen. Im Oktober 2021 schätzte Spot.uz, dass die Exporte bis Jahresende 3 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) erreichen könnten. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Mit dem Ende des Boykotts könnten auch zunehmend ausländische Investor:innen an Usbekistan interessiert sein. In diesem Punkt bleibt die Cotton Campaign jedoch vorsichtig<em>. „Die Cotton Campaign fordert alle Marken, die an einer Beschaffung aus Usbekistan interessiert sind, dringend auf, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten zu erfüllen und sicherzustellen, dass die Arbeitsrechte in allen Phasen der Produktion respektiert werden“</em>, heißt es in der Pressemitteilung. Der usbekischen Regierung könnte so signalisiert werden, dass der Boykott gegebenenfalls schnell wieder eingeführt werden könnte.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/le-boycott-sur-le-coton-ouzbek-en-place-depuis-plus-de-10-ans-a-ete-leve/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<item>
		<title>Weniger Zwangsarbeit bei Baumwollernte in Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[knordhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2021 10:54:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwangsarbeit gibt es in Usbekistan immer noch, aber sie ist wenigstens nicht mehr systematisch organisiert, gab die Internationale Arbeiterorganisation (ILO) bekannt. Das ist gut, aber nicht ausreichend, meint Cotton Campaign. Novastan &#xFC;bersetzt den Artikel, der am 5. Februar 2021 auf Spot ver&#xF6;ffentlicht wurde, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. In ihrem Bericht gibt die ILO bekannt, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwangsarbeit gibt es in Usbekistan immer noch, aber sie ist wenigstens nicht mehr systematisch organisiert, gab die Internationale Arbeiterorganisation (ILO) bekannt. Das ist gut, aber nicht ausreichend, meint Cotton Campaign.</strong> <strong>Novastan übersetzt den Artikel, der am 5. Februar 2021 auf <a href="https://www.spot.uz/ru/2021/02/05/cotton/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Spot</a> veröffentlicht wurde</strong>, <strong>mit freundlicher Genehmigung der Redaktion</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem <a href="https://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_735883/lang--en/index.htm">Bericht</a> gibt die <a href="https://www.ilo.org/global/lang--en/index.htm">ILO </a>bekannt, dass die systematische Einsetzung von Kinder- und Zwangsarbeit in der Baumwollindustrie in Usbekistan ein Ende hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Bericht, der für die Weltbank angefertigt wurde, zeigt, dass 2020 jeder achte Mensch im arbeitsfähigen Alter an der Baumwollernte beteiligt war. Davon waren mehr als die Hälfte (65%) Frauen aus ländlichen Gegenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Als ich ein Kind war haben wir leider oft den Unterricht verpasst, weil wir bei der Baumwollernte waren</em>“, sagt Dilshoda Shodmonova aus Chirchiq. „<em>Dank der Reformen kann meine Tochter heute ohne Unterbrechung in die Schule gehen und Bildung erhalten. Das treibt mich an, mich weiter für das Arbeitsrecht einzusetzen</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-veroeffentlicht-erstmals-eigenstaendigen-esg-bericht/">Usbekistan veröffentlicht erstmals eigenständigen ESG-Bericht</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der ILO hat Usbekistan maßgeblichen Erfolg bei der Einhaltung grundlegender Arbeitsrechte auf den Baumwollfeldern erzielt. Mehr als 99% der ArbeiterInnen bei der Baumwollernte 2020 arbeiteten freiwillig. Die systematische Verpflichtung von Studierenden, Lehrkräften, ÄrztInnen sowie Krankenschwestern wurde vollständig eingestellt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anteil der verpflichteten ErntehelferInnen verringerte sich um 33% im Vergleich zu 2019. Allerdings kommt es doch immer wieder vor, dass Menschen durch Drohungen zur Baumwollernte gezwungen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Höherer Arbeitslohn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr war die grundlegende Mitovation der ErntehelferInnen die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Im Durchschnitt arbeitete eine Person 21 Tage und verdiente 1,54 Millionen usbekische Sum. Damit verdiente man mehr als eine Lehrkraft im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine große Anzahl an Familien ist direkt von der Baumwolle abhängig. 60% der ErntehelferInnen gaben an, dass die Arbeit ihre einzige Einnahmequelle ist. Die ILO merkt an, dass die usbekische Regierung die Löhne seit 2017 erheblich erhöht und eine differenzierte Lohnskala eingeführt hat, damit die ErntehelferInnen gegen Ende der Ernte mehr Geld erhalten, wenn die Bedingungen ungünstiger sind und weniger Baumwolle vorhanden ist. Das trug maßgeblich dazu bei, das die Zwangsarbeit verringert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit/">Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter meint die ILO, dass der Wegfall der staatlichen Bestellung von Baumwolle im März 2020 eine Schlüsselrolle spielte. Dieses System, welches über einen Zeitraum von fast einem Jahrhundert ein fester Bestandteil der Wirtschaft war, förderte die systematische Verletzung von Menschenrechten und begünstigte Zwangsarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Zwangsarbeit ist nicht nur sozial und moralisch nicht vertretbar, sondern ist außerdem eine ernstzunehmende Verletzung der Menschenrechte und ein kriminelles Verbrechen in Usbekistan</em>“, sagt Tanzila Narbaeva, die Vorsitzende des Senats und der Nationalen Kommission für Zwangsarbeit und Menschenhandel. „<em>Um das Verhalten zu ändern, muss die Denkweise der Menschen geändert werden. Das können wir erreichen, wenn wir alle zusammenarbeiten</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es ist nicht so einfach</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strategie des Staates besteht darin, mehr Textilien und weniger Rohstoffe zu exportieren. Dafür müsste der Baumwollverkauf reduziert werden und mehr Waren mit höherem Wert gefertigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese Reformen sollten weiterhin von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden&#8220;, sagte Jonas Astrup, technischer Chefberater der IAO des externen Monitoringprojekts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Übereinstimmung mit den Daten von <a href="http://www.cottoncampaign.org/">Cotton Campaign</a> besteht jedoch ein Problem darin, dass Gebiete in Cluster zusammengelegt werden und damit in Kooperationen mit Unternehmen der vertikal integrierten Produktion. In jedem Gebiet ist nur ein Cluster aktiv. Deshalb haben die Bauern keine Wahl mit wem sie einen Vertrag schließen und können deshalb auch keinen Einfluss auf die Preise von Baumwolle und Wasser nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bekannt ist mindestens ein Fall, bei dem ein Bauer von den örtlichen Behörden die Antwort erhielt, dass es keine Wahl gibt, außer mit dem örtlichen Cluster zusammenzuarbeiten. Der Bauer hatte versucht, eine unabhängige Genossenschaft zu gründen. Bauern, die sich weigern Baumwolle anzubauen, verlieren ihr Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem gibt die Regierung Land der kleinen und mittelgroßen Bauern für die unmittelbare landwirtschaftliche Bewirtschaftung ab, was verheerende Folgen für den Lebensunterhalt von Menschen in ländlichen Gebieten hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Bauern werden als ArbeitnehmerInnen in den Clustern angestellt. Dadurch verlieren sie und ihre Angestellten die Möglichkeit Futterpflanzen anzubauen, Tiere weiden zu lassen und getrocknete Halme zu sammeln, die zum Heizen und als Tierfutter unerlässlich sind. Andere verlieren ihren ganzen Lebensunterhalt .</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Anstatt das Ausnutzungsmodell der Regierung zu einem Ausnutzungsmodell durch die Cluster zu ändern, wäre es besser, ein Modell zu etablieren, in dem auf die verantwortungsbewusste Suche der Lieferanten gesetzt wird, und welches den angreifbaren ArbeiterInnen bessere Möglichkeiten zum Schutz ihrer Arbeitsrechte bietet</em>“, sagt Cathy Feingold, Direktorin der internationalen Abteilung von <a href="https://aflcio.org/">AFL-CIO</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.uzbekforum.org/">Uzbek Forum for Human Rights</a>, Сotton Сampaign und andere Organisationen berichteten über eine deutliche Verbesserung der Situation im Jahr 2020, wobei sie, im Unterschied zur ILO, bislang nicht das Ende von Kinder- und Zwangsarbeit verkünden wollen. Das Land sei jedoch der Beendigung des Boykotts nähergekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Marken(-firmen) wollen ihre Waren aus Ländern mit einer starken und unabhängigen Zivilgesellschaft beziehen, die ein günstiges Umfeld für strenge Überwachung und Durchsetzung von Supply-Chain-Standards schaffen können</em>“, heißt es in einem Artikel der Cotton Campaign.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Für Bauern und Landarbeiter gibt es keine unabhängigen Gewerkschaften oder Organisationen, die ihre Interessen vertreten, kollektive Gespräche ermöglichen oder sie verteidigen könnten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Сotton Сampaign fordert, dass die usbekische Regierung in diesem Jahr erlaubt, dass sich unabhängige NGOs registrieren dürfen, damit das Land den internationalen Menschenrechtsstandards und die Erwartungen der internationalen Partner des Landes, einschließlich Marken(-firmen) und Investoren, erfüllt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Im Original auf <a href="https://www.spot.uz/ru/2021/02/05/cotton/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Spot</a></strong><br><strong>Aus dem Russischen von Katharina Nordhaus</strong></p>


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		<title>Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Rapp]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2020 05:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang September begann in Usbekistan die allj&#xE4;hrliche Baumwollernte - zun&#xE4;chst unter dem Vorzeichen von besseren Arbeitsbedingungen, dem Ende der Zwangsarbeit und der Aufgabe des Baumwollproduktionsplanes. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anfang September begann in Usbekistan die alljährliche Baumwollernte unter dem Vorzeichen von besseren Arbeitsbedingungen, dem Ende der Zwangsarbeit und der Aufgabe des Baumwollproduktionsplanes. Doch trotz der vielversprechenden Maßnahmen von staatlicher Seite berichten ErntehelferInnen von Zwangsarbeit unter dem Deckmantel freiwilliger Beschäftigung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit rund drei Wochen ist die Baumwollerntesaison in Usbekistan wieder in vollem Gange. Allerdings verläuft in dieser Saison vieles anders als in den Vorjahren. Die usbekische Regierung hat nämlich Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsbedingungen der BaumwollpflückerInnen zu verbessern und den Baumwollsektor zu reformieren. Die Baumwolle als <a href="https://oec.world/en/profile/country/asuzb">drittwichtigstes Exportgut</a> hat schließlich einen großen Stellenwert für die usbekische Wirtschaft.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Die Baumwollproduktion folgt einer Tradition, die bis in die Anfänge der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik (USSR) reicht. Als wichtigster Baumwollproduzent der Sowjetunion galt die Republik als »Baumwollmacht«. Zugleich ist diese Geschichte geprägt von Zwangs- und Kinderarbeit, Umweltzerstörung und hinterließ gravierende sozioökonomische Folgen. Seit 2016 bemüht sich die Republik Usbekistan, diese Umstände zugunsten eines wirtschaftlichen Aufschwungs zu ändern. „<em>Das Baumwollpflücken beginnt. Wir haben in dieser Angelegenheit große Fortschritte gemacht. Alle Botschafter und internationalen Organisationen schätzen den Erfolg Usbekistans sehr</em>“, <a href="https://kun.uz/ru/78063070">leitete</a> die Vorsitzende des Senats <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tanzila_Norbaeva">Tanzila Narbayeva</a> die Baumwollsaison 2020 ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis vor kurzem noch legte die Regierung jährlich einen Baumwollproduktionsplan fest. LandwirtInnen waren entsprechend gezwungen, eine bestimmte Menge an Baumwolle zu ernten. Falls sie diesen Soll nicht erfüllen konnten, wurden sie enteignet. Um das Ziel zu erreichen, durften die LandwirtInnen jedoch nicht selbstständig BaumwollpflückerInnen einstellen. Die lokalen Verwaltungen kümmerten sich stattdessen darum, dass ÄrztInnen, LehrerInnen, Studierende und staatliche Angestellte auf den Feldern arbeiteten. Schulen und Universitäten waren in diesen zwei Monaten geschlossen. Auch wenn es für die Betroffenen dem Lauf der Dinge entsprach, von September bis November Baumwolle zu pflücken, war dies kein freiwilliges Arbeitsverhältnis. Auch die Arbeitsbedingungen wurden immer wieder bemängelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/goldene-zeiten-fur-das-weie-gold-in-usbekistan/"><strong>„Goldene Zeiten“ für das „weiße Gold“ in Usbekistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese menschenrechtswidrige Situation erhielt schließlich internationale Aufmerksamkeit. Die USA verhängte im Jahr 2012 ein Embargo und über 300 Marken boykottieren mittels des  »<a href="https://www.sourcingnetwork.org/uzbek-cotton-pledge">Uzbek Cotton Pledge</a>« usbekische Baumwolle. Doch seit dem Amtsantritt des amiterenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Präsidenten Shavkat Mirziyoyev</a> Ende 2016 wird die Baumwollproduktion zunehmend liberalisiert, um den Sektor zu modernisieren und Investoren anzulocken. Nachdem er bereits 2017 seine Absicht erklärte, die Zwangsarbeit abzuschaffen, folgte im Mai  2018 das erste <a href="http://uza.uz/oz/documents/zbekiston-respublikasida-mazhburiy-me-natga-bar-am-berishga--11-05-2018">Dekret</a> gegen Zwangsarbeit. Doch trotz dieses Beschlusses behielt die Praxis bestand. Immerhin mussten nicht mehr Kinder Baumwolle ernten. Die USA hoben ihr Embargo <a href="https://www.federalregister.gov/documents/2019/03/25/2019-05360/notice-of-final-determination-to-remove-uzbek-cotton-from-the-list-of-products-requiring-federal">auf</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der internationale Druck hörte nicht auf, sodass die Regierung weitere Reformen durchsetzte. Dazu zählten etwa die <a href="https://lex.uz/ru/m/acts/111457">Verschärfung der Gesetze bei Verstoß gegen Kinder- und Zwangsarbeit</a> sowie der <a href="https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_norm/---ipec/documents/publication/wcms_735873.pdf">Aufbau von staatlichen Strukturen</a> gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So resümierte die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Arbeitsorganisation">Internationale Arbeiterorganisation</a> (ILO) in ihrem <a href="https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_norm/---ipec/documents/publication/wcms_735873.pdf">Bericht</a> zur Baumwollernte im Jahre 2019: „<em>Systematische Zwangsarbeit hat während der Baumwollernte 2019 nicht stattgefunden. Reformen werden Schritt für Schritt eingeführt und zeigen Wirkung</em>.“ Demnach wurden auch keine Studierenden, Lehrenden oder medizinisches Personal auf den Feldern als BaumwollpflückerInnen eingesetzt. Gleichzeitig weist die ILO darauf hin, dass es „<em>Schwierigkeiten in der Umsetzung [dieser Reformen] auf der lokalen Ebene gibt</em>.“ Denn nach wie vor müssten schätzungsweise 102.000 Menschen (5,9 Prozent aller Beschäftigten) zwangsarbeiten, darunter Beamte und Angestellte von privaten Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liberalisierung der Baumwollproduktion im März 2020</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erneut kam es zu Verkaufsschwierigkeiten der usbekischen Baumwolle auf dem Weltmarkt. Dies führte schließlich im März dieses Jahres zu einem historischen Moment: Mirziyoyev unterzeichnete ein Dekret zur marktwirtschaftlichen Öffnung des Baumwollsektors, das der staatlichen Quotierung der Baumwollernte ein Ende setzte. In diesem Zuge wurden auch die Aktien des Staatsunternehmens <a href="https://uzpaxta.uz/en">Uzpaxtasanoat</a> an private InvestorInnen und Genossenschaften verkauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss daran wandte sich der Minister für Beschäftigung und Arbeit, Nozim Husanov, in einem <a href="https://mehnat.uz/en/news/open-letter-to-cotton-campaign-coalition-on-removing-the-uzbek-cotton-pledge">Offenen Brief</a> an die Vereinigung des »Uzbek Cotton Pledge«: „<em>Wie die jüngsten gesetzlichen Reformen belegen, ist die Regierung von Usbekistan in Zusammenarbeit mit Wirtschafts- und zivilgesellschaftlichen Akteuren dazu bereit, ein neues Kapitel in der Reform der Baumwollindustrie zu beginnen</em>.“ Weiter bittet er die Verantwortlichen: <em>„Damit wir in diesem neuen Kapitel der usbekischen Bevölkerung bedeutungsvolle Veränderungen bringen können, rufe ich Sie dazu auf, den Boykott gegen usbekische Baumwolle zu stoppen.“</em> Dabei verweist er ebenso auf die sich verschlechternde ökonomische Situation der usbekischen Republik durch die Covid-19-Pandemie. Der Baumwoll- und Textilsektor ist somit besonders gegenwärtig für die usbekische Wirtschaft von enormer Relevanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Cotton Campaign waren die vorgenommen Reformen dennoch nicht ausreichend und sie verwiesen auf die weiterhin existierende Zwangsarbeit. „<em>Jedes System, das wir zum Schutz von ArbeiterInnen und LandwirtInnen etablieren, kann nur funktionieren, wenn die usbekische Regierung nicht nur Reformen juristisch einleitet, sondern diese auch umsetzt</em>.“, <a href="http://www.cottoncampaign.org/release16042020.html">deklarierte</a> die Mitbegründerin der Cotton Campaign, Patricia Jurewicz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Reformen 2020</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Anbetracht dieser Standhaftigkeit leitete die usbekische Regierung zur Baumwollsaison 2020 weitere Reformen ein, um die Arbeitsbedingungen der BaumwollpflückerInnen zu verbessern. Dazu gehören unter anderem eine Lohnerhöhung, sodass die ErntehelferInnen nach <a href="https://t.me/uzagroministry/2607">Bekanntgabe des Landwirtschaftsministeriums</a> für jedes Kilogramm Baumwolle 1.000 bis 1.400 Som (0,08 bis 0,11 Euro) erhalten. Im Vorjahr belief sich der Lohn noch auf 200 bis 800 Som (0,02 bis 0,07 Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem erklärte der stellvertretende Minister Bahodir Umrzoqov in einem Interview mit <a href="https://kun.uz/ru/92176443">kun.uz</a>: „<em>Erstmals wird die Baumwollernte in Usbekistan auf Basis von Verträgen organisiert</em>.“ Dabei unterstrich Umrzoqov stets die Freiwilligkeit dieser Arbeitsverhältnisse und die Verpflichtung der ArbeitgeberInnen, Transportmittel, medizinische Untersuchungen und ausreichende Verpflegung gegenüber den ArbeitnehmerInnen bereitzustellen. Auch Kinder würden auf den Feldern nicht geduldet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwolle-in-usbekistan-vom-sezessionskrieg-bis-heute/"><strong>Baumwolle in Usbekistan vom Sezessionskrieg bis heute</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sodann wurden auch Webseiten eingerichtet, auf denen sich potenzielle ArbeitnehmerInnen einerseits <a href="http://terim.uz/phone">registrieren</a> und andererseits Verstöße gegen bestehende Regulierungen <a href="https://dmi.mehnat.uz/">melden</a> könnten. Grundsätzlich klang bei vielen offiziellen Stellungsnahmen der Regierenden etwas Warnendes und zugleich Beschwichtigendes an. Am 12. September <a href="https://kun.uz/ru/78063070">kündigte</a> etwa Narbayeva mit Nachdruck an: „<em>Dieses Jahr werden wir nicht von zehn bis zwanzig, sondern von Millionen Augen kontrolliert. Daher sollte die Zwangsarbeit in Usbekistan vollständig beseitigt werden</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umrzoqov wies weiterhin darauf hin, dass insbesondere Menschen in Not wie arbeitslose junge Menschen, alleinstehende Mütter oder in Usbekistan verweilende ArbeitsmigrantInnen von der Baumwollernte profitieren würden. „<em>Früher wurden [die BaumwollpflückerInnen] nicht von der Bezahlung angezogen, sondern von Versprechungen, Befehlen, Unhöflichkeiten und Einschüchterungen. Jetzt ist das alles vorbei</em>“, betont der stellvertretende Arbeitsminister entschlossen gegenüber <a href="https://kun.uz/ru/92176443">kun.uz</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Doch Zwangsarbeit hat auch 2020 Bestand</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wochen nach dem Beginn der Ernte scheinen diese öffentlichen Bekundungen im Lichte von Schilderungen des US-Amerikanischen Mediums <a href="https://www.rferl.org/a/30843866.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a> (RFE/RL) fragwürdig zu sein. Entgegen der Versprechung der Regierung berichtet RFE/RL von hunderten Beschwerden über Zwangsarbeit, die als freiwillige Arbeit verschleiert wird. Demnach erzählt ein anonymisierter Mitarbeiter eines Regionalbüros des Ministeriums für Notsituation davon, wie ihn seine Vorgesetzten zwangen „<em>freiwillig auf die Baumwollfelder zu gehen</em>“. Die Freiwilligkeit würde er dabei mit dem Unterschreiben des Arbeitsvertrages kundtun. Falls er dieser Anweisung nicht nachkommen sollte, drohten ihm seine Vorgesetzten nach eigenen Angaben: „<em>Wenn du keine Baumwolle pflücken gehst, musst du jemand anderen suchen und ihm Gehalt zahlen</em>.“ Auch Bankangestellte von staatlichen Banken wie der <a href="https://hamkorbank.uz/en/">Hamkorbank</a> beschrieben ähnliche Vorgehensweisen ihrer Vorgesetzten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklungen beunruhigen die Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte, <a href="https://www.hrw.org/de/about/people/komala-ramachandra">Komala Ramachandra</a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Watch">Human Rights Watch</a>. Ihr zufolge gab es wesentliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsarbeit, doch „<em>die Regierung in Taschkent bringt weiterhin Angestellte öffentlicher Institutionen und Unternehmen dazu, auf den Feldern zu arbeiten</em>.“ Betroffen seien davon in erster Linie Bedienstete, Einsatzkräfte der Feuerwehr, KrankenpflegerInnen und Schulpersonal, die Angst um ihre Arbeit oder um den Verlust sozialer Leistungen hätten.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus kritisiert RFE/RL die nach wie vor niedrige Bezahlung, mit der selbst geübte BaumwollpflückerInnen nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 679.330 Som (rund 55 Euro) erreichen könnten. Zudem äußert die Menschenrechtsaktivistin <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Elena_Urlaeva">Elena Urlayeva</a>  gesundheitliche Bedenken hinsichtlich eines weiteren Ausbruchs des Covid-19-Viruses: „<em>Hunderte von Menschen leben in Barracken unter unhygienischen Bedingungen</em>.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt zeichnet sich also ab, dass zwar zahlreiche Reformen auf institutioneller Ebene auf den Weg gebracht worden sind, die sich positiv auf die Situation der ArbeiterInnen auswirkt. Nach wie vor bleiben jedoch verschiedene Arten der Zwangsarbeit ein Problem. Vergessen werden darf dabei nicht, dass diese Praxis in der Baumwollproduktion strukturell verankert ist und sich nicht augenblicklich ändern lässt. Für die Zukunft könnte vielleicht noch entscheidender werden, dass Usbekistan im Prozess einer wirtschaftlichen Diversifizierung ist. Im Rahmen dieses Plans wird die Bedeutung der Baumwollproduktion für die usbekische Wirtschaft immer weiter abnehmen. Die daraus resultierende geringere Nachfrage an ErntehelferInnen wirkt sich wohlmöglich positiv auf die Bekämpfung von Zwangsarbeit aus.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jana Rapp</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Journalistin für Novastan</strong></p>


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		<title>Newsletter: Wenn Gesellschaftskritik für Musiker zur Gefahr wird😷</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2019 16:56:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Zentralasien durch die Woche &#x2013; herzlich willkommen in unserem w&#xF6;chentlichen Newsletter! Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit &#xFC;ber eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an:&#xA0;redaktion@novastan.org&#xA0; Viel Spa&#xDF; beim Lesen! Euer Julius Artikel der Woche &#x201E;Frohe Nachricht&#x201C;: Die S&#xE4;ngerin Zere hat einen neuen Clip ver&#xF6;ffentlicht&#xA0; Am 14. September erschien mit S&#xFC;j&#xFC;ntsch&#xFC; (Kirgisisch f&#xFC;r &#x201E;Gute Nachricht&#x201C;, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<table cellspacing="0" cellpadding="0">
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<p class="p1"><span class="s1"><b>Mit Zentralasien durch die Woche – herzlich willkommen in unserem wöchentlichen Newsletter!</b></span></p>
<p class="p3"><span class="s1">Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit über eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an: <a href="mailto:redaktion@novastan.org"><span class="s2">redaktion@novastan.org</span></a></span><span class="s1"> </span></p>
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</table>
<h1>Artikel der Woche</h1>
<p><figure id="attachment_18013" aria-describedby="caption-attachment-18013" style="width: 999px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-18013" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Zere-Suyunchu.png" alt="Zere Asylbek Suyunchu" width="999" height="562" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Zere-Suyunchu.png 999w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Zere-Suyunchu-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Zere-Suyunchu-768x432.png 768w" sizes="(max-width: 999px) 100vw, 999px" /><figcaption id="caption-attachment-18013" class="wp-caption-text">Der Videoclip von Süjüntschü spielt eine Gerichtsverhandlung</figcaption></figure></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: center"><strong><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=557000140a&amp;e=1c35c6346b">„Frohe Nachricht“: Die Sängerin Zere hat einen neuen Clip veröffentlicht</a></span><span class="s2"> </span></strong></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Am 14. September erschien mit <b>Süjüntschü</b> (<b>Kirgisisch für „Gute Nachricht“</b>, bzw. ein Geschenk zum Anlass einer guten Nachricht) das <b>zweite Musikvideo </b>der jungen <b>Bischkeker Sängerin Zere Asylbek</b>. Ein Jahr zuvor hatte Zere mit ihrem ersten<b> Stück „</b><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=1ce312f4ac&amp;e=1c35c6346b"><span class="s3">Kyz</span></a><b>“ (Mädchen)</b> für <b>Aufsehen</b> gesorgt und eine gesellschaftliche Debatte über die <b>Ungleichheit</b> von <b>Männern und Frauen</b> ausgelöst.</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-18076" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Politik-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Politik-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Politik-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Politik-Small-768x96.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: center"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=07e9e1a16e&amp;e=1c35c6346b"><b>Warum die Konflikte an der tadschikisch-kirgisischen Grenze kein Ende nehmen</b></a></span></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Obwohl die <b>Präsidenten Tadschikistans und Kirgistans</b> <b>bereit</b> sind, die <b>Grenzstreitigkeiten</b> zwischen ihren Ländern <b>mit diplomatischen Mitteln</b> zu <b>lösen</b>, forderte der Konflikt <b>zuletzt wieder vier Tote</b>.</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-17767" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small-768x96.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: center"><strong><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=5990207c8f&amp;e=1c35c6346b">Tadschikistan: Die zweite Turbine des Rogun-Wasserkraftwerks geht ans Netz</a></span></strong></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Fast <b>ein Jahr nach</b> der <b>Inbetriebnahme</b> seiner <b>ersten Turbine</b> und mit fünf Monaten Verspätung verfügt das <b>Rogun-Wasserkraftwerk</b> über eine <b>zweite funktionsbereite Turbine</b>. Nach seiner Fertigstellung soll Rogun über den <b>höchsten Staudamm der Welt</b> verfügen und das <b>leistungsstärkste Wasserkraftwerk</b> in <b>Zentralasien</b> sein.</span></p>
<p class="p4" style="text-align: center"><strong><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=25a4bd9fad&amp;e=1c35c6346b">Der Iran nähert sich Usbekistan an</a></span></strong></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Der <b>Iran</b> wurde <b>2018</b> zum <b>größten Importeur usbekischer Baumwollfasern</b>. Doch auch in <b>anderen Bereichen nähert</b> sich die Islamische Republik an die <b>zentralasiatischen Staaten an</b>.</span></p>
<p class="p4" style="text-align: center"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=44e0f5f8c1&amp;e=1c35c6346b"><b>Samarkand: Anzahl an Pensionen vervierfacht sich innerhalb eines halben Jahres</b></a></span></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Laut Angaben des <b>Departments für Tourismusentwicklung </b>des Gebiets <b>Samarkand</b> ist die <b>Anzahl an Pensionen</b> in der alten Seidenstraßen-Stadt in der <b>ersten Jahreshälfte um das 4-fache gestiegen</b>.</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-18077" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Kultur-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Kultur-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Kultur-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Kultur-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
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<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: center"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=30e960fbd6&amp;e=1c35c6346b"><b>Architekten über die unbeliebtesten Gebäude in Almaty</b></a></span></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Ein<b> Stück Kreml</b>, der rekonstruierte <b>Palast der Republik</b> und die <b>McDonald’s-Filiale</b> auf dem Gelände eines Kinos… <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=c69590bb06&amp;e=1c35c6346b"><span class="s3">The Village</span></a> sprach mit Architekten und Einwohnern über die <b>unbeliebtesten Gebäude Almatys</b>.</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-17579" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p class="p1"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=d4b69dd551&amp;e=1c35c6346b">deutschlandfunk.de</a></span><span class="s2">  und die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=528b202136&amp;e=1c35c6346b"><span class="s1">Neue Zürcher Zeitung</span></a> berichten über ein von <b>Russland</b> in <b>Zentralasien</b> mit <b>130.000 Soldaten</b> abgehaltenes <b>Militärmanöver</b>.</span></p>
<p class="p3"><span class="s2">Auch <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=146309e807&amp;e=1c35c6346b"><span class="s1">orf.at</span></a> sowie die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=025e1c861e&amp;e=1c35c6346b"><span class="s1">Saarbrücker Zeitung </span></a>berichte über den <b>Grenzkonflikt</b> zwischen <b>Tadschikistan</b> und <b>Kirgistan</b>, der jüngst <b>4 Menschen</b> das <b>Leben gekostet</b> hat.</span></p>
<p class="p3"><span class="s2">Die <b>Ringerin Anna Schell </b>konnte sich bei der WM im Ringen in <b>Kasachstan</b> für die <b>Olympischen Spiele</b> in <b>Tokio</b> nächstes Jahr <b>qualifizieren</b>, schreibt <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=c1d898e27b&amp;e=1c35c6346b"><span class="s1">Spiegel Online</span></a>.</span></p>
<p class="p3"><span class="s2">Die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=a4662a33b0&amp;e=1c35c6346b"><span class="s1">Berner Zeitung</span></a> mit einem ausführlichen Artikel über <b>Usbekistans</b> <b>Entwicklung der letzten Jahre</b>.</span></p>
<p><strong><span class="s1">Für den Newsletter per Mail könnt ihr Euch <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=7d3ab0b513&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">hier </span></a>anmelden. Den bekommt ihr dann jede Woche zugesandt. </span></strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/newsletter/newsletter-wenn-gesellschaftskritik-fuer-musiker-zur-gefahr-wird%f0%9f%98%b7/">Newsletter: Wenn Gesellschaftskritik für Musiker zur Gefahr wird😷</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Der Iran nähert sich Usbekistan an</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/der-iran-naehert-sich-usbekistan-an/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Svenja Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2019 04:39:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Iran wurde 2018 zum gr&#xF6;&#xDF;ten Importeur usbekischer Baumwollfasern. Doch auch in anderen Bereichen n&#xE4;hert sich die Islamische Republik an die zentralasiatischen Staaten an. Der Iran liebt usbekische Baumwolle. Laut einer im Januar ver&#xF6;ffentlichten Statistik war Teheran 2018 der gr&#xF6;&#xDF;te Importeur von usbekischen Baumwollfasern. Die Islamische Republik importierte 2018 Baumwolle im Wert von 101,3 Millionen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Iran wurde 2018 zum größten Importeur usbekischer Baumwollfasern. Doch auch in anderen Bereichen nähert sich die Islamische Republik an die zentralasiatischen Staaten an.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Iran liebt usbekische Baumwolle. <a href="https://podrobno.uz/cat/economic/iran-stal-krupneyshim-im/">Laut einer im Januar veröffentlichten Statistik</a> war Teheran 2018 der größte Importeur von usbekischen Baumwollfasern. Die Islamische Republik importierte 2018 Baumwolle im Wert von 101,3 Millionen Euro, deutlich vor China (62,2 Millionen Euro) und Bangladesch (16,2 Millionen Euro). Die Faser des weißen Goldes wird in der Regel in Textilien umgewandelt.</p>
<p style="text-align: justify">Für die Umwelt ist der massive Anbau von Baumwolle jedoch verheerend, da er sehr große Mengen an Wasser erfordert. Dies ist insbesondere wichtig, da der Baumwollanbau in Usbekistan, dem sechstgrößten Baumwollproduzenten der Welt und dem größten unter den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, nach wie vor eine dominante Rolle spielt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/baumwolle-in-usbekistan-vom-sezessionskrieg-bis-heute/">Baumwolle in Usbekistan vom Sezessionskrieg bis heute</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die hohen Baumwollimporte fügen sich in eine Dynamik der verstärkten Beziehungen zwischen dem Iran und den Ländern Zentralasiens ein, in deren Rahmen Kooperationsprojekte immer weiter ausgebaut werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den letzten Jahren wurden die Beziehungen zwischen dem Iran und den zentralasiatischen Ländern merklich ausgebaut. So führte der Besuch des iranischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hassan_Rohani">Hassan Rohani</a> in Turkmenistan im März 2018 zur Unterzeichnung mehrerer Memoranden, die darauf abzielen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern insbesondere im Energiesektor zu vertiefen.</p>
<p style="text-align: justify">Einen Monat später, anlässlich der zwölften Konferenz der Zwischenstaatlichen Kommission für Handel und wirtschaftliche Entwicklung zwischen dem Iran und Usbekistan, wurde die Idee geboren, einen <a href="https://www.azernews.az/region/130573.html">gemeinsamen Handelsrat zwischen der iranischen und der usbekischen Handelskammer</a> einzurichten. Ziel dieses Rates ist es, die Beziehungen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen in beiden Ländern zu stärken. Wie  <a href="https://www.uzdaily.uz/en/post/47557">UzDaily</a> berichtete, wurde am 29. Januar auch eine Absichtserklärung zwischen dem Iran und Usbekistan unterzeichnet. Besonderes Augenmerk wurde auf den Import von iranischem Öl nach Usbekistan und die Lieferung von in Usbekistan produziertem Schwefel an den Iran gelegt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kampf um Einfluss zwischen dem Iran und Saudi-Arabien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese wirtschaftlichen Beziehungen bieten dem Iran auch die Möglichkeit, sich als einflussreiche Regionalmacht in Zentralasien zu behaupten. In den letzten Jahren war die Region Schauplatz eines Kampfes um Einfluss zwischen dem Iran und seinem ständigen Rivalen Saudi-Arabien. Riad ist zunehmend in Tadschikistan präsent, einem zentralasiatischen Land, das sich traditionell dem Iran verbunden fühlt, dessen Beziehungen zum Iran sich aber in den letzten Jahren verschlechtert haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/presseschau-indien-russland-und-china-vertreten-immer-staerker-ihre-interessen-in-zentralasien/">Indien, Russland und China vertreten immer stärker ihre Interessen in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Generell ist ein gutes Verständnis mit den zentralasiatischen Ländern für den Iran unerlässlich, da er auf deren Unterstützung bei der Aufnahme in die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a> zählt. Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan gehören zu den Gründungsmitgliedern dieses von China dominierten Wirtschafts- und Militärbündnisses. Angesichts der von Donald Trump im Mai 2018 angekündigten amerikanischen Sanktionen ist die Mitgliedschaft in der asiatischen Organisation für Teheran entscheidend geworden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Eisenbahnsektor im Zentrum des Handels</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das ehrgeizigste Projekt zwischen dem Iran und Zentralasien bleibt jedoch das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ashgabat_Agreement">Aschgabat-Abkommen</a>. Dieses Abkommen sieht eine enge Zusammenarbeit im Verkehrsbereich zwischen Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Oman und seit Februar 2018 Indien vor. Ziel ist es, einen internationalen Korridor zu schaffen, um den Gütertransport zwischen Zentralasien und dem Persischen Golf zu erleichtern.</p>
<p style="text-align: justify">Neben dem Betrieb und dem Ausbau bestehender Bahnlinien wie der 2014 eingeweihten Strecke Iran-Turkmenistan-Kasachstan bietet dieser Verbund auch eine <a href="https://idsa.in/idsacomments/significance-of-india-joining-the-ashgabat-agreement_p-stobdan-120218">größere internationale Sichtbarkeit für diese Region</a>. Das Aschgabat-Abkommen ermöglicht so die Anbindung des Nord-Süd International Transport Corridor (INSTC), einem mehr als 7.000 Kilometer langen Netz, das Mumbai über Teheran mit Moskau verbindet und dessen Ziel es ist, langfristig die traditionellen Handelsrouten zwischen Asien und Europa zu ersetzen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Gabriel Ertlé</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Svenja Petersen</strong></p>
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