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	<title>Armut Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 20 Oct 2025 18:34:49 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Armut Archives</title>
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		<title>„Central Asia: At the Crossroads“ – Highlights von Berlins neuem regionalem Filmfestival</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 18:34:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Berliner Sinema Transtopia war vom 27. bis 28. September 2025 Gastgeber der ersten Ausgabe von &#x201E;Central Asia: At The Crossroads&#x201C;, einem neuen Kurzfilmfestival, das mutige und vielf&#xE4;ltige Stimmen aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas in den Mittelpunkt stellt. Die zweit&#xE4;gige Veranstaltung bot einen lebendigen Einblick in das aufstrebende Kino der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Berliner Sinema Transtopia war vom 27. bis 28. September 2025 Gastgeber der ersten Ausgabe von „Central Asia: At The Crossroads“, einem neuen Kurzfilmfestival, das mutige und vielfältige Stimmen aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas in den Mittelpunkt stellt. Die zweitägige Veranstaltung bot einen lebendigen Einblick in das aufstrebende Kino der Region: von intimen persönlichen Geschichten bis hin zu eindrucksvollen sozialen Porträts. Hier werden einige der denkwürdigsten Werke des Programms vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eröffnung des Kurzfilmfestivals fand parallel zu einem Schwesterprogramm in Taschkent statt, das von der unabhängigen Toshkent Film School unterstützt wurde. Neben einer Hauptauswahl mit Werken von Filmschaffenden aus Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und der uigurischen Region Chinas bot das Festival auch einen Workshop zu dekolonialen und feministischen Ansätzen beim Drehbuchschreiben und Kuratieren sowie einen Vortrag über die Herausforderungen des Filmemachens und der Festivalorganisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filme wurden thematisch in vier unabhängige Sektionen unterteilt: „Radical Hopefulness“, „Tender is the Youth“, „Kinds of Remembrance“ und „Yurt – bu? Homeland – is?“. In allen Vorführblöcken tauchten jedoch mehrere übergreifende Themen auf, die von den Routinen des Alltags über Fragen der Jugend und Identität, kollektive und persönliche Erinnerung, feministische und queere Perspektiven bis hin zu verschiedenen anderen drängenden sozialen Themen reichten.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="512" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1.jpg" alt="" class="wp-image-43222" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads41024-768x512-1-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="768" height="512" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1.jpg" alt="" class="wp-image-43223" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads21024-768x512-1-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</div>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><sup>Diskussion mit Temur Umarov (Carnegie Endowment for International Peace) und Dr. Aksana Ismailbekova (ZMO) über die aktuelle gesellschaftspolitische Lage in Zentralasien. Fotos:@fogg_films</sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mirtemir geht&#8217;s gut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tagesaufnahmen einer heruntergekommenen Hütte im staubigen Nukus weichen allmählich Abendaufnahmen einer belebten Straße. Auf diese Weise stellen die Regisseure Sascha Kulak und Michail Borodin die beiden Seiten der Realität des jungen Mirtemir gegenüber. Am Morgen ist er ein fürsorglicher älterer Bruder, der auf seine Schwester aufpasst, und ein Enkel, der sich um seine blinde Großmutter kümmert; am Abend wird er zum Fast-Food-Kellner und Straßenmusiker, der Passantinnen und Passanten mit einer mobilen Karaoke-Anlage unterhält. Diese frühe Verantwortung kam auf ihn zu, nachdem seine Mutter ins Ausland gezogen war, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirtemir selbst träumt davon, dasselbe zu tun: nach Almaty zu gehen, um dort als Kellner zu arbeiten. Obwohl er gelernt hat, Arbeit und Vergnügen unter einen Hut zu bringen – indem er beispielsweise mitten am Tag einen Moment findet, um mit seiner jüngeren Schwester Rollschuh zu laufen –, wird den Zuschauenden wie vielleicht auch dem Jungen selbst klar: Die Kindheit schwindet dahin. Spiele und Streiche weichen der Fürsorge für geliebte Menschen und dem Streben nach dem Wohlergehen der Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/neue-stimmen-zentralasiatische-kurzfilme-beim-goeast-filmfestival-2024/">Neue Stimmen: Zentralasiatische Kurzfilme beim goEast-Filmfestival 2024</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fast reportageartige Stil des Dokumentarfilms verleiht der Geschichte eine besondere Authentizität und zurückhaltende emotionale Tiefe. Und auch wenn das Publikum nicht sicher sein kann, ob Mirtemir wirklich existiert, steht eines außer Frage: Der Film thematisiert ein drängendes soziales Problem: das der Kinder, die in Usbekistan ohne elterliche Fürsorge zurückbleiben, weil die Erwachsenen gezwungen sind, zur Arbeit zu migrieren, um ihre Familien zu versorgen. Trotz seines jugendlichen und manchmal ironischen Tons, der sowohl dem Alter des Protagonisten als auch der Atmosphäre seiner Umgebung entspricht, wirft Mirtemirde beri jaksy (Мiртемiрде бэрi жаксы, &#8222;Mirtemir geht&#8217;s gut&#8220;) tiefgreifende Themen wie Armut, erzwungene Reife und den Verlust der Kindheit auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genosse Polizist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie sich jemals gefragt haben, wie kasachstanische Nachrichtenmedien tatsächlich funktionieren, wird Assel Aushakimovas Kurzfilm diese Neugier in nur dreizehn Minuten vollständig befriedigen. Die Geschichte über die Produktion eines pseudo-fernsehähnlichen Berichts über das staatliche Programm Jolda Qabyldau (Жолда Қабылдау, „Empfang unterwegs“) entfaltet sich zu einer charmanten Satire – nicht nur über die zeitgenössische Nachrichtenberichterstattung, sondern auch über die inneren Abläufe von Strafverfolgungsbehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kern der Sendung selbst wird durch die sorgfältig ausgewählten Aufnahmen des sogenannten Berichts deutlich: An speziell ausgewiesenen Punkten am Straßenrand kann jeder Bürger und jede Bürgerin mit einer Frage oder einem Anliegen an Polizeivertreter herantreten. Zur Veranschaulichung entscheidet sich die lokale Journalistin Nur (gespielt von Dinara Alieva), direkt gegenüber einer solchen Station zu filmen – einem Minivan, der vage an einen Polizeiwagen erinnert. In der Nähe, an einem kleinen Tisch, knackt ein für den Posten zuständiger Polizist gemächlich Sonnenblumenkerne. Doch einzig eine Aufnahme eines einsamen „Empfangspunkts“ reicht nicht aus – die Popularität der Sendung in der Öffentlichkeit muss demonstriert werden. Daher greift Alievas Figur zu einer eigentümlichen Lösung: Sie überredet einen Taxifahrer, sich als Bürger mit einer Frage auszugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die komische Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als beide Teilnehmer der improvisierten „Empfangsstelle“ beginnen, vor der Kamera über ihre angebliche Erfahrung zu sprechen – oder vielmehr stockend aus einem vorab geschriebenen Skript des staatlichen Fernsehsenders vorzulesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-astana-rueckbenannt/">Kasachstans Hauptstadt wird in Astana rückbenannt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Film bereits vor vier Jahren veröffentlicht wurde, hat er nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Die Verwirrung über den Namen der Hauptstadt (Astana oder Nur-Sultan?) sorgt immer noch für Schmunzeln, während die ironische Darstellung der Arbeitsweise der staatlichen Medien weiterhin beim Publikum auf große Resonanz stößt.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1.jpg" alt="" class="wp-image-43224" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1.jpg 683w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/BerlinFilmFest1024-2-683x1024-1-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sinema Transtopia in Berlin, Veranstaltungsort des Kurzfilmfestivals „Central Asia: At The Crossroads“. Foto: @fogg_films</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1.jpg" alt="" class="wp-image-43225" style="width:582px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1.jpg 683w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/CentralAsiaAtTheCrossroads51024-683x1024-1-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto vom Workshop <em>Decolonial and Feminist Perspectives on Cinema</em> mit der kasachischen Regisseurin Malika Muhamejan. Foto: @fogg_films</figcaption></figure>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Blaues Tor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ergreifende Geschichte der kirgisischen Regisseurin Nargiza Dotijewa erschien im Themenblock „Yurt – bu? Homeland – is?“, der sich mit Reflexionen über den Begriff „Heimat“ befasst. Im Gegensatz zu den anderen Filmen dieser Sektion, die sich dem Thema Heimat durch das Prisma der Erinnerung, der kulturellen Zugehörigkeit oder sogar der Ablehnung des Konzepts von Heimat als beständigem und festem Ort näherten, präsentiert Kök Darbaza (Көк Дарбаза, &#8222;Blaues Tor&#8220;) ein anderes, greifbareres Bild – das eines hinter blauen Toren verborgenen Hauses. Doch beschränkt sich die Regisseurin auf diese einzige Interpretation?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Protagonist – ein einsamer, zurückhaltender junger Mann – fühlt sich auf unerklärliche und unwiderstehliche Weise zu eben diesen blauen Toren hingezogen. Oder vielmehr zu dem, was dahinter liegt: ein altes, bescheidenes Haus, ein halb verwilderter Garten und daneben, auf einer verwitterten Bank, eine blinde alte Frau, die die Sonnenstrahlen genießt. Unfähig, ein schüchterner Beobachter zu bleiben, schleicht sich der junge Mann wiederholt in den Garten – hier zieht er Unkraut, dort repariert er die Bank, den Lieblingsplatz der alten Frau. Obwohl sie blind ist, spürt sie dennoch seine Anwesenheit und noch etwas mehr: seine Einsamkeit. Es scheint, als sei sie die Einzige in seiner Umgebung, die ihn wirklich gesehen hat – nicht sein Gesicht, sondern seine Seele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tragischer Unfall auf der Straße trennt die beiden, allerdings nur physisch. Die spirituelle Verbindung zwischen ihnen bleibt bestehen, wie ein Faden, der die Äste der Bäume umschlingt, die sich vom Haus zum See erstrecken – die letzte, geheime Geste der Fürsorge des jungen Mannes, die er der alten Frau als Geschenk hinterlässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So überschreitet Kök Darbaza bei der Beantwortung der Frage „Was ist Heimat?“ die Grenzen des physischen Raums. Es ist eine Geschichte von spiritueller Nähe, die trotz fehlender Blutsbande, trotz der Umstände und trotz der Stille entsteht. Eine Geschichte von Liebe, Verbundenheit und Akzeptanz, die den Begriff „Heimat“ in eine Metapher für menschliche Verbundenheit und innere Wärme verwandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aktuelle Informationen zu zukünftigen Vorführungen oder Ausgaben des Festivals finden Sie auf der <a href="https://www.instagram.com/ca_shortfilmfest/">Instagram-Seite von Central Asia: At The Crossroads</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle in diesem Artikel verwendeten Fotos werden mit Genehmigung des Fotografen <a href="https://www.instagram.com/fogg_films/">@fogg_films</a> veröffentlicht.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Darya Loza für Novastan</strong></p>
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		<title>Warum Kirgistan nicht der Armut entkommt</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-kirgistan-nicht-der-armut-entkommt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sherzodbabakulov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 09:26:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Askar Akajew]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Armut ist nach wie vor ein Problem in Kirgistan. Welche historischen Ereignisse und Entscheidungen haben zu diesem status quo gef&#xFC;hrt? Welchen Wandel braucht es in der sogenannten &#x201E;demokratischen Insel Zentralasiens&#x201C;, um sich auf dem Weltmarkt behaupten oder um genug Arbeitspl&#xE4;tze im Land generieren zu k&#xF6;nnen? Ein Kommentar von Sherzod Babakolov. Gem&#xE4;&#xDF; der Voraussage der Europ&#xE4;ischen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Armut ist nach wie vor ein Problem in Kirgistan. Welche historischen Ereignisse und Entscheidungen haben zu diesem <em>status quo</em> geführt? Welchen Wandel braucht es in der sogenannten „demokratischen Insel Zentralasiens“, um sich auf dem Weltmarkt behaupten oder um genug Arbeitsplätze im Land generieren zu können? Ein Kommentar von Sherzod Babakolov.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß der Voraussage der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bank_f%C3%BCr_Wiederaufbau_und_Entwicklung">Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung</a> soll das BIP in Kirgistan zwischen <a href="https://economist.kg/novosti/2023/02/17/vvp-kyrgyzstana-blizhajshie-paru-let-prodolzhit-rasti-po-7-v-god-prognoz-ebrr/">2023 auf 2024</a> um sieben Prozent wachsen. Obwohl die wirtschaftliche Wachstumsrate der <a href="https://rus.azattyk.org/a/29613744.html">demokratischen Insel</a> Zentralasiens imponiert, gehört Kirgistan nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. <a href="http://www.stat.kg/media/publicationarchive/c2a97c2c-3a0d-4ef1-9dfa-42a8211c1fab.pdf">33 Prozent</a> der Bevölkerung leben umgerechnet von weniger als <a href="https://kaktus.media/doc/464920_yroven_bednosti_v_kyrgyzstane_otkatilsia_na_10_let_nazad._a_chto_obeshal_sadyr_japarov.html#:~:text=%D0%91%D0%B5%D0%B4%D0%BD%D0%BE%D1%81%D1%82%D1%8C%20%D0%B2%20%D1%86%D0%B8%D1%84%D1%80%D0%B0%D1%85&amp;text=%D0%92%202021%20%D0%B3%D0%BE%D0%B4%D1%83%20%D0%B1%D0%B5%D0%B4%D0%BD%D1%8B%D1%85%20%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BB%D0%BE,%D0%9A%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5%20%D0%BF%D0%BE%20%D0%B8%D1%82%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%BC%202021%20%D0%B3%D0%BE%D0%B4%D0%B0.">67 Euro</a> pro Monat. Gescheiterte Entscheidungen seitens der Regierung, grassierende Korruption und die Abhängigkeit Kirgistans vom Ausland – all das sind Gründe, warum Kirgistan der extremen Armut nicht entkommt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Auch im Jahr 2023 bleibt Kirgistan ein Land mit extrem niedrigem Einkommen und verzeichnet eines der geringsten BIPs in Zentralasien (rund <a href="http://www.stat.kg/ru/news/v-yanvare-2023-goda-obespechen-rost-valovogo-vnutrennego-produkta/#:~:text=%D0%92%D0%B0%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%BE%D0%B9%20%D0%B2%D0%BD%D1%83%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D0%B8%D0%B9%20%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B4%D1%83%D0%BA%D1%82%20(%D0%92%D0%92%D0%9F)%2C,%D0%B3%D0%BE%D0%B4%D0%B0%20%D0%BD%D0%B0%204%2C8%20%D0%BF%D1%80%D0%BE%D1%86%D0%B5%D0%BD%D1%82%D0%B0.">5 Milliarden Euro</a>). Außerdem bestehen erhebliche Einkommensunterschiede je nach Wohnort. Rund <a href="https://www.akchabar.kg/ru/news/svyshe-chetverti-naseleniya-kyrgyzstana-v-2016-godu-prozhivalo-za-chertoj-bednosti/">74 Prozent</a> der Einkommensschwachen leben in ländlichen Gebieten. Kirgistan ist stark von landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie von <a href="https://www.akchabar.kg/ru/news/gosdolg-kr-pered-kitajskim-bankom-sostavlyaet-18-mlrd/">Barkrediten aus Russland und China</a> abhängig. Ein erheblicher Teil des Staatshaushalts baut auf Steuergeldern von kirgisischen Bürger:innen auf, die sich gezwungen sehen, in einem der <a href="https://rus.azattyk.org/a/31855851.html#:~:text=%D0%94%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D0%B6%D0%BD%D1%8B%D0%B5%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D1%8B%20%D0%BC%D0%B8%D0%B3%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%BE%D0%B2%20%D1%8D%D0%BA%D0%B2%D0%B8%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D1%82%D0%BD%D1%8B%2035,%D0%B7%D0%B0%D0%B2%D0%B8%D1%81%D1%8F%D1%89%D0%B8%D1%85%20%D0%BE%D1%82%20%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D0%B6%D0%BD%D1%8B%D1%85%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B2%20%D0%BC%D0%B8%D0%B3%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%BE%D0%B2.">Nachbarländer</a> zu arbeiten.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein Problem mit langer Vorgeschichte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Nach der 1991 erlangten Unabhängigkeit von der UdSSR wurde Kirgistan mit einer Reihe wirtschaftlicher Probleme konfrontiert, unter anderem aufgrund eines erheblichen technologischen Rückstands. Dieser führte dazu, dass das Land vom Weltmarkt verbannt blieb. Darüber hinaus herrschte ein akuter Devisenmangel, um die sozialen Bedürfnisse zu befriedigen. 1991 ließ der erste Staatspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Askar_Akajew">Askar Akajew</a> die meisten kirgisischen Betriebe und Fabriken <a href="http://www.case-research.eu/files/?id_plik=2379">privatisieren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Um das Land wenigstens mit etwas Devisen zu versorgen, veranlasste Akajew den <a href="https://books.google.kz/books?id=AbibDwAAQBAJ&amp;pg=PT42&amp;lpg=PT42&amp;dq=%D0%B0%D0%BA%D0%B0%D0%B5%D0%B2+%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BB+%D0%B7%D0%B0%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D1%8B&amp;source=bl&amp;ots=sPxeI3j-yp&amp;sig=ACfU3U37L42i5OmTPWuCxPegxLjyR0E0vg&amp;hl=ru&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiijfLS15L9AhUPgosKHSPGC4QQ6AF6BAgkEAM#v=onepage&amp;q=%D0%B0%D0%BA%D0%B0%D0%B5%D0%B2%20%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BB%20%D0%B7%D0%B0%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D1%8B&amp;f=false">Verkauf</a> einer großen Anzahl kirgisischer Unternehmen an China &nbsp;&#8211; nahezu für umsonst. Infolgedessen verlor Kirgistan bis zu <a href="https://www.vb.kg/doc/271874_bolot_djanyzakov:_dlia_menia_akaev_do_sih_por_ostaetsia_politikom.html">80 Prozent</a> an realem Wert der verkauften Ressourcen. Darüber hinaus führte die Privatisierung zur Abwanderung ausländischer Investor:innen aus Kirgistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/repressionen-in-kirgistan-ist-das-land-noch-die-demokratische-insel-zentralasiens/"><strong>Repressionen in Kirgistan: Ist das Land noch die „demokratische Insel“ Zentralasiens?</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2003 <a href="https://kloop.kg/blog/2014/10/14/infografika-kak-menyalas-dolya-aktsij-kyrgyzstana-v-kumtore-za-22-goda/">schloss</a> Akajew ein äußerst unrentables Geschäft mit dem kanadischen Goldminenunternehmen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Centerra_Gold">Centerra Gold Inc.</a> ab, das dazu führte, dass der kirgisische Staatshaushalt nur <a href="https://rus.azattyk.org/a/kumtor-tayna-33-protsentov/31270602.html">33 Prozent</a> des verkauften Goldes abbekam. Die kirgisische Seite verlor den Kontrollanspruch über die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtör-Mine</a>, und die umliegenden Regionen sind seither mit <a href="http://mnenie.akipress.org/unews/un_post:24253">Umweltproblemen konfrontiert</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist anzunehmen, dass Akajew zu der weit verbreiteten <a href="https://www.svoboda.org/a/136782.html">Korruption</a> innerhalb der Regierung, zur grassierenden <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9E%D1%80%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BF%D1%80%D0%B5%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BF%D0%BD%D0%BE%D1%81%D1%82%D1%8C_%D0%B2_%D0%9A%D0%B8%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D0%B8#%D0%9E%D1%80%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BF%D1%80%D0%B5%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BF%D0%BD%D0%BE%D1%81%D1%82%D1%8C_%D0%B2_1990-%D0%B5_%D0%B3%D0%BE%D0%B4%D1%8B">Kriminalität</a> und in der Folge zur <a href="https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---europe/---ro-geneva/---sro-moscow/documents/publication/wcms_306630.pdf">Arbeitslosigkeit</a> im Lande beigetragen hat. Alle diese Schritte führten zu Protestwellen und zur ersten Revolution im Jahr 2005, woraufhin er gezwungen war, das Land zu verlassen. Seither ist kein:e einzige:r Präsident:in und keine gewählte Regierung in der Lage gewesen, die Situation zu verbessern. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>&nbsp;</strong><strong>Internationale Abhängigkeit</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Damit ist Kirgistan in eine starke Abhängigkeit von Russland, China und in gewissem Maße auch von Kasachstan geraten. Folglich arbeiten etwa eine Million kirgisische Staatsangehörige (bei einer Gesamtbevölkerung von rund sieben Millionen) in Russland und schicken Geld nach Hause, welches den Großteil des kirgisischen Staatseinkommens ausmacht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Abhängigkeit der Kirgistaner:innen von Jobs in Russland“ kommt beiden Ländern zugute. Erstens hat Russland einen <a href="https://rus.azattyk.org/a/32000944.html">großen Einfluss</a> auf die Durchsetzung einer pro-russischen Politik in Kirgistan. Daher vertreten die kirgisischen Politiker:innen eine unmissverständlich Position gegenüber Moskau und betrachten Russland als einen wichtigen <a href="https://rus.azattyk.org/a/31722556.html">strategischen Partner</a>. Zweitens befinden sich die meisten Menschen, die körperlich fit und in der Lage sind, zu protestieren, außerhalb des Landes. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung Kirgistans wiederum schert sich nicht um die Schaffung von Arbeitsplätzen für ihre Bürger:innen. So trug etwa auch die Rückkehr der meisten Arbeitsmigrant:innen aus Russland nach Kirgistan infolge der COVID-19-Pandemie zum erneuten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-praesident-tritt-zurueck/">Sturz der Regierung im Jahr 2020</a> bei. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-bausteine-der-diktatur-wie-sadyr-dschaparow-seine-macht-festigte/"><strong>Die Bausteine der Diktatur – Wie Sadyr Dschaparow seine Macht festigte</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Abhängigkeit Kirgistans ist die von Finanzkrediten aus China. Die chinesische Volksrepublik ist der größte Kreditgeber in Kirgistan und macht so einen beträchtlichen Teil der kirgisischen Staatsschulden aus, namentlich etwa <a href="https://cabar.asia/ru/kak-kyrgyzstan-pytaetsya-izbezhat-dolgovoj-lovushki#:~:text=%D0%92%20%D0%BF%D0%BE%D1%81%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D0%BD%D0%B5%D0%BC%20%D1%81%D0%BB%D1%83%D1%87%D0%B0%D0%B5%20%D0%BD%D0%B5%D0%B1%D0%B5%D0%B7%D0%BE%D1%81%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%82%D0%B5%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%2C%20%D0%B5%D1%81%D0%BB%D0%B8,%D0%BC%D0%BB%D0%BD%20720%20%D1%82%D1%8B%D1%81%D1%8F%D1%87%20%D0%B4%D0%BE%D0%BB%D0%BB%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B2%20%D0%A1%D0%A8%D0%90.">46 Prozent</a> des BIP oder 1,8 Milliarden Euro. Diese Abhängigkeit macht Kirgistan anfällig für politischen Druck vonseiten Chinas. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Was tun?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die freundschaftlichsten Beziehungen bestehen zwischen Kirgistan und Kasachstan. So leitet Kirgistan Wasser aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Stausee</a> für <a href="https://vlast.kz/story/46138-vse-budet-ese-huze.html">landwirtschaftlichen Bedarf</a> nach Kasachstan. Dies führt allerdings manchmal zu <a href="https://rus.azattyk.org/a/32174790.html">Stromengpässen</a> in Kirgistan und zu Verzögerungen bei der Produktion von Waren. Zeitgleich arbeiten aber etwa <a href="https://online.zakon.kz/Document/?doc_id=30025993">300.000 kirgisische Arbeitsmigrant:innen</a> in Kasachstan und schicken Geld in ihre Heimat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Letzteres ist eine große Hilfe für die kirgisische Wirtschaft. Die kirgisische Regierung aber setzt die eingenommenen Steuern nicht wirkungsvoll ein und bemüht sich nicht um die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Land. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/china-profitiert-in-zentralasien-von-der-isolation-russlands/"><strong>China profitiert in Zentralasien von der Isolation Russlands</strong></a> Kirgistan ist derzeit nicht in der Lage, aus eigener Kraft heraus seine Industrie auszubauen und sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Zu dieser Situation tragen die <a href="https://kloop.kg/blog/2023/01/24/minekonomiki-predlagaet-zapretit-korruptsiyu-i-kumovstvo-no-oni-uzhe-zapreshheny-i-eto-ne-rabotaet/">Vetternwirtschaft</a> in der Regierung und die weit verbreitete Korruption unter der kirgisischen Beamtenschaft bei. Ausländische Firmen <a href="https://rus.azattyk.org/a/31016009.html">fürchten sich</a> wegen der Privatisierung und der Instabilität des staatlichen Systems vor Investitionen in die kirgisische Wirtschaft. Die kirgisische Regierung ist schlicht und einfach nicht bestrebt, Arbeitsmigrant:innen ins Land zurückzuholen und ihre Politik anzupassen. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Obwohl Kirgistan als „Insel der Demokratie in Zentralasien“ gilt, fehlt es dem Land an politischen Institutionen, die völlig unabhängig vom Einfluss dritter Parteien oder Länder sind. Das Entstehen einer kategorisch unbefangenen Regierung, die Beseitigung der in der kirgisischen Mentalität verankerten Korruption sowie die Abschaffung der Vetternwirtschaft könnten die oben genannten Probleme lösen und Kirgistan von der Armut befreien.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov, Journalist aus Kirgistan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Berenika Zeller</strong> </p>



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		<item>
		<title>Eine von vier Familien lebt in Kirgistan unterhalb der Armutsgrenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 19:07:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan ist die Armut von 2019 auf 2020 um 5,2 Prozentpunkte in die H&#xF6;he geschnellt &#x2013; die Kirgisen, die in extremer Armut leben, werden immer zahlreicher. Der Grund daf&#xFC;r sei die mit Covid-19 verbundene Schlie&#xDF;ung der Grenzen, welche die Kirgisen daran hinderte ins Ausland arbeiten zu gehen und damit ihre zur&#xFC;ckgebliebenen Familien zu ern&#xE4;hren. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong> In Kirgistan ist die Armut von 2019 auf 2020 um 5,2 Prozentpunkte in die Höhe geschnellt &#8211; die Kirgisen, die in extremer Armut leben, werden immer zahlreicher. Der Grund dafür sei die mit Covid-19 verbundene Schließung der Grenzen, welche die Kirgisen daran hinderte ins Ausland arbeiten zu gehen und damit ihre zurückgebliebenen Familien zu ernähren. Dies zeigt eine Studie, die allerdings einige Mängel aufweist, denn ein großer Teil der kirgisischen Arbeiter bewegt sich in halboffiziellen Beschäftigungen, was es enorm erschwert, die richtigen Zahlen herauszufiltern. </strong>

Während die allgemeine Armut in Kirgistan in den Jahren 2016 bis 2019 gesunken ist, ist dieser Wert zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr um 5,2 Prozentpunkte von 20,1% auf 25,3% in die Höhe geschnellt. Eine von vier Familien lebt also unter der Armutsgrenze, berichtete die kirgisische Presseagentur <a href="https://24.kg/obschestvo/215443_nischeta_rastet_kajdaya_chetvertaya_semya_vkyirgyizstane_jivet_zachertoy_bednosti/">24.kg</a> am 30. November.

Diese Daten kommen vom <a href="http://www.stat.kg/media/publicationarchive/27bf7b42-dfee-44e0-9698-864275e6b3b3.pdf">Kirgisischen Nationalkomitee für statistische Daten (NSC)</a>, das eine Studie mit 4993 beteiligten Haushalten durchführte. Die veröffentlichten Zahlen zeigen ebenfalls große Unterschiede zwischen den Regionen. Während die Armut in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabat</a> im Süden des Landes um 10,3% gestiegen ist, verzeichnet die Hauptstadt Bischkek einen Anstieg von 4,9 Prozentpunkten. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a>, der zweitgrößten Stadt Kirgistans, die wie Dschalalabat im Süden des Landes liegt, sank die Armut im Gegensatz zu den anderen Regionen um sechs Prozent.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Vor 2020 war laut NSC die Armutsquote im Sinken begriffen: Von 25,6 % im Jahr 2017 war die Zahl der in Armut lebenden Kirgisen 2019 auf 20,1% gesunken. Mit den 25,3% im Jahr 2020 nähert sich die Zahl der an der Armutsschwelle lebenden Kirgisen im Durchschnitt wieder den Zahlen von 2016 an. In diesem Zeitraum sahen sich einige Regionen mit einem hohen Armutsanstieg konfrontiert. Dies war zum Beispiel in Bischkek der Fall, wo sich die Armutsrate fast verdoppelte (von 9,8% im Jahr 2016 auf 16,8% im Jahr 2020). Es gab allerdings auch gegenteilige Bewegungen, wie im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Talas">Gebiet Talas</a> im Nordwesten des Landes, deren Armutsrate von 18,1% im Jahr 2016 auf 12,5 % im Jahr 2020 schmolz und damit die niedrigste in ganz Kirgistan darstellt.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">„Kluft zwischen arm und reich“ und „extreme Armut“</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Experten des NSC haben außerdem die Zahl der in extremer Armut lebenden Kirgisen errechnet. Um diese „Quote extremer Armut“ zu bestimmen, <em>„schätzt das Komitee eine gewisse Geldsumme, die einem Korb an Grundnahrungsmitteln entspricht“</em>, das heißt, eine Liste von lebensnotwendigen Lebensmitteln für zumindest eine Person“, erklärt Ilias Mamadiarov, Forscher des französischen Instituts für Zentralasienforschung (IFEAC).<em> „All jene, deren (monatliches) Einkommen weniger als 38.000 Som (391,2 Euro) beträgt, werden als in Armut lebend bewertet; diejenigen, die weniger als 19.000 Som (195,6 Euro) verdienen, leben in extremer Armut</em>“, fügt er hinzu.

Die Quote extremer Armut war bereits im Sinken begriffen: von 0,8% der Bevölkerung im Jahr 2017 auf nur mehr 0,5% im Jahr 2019. Allerdings stieg sie im Jahr 2020 wieder an, und zwar auf 0,9% der Gesamtbevölkerung.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stark eingeschränkte Arbeitsmigration</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Der Anstieg der Quote extremer Armut im Jahr 2020 kann auf die Schließung der Grenzen ab März 2020 aufgrund von Covid-19 zurückgeführt werden. In Kirgistan lebt die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Normalerweise ist es üblich, dass viele Menschen nach der Erntezeit ins Ausland arbeiten gehen. <em>„Die Armut ist jahreszeitlich bedingt, es gibt viele Landbewohner, die sich dazu entscheiden nach dem Herbst nach Russland zu reisen, um dort Arbeit zu finden“</em>, merkt Ilias Mamdiarov an. Die Migranten schicken dann das erarbeitete Geld nach Kirgistan zu ihren Familien, um ihr Überleben zu sichern.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-die-armut-hinter-dem-smog/">Bischkek: Die Armut hinter dem Smog</a></strong>

Den <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?locations=KG">Daten der Weltbank</a> zufolge repräsentierten diese Geldtransfers im Jahr 2020 31,3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Kirgistan ist weltweit der von diesen Geldsummen am drittmeisten abhängige Staat.

Aber mit der Schließung der Grenzen im März 2020 konnten die Kirgisen, die nunmehr zum Verbleib in ihrer Heimat gezwungen waren, nicht für die Deckung der Bedürfnisse ihrer Nächsten aufkommen, erklärt Roman Mogilewskij, Forscher an der University of Central Asia (UCA), im Dezember 2020 in einer <a href="https://www.centralasiaprogram.org/migration-covid-19-challenges-policy-responses-kyrgystan">Studie über die Folgen von Covid in Bezug auf die Migrationsbewegungen</a>. Diejenigen, die sich bereits im Ausland befanden, waren ebenfalls stark von den Auswirkungen der Covid-Pandemie betroffen. <em>„Die Ende März 2020 in Russland und Kasachstan verhängte Ausgangssperre hatte eine drastische Verringerung der Arbeitsplätze für Migranten, unter anderem aus Kirgistan, zur Folge“</em>, betont der Wissenschaftler.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Rückgang der Geldsendungen an kirgisische Familien</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Roman Mogilevskij zufolge hat die drastische Reduzierung von Geldsendungen nach Kirgistan das BIP um 5% fallen lassen. <em>„Die Sendungen zwischen Januar und Juli 2020 waren um 10% geringer als diejenigen von Januar bis Juli 2019“</em>, erklärt er. Diese Situation hat zum Anstieg der Armut vor allem in ländlichen Gebieten geführt. Der Bericht des NSC bestätigt diesen Trend. Die Armut stieg in den ländlichen Gebieten um 6,1% im Vergleich zu 3,6% in den Städten an.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zwar gibt es mittlerweile wieder mehr Migrationsbewegungen, aber es gibt weiterhin ein Mobilitätsproblem, denn es wurden nur die Luftwege Richtung Russland geöffnet“</em>, stellt Ilias Mamadiarov fest. Um von Kirgistan aus nach Russland zu kommen, muss man durch Kasachstan fahren, das allerdings seine Landgrenzen nach wie vor geschlossen hält. <em>„Viele Familien haben nicht die finanziellen Mittel, mit dem Flugzeug zu reisen; die Tickets sind zu teuer“</em>, fügt er hinzu.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine unübersichtliche ökonomische Lage</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die genannten Zahlen sollte man allerdings mit Vorsicht genießen. In dieser Studie wurden nur 4993 Haushalte untersucht, im Vergleich zu 6,7 Millionen Einwohnern. Aber vor allem ist es aufgrund des hohen Grades an informeller Wirtschaft in Kirgistan sehr schwierig, tatsächlich fundierte Zahlen zu erhalten. Diese „halboffizielle“ Wirtschaft wurde eingängig in einer von Kanat Tilekeew &#8211; selbst Forscher an der UCA &#8211; im Juni 2021 <a href="http://library.fes.de/pdf-files/bueros/bischkek/18023.pdf">veröffentlichten Studie</a> erläutert.

<a href="http://www.stat.kg/ru/news/nenablyudaemaya-ekonomika-v-2019-godu/">Dem NSC zufolge</a> betraf dieses Phänomen im Jahr 2019 zirka 23,5% der nationalen Wirtschaft. Dementsprechend waren&nbsp;71,8% der Arbeiter im Jahr 2019 nicht deklariert. Im Jahr 2020 dürfte die nicht deklarierte Arbeit ähnliche Ausmaße angenommen haben.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/weltbank-jeder-zweite-einwohner-in-tadschikistan-lebt-mindestens-einmal-im-jahr-unterhalb-der-armutsgrenze/">Weltbank: Jeder zweite Einwohner in Tadschikistan lebt mindestens einmal im Jahr unterhalb der Armutsgrenze</a></strong>

Auch ein Teil der in Kirgistan erarbeiteten Einkommen wird in der globalen Wirtschaft des Landes nicht erfasst. Außerdem leben die Kirgisen, die in solch informellen Strukturen arbeiten, in einer prekären Situation. Mehr als die Hälfte der Arbeiter hat keinen Zugang zu den grundlegenden Arbeitsrechten, und kann nicht von der Sozialversicherung und dem Rentensystem profitieren. Kanat Tilekeew stellt fest: <em>„Der Teil der Bevölkerung, die auch nach dem Pensionsalter aufgrund von einer zu geringen Rente weiterarbeiten muss, wird möglicherweise größer.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Regierung sieht sich verpflichtet, die Armut zu reduzieren</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Als Reaktion auf die oben genannte Feststellung hat die kirgisische Regierung die Einführung eines neuen Modells zur Armutsbekämpfung verkündet. Der Vizearbeitsminister Nürdoloot Bazarbajew erklärte während einer Sitzung am 28. Januar, dass Kirgistan – wie <a href="https://mlsp.gov.kg/2022/01/28/kyrgyzstan-nameren-primenit-novye-podhody-v-borbe-s-bednostyu/">im Pressebericht des Ministers</a> dargestellt &#8211; von passiven zu aktiven Methoden übergehen wolle&nbsp;: <em>„Das aktuelle Sozialhilfesystem ist teuer, aber nicht effizient“</em>, erkennt er an.

Dieses Modell stützt sich auf das System „Nahrung gegen Arbeit“, wie <a href="https://24.kg/obschestvo/220561_vkyirgyizstane_vnedryayut_novuyu_model_preodoleniya_bednosti/">24.kg</a> berichtet. <em>„Arme Familien, Familien mit geringem Einkommen und arbeitslose Staatsbürger werden die Möglichkeit haben, die Lebensqualität ihrer Familien zu verbessern, indem sie sich in neuen Agrartechniken ausbilden, die effizienter sind als die bisher angewandten, sowie indem sie Einpersonenunternehmen gründen“</em>, kündigte Nürdoloot Bazarbajew an. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Plan wirklich in die Tat umgesetzt wird.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette</strong>
<strong>Redakteurin von Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/au-kirghizstan-une-famille-sur-quatre-vit-sous-le-seuil-de-pauvrete/">Französischen</a>&nbsp;von Andrea Baldauf</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>4 bis 5 Millionen UsbekInnen leben in Armut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[annaunterkircher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2020 07:30:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die usbekischen Beh&#xF6;rden haben bekannt gegeben, dass 4 bis 5 Millionen B&#xFC;rgerInnen arm sind &#x2013; das sind etwa 12 bis 15 Prozent der Bev&#xF6;lkerung. Diese Ansage f&#xFC;hrt zu einem politischen Umschwung und zu einem Kampf gegen die Armut, die es vorher offiziell in Usbekistan nicht gegeben hat. Laut der usbekischen Pr&#xE4;sidialverwaltung leben 12 bis 15 [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die usbekischen Behörden haben bekannt gegeben, dass 4 bis 5 Millionen BürgerInnen arm sind – das sind etwa 12 bis 15 Prozent der Bevölkerung. Diese Ansage führt zu einem politischen Umschwung und zu einem Kampf gegen die Armut, die es vorher offiziell in Usbekistan nicht gegeben hat.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3408">usbekischen Präsidialverwaltung</a> leben 12 bis 15 Prozent der usbekischen Bevölkerung in Armut. Das sind 4 bis 5 Millionen Menschen, die von 1 bis 1,4 Dollar pro Tag leben (zwischen 0,9 und 1,2 Euro). Diese Zahlen gab der usbekische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> bei einer Ministerkonferenz am 27. Februar bekannt. Gleichzeitig stellte er einen Plan zur Armutsbekämpfung im Land vor.</p>
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<p style="text-align: justify">In der <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3408">Pressemitteilung</a> heißt es weiter, dass <em>„seit unzähligen Jahren Armut ein verschwiegenes Thema im Land“ </em>war. Tatsächlich wurde während der Sowjetzeit der Begriff Armut nicht für Menschen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten verwendet und auch der ehemalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> (1990-2006) führte dies so weiter.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/weltbank-jeder-zweite-einwohner-in-tadschikistan-lebt-mindestens-einmal-im-jahr-unterhalb-der-armutsgrenze/"><strong>Weltbank: Jeder zweite Einwohner in Tadschikistan lebt mindestens einmal im Jahr unterhalb der Armutsgrenze</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Shavkat Mirziyoyev will einen Unterschied zu seinem Vorgänger machen und Entschlossenheit in dieser Frage zeigen, schließlich stellt sie eine Bedrohung für die sozio-ökonomische Stabilität des Landes dar. <em>„In der Funktion als Präsident bin ich jeden Tag besorgt aufgrund folgender Frage: Hat unser Volk genügend Geld für lebensnotwendige Dinge wie Nahrung, gesundheitliche Behandlung, Bildung und Kleider für Kinder?“</em>, erklärte er während der Sitzung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein ehrgeiziges Programm</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Programm zur Armutsreduzierung erscheint ambitioniert. Einerseits soll die Funktion eines Vize-Premierministers geschaffen werden, welcher sich nur auf diese Frage konzentriert. Andererseits soll das Unternehmertum als Hauptmittel dieser Politik der Armutsbekämpfung dienen.</p>
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<p style="text-align: justify">Dieses Programm strebt danach, eine berufliche Ausbildung für die Bevölkerung einzuführen und den Umgang mit Geld der Bevölkerung sowie die Infrastruktur, die Qualität der Bildung und der medizinischen Behandlungen zu verbessern. Außerdem soll ein zielorientierter Mechanismus zur Bereitstellung staatlicher Dienstleistungen eingeführt werden. Etwa 10,5 Millionen Dollar (9,5 Millionen Euro) werden vom öffentlichen Haushalt bereitgestellt.</p>
<p style="text-align: right">                       <strong>Die Redaktion von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Anna Unterkircher</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Weltbank: Jeder zweite Einwohner in Tadschikistan lebt mindestens einmal im Jahr unterhalb der Armutsgrenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esaudkasova]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2019 10:22:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbank]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weltbank&#xF6;konomen haben berechnet: In Tadschikistan befinden sich 50 Prozent der Bev&#xF6;lkerung mindestens drei Monate in einem Jahr unter der Armutsgrenze. Der folgende Artikel erschien in russischsprachigen Original auf AsiaPlus. Das Tempo der Armutsbek&#xE4;mpfung in Tadschikistan hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Die &#xD6;konomen der Weltbank f&#xFC;hren dies vor allem auf den R&#xFC;ckgang der Geld&#xFC;berweisungen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Weltbankökonomen haben berechnet: In Tadschikistan befinden sich 50 Prozent der Bevölkerung mindestens drei Monate in einem Jahr unter der Armutsgrenze. Der folgende Artikel erschien in russischsprachigen Original auf <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/society/20181027/vb-kazhdii-vtoroi-zhitel-tadzhikistana-hotya-bi-raz-v-god-okazivaetsya-za-chertoi-bednosti">AsiaPlus</a>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Tempo der Armutsbekämpfung in Tadschikistan hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Die Ökonomen der Weltbank führen dies vor allem auf den Rückgang der Geldüberweisungen zurück.</p>
<p style="text-align: justify">Dank des hohen Wirtschaftswachstums und einer Verdoppelung des Pro-Kopf-BIP in den Nullerjahren konnte Tadschikistan das Armutsniveau im Land fast um die Hälfte senken. Dies erklärte der Weltbankökonom William Seitz am 25. Oktober bei einem Treffen mit Journalisten in Duschanbe.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/arbeitslosigkeit-armut-und-missbrauch-das-leben-der-frauen-in-den-entlegenen-gebieten-tadschikistans/">Arbeitslosigkeit, Armut und Missbrauch: Das Leben der Frauen in den entlegenen Gebieten Tadschikistans</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Er stellte jedoch fest, dass sich das Tempo der Armutsverringerung in der nächsten Dekade verlangsamte: 2012–2017 sank die Armut um etwa 7,5 Prozentpunkte.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Trotz der Tatsache, dass der Beschäftigungsgrad und das steigende Einkommen weiterhin zur allmählichen Verringerung der Armut beitrugen, wirkte sich der Rückgang der Geldüberweisungskosten nach Tadschikistan im Jahr 2014 auf die Indikatoren der Republik aus. Danach sank das Armutsniveau nur um einen Prozentpunkt pro Jahr “</em>, sagte der Ökonom.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Warum sinkt die Armut bei hohem Wirtschaftswachstum langsam?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die einfachste Antwort auf diese Frage ist laut William Seitz, dass die Armut in der Regel schneller abnimmt, wenn ihr Niveau ursprünglich hoch ist.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Bei niedrigeren Armutskennziffern verlangsamt sich jedoch das Tempo ihrer Verringerung, was in Tadschikistan zu beobachten ist&#8220;</em>, erklärte er.</p>
<p style="text-align: justify">Der Ökonom betont die bedeutende Rolle des Wirtschaftswachstums bei der Armutsbekämpfung und stellt fest, dass die Beziehung zwischen ihnen nicht immer konstant ist.</p>
<p style="text-align: justify"><em>&#8222;Es ist auch wichtig zu berücksichtigen, wie das Wirtschaftswachstum in der Bevölkerung verteilt ist, mit anderen Worten, wie fair dieses Wachstum ist und ob es sich an die armen Bevölkerungsschichten orientiert&#8220;</em>, sagt er.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der Statistikbehörde von Tadschikistan betrug das jährliche Wirtschaftswachstum der Republik in den letzten acht Jahren durchschnittlich 6,9 Prozent.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Hälfte der Bevölkerung befindet sich in einem Zustand der Volatilität</strong></p>
<p style="text-align: justify">William Seitz wies darauf hin, dass die Armut in Tadschikistan ständig Schwankungen ausgesetzt ist: 50 Prozent der Bevölkerung leben mindestens drei Monate im Jahr unter der Armutsgrenze.</p>
<p style="text-align: justify">Seiner Meinung nach passiert dies meistens im Winter und im  Frühling, wenn das Einkommen niedrig ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ratingagentur-fitch-die-wirtschaftliche-entwicklung-tadschikistans-hangt-von-internationalem-wahrungsfond-und-china-ab/">Ratingagentur Fitch: Tadschikistans wirtschaftliche Abhängigkeit</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„In Tadschikistan wird die Armut anhand des Haushaltskonsums gemessen, der von verschiedenen Einkommensquellen abhängt, darunter Löhne und Geldüberweisungen. Angesichts der Tatsache, dass ein großer Teil der Erwerbsbevölkerung auf die Landwirtschaft fällt sowie angesichts der saisonalen Beschäftigung von Arbeitsmigranten im Ausland sind in verschiedenen Jahreszeiten beträchtliche Schwankungen des Verbrauchs und des Wohlstands der Haushalte zu beobachten “</em>, sagt der Ökonom.</p>
<p style="text-align: justify">Ihm zufolge bleiben das ganze Jahr über rund 13 Prozent arm. Die Armutsgrenze in Tadschikistan ist nach offiziellen Angaben von 37 Prozent im Jahr 2012 auf 29 Prozent im Jahr 2017 gesunken.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Starke Abhängigkeit vom Geld der Migranten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut William Seitz dient der Rückgang der Rücküberweisungen als Hauptgrund für die Abschwächung der Armutsbekämpfung im Land nach 2015: In Dollar ausgedrückt sanken sie von fast 50 Prozent des BIP im Jahr 2013 auf 29 Prozent im Jahr 2015.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„2013–2015 ging der Anteil der Haushalte, die Überweisungen erhielten, sowohl bei armen als auch bei nicht armen Haushalten zurück, wobei dieser Rückgang bei Armen (5,8 Prozent) stärker zu beobachten war als bei nicht armen Haushalten (4,4 Prozent)“</em>, betont er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Gehalt wächst, aber es reicht nicht aus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Weltbankökonom stellte fest, dass die Löhne in Tadschikistan steigen, im internationalen Vergleich jedoch niedrig bleiben.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Im formellen Sektor sind die Löhne im letzten Jahrzehnt um 120 Prozent gestiegen &#8211; viel höher als die Produktivität, die im gleichen Zeitraum nur um 28 Prozent gestiegen ist. Das Produktivitätswachstum ist durch eine große und ineffiziente Landwirtschaft beschränkt, in der im Vergleich zu allen anderen Sektoren die niedrigsten Löhne ausgezahlt werden “</em>, meint Seitz.</p>
<p style="text-align: justify">Wenn sich dieser Trend langfristig fortsetzt, werde das niedrige Produktivitätswachstum zu einer „Obergrenze“ für Löhne.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„2010–2014 fielen fast zwei Drittel der in Tadschikistan geschaffenen Arbeitsplätze auf die Landwirtschaft. In diesem Sektor arbeiten 45 Prozent der Bevölkerung“</em>, betont der Ökonom.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hoffnung für Investitionen von Migranten</strong></p>
<p style="text-align: justify">William Seitz glaubt, dass die Armutsminderung in der Republik durch die Schaffung von Bedingungen, die Investitionen von Arbeitsmigranten für den privaten Sektor anziehen, beschleunigt werden kann.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Einer der Hauptgründe für die Verringerung der Armut in Tadschikistan ist das Einkommen aus der Beschäftigung. In der Republik gibt es jedoch immer noch einen extrem niedrigen Beschäftigungsstand. Die Lösung der Probleme im Beschäftigungssektor, beispielsweise durch die Schaffung von Möglichkeiten für Arbeitsmigranten, ihr Kapital in den privaten Sektor zu investieren, wird daher wahrscheinlich direkt auf das Armutsreduktionstempo einwirken “, </em>sagt er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ruckuberweisungen-von-tadschikischen-migranten-um-18-prozent-gestiegen/">Rücküberweisungen von tadschikischen Migranten um 18 Prozent gestiegen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Er hält es für wichtig, günstige Bedingungen für die Entwicklung des privaten Sektors zu schaffen. <em>„Dies kann erreicht werden, indem man Hindernisse für die Gründung eines privaten Unternehmens beseitigt, die Geschäftskosten senkt, einheitliche Regeln für alle schafft und private Investitionen anzieht. Mit der Verbesserung des Geschäftsumfelds und der Wahrnehmung seitens der Unternehmer, dass es ein Land mit einem verringerten Investitionsrisiko ist, werden private Investitionen zunehmen. Dies wird Arbeitsplätze mit besseren Löhnen schaffen, den Dienstleistungssektor verbessern und die Sicherkeit der Steuereinnahmen erhöhen&#8220;</em>, schliesst der Ökonom.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Pajraw Tschorschanbijew auf <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/society/20181027/vb-kazhdii-vtoroi-zhitel-tadzhikistana-hotya-bi-raz-v-god-okazivaetsya-za-chertoi-bednosti">AsiaPlus</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Esmira Saudkasowa</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Betrügerische Bettler in Bischkek</title>
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		<dc:creator><![CDATA[goetheschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Feb 2018 10:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Bettler]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe Gymnasium]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bewohner von Bischkek treffen auf den Stra&#xDF;en ihrer Stadt oft auf Bettler. Unter ihnen gibt es Invaliden, Obdachlose und Leute, die Geld f&#xFC;r medizinische Behandlungen sammeln. Aber es gibt auch organisierte Banden, die durch Betteln viel Geld verdienen. Wie gehen sie dabei vor und wie viel nehmen sie ein? Der Artikel entstand im Rahmen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Bewohner von Bischkek treffen auf den Straßen ihrer Stadt oft auf Bettler. Unter ihnen gibt es Invaliden, Obdachlose und Leute, die Geld für medizinische Behandlungen sammeln. Aber es gibt auch organisierte Banden, die durch Betteln viel Geld verdienen. Wie gehen sie dabei vor und wie viel nehmen sie ein?</strong></p>
<p><strong>Der Artikel entstand im Rahmen der Partnerschaft von Novastan mit dem Goethe Gymnasium (Schule N°23) in Bischkek.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Für diese Menschen ist Betteln wie eine normale Arbeit. Den ganzen Tag, von morgens bis abends, in der Hitze und in der Kälte sind die draußen und verdienen keine kleine Summe. Natürlich sagen sie nicht, wie viel Geld genau. Aber sie verdienen mehr als ortsansässige Taxifahrer. An einem Ort können sich ein paar Bettler befinden.</p>
<p><figure id="attachment_12514" aria-describedby="caption-attachment-12514" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12514" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/bettler-in-Bishkek-1024x684.jpg" alt="Bischkek, Behinderung, Betteln, Invalide" width="1024" height="684" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/bettler-in-Bishkek.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/bettler-in-Bishkek-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/bettler-in-Bishkek-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/bettler-in-Bishkek-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12514" class="wp-caption-text">Ein Rollstuhlfahrer bittet auf einer Straße in Bischkek um Geld</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Aber neben den Menschen, die auf der Straße sitzen, weil sie keine andere Wahl und vielleicht kein zu Hause haben, gibt es auch professionelle Betrüger. Sie geben sich als behindert aus oder setzen sich mit kleinen Kindern auf die Straße, um Mitleid zu erregen. Dadurch verdienen sie viel Geld, müssen aber auch einen Teil davon an den Chef der Bande abgeben, erfährt man in einem Bericht des Fernsehsenders <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XXwcE4ItnHw">Nastojascheje Wremja</a>. Diejenigen, die spenden, wissen nicht, dass es Betrüger sind.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Киргизские цыгане-люли: попрошайки и сборщики железа" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/XXwcE4ItnHw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nimmt die Polizei solche Menschen fest?<br />
</strong>„<em>Wir behandeln das normal, weil sie auch Menschen sind. Sie müssen irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen</em>“, sagt Emir Ibraimowitsch (Vor- und Nachname geändert), ein 37-jähriger Polizist.</p>
<p style="text-align: justify">Ja, natürlich, die Leute, die einfach auf der Straße stehen, stören gar nicht. Aber einige von ihnen stehen direkt auf der Autostraße und stören den Verkehr. „<em>Wir halten solche Menschen an und stellen ihre Personalien fest</em>“, antwortet Ibraimowitsch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Warum schlafen die Kinder immer?<br />
</strong>Es gibt Frauen, die mit Kindern stehen, um Mitleid zu erregen, und vorher geben sie ihnen Schlafmittel, um sie ihrer Mutter nicht zu stören. Eine 26-jährige Frau war bereit, darüber mit einem Reporter der Website <a href="https://www.turmush.kg/ru/news:271892">Turmush</a> zu sprechen. „<em>Wir leben ärmlich. Unsere Familie ist arm. Und deshalb müssen wir betteln und unsere Kinder auf dem Arm halten. Manchmal, während des Bettelns, gebe ich ihm ein Schlafmittel, damit er sich nicht quält und gemütlich schlafen kann. Viele Frauen machen das so, aber sie verheimlichen diese Tatsache.</em></p>
<p style="text-align: justify">Natürlich müssen die Polizisten das beachten, weil es illegal ist. „<em>Wir stellen die Personalien solcher Frauen auch fest, weil sie kleine Kinder mitnehmen. Und es ist nicht klar, wie sie die Kinder ernähren und unter welchen Bedingungen sie leben. Es kann zu schrecklichen Folgen führen</em>“, sagt Bektur Ismailovitsch (Vor- und Nachname geändert), ein 41-jähriger Polizist.</p>
<p style="text-align: justify">Ismailowitsch sagt, dass das Gesetz in Kirgistan nicht so streng ist wie in anderen Ländern. Deswegen ist es schwierig, Eltern das Sorgerecht für ihre Kinder zu entziehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie verhalten sich Leute gegenüber Bettlern?<br />
</strong>In einer Minute jeden Bettlern durchschnittlich gibt ein Mensch Geld. Das haben wir selbst berechnet. Viele Menschen geben Bettlern aus Mitleid Geld. „<em>Ich gebe ihnen</em> <em>selten Geld. Ich gebe etwa 10 Som und nur alten Frauen und Männern, die Geld zur Behandlung sammeln. Ich denke, dass sie wirklich unsere Hilfe</em> <em>brauchen, im Unterschied zu z.B. einem gewöhnlichen Mann, der einfach mit der Schachtel daneben sitzt. Ich weiß natürlich nicht, wozu er das Geld</em> <em>verbraucht. Vielleicht kauft er einen Wodka dazu</em>“, sagt ein Mensch, der einverstanden war, uns ein Interview gewähren.</p>
<p style="text-align: justify">In Bischkek kann man oft solche Bettler treffen. Ihnen Geld geben oder nicht, das musss jeder selbst entscheiden. Aber muss man immer daran denken, dass sie durch Betteln mehr verdienen als einige richtige Arbeiter.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Kanymjan Balgarbekova, Uulzada Bajuzbekova, Medina k. Urmatbek </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Schülerinnen</strong> <strong>der</strong> <strong>Schule N°23 (Goethe Gymnasium) </strong><strong>in</strong> <strong>Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Text ist aus einer <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/novastan-macht-schule-unsere-zusammenarbeit-mit-dem-goethe-gymnasium/">Zusammenarbeit zwischen Novastan e. V. und dem Goethe Gymnasium</a> im Jahr 2017 entstanden. Die Redakteurin Janina <span class="gD">Lackmann</span> besuchte einmal pro Woche den Unterricht und erarbeitete mit den SchülerInnen journalistische Artikel.</strong></p>
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		<title>„Es ist für uns eine Zeit angekommen&#8230;“ &#8211; Neujahrsstimmung in den Außenbezirken Astanas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[katharinakluge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2018 17:06:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Außenbezirke]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;ber das gesamte Jahr 2017 berichteten die Korrespondenten von Tengrinews.kz &#xFC;ber Au&#xDF;enbezirke der kasachischen Hauptstadt, die in offensichtlichem Kontrast stehen zum gepflegten und modernen Zentrum der Stadt. Am Jahresende begaben sich Renat Taschkinbaew und Turar Kasangapow ein weiteres Mal in diese Regionen Astanas, um die Bewohner zu ihren Erwartungen f&#xFC;r das neue Jahr zu befragen. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Über das gesamte Jahr 2017 berichteten die Korrespondenten von <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/1031/">Tengrinews.kz</a> über Außenbezirke der kasachischen Hauptstadt, die in offensichtlichem Kontrast stehen zum gepflegten und modernen Zentrum der Stadt. Am Jahresende begaben sich Renat Taschkinbaew und Turar Kasangapow ein weiteres Mal in diese Regionen Astanas, um die Bewohner zu ihren Erwartungen für das neue Jahr zu befragen. Mit freundlicher Genehmigung von Tengrinews.kz übersetzten wir die Fotoreportage und veröffentlichen sie in gekürzter Fassung.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">In den alten Wohnmassiven und Siedlungen herrscht ein besonderes Leben, ähnlich dem in den ländlichen Gebieten Kasachstans. Das Jahr 2018 beginnt für einige dieser Viertel mit spürbaren Veränderungen: Einige Straßenzüge wurden abgerissen, und wer in baufälligen oder provisorischen Wohnungen lebte, wurde in die Neubauten anderer Stadtteile umgesiedelt. Doch nach wie vor leben Menschen in den historischen Teilen Astanas, und stellenweise gar nicht wenige.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12459" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/cff6d0253b8f89ba7168043d67082f4e.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/cff6d0253b8f89ba7168043d67082f4e.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/cff6d0253b8f89ba7168043d67082f4e-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Auf der Suche nach dem Christbaum<br />
</strong>„Wo steht denn in Ihrem Viertel der Weihnachtsbaum, die Rodelbahn, die Eisskulpturen?“, fragen wir Menschen in Lesosawod. „Seit ein paar Jahren wird bei uns kein Weihnachtsbaum mehr aufgestellt“, sagt eine Frau. Ihre Nachbarin empfiehlt uns jedoch, auf dem Gelände der örtlichen Schule nachzusehen: „Vielleicht hat man da was aufgestellt“.</p>
<p style="text-align: justify">Im Bezirk Lesosawod sorgen die Leute selbst für Feststimmung, jeder in seiner Wohnung. In ein paar Fenstern sehen wir angeklebte Schneeflocken. Über das Haus und seinen Bezirk haben wir bereits im April <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/943/">berichtet </a>.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12460" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana2.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana2.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana2-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Damals erzählten die Anwohner, dass eines ihrer Hauptprobleme die Straße Richtung „Pentagon“ sei – so nennt man hier die fünfstöckigen Wohngebäude, deren Eingänge mit Liebeserklärungen für den „Lesik“ (Kurzform des Bezirksnamens Lesosawod) vollgeschrieben sind.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/prigorodny-die-ungewollte-vorstadt-astanas/">Prigorodny – die ungewollte Vorstadt Astanas</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„Es gab hier einige Veränderungen, die uns gefreut haben. Man hat die Straßen erneuert, asphaltiert. Aber dann musste wieder irgendwas gemacht werden, und die Gehwege wurden wieder aufgemacht“, berichten Anwohner. Jetzt ist der Weg zum „Pentagon“ verschneit, deshalb ist die Straßensituation schwer einzuschätzen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12461" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana3.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana3.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana3-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Neben der Straße verläuft eine Eisenbahnstrecke, direkt vor den Wohngebäuden, sie wird von den Fußgängern als Gehweg verwendet. Auf den Schienen ist schon lange kein Zug mehr gefahren.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12462" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana4.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana4.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana4-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
So sah die Gegend im Frühjahr diesen Jahres aus. Damals erzählten uns die Anwohner in einem ungezwungenen Gespräch von den Besonderheiten des Stadtteils, den Problemen, die die alten Häuser mit sich bringen, und von den Vorbereitungen auf die Zwangsumsiedelung in Folge des geplanten Abrisses ihrer Häuser.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12463" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana5.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana5.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana5-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana5-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Zehn Monate danach sind wir wieder hier. Von den zweistöckigen Wohnhäusern keine Spur, ihre Bewohner wurden in Neubauten umgesiedelt. Übrig blieb nur ein einziges Haus ohne Fenster und Türen. Offensichtlich ist man noch nicht dazu gekommen, es abzureißen. Es scheint, als wäre es gestern gewesen, als uns die Bewohner hier ihre Lesosawoder Witze erzählten (“Ich weiß noch, früher, da konntest du hier keinen Ehemann hier herlocken. Bis zum Beginn des Stadtteils, und dann hieß es „Lebewohl“, wenn er aus der Stadt kam, das war&#8217;s“) &#8211; und jetzt? Brachland und Stille.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zwischen-astana-und-almaty-der-ruinen-highway/">Zwischen Astana und Almaty – der Ruinen-Highway</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12464" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana6.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana6.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana6-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Wie man uns geraten hat, begeben wir uns auf der Suche nach Neujahrsstimmung zur örtlichen Schule. Tatsächlich baut man hier eine kleine Stadt aus Eis.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12465" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana7.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana7.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana7-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Und vor dem Kindergarten sieht man einen geschmückten Tannenbaum.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12466" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana8.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana8.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana8-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
<strong>Die Gefahren des Bermudadreiecks<br />
</strong>Ein weiterer Außenbezirk Astanas trägt die Bezeichnung „804. Kilometer“. Er befindet sich zwischen zwei Eisenbahnstrecken.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12467" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana9.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana9.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana9-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Wer nicht weiß, dass dieses Wohngebiet Teil der Hauptstadt Kasachstans ist, würde es wahrscheinlich eher zu den Dörfern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Karagander </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast">Oblast </a>(Verwaltungsgebiet, Anm. d. Red.) zählen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12468" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana10.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana10.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana10-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify">„Nee, das ist nicht Astana, Astana sieht anders aus, das hab ich doch im Fernsehen gesehen“, schrieb ein Leser unter unsere Reportage über den „804. Kilometer“ (<a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/941/">https://tengrinews.kz/fotoarchive/941/</a>).</p>
<p style="text-align: justify">Die Anwohner nennen dieses Gebiet scherzhaft „Bermudadreieck“, da es erstens von beiden Seiten von Gleisen umgeben ist, und zweitens, da nicht alle Einwohner Astanas diesen Ort kennen, und selbst wenn jemand einmal hier hinkommen möchte, so findet er den Weg nicht auf Anhieb.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12469" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana12.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana12.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana12-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Im Frühjahr konnten wir trotz des Schlamms bis zu den Häusern zu Fuß laufen, aber jetzt, wo Schnee gefallen ist, schafften wir es nicht.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12470" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana13.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana13.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana13-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana13-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Die Bewohner des 804. Kilometers legen den Weg zu ihren Häusern gewöhnlich auf den Bahngleisen zurück – auf eigene Gefahr, denn hier fahren auch Schnellzüge.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12471" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana14.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana14.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana14-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Djusen Oralow weiß von den Gefahren auf den Schienen zu berichten: In den 90er Jahren ist er selbst unter den Zug gekommen. Ein Bein hat er verloren. „Es war Winter, ein Schneesturm, ich hatte einen Schafspelz an. Auf dem Nachbargleis fuhr ein Güterzug und so bin ich halt unter den Zug gekommen. Die Erste Hilfe war sofort zur Stelle. Ich bat sie, das Bein wieder anzunähen, aber sie sagten, das sei nicht möglich“, erzählt er. Jetzt läuft er mit einer Protese. Obwohl er Invalide ist, hat er eine Halbtagsarbeit gefunden – in der Gepäckaufbewahrung des Senioren- und Invalidenhauses. Zur Haltestelle läuft er zu Fuß.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12472" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana15.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana15.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana15-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana15-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
“Es hat sich überhaupt nichts geändert. Die einzige Reaktion auf eure Reportage war, dass der Bezirksinspektor zu uns kam. Meinte, man hätte ihn von ganz oben geschickt, um die Lage in diesem sogenannten „Bermudadreieck“ zu begutachten. Er war schockiert, meinte, er hätte nicht mal gewusst dass es so einen Stadtteil überhaupt gibt. Und das war&#8217;s dann auch schon, danach wurde es wieder still, nichts hat sich geändert, alles ist wie immer“, erzählt eine Bewohnerin.</p>
<p style="text-align: justify">Die Menschen vom „804. Kilometer“ beschweren sich darüber, dass bei ihnen kein Schnee geräumt wird. „Heute musste unser Kind schon wieder durch Schneehaufen und auf den Schienen zur Schule laufen“, berichten Anwohner. „Ob wir in Neujahrsstimmung sind? Nicht wirklich. Manchmal vielleicht, die Kinder am Neujahrsmorgen oder so.“</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12473" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana16.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana16.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana16-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana16-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
<strong>Warten auf den Abriss<br />
</strong>Im Wohngebiet „Promyschlennyj“ jedoch sieht man schon an den geschmückten Weihnachtsbäumen im Fenster, dass sich alle auf das Neue Jahr einstimmen.</p>
<p style="text-align: justify">Echte Tannen werden auch auf der Straße verkauft, 7000 Rubel kostet ein Baum. „Kommen Sie, wir werden uns schon einig“, sagt der Verkäufer, offensichtlich bereit zu preislichen Kompromissen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12474" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana17.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana17.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana17-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana17-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Wir besuchen eine alte Baracke, die wir auch schon im Frühjahr besichtigten. Hier lebt immer noch Nasgul, Mutter von vier Kindern. Es hat sich nichts verändert, sagt sie. Und von Neujahrsstimmung ist auch bei ihnen keine Rede. „Ich habe dieses Jahr nicht mal einen Baum aufgestellt“, gibt sie zu.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12475" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana18.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana18.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana18-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana18-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify">Im Leben von Ruslan Tschumarow jedoch, mit dem wir beim vorigen Mal gesprochen haben, hat sich einiges verändert. Wie uns seine Mutter erzählt, hat er ein Studium in Sankt-Petersburg begonnen. Fachrichtung: Marketing.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12476" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana19.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana19.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana19-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana19-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify">„So lange ich hier lebe, so lange höre ich auch schon Gerüchte vom Abriss. Aber nichts passiert. Jetzt ist es gut hier, die Busse fahren“, berichtet uns eine Rentnerin.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12477" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana20.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana20.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana20-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana20-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
In „Promyschlennyj“ sieht man auch Neubauten.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12478" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana21.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana21.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana21-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana21-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Auch bei stärkstem Frost gehen die Kinder draußen rodeln, wenn auch der Schneehügel nicht groß ist. „Ich freue mich schon sehr auf&#8217;s Neue Jahr“, erzählt die Viertklässlerin Angelina.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12479" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana22.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana22.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana22-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana22-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Positive Entwicklungen<br />
</strong>Auch im Bezirk „Tschugunki“ sind die Fenster geschmückt. Auch von diesen Wohnheimen haben wir im alten Jahr bereits <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/939/">berichtet</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12480" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana23.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana23.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana23-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana23-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Leider waren einige dieser Gebäude damals in so traurigem Zustand, dass sie die Bezeichnung „Bruchbude“ tatsächlich mehr als verdienten.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12481" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana24.jpg" alt="" width="705" height="471" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana24.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana24-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana24-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
Beim jetzigen Besuch tropfte es schon nicht mehr durch das Dach (allerdings war damals auch Frühling, jetzt Winter), und es scheint, als wäre die fünfte Etage, die damals komplett in Schutt und Asche lag, tatsächlich etwas sauberer geworden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12482" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana25.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana25.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana25-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana25-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
„Die haben sich da schon drum gekümmert, sind raufgegangen und haben alles gemacht, das ist doch ihr Eigentum“, erzählt unsere alte Bekannte Nadeschda Dimitriewna Onoprienko, ehemalige Vorsitzende der Wohnungsgenossenschaft, heute Hausmeisterin. „Ich will Ihnen mal eins sagen: Als hier die Privatisierung stattfand, war hier alles so gut wie kostenlos. Für einen Quadratmeter haben wir nur 290 Tenge gezahlt (heute umgerechnet 73ct, Anm. d. Red.). Alles andere ist dann die Verantwortung des Eigentümers. Und die sind nun auch gefragt, in ihr Eigentum zu investieren! Wofür sind denn sonst die 50.000 gedacht, die sie von ihren Mietern nehmen? Wir leben doch gut, das Wasser fließt, wir haben keine Zähler, also bitteschön, aber investieren muss man die eine oder andere Kopeke schon“, sagt sie.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12483" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana26.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana26.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana26-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana26-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
„Schau doch, wie viele Menschen hier wohnen, was hier los ist! Wir sind mal ans linke Ufer gefahren, da ist überhaupt niemand. Wie leben sie da? Da sind die Türen verschlossen. Bei uns geht man ein und aus, alles ist offen. Die Kinder gehen ganz allein spazieren. Das ist doch gut, wenn viele Leute da sind. Früher sind alle aus „Tschugunki“ geflohen, und jetzt kommen alle wieder. Es gibt Licht, Wasser, keine Schlägereien“, erzählt die Frau.</p>
<p style="text-align: justify">Dann trifft sie auf der Straße eine fünffache Mutter, Alima. Sie bewohnt mit ihren Kindern ein Zimmer im örtlichen Wohnheim für 35.000 Tenge (ca. 88 Euro, Anm. d. Red.). Alimas Mann arbeitet als Wachmann. „Tolle Menschen, wirklich, das ist unsere Zukunft“, freut sich Nadeschda Dmitriewna. Alima jedoch erzählte uns, dass sie sich für das Mietzimmer verschuldet haben, und die Schulden nicht abbezahlen können, da ihr Mann seinen Lohn nicht bekam.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12484" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana27.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana27.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana27-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana27-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hoffnung oder Verzweiflung?<br />
</strong>Und noch eine mehrfache Mutter aus Tschugunki. Vor gar nicht allzu langer Zeit wäre diese Familie fast obdachlos geworden &#8211; aus demselben Grund.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12485" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana28.jpg" alt="" width="705" height="529" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana28.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana28-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
„Man hat sie aus der Wohnung geworfen, in der sie wohnten. Ich ging gerade über die Straße und sah sie da stehen mit den Kindern und den ganzen Sachen, und frage „Warum sind Sie hier?“ und sie sagt: „Ich wurde rausgeworfen“. Ich fragte „Wer hat Sie rausgeworfen?“ Hier genau saß sie, die Ärmste“, erzählt Nadeschda Dmitriewna. Sie gab der Mutter mit ihren Kindern dieses Zimmer, was zu dem Moment gerade leer stand.</p>
<p style="text-align: justify">„Ich habe in einer Mietwohnung gewohnt und konnte nicht zahlen, mein Kind war damals gerade krank. Die Verwandtschaft hat geholfen, aber irgendwann konnten sie auch nicht mehr. Deshalb musste ich dann eine Nacht mit den Kindern auf der Straße schlafen“, erzählt Dametken Kurmanbekowa.</p>
<p style="text-align: justify">Die Mutter von fünf Kindern arbeitet als Ticketverkäuferin im Bus. Am Tag verdient sie 3000-4000 Tenge (ca. 8-10 Euro, Anm. d. Red.). Ihr Ex-Mann zahlt Alimente – 10.000 Tenge (ca. 25 Euro, Anm. d. Red.). „Sein Vater schickt das Geld, er sagt, er lebt im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowchos">Sowchos</a>, da gibt es keine Arbeit“, erklärt sie. Momentan ist sie krank und geht nicht zur Arbeit.</p>
<p style="text-align: justify">„Und wo gibt es bei Ihnen in Tschugunki einen Weihnachtsbaum oder ein paar Eisskulpturen?“, fragen wir Nadeschda Dmitriewna. „Früher, als ich Vorsitzende war, hab ich mich um die Tanne gekümmert. Jetzt haben wir das noch nicht gemacht, und werden vielleicht auch keine aufstellen. Es hat doch jeder in seiner Wohnung eine“, sagt sie. „Und sind sie in Neujahrsstimmung?“, fragen wir. „Na aber sicher! Die Hauptsache ist, dass alles funktioniert &#8211; Wasser, Licht. Das ist das, was mir wichtig ist“, antwortet uns die Hausmeisterin. „Davon abgesehen bin ich natürlich schon in Neujahrsstimmung. Die Bäume sind ja schon in allen Fenstern zu sehen“, betont die Rentnerin optimistisch.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12486" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana29.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana29.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana29-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana29-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><br />
„Wie man so schön sagt:  Weine nicht, dass  kein Essen da ist, weine, dass keine Leute da sind. Stimmt doch, oder, mein Söhnchen?“, meint sie. Und schlägt dann plötzlich vor: „Zieht doch um zu uns“.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/expo-astana-wie-future-energy-ist-zentralasien/">EXPO Astana – wie Future Energy ist Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-12487" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana30.jpg" alt="" width="705" height="470" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana30.jpg 705w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana30-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/astana30-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /></p>
<p style="text-align: justify">Diejenigen jedoch, die tatsächlich Neujahrsatmosphäre schnuppern möchten, sollten versuchen, auf das Gelände der ehemaligen EXPO-Ausstellung zu fahren. In den Tagen um das Neue Jahr herum fühlt man sich hier wie im Märchen. Einfach fantastisch. Ein vollkommen anderes Astana.</p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Text: <a href="https://tengrinews.kz/search/?text=%D0%A0%D0%B5%D0%BD%D0%B0%D1%82+%D0%A2%D0%B0%D1%88%D0%BA%D0%B8%D0%BD%D0%B1%D0%B0%D0%B5%D0%B2&amp;type_search=tn&amp;searchid=1830602&amp;sort=date-sdate%3Ad&amp;cx=005730441761741791705%3Awe7eyweiqe4&amp;x=0&amp;y=0">Renat Taschkinbaew</a>,  Fotos: <a href="https://tengrinews.kz/search/?text=%D0%A2%D1%83%D1%80%D0%B0%D1%80+%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D0%BD%D0%B3%D0%B0%D0%BF%D0%BE%D0%B2&amp;type_search=tn&amp;searchid=1830602&amp;sort=date-sdate%3Ad&amp;cx=005730441761741791705%3Awe7eyweiqe4&amp;x=0&amp;y=0">Turar Kasangapow</a><br />
<a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/1031/">Tengrinews.kz</a><br />
</em></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Katharina Kluge</strong></p>
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		<title>Armut in Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/fact/armut-in-usbekistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 06:35:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[CAFacts3]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von denen, die in Usbekistan von der Armut betroffen sind, leben 75 Prozent in l&#xE4;ndlichen Gebieten. Lest auch: Usbekistan &#x2013; die untersch&#xE4;tzte Landflucht Quelle: UNDP in Uzbekistan</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von denen, die in Usbekistan von der Armut betroffen sind, leben 75 Prozent in ländlichen Gebieten.</p>
<p><strong>Lest auch: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-die-unterschtzte-landflucht/">Usbekistan &#8211; die unterschätzte Landflucht</a></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>Quelle</strong></span>: <a href="http://www.uz.undp.org/content/uzbekistan/en/home/countryinfo.html">UNDP in Uzbekistan</a></p>
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		<title>Eine Tour durch Ak-Talaa: Die Lebensrealität im Dorf (4/6)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esquilin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 05:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ak-Talaa]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nadine Boller, geb&#xFC;rtige Schweizerin, ist Dokumentarfilmerin mit einer Liebe f&#xFC;r Kirgistan. Ihr letzter Film &#x201E;Erkinai &#x2013; die Halbnomadin&#x201C; wurde auf Kika, dem deutschen Kinderkanal, gesendet. F&#xFC;r ihre neuesten Recherchen verbrachte sie mit ihrer kirgisischen Freundin Mahabat ein paar Tage in deren Heimatdorf Ak-Talaa, im Zentrum Kirgistans gelegen. In ihrer sechs-teiligen Serie gibt Nadine einen sehr [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Nadine Boller, gebürtige Schweizerin, ist Dokumentarfilmerin mit einer Liebe für Kirgistan. Ihr letzter Film <a href="http://www.kika.de/schau-in-meine-welt/sendungen/sendung98234.html">&#8222;Erkinai &#8211; die Halbnomadin</a>&#8220; wurde auf Kika, dem deutschen Kinderkanal, gesendet. Für ihre neuesten Recherchen verbrachte sie mit ihrer kirgisischen Freundin Mahabat ein paar Tage in deren Heimatdorf <a href="http://www.kika.de/schau-in-meine-welt/sendungen/sendung98234.html">Ak-Talaa,</a> im Zentrum Kirgistans gelegen. In ihrer sechs-teiligen Serie gibt Nadine einen sehr persönlichen Einblick in die Kultur und Geschichte des kleinen Dorfes und lässt uns hautnah dabei sein. Diese Woche begleiten wir Mahabat in ihr altes Haus.<br />
</strong></p>
<p class="entry-title mkd-post-title"><strong>Teil 1: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-tour-durch-ak-talaa-teil-i-mairamgul-eje-ihre-familie-und-die-liebe-religion/">Mairamgül Eje, ihre Familie und die liebe Religion</a></strong><br />
<strong>Teil 2: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-tour-durch-ak-talaa-maraimbek-gulzat-und-der-brautraub-26/">Maraimbek, Gülzat und der Brautraub</a><br />
</strong><strong>Teil3: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-tour-durch-ak-talaa-was-das-eurohaus-mit-korruption-zu-tun-hat-36/">Was das Eurohaus mit Korruption zu tun hat</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Wir nähern uns einem weißen Haus mit einer hellblauen Tür und zugenagelten Fenstern. Die Stromkabel sind gekappt und man erkennt nicht, wo der Garten aufhört und die Wildnis anfängt. <em>„In diesem Haus habe ich meine letzten fünf Jahre in Ak-Talaa verbracht,“ </em>erklärt Mahabat.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Und davor?“</em>, wollte ich wissen. Mahabat zeigt auf einen Lehmanbau, den ich zuerst für eine Scheune oder einen Stall hielt. „<em>Hier.“</em></p>
<p><figure id="attachment_7582" aria-describedby="caption-attachment-7582" style="width: 3088px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7582" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min.jpg" alt="Lehmhaus alt Dorf Kirgistan" width="3088" height="2056" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min.jpg 3088w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Mahabats-Kinderhaus-min-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 3088px) 100vw, 3088px" /><figcaption id="caption-attachment-7582" class="wp-caption-text">Das alte Lehmhaus von Mahabats Familie</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Als sie meinen verwirrten Blick sieht, erklärt sie: „<em>Das ist der älteste kirgisische Baustil, den man findet – alles aus Lehm und Stroh, niedrige Decken und fast keine Fenster, damit die Wärme drinnen bleibt. Als die Nomaden von der Sowjetunion zur Sesshaftigkeit gezwungen worden sind, haben sie solche Häuser gebaut.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sparsamkeit unter widrigen Lebensumständen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Niedrige Decken in der Tat. Die Zimmer sind nicht höher als Mahabat selbst. Durch ein offenes Fenster ist sie in das Häuschen gestiegen und ist erstmal erstaunt, wie eng alles ist: <em>„Das kam mir als Kind viel grösser vor! Hier, das war mein Lieblingsspielzeug</em>“. Sie zeigt auf einen Holzpfeiler, der die Decke vom einstürzen bewahrt. Der unterste Teil sieht glatt aus und die Ecken sind etwas abgerundet. „A<em>ls Kind habe ich mich Stundenlang um diesen Pfosten im Kreis geschwungen. Was anderes gab’s nicht zum Spielen</em>.“</p>
<p style="text-align: justify">Mahabat schaut sich um und erinnert sich genau, wer wo gesessen hat, wo geschlafen wurde und wo sie immer hingepinkelt hat. In der einen Ecke des Zimmers wurde eine Grube ausgehoben. <em>„Hier in diesem Loch haben wir die Kartoffeln aufbewahrt. Unser Haus war verformbar, da alles aus Lehm gemacht ist, auch der Boden.“</em></p>
<p><figure id="attachment_7581" aria-describedby="caption-attachment-7581" style="width: 4272px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7581" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min.jpg" alt="Haus alt Dorf Lehm" width="4272" height="2848" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min.jpg 4272w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/in-Mahabats-Kinderhaus-min-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 4272px) 100vw, 4272px" /><figcaption id="caption-attachment-7581" class="wp-caption-text">In Mahabats Kinderhaus</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Ich kenne Mahabats Wohnung in Berlin. Sie lebt in der siebten Etage in einem modernen Studio mit Aussicht über die Nachbarschaft. Jetzt erst wird mir klar, wie groß der Kontrast zu ihrer Kindheit ist. Interessanterweise finden sich gewisse Sachen von Mahabats früherem Leben in Berlin wieder. <em>„Im Winter mache ich den Kühlschrank ganz aus und lagere alles draußen auf dem Balkon. Kühlschränke gab es in Ak-Talaa nicht. Also haben wir damals auch alles immer an den kühlen Orten des Hauses aufbewahrt.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-wasser-fehlt-kirgistan-vor-der-energiekrise/">Kirgistan &#8211; Das Wasser fehlt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Ich spare in Berlin auch extrem mit dem Wasser. Wenn ich dir sagen würde, wie viel Geschirr ich mit einer Tasse voll sauber kriegen würde, würdest du mir das nicht glauben. In Ak-Talaa gibt es ja immer noch kein fließendes Wasser und als Kind war es meine Aufgabe, mit dem Esel die Kanister am Brunnen zu füllen – eine äußerst mühsame Arbeit, vor allem im Winter. Also habe ich mir selbst beigebracht, mit dem Wasser so sparsam wie möglich umzugehen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vom Lehmzimmer zu einer richtigen Wohnung</strong></p>
<p style="text-align: justify">In dem neueren Haus, welches zugenagelt neben der Lehmhütte steht, hat vor ein paar Jahren eine arme Familie gewohnt. Aber dann wurde das Haus verkauft und sie mussten kurzerhand ausziehen und notgedrungen ein kleines Zimmer aus Lehm bauen, wo sie alle zusammen drin gelebt haben. Die Käufer des Hauses aber hatten kein Vieh und konnten sich nur schwer eine Existenz auf dem harten Pflaster Ak-Talaas aufbauen. Irgendwann haben sie aufgegeben und sind – wie so viele andere junge Familien – in die Stadt gezogen. Aber jedes Mal, wenn Mahabat nach Ak-Talaa fährt, besucht sie diese arme Familie mit dem Lehmzimmer.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-drfer-kirgisistans-historische-bedeutung-und-soziale-fragen/">Die Dörfer Kirgisistans: historische Bedeutung und soziale Fragen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In den vergangenen Jahren hat sich das Lehmzimmer in eine Küche verwandelt und daneben ist dann ein richtiges Haus entstanden. Kubanychbek und Gülnara freuen sich unglaublich über Mahabats Besuch. Zum gewöhnlichen Tschai dazu gibt es zur Feier des Tages Suppe und Spiegeleier.</p>
<p style="text-align: justify">Beide sind so reizende und gastfreundliche Menschen, dass es schwer zu glauben ist, dass Gülnara auf die brutalste Art und Weise von Kubanychbek entführt worden ist vor rund dreißig Jahren. Sie kannte ihren Ehemann gar nicht und wollte in der Hauptstadt studieren. Als die Männer sie packten, hat sie sich so energisch gewehrt, dass einer ihr den Kiefer ausgerenkt hat. Heute hat das Paar vier Kinder, die auch wiederum Kinder haben.</p>
<p><figure id="attachment_7583" aria-describedby="caption-attachment-7583" style="width: 3013px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7583" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester.jpg" alt="Gülnaras und Kubanychbeks Großfamilie" width="3013" height="1993" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester.jpg 3013w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester-300x198.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester-768x508.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester-1024x677.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester-1300x860.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Gülnara-und-Kubanychbeks-Familie-mit-Aijan-und-ihre-Mutte__Schwester-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 3013px) 100vw, 3013px" /><figcaption id="caption-attachment-7583" class="wp-caption-text">Gülnaras und Kubanychbeks Großfamilie</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Komplizierte Familienverhältnisse</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die älteste ihrer Töchter ist geschieden und hat ein sechsjähriges Mädchen namens Aijan aus dieser ersten Ehe. Damit es einfacher für sie ist, wieder einen Mann zu finden, haben Gülnara und Kubanychbek ihr Enkelkind als eigene Tochter adoptiert. Die kleine Aijan nennt also ihre Großeltern Mutter und Vater, und ihre leibliche Mutter Schwester. „<em>Wir wollen nicht, dass Aijan bezüglich ihrer Herkunft verwirrt ist. Deshalb ist es besser, sie im Glauben zu lassen, dass wir ihre Eltern sind, auch wenn das biologisch nicht stimmt</em>“, meint Gülnara.</p>
<p><figure id="attachment_7584" aria-describedby="caption-attachment-7584" style="width: 2056px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7584" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter.jpg" alt="Die geflüchtete Schwiegertochter" width="2056" height="2944" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter.jpg 2056w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter-210x300.jpg 210w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter-768x1100.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter-715x1024.jpg 715w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/die-geflüchtete-Schwiegertochter-1300x1861.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2056px) 100vw, 2056px" /><figcaption id="caption-attachment-7584" class="wp-caption-text">Die geflüchtete Schwiegertochter</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Plötzlich hören wir den Sohn draußen aufgeregt rufen. Seine Frau ist soeben mit dem einmonatigen Baby in ein Auto gestiegen und abgefahren. Die beiden haben sich vor unserer Ankunft gestritten und die Schwiegertochter hat wohl den Moment genutzt, wo alle mit uns beschäftigt waren, ihre Sachen zu packen und abzuhauen. Schnell wird in das Nachbardorf telefoniert und befohlen, das Auto anzuhalten. Es geht nicht lange, da klingelt das Handy und tatsächlich: Die Schwiegertochter wurde samt Kleinkind abgefangen.</p>
<p style="text-align: justify">Unser Tschai kam abrupt zum Ende, als sich alle in das Nachbarsdorf aufgemacht haben, um die junge Frau schimpfend wieder ins Haus zurückzuholen. Wir aber gehen zu Fuß weiter, um Mahabats alte Mathelehrerin zu besuchen. Soeben wurde uns nämlich erzählt, dass vor ein paar Tagen ihr jüngster Sohn eine alte Frau mit dem Minibus überfahren hat.</p>
<p style="text-align: justify"><em>Wie geht es weiter mit dem Sohn der Mathelererin? Wie büßt er für seine Tat? Hier geht&#8217;s zum nächsten Teil: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-tour-durch-ak-talaa-verbrechen-tod-und-suhne-56/">Verbrechen, Tod und Sühne</a>.</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Nadine Boller</strong><br />
<strong>Gastautorin und Dokumentarfilmerin, aktuell mit dem Film <a href="http://www.kika.de/schau-in-meine-welt/sendungen/sendung98234.html">„Erkinai – Die Halbnomadin“</a></strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-tour-durch-ak-talaa-die-lebensrealitaet-im-dorf-46/">Eine Tour durch Ak-Talaa: Die Lebensrealität im Dorf (4/6)</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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