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	<title>ausländische Investitionen Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 06 Sep 2023 12:13:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>ausländische Investitionen Archives</title>
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	<item>
		<title>Wie sich die Familie Abdukadyr an der Korruption in Zentralasien bereicherte und ein globales Geschäftsimperium aufbaute</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2023 16:16:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Jahr 2019 deckte das Investigativ-Organ OCCRP das Handelsmonopol der Abdukadyr-Familie auf, das auf Bestechung und vermutlich auch Schmuggel beruht. Seitdem sind sie nur noch m&#xE4;chtiger geworden: Die Abdukadyrs haben neue politische Verbindungen und milliardenschwere Investitionsprojekte in aller Welt. Den Artikel &#xFC;bersetzen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Kloop. Zahlreiche Fotos befinden sich im [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Jahr 2019 deckte das Investigativ-Organ OCCRP das Handelsmonopol der Abdukadyr-Familie auf, das auf Bestechung und vermutlich auch Schmuggel beruht. Seitdem sind sie nur noch mächtiger geworden: Die Abdukadyrs haben neue politische Verbindungen und milliardenschwere Investitionsprojekte in aller Welt. Den Artikel übersetzen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Kloop.</strong> <strong>Zahlreiche Fotos befinden sich im <a href="https://kloop.kg/blog/2023/04/27/abdukadyr_1/">Originalartikel</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein 43-stöckiger Wolkenkratzer an der Uferpromenade von Dubai. Ein Elitehotel im Zentrum des alten Samarkand. Ein Londoner Herrenhaus mit sieben Schlafzimmern. Ein Gaspipelinenetz, das eine Stadt in Kasachstan versorgt. Eine neue Untersuchung von <a href="https://www.occrp.org/en">OCCRP</a>, <a href="https://www.ozodlik.org/">Radio Ozodlik</a>, <a href="https://kloop.kg/">Kloop</a> und <a href="https://vlast.kz/">Vlast</a> hat ergeben, dass all diese milliardenschweren Vermögenswerte ein und derselben Familie gehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abdukadyrs halten sich aus gutem Grund bedeckt. Im Jahr 2019 wurde aufgedeckt, wie der Clan zu seinem Vermögen gekommen ist: Der älteste der vier Brüder, Habibula Abdukadyr, schuf ein Handelsmonopol, das riesige Gewinne einbrachte und auf dem Versand chinesischer Waren nach Kirgistan, Usbekistan und in andere Länder basierte – alles mit Unterstützung korrupter Zollbeamter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die kirgisische Bevölkerung von den Zollmanipulationen erfuhr, gingen viele auf die Straße und protestierten, woraufhin Abdukadyr die Korruption eingestand. Dennoch ist die Familie nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Ihre Unternehmen in Deutschland, den Vereinigten Staaten, der Türkei und anderen Ländern, in die sie das gewaschene Geld geschleust haben sollen, wurden nicht geschlossen. Was die Abdukadyrs mit diesem Geld gemacht haben, bleibt ein Geheimnis.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clan hat in den letzten Jahren in neue legale Unternehmen investiert. Unternehmens- und Grundbucheinträge, staatliche Investitionsaufzeichnungen, interne Unternehmensdokumente und andere Quellen deuten darauf hin, dass die Abdukadyrs mindestens zwei Milliarden Dollar in Projekte und Luxusgüter auf verschiedenen Kontinenten investiert haben (eine Schätzung, in der Vermögenswerte von unbekanntem Wert nicht enthalten sind).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das meiste Geld floss in die den Abdukadyrs vertraute zentralasiatische Region, wo der Clan ganze Stadtteile, Zollterminals und sogar ein islamisches Studienzentrum baut. In Usbekistan zählen sie zu den größten <em>„ausländischen Investoren“.</em> Die örtliche Führungselite und sogar die Staatsführung akzeptierte die Abdukadyrs bereitwillig, obwohl ihr mutmaßliches Schmuggelimperium und ihre Geldwäschesysteme zu diesem Zeitpunkt bereits seit über drei Jahren bekannt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Abdukadyrs Geldwäscher deckt Schmuggelimperium auf</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schmuggelimperium, das Habibula Abdukadyr aufgebaut haben soll, wurde erstmals von Ayerken Saimaiti aufgedeckt, einem Geldwäscher, der sich 2019 an eine Gruppe von Journalist:innen wandte. Er legte zahlreiche Dokumente vor und enthüllte, dass er persönlich Hunderte von Millionen Dollar für den Abdukadyr-Clan aus Zentralasien von Bankkonten in verschiedenen Ländern abgehoben hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Wochen nach seinem letzten Treffen mit Journalist:innen wurde Saimaiti in Istanbul erschossen – die Hintermänner des Mordes sind noch nicht gefunden. Es gelang ihm jedoch, genügend Informationen weiterzugeben, so dass Abdukadyrs Machenschaften aufgedeckt werden konnten. Der Clan verschaffte sich einen Vorteil, indem er sich mit Raimbek Matraimov, dem damaligen stellvertretenden Leiter des kirgisischen Zolls, zusammenschloss. Abdukadyrs Fahrzeuge wurden ohne Weiteres durchgelassen, während die Ladungen der Konkurrenz blockiert wurden. Auf diese Weise monopolisierte die Familie die Handelskanäle, über die Waren aus China in die zentralasiatischen Länder befördert werden, und verdiente ein riesiges Vermögen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/matraimows-millionen-die-geschichte-eines-kirgisischen-korruptionsskandals/">Matraimows Millionen – Die Geschichte eines kirgisischen Korruptionsskandals</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten der über Kirgistan gelieferten Schmuggelwaren wurden über den Abu-Sahii-Markt an der Umgehungsstraße von Taschkent weiterverkauft. Anschließend musste das Geld sicher aus Usbekistan auf ausländische Bankkonten gebracht werden. Nach Angaben von Saimaiti wurde das Geld in den Rädern von Lastwagen versteckt und über die Grenze zurück nach Kirgistan gebracht. Die bewaffneten Männer lieferten das Geld dann an Saimaiti, der es auf Bankkonten vor Ort einzahlte. Um den Anschein der Legalität zu erwecken, fälschte er Dokumente und gab an, das Geld auf seinem eigenen Markt in Kirgistan verdient zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geld musste schließlich ins Ausland geschafft werden. Manchmal heuerte Saimaiti einkommensschwache Personen an, z. B. Taxifahrer, die das Geld in Taschen nach Istanbul transportierten. Viele der Transaktionen erregten Verdacht, wie aus Dokumenten des US-Finanzministeriums hervorgeht. Dennoch funktionierte das System weiter. Spätere Ermittlungen ergaben, dass Saimaiti fast eine Milliarde Dollar aus dem Land abgezogen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Großteil der gewaschenen Gelder kehrt nach Zentralasien zurück</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem von ihnen veruntreuten Geld kauften die Abdukadyrs unter anderem eine Villa in Dubai oder ein Haus in den Vereinigten Staaten. Ein Großteil des Geldes landete in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Eine lokale Holdinggesellschaft baut in Dubai zwei Wolkenkratzer und das Unternehmen hat Pläne für ein 24-stöckiges Hotel. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das meiste Geld scheint jedoch dorthin zurückgeflossen zu sein, wo alles begann: Abdukadyrs Unternehmen sind zu Investoren in Multimillionen-Dollar-Projekte in Zentralasien geworden. Dazu gehören Palvan Insaat Turizm Lojistik Sanayi Ticaret (Türkei), AKA-Petroleum (Deutschland) und Urumqi Kailingda International Trade Co. (China). Die Jahresabschlüsse vieler Unternehmen liegen nicht vor, sodass nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, dass sie das von Saimaiti erhaltene Geld investiert haben. Die Abdukadyr-Firmen in Deutschland und im Vereinigten Königreich, die ihre Bilanzen veröffentlichen, sind jedoch kaum oder gar nicht kommerziell tätig und verfügen über keine anderen Finanzierungsquellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Abdukadyrs in Usbekistan und Kirgistan als „ausländische Investoren“ bezeichnet</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geld der Abdukadyrs wurde so weit legalisiert, dass viele Projekte des Clans in Zentralasien als wichtige ausländische Investitionen bezeichnet werden. Das investierte Geld stammt tatsächlich von Abdukadyrs Unternehmen in der Türkei, Deutschland und anderen Ländern. Die Verwaltung in Taschkent hat ein Video veröffentlicht, in dem sie eine der usbekischen Fabriken des Clans als <em>„ausländisches Unternehmen“</em> bezeichnet, das <em>„fortschrittliche Technologie und Ausrüstung“ einsetzt und „bereits 325 Arbeitsplätze geschaffen hat.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre Projekte werden den Abdukadyrs regelmäßig staatliches Land zur Verfügung gestellt: Eine Reihe ihrer Fabriken befindet sich in Sonderwirtschaftszonen, die steuerliche und andere Vorteile bieten. Sie genießen auch andere Privilegien: Die Regierung hat möglicherweise dazu beigetragen, dass das von den Abdukadyrs kontrollierte Zollterminal und Logistikzentrum am internationalen Flughafen von Taschkent den Markt beherrscht. Der Clan steht auch hinter einem Projekt in Turkestan, der <em>„geistigen Hauptstadt der türkischen Welt“</em>, das als persönliches Geschenk des Präsidenten Usbekistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyevs</a>, an das benachbarte Kasachstan gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/shavkat-mirziyoyev-siegt-bei-vorgezogener-praesidentschaftswahl-in-usbekistan/">Shavkat Mirziyoyev siegt bei vorgezogener Präsidentschaftswahl in Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Kirgistan sind solche Netzwerke zu beobachten: Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> verdankt seine derzeitige Position in gewissem Maße früheren Ermittlungen gegen die Abdukadyrs. Nachdem das Abdukadyr-Imperium und dessen Verbindungen zu Raimbek Matraimov aufgedeckt worden waren sowie die von diesem unterstützte politische Partei bei unfairen Parlamentswahlen den zweiten Platz belegte, gingen viele empörte Bürger:innen Kirgistans auf die Straße. Die Wahlergebnisse wurden annulliert und hinter den Kulissen wurde Dschaparow Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seinem Amtsantritt versprach er, die weitverbreitete Korruption im Land zu bekämpfen. Matraimow gestand seine Beteiligung an Abdukadyrs Machenschaften und übergab mehrere Grundstücke an den Staat. Inzwischen scheint jedoch der mutmaßliche Organisator des Untergrundimperiums, Habibula Abdukadyr, zu einem wertvollen ausländischen Investor geworden zu sein. Im März dieses Jahres nahm er zusammen mit Präsident Dschaparow an zwei Zeremonien teil, die den Baubeginn einer neuen Moschee und eines großen Wohnkomplexes in Bischkek markierten. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um Abdukadyrs Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Was die westliche Experten dazu meinen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">David M. Luna, ehemaliger US-Diplomat und Exekutivdirektor der <a href="https://icaie.com/">International Coalition Against Illegal Economies</a>, meint, dass der Kampf gegen die Korruption kontinuierlich geführt werden muss: <em>„In Autokratien zwingt der korrumpierende Einfluss von Kriminellen die herrschenden Eliten dazu, ihre Taschen zu füllen und schmutziges Geld zu waschen. Und in Demokratien, in denen die Kleptokratie regiert, verstärkt der Machtmissbrauch durch korrupte Beamte oft missbräuchliche Machtsysteme und provoziert Instabilität, was zum Zusammenbruch von Volkswirtschaften führt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Lasslett, Professor für Kriminologie an der Universität Ulster, der sich konkret mit den Abdukadyrs beschäftigt, ist der Meinung, dass deren Investitionen der Wirtschaft und der politischen Freiheit Usbekistans und Kirgistans schaden: <em>„Solche Investitionen nähren die Kleptokratie. So sollte eine freie Marktwirtschaft nicht funktionieren. Das ist einfach politische Klientelpolitik.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>OCCRP, Radio Ozodlik, Kloop &amp; Vlast</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Michèle Häfliger</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Die Autobahn zwischen Almaty und Nur-Sultan wird von Chinesen und Europäern modernisiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2020 08:50:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[ausländische Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Seidenstraße]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Europ&#xE4;ische Bank f&#xFC;r Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wird sich an der Finanzierung des Ausbaus der Autobahn zwischen Almaty und Nur-Sultan beteiligen. Den Bau selbst wird durch das in China ans&#xE4;ssige Unternehmen Xinjiang Construction durchgef&#xFC;hrt. Die Modernisierung ist Teil des chinesischen Gro&#xDF;projekts &#x201E;Neue Seidenstra&#xDF;e&#x201C;. Die Autobahn zwischen der Hauptstadt Kasachstans Nur-Sultan (ehemals Astana) und dessen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (</strong><strong>EBRD</strong>) <strong>wird sich an der Finanzierung des Ausbaus der Autobahn zwischen Almaty und Nur-Sultan beteiligen. Den Bau selbst wird durch das in China ansässige Unternehmen Xinjiang Construction durchgeführt. Die Modernisierung ist Teil des chinesischen Großprojekts „Neue Seidenstraße“.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Autobahn zwischen der Hauptstadt Kasachstans Nur-Sultan (ehemals Astana) und dessen wirtschaftlichen Zentrums Almaty wird von einem chinesischen Unternehmen unter europäischer finanzieller Beteiligung neu hergerichtet. Das entsprechende Abkommen wurde am 19. November unter Beteiligung der <a href="https://www.ebrd.com/home">EBRD</a> und <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D0%B2%D1%82%D0%BE%D0%B6%D0%BE%D0%BB">KazAvtoJol</a>, dem kasachstanischen Autobahnbetreiber, im kasachstanischen Industrie- und Infrastrukturentwicklungsministerium unterschrieben. Demnach werden 34,5 Milliarden Tenge (81 Mio Euro) zur Finanzierung der 67 Kilometer Strecke zwischen den Lokalitäten Kurtý und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qapschaghai">Qapshaǵaı</a> freigegeben. Wie Ulan Alipov, der Stellvertreter von KazAvtoJol, bekannt gab, werden die Bauarbeiten <a href="http://miid.gov.kz/ru/news/ebrr-profinansiruet-rekonstrukciyu-uchastka-avtodorogi-kurty-kapshagay">vom chinesischen Unternehmen Xinjiang Construction durchgeführt</a><strong>.</strong></p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Der Großteil der Autobahn zwischen Nur-Sultan im Norden Kasachstans und Almaty im Süden ist bereits betriebsbereit. Bei dem genannten Projekt handelt es sich um ihre Fertigstellung auf einer Teilstrecke im Süden des Landes. Zuvor hatten der kasachstanische Finanzminister Baqýt Sultanov und der Präsident der EBRD Suma Chakrabatiwar bereits am 8. Mai 2018 ein vorbereitendes Abkommen unterschrieben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die neuen Seidenstraßen oft ausschlaggebend für Investitionen<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die kasachstanische Regierung hat verkündet, die Erneuerung der Strecke Kurtý-Qapshaǵaı sei Teil des nationalen Entwicklungsplans Nurly-Jol („der beleuchtete Weg“), der 2014 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, durch Erschließung und Vernetzung von einzelnen Gebieten die regionale Wirtschaft anzuregen. Der Plan vereint Mitteln zur Förderung von Transportwegen und Schulen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mogherini-die-neue-seidenstrase-ist-eines-der-wichtigsten-infrastrukturprojekte/">Federica Mogherini: Die Neue Seidenstraße ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Projekt, das chinesische und europäische Förderung in kasachstanischen Infrastrukturvorhaben vereint, ist Teil der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">One Belt, One Road-Initiative.</a> Das Megaprojekt sieht Kasachstan als Herz eines „wirtschaftlichen eurasischen Korridors“, eine der drei Hauptachsen der Neuen Seidenstraße. China hat sich vorgenommen die zentralasiatischen Transportwege zu entwickeln. Die Einbindung des Landes in die Landesachse soll dazu beitragen, die Kosten für den Transport nach Europa zu senken. Die bilateralen chinesische Investitionen fließen in ein Bündel von Verkehrsmitteln: Die Neue Seidenstraße besteht aus Schienenwegen, Autobahnen, Land- (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Korgas">Qorǵas</a>) oder Meerhäfen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aktaý</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baku">Baku</a>)</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Internationale Projekte werden mehr schlecht als recht ins territoriale Management Kasachstans integriert</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Investitionen der <a href="https://www.ebrd.com/de/home">EBRD</a> in Kasachstan zeugen von der Absicht vieler Länder, ihre diplomatische Beziehungen mit Zentralasien zu erneuern, und eine aktive Rolle im One Belt One Road-Projekt einzunehmen. Seit 2014 finanzierte die EBRD <a href="https://www.ebrd.com/work-with-us/project-finance/project-summary-documents.html?1=1&amp;filterCountry=Kazakhstan">16 Projekte</a> im Transportsektor Kasachstans. Diese haben größtenteils mit Straßenerneuerung und Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor in Flughäfen zu tun.</p>
<p style="text-align: justify">Der kasachstanische Staat nutzt diese europäische und chinesische Investitionen, um dem Bedarf an interregionale Vernetzung nachzukommen. „<em>Die Straße ist Teil des Zentrum-Süden-Korridors, eines zentralen Projekts für unser Land, einer Verbindung zwischen dem Norden und Süden der Republik“</em>, <a href="http://gov.kz/memleket/entities/miid?lang=kk">teilte</a> der Industrie- und Infrastrukturminister offiziell mit. Nichtsdestotrotz ergänzen sich rein kasachstanische und Seidenstraßenbedingte Netze kaum, somit bestehen tiefgreifende Disparitäten zwischen den Regionen, die von diesen Investitionen profitieren und denen, die davon fernbleiben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arnaud Muller</strong><strong><br />
Redakteur für Novastan auf Französisch</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Mehr europäische Investitionen nach Tadschikistan?</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/mehr-europaeische-investitionen-nach-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hriedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 09:36:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten zehn Jahren kamen die meisten Investitionen in Tadschikistan aus dem benachbarten China. Tadschikistan plant nun, sein &#x201E;Anlageportfolio&#x201C; zu diversifizieren, wie die Besuche des Pr&#xE4;sidenten in Europa zeigen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Asia Plus, wir pr&#xE4;sentieren ihn in &#xFC;bersetzter und gek&#xFC;rzter Version mit freundlicher Genehmigung. Mit seinem Besuch in der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In den letzten zehn Jahren kamen die meisten Investitionen in Tadschikistan aus dem benachbarten China. Tadschikistan plant nun, sein &#8222;Anlageportfolio&#8220; zu diversifizieren, wie die Besuche des Präsidenten in Europa zeigen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20191125/pridut-li-v-tadzhikistan-evropeiskie-investitsii?tg_rhash=59df260525b319">Asia Plus</a><strong>, wir präsentieren ihn in übersetzter und gekürzter Version mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit seinem Besuch in der Schweiz und Frankreich in der vergangenen Woche wollte Präsident Emomali Rahmon europäisches Kapital anziehen. Das Interesse Tadschikistans an Schweizer Investitionen verkündete das Staatsoberhaupt am 6. November am Unternehmerforum der beiden Länder in Bern. Rahmon stellte fest, dass nationale und regionale Projekte vorbereitet wurden, deren gemeinsame Durchführung für beide Seiten von Vorteil sei. Nach Angaben des Präsidenten sind derzeit mehr als 25 Schweizer Unternehmen und tadschikisch-schweizerische Gemeinschaftsunternehmen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen des Landes tätig.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;In den letzten zehn Jahren haben Schweizer Investoren nur 167 Millionen US-Dollar in Tadschikistans Wirtschaft investiert, davon 96 Millionen US-Dollar Direktinvestitionen und 71 Millionen US-Dollar Kredite, die von Unternehmen und Organisationen aufgenommen wurden&#8220;,</em> sagte Präsident Rahmon. Gleichzeitig gab er an, dass sich das Gesamtvolumen der Investitionen in die tadschikische Wirtschaft von 2007 bis heute auf 9,5 Milliarden US-Dollar beläuft, wobei der Anteil des Schweizer Kapitals nur 1,9 Prozent beträgt. Der Präsident zeigte sich mit diesen Zahlen unter Berücksichtigung &#8222;aller verfügbaren Ressourcen und Möglichkeiten&#8220; der beiden Länder unzufrieden. Er sei jedoch überzeugt, dass die Investitions- und Geschäftsaktivitäten der Schweizer Wirtschaft in Tadschikistan deutlich ausgeweitet werden könnten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-moechte-die-kohlefoerderung-um-das-zehnfache-erhoehen/"><strong>Tadschikistan möchte die Kohleförderung um das Zehnfache erhöhen</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Einen Tag später traf der Präsident in Paris mit französischen Geschäftsleuten und Investoren zusammen. Laut dem tadschikischen Präsidenten sind derzeit 20 französische Unternehmen in Tadschikistan tätig, es sei aber notwendig, so Rahmon, die zwischenstaatliche Zusammenarbeit in vielversprechenden Sektoren auszubauen.</p>
<p style="text-align: justify">Zu diesem Zweck schlug der Präsident vor, [einen Standort der] <a href="https://www.afd.fr/en">Französischen Entwicklungsagentur</a> in Tadschikistan aufzubauen. Er forderte die französischen Geschäftsleute auf, die Republik zu besuchen, um sich mit den Investitionsmöglichkeiten des Landes besser vertraut zu machen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Attraktives Umfeld</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei Treffen mit europäischen Investoren versicherte Rahmon, die Regierung ergreife notwendige Maßnahmen, um das Investitions- und Geschäftsklima im Land zu verbessern. So sei die Handels- und Wirtschaftsgesetzgebung des Landes mit den internationalen Standards in Einklang gebracht, und Investoren rechtliche Garantien geboten worden.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des Präsidenten sieht die Gesetzgebung des Landes mehr als 100 Privilegien und Vergünstigungen vor, darunter 50 für die Hersteller von Waren. Er hält auch fest, dass die tadschikische Seite das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/New_Yorker_%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Anerkennung_und_Vollstreckung_ausl%C3%A4ndischer_Schiedsspr%C3%BCche">UN-Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche</a> und das <a href="https://www.hcch.net/de/instruments/conventions/full-text/?cid=41">Haager Apostillenübereinkommen</a> ratifiziert hat, die den Registrierungsprozess von Unternehmern verbessern.</p>
<p style="text-align: justify">Rahmon erinnerte auch daran, dass Tadschikistan in den letzten Jahren vier Mal, so auch in diesem Jahr, in die Top Ten der führenden Reformer zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ease_of_Doing_Business_Index">Ease of Doing Business Rating</a> der Weltbank aufgenommen wurde. Dies zeige Tadschikistans steigende Attraktivität für Investitionen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-die-zweite-turbine-des-rogun-wasserkraftwerks-geht-ans-netz/"><strong>Tadschikistan: die zweite Turbine des Rogun-Wasserkraftwerkes geht ans Netz</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident machte die europäische Wirtschaft auf eine Reihe spezifischer Bereiche aufmerksam, in denen die tadschikische Seite Investitionen benötige, so etwa die Wasserkraftindustrie, deren großes Potenzial noch größtenteils ungenutzt bleibe. Die Regierung ergreife praktische Maßnahmen, um neue Wasserkraftwerke zu bauen und die bestehenden nach internationalen Standards zu erneuern. Er schlug außerdem vor, in Infrastrukturprojekte zu investieren, die darauf abzielten, &#8222;die Transitmöglichkeiten in der Region zu erweitern, auch durch Afghanistan in Richtung südasiatischer Häfen&#8220;.</p>
<p><figure id="attachment_17958" aria-describedby="caption-attachment-17958" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-17958" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun.jpg" alt="Tadschikistans Präsident Rahmon bei der Einweihung der zweiten Turbine des Rogun-Wasserkraftwerks" width="1024" height="681" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/09/Rogun-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-17958" class="wp-caption-text">Tadschikistan will ausländische Investitionen anziehen, insbesondere in der Wasserkraftindustrie. Hier weiht Präsident Rahmon 2018 das Rogun-Wasserkraftwerk ein</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus hob der Präsident den Sektor der industriellen Produktion hervor, um eine beschleunigte Industrialisierung zu erreichen. Die Schwerpunkte lägen dabei im Bergbau, der Leicht- und Lebensmittelindustrie, einschließlich der Verarbeitung von umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Produkten, Metallen und Edelsteinen, Baumwollfasern, Kokons und die Herstellung von Endprodukten aus Rohstoffen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Land habe gute Möglichkeiten für die Entwicklung des Maschinenbaus, der chemischen Industrie, der Metallurgie und anderer prioritärer Produktionsbereiche. Darüber hinaus, so Rahmon, verfüge Tadschikistan über reiche natürliche Ressourcen, darunter Wasserressourcen, mineralische und nichtmineralische Rohstoffe, ein günstiges Klima und genügend Arbeitskräfte. Er schlug den Schweizer Geschäftsleuten vor, ihre Tätigkeit in der Finanz- und Bankensphäre der Republik zu etablieren. <em>&#8222;Um diese Chancen zu nutzen, brauchen wir Investitionen und moderne Technologie&#8220;,</em> fügte er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Entwicklung ausländischer Investitionen </strong></p>
<p style="text-align: justify">Um eine beschleunigte Industrialisierung im Einklang mit der nationalen Entwicklungsstrategie zu erreichen, hofft die Regierung Tadschikistans, jährlich 3,6 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor (ausländische und inländische Investitionen) anzuziehen.</p>
<p style="text-align: justify">Nach den Prognosen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel erwartet die Republik im Jahr 2020 ausländische Investitionen (Kredite, Zuschüsse und Direktinvestitionen) von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie noch 2018, als die ausländischen Investitionen rund 650 Millionen Dollar betrugen. Mehr als die Hälfte davon wurden aus China angezogen, an zweiter Stelle stehen Großbritannien mit 28 Millionen und Russland mit 22 Millionen US-Dollar. Auch kleinere Investionen aus 36 Ländern flossen in das Land, darunter Afghanistan.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig aber hat sich der Zufluss ausländischer Investitionen gegenüber 2017 insgesamt fast halbiert, insbesondere die Direktinvestitionen. Die Vertreter des Präsidialen Beirats für die Verbesserung des Investitionsklimas sind zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen steigen, und die Rolle der inländischen Unternehmer sowie der Privatwirtschaft zunehmen wird. Der Rat empfiehlt<em>, &#8222;Geduld zu haben&#8220;,</em> bis der Mechanismus von Privilegien und Präferenzen für ausländische Investoren und inländische Unternehmer voll funktionsfähig ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hauptinvestor China</strong></p>
<p style="text-align: justify">Erst in der zweiten Hälfte der Jahrtausendwende begannen chinesische Investitionen in die tadschikische Wirtschaft zu fließen – die ersten größeren Investitionen wurden 2007 angezogen, nachdem die beiden Länder den Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet hatten. Ein signifikanter Zufluss an chinesischen Investitionen begann jedoch, nachdem die beiden Länder ihre <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-pacific-12180567">territorialen Fragen</a> im Jahr 2011 geklärt hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Innerhalb von zehn Jahren überholte China Russland in Bezug auf das Volumen der in die tadschikische Wirtschaft investierten Finanzmittel. Russland hatte in der gesamten jüngeren Geschichte Tadschikistans stets eine führende Rolle gespielt. Das Gesamtvolumen der bisher aufgelaufenen chinesischen Direktinvestitionen hat bereits 1,5 Milliarden US-Dollar erreicht.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/china-gibt-tadschikistan-220-millionen-us-dollar-fur-den-bau-von-parlaments-und-regierungsgebauden-was-steckt-dahinter/"><strong>China gibt Tadschikistan 220 Millionen US-Dollar für den Bau von Parlaments- und Regierungsgebäuden – Was steckt dahinter?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Gegenwärtig werden chinesische Investitionen in allen Sektoren der tadschikischen Wirtschaft getätigt, wobei der Schwerpunkt auf dem Bergbau, der Energieerzeugung, der Infrastruktur, der Chemie- und Textilindustrie sowie der Landwirtschaft und der landwirtschaftlichen Verarbeitung liegt.</p>
<p><figure id="attachment_15633" aria-describedby="caption-attachment-15633" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15633" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2.jpg" alt="" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/2-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-15633" class="wp-caption-text">China ist Tadschikistans Hauptinvestor: Hier trifft Rahmon den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang im Oktober 2018 in Duschanbe</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die tadschikischen Behörden erklären dieses Phänomen auf einfache Weise: China verfüge derzeit über große Mengen an freien Finanzmitteln, die andere Länder nicht hätten. So sagte der tadschikische Industrieminister Sarobiddin Fajsullosoda Anfang des Jahres, dass man sich heute nur noch auf chinesische Investoren verlassen könne. Westliche Unternehmen, die vor ihrer Ankunft eine Erlaubnis erhalten hatten, in der Republik zu arbeiten, seien später nicht mit der Finanzierung zurechtgekommen, so der Industrieminister.</p>
<p style="text-align: justify">Unterdessen sind einige Experten in Tadschikistan skeptisch gegenüber der Expansion chinesischer Investitionen und fordern die Behörden auf, mit diesem Thema sorgfältiger umzugehen. Die übermäßige Anziehungskraft von Investitionen aus China könne eine Bedrohung für die Unabhängigkeit kleiner Länder wie Tadschikistan darstellen, so der politische Analyst Nurali Dawlatow. Zuvor warnte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Professor Hojamchmad Umarow, zu hohes chinesisches Kapital könne die nationale Sicherheit und Integrität des Landes bedrohen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie geht es weiter?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Experten erkennen zwar die Anstrengungen der Regierung, um die Investitionsattraktivität des Landes zu verbessern.<em> „Auf der anderen Seite bleiben aber die Hauptprobleme, mit denen Investoren in Tadschikistan konfrontiert sind, ungelöst: Korruption, Vetternwirtschaft in relativ profitablen Marktnischen und administrative Barrieren seitens der Beamten&#8220;,</em> so der Ökonom Subchon Chodijew. Ohne die Beseitigung dieser Probleme würde es schwierig werden, bedeutende Investitionen anzuziehen und diese auch zu behalten.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Jeder Investor, wird, zusammen mit den Vorteilen und den rechtlichen Nuancen, die reale Situation der ausländischen Unternehmen im Land analysieren. Wenn er zum Beispiel den Bau von Wasserkraftwerken plant, wird er sich fragen, wie russische und iranische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wechselrichter">Stromwechselrichter</a> (etwa bei den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kraftwerken_in_Tadschikistan">Sangtuda-Wasserkraftwerken</a> im Einsatz) laufen, wenn er in die Telekommunikationsbranche investieren will, wird er zu Megafon und Tcell gehen und fragen, wie es ihnen geht. Erst danach wird er entscheiden, ob er in Tadschikistan arbeiten will&#8220;,</em> erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Chodijew.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-weitet-energieexport-aus/"><strong>Tadschikistan weitet Energieexport aus</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Länder wie Tadschikistan müssten laut dem Analytiker Sulton Safarov in jeder Hinsicht außergewöhnliche Bedingungen schaffen, um ihre ungünstige geographische Lage auszugleichen (schwieriges bergiges Gelände, Entfernung zu den Seehäfen, Grenze zu dem politisch instabilen Afghanistan, etc.).<em> &#8222;Lasst uns nicht über die Chinesen sprechen, denn sie werden geduldig all die Mühen ertragen, um ihre letztendlichen Ziele zu erreichen. Die Europäer werden mit dem fast völlig ungeschützten Eigentum des Investors, Vetternwirtschaft, Korruption und Bürokratie, nicht lange bleiben&#8220;,</em> sagte er.</p>
<p style="text-align: justify">Der Analytiker rät den Behörden, ihre Einstellung zu Investitionen und zur Privatwirtschaft zu ändern, um auf die dringend nötigen Ressourcen zur Förderung der Wirtschaft und der Industrialisierung zählen zu können.</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20191125/pridut-li-v-tadzhikistan-evropeiskie-investitsii?tg_rhash=59df260525b319">Asia Plus</a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Hannah Riedler</strong></p>
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			</item>
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		<title>Neuer Hypermarkt: Welche Rolle spielt &#8222;Carrefour&#8220; in Usbekistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Tack]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2019 14:18:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[ausländische Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Carrefour k&#xFC;ndigt an, in den n&#xE4;chsten zwei Jahren in Taschkent mehrere Superm&#xE4;rkte er&#xF6;ffnen zu wollen. Wie sieht der Einzelhandelsmarkt in Usbekistan aus und was bringt den Landwirten der Eintritt von Carrefour in den usbekischen Markt? Wir &#xFC;bersetzen diesen Artikel in gek&#xFC;rzter Form mit freundlicher Genehmigung von &#x201E;Fergana News&#x201C;. Ende Oktober 2019 wurde bekannt, dass die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Carrefour kündigt an, in den nächsten zwei Jahren in Taschkent mehrere Supermärkte</strong> <strong>eröffnen zu wollen. Wie sieht der Einzelhandelsmarkt in Usbekistan aus und was bringt den Landwirten der Eintritt von Carrefour in den usbekischen Markt? Wir übersetzen </strong><a href="https://fergana.news/articles/112182/"><strong>diesen Artikel</strong></a><strong> in gekürzter Form mit freundlicher Genehmigung von „</strong><a href="https://fergana.news/"><strong>Fergana News</strong></a><strong>“.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ende Oktober 2019 wurde <a href="https://fergana.media/news/112033/">bekannt</a>, dass die französische Supermarktkette Carrefour, das weltweit größte Einzelhandelsunternehmen nach Walmart, in den usbekischen Markt eintreten und dort Supermärkte eröffnen will. In den kommenden zwei Jahren sollen in Taschkent insgesamt sieben Geschäfte mit einer Gesamtfläche von 17.400 Quadratmeter entstehen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die Geschäfte wird <a href="https://www.majidalfuttaim.com/en">Majid Al Futtaim</a> leiten, eine Holding aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die über das Exklusivrecht verfügt, Carrefour-Supermärkte in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens zu eröffnen – darunter auch in Usbekistan. Man wolle die usbekische Wirtschaftsentwicklung unterstützen und werde deshalb mit mehr als 600 lokalen Lieferanten zusammenarbeiten, hieß es aus der Holding. Außerdem würden durch die neuen Geschäfte fast 2.500 Arbeitsplätze entstehen. Dass Carrefour als einer der größten Einzelhändler der Welt in den usbekischen Markt eintreten will, ist eine echte Sensation, zumal es der erste ausländische Anbieter in Usbekistan wäre.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kleiner Markt mit großen Möglichkeiten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl Usbekistan auf eine lange Handelstradition zurückblicken kann, steht der Lebensmitteleinzelhandel erst am Anfang seiner Entwicklung. Momentan gibt es nur zwei große Supermarktketten im Land: Korsinka und Makro. Schwächer als in Usbekistan ist der Einzelhandel vermutlich nur noch in Tadschikistan entwickelt, wobei es selbst dort schon seit einigen Jahren einen Supermarkt der französischen Kette Auchan gibt.</p>
<p style="text-align: justify">Marktführer in Usbekistan ist die Kette Makro. Obwohl die Firma erst 2010 gegründet wurde, 14 Jahre später als Korsinka, verfügt sie bereits über 53 Geschäfte und liegt damit vor dem Konkurrenten mit 50 Geschäften. Außerdem ist Makro mit 22 Filialen außerhalb von Taschkent stärker in den Regionen vertreten. Ihre Finanzberichte halten beide Firmen unter Verschluss, aber es kann davon ausgegangen werden, dass  die Firmen jeweils über 100 Milliarden usbekische Sum (ca. 9,6 Millionen Euro) Gewinn machen, denn beide sind von den Steuerbehörden als große Steuerzahler gelistet, und eine Voraussetzung für die Aufnahme in diese Liste ist ein jährlicher Gewinn von mindestens 100 Milliarden Sum.</p>
<p style="text-align: justify">Allerdings ist ihr Anteil am gesamten Markt selbst dann, wenn man die Marktanteile beider Firmen addiert, eher gering. Nach Einschätzung von Korsinka gibt es im Land insgesamt mehr als 20.000 Lebensmittelgeschäfte. Gerade dies macht Usbekistan sehr attraktiv für ausländische Investoren. <em>„Für Einzelhandelsketten sind drei Faktoren entscheidend: die Zahl der Konsumenten, die Höhe der Umsätze und die Marktkonkurrenz. Die Umsätze sind in Usbekistan zwar noch nicht so hoch, aber sie steigen kontinuierlich. Um die beiden anderen Faktoren ist es bestens bestellt: Es gibt eine große Bevölkerung und praktisch keine Konkurrenz“</em>, erklärt Andrej Jarmak, Ökonom bei der <a href="http://www.fao.org/europe/central-asia/en/">Food and Agriculture Organization der UNO</a>, im Gespräch mit „Fergana“.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-usbekistan-die-konkurrenz-um-auslaendische-investitionen-waechst/">Kasachstan und Usbekistan: Die Konkurrenz um ausländische Investitionen wächst</a></p>
<p style="text-align: justify">Majid Al Futtaim begründet sein Interesse am usbekischen Markt unter anderem mit einer beeindruckenden Prognose: Die Holding ist davon überzeugt, dass der Umsatz im Lebensmittelmarkt allein in Taschkent bis 2023 auf bis zu 5 Milliarden US-Dollar (ca. 4,5 Milliarden Euro) steigen könnte. Im Jahr 2018 betrug das Volumen des Lebensmittelmarktes im gesamten Land laut Statistikbehörde gerade einmal <a href="http://web.stat.uz/open_data/ru/8.6%20Main%20indicators%20of%20retail%20trade_rus.pdf">6,7 Milliarden US-Dollar</a> (ca. 6 Milliarden Euro).</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Der usbekische Markt ist noch jung und bietet die Möglichkeiten, die in den Nachbarländern bereits vor 20 Jahren zu finden waren. Hier gibt es alles, was für die Entwicklung des Einzelhandels wichtig ist: eine hohe Bevölkerungszahl und -dichte. Das Einzige, was die Entwicklung behindern könnte, wären die relativ niedrige Kaufkraft und etwaige besondere bürokratische Regelungen vonseiten der Behörden. Wenn diese Hindernisse überwunden sind, wird sich der Einzelhandel entwickeln“</em>, so Jewgeni Dolbilin, Partner der Consulting-Firma <a href="https://shre.kz/">Scot Holland | CBRE</a> in Kasachstan und Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sprungbrett für den Export</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Nachricht über den Einstieg von Carrefour in den usbekischen Markt ruft bei den lokalen Einzelhändlern indes keine Panik hervor. Der Gründer von Korsinka, Safar Chaschimow, ist davon überzeugt, dass der Markteintritt einer ausländischen Kette die Entwicklung des Einzelhandels voranbringt . <em>„Für den Markt bedeutet das neue Formate und Kanäle für den Verkauf sowie die Weiterentwicklung von Waren. Für die Konsumenten bedeutet das: mehr Auswahl und Abwechslung. Von dem, was jetzt passiert, profitieren alle Marktteilnehmer“</em>, so Chaschimow.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Ökonom Jarmak sieht das ähnlich. Seiner Meinung nach hilft der Eintritt eines internationalen Unternehmens in den lokalen Markt Usbekistan dabei, seine Position auf dem internationalen Markt für Gemüse und Obst zu stärken. Um den hohen internationalen Standards der Ketten zu entsprechen, werden usbekische Bauern viele Aspekte ihrer Produktion weiterentwickeln müssen: Anbaumethoden, Pflanzenschutz, allgemeine Hygienebedingungen in den Produktionsstätten oder auch die Pflück-, Lager- und Verpackungsmethoden.</p>
<p style="text-align: justify">Außerdem geht er davon aus, dass <em>„die Ketten ständig ihre Anforderungen hochschrauben und die Bauern gezwungen sein werden, diesen zu entsprechen, denn der Einfluss der Ketten wird steigen. Sie werden die größten Einkäufer auf dem Markt sein und es wird eine große Schlange von Lieferanten geben, die ihnen ihre Waren verkaufen wollen“</em>.</p>
<p style="text-align: justify">Die Erfahrung in Osteuropa zeigt, dass mit dem Aufkommen großer Ketten lokale Landwirte den Export von Obst und Gemüse steigern. So exportierte Polen etwa 1990 gerade einmal 38,5 Tonnen Äpfel, im Jahr 2017 waren es schon mehr als eine Million. Dies lag zu einem großen Teil an den Supermarktketten, deren hohe Qualitätsstandards Landwirte dazu motivierten, ihre Produktions- und Lagerungsbedingungen auszubauen.</p>
<p style="text-align: justify">Carrefour wird es nicht besonders schwer haben, sich auf dem usbekischen Markt zu etablieren. Das Unternehmen verfügt über große Erfahrung auf dem internationalen Markt und vor Ort werden Franchise-Läden mit großzügiger finanzieller Ausstattung das Projekt vorantreiben. Auch die Warenauswahl wird sich im Vergleich zu den beiden lokalen Supermarktketten sehen lassen können: Majid Al Futtaim verspricht, den Kunden bis zu 40.000 verschiedene Waren anzubieten. Dagegen hatte Konkurrent Korsinka 2018 lediglich etwa 12.000 Waren im Sortiment.</p>
<p style="text-align: justify">Die Konkurrenz um die usbekischen Kunden muss laut Chaschimow nicht zwangsläufig aggressiv ausfallen. <em>„Dafür, dass der Markt über 30 Millionen potenzielle Kunden umfasst, haben Supermarktketten den modernen Einzelhandel noch wenig für sich erschlossen. Urteilen Sie selbst: Nach unseren Berechnungen beträgt der gesamte Anteil des modernen Einzelhandels, und wir reden hier nur über Taschkent, bezogen auf den Bruttokonsum von Lebensmitteln und Bedarfsgütern nicht einmal 9 Prozent. Auf das ganze Land bezogen ist der Anteil noch niedriger. In Kasachstan beträgt der Anteil über 45 Prozent, in Europa und den USA fast 90 Prozent. Unser Markt hat noch ein großes Wachstumspotenzial, und bis wir von echter Konkurrenz sprechen können, ist es noch ein langer Weg“</em>, so der Gründer von Korsinka.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Carrefour versucht es schon zum zweiten Mal in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bereits 2015 unternahm Carrefour den Versuch, in den zentralasiatischen Markt einzusteigen, scheiterte dabei allerdings kläglich. Damals erklärte Majid Al Futtaim, man wolle in Kasachstan neun Geschäfte eröffnen, und 2016 wurde der erste Markt in Almaty eröffnet. Nur ein Jahr später wurde er jedoch schon wieder geschlossen und Carrefour zog sich in der Folge vom kasachischen Markt zurück. Bei Majid Al Futtaim wurde der rasche Rückzug mit der Entwertung des kasachischen Tenge und der harten Konkurrenz erklärt, allerdings führten lokale Experten andere Gründe an. So habe man bei Carrefour das Sortiment falsch ausgerichtet: Die Hälfte des Sortiments umfasste Non-Food-Waren, Kasachstaner betrachteten Supermärkte jedoch in erster Linie als Lebensmittelläden und kauften dort kein Non-Food. Darüber hinaus wurden ungünstige Standorte, das Fehlen einer guten Auswahl an Eigenmarken und das Nichtberücksichtigen lokaler Besonderheiten als weitere Gründe für den Rückzug genannt.</p>
<p style="text-align: justify">Inwieweit Majid al Futtaim aus seinen Fehlern gelernt hat, wird nicht nur für die Firma selbst von Bedeutung sein, sondern auch für den gesamten usbekischen Einzelhandelsmarkt. <em>„Ich denke, dass viele Einzelhändler und Investoren die aktuelle Situation aufmerksam beobachten. Wenn Carrefour erfolgreich ist, dann werden definitiv auch andere Firmen hinzukommen. Wenn dieser zweite Versuch allerdings ein ähnliches Fiasko wird wie zuvor in Kasachstan, dann werden die Zweifler sich ihrer Haltung bestätigt sehen, dass die richtige Zeit noch nicht gekommen ist“</em>, meint Jewgeni Dolbilin.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Jegor Petrow für <a href="https://fergana.news/">Fergana News</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Florian Tack</strong></p>
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