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	<title>Amudarja Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Amudarja Archives</title>
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		<title>Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 09:32:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das &#x201E;Kleine Meer&#x201C; nach Jahrzehnten des R&#xFC;ckgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die R&#xFC;ckkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen. Im September 2025 freut sich Nurjan Nurjigitov, kasachstanischer [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das „Kleine Meer“ nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die Rückkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2025 freut sich <a>Nurjan Nurjigitov</a>, kasachstanischer Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, in der kasachstanischen Zeitung <a href="https://astanatimes.com/2025/09/northern-aral-sea-water-volume-growth-exceeds-targets/">Astana Times</a>: Der Kleine Aralsee hat 24 Milliarden Kubikmeter oder 42 Meter Höhe überschritten, vier Jahre früher als geplant. Das ist seit dem Rückgang des Aralsees beispiellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Austrocknung begann in den 1960er Jahren, als die Sowjetunion massiv Wasser aus den beiden Zuflüssen – dem Syrdarja im Norden und dem Amudarja im Süden – umleitete, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. Das Meer schrumpfte mit herausragender Geschwindigkeit, bis Moskau 1990 einräumte, einen „ökologischen Unfall” begangen zu haben. Ein Jahr zuvor hatte sich der Aralsee in zwei Teile geteilt: einen größeren südlichen Teil, der heute fast verschwunden ist, und ein nördliches Becken, das Kasachstan zu retten versucht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43625" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Straße von Aralsk in die Wüste Aralkum führt am Kleinen Meer entlang.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das kleine Aralmeer lebt wieder auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung der Weltbank baute Kasachstan 2006 den Kokaral-Damm. Dieser zwölf Kilometer lange Damm aus Erde und Beton verschließt die Berg-Meerenge und verhindert, dass das Wasser des Syrdarja in den ausgetrockneten Süden abfließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der ersten Phase der Wiederherstellung des Sees im Jahr 2008 hat sich sein Volumen um 42 Prozent erhöht, wie der Minister für Wasserressourcen und Bewässerung im Januar gegenüber der kasachstanischen Medienagentur Tengri News <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/obyem-vodyi-uvelichilsya-v-aralskom-more-559501/">erklärte.</a> Der Salzgehalt hat sich halbiert und der See ist wieder bewohnbar für Fische geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43626" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Aralsk sind wieder Fische auf den Marktständen zu finden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um <a href="https://daz.asia/blog/hoffnung-in-aralsk/">Aralsk,</a> einer ehemaligen Küstenstadt am Kleinen Meer – wie das kasachstanische Becken genannt wird – herum, wird wieder gefischt und die Verarbeitungsbetriebe nehmen ihren Betrieb wieder auf. Novastan hat Zauresh Alimbetova, Direktorin des Vereins Aral Oasis und gebürtige Aralskerin, gefragt, wie sich die Region seit dem Bau des Staudamms verändert hat. <em>„Die wirtschaftliche Lage der Einwohner hat sich verbessert, die Fischer kehren zurück“,</em> stellt sie fest. Auf dem Basar der Stadt sind Barsch und Karpfen aus dem Aralsee wieder in den Auslagen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan will es dabei nicht belassen: Das Land hat die „Phase 2” seines Sanierungsprogramms eingeleitet. Im Mai 2025 gab Nurzhan Nurzhigitov laut der Nachrichtenagentur Kazinform <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstan-starts-implementing-2nd-phase-of-north-aral-sea-conservation-project-7c5c48">bekannt, </a>dass die Arbeiten zur Erhöhung des Kokaral-Staudamms in die Endphase eingetreten seien. Nach Fertigstellung soll das Meer eine Höhe von 44 Metern erreichen und das Wasser sich der ehemaligen, ausgetrockneten Küstenstadt nähern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Rest verwandelt sich in eine Wüste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Wiederbelebung erfolgt nur partiell. Laut einer 2025 in Europe-Asia Studies <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">veröffentlichten Studie</a> macht das wiederhergestellte Gebiet kaum 5 Prozent des Meeres aus den 1960er Jahren aus. Der Rest hat sich in Aralkum verwandelt, eine Wüste aus Salz und giftigen Partikeln, die aus der sowjetischen Landwirtschaft und dem Bergbau stammen. Durch den Wind werden diese Partikel über Tausende von Kilometern transportiert und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner:innen der Region, <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">berichtet</a> das usbekische Medienunternehmen Kun.uz. Die Forscher:innen derselben Studie warnen: Mit dem Damm werden die Feuchtgebiete im südlichen Teil weiter austrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst das Kleine Meer bleibt fragil. Wie das kasachstanische Wasserministerium der Agentur Kazinform im Jahr 2024 <a href="https://qazinform.com/news/aral-syrdarya-basin-declined-by-38-ministry-of-water-resources-1af042">bestätigte,</a> nimmt die Durchflussmenge des Syrdarja ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/"><strong>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev, Generaldirektor des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) – einer 1993 von den fünf zentralasiatischen Ländern gegründeten Regierungsorganisation –, trifft sich mit Novastan und zieht eine bittere Bilanz: Auf einem „Vorher-Nachher”-Foto der Ufer des Syrdarja zeigt er die Spuren, die das Wasser vor einigen Jahren hinterlassen hat. Für ihn sind die beiden Schuldigen für die Austrocknung die globale Erwärmung und das Bevölkerungswachstum. <em>„Es gibt fünfzig Millionen Einwohner im Becken, bald werden es siebzig sein”,</em> sagt er leise.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-43627" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-768x513.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rest des Beckens verwandelt sich in eine Wüste</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wachsender Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der demografische Druck hat nämlich zu einer Ausweitung der Anbauflächen und einem Anstieg des Wasserverbrauchs geführt. In der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Kyzylorda</a> werden 90 Prozent des gesamten verfügbaren Wassers für die Reisbewässerung verwendet, wie Forscher:innen im Jahr 2021 <a href="https://sdpz.rs/images/casopis/2021/zib_70_1_82.pdf">berechnet</a> haben. Da die in der Sowjetzeit gebauten Bewässerungskanäle undicht sind, erreicht fast die Hälfte des gepumpten Wassers nie die Felder, erklärte der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Schomart Tokaev</a> in <a href="https://www.akorda.kz/en/president-kassym-jomart-tokayevs-state-of-the-nation-address-181857">einer Rede</a> im Jahr 2022. Das verschwendete Wasser verdunstet oder versickert im Boden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auf regionaler Ebene waren die Spannungen um Wasser noch nie so groß wie heute. Jeder der zentralasiatischen Staaten hat seine eigenen Prioritäten: Kirgistan setzt auf Wasserkraft, während Usbekistan und Turkmenistan Wasser aus dem Amudarja pumpen, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. <em>„Taschkent und Aschgabat müssten ihr Wirtschaftsmodell ändern, aber sie wollen weiterhin Baumwolle anbauen“,</em> sagt Marat Narbaev. Diese widersprüchlichen Zeitpläne erschweren jede koordinierte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Projekt trübt das Bild zusätzlich: Seit 2022 <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-fleuve-amou-daria-exploite-par-lafghanistan-quelles-consequences-pour-les-pays-dasie-centrale/">baut</a> Afghanistan den Kusch-Tepa-Kanal. Dieser 285 Kilometer lange Kanal soll <a href="https://qazinform.com/news/what-afghanistans-qosh-tepa-canal-could-mean-for-central-asia">laut der</a> kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform ab 2028 in Betrieb genommen werden und bis zu 30 Prozent der Wassermenge des Amudarja umleiten. Für das südliche Meer und die Feuchtgebiete Usbekistans bedeutet dies ein fast endgültiges Aus. Für den Norden hat dies einen Dominoeffekt: Mit weniger Wasser in der Region wird der Druck auf den Syrdarja größer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternativen zur Erhöhung des Damms</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Austrocknung des Aralsees zu verlangsamen, suchen Kasachstan und Usbekistan nach Lösungen. Die erste wäre, einen Teil des Flusses Essil, der von der kasachstanischen Steppe nach Russland fließt, umzuleiten, um den Aralsee indirekt über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai-Plateau">das Turgai-Tal</a> im Nordwesten des Landes wieder zu speisen. Das Projekt, das 2022 und 2024 erneut in mehreren Parlamentsdebatten zur Sprache kam, <a href="https://icaber.kz/index.php/en/about-us-2/">wird von</a> Zhanbolat Nadyrov, dem Gründer des Internationalen Fonds für die Wiederherstellung der Ökosysteme des Kaspischen Meeres und des Aralsees und für den Hochwasserschutz, vorangetrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Initiativen orientieren sich an Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Usbekistan eifert den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihrem Programm zur Wolkenimpfung nach. Die Technik besteht darin, Salz in bestimmte Wolken zu streuen, um den Niederschlag zu erhöhen, wie das usbekische Medienunternehmen Daryo <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/aaadflryd0jn">berichtet.</a> Eine Methode, die kasachstanische Aktivist:innen wie Altay Ainabek, genannt „Rain Man“, inspiriert, der verspricht, mit diesen Techniken „den Aralsee zurückzubringen“. Im Jahr 2024 behauptet der Aktivist, diese Technologie eingesetzt zu haben und für einen Anstieg der Niederschläge in diesem Jahr verantwortlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Behauptung, die von den Klimatolog:innen der nationalen Wetterbehörde Kazhydromet mit einer Handbewegung abgetan wird. <a href="https://centralasiaclimateportal.org/did-rain-man-raise-the-water-level-in-the-aral-sea-kazhydromet-conclusion/">Das Umweltinstitut</a> CAREC zitiert sie und erinnert daran, dass die Region zu trocken ist und dass die Aussaat die natürlichen Niederschläge nur um „maximal 10 bis 15 %“ erhöhen könnte. Ein zu geringer Anstieg, um in das Projekt zu investieren, urteilt die Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Aralsk hofft Ainur Rysbaeva, Direktorin des Umweltverbands Aral Tenizi, dass das Land seine Meinung ändern wird: „<em>Es ist eine sehr wirksame Methode, die in den Emiraten Früchte getragen hat“, e</em>rklärt sie gegenüber Novastan. Sie setzt sich dafür ein, dass die vom IFAS erhaltenen Mittel für andere Projekte als die derzeit im Portfolio dominierenden verwendet werden: <em>„Seit fünf Jahren sind die vom IFAS finanzierten Umweltprojekte nicht optimal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Aufforstungsprojekte am ausgetrockneten Meeresbett sorgen für Enttäuschung. Durch die Anpflanzung von Saxaul, einem Wüstenbaum, der extremen klimatischen Bedingungen standhalten soll, hoffen die kasachstanischen und usbekischen Behörden, die Bodenerosion zu bremsen, den Salzgehalt zu reduzieren und Vegetation anzulocken. <em>„Kasachstan wird bis 2027 mehr als eine Million Hektar damit bepflanzen“,</em> sagt Marat Narbaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind jedoch gemischt: Die jungen Pflanzen sind in den salzhaltigsten Gebieten wenig widerstandsfähig und nur auf wenigen Parzellen übersteigt die Überlebensrate der gepflanzten Bäume 50 Prozent, wie eine 2021 <a href="https://water-ca.org/article/state-of-saxaul-plantations#:~:text=The%20findings%20of%202020%20revealed,ha%20in%20the%20Aralkum%20village">veröffentlichte Studie</a> berichtet. <em>„Diese Projekte können eine Reform der Wassernutzung nicht ersetzen“,</em> warnt Aynur Rysbaeva. Auch wenn der Aralsee in Teilen zurückkehrt, bleibt seine Zukunft ungewiss und hängt von den Entscheidungen der Menschen ab.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Manon Madec für Novastan aus Aralsk und Aralkum (Kasachstan)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Margaret Bullich</strong></p>



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		<title>Festungen von Choresm : Ayaz Qala</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2024 06:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die historische Landschaft Choresm im unteren Tal des Amudarja war im Altertum als &#x201E;Oase der f&#xFC;nfzig Festungen&#x201C; bekannt. Von diesen Festungen, die &#xFC;ber einen sehr langen Zeitraum errichtet wurden, ist die von Ayaz-Qala vielleicht die bekannteste. An diesem Ort gibt es drei Festungen.Ayaz-Qala 1 wurde zwischen dem 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut und [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die historische Landschaft <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Choresm</a></strong> im unteren Tal des <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a></strong> war im Altertum als „Oase der fünfzig Festungen“ bekannt. Von diesen Festungen, die über einen sehr langen Zeitraum errichtet wurden, ist die von<strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ayaz_Kale"> Ayaz-Qala </a></strong>vielleicht die bekannteste. An diesem Ort gibt es drei Festungen.<br>Ayaz-Qala 1 wurde zwischen dem 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut und liegt auf einem Hügel, der Ayaz-Qala 2 überragt, die aus dem 6. bis 8.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Isabelle Vincent</strong> (Frankreich)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 17:54:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Experten sagen voraus, dass die L&#xE4;nder Zentralasiens in den n&#xE4;chsten Jahren aufgrund ung&#xFC;nstiger klimatischer Bedingungen mit einer ernsthaften Wasserknappheit konfrontiert sein werden. Wie gehen sie mit dieser Problematik um? Der R&#xFC;ckgang der Wasserressourcen bedroht nicht nur die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit, sondern auch die Wasserkraft, sodass sich der Umfang der Stromerzeugung verringert. Nach Angaben der [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Experten sagen voraus, dass die Länder Zentralasiens in den nächsten Jahren aufgrund ungünstiger klimatischer Bedingungen mit einer ernsthaften Wasserknappheit konfrontiert sein werden. Wie gehen sie mit dieser Problematik um?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückgang der Wasserressourcen bedroht nicht nur die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit, sondern auch die Wasserkraft, sodass sich der Umfang der Stromerzeugung verringert. <a href="http://www.icwc-aral.uz/reports_amudarya_ru.htm">Nach Angaben</a> der Interstate Coordination Water Commission of Central Asia (ICWC) <a href="http://www.icwc-aral.uz/reports_amudarya_ru.htm">belief sich</a> die Durchflussmenge des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> in der dritten Märzdekade auf 1,56 Milliarden Kubikmeter und damit auf 154 Millionen Kubikmeter weniger als prognostiziert. Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> (Fluss in Tadschikistan, Anm. d. Ü.) betrug sie Anfang April nur 295 Kubikmeter pro Sekunde. Das sind 151 Kubikmeter pro Sekunde weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2023.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der zweiten großen Wasserader der Region, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, herrscht Wassermangel. Dies hat die Staatsführungen in den Ländern der Region alarmiert und mittlerweile haben fast alle zentralasiatischen Länder damit begonnen, konkrete Maßnahmen zur Schonung der Wasserressourcen zu ergreifen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Der Wassermangel führt zur Energiekrise</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> forderte am 11. April auf einem Treffen mit Behördenleitern und Aktivisten in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> (im Norden des Landes, Anm. d. Ü.) dazu auf, zu jeder Jahreszeit Wasser und Strom zu sparen, auch in den Sommermonaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Staatsoberhaupt erinnerte daran, dass <em>„aufgrund nicht vorhersagbarer Faktoren, insbesondere des beispiellosen Klimawandels und seiner ungünstigen Folgen wie Dürre und Wassermangel, sowie wegen der steigenden Lebensmittelpreise es immer schwieriger sein wird, die Bevölkerung ausreichend zu versorgen“</em>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seit Mitte des Winters befindet sich Tadschikistan fortlaufend in einer tiefen Energiekrise, die durch die sinkende Wassermenge im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Stausee</a> verursacht wird. Unter diesen Bedingungen hat ein wirksames Wassermanagement sowohl für Tadschikistan als auch für die flussabwärts gelegenen Länder entscheidende Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren hat das Land eine ehrgeizige Reform des Wassersektors in Angriff genommen, welche unter anderem das Programm zur Neustrukturierung der Wasserwirtschaft sowie den Wasserkodex einschließt. Tadschikistan konzentriert sich auf den Erhalt der Gletscher und eine effiziente Wasserbewirtschaftung. In der Landwirtschaft wird der Übergang zu wassersparenden Technologien wie der Tröpfchenbewässerung gefördert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Schwerpunkt auf der Abwasserwiederverwendung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan hat ein Konzept für die Entwicklung eines Systems zum Wasserressourcenmanagement verabschiedet. Derzeit werden 13 Prozent der bewässerten Flächen mit wassersparenden Technologien bewirtschaftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land hat sich das Ziel gesetzt, auf dürreresistente Nutzpflanzen umzustellen sowie die Einführung wasserschonender Technologien auszuweiten. Es werden Maßnahmen ergriffen, um Schmelz- und Regenwasser in Staubecken zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-will-seine-wasserabhaengigkeit-von-anderen-laendern-um-25-prozent-verringern/"><strong>Kasachstan will seine Wasserabhängigkeit von anderen Ländern um 25 Prozent verringern</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Wasserversorgung industrieller Unternehmen wird die Verwendung gereinigter Abwässer angeordnet. Innerhalb von sechs Jahren sollen 50 Prozent des industriellen Wasserverbrauchs in die Wiederverwendung überführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Berechnungen von Experten könnte das der Republik bis zu neun Milliarden Kubikmeter Wasser im Jahr bescheren, die zusätzlich zur Verfügung stünden. Das ist etwas mehr als die Hälfte des Wassers, welches Kasachstan für die Bewässerung der Felder pro Saison verbraucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Notstandsregelung zum Wassersparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> merkte auf einem Treffen an, dass im Land 90 Prozent der vorhandenen Wasserressourcen für die Landwirtschaft verwendet werden. So werden beispielsweise für ein Baumwollfeld von einem Hektar pro Jahr 10.000-11.000 Kubikmeter Wasser verbraucht, in Ländern mit ähnlichem Klima und Boden dagegen zwei bis dreimal so wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wies darauf hin, dass das Jahr 2024 eine Zeit des Übergangs zu einer Notstandsregelung zur Wassereinsparung sein wird. Nach Berechnungen usbekischer Experten gehen in Bewässerungskanälen ohne zusätzliche Schalung im Durchschnitt jährlich 14 Milliarden Kubikmeter oder 36 Prozent des Wassers ohne irgendeinen ökonomischen Nutzen verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/"><strong>Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang wurde im Wassersektor das <em>„schlagkräftige Jahr der Betonierung der Kanäle“</em> ausgerufen. Weitere Aufgaben umfassen die Einführung wassersparender Technologien sowie die Senkung der Ausgaben für die Wasserversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Regierung plant die Modernisierung der Pumpstationen und die Übergabe ihrer Verwaltung in private Hände. Außerdem schlägt Usbekistan die Erarbeitung eines Programms zur Nutzung wiederaufbereiteten Regenwassers für den Fall vor, dass Wasserknappheit im Land herrscht. Es wird geschätzt, dass eine Person durch die Nutzung von Regenwasser durchschnittlich allein 71 Liter Trinkwasser am Tag einsparen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Kambarata geht in den Bewässerungsmodus über</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kirgistan arbeitet angesichts der zunehmenden Verknappung der Wasserressourcen an der Einführung wasserschonender Technologien in der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen. Die Regierung des Landes hat die Betonierung, die Reparatur sowie die Säuberung der Wasseranlagen in die Hand genommen. Viel Arbeit wird auch in den Austausch der Pumpmaschinen gesteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ziel, die Probleme der Engpässe bei der Bewässerung zu lösen, werden 2024 mehrere Staubecken gebaut. Der Bau des Wasserkraftwerks <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">Kambarata HPP-1</a> ermöglicht die Überführung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Reservoirs</a> vom Energie- in den Bewässerungsmodus und damit in den Speicherbetrieb.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Turkmenistan: Vorreiter bei der Einführung neuer Technologien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der sozioökonomischen Strategie Turkmenistans wird der rationellen Nutzung der Wasserressourcen als Faktor für die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes, des Umweltschutzes sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung besondere Bedeutung beigemessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land <a href="https://www.turkmenistan.gov.tm/index.php/ru/post/67209/racionalnoe-vodopolzovanie-prioritet-gosudarstvennoj-politiki-turkmenistana">setzt auf</a> die neuesten Technologien und originelle technische Lösungen und verfolgt einen Kurs zu einer Erhöhung der Effizienz der Wassernutzung sowie zum sparsamen Umgang mit der wertvollsten Ressource unseres Lebens. In Turkmenistan lag der Anteil des sicher gereinigten Abwassers im Jahr 2023 laut Statistik bei mehr als 50 Prozent. Technologien zur optimalen Nutzung der Süßwasserressourcen werden gefördert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Afghanistan: Der Kuschtepa-Kanal – die Hoffnung der Grundbesitzer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter Afghanistans erklärten zu den Bedenken der Nachbarländer hinsichtlich der Amudarja-Gewässer und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kuschtepa-Kanals</a>, dass die Forderungen vertretbar wären, würden vertragliche Verpflichtungen verletzt. Jedoch sei Afghanistan in diesem Falle keinerlei Verpflichtungen eingegangen, es gebe keinen Vertrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher tut Afghanistan, was es für notwendig hält: es setzt den Bau des Kuschtepa-Kanals mit einer Länge von 285 Kilometer fort. Der afghanische Ingenieur und Wasserexperte Nadschibula Sadid ist der Meinung, dass <em>„Afghanistan ein absolutes Recht zur Nutzung des Wassers des Amudarja hat, da den Taliban 27 bis 30 Prozent des Wassers dieses Flusses gehören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/"><strong>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen fordern Presseberichten zufolge die Landbesitzer Afghanistans von den Behörden eine schnellere Schaffung eines Systems zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Kulturen sowie die Lösung der Probleme des Wassermangels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afghanistan, eines der Länder des Amudarja-Beckens, bleibt so weiterhin außerhalb des Wasserzusammenschlusses und denkt bisher nicht an eine Einsparung der Wasservorräte oder die Einführung fortschrittlicher Technologien zu ihrer Erhaltung. Dies ist eine zusätzliche Belastung für den sich verschärfenden Mangel an Wasser zur Bewässerung in dieser Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eurasische Entwicklungsbank (EDB): Fünf Milliarden Kubikmeter Wasser einsparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eurasische Entwicklungsbank (EDB): Fünf Milliarden Kubikmeter Wasser einsparen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von EDB-Experten steigen die Temperaturen in der Region schneller als auf dem Rest der Erde. Die Gletscher sind innerhalb von 50 Jahren um 30 Prozent geschmolzen: <em>„Der größte Teil des Wassers geht in die Bewässerung. Bewässerte Flächen machen 66 Prozent des landwirtschaftlichen BIP Zentralasiens aus.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschärft wird die Situation durch die marode Infrastruktur, deren Durchschnittsalter bei 50 Jahren liegt, sowie durch Verluste in Höhe von 40 Prozent bei der Filtration von Salz aus dem Wasser. Hinzu kommt ein Rückgang der Zuflussmenge des Amudarja aus Afghanistan, wo neue hydrotechnische Projekte gebaut werden. Zur Vermeidung von Defiziten müssten laut EDB jährlich fünf Milliarden Kubikmeter Wasser eingespart werden. So würden sich die Verluste bis 2030 um 30 Prozent verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Lösung der drängenden Probleme schlägt die EDB den Ländern der Region Maßnahmen vor, wie die Einrichtung eines Internationalen Wasser- und Energierates, den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsbanken, die Einführung digitaler Technologien zur Wassermessung und moderner Landplanungs-Technologien per Laser, die Stärkung der Zusammenarbeit mit Afghanistan und die Schaffung eines Produktionsclusters moderner Bewässerungsanlagen anstatt sie zu importieren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sajfuddin Karajew für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20240423/kak-v-usloviyah-nehvatki-vodi-strani-tsentralnoi-azii-ekonomyat-vodnie-resursi"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Dörte Drangmeister</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 06:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Yusup Kamalov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit drei&#xDF;ig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der &#xD6;kologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft H&#xE4;ngegleiter, mit denen er die Flugweise von V&#xF6;geln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur &#xFC;ber sein Aufwachsen in einer Familie, die als &#x201E;Volksfeind&#x201C; galt und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit dreißig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der Ökologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft Hängegleiter, mit denen er die Flugweise von Vögeln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur über sein Aufwachsen in einer Familie, die als „Volksfeind“ galt und sein Engagement zur Rettung des Aralsees.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich wurde noch zur Zeit Stalins geboren und vermute, dass man mich nicht grundlos Yusup nannte, sondern dass dies zu Ehren </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)"><em>Iosif Wissarionowitsch Stalins</em></a><em> geschah. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf: Schulzeit, und danach ein Studium am </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Energetisches_Institut"><em>Moskauer Energetischen Institut</em></a><em>. Nach dem Studienabschluss war ich Energietechniker und wurde zur Arbeit in das Kesselwerk des Wärmekraftwerks in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiatosh"><em>Taxiatosh</em></a><em> entsand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aufgrund des Zustandes des Aralsees regte mein Vater einen Wechsel zur Ökologie an. Er war Archäologe und Historiker und leitete circa 37 Jahre lang das Historische Institut. Nach dem Abgang von Marat Nurmuxamedov</em> (Anm. d. Red.: Karakalpakischer Wissenschaftler, erstes karakalpakisches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik) <em>hat mein Vater quasi die Leitung der Akademie übernommen. Mein Vater hat sich ganz dem Schutz des Aralsees verschrieben und hat versucht, so viele wie möglich zum Studium nach Moskau zu entsenden, seien es Mathematiker:innen, Ökolog:innen oder andere Fachrichtungen. So entstand eine ganze Schar von Anhänger:innen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/"><strong>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach der Eröffnung eines Rechenzentrums in Moskau eröffnete die Karakalpakische Akademie der Wissenschaften 1977 ebenfalls eins. Trotz seiner seltsamen Bezeichnung hat sich das Zentrum einer ganzen Reihe spannender Probleme angenommen, darunter auch der Ökologie. Ich war Praktikant und Doktorand am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau am Laboratorium für mathematische Ökologie. Später wechselte ich in die Abteilung für Wasserprobleme, wo wir mathematische Modelle für das Wassermanagement berechneten. Ich schloss meine Dissertation ab, aber durch verschiedene Interessen habe ich sie nie verteidigt. Mein Vater war darüber natürlich sehr verärgert und besonders seine Kolleg:innen machten sich darüber lustig. Er habe mich zu demokratisch und freiheitlich erzogen, ein anderer Mann wäre auf mich losgegangen.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Wissenschaftler:innen ihre Dissertation verteidigen, folgt danach oft eine wissenschaftliche Karriere – sie bekommen Leitungsaufgaben. Aber mir gefällt mein Zustand, ich fühle mich viel freier. Mein Vorgesetzter sagt immer: „Wozu soll man Direktor:in oder Chef:in sein, wenn man kreativ sein kann?“. Ich begann die Flugweise der Vögel zu beobachten, baute zwei Hängegleiter und sprang damit unzählige Male vom </em>Shylpyk<em>. Mein letzter Sprung war im Januar 2016, um die Mechanismen nachzuempfinden, die nach meiner Vorstellung einen Vogel zum Fliegen bringen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufwachsen in einer Familie von „Volksfeinden“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mein Großvater mütterlicherseits hieß Jali Maxsym</em> (Abdijalil Ismetullaev<em>). Er wurde in einer reichen Familie geboren und unterstütze zunächst die sowjetischen Machthabenden. Später traten er und seine Brüder jedoch gegen die Zwangskollektivierung ein. Dafür wurden seine beiden Brüder vor seinen Augen erschossen und Jali Maxsym wurde nach </em><a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A7%D0%B8%D0%BC%D0%B1%D0%B0%D0%B9_(%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4)#:~:text=Sh%C4%B1mbay,%20Shymbay)%20ist%20eine%20Stadt%20(seit%201926)%20in%20Karakalpakstan%20("><em>Shymbay</em></a><em> verbannt. Freund:innen von Jali Maxysm, die sich ebenfalls gegen die sowjetischen Machthabenden gestellt hatten und nach Turkmenistan emigriert waren, erfuhren von seiner Verhaftung und fuhren nach Shymbay, um ihn zu befreien. Sie erklärten ihn zum letzten gewählten Khan der Karakalpaken. Für einige Zeit kämpfte mein Großvater als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi"><em>Basmatschi</em></a><em> gegen die Kommunisten, doch schließlich wurde er verraten und ausgeliefert. Jali Maxsym wurde zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn erschossen und bis heute ist unbekannt, wo sie begraben wurden. Über meinen Großvater begann man erst nach der Unabhängigkeit offen zu schreiben und inzwischen sind Informationen über die </em><a href="https://www.hrono.ru/sobyt/1900war/1929kaza.php"><em>Aufstände in Shymbay und Taxtakupyr</em></a><em>, bei denen er eine wichtige Rolle spielte, offen zugänglich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Meine Mutter wurde von ihrem Großvater adoptiert und änderte ihren Nachnamen in Esemuratova. Sie wurde Journalistin und erinnerte sich oft daran, wie sie fast jeden Abend für Befragungen zum KGB musste. Dadurch, dass sie als „Tochter eines Volksfeindes“ abgestempelt wurde, wurden meine Mutter und meine Oma direkt nach meiner Geburt aus ihrer Wohnung geworfen. Zudem haben Krankheiten und ein Unfall ihr Leben geprägt. Trotz allem ist sie nach wie vor am Leben und inzwischen 94 Jahre alt. Sie ist eine starke Frau, sowas gibt es heute gar nicht mehr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vereinigung zum Schutz des Aral und Amudarja</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf Initiative des bekannten Schriftstellers Orazbay Abdraxmanov gründete eine Gruppe von Intellektuellen am 6. Dezember 1989 die NGO „Vereinigung zum Schutz des Aral und des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><em>Amudarja</em></a><em>“. Ich trat damals der Organisation durch meinen Vater bei. Anfang der 1990er begannen wir gerade erst mit unseren Aktivitäten und zu unseren Versammlungen kamen um die 300 Personen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir hatten damals Freund:innen in Amerika, die quasi unsere Repräsentanz in den USA herstellten und ausbauten. Deshalb haben wir uns 1991 offiziell als internationale Organisation registriert. Anfang der 1990er lebten wir vergleichsweise frei und waren gut aufgestellt. Einschränkungen waren nicht zu spüren. Dies blieb jedoch nicht lange so. Das Lebensniveau sank und viele emigrierten. 1994 verließ der Vorsitzende der NGO aus persönlichen Gründen seinen Posten und ich übernahm.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In den 2000ern, nach der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution"><em>Revolution in Georgien</em></a><em> und einer instabilen Weltlage, begannen in Usbekistan Repressionen gegen internationale Organisationen. Die Beschuldigungen waren gegenüber allen dieselben: Verspätungen bei der Einreichung von Berichten an das Justizministerium. Aufgrund dieser Beschuldigungen mussten viele NGOs ihre Arbeit aufgeben, aber dank internationaler Unterstützung und unserer Stellung konnten wir unsere Unschuld in allen fünf Anklagepunkten vor Gericht beweisen. Trotzdem verloren wir den Status als internationale Organisation und wurden gewissermaßen zu einer örtlichen NGO „degradiert“. Aber das hindert uns nicht daran, uns weiter mit den Problemen des Aralsees zu befassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir bekommen oft Kritik von oben: wir wurden beschuldigt, Wasserressourcen kommerzialisieren zu wollen und dafür kritisiert, dass wir einen Marketing-Ansatz verfolgen. Sogar unsere Kolleg:innen aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty#:~:text=Almaty%20(kasachisch%20und%20russisch%20%D0%90%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D1%8B,%20bis%201993%20Alma-Ata)%20ist%20mit"><em>Almaty</em></a><em> haben mich für diese Idee verurteilt. Leider ist bei uns nach wie vor die sowjetische Denkweise vorherrschend und der Wirtschaft gelingt nicht der Schritt weg von den Sowjetzeiten. Unsere Bevölkerung ist es gewohnt zu kritisieren und beispielsweise Angst vor den USA oder der NATO zu haben. Das ist nur ein Stereotyp, dass alles Neue schlecht sei und alles Sowjetische gut. Aber die Mehrheit der Menschen kann man nicht davon abbringen und wir sind in der Minderheit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rettung des Aralsees als Ziel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1994 erarbeiteten wir ein Konzept mit neuen Methoden im Umgang mit Wasserressourcen, um nicht nur auf eine Erholung des Aralsees hinzuwirken, sondern auch für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen. Wir schickten unser Vorhaben an Vertreter:innen der fünf zentralasiatischen Länder, die sich zu einem </em><a href="https://ecifas.kz/en/"><em>internationalen Fond zur Rettung</em></a><em> des Aralsees zusammengeschlossen hatten. Eine Antwort erhielten wir lediglich von einem Berater des Präsidenten Kirgistans, allerdings eine ablehnende.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser Konzept sah vor, die Verwaltung des Amudarja Flusses in neutrale Hände zu geben, aber die Regierungen entschieden, dass eine solche Übergabe die Neutralität der Staaten verletzen würde. Die Vereinigung organisierte außerdem Vorträge, veröffentlichte und nahm an Konferenzen teil. Dadurch, dass das Leben schwerer geworden war, gingen jedoch einige und unser Team schrumpfte auf fünf oder sechs Leute. Viele sind inzwischen auch schon gestorben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/fuenf-oekologische-probleme-zentralasiens/"><strong>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute ist der Aralsee praktisch verschwunden. Die Fläche des Aralsees beträgt zusammen mit den kasachstanischen und westlichen Teilen weniger als sieben Prozent der ursprünglichen Wasserfläche. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass der Aralsee noch existiert. Das sind einfach nur einige Pfützen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das westliche Ufer weicht jedes Jahr um 100 Meter zurück. Wenn man vor circa zehn Jahren auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau"><em>Ustjurt-Plateau</em></a><em> stand und in Richtung des Aralsees schaute, dann konnte man das südliche und östliche Ufer von dort nicht sehen. Inzwischen sind beide Ufer erkennbar. Im westlichen Teil ist der See vielleicht noch 15 Meter tief. Früher lag der tiefste Punkt bei mehr als 60 Metern. Im Vergleich etwa zum Baikalsee war der Aralsee schon immer eher flach. Der Baikalsee ist stellenweise mehr als zwei Kilometer tief. Der Aralsee glich einer Pfütze auf heißem Asphalt. Und wenn man dann aus einer Pfütze trinkt, vertrocknet sie innerhalb einer Stunde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Journalist:innen berichten davon, dass der Aralsee sich erhole, aber davon kann keine Rede sein. Ja, der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><em>Fluss Syrdarja</em></a><em> speist von Kasachstan aus nach wie vor den Aralsee mit Wasser, aber er ist nur halb so groß wie der Amudarja-Fluss. Die 100 Kubikkilometer Wasser, die den Aralsee jedes Jahr erreichen, verdunsten und so bleibt kein Wasser übrig, dass den See wieder auffüllt. Inzwischen ist es schon gut, wenn auch nur fünf Kubikkilometer im Aralsee bleiben würden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein „Schiffsfriedhof“ als Denkmal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das, was inzwischen als „Schiffsfriedhof“ bekannt ist, ist eigentlich nur eine Ansammlung unterschiedlicher Schiffe: Boote, Lastkähne und Schlepper, die 2010 aus Anlass des Besuchs des damaligen UN-Generalsekretärs </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ban_Ki-moon#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war"><em>Ban Ki-moon</em></a><em> hergebracht wurden. All diese Boote wurden ausgegraben, hierhergebracht und inszeniert. Viele denken, dass der „Schiffsfriedhof“ früher ein Hafen gewesen sei. Tatsächlich konnte sich dort aber kein Hafen befinden – der See war zu seicht. Der Hafen war bei </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Mo’ynoq</em></a><em>, neben der Fischfabrik. Die Schiffe liefen den Hafen an, indem sie die Halbinsel Mo’ynoq von Osten und Westen her umrundeten, da das Gewässer dort tiefer war. Die Schiffe fuhren nicht in der Nähe des heutigen Aral-Schiffs-Denkmals vorbei.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf eine Rückkehr des Aralsees?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Theoretisch ist eine Rückkehr des Aralsees möglich. Wenn man die Wasserverluste begrenzen kann, könnte ein Teil des Aralsees zurückkehren. Nicht auf das frühere Niveau, aber zumindest um den Boden zu befeuchten und die Seen im Delta wieder zu füllen. Das Delta sollte regeneriert werden, denn dort leben Menschen. Wenn wir Wasser sparen, dann hätten wir solche Möglichkeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir müssen an mehreren Fronten handeln. Die Kolleg:innen aus Kasachstan haben mich dabei unterstützt. Die Wälder müssen aufgeforstet werden, das ist die Hauptsache. Außerdem sollte eine Baumwollsorte genutzt werden, die weniger Wasser verbraucht. Die Akademie und ich könnten alle möglichen benötigten Kontakte herstellen, wir könnten dabei helfen, die Produktion der notwendigen Mittel in die Wege zu leiten. Schauen Sie sich die Arabischen Emirate an, dort ist die </em><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/meerwasserentsalzung-wie-dubai-dem-meer-trinkwasser-abringt-1.3630919"><em>Entsalzung von Meerwasser</em></a><em> eine große Einnahmequelle. Warum schlagen wir nicht diesen Weg ein?</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Großes Problem mit Versickerung von Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Versickerung von Wasser, steigendes Grundwasser und Bodenversalzung sind ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Eine Möglichkeit ist das Ausbetonieren der Flussbetten, was schon in der Sowjetunion ein Thema war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende 2023 gab Präsident Mirziyoyev den Erlass heraus, wonach Kanäle auf 1500 Kilometern Länge ausbetoniert werden sollen, um dem Versickern von Wasser entgegenzuwirken. Das Wasser versickert im Boden noch bevor es die Felder erreicht – aktuell verschwinden 37 Prozent nur durch diese Kanäle. Und von den Kanälen haben wir hier Tausende, auf einer Strecke von Tausenden von Kilometern in ganz Usbekistan. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir verlieren! Dieselbe Situation besteht auch bei denjenigen Wasserreservoirs, die nicht durch Beton oder Schutzfolie umgeben sind. Dadurch verlieren wir jährlich rund 40 Prozent des Wassers. Am meisten geht jedoch durch Verdunstung verloren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie bewässern wir die Felder? Wir verwenden Bewässerungsgräben</em> (Anm. d. Red.: In Zentralasien auch „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aryk">Aryk</a>“ genannt.) <em>und Saatbeete. Wir begießen die Felder einfach mit Wasser. Und dazu werden die Felder noch zwei Mal im Jahr vom Salz gereinigt. So werden mehr als 90 Prozent unseres Wassers zum Bewässern oder Böden reinigen verwendet, bzw. es verdunstet oder versickert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich mal vor, wenn wir es schaffen würden, auch nur die Hälfte dieser Verluste zu verhindern. Was wäre dann? Dann würde der Aralsee sich wieder füllen. Nicht sofort natürlich, aber uns geht es auch nicht nur um den Aralsee, sondern auch darum, das Delta des Amudarja wiederzubeleben, wo alle Wälder und Seen verschwunden sind.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frühere Zuflüsse des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vor etwa 300 Jahren mündete noch ein dritter Fluss in den Aralsee – der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai_(Fluss)"><em>Turgai</em></a><em>. Den Turgai gibt es nach wie vor, er fließt auf dem Territorium des heutigen Kasachstan. Aber vor 200 Jahren kam der Fluss etwa 100 Kilometer vom Aralsee entfernt zum Stillstand. Warum? Weil begonnen wurde, die Wälder entlang des Flusses abzuholzen. Und der Wald und der Fluss, das ist eine Symbiose, sie helfen sich gegenseitig. Je mehr Wälder entlang eines Flusses wachsen, desto mehr Wasser führt der Fluss. Und umgekehrt, je mehr Wasser im Fluss, desto besser wachsen die Wälder. Überschwemmungen halten die Wurzeln der Bäume feucht. Genauso verhielt es sich mit dem Auwald des Amudarja, aber die Wälder wurden abgeholzt und damit nahm die Wassermenge des Flusses natürlich ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit dem Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan"><em>Serafschan</em></a><em> ist es eine ähnliche Situation. In der Provinz Buxoro in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum"><em>Wüste Qizilqum </em></a><em>versickert der Fluss, während er früher einer der großen wasserreichen Zuflüsse des Amudarja war. Und insbesondere in den Bergen und Wüsten brauchen die Menschen den Wald. Aber anstatt die Wälder aufzuforsten, werden 250 Millionen Bäume in den Städten gepflanzt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was muss getan werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man muss den Grund des Aralsees zumindest ein bisschen befeuchten, anstatt Geld für die Anpflanzung von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul"><em>Saxaul</em></a><em>-Sträuchern</em><em> auszugeben. Denn Saxaul wächst leider nur einzeln. Der nächste Busch sollte in 5-10-50-100 Metern Entfernung wachsen (Anm. d. Red.: abhängig von den Umweltfaktoren). Lediglich Saxaul anzupflanzen führt dazu, dass sich der Staub verbreitet. Zwar hält der Saxaul Sand zurück, aber keinen Staub oder Salz. 2018 hielt ich einen Vortrag in einem Hotel. Alle Fenster waren verhängt, die Türen geschlossen, und trotzdem war der Tisch mit Staub und Salz bedeckt, weil der Staub so feinkörnig ist. Und wie sieht es auf dem Ustjurt-Plateau aus? Dort breitet sich das Gras aus, wodurch der Staub nicht vom Wind verweht werden kann.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/usbekistan-kampf-gegen-sandstuerme/"><strong>Usbekistan: Kampf gegen Sandstürme</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn man den Staub vermeiden möchte, dann muss der Grund des Aralsees befeuchtet werden. Asphaltieren des Bodens ist nutzlos. Stattdessen könnten mit ein wenig Feuchtigkeit ohne Aussaat Saxaul und Gräser wachsen. Wenn Sie Surgil passieren, dann sind links davon Felder, auf denen üppige Gebüsche wachsen. Warum? Weil der Sudoche-See vor acht Jahren über die Ufer getreten ist und das Wasser einen Teil des Aralsees bei Surgil überschwemmt hat. Obwohl also in acht Jahren nur einmal die Fläche bewässert wurde, wachsen dort Sträucher und andere Pflanzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es gibt ein ganz einfaches Mittel, die Luftfeuchtigkeit in den Städten zu erhöhen: man muss Laubbäume pflanzen, aber wir haben überall Nadelgehölz. Sie haben eine 10-Mal kleinere Oberfläche als Laubbäume. Auf den Laubbäumen setzt sich der Staub ab, aber auf den Nadelbäumen kann das nicht im selben Umfang geschehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wasserfrage mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">(Anm. d. Red.: Seit 2022 wird im Norden Afghanistans der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Qoʻshtepa kanali</a> gebaut. Das Wasser für ihn soll aus dem Amudarja abgezweigt werden.)<em> Das Beschämendste am Bau des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal"><em>Kanals</em></a><em> ist, dass die Pläne schon vor 50 Jahren bekannt waren. Damals vereinbarten Afghanistan und die Sowjetunion, jährlich 10 Kubikkilometer aus dem Amudarja zu entnehmen. Und jetzt geben alle vor, zum ersten Mal davon zu hören. In den 50 Jahren hätte man sich vorbereiten können, aber alle dachten, dass das Problem sich von selbst lösen würde. Und jetzt müssen spontan Maßnahmen ergriffen werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe eine Ahnung, warum die Situation im Land so ist wie sie ist. Wenn man zum Beispiel in die Verwaltung geht, dann sitzen dort zwei Menschen, die sagen, dass sie nicht einmal Zeit zum Nachdenken hätten. Sie sind ständig beschäftigt. In den Niederlanden ist es zum Beispiel anders, dort wird 25 Jahre im Voraus gedacht. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger:innen nicht voraus denken. Sie denken vielleicht an die nächsten zwei Stunden, aber nicht an unsere Zukunft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Kirgistan wird oft die Frage diskutiert, ob flussabwärts gelegene Staaten für Wasser zahlen sollten. Ich bin dafür. Denn wenn man nicht zahlt, dann spart man nie. In dem Fall sollte Kirgistan aber für Qualität, Wassermenge, Pünktlichkeit und Absicherung zuständig sein. Einige werden sagen: „Wieso das denn? Das ist doch eine lebenswichtige Ressource, warum sollte ich dafür zahlen?“. Dann sollen sie eben nur für das Wasser zahlen, das ihnen Gewinn einbringt. Wenn sie etwa Baumwolle anpflanzen oder etwas bauen, dann zahlen sie für das Wasser. Und wenn es um Wasser für Hygiene, Trinkwasser, Artenvielfalt und Ökologie geht, dann sollte es kostenlos sein. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir seit Jahrhunderten flussabwärts leben.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachwort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Werden wir unser ganzes Leben lang ein Agrarstaat sein? Werden wir Baumwolle und Reis anbauen? Das ist lächerlich. Kleinere Staaten wie etwa Singapur und Israel haben in dieser Zeit schon so viel mehr erreicht. Und wir, mit unserer Korruption, bleiben zurück. Wir versuchen aufzuholen, aber wohin? Wenn wir aufholen wollen, müssen wir ihren Weg gehen. Wie schon Suchow sagte: „Ich kann nicht mein ganzes Leben durch diese Wüste gehen.“</em> (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um ein Zitat des Charakters Suchow aus dem sowjetischen Film-Klassiker „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Sonne_der_W%C3%BCste">Weiße Sonne der Wüste</a>“.)</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Yana Modelova, Azamat Matkarimov und Lena für <a href="https://hook.report/2024/05/yousup-kamalov/">Hook Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Montford]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2024 19:36:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[One Water Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein gro&#xDF;es Thema. Der &#x201E;One Water Summit&#x201C;, den die Pr&#xE4;sidenten Frankreichs und Kasachstans nun angek&#xFC;ndigt haben, soll die Probleme l&#xF6;sen. Kasachstans Pr&#xE4;sident Qasym-Jomart Toqaev und sein franz&#xF6;sischer Amtskollege Emmanuel Macron haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angek&#xFC;ndigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein großes Thema. Der „One Water Summit“, den die Präsidenten Frankreichs und Kasachstans nun angekündigt haben, soll die Probleme lösen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> und sein französischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Macron">Emmanuel Macron</a> haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angekündigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das Ziel? Eine weltweite Verwaltung des „blauen Goldes“ zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserverteilung führt nicht nur in Zentralasien immer wieder <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">zu Spannungen</a>. Und so steht auch der geplante One Water Summit im Zeichen der weltweiten Wasserkrise, die die Vereinten Nationen (UN) im März 2023 <a href="https://unric.org/de/">ausriefen</a>, und zu der sie eine globale Wasseragenda für 2026 <a href="https://unric.org/de/">aufstellten</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Dezember 2023 wurde der internationale Lenkungsausschuss des One Water Summit <a href="https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/politique-etrangere-de-la-france/climat-et-environnement/actualites-et-evenements/2023/article/cop28-la-france-et-le-kazakhstan-lancent-aujourd-hui-le-comite-international-de">ins Leben gerufen</a>, der von der ehemaligen Ökologie-Ministerin Frankreichs, Barbara Pompili, und der Sonderbeauftragten für internationale Zusammenarbeit im Umweltbereich, Zulfıya Suleımenova, geleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan im Zentrum der Herausforderungen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle Kasachstans bei der Organisation des One Water Summit ist nicht unbedeutend: Das Land kämpft seit vielen Jahren gegen die Austrocknung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>, dessen Rettung immer utopischer wird. <a href="https://www.natura-sciences.com/decider/one-water-summit-2024-climat-acces-eau.html">Natura Sciences berichtet</a>, dass die Prognosen für die globale Erwärmung in Zentralasien von einem Temperaturanstieg von 2,5°C bis zum Jahr 2100 ausgehen. Ein solcher Anstieg würde eine echte Wasserkatastrophe bedeuten, auf die der One Water Summit reagieren soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie soll dies geschehen? Durch die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wasserbereich, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser zu gewährleisten. Aber nicht nur das. Die Zusammenarbeit soll auch auf die Herausforderungen der sanitären Grundversorgung eingehen, da das verfügbare Wasser allzu oft verschmutzt ist. Diese besorgniserregende Situation ist auch Gegenstand einer <a href="https://unece.org/environment-policy/project-strengthening-tailings-safety-and-prevention-accidental-water-pollution">von den UN geleiteten Studie</a>, die darauf abzielt, die Sicherheit und die Prävention von Wasserverschmutzung zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zusammenarbeit, die sich entwickelt…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der One Water Summit eine globale Governance im Bereich der Wasserwirtschaft anstrebt, kann die Initiative nur dann Früchte tragen, wenn möglichst viele internationale Akteure mobilisiert werden. Im Falle Zentralasiens könnte die Lage jedoch eskalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserversorgung in der Region hängt hauptsächlich von zwei Flüssen ab: dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, der durch Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan fließt, und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan versorgt und dessen Quellen sich in Kirgistan befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Abhängigkeit der zentralasiatischen Länder von schrumpfenden Wasserquellen hat bereits zur Organisation grenzüberschreitender Kooperationen geführt, insbesondere ab 2017 durch Konferenzen oder Räte wie dem <a href="https://uza.uz/de/posts/le-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863?q=%2Fposts%2Fle-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863">Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> oder der <a href="http://icwc-aral.uz/">Zwischenstaatlichen Kommission für die Koordinierung der Wasserversorgung in Zentralasien</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8230;und auf Schwierigkeiten stößt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich zwischen den zentralasiatischen Ländern eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit <a href="https://suvchi.gov.uz/en/posts/1545735855/2768">herausbildet</a>, die zu Lieferabkommen, gemeinsamen Feldstudien oder der Beteiligung an gemeinsamen Wasserfonds führt, wird der Prozess durch die nach wie vor bestehenden Spannungen zwischen einigen Staaten noch eingeschränkt. Dies zeigte sich 2022, als die Taliban in Afghanistan den Bau des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kusch-Tepa-Kanals</a> am Amudarja ankündigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/"><strong>Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kanal, der in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a> im Norden Afghanistans entstehen soll, würde den flussabwärts gelegenen Ländern, insbesondere Usbekistan und Turkmenistan 15 bis 20 Prozent des Wassers aus dem Amudarja <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/12/15/qoshtepa/">entziehen</a>. Dies würde sich auf die Herausforderungen des Wassermanagements auf regionaler Ebene auswirken. Die Taliban-Regierung <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">plant</a> auch den Bau eines großen Wasserkraftwerks am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>, einem der beiden Quellflüsse des Amudarja.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Kusch-Tepa-Kanal: eine Gefahr für die Region</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kusch-Tepa-Kanal stellt eine echte Bedrohung für die Region dar, sowohl in Bezug auf das Wassermanagement als auch auf die ökologischen Auswirkungen, die diese Bauten mit sich bringen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan, das von dieser Herausforderung besonders betroffen ist, mobilisiert aktiv gegen den Kanal und rief <a href="https://gadebate.un.org/en/78/uzbekistan">auf der 78. UN-Generalversammlung</a> die internationale Gemeinschaft dazu auf, Afghanistan zu unterstützen, um eine Lösung für die globale Krise, mit der das Land konfrontiert ist, zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch <a href="https://thediplomat.com/2023/12/the-qosh-tepa-canal-a-source-of-hope-in-afghanistan/">erklärt The Diplomat</a>, dass Kabul sich den Verhandlungen wohl kaum beugen wird, da die Vorteile dieser groß angelegten Operationen nicht zu vernachlässigen sind: Schaffung von Arbeitsplätzen, Unterstützung der Landwirtschaft&#8230; Vor dem Hintergrund der großen Schwierigkeiten des Landes sind die Fortschritte, die auf Kosten der Nachbarn erzielt wurden, beachtlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anhaltendes Problem</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das zentrale Problem besteht darin, dass Afghanistan bei der Festlegung der Quoten für die Wasserverteilung in Zentralasien nicht berücksichtigt wurde, da diese noch aus der Sowjetzeit stammen, <a href="https://journals.openedition.org/asiecentrale/3080">erklärt der Forscher Alain Carioux</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit scheint die Integration Afghanistans in die Verhandlungsprozesse jedoch schwierig zu sein, vor allem weil transnationale Kooperationsinstitutionen wie die Interstate Commission for Water Coordination in Central Asia nicht über die rechtlichen Mittel verfügen, um das Land in die Verhandlungen einzubeziehen, <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">so Avesta</a>. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die Taliban-Regierung derzeit von den UN als terroristische Organisation eingestuft wird. Außerdem hat Afghanistan das <a href="https://unece.org/environment-policy/publications/convention-protection-and-use-transboundary-watercourses-and">Übereinkommen der UN</a> zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen nicht unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Faktoren werfen die Frage auf, wie effektiv der One Water Summit tatsächlich sein kann. Da er in New York stattfindet, ist es unwahrscheinlich, dass Afghanistan in die Verhandlungen einbezogen wird. Und falls Maßnahmen ergriffen werden, würden diese von den Taliban akzeptiert werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage des Wassermanagements in Zentralasien ist nicht nur ein ökologisches Problem. Es geht auch um diplomatische Spielchen, die während dieser Konferenz wohl kaum gelöst werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eva Montford für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/one-water-summit-reponse-internationale-efficacite-incertaine/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Pontonbrücke über den Amu Darya</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 11:20:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Urgentsch]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein pittoreskes Farbenspiel von verschiedenen Blaut&#xF6;nen bei der &#xDC;berfahrt einer Ponton-Br&#xFC;cke &#xFC;ber den Amu Darya bei Urgentsch, Usbekistan. Foto: Joachim Bohndorf (Deutschland)</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein pittoreskes Farbenspiel von verschiedenen Blautönen bei der Überfahrt einer Ponton-Brücke über den Amu Darya bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urgentsch">Urgentsch</a>, Usbekistan.

<strong>Foto: Joachim Bohndorf</strong> (Deutschland)

<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/beyond-the-glacier-ein-kurzfilm-ueber-wasser-in-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Clotilde Rabault]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 08:57:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; von David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee. &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz, der den Wasserl&#xE4;ufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms „Beyond the Glacier“ von David Rodríguez Muñiz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.ethnocineca.at/beyond-the-glacier/#pll_switcher">„<u>Beyond the Glacier</u>“</a> ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodríguez Muñiz, der den Wasserläufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsee</a> folgt. In dem etwa 20-minütigen Dokumentarfilm wirft Rodríguez Muñiz ein Schlaglicht auf die Wasserverknappung, die in der Region ökologische, sozioökonomische und politische Probleme verursacht, die alle miteinander verflochten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film legt den Fokus auf die Verteilung von Wasser in Zentralasien: Die Reserven befinden sich überwiegend in Tadschikistan und in Kirgistan in den Gletschern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a>. Diese Gletscher versorgen die beiden größten Flüsse der Region &#8211; den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. Beide fließen in den Aralsee und sind dessen wichtigste Zuflüsse.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan liegen an den Unterläufen der beiden Flüsse und sind daher wasserarm. Ihre Versorgung hängt von den beiden Flüssen ab, die die landwirtschaftliche Bewässerung, insbesondere der Baumwollpflanzen, ermöglichen und sicherstellen. Spätestens seit 1991 führt der Zerfall der UdSSR zwischen den nun unabhängigen ehemaligen fünf Sowjetrepubliken zu Spannungen um das Wasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten 30 Jahren sind mehr als 2.000 Gletscher in Kirgistan verschwunden. Ursachen sind die globale Erwärmung, aber auch die Goldgewinnung, die Staub freisetzt und einen zusätzlichen Temperaturanstieg verursacht. Durch das Verschwinden der Gletscher drohen die Flüsse auszutrocknen, was zu Wüstenbildung in großen Gebieten in Usbekistand und Kasachstan führt und den <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zur-rettung-des-aralsees-der-flusslauf-im-syrdarja-delta-soll-geaendert-werden/?noredirect=de_DE">Kampf gegen das Austrocknen des Aralsees</a> unmöglich machen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle, deren Leben sich um Wasser und Fischerei dreht, sind von den versiegender Frischwasserressourcen betroffen und werden es in Zukunft sein. „Beyond the Glacier“ führt in diese Probleme mit einem poetischen und menschlichen Blick ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Hintergründe und die Umsetzung des Projekts besser zu verstehen, hat Novastan mit David Rodríguez Muñiz gesprochen. Mit seinem vorherigen Kurzfilm „Refugees“ wurde der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann für mehrere Festivals ausgewählt und gewann sieben Preise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Warum haben Sie sich entschieden, die Probleme rund um das Wasser in dieser Region zu behandeln?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">David Rodríguez Muñiz: Ich bin in einer Familie von Seeleuten aufgewachsen und habe mich schon immer für das Wasser und die Beziehungen des Menschen zu ihm interessiert (Meere, Flüsse, Seen&#8230;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich die Probleme sehe, denen wir uns stellen müssen – der Mangel an Trinkwasser, die chemische Kontamination von Grundwasser, die Überfischung der Meere oder das Austrocknen von Seen und Flüssen – habe ich ein Gefühl der Hilflosigkeit. Ich kann nicht verstehen, warum wir zerstören, was uns am Leben hält, und wie wir ein so geringes Interesse an unserer Zukunft und der Erhaltung unseres Lebensraums haben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie den Dokumentarfilm aufgebaut? Was waren Ihr Leitfaden und Ihr Ziel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beyond the Glacier“ ist eine Reise. Seine Erzähllinie folgt dem Verlauf meiner eigenen Reise nach Zentralasien und so wollte ich ihn darstellen. Er beginnt in den Gletschern des Tian Shan-Gebirges in Kirgistan, wo der Fluss Syrdarja seinen Ursprung hat. Wir folgen dem Syrdarja &#8211;&nbsp; entlang seines Laufs erscheinen die Bevölkerung, die Konflikte und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orographie">Orographie</a> &#8211; bis hin zur Mündung in den Aralsee, wo das Wasser sein Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte über die Konflikte um das Wasser sprechen, die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung widerspiegeln. Mein Ziel war es, die Folgen unseres Wassermanagements auf der ganzen Welt darzustellen und das Bewusstsein für unsere Zukunft und die für andere Arten zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte auch den Unterschied zwischen Ausbeutung und Überleben hervorheben, der sich im Kontrast zwischen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Goldmine Kumtor</a> (in Kirgistan, Anm. d. Red.) und den Eisfischern ausdrückt. In der Mine ist das Wasser eine Eiswand, die eingerissen werden muss; ein Gefängnis, aus dem das Gold zu befreien ist. Für die Eisfischer ist das Wasser hingegen ihre Umgebung, aus der sie ihre Nahrung beziehen, von der sie leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Für einige ist Wasser ein Zwang, ein Hindernis, während es für andere eine Lebensgrundlage ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie die Dreharbeiten durchgeführt und wie sind Sie mit den in der Dokumentation befragten Personen in Kontakt getreten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mit meinem Partner Alex Galan gearbeitet, einem erfahrenen und spezialisierten Guide für kalte Regionen. Er hat sich um den Verlauf der Route und den Drehplan gekümmert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan haben wir Hilfe von NomadLand erhalten, einem Unternehmen für Bergtourismus aus (der Hauptstadt, Anm. d. Red.) Bischkek. Sie haben uns Informationen über die Eisfischer zur Verfügung gestellt und uns ermöglicht, eine Drehgenehmigung für Kumtor zu erhalten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zum Aralsee zu gelangen, haben wir den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Aral-Eisenbahn">TransAral</a> benutzt, in dem wir allein waren. Aber trotzdem ist es uns gelungen, mit den Fischern zu kommunizieren. Auch das war nicht einfach: die Sprache und die sehr niedrigen Temperaturen erschwerten die Drehbedingungen. Das Filmen bei fast Minus 27 Grad ist wie eine Odyssee!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Derzeit ist „Beyond the Glacier“ auf internationalen Festivals zu sehen, wie dem Internationalen Festival Für audiovisuelle Dokumentarfilme in Biarritz (FIPADOC) oder der Ethnocineca in Wien, wo er mehrere Auszeichnungen erhielt. Es wird in Kürze auch auf Verkaufsplattformen verfügbar sein.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clotilde Rabault, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/beyond-the-glacier-un-court-metrage-au-fil-de-leau-en-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasiens Wirtschaft hängt am seidenen Faden der Wasserressourcen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peggy Lohse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2020 10:01:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbank]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die niedrige Produktivit&#xE4;t der Wasservorr&#xE4;te in Zentralasien bedroht die Industrie, das Wirtschaftswachstum und die soziale Stabilit&#xE4;t der L&#xE4;nder in der Region. Experten der Weltbank empfehlen in einer Studie L&#xF6;sungswege. Das russischsprachige Nachrichtenportal Gazeta.uz in Usbekistan&#xA0;fasste am 16. Juni die wichtigsten Thesen der Studie zusammen. Wir &#xFC;bersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die wirtschaftliche [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><b>Die niedrige Produktivität der Wasservorräte in Zentralasien bedroht die Industrie, das Wirtschaftswachstum und die soziale Stabilität der Länder in der Region. Experten der Weltbank empfehlen in einer Studie Lösungswege. Das russischsprachige Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/16/review/?">Gazeta.uz</a> in Usbekistan fasste am 16. Juni die wichtigsten Thesen der Studie zusammen. Wir übersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</b></p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die wirtschaftliche Produktivität der Wasserressourcen in Zentralasien bewertet die <a href="http://pubdocs.worldbank.org/en/321061585555266133/CAWEP-Water-Security-Brochure-26-Mar-ru.pdf">Weltbank in ihrem Papier</a> als anhaltend extrem niedrig. Darin liege eines der Hauptprobleme der Wassernutzung, welcher mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. Einerseits ist die Wasserversorgung nicht immer effektiv: Selbst in Städten sind <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ein-drittel-der-usbekischen-staedte-hat-keinen-zugang-zur-kanalisation/">nicht alle Haushalte an die Kanalisation</a> angeschlossen, die vorhandene Infrastruktur veraltet und nicht angemessen gewartet. Gleichzeitig ist ein ungebrochener Anstieg der Bevölkerung zu beobachten, wodurch der Druck auf die knappen Wasservorkommen steigt. Zudem verändert sich das Klima in der Region schnell, sodass sich der Wasserbedarf weiter erhöht.</p>
<p><strong>Ineffiziente Wassernutzung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Gegenwärtig, so betont es die Weltbank-Studie, gebe es in Zentralasien zwar keinen Wassermangel. Die zugänglichen Wassermengen pro Kopf in Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan übersteigen die Zahlen der Hälfte der anderen Staaten der Welt. In Tadschikistan und Usbekistan steht zwar weniger Wasser pro Einwohner zur Verfügung, dennoch erleben die Länder noch kein Defizit.</p>
<p style="text-align: justify">Alle zentralasiatischen Staaten gehören zu jenen zehn Prozent der Länder mit den höchsten Wasserverbrauchsdurchschnittswerten pro Kopf. Dieser ist etwa fünfmal höher als der weltweite Durchschnitt. In Einzelfällen ist die Beanspruchung der Wasserreserven exorbitant hoch, heißt es in der Studie.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-vereinten-nationen-sagen-dramatischen-wassermangel-fur-zentralasien-voraus/">Die Vereinten Nationen sagen dramatischen Wassermangel für Zentralasien voraus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die niedrige Effektivität der Wasserressourcen wird derweil dadurch bedingt, dass in der Landwirtschaft bei niedrigem Ertrag viel Wasser verbraucht wird. Außerdem wird das Wasser nicht effizient genutzt. Die Bewässerung muss dringend wirtschaftlich effektiver gestaltet werden. Denn keine der Volkswirtschaften Zentralasiens nutzt, so die Experten der Weltbank, ihr Wasserpotential vollständig aus.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Schnelle Veränderungen erwartet</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Weltbank-Studie werden auch demographische Prognosen vorgestellt. So soll die Bevölkerungs in der Region von gegenwärtig rund 80 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 90 bis 100 Millionen wachsen. Die langfristigen Prognosen allerdings bleiben unkonkret: von einer Verdopplung der aktuellen Bevölkerungszahl bis 2100 bis hin zu einem geringen Rückgang.</p>
<p style="text-align: justify">Besonders schwerwiegende wirtschaftliche Folgen wird der <a href="https://novastan.org/de/?s=klimawandel">Klimawandel </a>haben. Die Erwärmung in der Region ist höher als im weltweiten Durchschnitt. Bis zum Jahr 2100 könnte die durchschnittliche Jahrestemperatur hier um fünf bis sechs Grad steigen. Eine solche Erwärmung würde eine frühere Schnee- und Gletscherschmelze nach sich ziehen und die Hochzeiten der Wasserstände in den Flüsse vom Sommer in den Frühling verschieben.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-china-ringen-angesichts-des-klimawandels-um-wasser/" target="_self">Kasachstan und China ringen angesichts des Klimawandels um Wasser</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Weltbank-Prognosen zum zu erwartenden Niederschlag sind derweil außerordentlich unbestimmt: Seine Menge könne steigen, aber im Vergleich zu den Daten der vergangenen Jahre auch sinken. Für ein Wirtschaftswachstum ist eine Umleitung eines Teils der Wasservorräte notwendig, der zur Bewässerung in der Industrie und im Dienstleistungssektor genutzt werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify">Sollte dieser Aspekt nicht weiter entwickelt werden, stellt die ineffiziente Nutzung der Wasservorräte eine Gefahr für die produzierenden Industrien und somit für das Wirtschaftswachstum dar. Ein unbefriedigendes Niveau der Wasserversorgung wird Fortschritte des vorhandenen Humankapitals bremsen und die soziale Stabilität bedrohen. Entsprechend der Klimaveränderungen in der Region könnten sich, so befürchten die Experten der Weltbank-Studie, außerdem zwischenstaatliche Spannungen verschärfen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Empfehlung: Politik der Umverteilung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie kann Zentralasien unter den Bedingungen des Klimawandels die Sicherheit seiner Wasserversorgung und ein aktives Wachstum sicherstellen? Die Autoren der Weltbank-Studie schlagen folgende Antwort vor: eine Staatspolitik, die eine Umverteilung von Wasserressourcen und -risiken ebenso einschließt wie institutionelle Reformen und Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur, insbesondere der Bewässerung.</p>
<p style="text-align: justify">Die Studie schlägt zwei Arbeitsrichtungen auf nationaler Ebene vor:</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erstens,</strong> Investitionen im Bereich der Wasserversorgung und Sanitärtechnik mit dem Ziel, soziale Stabilität und Entwicklung des Humankapitals zu gewährleisten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zweitens, </strong>eine Reform der Prinzipien, nach denen sich die Verteilung von Wasser richtet und die darauf abzielt, die Effizienz der Ressourcennutzung zu erhöhen. Hier ist demnach eine gemeinsame Planung auf nationaler Ebene zum Umgang mit den Wasservorräten in Flüssen als auch eine Inventur der Wasservorräte und eine Modernisierung der Bewässerungsinfrastruktur nötig. Eine Beteiligung des Wirtschaftssektors an der Bewässerung könnte der Implementierung von Innovationen und der Erhöhung der Produktivität förderlich sein.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Als wichtigster Schwerpunkt der Arbeit auf nationaler und regionaler Ebene nennt die Weltbank-Studie Investitionen in Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, um eine wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit zu gewährleisten. So müssten beide Ebenen die Vorbereitungen auf schwerere Dürrezeiten, veränderte Flusspegel und den steigenden Wasserbedarf aufgrund der Erwärmung vorantreiben. Neben den fünf Staaten Zentralasiens sollte in diese Aufgaben auch Afghanistan als bedeutenden Anlieger des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja </a>einbezogen werden.</p>
<p style="text-align: justify">Die weiteren Empfehlunge beinhalten außerdem eine Modernisierung der meteorologischen Dienste sowie der Informationssysteme über die Wasserressourcen, einschließlich kurz- und langfristiger Prognosen, der Anpassung der Betriebsmodi für Stauseen, Investitionen in Wasserkraft sowie der Ausweitung des Stromhandels für eine nachhaltigere wirtschaftliche Reaktion auf den Klimawandel.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/16/review/?">Gazeta.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Peggy Lohse</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Delta des Pandsch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2019 03:52:24 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Delta der gleichnamigen Siedlung Pandsch in Tadschikistan vereint sich der fast 1000km lange Fluss Pandsch mit dem Wachsch zum gewaltigen Amudarja. Foto:&#xA0;Kaisu Raasakka Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Delta der gleichnamigen Siedlung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a> in Tadschikistan vereint sich der fast 1000km lange Fluss Pandsch mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> zum gewaltigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/ninara/44263107031/in/album-72157699233395914/">Kaisu Raasakka</a></strong></p>
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