<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Afghanistan Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/afghanistan/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/afghanistan/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 02 Mar 2026 21:39:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.4</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Afghanistan Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/afghanistan/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 21:39:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanische Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44162</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der k&#xFC;rzlich ver&#xF6;ffentlichte Bericht einer regionalen Gruppe der UN zeigt, dass die Taliban ihre Sicherheitskr&#xE4;fte stark reduziert haben, vor allem in der Region an der Grenze zu Tadschikistan. Diese Budgetk&#xFC;rzungen haben eine Zunahme sicherheitsrelevanter Vorf&#xE4;lle an der Grenze zwischen den beiden L&#xE4;ndern zur Folge. Die Ereignisse tragen dazu bei, die bislang angespannten Beziehungen zwischen Kabul [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der kürzlich veröffentlichte Bericht einer regionalen Gruppe der UN zeigt, dass die Taliban ihre Sicherheitskräfte stark reduziert haben, vor allem in der Region an der Grenze zu Tadschikistan. Diese Budgetkürzungen haben eine Zunahme sicherheitsrelevanter Vorfälle an der Grenze zwischen den beiden Ländern zur Folge. Die Ereignisse tragen dazu bei, die bislang angespannten Beziehungen zwischen Kabul und Duschanbe neu zu definieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hibatullah_Achundsada">Hibatullah Achundsada</a>, der&nbsp;Anführer der Taliban, hat aufgrund von Haushaltskürzungen eine Einsparung der Sicherheitskräfte um 20 % angeordnet. Dies bestätigt&nbsp;<a href="https://docs.un.org/en/S/2025/796?utm">ein Bericht</a>&nbsp;des Teams für die analytische Unterstützung und Überwachung von Sanktionen, der dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Dezember vorgelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sind die damit einhergehenden Personalabbau-Maßnahmen vor allem an der Grenze zu Tadschikistan unverhältnismäßig. Dem Dokument zufolge wurden von den mehr als 4.000 landesweit entlassenen Kommandanten und Offizieren etwa 1.000 aus der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Provinz Badachschan</a>&nbsp;abgezogen, die an das tadschikische&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a>&nbsp;grenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den drei weiteren Provinzen, die von dieser Maßnahme am stärksten betroffen sind, gehört auch&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tachar">Tachar</a>&nbsp;im Grenzgebiet zur&nbsp;Region&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a>&nbsp;in Tadschikistan.&nbsp;Zeitgleich zu den im April angeordneten Kürzungen des Sicherheitspersonals kam es in diesen Grenzgebieten zu einer&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20250803/za-polgoda-na-granitse-tadzhikistana-i-afganistana-proizoshlo-10-stolknovenii">Zunahme bewaffneter Konflikte</a>&nbsp;im Zusammenhang mit Drogenhandel. Dabei wurden am 26. und 30. November letzten Jahres&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/?noredirect=de-DE">fünf chinesische Arbeiter</a>&nbsp;auf tadschikischem Boden bei Angriffen aus Afghanistan getötet und ebenso viele verletzt. Auch am 23. Dezember kamen zwei tadschikische Offiziere und drei Angreifer ums Leben, wie das tadschikische Onlinemedium&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251229/glavi-mid-tadzhikistana-i-afganistana-obsudili-po-telefonu-boestolknovenie-na-granitse-amirhan-muttaki">Asia-Plus</a>&nbsp;berichtete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zunahme der Zusammenstöße an der Grenze Ende 2025</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem geben Taliban-Vertreter immer mehr Unterstützungserklärungen ab und beschuldigen „böswillige Kreise“ oder „Feinde“, die Beziehungen Afghanistans zu Tadschikistan und China untergraben zu wollen. Tatsächlich steht fest, dass diese Angriffe nicht von den Taliban verübt wurden. Letztere haben laut dem afghanischen Onlinemedium <a href="https://x.com/TOLOnews/status/1995458640224903631?s=20">Tolo News</a> sogar behauptet, Verdächtige in der Grenzregion festgenommen zu haben, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Motive für diese Angriffe sind schwer auszumachen. Im Falle des letzten tödlichen Angriffs gegen tadschikische Offiziere behauptet das afghanische Onlinemedium <a href="https://8am.media/fa/sources-three-attackers-killed-on-afghanistan-tajikistan-border-had-ties-to-taliban/">Hashte-Sobh</a>, dass die Angreifer Mitglieder der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jamaat_Ansarullah">Jamaat Ansarullah</a> waren, einer in Afghanistan ansässigen Terrorgruppe, die der tadschikischen Regierung feindlich gesinnt ist und hauptsächlich aus tadschikischen Staatsangehörigen besteht.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Angriffe auf die chinesischen Arbeiter betrifft, bleibt die Lage unklar. Aus Sicht von&nbsp;<a href="https://www.uni-regensburg.de/universitaet/dimas/team/dr-melanie-sadozai">Mélanie Sadozaï</a>, Forscherin im&nbsp;<a href="https://www.uni-regensburg.de/universitaet/dimas">Departement für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies</a>&nbsp;an der Universität Regensburg, ist es unmöglich, mit Sicherheit eine bestimmte bewaffnete Gruppe zu beschuldigen. In ihrer aktuellen Publikation „Tadschikistan-Afghanistan. Une frontière aux confins du Pamir“ fokussiert sie sich auf die Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan. Im Gespräch mit Novastan stellt sie die Hypothese auf, dass es sich um eine Vergeltungsmaßnahme von „Drogenhändlern handelt, die keine Präsenz Chinas wünschen, da dies ihre Aktivitäten stören könnte”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist auch nicht auszuschließen, dass es ganz normale Bürger sind, die Chinas Aktivitäten in der Region ablehnen, da das Land im Rahmen bilateraler Abkommen mit Tadschikistan und Afghanistan Bodenschätze abbaut“, fährt Mélanie Sadozaï&nbsp;fort. „Die Menschen sind sich darüber bewusst, dass chinesische Unternehmen ihre Ressourcen ‚plündern‘, anstatt sie umzuverteilen. Es könnte also auch ein Akt der Rache sein, aber auch das ist schwer zu sagen“, fügt sie hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue erzwungene Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund kann eine reduizerte Präsenz der Taliban zur Aufrechterhaltung der Ordnung an der Grenze auf tadschikischer Seite nur als negativ wahrgenommen werden, zumal sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den letzten Monaten neu entwickelt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Machtübernahme durch die Taliban 2021 hat sich Tadschikistan als einziger Nachbar Afghanistans profiliert, der den neuen Machthabern in Kabul offen feindlich gegenübersteht. Während die anderen Nachbarländer schnell eine pragmatische Haltung einnahmen und, ohne die Taliban offiziell anzuerkennen, aus wirtschaftlichen Gründen Beziehungen zu ihnen aufbauten, steht Tadschikistan nach wie vor allein da.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/" id="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/">Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die offene Feindschaft wandelt sich derzeit zu einer erzwungenen Zusammenarbeit. Nur zwei Wochen vor den Angriffen auf die chinesischen Arbeiter reiste eine tadschikische Delegation nach Kabul, um sich mit ihren Amtskollegen zu treffen und über die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung, den Kampf gegen den Drogenhandel und die Durchlässigkeit der gemeinsamen Grenze zu sprechen, berichtet&nbsp;<a href="https://tolonews.com/afghanistan-196619">Tolo News</a>. Ebenso reisten die&nbsp;<a href="https://www.rferl.org/a/afghanistan-tajikistan-taliban-reconciliation/33598362.html">Gouverneure&nbsp;</a>der afghanischen Provinzen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a>&nbsp;und Badachschan in die tadschikische Hauptstadt Duschanbe bzw. in die tadschikische Provinz Berg-Badachschan, wobei über diese Besuche nicht in den lokalen Medien berichtet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten Angriffe haben diese Annäherung der beiden Länder noch verstärkt: Zum ersten Mal seit 2021 haben die Außenminister Tadschikistans und Afghanistans miteinander telefoniert, und zwar zweimal im Dezember, wie <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251229/glavi-mid-tadzhikistana-i-afganistana-obsudili-po-telefonu-boestolknovenie-na-granitse-amirhan-muttaki">Asia-Plus</a> berichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anerkennung der Taliban ist politisch unmöglich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikischen Behörden haben diesen Moment so lange wie möglich hinausgezögert und versuchen nun, aus dieser diplomatischen Sackgasse herauszukommen. Der tadschikische Präsident&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>&nbsp;präsentiert sich seit langem als Bollwerk gegen religiösen Extremismus: Ein echter diplomatischer Kontakt zu den Taliban wäre sowohl innerhalb Tadschikistans als auch im Ausland schwer zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Emomali Rahmons klare Haltung gegenüber den Taliban und seine Unterstützung der afghanischen Exilopposition brachten ihm kurz nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban eine&nbsp;<a href="https://bomdodrus.com/2021/10/11/jemomali-rahmon-nachal-svoj-evropejskij-tur-s-korolevstva-belgii/">Einladung ins Europäische Parlament</a>&nbsp;und nach Frankreich ein. Dabei sicherte er sich die Fortsetzung der internationalen Finanzhilfen, von denen Tadschikistan in hohem Maße abhängig ist. Es steht also außer Frage, durch eine offene Zusammenarbeit mit den Taliban so wichtige Finanzmittel zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf innenpolitischer Ebene möchte Duschanbe sich als Beschützer der ethnischen Tadschiken präsentieren und hervorkehren, dass diese von den&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschtunen">paschtunischen</a>&nbsp;Taliban unterdrückt werden. So unterstützte der tadschikische Präsident während der ersten Machtübernahme der Taliban (1996–2001)&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schah_Massoud">Ahmed Shah Massoud</a>, den Anführer des afghanischen Widerstands, der mehrmals nach Tadschikistan gereist ist. Heute gilt diese Unterstützung seinem&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Massoud">Sohn</a>, der ebenfalls praktisch in Tadschikistan ansässig ist, und in gewissem Maß auch der diplomatischen Vertretung, die zu einer Bastion des alten Regimes geworden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feindseligkeiten hingegen beruhen auf Gegenseitigkeit: Die Taliban scheinen herzliche Beziehungen zu&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sharofiddin_Gadoev">Sharofiddin Gadoev</a>&nbsp;zu unterhalten, einem der im Exil lebenden Führer der Opposition gegen das tadschikische Regime. Dieser wurde im Mai letzten Jahres zu Gesprächen nach Afghanistan eingeladen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die tadschikischen Behörden bereits unter Druck gesetzt. Der Stromexport nach Afghanistan wurde nicht eingestellt, was laut&nbsp;<a href="https://eurasianet.org/tajikistan-to-ramp-up-power-exports-to-afghanistan">Eurasianet</a>&nbsp;zeigt, dass zwischen beiden Seiten Gespräche stattgefunden haben, wenn auch rein wirtschaftlicher Natur. Andere Großprojekte lassen vermuten, dass nie wirklich in Betracht gezogen wurde, jegliche Kommunikation zwischen den beiden Ländern einzustellen, insbesondere das sogenannte&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a>-Bauprojekt für den Stromexport.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist jedoch die Sicherheitslage, die die Aufnahme diplomatischer Kontakte tatsächlich beschleunigt: Bruce Pannier, Mitglied des Eurasien-Programms am Foreign Policy Research Institute, weist darauf hin, dass es der Abschuss einer Rakete auf Tadschikistan im Mai 2022 war, der dazu führte, dass erste formelle Kontakte zwischen den Taliban und den tadschikischen Behörden aufgenommen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-passiert-wenn-die-wasserressourcen-zentralasiens-knapp-werden/">Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ironischerweise war es gerade der Kampf gegen den Extremismus, der Emomali Rahmon dazu veranlasste, schließlich doch Gespräche mit den Taliban zu führen. Nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/?noredirect=de-DE">Anschlag auf die Crocus City Hall</a> in Moskau, der von tadschikischen Staatsbürgern verübt wurde, die vom <a href="https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderkurzinformationen/2024/laenderkurzinfo-afghanistan-10-24-isk.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6">„Islamischen Staat Provinz Khorasan“ (ISPK)</a>  rekrutiert worden waren, musste die Beteiligung Tadschikistans am internationalen Terrorismus bekämpft werden, sowohl aus offensichtlichen Sicherheitsgründen als auch wegen des internationalen Ansehens Tadschikistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kampf gegen den Terrorismus erfordert jedoch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Taliban, für die diese Gruppen ebenfalls eine Bedrohung darstellen. So gab es Fälle, in denen tadschikische Staatsbürger aktiv vom afghanischen Staatsgebiet aus rekrutiert wurden, insbesondere durch den ISPK.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russland folgen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich hat die kompromisslose Ablehnung der Taliban zu einer Isolation geführt, die für ein kleines Land wie Tadschikistan schwer zu bewältigen war. Die langsam eintretende Kehrtwende Duschanbes könnte auf die<a href="https://meduza.io/news/2025/07/03/rossiya-pervoy-v-mire-ofitsialno-priznala-islamskiy-emirat-afganistan">&nbsp;offizielle Anerkennung</a>&nbsp;der Taliban durch Moskau im Juli letzten Jahres zurückzuführen sein. Russland könnte von einem Verbündeten, der noch weitgehend von ihm abhängig ist, erwarten, dass er ihm folgt und die Taliban ebenfalls als verhandlungsfähige Gesprächspartner betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan befindet sich somit in einer Zwickmühle zwischen der Bedeutung westlicher Finanzhilfen und den Beziehungen zu Russland, die es nicht zu riskieren wagt: Das Land ist im internationalen Vergleich am stärksten von&nbsp;<a href="https://timesca.com/why-tajikistan-cannot-give-up-remittances-from-migrant-workers/">ausländischen Geldüberweisungen</a>&nbsp;abhängig. Diese machten 2024 mehr als 45&nbsp;% seines BIP aus und stammen hauptsächlich von Arbeitsmigranten in Russland. Eine Verschlechterung der Beziehungen zu Moskau würde die ohnehin meist prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen&nbsp;tadschikischer&nbsp;Migranten&nbsp;weiter beeinträchtigen und damit katastrophale Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Annäherung mit Grenzen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mélanie Sadozaï&nbsp;weist darauf hin, dass diese Annäherung ihre Grenzen hat: „Zwar gibt es erste Fotos von offiziellen Treffen zwischen den Taliban und tadschikischen Behörden, doch diese finden im Rahmen der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Energie und Wirtschaft statt, nicht jedoch im Bereich Sicherheit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies das Maximum ist, was Tadschikistan leisten kann“, so ihre Einschätzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Übergabe der afghanischen Botschaft an die Taliban angeht, so ist dies nach wie vor sehr unwahrscheinlich. Auch hier ist Mélanie Sadozaï&nbsp;der Ansicht, dass „die Unterstützung der Opposition tatsächlich kaum sichtbar und vor allem rhetorischer Natur war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tadschikistan einen Grund hat, sie nicht mehr zu unterstützen oder Mohammad Zahir Aghbar (den Botschafter der ehemaligen Regierung, der immer noch im Amt ist, Anm. d. Red.) auszuweisen, und ich denke, dass es sehr gut seine derzeitigen Beziehungen zum Widerstand aufrechterhalten und gleichzeitig mit den Taliban verhandeln kann. Das ist nicht unvereinbar.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus berichten Medien, dass das afghanische Konsulat in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorug</a>&nbsp;(Berg-Badachschan) in die Hände der Taliban gefallen sei, wodurch eine Doppelherrschaft mit der dem alten Regime treuen Botschaft entstanden sei. Mélanie Sadozaï&nbsp;bestätigt hingegen, dass sie das Taliban-Konsulat seit den Schäden durch eine&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/incidents/20230215/two-killed-in-khorog-avalanche">Lawine</a>&nbsp;im Februar 2023 geschlossen und unzugänglich vorgefunden habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Situation beeinträchtigt Beziehungen zu China</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch stellen die mangelnden Mittel auf afghanischer Seite und die jüngsten Angriffe für alle Parteien ein Problem dar, unabhängig davon, ob sie sich gegen die tadschikische Regierung oder gegen chinesische Arbeiter richten. Eine Verschlechterung der Beziehungen zu China wäre für Tadschikistan&nbsp;äußerst problematisch: Die Infrastruktur des Landes basiert auf Partnerschaften sowie Krediten mit China, die Duschanbe nur schwer begleichen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China nimmt die Situation sehr ernst und fordert Tadschikistan auf, diese Ereignisse aufzuklären und die Sicherheit der chinesischen Staatsbürger auf seinem Territorium zu gewährleisten. In einer ungewöhnlichen Maßnahme forderte die chinesische Botschaft in Duschanbe ihre Staatsangehörigen auf, die&nbsp;<a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20251202/vlasti-kitaya-prizvali-svoih-grazhdan-evakuirovatsya-iz-raionov-tadzhikistana-na-granitse-s-afganistanom">Grenzgebiete zu verlassen</a>&nbsp;und Vorsicht walten zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn die [ins Visier genommenen] chinesischen Arbeiter tatsächlich Angestellte von Straßenbauunternehmen sind, stellt dies für Tadschikistan ein offensichtliches Problem dar: die Tatsache, dass China letztendlich das Land verlassen und die begonnenen Projekte nicht zu Ende führen wird“, schätzt Mélanie Sadozaï.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist daher nicht auszuschließen, dass Duschanbe versucht, seine Grenzen besser zu schützen, obwohl diesbezüglich keine offizielle Ankündigung erfolgt ist. Angesichts des Krieges gegen die Ukraine erscheint es unwahrscheinlich, dass Russland erneut an der Grenze interveniert, die Tadschikistan seit 2004&nbsp;<a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251203/mid-tadzhikistana-oproverg-soobtsheniya-o-tom-chto-strana-prosila-pomotshi-dlya-kontrolya-granitsi-s-afganistanom">eigenverantwortlich</a>&nbsp;schützt. „Was China betrifft, so patrouilliert die Armee nicht entlang der Grenze, aber es ist möglich, dass die Sicherheit der chinesischen Infrastrukturen, die mittlerweile entlang der Grenze sehr zahlreich sind, verstärkt wird“, schließt die Forscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Judith Robert für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/manque-moyens-afghanistan-securite-frontiere-tadjikistan/">Französischen</a> von Elisabeth Rudolph</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 18:02:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Armee]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[OVKS]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Verteidigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44115</guid>

					<description><![CDATA[<p>Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an der afghanischen Grenze hat die Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit (OVKS) Waffenlieferungen nach Tadschikistan aufgenommen und somit die zentrale Rolle des Landes in der regionalen Sicherheitsarchitektur best&#xE4;tigt. &#xDC;ber die milit&#xE4;rische Unterst&#xFC;tzung hinaus spiegelt dieser Schritt eine strategische Neuausrichtung der Organisation auf ihre s&#xFC;dliche Flanke in Zentralasien wider. Als &#x201E;Friedhof [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/">Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an der afghanischen Grenze hat die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) Waffenlieferungen nach Tadschikistan aufgenommen und somit die zentrale Rolle des Landes in der regionalen Sicherheitsarchitektur bestätigt. Über die militärische Unterstützung hinaus spiegelt dieser Schritt eine strategische Neuausrichtung der Organisation auf ihre südliche Flanke in Zentralasien wider.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als „Friedhof der Imperien“ bleibt Afghanistan für seine Nachbarn ein Faktor chronischer Instabilität. An seiner Nordgrenze steht Tadschikistan seit mehreren Jahren im Mittelpunkt der regionalen Sicherheitsbedenken. Vor diesem Hintergrund hat die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit</a> (OVKS) die Einleitung eines Programms zur Lieferung von Waffen nach Duschanbe bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Hilfe ist <a href="https://eurasianet.org/mounting-worries-on-tajik-afghan-border-prompt-csto-action">laut Eurasianet</a> Teil einer umfassenderen Dynamik. In den letzten Wochen haben der russische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Sergej Lawrow</a> und der neue Generalsekretär der OVKS <a href="https://en.odkb-csto.org/structure/masadykov-taalatbek-shamudinovich.php">Taalatbek Masadykow</a> die zentrale Rolle Zentralasiens in der aktuellen Doktrin der Organisation <a href="https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/lavrov-says-central-asia-afghanistan-central-problems-for-collective-security-treaty-organization/3817845">hervorgehoben</a> und betont, dass die mit der Instabilität in Afghanistan verbundenen Risiken eingedämmt werden müssen. Auch wenn nur wenige Details über die genaue Art der gelieferten Ausrüstung bekannt gegeben wurden, ist das politische Signal klar: Tadschikistan wird zum wichtigsten Ankerpunkt des Sicherheitssystems der OVKS.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waffenlieferungen als Zeichen wachsender Sicherheitsbedenken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage verdeutlicht die Logik dieser Verstärkung. Tadschikistan teilt eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze mit Afghanistan. Diese zeiht sich entlang einer schwer kontrollierbaren Bergkette, die von den regionalen Behörden regelmäßig als anfällig für Infiltrationen, Schmuggel und Aktivitäten bewaffneter Gruppen beschrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Grenze, die aus den anglo-russischen Abkommen von 1895 hervorgegangen ist und dem Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> folgt, wird zudem von Kabul weiterhin angefochten. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 ist sie zu einem Schwerpunkt für Moskau und die OVKS geworden, die eine fortschreitende Destabilisierung der Südflanke des postsowjetischen Raums verhindern wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der strategischen Bedeutung der angekündigten Maßnahme wurden nur wenige Details darüber veröffentlicht. Die Behörden machten weder Angaben zur genauen Art der betroffenen Ausrüstung noch zu deren Umfang, Zeitplan oder finanziellen Modalitäten. Diese Undurchsichtigkeit, die im militärischen Bereich und noch mehr innerhalb der OVKS häufig anzutreffen ist, unterstreicht jedoch die Sensibilität des Themas und den Wunsch, angesichts eines instabilen regionalen Umfelds politischen und strategischen Spielraum zu bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/vier-jahre-fuer-19-minuten-die-geschichte-von-aigerim-tleujanova-aktivistin-des-qantar/">Vier Jahre für 19 Minuten: Die Geschichte von Aıgerim Tleujanova, Aktivistin des Qantar</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang erscheint die militärische Hilfe nicht bloss als einfache Geste der Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten, sondern vielmehr als Instrument der präventiven Stabilisierung. Durch die Stärkung von Tadschikistans Kapazitäten versucht die OVKS in erster Linie, das als am stärksten gefährdet geltende Glied ihres regionalen Systems zu konsolidieren. Hierbei werden aber eher Risiken antizipiert als auf eine offene Krise zu reagiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dreh- und Angelpunkt der „Südfront” </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten Zwischenfälle an der tadschikisch-afghanischen Grenze veranschaulichen die kollektive Dimension der Sicherheitsprobleme, mit denen die OVKS konfrontiert ist. Laut <a href="https://timesca.com/tajik-border-troops-kill-three-afghans-suspected-of-opium-smuggling/">The Times of Central Asia</a> haben tadschikische Grenzsoldaten am 29. Januar im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shamsiddin_Shohin_District">Bezirk Schamsiddin Schochin</a> fünf afghanische Staatsangehörige aufgegriffen, die des Opiumschmuggels verdächtigt wurden. Drei von ihnen wurden bei einem Fluchtversuch getötet. Vor Ort beschlagnahmten die Sicherheitskräfte drei Kalaschnikow-Sturmgewehre, etwa 150 Schuss Munition unterschiedlichen Kalibers sowie 73 Pakete Haschisch und Opium. Außerdem wurde ein Boot entdeckt, das zum Überqueren des Grenzflusses bestimmt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/mit-wem-hat-tadschikistan-freihandelsabkommen/">Mit wem hat Tadschikistan Freihandelsabkommen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Drogenhandel und der Waffenhandel aus Afghanistan versorgen seit Jahren Netzwerke, die über Zentralasien nach Russland führen, wodurch die tadschikisch-afghanische Grenze zu einem direkten Kontaktpunkt zwischen lokalen Bedrohungen und dem kollektiven Sicherheitsraum der Organisation wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Konstellation spielt Tadschikistan eine Rolle als Pufferstaat, dessen Stabilität jene des gesamten regionalen Systems bedingt. Eine anhaltende Verschlechterung der Lage im Süden wäre nicht nur eine bilaterale Herausforderung, sondern könnte auch eine Kettenreaktion auslösen: eine Zunahme illegaler Ströme in die Nachbarstaaten, einen erhöhten Druck auf die Kontrollkapazitäten der OVKS-Mitglieder und letztlich eine Schwächung der Glaubwürdigkeit der kollektiven Sicherheit selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Strategische Rückkehr der OVKS in Zentralasien?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Lieferungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, zu dem die OVKS versucht, ihren Platz in der eurasischen Sicherheitsarchitektur neu zu definieren. Seit 2022 wurde die Organisation durch mehrere Krisen geschwächt. Insbesondere im Südkaukasus war sie unfähig, den Erwartungen Armeniens während der beiden Kriege um Bergkarabach gegen Aserbaidschan gerecht zu werden, was heftige Kritik an ihrer Effizienz und ihrem Zusammenhalt hervorrief. Jerewan hat seitdem seine Teilnahme an der Organisation eingefroren und unterstützt de facto keine Entscheidung der OVKS.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-nutzt-interpol-um-oppositionelle-im-ausland-aufzuspueren/">Tadschikistan nutzt Interpol, um Oppositionelle im Ausland aufzuspüren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund scheint Zentralasien ein konsensfähigeres Terrain zu sein, um die Relevanz der OVKS zu bekräftigen. Die Mitgliedstaaten teilen eine relativ übereinstimmende Wahrnehmung der Risiken, die mit der Instabilität in Afghanistan verbunden sind, sei es in Bezug auf illegalen Handel, Waffenverkehr oder diffuse Sicherheitsbedrohungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, die Glaubwürdigkeit der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit wiederherzustellen und den russischen Einfluss in einer Region zu festigen, die durch einen verstärkten Wettbewerb externer Akteure, insbesondere Chinas, der Türkei und der Europäischen Union, gekennzeichnet ist. Auch wenn eine Waffenlieferung nicht ausreicht, um eine Doktrin der kollektiven Sicherheit zu definieren, sendet sie doch eine klare Botschaft: Die Organisation will weiterhin ein strukturierender Akteur für die regionale Sicherheit in Zentralasien bleiben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lotsc-lance-un-programme-de-livraison-darmes-au-tadjikistan/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/">Die OVKS startet ein Programm für Waffenlieferungen nach Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-ovks-startet-ein-programm-fuer-waffenlieferungen-nach-tadschikistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 22:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[One Belt One Road]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43585</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsb&#xFC;rger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausma&#xDF; der chinesischen Pr&#xE4;senz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der R&#xFC;ckkehr der Taliban im August 2021 herrschen. Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze f&#xFC;nf chinesische Staatsb&#xFC;rger get&#xF6;tet und weitere verletzt. Der erste Angriff [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/">Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsbürger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der Rückkehr der Taliban im August 2021 herrschen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze fünf chinesische Staatsbürger getötet und weitere verletzt. Der erste Angriff am 26. November, der sich gegen Mitarbeiter des Goldminenunternehmens Shohin SM richtete, forderte drei Todesopfer und einen Verletzten. Beim zweiten Angriff am 30. November gegen die China Road and Bridge Corporation (CRBC) wurden laut der tadschikischen staatlichen Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/rus/2025/12/zayavlenie-press-tsentra-pogranichnyh-vojsk-gosudarstvennogo-komiteta-natsionalnoj-bezopasnosti-respubliki-tadzhikistan/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">Khovar</a> zwei Mitarbeiter getötet und zwei weitere verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Sicherheitsbehörden wurden die Angriffe aus Afghanistan mit Granaten bestückten Drohnen verübt. Die noch nicht identifizierten Täter hätten von der afghanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Provinz Badachschan</a> aus agiert. China forderte eine zügige Untersuchung und <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202512/1349466.shtml?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">rief seine Bürger auf</a>, das Grenzgebiet umgehend zu verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die chinesische Präsenz in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe verdeutlichen das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region und die anhaltenden Spannungen seit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/">Rückkehr der Taliban im August 2021</a>. In Tadschikistan sind derzeit über 300 chinesische Unternehmen tätig, insbesondere im Bergbau. So auch Shohin SM, ein Unternehmen, das hauptsächlich Gold im Süden Tadschikistans abbaut und dessen drei Mitarbeiter bei dem ersten Angriff getötet wurden.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Initiative <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">Neue Seidenstraße</a> hat China seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Duschanbe deutlich intensiviert. 2017 entfielen 4,9 Prozent der tadschikischen Exporte auf China; bis 2023 stieg dieser Anteil auf 24 Prozent. Die beiden Länder scheinen ihre Kooperation nicht nur im wirtschaftlichen sondern auch im militärischen Bereich zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese enge Zusammenarbeit begann jedoch bereits vor dem Start der Seidenstraßen-Initiative. Peking finanzierte beispielsweise das gigantische Projekt einer Schnellstraße von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>. Diese wurde zwischen 2006 und 2012 von CRBC gebaut – jenem Unternehmen, dessen zwei Mitarbeiter vor wenigen Tagen getötet wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Instabilität an der Grenze zu Afghanistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitsrisiken an der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan gefährden zunehmend auch chinesische Staatsbürger, die hauptsächlich in Mega-Infrastrukturprojekten tätig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan war das einzige Land in Zentralasien, das seine Missbilligung der Rückkehr der Taliban öffentlich zum Ausdruck brachte. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> präsentiert sich als Verteidiger der tadschikischen Minderheit Afghanistans, die mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Landes ausmacht. Er äußert regelmäßig seine Besorgnis um deren Sicherheit angesichts der paschtunischen Mehrheit, aus der die Taliban-Bewegung hervorgegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist Duschanbe aufgrund der 1.357 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan besorgt über die Präsenz zahlreicher dschihadistischer Gruppen auf afghanischem Gebiet, wie beispielsweise des Islamischen Staates in Khorasan (IS-K), einer der aktivsten Fraktionen des IS und in Opposition zur Taliban, die teilweise in Afghanistan Fuß gefasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/"><strong>Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem Bericht von Reuters zufolge, der sich auf Quellen innerhalb der tadschikischen Sicherheitskräfte beruft, führt Tadschikistan Gespräche mit Russland und einer von Moskau geführten Regionalstreitmacht über die Möglichkeit, Truppen zur gemeinsamen Sicherung der unruhigen Grenze zu Afghanistan zu entsenden. Das tadschikische Außenministerium dementierte den Bericht jedoch umgehend, und Reuters <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-china-worker-killed-russia-troops-mining-taliban/33611762.html">entfernte</a> die Meldung am 3. Dezember.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fest steht, dass es inzwischen Annäherungen zwischen Tadschikistan und der Taliban-Führung gibt. Wenige Tage vor dem Anschlag auf chinesische Staatsbürger hatte beispielsweise ein diplomatisches Treffen zwischen Vertretern beider Länder stattgefunden. Laut dem tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251115/smi-afganistana-soobtshili-o-vizite-tadzhikskoi-delegatsii-v-kabul">Asia-Plus</a> traf am 15. November eine Delegation aus dem Außenministerium, den Sicherheitskräften und anderen tadschikischen Behörden in Kabul ein, um mit der Taliban Sicherheitsfragen zu erörtern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nathan Bataille für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/chinois-tues-au-tadjikistan-la-la-frontiere-afghane-relance-inquietudes-securitaires/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/">Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/toedliche-angriffe-auf-chinesische-arbeiter-an-tadschikistans-suedlicher-grenze/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 22:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43009</guid>

					<description><![CDATA[<p>Trotz zuletzt diplomatischer Fortschritte bleiben die Grenzen zwischen den L&#xE4;ndern Zentralasiens fragile Zonen. Das verdeutlichen zwei Vorf&#xE4;lle zwischen Tadschikistan und den Taliban sowie zwischen Usbekistan und Kirgistan, die sich im August ereigneten. Am 24. August kam es laut Berichten des tadschikischen Mediums Asia Plus zu einem Schusswechsel zwischen tadschikischen Streitkr&#xE4;ften und K&#xE4;mpfern der Taliban entlang [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/">Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Trotz zuletzt diplomatischer Fortschritte bleiben die Grenzen zwischen den Ländern Zentralasiens fragile Zonen. Das verdeutlichen zwei Vorfälle zwischen Tadschikistan und den Taliban sowie zwischen Usbekistan und Kirgistan, die sich im August ereigneten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. August kam es laut Berichten des tadschikischen Mediums <a href="https://asiaplustj.info/en/rubrics/tajikistan">Asia Plus</a> zu einem Schusswechsel zwischen tadschikischen Streitkräften und Kämpfern der Taliban entlang des Grenzflusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Dabei wurde in den Bezirken <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shahr-e_Bozorg">Schahr-e-Bosorg</a> (Afghanistan) und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shamsiddin_Shohin_District">Schamsiddin-Schohin</a> (Tadschikistan) mindestens ein Taliban-Kämpfer getötet und mehrere verletzt. Der Konflikt hängt zum Teil mit dem verstäkten Goldabbau auf der afghanischen Seite des Flusses zusammen. Für die Förderung des Edelmetalls wird der Wasserlauf des Pandsch verändert, wodurch tadschikische Dörfer in der Region durch Bodenerosion bedroht werden.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 15. August hatte sich zudem ein Vorfall an der usbekisch-kirgisischen Grenze ereignet. Laut <a href="https://en.fergana.news/news/139923/">Fergana News</a> erschossen usbekische Grenzsoldaten zwei kirgisische Hirten in der Nähe des Naturschutzgebiets <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ugam-Chatkal_National_Park">Ugam-Tschatkal</a>. Nach einer gemeinsamen Untersuchung erklärten die usbekischen Behörden, die beiden Männer seien der Aufforderung <a href="https://www.kun.uz/en/news/2025/09/05/uzbek-border-guards-actions-deemed-lawful-in-fatal-shooting-of-kyrgyz-citizens">anzuhalten</a> nicht nachgekommen und die Schüsse seien das letzte Mittel gewesen. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass die Grenzziehung im betreffenden Gebiet unklar war.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reaktionen der Behörden und Auswirkungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im usbekisch-kirgisischen Fall reagierten die Regierungen beider Länder umgehend. Nach einer bilateralen Untersuchung bauten diplomatische Gespräche sowie die Rückgabe der Leichen erste Spannungen ab. Beide Länder zeigten zumindest formal den Willen zur Transparenz sowie dazu, eine solche Tragödie in Zukunft durch bessere Abgrenzungen zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-stellt-zwangsheirat-und-stalking-unter-strafe/">Kasachstan stellt Zwangsheirat und Stalking unter Strafe</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tadschikisch-afghanische Zwischenfall hinterlässt eine angespanntere Lage. Diese Konfrontation ist die erste ihrer Art zwischen tadschikischen Streitkräften und den Taliban, seit deren Machtergreifung im Sommer 2021. Die tadschikischen Behörden forderten ihre afghanischen Nachbarn auf, die Regelungen für den Bergbau zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzen als Zonen wiederkehrender Instabilität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ereignisse sind keine Einzelfälle. Die Grenzen zwischen zentralasiatischen Ländern sind immer wieder Schauplatz von Konfrontationen im Zusammenhang mit Gebietsstreitigkeiten, Schmuggel oder auch radikalen bewaffneten Gruppen, wobei letztgenannte Bedrohung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Trotz der Verträge über Grenzziehung oder Grenzabkommen wie zwischen Kirgistan und Usbekistan bleiben die Spannungen in den Bergregionen und in den &#8222;Pufferzonen&#8220; bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus erinnern die Vorfälle daran, dass der Grenzfrieden fragil bleibt. Dabei hatten sich vergangenes Frühjahr erst die Staatschefs Kirgistans, Usbekistans und Tadschikistan zu einem historischen Dreiergipfel <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/">getroffen</a>, bei dem sie Grenzkonflikte beilegten und Gemeinsamkeiten feierten. Doch regionale Stabilität scheint häufig stärker von lokalem Geschehen als nur von politischen Erklärungen abzuhängen</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/fr/author/echaisson/">Evan Chaisson</a> für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/fact/en-asie-centrale-des-recents-incidents-de-tirs-aux-frontieres-testent-la-stabilite-de-la-region/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/">Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tadschikistan: Massive Abschiebungen afghanischer Staatsangehöriger</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-massive-abschiebungen-afghanischer-staatsangehoeriger/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-massive-abschiebungen-afghanischer-staatsangehoeriger/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2025 15:14:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42726</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zum ersten Mal haben die tadschikischen Beh&#xF6;rden offiziell zugegeben, eine gro&#xDF; angelegte Kampagne zur Abschiebung von im Land lebenden afghanischen Exilant:innen durchgef&#xFC;hrt zu haben. Am 19. Juli haben die tadschikischen Beh&#xF6;rden die Festnahme und Abschiebung &#x201E;mehrerer&#x201C; sich illegal im Land aufhaltender afghanischer Staatsangeh&#xF6;riger bekanntgegeben. Als Gr&#xFC;nde wurden religi&#xF6;ser Extremismus, Beteiligung am Drogenhandel und der Besitz [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-massive-abschiebungen-afghanischer-staatsangehoeriger/">Tadschikistan: Massive Abschiebungen afghanischer Staatsangehöriger</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum ersten Mal haben die tadschikischen Behörden offiziell zugegeben, eine groß angelegte Kampagne zur Abschiebung von im Land lebenden afghanischen Exilant:innen durchgeführt zu haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Juli haben die tadschikischen Behörden die Festnahme und Abschiebung „mehrerer“ sich illegal im Land aufhaltender afghanischer Staatsangehöriger <a href="https://khovar.tj/rus/2025/07/press-tsentr-pogranichnyh-vojsk-gosudarstvennogo-komiteta-natsionalnoj-bezopasnosti-respubliki-tadzhikistan-soobshhaet-2/">bekanntgegeben</a>. Als Gründe wurden religiöser Extremismus, Beteiligung am Drogenhandel und der Besitz eines ausländischen Passes genannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Undurchsichtige Ausweisungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl laut der Erklärung scheinbar nur Afghan:innen betroffen sind, die sich illegal im Land befinden oder in illegale Aktivitäten verwickelt sind, deuten die Maßnahmen darauf hin, dass die gesamte Gemeinschaft bedroht ist. Laut <a href="https://rus.azattyq.org/a/my-ne-znaem-kuda-ih-uvezli-tadzhikistan-nachal-massovo-vydvoryat-afganskih-bezhentsev/33480147.html">Radio Azattyk</a>, dem zentralasiatischen Dienst von Radio Free Europe, erhielten in Tadschikistan lebende Afghan:innen Anfang Juli massenhaft SMS mit der Aufforderung, das Land innerhalb von 15 Tagen zu verlassen. Wer dem nicht Folge leiste, werde abgeschoben.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem hat die tadschikische Grenzpolizei wahllos afghanische Staatsangehörige abgeschoben. Laut <a href="https://thediplomat.com/2025/07/tajikistan-orders-afghan-refugees-out-en-masse/?utm_source=chatgpt.com">The Diplomat</a> wurden innerhalb von weniger als einer Woche nach der SMS-Warnung fast 50 Afghan:innen, denen Flüchtlingsstatus zuerkannt worden war, aus dem Land ausgewiesen. Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 leben nach <a href="https://data.unhcr.org/en/situations/afghanistan/location/10461?utm_source=chatgpt.com">Angaben</a> des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) rund 10.000 afghanische Exilant:innen auf tadschikischem Territorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Radio Azattyk berichten die Abgeschobenen, ohne rechtlichen Grund zur Polizei vorgeladen und direkt an die Grenze gebracht worden zu sein. Manche hatten keine Papiere oder persönliche Gegenstände dabei. Die afghanische Bevölkerung, die größtenteils in der im Umland von Duschanbe gelegenen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahdat">Wahdat</a> lebt, steht unter Schock. Berichten zufolge herrscht ein Klima der Angst. Einige verlassen nicht mehr ihre Häuser, weil sie befürchten, jederzeit verhaftet zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wiederkehrende Abschiebungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist nicht das erste Mal, dass Tadschikistan afghanische Staatsangehörige abschiebt. Bereits im <a href="https://timesca.com/unhcr-again-urges-tajikistan-to-stop-deporting-afghan-refugees/">Dezember 2024</a> wurden mindestens 80 Geflüchtete nach Afghanistan zurückgeschickt, oft ohne Gerichtsverfahren. Im Januar 2025 berichtete <a href="https://www.rferl.org/a/afghan-refugees-deported-tajikistan-human-rights-concerns/33270276.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Dienst von Radio Free Europe, dass auch 37 beim UNHCR registrierte Personen abgeschoben worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/"><strong>Transafghanische Eisenbahn: Neuer Schwung und alte Probleme</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem gleichen Medienbericht zufolge gingen die tadschikischen Sicherheitskräfte sogar so weit, Familien ihr Hab und Gut abzunehmen und sie daran zu hindern, ihre Kinder vor der Abschiebung abzuholen. Diese Maßnahmen wurden verdeckt durchgeführt, ohne den Familien die Möglichkeit zu geben, Berufung einzulegen oder sich zu verteidigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Risiken bestehen nach der „Rückkehr“?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit August 2021 versprechen die Taliban allen ehemaligen Regierungsbeamt:innen, Angehörigen der Sicherheitskräfte und ausländischen Kollaborateur:innen eine Generalamnestie – ein Schritt, der afghanische Exilant:innen zur Rückkehr in ihre Heimat bewegen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichte der UN und internationaler Organisationen zeigen jedoch, dass ehemalige Regierungsbeamte, Polizist:innen und Soldaten in der Praxis willkürlichen Verhaftungen und außergerichtlichen Hinrichtungen ausgesetzt sind. Trotz der verkündeten Amnestie sind viele Exilant:innen daher weiterhin einem hohen Verfolgungsrisiko ausgesetzt, insbesondere ehemalige Regierungsmitglieder und ihre Familien.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/le-tadjikistan-reconnait-une-vaste-operation-dexpulsion-dafghans/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-massive-abschiebungen-afghanischer-staatsangehoeriger/">Tadschikistan: Massive Abschiebungen afghanischer Staatsangehöriger</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-massive-abschiebungen-afghanischer-staatsangehoeriger/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 19:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[IS-K]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Sunnismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42537</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verst&#xE4;rkte Zusammenarbeit zwischen den beiden L&#xE4;ndern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin. Zusammen mit Staatsangeh&#xF6;rigen aus elf weiteren L&#xE4;ndern verh&#xE4;ngte Pr&#xE4;sident Donald Trump k&#xFC;rzlich [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/">Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit Staatsangehörigen aus elf weiteren Ländern verhängte Präsident Donald Trump kürzlich gegen afghanische Staatsangehörige ein „<a href="https://www.france24.com/en/americas/20250605-trump-travel-ban-12-countries-us">Einreiseverbot</a>“, das den Betroffenen die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt. Während sich die USA mit dieser Maßnahme weiter von Afghanistan entfernen, strich der russische Oberste Gerichtshof die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> von der Liste der von der Russischen Föderation anerkannten terroristischen Organisationen, <a href="https://www.rferl.org/a/russia-court-ruling-ban-taliban-afghanistan-recognition/33388428.html">wie Radio Free Europe berichtet</a>. Seit der Eroberung Kabuls im August 2021 regieren die Taliban de facto Afghanistan. Dennoch wird die Rechtmäßigkeit ihrer Herrschaft bis heute von keinem anderen Land der Welt anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar ist die gesamte afghanische Bevölkerung nicht mit der sie regierenden Taliban-Minderheit gleichzusetzen, doch die Gleichzeitigkeit dieser Statuswechsel sind nicht bedeutungslos. Russlands ausgestreckte Hand gegenüber den Taliban scheint ein weiterer Schritt in Richtung der offiziellen Anerkennung des „<a href="https://www.alemarahenglish.af/">Islamischen Emirats Afghanistan</a>“ zu sein und bleibt damit eines der wenigen Länder, die nach 2021 eine offizielle diplomatische Vertretung in Kabul besitzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taliban, Erben des sowjetisch-afghanischen Krieges</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erinnert an die besondere Stellung Afghanistans innerhalb der eurasischen Geografie: Fast vierzig Jahre nach dem Scheitern der Sowjetunion, das Land <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_(1979%E2%80%931989)">mit Waffengewalt zu kontrollieren</a>, scheint Russland nun bestrebt zu sein, dessen umstrittenen Führer mit diplomatischen Mitteln zu zähmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban-Bewegung, die 1994 offiziell auf der politisch-militärischen Bühne Afghanistans erschien, bildete sich größtenteils aus jungen Menschen, die nach dem langen Krieg der Sowjetunion in Afghanistan zwischen 1979 und 1989 nach Pakistan ins Exil gegangen waren. Ehemalige Mudschaheddin, die gegen die Sowjets gekämpft hatten, wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalaluddin_Haqqani">Dschallaludin Haqqani</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Omar">Mullah Omar</a>, setzten sich in den ersten Jahren der Bewegung an deren Spitze durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usa-planen-einreisebeschraenkung-fuer-turkmenische-staatsangehoerige/">USA planen Einreisebeschränkung für turkmenische Staatsangehörige</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Konflikt, der in Afghanistan stark mit einem von Russland geführten Invasionskrieg in Verbindung gebracht wird, führte zum Tod hunderttausender Zivilist:innen und zum Exil von Millionen Afghan:innen. Die Taliban, wörtlich „die Studenten”, die vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sunniten">Sunnismus</a> und noch mehr vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dar_ul-Ulum_Deoband">Deobandi-Synkretismus</a> beeinflusst sind und die Ordnung in einem durch Jahre des Krieges verwüsteten Land wiederherstellen wollten, sind also weitgehend ein Produkt des sowjetisch-afghanischen Krieges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zwanzig Jahren amerikanischer Präsenz wird die Figur des ausländischen Besatzers, insbesondere von den jüngeren Generationen, heute eng mit den Streitkräften der von den Vereinigten Staaten angeführten westlichen Koalition assoziiert. Auch wenn die <a href="https://andrewsolomon.com/articles/earth-and-ashes/">traumatische Erinnerung an die militärische Präsenz der Sowjetunion</a> bei den Älteren und an bestimmten Orten noch immer lebendig ist, hat diese nicht mehr denselben Stellenwert, und Russland genießt heute in Afghanistan ein <a href="https://www.business-standard.com/article/pti-stories/30-years-on-russia-views-afghan-war-with-pride-119021400651_1.html?utm_source=chatgpt.com">differenzierteres Image</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Russland, langjähriger Unterstützer der Taliban</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch seine internationale Isolation ist das Taliban-Regime bemüht, sich an der Macht zu halten. Auch wenn Russland mit den ehemaligen sowjetischen Feinden identifiziert werden kann, scheinen die Taliban bereit, sich dem Land anzunähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Regierung unter <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Haibatullah_Akhundzada">Haibatullah Akhundzada</a>, die mit einer <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/04/1134327#:~:text=Alors%20que%20la%20situation%20%C3%A9conomique%20continue%20de%20s%E2%80%99aggraver%2C,%C3%A9tude%20d%E2%80%99une%20agence%20des%20Nations%20Unies%20publi%C3%A9e%20mardi.">katastrophalen wirtschaftlichen und humanitären Lage</a> konfrontiert ist, kann sich in der Diplomatie gegenüber potenziellen internationalen Partnern nicht wählerisch zeigen, erst recht nicht gegenüber Akteuren vom Kaliber Russlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/">Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau hielt während der „Rückeroberung“ des Landes den diplomatischen Dialog mit den Taliban <a href="https://thediplomat.com/2019/01/russia-and-the-taliban-talking-with-terrorists/">aufrecht</a>. Aus russischer Sicht verkörperten die Taliban-Behörden wohl ein Instrument, das zur Verdrängung der amerikanischen Militärpräsenz in Afghanistan beitragen konnte. Da dieses Ziel nun erreicht ist, stellt sich die Frage, wie dieses neue Zeichen der Annäherung an die Bewegung seitens Russlands zu verstehen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der &#8222;Islamische Staat Khorasan&#8220;, gemeinsamer Feind Moskaus und der Taliban?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise ist es gerade die Schwierigkeit, Afghanistan zu kontrollieren, was dem Land seine strategische Bedeutung verleiht. Seine schwierige geografische Lage stellt in der Tat erhebliche Hindernisse für jedes logistische oder infrastrukturelle Großprojekt dar, was bestimmte Bevölkerungsgruppen Afghanistans veranlasste, dort Zuflucht zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch erhält Afghanistan geostrategische Bedeutung, wo doch das Land historisch gesehen das Vordringen der persischen und nahöstlichen Reiche, der Moguln aus Indien, der Chinesen und Russen begrenzte. Diese heutige Lage als Schnittstelle zwischen verschiedenen Siedlungsgebieten ist ein Erbe dieser Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erklärt auch die Anziehungskraft, die dieses Land auf terroristische Gruppen ausübt; das bekannteste Beispiel ist wohl Al-Qaida, die einst von Bin Laden angeführt wurde. Dies gilt heute auch für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischen Staat Khorasan</a> (IS-K), den <a href="https://www.hoover.org/research/jihadi-reactions-us-taliban-deal-and-afghan-peace-talks-0">erklärten Gegner</a> der Taliban. Diese Organisation, die hinter dem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/20320557">Anschlag auf die Crocus City Hall</a> in Moskau am 22. März 2024 stand, bei dem 145 Menschen ums Leben kamen, ist ein gemeinsamer Feind Russlands und der Taliban-Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2015/01/islamic_state_appoin.php">Offiziell gegründet</a> am 26. Januar 2015 nach der Ankündigung der „Wilayat Khorasan” durch den Sprecher des Islamischen Staates <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ab%C5%AB_Muhammad_al-%CA%BFAdn%C4%81n%C4%AB">Abu Muhammad al-Adnani</a>, befindet sich der Rückzugsort dieser Terroristengruppe an der afghanisch-pakistanischen Grenze zwischen der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nangarhar">Nangarhar</a> in Afghanistan und den ehemaligen pakistanischen Stammesgebieten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurram_(Distrikt)">Kurram</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orakzai_(Distrikt)">Orakzai</a>. In der Nähe der Achse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabad">Dschalalabad</a>–<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peshawar</a> und des berühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chaiber-Pass">Chaiber-Passes</a> gelegen, besteht sie ursprünglich aus dissidenten Stammesführern der <a href="https://www.counterextremism.com/threat/tehrik-i-taliban-pakistan-ttp">Tehrik-i-Taliban Pakistan</a> (TTP), einem Ableger der in Pakistan aktiven Taliban-Bewegung, wie <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hafiz_Saeed_Khan">Hafiz Saeed Khan</a> oder <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Omar_Khalid_Khorasani">Omar Khalid Khorasani</a>, die ursprünglich dem Islamischen Staat die Treue schworen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-chorasan-fuer-den-islamischen-staat-bedeutet/">Was Chorasan für den „Islamischen Staat“ bedeutet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod von Hafiz Saeed Khan, der 2016 getötet wurde, ereilte viele kurzlebige Anführer an der Spitze des IS-K das gleiche Schicksal. Die meisten von ihnen stammten aus dem Stammesgebiet an der Grenze und <a href="https://www.theguardian.com/world/2016/jul/23/hazara-minority-targeted-by-suicide-bombs-at-kabul-protest?utm_source=chatgpt.com">konzentrierten</a> ihre Aktivitäten hauptsächlich auf Kabul und Peshawar, wobei sie vor allem die schiitischen Gemeinschaften der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hazara">Hazara</a> oder <a href="https://pakistan.asia-news.com/en_GB/articles/cnmi_pf/features/2020/02/04/feature-01?utm_source=chatgpt.com">Pakistani</a> ins Visier nahmen. Im Jahr 2020 jedoch veränderte sich die Organisation unter der Führung eines neuen Anführers, <a href="https://www.counterextremism.com/extremists/shahab-al-muhajir">Sanuallah Ghafari</a>, auch bekannt als Shabab al-Muhajir, der ein ganz anderes Profil als seine Vorgänger hatte. Der wahrscheinlich aus Kabul stammende Ingenieur und Spezialist für den Stadtkampf soll hinter dem schrecklichen <a href="https://www.rferl.org/a/kabul-airport-bombings-death-toll/31431729.html">Anschlag auf den Flughafen von Kabul</a> stehen, bei dem am 26. August 2021 fast 190 Menschen ums Leben kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner Führung beschränkt der IS-K, der zudem mit der brutalen Unterdrückung durch die Taliban <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">konfrontiert ist</a>, die nun das Land beherrschen, seinen Einfluss in Afghanistan, indem er Guerillataktiken und die Zerstörung von Infrastrukturen entwickelt und gleichzeitig spektakuläre internationale Aktionen durchführt. Die tödlichen Anschläge in Moskau, <a href="https://thediplomat.com/2024/04/islamic-state-khorasans-westward-network-expansion-into-iran-turkey-and-europe/">Kerman im Iran</a>, New Orleans oder die gescheiterten Anschläge in Europa sind Teil dieser Strategie. Diese Art von Operationen, die darauf abzielen, der Organisation durch immer widerstandsfähigere und ausgefeiltere Strategien Sichtbarkeit, Rekrutierung und Finanzierungsquellen zu sichern, haben es dem IS-K ermöglicht, in Zentralasien unter den verschiedenen Akteuren der dschihadistischen Gewalt eine führende Stellung einzunehmen, insbesondere bei der tadschikischen und usbekischen Bevölkerung, die von der Propaganda der Organisation <a href="https://www.asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20240408/stoit-li-tadzhikistanu-boyatsya-igil-horasan">angesprochen wird</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekische-und-tadschikische-terroristengruppen-in-afghanistan/">Usbekische und tadschikische Terroristengruppen in Afghanistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IS-K, der von den Experten des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als derzeit größte Bedrohung für die regionale Stabilität <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">eingestuft wird</a>, hat sich kürzlich durch die <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2024/12/11/haqqanis-assassination-could-widen-a-deeper-fault-line">Ermordung</a> des afghanischen Ministers für Flüchtlinge und Rückführungen, <a href="https://main.un.org/securitycouncil/en/sanctions/1988/materials/summaries/individual/khalil-ahmed-haqqani">Kalil Ur Rehman Haqqani</a>, dem Bruder von Jallaludin, am 11. Dezember 2024 hervorgetan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation ließ es sich nicht nehmen, die Entscheidung Russlands bezüglich der Taliban <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2025/05/30/tkd-monitoring-iskp-releases-booklet-criticizing-russias-decision-to-remove-afghan-taliban-from-blacklist">öffentlich zu kritisieren</a>. Russland seinerseits sieht die Zusammenarbeit mit den Taliban als unverzichtbar an, um den im afghanisch-pakistanischen Gebiet ansässigen IS-K zu bekämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Unterstützung eines Staates im Bereich der Sicherheit, einschließlich der militärischen, bedeutet jedoch eine Form der rechtlichen Anerkennung des unterstützten Regimes, da sonst der Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung droht. Dies würde den Grundsätzen der <a href="https://eng.sectsco.org/">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>, deren Gründungsmitglied Russland ist, jedoch widersprechen. Um solche Anschuldigungen zu vermeiden, wird Russland zweifellos seine SCO-Verbündeten dazu bewegen, die Beziehungen zur afghanischen Regierung zu normalisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Frage der wirtschaftlichen Vernetzung und der Infrastrukturprojekte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses relative diplomatische Risiko Russlands lässt sich weiter durch die wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen erklären, die seit der Invasion der Ukraine gegen das Land verhängt wurden. Tatsächlich könnte der Gewinn einer Unterstützung der Taliban erheblich sein und Russland einen Vorteil gegenüber vielen anderen geostrategischen Akteuren verschaffen, die sich in Zentralasien positionieren wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Taliban-Würdenträger wurden bereits zum internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg im Juni 2024 <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66543d439a7947ae8027dd17">eingeladen</a>. Neben den russischen Projekten zur Rohstoffgewinnung auf afghanischem Boden erfordern auch die Infrastrukturprojekte, die den indischen und pakistanischen Markt erschließen sollen, einen sicheren Transit durch Afghanistan und die Unterstützung der dortigen Regierung. Russland plant nämlich den <a href="https://www.fontanka.ru/2024/05/27/73627862/">Bau einer transafghanischen Gaspipeline</a>, um diese wachsenden Verbrauchsmärkte zu versorgen, die eine nachhaltige Alternative zur EU für den Absatz von russischem Gas darstellen. Darüber hinaus möchte Russland sich an dem transafghanischen Eisenbahnprojekt beteiligen, das auch von Usbekistan und Pakistan gewünscht wird. Die Umsetzung könnte jedoch durch Sicherheitsprobleme gefährdet sein: Ein Abschnitt der geplanten Strecke soll <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kabul">Kabul</a> mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peschawar</a> verbinden, also genau die Achse, auf der der IS-K am aktivsten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Machtübernahme haben die Taliban besonders repressive Gesetze für Frauen und Mädchen <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/08/1137652">erlassen</a>, deren Zugang zu Bildung, Arbeitsplätzen, öffentlichen Räumen und sogar der Möglichkeit, zu singen und ihre Stimme zu erheben, eingeschränkt ist. Das fast ausschließlich aus Paschtunen bestehende Taliban-Regime neigt weiter dazu, die Enteignung von Eigentum ethnischer Minderheiten wie Tadschiken, Usbeken und Hazara zugunsten der Paschtunen und Anhänger der Regierung zu <a href="https://www.amnesty.fr/conflits-armes-et-populations/actualites/sous-le-regime-taliban-une-annee-de-terreur-pour-la">fördern</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jonathan Bonjean für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/rapprochement-de-la-russie-avec-les-talibans-quelles-implications-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/">Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 18:36:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[CASA-1000]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Kambarata]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Rogun]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42436</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und S&#xFC;dasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance. Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des CASA-1000 (Central Asia &#x2013; South Asia Electricity Transmission and Trade Project) n&#xE4;herbringt: Bei einem Regierungstreffen in [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/">Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und Südasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a> (Central Asia – South Asia Electricity Transmission and Trade Project) näherbringt: Bei einem <a href="https://asiaplustj.info/en/node/348956">Regierungstreffen</a> in Duschanbe haben am 16. Mai Minister der vier am Projekt beteiligten Länder Tadschikistan, Kirgistan, Afghanistan und Pakistan mehrere wichtige Dokumente unterzeichnet, die den für 2027 geplanten kommerziellen Start des Projekts einläuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 soll es Tadschikistan und Kirgistan ermöglichen, überschüssigen Strom an die südasiatischen Nachbarn zu exportieren. Das Projekt, dessen bisherigen Kosten auf über eine Milliarde US-Dollar (über 875 Millionen Euro) geschätzt werden, hat über ein Jahrzehnt lang politische und technische Herausforderungen bewältigt. Sein Fortschritt beruht vor allem auf kontinuierlicher internationaler Unterstützung und einer verstärkten Koordination zwischen multilateralen Akteuren. Da Kirgistan und Tadschikistan selten an Initiativen dieser Größenordnung teilnehmen, stellt das Projekt einen wichtigen Schritt für ihre regionale Integration dar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>CASA-1000: Ambitionen und Realitäten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.casa-1000.org/about-casa-1000/#about2">Das Projekt</a> zielt darauf ab, 1.300 Megawatt überschüssigen Wasserstrom aus Kirgistan und Tadschikistan nach Afghanistan und Pakistan zu exportieren. Die Gesamtlänge der Leitungen beträgt 1.387 Kilometer, die Gesamtkosten belaufen sich auf über 1,6 Milliarden US-Dollar (51,4 Milliarden Euro), finanziert von mehreren internationalen Institutionen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan hat 456 Kilometer Stromleitungen gebaut und das Umspannwerk Datka modernisiert, Tadschikistan 170 Kilometer. Die Arbeiten seien in beiden Ländern abgeschlossen, <a href="https://www.mewr.tj/?p=4905">erklärte</a> Tadschikistans Energieminister Daler Dschumha. Der afghanische Teil des Projekts sei zu 70 Prozent fertiggestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussionen zu dem Projekt begannen im Jahr 2006. CASA-1000 wurde 2014 von der Weltbank <a href="https://www.fergananews.com/news/22005">genehmigt</a> und 2016 offiziell <a href="https://www.mewr.tj/?p=199">gestartet</a>. Es handelt sich um die erste praktische Umsetzung der 2011 gestarteten Initiative „Central Asia South Asia Regional Electricity Market“ (<a href="https://www.casa-1000.org/Docs/4.%20Bishkek%20MoU%20ENG%20%28Signed%20Sep%2020%2C%202011%29.pdf">CASAREM</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Interne Spannungen…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan und Tadschikistan halten sich traditionell von großen Infrastrukturprojekten fern. Neben CASA-1000 gibt es das Regionale Straßenrekonstruktionsprojekt (CAREC) sowie den Bau der Wasserkraftwerke <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kambar-Ata-Talsperre">Kambarata-1 und 2</a> in Kirgistan und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun-Staudamms</a> in Tadschikistan. Beide geraten immer wieder aufgrund politischer oder ökologischer Streitigkeiten <a href="https://www.fergananews.com/news.php?id=16481">mit dem Nachbarn Usbekistan</a> ins Stocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sind solche Projekte in Tadschikistan und Kirgistan selten? Beide Länder stehen vor komplexen institutionellen Herausforderungen: Kirgistan hatte in den letzten zehn Jahren vier aufeinanderfolgende Präsident:innen, was die Stabilität und Kontinuität der öffentlichen Politik untergraben hat. Tadschikistan seinerseits arbeitet daran, die Transparenz und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Governance">Governance</a> seiner Institutionen zu stärken, doch die Fortschritte bleiben schleppend. Beide Staaten haben zudem mit einem geringen Staatshaushalt zu kämpfen, der ihre Investitionsmöglichkeiten in Infrastrukturprojekte einschränkt und sie stark von internationaler Hilfe abhängig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/"><strong>Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Spannungen um die gemeinsame Grenze, die die Beziehungen lange belastet haben. Erst im März 2025 wurde ein <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzabkommen</a> zwischen Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnet – ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich muss die umfangreiche, aus der Sowjetzeit übernommene Infrastruktur modernisiert und verbessert werden, um den aktuellen technischen und ökologischen Standards zu entsprechen. Trotz des vielversprechenden Wasserkraftpotenzials bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Bewirtschaftung der Reservoirs, bei der Logistik und durch saisonale Schwankungen, die die Stabilität der Energieproduktion beeinträchtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>… und externe Faktoren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Projekte in Zentralasien werden zunehmend von der regionalen Geopolitik beeinflusst. CASA-1000 erlebte Phasen der Stagnation, nicht nur aufgrund interner Herausforderungen der beteiligten Länder, sondern auch aufgrund der Positionen und Interessen der Nachbarstaaten. Insbesondere Usbekistan stand dem Projekt während der Herrschaft seines isolationistischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> lange Zeit ablehnend gegenüber. Tadschikistan plant den Export erheblicher Strommengen aus dem gigantischen Rogun-Wasserkraftwerk, das sich derzeit im Bau befindet und am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> – einem Quellfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> – liegt. Taschkent befürchtet jedoch, dass der Staudamm nach seiner Inbetriebnahme den Wasserstand des größten Flusses Zentralasiens drastisch senken wird, was für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-aendert-seine-position-in-bezug-auf-das-energieprojekt-casa-1000/"><strong>Usbekistan ändert seine Position in Bezug auf das Energieprojekt CASA-1000</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan hingegen zeigte kein Interesse an regionalen Projekten und konzentrierte sich auf die Entwicklung seines Gassektors, während es politisch neutral blieb. Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 führte zu zusätzlichen Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf CASA-1000, und in der Folge zu einer <a href="https://rus.azattyk.org/a/32856510.html">vorübergehenden Aussetzung</a> der Finanzierung durch die Weltbank. Dank eines konstruktiven Dialogs zwischen den Beteiligten und der Einrichtung geeigneter Überwachungsmechanismen konnte die Finanzierung 2024 wieder aufgenommen und das Projekt fortgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Institutionen und Programme mit Fokus auf nachhaltiger Entwicklung haben maßgeblich zur Weiterentwicklung von CASA-1000 beigetragen. Internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Entwicklungsbank">Islamische Entwicklungsbank</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Bank_für_Wiederaufbau_und_Entwicklung">EBWE</a> stellen die Finanzierung und überwachen die Umsetzung des Projekts. Somit stellen sie sicher, dass diese internationalen Standards entspricht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lokale Strukturen stärken</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf lokaler Ebene wurden Unterstützungsprogramme für die örtlichen Gemeinden entwickelt, um die positive Wirkung des Projekts zu maximieren. In Kirgistan spielte die Agentur für Gemeindeentwicklung und -investitionen (ARIS) eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des <a href="https://www.aris.kg/projects/proektyprogrammy-aris/proekt-podderzhki-mestnyh-soobschestv-ppms-casa-1000-i-dopolnitelnoe-finansirovanie-dlya-ppms?lang=ru">Community Support Project (CSP)</a> im Rahmen von CASA-1000. CSP stellt ein ergänzendes Programm zum Aufbau lokaler Kapazitäten und zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur dar. Das Programm umfasste 77 Orte im Süden des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan wiederum verfolgt einen <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20200415/tajikistan-ratifies-agreements-on-supporting-families-living-in-casa-1000-project-area">ähnlichen Ansatz</a>: Ein vom nationalen Energieunternehmen Barqi Tojik koordiniertes und mit Unterstützung des Nationalen Sozialinvestitionsfonds umgesetztes Projekt zielt auf rund 60 Dörfer entlang der Route ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/"><strong>Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass der Erfolg großer Infrastrukturprojekte nicht nur von der internationalen Zusammenarbeit abhängt, sondern auch von der Fähigkeit nationaler Institutionen, ein inklusives, dezentrales und sozial verantwortliches Management sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 ist mehr als nur ein Energieprojekt. Es zeigt auch, wie Kirgistan und Tadschikistan Instabilität bewältigen und sich aktiv für eine nachhaltige regionale Zusammenarbeit engagieren können. Dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und gezielter institutioneller Hilfe setzt dieses Projekt neue Maßstäbe für die Beteiligung kleiner zentralasiatischer Staaten an groß angelegten grenzüberschreitenden Initiativen. Nun gilt es, Lehren zu ziehen und Chancen zu nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Olga Vishnevskaia für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/casa-1000-un-projet-qui-survit-grace-a-laide-internationale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/">Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf frischer Tat ertappt</title>
		<link>https://novastan.org/de/bild-des-tages/auf-frischer-tat-ertappt/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/bild-des-tages/auf-frischer-tat-ertappt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2024 04:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Marktplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40480</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zwei afghanische Kinder genie&#xDF;en ein Eis auf dem grenz&#xFC;berschreitenden Markt von Shohun, im Tal des Flusses Pjandsch, in Tadschikistan. Foto : Simone Bergonzi&#xA0;(@simobergz, Italie)</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/auf-frischer-tat-ertappt/">Auf frischer Tat ertappt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zwei afghanische Kinder genießen ein Eis auf dem grenzüberschreitenden Markt von Shohun, im Tal des Flusses <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pjandsch</a></strong>, in Tadschikistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Simone Bergonzi</strong>&nbsp;(<strong><a href="https://www.instagram.com/simobergz/">@simobergz</a></strong>, Italie)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/auf-frischer-tat-ertappt/">Auf frischer Tat ertappt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/bild-des-tages/auf-frischer-tat-ertappt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Deutschland verhandelt über die Abschiebung afghanischer Asylsuchender via Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[SLS]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2024 20:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Nancy Feaser]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=39641</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Bundesregierung verhandelt mit Usbekistan da&#xFC;ber, afghanische Staatsangeh&#xF6;rige &#xFC;ber das zentralasiatische Land abzuschieben. Nachdem ein Polizist von einem abgelehnten Asylsuchenden aus Afghanistan get&#xF6;tet wurde, war eine Debatte &#xFC;ber Abschiebungen nach Afghanistan neu entbrannt. Die Bundesregierung hat Verhandlungen mit Usbekistan aufgenommen, um die Abschiebung afghanischer Asylsuchender zu organisieren, die keinen Anspruch auf Asyl haben. Die Gespr&#xE4;che, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/">Deutschland verhandelt über die Abschiebung afghanischer Asylsuchender via Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Bundesregierung verhandelt mit Usbekistan daüber, afghanische Staatsangehörige über das zentralasiatische Land abzuschieben. Nachdem ein Polizist von einem abgelehnten Asylsuchenden aus Afghanistan getötet wurde, war eine Debatte über Abschiebungen nach Afghanistan neu entbrannt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat Verhandlungen mit Usbekistan aufgenommen, um die Abschiebung afghanischer Asylsuchender zu organisieren, die keinen Anspruch auf Asyl haben. Die Gespräche, die ohne direkte Vereinbarungen mit den Taliban geführt werden, zielen darauf ab, die politischen und sicherheitspolitischen Komplikationen im Zusammenhang mit den Beziehungen zu Afghanistan zu umgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Strategie, die von <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afghanen-in-deutschland-bundesregierung-verhandelt-abschiebe-deal-mit-usbekistan-a-b8d2da19-2f41-4f1b-a40d-4f84b844617e">Der Spiegel</a> enthüllt und von mehreren deutschen und usbekischen Medien weiterverbreitet wurde, wirft Fragen zu den Rechten von Asylsuchenden und zur europäischen Migrationspolitik in einem komplizierten Sicherheitskontext auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ziel der Verhandlungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Verhandlungen ist die Festlegung eines Verfahrens zur Ausweisung von afghanischen Staatsangehörigen, die keinen Anspruch auf Flüchtlingsstatus haben. Wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/news/2024/06/17/smi-frg-vedet-peregovory-s-uzbekistanom-o-deportatsii-afganskix-bejyensev">Kun</a> berichtet, dürften rund 13.000 in Deutschland lebende Afghan:innen davon betroffen sein. Einige von ihnen verfügen jedoch über einen Status, der eine Ausweisung erschwert, insbesondere aufgrund einer Familientrennung oder der Gefahr im Zusammenhang mit der Lage in Afghanistan.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Um direkte Verhandlungen mit den von der Bundesregierung nicht anerkannten Taliban zu vermeiden, schlägt sie vor, die Geflüchteten mit der privaten Fluggesellschaft Kam Air von Deutschland in die usbekische Hauptstadt Taschkent und von dort weiter nach Kabul zu transportieren. Kam Air hat sich bereits an <a href="https://www.hrw.org/report/2022/11/18/no-one-asked-me-why-i-left-afghanistan/pushbacks-and-deportations-afghans-turkey">ähnlichen Abschiebungen</a> aus anderen Ländern beteiligt und unterhält verlässliche Beziehungen zu den Taliban-Behörden, was für eine gewisse Fluidität im Prozess sorgt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gespräche in Taschkent</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die usbekische Onlinezeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/06/19/migration-pact/">Gazeta.uz</a> berichtet, reiste eine deutsche Delegation im Auftrag von Innenministerin Nancy Faeser Ende Mai nach Taschkent, um mit der usbekischen Regierung die Bedingungen des Vorhabens zu besprechen. Berichten zufolge wurden die Verhandlungen als konstruktiv bewertet und die usbekischen Behörden äußerten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter bestimmten Bedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigste Bedingung Taschkents sei die Unterzeichnung eines offiziellen Migrationsabkommens, das die Einreise usbekischer Fachkräfte nach Deutschland regelt. Dieses Abkommen werde seit mehreren Monaten vorbereitet und stelle eine zentrale Forderung Usbekistans dar, die im Prozess der diplomatischen Erleichterung von Abschiebungen nach Afghanistan über Usbekistan erfüllt werden solle.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verschärfung der Migrationspolitik</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte um Abschiebungen nach Afghanistan ist in Deutschland nach einem tragischen Vorfall Ende Mai in Mannheim neu entbrannt, bei dem ein Afghane einen Informationsstand der islamfeindlichen Bewegung „Pax Europa“ angegriffen und einen Polizisten tödlich verletzte hatte. Dies führte zu Diskussionen über die Ausweisung von Migrant:innen, welche die Asylkriterien nicht erfüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Olaf Scholz sprach sich vor dem Bundestag für die Ausweisung Krimineller aus. „<em>Solche Straftäter gehören abgeschoben &#8211; auch wenn sie aus Syrien und Afghanistan stammen&#8220;</em>, <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/scholz-abschiebungen-afghanistan-102.html">sagte</a> er in einer Regierungserklärung. Diese Position spiegelt den verstärkten politischen Willen wider, die Migrationspolitik zu verschärfen, angesichts des Aufstiegs der extremen Rechten im Vorfeld der Europawahlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunft europäischer Migrationspolitik?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche zwischen Deutschland und Usbekistan laufen weiter. Wie <a href="https://kun.uz/en/news/2024/06/20/uzbekistan-germany-to-concur-with-labor-migration">Kun</a> berichtet, plane der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Migrationsabkommen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Stamp">Joachim Stamp</a>, die Gespräche fortzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das geplante Abkommen könnte als Modell für andere europäische Länder dienen, die Migrationsströme strukturierter und sicherer steuern möchten. Es wirft jedoch auch Fragen zur Achtung der Menschenrechte und zur Behandlung von Asylsuchenden in komplexen politischen Kontexten auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/">Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Umgehung direkter Vereinbarungen mit den Taliban hofft die Bundesregierung, Abschiebungen effektiver zu bewältigen und gleichzeitig inneren (sicherheits)politischen Bedenken Rechnung zu tragen. Die weitere Entwicklung dieser Diskussionen gilt es zu beobachten, da sie neue Maßstäbe in der europäischen Migrationspolitik setzen könnten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Roman Selosse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/lallemagne-negocie-lexpulsion-demandeurs-dasile-afghans-via-louzbekistan/">Französischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/">Deutschland verhandelt über die Abschiebung afghanischer Asylsuchender via Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tadschikistan: Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 13:14:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Legitimität]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=37650</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Beh&#xF6;rde des Taliban-Regimes &#xFC;bernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der fr&#xFC;heren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, &#xE4;u&#xDF;erte sich nicht zu dieser Frage. In Tadschikistan gibt es nun [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/">Tadschikistan: Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Behörde des Taliban-Regimes übernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der früheren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, äußerte sich nicht zu dieser Frage.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan gibt es nun zwei diplomatische Vertreter Afghanistans, die von zwei verschiedenen Regierungen kommen. Der eine in Duschanbe ist Botschafter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Zahir_Aghbar">Mohammad Zahir Aghbar</a>, der die Regierung der Islamischen Republik Afghanistan unter dem im August 2021 gestürzten ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschraf_Ghani">Aschraf Ghani</a> vertritt.Der andere ist Nakiboullo Dehkonzoda, der von den Behörden des Taliban-Regimes zum Leiter des afghanischen Konsulats in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">autonomen Region Berg-Badachschan</a> ernannt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Vertreter streiten also um die Legitimität. Das letzte Wort hat die tadschikische Regierung, die sich noch nicht dazu geäußert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Vertreter, zwei Regierungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. November zerriss Botschafter Mohammad Zahir Aghbar öffentlich die Kopie eines Schreibens, der im Namen der Taliban an die Medien <a href="https://rus.ozodi.org/a/32674700.html">verteilt worden war</a>. Darin stand, dass einer ihrer Vertreter zum ersten Sekretär der Botschaft in Tadschikistan ernannt worden war. Der Botschafter dementierte dies und forderte die Bevölkerung auf, keine falschen Informationen zu verbreiten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unser Konsulat in Chorog ist in keiner Weise in den Händen der Taliban. Wir haben es aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Möglichkeiten vorübergehend geschlossen, und unsere Kollegen arbeiten weiterhin hier [im Büro der afghanischen Botschaft in Tadschikistan]“</em>, sagte er laut dem <a href="http://asiatv.kg/2023/11/13/afganskoe-konsulstvo-v-tadzhikskom-horoge-pereshlo-pod-kontrol-talibana-predstavitel-talibov-v-konsulstve/">Sender AsiaTV</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32678983.html">so Radio Ozodi</a>, veröffentlichte der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums der Taliban, Hafiz Zia Ahmad, am 9. November <a href="https://twitter.com/HafizZiaAhmad">auf X</a> (früher Twitter) ein Video, in dem er mit Nakibullo Dehkonzoda spricht und behauptet, mit der direkten Unterstützung und Aufsicht des Außenministeriums des Islamischen Emirats Afghanistan zu arbeiten.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Dekhkonzoda erklärt darin, dass er den tadschikistanischen Behörden für die Öffnung der Grenzposten und -märkte gedankt habe und dass sich die Taliban in den Bereichen Transport, Handel, Grenzfragen und Auslieferung von Gefangenen mit Tadschikistan koordinieren würden. Seinen Worten zufolge werden die Aktivitäten des Konsulats von nun an auf die Bereitstellung von Visa und Pässen für afghanische Bürger ausgeweitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zustimmendes Schweigen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikistanischen Behörden äußerten sich allerdings nicht zur Anwesenheit eines Vertreters der Taliban mit diplomatischen Funktionen in Chorugh, obwohl Tadschikistan das einzige Nachbarland Afghanistans ist, das keine diplomatischen Beziehungen zur Taliban-Regierung aufgenommen hat.Der tadschikistanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalj Rahmon</a> hat die Taliban beschuldigt, Minderheitengruppen, insbesondere die Tadschiken, nicht in die Regierungsführung Afghanistans einzubeziehen, <a href="https://intellinews.com/pannier-curious-case-of-the-duelling-afghan-diplomats-301815/">berichtet Intellinews</a>. Tadschikinnen und Tadschiken sollen 27% der afghanischen Bevölkerung <a href="https://minorityrights.org/country/afghanistan/">ausmachen</a>. Als die Taliban in Afghanistan wieder an die Macht kamen, sorgten sie zudem für Spannungen mit der tadschikistanischen Regierung, indem sie bewaffnete Männer der mit den Taliban verbündeten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jamaat_Ansarullah">Jamaat Ansarullah</a> entlang der gemeinsamen Grenze stationierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion darauf hat Tadschikistan seit 2021 seine Militärpräsenz im Grenzgebiet verstärkt und die Zahl der Militärposten auf über 100 erhöht, <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">berichtet Asia-Plus</a>. Die tadschikistanischen Behörden haben wiederholt vor Sicherheitsbedrohungen durch extremistische Gruppen aus Afghanistan gewarnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Tadschikistan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/jenseits-von-krieg-und-drogen-ein-anderer-blick-auf-afghanistan/">Jenseits von Krieg und Drogen, ein anderer Blick auf Afghanistan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt jedoch einen Präzedenzfall für die aktuelle Situation. Nachdem eine Lawine im März die Infrastruktur des Konsulats in Chorugh beschädigt hatte, reiste eine Gruppe von Vertretern der Taliban-Regierung an, um den Schaden zu begutachten, <a href="https://avesta.tj/2023/03/25/strong-delegatsiya-talibov-vpervye-posetila-tadzhikistan-strong/">berichtet Avesta</a>. Bei dieser Gelegenheit bestätigten die afghanischen Behörden die Anwesenheit dieser Gruppe, während die tadschikistanische Regierung die Situation weder klarstellte noch dementierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine wirtschaftlich pragmatische, politisch geschlossene Position</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Indiz für eine mögliche Annäherung zwischen Tadschikistan und Afghanistan ist die Wiederaufnahme der gemeinsamen Handelsaktivitäten an der Grenze Anfang September. Die Maßnahme wurde laut der Stadtverwaltung von Chorog auf <em>„Anweisung des Präsidenten der Republik Tadschikistan, Emomali Rahmon“</em> ergriffen, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32575770.html">so Radio Ozodi</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan setzte auch unter dem Taliban-Regime den Handel mit Afghanistan fort. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise die Exporte nach Afghanistan gestiegen, vor allem im Stromsektor, der die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Außerdem bestand 97% des binationalen Handels aus Exporten nach Afghanistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Handelsaustausch geht also weiter. &nbsp;Der Präsident des Landes hat sich zu dieser diplomatischen Intrige nicht geäußert. Doch der Direktor des Zentrums für strategische Studien Tadschikistans, Khaidriddin Usmonzoda, sagte <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">gegenüber Asia-Plus im August</a>: <em>„Angesichts unserer Nähe zu diesem Land werden wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht einstellen. Denn die Unterstützung Tadschikistans für das afghanische Volk hängt in erster Linie von einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit ab. Tadschikistan hat alle seine Transportkorridore den Nachbarländern und internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt, die dem Land humanitäre Hilfe leisten könnten. Was jedoch die politischen Beziehungen betrifft, so ist die Haltung Tadschikistans gegenüber den Taliban unverändert und stabil.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Taliban-Regime kämpft aufgrund seiner menschenrechtswidrigen Politik immer noch um seine Legitimität in der internationalen Gemeinschaft. Die Haltung der tadschikistanischen Regierung erscheint daher paradox: &nbsp;Sie bemüht sich, zwischen dem Handelsaustausch zur Unterstützung des afghanischen Volkes, der politischen Unvereinbarkeit und der Sicherheit des tadschikischen Territoriums angesichts der in Afghanistan koexistierenden extremistischen Gruppen zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramirez, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/representant-gouvernement-taliban-nomme-consulat-khorog/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/">Tadschikistan: Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
