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	<title>Batken Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 17 Jan 2024 19:43:25 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Batken Archives</title>
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	<item>
		<title>Warum es Tadschikistan und Kirgistan schwerfällt, den Grenzkonflikt zu beenden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2022 18:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 14. September kommt an verschiedenen Stellen der tadschikisch-kirgisischen Grenze zu blutigen Auseinandersetzungen, die bereits Dutzende Menschenleben gefordert haben. Im Rahmen des Gipfeltreffens der Shanghai-Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit (SOZ) fanden Gespr&#xE4;che zwischen den Pr&#xE4;sidenten beider L&#xE4;nder statt, jedoch erst, nachdem die Staatlichen Komitees f&#xFC;r Nationale Sicherheit (GKNB) beider L&#xE4;nder einen (nicht eingehaltenen) Waffenstillstand vereinbart hatten. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem 14. September kommt an verschiedenen Stellen der tadschikisch-kirgisischen Grenze zu blutigen Auseinandersetzungen, die bereits Dutzende Menschenleben gefordert haben. Im Rahmen des Gipfeltreffens der Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) fanden Gespräche zwischen den Präsidenten beider Länder statt, jedoch erst, nachdem die Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit (GKNB) beider Länder einen (nicht eingehaltenen) Waffenstillstand vereinbart hatten. Das war kein Zufall, sagt Temur Umarow, Forscher des Carnegie Endowment for International Peace. Der folgende Artikel erschien im russischen Original am 16. September auf <a href="https://kloop.kg/blog/2022/09/16/ochen-nepopulyarnoe-reshenie-zemli-otdavat-pochemu-zhaparov-i-rahmon-ne-mogut-ostanovit-pogranichnyj-konflikt/">Kloop.kg</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Einleitung der Redaktion von Novastan: Seit dem 14. September finden an der tadschikisch-kirgisischen Grenze die bisher schwersten Auseinandersetzungen statt. Während die seit Jahren immer wiederkehrenden bewaffneten Konflikte in der Regel lokal begrenzt und in Form von Schusswechseln stattfanden, erreichen die jüngsten Auseinandersetzungen durch die Vielzahl an Konfliktherden und dem Einsatz schwerer Waffen eine neue Qualität. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Schuld zu, eine vereinbarte </em><a href="https://fergana.news/news/127790/"><em>Waffenruhe</em></a><em> wurde nicht eingehalten. Nach </em><a href="https://fergana.news/photos/127804/"><em>neuesten Angaben</em></a><em> (Stand: 19. September) wurden auf kirgisischer Seite 59 Menschen getötet und 163 verletzt. Tadschikistan <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/20220919/mid-tadzhikistana-akt-agressii-kirgizstana-protiv-tadzhikistana-bil-zaranee-splanirovannoi-aktsiei">vermeldet</a> seinerseits 41 Tote. Ein regelmäßiges Update zu den Ereignissen (in russischer Sprache) liefert </em><a href="https://rus.azattyk.org/a/32036220.html"><em>Radio Azattyk</em></a><em>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. </em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kämpfe an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> erfassten nach Angaben des GKNB am zweiten Tag nach Ausbruch des Konflikts buchstäblich den gesamten Grenzbereich. Während es am ersten Tag Berichte über Verletzungen durch Granatsplitter bei Anwohnenden gab, brannten und explodierten am zweiten Tag bereits Panzer in der Konfliktzone. Wohngebiete von Batken wurden mit Granaten beschossen und die Bevölkerung stand Schlange, um Benzin zu kaufen und das Gebiet zu verlassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits in der <a href="https://kloop.kg/blog/2021/05/06/tadzhikistan-nazval-chislo-zhertv-vooruzhennogo-konflikta-na-granitse-s-kyrgyzstanom-19-pogibshih-87-ranenyh/">letztjährigen Eskalation</a> kam es in Bischkek zu einer Kundgebung, bei der besorgte Bürger:innen die Behörden aufforderten, die bewaffneten Zusammenstöße zu beenden. <em>„Die Präsidenten Tadschikistans und Kirgistans sitzen beim Shanghai-Gipfel in Samarkand, während das Volk leidet“</em>, zitiert <a href="https://kaktus.media/doc/467161_y_belogo_doma_prohodit_miting_iz_za_sobytiy_na_granice._ludey_vse_bolshe_obnovliaetsia.html">Kaktus.media</a> den Menschenrechtsaktivisten Timur Machmudow. Mitglieder des kirgisischen Parlaments, des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a>, versuchten, die Demonstrierenden zu beruhigen – doch die erwartete Nachricht über die Gespräche zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> aus Samarkand kam erst spät am 16. September. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Auf Nachfrage von Kloop bezeichnete Temur Umarow die Gespräche der beiden Präsidenten als legitim: <em>„Um die Grenzfrage zu lösen, muss man Zugeständnisse machen. Dies können weder Rahmon noch Dschaparow. Und das nicht nur, weil der alternde Emomali Rahmon die Macht von sich auf seinen Sohn übertragen hat und Sadyr Dschaparow der Institution des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurultai_(Kirgisistan)">Kurultai</a> Rechenschaft schuldig ist.“</em></p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-23306"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="202" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/123-300x202.jpg" alt="" class="wp-image-23306" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/123-300x202.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/123-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/123.jpg 668w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Temur Umarow</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">

Umarows weitere Einschätzung: <em>„Wie kann ein Mann, der sich ständig für den Schutz der Tadschiken in der ganzen Welt einsetzt, Kirgistan Land „überlassen“, in dem Tadschiken leben? Und umgekehrt: Wenn Dschaparow so etwas täte, muss er mit Massenprotesten seiner Kernwählerschaft rechnen. Es ist eine sehr unpopuläre Entscheidung, Land zu verschenken. Und es ist unmöglich, Territorialstreitigkeiten ohne dies zu lösen. Deshalb wird die Frage wie beim letzten Mal über die Leitung der GKNB gelöst werden.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Konflikt mit Vorgeschichte(n)</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die aktuellen Zusammenstöße sind das Ergebnis Dutzender Konflikte unterschiedlichen Ausmaßes, die fast jährlich entlang der kirgisisch-tadschikischen Grenze stattfinden. Die Voraussetzungen dafür sind in der Tat vielfältig. Zwischen Kirgistan und Tadschikistan gibt es rund 70 umstrittene Grenzabschnitte – nur zu etwa 600 km der 972 km langen Grenze sind bisher <a href="https://24.kg/vlast/240441_kyirgyizstan_itadjikistan_soglasovali_nekotoryie_spornyie_prigranichnyie_uchastki/">Übereinkünfte</a> getroffen worden. Konflikte entstehen an bestimmten Punkten – um die kirgisischen Dörfer Ak-Sai, Kök-Tasch und Samarkandek sowie um die tadschikischen Dörfer Chorku, Surch und die Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a>, die über eine einzige Straße mit dem tadschikischen Kernland verbunden ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/" target="_self" rel="noopener"><strong>Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</strong> </a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Umarow <a href="https://carnegiemoscow.org/commentary/84454">erinnert daran</a>, dass Bischkek und Duschanbe die Besitzverhältnisse in den umstrittenen Gebieten auf Grundlage sowjetischer Landkarten interpretieren, die sie für die jeweils eigene Seite am vorteilhaftesten halten. Tadschikistan verwendet Karten aus den Jahren 1924 bis 1939, weshalb Duschanbe offiziell den Standpunkt vertritt, dass Woruch keine Exklave, sondern ein konvexer Teil des Landes ist und die Verbindungsstraße ebenfalls zu Tadschikistan gehört. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan verwendet seinerseits sowjetische Karten aus den Jahren 1958 und 1959, auf denen Woruch eine Exklave Tadschikistans ist, die von kirgisischem Gebiet umgeben ist. Gleichzeitig sind die tadschikischen und kirgisischen Gemeinschaften in diesen Dörfern nicht getrennt: Sie leben direkt nebeneinander, ihre Häuser und Ländereien sind nicht nach Ethnien getrennt, sondern schachbrettartig miteinander vermischt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Begehrtes Land</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Auch die Wirtschaft trägt zu den Konflikten bei: In den Provinzen <a href="https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/11477/socio-econ-r.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y">Batken</a> in Kirgistan und <a href="https://www.fao.org/3/i5766r/i5766r.pdf">Sughd</a> in Tadschikistan arbeiten drei Viertel der Bevölkerung in der Landwirtschaft. In diesen Gebieten ist es schwierig, ein anderes Einkommen zu erzielen, weshalb die Frage des Landbesitzes für die Menschen auf beiden Seiten besonders wichtig ist.

Zugleich ist die Arbeitslosigkeit auf beiden Seiten der Grenze hoch. Die Provinz Batken hat die höchste Arbeitslosenquote in Kirgistan und ist am stärksten von Geldüberweisungen aus dem Ausland <a href="https://kloop.kg/blog/2018/08/23/strana-na-izhdivenii-kyrgyzstan-vyzhivaet-na-dengi-migrantov-no-ne-umeet-ih-tratit/">abhängig</a>. Außerdem ist es aufgrund der abgelegenen Lage schwierig, das Gebiet Batken zu verlassen, um anderswo zu arbeiten, so Temur Umarow.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Schlange von vermittelnden Ländern, die ihre Hilfe zur Lösung des Konflikts anbieten, ist klein – selbst Nachbarstaaten schweigen. Nur Russland hatte Kirgistan und Tadschikistan seine <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D1%80%D1%84-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B0-%D0%BE%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%82%D1%8C-%D1%81%D0%BE%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%82%D1%8C-%D1%81%D0%B8%D1%82%D1%83%D0%B0%D1%86%D0%B8%D0%B8-%D0%BD%D0%B0-%D0%BA%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D0%BA%D0%BE-%D1%82%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9-%D0%B3%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%86%D0%B5-%D0%BC%D0%B8%D0%B4/2685190">Vermittlung angeboten</a>, aber bisher kam weder eine Antwort aus Duschanbe noch aus Bischkek. Bereits 2020 hatte Tadschikistan ein ähnliches Angebot aus Moskau abgelehnt.

&nbsp;
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://kloop.kg/blog/2022/09/16/ochen-nepopulyarnoe-reshenie-zemli-otdavat-pochemu-zhaparov-i-rahmon-ne-mogut-ostanovit-pogranichnyj-konflikt/">Russischen</a> übersetzt von Michèle Häfliger</strong>
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			</item>
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		<title>Über 40 Tote bei Zusammenstößen an der kirgisisch-tadschikischen Grenze</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Juan-Martin Mounier-Sales]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 May 2021 14:15:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 40 Personen sind nach gewaltsamen Zusammenst&#xF6;&#xDF;en an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan ums Leben gekommen. Ein Gefecht, das mit Steinw&#xFC;rfen zwischen Anwohnern begann, eskalierte zur schlimmsten Auseinandersetzung in den vergangenen Jahren. Das Grenzgebiet zwischen Kirgistan und Tadschikistan erlebt die gewaltt&#xE4;tigsten Zusammenst&#xF6;&#xDF;e in den letzten Jahren. Seit dem 28. April haben K&#xE4;mpfe zwischen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr als 40 Personen sind nach gewaltsamen Zusammenstößen an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan ums Leben gekommen. Ein Gefecht, das mit Steinwürfen zwischen Anwohnern begann, eskalierte zur schlimmsten Auseinandersetzung in den vergangenen Jahren.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Grenzgebiet zwischen Kirgistan und Tadschikistan erlebt die gewalttätigsten Zusammenstöße in den letzten Jahren. Seit dem 28. April haben Kämpfe zwischen Bewohnern und Militärs der beiden Länder zu zahlreichen Toten und Verletzten geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kirgisischen Gesundheitsministerium verzeichnete laut Angaben der Onlinezeitung <a href="https://24.kg/obschestvo/192473_situatsiya_nagranitse_medikov_sredi_ranenyih_net/">24.kg</a> am 1. Mai 33 Tote und über 160 Verletzte. Außerdem seien über 27 000 Kirgistaner aus dem Grenzgebiet evakuiert worden, so die kirgisische Presseagentur <a href="https://akipress.com/news:657647/">Akipress</a>. Aus Tadschikistan gibt es keine offizielle Erklärung zu den Opfern, aber die tadschikische Onlinezeitung <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20210429/pryamoi-efir-konflikt-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Asia Plus</a> schrieb am 30. April von zehn Toten und 90 Verletzten. &nbsp;&nbsp;</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 30. April schien sich die Situation nach einem Waffenstillstandsabkommen zwischen den zwei Staaten beruhigt zu haben. Aber am 1. Mai ist in kirgisischen Medien wie dem Onlinemedium <a href="https://kloop.kg/blog/2021/05/01/zhaparov-i-rahmon-snova-pogovorili-po-telefonu-i-podtverdili-dogovorennost-otvesti-vojska/">Kloop.kg</a> von Straßenblockaden und Schüssen durch tadschikische Soldaten die Rede. An den Grenzabschnitten, die weder definiert noch demarkiert sind, kommt es häufig zu Zusammenstößen, aber der aktuelle ist besonders brenzlich. Wie üblich unterscheiden sich die Beschreibungen und Interpretationen der Ereignisse je nach Quelle erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Konflikt zwischen Anwohnern eskaliert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feindseligkeiten begannen am 28. April in der Nähe des Dorfes Kök-Tasch in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Provinz Batken</a> im Süden Kirgistans, an der Grenze zu Tadschikistan. Wie die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/obschestvo/191940_tadjikskaya_storona_pyitalas_ustanovit_videonablyudenie_naterritorii_kok-tasha/">24.kg</a> unter Berufung auf Informationen der kirgisischen Behörden berichtet, installierten tadschikische Einwohner eine Videoüberwachungskamera an einem Strommast unweit der Wasserentnahmestelle Golownaja am Oberlauf des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara_(Fluss)">Isfara</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/">Militärübung an Grenze Kirgistan-Tadschikistan – eine Provokation im Friedensprozess?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">AnwohnerInnen aus Kirgistan empfanden dies als Provokation und versuchten, den Mast mit der Videokamera abzusägen. <a href="https://24.kg/proisshestvija/191949_nagranitse_stadjikistanom_intsident_storonyi_zabrasyivayut_drug_druga_kamnyami/">24.kg</a> berichtet weiter, dass sich auf beiden Seiten etwa 30-40 Personen versammelten und begannen, sich gegenseitig mit Steinen zu bewerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf tadschikischer Seite erwähnen die Behörden die Installation der Überwachungskamera nicht. Am 28. April kommentierte der tadschikische Grenzschutz in der staatliche Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/rus/2021/04/press-tsentr-pogranichnyh-vojsk-gknb-respubliki-tadzhikistan-soobshhaet/">Khovar</a>, dass &#8222;<em>die Behörden der Kirgisischen Republik gezielt ihre Bürger aus abgelegenen Siedlungen mobilisieren und sie zu interethnischen Konflikten anstacheln.</em>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Armeen mobilisiert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am frühen Morgen des 29. April eskalierte der Konflikt weiter. Die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://svodka.akipress.org/news:1698929?from=svodka&amp;place=newstopic">AKIPress</a> berichtet mit Verweis auf die kirgisische Polizei, dass tadschikische Bürger mit Schusswaffen eine kirgisische Militäreinheit im Dorf angegriffen hätten. Laut <a href="https://svodka.akipress.org/news:1698844?from=svodka&amp;place=newstopic">kirgisischem Grenzschutz</a> kam es am selben Morgen im Gebiet um Kotscho-Boju ebenfalls zu einem Zwischenfall mit Waffeneinsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese ersten Schusswechsel verschärften die Lage: Streitkräfte beider Länder stießen laut <a href="https://svodka.akipress.org/news:1699061?from=svodka&amp;place=newstopic">AKIPress</a> entlang eines umstrittenen Grenzabschnitts zusammen. Ein am Ort des Geschehens aufgenommenes Video zeigt einen Einsatz kirgisischer Soldaten, die von der lokalen Bevölkerung unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Soldaten der Kirgisischen Republik eröffneten heute um 13:05 Uhr das Feuer auf die Soldaten der Grenztruppen der Republik Tadschikistan auf dem Gelände der Wasserverteilungsstelle Golownaja</em> &#8222;, beschrieben die tadschikischen Behörden die Situation nach Angaben von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20210429/pryamoi-efir-konflikt-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Asia-Plus</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://svodka.akipress.org/news:1699116/?from=kgnews&amp;place=mainnowread">AKIPress</a> schrieb hingegen von einem Angriff der tadschikischen Armee auf mehrere kirgisische Grenzeinrichtungen am Nachmittag des 29. April: „<em>Gegen 17.00 Uhr eröffnete die tadschikische Seite das Feuer an den Grenzaußenposten Kaptschygaj, Ming-Bulak, Dostuk sowie an den Grenzposten Kodschogar und Bulak-Baschy. Durch Mörserbeschuss wurde das Gebäude des Grenzaußenpostens Dostuk des Grenzkommandos Batken in Brand gesetzt</em>&#8222;, so die kirgisischen Behörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fragiler Waffenstillstand</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 800 kirgisische Bewohner mehrerer bedrohter Dörfer wurden evakuiert. Die Auseinandersetzungen führten zu Bränden in verschiedenen Häusern, aber auch an Grenzposten und anderen öffentlichen Gebäuden auf beiden Seiten. Mit der Zunahme der Zusammenstöße wurden auf beiden Seiten Verletzte und Tote gemeldet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Welle der Gewalt wurde mit diplomatischen Bemühungen auf staatlicher Ebene begegnet. Der kirgisische Präsident bat auf seiner <a href="https://www.facebook.com/japarov.sadyr/posts/1847176722123915">Facebook-Seite</a> darum, „<em>ruhig zu bleiben, sich nicht zu Provokationen hinreißen zu lassen, keine Feindseligkeit und Zwietracht zu schüren</em>.“ Am frühen Abend des 29. April verhandelten die beiden Außenminister über einen Waffenstillstand, beschreibt <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20210429/pryamoi-efir-konflikt-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Asia-Plus</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend einigen sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand und den Abzug der Truppen aus dem Gebiet, berichtet <a href="https://kloop.kg/blog/2021/04/30/konflikt-na-granitse-kyrgyzstan-i-tadzhikistan-podpisali-zayavlenie-i-protokol-po-uregulirovaniyu-vooruzhennogo-konflikta/">Kloop</a>. Damira Dschusupowa, Sprecherin der kirgisischen Polizei in Batken, sagte jedoch laut <a href="https://interfax.com/newsroom/top-stories/71708/">Interfax</a>, dass am Freitag vor Sonnenaufgang erneut schweres Geschützfeuer ausgebrochen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einer der schwersten Zwischenfälle seit Jahren</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut kirgisischem Grenzschutz bleibt die Lage an der Grenze am 1. Mai „angespannt“, so <a href="https://kloop.kg/blog/2021/05/01/pogransluzhba-v-mestnosti-arka-tadzhikskie-voennye-otkryli-ogon-po-domam-kyrgyzstantsev/">Kloop.kg</a>. Demnach habe es im Laufe des Tages mehrere Angriffe und Straßenblockaden von tadschikischer Seite auf kirgisischem Territorium gegeben. Der tadschikische Grenzschutz bestreitet laut Angaben von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20210429/pryamoi-efir-konflikt-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Asia-Plus</a> die Anschuldigungen und verweist auf die erhöhte Mobilisierung von kirgisischem Militär an der Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannungen reichen auch in die jeweilige kirgisische und tadschikische Öffentlichkeit. Am 1. Mai demonstrierten laut <a href="https://kloop.kg/blog/2021/05/01/v-bishkeke-okolo-500-chelovek-trebuyut-vydat-im-oruzhie-i-otpravit-ih-v-batken/">Kloop</a> etwa 500 Leute in Bischkek mit der Forderung an die Behörden, ihnen Waffen auszuhändigen, damit sie <em>„ihr Vaterland schützen“</em>. In Kirgistan bereiten außerdem Aktivisten aus der Zivilgesellschaft eine Klage vor dem Internationalen Strafgerichtshof vor, so die Juristin Sanija Toktogasijewa <a href="https://www.facebook.com/saniya.toktogazieva">auf Facebook</a>. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Gemeinschaft verfolge die Ereignisse mit Besorgnis, berichtet <a href="https://kloop.kg/blog/2021/04/30/oon-odkb-kazahstan-kak-v-mire-otreagirovali-na-konflikt-na-kyrgyzsko-tadzhikskoj-granitse/">Kloop</a>. In einer Erklärung vom 30. April begrüßte die <a href="https://eeas.europa.eu/delegations/kyrgyz-republic/97545/kyrgyz-republictajikistan-statement-spokesperson-clashes-border_en">Europäische Union</a> den beschlossenen Waffenstillstand: „<em>Die EU bedauert die Gewalttaten der letzten Tage und drückt denjenigen, die Angehörige oder Freunde verloren haben, ihr Mitgefühl aus</em>.“ Sowohl der <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tokaev-pogovoril-s-prezidentami-kyirgyizstana-i-tadjikistana-436265/">Präsident von Kasachstan</a> Qasym-Jomart Toqaev als auch der <a href="https://president.uz/ru/lists/view/4324">usbekische Präsident</a> Shavkat Mirziyoyev riefen in Telefonaten mit ihren tadschikischen und kirgisischen Amtskollegen zu einer Schlichtung des Konfliktes aus. &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 1. Mai unterschrieben die Leiter des kirgisischen und tadschikischen Sicherheitsdiente Kamtschybek Taschijew und Dajmumin Jatimow ein Protokoll zur weiteren Schlichtung der Lage und beschlossen neben einer Waffenruhe den Rückzug der jeweiligen Streitkräfte aus dem Grenzgebiet. „<em>Vom heutigen Tag an wird durch die Bemühungen unserer respektierten Nachbarn und durch unsere Bemühungen Frieden und Ruhe in unseren Ländern eintreten, insbesondere in den Grenzgebieten</em>“, so Taschijew laut Angaben der kirgisischen Onlinezeitung <a href="https://kaktus.media/doc/437438_rykovoditeli_gknb_dvyh_stran_zaiavili_chto_storony_dogovorilis.html">Kaktus</a>. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine unbestimmte Grenze</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 kam es zwischen den beiden zentralasiatischen Ländern immer wieder zu mehr oder weniger heftigen Grenzkonflikten. Im Zentrum der Frustrationen steht die Grenze zwischen den beiden Ländern: Von den 971 Kilometern gemeinsamer Grenze sind nur 504 definiert und markiert.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2020 war zuletzt von einer <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/">Lösung für einen Landtausch</a> zwischen den beiden Staaten die Rede, die aber nicht zustande kam. Ein Treffen im Juli 2019 zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalii Rahmon</a> und dem damaligen kirgisischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/">Sooronbaj Dscheenbekow</a> führte zu einer Erklärung, in der es hieß, dass es keine <em>„ungelösten Fragen“</em> mehr zwischen den beiden Staaten gebe. Die Zusammenstöße vom 28. und 29. April zeigen, dass dies nicht der Fall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt jedoch ein Wahlkampfversprechen des derzeitigen kirgisischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/?noredirect=de-DE">Sadyr Dschaparow</a>. Letzten November, als er noch amtierender Premierminister war, versprach er, die Grenze zu Tadschikistan nach einem Zwischenfall im Oktober zu „<a href="https://novastan.org/fr/politique/encore-un-incident-dans-la-vallee-du-fergana-sadyr-japarov-veut-pacifier-la-frontiere-entre-le-kirghizstan-et-le-tadjikistan/">befrieden</a>&#8222;. Zuletzt führte Kirgistan im März dieses Jahres <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/">Militärübungen</a> an der Grenze zu Tadschikistan durch. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Juan-Martin Mounier-Sales</strong><strong><br>Journalist für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen und Ergänzungen von Florian Coppenrath</strong></p>


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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">Über 40 Tote bei Zusammenstößen an der kirgisisch-tadschikischen Grenze</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Militärübung an Grenze Kirgistan-Tadschikistan – eine Provokation im Friedensprozess?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rshakibaie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2021 10:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kirgistan f&#xE4;hrt dutzende Milit&#xE4;rfahrzeuge in der Provinz Batken an der Grenze zu Tadschikistan auf. Anscheinend wird eine gro&#xDF; angelegte milit&#xE4;rische &#xDC;bung in der umstrittenen Region vorbereitet. Es gibt Ungereimtheiten in der Informationskette. Was bedeutet dies f&#xFC;r den Konsolidierungsprozess zwischen den beiden Staaten? </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirgistan fährt dutzende Militärfahrzeuge in der Provinz Batken an der Grenze zu Tadschikistan auf. Anscheinend wird eine groß angelegte militärische Übung in der umstrittenen Region vorbereitet. Es gibt Ungereimtheiten in der Informationskette. Was bedeutet dies für den Konsolidierungsprozess zwischen den beiden Staaten? Der folgende Artikel erschien am 13. März 2021 auf <a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html">Radioi Ozodi</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Beamte in der nordtadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> berichten, sie seien von Kirgistan nicht über die Vorbereitungen einer militärischen Übung in Grenznähe informiert worden. Das tadschikische Verteidigungsministerium erklärt jedoch, es sei über eine militärische Übung in der Grenzregion im Bilde. Kirgisische Beamte sollen lokale Medien informiert haben, dass Sicherheitskräfte in den Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Batken</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabad</a> Militärübungen durchführen werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wer hat wen wann informiert und warum nicht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Bericht des <a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html">Radio-Free-Europe Ablegers Radioi Ozodi in Tadschikistan</a> habe News.kg Beamte zitiert, laut denen die geplante Übung eine Reaktion der kommunalen Verwaltung in einem Krisenfall testen sollte. An der Übung werden örtliche Behörden des Innenministeriums, des Staatsausschusses für nationale Sicherheit, des Ministeriums für Notsituationen und des kirgisischen Gesundheitsministeriums teilnehmen. Etwa 2000 Personen, 100 verschiedene Militärfahrzeuge, zehn Kampfjets und etwa 20 Artilleriegeschütze sollten eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-die-konflikte-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-kein-ende-nehmen/">Warum die Konflikte an der tadschikisch-kirgisischen Grenze kein Ende nehmen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faridun Mahmadalijew, Sprecher des tadschikischen Verteidigungsministeriums, teilte Radio Ozodi am 13. März mit, dass Kirgistan eine schriftliche Benachrichtigung über eine militärische Übung in Batken erhalten haben sollte. Er erklärte, die Behörden des Verteidigungsministeriums wüssten bereits davon, dass die Vorbereitungen für eine militärische Übung in Batken begonnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regionalregierung der Provinz Sughd und die Verwaltung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Stadt Isfara</a> beteuern dagegen in einer Quelle vom 1. März, sie hätten keine Informationen über die militärische Übung in Batken erhalten und seien nur über die Medien informiert worden. Die Regierung in der Hauptstadt Duschanbe lasse die Grenzregionen im Dunkeln tappen, hieß es. Der Pressedienst des kirgisischen Grenzschutzes teilte seinerseits den lokalen Medien am 12. März mit, dass die Gespräche zur Lösung des Grenzkonflikts am 30. März beginnen würden. Weiterhin hieß es, dass das Ziel der Übung bestehe darin, die Sicherheitskräfte zu koordinieren und ihre Einsatzbereitschaft in einem Kriegszustand zu testen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/">Kann ein Gebietsaustausch den Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan beilegen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faridun Mahmadalijew vom tadschikischen Verteidigungsministerium, erläuterte weiter, dass Nachbarländer nach internationalen Abkommen verpflichtet seien, sich gegenseitig über solche Übungen offiziell zu informieren. Er schlug vor, es sei sinnvoller und produktiver, wenn Kirgistan zusätzlich zum tadschikischen Verteidigungsministerium auch die lokalen Behörden und das Außenministerium benachrichtigen würde. „<em>Bei militärischen Übungen werden schwere Waffen, sogar Luftwaffen, eingesetzt, und die Bewohner von Grenzgebieten müssen darüber informiert werden</em>“, so Mahmadaliew.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Russlands Interesse an lokalen Konflikten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die kirgisische-tadschikische Grenzen hat in letzter Zeit die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen, als Streitigkeiten zwischen Einwohnern und Behörden der beiden Länder in Gewalt eskalierten. Bei den jüngsten Zwischenfällen wurden auf beiden Seiten mehrere Anwohner und Soldaten getötet. Beide Staaten machen sich gegenseitig für den Konflikt verantwortlich. Experten meinen, dass die beiden Länder in vorsichtig sein müssen, den Konflikt nicht ausarten zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/moskau-bietet-sich-als-vermittler-im-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-an/">Moskau bietet sich als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tadschikischer Experte, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden möchte, sagt: „<em>Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Situation an der Grenze zwischen den beiden Ländern weiterhin angespannt ist. Daher sollten beide Länder Vorsicht walten lassen, um einen größeren Konflikt zu vermeiden.</em>“ Der Experte befürchtet, dass sogar ein Drittstaat den Konflikt für eigene Interessen missbrauchen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Im Moment hat Russland Interesse daran, dass sich die postsowjetischen Staaten in einem Konfliktzustand befinden. Und solange diese Spannungen weiter eskalieren, wird das Land sie zu seinem Vorteil nutzen</em>“, erklärt er. „<em>Wie im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan</em>“, vergleicht er, „<em>ist auch bekannt, dass die Türkei in den Konflikt verwickelt ist.</em>“</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden beider Länder sagen, dass die militärische Übung an der Grenze abgesprochen war und die bilateralen Beziehungen nicht beeinträchtigen wird. Der kirgisische Präsident Sadyr Dschaparow wird voraussichtlich in den kommenden Wochen Tadschikistan einen offiziellen Besuch abstatten. Es wird erwartet, dass bei seinem Treffen mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rahmon insbesondere die Frage über die umstrittenen Grenzgebiete erörtert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2015 fand an der tadschikisch-kirgisischen Grenze eine ähnliche militärische Übung mit dem Operationsnamen ‚Sipar-2015‘ statt. Damals nahmen noch Grenzschutzbeamte beider Länder an der militärischen Übung teil.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mirsonabii Choliksod für </strong><a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html"><strong>Radioi Ozodi</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Tadschikischen von Robin Shakibaie</strong></p>


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		<title>Mehrere Verletzte bei gewaltsamen Zusammenstößen an der tadschikisch-kirgisischen Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 14:34:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. Mai kam es in einem umstrittenen Gebiet an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu Zusammenst&#xF6;&#xDF;en. Mindestens zwei tadschikische Grenzsoldaten wurden von Steinen und Geschossen getroffen, bevor sie M&#xF6;rser einsetzten, die drei kirgisische Soldaten schwer verletzten. Solche Auseinandersetzungen haben in den letzten Monaten zugenommen und scheinen unaufhaltbar. Erneute Eskalation an der tadschikisch-kirgisischen Grenze: [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 8. Mai kam es in einem umstrittenen Gebiet an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan zu Zusammenstößen. Mindestens zwei tadschikische Grenzsoldaten wurden von Steinen und Geschossen getroffen, bevor sie Mörser einsetzten, die drei kirgisische Soldaten schwer verletzten. Solche Auseinandersetzungen haben in den letzten Monaten zugenommen und scheinen unaufhaltbar. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Erneute Eskalation an der tadschikisch-kirgisischen Grenze: Einem Bericht der russischen Onlinezeitung <a href="https://fergana.site/news/117943/">Fergana News </a>zufolge wurden am 8. Mai bei gewalttätigen Zusammenstößen mindestens fünf Menschen verletzt. Der Konflikt begann zwischen Dorfbewohnern und wurde von Grenzsoldaten fortgeführt. Zwei tadschikische Soldaten wurden von Steinwürfen und Gewehrfeuer getroffen, während drei kirgisische Grenzsoldaten von Mörserfeuer getroffen wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Der Vorfall ereignete sich in einem umstrittenen Gebiet an der Grenze zwischen den beiden Ländern, in der Nähe der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschorkuh">Tschorkuh</a> im Distrikt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a>, im Norden Tadschikistans und dem Dorf Schek im kirgisischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Batken_District">Distrikt Batken</a> im Südwesten Kirgistans.</p>
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<p style="text-align: justify">Obwohl sich die tadschikische und die kirgisische Wiedergabe der Ereignisse in mehreren Punkten unterscheiden, scheint es erwiesen, dass ein Streit um rund 50 Hektar Land die Ursache der Gewalt ist. Manche Felder in der Nähe der Grenze sind nicht klar abgegrenzt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Widersprüchliche Versionen</strong></p>
<p style="text-align: justify">In einer von der kirgisischen Nachrichtenagentur <a href="https://svodka.akipress.org/news:1616645/?telegram">AKIpress</a> zitierten Erklärung behaupten die kirgisischen Grenzsoldaten, dass das Land schon immer von kirgisischen Dorfbewohnern aus dem Distrikt Batken genutzt wurde. Das <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/incidents/20200508/na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse-proizoshyol-vooruzhyonnii-konflikt-dvoe-tadzhikistantsev-tyazhelo-raneni">Staatskomitee für Nationale Sicherheit Tadschikistans</a> behauptet seiterseits, dass „<em>die Ursache des Konflikts die willkürliche Aneignung von vier Hektar Land durch Bürger der Kirgisischen Republik</em>“ sei und dass „<em>dieses Land laut Gesetz Tadschikistan gehört</em>“.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-besonderheit-der-region-batken-der-politologe-alibek-mukambajew-ueber-den-grenzkonflikt-im-ferganatal/">Die Besonderheit der Region Batkent &#8211; Politologe Alibek Mukambajew über den Grenzkonflikt im Ferganatal</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Zu Beginn des Konflikts fingen etwa 40 tadschikische und kirgisische Dorfbewohner auf jeder Seite an, sich gegenseitig mit Steinen zu bewerfen. Laut einem Bericht habe ein Mann auch eine Schrotflinte abgefeuert. Nach der Version der kirgisischen Grenzsoldaten feuerten diese daraufhin mehrere Warnschüsse ab, um die beiden Gruppen zu zerstreuen. Von tadschikischer Seite aus heißt es, dass „<em>die kirgisischen Grenzsoldaten provozierten, anstatt den Konflikt zu lösen, das Feuer auf unbewaffnete tadschikische Bürger eröffneten</em>“ und dabei zwei Grenzsoldaten verletzten. Doch die tadschikische Version ist selbst widersprüchlich. Laut Angaben der Stadtverwaltung von Isfara wurde einer der beiden tadschikischen Soldaten durch einen Stein <a href="https://rus.azattyq.org/a/30601878.html">verwundet</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Drei durch Mörserbeschuss verwundete kirgisische Grenzsoldaten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dann feuerten nach <a href="https://kaktus.media/doc/412600_troe_voennoslyjashih_kyrgyzstana_polychili_pylevye_raneniia_v_hode_konflikta_na_granice.html">Angaben des Grenzschutzes</a> tadschikische Soldaten unerwartet Mörser auf kirgisische Bürger ab. In einem vom kirgisischen Onlinemedium Kaktus <a href="https://kaktus.media/doc/412596_tadjikskie_pogranichniki_obstreliali_kyrgyzstancev_iz_minometov._video.html">online gestellten Video </a>hört man zahlreiche Schüsse und sieht zwei Grenzsoldaten, die einen Verletzten tragen. Diese Mörserschüsse werden weder im Bericht der tadschikischen Sicherheitsdienste noch in der Meldung der offiziellen tadschikischen Agentur <a href="https://khovar.tj/2020/05/markazi-matbuoti-shun-oi-sar-adii-kdam-t-habar-medi-ad-3/">Khovar</a> erwähnt.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-21736" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Carto-ferghana-DE-corrigée.jpg" alt="Karte Ferganatal Konflikte" width="795" height="689" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Carto-ferghana-DE-corrigée.jpg 795w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Carto-ferghana-DE-corrigée-300x260.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Carto-ferghana-DE-corrigée-768x666.jpg 768w" sizes="(max-width: 795px) 100vw, 795px" /></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der kirgisischen Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/obschestvo/152273_konflikt_nagranitse_sostoyanie_prooperirovannogo_pogranichnika_krayne_tyajeloe/">24.kg</a> wurden drei Soldaten getroffen und in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Stadt Batken</a> ins Krankenhaus eingeliefert. Einer der Grenzschutzbeamten, dessen Zustand als „<em>äußerst ernst</em>“ eingestuft wird, ist an der Wirbelsäule, im Unterleib und im Becken verletzt. Die beiden anderen Grenzschutzbeamten erlitten Brustverletzungen. Ihr Zustand wird als „<em>stabil</em>“ und „<em>mäßig</em>“ bewertet. Darüber hinaus wurde auch ein Ortsansässiger, dessen Zustand nicht spezifiziert wurde, ins Krankenhaus eingeliefert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Telefongespräch zwischen den stellvertretenden Premierministern</strong></p>
<p style="text-align: justify">Vor Ort scheinen Verhandlungen zwischen den Grenzschutzbeamten die Lage beruhigt zu haben. Darüber hinaus <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20200509/glavi-mid-tadzhikistana-i-kirgizstana-obsudili-proizoshedshii-na-granitse-intsident?tg_rhash=4ad06923c19fc6">telefonierte</a> Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschynggys_Aidarbekow">Tschyngys Aidarbekow</a> auf Initiative Kirgistans am Abend des 8. Mai mit seinem tadschikischen Amtskollegen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sirodjidin_Aslov">Sirodschiddin Muhriddin</a>. Während des Gesprächs betonten die beiden Minister „<em>die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens, um den Vorfall rasch zu lösen</em>“. Sie zeigten sich auch darüber einig, wie wichtig es ist, „<em>der Bevölkerung vor Ort die Situation zu erklären</em>“, um „<em>die Spannungen in der Grenzregion zu mildern und eine weitere Eskalation zu verhindern</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/30601878.html">Radio Azattyk</a> am 9. Mai berichtete, fand zudem ein Telefongespräch zwischen dem für die Grenzen zuständigen stellvertretenden Ministerpräsidenten Kirgistans, <a href="https://24.kg/english/143397_Akram_Madumarov_to_become_new_Deputy_Prime_Minister_of_Kyrgyzstan/">Akram Madumarow</a>, und seinem tadschikischen Amtskollegen <a href="https://who.ca-news.org/people:16160">Asim Ibrohim</a> statt. Beide Seiten verurteilten den Gebrauch von Schusswaffen und einigten sich, dass weitere Schritte zum Abbau der Spannungen unternommen werden sollten. „<em>Beide Seite drückten ihr Engagement für frühere Abkommen und für einen konstruktiven Ansatz zur Lösung der Probleme aus</em>“, so Madumarow. „<em>Die Situation in der Batken-Region steht unter der besonderen Kontrolle der Regierung</em>&#8222;, fügte er hinzu. Nach Angaben der Agentur <a href="https://24.kg/obschestvo/152302_konflikt_nagranitse_vbatken_vyileteli_vitse-premer_imediki/">24.kg</a> besuchte der kirgisische Vizeminister am 9. Mai mit einem Militärflugzeug den Ort des Vorfalls. <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20200509/dushanbe-i-bishkek-obvinyayut-drug-druga-v-intsidente-na-granitse">Asia-Plus</a> berichtet, dass Botschafter beider Länder einberufen wurden und die Regierungen Protestnoten austauschten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zunahme der Grenzzwischenfälle zwischen Tadschikistan und Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Solche Absichtserklärungen der Behörden verdecken aber kaum die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-die-konflikte-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-kein-ende-nehmen/">Grenzspannungen</a> zwischen den beiden Ländern. Seit 2019 nehmen Zwischenfälle an der Grenze zu. Tadschikistan und Kirgistan haben eine gemeinsame Grenze von 976 Kilometern Länge. Davon sind nur 504 Kilometer offiziell definiert und demarkiert. Die Grenzfrage wird durch zwei tadschikische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Exklaven_und_Enklaven">Enklaven</a> auf kirgisischem Territorium weiter erschwert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-die-konflikte-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-kein-ende-nehmen/">Warum die Konflikte an der kirgisisch-tadschikischen Grenze kein Ende nehmen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Beispielsweise brach im <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/un-mort-de-plus-dans-le-conflit-frontalier-de-vorukh-entre-tadjikistan-et-kirghizstan/">Juli 2019</a> in der Nähe der tadschikischen Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a> und des kirgisischen Dorfes Ak-Sai ein Konflikt um eine Flagge und ein Schild aus, die auf umstrittenem Gebiet aufgestellt worden waren. Es kam zu einer Schießerei und einem Todesopfer auf tadschikischer Seite. Die kirgisische Regierung beschloss daraufhin, mehrere hundert Menschen aus dem Dorf zu evakuieren. Wenige Tage später traf der kirgisische Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/?noredirect=de_DE">Sooronbaj Dscheenbekow</a> am Ort des Geschehens mit seinem tadschikischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> zusammen, um die Verhandlungen über die Grenze <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-kyrgyzstan-presidents-meet-for-historic-border-powwow">voranzubringen</a>.</p>
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<p style="text-align: justify">Im September 2019 führte der <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/un-poste-de-controle-a-la-frontiere-entre-kirghizstan-et-tadjikistan-relance-les-tensions/">Bau eines neuen Kontrollpunktes</a> im Grenzbereich zu neuen Spannungen. Es kam zu einer Schießerei, bei der ein kirgisischer und drei tadschikische Grenzsoldaten <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/4-militaires-kirghiz-et-tadjiks-tues-apres-des-echanges-de-tirs-a-la-frontiere/">getötet wurden</a>. Darüber hinaus wurde <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/les-conflits-a-la-frontiere-entre-tadjikistan-et-kirghizstan-continuent/">im Dezember</a> eine tadschikische Dorfbewohnerin mit Schrot verletzt, während 200 Menschen im Gebiet von Batken durch Steine verletzt wurden. Die Scharmützel wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/tadjiks-et-kirghiz-saffrontent-a-la-frontiere-a-coups-de-pierres-et-de-fusils-de-chasse/">wieder aufgenommen</a>, als Tadschiken und Kirgisen erneut mit Steinen und Jagdgewehren aufeinanderprallten.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz der von den Präsidenten Kirgistans und Tadschikistans im Juli 2019 eingeleiteten Vermittlung scheinen die Verhandlungen ins Stocken geraten zu sein. Die zentralen Behörden sind überfordert, und nichts scheint die Eskalation aufhalten zu können. Am 21. Februar wurde Berichten zufolge bei einem Treffen zwischen dem tadschikischen und dem kirgisischen Vizepremierminister ein Gebietsaustausch <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-kirghizstan-et-le-tadjikistan-vont-ils-echanger-des-territoires-pour-resoudre-leurs-conflits-frontaliers/">erörtert</a>, der den Grenzverlauf vereinfachen würde. Diese Information wurde jedoch sofort von Nasirbek Borubajew, dem Sonderbeauftragten der kirgisischen Regierung für Grenzfragen, <a href="https://rus.azattyk.org/a/30451242.html">dementiert</a>.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Quentin Couvreur </strong><br />
<strong>Journalist für Novastan (Französisch) </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Grenzkonflikt im Ferghanatal: Neue Wendung in den Verhandlungen um die Enklave Woruch?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Agathe Guy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 07:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Batken]]></category>
		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Sooronbaj Dscheenbekow]]></category>
		<category><![CDATA[Woruch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Verhandlungen zwischen Tadschikistan und Kirgistan &#xFC;ber die Enklave Woruch werden trotz neuer Konfrontationen in der Region fortgesetzt. Die Pr&#xE4;sidenten der beiden Staaten werden sich am 26. Juli in Isfara und Woruch treffen, um eine L&#xF6;sung f&#xFC;r diesen Konflikt zu suchen. Nach einem ersten Treffen der stellvertretenden Innenminister am 23. Juli werden sich die Pr&#xE4;sidenten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Verhandlungen zwischen Tadschikistan und Kirgistan über die Enklave Woruch werden trotz neuer Konfrontationen in der Region fortgesetzt. Die Präsidenten der beiden Staaten werden sich am 26. Juli in Isfara und Woruch treffen, um eine Lösung für diesen Konflikt zu suchen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach einem ersten Treffen der stellvertretenden Innenminister am 23. Juli werden sich die Präsidenten Tadschikistans und Kirgistans am 26. Juli in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a> zu Verhandlungen über die Delimitation ihrer gemeinsamen Grenze treffen. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dscheenbekow</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rachmon</a> werden sich genauer mit den schwierigen Fragen befassen, die tadschikische Enklaven in Kirgistan &#8211; wie zum Beispiel Woruch – hervorrufen. Im von  der südkirgisischen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> umgebenen Woruch kam es in der letzten Zeit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der tadschikischen und der kirgisischen Bevölkerung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/"><strong>Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Die Grenze zwischen beiden Staaten ist seit vielen Jahren umstritten, wobei die Spannungen in letzter Zeit zunehmen und <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwei-tote-bei-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan/">im März zu zwei Toten führten</a>. Knapp über 50 Prozent der Grenze werden von beiden Staaten anerkannt und die Präsidenten haben viel zu tun, um diesem Prozentsatz zu erhöhen. Tatsächlich sind die Verhandlungen schwierig, da sich beide Seiten auf verschiedene Karten berufen – Tadschikistan auf eine Karte aus dem Jahr 1924 und Kirgistan auf eine aus den 1950er Jahren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Greifbare Spannung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Sooronbaj Dscheenbekow und Emomali Rachmon werden sich zunächst in Isfara alleine treffen, bevor sie ein zweites Mal in Woruch zusammenkommen, um <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/politics/20190724/isfara-gotovitsya-k-vstreche-prezidentov-tadzhikistana-i-kirgizstana">sich mit VertreterInnen der Gemeinden beiderseits der Grenze</a> auszutauschen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Treffen finden vor dem Hintergrund neuer Konfrontationen statt. Während gewalttätiger Auseinandersetzungen wurde am 22. Juli ein Einwohner Woruchs getötet, mehrere dutzend Anwohner wurden verletzt und 600 weitere evakuiert. Der Konflikt wurde durch das Aufhängen einer tadschikischen Flagge und eines kirgisischen Schildes auf umstrittenem Gebiet ausgelöst. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Schuld zu. <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20190723/kirgizstan-i-tadzhikistan-nachali-sovmestnoe-patrulirovanie-na-granitse">Mehrere Polizisten wurden verletzt</a>, was darauf hindeutet, dass die Sicherheitskräfte der Lage nicht Herr waren.</p>
<p><figure id="attachment_17746" aria-describedby="caption-attachment-17746" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17746" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley.png" alt="Karte des Ferghanatals" width="1920" height="1152" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley.png 1920w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley-300x180.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley-768x461.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley-1024x614.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/1920px-Ferghana_Valley-1300x780.png 1300w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><figcaption id="caption-attachment-17746" class="wp-caption-text">Im kirgischen Teil des Ferghanatals liegen mehrere tadschikische Enklaven.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Entscheidung für Woruch als Verhandlungsort ist symbolträchtig. Der tadschikische Bezirk gehört zur Provinz Isfara, mit der er nur über eine einzige Straße verbunden ist. Eine der gegenwärtigen Forderungen besteht darin, das 600 Meter breite und 3 Kilometer lange <a href="http://www.ng.ru/cis/2019-07-21/5_7627_tadzhikistan.html?fbclid=IwAR2aGFdXOgIdAnj7gm4ykUQrLq_igNJRaiXra2dK-XTri2IbvkQbAFrYY-M">Grundstück an den tadschikischen Staat zu übergeben</a>. Dieser Vorschlag wird allerdings nicht von Kirgistan unterstützt, das 2013 mit dem Bau einer Straße begann, welche die Städte Kök-Tasch und Tamdik verbinden soll. Diese Straße hatte wiederum in Duschanbe für Verstimmung gesorgt und führte bereits zu 2014 zu einer ersten Schießerei an der Grenze. Seitdem bestehen die Spannungen um die Enklave fort.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Strategische Herausforderungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Hintergründe des Streits ergeben sich aus der geografischen Lage der Enklave im berüchtigten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferghanatal</a>. Der Fluss Isfara, der die Region durchquert, erstreckt sich über mehr als 130 Kilometer. 55 Prozent seiner Wasserressourcen sind für Tadschikistan und 37 Prozent für Kirgisistan bestimmt, wie Dokumente des sowjetischen Ministeriums für Boden- und Wasserwirtschaft aus dem Jahr 1982 belegen. In dem besonders trockenen aber von Landwirtschaft geprägten Gebiet ist die Verteilung der Wasserressourcen besonders während der Sommermonate von zentraler Bedeutung.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus befindet sich das Gebiet im Aktionsradius krimineller Organisationen. Dies gilt insbesondere für den Heroinschmuggel: Die sogenannte Nord-Route verläuft von Tadschikistan über Kirgistan weiter in Richtung Russland und Europa. Die aktuelle Situation führt zu Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Grenzen und kommt den Verbrecherbanden zu gute.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/highway-to-heroin-vom-drogenhandel-und-neuen-konsum-in-zentralasien/"><strong>Highway to Heroin – vom Drogenhandel und neuen Konsum in Zentralasien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regionales_Informations-_und_Koordinierungszentrum_für_Zentralasien">Regionalen Informations- und Koordinierungszentrum für Zentralasien</a> wurden im Jahr 2017 50 Kilogramm Drogen beschlagnahmt, wobei <a href="https://www.politico.com/magazine/story/2014/02/tajikistan-the-narcostate-103886">80 Prozent des afghanischen Heroins</a> über Tadschikistan transportiert werden. Darüber hinaus gibt es radikale <a href="http://www.ng.ru/cis/2019-07-21/5_7627_tadzhikistan.html?fbclid=IwAR2aGFdXOgIdAnj7gm4ykUQrLq_igNJRaiXra2dK-XTri2IbvkQbAFrYY-M">islamistische Gruppen</a>, die die Sicherheitslage möglicherweise verschlimmern könnten. In diesem Rahmen sind die anstehenden Verhandlungen sowohl auf lokaler als auch auf regionaler Ebene von entscheidender Bedeutung, um die Situation zu entschärfen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Agathe Guy, Redakteurin bei Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Neuer Zwischenfall an der tadschikisch-kirgisischen Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 May 2019 04:11:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Monate nach den letzten Zusammenst&#xF6;&#xDF;en an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan gab es am 22. Mai eine neue Konfrontation. Laut dem kirgisischen Grenzdienst haben tadschikische Grenzbeamte dabei mehrmals in die Luft geschossen. &#xA0; Tadschikische Grenzschutzbeamte benutzten ihre Waffen f&#xFC;r Warnsch&#xFC;sse gegen&#xFC;ber kirgisischen B&#xFC;rgern, so der Grenzdienst Kirgistans am 22. Mai. Zwei Monate nach [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Zwei Monate nach den letzten Zusammenstößen an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan gab es am 22. Mai eine neue Konfrontation. Laut dem kirgisischen Grenzdienst haben tadschikische Grenzbeamte dabei mehrmals in die Luft geschossen.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikische Grenzschutzbeamte benutzten ihre Waffen für Warnschüsse gegenüber kirgisischen Bürgern, so der Grenzdienst Kirgistans am 22. Mai. Zwei Monate nach den letzten Zusammenstößen, bei denen am 13. und 14. März mehrere Menschen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwei-tote-bei-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan/">ums Leben kamen</a>, ist die Lage noch lange nicht entspannt, und das trotz der aufgenommenen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Verhandlungen</a> zwischen beiden Seiten.</p>
<p style="text-align: justify">Mitverantwortlich sind Bürger und Grenzschutzbeamten der Gebiete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> auf der kirgisischen Seite und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Isfara </a>auf der tadschikischen Seite. Der jüngste Konflikt brach bei einer Trauerfeier für einen verstorbenen Bewohner des kirgisischen Dorfes Karabak aus. Der Friedhof von Karabak liegt 150 Meter vom Dorf entfernt auf tadschikischem Staatsgebiet. Trotzdem wird das Gebiet um den Friedhof oft von kirgisischen Bürgern genutzt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwei-tote-bei-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan/">Zwei Tote bei Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach der Ankunft tadschikischer Grenzbeamten brach ein Streit aus, wobei die Dorfbewohner die Soldaten dazu aufforderten den Friedhof zu verlassen. Wie das kirgisische Medium <a href="https://24.kg/proisshestvija/118357_vbatkenskoy_oblasti_vnov_styichka_mestnyih_jiteley_stadjikskimi_pogranichnikami/">24.kg</a> berichtet, schossen die Grenzbeamten bei der verbalen Konfrontation in die Luft. Vertreter des Grenzschutzes beider Seiden kamen danach zusammen, um den Konflikt zu lösen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein wiederkehrendes Problem zwischen den Regionen Batken und Isfara</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Lage bleibt aber Konfus. Auf Anfrage von <a href="https://rus.azattyk.org/a/29956139.html">Radio Azattyk</a> erklärte der Sprecher der Verwaltung von Isfara Ikbol Iljoszoda, dass „<em>eine Gruppe von bewaffneten kirgisischen Grenzschutzbeamten mit Absicht die tadschikische Grenze in die Stadt Lakkon überschritten hat</em>“. Mit Verweis auf eine <a href="https://www.facebook.com/ikbolteshaev/videos/1197814093726120/">Videoaufzeichnung</a> bezeichnet er die Taten der kirgisischen Grenzschutzbeamten als eine Provokation.</p>
<p style="text-align: justify">Iljoszoda fügt hinzu, dass bereits zehn Tage zuvor eine Gruppe von sechs bewaffneten Kirgisen die Grenze zu Tadschikistan illegal überschritten hat. Der kürzliche Zwischenfall sei demnach „<em>eine weitere Provokation der kirgisischen Seite, die die Arbeit der Zwischenstaatlichen Kommission zur Abgrenzung und Demarkation der Grenze behindert</em>“, wie von <a href="https://www.news.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20190522/ocherednoi-konflikt-na-granitse-tadzhikistana-i-kirgizstana-teper-iz-za-kladbitsha">Asia Plus</a> widergegeben.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz des Vorfalls laufen die Verhandlungen weiter. Parallel dazu gibt es auch Aufklärungsarbeit mit den Dorfbewohnern. Letzteres erfordert die Ankunft der Leiter von Regierungsstellen an den Konfliktstandorten. Frühere Grenzverhandlungen wurden durch die Nutzung von verschiedenen Karten aus den letzten Jahren von beiden Seiten erschwert. Frühere Zusammenstöße fanden vor allem um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch-Enklave</a> herum statt. Nur scheinen sich die Vorfälle auch in dieser Region der tadschikisch-kirgisischen Grenze zu verbreiten.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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		<title>Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 14:23:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Batken]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
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		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die wachsenden Spannungen an der tadschikisch-kirgisischen Grenze, die zwei tadschikische Todesopfer forderten, stellen eine direkte Herausforderung f&#xFC;r die wieder aufbl&#xFC;hende regionale Kooperation in Zentralasien dar. Eine Analyse dazu lieferte das tadschikische Medium Asia-Plus. Wir &#xFC;bersetzen sie mit freundlicher Genehmigung. Nach kurz anhaltender Ruhe an der kirgisisch-tadschikischen Grenze, haben die Spannungen wieder ihren Lauf genommen. Am [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die wachsenden Spannungen an der tadschikisch-kirgisischen Grenze, die zwei tadschikische Todesopfer forderten, stellen eine direkte Herausforderung für die wieder aufblühende regionale Kooperation in Zentralasien dar. Eine Analyse dazu lieferte das tadschikische Medium <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20190316/zemlya-kak-kamen-pretknoveniya-chto-proishodit-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse-na-samom-dele">Asia-Plus</a>. Wir übersetzen sie mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach kurz anhaltender Ruhe an der kirgisisch-tadschikischen Grenze, haben die Spannungen wieder ihren Lauf genommen. Am 13. Und 14. März wurde erneut Blut vergossen. Nach Angaben kirgisischer Grenzbeamter hätten tadschikische Dorfbewohner von Mekhnatabad den Konflikt ausgelöst, um gegen den Bau der Umlaufstraße Ak-Saj-Tamdyk zu protestieren, die Kirgistan nahe der Grenze in einem umstrittenen Gebiet bauen lassen will. Von Tadschikischer Seite hingegen ist zu hören, Kirgisen seien Initiatoren des Konflikts gewesen, um das Gebiet an sich zu reißen. Zwei Tadschikische Staatsbürger wurden dabei erschossen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zwei-tote-bei-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan/">Zwei Tote bei Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 15. März leiteten die Autoritäten beider Seiten Verhandlungen ein, um die Situation zu lösen. Die Verhandlungen sind noch im Gange, das Grenzgebiet ist aktuell stabil, und die Militärbeamten wurden auf beiden Seiten zur Gewährung der Sicherheit verstärkt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Boden, Straße, Wasser: drei Konflikte in Einem</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die noch unter der Sowjetunion begangenen Fehler bei der Grenzziehung ihrer Territorien legten das Fundament für heutige territoriale Streitfragen im postsowjetischen Raum, insbesondere der zentralasiatischen Region. Die Folgen zeigen sich in den heutigen interethnischen Beziehungen.</p>
<p style="text-align: justify">Unter den Architekten der Sowjetunion hätte sich keiner den Zusammenbruch ihres erschaffenen Reiches ausmalen können. Das Resultat sind zehntausende von umstrittenen Gebieten an den Grenzen der postsowjetischen Republiken, die bis heute von einer aufgeheizten Stimmung geprägt sind.</p>
<p style="text-align: justify">Das Gebiet rund um die tadschikische Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a> ist eine solcher Streitzonen. Sowohl Tadschiken als auch Kirgisen beanspruchen das Gebiet für sich. Die Enklave gehört zu Tadschikistan, ist aber von der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Batken_Region">Batken</a> Region, im Süden Kirgistans, umgeben. Offiziell gehört Woruch zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Bezirk von Isfara</a>, im Norden Tadschikistans, und zählt mehr als 34.000 Einwohner, fast ausschließlich tadschikischer Ethnie.</p>
<p><figure id="attachment_16610" aria-describedby="caption-attachment-16610" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-16610" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/fergana_map.jpeg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/fergana_map.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/fergana_map-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/fergana_map-128x86.jpeg 128w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-16610" class="wp-caption-text">Die Stadt Woruch gehört zum Bezirk Isfara in Tadschikistan, ist aber geographisch davon getrennt und umgeben von der kirgisischen Batken-Region. Das führt seit Jahren zu Grenzkonflikten</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Das Problem der Konfliktlösung liegt darin, dass beide Länder sich auf geographische Angaben von Landkarten in unterschiedlichen Zeitabschnitten beziehen. Tadschikistan besteht auf die Grenze, wie sie zwischen 1924 und 1939 auf der Karte angegeben war. Kirgistan hingegen pocht auf eine Interpretation der Grenzlinie, die zu einem anderen Zeitpunkt auf den Landkarten eingezeichnet war.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Seit Jahrhunderten gehören diese Gebiete den Tadschiken, davon zeugen die antiken Namen der Ortschaften und historischen Monumente“, </em>erklärt der tadschikische Historiker Farruch Bosorow. <em>„Diese Erde wurde mit stillgeschwiegener Einvernehmlichkeit unserer Autoritäten aus irgendeinem Grund zu kirgisischem Boden. Heute ist Woruch abgeschnitten und der einzige Weg nach Isfara [</em>die nächstgelegenste tadschikische Stadt, Anm.d.Red<em>.] führt über kirgisisches Staatsgebiet. Deswegen herrscht dort bereits seit Jahren ein blutiger Konflikt.“</em><strong>&nbsp;</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-ferganatal-in-hundert-tnen/">Das Ferganatal in hundert Tönen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben territorialen Grenzen, spielt auch das Wasser in der vorwiegend landwirtschaftlichen Region eine große Rolle. Während der Bewässerungszeit spüren beide Seiten die Knappheit der Wasserressourcen, weshalb sich Konflikte darüber in dieser Zeit häufen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Vorhaben der kirgisischen Behörden, durch eine Verlegung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara_(Fluss)">des Flusses Isfara</a> seine Wasserbedürfnisse zu decken, beunruhigt nicht nur die Bewohner von Woruch, sondern beträfe auch wichtige Ackerlandschaften Isfaras und Kanibadams, die vom selben Fluss bewässert werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>&nbsp;</strong><strong>„Ohne Zugeständnisse wird es keinen Frieden geben“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die neu entfachte Gewalteskalation stellt auch die regionale Kooperation Zentralasiens in Frage, die seit einigen Jahren erst wiederbelebt wurde, meint der tadschikische Politikwissenschaftler Abdulgani Mamadasimow.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Solch ein Spannungsfeld an einem Grenzgebiet, das zwar klein aber dicht besiedelt ist, bedarf einer sehr sorgfältigen Lösung dieses ‚gordischen Knotens‘“, meint der tadschikische Analyst. „Es geht nicht um eine simple Grenzziehung zwischen zwei Staaten. Es geht um eine Exklave [</em>Ein tadschikisches Territorium, vom Mutterland abgeschnitten und von kirgisischen Gebieten umgeben, Anm.d.Red.], <em>aber auch um die Frage der Verwaltung von Wasserressourcen, geteilter Bewässerungssysteme, und schließlich eine strategische Straße für beide Länder</em>. <em>Um den Konflikt rechtzeitig zu lösen, braucht es einen Konsens der Kommission zu gegenseitigen Zugeständnissen und Grenzziehung. Ohne diese wird es weder Frieden noch Stabilität für die Region geben.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Aus diesem Grund sei es laut Mamadasimow nötig, in kurzmöglichster Zeit Prioritäten zu setzen, und zu bestimmen, was das wichtigste für die tadschikische Seite ist (Boden oder Wasser, Wasser oder Straße, Boden oder Straße). Darauf sollen die Verhandlungen sich dann fokussieren, um den Konflikt einzudämmen, bevor er sich zu unrecht in die Länge zieht.</p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Analysten stockt die Situation aufgrund von nationalistischen Gefühlen und Gebietsansprüchen, welche den Konflikt unrechtmäßig provozierten: „<em>Das Leben eines Tadschiken oder eines Kirgisen ist so viel mehr wert, wie ein Hektar Land oder eine Fläche Weide“, </em>betont Mamadasimow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auf auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ferganatal-das-projekt-frag-deine-oma-produziert-faszinierende-geschichten-2/">Ferganatal: Omas erzählen faszinierende Geschichten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Politikwissenschaftler Schokir Chakimow schätzt, dass die Treffen nur zu kurzfristigen Visionen führen, als Antwort auf den aktuellen Konflikt, das Problem aber nicht Lösen werden. <em>„Solche Kommissionen gab es schon, die den politischen Eliten verkündeten, sie hätten die Grenzprobleme zwischen den Nachbarstaaten geregelt. Aber nach einiger Zeit, tauchten neue Konflikte auf, und das seit 1991.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Laut Schokir Chakimow sollten die Fragen zur Grenzziehung schnellstmöglich beantwortet werden, genauso wie zur territorialen Integrität und friedlichem Zusammenleben der Bürger der benachbarten Staaten. „<em>Natürlich braucht es dafür gute Absichten, eine intergouvernementale Kommission mit den nötigen Kompetenzen, die sich bemüht Resultate zu liefern, sie im Parlament oder einer anderen geeigneten Autorität zu ratifizieren, und schließlich auch umzusetzen. Aber es gibt nicht nur Diplomatie und Politik, denn der Konflikt wird von den lokalen Bewohnern ausgelebt. Aus diesem Grund braucht es kulturelle, sportliche und Wirtschaftliche Veranstaltungen, die gegenseitiges Vertrauen fördern und somit zum Aufbau konstruktiver Beziehungen beitragen. Nur so kann ein Ende der Gewaltspirale zwischen den Grenzbewohnern erreicht werden“, </em>erklärt der Experte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>(K)Ein Ausweg in Sicht?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Journalist aus Tadschikistan Negmatullo Mirsaidow erforscht seit Jahren die Grenzkonflikte der Bewohner des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fergana_Valley">Ferganatals.</a> Er ist sich sicher, dass die Region in Zukunft von wiederholten Grenzkonflikten bedroht wird, bis die grundlegenden Grenzfragen, ihre Verwaltung und die Kontrolle der Gebiete nicht geklärt sind.</p>
<p><figure id="attachment_16602" aria-describedby="caption-attachment-16602" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-16602" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k.jpg" alt="Chudschand Tadschikistan Reis" width="2048" height="1117" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k-300x164.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k-768x419.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k-1024x559.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/03/43800767372_1b8a3bdc01_k-1300x709.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-16602" class="wp-caption-text">Das fruchtbare Ferganatal ist ein multiethnisches, hochumstrittenes Gebiet, da es eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft sowohl für Tadschikistan als auch für Kirgistan spielt</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Anfang 2015 schaffte es die Kommission für die tadschikisch-kirgisische Grenzziehung nicht, Maßnahmen für 503 von insgesamt 971 km der Grenze zu definieren. In den letzten Jahren haben sich beide Seiten in Widersprüche verwickelt. „<em>Und das ist kein Zufall. Bis dahin waren alle markierten Zonen zum Größtenteil unbevölkert</em>“, meint Journalist Mirsaidow.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Die Probleme begannen, als es um die Trennung von dicht besiedelten Zonen zwischen Kirgisen und Tadschiken ging. Es ist unmöglich eine Linie inmitten von Häusern und Straßen durchzuziehen. Die Grenzen, die zur Zeit der UdSSR auf der geographischen Karte eingezeichnet wurden, basieren nicht auf sinnvollen Kriterien. Es ist heute umso schwieriger, die Situation zu lösen, angesichts der erstarkenden nationalistischen Gefühle unter den Menschen, die an der Grenze leben.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Die Grenzstadt Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Journalisten gäbe es verschiedene Möglichkeiten der Stabilisierung: „<em>Die erste Möglichkeit ist eine Entmilitarisierung des Gebiets, was die kirgisische Seite, die eine Minderheit in der Region darstellt, wahrscheinlich nicht akzeptieren wird. Dann sollte das Militärpersonal durch neue Grenzposten ausgetauscht werden. Die Parteien sollten sich dabei auf eine Sonderstellung der umstrittenen Gebiete einigen, und den Bewohnern die doppelte Staatsbürgerschaft ermöglichen. Das ist alles machbar, es fehlt nur der Wille.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Chaidar Schodijew<br />
</strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20190316/zemlya-kak-kamen-pretknoveniya-chto-proishodit-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse-na-samom-dele"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-conflit-frontalier-entre-tadjikistan-et-kirghizstan-un-defi-pour-la-cooperation-regionale-renaissante/">Aus dem französischen</a> von Julia Tappeiner</strong></p>
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		<title>Zwei Tote bei Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2019 09:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einem erneuten Konflikt zwischen Einwohnern des Grenzgebiets zwischen Batken (Kirgistan) und Isfara (Tadschikistan) wurden am 13. und 14. M&#xE4;rz zwei Personen erschossen. Weitere Einwohner wurden schwer verletzt. Somit handelt es sich um einen der gewaltt&#xE4;tigsten und t&#xF6;dlichsten Grenzkonflikte der letzten Jahre. Nach einer seit Herbst relativ ruhigen Lage sind die Spannungen zwischen den Einwohnern [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Bei einem erneuten Konflikt zwischen Einwohnern des Grenzgebiets zwischen Batken (Kirgistan) und Isfara (Tadschikistan) wurden am 13. und 14. März zwei Personen erschossen. Weitere Einwohner wurden schwer verletzt. Somit handelt es sich um einen der gewalttätigsten und tödlichsten Grenzkonflikte der letzten Jahre. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach einer seit Herbst relativ ruhigen Lage sind die Spannungen zwischen den Einwohnern beiderseits der Grenze zwischen den Bezirken <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Batken</a>, im Süden Kirgistans, und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Isfara</a>, im Norden Tadschikistans, am 13. März erneut entfacht. Laut dem <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20190314/zhitel-isfari-pogib-v-rezultate-konflikta-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">tadschikischen Online-Medium Asia-Plus</a> wurde ein 43-jähriger Lehrer aus dem Dorf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chorku,_Tajikistan">Tschorku</a> durch einen Schuss aus einem Jagdgewehr erschossen, der von kirgisischem Territorium aus abgegeben wurde. Nach Schusswechsel mit Bürgern Kirgistans am Nachmittag des 14. März kam auch ein 37-jähriger Mann aus Todschikon ums Leben und mehrere wurden verletzt, so die Quellen von <a href="http://asiaplus.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20190314/srochno-ocherednaya-perestrelka-v-voruhe-pogib-odin-chelovek">Asia-Plus</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-ferganatal-in-hundert-tnen/">Das Ferganatal in hundert Tönen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Berichten zufolge wurden etwa 20 Bürger Tadschikistans durch Schüsse verwundet, davon befänden sich elf in einem schweren Zustand. Außerdem sollen 30 in Kirgistan als Geisel gehalten werden, so <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20190314/pogranvoiska-gknb-rt-kirgizskaya-storona-protiv-dogovoryonnostei-nachala-stroitelstvo-dorogi">Asia-Plus</a>, das sich auf Informationen des tadschikischen Grenzdienstes beruft. Auf kirgisischer Seite wird nur eine Schusswunde gemeldet<strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nervöse Bewohner und überforderte Ordnungskräfte</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des kirgisischen Grenzdienstes brach der Konflikt zwischen Einwohnern der Dörfer Ak-Saj (Kirgistan) und Mekhnatabad (Tadschikistan) am 13. März um 15.30 Uhr in der Nähe von Kodschogar aus, so die <a href="https://kg.akipress.org/news:1500256">Nachrichtenagentur Akipress</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Etwa 200 Einwohner von Grenzdörfern in Kirgistan und Tadschikistan, darunter Leiter der Lokalbehörden, versammelten sich an der Grenze und begannen nach einem verbalen Austausch Steine aufeinander zu werfen. Die kirgisischen und tadschikischen Grenzschutzbeamten kamen vor Ort an und beendeten den Konflikt durch Luftschüsse.</p>
<p style="text-align: justify">Erst später, gegen 20:30 Uhr, soll sich die Lage verschärft haben. Auf kirgisischer Seite wird tadschikischen Bürgern vorgeworfen, den Hangar eines Bewohners des kirgisischen Dorfes Ortoboz niedergebrannt zu haben. Andererseits werden kirgisische Bürger beschuldigt, tadschikische Lagerhallen und eine tadschikische Fabrik in Brand gesteckt zu haben. Zu dieser Zeit habe ein Schusswechsel stattgefunden, bei dem ein Tadschike starb und etwa 20 weitere verwundet wurden. Laut kirgisischen Medienberichten wurde nur ein kirgisischer Bürger angeschossen und ins Krankenhaus in Batken gebracht. Sein Leben ist nicht in Gefahr.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Auslöser: Bau einer Straße auf umstrittenem Gebiet</strong></p>
<p style="text-align: justify">Hintergrund dieses Gewaltanstiegs ist der Bau einer Umgehungsstraße zwischen Aksay und Tamdyk in der kirgisischen Region Batken. Nach Angaben von <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20190314/zhitel-isfari-pogib-v-rezultate-konflikta-na-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Asia-Plus</a> sollen die Konflikte durch die Wiederaufnahme der Bauarbeiten in einem zwischen den beiden Ländern umstrittenen Gebiet ausgelöst worden sein.</p>
<p style="text-align: justify">Die Bewohner des tadschikischen Dorfes Todschikon fordern, dass der Bau der Straße gestoppt wird, bis eine Entscheidung über die Demarkierung der Grenze zwischen den Ländern getroffen wird. Vor vier Tagen sollen Kirgisen den Bau der Straße, die die tadschikische Enklave Woruch umgeht, wiederaufgenommen haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Konflikt mit Präzedenzfällen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des Bürgermeisteramtes von Isfara in Tadschikistan wurde der Konflikt durch Provokationen von kirgisischer Seite augelöst. „<em>Zuvor hatten sich die Parteien nach mehreren Konflikten in dieser Region darauf geeinigt, keine Bauarbeiten in den umstrittenen Gebieten durchzuführen. Kirgistan hat dennoch mit dem Bau einer Straße begonnen, was zu neuen Auseinandersetzungen geführt hat</em>“, so die Verwaltung von Isfara gegenüber Asia-Plus.</p>
<p style="text-align: center">„<em>Sie </em>[die Kirgisen, Anm. d. Red.] <em>wollen eine Straße in der Stadt Schakak bauen und sie dann zu den Quellen des Woruch-Flusses bringen. So wollen sie die</em> [tadchikische] <em>Enklave Woruch von allen Seiten vollständig blockieren</em>&#8222;, sagte Gafurdchon Dschurajew, der Bürgermeister von Todschikon auf Anfragt von Asia-Plus.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/arbeiter-fur-einen-tag-warum-tadschiken-jeden-tag-nach-kirgistan-fahren/">Arbeiter für einen Tag: Warum Tadschiken jeden Tag nach Kirgistan fahren</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bewohner von Isfara werfen den lokalen Behörden Passivität bei den Verhandlungen mit Kirgistan über umstrittene Grenzgebiete vor. Sie sind empört darüber, dass die kirgisische Seite im Herbst den Bau einer Wasserleitung in Todschikon nicht erlaubte, obwohl diese tadschikisches Gebiet durchquerte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine stabile Lage</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisischen Behörden haben den Tod zweier tadschikischer Bürger <a href="https://kloop.kg/blog/2019/03/15/konflikt-na-granitse-vsego-tri-kyrgyzstantsa-raneny-situatsiya-otnositelno-stabilnaya/">noch nicht bestätigt</a> und berichten von drei Verletzten, darunter einer schwer, auf kirgisischer Seite. Es laufen <a href="http://kg.akipress.org/news:1500623/?from=portal&amp;place=bytag">Verhandlungen</a> zwischen den tadschikischen und kirgisischen Innenministern bei denen laut Angaben kirgisischer Seite bereits über gemeinsame Ermittlungen zu den Ereignissen und gemeinsame Grenzpatrouillen entschieden wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Am Vormittag des 15. März war die Lage an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan relativ stabil, trotz andauernden Schusswechsels am Vortag.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion </strong></p>
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		<title>Handarbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jan 2019 03:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Basar]]></category>
		<category><![CDATA[Batken]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Vielfalt getrockneten Obsts ist besonders im Sp&#xE4;tsommer und nicht nur in Kirgistan &#xFC;berw&#xE4;ltigend. Besonders im Ferghana-Tal und in Batken findet sich viele, teilweise urspr&#xFC;ngliche Sorten verschiedener Obstsorten. Foto: Richard Watson Hier geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vielfalt getrockneten Obsts ist besonders im Spätsommer und nicht nur in Kirgistan überwältigend. Besonders im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferghana-Tal</a> und in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Batken</a> findet sich viele, teilweise ursprüngliche Sorten verschiedener Obstsorten.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.facebook.com/113717087068/posts/10157318095632069/">Richard Watson</a></strong></p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>10 Kilometer zu Fuß – wie kirgisische Dorfkinder zur Schule kommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2017 06:07:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Batken]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Toktogul Olouya, einem kirgisischen Dorf im S&#xFC;dwesten des Landes, wurde weder die Verkehrsinfrastruktur, noch nahegelegene Schulen eingerichtet. Die Bewohner und ihre Kinder sehen sich einer komplizierten Situation gegen&#xFC;bergestellt und m&#xFC;ssen sich selbst organisieren, um nicht vollkommen von der restlichen Welt abgeschnitten zu sein. Bei den Beh&#xF6;rden sto&#xDF;en sie nur auf taube Ohren. Dieser Artikel [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Toktogul Olouya, einem kirgisischen Dorf im Südwesten des Landes, wurde weder die Verkehrsinfrastruktur, noch nahegelegene Schulen eingerichtet. Die Bewohner und ihre Kinder sehen sich einer komplizierten Situation gegenübergestellt und müssen sich selbst organisieren, um nicht vollkommen von der restlichen Welt abgeschnitten zu sein. Bei den Behörden stoßen sie nur auf taube Ohren. Dieser Artikel wurde Novastan freundlicherweise von <a href="http://kloop.kg/blog/2016/12/17/nastoyashhee-vremya-10-km-v-den-do-shkoly-i-obratno-kak-deti-v-kyrgyzstane-dobirayutsya-na-zanyatiya/">Kloop.kg</a> zur Verfügung gestellt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Kinder des kirgisischen Dorfes Toktogul Olouya im<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken"> Gebiet Batken </a>wandern jeden Tag mehr als 10 Kilometer, um zur Schule und zurück zu gelangen. Ihr Heimatdorf verfügt über keine Schule und die lokalen Behörden sind bereits seit vielen Jahren nicht in der Lage, einen Schultransport einzurichten. <em>„Wenn wir sechs Stunden haben, gehen wir nicht zur Schule, da es zu riskant ist, danach mitten in der Nacht zurückzukehren. Zu normalen Zeiten gehen wir zu Fuß nach Hause.“</em>, erzählt einer der Schüler aus Toktogul Olouya.</p>
<p style="text-align: justify">Jeden Tag müssen seine Freunde und er 10 Kilometer laufen, um zum Unterricht gehen zu können. Toktogul Olouya verfügte nie über eine Schule und die Kinder müssen in die Stadt gehen, um eine Ausbildung zu bekommen. Generell wurden keine öffentlichen Verkehrsmittel eingerichtet, um die Stadt und das Land zu verbinden. Nicht selten kommt es vor, dass die Kinder nach Hause kommen, wenn die Nacht bereits angebrochen ist, was wiederum die Eltern beunruhigt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Behörden sind wenig hilfsbereit</strong></p>
<p style="text-align: justify">Galbai Tschermatow, ein Bewohner Toktogul Olouyas bestätigt<a href="http://kloop.kg/blog/2016/12/17/nastoyashhee-vremya-10-km-v-den-do-shkoly-i-obratno-kak-deti-v-kyrgyzstane-dobirayutsya-na-zanyatiya/"> Kloop.kg</a>: „<em>Wir haben mehr als einmal an die Behörden appelliert. Im Winter ist es kalt und die Dunkelheit bricht schnell ein. Die Kinder könnten den städteverbindenden Transport nehmen, doch die Busse holen sie nicht immer ab. Wir haben Angst, dass unsere Kinder verschwinden.“<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wir-wohnen-in-der-ratsek-hutte-ein-besuch-bei-den-kletterern-im-ala-archa-nationalpark-kirgistan/">Wohnen zwischen Eis und Himmel – Wie zwei kirgisische Wanderer auf 3330 Höhenmeter überleben</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Doch auf Seiten der Behörden scheinen die Appelle der Eltern nach Hilfe unerhört zu bleiben. Die einzige von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung: auf ihre Kosten einen Bus mieten, der viermal am Tag die Kinder zur Schule und zurück ins Dorf bringt. Dies würde ungefähr 5 Dollar pro Schüler kosten, was eine beträchtliche Summe in solch einem armen Land darstellt. Eine Lösung, die bei den Eltern Verzweiflung auslöst.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nicht eingelöste Versprechen<br />
</strong><br />
Mamsadyk Sultanow, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Batken, verspricht: „<em>Wir werden zu gegebener Zeit beginnen, darüber nachzudenken. Wenn ab Beginn des nächsten Jahres die neugewählten lokalen Abgeordneten eine Lösung für dieses Problem finden und die Mittel freigeben, werden Buslinien eingerichtet, die in alle Vororte fahren.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Die Eltern glauben nicht an die Zusagen der lokalen Vertreter. Bereits im vergangenen Jahr hatte man ihnen die gleichen Versprechen gemacht, doch keines wurde seitdem eingelöst. <em>„Es ist sehr hart für die Kinder, wenn es kalt ist. Die Autofahrer auf der Straße halten nicht an, um sie mitzunehmen. Wir wenden uns laufend an das Rathaus. Sie überhäufen uns mit Versprechen, aber nichts passiert.“</em>, beklagt Jussubali Achiraliew, ein Bewohner Toktogul Olouyas.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-chatkal-tal-ein-kirgisisches-klondike-uber-bergbau-isolation-und-korruption/">Das Chatkal-Tal – ein „kirgisisches Klondike“: über Bergbau, Isolation und Korruption</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Toktogul Olouya ist seit fünfzehn Jahren Teil des Gebietes Batken. Bis heute blieben zahlreiche soziale Probleme ungelöst und die grundlegendsten Dienstleistungen und Infrastrukturen wie Trinkwasser und Straßen fehlen den Dorfbewohnern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Übersetzt von Agnes Lüdicke</strong></p>
<p style="text-align: justify">
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