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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 06:24:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bem&#xFC;hungen zur Bek&#xE4;mpfung der Folgen der globalen Erw&#xE4;rmung. Als erste gro&#xDF;e Plattform f&#xFC;r die Entwicklung koordinierter L&#xF6;sungen auf regionaler Ebene brachte der Regional Ecological Summit (RES)&#xA0;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen f&#xFC;r zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erste große Plattform für die Entwicklung koordinierter Lösungen auf regionaler Ebene brachte der <a>Regional Ecological Summit (RES)</a>&nbsp;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen für zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen zusammen. Organisiert wurde der Gipfel vom <a>kasachstanischen</a>&nbsp;Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen in Partnerschaft mit der UNO. Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staaten, da sowohl natürliche Ressourcen als auch ökologische Katastrophen grenzüberschreitender Natur seien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Konferenz wurde von den zentralasiatischen Staatschefs eine Erklärung zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. Unter dem Titel <em>„Ökologische Solidarität Zentralasiens“</em> legt dieses Dokument eine gemeinsame regionale Position zu den größten Umweltproblemen der Region fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Für Zentralasien ist der Klimawandel keine Zukunftsprojektion mehr“,</em> erklärte der kasachstanische Umweltminister <a>Jerlan Nysanbaev</a>&nbsp;. <em>„Er ist ein Faktor, der direkt unsere Wasser- und Energieressourcen betrifft, aber auch Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Gesundheit.“ </em>Daher sei die Klimapolitik nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern auch eine Frage der <em>„wirtschaftlichen Resilienz, regionalen Sicherheit und Qualität der öffentlichen Verwaltung“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wüstenbildung und Bedarf an Wiederaufforstung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der wichtigsten behandelten Punkte war die zunehmende Wüstenbildung in der Region, die die Wasserressourcen drastisch reduziert. Wie der Vorsitzende des usbekistanischen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Aziz Abduhakimov, betonte, verwandeln sich in Zentralasien wissenschaftlichen Schätzungen zufolge jede Minute neun Quadratmeter Land in Wüste. Dies betrifft große zentralasiatische Seen, deren Wasserstand kontinuierlich sinkt, insbesondere das Kaspisches Meer und den Aralsee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamte Fläche ausgetrockneter Meeresböden, die sich Kasachstan im Norden und Usbekistan im Süden teilen, umfasst heute rund 6 Millionen Hektar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/heuschrecken-bekaempfung-die-herausforderungen-in-zentralasiatischen-laendern/">Heuschrecken-Bekämpfung: Die Herausforderungen in zentralasiatischen Ländern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge wird die Wasserversorgung unberechenbarer, was den Zugang zu Wasser erschwert. Um diesem Problem zu begegnen, sieht die Erklärung von Astana die Entwicklung neuer datengestützter Technologien vor, die auf Oberflächen- und Grundwasserdaten basieren und eine vorausschauende Wasserbewirtschaftung ermöglichen sollen, etwa durch die Digitalisierung von Kanälen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Priorität besteht nicht mehr darin, die Wasserversorgung zu erhöhen, sondern die Effizienz ihrer Nutzung zu verbessern“</em>, erklärte der kasachstanische Vizeminister für Wasserressourcen und Bewässerung, Talgat Momyşev. Die Regierung subventioniere derzeit bis zu 80 Prozent der Kosten solcher wassersparenden Technologien, was einen <em>„grundlegenden Wandel hin zu einer rationalen und wirtschaftlich sinnvollen Wasserbewirtschaftung“ </em>darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich wurde auf dem Gipfel eine neue Initiative Kasachstans verabschiedet: der <em>„Grüne Schild Zentralasiens</em>“, ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt. Der Aufbau von Waldnetzen ist in der Region nicht neu, insbesondere in Kasachstan, wo seit 1997 ein 102.000 Hektar großer Waldgürtel um die Hauptstadt Astana angelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Umweltminister Nysanbaev zeige dies, dass <em>„selbst in zuvor für Waldökosysteme ungeeigneten Gebieten die Wiederherstellung von Ökosystemen möglich ist, wenn sie auf Wissenschaft, vorausschauender Planung und professionellem Forstwissen basiert“</em>. Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies zudem darauf hin, dass Kasachstan in den letzten fünf Jahren über 1,5 Milliarden Bäume gepflanzt habe und dass <a href="http://?">36 Prozent</a> des kasachstanischen Teils des Aralsees durch ökologische Maßnahmen wiederhergestellt worden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bewusstes Bedürfnis nach Zusammenarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Gipfel wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die Luftqualität zu verbessern, die Biodiversität zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, chemische Abfälle zu verwalten, Plastikverschmutzung zu bekämpfen und ökologische Innovationen in Zentralasien zu fördern. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. <em>„All diese Herausforderungen sind ihrer Natur nach grenzüberschreitend und erfordern gemeinsame politische Entscheidungen und Investitionen“</em>, betonte der Präsident der COP29 und Klimabeauftragte Aserbaidschans, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mukhtar_Babayev">Mukhtar Babayev</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/vereinte-nationen-kuendigen-duerre-fuer-zentralasien-an/">Vereinte Nationen kündigen Dürre für Zentralasien an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ schlug Kasachstan zudem die Schaffung einer internationalen Wasserorganisation innerhalb der UNO vor, allerdings ohne konkreten Finanzierungsplan. Außerdem forderten die zentralasiatischen Staaten stärkere internationale finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Umweltprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, ob die Länder ihre Interessen und Ressourcen koordinieren können, um ihre Ziele zu erreichen. Der Gipfel von Astana hat zumindest eine neue Erzählung im Kampf gegen den Klimawandel vorgeschlagen – mit dem Bewusstsein, dass geteilte Risiken zu gemeinsamen Lösungen werden können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloise Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/a-astana-un-sommet-sur-les-defis-environnementaux-specifiques-a-l-asie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Top-Sehenswürdigkeiten in Zentralasien, die Du besuchen solltest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 12:55:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist unm&#xF6;glich, einen Reisef&#xFC;hrer mit allen interessanten Orten der Region zusammenzustellen &#x2013; davon gibt es in Zentralasien zu viele. In dieser Auswahl findet ihr eine Zusammenstellung einiger Top-Sehensw&#xFC;rdigkeiten in den f&#xFC;nf zentralasiatischen Republiken und wie ihr diese am bequemsten erreichen k&#xF6;nnt. &#x15E;aryn-Canyon, Kasachstan Der &#x15E;aryn-Canyon ist ein sehr altes Naturdenkmal, dessen Sedimentgestein bis zu [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es ist unmöglich, einen Reiseführer mit allen interessanten Orten der Region zusammenzustellen – davon gibt es in Zentralasien zu viele. In dieser Auswahl findet ihr eine Zusammenstellung einiger Top-Sehenswürdigkeiten in den fünf zentralasiatischen Republiken und wie ihr diese am bequemsten erreichen könnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Şaryn-Canyon, Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Şaryn-Canyon ist ein sehr altes Naturdenkmal, dessen Sedimentgestein bis zu 12 Millionen Jahre alt ist. Die Wälder aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fluss-Esche">Sogdian-Eschen</a>, die nur in Zentralasien und China wachsen, haben die Eiszeit überstanden und sind heute 300 bis 400 Jahre alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 25 Millionen Jahren befand sich an der Stelle des Canyons ein See, weshalb Paläontolog:innen hier Überreste von längst ausgestorbenen Tieren wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mastodonten">Mastodonten</a> finden. Die heute noch existierende Natur ist nicht weniger vielfältig, und ein Großteil der Tiere ist auf der <a href="https://www.wwf.de/themen-projekte/artenschutz/rote-liste-gefaehrdeter-arten">Roten Liste gefährdeter Tierarten</a> aufgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/werden-die-nationalparks-kasachstans-die-anthropogene-belastung-verkraften-koennen/">Werden die Nationalparks Kasachstans die anthropogene Belastung verkraften können?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiefe des Canyons beträgt 200 Meter, die verschiedenen Felsen sind zwischen 150 und 300 Meter hoch. Die Landschaften können zu Fuß, zu Pferd oder auf einer Safari mit Geländewagen oder Quads erkundet werden. Am häufigsten besuchen Touristinnen und Touristen das Tal der Burgen, wo Steine und Felsen bizarre Formen bilden, sowie Eschen- und Turangowälder mit langlebigen Pflanzen. Außerdem kann das „Tal der Hexen&#8220; besucht werden, wo der Wind durch die enge Schlucht heult – dies hat viele Legenden über den mystischen Ursprung des Ortes hervorgebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Station auf der Touristenroute ist die Mondschlucht, die am weitesten entfernt liegt und daher auch weniger stark besucht ist. Ihren Namen erhielt die Schlucht aufgrund einer Reihe von zerklüfteten Schluchten, die ihr Aussehen einem Mondkrater ähneln lassen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Şaryn-Canyon liegt 195 km von Almaty entfernt und ist privat mit dem Auto oder in einer Reisegruppe erreichbar. Die Fahrt dauert in der Regel nicht länger als fünf Stunden und unterwegs bietet sich vielleicht ein Stopp auf einem Mohnfeld. Am Eingang zum Nationalpark „Şaryn“ gibt es einen Kontrollpunkt, wo man übernachten und sich ausruhen kann. Im Canyon gibt es auch Erholungszentren, Angelgebiete und Cafés mit nationaler Küche.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Zugang zum Canyon kostet 750–792 Tenge (ca. 1,30-1,35 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nationalpark &#8222;Ala-Archa&#8220;, Bischkek/Kirgistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ala-Artscha-Nationalpark">Das Naturschutzgebiet</a> umfasst eine Fläche von etwa 2.800 Hektar und beherbergt 600 Pflanzenarten. Der größte Teil des Gebiets ist mit der örtlichen Tannenart, &#8222;Artscha&#8220; genannt, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Halbkugeliger_Wacholder">halbkugeligem Wacholder</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tienschan</a>-Fichten bewachsen. Der Park verfügt über sieben Wanderwege und mehr als 100 verschiedene Pfade, die sich in ihrer Landschaft und ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein für alle geeigneter Wanderweg ist der Pfad entlang des Flusses Ala-Artscha, wo man an Fotostellen anhalten und in aller Ruhe die mit Nadelbäumen bewachsenen Berglandschaften betrachten kann. Im Herbst kleidet sich der Park in das Gold der Bäume – ein solcher Spaziergang wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-43548" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf den Ak-Saj-Gletscher im Nationalpark &#8222;Ala-Archa&#8220;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Wanderroute führt zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ak-Sai-Wasserfall">Ak-Saj-Wasserfall</a>, ist jedoch schwieriger und dauert etwa fünf Stunden. Hier beginnt die wilde Natur des Parks, und die Pfade wurden von denen ausgetreten, die diese Gipfel bereits zuvor bezwungen haben. Auf dem Weg zum Wasserfall und zum gleichnamigen Gletscher befindet sich auch eine der lokalen Sehenswürdigkeiten – die Hütte von Ratsek, ein großes Bergsteigerlager.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg zum Gletscher kann man auch die Schlucht „Zerbrochenes Herz” und das Plateau Tepschi sehen, die sich auf einer Höhe von fast 2.700 Metern befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Nationalpark liegt 30 Kilometer von Bischkek entfernt und ist mit dem Bus, der alle 30 Minuten fährt, oder mit dem Auto – am besten mit einem Elektro- oder Hybridauto – zu erreichen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt in den Park kostet 200 Som (ca. 1,95 Euro), der Eintritt in die Schlucht selbst ist kostenlos. Die Einfahrt ins Territorium des Nationalparks mit dem Auto oder Minivan kostet 700 Som (ca. 6,85 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Savitskij-Museum in Nukus und Küste des Aralsees, Republik Karakalpakstan/Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Savitskij-Museum entstand 1966 auf Initiative des Künstlers und Sammlers <a href="https://pl.wikipedia.org/wiki/Igor_Sawicki">Igor Savitskij</a> und wurde nach seinen Vorstellungen und Wünschen gestaltet. Vor der Eröffnung des Museums sammelte Savitskij Gegenstände der angewandten Kunst in der von ihm geliebten Region Karakalpakstan. Der Künstler bildete auch ein archäologisches Team, um Exponate in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Choresm</a> zu suchen und zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/">Die touristischen Perlen Karakalpakstans</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den ersten Erwerbungen des Museums und heute Teil seiner Dauerausstellung gehören auch Werke zentralasiatischer Kunstschaffender, die wegen ihrer Abweichung von den in der Kunstakademie geltenden Grundprinzipien kritisiert wurden, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Georgijewitsch_Karachan">Nikolaj Karachan</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aleksandr_Nikolayev_(painter)">Alexander Nikolaev (Usto-Mumin)</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jelena_Ljudwigowna_Korowaj">Jelena Korowaj</a> und andere. Das Savitskij-Museum beherbergt auch die größte Sammlung karakalpakischer Künstler, darunter Werke von Galia Abduraxmanova, Aman Atabaev, Erkin Joldasov und anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Von der Hauptstadt Taschkent aus kann man Nukus am bequemsten mit dem Flugzeug (Dauer: 1,5 Stunden) oder dem Zug (Dauer: ca. 16-20 Stunden, mit Schlafplätzen) erreichen. Mit dem Auto oder Bus dauert die Fahrt bis zu 12 Stunden, kann jedoch anstrengender sein – dabei ist ein Abstecher zum Ufer des <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-aralsee-syndrom-warum-schrumpft-das-kaspische-meer/">verschwindenden Aralsees</a> machbar, von Nukus über Muynak noch etwa 130 Kilometer weiter bis zum Strand.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="674" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-1024x674.jpg" alt="" class="wp-image-43549" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-1024x674.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-300x197.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-768x505.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Küste des Aralsees in der Region Karakalpakstan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eintrittspreis ins Museum kostet für ausländische Staatsangehörige 95.000 Sum (ca. 6,85 Euro) und für Staatsangehörige Usbekistans – 19.000 Sum (ca. 1,35 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Festung Hissor/Tadschikistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festung in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hissor">Hissor</a> liegt nur 30 Kilometer von der Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> entfernt. Sie wurde zur Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert erbaut und war ein wichtiger Teil der antiken Stadt Hissor – dort befand sich der Palast des Beys des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emirat_Buchara">Emirats Buchara</a>. Die Festung ist mit Mauern und Schießscharten befestigt, da sie nicht nur den Palast, sondern auch eine wichtige Weggabelung auf der Handelsroute bewachte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-43550" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Festung Hissor nahe Duschanbe</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">An den Seiten des Festungstors sind zwei zylindrische Türme aus gebrannten Ziegeln mit einem Pfeilbogen zu sehen – ein deutliches Spiegelbild des Baustils des Emirats Buchara jener Zeit. Mit der Zeit entstanden viele Legenden über den Zweck der Festung. Einer davon zufolge wurde sie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Afrasiab_(Mythos)">vom legendären Herrscher Afrosijob</a> aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Firdausi">Firdausis „Schahname“</a> erbaut, einer anderen zufolge <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFAl%C4%AB_ibn_Ab%C4%AB_T%C4%81lib">vom gerechten Kalifen Ali</a>, der sich aufmachte, um den Islam in dieser Region zu verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/der-fall-von-buchara-und-das-schicksal-der-tadschikinnen-war-es-eine-revolution/">Der Fall von Buchara und das Schicksal der Tadschik:innen: War es eine Revolution?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Festung ist von Duschanbe aus mit dem Auto oder mit dem Stadtbus zu erreichen. Der Eintritt zur Festung kostet 10 Somoni, umgerechnet etwas weniger als 1 Euro.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Unabhängigkeitsdenkmal, Aşgabat/Turkmenistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das majestätische Denkmal befindet sich in der Hauptstadt des Landes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/A%C5%9Fgabat">Aşgabat</a>, und wurde im Jahr 2001 zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit im gleichnamigen Park eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unabhängigkeitsdenkmal in Form einer Säule ist 118 Meter hoch und an seiner Spitze sind ein goldener Halbmond und fünf Sterne als Symbol für die fünf wichtigsten turkmenischen Stämme angebracht. Der untere Teil des Denkmals ist in Form einer Jurte gestaltet, in deren Inneren sich das Unabhängigkeitsmuseum befindet, in dem Exponate zu sehen sind, die mit der Erlangung und Wahrung der Souveränität in Verbindung stehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-43551" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Unabhängigkeitsdenkmal in der Hauptstadt Turkmenistans</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber dem Denkmal befindet sich eine Fußgängerzone, an deren Eingang eine Statue des ersten Präsidenten Turkmenistans, Saparmurat Niyazow, steht. Vor der Statue des Präsidenten sind Skulpturen zu sehen, die Helden des turkmenischen Nationalepos darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt in den Parkbereich ist kostenlos, die Eintrittspreise für das Museum besser vor Ort erfragen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Urban Night Festival, Samarkand/Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober wird <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> zum Zentrum der kreativen Energie der Region – vom 17. bis 19. Oktober findet hier das Samarkand Urban Night Festival statt, das anlässlich des Stadtfestes veranstaltet wird. Diese Veranstaltung bringt Vertreterinnen der Kreativwirtschaft, Unternehmer, Künstlerinnen, Forscher und Innovatorinnen aus ganz Zentralasien zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Festivals ist es, die Rolle der Jugend und der kreativen Führungskräfte bei der Entwicklung der Stadt zu stärken und eine Plattform für den Austausch von Ideen sowie für die Initiierung gemeinsamer Projekte zu schaffen. Das Programm umfasst öffentliche Vorträge, Workshops, Forschungsformate und Ausstellungen, die Samarkand zu einem Ort des Dialogs, der Inspiration und des Handelns machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ab-ins-all-sci-fi-komoedien-aus-zentralasien-beim-filmfestival-cottbus/">Ab ins All: Sci-Fi-Komödien aus Zentralasien beim Filmfestival Cottbus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Tag des Festivals steht unter einem bestimmten Thema: von der Erforschung städtischer Gemeinschaften und Business-Networking bis hin zu nachhaltigen Innovationen und kreativer Führung. Die Teilnehmenden erwarten offene Gespräche, Umwelt-Workshops, interaktive Formate wie „Die Stadt aus Kräutern“, Führungen durch moderne Kunstausstellungen und Musikabende mit Live-Auftritten. Die Urban Night endet mit einem warmen Jazzkonzert der Silk Road Jazz Band, die die Idee des Festivals symbolisiert – die Schaffung kreativer Städte der Zukunft, die auf Kultur, Zusammenarbeit und dem Wunsch basieren, die Umgebung zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich in den sozialen Netzwerken von <a href="https://www.instagram.com/goviral.ca/?hl=de">Go Viral</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2025/10/ca-places/">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 21:54:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Aralkum]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller C&#xE9;dric Gras begibt sich auf die Spuren der Zufl&#xFC;sse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#x201E;Auf den Stra&#xDF;en des Durstes&#x201C; schildert die extremen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller Cédric Gras begibt sich auf die Spuren der Zuflüsse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#8222;Auf den Straßen des Durstes&#8220; schildert die extremen Bedingungen, unter denen den Quellen des Aralsees die Luft ausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.beck-shop.de/cedric-gras/creator/576905154">Cédric Gras</a>, französischer Geograf und Schriftsteller, veröffentlichte im Januar seinen Reisebericht über die Reise eines Wünschelrutengängers.<em> </em>Der bislang noch nicht übersetzte Titel <em>„Auf den Straßen des Durstes&#8220;, </em>im <em>Original „Sur les routes de la soif&#8220;, </em>ist im Französischen ein Wortspiel aus <em>soif </em>(Durst) und <em>soie </em>(Seide). An der Seite des Journalisten und Filmemachers Christophe Raylat durchquert der Autor Zentralasien, vom Aralsee über die Uferroute des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> bis hin zur Quelle des Gewässers, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fedtschenko-Gletscher">Fedtschenko-Gletscher.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ihrer Unternehmung ist der Aralsee, eigentlich ein Salzwassersee. Er teilt sich in zwei ungleiche Becken, den kleineren&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlicher_Aralsee">&#8222;Nördlichen Aralsee&#8220;</a>&nbsp;im südlichen Zentralkasachstan und den &#8222;Großen See&#8220; im Nordwesten Usbekistans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seine Gewässer werden vom Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der im kirgisischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirge</a>&nbsp;entspringt, und vom Amudarja, der aus dem Pamir-Gebirge, wo sich der Fedtschenko-Gletscher befindet, gespeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor, der seine Geografiekenntnisse mit seinem Schreibstil in Einklang zu bringen weiß, beschreibt seine Suche nach dem &#8222;Ursprung des Wassers, das alle Stan-Länder versorgt&#8220; und den Kampf des Amudarja gegen seine Übernutzung. Gemeinsam mit Christoph Raylat hat er eine Arte-Reportage veröffentlicht – der Zweiteiler „<em><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026343/aralsee-wo-ist-das-wasser-hin/">Aralsee – Wo ist das Wasser hin?</a>&#8220; </em>gibt dem Buch eine audiovisuelle Untermalung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Tschernobyl Zentralasiens“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Planet durchlebt seine Metamorphosen im Galopp. Der Aralsee begann seine Ebbe in den 1960er Jahren, quasi gestern. Heute sprechen die Usbeken von Aralkum, der Aralwüste&#8220;, sagt Cédric Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst war er der viertgrößte See der Erde: Noch in den 1960er Jahren erstreckte er sich über rund 68.000 Quadratkilometer. Heute ist er auf weniger als 7.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das Wasser ist verdunstet und hat den Salzgehalt dadurch verzehnfacht. Die Folge: Zig Millionen Tonnen freigesetztes Salz und giftiger Staub. Eine Katastrophe, die der Autor beim Namen nennt: „das Tschernobyl Zentralasiens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat Cédric Gras seine Reise im südlichen Zentrum Kasachstans, wo das Wasser des Nördlichen Aralsees fortbesteht, gestützt durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kokaral-Damm">Kokaral-Damm</a>, der 2005 fertiggestellt wurde. <em>„Ein wenige Kilometer langer Staudamm, der das Wasser des Flusses Syrdarja enthält. [&#8230;] Nicht genug, um gestrandete </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trawler"><em>Trawler</em></a><em> zu unterspülen, <em>[</em>&#8230;] aber genug, um den Salzgehalt zu senken und einige Arten wieder anzusiedeln</em>&#8222;, erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ufer des Sees versinkt er in dichtem Schlamm, der einst mal luftiger Sand war. Er geht über Brücken, unter denen nichts als Wüste ist, und kommt schließlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo‘ynok.</a> In der im Norden <a href="https://novastan.org/de/tag/karakalpakstan/">Karakalpakstans</a> gelegenen Stadt findet er die letzten gestrandeten Fischtrawler, die nun als <em>„apokalyptische Kulisse für Anflüge digitaler Selbstbezogenheit&#8220;</em> herhalten. Hier beschreibt der Autor den Aral als <em>„ausgetrocknet, so weit das Auge reicht, niemand anderem ausgeliefert als dem Nichts</em>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein gesegneter Fluss, der ausblutet wie kein anderer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras erzählt von seiner Reise flussaufwärts des Amudarja, zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kyzylkum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste, von <em>„seinem Mäandern durch die Wüsten, in denen er sich verliert, bis zu seinen Anfängen, die hoch oben in den Tälern eingebettet liegen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der Fluss in den Aral mündet, legt er 2540 Kilometer zurück und windet sich durch Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan, bis er in den Höhen Tadschikistans seinen Durst löscht. Da die zentralasiatischen Länder nicht auf Meerwasser zurückgreifen können, begehren sie den Amudarja umso mehr, was zu Spannungen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor nähert sich den Rinnen des Flusses und damit seinem wunden Punkt. Turkmenistan auf der einen Seite, und Usbekistan auf der anderen, beschuldigen sich gegenseitig, für den immer niedrigeren Wasserstand des Flusses verantwortlich zu sein. Den Wettlauf um den Baumwollanbau bremst das nicht im Geringsten aus, und so beansprucht die Bewässerung der Felder den Amudarja immer weiter über alle Maße hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras beobachtet einen Fluss, der <em>„bis aufs letzte Schlückchen ausgetrunken&#8220;</em> wird. Er sagt: <em>„Wir wissen, was er erleidet, und wir haben ihn im tiefsten Karakalpakstan sterben sehen, wie einen alten Elefanten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von seinem letzten Mäander bis zu seinem ersten Tropfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fedtschenko-Gletscher, der in den Höhen des Pamir-Gebirges in Tadschikistan Zuflucht gefunden hat, ist der verdiente Lohn der Reise. Außerhalb der Polarregionen ist der Fedtschenko, benannt nach dem russischen Abenteurer und Naturforscher Alexej Fedtschenko, das längste Gletscherplateau der Welt. Allein ein Achtel der Wasserreserven des Pamir stammen von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine 77 Kilometer lange Zunge, die ein riesiges Becken von Zuflüssen speist, von bis zu 7500 Meter hohen Gipfeln fließt und deren gesamtes Schmelzwasser früher oder später in den Amudarja fließt&#8220;,</em> erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der Expedition engagieren Cédric Gras und Christophe Raylat den einheimischen Reiseführer Anatoli Scharipow sowie den als „Polarabenteurer“ geltenden Matthieu Tordeur. Er hat als jüngster Mensch der Welt den Südpol im Alleingang auf Skiern und ohne Vorräte erreicht. Bei der Besteigung des Gletschers ist er mit von der Partie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oberlauf folgen sie über mehrere hundert Kilometer dem reißenden Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Neben dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> gehört er zu den wichtigsten Nebenflüssen des Amudarja. Bevor die Gletscherschmelze in den Amudarja mündet, fließt sie in Gebirgsbäche und von dort in die beiden Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zapfhahn Tadschikistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg zum Fedtschenko passierten die Abenteurer den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, der am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> errichtet wurde. Der 304 Meter hohe Bau aus Stein und Erde, der zwischen 1961 und 1980 errichtet wurde, ist nicht nur einer der größten Staudämme der Welt: Er deckt auch <em>„die Hälfte des Strombedarfs [und] versorgt die Aluminiumindustrie&#8220;,</em> berichtet der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte die Sowjetunion den Staudamm in die Kategorie ihrer wichtigsten und vorrangigen Infrastrukturprojekte aufgenommen. Bei einem Besuch am 1. September 1970 sprach der sowjetische Staatschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> zu den Monteuren, Maurern und Bohrtechnikern, den Maschinisten und Fahrern: <em>„Als Ingenieur weiß ich einzuschätzen, wie schwierig die Anordnung der verschiedenen Teile des Bauwerks ist, aber ihr habt es geschafft, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich gratuliere euch, den Einwohnern von Nurek, ihr seid wahre Helden und eure Arbeit ist bemerkenswert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras betont, dass das Ende der UdSSR auch die Solidarität zwischen den zentralasiatischen Republiken gebremst hat, und fügt hinzu, dass jedes Land seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und versucht, aus seinen Ressourcen Profit zu schlagen. Dabei beschreibt er den Staudamm als einen Zapfhahn, der sich nach auf Willen Tadschikistans öffnet und schließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Krieg, der mit der Führung des Flusses korreliert?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „<em>Auf den Straßen des Durstes&#8220;<strong> </strong></em>fragt sich der Autor: <em>„Überbewässerung, schwindelerregende Staudämme, Umleitungskanäle und Bevölkerungsexplosion – sind das die Vorboten eines Wasserkriegs zwischen diesen oft despotischen Ex-Sowjetrepubliken auf der ehemaligen Seidenstraße?&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Usbekistan und Turkmenistan gefährlich nahe an die Schwelle des Wasserdefizits geraten, nutzt Tadschikistan sein hydroelektrisches Potenzial, indem es die Wasserführung seiner Flüsse reguliert. Der Autor fügt hinzu, dass Tadschikistan im Sommer, wenn die usbekischen und turkmenischen Feldfrüchte bewässert werden müssen, die Schleusen seiner Infrastruktur schließt, um Wasser zu speichern und im Winter Energie zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor bezeichnet diese Änderung des Abflussregimes des Flusses als einen echten Nutzungskonflikt, der die bestehenden Spannungen aufdeckt, die zwischen den zentralasiatischen Ländern um die Kontrolle der Wasserressourcen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afghanische Bau eines neuen Kanals am Oberlauf des Amu-Darja-Flusses im März 2023 brachte die Wasserwirtschaftspolitik in Zentralasien erneut in Bedrängnis.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/ecrivain-geographe-cedric-gras-routes-soif/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Ausgetrockneter Aralsee: Von der Wüste zum Wald</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einst war der Aralsee als das &#x201E;Meer der Inseln&#x201C; bekannt. Dann wurde er verw&#xFC;stet. Jetzt entsteht am Seeboden ein neues &#xD6;kosystem. Eine Fotoreportage von Ekaterina Venkina. Der Ort, von dem es &#x201E;kein Zur&#xFC;ck mehr gibt,&#x201C; ist blass. Der Himmel h&#xE4;ngt tief &#xFC;ber den endlosen aschgrauen Sandd&#xFC;nen. Er neigt sich &#xFC;ber staubige Beifu&#xDF;str&#xE4;ucher und Kropfgazellen, die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einst war der Aralsee als das &#8222;Meer der Inseln&#8220; bekannt. Dann wurde er verwüstet. Jetzt entsteht am Seeboden ein neues Ökosystem.</strong> <strong>Eine Fotoreportage von Ekaterina Venkina.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort, von dem es &#8222;kein Zurück mehr gibt,&#8220; ist blass. Der Himmel hängt tief über den endlosen aschgrauen Sanddünen. Er neigt sich über staubige Beifußsträucher und Kropfgazellen, die so scheu sind, dass sie schneller verschwinden, als man sie sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Barsakelmes – so heißt der Ort, von dem es &#8222;kein Zurück mehr gibt&#8220;. Der Name stammt aus dem Kasachischen und <a href="https://www.kulturaustausch.de/ausgaben/ausgabe-iii-2022/wir-koennen-den-aralsee-nicht-wiederherstellen/">bedeutet:</a> Wenn du hingehst, kommst du nicht wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher war Barsakelmes eine Insel. Früher, <a href="https://aral.uz/en/crisis/">das ist noch kein halbes Jahrhundert her</a>. Sie lag im nördlichen Teil des Aralsees, umgeben von Salzwasser, in dem <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10317995/">über 20 Fischarten</a> lebten. Dann kam die Transformation: Das Gewässer wurde zu einem ariden Gebiet. Jetzt wandelt es sich wieder, diesmal in ein neues Ökosystem.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den 1970er Jahren begann der Salzwassersee, auch Binnenmeer genannt, zu schrumpfen. Die beiden großen Flüsse Amudarja und Syrdarja, <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_91404884/oeko-katastrophe-der-verzweifelte-kampf-um-die-rettung-des-aralsees.html">die ihn speisten,</a> wurden in Reis- und Baumwollfelder umgeleitet. Dies führte zu einer beispiellosen Umweltkatastrophe: <a href="http://www.aralconference.uz/en/about_aral/">Mehr als die Hälfte</a> der genetischen Vielfalt von Pflanzen und Tieren ging verloren. Wo einst die Wellen plätscherten, entstand das Aralkum, eine der jüngsten Wüsten der Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Meer ist hier völlig ausgetrocknet. Aber die ganze Insel ist wie eine Samenbank&#8220;, sagt Zaureş Alimbetova, 58. Rund 13 Jahre lang leitete sie als Direktorin das Naturschutzgebiet Barsakelmes. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gruene-transition-in-zentralasien-unterstuetzung-durch-europaeische-entwicklungszusammenarbeit/">Grüne Transition in Zentralasien – Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alimbetova hat miterlebt, wie sich hier das Meer in eine Ödnis verwandelt hat. Gemeinsam mit anderen Umweltexperten versucht sie nun, in dieser desolaten Gegend einen neuen grünen Lebensraum zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel ist es, Sandstürme einzudämmen und die biologische Widerstandskraft zu erhöhen. Inzwischen arbeitet sie für einen gemeinnützigen Verein und unterstützt das Projekt <a href="https://www.usaid.gov/kazakhstan/press-releases/apr-11-2024-usg-celebrates-oasis-project-restore-aral-sea-ecosystem">&#8222;Oase&#8220;,</a> das den Meeresboden bepflanzt. Eine echte Herausforderung bei Sommertemperaturen von über 40 Grad Celsius und einer Bodenversalzung von teilweise mehr als 40 Gramm pro Liter.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41489" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Barsakelmes war einst die zweitgrößte Insel im Aralsee. (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Barsakelmes kennt Alimbetova jeden Zweig. Heute ist die ehemalige Insel eine mehr als 70 Kilometer weite Mondlandschaft, bewachsen mit Tamarisken – mittelgroßen, rosa blühenden Sträuchern – und Saxaul-Büschen. Mittendrin stehen ein paar verlassene Häuser und ein Hinweisschild im sowjetischen Stil mit den Namen seltener Tierarten. Der Weg dorthin ist beschwerlich. Die Räder eines alten, klapprigen UAZ, eines geländegängigen Minibusses im sowjetischen Stil, versinken im Sand als wäre es ein Sumpf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Saxaul-Samen landeten auf dem dürren Seeboden, und die Triebe breiteten sich schnell aus,&#8220; sagt Alimbetova. Die kleinen, buschigen Saxaul-Bäume sind einheimisch und daher an den kargen Boden und das raue Wüstenklima angepasst. Mit ihren tiefen Wurzeln können sie rund vier Tonnen Sand festhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in Barsakelmes auf natürliche Weise geschah, weil es dort viel Sand und Samen gab, ist an anderen Stellen des Aralsees nicht der Fall. Dort ist der Boden zu salzig und es gibt kaum Erde. Kilometerlang erstrecken sich kahle, unbewachsene Strecken mit knallweißen Salzstreifen, Tierkadavern und Muscheln. Der Aralsee wird hier nie wiederkommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41492" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Das Reservat ist bekannt als das Land der Kulane, der Wildesel.&nbsp;(Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Als der See sich zurückzog&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Stadt Aral (auf russisch: Aralsk), rund 170 Kilometer von Barsakelmes entfernt, hat sich das Meer zurückgezogen. Doch die einstige Hafenstadt zeugt noch immer von ihrer maritimen Vergangenheit. Blaue Anker zieren die Straßenlaternen. Auf einem verfallenen Laden steht &#8222;Balyk&#8220; (&#8222;Fisch&#8220;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulmira, Mitte 50, früher Lehrerin, heute Hausfrau, schwärmt von den lebhaften Erzählungen ihrer Mutter. Sie muss das Meer noch gesehen haben. &#8222;In den Ferien gab es Ausflüge mit dem Motorschiff. Zur Hochzeit wurde eine Kreuzfahrt auf dem Meer organisiert, eine Seereise&#8220;, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Wasser zurückging, liefen viele Schiffe auf Grund und saßen fest. Der 41-jährige Serik Düısenbaev sah ihre korrodierten, leblosen Rümpfe. Sie sahen aus wie riesige rostige Schatten ihrer selbst. &#8222;In der Butakow-Bucht waren es sechs&#8220;, sagt Düısenbaev, der als Englisch sprechender Fahrer arbeitet und in Aral lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41493" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Blick auf die Butakow-Bucht. (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bucht wurde um 1848 vom russischen Admiral <a href="https://ras.jes.su/history/s207987840010361-6-1-en">Alexej Butakow erforscht</a> und nach ihm benannt. Sie liegt 75 Kilometer westlich von der Stadt Aral. Einst war sie eine mehrwasserige Schifffahrtsstraße. Heute erstreckt sie sich kilometerweit als graue Ödnis, in der die blauen Wellen nur am Horizont auf den blassen Himmel treffen. Ihre Wasserfläche ist von West nach Ost von rund 40 Kilometern vor dem Rückzug des Meeres auf etwa 23 Kilometer im Jahr 2020 <a href="https://silkadv.com/en/content/zaliv-butakova-na-malom-arale">geschrumpft.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den sechs Schiffen, die hier gestrandet waren, ist nun nur noch ein verrostetes Vorderdeck übrig geblieben. &#8222;Alle anderen wurden zersägt und zur Wiederverwendung nach China verkauft,&#8220; so Düısenbaev. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grünes Freiluftlabor am Meeresgrund</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Jahren, in denen sie das Reservat Barsakelmes leitete, hat Alimbetova ihre Fähigkeit, sicher aufzutreten, nahezu zur Perfektion entwickelt. In einem stark von Männern dominierten Umfeld setzte sie sich als Powerfrau durch. Mit der gleichen Souveränität bewegt sie sich nun über das abgelegene Öko-Testgelände. &#8222;Wir haben hier auf dem Meeresboden quasi ein wissenschaftliches Freiluftlabor&#8220;, sagt sie. In der &#8222;Oase&#8220; werden die Saxaul-Setzlinge aufgezogen und ausgepflanzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer Fläche von <a href="https://kz.usembassy.gov/usg-celebrates-oasis-project-to-restore-aral-sea-ecosystem/">500 Hektar,</a> rund 120 Kilometer von Aral entfernt und mitten in der Aralkum-Wüste gelegen, ist die Anlage spartanisch karg. Es gibt hier ein schlichtes Basislager, eine Baumschule hinter einem grauen Schilfzaun und einen Bohrbrunnen. Neben einem blauen Traktor steht ein orangefarbener Wassertank.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;500 Meter tief mussten wir bohren. Hier gab es viel blaugrünen Lehm&#8220;, sagt Projektmitarbeiter Paluaniiaz Pirniiazov. Fünf Monate lang, von Februar bis Juni 2023, wurde in der Wüste gegraben. Schließlich stieß man unter dem Meeresbett auf Grundwasser, eine wichtige Ressource bei der Bepflanzung des salzigen Bodens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2021 und 2024 wurden mehr als 125.000 Saxaul-Sträucher auf dem Gelände gepflanzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41494" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-rotated.jpg 2016w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Auf dem Testgelände &#8222;Oase&#8220; (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Arbeitszyklus folgt dem Rhythmus der Natur. Im Oktober und November werden die geflügelten Früchte mit den winzigen, 1,5 Millimeter großen Samen geerntet. Die Samen können dann granuliert und bis zur Aussaat sicher gelagert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pflanzung der Setzlinge erfolgt in mehreren Schritten. Im Dezember und Januar werden Furchen gezogen, um den Sand aufzufangen. Übersteigt der Bodensalzgehalt 40 Gramm pro Liter, können die Wurzeln &#8222;verbrennen&#8220;. Zu ihrem Schutz wird ein Sandpolster aufgeschüttet. Die Setzlinge werden erst im März gepflanzt, wenn sie sich noch im Winterschlaf befinden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verfahren ist akribisch und mühsam. Manche Bäumchen werden mit ihren Wurzeln in speziellen Säcken transportiert. Andere werden mit einem Hydrogel behandelt. Das Gel besteht aus Polymerketten, die das Wasser an den Wurzeln halten. Alles, um die Überlebenschancen zu erhöhen. &#8222;Es ist immer Versuch und Irrtum&#8220;, so Alimbetova.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vom Sand verschluckt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn der ehemalige Meeresboden nicht ausreichend bepflanzt wird, zeigen Fischerdörfer wie Aqbasty, Aqespe und Kulandy. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Aqespe, nahe der Butakow-Bucht, haben die kriechenden Sanddünen fast alle Bewohner vertrieben. Bis auf die Fensterbänke haben sie die Häuser weggefressen. Heute ist Aqespe ein Geisterdorf. Fast alle sind in das 1,5 bis 2 Kilometer entfernte Neu Aqespe gezogen, das auf festerem Boden errichtet wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir ziehen auch bald um. Wir haben gerade ein neues Haus gebaut&#8220;, sagt Aıbek, einer der Dorfbewohner. Er ist einer der wenigen, die im alten Aqespe noch geblieben sind. Sein Grundstück wirkt wie ein buntes Riff im staubigen Meer der verlassenen Gebäude. Im Hinterhof baumelt eine rote Schaukel. Eine gelbe Puppe liegt verlassen neben einem Motorrad der in den 70er beliebten Marke &#8222;IZH Planeta&#8220;. Auf die Frage, ob er keine Angst habe, mit seiner Familie allein an diesem trostlosen Ort zu leben, antwortet Aıbek etwas fatalistisch: &#8222;Wir sind daran gewöhnt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Aqbasty und Kulandy ist die Lage prekär, die Wüste rückt immer näher.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41495" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5.jpg 2016w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Im Geisterdorf Akespe (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aralsee, einst der <a href="https://www.britannica.com/place/Aral-Sea">viertgrößte Binnensee</a> der Welt, hat in den letzten 50 Jahren 90 Prozent <a href="https://www.jpl.nasa.gov/news/nasa-data-find-some-hope-for-water-in-aral-sea-basin/">seines Wassers verloren.</a> Die Entstehung <a href="https://www.usaid.gov/sites/default/files/2023-05/USAID_Letter_Fact%20Sheet_Template%202023_ERAS%20II_RU_1.pdf">der 62.000 Quadratkilometer großen</a> Aralkum-Wüste hat sogar das lokale Klima verändert. Es wurde kontinentaler, die Temperaturen in den ohnehin brütend heißen Sommern <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/shrinking-aral-sea-an-invisible-environmental-crisis/">stiegen um zwei Grad.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev <a href="https://kazaral.org/o-nas/nasha-komanda/">vom Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> ist überzeugt: Die lokalen Gemeinschaften müssen durch &#8222;grüne Gürtel&#8220; besser vor den prekären Klimabedingungen geschützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Immer wieder wird uns gesagt: Unsere Dörfer versinken im Sand, die Gräber unserer Vorfahren werden von den Dünen verschluckt&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative müsse aber bei den lokalen Behörden liegen. Die Akimaten (Stadtverwaltungen) müssten auf die Probleme aufmerksam machen und Geld für die Saxaul-Pflanzungen auftreiben, so Narbaev. Außerdem sei es notwendig, die Bevölkerung stärker in die Pflanzaktionen einzubeziehen. Für viele ist der Saxaul immer noch der Baum, mit dem man beim Grillen Feuer macht, weil das Holz beim Verbrennen viel Wärme abgibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/frankreich-in-kasachstans-atomprojekt-chancen-fuer-die-multivektorpolitik/">Frankreich in Kasachstans Atomprojekt: Chancen für die Multivektorpolitik</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren stellte das Umweltministerium <a href="https://orman.gharysh.kz/en/">eine interaktive Karte</a> über die Pflanzung von zwei Milliarden Bäumen vor. Sie zeigt, wo Samen gesät und wo Setzlinge gepflanzt wurden. &#8222;Jetzt kann man live mitverfolgen, wie es in den einzelnen Gemeinden vorangeht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wüstenbildung in Zentralasien wird in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels voraussichtlich weiter zunehmen. <a href="https://www.adb.org/sites/default/files/linked-documents/53120-001-ssa.pdf">Schätzungen zufolge</a> werden die Wasserressourcen im Syrdarja-Becken bis 2050 um 5% und im Amudarja-Becken um bis zu 15% zurückgehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon heute ist der Syrdarja bei Qysylorda im Süden Kasachstans von sandigen Landzungen eingeschnitten. Das Wasser ist flach, die Ufer mit Schilf bewachsen. Es wird deutlich: Der Aralsee steht vor weiteren Metamorphosen. Saxaul-Oasen in der Wüste zu pflanzen, scheint ein Wettlauf gegen die Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Recherche für diesen Artikel wurde ermöglicht und unterstützt durch das Pulitzer Center.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ekaterina Venkina für Novastan</strong></p>



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		<title>Dromedar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auf dem Weg zu den &#xDC;berresten des Aralsees kann man am Stra&#xDF;enrand Gruppen von Dromedaren und Kamelen sehen. Wir befinden uns mitten in der kasachischen Steppe und nur wenige Arten k&#xF6;nnen in dieser unwirtlichen Umgebung &#xFC;berleben. Der Kontrast zwischen der Sch&#xF6;nheit der Landschaft und ihrer H&#xE4;rte ist &#xFC;berw&#xE4;ltigend. Bezirk Aral, Kasachstan, 2024 Foto: Simone Bergonzi [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg zu den Überresten des <strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-stadt-aralsk-sinnbild-fuer-den-verschwundenen-aralsee/?noredirect=de-DE">Aralsees</a></strong> kann man am Straßenrand Gruppen von Dromedaren und Kamelen sehen. Wir befinden uns mitten in der kasachischen Steppe und nur wenige Arten können in dieser unwirtlichen Umgebung überleben. Der Kontrast zwischen der Schönheit der Landschaft und ihrer Härte ist überwältigend. Bezirk Aral, Kasachstan, 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Simone Bergonzi</strong> (<strong>@simobergz</strong>, Italie)</p>


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		<title>Bäckereirauch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Oct 2024 06:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Rauch einer lokalen B&#xE4;ckerei f&#xFC;llt die Luft eines Dorfes tief in der Region Jizzax, im Osten Usbekistans. Dieses Foto wurde w&#xE4;hrend der Dreharbeiten zu Mission: Find Aral aufgenommen, einem Dokumentarfilm, der die &#xF6;kologischen Auswirkungen des Verschwindens des Aralsees untersucht, die Auswirkungen, die seine Austrocknung auf die lokalen Gemeinschaften hat, aber auch auf die Zukunft [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Rauch einer lokalen Bäckerei füllt die Luft eines Dorfes tief in der Region <strong><a href="http://Jizzax">Jizzax</a></strong>, im Osten <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Usbekistan">Usbekistans</a></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Foto wurde während der Dreharbeiten zu <strong><a href="Find Aral">Mission: Find Aral</a></strong> aufgenommen, einem Dokumentarfilm, der die ökologischen Auswirkungen des Verschwindens des <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a></strong> untersucht, die Auswirkungen, die seine Austrocknung auf die lokalen Gemeinschaften hat, aber auch auf die Zukunft der Region. Der Aralsee ist ein Salzwassersee, der sich im Süden Usbekistans und im Norden <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachstan">Kasachstans</a></strong> befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Saxon Bosworth</strong> (<strong><a href="https://www.instagram.com/saxonbosworth/">@saxonbosworth</a>, <a href="https://www.instagram.com/missionfindaral/">@missionfindaral</a>, <a href="https://decouvrirlavie.com/">https://decouvrirlavie.com</a></strong>, Vereinigtes Königreich)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<item>
		<title>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 06:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>
		<category><![CDATA[Turgai]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Yusup Kamalov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit drei&#xDF;ig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der &#xD6;kologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft H&#xE4;ngegleiter, mit denen er die Flugweise von V&#xF6;geln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur &#xFC;ber sein Aufwachsen in einer Familie, die als &#x201E;Volksfeind&#x201C; galt und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit dreißig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der Ökologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft Hängegleiter, mit denen er die Flugweise von Vögeln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur über sein Aufwachsen in einer Familie, die als „Volksfeind“ galt und sein Engagement zur Rettung des Aralsees.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich wurde noch zur Zeit Stalins geboren und vermute, dass man mich nicht grundlos Yusup nannte, sondern dass dies zu Ehren </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)"><em>Iosif Wissarionowitsch Stalins</em></a><em> geschah. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf: Schulzeit, und danach ein Studium am </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Energetisches_Institut"><em>Moskauer Energetischen Institut</em></a><em>. Nach dem Studienabschluss war ich Energietechniker und wurde zur Arbeit in das Kesselwerk des Wärmekraftwerks in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiatosh"><em>Taxiatosh</em></a><em> entsand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aufgrund des Zustandes des Aralsees regte mein Vater einen Wechsel zur Ökologie an. Er war Archäologe und Historiker und leitete circa 37 Jahre lang das Historische Institut. Nach dem Abgang von Marat Nurmuxamedov</em> (Anm. d. Red.: Karakalpakischer Wissenschaftler, erstes karakalpakisches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik) <em>hat mein Vater quasi die Leitung der Akademie übernommen. Mein Vater hat sich ganz dem Schutz des Aralsees verschrieben und hat versucht, so viele wie möglich zum Studium nach Moskau zu entsenden, seien es Mathematiker:innen, Ökolog:innen oder andere Fachrichtungen. So entstand eine ganze Schar von Anhänger:innen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/"><strong>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach der Eröffnung eines Rechenzentrums in Moskau eröffnete die Karakalpakische Akademie der Wissenschaften 1977 ebenfalls eins. Trotz seiner seltsamen Bezeichnung hat sich das Zentrum einer ganzen Reihe spannender Probleme angenommen, darunter auch der Ökologie. Ich war Praktikant und Doktorand am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau am Laboratorium für mathematische Ökologie. Später wechselte ich in die Abteilung für Wasserprobleme, wo wir mathematische Modelle für das Wassermanagement berechneten. Ich schloss meine Dissertation ab, aber durch verschiedene Interessen habe ich sie nie verteidigt. Mein Vater war darüber natürlich sehr verärgert und besonders seine Kolleg:innen machten sich darüber lustig. Er habe mich zu demokratisch und freiheitlich erzogen, ein anderer Mann wäre auf mich losgegangen.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Wissenschaftler:innen ihre Dissertation verteidigen, folgt danach oft eine wissenschaftliche Karriere – sie bekommen Leitungsaufgaben. Aber mir gefällt mein Zustand, ich fühle mich viel freier. Mein Vorgesetzter sagt immer: „Wozu soll man Direktor:in oder Chef:in sein, wenn man kreativ sein kann?“. Ich begann die Flugweise der Vögel zu beobachten, baute zwei Hängegleiter und sprang damit unzählige Male vom </em>Shylpyk<em>. Mein letzter Sprung war im Januar 2016, um die Mechanismen nachzuempfinden, die nach meiner Vorstellung einen Vogel zum Fliegen bringen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufwachsen in einer Familie von „Volksfeinden“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mein Großvater mütterlicherseits hieß Jali Maxsym</em> (Abdijalil Ismetullaev<em>). Er wurde in einer reichen Familie geboren und unterstütze zunächst die sowjetischen Machthabenden. Später traten er und seine Brüder jedoch gegen die Zwangskollektivierung ein. Dafür wurden seine beiden Brüder vor seinen Augen erschossen und Jali Maxsym wurde nach </em><a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A7%D0%B8%D0%BC%D0%B1%D0%B0%D0%B9_(%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4)#:~:text=Sh%C4%B1mbay,%20Shymbay)%20ist%20eine%20Stadt%20(seit%201926)%20in%20Karakalpakstan%20("><em>Shymbay</em></a><em> verbannt. Freund:innen von Jali Maxysm, die sich ebenfalls gegen die sowjetischen Machthabenden gestellt hatten und nach Turkmenistan emigriert waren, erfuhren von seiner Verhaftung und fuhren nach Shymbay, um ihn zu befreien. Sie erklärten ihn zum letzten gewählten Khan der Karakalpaken. Für einige Zeit kämpfte mein Großvater als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi"><em>Basmatschi</em></a><em> gegen die Kommunisten, doch schließlich wurde er verraten und ausgeliefert. Jali Maxsym wurde zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn erschossen und bis heute ist unbekannt, wo sie begraben wurden. Über meinen Großvater begann man erst nach der Unabhängigkeit offen zu schreiben und inzwischen sind Informationen über die </em><a href="https://www.hrono.ru/sobyt/1900war/1929kaza.php"><em>Aufstände in Shymbay und Taxtakupyr</em></a><em>, bei denen er eine wichtige Rolle spielte, offen zugänglich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Meine Mutter wurde von ihrem Großvater adoptiert und änderte ihren Nachnamen in Esemuratova. Sie wurde Journalistin und erinnerte sich oft daran, wie sie fast jeden Abend für Befragungen zum KGB musste. Dadurch, dass sie als „Tochter eines Volksfeindes“ abgestempelt wurde, wurden meine Mutter und meine Oma direkt nach meiner Geburt aus ihrer Wohnung geworfen. Zudem haben Krankheiten und ein Unfall ihr Leben geprägt. Trotz allem ist sie nach wie vor am Leben und inzwischen 94 Jahre alt. Sie ist eine starke Frau, sowas gibt es heute gar nicht mehr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vereinigung zum Schutz des Aral und Amudarja</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf Initiative des bekannten Schriftstellers Orazbay Abdraxmanov gründete eine Gruppe von Intellektuellen am 6. Dezember 1989 die NGO „Vereinigung zum Schutz des Aral und des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><em>Amudarja</em></a><em>“. Ich trat damals der Organisation durch meinen Vater bei. Anfang der 1990er begannen wir gerade erst mit unseren Aktivitäten und zu unseren Versammlungen kamen um die 300 Personen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir hatten damals Freund:innen in Amerika, die quasi unsere Repräsentanz in den USA herstellten und ausbauten. Deshalb haben wir uns 1991 offiziell als internationale Organisation registriert. Anfang der 1990er lebten wir vergleichsweise frei und waren gut aufgestellt. Einschränkungen waren nicht zu spüren. Dies blieb jedoch nicht lange so. Das Lebensniveau sank und viele emigrierten. 1994 verließ der Vorsitzende der NGO aus persönlichen Gründen seinen Posten und ich übernahm.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In den 2000ern, nach der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution"><em>Revolution in Georgien</em></a><em> und einer instabilen Weltlage, begannen in Usbekistan Repressionen gegen internationale Organisationen. Die Beschuldigungen waren gegenüber allen dieselben: Verspätungen bei der Einreichung von Berichten an das Justizministerium. Aufgrund dieser Beschuldigungen mussten viele NGOs ihre Arbeit aufgeben, aber dank internationaler Unterstützung und unserer Stellung konnten wir unsere Unschuld in allen fünf Anklagepunkten vor Gericht beweisen. Trotzdem verloren wir den Status als internationale Organisation und wurden gewissermaßen zu einer örtlichen NGO „degradiert“. Aber das hindert uns nicht daran, uns weiter mit den Problemen des Aralsees zu befassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir bekommen oft Kritik von oben: wir wurden beschuldigt, Wasserressourcen kommerzialisieren zu wollen und dafür kritisiert, dass wir einen Marketing-Ansatz verfolgen. Sogar unsere Kolleg:innen aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty#:~:text=Almaty%20(kasachisch%20und%20russisch%20%D0%90%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D1%8B,%20bis%201993%20Alma-Ata)%20ist%20mit"><em>Almaty</em></a><em> haben mich für diese Idee verurteilt. Leider ist bei uns nach wie vor die sowjetische Denkweise vorherrschend und der Wirtschaft gelingt nicht der Schritt weg von den Sowjetzeiten. Unsere Bevölkerung ist es gewohnt zu kritisieren und beispielsweise Angst vor den USA oder der NATO zu haben. Das ist nur ein Stereotyp, dass alles Neue schlecht sei und alles Sowjetische gut. Aber die Mehrheit der Menschen kann man nicht davon abbringen und wir sind in der Minderheit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rettung des Aralsees als Ziel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1994 erarbeiteten wir ein Konzept mit neuen Methoden im Umgang mit Wasserressourcen, um nicht nur auf eine Erholung des Aralsees hinzuwirken, sondern auch für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen. Wir schickten unser Vorhaben an Vertreter:innen der fünf zentralasiatischen Länder, die sich zu einem </em><a href="https://ecifas.kz/en/"><em>internationalen Fond zur Rettung</em></a><em> des Aralsees zusammengeschlossen hatten. Eine Antwort erhielten wir lediglich von einem Berater des Präsidenten Kirgistans, allerdings eine ablehnende.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser Konzept sah vor, die Verwaltung des Amudarja Flusses in neutrale Hände zu geben, aber die Regierungen entschieden, dass eine solche Übergabe die Neutralität der Staaten verletzen würde. Die Vereinigung organisierte außerdem Vorträge, veröffentlichte und nahm an Konferenzen teil. Dadurch, dass das Leben schwerer geworden war, gingen jedoch einige und unser Team schrumpfte auf fünf oder sechs Leute. Viele sind inzwischen auch schon gestorben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/fuenf-oekologische-probleme-zentralasiens/"><strong>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute ist der Aralsee praktisch verschwunden. Die Fläche des Aralsees beträgt zusammen mit den kasachstanischen und westlichen Teilen weniger als sieben Prozent der ursprünglichen Wasserfläche. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass der Aralsee noch existiert. Das sind einfach nur einige Pfützen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das westliche Ufer weicht jedes Jahr um 100 Meter zurück. Wenn man vor circa zehn Jahren auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau"><em>Ustjurt-Plateau</em></a><em> stand und in Richtung des Aralsees schaute, dann konnte man das südliche und östliche Ufer von dort nicht sehen. Inzwischen sind beide Ufer erkennbar. Im westlichen Teil ist der See vielleicht noch 15 Meter tief. Früher lag der tiefste Punkt bei mehr als 60 Metern. Im Vergleich etwa zum Baikalsee war der Aralsee schon immer eher flach. Der Baikalsee ist stellenweise mehr als zwei Kilometer tief. Der Aralsee glich einer Pfütze auf heißem Asphalt. Und wenn man dann aus einer Pfütze trinkt, vertrocknet sie innerhalb einer Stunde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Journalist:innen berichten davon, dass der Aralsee sich erhole, aber davon kann keine Rede sein. Ja, der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><em>Fluss Syrdarja</em></a><em> speist von Kasachstan aus nach wie vor den Aralsee mit Wasser, aber er ist nur halb so groß wie der Amudarja-Fluss. Die 100 Kubikkilometer Wasser, die den Aralsee jedes Jahr erreichen, verdunsten und so bleibt kein Wasser übrig, dass den See wieder auffüllt. Inzwischen ist es schon gut, wenn auch nur fünf Kubikkilometer im Aralsee bleiben würden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein „Schiffsfriedhof“ als Denkmal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das, was inzwischen als „Schiffsfriedhof“ bekannt ist, ist eigentlich nur eine Ansammlung unterschiedlicher Schiffe: Boote, Lastkähne und Schlepper, die 2010 aus Anlass des Besuchs des damaligen UN-Generalsekretärs </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ban_Ki-moon#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war"><em>Ban Ki-moon</em></a><em> hergebracht wurden. All diese Boote wurden ausgegraben, hierhergebracht und inszeniert. Viele denken, dass der „Schiffsfriedhof“ früher ein Hafen gewesen sei. Tatsächlich konnte sich dort aber kein Hafen befinden – der See war zu seicht. Der Hafen war bei </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Mo’ynoq</em></a><em>, neben der Fischfabrik. Die Schiffe liefen den Hafen an, indem sie die Halbinsel Mo’ynoq von Osten und Westen her umrundeten, da das Gewässer dort tiefer war. Die Schiffe fuhren nicht in der Nähe des heutigen Aral-Schiffs-Denkmals vorbei.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf eine Rückkehr des Aralsees?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Theoretisch ist eine Rückkehr des Aralsees möglich. Wenn man die Wasserverluste begrenzen kann, könnte ein Teil des Aralsees zurückkehren. Nicht auf das frühere Niveau, aber zumindest um den Boden zu befeuchten und die Seen im Delta wieder zu füllen. Das Delta sollte regeneriert werden, denn dort leben Menschen. Wenn wir Wasser sparen, dann hätten wir solche Möglichkeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir müssen an mehreren Fronten handeln. Die Kolleg:innen aus Kasachstan haben mich dabei unterstützt. Die Wälder müssen aufgeforstet werden, das ist die Hauptsache. Außerdem sollte eine Baumwollsorte genutzt werden, die weniger Wasser verbraucht. Die Akademie und ich könnten alle möglichen benötigten Kontakte herstellen, wir könnten dabei helfen, die Produktion der notwendigen Mittel in die Wege zu leiten. Schauen Sie sich die Arabischen Emirate an, dort ist die </em><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/meerwasserentsalzung-wie-dubai-dem-meer-trinkwasser-abringt-1.3630919"><em>Entsalzung von Meerwasser</em></a><em> eine große Einnahmequelle. Warum schlagen wir nicht diesen Weg ein?</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Großes Problem mit Versickerung von Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Versickerung von Wasser, steigendes Grundwasser und Bodenversalzung sind ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Eine Möglichkeit ist das Ausbetonieren der Flussbetten, was schon in der Sowjetunion ein Thema war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende 2023 gab Präsident Mirziyoyev den Erlass heraus, wonach Kanäle auf 1500 Kilometern Länge ausbetoniert werden sollen, um dem Versickern von Wasser entgegenzuwirken. Das Wasser versickert im Boden noch bevor es die Felder erreicht – aktuell verschwinden 37 Prozent nur durch diese Kanäle. Und von den Kanälen haben wir hier Tausende, auf einer Strecke von Tausenden von Kilometern in ganz Usbekistan. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir verlieren! Dieselbe Situation besteht auch bei denjenigen Wasserreservoirs, die nicht durch Beton oder Schutzfolie umgeben sind. Dadurch verlieren wir jährlich rund 40 Prozent des Wassers. Am meisten geht jedoch durch Verdunstung verloren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie bewässern wir die Felder? Wir verwenden Bewässerungsgräben</em> (Anm. d. Red.: In Zentralasien auch „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aryk">Aryk</a>“ genannt.) <em>und Saatbeete. Wir begießen die Felder einfach mit Wasser. Und dazu werden die Felder noch zwei Mal im Jahr vom Salz gereinigt. So werden mehr als 90 Prozent unseres Wassers zum Bewässern oder Böden reinigen verwendet, bzw. es verdunstet oder versickert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich mal vor, wenn wir es schaffen würden, auch nur die Hälfte dieser Verluste zu verhindern. Was wäre dann? Dann würde der Aralsee sich wieder füllen. Nicht sofort natürlich, aber uns geht es auch nicht nur um den Aralsee, sondern auch darum, das Delta des Amudarja wiederzubeleben, wo alle Wälder und Seen verschwunden sind.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frühere Zuflüsse des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vor etwa 300 Jahren mündete noch ein dritter Fluss in den Aralsee – der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai_(Fluss)"><em>Turgai</em></a><em>. Den Turgai gibt es nach wie vor, er fließt auf dem Territorium des heutigen Kasachstan. Aber vor 200 Jahren kam der Fluss etwa 100 Kilometer vom Aralsee entfernt zum Stillstand. Warum? Weil begonnen wurde, die Wälder entlang des Flusses abzuholzen. Und der Wald und der Fluss, das ist eine Symbiose, sie helfen sich gegenseitig. Je mehr Wälder entlang eines Flusses wachsen, desto mehr Wasser führt der Fluss. Und umgekehrt, je mehr Wasser im Fluss, desto besser wachsen die Wälder. Überschwemmungen halten die Wurzeln der Bäume feucht. Genauso verhielt es sich mit dem Auwald des Amudarja, aber die Wälder wurden abgeholzt und damit nahm die Wassermenge des Flusses natürlich ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit dem Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan"><em>Serafschan</em></a><em> ist es eine ähnliche Situation. In der Provinz Buxoro in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum"><em>Wüste Qizilqum </em></a><em>versickert der Fluss, während er früher einer der großen wasserreichen Zuflüsse des Amudarja war. Und insbesondere in den Bergen und Wüsten brauchen die Menschen den Wald. Aber anstatt die Wälder aufzuforsten, werden 250 Millionen Bäume in den Städten gepflanzt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was muss getan werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man muss den Grund des Aralsees zumindest ein bisschen befeuchten, anstatt Geld für die Anpflanzung von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul"><em>Saxaul</em></a><em>-Sträuchern</em><em> auszugeben. Denn Saxaul wächst leider nur einzeln. Der nächste Busch sollte in 5-10-50-100 Metern Entfernung wachsen (Anm. d. Red.: abhängig von den Umweltfaktoren). Lediglich Saxaul anzupflanzen führt dazu, dass sich der Staub verbreitet. Zwar hält der Saxaul Sand zurück, aber keinen Staub oder Salz. 2018 hielt ich einen Vortrag in einem Hotel. Alle Fenster waren verhängt, die Türen geschlossen, und trotzdem war der Tisch mit Staub und Salz bedeckt, weil der Staub so feinkörnig ist. Und wie sieht es auf dem Ustjurt-Plateau aus? Dort breitet sich das Gras aus, wodurch der Staub nicht vom Wind verweht werden kann.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/usbekistan-kampf-gegen-sandstuerme/"><strong>Usbekistan: Kampf gegen Sandstürme</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn man den Staub vermeiden möchte, dann muss der Grund des Aralsees befeuchtet werden. Asphaltieren des Bodens ist nutzlos. Stattdessen könnten mit ein wenig Feuchtigkeit ohne Aussaat Saxaul und Gräser wachsen. Wenn Sie Surgil passieren, dann sind links davon Felder, auf denen üppige Gebüsche wachsen. Warum? Weil der Sudoche-See vor acht Jahren über die Ufer getreten ist und das Wasser einen Teil des Aralsees bei Surgil überschwemmt hat. Obwohl also in acht Jahren nur einmal die Fläche bewässert wurde, wachsen dort Sträucher und andere Pflanzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es gibt ein ganz einfaches Mittel, die Luftfeuchtigkeit in den Städten zu erhöhen: man muss Laubbäume pflanzen, aber wir haben überall Nadelgehölz. Sie haben eine 10-Mal kleinere Oberfläche als Laubbäume. Auf den Laubbäumen setzt sich der Staub ab, aber auf den Nadelbäumen kann das nicht im selben Umfang geschehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wasserfrage mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">(Anm. d. Red.: Seit 2022 wird im Norden Afghanistans der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Qoʻshtepa kanali</a> gebaut. Das Wasser für ihn soll aus dem Amudarja abgezweigt werden.)<em> Das Beschämendste am Bau des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal"><em>Kanals</em></a><em> ist, dass die Pläne schon vor 50 Jahren bekannt waren. Damals vereinbarten Afghanistan und die Sowjetunion, jährlich 10 Kubikkilometer aus dem Amudarja zu entnehmen. Und jetzt geben alle vor, zum ersten Mal davon zu hören. In den 50 Jahren hätte man sich vorbereiten können, aber alle dachten, dass das Problem sich von selbst lösen würde. Und jetzt müssen spontan Maßnahmen ergriffen werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe eine Ahnung, warum die Situation im Land so ist wie sie ist. Wenn man zum Beispiel in die Verwaltung geht, dann sitzen dort zwei Menschen, die sagen, dass sie nicht einmal Zeit zum Nachdenken hätten. Sie sind ständig beschäftigt. In den Niederlanden ist es zum Beispiel anders, dort wird 25 Jahre im Voraus gedacht. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger:innen nicht voraus denken. Sie denken vielleicht an die nächsten zwei Stunden, aber nicht an unsere Zukunft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Kirgistan wird oft die Frage diskutiert, ob flussabwärts gelegene Staaten für Wasser zahlen sollten. Ich bin dafür. Denn wenn man nicht zahlt, dann spart man nie. In dem Fall sollte Kirgistan aber für Qualität, Wassermenge, Pünktlichkeit und Absicherung zuständig sein. Einige werden sagen: „Wieso das denn? Das ist doch eine lebenswichtige Ressource, warum sollte ich dafür zahlen?“. Dann sollen sie eben nur für das Wasser zahlen, das ihnen Gewinn einbringt. Wenn sie etwa Baumwolle anpflanzen oder etwas bauen, dann zahlen sie für das Wasser. Und wenn es um Wasser für Hygiene, Trinkwasser, Artenvielfalt und Ökologie geht, dann sollte es kostenlos sein. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir seit Jahrhunderten flussabwärts leben.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachwort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Werden wir unser ganzes Leben lang ein Agrarstaat sein? Werden wir Baumwolle und Reis anbauen? Das ist lächerlich. Kleinere Staaten wie etwa Singapur und Israel haben in dieser Zeit schon so viel mehr erreicht. Und wir, mit unserer Korruption, bleiben zurück. Wir versuchen aufzuholen, aber wohin? Wenn wir aufholen wollen, müssen wir ihren Weg gehen. Wie schon Suchow sagte: „Ich kann nicht mein ganzes Leben durch diese Wüste gehen.“</em> (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um ein Zitat des Charakters Suchow aus dem sowjetischen Film-Klassiker „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Sonne_der_W%C3%BCste">Weiße Sonne der Wüste</a>“.)</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Yana Modelova, Azamat Matkarimov und Lena für <a href="https://hook.report/2024/05/yousup-kamalov/">Hook Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Ausgetrocknet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 03:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die gr&#xF6;&#xDF;te von Menschen verursachte Umweltkatastrophe der Geschichte: Moynaq, einst eine wichtige Fischerstadt am Ufer des Aralsees, befindet sich heute am Rande der W&#xFC;ste, w&#xE4;hrend die K&#xFC;ste des Aralsees sich bis zu 150 km zur&#xFC;ckgezogen hat! Diese beiden verrosteten Schiffe wurden zusammen mit neun anderen von einem anderen Ort [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die größte von Menschen verursachte Umweltkatastrophe der Geschichte: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moynaq</a>, einst eine wichtige Fischerstadt am Ufer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aralsees</a>, befindet sich heute am Rande der Wüste, während die Küste des Aralsees sich bis zu 150 km zurückgezogen hat! Diese beiden verrosteten Schiffe wurden zusammen mit neun anderen von einem anderen Ort in der Wüste nach Moynaq abtransportiert, um eine Art Touristenattraktion zu bilden. Das ist alles, was von den rund 500 Schiffen, die einst in der Stadt Moynaq vor Anker lagen, übrig geblieben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Matic Pavlin</strong> (<strong><a href="https://www.instagram.com/matic_pavlin/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR3rT5bl4-bAYhtC7Y2ItcGZMWfuxad--Cr_0icKhy0tcLAMflczFJzl_Io_aem_FFBA7JM03Qo5nEBk_ve7Jg">@matic_pavlin</a>,</strong> Slowenien)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2024 08:11:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscherschmelze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zentralasien ist mit einer Reihe von Bedrohungen f&#xFC;r die Umwelt- und Klimasicherheit konfrontiert. Diese Probleme k&#xF6;nnen nur durch gemeinsame Anstrengungen aller L&#xE4;nder in der Region und nur mit Unterst&#xFC;tzung internationaler Organisationen gel&#xF6;st werden. Der am meisten gef&#xE4;hrdete Bereich aller zentralasiatischen L&#xE4;nder ist die Landwirtschaft und die damit verbundenen Sektoren. Das gemeinsame BIP der Region betr&#xE4;gt [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zentralasien ist mit einer Reihe von Bedrohungen für die Umwelt- und Klimasicherheit konfrontiert. Diese Probleme können nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Länder in der Region und nur mit Unterstützung internationaler Organisationen gelöst werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der am meisten gefährdete Bereich aller zentralasiatischen Länder ist die Landwirtschaft und die damit verbundenen Sektoren. Das gemeinsame BIP der Region beträgt etwa 300 Milliarden Dollar (ca. 280 Milliarden Euro) und die Landwirtschaft ist in den meisten Ländern der Region der wichtigste Motor für die wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind im Agrarsektor beschäftigt. Außerdem lebt die Mehrheit der Bevölkerung der Region im Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aral-Krise</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Umweltbedrohung für die zentralasiatische Region ist die Austrocknung des Aralsees. Der Wasserspiegel sinkt vor allem wegen klimatischer Faktoren und der Entnahme von Wasser für Bewässerungszwecke. Die Küste des Meeres des Aralsees hat bereits 95 Prozent ihrer Flora und Fauna verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewältigung der Probleme des Aralsees erfordert einen umfassenden, sektorübergreifenden Ansatz und die Zusammenarbeit aller Staaten in der Region. Heute erstreckt sich der ausgetrocknete Boden des Aralsees über 38 Tausend Quadratkilometer und ist eine der Hauptquellen für Schadstoffemissionen. Jedes Jahr werden von diesem Gebiet 75 Millionen Tonnen Sand und Staub und 65 Millionen Tonnen fein verteilte Salze in die Atmosphäre freigesetzt, die vom Wind getragen und Tausende von Kilometern entfernt abgelagert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Staub-Salz-Gemisch aus dem Aralsee wurde bereits auf den Gletschern Tadschikistans und Kirgistans gefunden und verstärkt dort das Abschmelzen. Experten zufolge müssten zur Rettung des Aralsees jede Sekunde etwa 86 Kubikmeter Wasser (ca. 34 25-m Bahnen im Schwimmbad) geliefert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-stadt-aralsk-sinnbild-fuer-den-verschwundenen-aralsee/">Die Stadt Aralsk: Sinnbild für den verschwundenen Aralsee</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der größten ökologischen Herausforderungen bzw. Rettungsaktionen in Zentralasien ist die Verringerung der Wasserressourcen aufgrund des Klimawandels, die zu Wasserknappheit führt. Die Situation wird durch die unterschiedlichen Prioritäten der Länder der Region hinsichtlich der gemeinsamen Nutzung und des Austausches von Wasser- und Energieressourcen noch problematischer. Dies zeigt sich in Kirgistans Rückzug aus dem gemeinsamen Aktionsprogramm des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees. Ein weiteres Beispiel ist der Bau des großen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kusch-Tepa-Kanals</a> durch Afghanistan ohne die Rücksprache der anderen Staaten des Amudarja-Beckens.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist es wichtig, auf interne Probleme wie Wasserverschmutzung, schlechten Zugang zu sauberem Trinkwasser, hohen Verbrauch von Bewässerungswasser für landwirtschaftliche Nutzflächen, schlechte Wasserwirtschaftsorganisationen und die hohen Kosten der Wasserversorgung aufmerksam zu machen. Etwa 90 Prozent des Wassers werden in der Landwirtschaft verwendet. Diese Wasserknappheit erfordert neue, effiziente und wassersparende Anbaumethoden wie zum Beispiel Tropfbewässerungssysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/">Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schmelzende Gletscher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schmelzende Gletscher verursachen immer häufiger Schlammlawinen und andere Naturkatastrophen. Deren wirtschaftlicher Schaden kann nach Angaben der Weltbank zwischen 0,4 und 1,3 Prozent des jährlichen BIPs der Länder der Region liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan, das die höchste Anzahl an Gletschern in der Region aufweist, ist in der Tat der Wasserspender der Region. Die „Schneekrone&#8220; der Republik erstreckt sich über 8.500 Quadratkilometer und speist die Flusssysteme <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan">Serafschan</a>, von denen Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan weitgehend abhängig sind. Jedoch schrumpfen diese von Jahr zu Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kirgistans Gletscher, welche eine Fläche von mehr als 6.500 Quadratkilometern aufweisen, schrumpfen jedes Jahr um etwa ein Prozent. Die starke Schmelze sowie die hohe Wasserentnahme für den landwirtschaftlichen Bedarf lassen ebenfalls den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykk%C3%B6l">Yssykköl</a>-See schrumpfen. Die Uferlinien der zentralasiatischen Perle, wie der See auch genannt wird, sind in einigen Gebieten bereits um bis zu zehn Meter zurückgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten gehen davon aus, dass das Abschmelzen der tadschikischen und kirgisischen Gletscher in absehbarer Zeit zu einem starken Anstieg des Abflusses in die Flüsse führen wird. In Zukunft bedeutet dies jedoch eine ernsthafte Wasserknappheit. Davon wird nicht nur die Landwirtschaft betroffen sein, sondern auch die Energiegewinnung durch Wasserkraft, die von den Flüssen abhängt. Das Wasserkraftpotenzial Tadschikistans beispielsweise entspricht fast 80 Prozent seines derzeitigen Stromverbrauchs. Glaziologen schätzen, dass bis 2080 die Fläche und das Volumen der Gletscher so stark geschrumpft sein werden, dass die Flüsse nicht mehr in der Lage sein werden, den Bedarf an Wasserkraft zu decken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/">Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bodenverschlechterung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das trockene Klima in Zentralasien trägt zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bodendegradation">Bodendegradation</a> und Wüstenbildung bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigsten Faktoren für die Bodendegradation sind das Bevölkerungswachstum in den Deltas der wichtigsten Flusseinzugsgebiete und der Klimawandel. Nach Angaben internationaler Organisationen sind heute mehr als 90 Millionen Hektar Land in Zentralasien degradiert, die meisten davon in Kasachstan (80 Millionen Hektar oder 36 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche) und Tadschikistan (3,9 Millionen Hektar oder mehr als 70 Prozent). Davon sind mehr als 30 Millionen Hektar von Wassererosion betroffen. In Usbekistan sind bis zu 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von <a href="https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/wassererosion/17983">Wassererosion</a> betroffen. Trockenes Klima und Dürren verschärfen auch den Prozess der Bodenversalzung. Heute beträgt die Gesamtfläche der bewässerten Flächen in der Region acht Millionen Hektar, von denen mehr als 60 Prozent in gewissem Umfang versalzen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausmaß der Versalzung ist in den zentralasiatischen Ländern unterschiedlich, und die Versalzung betrifft nicht nur Ackerland, sondern auch Weiden und Felder.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/vereinte-nationen-kuendigen-duerre-fuer-zentralasien-an/">Vereinte Nationen kündigen Dürre für Zentralasien an</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Klimaerwärmung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Länder sind im Sommer mit einem anormalen Temperaturanstieg konfrontiert. In einigen Regionen Tadschikistans und Turkmenistans steigt die Temperatur bis zu 48 Grad Celsius, in Usbekistan bis zu 45 Grad. Vorhersagen zufolge werden die Temperaturen in Zentralasien bis 2050 um weitere 1-3 Grad Celsius steigen. Mit der Erwärmung wird die Verdunstung von der Wasseroberfläche der Ozeane, Meere, Seen und Stauseen unweigerlich zunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten der Risiken von Naturkatastrophen, denen die zentralasiatischen Länder ausgesetzt sind, stehen in direktem Zusammenhang mit der Klimaerwärmung. Nach Angaben der Weltbank hat es allein in den letzten 30 Jahren etwa 500 Überschwemmungen und Erdbeben gegeben. 25 Millionen Menschen waren davon betroffen und es entspricht einem wirtschaftlichen Schaden von 80 Milliarden Dollar (ca. 75 Milliarden Euro). Dürreperioden erwiesen sich als die bedeutendste Naturkatastrophe. Schätzungen zufolge sind 90 Prozent der wirtschaftlichen Schäden, die durch alle Naturkatastrophen im Laufe der Jahre verursacht wurden, auf Dürren zurückzuführen. Experten schätzen den wirtschaftlichen Schaden, der der tadschikischen Wirtschaft durch Dürren entsteht, auf 5,4 Millionen Dollar (ca. 5 Millionen Euro) und durch Erdbeben auf 3,3 Millionen Dollar (ca. 3,1 Millionen Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Nachhaltigkeit des Agrarsektors zu gewährleisten und die Bedrohung durch schwere Dürrefolgen zu verringern, müssen die Länder der Region aktiv Agrartechnologien einsetzen, die die Wassernutzungseffizienz verbessern, die Bodenfeuchtigkeit erhalten und Ökosysteme schützen. Des Weiteren braucht es eine Umstellung auf den Anbau von an Trockenheit und Salzgehalt angepassten Pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/immer-staerkere-temperaturschwankungen-durch-den-klimawandel-in-zentralasien/">Immer stärkere Temperaturschwankungen durch den Klimawandel in Zentralasien</a></strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Sara Derbishova</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Was läuft falsch mit der Ökologie in Kasachstan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[masamedia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Aug 2023 19:02:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Balchaschsee]]></category>
		<category><![CDATA[Balqash]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan ist ein Land mit einem riesigen Gebiet. Seine Fl&#xE4;che ist mit der Westeuropas vergleichbar. Die Landschaft ist sehr divers: Es gibt W&#xFC;sten, Steppen, Berge und W&#xE4;lder. Trotz der unvergleichlichen Sch&#xF6;nheit der kasachstanischen Landschaften gibt es im Land verschiedene Umweltprobleme, die sich nicht nur negativ auf die &#xD6;kologie, sondern auch negativ auf die Menschen auswirken. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan ist ein Land mit einem riesigen Gebiet. Seine Fläche ist mit der Westeuropas vergleichbar. Die Landschaft ist sehr divers: Es gibt Wüsten, Steppen, Berge und Wälder. Trotz der unvergleichlichen Schönheit der kasachstanischen Landschaften gibt es im Land verschiedene Umweltprobleme, die sich nicht nur negativ auf die Ökologie, sondern auch negativ auf die Menschen auswirken.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Austrocknung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> bis hin zu den Gebieten, die <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ich-wuerde-luegen-wenn-ich-sagen-wuerde-dass-ich-mir-eine-atomwaffenfreie-welt-vorstellen-kann-ein-interview-mit-togjan-qasenova/">durch Atomtests verseucht</a> sind, haben viele von Kasachstans Umweltproblemen ihren <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/1860/1/012020">Anfang</a> in der Zeit genommen, als das heutige Staatsgebiet noch Teil der Sowjetunion war. Viele der damals angestoßenen Umweltkatastrophen wurden vor der Bevölkerung geheim gehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land sieht sich aber auch mit neuen Umweltproblemen konfrontiert. Dazu gehört die Verschmutzung des Kaspischen Meeres oder die zunehmende Verlandung des <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kann-sich-das-schicksal-des-aralsees-am-balqash-wiederholen/">Balqash-Sees</a>. Diese und ähnliche Probleme müssen dringend gelöst werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ausmaß der Luftverschmutzung in kasachstanischen Städten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß dem Schweizer Programm &#8222;Air Visual&#8220; belegt Kasachstan <a href="https://www.iqair.com/world-most-polluted-countries">Platz 40</a> der Länder mit der schmutzigsten Luft weltweit. Die durchschnittliche Konzentration von festen Mikropartikeln in der Luft ist fast fünf Mal so hoch wie der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Standard.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation spiegelt sich beispielhaft in der kasachstanischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qaraģandy</a> wider. Im Jahr 2022 war sie mit einem Air Quality Index (AQI – Luftqualitätsindex) von 163 die am stärksten verschmutzte Stadt des Landes. Als sauber wird Luft verstanden, die einen AQI zwischen null und 50 hat. Ein AQI von 163 bedeutet, dass die Auswirkungen der Luftverschmutzung für die Menschen spürbar sind. Es gibt aber auch Gegenbeispiele. So war die Luft in <a href="https://www.iqair.com/ru/kazakhstan">Shu</a>, eine Stadt im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Gebiet Jambyl</a>, mit einem AQI von 6 am saubersten in ganz Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Feinstaub ist ein weiteres Problem. Partikel, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, können die biologischen Barrieren des menschlichen Körpers passieren. Sie schädigen sowohl die Lungen als auch das Herz-Kreislauf-System. Gemäss <a href="https://elorda.info/ru/sotsium/18422-1654002356">Angaben</a> der WHO verursacht von solchen Partikeln verschmutzte Luft weltweit jedes Jahr 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle. Davon entfallen ungefähr 10.000 auf Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/"><strong>Die Luft, die Kasachstan atmet</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2021 wurden in Kasachstan jedoch Verbesserungen in der Luftqualität verzeichnet. Die Luft in verschiedenen kasachstanischen Städten wurde nicht mehr als &#8222;sehr schlecht&#8220;, sondern nur noch als &#8222;schlecht&#8220; bewertet. Außerdem ist die Luftqualität in Kasachstan im Vergleich zu Armenien, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan besser. In Turkmenistan ist sie ähnlich hoch wie in Kasachstan, wohingegen die Luftqualität in Russland doppelt so gut ist wie in Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem bleibt die <a href="https://www.energyprom.kz/ru/a/monitoring/ekologiya-bolshih-gorodov-gody-idut-luchshe-ne-stanovitsya">Luftverschmutzung</a>, insbesondere in Kasachstans Städten, ein großes Problem. So wiesen 2021 etwa 30 Städte, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtaý</a> hohe oder sehr hohe Schadstoffwerte auf. Beobachtende kommen zum Schluss, dass sich die Luftqualität in den letzten fünf Jahren in vielen Städten nicht wesentlich verändert habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lösungsansätze im Kampf gegen die Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zentrale Verursacher von Luftverschmutzung und insbesondere von Feinstaub, sind in den großen Ballungszentren unter anderem die Wärmekraftwerke. Der Ausschuss für die Regulierung und Kontrolle der Umwelt, der direkt dem kasachstanischen Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen unterstellt ist, weist außerdem darauf hin, dass private Häuser mit Ofenheizung maßgeblich zu den hohen Schadstoffwerten in der Luft beitragen würden. Verschiedene Expert:innen betonen, dass die Umstellung auf Gasheizungen zur Verbesserung der Situation beitragen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2020 erklärte Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>, dass das Land bis 2060 die &#8222;<a href="https://www.undp.org/ru/kazakhstan/stories/на-пути-к-чистому-воздуху-борьба-с-загрязнением-воздушного-бассейна-для-здоровья-людей-и-планеты">CO2-Neutralität</a>&#8220; erreichen will. Das kasachstanische Umweltgesetz verpflichtet Industrieunternehmen seither, Technologien einzusetzen, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Die Gesetzgebung sieht außerdem vor, dass diejenigen Unternehmen die für die Luftverschmutzung verantwortlich sind, den betroffenen Haushalten vor Ort eine Entschädigung zahlen müssen. Diese Zahlungen sollten zur Verbesserung der Umweltsituation genutzt werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die neue Umweltgesetzgebung ist jedoch nicht frei von Schlupflöchern. Die kasachstanische Liste mit den besten verfügbaren Techniken (BVT-Liste) entspricht beispielsweise nicht vollständig der europäischen BVT-Liste. Die kasachstanische Liste sei <em>&#8222;lokalen Bedingungen&#8220;</em> angepasst. Es sei denkbar, dass große Unternehmen diese aufgeweichten Bedingungen für sich nutzen würden und Kasachstan für <em>&#8222;viele weitere Jahre schmutzige Luft atmen&#8220;</em> müsse, sagt <a href="https://elorda.info/ru/sotsium/18422-1654002356">Aıymgul Kerimraı</a>, leitende Forscherin der staatlichen Universität Kasachstans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Austrocknung des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/1860/1/012020">Forschende</a> unterschiedlicher kasachstanischer Universitäten gehen davon aus, dass das anhaltende Schrumpfen des Aralsees und die Versteppung der angrenzenden Gebiete zum vollständigen Verschwinden des Gewässers führen könnten. Zentraler Grund dafür ist die übermässige Wasserentnahme aus Flüssen, die den Aralsee speisen. Dieses Wasser endet für landwirtschaftliche Zwecke auf umliegenden Feldern. Die Wassermenge des Aralsees hat sich so seit 1980 bereits um das 15-fache verringert. Als Folge davon teilte sich der Aralsee bereits im Jahr 1989 in zwei eigenständige Wasserkörper – den kleinen, nördlichen Aralsee und den grossen, südlichen Aralsee. Diese Teilung dauert bis heute an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasseroberfläche des Aralsees ist infolgedessen um mehr als einen Drittel geschrumpft. An einigen Stellen ist der Wasserstand um 90 Meter zurückgegangen und das Wasservolumen hat sich insgesamt um 60 Prozent verringert. Das wiederum hat zu einem 2,5-fachen Anstieg des Salzgehalts im Aralsee geführt und in der Folge zum Aussterben verschiedener dort ansässiger Tierarten. Eine weitere Folge der Austrocknung ist die enorme Staubentwicklung, die heute vom Gebiet des Aralsees ausgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verschlechterung dieses ökologischen Systems hat zu einer Verschärfung des bereits stark kontinental geprägten Klimas in der Region geführt. Das von den Folgen der Austrocknung des Aralsees betroffene Gebiet erstreckt sich über 180 Millionen Hektar. Das ist mehr als 66 Prozent der Fläche Kasachstans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausbreitung von Staub und Salz wirkt sich aber nicht nur negativ auf die Umwelt, sondern auch auf die Gesundheit der in der Aralsee-Region lebenden Menschen aus. Die Zahl der Augen- und Atemwegserkrankungen ist gestiegen. Auch andere Krankheiten wie Anämie, Diabetes oder Krebserkrankungen haben in den betroffenen Gebieten zugenommen. Nierensteinerkrankungen sind in Folge der mangelnden Qualität des Trinkwassers in der Region keine Seltenheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kann der Aralsee gerettet werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstanische Wissenschaftler:innen sind zum Schluss gekommen, dass der Aralsee zwar nicht vollständig gerettet, aber zumindest vor weiterer Austrocknung bewahrt werden könnte. Dazu müsste die für die Bewässerung von Feldern abgezweigte Wassermenge deutlich reduziert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die weitere Austrocknung des Aralsees zu verhindern, führt Kasachstan zusammen mit den Vereinigten Staaten und Frankreich Programme zur Verbesserung der Situation rund um den Aralsee durch. Zu den Massnahmen gehört etwa die Regulierung und Kontrolle der Zuflüsse, sowie der Bau von Dämmen und Wasserkraftwerken. Um die Situation der ansässigen Bevölkerung zu verbessern, wurden Wasserleitungen wiederaufgebaut und instandgesetzt, Pump- und Stromaggregate ersetzt, Entsalzungsanlagen aufgestellt und eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 2008 war der <a href="https://www.inform.kz/ru/aral-skoe-more-ekologicheskaya-katastrofa-i-puti-ee-resheniya_a4047614">Salzgehalt</a> des Kleinen Aralsees von 23 ppm (parts per million – Teile pro Million) auf 17 ppm gesunken. Im Jahr 2023 verzeichneten Beobachtende gar einen Wert von weniger als 10 ppm. Die Fläche des Aralsees wuchs auf 3100 Quadratmeter und die Wasserreserven stiegen um das 2,5-fache, das heisst auf 27 Kubikkilometer. Außerdem haben sich die Populationen der Fischarten erhöht und die Fischerei hat sich erholt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Radioaktive Abfälle</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von 1949 bis 1989 wurden auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffentestgel%C3%A4nde_Semipalatinsk">Atomwaffentestgelände Semipalatinsk</a> mindestens 456 <a href="https://tengrinews.kz/mixnews/kak-seychas-jivut-lyudi-vozle-semipalatinskogo-poligona-446142/">Atomtests</a> durchgeführt. Die Gesamtleistung der Tests übersteigt die Leistung der Atombombe, die 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde um das 2500-fache. In den Gebieten, die an das Testgelände angrenzen, gibt es ungefähr 85 Siedlungen mit fast 72.000 Einwohner:innen. Das gesamte Atomwaffentestgelände, das mehr als 18.000 Quadratkilometer umfasst, ist inzwischen als ökologisches <a href="https://bizmedia.kz/2022/06/24/kakie-ekologicheskie-problemy-kazahstana/">Katastrophengebiet</a> anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1991 wurde das Testgelände Semipalatinsk durch einen Erlass des kasachstanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> geschlossen. Diese Entscheidung wurde nicht zuletzt von der Anti-Atomkraft-Bewegung &#8222;Nevada-Semipalatinsk&#8220; beeinflusst. Zwischen 1996 und 2012 verwandelten die Behörden Kasachstans, Russlands und der Vereinigten Staaten das Testgelände schließlich in eine <a href="https://www.washingtonpost.com/opinions/safeguarding-nuclear-materials-is-a-job-that-remains-unfinished/2013/08/20/55ead548-099a-11e3-b87c-476db8ac34cd_story.html">Deponie</a> für radioaktive Substanzen. Hunderte Kilogramm Plutonium, die lange auf dem Testgelände herumlagen, wurden vergraben. Damit sollte verhindert werden, dass das Plutonium in die Hände von Terroristen gerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ich-wuerde-luegen-wenn-ich-sagen-wuerde-dass-ich-mir-eine-atomwaffenfreie-welt-vorstellen-kann-ein-interview-mit-togjan-qasenova/"><strong>„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir eine atomwaffenfreie Welt vorstellen kann“ – ein Interview mit Togjan Qasenova</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der gesamten Zeit wurden jedoch riesige Mengen radioaktiver Stoffe in Atmosphäre, Wasser und Boden freigesetzt, die die Umwelt in der Region bis heute stark beeinträchtigen. Die Atomtests führten nicht nur zur Schädigung von Flora und Fauna, sondern auch zu vielen gesundheitlichen Problemen bei der ansässigen Bevölkerung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesundheitliche Risiken und Folgen für die Bevölkerung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">2022 wurde eine umfassende Umweltstudie über das gesamte Deponiegebiet abgeschlossen. Gemäß Energieminister Nurlan Noģaev sollte diese Untersuchung den radioökologischen Zustand des gesamten Testgeländes untersuchen. Die Behörden haben im Anschluss damit begonnen die Folgen der Atomtests zu beseitigen und die am stärksten kontaminierten Gebiete zu sanieren. Außerdem ist der Bau eines speziellen Lagers für radioaktive Abfälle geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ansicht von Umweltschützer:innen ist es jedoch unmöglich und unzweckmäßig, das Testgelände vollständig zu sanieren. Sie wollen lieber den Zugang zu besonders kontaminierten Gebieten beschränken. Trotz verschiedener Bemühungen hat das Parlament den Gesetzesentwurf &#8222;Über die nukleare Sicherheitszone Semipalatinsk&#8220; bisher <a href="https://liter.kz/stekliannye-kosti-slepota-i-rak-kak-zhivut-kazakhstantsy-postradavshie-ot-iadernykh-ispytanii-1661747672/">nicht verabschiedet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zusammenhang mit dem Testgelände Semipalatinsk soll außerdem erwähnt sein, dass Russland bis heute mehrere <a href="https://masa.media/ru/site/chto-rossiya-arenduet-v-kazakhstane">Testgelände</a> zu verschiedenen Zwecken in Kasachstan pachtet. Diese Testgelände haben nicht selten negative Auswirkungen auf die Ökologie Kasachstans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verschmutzung des Kaspischen Meeres</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan teilt sich das Kaspische Meer mit Russland, Turkmenistan, Aserbaidschan und Iran. Die Fläche des Kaspischen Meeres beträgt fast 400.000 Quadratkilometer und ist somit größer als die Fläche Japans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die anthropogenen (menschengemachten) Aktivitäten rund um das Kaspische Meer die Gefahr einer Verschlechterung des Wasserkörpers &#8211; bis hin zur vollständigen Zerstörung des Biosystems &#8211; erhöht. Seit 1990 haben die <a href="https://cyberleninka.ru/article/n/aktualnye-ekologicheskie-problemy-vodnyh-ekosistem-kazahstana">Anrainerstaaten</a> des Kaspischen Meeres 4,5 Tonnen schädliche Biogene, 28 Tonnen Schwimmkörper, 27 Tonnen Sulfat und etwa 3 Tonnen Chloride ins Meer eingeleitet. Der Anteil Kasachstans an dieser Verschmutzung beträgt 21 Prozent der Gesamtmenge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-kaspische-meer-im-ausnahmezustand/"><strong>Das Kaspische Meer im Ausnahmezustand</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Der Großteil aller Schadstoffe im Gewässer befindet sich im Norden des Kaspischen Meeres. Von kasachstanischer Seite gelangen diese Stoffe durch den Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Ural </a>ins Wasser. Die Konzentration von Schwermetallionen übersteigt den zulässigen Wert um das vier bis 12-fache. Das Land leitet auch chemische Düngemittel ins Kaspische Meer und fördert dort Öl. Beides stellt eine bedeutende Verschmutzungsquelle dar. Die Ökologie des Kaspischen Meeres wird nicht zuletzt durch die Schifffahrt beeinträchtigt. Kraftstofflecks führen zur Verschmutzung durch Öl- und synthetikhaltigem Waschwasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen der Verschmutzung des Kaspischen Meeres verursachen bereits jetzt enorme ökologische und wirtschaftliche Verluste. Verschiedene Wissenschaftler:innen sprechen sich dafür aus, dass die <a href="https://cyberleninka.ru/article/n/aktualnye-ekologicheskie-problemy-vodnyh-ekosistem-kazahstana">Maßnahmen</a> zur Rettung des Kaspischen Meeres von den Anrainerstaaten gemeinsam ausgearbeitet werden müssen. Es braucht Systeme für die Beseitigung von Ölverschmutzung, Abfälle aus Raffinerien müssten gereinigt und ordnungsgemäß gelagert, die Wilderei bekämpft und Umweltschutzzonen eingerichtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan sollte ausserdem mit Kirgistan und Usbekistan zusammenarbeiten, damit das Kaspische Meer nicht durch grenzüberschreitende Flüsse verschmutzt wird. Ein Mangel an Partnerschaft hingegen, wird die Situation unweigerlich verschlechtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Präsident hat das Gesetz zum Schutz des kaspischen Meeres erst 2021 <a href="https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/12819393">ratifiziert</a>, obwohl das zugrundeliegende Protokoll bereits im Jahr 2012 unterzeichnet wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Katastrophe am Balqash-See</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Balqash-See liegt im Südosten Kasachstans auf dem Gebiet der Gebiete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Almaty</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Qaraģandy</a>, Jambyl und Jetysý. Dieser abflusslose Wasserkörper nimmt mehr als 18.000 Quadratkilometer ein. Das Einzugsgebiet rund um den Balqash-See beträgt etwa 400.000 Quadratkilometer. Das entspricht der Fläche Großbritanniens, Dänemarks, der Schweiz und Belgiens zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltschützer:innen <a href="https://evolvelium.com/ecology/ekologicheskie-problemy-kazahstana/">berichten</a>, dass dem Balqash-See eine Katastrophe in Form einer starken Verflachung droht. Der Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ili_(Fluss)">Ili</a> fließt durch China und Kasachstan und ist für den Balqash der wichtigste Zufluss. Die Zuflussmenge durch den Ili wird jedoch von Jahr zu Jahr geringer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Bulat Esekin, einem der Entwickler des kasachstanischen Gewässerschutzgesetztes und Koordinator der regionalen Expert:innenplattform für Wasserressourcen und Klimawandel in Zentralasien, fand 2020 in Almaty ein Forum zum Balqash statt, bei dem eine Reihe von Materialien und Berichten zur Rettung des Sees vorgestellt wurden. Gemäß Esekin müsse Kasachstan zur Rettung des Balqash-Sees in erster Linie mit China zusammenarbeiten. Verhandlungen seien bisher nicht effektiv gewesen, <a href="https://rus.azattyq-ruhy.kz/interview/42487-pochemu-balkhash-na-grani-katastrofy">räumt</a> der Experte ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kann-sich-das-schicksal-des-aralsees-am-balqash-wiederholen/"><strong>Kann sich das Schicksal des Aralsees am Balqash wiederholen?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Esekin weist darauf hin, dass die Aufrechterhaltung des derzeitigen Zustands des Balqash-Sees einen Mindestdurchfluss aus China von zwölf Kubikkilometern Wasser pro Jahr erfordere. Der Durchfluss wurde jedoch auf 8 Kubikkilometer reduziert. Wissenschaftler:innen aus Oxford stimmen mit Esekins Einschätzung überein. Zur Rettung des Sees müsste China die Wassermenge, die es für die Landwirtschaft aus den Zuflüssen des Balqash abzweigt, drastisch <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/13/5/615">reduzieren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit bemühen sich die kasachstanischen Behörden, den Wasserstand des Sees bei 341 Metern zu halten. Sie führen aber keine begleitenden Massnahmen durch, beklagt Esekin. Die Gebiete würden das Wasser des Sees zudem weiterhin nutzen, ohne sich um die erklärten Schutzziele zu kümmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Balqash zu retten, müsste laut Esekin das kasachstanische Wassermanagementsystem angepasst werden und Umweltziele müssten Vorrang vor behördlichen Programmen haben. Der Experte sagt voraus, dass das Fehlen einer Lösung bald zur Trennung des Sees in zwei Teile und langfristig zu seinem Verschwinden führen wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mansur Habarov für Masa Media</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>aus dem </strong><a href="https://masa.media/ru/site/chto-ne-tak-s-ekologiey-kazakhstana"><strong>Russischen</strong></a><strong> (gekürzt) von Elena Boss</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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