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	<title>Baikonur Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 17 Jul 2024 19:23:35 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Baikonur Archives</title>
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		<title>Den Weltraum erforschen: Die Entwicklung von Baikonur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jul 2023 07:06:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Kosmodrom von Baikonur ist ebenso mit sowjetischen Triumphen der Raumfahrt wie mit Umweltproblemen verbunden. Zum &#x201E;Tag des Kosmonauten&#x201C; zeichnet Masa Media die Geschichte des Weltraumbahnhofs nach. Am 12. April feiert die Welt den Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt. Im postsowjetischen Raum ist er als Tag des Kosmonauten bekannt. Denn am 12. April 1961 startete [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Kosmodrom von Baikonur ist ebenso mit sowjetischen Triumphen der Raumfahrt wie mit Umweltproblemen verbunden. Zum „Tag des Kosmonauten“ zeichnet Masa Media die Geschichte des Weltraumbahnhofs nach.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. April feiert die Welt den Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt. Im postsowjetischen Raum ist er als Tag des Kosmonauten bekannt. Denn am 12. April 1961 startete der sowjetische Kosmonaut <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Alexejewitsch_Gagarin">Jurij Gagarin</a> mit der Raumsonde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wostok_1">Wostok-1</a> vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Baikonur">Kosmodrom Baikonur</a> aus und unternahm einen Orbitalflug um den Planeten Erde. Das in Kasachstan gelegene Baikonur spielte sowohl dabei als auch bei der anschließenden Weltraumforschung eine wichtige Rolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Entstehung von Baikonur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 1955 beschloss die sowjetische Regierung, ein Testgelände für Interkontinentalraketen zu errichten. Eine Sonderkommission wählte das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Gebiet Qyzylorda</a> in der Kasachstanischen SSR als Standort für das künftige Kosmodrom. Dieses Gebiet zeichnete sich durch das Vorhandensein eines Eisenbahnanschlusses und von Süßwasser sowie durch ein großes Territorium und große Distanz zu Großstädten aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten nahm die Anlage den Betrieb auf. Von Baikonur aus wurde 1957 die R-7-Rakete mit dem weltweit ersten künstlichen Erdsatelliten gestartet. 1960 machten die Hunde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Belka_und_Strelka">Belka und Strelka</a> vom Kosmodrom aus einen Weltraumflug und kehrten als erste Lebewesen zur Erde zurück. Und ein Jahr später, am 12. April 1961, unternahm Jurij Gagarin den weltweit ersten Flug ins All.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 1991 flogen weitere 71 Menschen von Baikonur aus in den Weltraum. Insgesamt führte die Sowjetunion etwa 2.500 Starts durch. Der letzte Kosmonaut, der aus der UdSSR in den Himmel flog, war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toqtar_Äubäkirow">Toqtar Áubákirov</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Kosmodrom heute</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zusammenbruch der UdSSR ging Baikonur in den Besitz Kasachstans über. Damals verfügte das Land nicht über genügend Ressourcen und dem Kosmodrom wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Zahl der Weltraumstarts ging zurück, Personal wanderte nach Russland ab. Sowohl das Kosmodrom als auch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baikonur">Stadt Baikonur</a> erlebten schwere Zeiten: In Wohngebäuden gab es keine Heizung, die Wasserversorgung funktionierte nur zeitweise und das Essen wurde in den Innenhöfen der Hochhäuser gekocht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1994 wurde das Kosmodrom für 20 Jahre an Russland verpachtet, um den Zustand der Raumfahrtindustrie und das Leben in Baikonur insgesamt zu verbessern. Die Pachtsumme betrug 115 Millionen US-Dollar pro Jahr. Im Jahr 2004 wurde der Mietvertrag bis 2050 verlängert.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Unterzeichnung eines Abkommens über die Entwicklung der Zusammenarbeit begannen Kasachstan und Russland mit dem gemeinsamen Betrieb und der Modernisierung von Baikonur. Dies führte zu einigen Fortschritten in der Weltraumforschung. Der Weltraumtourismus begann sich zu entwickeln: Von 2001 bis 2009 reisten sieben Tourist:innen von Baikonur zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Raumstation">ISS</a>. Die Raumflüge wurden von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roskosmos">Roskosmos</a> und der amerikanischen Firma <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Space_Adventures">Space Adventures</a> organisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 2001 bis 2020 wurden 345 Raumschiffe vom Weltraumbahnhof gestartet und 2004 wurde ein russisch-kasachstanisches Gemeinschaftsprojekt zur Errichtung des Weltraumraketenkomplexes „Baiterek“ gestartet. Dies soll den Zustand der Umwelt rund um Baikonur durch den Einsatz „umweltfreundlicher Raketen“ verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stagnation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz gewisser Erfolge befindet sich das Kosmodrom jedoch in einem Zustand der Stagnation. Dies ist zum Teil auf die Verpachtung an Russland zurückzuführen. Zuvor betrieb die Russische Föderation das Kosmodrom, um sowohl nationale als auch internationale Projekte umzusetzen. Dazu gehörten bemannte Flüge zur ISS, wissenschaftliche Programme und kommerzielle Satellitenstarts. Mit der Wiederbelebung des Interesses an Raumfahrtaktivitäten in den USA flogen amerikanische Astronauten jedoch nicht mehr aus Kasachstan, sondern aus Amerika zur ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 2018 stellte der Luft- und Raumfahrtausschuss des kasachstanischen Ministeriums für Verteidigung und Luft- und Raumfahrtindustrie <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazakhstan-russia-baikonur-future/29535994.html">fest</a>, dass <em>„die Auslastung des Kosmodroms Baikonur durch bemannte Starts abnehmen wird“</em>, wenn die USA sich weigern, Amerikaner mit Hilfe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_(Raumschiff)">Sojus</a> zur ISS zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-zukunft-von-baikonur-satellitenstadt-oder-geisterstadt/">Die Zukunft von Baikonur: Satellitenstadt oder Geisterstadt?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Rückgang der kommerziellen Aufträge verzeichnet Baikonur aber auch eine rückgehende Präsenz von Russland insgesamt. Wie aus einem Artikel des Forschungsinstituts <a href="https://jamestown.org/program/kremlin-strategy-baikonur-putting-kazakhstans-space-program-box/">Jamestown Foundation</a> hervorgeht, verlagert Roskosmos seine Aktivitäten schrittweise auf Weltraumbahnhöfe innerhalb Russlands – im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Archangelsk">Gebiet Archangelsk</a> und im Fernen Osten. Während im Jahr 2021 noch 14 von 24 Starts von Baikonur aus erfolgten, waren es <a href="https://liter.kz/skolko-zapuskov-raket-osushchestvili-s-kosmodroma-baikonur-v-2022-godu-1672475922/">2022</a> nur noch 7 von 22.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Maßnahmen zeugen von einer abnehmenden Präsenz von Roskosmos auf dem Territorium Kasachstans. So wurde beispielsweise im Jahr 2021 bekannt, dass Russland die Anmietung von 16 Anlagen im Kosmodrom Baikonur verweigern und diese nach Kasachstan auslagern will.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zustand der Umwelt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ökologische Situation des Gebiets um Baikonur wird von der Nutzung des Kosmodroms beeinflusst. Von 1996 bis 2017 starteten von Baikonur aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Proton_(Rakete)">Proton</a>&#8211; und Sojus-Raketen mit ausländischen Satelliten. Dank ihnen hat Russland in 21 Jahren etwa 7 bis 8 Milliarden US-Dollar <a href="https://informburo.kz/interview/kto-i-skolko-zarabatyval-na-puskax-s-baikonura">verdient</a>. Der Zustand der Umwelt hat sich dadurch aber verschlechtert, da die Haupteinnahmequelle Raketen waren, die mit giftigem Treibstoff gefüllt waren. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KazCosmos">KazCosmos</a> kündigte sogar in regelmäßigen Abständen vorübergehende <a href="https://www.kommersant.ru/doc/1723086">Verbote</a> für den Abschuss russischer Raketen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Austritt von hochgiftigem Raketentreibstoff wird der Boden verseucht. Das Gebiet von Baikonur kann in Zukunft langfristig nicht mehr im Interesse der Volkswirtschaft genutzt werden. Nach einer Kontamination des Bodens mit Heptyl, einem Bestandteil des Raketentreibstoffs der Proton-Trägerrakete, bleiben dessen Spuren 80–100 Jahre im Boden. Nach dem Absturz einer von Baikonur gestarteten Proton-Rakete im Jahr 2013 formierte sich in Kasachstan eine Anti-Heptyl-Protestbewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ich-wuerde-luegen-wenn-ich-sagen-wuerde-dass-ich-mir-eine-atomwaffenfreie-welt-vorstellen-kann-ein-interview-mit-togjan-qasenova/">„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir eine atomwaffenfreie Welt vorstellen kann“ – ein Interview mit Togjan Qasenova</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund für die Verschlechterung der Umweltsituation in Baikonur liegt nach Ansicht des kasachstanischen Wissenschaftlers Bulat Kenesov in der Nichteinhaltung der Bedingungen für die Kontrolle der Raketen- und Weltraumaktivitäten. <em>„In den letzten 50 Jahren gab es praktisch keine Kontrolle über das Territorium des Kosmodroms und die Einschlagsgebiete. […] Dies alles geschah in geschlossenen Labors – und der Öffentlichkeit, den Wissenschaftlern, standen praktisch keine Daten zur Verfügung. Tatsächlich führte dies über mehr als 50 Jahre hinweg zur unkontrollierten Freisetzung giftiger Verbindungen auf dem Territorium Kasachstans“</em>, erklärte Kenesov in einem Interview mit <a href="https://kz.kursiv.media/2017-08-07/uchenye-opasayutsya-vybrosa-opasnykh-soedineniy-na-kosmodrome/">Kursiv</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Unfälle wirken sich negativ auf die Umwelt aus. In den letzten Jahren haben sich mehrere Katastrophen ereignet. Am 5. September 2007 <a href="https://www.kommersant.ru/doc/802019">stürzte</a> die Proton-M-Rakete 135 Sekunden nach dem Start 40 Kilometer von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schesqasghan">Jezqasģan</a> entfernt ab. Dabei gelangte das hochgiftige Heptyl in die Luft. Am 5. Dezember 2010 kam eine Rakete mit drei Glonass-M-Satelliten vom Kurs ab und <a href="https://www.rbc.ru/society/05/12/2010/5703e1149a79473c0df17bbb">stürzte</a> in den Pazifischen Ozean, anstatt in die Umlaufbahn zu gelangen. Am 2. Juli 2013 <a href="https://ria.ru/20130702/946968487.html">stürzte</a> eine Proton-M-Rakete in Baikonur ab. Der Unfall ereignete sich 2,5 Kilometer vom Startkomplex entfernt. In der Raumsonde befanden sich etwa 600 Tonnen Heptyltreibstoff, von denen ein Teil bei der Explosion ausbrannte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Konflikt um Baikonur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Baikonur ist darüber hinaus zum Schauplatz von Konflikten zwischen Organisationen aus Russland und Kasachstan geworden. Anfang März 2023 wurde bekannt, dass Kasachstan Eigentum von Roskosmos <a href="https://informburo.kz/novosti/bagdat-musin-s-docernego-predpriyatiya-roskosmosa-vzyshhut-pocti-137-mlrd-tenge">beschlagnahmt</a> hatte. Der Prozess begann mit einer Klage des kasachstanisch-russischen Joint Enterprise Baiterek gegen den Hauptbetreiber russischer Weltraumbahnhöfe, das „Zentrum für die Nutzung bodenbasierter Weltrauminfrastruktur“ (TsENKI). Die Höhe der Forderung betrug 13,5 Milliarden Tenge (circa 27 Millionen Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund für den Konflikt war die Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen durch die russische Seite. Gemäß den Anforderungen der kasachstanischen Partner hätte eine Dokumentation zur Bewertung der Umweltauswirkungen der Sojus-5-Trägerrakete auf die Umwelt erstellt werden müssen. TsENKI hat dies jedoch nicht getan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prozess fand in Kasachstan statt. Das Gericht entschied zugunsten von Baiterek. Das beschlagnahmte Vermögen der Roskosmos-Tochter wurde auf das russisch-kasachstanische Gemeinschaftsunternehmen übertragen. Außerdem verbot der Gerichtsvollzieher, Sachwerte und Vermögenswerte aus dem Land abzuziehen, was beide Arbeitsbereiche in Baikonur verlangsamte – den Bau einer neuen Startrampe für Sojus-5 Raketen und Weltraumaktivitäten im Allgemeinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Masa Media</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://masa.media/ru/site/osvoenie-kosmosa-kak-razvivalsya-baykonur"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Baikonur bleibt bis 2050 russisch</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-baikonur-bleibt-bis-2050-russisch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 07:47:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstans Senat hat am 10. Juni &#xC4;nderungen am Pachtvertrag f&#xFC;r das Kosmodrom Baikonur ratifiziert. Dieses bleibt somit bis 2050 russisch. Baikonur bleibt weiterhin russisch. Am 10. Juni hat der Senat, das Oberhaus des kasachstanischen Parlaments, eine Verl&#xE4;ngerung des mit Russland bestehenden Pachtvertrages bis 2050 beschlossen. Wie aus einer Pressemitteilung des Senats hervorgeht, hoffen die SenatorInnen, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstans Senat hat am 10. Juni Änderungen am Pachtvertrag für das Kosmodrom Baikonur ratifiziert. Dieses bleibt somit bis 2050 russisch.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baikonur">Baikonur</a> bleibt weiterhin russisch. Am 10. Juni hat der Senat, das Oberhaus des kasachstanischen Parlaments, eine Verlängerung des mit Russland bestehenden Pachtvertrages bis 2050 beschlossen. Wie aus einer <a href="https://senate.parlam.kz/ru-RU/news/details/4963">Pressemitteilung des Senats</a> hervorgeht, hoffen die SenatorInnen, die technische und kulturelle Infrastruktur des Ortes auszubauen. Darüber hinaus ist die Vereinbarung für Kasachstan finanziell äußerst profitabel.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm sieht die Entwicklung von Tourismus und Unternehmertum sowie die Modernisierung von Infrastruktur und bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung vor. Schon zuvor hatte die Vereinbarung ermöglicht, Wohngebäude mit einem weit niedrigeren Gaspreis als dem kasachstanischen Durchschnitt zu versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt waren im Jahr 2019 fünf Wohngebäude mit je 50 Wohnungen errichtet worden. Neben der Vereinbarung wurden rund 70 Rechtsakte zur Regelung verschiedener Fragen rund um den Standort Baikonur unterzeichnet.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine Partnerschaft seit 1994</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt und das Kosmodrom Baikonur werden seit 1994 von Russland verwaltet. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 verfügte Moskau über keinen Raketenstartplatz mehr und beschloss daher, Baikonur von Kasachstan zu pachten. Beide Länder einigten sich auf eine Fläche von mehr als 6.700 Quadratkilometern rund um die Weltraumbasis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&nbsp;Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/besuch-im-sperrgebiet-kasachstans-hoffnungen-auf-weltraumtouristen-in-der-ehemaligen-geheimanlage-baikonur/"><strong>Besuch im Sperrgebiet: Kasachstans Hoffnungen auf Weltraumtouristen in Baikonur</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation stellt für Kasachstan einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil dar, da Russland 115 Millionen US-Dollar (94 Millionen Euro) pro Jahr zu zahlen hat. <em>„In den 27 Jahren der Anmietung des Standorts Baikonur hat das Staatsbudget rund 3,1 Milliarden Dollar (2,55 Milliarden Euro, Anm. d. Red.) erhalten&#8220;</em>, sagte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bağdat_Musin">Baģdat Musin</a>, Kasachstans Minister für digitale Entwicklung, Innovation und Raumfahrt, laut Angaben des kasachstanischen Nachrichtenportals <a href="https://vlast.kz/novosti/44955-kazahstan-prodlit-srok-arendy-kosmodroma-bajkonur-dla-rossii-do-2050-goda.html">Vlast</a>.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Trägerraketen für Kommunikationssatelliten</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus genehmigte der Senat den Start von Trägerraketen des Typs <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_(Rakete)">Sojus-2</a>. Russland zahlt jährlich weitere 460.000 US-Dollar (379.000 Euro), um die Landezone der Trägerraketen zu nutzen. Durch den Start dieser Raketen in nördlicher Richtung sollen Telekommunikationssatelliten in ihre polaren Umlaufbahnen gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-weltraumbahnhof-baikonur-eine-fata-morgana-in-der-steppe/"><strong>Der Weltraumbahnhof Baikonur – eine Fata Morgana in der Steppe?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarung setzt ein Kooperationsprojekt zwischen Kasachstan und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/OneWeb_satellite_constellation">OneWeb</a> fort, das darauf abzielt, eine Konstellation von Satelliten zu bilden, um bisher nicht versorgte Regionen mit High-Speed-Internet zu versorgen. Wie <a href="https://vlast.kz/novosti/44957-kazahstan-vedet-peregovory-s-oneweb-o-podklucenii-v-etom-godu-k-internetu-naselennyh-punktov.html">Vlast</a> berichtet, werden die von den Sojus-2-Raketen getragenen Satelliten zur Umsetzung dieses internationalen Programms verwendet. Laut Raumfahrtminister Musin benötigt OneWeb für sein Projekt rund 600 Satelliten, von denen sich 146 bereits im Orbit befinden.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Umwelt- und Sicherheitsbedenken</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Augenmerk lag während der Senatssitzung auf Sicherheit und Umwelt, da diesbezüglich zunehmend Bedenken auftreten. Wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://www.kazinform.kz/ru/senat-prinyal-zakon-o-ratifikacii-soglasheniya-po-zapuskam-raket-nositeley-soyuz-2-s-baykonura_a3799199">Kazinform</a> berichtete, sprach Minister Musin bei der Vorlage seines Gesetzentwurfs darüber, in welches Gebiet die abnehmbaren Teile der Trägerraketen fallen werden und wie die Sicherheit der BewohnerInnen gewährleistet werden soll. So wird innerhalb von drei bis sechs Tagen nach dem Start die Landezone gesperrt, um die Sicherheit der AnwohnerInnen zu gewährleisten. In der restlichen Zeit wird es keine Bewegungseinschränkungen innerhalb dieser Zone geben und außerhalb ihrer Grenzen bestehe laut Musin keine Gefahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus werden die russische und die kasachstanische Seite aufgefordert, die Umwelt in dem betroffenen Gebiet vor Gefahren zu schützen. Laut Angaben von Kazinform sagte Musin, dass Raketenstarts von Baikonur zu jener Zeit eingeschränkt werden sollen, in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga-Antilopen</a> ihre Jungen bekommen. Flora und Fauna in der Landezone würden überwacht werden und zwischen April und Juni werde es gemäß den Forderungen von Umweltorganisationen keine Starts geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-350-bedrohte-saiga-antilopen-durch-blitzschlag-getoetet/"><strong>Kasachstan: 350 bedrohte Saiga-Antilopen durch Blitzschlag getötet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch besteht Grund zur Sorge. Senator Aqylbek Kúrishbaev schlägt laut <a href="https://www.kazinform.kz/ru/issledovat-posledstviya-zapuskov-raket-s-baykonura-predlagaet-ahylbek-kurishbaev_a3799225">Kazinform</a> vor, wissenschaftliche Untersuchungen über die Folgen der Raketenstarts von Baikonur durchzuführen. Er betont zwar den wirtschaftlichen Nutzen dieses Abkommens für Kasachstan, ist jedoch der Ansicht, dass dies nicht ohne ökologische Folgen bleibe. <em>„Viele wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen eindeutig, dass Raketen und Weltraumtechnologie im Normalbetrieb, aber insbesondere in Notsituationen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben – Boden, Wasser, Luft, Fauna und Flora“</em>, erklärte der Senator.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Gefahr durch Unfälle und Dimethylhydrazin</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Kúrishbaev verwies des Weiteren darauf, dass <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/1,1-Dimethylhydrazin#Verwendung">Dimethylhydrazin</a>, einst weit verbreitet als Raketentreibstoff, zu den gefährlichsten Chemikalien gehöre und bereits viele Böden verseucht habe. Das Produkt sei sehr giftig und habe krebserregende Eigenschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das insbesondere von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Proton_(Rakete)">Proton-Raketen</a> verwendete Dimethylhydrazin wird in Kasachstan seit vielen Jahren von UmweltaktivistInnen als Problem benannt. Kasachstans Behörden sagen jedoch laut Angaben von <a href="https://rus.azattyq.org/a/31300726.html">Radio Azattyq</a>, dem kasachstanischen Dienst von Radio Free Europe, dass Kommissionen das Gelände von Baikonur regelmäßig inspizieren und dass der Boden systematisch saniert und gereinigt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-zukunft-von-baikonur-satellitenstadt-oder-geisterstadt/"><strong>Die Zukunft von Baikonur: Satellitenstadt oder Geisterstadt?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren gab es jedoch eine Reihe von Unfällen mit Proton-Raketen. Im Jahr 2013 stürzte eine Proton-M-Rakete 32 Sekunden nach dem Start etwa ein bis zwei Kilometer von der Startrampe entfernt ab, wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://tengrinews.kz/events/raketa-proton-m-ruhnula-pri-zapuske-na-baykonure-237225/">Tengrinews</a> damals berichtete. Radio Free Europe behauptet, dass in etwas mehr als 50 Jahren 404 Protonenraketen gestartet wurden, von denen 49 in Unfällen endeten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist man sich der potentiellen Gefahr dieser Raketen und ihrer giftigen Trümmer bewusst. Laut <a href="https://vlast.kz/novosti/44954-rakety-proton-perestanut-zapuskat-s-bajkonura-v-2026-godu.html">Vlast</a> kündigte Baģdat Musin bereits im Mai an, dass Russland plane, die Starts von Proton-Raketen zu reduzieren. <em>„2016 ist bereits vereinbart worden, dass Proton-Raketen nicht mehr als fünfmal im Jahr eingesetzt werden“</em>, sagte er gegenüber dem Parlament. Im Jahr 2020 habe Russland nur eine Proton-Rakete von Baikonur aus gestartet. Ein vollständiger Stopp sei für 2026 geplant.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/kazakhstan-baikonour-restera-russe-jusquen-2050/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Kosmodrom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2020 02:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmodrom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Kosmodrom von Baikonur, werden Raketen von ihren Fertigungshallen bis ihrem Abschussstandort mit dem Zug transportiert. Foto: Anna Mordache (Frankreich) Findet alle unsere Bilder des Tages hier</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Baikonur" target="_blank" rel="noopener">Kosmodrom von Baikonur</a>, werden Raketen von ihren Fertigungshallen bis ihrem Abschussstandort mit dem Zug transportiert.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.instagram.com/anya_asmb/?hl=fr" target="_blank" rel="noopener"> Anna Mordache </a></strong> (Frankreich)</p>
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		<title>Baikonur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jul 2018 02:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Baikonur, etwas abseits vom weltber&#xFC;hmten Kosmodrom im Zentrum Kasachstans. Foto: Svenja Petersen Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baikonur">Baikonur</a>, etwas abseits vom weltberühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Baikonur">Kosmodrom </a>im Zentrum Kasachstans.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.facebook.com/svenja.maarit">Svenja Petersen</a></strong></p>
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		<title>Die Zukunft von Baikonur: Satellitenstadt oder Geisterstadt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2018 15:37:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumstation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Baikonur ist eine geschlossene Stadt, in die man nicht einfach so gelangt. Die Bauarbeiten begannen 1955 zusammen mit dem gleichnamigen Weltraumbahnhof. 1994 wurden das Kosmodrom und die Stadt Leninsk (das heutige Baikonur) bis zum Jahr 2050 an Russland verpachtet. The Steppe sprach mit drei EinwohnerInnen dar&#xFC;ber, wie es sich in Baikonur lebt und arbeitet und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Baikonur ist eine geschlossene Stadt, in die man nicht einfach so gelangt. Die Bauarbeiten begannen 1955 zusammen mit dem gleichnamigen Weltraumbahnhof. 1994 wurden das Kosmodrom und die Stadt Leninsk (das heutige </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baikonur"><strong>Baikonur</strong></a><strong>) bis zum Jahr 2050 an Russland verpachtet. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://the-steppe.com/"><strong>The Steppe</strong></a><strong> sprach mit drei EinwohnerInnen darüber, wie es sich in Baikonur lebt und arbeitet und wie sie die Zukunft der Stadt sehen. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bauyrschan Askarow, 51 </strong>(Name auf eigenen Wunsch hin geändert):</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind im Herbst 1997 aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aktöbe</a> nach Baikonur gekommen. Das waren die wilden 90er. Eine eigene Wohnung hatten wir nicht und mit Arbeit stand die Sache auch schlecht. Verwandte riefen uns nach Baikonur, deswegen versuchten wir unsere Kräfte zu erproben und zogen um. In den 90ern zog das ganze Land von hier nach da, alle suchten einen guten Ort und Arbeit. Zum Zeitpunkt des Umzugs war der Wechselkurs zum Rubel gut. Rubel, die man verdient hatte, konnte man eintauschen und mehr <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tenge">Tenge</a> erhalten, was es uns ermöglichte zu Verwandten zu fahren, Einkäufe zu tätigen und sogar ein paar Rücklagen anzulegen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-weltraumbahnhof-baikonur-eine-fata-morgana-in-der-steppe/">Der Weltraumbahnhof Baikonur – eine Fata Morgana in der Steppe?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">An die Stadt gewöhnten wir uns nur langsam. In Aktöbe war das Klima vollkommen anders: kalte Winter, milde Sommer, viel Regen. In Baikonur sind die Sommer trocken und heiß, im Winter gibt es keinen Schnee, dafür aber viel Wind.</p>
<p style="text-align: justify;">Arbeit fanden wir schnell. Ich arbeitete in der Privatwirtschaft, meine Frau fand eine Stelle im Krankenhaus und man gab uns eine behördliche Wohnung. In dieser Hinsicht war es natürlich sehr angenehm, insbesondere für junge Familien.</p>
<p style="text-align: justify;">Man muss anmerken, dass es in der gesamten Stadt keine Eigentumswohnungen gibt. Der gesamte Wohnungssektor gehört der Kommune und ein Mensch, der in der Stadt arbeitet, bekommt entsprechend der Größe seiner Familie eine Wohnung zugewiesen. Wenn man wegzieht, übergibt man die Wohnung wieder der Stadt. Das erste was uns auffiel, ist, dass Baikonur ein einzigartiger Ort ist, an dem BürgerInnen zweier Staaten wohnen, die sich aber den russischen Gesetzen unterordnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das einzige, was in all den Jahren die Stadt von anderen unterscheidet, ist ihre Geschlossenheit. Als großen Vorteil sehe ich die geringe Kriminalität, die fühlbare Sicherheit. Außerdem existiert hier bis heute das Hausverwaltungssystem, an das alle Wohnungen angebunden sind. Ein einziger Anruf genügt und sie sind verpflichten zu kommen und Schäden zu beheben. Aber mir gefällt nicht, dass die Infrastruktur und das Stadtbild sich nicht ändern. Technische Neuerungen kommen  sehr spät zu uns, selbst das mobile Netz wurde sehr viel später als in den anderen Städten Kasachstans eingerichtet.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir planen umzuziehen aber momentan warten wir noch. Im Fernsehen sehen wir, dass Russland verstärkt daran arbeitet, alle Startrampen von Baikonur nach Russland zu verlegen, in die Kosmodrome <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Plessezk">Plesezk</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Wostotschny">Wostotschnyj</a>. Aber momentan starten die bemannten und unbemannten Weltraumflüge noch von Baikonur aus.</p>
<p><figure id="attachment_13491" aria-describedby="caption-attachment-13491" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-13491" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k.jpg" alt="Baikonur aus dem All" width="2048" height="1365" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/04/17379546685_c8f22dc5c2_k-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-13491" class="wp-caption-text">Die Stadt Beikonur, gesehen aus dem All</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify;">Noch ist die Frage offen, aber die stetige Abwanderung von SpezialistInnen ist bemerkbar. Die Menschen gehen weg, viele meiner Bekannten sind schon weggezogen. Uns scheint, dass Russland mit der Zeit nur noch das Kosmodrom pachten wird und die Stadt an Kasachstan zurückgibt. Ihre Zukunft ist dann völlig unklar. Man versucht und einzureden, dass Baikonur dann eine Stadt des Weltraumtourismus wird, dass dies eine Satellitenstadt wird. Aber davon sehen und spüren wir nichts.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/besuch-im-sperrgebiet-kasachstans-hoffnungen-auf-weltraumtouristen-in-der-ehemaligen-geheimanlage-baikonur/">Kasachstans Hoffnungen auf Weltraumtouristen in Baikonur</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Alles bleibt auf dem Niveau von Gesprächen. Wir fürchten, dass Baikonur das gleiche Schicksal wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schangatas">Schangatas</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Derschawinsk">Derschawinsk</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kentau">Kentau</a> erwartet. Es gab viele dieser Monostädte, die mit der Zeit fast von der Karte verschwunden wären. Hoffen wir, dass die Regierung Verwendung für diese einzigartige Stadt findet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wjatscheslaw Zaj, 40:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin 1998 aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda">Kysylorda</a> nach Baikonur gezogen. Später fing ich an bei der städtischen Wasserversorgung zu arbeiten. Mein Vater hat dort gearbeitet und man bot mir eine Stelle an. So fing ich an für dieses Unternehmen zu arbeiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Stadt war lebendig und entwickelte sich, sodass ich mich gleich an sie gewöhnte. Von Kysylorda unterscheidet sie sich nur in Bezug auf die Größe und Einwohnerzahl. Mir gefällt es hier zu leben, obwohl die Stadt klein ist und wenig Freizeitangebote für Kinder bietet. Jetzt arbeite ich im Schwimmbad „Orion“ und plane nicht wegzuziehen, weil die Kinder noch nicht groß sind. Alles Weitere wird man dann sehen. Ich denke, solange die Stadt von Russland gepachtet wird, wird sie leben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aidana Schusupowa, 23</strong> (Name auf eigenen Wunsch hin geändert):</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind in den 90ern mit der ganzen Familie nach Baikonur gezogen. Ich war damals noch kein Jahr alt. Mama bekam Arbeit in der Stadt, da sie Ärztin war und es davon nicht genug gab. Ich erinnere mich kaum an die Stadt in der Kindheit, aber ich erinnere mich, dass sie sehr leer war, dass es kaum Orte für Unterhaltung und Erholung gab. Die Stadt entwickelte sich, aber langsam. Ständig wurden neue Institutionen, Einkaufszentren, Hotels und Cafés eröffnet. Als ich in der 7.-8. Klasse war, wurde ein neues Krankenhaus gebaut.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich lernte in der russischen Schule. Wir nahmen russische Geschichte durch und aus dem kasachstanischen Lehrplan kam nichts vor. Unsere SchülerInnen haben die Möglichkeit die russische Hochschulreife zu machen. Deswegen habe ich mich für Medizin in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburg">Orenburg</a> eingeschrieben und bereue es nicht. Mir gefällt alles.</p>
<p style="text-align: justify;">Heute strebt die Jugend danach sich außerhalb von Baikonur eine Zukunft aufzubauen. Es scheint, als wäre die Stadt für Menschen mittleren Alters bestimmt, für die, die älter als 40 sind. Ich denke, dass Baikonur den jungen Leuten keine Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven bietet. Wir alle haben vor, mit den Familien in andere Städte zu ziehen. Wir wollen das noch in diesem Jahr tun.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Darija Usenowa<br />
<a href="https://the-steppe.com/news/gorod/2018-04-12/budushchee-baykonura-gorod-sputnik-ili-gorod-prizrak">The Steppe</a> </strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p>Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der 	Weltraumbahnhof Baikonur – eine Fata Morgana in der Steppe?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/der-weltraumbahnhof-baikonur-eine-fata-morgana-in-der-steppe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[elvinab]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Oct 2015 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute ist der Weltraumbahnhof in Kasachstan der gr&#xF6;&#xDF;te Raketenstartplatz der Welt. Doch zu Sowjetzeiten ist nie eine Rakete von Baikonur aus ins All gestartet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Der Weltraum, eine Galaxie mit Milliarden Sternen, Asteroiden und Planeten. Der Weg zu diesen Himmelskörpern </em><em>beg</em><em>innt nicht im Himmel, sondern auf der Erde – nämlich in der kasachischen Steppe. In ihren Weiten versteckt sich der größte Weltraumbahnhof der Welt – Baikonur. Der Weltraumflug von Juri Gagarin machte den Ort als Raketenstartpunkt der Sowjetunion bekannt. Doch in der heißen Phase des Kalten Krieges wurde keine Rakete von Baikonur aus ins All geschickt.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der 2. Juni 1955 gilt als Geburtstag des heutigen Weltraumbahnhofs in Kasachstan. Von dort aus wurde 12 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Satelliten „Sputnik 1“ ins All geschossen. Dass der weltweit erste unbemannte Flugkörper aus der Sowjetunion kam, erhöhte das Bedrohungspotential des kalten Krieges.</p>
<p style="text-align: justify">Vom sowjetischen Weltraumbahnhof aus, der sich einige hundert Kilometer nördlich des Aralsees befindet, begann auch der erste Mensch seinen Weltraumflug – Juri Gagarin. Er gelangte mit dem Raumschiff „Wostok 1“ im April 1961 in die Erdumlaufbahn.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„<em>Baikonur“ war eine Attrappe</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Hochphase des kalten Krieges war gezeichnet vom Wettlauf ins All. Der Standort des sowjetischen Weltraumbahnhofs sollte geheim bleiben, um den USA keinen Wissensvorteil zu verschaffen. Der überwältigende Erfolg, den ersten Menschen ins All geschossen zu haben, lenkte nun die weltweite Aufmerksamkeit auf die Einrichtungen der sowjetischen Raumfahrt, die offiziell an keinem Ort existierten.</p>
<p style="text-align: justify">Heute kursieren Legenden über ein Holz-Kosmodrom, das die Sowjets als Attrappe im Dorf „Baikonur“ im Gebiet Karaganda gebaut haben sollen.</p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich wollte das Komitee für Sicherheit der Sowjetunion den wahren Ort des Weltraumbahnhofs vor dem Westen geheim halten, gleichzeitig aber seine Erfolge in der Presse feiern. Die offizielle Startrampe und das Testgelände sollten sich also 800 Kilometer nördlich von der eigentlichen Anlage befinden. Diese befand sich beim Dorf Tjuratam. Mit der Zeit wuchs es zur geheimen Stadt, die zu Sowjetzeiten den offiziellen Namen Leninsk trug.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/articles/die-geheimen-stdte-der-sowjetunion-in-kirgistan">Die geheimen Städte der Sowjetunion in Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotzdem haben die Amerikaner den echten Weltraumbahnhof in Leninsk entdeckt, indem sie nach Weltraumschrott gesucht haben, <a href="http://www.vestnik.com/issues/97/0930/win/snitkov.htm">schreibt</a> der Historiker Wiktor Snikowski. Das hölzerne Kosmodrom sei trotzdem noch bis in die 1970er Jahre bewacht worden, behauptet er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Baikonur ist heute größter Raketenstartplatz</strong></p>
<p style="text-align: justify">Erst heute, nach 60 Jahren, bezeichnet die Ortsangabe Baikonur den echten Weltraumbahnhof. Dort existiert auch noch die Bahnstation Turjatam.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/articles/besuch-im-sperrgebiet-kasachstans-hoffnungen-auf-weltraumtouristen-in-der-ehemaligen-geheimanlage-baikonur">Kasachstans Hoffnungen auf Welraumtouristen in Baikonur</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Baikonur ist das offizielle Versuchskosmodrom von Russland. Die Russische Föderation zahlt seit 1994 der Republik Kasachstan Miete für die Nutzung der Stadt und des Weltraumbahnhofs. Damals wurde eine Summe von 114 Millionen Dollar festgelegt. Zuletzt hat Kasachstan 2004 die Pacht für Russland bis zum Jahr 2050 <a href="http://bnews.kz/ru/news/post/302719/">verlängert</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Baikonur ist der größte Raketenstartplatz der Welt mit einem Testgelände, das mit einer Fläche von 6711 Quadratkilometern 2,6 Mal größer ist als Moskau.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Raketenstarts sind nicht ohne Risiko</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nur in Baikonur kann die russische Trägerrakete „Proton“ gestartet werden. Ein Raketenstart ist nicht immer ohne Risiko. Dies zeigte der Absturz einer Rakete im Mai 2015. Nach dpa-Berichten sollte sie einen unbemannten Transporter mit Nachschub für die Internationale Raumstation in die Umlaufbahn schicken.</p>
<p style="text-align: justify">Dies war kein Einzelfall. 2007 stürzte eine Proton-Rakete 40 Kilometer von der Stadt Scheskasgan entfernt ab. Einem Bericht <a href="http://www.kommersant.ru/doc/802494">aus dem Kommersant</a> zufolge hielt sich sogar Präsident Nursultan Nasarbajew zu diesem Zeitpunkt in Scheskasgan auf. Dieser Skandal machte die Bevölkerung darauf aufmerksam, dass der Weltraumbahnhof nicht nur einen Einfluss auf die Umwelt hat, sondern auch die Bevölkerung betraf.</p>
<p style="text-align: justify">Laut eines <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article13574220/Russische-Traegerraketen-duerfen-wieder-starten.html">Berichtes in der Welt</a> gibt es bereits Sammelklagen von Einwohnern aus der Altai-Region, weil dort mehrfach hochgiftige Teile von Raketen oder Raumschiffen abstürzten.</p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Von Elvina Bulatova</em></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Redaktion und Übersetzung: Dominik Vorhölter</em></strong></p>
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		<title>Besuch im Sperrgebiet: Kasachstans Hoffnungen auf Weltraumtouristen in Baikonur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[christophr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Baikonur, diesen ehemals geheimen 13.000 Quadratkilometern in der kasachischen Steppenlandschaft, hat sich bisweilen noch kaum ein Tourist verirrt. Dies soll sich allerdings bald &#xE4;ndern.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Ein Artikel unseres Partners <a href="http://www.edgekz.com/kazakhstan-hopes-to-draw-space-tourism-to-once-secret-star-city.html">Edge.kz</a>.<br />
Von Michelle Witte. Aus dem englischen übersetzt von Christoph Richter.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 163px;width: 360px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/590/logo_edgekz.jpeg" alt="Logo EdgeKz" /></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Auf der Suche nach mehr Besuchern: Nach Baikonur, diesen ehemals geheimen 13.000 Quadratkilometern in der kasachischen Steppenlandschaft, hat sich bisweilen noch kaum ein Tourist verirrt. Der älteste und mittlerweile ebenso betriebsamste Weltraumhafen öffnet sich nun allerdings teilweise einem ausländischen Publikum. Mithilfe der Investition von einer <em>Million</em> US-<em>Dollar</em> durch das Unternehmen „Diamond Technology“ sollen auch Touristen von einer Plattform des errichteten „Weltraumhafens Baikonur“ aus Raketenstarts beobachten können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aufschwung im Kalten Krieg, Abschwung nach der Sowjet-Ära</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="float: left;height: 415px;width: 386px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/590/1.jpeg" alt="Baikonur" /></p>
<p style="text-align: justify">Alles begann zunächst streng im Verborgenen. Erst 1957, noch in der Frühzeit des Kalten Krieges, erfasste das US-amerikanische Spionageflugzeug U2 nach immerhin zwei Jahren Aufklärungsdienst die gewaltige Anlage in der Provinz Qysylorda. Indes hatten die Sowjets ihre technologische Überlegenheit auf dem Weg zu den Sternen gestählt. Sputnik-1 startete 1957 in Baikonur erfolgreich als erster künstlicher Erdsatellit, Juri Gagarin und Walentina Tereschkowa begannen 1961 bzw. 1963 ihre gefeierte Reise als erster Mann bzw. erste Frau im Orbit, und Alexei Leonov hob von diesem Fleckchen Erde als erster „Weltraumspaziergänger“ ab – Baikonur ist der Ort sowjetischer Weltraumpioniere schlechthin.</p>
<p style="text-align: justify">Die Stadt selbst wurde um das sich immer weiter ausbreitende Raumfahrtzentrum erbaut und wuchs mitsamt Wohnungen, Kindergärten, Schulen, Läden und anderen Infrastruktureinrichtungen zu einer Kleinstadt heran – und tatsächlich war dieser Ort vorübergehend als „Sternenstadt“ bekannt. Während der Kalte Krieg inzwischen unerlässlich Fahrt aufnahm, prosperierte Baikonur ungehemmt und versammelte auf seinem Höhepunkt in der Mitte der 80er Jahre fast 100.000 Menschen.</p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Niedergang der Sowjetunion brach hingegen der finanzielle Abstieg herein. Einst ein Ort fest in russischer Hand auf kasachischem Boden, vollzog sich der Wandel zu einer durch und durch kasachischen Stadt. Heutzutage mietet die Russische Föderation auf Grundlage eines bis 2050 laufenden Pachtvertrages den Kosmodrom in Baikonur für jährlich 115 Millionen US-Dollar. Insgesamt werden, wiederum jährlich, ungefähr 27,6 Millionen US-Dollar des russischen Staatsetats für das Areal aufgebracht. Dennoch: Baikonur sei „physisch gealtert“, wie gar Präsident Wladimir Putin meinte. Sowohl Industrie als auch allgemeine Entwicklung ziehen arbeitstechnisch immer noch mit dem Kollaps nach 1990 gleich, und selbst in der kaum vorhandenen Industrie abseits des Raumfahrtzentrums sind tendenziell vor allem ausländische Ingenieure in den besserverdienenden Positionen beschäftigt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Rettungsleine für Baikonur</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Zumindest am Raumfahrtzentrum geht es geschäftig weiter. Baikonur verzeichnet jedes Jahr Dutzende von Raketenabschüssen, wovon ungefähr lediglich die Hälfte durch Russland veranlasst werden. Die USA, Kanada, Japan und die EU nutzen den Hafen, um ihre eigenen bemannten Weltraumflüge zu starten – mitunter auch mangels Alternativen. Erst im März 2014 landete hier das russisch-amerikanische Drei-Mann-Team nach fast sechs Monaten auf der Internationalen Raumstation (ISS); Ausgangspunkt ihrer Reise war eben das kasachische Baikonur am 25. September 2013 mit einem Raumschiff der Sojus-Reihe.</p>
<p style="text-align: justify">Allerdings baut Russland gerade auf seinem eigenem Territorium in Wostotschny seinen eigenen Weltraumbahnhof, was neue Spannungen über Baikonurs Zukunft zu entfachen drohte. Die beiden Länder sind generell nicht immer einer Meinung über ihre gemeinsam genutzte Anlage gewesen. Russland wühlte zudem damit auf, sich im Jahr 2018 aus Kasachstan zurückzuziehen, sobald der eigene Komplex einmal fertiggestellt sein wird. Mittlerweile haben sich beide Seiten davon jedoch distanziert.</p>
<p style="text-align: justify">„Weder ich noch irgendeine andere vernünftig denkende Person möchte, dass Russland Baikonur verlässt. Wir sind Partner, Verbündete und auf dem Level einer internationalen Zusammenarbeit sind gemeinsame strategische Projekte üblich“, bekräftigte Talgat Mussabaev, Vorsitzender von „Kazcosmos“, der kasachischen Weltraumbehörde, in einem Interview mit der Tageszeitung Izvestia bereits im Januar.</p>
<p style="text-align: justify">Russland habe keine Pläne, Baikonur aufzugeben, beruhigte ebenfalls Vladimir Nesterov, stellvertretender Direktor des „GKNPZ Chrunitschew“, ein in Moskau ansässiger Hersteller von Raketen und Raumfahrzeugen. Die neue Abschussbasis in Wostotschny biete Russland schlichtweg mehr Freiheit für eigene Programme, fügte er hinzu. Kasachstan und Russland unterschrieben so erst vor Kurzem einen Fahrplan für die nächsten drei Jahre, in dem die beiderseitige Nutzung des Startplatzes in Baikonur geregelt wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Und trotzdem: Es erscheint nicht unklug, über eine gestreute Nutzung von Baikonur auch weiterhin nachzudenken. Sicher ist sicher.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Weltraum und Touristen als Geschäftsmodell</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan baut nun immerhin seine eigene – angeblich sogar umweltfreundlichere als bisher existierende – Bajterek-Abschussrampe und plant ambitioniert, drei eigene Raumschiffe starten zu können. Man möchte mit dem Kosmodrom hier eine internationalere Rolle einnehmen – mithilfe des Tourismus. Und Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor, von dem Kasachstan gerne mehr hätte und daher auch Geld für Investitionen freigibt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Ausschuss der Tourismusindustrie im Ministerium für Industrie und neue Technologien der Republik Kasachstan entwarf unlängst ein touristisches Entwicklungskonzept für den gesamten Staat. Von fünf herausgearbeiteten regionalen Tourismus-Clustern befinden sich drei im südlichen Kasachstan – darunter neben den Städten der Seidenstraße Otrar und Turkestan eben auch Baikonur.</p>
<p style="text-align: justify">Zwar existieren bereits jetzt einige Touren in und nach Baikonur, allerdings werden diese eher unregelmäßig angesetzt. Ein Drei-Tages-Paket umfasst beispielsweise den Besuch der Abschussbasis, an der auch Gagarin abhob, und des derzeitigen Kosmonautenmuseums; sogar ein Halt bei der Raketenabschussrampe von Proton und Sojus und im anliegenden Montagewerk könne arrangiert werden. Bewerbungen für die 3.000 bis 3.500 US-Dollar teure Unternehmung sollten jedoch bis zu zwei Monate im Voraus eingereicht werden.</p>
<p style="text-align: justify">Aber Stadt und Raumfahrtzentrum sind ebenso reich an anderen geschichtlich bedeutsamen Stätten. Juri Gagarins Haus und sein Bett zum Beispiel, in dem er die Nacht vor seinem historischen Start in den Orbit verbrachte, sind nun für Besucher zugänglich. Auf die Frage übrigens, wie er denn vor so einem Ereignis überhaupt an Schlaf hätte denken können, erwiderte Gagarin offenbar: „Hätte ich ein Recht gehabt, abzuheben, ohne ausgeruht zu sein? <em>Es war meine Pflicht zu schlafen, </em>daher schlief ich.“ Die Stadt ist daneben voller Kunst im öffentlichen Raum, die die Raumfahrt feiert und Kosmonauten als Helden bejubelt, sowie restaurierten Raketen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Durch Sehen erfahren</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/590/3.jpeg" alt="Baikonur2" /></p>
<p style="text-align: justify">Wie in der Kunst, so gründet auch der neueste Vorstoß in Baikonur auf dem Konzept „durch Sehen erfahren“. Den Kristallisationspunkt auf dem Areal des neuen Weltraumhafens bildet eine gewaltige, durchsichtige Kuppel, durch die Besucher Sterne, Himmel und natürlich Raketenstarts beobachten können – Hotelanlagen, ein Planetarium, ein Weltraummuseum, ein Kino, Restaurants und ein Zentrum für die Flugkontrollanzeige sollen für die Touristen folgen.</p>
<p style="text-align: justify">Laut der Webpräsenz der ausführenden „Diamond Technology“ finden bereits auf 1,2 Hektar (12.000 Quadratmeter) rege Bautätigkeiten statt, die laut Planung auf bis zu 2,5 Hektar ausgeweitet werden. Zukünftig soll der Weltraumhafen auf 100 Hektar anwachsen und zahlreiche weitere Bequemlichkeiten wie einen Wasserpark und eine Bowlingbahn an einem Ort versammeln. „Sobald man einen Fuß in den neuen Weltraumhafen setzt, wird man sich hoffentlich so fühlen, als ob man die Eroberfläche verlassen hat und einen völlig neuen und von Menschenhand gemachten Planeten betritt – den Planeten Weltraumhafen“, verkündet die Webseite nicht ganz ohne Pathos. Die Gesamtanlage erhält nun auch Unterstützung durch staatliche Stellen der kasachischen Tourismusentwicklung und durch die Russische Föderation.</p>
<p style="text-align: justify">„Die russische Seite hat ihre Bereitschaft signalisiert, eine Kooperation im Tourismusbereich anzustreben“, erklärt Marat Igaliyev, Vorsitzender der kasachischen Tourismuskommission, und ergänzt: „Auch die Verwaltung in Baikonur sitzt schon in den Startlöchern, um Reiserouten zur Startplattform zu auszuschreiben und hält nunmehr Ausschau nach einem geeigneten Aussichtspunkt, um das Baugeschehen verfolgen zu können.“ Yevgeny Samotoi, Direktor des städtischen „Hotel Baikonur“, berichtete im Edge Magazine: „Ja, ich habe davon gehört, dass sie den neuen Komplex außerhalb der Stadt bauen wollen.“ Sein Hotel arbeite nur mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zusammen und der Zustrom an Touristen beträfe sein Geschäft wohl kaum. „Aber auf jeden Fall kommt die Stadt voran.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein lang erwartetes Projekt wird wahr</strong></p>
<p style="text-align: justify">Touristen in Baikonur spiegeln einen schon seit einiger Zeit gehegten kasachischer Traum wider. Präsident Nasarbajew selbst richtete 2009 an die 18. Vollversammlung der Welttourismusorganisation (UNWTO): „Wir schenken der Entwicklung des Weltraumtourismus Aufmerksamkeit. Derzeit gibt es mehr als drei Dutzend Startanlagen auf der Welt, aber von besonderer Bedeutung ist lediglich die Basis in Baikonur. Ich finde den Gedanken ziemlich erfolgversprechend, dass man Raketenstarts tatsächlich von Baikonur aus beobachten kann und dass sich Menschen aus allen Teilen der Erde in diesem Weltraumhafen begegnen.“</p>
<p style="text-align: justify">Sogar Touristenflüge in den Orbit kämen für Baikonur zukünftig in Betracht. Der französische Astronaut Jean-Pierre Haigneré äußerte erst jüngst gegenüber Studierenden der Nasarbajew-Universität, dass er kommerzielle Weltraumreisen für das Jahr 2020 erwarte und sich Kasachstan als Schaltstelle des globalen Weltraumtourismus vorstellen könne.</p>
<p style="text-align: justify">Für die EXPO 2017 in der kasachischen Hauptstadt Astana bereitet man sich bereits jetzt auf einen beispiellosen Zustrom an Touristen vor. Kasachstan bewirbt sich zudem gegenwärtig für die Aufnahme der Städte an der Seidenstraße zum UNESCO-Weltkulturerbe. Baikonur, dieses ehemalige Sperrgebiet, so hofft man schließlich vor Ort, wird dann auch ein Stopp für Besucher in Kasachstans Süden – vor allem als Pilgerstätte für Weltraumbegeisterte.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Michelle Witte</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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