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	<title>Alma-Ata Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Alma-Ata Archives</title>
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		<title>Taschkent vs. Almaty – die Geschichte zweier Städte erzählt anhand ihrer Gebäude</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 05:48:56 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Almaty und Taschkent sind die beiden größten Städte Zentralasiens. Trotz vieler Parallelen hat die Architektur der beiden Städte ein recht unterschiedliches urbanes Lebensgefühl entstehen lassen. Hook wagt den Vergleich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a> liegen Hunderte von Kilometern voneinander entfernt und haben unterschiedliche Schicksale. Dennoch begegnen sie sich in der Geschichte fast als Nachbarn und sprechen dieselbe Sprache – die Sprache der Architektur. Taschkent ist eine tausendjährige Stadt, die an der Kreuzung von Handelsrouten wuchs und in der die Jahrhunderte die Ziegel der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Madrasa">Medresen</a> und die Lehmwände der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalla_(Stadtviertel)">Mahallas</a> geformt haben. Almaty hingegen ist vergleichsweise jung: Seine Gründung im 19. Jahrhundert als Militärfestung Werny war eher ein politischer Akt als das organische Wachstum einer alten Siedlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Altersunterschied ist mehr als reines Zahlenwerk. Er prägt die Architektur: Während in Taschkent Ost und West aufeinandertreffen, herrschte in Almaty zunächst ein regelmäßiges Raster und ein „weißes Blatt“ bei der Gestaltung vor. Spätere Erdbeben, die Industrialisierung, Kriege und der Zusammenbruch von Imperien – all dies prägte das Erscheinungsbild der beiden Städte kontinuierlich und hinterließ Spuren der Zeit an ihren Fassaden und Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vergleich von Taschkent und Almaty ist wie das Lesen zweier paralleler Texte. Der eine beginnt lange vor der Entstehung des Russischen Reiches und trägt die reiche Erinnerung an den Osten in sich; der andere entsteht plötzlich, wie eine Zeile, die mit der festen Hand der Kolonialmacht geschrieben wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zeit vor der Revolution</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Taschkent 1865 vom Russischen Reich annektiert wurde, hatte es bereits den Rhythmus seiner alten Viertel angenommen. In der Altstadt liefen die engen Gassen wie ineinander verschlungene Bewässerungsgräben auf Medresen, Moscheen und Basare zu. Die Häuser waren aus Lehm gebaut – Material, das sich im heißen Klima seit Jahrhunderten bewährt hatte. Dicke Mauern hielten die Luft kühl, und Innenhöfe spendeten Schatten und Ruhe. Die Fassaden waren selten zur Straße ausgerichtet; das Leben konzentrierte sich in den Innenhöfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neu-Taschkent ist der europäische Teil der Stadt, der angrenzend an das alte Taschkent entstand. Im Gegensatz zu den informellen Straßen der Mahallas wurde die neue Bebauung nach einem radial-zentralen Plan angelegt: Die Straßen liefen auf dem Hauptplatz zusammen. Diese Planungslogik verlieh der Stadt eine neue Achse und einen neuen Maßstab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Architektur dieses Stadtteils hatte einen kolonialen Charakter: Sie kombinierte russische und europäische Formen mit der Verwendung lokaler Materialien und Techniken. Die Wohngebäude waren meist ein- oder zweistöckig, hatten aber dicke Wände und hohe Decken zum Schutz vor der Hitze. Die Fassaden waren mit eklektischen Elementen russischer und usbekischer Architektur verziert. Das Ergebnis war ein einzigartiger Hybrid: eine „russische Stadt“ in Zentralasien, jedoch mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Ästhetik und ihrem eigenen Charakter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das alte und das neue Taschkent werden durch den Anchor-Kanal getrennt, der zu einer städtischen und kulturellen Grenze wurde. Diese Grenze ist noch heute spürbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Stelle des späteren Alma-Ata (wir verwenden diesen Ortsnamen im Zusammenhang mit den jeweiligen historischen Namen der Stadt, Anm. Hook) befand sich im Mittelalter eine Stadt namens Almata, die an die Seidenstraße angeschlossen war, aber im 19. Jahrhundert verschwunden war. 1854 wurde hier die Festung Sailiskoje gegründet, die bald in Werny umbenannt wurde. Dies war ein politischer Schachzug: die Festigung der zaristischen Macht in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenstromland">Semiretschje</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/"><strong>Warum Almaty und nicht Alma-Ata?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grundriss war von Anfang an rechteckig: ein klares Straßenraster mit gleich großen Blöcken. Die ersten Gebäude waren aus Stein gebaut, doch nach den verheerenden Erdbeben von 1887 und 1911 setzten sich Holzhäuser durch, die in der Erdbebenzone stabiler waren. Die Architektur orientierte sich an russischen Provinzmodellen: geschnitzte Fensterrahmen, Mezzanine, Kuppelkirchen und eklektische öffentliche Gebäude. Die Straßen waren von Bewässerungsgräben und Bäumen gesäumt, was Werny Ende des 19. Jahrhunderts den Ruf einer „grünen Stadt“ einbrachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als Taschkent, wo zwei Kulturen nebeneinander existierten, war Werny architektonisch homogen: ein russisches Militär- und Verwaltungszentrum ohne jahrhundertealte östliche Traditionen. Das kühlere Klima ermöglichte es, auf massive Lehmwände zu verzichten, wodurch die Gebäude heller und optisch „nördlicher“ wirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der beiden Städte trennte sich also bereits im 19. Jahrhundert – und diese Weggabelung ist noch heute in ihren Straßen sichtbar. So wurden die beiden unterschiedlichen Visionen – radial und rechteckig, kulturell gemischt und relativ homogen – zu mehr als bloßen Plänen des 19. Jahrhunderts. Sie wurden zum genetischen Code der Architektur und bestimmten, wie die beiden Städte im 20. Jahrhundert und darüber hinaus wachsen und sich entwickeln würden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Avantgarde zur Repräsentation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Jahrzehnte nach der Revolution begannen in Alma-Ata und Taschkent unter einem neuen Vorzeichen: Die Behörden strebten nach Ordnung, Massenwohnungen und der Schaffung von Verwaltungszentren. Auf den ersten Blick schienen sich die Städte parallel zu entwickeln. Doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass ihre architektonischen Entwicklungen voneinander abwichen. Besonders deutlich tritt dies Mitte des Jahrhunderts hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata begann die 1920er und 1930er Jahre mit einem unerwarteten avantgardistischen Geist. Die Stadt erhielt eine Reihe von Gebäuden im Geiste des Konstruktivismus: strenge geometrische Volumen, Fensterbänder und offene Grundrisse. Das von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moissei_Jakowlewitsch_Ginsburg">Mossej Ginsburg</a> entworfene Regierungsgebäude der Kasachischen SSR gibt den Ton an: Es handelt sich um eine rationale, zukunftsweisende Architektur, die gleichzeitig die Erdbebengefahr der Region berücksichtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt. Sieg und neue ideologische Ziele verlangten nach Monumentalität und symbolischer Repräsentation. Symmetrische Fassaden, Kolonnaden und Gesimse tauchten in der Architektur zunehmend auf. Doch Alma-Atas Charakter blieb zurückhaltend: Kasachische Ornamente wurden, wie Intonationen, zart in Gittern, Bändern und Friesen eingefügt. Das Hauptvolumen blieb streng und „nördlich“, und nationale Motive betonten lediglich die Masse des Gebäudes, ohne sie aufzulösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/mit-dem-architectural-guide-almaty-die-stadt-entdecken/"><strong>Mit dem „Architectural Guide Almaty“ die Stadt entdecken</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Taschkent war die Avantgarde nur von kurzer Dauer. Mitte der 1930er Jahre vollzog sich in der Stadt eine rasche Hinwendung zur klassischen Architektur. Hier nahm der Kanon „national in der Form, sozialistisch im Inhalt“ Gestalt an, und in der Architektur bedeutete dies vor allem eines: Monumentalität gepaart mit dekorativem Reichtum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paradebeispiel ist das Alisher-Navoiy-Theater. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Wiktorowitsch_Schtschussew">Alexej Schtschussew</a> schuf eine monumentale Komposition, doch der Innenraum wird zu einer Enzyklopädie usbekischen Kunsthandwerks: Marmor, Schnitzereien, Ornamente, wobei jedes Foyer auf eine bestimmte Region verweist. Taschkenter Gebäude aus dieser Zeit sind leicht zu erkennen: Bögen, Kuppeln und gemustertes Gitterwerk verwandeln den Stil des sowjetischen Empires in ein „Schaufenster des Ostens“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Materialien und Dekorationstechniken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich besonders in der Verwendung von Materialien und Dekor. In Taschkenter Gebäuden aus den 1930er bis 1950er Jahren ist Ornamentik mehr als nur Dekoration, sie ist Teil der Bausprache. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gantsch">Gantsch</a> und Steinmetzarbeiten verwandeln Innenräume in ganze Musterwelten: Säulen und Bögen lösen sich in einem ornamentalen Teppich auf, der Raum wirkt festlich, „bühnenhaft“. Jedes Gebäude scheint die reichen Handwerkstraditionen der Region zu präsentieren und sie in einem einheitlichen, repräsentativen Programm für die Hauptstadt zu vereinen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="602" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg" alt="" class="wp-image-43212" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-300x177.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-768x452.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Alisher-Navoiy-Theater, Photo: Bgag/Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata verfolgt einen anderen Ansatz. Hier „verdeckt“ die Ornamentik nicht das Volumen, sondern ist in dessen Geometrie eingewoben. Kasachische Motive betonen die strenge Tektonik des Gebäudes, statt sie zu ersetzen. Masse, Symmetrie und Kolonnade werden zuerst gelesen, erst dann das Muster. Dadurch wirkt der nationale Code subtiler: eher wie ein Akzent denn wie ein Hauptthema.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Maßstab und städtebaulicher Kontext</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1940er und 1950er Jahren hatten beide Städte die gemeinsame sowjetische Ästhetik des stalinistischen Empire-Stils übernommen: Symmetrie, Kolonnaden, monumentale Plätze. Der Maßstab der Umsetzung dieses Stils war jedoch unterschiedlich. In Taschkent wurde Repräsentation zum Ziel des gesamten Stadtzentrums. Verwaltungsgebäude, Theater und Kulturzentren bildeten ein einheitliches Ensemble, in dem orientalische Ornamente und monumentale Formen die Rolle der Stadt als politisches und kulturelles Zentrum der Region betonten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata geht trotz seiner Rolle als Hauptstadt der Kasachischen SSR behutsamer vor. Hier wird der Empire-Stil selektiv umgesetzt: Wichtige Gebäude erhalten Kolonnaden und Gesimse, doch insgesamt bleibt die Stadtstruktur diszipliniert und rational. Das rechteckige Straßenraster und die strenge Logik der Häuserblocks halten die Architektur von übermäßiger Dekorativität fern. Monumentalität ist vorhanden, erreicht aber nicht das Niveau totaler Dekoration wie in Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 1950er Jahre hatten sich diese Unterschiede bereits zu festen architektonischen Regeln verfestigt. Alma-Ata behielt seine Verbindung zur avantgardistischen Rationalität bei und verwob nationale Motive in seine Details, ohne die Integrität seiner strengen Formen zu beeinträchtigen. Taschkent hingegen verwandelte den Empire-Stil in eine demonstrative Synthese klassischer und orientalischer Ornamentik: Kuppeln, Bögen und geschnitzte Gitter wurden nicht mehr nur zur Ergänzung, sondern zum Kern des architektonischen Bildes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese gegensätzlichen Ansätze legten den Grundstein für die Zukunft. In Almaty konnte sich die Moderne mit ihrer Liebe zur Geometrie und zu klaren Volumen auf dieser Grundlage leicht etablieren. In Taschkent ging das ornamentale Programm ganz natürlich in die Moderne der 1960er- bis 1980er-Jahre über, wo Fassaden weiterhin als „Schaufenster“ der Tradition dienten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Modernismus und spätsowjetische Architektur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den 1950er Jahren änderte sich die sowjetische Architektur: Der Empire-Stil wich der Moderne. Der neue Stil versprach Schlichtheit und Funktionalität und setzte auf Stahlbeton, Glas und Licht. In Zentralasien manifestierte er sich jedoch anders: In jeder Stadt entwickelte die Moderne ihren eigenen Charakter, geprägt von ihrer Geschichte, ihrem Status und ihrer Umgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Taschkent fiel die Wende zur Moderne mit einer Katastrophe zusammen – dem Erdbeben von 1966. Die Stadt musste im Wesentlichen von Grund auf neu aufgebaut werden und übernahm in diesem Moment die Rolle des „östlichen Schaufensters der UdSSR“. Daher auch der große Maßstab: breite Alleen, Platzensembles und grandiose öffentliche Komplexe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Beispielen zählen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Metro_Taschkent">Metro</a> (1970er Jahre, mit Mosaiken und Themenstationen), der Palast der Völkerfreundschaft (1981), die Zentrale Ausstellungshalle (1974), das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Uzbekistan">Hotel Usbekistan</a> (1974), der Zirkus (1969/1976) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorsu-Basar">der Chorsu-Basar</a> (1983). Diese Gebäude zeigen nicht nur ihren dekorativen Reichtum, sondern auch eine Verbindung zum Klima und den überlieferten Bräuchen. So verfügt die Zentrale Ausstellungshalle beispielsweise über eine natürliche Belüftung und eine runde Galerie, die an traditionelle Architekturtechniken der heißen Region erinnert. Das Ergebnis war ein unverwechselbarer Stil der Moderne, durchdrungen von orientalischen Elementen, aber sowohl dekorativ als auch funktional bedeutsam.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="875" height="619" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1.png" alt="" class="wp-image-43216" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1.png 875w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1-300x212.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1-768x543.png 768w" sizes="(max-width: 875px) 100vw, 875px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fassade des Hotels Usbekistan, Photo: Robin Roth/Novastan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Materialien unterstrichen die Größe des Konzepts: Marmor und Granit, Beton, dekorative Gitter, Mosaike und Stuckornamente. All dies ermöglichte eine Mischung aus Modernität und Tradition, nicht nur in der Form, sondern auch im städtischen Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata entwickelte sich stetig, ohne Katastrophen, doch mit einer konzentrierten Sammlung hochwertiger modernistischer Gebäude. In Untersuchungen des <a href="https://garagemca.org/en">Garage Museum of Contemporary Art</a> und des Stadtführers „Audiala“ wird die Stadt als „Freilichtmuseum der Moderne“ bezeichnet: Das heutige Almaty verfügt über mehr als sechzig denkmalgeschützte Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Beispielen zählen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Palast_der_Republik_(Almaty)">Palast der Republik</a> (1970), das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Kasachstan">Hotel Kasachstan</a> (1977), das Kino Arman (1968), der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkus_Almaty">Kasachische Staatszirkus</a> (1970), der Palast der Schulkinder (1983), die Arsan-Bäder (1982), die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Medeo">Medeu-Eisbahn</a> sowie Wohnkomplexe wie der Komplex „Drei Bogatyrs“ und ein Netzwerk von Mikrobezirken mit Kinos und Konzertsälen. Das Hotel Kasachstan ist zu einem wahren Symbol der Stadt geworden: ein schlanker Turm mit erdbebensicherem Rahmen und einem ornamentalen „Kronenband“ an der Spitze. Der Palast der Republik verbindet die Monumentalität des Platzes mit der lakonischen Plastizität seiner Fassade.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-43210" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Hotel Kasachstan mit seiner ikonischen Krone, Photo: Nikolay Yushnikov/Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Merkmal der Almatinsker Moderne ist die Verwendung von Muschelkalk, einem porösen Kalkstein aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_(Gebiet)">Mañğystau</a>. Dieses Material wurde häufig für die Fassaden- und Innenausstattung verwendet: im Hotel Kasachstan, im Palast der Republik und in vielen Wohngebäuden. Seine warme, schwammartige Textur wurde zu einem der charakteristischen Merkmale der Stadt. In Kombination mit Marmor, Granit und Buntglas verlieh es der Architektur einen lokalen Charakter und passte gut zum nahen Gebirgsklima.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Architektur Alma-Atas blieb intim und rational. Selbst große Gebäude sind in ein Raster integriert, das durch das Relief betont wird. Straßen steigen zu den Bergen hin an und erzeugen einen markanten vertikalen Panoramaeffekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ingenieurbauwerke als Teil der Moderne</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Almatys seismische und bergige Umgebung führte zu einer Vielzahl von technischen Lösungen, die Teil der architektonischen Identität der Stadt wurden. Das markanteste Beispiel ist der Staudamm am Fluss Medeu (1970er Jahre). Dieses grandiose hydraulische Bauwerk schützte die Stadt nicht nur vor Schlammlawinen, sondern wurde auch als in die Landschaft eingebettetes Denkmal wahrgenommen: Eine gestufte Betonmauer in den Bergen wurde zu einem einzigartigen Denkmal ingenieurstechnischer Höchstleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Objekte fallen in diese Kategorie: ein System von Schlammlawinen-Dämmen, in das Stadtgefüge integrierte Bewässerungskanäle und die für Almaty charakteristischen Terrassenstraßen. Letztere entstanden dort, wo die Stadt die Hänge zu den Bergen hinaufführte. Die Planer legten die Häuserblöcke stufenweise und dem Gelände folgend an: Jede Ebene wurde zu einer separaten Straßenterrasse mit Wohnhäusern, Schulen und Grünflächen. Dies ermöglichte die Kombination typischer Gebäude aus der Sowjetzeit mit der einzigartigen Landschaft und bot gleichzeitig Panoramablicke, natürliche Entwässerung und Erdbebensicherheit.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-43209" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094.jpg 1526w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Staudamm vom Eisstadion Medeu aus gesehen, Photo: Robin Roth/Novastan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als in Taschkent, wo Kulturkomplexe und die Metro zu den Wahrzeichen der Moderne wurden, spielten in Alma-Ata technische Lösungen eine besondere Rolle – sie verliehen der Architektur einen „heroischen“ Ton und festigten das Bild der Stadt als rational und doch poetisch, eingebettet in die Berglandschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich auch in der Stadtplanung. In Taschkent wird die Moderne zur Bühne der Repräsentation: Magistralen und architektonische Ensembles sind für Massendemonstrationen, offene Plätze und Paraden konzipiert. Die Stadt strebt nach Horizontalität und Weite und entfaltet sich entlang der Ebene von Alleen und großen Plätzen. Alma-Ata hingegen wird anders wahrgenommen: Seine Moderne bleibt intimer, in die Landschaft „eingebettet“. Hier streckt sich die Architektur den Bergen entgegen, die Straßen steigen an, und die Wahrnehmung wird von Vertikalität und Panoramen bestimmt. Selbst große Gebäude unterbrechen diesen Rhythmus nicht, sondern betonen ihn eher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rivalität der Hauptstädte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kam der Faktor des unausgesprochenen Wettbewerbs. Zu Sowjetzeiten galten Taschkent und Alma-Ata als die beiden wichtigsten Hauptstädte Zentralasiens, und die Architektur wurde zur Sprache ihres Wettbewerbs. Nach dem Erdbeben von 1966 erhielt Taschkent besondere Mittel und den Auftrag, sich zu präsentieren: Die ersten Metro-Stationen der Region, neue Paläste, Plätze und Museen sollten seinen Status als „Schaufenster des sowjetischen Ostens“ untermauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata reagierte mit seinen eigenen Symbolen: der hoch aufragenden „Krone“ des Hotels Kasachstan, dem Palast der Republik und den Ingenieurbauwerken von Medeu, wo Architektur und Infrastruktur das einheitliche Bild einer Stadt formten, die Gelände und seismische Einflüsse geschickt zu integrieren wusste. So entstanden zwei unterschiedliche Darstellungsebenen: Taschkent vermittelte seine Stärke durch die Größe seiner Ensembles und den „vorbildlichen“ Charakter der neuen Hauptstadt des Ostens, während Alma-Ata seine Stärke durch die Verbindung monumentaler Gebäude mit der Natur und dem städtischen Alltag präsentierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1980er Jahren hatten sich architektonische Trends etabliert. Alma-Ata war zu einer Art Sammlung modernistischer Monumente geworden, in denen rationale Strukturen und zurückhaltende Dekoration ein einheitliches Bild ergeben. Taschkent hingegen war zu einem Vorzeigeobjekt der östlichen Moderne geworden, in der Ornamente und handgefertigte Motive ebenso wichtig waren wie Beton und Glas.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die postsowjetische Zeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 1991 schlugen Almaty (die Stadt trägt seit 1993 diesen Namen, Anm. d. Ü.) und Taschkent unterschiedliche Wege ein. Doch bevor wir die Unterschiede diskutieren, sollten wir ihre Gemeinsamkeiten betrachten. In beiden Städten entstehen neue Moscheen und Medresen, wodurch islamische Architektur zu einem prägenden Bestandteil des Stadtbildes wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch moderne Typologien entwickeln sich: Geschäftszentren, Einkaufszentren und große Wohngebiete. Globale Prozesse – die Kommerzialisierung der Innenstädte und die Entstehung von Einkaufszentren als neue „Plätze“ – sind in Almaty und Taschkent gleichermaßen spürbar. Dies ist eine Art „Hintergrund“ der postsowjetischen Entwicklung, der diese Städte im Kontext des globalen Urbanismus erkennbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-almaty-der-nullerjahre-in-bildern/"><strong>Das Almaty der Nullerjahre in Bildern</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter diesem roten Faden verbergen sich jedoch zwei sehr unterschiedliche Szenarien. Taschkent, das seinen Status als Hauptstadt behält, konzentriert sich auf Großprojekte, neue Cluster und eine Durchgangsstraße. Almaty hingegen, das seine politische Zentralität verloren hat (seit 1997 ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> die Hauptstadt Kasachstans, Anm. d. Ü.), sucht seine Identität im Alltäglichen – in grüner Infrastruktur, bequemen Wegen und dem „menschlichen Maßstab“ der Straße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gefüge aus Grün und Wasser spiegelt diesen Unterschied deutlich wider. In Almaty bilden Bewässerungsgräben und Plätze durchgehende, kühle Linien, die es den Einwohner:innen ermöglichen, schattige Wege zu Fuß zu erkunden. Hier ist Wasser keine dekorative Kuriosität, sondern Teil des städtischen Alltags. In Taschkent hingegen wird Wasser eher diskret genutzt: in Brunnen, Kanälen und abgelegenen Parks. Es ist eher ein Akzent als ein durchgehender Faden, und der Verkehr wird durch Straßen organisiert, auf denen Autos Vorfahrt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die vertikale Dimension ist anders. Almatys Zentrum ist bewusst auf eine moderate Anzahl von Stockwerken ausgelegt, um den Blick auf die Berge und den sanften Rhythmus der Fassaden zu bewahren. Neue Geschäftszentren und Wohnkomplexe entstehen, ohne die Größe des Zentrums zu beeinträchtigen. Taschkent hingegen entwickelt aktiver Hochhauscluster wie „Tashkent City“ und „Neu-Taschkent“. Die Hauptstadt demonstriert Stärke durch Größe und schafft „Hauptstädte in der Hauptstadt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Fußgänger:innen- und Fahrradfreundlichkeit hat sich unterschiedlich entwickelt. In Almaty waren die letzten Jahre geprägt von der Ausweitung der Fußgängerzonen, dem Bau von Radwegen und kurzen Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Hier ist das städtische Umfeld auf die Bequemlichkeit des täglichen Gehens ausgerichtet. In Taschkent hingegen sind Fußgänger:innen immer noch der Magistrale untergeordnet: Breite Straßen und lange Gehwege lassen das Auto den Hauptakteur bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die nächtliche Beleuchtung verdeutlicht diesen Kontrast. Almaty setzt auf sanfte Akzente: Fassaden, Denkmäler und Boulevards werden beleuchtet, um eine gemütliche, stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. In Taschkent hingegen dominiert die allgemeine Beleuchtung von Magistralen und großen Plätzen – Architekturbeleuchtung wird punktuell eingesetzt, doch die Logik der Stadt selbst spricht die Sprache der Weitläufigkeit und des lebendiges Stadtbildes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Straßenbild ist dieser Unterschied noch deutlicher. Almaty bewahrt die reiche Struktur seiner Fassaden: warme Mineralien, eine Vielzahl von Fenstern, individuelle Schaufenster und eine Beschilderung im Erdgeschoss schaffen eine lebendige Fassade voller Cafés und Geschäfte. Taschkent hingegen weist eine größere Einheitlichkeit auf: Renovierungen und standardisierte PVC-Systeme glätten das Erscheinungsbild, während standardisierte Einzelhandelslösungen für eine eher monotone Umgebung sorgen. Es gibt jedoch auch einen positiven Effekt: Das Zentrum sieht jetzt ordentlicher aus als zuvor, und die geplanten Renovierungen haben den schäbigen Eindruck gemildert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst solche Details wie Mülleimer und kleine architektonische Formen verdeutlichen den unterschiedlichen Ansatz. In Almaty sind sie allgegenwärtig, auch in Innenhöfen. In Taschkent ist ihre Konzentration im Zentrum stärker ausgeprägt, während sie in den Außenbezirken abnimmt. Dies spiegelt indirekt die Priorität wider: Die Hauptstadt versucht, Schlüsselräume darzustellen, doch alltägliche Details erreichen nicht immer die Außenbezirke.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erhaltung des architektonischen Erbes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal des Kulturerbes in Almaty und Taschkent wird maßgeblich von ihrem Status bestimmt. Taschkent blieb zwar Hauptstadt, stand aber ständig unter dem Druck neuer Projekte und Umbauten. Um ihr Image als „Aushängeschild des Landes“ zu wahren, opferte die Stadt wiederholt die Integrität ihrer modernistischen Bausubstanz. Viele Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren gingen verloren und die verbliebenen wurden oft bis zur Unkenntlichkeit rekonstruiert: Neue Verkleidungen und Fassaden veränderten ihre ursprüngliche Formensprache. Die Symbole der Hauptstadt sind noch erkennbar, doch ihre Authentizität wurde durch eine Reihe von Renovierungen und „Modernisierungen“ geschwächt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Almaty hingegen hat mehr bewahrt. Nachdem die Stadt ihren Status als Hauptstadt verloren hatte, entging sie einer Welle von Abrissen und Renovierungen. Dank dessen hat ein Teil der Moderne bis heute überlebt, oft ohne radikale Umbauten, die das Erscheinungsbild verändert hätten. Infolgedessen wird Almaty heute als „Freilichtmuseum der Moderne“ wahrgenommen, in dem die Gebäude als Ganzes und in ihrer ursprünglichen Form zu sehen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Städten wächst derzeit das Interesse am Erhalt des kulturellen Erbes, allerdings in unterschiedlicher Form. In Taschkent wird die Moderne häufiger durch Ausstellungen, Publikationen und internationale Projekte repräsentiert – sie ist Teil des Images der Hauptstadt. In Almaty hingegen ist die Arbeit am kulturellen Erbe konkreter: Lokale Gemeinden, Forscher:innen und Stadtführer:innen bieten Touren an, erstellen Stadtrundgänge und fördern die „architektonische DNA“ der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/architektonisches-versuchslabor-taschkent-ueber-den-denkmalwert-sowjetischer-plattenbauten/"><strong>Architektonisches Versuchslabor Taschkent: Über den Denkmalwert sowjetischer Plattenbauten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Status der Hauptstadt wurde somit zu einem paradoxen Faktor: Taschkent erhielt zwar Ressourcen und Aufmerksamkeit, verlor jedoch einen Teil seines ursprünglichen Erbes, während Almaty mehr davon behielt – nicht absichtlich, sondern weil es keinen dringenden Bedarf an einer Neugestaltung seines Images gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seismizität und Klima sind eine gemeinsame Realität, die architektonische Entscheidungen bis heute prägt. Beide Städte liegen in stark seismisch aktiven Zonen: In Almaty führt dies zu sorgfältiger Berücksichtigung des Geländes, der Versorgungsinfrastruktur (Staudämme, Terrassenstraßen) und der erdbebensicheren Gebäudekonstruktionen. In Taschkent festigte das Erdbeben von 1966 die Tradition verstärkter Strukturen und Fassadenverkleidungen, die sowohl vor Sonne als auch vor Vibrationen schützen. In beiden Fällen diktiert das Klima die architektonischen Techniken: Sonnenschutz, Belüftung und die Schaffung kühler Außenbereiche. Die Lösungen sind jedoch unterschiedlich: Almaty integriert sie in die Grün- und Wasserinfrastruktur und Taschkent in die Dimensionen von Magistralen und öffentlichen Komplexen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich liegt der Unterschied nicht nur in Größe oder Stil. Almaty und Taschkent begegnen denselben Herausforderungen – religiöse Architektur, Geschäftszentren, Einkaufszentren, seismische und klimatische Gegebenheiten. Sie übersetzen diese jedoch in unterschiedliche „Sprachen“. Almaty pflegt das gemächliche Tempo, die Gelassenheit und den Komfort eines Spaziergangs. Taschkent hingegen strebt nach Größe, Clustern und Präsentation, während der Raum für Fußgänger:innen nur langsam zu jenem der Magistrale aufschließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlussbetrachtung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Betrachtet man Taschkent und Almaty heute, sind die im 19. Jahrhundert verwurzelten Unterschiede nicht nur in ihren Fassaden und Grundrissen spürbar – sie spiegeln sich wie zwei unterschiedliche urbane Rhythmen wider. Taschkent, das ein Erdbeben überstanden hat und mehrmals neugebaut wurde, scheint es gewohnt zu sein, in Ensembles und Plätzen zu denken. Es spricht die Sprache der Bühne: von Kulturzentren bis zu Geschäftsvierteln, von breiten Alleen bis zu beleuchteten Plätzen. Stets ist ein demonstrativer Ton zu hören – die Hauptstadt muss sich zeigen, überzeugen und beeindrucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Almaty hat einen anderen Rythmus. Die Stadt wuchs in der Nähe der Berge, und ihre Geographie hat ihr eine intime Atmosphäre verliehen: Die Straßen ziehen sich nach oben, der Blick schweift zum Bergrücken, und das Zentrum bewahrt seine bescheidene Größe, wobei der Paradeplatz nicht so wichtig ist wie die schattige Promenade entlang des Bewässerungsgrabens. Hier muss keine Erhabenheit bewiesen werden, die Architektur spricht eher vom Alltäglichen: Bequemlichkeit, Intimität, kleine Schritte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Städte liegen in erdbebengefährdeten Gebieten, und das bringt sie einander näher, als es scheint. In beiden dient die Architektur nicht nur der Form, sondern auch dem Schutz: vor der Sonne, vor Erdbeben, vor den Elementen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/panorama/eine-interaktive-karte-um-das-alter-der-gebaeude-in-taschkent-zu-erfahren/"><strong>Taschkent: Mittels interaktiver Karte in die Stadtgeschichte eintauchen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute treten diese Unterschiede besonders deutlich zutage. Taschkent entwickelt sich zu einem Labor für Vorzeigeprojekte, zu einer Stadt der großen Gesten und neuer „Zentren in der Hauptstadt“. Almaty hingegen wird zu einem Museum der alltäglichen Moderne, wo sich das urbane Gefüge in Details offenbart: einem Schaufenster, einem Baum, einem öffentlichen Garten, einem Abendlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau darin liegt der Wert ihres Vergleichs. Zusammen offenbaren sie zwei Entwicklungsmodelle, zwei Intonationen derselben Ära. Und vielleicht entsteht gerade in diesem Dialog – zwischen Taschkents „großer Geste“ und Almatys „kleinem Schritt“ – die wahre Architekturgeschichte der Region.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Rushena Seminogova für Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2025/09/almaty-tashkent/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Die Jeltoqsan-Unruhen 1986: Erinnerungen von Augenzeug:innen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Feb 2025 13:52:51 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die blutig niedergeschlagenen Jeltoqsan-Proteste am 17. und 18. Dezember 1986 sind ein wichtiger Erinnerungsort in der jüngeren Geschichte Kasachstans. Bis heute sind die Ereignisse kaum aufgearbeitet, die Zahl der Toten liegt im Dunkeln. Anlässlich des Jahrestages hat „The Village“ Erinnerungen von Augenzeug:innen zusammengestellt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor fast 40 Jahren, am 17. und 18. Dezember 1986, protestierte die Jugend Kasachstans. Sie war empört über die Ernennung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gennadi_Wassiljewitsch_Kolbin">Gennadi Kolbin</a> zum Oberhaupt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachische_Sozialistische_Sowjetrepublik">Kasachischen SSR</a> – eines Mannes, der noch nie in Kasachstan gelebt hatte. Für die jahrelang stagnierende Sowjetunion war dieser Protest ein einzigartiges Ereignis. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheltoksan-Unruhen">Dezember-Unruhen</a> [Jeltoqsan ist das kasachische Wort für Dezember, Anm. d. Ü.] in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> kündigten den Zusammenbruch der UdSSR an: Bald begannen überall in der Union Kundgebungen und Streiks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hat dies die Menschen in Kasachstan nicht vor der Brutalität des Regimes bewahrt. Die Sicherheitskräfte unterdrückten den Protest und Teilnehmende waren Repressionen ausgesetzt. Genaue Daten zur Zahl der Toten und Verletzten gibt es noch nicht. Offiziell starben nur zwei Menschen – der Demonstrant Erbol Sipataev sowie Sergei Savitski, ein Bürgerwehrmann, der die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Miliz_(Polizei)">Miliz</a> unterstützte. Nach verschiedenen Schätzungen könnten aber in Wirklichkeit bis zu 170 Menschen gestorben sein. In einigen Fällen geschah dies erst nach den Protesten: Beispielsweise starb Qairat Rysqulbekov, der zu Unrecht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, während seiner Überstellung unter ungeklärten Umständen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wir [die Redaktion von „The Village, Anm. d. Ü] wollen die Jeltoqsan-Ereignisse verstehen und haben deshalb beschlossen, zwei Auffassungen der Ereignisse zu vergleichen: das Bild der Beamten bei Parteiversammlungen und das Bild, das normale Menschen auf der Straße sahen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Schreiben des Materials haben wir die Sammlung „Jeltoqsan. 1986. Dokumentarische Chronik“, zusammengestellt von Berik Abdigaliuly, ausgewertet. Wir haben uns auch auf die Ergebnisse der Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mukhtar_Shakhanov">Mūhtar Şahanov</a> und auf die von Arken Uaq gesammelten Zeugenaussagen gestützt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Sicht der Behörden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Genossen! Bürger der Stadt </em><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/"><em>Alma-Ata</em></a><em>! Viele von Ihnen haben in diesen Tagen beispiellose, sozial gefährliche Handlungen junger Rowdys erlebt, die von nationalistischen Elementen provoziert wurden. Auf den Straßen und Plätzen der Stadt kommt es zu böswilligen Verstößen gegen die öffentliche Ordnung, Beleidigungen und Gewalt gegen Unschuldige, zu Pogromen, Raubüberfällen und Brandstiftungen. Diese schädlichen Handlungen werden unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen begangen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans, das Präsidium des Obersten Rates der Kasachischen SSR und der Ministerrat der Republik appellieren an Sie, Bürger der Hauptstadt, alle möglichen Maßnahmen zur Normalisierung der Lage in der Stadt zu ergreifen. Wir glauben, dass kein einziger Mensch, der die Ehre Alma-Atas schätzt, der Wiederherstellung der Ordnung und der Unterdrückung der Aktionen wütender Hooligans gleichgültig gegenüberstehen wird.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir sind zuversichtlich, dass die Arbeiterklasse, die arbeitende Intelligenz und die studentische Jugend der Stadt Alma-Ata hohe moralische und politische Qualitäten an den Tag legen und den besten Traditionen der Partei und des sowjetischen Volkes würdig sein werden.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zwei-busse-voll-leichen-zeuginnen-berichten-ueber-die-ereignisse-von-janaozen/"><strong>„Zwei Busse voll Leichen“ – Zeuginnen berichten über die Ereignisse von Jańaózen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Aufruf wurde im Dezember 1986 von wichtigen Regierungsstellen der Kasachischen SSR veröffentlicht. Sie reagierten damit auf Massenproteste junger Menschen, die über die Ernennung Gennadi Kolbins zum Oberhaupt der Kasachischen SSR empört waren. Der Aufruf wurde von allen wichtigen Beamten der damaligen Zeit unterstützt – einer von ihnen war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a>, damals Vorsitzender des Ministerrats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch einzelne Beamte kritisierten die protestierende Jugend auf das Schärfste. So bezeichnete der ehemalige Chef des kasachischen KGB, <a>Zaqaş Qamalidıenov</a>, sie als <em>„eine massiv nationalistische Masse, wahnsinnig geworden durch Drogen und Alkohol“</em>, und der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Rates, Salamat Mūqaşev, sagte, dass <em>„Gerüchte über mutmaßliche Opfer unter den Studenten und Jugendliche eine provokative Fiktion“ </em>seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nazarbaev, der spätere Präsident Kasachstans, überredete die Demonstrierenden, ihren Protest aufzulösen, und nannte sie später <em>„extremistische Jugend“</em> und <em>„einen sozial ungesunden Teil der studentischen Jugend“</em>. Er erklärte auch: <em>„Welche tragischen Ereignisse? Das wahre Rowdytum ereignete sich am 18. [Dezember 1986].“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war die Reaktion der Behörden umfassend und hart. Sonderanweisungen wurden an alle Regierungsbehörden gesendet – vom Innenministerium und dem KGB bis hin zu Universitäten und Fabriken. Ihre Führungskräfte mussten sofort reagieren: Besprechungen mit Mitarbeitern abhalten, „<em>Nationalismus“</em> unter den Untergebenen unterdrücken, Aufklärungsarbeit mit Jugendlichen leisten, Aufgaben und Trupps organisieren, <em>„Disziplin und Ordnung“</em> herstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-schwere-erbe-von-schanaosen/"><strong>Das schwere Erbe von Jańaózen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wurden auch die Redner:innen gewaltsam unterdrückt. Daran waren sowohl die Miliz als auch die Armee beteiligt. Sie nahmen mehr als 8500 Menschen fest. Infolgedessen stellten die Behörden rund 900 Demonstranten vor Gericht, verurteilten 99 Personen zu unterschiedlichen Haftstrafen und über 600 wurden von Universitäten verwiesen oder von ihren Arbeitsplätzen entlassen. Offiziell wurden nur zwei Tote anerkannt – ein Demonstrant und ein Bürgerwehrmann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den folgenden Jahren änderte sich die Interpretation der Ereignisse nicht. Erst 1989 wurde unter der Leitung von Mūhtar Şahanov eine Sonderkommission eingesetzt, die eine Untersuchung der Ereignisse und den Freispruch der unschuldig verurteilten jungen Menschen forderte. Und ein paar Jahre später änderte auch Nursultan Nazarbaev seine Meinung: Er habe erkannt, dass die Demonstranten Recht gehabt hätten, und sei deshalb <em>„mit ihnen an der Spitze der Kolonne“</em> gegangen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Sicht der Menschen auf der Straße</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Kasachstaner! Kasachen, Russen, Menschen anderer Nationalitäten! Das Leben zeigt, dass es zwischen uns keine ethnischen Gegensätze gibt. Ehrliche Menschen ALLER NATIONALITÄTEN erinnern sich voller Schmerz an die letzten Tage in sieben Regionen Kasachstans, als der engstirnige Schurke Kolbin zwei Tage lang mit hasserfülltem Blick anordnete, dass kasachische Studenten mit Polizeiknüppeln geschlagen werden sollten. Die Blüte der zukünftigen Intelligenz &#8211; 2.000 Studenten wurden in Kerker geworfen. Sie wurden als Hooligans, Alkoholiker und Drogenabhängige gebrandmarkt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Offensichtliche Verleumdung! Die Menschen glaubten aufrichtig an die demagogischen Reden Gorbatschows, der behauptete, die Grundlage der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perestroika"><em>Perestroika</em></a><em> sei die offene Äußerung der eigenen Meinung. Die Menschen trugen Lenin-Porträts mit sich. Ihr einziger Wunsch war es, den von oben aufgezwungenen Kolbin loszuwerden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hat Kasachstan heute nicht das Recht, seine eigenen talentierten Führer in der Person von Qamalidıenov, Miroschchin und anderen zu nominieren, unabhängig von der Nationalität? Warum brauchen wir Gorbatschows Handlanger? Denn jetzt werden sie noch intensiver Fleisch, Wolle, Milch und Industrierohstoffe für den Bedarf der Moskauer Führer abpumpen – nicht für das russische Volk, nicht für die Arbeiter und Kollektivbauern!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-nimmer-endende-januar-in-kasachstan/"><strong>Der nimmer endende Januar in Kasachstan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist der Text zweier Flugblätter, die der Doktor der medizinischen Wissenschaften Irek Dauranov einige Tage nach den Jeltoqsan-Ereignissen veröffentlichte. Er war Augenzeugen der Auflösung der Proteste – vor seinen Augen wurden junge Menschen mit Wasser übergossen und mit Schlagstöcken geschlagen. Laut Dauranov versuchten einige Demonstranten, durch einen Eisenzaun zu fliehen, aber auch auf der anderen Seite warteten Sicherheitskräfte auf sie. Dadurch sei die Jugend auf beiden Seiten <em>„ausgeprügelt worden wie ein alter Teppich“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf stürmten bis zu zehn Menschen in das Haus des Wissenschaftlers. Er wurde verhaftet und mehrere Monate lang in einer Untersuchungshaftanstalt des KGB festgehalten, wobei ihm der Besuch seiner Familie verweigert und die Herausgabe von lebensnotwendigen Gütern verweigert wurde. Dauranov wurde angedeutet, dass er seine Familie und seinen Sohn nie wieder sehen würde. Da keine Beweis für ein Verbrechen vorlagen, ließen die Behörden ihn frei. Sie zwangen ihn aber, einen reumütigen Zeitungsartikel zu schreiben, und organisierten Schikanen am Arbeitsplatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irek Dauranov war nicht der einzige zufällige Zeuge der Dezember-Ereignisse. Die Jeltoqsan-Untersuchungskommission befragte Hunderte Anwohner:innen rund um den Platz der Republik. Die Mehrheit der Befragten bestätigte, dass die Demonstrationen, die am 17. Dezember begannen, friedlich verliefen – die Teilnehmenden sangen Lieder, hielten Porträts Lenins und Parolen wie <em>„Redefreiheit“</em>, „<em>Es lebe Lenins nationale Politik</em>“ und <em>„Jede Nation hat ihren Führer“</em>. Viele Zeugen dachten sogar, dass auf dem Platz eine Art Feier stattfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Demonstrierenden forderten, dass [der von Kolbin abgelöste, Anm. d. Ü.] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dinmuchamed_Qonajew">Dinmūhamed Qonaev</a> und prominente Beamte ihnen Rede und Antwort stehen: Sie wollten eine Erklärung bekommen, warum eine Person „von außen“ zum Ersten Sekretär des Landes ernannt wurde. Nach und nach füllte sich der Platz mit neuen Demonstrierenden und Polizisten. Die Sicherheitskräfte wiederum forderten die jungen Menschen auf, sich zu zerstreuen. Kurz darauf begann das gewaltsame Vorgehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>M. Z. Idrisov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am Morgen des 17. Dezember 1986 kam ich zur Arbeit. Unser Bürofenster zeigte auf den Platz. Dort versammelten sich etwa 2.000-3.000 Menschen. Einige trugen Slogans und Plakate. Einer davon lautete: „Lenin ideasy jasasyn!“ [„Lasst Lenins Idee wirken!“]. Die Polizei blockierte die Satpaev-Straße. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich etwa 10.000 versammelt. Die Versammelten forderten etwas. Gegen 18 Uhr sprach der Innenminister vom Podium aus. Er forderte die Menge auf, sich zu zerstreuen, andernfalls drohte er, sie mit Gewalt aufzulösen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10–15 Minuten später griffen Soldaten mit Helmen und Schilden mit Schlagstöcken die unbewaffnete Menge an. Die Menschen begannen zu fliehen und gleichzeitig zum Schutz Bäume zu brechen und den Putz von den Häusern abzublättern. Den ganzen Tag über liefen russische Bürgerwehr-Jungs mit den Milizionären. Sie waren mit etwa einem Meter langen Stäben bewaffnet, mit denen sie gnadenlos auf die Demonstranten einschlugen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>M. A. Zvontsov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe keine rechtswidrigen Handlungen seitens der Versammelten gesehen. Am Abend versammelten sich organisierte Gruppen junger Leute auf dem Platz. Aus der Menge waren Rufe zu hören, die die Entscheidung des Plenums verurteilten, und es gab Parolen mit ähnlichem Inhalt. Auf dem Podium saßen Vertreter der Behörden, die beharrlich die Räumung des Platzes forderten und vor Gewaltanwendung warnten. Die Situation blieb jedoch einigermaßen ruhig, außer dass die Miliz von Zeit zu Zeit zwei bis drei Personen (meist Mädchen) aus der Menge schnappte und abführte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Irgendwann griffen Feuerwehrautos die Menschenmenge mit Wasserwerfern an. Von diesem Moment an begannen die Unruhen. Die Menge warf Autos um und zündete sie an. Sie warf Steine </em><em>​​auf Soldaten und versuchte, das Geb</em><em>äude des Zentralkomitees zu st</em><em>ürmen. Die Kadetten waren mit Pionierschaufeln bewaffnet.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>I. A. Bolbramski</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bevor die Truppen eintrafen, verlief die Demonstration friedlich. Die Truppen stellten sich über die gesamte Breite der Straße auf und begannen, die Menge zurückzudrängen. Ein Militäroffizier, dessen Rang unklar war und dessen Schultergurte bedeckt waren, gab den Befehl und die Soldaten gingen los, um Menschen zu schlagen. Die Demonstranten legten sich hin und die Soldaten schlugen mit Stöcken und Pionierschaufeln auf sie ein. Liegende sollten nicht geschlagen werden, das ist meine Meinung. Und Frauen sollten auch nicht geschlagen werden. Ich war im Ausland, habe Demonstrationen gesehen und weiß, dass Menschen, die ihre Hand heben, nicht geschlagen werden. Es gab keinen Widerstand der Demonstranten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Zeugen berichteten, dass die Situation auf dem Platz bis zum Eingreifen der Polizei ruhig blieb. Gleichzeitig fielen von Anfang an verdächtige Personen unter den Demonstrierenden auf: Sie riefen dazu auf, Russen zu verprügeln und die Fenster von Häusern einzuschlagen. Sie selbst warfen Autos um und brannten sie nieder. Die Mehrheit der Demonstrierenden folgte diesen Aufrufen nicht. Die Polizei nahm die Provokateure jedoch nicht fest, wie die Autoren der Umfrage anmerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wir-wurden-gefoltert-obwohl-wir-verwundet-waren-die-geschichte-von-sayat-adilbeuly/"><strong>„Wir wurden gefoltert, obwohl wir verwundet waren“ – Die Geschichte von Sayat Adilbekuly</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die gewaltsame Auflösung begann, sammelten die Jugendlichen Stöcke und Eisbrocken, um sich zu verteidigen. Es kam zu Zusammenstößen, bei denen Soldaten und Milizionäre mit Schlagstöcken auf sie einschlugen. Und mit Einbruch der Dunkelheit kamen die Feuerwehrautos zum Einsatz: In einer frostigen Dezembernacht begannen sie, kaltes Wasser über die Demonstranten zu gießen. Auf dem Asphalt bildete sich schnell Eis, sodass sie stürzten und verletzt wurden. Sie versuchten zu fliehen, wurden aber weiterhin verfolgt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>E. S. Aıtjanova</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In der Nacht nahmen die Ereignisse einen unheimlichen Charakter an. Die Kinder wurden mit Schlagstöcken die Furmanov-Straße […] lang getrieben. Zwischen 23 und 24 Uhr kamen Autos mit Hunden an, ich habe 15 oder 16 gezählt. Soldaten oder Milizionäre, ich weiß nicht – sie waren in Ziviluniform und stürmten durch die Eingänge, Keller, Dachböden und hielten bei jeder Tür an.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>M. Sabitov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am Abend des 17. Dezember trieb man die Demonstranten mit Feuerwehrautos auseinander. Aber die Demonstranten zündeten ein Auto an, weil es nicht mehr wert war als ihr Leben. Die Jungs und Mädels liefen nass und vereist in der Dezemberkälte über den Platz. Viele Menschen wurden geschlagen. Die Soldaten haben Schaufeln in den Händen, die Bürgerwehr hat Eisenstöcke mit Gummi an der Außenseite und die Polizei hat Schlagstöcke. Ich sah, wie ein Polizist einem Mann auf den Kopf schlug, der sofort anfing zu bluten. Die Henker zerrten ihn zum Bus. Zu diesem Zeitpunkt kam ein junges Mädchen angerannt und stürzte sich auf ihn. Die Henker schlugen und traten sie, danach zerrten sie beide zum Bus.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>S. J. Şarikbaev</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am nächsten Morgen [18. Dezember] riegelten Truppen mit Knüppeln und Schilden den Platz ab. Zwischen 10 und 11 Uhr schlug man [den Demonstrierenden] vor, die Versammlung aufzulösen. Doch die Versammelten forderten, dass Regierungsmitglieder zu ihnen kommen sollten. Als Reaktion darauf begannen die Truppen sie zurückzudrängen. Es kam zu einer Schlägerei. Der Befehl ertönte und die Truppen setzten Schlagstöcke ein. Die Jugendlichen warfen Steine. Gepanzerte Fahrzeuge fuhren vor. Diese Auseinandersetzung dauerte etwa eine Stunde. Die Soldaten schlugen diejenigen, die sie einholten, mit Schlagstöcken auf die Köpfe. Bei den Läden „Bereke“ und „Golovnye Ubory“ wurden sie zusammengedrängt. Sie fielen aus einer Höhe von zwei bis drei Metern. Die heranstürmenden Soldaten zerrten sie in ihre Autos, und diejenigen, die fliehen wollten, wurden mit Schlagstöcken geschlagen und getreten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Familie Uşkempirov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mädchen wurden an den Haaren gezogen und geschlagen. Eine Gruppe Mädchen versteckte sich im vierten und dritten Stock auf den Balkonen (dort gibt es separate Durchgänge). Die Soldaten, die sie eingeholt hatten, schlugen sie und warfen sie vom Balkon. Wir haben gesehen, wie sie sich Arme und Beine gebrochen haben. Mit großen Schäferhunden durchsuchten sie überall die Eingänge.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Proteste gingen am 18. Dezember weiter. Sicherheitskräfte zerstreuten die Demonstranten und jagten sie durch Eingänge und Gassen. Sie griffen auch wahllos Menschen an, die sich auf der Straße befanden – so wurde beispielsweise der Sekretär des Parteibüros Alibek Urinbaev geschlagen, als er am Abend des 17. Dezember mit seiner Frau spazieren ging. Er wurde am Kopf getroffen, zur Polizei gebracht und später aus der Partei ausgeschlossen und degradiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>V. E. Kulikov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich war zusammen mit dem Lehrstuhlleiter Jambaev im Wohnheim [des Kasachischen Landwirtschaftsinstituts], als sie an die Tür klopften. Das waren Leute in Armeeuniformen mit Schilden und Schlagstöcken. Jambaev öffnete die Tür <em>leicht</em></em> <em>und erklärte ihnen, dass im Wohnheim alles ruhig sei. Der Kommandeur gab jedoch an, dass sie aus den Fenstern der oberen Stockwerke mit Flaschen beworfen worden seien, und verlangte, sie hereinzulassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Jambaev dem nicht Folge leistete, schlugen sie ihn mit einem Schlagstock auf den Kopf und verschafften sich Zugang zum Wohnheim. Dann drang Militär in die oberen Stockwerke ein. Einige der Studenten wurden geschlagen und beschuldigt, Flaschen geworfen zu haben. Ich habe versucht, mich an den Offizier zu wenden. Er sagte mir, ich solle mich nicht einmischen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>K. A. Jambaev</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Soldaten, angeführt von einem Offizier, stürmten in den Raum und begannen, die Studenten mit Schlagstöcken zu schlagen. Uns Kasachen wurden beleidigende und demütigende Worte entgegengeschleudert. Soldaten mit Helmen, Schilden und Gummiknüppeln, in voller Kampfmontur, rannten in Gruppen über die Etagen des Wohnheims. Aufforderungen von Lehrern, Schüler nicht zu schlagen und der Willkür ein Ende zu setzen, halfen nicht. Vier Studenten kamen auf mich zu, von Soldaten geschlagen und schwer verletzt.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Adikova</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am 18. Dezember 1986 sahen mein Freund und ich durch das Fenster meiner Wohnung ein schreckliches Bild. Zwei Frauen – eine ältere, offenbar eine Mutter, und eine jüngere, eine Tochter – gingen die Baiseitov-Straße hinauf. Sie wurden von einem Militärangehörigen angehalten. Plötzlich schwingt der Soldat seinen Schlagstock und schlägt der jungen Frau mit aller Kraft auf den Kopf. Ihre Mutter schrie und verteidigte sie. Auch sie schlug er mit einem Schlagstock, doch sie fiel durch den Schlag nicht um und die junge Frau lag auf dem Boden im Schnee. Er packte sie und zerrte sie mit so großer Kraft die Treppe hinauf, dass er ihr den Mantel zerriss.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Soldaten näherten sich. Es war unmöglich, das ruhig zu betrachten, und mein Freund und ich rannten raus, auf sie zu und fingen an zu schreien. Dann näherte sich ein Soldat mit einer Pelzmütze, sagte etwas, und das Militär zog ab und ließ das Opfer regungslos am Boden liegen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>N. Jusupbekov</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am 18. Dezember 1986 kehrte ich nach der Arbeit ins Wohnheim zurück. Gegen 21:00 Uhr durchkämmten Soldaten das Gebiet mit Hunden und nahmen kasachische Jugendliche fest. Mädchen und Jungen rannten unter dem Fenster des Wohnheims entlang. Sie wurden von Soldaten mit Hunden verfolgt. Es war dunkel. Man konnte nicht sehen, wie sie festgenommen wurden, aber man konnte die schrecklichen, herzzerreißenden Schreie der Mädchen hören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festgenommenen wurden in Haftanstalten gebracht, wo sie von der Staatsanwaltschaft, dem KGB und der Polizei verhört wurden. Bereits 1987 kamen Strafsachen im Zusammenhang mit den Protesten massenhaft vor Gericht. Auch administrative Aspekte wurden berücksichtigt. Die Behörden verlangten von den Sicherheitskräften Effizienz, und eine der Richter:innen sagte später, sie sei mündlich angewiesen worden, ausschließlich Haft anzuordnen und keine der Festgenommenen zu milderen Strafen zu verurteilen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abdulhamit Aledekeev, Staatsanwalt in einem der Fälle</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Fälle wurden mit einer anklagenden Tendenz, hastig und routinemäßig untersucht, ohne die Umstände der Ereignisse zu spezifizieren, die sich direkt auf bestimmte Personen bezogen, welche strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden. Daher wurde die Anklage wahllos und in allgemeiner Form erhoben. All dies war das Ergebnis des damaligen Drucks der Führungsebene der Staatsanwaltschaft der Republik und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kasachstans.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dies führten zu einer falschen Einstufung der Straftaten einzelner Personen, die strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und rechtswidrig verurteilt wurden. Strafsachen wurden auf der Grundlage einer dem Fall beigefügten allgemeinen Bescheinigung untersucht, die von A.D. Myznikov (stellvertrender Staatsanwalt der Kasachischen SSR, Anm. The Village) unterzeichnet und in Kopie ausgestellt wurde. […] Darüber hinaus wurden Menschen, die nichts mit diesen Ereignissen zu tun hatten, massenhaft illegal festgenommen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-behoerden-wiederholen-die-vergangenheit-kasachstanische-menschenrechtlerinnen-ueber-die-aufarbeitung-der-januar-ereignisse/"><strong>„Die Behörden wiederholen die Vergangenheit“ – Kasachstanische Menschenrechtler:innen über die Aufarbeitung der Januar-Ereignisse</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der Kommission befragten Zeugen glaubten, dass die Behörden viele Möglichkeiten gehabt hätten, Gewalt zu verhindern – insbesondere, wenn Gennadi Kolbin, der neue Erste Sekretär, in einen Dialog mit der Jugend getreten wäre und ihre Forderungen besprochen hätte. Außerdem bestritten viele russischsprachige Zeugen empört, dass die Demonstrationen nationalistisch motiviert waren. Sie wiesen darauf hin, dass es während der Proteste keinerlei nationalistische Äußerungen von Seiten der Jugendlichen gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist immer noch schwer zu sagen, welcher Beamte die größte Verantwortung für die blutige Niederschlagung der Demonstrationen trägt. Die kasachische Nomenklatura schob – wie Zaqaş Qamalidıenov – die gesamte Schuld auf Kolbin selbst, sein Gefolge und Vertreter des Kremls. Auch Moskauer Beamte wie Innenminister Wlassow wiesen die Vorwürfe zurück: Entscheidungen seien ihrer Meinung nach <em>„vor Ort“</em> getroffen worden. Allerdings machten sie dafür auch Kolbin verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst wenn kasachstanische Beamte wie Nursultan Nazarbaev und Salamat Mūqaşev tatsächlich von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen waren, protestierten sie in keiner Weise dagegen. <em>„Keiner von ihnen protestierte gegen das rechtswidrige Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden, gegen deren Überschreitung ihrer Befugnisse“</em>, fasste die Kommission die abschließende Bewertung der Ereignisse von 1986 zusammen. Die Mitglieder der Kommission stellten außerdem fest, dass die Führer der Republik <em>„aktiv zur Umsetzung aller getroffenen Entscheidungen beigetragen“</em> hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder von den Jeltoqsan-Ereignissen findet ihr im Original-Artikel.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nikita Shamstudinov für The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/ustory/38735-sobytiya-zhelto-sana-glazami-ochevidtsev"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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