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	<title>You searched for Baumwolle - Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>You searched for Baumwolle - Novastan Deutsch</title>
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		<title>Über das unsichtbare Erbe kirgisischer Opiumarbeiterinnen. Kunstausstellung in Karakol</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 18:07:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dekolonialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 9. November bis zum 9. Dezember 2025 war in Karakol eine Ausstellung zu sehen, die die Arbeit kirgisischer Frauen auf den Opiumfeldern beleuchtet. W&#xE4;hrend die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Frauen kaum dokumentiert wurden, sind die Folgen bis heute sp&#xFC;rbar. Wir tauchen ein in eine Ausstellung zwischen Kunst und historischer Aufarbeitung. Im Heimatmuseum von Karakol, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Vom 9. November bis zum 9. Dezember 2025 war in Karakol eine Ausstellung zu sehen, die die Arbeit kirgisischer Frauen auf den Opiumfeldern beleuchtet. Während die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Frauen kaum dokumentiert wurden, sind die Folgen bis heute spürbar. Wir tauchen ein in eine Ausstellung zwischen Kunst und historischer Aufarbeitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Heimatmuseum von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakol">Karakol</a>, östlich des kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssyk-K%C3%B6l">Ysyk-Köl-Sees</a>, fand vom 31. Oktober bis zum 10. November 2025 die Künstlerinnenresidenz <em>„Memories woven into the soil. Women’s work in the opium fields“ </em>statt. Mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Kulturinstituts in Bischkek, der Zentralasiatischen Universität und des Institut <a href="https://ifeac.hypotheses.org/">Français d’Études sur l’Asie Centrale</a> (IFEAC) haben Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Kasachstan und Kirgistan gemeinsam einen Raum geschaffen, der voll und ganz den Frauen gewidmet ist und Kunst und Geschichte verbindet. In zehn Tagen intensiver kreativer Arbeit sind sie den Spuren kirgisischer Frauen während der Sowjetzeit gefolgt und haben die lange verdrängte Geschichte weiblichen Schaffens auf den Opiumfeldern in einer Ausstellung rekonstruiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Initiative stehen die Künstlerin und Forscherin Altyn Kapalowa sowie Lucia Direnberger, Forscherin am IFEAC und am Centre national de la recherche scientifique <a href="https://www.cnrs.fr/en">CNRS</a>. Seit Juni arbeiten sie an dekolonialen Konzepten, um engagierte Frauen zusammenzubringen, die bereit sind, all jenen eine Stimme zu geben, die bislang ignoriert wurden. Berichte, Fotografien, Gemälde, Mode, Tanzperformances und Texte lassen die Besucher:innen eintauchen in eine Ausstellung, in der Körper eine vergessene Geschichte neu schreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte der Opiumbäuerinnen im sowjetischen Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Kuratorin Altyn Kapalowa erklärt, wurde Karakol nicht zufällig als Standort für diese Künstlerinnenresidenz ausgewählt: Die Region Ysyk-Köl eignet sich besonders gut für den Anbau von Schlafmohn. Während die ersten Anbaugebiete schon Ende der 1870er Jahre unter dem Einfluss Chinas entstanden, entwickelte sich die Region später schnell zur wichtigsten Opiumproduzentin der gesamten UdSSR.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der damit einhergehenden massiven Nachfrage nach Opium verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen erheblich. Zu den miserablen Löhnen und den hohen Anforderungen der Ernte kamen eine ständige Überwachung durch bewaffnete &nbsp;Kräfte und Durchsuchungen nach jeder Ernte hinzu. Egal ob Männer, Frauen oder Kinder – der Opiumanbau verschonte niemanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach jahrelanger Ausbeutung wurde der Anbau von Schlafmohn 1974 in Kirgistan verboten. Heute ist Drogenkonsum im Land streng illegal, und dieser Teil der kirgisischen Geschichte wurde verdrängt. International kaum bekannt, für die lokale Bevölkerung jedoch von großer Bedeutung, hinterfragen die Künstlerinnen in Karakol diese Politik des Vergessens, die die generationenübergreifenden Traumata der Menschen in der Region leugnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine menschliche Geschichte über unmenschliche Arbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An den Wänden des Heimatmuseums hängen farbenfrohe digitale Collagen. Die Aktivistin und Künstlerin <a href="https://www.instagram.com/omi_kami___/">Amaterasu</a> hat Archivfotos von Frauen und Kindern beim Opiumanbau neu interpretiert. Unter jedem Bild lassen Zeitzeug:innenberichte den Schrecken dieser erschöpfenden Arbeit erahnen: <em>„Wir alle hofften, nicht in einer Familie mit Opiumplantagen zu landen. Aber ich hatte kein Glück – kaum hatte ich die Schwelle überschritten, sah ich die Werkzeuge. Ich habe als Kind, in der Schule und sogar als Studentin Opium gesammelt.“</em> Es sind Berichte von Menschen, die zwischen Mohnblumen aufgewachsen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vom-objekt-zum-subjekt-modelle-vor-kamila-rustambekovas-kamera/">Vom Objekt zum Subjekt – Modelle vor Kamila Rustambekovas Kamera</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere erzählen vom Aufwachen in den frühen Morgenstunden, das sie noch immer verfolgt: <em>„Noch heute höre ich das Hupen des großen Lastwagens – es war vier Uhr morgens, ich musste schnell aufstehen und mich anziehen. Heute kann ich mir gar nicht vorstellen, meine Enkelinnen so früh am Morgen zu wecken – das würde mir so leid tun für sie.“</em> Indem sie die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden, knüpfen die Künstlerinnen die Fäden der Zeit neu und vermitteln einen eindrücklichen Einblick in die Härte der Arbeit auf den Feldern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><em>„Es ist nicht nur die Geschichte meiner Mutter, es ist auch meine eigene.“</em></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Berichten, die in der Künstlerinnenresidenz präsentiert werden, finden die Bewohner:innen von Karakol die Geschichten ihrer Mütter oder Großmütter wieder. Sie haben diese Ereignisse zwar nicht selbst erlebt, aber sie haben die Traumata ihrer Vorfahren geerbt. Das möchte Oksana Kapischnikowa, Kunsthistorikerin und Künstlerin aus Ysyk-Köl, zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Performance, die Fotografien, Musik und Tanz miteinander verbindet, erzählt sie die Geschichte ihrer Familie. Als sie zehn Jahre alt war, arbeitete ihre Mutter auf den Opiumfeldern. Noch heute trägt sie die Spuren dieser schweren Arbeit. Aufstehen vor Sonnenaufgang, um drei Uhr morgens, mit durchgefrorenem Körper, dann die Durchsuchung bei der Rückkehr von den Feldern, mit erhobenen Armen, abgetastet werden – all diese Bewegungen sind in ihrem traumatisierten Körper gespeichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Künstlerin, die sich unter einem Tuch windet, erkundet durch die Bewegungen diese vererbten körperlichen Traumata. Während die Musik schneller wird und die Fotos vorbeiziehen, reißt das Tuch und Oksana Kapischnikowa taucht befreit auf. <em>„Das ist nicht nur die Geschichte meiner Mutter, sondern auch meine eigene“</em>, erklärt sie uns.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mode als Mittel der Befreiung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Künstlerinnen der Residenz stammen aus der Region, so zum Beispiel <a href="https://www.instagram.com/ja.mun.mai/">Julia Exper</a>, eine französische Modedesignerin, die sich seit über zehn Jahren für Zentralasien begeistert. <em>„Als ich jünger war, war ich mit meinem Vater während eines Zwischenstopps an einem Flughafen, und es gab einen Flug nach Peshawar in Pakistan. Als ich die Kleidung der Passagiere sah, war ich ästhetisch überwältigt. Das hat mich nie losgelassen“</em>, erzählt sie. Seitdem lässt sie sich immer wieder von afghanischen Motiven inspirieren und träumt davon, eines Tages Afghanistan zu besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach künstlerischen Residenzen in Tadschikistan und Mauretanien reiste sie nach Karakol, um die von der Arbeit auf den Feldern erschöpften Frauen mithilfe von Kleidung neue Sichtbarkeit zu verleihen. <em>„Mode ist ein Mittel zur Heilung. Schönheit ermöglicht es, sich auszudrücken und zu pflegen”</em>, erklärt die Designerin. Ihre Kreationen sind zugleich von chinesischer, russischer und nomadischer Mode beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/die-geopolitik-des-drogenhandels-als-das-opium-zentralasien-regierte/">Die Geopolitik des Drogenhandels: Als das Opium Zentralasien regierte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.chemodanfilms.com/">Gulsat Egemberdiewa</a> stammt aus einer Familie, in der Frauen über drei Generationen Opium ernteten. Sie ist Filmemacherin und Fotomodel. In Zusammenarbeit Exper versucht sie, verschiedene Facetten der Frauen aus Karakol sichtbar zu machen: die Dungan-Tradition, die das Opium in die Region brachte, die sowjetische Arbeitswelt und schließlich den Trost und Schutz durch die umhüllende Pelzkleidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Projekt namens „Üschkürük“ ermöglicht es die Mode den Künstlerinnen, sich die ausgelöschten Geschichten wieder anzueignen. Kleidung wird zu einer <em>„Rüstung, einem Symbol für kollektive Widerstandsfähigkeit und die Verarbeitung von Traumata“</em>. <em>„Wir haben im Schnee unter extremen Bedingungen fotografiert“</em>, erklärt Julia Exper.<em> „Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eintauchen in die Opiumfelder</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmals seit Jahrzehnten wurde der Keller des Museums hergerichtet, um Werke wie die von Marina Solntsewa auszustellen, einer Berliner Künstlerin, die sich mit dekolonialen und feministischen Praktiken auseinandersetzt. Ihr Werk „Feld der unsichtbaren Arbeit“ taucht die Besucher:innen in die Dunkelheit des Untergeschosses, wo sie auf Mohnblumen aus Aluminium treffen, einem Material, das früher zum Sammeln von Opium verwendet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-baumwolle-ist-ein-fluch-ueber-die-ausstellung-paxta-in-taschkent/">„Die Baumwolle ist ein Fluch“ – Über die Ausstellung „Paxta“ in Taschkent</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem immersiven Erlebnis ist die Dunkelheit mehrdeutig. Als Erinnerung an die erschreckenden Berichte lässt sie die Härte der Arbeit im Dunkeln erahnen. <em>„Wir begannen bei Tagesanbruch zu arbeiten, als die Erde kaum zu sehen war. Wir konnten die Mohnkapseln und die Insekten kaum erkennen – wir konnten kaum die Gänge unterscheiden. Wir arbeiteten nach Gefühl.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch diese Installation analysiert die Unsichtbarkeit der Arbeit von Frauen und versteht sich als immersiv sowie als investigativ: <em>„Warum gibt es Lücken in den Archiven? Warum wurde diese Geschichte in der öffentlichen Debatte so stark kriminalisiert? Und wer hat davon profitiert?“</em>, fragt Marina Solntsewa. Eine kritische Perspektive, die an das Ziel der Residenz erinnert: jenen Frauen wieder eine Stimme zu geben, die von der Geschichte bewusst zum Schweigen gebracht hat. Angesichts der strahlenden Gesichter der Besucher:innen bei der Vernissage kann man sagen: Mission erfüllt für die Künstlerinnen aus aller Welt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/fr/author/saldeguerroure/">Salomé Aldeguer-Roure</a> für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von</strong><a href="https://novastan.org/de/author/erudolph/"><strong> Elisabeth</strong> <strong>Rudolph</strong></a></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 09:32:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das &#x201E;Kleine Meer&#x201C; nach Jahrzehnten des R&#xFC;ckgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die R&#xFC;ckkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen. Im September 2025 freut sich Nurjan Nurjigitov, kasachstanischer [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das „Kleine Meer“ nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die Rückkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2025 freut sich <a>Nurjan Nurjigitov</a>, kasachstanischer Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, in der kasachstanischen Zeitung <a href="https://astanatimes.com/2025/09/northern-aral-sea-water-volume-growth-exceeds-targets/">Astana Times</a>: Der Kleine Aralsee hat 24 Milliarden Kubikmeter oder 42 Meter Höhe überschritten, vier Jahre früher als geplant. Das ist seit dem Rückgang des Aralsees beispiellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Austrocknung begann in den 1960er Jahren, als die Sowjetunion massiv Wasser aus den beiden Zuflüssen – dem Syrdarja im Norden und dem Amudarja im Süden – umleitete, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. Das Meer schrumpfte mit herausragender Geschwindigkeit, bis Moskau 1990 einräumte, einen „ökologischen Unfall” begangen zu haben. Ein Jahr zuvor hatte sich der Aralsee in zwei Teile geteilt: einen größeren südlichen Teil, der heute fast verschwunden ist, und ein nördliches Becken, das Kasachstan zu retten versucht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43625" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Straße von Aralsk in die Wüste Aralkum führt am Kleinen Meer entlang.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das kleine Aralmeer lebt wieder auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung der Weltbank baute Kasachstan 2006 den Kokaral-Damm. Dieser zwölf Kilometer lange Damm aus Erde und Beton verschließt die Berg-Meerenge und verhindert, dass das Wasser des Syrdarja in den ausgetrockneten Süden abfließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der ersten Phase der Wiederherstellung des Sees im Jahr 2008 hat sich sein Volumen um 42 Prozent erhöht, wie der Minister für Wasserressourcen und Bewässerung im Januar gegenüber der kasachstanischen Medienagentur Tengri News <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/obyem-vodyi-uvelichilsya-v-aralskom-more-559501/">erklärte.</a> Der Salzgehalt hat sich halbiert und der See ist wieder bewohnbar für Fische geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43626" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Aralsk sind wieder Fische auf den Marktständen zu finden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um <a href="https://daz.asia/blog/hoffnung-in-aralsk/">Aralsk,</a> einer ehemaligen Küstenstadt am Kleinen Meer – wie das kasachstanische Becken genannt wird – herum, wird wieder gefischt und die Verarbeitungsbetriebe nehmen ihren Betrieb wieder auf. Novastan hat Zauresh Alimbetova, Direktorin des Vereins Aral Oasis und gebürtige Aralskerin, gefragt, wie sich die Region seit dem Bau des Staudamms verändert hat. <em>„Die wirtschaftliche Lage der Einwohner hat sich verbessert, die Fischer kehren zurück“,</em> stellt sie fest. Auf dem Basar der Stadt sind Barsch und Karpfen aus dem Aralsee wieder in den Auslagen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan will es dabei nicht belassen: Das Land hat die „Phase 2” seines Sanierungsprogramms eingeleitet. Im Mai 2025 gab Nurzhan Nurzhigitov laut der Nachrichtenagentur Kazinform <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstan-starts-implementing-2nd-phase-of-north-aral-sea-conservation-project-7c5c48">bekannt, </a>dass die Arbeiten zur Erhöhung des Kokaral-Staudamms in die Endphase eingetreten seien. Nach Fertigstellung soll das Meer eine Höhe von 44 Metern erreichen und das Wasser sich der ehemaligen, ausgetrockneten Küstenstadt nähern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Rest verwandelt sich in eine Wüste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Wiederbelebung erfolgt nur partiell. Laut einer 2025 in Europe-Asia Studies <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">veröffentlichten Studie</a> macht das wiederhergestellte Gebiet kaum 5 Prozent des Meeres aus den 1960er Jahren aus. Der Rest hat sich in Aralkum verwandelt, eine Wüste aus Salz und giftigen Partikeln, die aus der sowjetischen Landwirtschaft und dem Bergbau stammen. Durch den Wind werden diese Partikel über Tausende von Kilometern transportiert und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner:innen der Region, <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">berichtet</a> das usbekische Medienunternehmen Kun.uz. Die Forscher:innen derselben Studie warnen: Mit dem Damm werden die Feuchtgebiete im südlichen Teil weiter austrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst das Kleine Meer bleibt fragil. Wie das kasachstanische Wasserministerium der Agentur Kazinform im Jahr 2024 <a href="https://qazinform.com/news/aral-syrdarya-basin-declined-by-38-ministry-of-water-resources-1af042">bestätigte,</a> nimmt die Durchflussmenge des Syrdarja ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/"><strong>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev, Generaldirektor des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) – einer 1993 von den fünf zentralasiatischen Ländern gegründeten Regierungsorganisation –, trifft sich mit Novastan und zieht eine bittere Bilanz: Auf einem „Vorher-Nachher”-Foto der Ufer des Syrdarja zeigt er die Spuren, die das Wasser vor einigen Jahren hinterlassen hat. Für ihn sind die beiden Schuldigen für die Austrocknung die globale Erwärmung und das Bevölkerungswachstum. <em>„Es gibt fünfzig Millionen Einwohner im Becken, bald werden es siebzig sein”,</em> sagt er leise.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-43627" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-768x513.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rest des Beckens verwandelt sich in eine Wüste</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wachsender Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der demografische Druck hat nämlich zu einer Ausweitung der Anbauflächen und einem Anstieg des Wasserverbrauchs geführt. In der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Kyzylorda</a> werden 90 Prozent des gesamten verfügbaren Wassers für die Reisbewässerung verwendet, wie Forscher:innen im Jahr 2021 <a href="https://sdpz.rs/images/casopis/2021/zib_70_1_82.pdf">berechnet</a> haben. Da die in der Sowjetzeit gebauten Bewässerungskanäle undicht sind, erreicht fast die Hälfte des gepumpten Wassers nie die Felder, erklärte der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Schomart Tokaev</a> in <a href="https://www.akorda.kz/en/president-kassym-jomart-tokayevs-state-of-the-nation-address-181857">einer Rede</a> im Jahr 2022. Das verschwendete Wasser verdunstet oder versickert im Boden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auf regionaler Ebene waren die Spannungen um Wasser noch nie so groß wie heute. Jeder der zentralasiatischen Staaten hat seine eigenen Prioritäten: Kirgistan setzt auf Wasserkraft, während Usbekistan und Turkmenistan Wasser aus dem Amudarja pumpen, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. <em>„Taschkent und Aschgabat müssten ihr Wirtschaftsmodell ändern, aber sie wollen weiterhin Baumwolle anbauen“,</em> sagt Marat Narbaev. Diese widersprüchlichen Zeitpläne erschweren jede koordinierte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Projekt trübt das Bild zusätzlich: Seit 2022 <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-fleuve-amou-daria-exploite-par-lafghanistan-quelles-consequences-pour-les-pays-dasie-centrale/">baut</a> Afghanistan den Kusch-Tepa-Kanal. Dieser 285 Kilometer lange Kanal soll <a href="https://qazinform.com/news/what-afghanistans-qosh-tepa-canal-could-mean-for-central-asia">laut der</a> kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform ab 2028 in Betrieb genommen werden und bis zu 30 Prozent der Wassermenge des Amudarja umleiten. Für das südliche Meer und die Feuchtgebiete Usbekistans bedeutet dies ein fast endgültiges Aus. Für den Norden hat dies einen Dominoeffekt: Mit weniger Wasser in der Region wird der Druck auf den Syrdarja größer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternativen zur Erhöhung des Damms</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Austrocknung des Aralsees zu verlangsamen, suchen Kasachstan und Usbekistan nach Lösungen. Die erste wäre, einen Teil des Flusses Essil, der von der kasachstanischen Steppe nach Russland fließt, umzuleiten, um den Aralsee indirekt über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai-Plateau">das Turgai-Tal</a> im Nordwesten des Landes wieder zu speisen. Das Projekt, das 2022 und 2024 erneut in mehreren Parlamentsdebatten zur Sprache kam, <a href="https://icaber.kz/index.php/en/about-us-2/">wird von</a> Zhanbolat Nadyrov, dem Gründer des Internationalen Fonds für die Wiederherstellung der Ökosysteme des Kaspischen Meeres und des Aralsees und für den Hochwasserschutz, vorangetrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Initiativen orientieren sich an Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Usbekistan eifert den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihrem Programm zur Wolkenimpfung nach. Die Technik besteht darin, Salz in bestimmte Wolken zu streuen, um den Niederschlag zu erhöhen, wie das usbekische Medienunternehmen Daryo <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/aaadflryd0jn">berichtet.</a> Eine Methode, die kasachstanische Aktivist:innen wie Altay Ainabek, genannt „Rain Man“, inspiriert, der verspricht, mit diesen Techniken „den Aralsee zurückzubringen“. Im Jahr 2024 behauptet der Aktivist, diese Technologie eingesetzt zu haben und für einen Anstieg der Niederschläge in diesem Jahr verantwortlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Behauptung, die von den Klimatolog:innen der nationalen Wetterbehörde Kazhydromet mit einer Handbewegung abgetan wird. <a href="https://centralasiaclimateportal.org/did-rain-man-raise-the-water-level-in-the-aral-sea-kazhydromet-conclusion/">Das Umweltinstitut</a> CAREC zitiert sie und erinnert daran, dass die Region zu trocken ist und dass die Aussaat die natürlichen Niederschläge nur um „maximal 10 bis 15 %“ erhöhen könnte. Ein zu geringer Anstieg, um in das Projekt zu investieren, urteilt die Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Aralsk hofft Ainur Rysbaeva, Direktorin des Umweltverbands Aral Tenizi, dass das Land seine Meinung ändern wird: „<em>Es ist eine sehr wirksame Methode, die in den Emiraten Früchte getragen hat“, e</em>rklärt sie gegenüber Novastan. Sie setzt sich dafür ein, dass die vom IFAS erhaltenen Mittel für andere Projekte als die derzeit im Portfolio dominierenden verwendet werden: <em>„Seit fünf Jahren sind die vom IFAS finanzierten Umweltprojekte nicht optimal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Aufforstungsprojekte am ausgetrockneten Meeresbett sorgen für Enttäuschung. Durch die Anpflanzung von Saxaul, einem Wüstenbaum, der extremen klimatischen Bedingungen standhalten soll, hoffen die kasachstanischen und usbekischen Behörden, die Bodenerosion zu bremsen, den Salzgehalt zu reduzieren und Vegetation anzulocken. <em>„Kasachstan wird bis 2027 mehr als eine Million Hektar damit bepflanzen“,</em> sagt Marat Narbaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind jedoch gemischt: Die jungen Pflanzen sind in den salzhaltigsten Gebieten wenig widerstandsfähig und nur auf wenigen Parzellen übersteigt die Überlebensrate der gepflanzten Bäume 50 Prozent, wie eine 2021 <a href="https://water-ca.org/article/state-of-saxaul-plantations#:~:text=The%20findings%20of%202020%20revealed,ha%20in%20the%20Aralkum%20village">veröffentlichte Studie</a> berichtet. <em>„Diese Projekte können eine Reform der Wassernutzung nicht ersetzen“,</em> warnt Aynur Rysbaeva. Auch wenn der Aralsee in Teilen zurückkehrt, bleibt seine Zukunft ungewiss und hängt von den Entscheidungen der Menschen ab.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Manon Madec für Novastan aus Aralsk und Aralkum (Kasachstan)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Zentralasien durch die Linse von&#8230; Kamila Rustambekova</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/zentralasien-durch-die-linse-von-kamila-rustambekova/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2025 18:05:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amsterdam]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwollernte]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Reihe &#x201E;Zentralasien durch die Linse von&#x2026;&#x201C; stellt Novastan Fotografinnen und Fotografen aus Zentralasien vor und befragt sie zu ihrem Schaffen. Kamila Rustambekova ist Fotografin und Filmemacherin und lebt in Taschkent und Amsterdam. In ihrer Arbeit besch&#xE4;ftigt sich Kamila mit den Bildern und unbekannten Geschichten der modernen usbekischen Gesellschaft. Seit mehreren Jahren erforscht sie [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In der Reihe „Zentralasien durch die Linse von…“ stellt Novastan Fotografinnen und Fotografen aus Zentralasien vor und befragt sie zu ihrem Schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamila Rustambekova ist Fotografin und Filmemacherin und lebt in Taschkent und Amsterdam. In ihrer Arbeit beschäftigt sich Kamila mit den Bildern und unbekannten Geschichten der modernen usbekischen Gesellschaft. Seit mehreren Jahren erforscht sie ihre eigene Familiengeschichte und die Gemeinschaften Usbekistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hallo Kamila, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, um mit uns zu sprechen. Bitte erzählen Sie doch kurz etwas über sich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin mit meiner Familie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yangiyo%CA%BBl">Yangiyo&#8217;l</a> aufgewachsen, einer kleinen Industriestadt in der Nähe von Taschkent. Ich habe Naturwissenschaften am Gymnasium studiert und später einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften in Taschkent erworben. Derzeit lebe ich zwischen Amsterdam und Taschkent. Ich absolviere ein zweijähriges Masterstudium in Filmproduktion in Amsterdam. Meine wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmittel sind, allgemein gesprochen, Fotografie und Film.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="803" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Rustambekova-4-5-803x1024.jpg" alt="" class="wp-image-42556" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Rustambekova-4-5-803x1024.jpg 803w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Rustambekova-4-5-235x300.jpg 235w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Rustambekova-4-5-768x979.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Rustambekova-4-5.jpg 1177w" sizes="auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px" /><figcaption class="wp-element-caption">Menschen bearbeiten einen Berg an Baumwolle. Foto von der Serie &#8222;The Home, The Field and The Flux&#8220;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn es um creatives geht, denke ich immer daran, wann Sie sich entschieden haben, dies „hauptberuflich“ zu verfolgen, anstatt es als Hobby zu betrachten. Wie ist Ihre Beziehung zur Kreativität und gab es einen Moment, in dem Sie wussten, dass Sie dies beruflich verfolgen wollten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fällt mir wirklich schwer, zwei Jahrzehnte Erfahrung in wenigen Worten zusammenzufassen. Ich habe Fotografie nie als Schwerpunkt meines Lebens oder als Karriereweg betrachtet. Kulturell, sozial und zu Hause bin ich mit der Vorstellung aufgewachsen, dass ich einen „normalen Job” anstreben muss, etwas Stabiles, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Während meines Wirtschaftsstudiums absolvierte ich Praktika und arbeitete, aber nach einiger Zeit war ich enttäuscht und unsicher, ob ich mein Leben diesem Beruf widmen wollte. In Taschkent traf ich viele kreative Menschen, und das hat etwas in mir verändert. Mir wurde klar, dass ich vielleicht das, wozu ich mich von Natur aus hingezogen fühle und was ich am besten kann, ernst nehmen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vom-objekt-zum-subjekt-modelle-vor-kamila-rustambekovas-kamera/">Vom Objekt zum Subjekt – Modelle vor Kamila Rustambekovas Kamera</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe Ihre Fotos zuerst auf Novastan und dann erneut auf Nowness Asia gesehen. Wie fühlt es sich an, international bekannter zu werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühle mich nicht wirklich international bekannt, so würde ich es nicht ausdrücken. Aber ich denke, dass die Vertretung Usbekistans, auch wenn sie nur indirekt ist, mit einem Gefühl der Verantwortung einhergeht, insbesondere weil Stimmen aus der Region immer noch so unterrepräsentiert sind. Die Ethik der Repräsentation ist etwas, worüber ich viel nachdenke, sie ist komplex und herausfordernd. Ich behaupte nicht, für Usbekistan als Ganzes zu sprechen, was ich präsentiere, ist ein ganz bestimmter Blickwinkel einer bestimmten Person, eines bestimmten Ortes und einer bestimmten Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich bin ich immer dankbar und glücklich, wenn meine Arbeiten veröffentlicht oder ausgestellt werden, das bedeutet mir sehr viel. Beachtet zu werden, einen Unterschied zu machen.</p>



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<div class="wp-block-group is-layout-grid wp-container-core-group-is-layout-9d260ee2 wp-block-group-is-layout-grid">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="624" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/1Rustambekova-9-1-768x624-2.jpg" alt="" class="wp-image-42559" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/1Rustambekova-9-1-768x624-2.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/1Rustambekova-9-1-768x624-2-300x244.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="624" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/2Rustambekova-5-3-768x624-2.jpg" alt="" class="wp-image-42560" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/2Rustambekova-5-3-768x624-2.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/2Rustambekova-5-3-768x624-2-300x244.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="614" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/3Rustambekova-8-3-768x614-1.jpg" alt="" class="wp-image-42561" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/3Rustambekova-8-3-768x614-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/3Rustambekova-8-3-768x614-1-300x240.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="623" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/4Rustambekova-6-4-768x623-1.jpg" alt="" class="wp-image-42562" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/4Rustambekova-6-4-768x623-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/4Rustambekova-6-4-768x623-1-300x243.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="627" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/5Rustambekova-7-5-768x627-1.jpg" alt="" class="wp-image-42563" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/5Rustambekova-7-5-768x627-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/5Rustambekova-7-5-768x627-1-300x245.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</div>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><sup>Fotos von Kamilas Projekt &#8222;The Home, The Field and The Flux&#8220;</sup></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sprechen wir über „The Home, The Field and The Flux”. Sie haben diese Sammlung kürzlich mit einer anderen Serie namens „Another Paris” kombiniert. Warum haben Sie die beiden kombiniert und was bedeutet „The Home, The Field and The Flux” für Sie?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Idee hatte ich schon seit einiger Zeit – das Projekt über unabhängige Landwirtschaft mit dem über die Baumwollernte zu kombinieren. Beide wurden im gleichen visuellen Stil fotografiert, mit der gleichen Distanz, Herangehensweise und Ästhetik, sodass es sich natürlich anfühlte, sie zusammenzuführen. Beide handeln von modernen landwirtschaftlichen Praktiken und Binnenmigration in Usbekistan. Baumwollpflückende reisen während der Erntezeit oft aus bestimmten Gebieten in die Region Taschkent, während Bauern für etwa acht Monate nach <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Forish">Forish</a> [ein Bergdorf in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jizzax">Jizzax</a>] ziehen, um dort Melonen, Wassermelonen, Tomaten und manchmal auch Erdnüsse, Erbsen oder Sonnenblumenkerne anzubauen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit ist ein Versuch, die Arbeitspraktiken in Usbekistan zu dokumentieren und zu untersuchen, wie sich um diese Bewegung herum temporäre Gemeinschaften bilden. Es geht auch um postkoloniale Agrarstrukturen und darum, wie sich die Vorstellung von Heimat verändert, wenn Menschen einen Großteil des Jahres zwischen verschiedenen Orten leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„The Home, The Field and The Flux” dokumentiert die Anpassung an Land und Traditionen, während „New Uzbekistan” meiner Meinung nach die Entwicklung der Kultur und ihre Schnittstelle mit Traditionen darstellt. Was halten Sie von dieser Interpretation von „New Uzbekistan“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich geht es in diesem Projekt eher um Popkultur, Globalisierung und die breitere visuelle und symbolische Landschaft des heutigen Usbekistan. Ich frage mich: Was sind die wiederkehrenden Themen, Muster und kleinen Details, die diese Region ausmachen? Welche Bilder würde ich einem nicht-menschlichen Wesen aus einer anderen Realität zeigen, das noch nie von Usbekistan gehört hat? Ich denke, es wäre interessant, meine Sammlung zu zeigen, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zentralasien-durch-die-linse-vonbehzod-boltayev/">Zentralasien durch die Linse von&#8230; Behzod Boltayev</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein ironischer und spielerischer Versuch, Usbekistan darzustellen und gleichzeitig die offizielle politische Erzählung des „neuen Usbekistan” zu hinterfragen. Ich sehe Usbekistan als ein riesiges Feld unbekannter Geschichten, da diese nicht immer leicht zu finden sind. Ich stelle alles nach und sammle alles, was mir lebendig, lustig und bedeutungsvoll erscheint. Diese Dinge werden für mich zu kulturellen Symbolen.</p>



<div class="wp-block-group is-layout-grid wp-container-core-group-is-layout-9d260ee2 wp-block-group-is-layout-grid">
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="499" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/aRustambekova-12.jpg" alt="" class="wp-image-42565" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/aRustambekova-12.jpg 624w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/aRustambekova-12-300x240.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
</div>
</div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="625" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/bRustambekova-13-768x625-1.jpg" alt="" class="wp-image-42566" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/bRustambekova-13-768x625-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/bRustambekova-13-768x625-1-300x244.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Szenen aus der Serie &#8222;New Uzbekistan&#8220;. Bild rechts:: Kamila’s Komposition von Diamantbildern.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="667" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/cRustambekova-14-768x667-1.jpg" alt="" class="wp-image-42567" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/cRustambekova-14-768x667-1.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/cRustambekova-14-768x667-1-300x261.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sagen, dass „die Motive von Diamantbildern [Bilder aus zahlreichen kleinen farbigen Strasssteinen, die zu Hause als Hobby zusammengesetzt werden können] das Land widerspiegeln“. Ich würde gerne wissen, warum diese Mosaike der Popkultur Usbekistan repräsentieren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Motive in Diamantbildern stammen aus der globalen Popkultur, und diese Bilder selbst werden in China hergestellt. Was man jedoch tatsächlich in den Geschäften in Usbekistan findet, spiegelt wider, was die Menschen hier kaufen und was sie anspricht, als Spiegelbild des lokalen Geschmacks und der lokalen Werte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die beliebtesten Motive gesammelt – religiöse Ikonografie, niedliche Tiere, Fantasien über Paris, Porträts von Lionel Messi. Sie sagen viel über einen Ort aus, nicht weil sie dort entstanden sind, sondern weil sie hier ausgewählt, vertrieben und zusammengesetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Sabrina“ ist eine wunderschöne Kollektion, die die sichere Bindung der Familie hervorhebt. Wie ist Ihre Beziehung zu dieser Familie und was war Ihre Motivation für diese Kollektion?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe diese Familie während einer spontanen Reise mit meinen Freunden durch Usbekistan kennengelernt. Wir haben einfach nur Spaß gehabt und wussten nicht wirklich, wo wir als Nächstes landen würden. Ich wollte schon immer Forish besuchen, den Geburtsort meines Großvaters. Wir schafften es dorthin, und während der Taxifahrt schlug uns der Fahrer vor, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sentob">Sentob</a> zu besuchen, ein wunderschönes Bergdorf, das zu einer Art Touristenziel geworden war. Dort traf ich Sabrina und ihren Vater.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie luden uns zu sich nach Hause ein, stellten uns den Rest der Familie vor und wir kochten gemeinsam Mittagessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach besuchten wir sie noch ein paar Mal und übernachteten dort. Allmählich vertiefte sich meine Verbindung zu Sabrina, ihrer Mutter Gulnoza, ihrem jüngeren Bruder Anis und ihrem Vater Mashrab. Schließlich zogen sie nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Angren_(Usbekistan)">Angren</a>, einer Industriestadt in der Nähe von Taschkent. Ich besuchte sie, sie besuchten mich. Sie lernten meine Familie kennen. Ich versuchte, bei wichtigen Ereignissen dabei zu sein: Geburtstage, Neujahr, die Geburt von Sabrinas kleiner Schwester.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt macht Sabrina ihren Bachelor-Abschluss in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tjumen">Tjumen</a> in Russland, und ich bin super stolz auf sie. Sie ist für mich wie eine kleine Schwester, und ihre Mutter nennt mich ihre Tochter. Durch meine Arbeit hatte ich das Glück, viele neue Zuhausen und Familien zu finden, und dies ist eine davon. Mein letzter Besuch bei ihnen war besonders emotional, ich habe viel geweint, ich fühlte mich so sicher und geliebt.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="511" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/01Kamila-Rustambekova-9-768x511-1.png" alt="" class="wp-image-42568" style="width:504px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/01Kamila-Rustambekova-9-768x511-1.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/01Kamila-Rustambekova-9-768x511-1-300x200.png 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="511" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/02Kamila-Rustambekova-10-768x511-1.png" alt="" class="wp-image-42569" style="width:498px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/02Kamila-Rustambekova-10-768x511-1.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/02Kamila-Rustambekova-10-768x511-1-300x200.png 300w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><sup>Zwei Fotos vom Projekt &#8222;Sabrina&#8220;</sup></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und noch zum Schluss: Haben Sie noch weitere Projekte in Planung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich arbeite derzeit an meiner Abschlussarbeit für meinen Master. Es handelt sich um eine Forschungsarbeit, die sich mit dem Leben von Mädchen im Exil befasst. Ich versuche, die Erfahrungen von Mädchen, die Suche nach einem Zuhause und den Versuch, ein neues Zuhause aufzubauen, zu thematisieren. Ein Teil des Projekts hat die Form eines „Zine“ [ein kleines Fachmagazin], das aus gefundenem Filmmaterial zusammengestellt wurde. Ich verwende Bilder aus Mietanzeigen, um eine endlose Hausbesichtigung zu erstellen – einen kontinuierlichen, imaginären Lebensraum, der aus unzähligen Betten, Toiletten und Waschmaschinen besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem arbeite ich mit 3D-Animationen, um imaginäre Welten zu erschaffen. Im Vergleich zu meiner fotografischen Arbeit ist meine filmische Arbeit immer persönlicher und introspektiver gewesen. In diesem Projekt geht es um Einsamkeit, Isolation, Freudlosigkeit, Apathie, das Teenageralter, die Erforschung von Sexualität und die Mutter-Tochter-Beziehung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="674" height="510" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Kamila-Rustambekova-NEW.png" alt="" class="wp-image-42570" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Kamila-Rustambekova-NEW.png 674w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/07/Kamila-Rustambekova-NEW-300x227.png 300w" sizes="auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einblick in Kamilas aktuelle Arbeit</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vielen Dank, Kamila Rustambekova. Wo können wir uns über Ihre Arbeit auf dem Laufenden halten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Informationen finden sich auf meinem Instagram-Account @kamilarustambekova und meiner Website <a href="https://kamilarustambekova.com/">kamilarustambekova.com</a> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Dieses Gespräch wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit bearbeitet und gekürzt.</em></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lex Durham-Arnold für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/uzbekistan/central-asia-through-the-lens-of-kamila-rustambekova/">Englischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Der junge und das mosaik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Dec 2024 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaik]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Junge f&#228;hrt mit seinem Fahrrad an der Mosaikfassade eines Mehrfamilienhauses in der Abuali Ibn Sino Avenue in Duschanbe vorbei. Dieses 1971 von Sadukov &#38; Lukovtsev entworfene Mosaik w&#252;rdigt tadschikische Arbeit und Kultur. K&#252;nstler, Musiker und Kameraleute sind ebenso zu sehen wie die Baumwollpflanze, die die Grundlage der sowjetisch-tadschikischen Wirtschaft bildete. Dieses Mosaik hat ein [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Junge fährt mit seinem Fahrrad an der Mosaikfassade eines Mehrfamilienhauses in der Abuali Ibn Sino Avenue in Duschanbe vorbei. Dieses 1971 von Sadukov &amp; Lukovtsev entworfene Mosaik würdigt tadschikische Arbeit und Kultur. Künstler, Musiker und Kameraleute sind ebenso zu sehen wie die <a href="https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/ausweg-aus-der-monokultur_baumwolle-stolz-und-buerde-fuer-tadschikistan/41673466"><strong>Baumwollpflanze, die die Grundlage der sowjetisch-tadschikischen Wirtschaft bildete</strong>.</a> Dieses Mosaik hat ein Gegenstück am Gebäude nebenan, das das Erbe darstellt, das über drei Generationen einer sowjetisch-tadschikischen Familie weitergegeben wurde. (Duschanbe, Tadschikistan, Juni 2023)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Photo: <strong>Hannah McMillen</strong> (Vereinigte Staaten, <strong><a href="https://www.instagram.com/the_crease_in_the_atlas?utm_source=ig_web_button_share_sheet&amp;igsh=ZDNlZDc0MzIxNw==">@the_crease_in_the_atlas</a></strong>)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<title>Baumwollernte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2024 05:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Man h&#xF6;rt noch den Gesang der V&#xF6;gel, das leise Rauschen des Wassers im Bach und manchmal das fr&#xF6;hliche Lachen der Frauen. Es sind Pfl&#xFC;cker auf den Baumwollfeldern. Die Frauen laufen den Weg entlang und tragen neben ihren Sorgen und Pflichten auch noch Baumwolle auf ihren Schultern. Sie sind m&#xFC;de, durstig und manchmal schmerzen ihre H&#xE4;nde, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Man hört noch den Gesang der Vögel, das leise Rauschen des Wassers im Bach und manchmal das fröhliche Lachen der Frauen. Es sind Pflücker auf den Baumwollfeldern. Die Frauen laufen den Weg entlang und tragen neben ihren Sorgen und Pflichten auch noch Baumwolle auf ihren Schultern. Sie sind müde, durstig und manchmal schmerzen ihre Hände, die von der Plackerei rau geworden sind“. <strong><a href="https://novastan.org/de/?s=Baumwolle">Baumwollernte</a></strong> im Bezirk Chinaz, in der Nähe von Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Madina A&#8217;zam </strong>(<strong><a href="https://www.instagram.com/madinaazam_photography/">@madinaazam_photography</a></strong>, Usbekistan)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<item>
		<title>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 06:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>
		<category><![CDATA[Turgai]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Yusup Kamalov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit drei&#xDF;ig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der &#xD6;kologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft H&#xE4;ngegleiter, mit denen er die Flugweise von V&#xF6;geln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur &#xFC;ber sein Aufwachsen in einer Familie, die als &#x201E;Volksfeind&#x201C; galt und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit dreißig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der Ökologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft Hängegleiter, mit denen er die Flugweise von Vögeln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur über sein Aufwachsen in einer Familie, die als „Volksfeind“ galt und sein Engagement zur Rettung des Aralsees.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich wurde noch zur Zeit Stalins geboren und vermute, dass man mich nicht grundlos Yusup nannte, sondern dass dies zu Ehren </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)"><em>Iosif Wissarionowitsch Stalins</em></a><em> geschah. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf: Schulzeit, und danach ein Studium am </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Energetisches_Institut"><em>Moskauer Energetischen Institut</em></a><em>. Nach dem Studienabschluss war ich Energietechniker und wurde zur Arbeit in das Kesselwerk des Wärmekraftwerks in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiatosh"><em>Taxiatosh</em></a><em> entsand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aufgrund des Zustandes des Aralsees regte mein Vater einen Wechsel zur Ökologie an. Er war Archäologe und Historiker und leitete circa 37 Jahre lang das Historische Institut. Nach dem Abgang von Marat Nurmuxamedov</em> (Anm. d. Red.: Karakalpakischer Wissenschaftler, erstes karakalpakisches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik) <em>hat mein Vater quasi die Leitung der Akademie übernommen. Mein Vater hat sich ganz dem Schutz des Aralsees verschrieben und hat versucht, so viele wie möglich zum Studium nach Moskau zu entsenden, seien es Mathematiker:innen, Ökolog:innen oder andere Fachrichtungen. So entstand eine ganze Schar von Anhänger:innen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/"><strong>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach der Eröffnung eines Rechenzentrums in Moskau eröffnete die Karakalpakische Akademie der Wissenschaften 1977 ebenfalls eins. Trotz seiner seltsamen Bezeichnung hat sich das Zentrum einer ganzen Reihe spannender Probleme angenommen, darunter auch der Ökologie. Ich war Praktikant und Doktorand am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau am Laboratorium für mathematische Ökologie. Später wechselte ich in die Abteilung für Wasserprobleme, wo wir mathematische Modelle für das Wassermanagement berechneten. Ich schloss meine Dissertation ab, aber durch verschiedene Interessen habe ich sie nie verteidigt. Mein Vater war darüber natürlich sehr verärgert und besonders seine Kolleg:innen machten sich darüber lustig. Er habe mich zu demokratisch und freiheitlich erzogen, ein anderer Mann wäre auf mich losgegangen.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Wissenschaftler:innen ihre Dissertation verteidigen, folgt danach oft eine wissenschaftliche Karriere – sie bekommen Leitungsaufgaben. Aber mir gefällt mein Zustand, ich fühle mich viel freier. Mein Vorgesetzter sagt immer: „Wozu soll man Direktor:in oder Chef:in sein, wenn man kreativ sein kann?“. Ich begann die Flugweise der Vögel zu beobachten, baute zwei Hängegleiter und sprang damit unzählige Male vom </em>Shylpyk<em>. Mein letzter Sprung war im Januar 2016, um die Mechanismen nachzuempfinden, die nach meiner Vorstellung einen Vogel zum Fliegen bringen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufwachsen in einer Familie von „Volksfeinden“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mein Großvater mütterlicherseits hieß Jali Maxsym</em> (Abdijalil Ismetullaev<em>). Er wurde in einer reichen Familie geboren und unterstütze zunächst die sowjetischen Machthabenden. Später traten er und seine Brüder jedoch gegen die Zwangskollektivierung ein. Dafür wurden seine beiden Brüder vor seinen Augen erschossen und Jali Maxsym wurde nach </em><a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A7%D0%B8%D0%BC%D0%B1%D0%B0%D0%B9_(%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4)#:~:text=Sh%C4%B1mbay,%20Shymbay)%20ist%20eine%20Stadt%20(seit%201926)%20in%20Karakalpakstan%20("><em>Shymbay</em></a><em> verbannt. Freund:innen von Jali Maxysm, die sich ebenfalls gegen die sowjetischen Machthabenden gestellt hatten und nach Turkmenistan emigriert waren, erfuhren von seiner Verhaftung und fuhren nach Shymbay, um ihn zu befreien. Sie erklärten ihn zum letzten gewählten Khan der Karakalpaken. Für einige Zeit kämpfte mein Großvater als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi"><em>Basmatschi</em></a><em> gegen die Kommunisten, doch schließlich wurde er verraten und ausgeliefert. Jali Maxsym wurde zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn erschossen und bis heute ist unbekannt, wo sie begraben wurden. Über meinen Großvater begann man erst nach der Unabhängigkeit offen zu schreiben und inzwischen sind Informationen über die </em><a href="https://www.hrono.ru/sobyt/1900war/1929kaza.php"><em>Aufstände in Shymbay und Taxtakupyr</em></a><em>, bei denen er eine wichtige Rolle spielte, offen zugänglich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Meine Mutter wurde von ihrem Großvater adoptiert und änderte ihren Nachnamen in Esemuratova. Sie wurde Journalistin und erinnerte sich oft daran, wie sie fast jeden Abend für Befragungen zum KGB musste. Dadurch, dass sie als „Tochter eines Volksfeindes“ abgestempelt wurde, wurden meine Mutter und meine Oma direkt nach meiner Geburt aus ihrer Wohnung geworfen. Zudem haben Krankheiten und ein Unfall ihr Leben geprägt. Trotz allem ist sie nach wie vor am Leben und inzwischen 94 Jahre alt. Sie ist eine starke Frau, sowas gibt es heute gar nicht mehr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vereinigung zum Schutz des Aral und Amudarja</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf Initiative des bekannten Schriftstellers Orazbay Abdraxmanov gründete eine Gruppe von Intellektuellen am 6. Dezember 1989 die NGO „Vereinigung zum Schutz des Aral und des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><em>Amudarja</em></a><em>“. Ich trat damals der Organisation durch meinen Vater bei. Anfang der 1990er begannen wir gerade erst mit unseren Aktivitäten und zu unseren Versammlungen kamen um die 300 Personen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir hatten damals Freund:innen in Amerika, die quasi unsere Repräsentanz in den USA herstellten und ausbauten. Deshalb haben wir uns 1991 offiziell als internationale Organisation registriert. Anfang der 1990er lebten wir vergleichsweise frei und waren gut aufgestellt. Einschränkungen waren nicht zu spüren. Dies blieb jedoch nicht lange so. Das Lebensniveau sank und viele emigrierten. 1994 verließ der Vorsitzende der NGO aus persönlichen Gründen seinen Posten und ich übernahm.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In den 2000ern, nach der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution"><em>Revolution in Georgien</em></a><em> und einer instabilen Weltlage, begannen in Usbekistan Repressionen gegen internationale Organisationen. Die Beschuldigungen waren gegenüber allen dieselben: Verspätungen bei der Einreichung von Berichten an das Justizministerium. Aufgrund dieser Beschuldigungen mussten viele NGOs ihre Arbeit aufgeben, aber dank internationaler Unterstützung und unserer Stellung konnten wir unsere Unschuld in allen fünf Anklagepunkten vor Gericht beweisen. Trotzdem verloren wir den Status als internationale Organisation und wurden gewissermaßen zu einer örtlichen NGO „degradiert“. Aber das hindert uns nicht daran, uns weiter mit den Problemen des Aralsees zu befassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir bekommen oft Kritik von oben: wir wurden beschuldigt, Wasserressourcen kommerzialisieren zu wollen und dafür kritisiert, dass wir einen Marketing-Ansatz verfolgen. Sogar unsere Kolleg:innen aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty#:~:text=Almaty%20(kasachisch%20und%20russisch%20%D0%90%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D1%8B,%20bis%201993%20Alma-Ata)%20ist%20mit"><em>Almaty</em></a><em> haben mich für diese Idee verurteilt. Leider ist bei uns nach wie vor die sowjetische Denkweise vorherrschend und der Wirtschaft gelingt nicht der Schritt weg von den Sowjetzeiten. Unsere Bevölkerung ist es gewohnt zu kritisieren und beispielsweise Angst vor den USA oder der NATO zu haben. Das ist nur ein Stereotyp, dass alles Neue schlecht sei und alles Sowjetische gut. Aber die Mehrheit der Menschen kann man nicht davon abbringen und wir sind in der Minderheit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rettung des Aralsees als Ziel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1994 erarbeiteten wir ein Konzept mit neuen Methoden im Umgang mit Wasserressourcen, um nicht nur auf eine Erholung des Aralsees hinzuwirken, sondern auch für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen. Wir schickten unser Vorhaben an Vertreter:innen der fünf zentralasiatischen Länder, die sich zu einem </em><a href="https://ecifas.kz/en/"><em>internationalen Fond zur Rettung</em></a><em> des Aralsees zusammengeschlossen hatten. Eine Antwort erhielten wir lediglich von einem Berater des Präsidenten Kirgistans, allerdings eine ablehnende.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser Konzept sah vor, die Verwaltung des Amudarja Flusses in neutrale Hände zu geben, aber die Regierungen entschieden, dass eine solche Übergabe die Neutralität der Staaten verletzen würde. Die Vereinigung organisierte außerdem Vorträge, veröffentlichte und nahm an Konferenzen teil. Dadurch, dass das Leben schwerer geworden war, gingen jedoch einige und unser Team schrumpfte auf fünf oder sechs Leute. Viele sind inzwischen auch schon gestorben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/fuenf-oekologische-probleme-zentralasiens/"><strong>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute ist der Aralsee praktisch verschwunden. Die Fläche des Aralsees beträgt zusammen mit den kasachstanischen und westlichen Teilen weniger als sieben Prozent der ursprünglichen Wasserfläche. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass der Aralsee noch existiert. Das sind einfach nur einige Pfützen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das westliche Ufer weicht jedes Jahr um 100 Meter zurück. Wenn man vor circa zehn Jahren auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau"><em>Ustjurt-Plateau</em></a><em> stand und in Richtung des Aralsees schaute, dann konnte man das südliche und östliche Ufer von dort nicht sehen. Inzwischen sind beide Ufer erkennbar. Im westlichen Teil ist der See vielleicht noch 15 Meter tief. Früher lag der tiefste Punkt bei mehr als 60 Metern. Im Vergleich etwa zum Baikalsee war der Aralsee schon immer eher flach. Der Baikalsee ist stellenweise mehr als zwei Kilometer tief. Der Aralsee glich einer Pfütze auf heißem Asphalt. Und wenn man dann aus einer Pfütze trinkt, vertrocknet sie innerhalb einer Stunde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Journalist:innen berichten davon, dass der Aralsee sich erhole, aber davon kann keine Rede sein. Ja, der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><em>Fluss Syrdarja</em></a><em> speist von Kasachstan aus nach wie vor den Aralsee mit Wasser, aber er ist nur halb so groß wie der Amudarja-Fluss. Die 100 Kubikkilometer Wasser, die den Aralsee jedes Jahr erreichen, verdunsten und so bleibt kein Wasser übrig, dass den See wieder auffüllt. Inzwischen ist es schon gut, wenn auch nur fünf Kubikkilometer im Aralsee bleiben würden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein „Schiffsfriedhof“ als Denkmal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das, was inzwischen als „Schiffsfriedhof“ bekannt ist, ist eigentlich nur eine Ansammlung unterschiedlicher Schiffe: Boote, Lastkähne und Schlepper, die 2010 aus Anlass des Besuchs des damaligen UN-Generalsekretärs </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ban_Ki-moon#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war"><em>Ban Ki-moon</em></a><em> hergebracht wurden. All diese Boote wurden ausgegraben, hierhergebracht und inszeniert. Viele denken, dass der „Schiffsfriedhof“ früher ein Hafen gewesen sei. Tatsächlich konnte sich dort aber kein Hafen befinden – der See war zu seicht. Der Hafen war bei </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Mo’ynoq</em></a><em>, neben der Fischfabrik. Die Schiffe liefen den Hafen an, indem sie die Halbinsel Mo’ynoq von Osten und Westen her umrundeten, da das Gewässer dort tiefer war. Die Schiffe fuhren nicht in der Nähe des heutigen Aral-Schiffs-Denkmals vorbei.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf eine Rückkehr des Aralsees?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Theoretisch ist eine Rückkehr des Aralsees möglich. Wenn man die Wasserverluste begrenzen kann, könnte ein Teil des Aralsees zurückkehren. Nicht auf das frühere Niveau, aber zumindest um den Boden zu befeuchten und die Seen im Delta wieder zu füllen. Das Delta sollte regeneriert werden, denn dort leben Menschen. Wenn wir Wasser sparen, dann hätten wir solche Möglichkeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir müssen an mehreren Fronten handeln. Die Kolleg:innen aus Kasachstan haben mich dabei unterstützt. Die Wälder müssen aufgeforstet werden, das ist die Hauptsache. Außerdem sollte eine Baumwollsorte genutzt werden, die weniger Wasser verbraucht. Die Akademie und ich könnten alle möglichen benötigten Kontakte herstellen, wir könnten dabei helfen, die Produktion der notwendigen Mittel in die Wege zu leiten. Schauen Sie sich die Arabischen Emirate an, dort ist die </em><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/meerwasserentsalzung-wie-dubai-dem-meer-trinkwasser-abringt-1.3630919"><em>Entsalzung von Meerwasser</em></a><em> eine große Einnahmequelle. Warum schlagen wir nicht diesen Weg ein?</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Großes Problem mit Versickerung von Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Versickerung von Wasser, steigendes Grundwasser und Bodenversalzung sind ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Eine Möglichkeit ist das Ausbetonieren der Flussbetten, was schon in der Sowjetunion ein Thema war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende 2023 gab Präsident Mirziyoyev den Erlass heraus, wonach Kanäle auf 1500 Kilometern Länge ausbetoniert werden sollen, um dem Versickern von Wasser entgegenzuwirken. Das Wasser versickert im Boden noch bevor es die Felder erreicht – aktuell verschwinden 37 Prozent nur durch diese Kanäle. Und von den Kanälen haben wir hier Tausende, auf einer Strecke von Tausenden von Kilometern in ganz Usbekistan. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir verlieren! Dieselbe Situation besteht auch bei denjenigen Wasserreservoirs, die nicht durch Beton oder Schutzfolie umgeben sind. Dadurch verlieren wir jährlich rund 40 Prozent des Wassers. Am meisten geht jedoch durch Verdunstung verloren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie bewässern wir die Felder? Wir verwenden Bewässerungsgräben</em> (Anm. d. Red.: In Zentralasien auch „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aryk">Aryk</a>“ genannt.) <em>und Saatbeete. Wir begießen die Felder einfach mit Wasser. Und dazu werden die Felder noch zwei Mal im Jahr vom Salz gereinigt. So werden mehr als 90 Prozent unseres Wassers zum Bewässern oder Böden reinigen verwendet, bzw. es verdunstet oder versickert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich mal vor, wenn wir es schaffen würden, auch nur die Hälfte dieser Verluste zu verhindern. Was wäre dann? Dann würde der Aralsee sich wieder füllen. Nicht sofort natürlich, aber uns geht es auch nicht nur um den Aralsee, sondern auch darum, das Delta des Amudarja wiederzubeleben, wo alle Wälder und Seen verschwunden sind.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frühere Zuflüsse des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vor etwa 300 Jahren mündete noch ein dritter Fluss in den Aralsee – der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai_(Fluss)"><em>Turgai</em></a><em>. Den Turgai gibt es nach wie vor, er fließt auf dem Territorium des heutigen Kasachstan. Aber vor 200 Jahren kam der Fluss etwa 100 Kilometer vom Aralsee entfernt zum Stillstand. Warum? Weil begonnen wurde, die Wälder entlang des Flusses abzuholzen. Und der Wald und der Fluss, das ist eine Symbiose, sie helfen sich gegenseitig. Je mehr Wälder entlang eines Flusses wachsen, desto mehr Wasser führt der Fluss. Und umgekehrt, je mehr Wasser im Fluss, desto besser wachsen die Wälder. Überschwemmungen halten die Wurzeln der Bäume feucht. Genauso verhielt es sich mit dem Auwald des Amudarja, aber die Wälder wurden abgeholzt und damit nahm die Wassermenge des Flusses natürlich ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit dem Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan"><em>Serafschan</em></a><em> ist es eine ähnliche Situation. In der Provinz Buxoro in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum"><em>Wüste Qizilqum </em></a><em>versickert der Fluss, während er früher einer der großen wasserreichen Zuflüsse des Amudarja war. Und insbesondere in den Bergen und Wüsten brauchen die Menschen den Wald. Aber anstatt die Wälder aufzuforsten, werden 250 Millionen Bäume in den Städten gepflanzt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was muss getan werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man muss den Grund des Aralsees zumindest ein bisschen befeuchten, anstatt Geld für die Anpflanzung von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul"><em>Saxaul</em></a><em>-Sträuchern</em><em> auszugeben. Denn Saxaul wächst leider nur einzeln. Der nächste Busch sollte in 5-10-50-100 Metern Entfernung wachsen (Anm. d. Red.: abhängig von den Umweltfaktoren). Lediglich Saxaul anzupflanzen führt dazu, dass sich der Staub verbreitet. Zwar hält der Saxaul Sand zurück, aber keinen Staub oder Salz. 2018 hielt ich einen Vortrag in einem Hotel. Alle Fenster waren verhängt, die Türen geschlossen, und trotzdem war der Tisch mit Staub und Salz bedeckt, weil der Staub so feinkörnig ist. Und wie sieht es auf dem Ustjurt-Plateau aus? Dort breitet sich das Gras aus, wodurch der Staub nicht vom Wind verweht werden kann.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/usbekistan-kampf-gegen-sandstuerme/"><strong>Usbekistan: Kampf gegen Sandstürme</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn man den Staub vermeiden möchte, dann muss der Grund des Aralsees befeuchtet werden. Asphaltieren des Bodens ist nutzlos. Stattdessen könnten mit ein wenig Feuchtigkeit ohne Aussaat Saxaul und Gräser wachsen. Wenn Sie Surgil passieren, dann sind links davon Felder, auf denen üppige Gebüsche wachsen. Warum? Weil der Sudoche-See vor acht Jahren über die Ufer getreten ist und das Wasser einen Teil des Aralsees bei Surgil überschwemmt hat. Obwohl also in acht Jahren nur einmal die Fläche bewässert wurde, wachsen dort Sträucher und andere Pflanzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es gibt ein ganz einfaches Mittel, die Luftfeuchtigkeit in den Städten zu erhöhen: man muss Laubbäume pflanzen, aber wir haben überall Nadelgehölz. Sie haben eine 10-Mal kleinere Oberfläche als Laubbäume. Auf den Laubbäumen setzt sich der Staub ab, aber auf den Nadelbäumen kann das nicht im selben Umfang geschehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wasserfrage mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">(Anm. d. Red.: Seit 2022 wird im Norden Afghanistans der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Qoʻshtepa kanali</a> gebaut. Das Wasser für ihn soll aus dem Amudarja abgezweigt werden.)<em> Das Beschämendste am Bau des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal"><em>Kanals</em></a><em> ist, dass die Pläne schon vor 50 Jahren bekannt waren. Damals vereinbarten Afghanistan und die Sowjetunion, jährlich 10 Kubikkilometer aus dem Amudarja zu entnehmen. Und jetzt geben alle vor, zum ersten Mal davon zu hören. In den 50 Jahren hätte man sich vorbereiten können, aber alle dachten, dass das Problem sich von selbst lösen würde. Und jetzt müssen spontan Maßnahmen ergriffen werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe eine Ahnung, warum die Situation im Land so ist wie sie ist. Wenn man zum Beispiel in die Verwaltung geht, dann sitzen dort zwei Menschen, die sagen, dass sie nicht einmal Zeit zum Nachdenken hätten. Sie sind ständig beschäftigt. In den Niederlanden ist es zum Beispiel anders, dort wird 25 Jahre im Voraus gedacht. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger:innen nicht voraus denken. Sie denken vielleicht an die nächsten zwei Stunden, aber nicht an unsere Zukunft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Kirgistan wird oft die Frage diskutiert, ob flussabwärts gelegene Staaten für Wasser zahlen sollten. Ich bin dafür. Denn wenn man nicht zahlt, dann spart man nie. In dem Fall sollte Kirgistan aber für Qualität, Wassermenge, Pünktlichkeit und Absicherung zuständig sein. Einige werden sagen: „Wieso das denn? Das ist doch eine lebenswichtige Ressource, warum sollte ich dafür zahlen?“. Dann sollen sie eben nur für das Wasser zahlen, das ihnen Gewinn einbringt. Wenn sie etwa Baumwolle anpflanzen oder etwas bauen, dann zahlen sie für das Wasser. Und wenn es um Wasser für Hygiene, Trinkwasser, Artenvielfalt und Ökologie geht, dann sollte es kostenlos sein. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir seit Jahrhunderten flussabwärts leben.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachwort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Werden wir unser ganzes Leben lang ein Agrarstaat sein? Werden wir Baumwolle und Reis anbauen? Das ist lächerlich. Kleinere Staaten wie etwa Singapur und Israel haben in dieser Zeit schon so viel mehr erreicht. Und wir, mit unserer Korruption, bleiben zurück. Wir versuchen aufzuholen, aber wohin? Wenn wir aufholen wollen, müssen wir ihren Weg gehen. Wie schon Suchow sagte: „Ich kann nicht mein ganzes Leben durch diese Wüste gehen.“</em> (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um ein Zitat des Charakters Suchow aus dem sowjetischen Film-Klassiker „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Sonne_der_W%C3%BCste">Weiße Sonne der Wüste</a>“.)</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Yana Modelova, Azamat Matkarimov und Lena für <a href="https://hook.report/2024/05/yousup-kamalov/">Hook Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>„Garden of Geometry“ &#8211; Fotografische Reise durch Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nbertrams]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 10:22:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Braut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Fotoserie &#x201E;Garden of Geometry&#x201C; widmet sich der Schnittstelle zwischen Mensch und erlebter Umgebung. Dadurch entsteht ein visueller Dialog zwischen der Umwelt Usbekistans und ihrer Bev&#xF6;lkerung, wie die Fotografin Nathalie Bertrams anschaulich macht. Als Kreuzungspunkt alter Zivilisationen und Knotenpunkt der Seidenstra&#xDF;e bieten St&#xE4;dte wie Samarkand, Buchara, Nukus, Taschkent und Chiwa ein reiches Geflecht an Geschichte [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Fotoserie „Garden of Geometry“ widmet sich der Schnittstelle zwischen Mensch und erlebter Umgebung. Dadurch entsteht ein visueller Dialog zwischen der Umwelt Usbekistans und ihrer Bevölkerung, wie die Fotografin Nathalie Bertrams anschaulich macht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Kreuzungspunkt alter Zivilisationen und Knotenpunkt der Seidenstraße bieten Städte wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro">Buchara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Chiwa</a> ein reiches Geflecht an Geschichte und Kultur. Auf Märkten, Straßen und öffentlichen Plätzen spiegeln sich die komplexen Muster islamischer Architektur wider, deren geometrische Formen und symmetrische Anordnungen eine spirituelle Bedeutung tragen und zum Nachdenken über Schönheit und Glauben anregen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der lichtdurchfluteten Landschaft wird die einzigartige Verbindung zwischen alter Tradition und modernem Ausdruck sowie den Zwischentönen einer sowjetisch geprägten Geschichte deutlich. Die farbigen Kleider der Frauen reflektieren die Muster ihrer Umgebung und schaffen so eine unmittelbare Verbindung zwischen Mensch und Raum. Gleichzeitig verwebt ihre Präsenz inmitten monumentaler Architektur Aspekte von Gemeinschaft und Kultur mit der historischen Umgebung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Fotoserie zeigt das kulturelle Erbe Usbekistans als Knotenpunkt von Wissen, Spiritualität und künstlerischem Ausdruck, das über Jahrhunderte gewachsen ist. „Garden of Geometry“ verbindet Architektur, Licht, menschliche Erfahrung und kulturelle Identität und lädt zur Reflexion über das bleibende Erbe dieser außergewöhnlichen historischen Orte ein, die im Alltag der Menschen verwoben sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40356" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_02-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Brautmodengeschäft in Nukus. Hochzeiten gehören zu den wichtigsten Ereignissen in der Gesellschaft Usbekistan und werden mit großer Pracht mit der erweiterten Familie und Gemeinschaft gefeiert. Sie markieren nicht nur die Vereinigung zweier Personen, sondern auch das Zusammenkommen zweier Familien, manchmal ganzer Dörfer.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40357" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_03-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marktszene in Nukus. Die Muster der Kleider erinnern an die handgewebten usbekischen Seiden-Ikats mit ihren leuchtenden Farben und Mustern, die in Usbekistan eine lange Tradition haben.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40358" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_04-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Werbung für den Landwirtschafts- und Bildungssektor. Die Regierung möchte die Abhängigkeit von Rohstoffexporten (insbesondere Baumwolle) verringern und setzt daher auf die Diversifizierung der Landwirtschaft und Verbesserung der Bildung, um die Produktivität und Effizienz in diesen Sektoren zu steigern.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40359" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_05-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Chorsu-Basar (Taschkent). Seine weitgespannte Kuppel, ein Meisterwerk moderner zentralasiatischer Baukunst von 1966, erinnert an die geometrische Präzision islamischer Architektur. Die konzentrisch angeordneten Marktstände spiegeln die historische Bedeutung des Basars als Dreh- und Angelpunkt des Handels auf der Seidenstraße wider. Der Basar ist heute ein zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung Taschkents.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40360" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_06-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marktszene in Nukus. Die Märkte in Usbekistan sind wichtige Orte für den Kauf und Verkauf einer Vielzahl von Waren, einschließlich frischer Produkte und Textilien, und spielen eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft und Gemeinschaft.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40361" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_07-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauen auf dem Markt in Nukus. Die Hauptstadt Karakalpakstans dient als Tor zur umliegenden Wüste und den Überresten des einst blühenden Aralsees.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40362" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_08-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stadtmauer von Buchara. Im 5. Jahrhundert erbaut, ist sie ein beeindruckendes Beispiel für die militärische Architektur der damaligen Zeit. Sie erstreckt sich über etwa 2,5 Kilometer und erreicht an einigen Stellen eine Höhe von bis zu 10 Metern. Die Mauer wurde mit Lehmziegeln und einer speziellen Technik gebaut, die sie Erdbeben gegenüber sehr widerstandsfähig macht. Buchara war ein bedeutendes Handelszentrum entlang der Seidenstraße und die Mauer schützte nicht nur die Stadt vor Eroberungen, sondern auch die blühende Kultur und die architektonischen Meisterwerke, darunter Moscheen und Medresen.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40363" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_09-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Junge Frau in einem Fernbus von Urgentsch nach Buchara. In Usbekistan ist der öffentliche Verkehr eine wichtige Verbindung zwischen Städten und Gemeinden, wobei Überlandbusse oft die einzige Möglichkeit sind, in einem Land mit so großen Entfernungen zwischen Städten und Gemeinden zu reisen.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40364" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_10-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bahnhof Chiwa. Die Entfernung zwischen Chiwa und Buchara beträgt ungefähr 450 Kilometer, die Fahrt mit dem Zug dauert in der Regel sechs bis acht Stunden.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-40365" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-1024x684.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-1536x1025.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_11-1-2048x1367.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jungs an einer Bushaltestelle. Sie befindet sich auf dem Weg zwischen Urgentsch und Chiwa.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40366" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_12-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Junge Frau am Shohizinda in Samarkand. Shohizinda, was „Der lebende König“ bedeutet, ist eine beeindruckende Nekropole in Samarkand, die für ihre exquisiten Mosaike und komplexe Architektur bekannt ist. Die historische Stätte beherbergt vermutlich das Grab von Qusam ibn Abbas, einem Cousin des Propheten Mohammed, und ist daher ein wichtiges Pilgerziel.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40367" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_13-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Fleischmarkt im Chorsu-Basar. Ein Metzger zeigt einem Kunden ein Stück Rindfleisch.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40368" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_14-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Straße in Nukus. Die Hauptstadt Karakalpakstans ist für ihre einzigartige Mischung von Kulturen bekannt und bietet bemerkenswerte Attraktionen wie das Sawitsky-Museum, das eine beeindruckende Sammlung russischer Avantgardekunst beherbergt.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40370" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_15-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Metro in Taschkent. 1977 eröffnet, war sie das erste U-Bahnsystem in Zentralasien und umfasst heute 50 Stationen. Viele Stationen zeichnen sich durch beeindruckende sowjetische Architektur und aufwendige Fliesenarbeiten aus, die Mosaike und Skulpturen spiegeln die reiche Kultur Usbekistans wider. Als wichtiges Verkehrsnetz verbindet sie die zentralen Bereiche der Stadt und ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens der Taschkenter Bevölkerung.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40371" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_16-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauen beten in einer Moschee in Shohizinda. Das UNESCO-Weltkulturerbe umfasst einen Komplex von mehr als 20 Mausoleen und Gräbern sowie mehrere Moscheen. Die Stätte ist bekannt für ihre atemberaubenden Fliesenarbeiten und komplexe Architektur, die das künstlerische Erbe Usbekistans widerspiegeln. Sie ist ein wichtiges Pilgerziel, um das Andenken bedeutender historischer Persönlichkeiten zu ehren.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40372" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_17-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">UNESCO-Weltkulturerbe Chiwa. Der Touristenmagnet ist bekannt für seine gut erhaltene Architektur und historischen Gebäude. Während der Sowjetzeit wurden Renovierungsarbeiten durchgeführt, um die alten Strukturen wiederherzustellen. Kritische Stimmen sind jedoch der Meinung, dass diese Bemühungen schlecht ausgeführt wurden und die Authentizität der Stadt beeinträchtigt haben.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40373" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_18-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Junge Frau mit Brautkleid in Nukus. Vielleicht ihr eigenes?</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40374" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_19-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Apotheke in der Altstadt von Buchara. Die engen, gewundenen Gassen sind gesäumt von Moscheen, Medresen und Karawansereien aus dem Mittelalter. Darin spiegelt sich die historische Bedeutung der Stadt als wichtiges Zentrum für Handel, Kultur und Spiritualität entlang der Seidenstraße wider. Die Synagoge von Buchara oder Schoch Sandeq, die in der Nähe liegt, ist Teil des reichen Kulturerbes der Stadt und dient der örtlichen jüdischen Gemeinde, die tiefe historische Wurzeln in der Region hat.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-40375" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-1024x684.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-1536x1025.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Garden-of-Geometry_20-2048x1367.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Anbaugebiet zwischen Urgentsch und Buchara am Fluss Amudarja ist bekannt für seine fruchtbaren Böden und ausgedehnten Bewässerungssysteme. Hier wird eine Vielzahl von Feldfrüchten angebaut, darunter Baumwolle, Melonen und Weintrauben, Gemüse und Getreide wie Weizen und Gerste. Das üppige Grün dieser Region steht in starkem Kontrast zur umgebenden Wüste und macht sie zu einer wichtigen Quelle für die Nahrungsmittelproduktion in Usbekistan.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir danken Nathalie Bertrams herzlich für ihre Fotografien und dazugehörigen Texte.</em> <em>Die Fotoserie &#8222;Garden of Geometry&#8220; ist hochaufgelöst <a href="https://nathaliebertrams.de/portfolio/garden-of-geometry-uzbekistan/">auf ihrer Website</a>  zu sehen.</em> <em>Instagram: <a href="https://www.instagram.com/nathaliebertrams/">@nathaliebertrams</a></em></p>
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		<title>Usbekistan feiert 33 Jahre Unabhängigkeit: Ein Fest zwischen Traditionen und Bräuchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2024 14:08:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Lazgi]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalfeiertag]]></category>
		<category><![CDATA[Olympia]]></category>
		<category><![CDATA[Registon-Platz]]></category>
		<category><![CDATA[Sharq Taronalari]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 31. August feierte Usbekistan den Nationalfeiertag und seine 33-j&#xE4;hrige Unabh&#xE4;ngigkeit. Das Fest zelebrierte den Weg einer Nation mit einer reichen Geschichte. Die Usbeken machten ihren nationalen Br&#xE4;uchen alle Ehre. Eine Nation mit reicher Geschichte Die ehemalige Sozialistische Sowjetrepublik Usbekistan wurde am 1. September 1991 unabh&#xE4;ngig. Eine Souver&#xE4;nit&#xE4;t, die sich mit dem Zerfall der UdSSR [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 31. August feierte Usbekistan den Nationalfeiertag und seine 33-jährige Unabhängigkeit. Das Fest zelebrierte den Weg einer Nation mit einer reichen Geschichte. Die Usbeken machten ihren nationalen Bräuchen alle Ehre.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Nation mit reicher Geschichte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ehemalige Sozialistische Sowjetrepublik Usbekistan wurde am 1. September 1991 unabhängig. Eine Souveränität, die sich mit dem Zerfall der UdSSR von selbst ergab. Islam Karimov, ehemaliger Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Usbekistans, wurde zum ersten Präsidenten der Republik Usbekistan. Dank seiner vielen politischen und territorialen Verflechtungen sind Usbekistans Bräuche und Traditionen sehr vielfältig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nationalfeiertag des Landes ist der 1. September, die Feiern starten die Usbeken aber bereits am Vorabend. In Samarkand war die Zeremonie reich an künstlerischen und musikalischen Veranstaltungen zu den traditionellen usbekischen Künsten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Land, das sich kulturell abhebt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Auftakt der Zeremonie ertönte die Nationalhymne. Das gesamte Publikum im Saal erhob sich mit der rechten Hand am Herzen und sang <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Usbekische_Nationalhymne"><em>O&#8217;zbekiston Respublikasining Davlat Madhiyasi</em></a>, die usbekische Nationalhymne.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Bürgermeister von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a>, Fazliddine Umarov, gratulierte den Teilnehmern des internationalen <a href="https://web.archive.org/web/20170308044950/http:/www.uzbekistan.de/de/nachrichten/lieder-aus-der-ganzen-welt-klingen-beim-shark-taronalari-2015">Musikfestivals <u>Sharq Taronalari</u></a>, auf Usbekisch „Lieder des Ostens“. Die Veranstaltung wurde vom 26. bis 30. August auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Registan_(Samarqand)">Registon-Platz</a> in Samarkand abgehalten. Zum ersten Mal fand das Festival im Jahr 1997 statt. Es findet mittlerweile unter UNESCO-Schirmherrschaft statt und bringt alle zwei Jahre Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammen. Dieses Jahr versammelten sich über 300 Vertreter aus rund 80 Ländern auf dem Registon-Platz. Die aserbaidschanische Gruppe <em>Simurg</em> gewann zum dritten Mal den ersten Preis.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Leistungen der usbekischen Sportler werden gelobt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit und lobte auch die Leistungen der usbekischen Sportler bei den Olympischen Spielen in Paris 2024: Usbekistan gewann 13 Medaillen, darunter acht Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Dabei glänzten usbekische Athleten besonders in Kampfsportarten, vor allem im Boxen. Die Judoka <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diyora_Keldiyorova">Diyora Keldiyorova</a>, die an dem Abend anwesend war, ergriff das Wort, und wünschte den Usbeken einen fröhlichen Unabhängigkeitstag.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Der-Buergermeister-von-Samarkand-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-40192" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Der-Buergermeister-von-Samarkand-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Der-Buergermeister-von-Samarkand-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Der-Buergermeister-von-Samarkand-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Der-Buergermeister-von-Samarkand.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fazliddine Oumarov, der Bürgermeister der Stadt Samarkand. Photo : Marianne Bultel / Novastan.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend stiegen jungen Sportler aus den lokalen Box-, Gymnastik-, Taekwondo-, Kung-Fu-, Judo- und Leichtathletikvereinen auf die Bühne und gaben eine Sportvorführung. Auf die Show folgte der Auftritt usbekischer Künstler.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Große Berühmtheiten treten auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bewegt betrat der Sänger und Performer Botir Qodirov den Plenarsaal, und sang <em>Ishq</em>, sein bekanntestes Stück. Danach nahm die Sängerin und Schauspielerin Niloufar Usmanova seinen Platz ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgten traditionelle Musik und Tänze zum Rhythmus des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur_Usbekistans#Traditionelle_T%C3%A4nze:~:text=Unter%20den%20Volkst%C3%A4nzen,zum%20Mittanzen%20animieren.">Lazgi</a>. Dieser Tanz aus der Region <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Xorazm</a></em> wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Bewegungen, die zunächst in Gebiet <em>Xorazm</em> entstanden, verbreiteten sich später auch in anderen Regionen des heutigen Usbekistan. Der Lazgi findet heute seinen Platz in der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zeremonie zu Ehren der Juwelen Usbekistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Bühne trugen die Tänzerinnen anlässlich des Nationalfeiertags stolz traditionelle Gewänder und Schmuck aus usbekischem Kunsthandwerk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schmuckherstellung ist eine der ältesten Künste in Usbekistan. Auf der Bühne trugen einige Tänzerinnen das <em>Tillaqosh</em>-Diadem, das aus der Stadt Buchara stammt. Dieses ist mit Edelsteinen verziert und aus Gold gefertigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Taenzerinnen-mit-traditionellen-Gewaendern-und-Schmuck--1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-40193" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Taenzerinnen-mit-traditionellen-Gewaendern-und-Schmuck--1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Taenzerinnen-mit-traditionellen-Gewaendern-und-Schmuck--300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Taenzerinnen-mit-traditionellen-Gewaendern-und-Schmuck--768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/Taenzerinnen-mit-traditionellen-Gewaendern-und-Schmuck-.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tänzerinnen mit <em>Tillaqosh</em>-Diadem bei der Zeremonie. Photo : Marianne Bultel / Novastan.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Hals trugen sie <em>Zebigardon</em>, kunstvolle traditionelle Halsketten: Mit türkisfarbenen Verzierungen sahen sie wie besticktes Gold aus. An ihren Ohren hingen Ohrringe (<em>Chibirmak</em>) mit großen Rubinen. Einige Tänzerinnen trugen <em>Sotchpopouk</em>, traditionelle Zöpfe mit schwarzen Fäden, Seide und Wolle verflochten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Atlas und der Adras werden gefeiert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tänzerinnen traten in traditionellen Kleidern aus den raffinierten Atlas- und Adras-Stoffen auf. Die Herstellung dieser Stoffe zählt seit 2023 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.<br>Atlas, auch achtfädiger Satin oder königliche Seide genannt, wird aus natürlicher Seide gewebt. Die Techniken der Seidenweberei verleihen dem Stoff eine glatte und besonders glänzende Oberfläche. Adras ist ein Stoff aus 50 Prozent Seide und 50 Prozent Baumwolle, wodurch er dicker als Atlas ist und sich durch seine Muster auszeichnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die usbekische Nationalkleidung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das usbekische Nationalgewand, das sogenannte Beqasam, wurde auf der Feier gezeigt: Es handelt sich um eine Tunika aus Seidensamt mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Türkischer_Mohn">orientalischen Mohnblumen</a> als Motiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Seidenstraße verlief durch mehrere große Städte Usbekistans, und dieses Erbe pflegen die Usbeken als Merkmal für die kulturelle Identität des Landes. Die Mohnblüten auf dem Beqasam sind eine Anspielung auf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Krasnogorsk,_Uzbekistan">Krasnogorsk</a>, ein Dorf in der Provinz Taschkent. Es liegt nordöstlich der Hauptstadt und im April ist es bekannt für seine großen Felder mit blühendem Mohn.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Verfasst von Marianne Bultel, Autorin für Novastan, und überprüft von Léna Marin</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-fete-33-ans-dindependance-traditions-coutumes/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Usbekistan verabschiedet Gesetz über „unerwünschte Ausländer“</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-verabschiedet-gesetz-ueber-unerwuenschte-auslaender/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eléonore Darasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2024 15:48:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[unerwünschte Ausländer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Unterhaus des usbekischen Parlaments hat auf die kontroversen &#xC4;u&#xDF;erungen russischer Nationalisten reagiert, indem es f&#xFC;r einen Gesetzentwurf stimmte, der die Ausweisung und das Aufenthaltsverbot f&#xFC;r &#x201E;unerw&#xFC;nschte Ausl&#xE4;nder&#x201C; erm&#xF6;glicht. Viele Medienschaffende bef&#xFC;rchten Missbrauch und Fehlinterpretationen. Am 25. Juni hat das Unterhaus des Oliy Majlis, des usbekischen Parlaments, in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf zur &#xC4;nderung des [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Unterhaus des usbekischen Parlaments hat auf die kontroversen Äußerungen russischer Nationalisten reagiert, indem es für einen Gesetzentwurf stimmte, der die Ausweisung und das Aufenthaltsverbot für „unerwünschte Ausländer“ ermöglicht. Viele Medienschaffende befürchten Missbrauch und Fehlinterpretationen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. Juni hat das Unterhaus des Oliy Majlis<strong>,</strong> des usbekischen Parlaments, in zweiter Lesung einen <a href="https://lex.uz/docs/7022305">Gesetzentwurf</a> zur Änderung des Gesetzes <a href="https://lex.uz/docs/5443901">„Über den rechtlichen Status von ausländischen Bürgern und Staatenlosen in der Republik Usbekistan</a>“ angenommen. Der Pressedienst des Parlaments hatten den Entwurf einige Tage zuvor bereits <a href="https://parliament.gov.uz/ru/news/chet-el-fuqarolarining-va-fuqaroligi-bolmagan-shaxslarning-huquqiy-holati-togrisidagi-qonunga-ozgartirish-va-qoshimchalar-kiritildi">angekündigt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Mitteilung war die Rede von „<em>der Notwendigkeit, neue Maßnahmen zum Schutz der Souveränität und territorialen Integrität Usbekistans unter den modernen Bedingungen der Globalisierung einzuführen.“</em> Der Gesetzentwurf orientiert sich an ähnlichen Gesetzen, die in Kasachstan, Aserbaidschan, Russland, Polen, Belarus oder auch China in Kraft sind.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Kriterien können einen ausländischen Staatsbürger als „unerwünscht“ einstufen: Wer Aussagen macht oder Handlungen begeht, die der staatlichen Souveränität, der territorialen Integrität und der Sicherheit Usbekistans widersprechen, zwischenstaatliche, soziale, nationale, rassische oder religiöse Feindschaft schüren oder die Ehre, Würde oder Geschichte des usbekischen Volkes erniedrigen, kann ausgewiesen werden und darf sich nicht in Usbekistan aufhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlässt die Person das Land nicht selbst innerhalb von zehn Tagen nach der Benachrichtigung durch das Außenministerium, kommt es zur Zwangsausweisung der für unerwünscht erklärten Person. Fünf Jahre gilt das Einreiseverbot für das usbekische Hoheitsgebiet. Gleichfalls ist es verboten, ein Bankkonto zu eröffnen, Immobilien zu kaufen, sich an der Privatisierung von Staatseigentum zu beteiligen oder sich am wirtschaftlichen Geschehen des Landes zu beteiligen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erst erwägt ein russischer Politiker die Annexion Usbekistans…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Monate zuvor hatten Äußerungen mehrerer russischer Politiker und Kulturschaffender in Usbekistan für Aufruhr gesorgt. Der russische Duma-Abgeordnete Evgenij Fjodorow hatte im September 2023 erklärt, dass sich die 14 Republiken unrechtmäßig abgespalten hätten [beim Zerfall der Sowjetunion, Anm. d. Red.]. Ein Konflikt mit Russland sei folglich nur eine Frage der Zeit. Der Vizepräsident des Unterhauses des Parlaments in Taschkent, Odiljon Tajiyev, reagierte ironisch, indem er Fjodorows Aussage als <em>„sehr originell“</em> bezeichnete. Das berichtet das usbekische Medium <a href="https://kun.uz/news/2023/09/13/rossiyalik-deputat-possovet-davlatlarining-mustaqilligini-shubha-ostiga-oldi-ozbekiston-siyosatchilari-unga-javob-qaytardi">Kun.uz</a>. Auf einer Pressekonferenz in Moskau im Dezember letzten Jahres bezeichnete der nationalistische Politiker und Schriftsteller <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sachar_Prilepin">Sachar Prilepin</a> dann den Zerfall der Sowjetunion als „illegal“. Auch er sprach offen über die Annexion Usbekistans. <a href="https://kun.uz/news/2023/09/13/rossiyalik-deputat-possovet-davlatlarining-mustaqilligini-shubha-ostiga-oldi-ozbekiston-siyosatchilari-unga-javob-qaytardi">Kun.uz</a> berichtete, dass er die Annexion aller Länder, die Arbeitsmigranten nach Russland entsenden, befürworte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/situation-zentralasiatischer-migrierter-in-russland-verschlechtert-sich/"><strong>Situation zentralasiatischer Migrierter in Russland verschlechtert sich</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich plädiere dafür, dass diese Gebiete, aus denen die Arbeitsmigranten kommen, annektiert werden und die russische Sprache vor Ort gelehrt wird. Nicht hier, sondern dort, also beispielsweise in Usbekistan“</em>, sagte Prilepin<strong>,</strong> Vize-Vorsitzender der Partei ‚Patrioten für die Wahrheit und ein gerechtes Russland‘. <em>„Zwei Millionen Ihrer Bürger befinden sich auf unserem Territorium, wir haben einen Anspruch auf Ihre Gebiete. [&#8230;] Wer soll uns nach der Siegesparade (in Kyjiw) daran hindern, weiter auf das eurasische Territorium zu ziehen? Niemand“</em>, fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Taschkent bestellte daraufhin den russischen Botschafter in Usbekistan, Oleg Malginow, zur Erklärung ein. Das russische Außenministerium antwortete, dass Prilepin nur sich selbst und keinesfalls die offizielle Position der Russischen Föderation vertrete, so das usbekische Medium <a href="https://daryo.uz/en/2023/12/21/sovereignty-independence-and-territorial-integrity-of-uzbekistan-have-never-been-questioned-by-russian-leadership-russian-ambassador-to-uzbekistan">Daryo</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8230; dann spricht ein russischer Historiker dem usbekischen Volk seine Geschichte ab</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar dieses Jahres erklärte der russische Historiker <a href="https://www.news.de/politik/857537911/wladimir-putin-koennte-bald-kasachstan-und-kirgisistan-besetzen-historiker-begruendet-neuen-kreml-krieg-mit-propaganda-show/1/">Michail Smolin</a> in einer Fernsehsendung anlässlich des 100. Todestages von Lenin, dass das usbekische Volk keine Geschichte habe. Dies berichtete <a href="https://daryo.uz/en/2024/01/25/alisher-qodirov-advocates-balanced-language-representation-amidst-controversial-russian-historians-claims">Daryo</a>. <em>„Vor der Revolution (1917) gab es keine Aserbaidschaner, Usbeken oder Kasachen. […] Die Entscheidungen, die die Bildung von Nationen beeinflussen, sind willkürlich. Die Usbeken zum Beispiel existierten vor der Revolution nicht. Nicht einmal der Name existierte. Sie nahmen Usbeken aus verschiedenen zentralasiatischen Nationen und daraus schufen sie eine Nation“</em>, so der Historiker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier reagierte das russische Außenministerium und betonte, dass Smolins Aussagen <em>„rein subjektiver Natur“</em> seien und nichts mit der historischen Realität zu tun hätten, berichtete <a href="https://www.uzdaily.uz/en/post/86454/">Uzdaily.uz</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alisher Qodyrov, ein weiterer Vizepräsident des Unterhauses, bezeichnete Smolin als <em>„geschichtsvergessenen Historiker“</em>, wie <a href="https://daryo.uz/en/2024/01/25/alisher-qodirov-advocates-balanced-language-representation-amidst-controversial-russian-historians-claims">Daryo</a> berichtete. <em>„Die Turkvölker existieren seit 3.000 Jahren, ihr usbekischer Zweig, der der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karluken"><em>Karluken</em></a><em>, ist sogar einer ihrer mächtigsten. Ein durchschnittlich gebildeter Mensch weiß das oft nicht“</em>, betonte er. Bevor er grinsend hinzufügte: <em>„Aber wenn ein Historiker das nicht weiß, sollte man ihn getrost ignorieren.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein usbekischer Abgeordneter dreht den Spieß um</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abgeordnete konterte, es sei dringlicher, über den Stellenwert und den Unterricht der russischen Sprache in Usbekistan nachzudenken. Seiner Meinung nach würde die russische Sprache dort „unverhältnismäßig viel“ verwendet, obwohl die Russen in dem Land kaum 3 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Bereits 2020 war der Gebrauch des Russischen in der usbekischen Verwaltung Gegenstand einer heftigen Debatte gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dieses Ungleichgewicht muss korrigiert werden“,</em> betonte Alisher Qodyrov. <em>„Erstens müssen wir die Schulbildungsnorm in das Gesetz aufnehmen, und zweitens müssen wir damit beginnen, Fernsehkooperationen aufzubauen, und zwar mit unseren kasachischen, aserbaidschanischen, kirgisischen, turkmenischen, türkischen und tadschikischen Brüdern.“</em> Abschließend ging er noch auf die seiner Meinung nach bestehende Notwendigkeit ein, eine gemeinsame zentralasiatische Front zu bilden: „<em>Eine wichtige Konsequenz aus unserer Erfahrung als Staat ist, dass wir wieder zu Sklaven des Unterdrückers werden, wenn wir uns gegenseitig bekämpfen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfeltreffen-in-astana-aufschwung-fuer-die-regionale-zusammenarbeit/"><strong>Gipfeltreffen in Astana: Aufschwung für die regionale Zusammenarbeit? </strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie vom Gesetzgeber vorgelegt, zielt der im Juni verabschiedete Gesetzentwurf „<em>darauf ab, die staatliche Souveränität, territoriale Integrität und Sicherheit Usbekistans zu stärken, die zwischenstaatliche, interethnische und interreligiöse Harmonie im Land zu schützen und die Achtung der Ehre, der Würde und der Geschichte des usbekischen Volkes zu gewährleisten“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bedenken über die Auslegung des Gesetzes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt jedoch auch Stimmen, die befürchten, dass das Gesetz missbraucht wird, um gegen Journalisten und gesellschaftliche Aktivisten vorzugehen. Am 5. Juli prangerten rund 30 Organisationen in einer <a href="https://crd.org/2024/07/05/uzbekistan-international-human-rights-organizations-call-on-president-mirziyoyev-to-veto-undesirable-foreigners-law/">gemeinsamen Erklärung</a> <em>„eine eklatante Verletzung der internationalen Standards für Meinungsfreiheit“</em> sowie „<em>eine ernsthafte Gefahr der Isolierung des Landes“</em> an. Im gleichen Atemzug riefen sie den usbekischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirsiyoyev</a> dazu auf, sein Veto einzulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Mitteilung wurde darauf hingewiesen, dass in den letzten Jahren mehrere ausländische Forscher, Journalisten und Aktivisten, darunter einige usbekischer Herkunft, aus dem Land ausgewiesen worden waren. Einige von ihnen hatten jahrelang problemlos nach Usbekistan reisen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/es-ist-nicht-cool-warum-migranten-nicht-teil-der-russischen-welt-werden-wollen/"><strong>„Es ist nicht cool“ – Warum Migrierte nicht Teil der „Russischen Welt“ werden wollen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Tod des ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> im Jahr 2016 galt Usbekistan als eines der am stärksten abgeschotteten Länder der Welt. Während der 25 Jahre seiner Präsidentschaft hatte Usbekistan unter anderem das sowjetische System der internen und externen Migration beibehalten. Gleichzeitig sorgte er für große Umwälzungen, indem er die Zwangsarbeit bei der Baumwollernte schrittweise abschaffte und deren Produktion schließlich vollständig <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tiefgreifende-reformen-in-usbekistans-baumwollproduktion/">liberalisierte</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast acht Jahre nach seiner Machtübernahme macht sich im <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/karakalpakstan-nichts-neues-im-neuen-usbekistan/">„Neuen Usbekistan“</a> jedoch eine härtere Gangart bemerkbar. Oppositionelle Demonstrationen sind nach wie vor verboten, und als die Polizei 2022 <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/proteste-in-karakalpakstan-taschkent-schafft-ordnung-durch-gewalt/">die Demo in Karakalpakstan tödlich niederschlug</a>, klang es wie ein Echo des Massakers von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_Usbekistan_2005">Andijon</a> im Jahr 2005. Auf der von <a href="https://rsf.org/en">Reporter ohne Grenzen</a> (ROG) jährlich erstellten Rangliste der Pressefreiheit 2024 fiel Usbekistan deutlich zurück, von Platz 137 auf Platz 148 von 180 Ländern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eleonore Darasse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/ouzbekistan-loi-etrangers-indesirables/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Neue Stimmen: Zentralasiatische Kurzfilme beim goEast-Filmfestival 2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annkatrin Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 11:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[GoEast Fimfestival]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zentralasiens junge Filmemacher:innen und ihr Werk sind &#xE4;u&#xDF;erst vielseitig. Davon konnte sich das Publikum beim 24. goEast-Filmfestival in Wiesbaden in verschiedenen Kurzfilmprogrammen &#xFC;berzeugen. Novastan war dabei und stellt euch eine Auswahl vor. Vom 24. bis zum 30. April fand das 24. goEast Festival des mittel- und osteurop&#xE4;ischen Films in Wiesbaden statt. Neben zwei Filmen im [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zentralasiens junge Filmemacher:innen und ihr Werk sind äußerst vielseitig. Davon konnte sich das Publikum beim 24. goEast-Filmfestival in Wiesbaden in verschiedenen Kurzfilmprogrammen überzeugen. Novastan war dabei und stellt euch eine Auswahl vor.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 24. bis zum 30. April fand das<a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/24-goeast-filmfestival-startet-am-24-april/"> 24. goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films</a> in Wiesbaden statt. Neben zwei Filmen im Hauptwettbewerb war das zentralasiatische Kino in diesem Jahr vor allem mit Kurzfilmen vertreten, die in vier verschiedenen Programmen gezeigt wurden. Drei von ihnen konkurrierten im Rheinmain-Kurzfilm-Wettbewerb. Zudem zeigte goEast mit „New Voices from Central Asia“ in Zusammenarbeit mit dem ZDF/ARTE-Kurzschlussmagazin ein Programm, das allein der Region gewidmet war. Wir stellen unsere Highlights vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Black Wagon</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bergbau ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren in Kirgistan. Unter welchen katastrophalen Bedingungen jedoch Kohle und andere Rohstoffe abgebaut werden, zeigt Adilek Karzhoev eindrucksvoll in seinem Dokumentarfilm „Black Wagon“. Er nimmt die Zuschauer:innen mit ins Innere eines privaten Bergwerks im südwestlichen Kirgistan und veranschaulicht bedrückend gut die beengten Verhältnisse bei der Arbeit unter Tage.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-39348" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/BLACK-WAGON_011.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dunkelheit und Staub bestimmen die Ästhetik, während sich die Arbeiter mit von Schweiß glänzenden nackten Oberkörpern ihren Weg durch die labyrinthartigen Gänge bahnen. Dabei herrscht oftmals eine laute und bedrohliche Geräuschkulisse. Innerhalb dieser unwirklichen Szenerie schafft es Karzhoev dennoch, die Normalität und Alltäglichkeit einzufangen, die sich die Arbeiter in 500 Metern Tiefe erschaffen: Mit dem Kohlewagen lassen sie sich Tee in den Schacht bringen, frische Luft nehmen sie in Tüten mit nach unten. In den Pausen wird gegessen und gescherzt: über die unlösbaren Konflikte rund um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtor-Mine</a>, die größte Goldmine des Landes, und über die nicht enden wollenden Grenzkonflikte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Um ein Smartphone herum sitzt die Gruppe zusammen und schaut ein Video an. Doch über der alltäglichen Szene schwebt wortwörtlich ständig die Gefahr: Jederzeit kann es hier zu Einstürzen und Unfällen kommen, Teile der Schächte sind nur durch Holzbalken gestützt statt durch sicherere Metallstreben. Als sich tatsächlich Teile einer Wand lösen, hat selbst der Kameramann gerade noch genug Zeit, seine Kamera in Sicherheit zu bringen. Ein bis zwei Arbeiter, so heißt es am Ende des Films, lassen pro Monat ihr Leben in einer der über 300 privaten Minen rund um die Stadt<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sülüktü"> Sülüktü</a> im Südwesten Kirgistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/dekolonial-queer-feministisch-zentralasiatischer-kurzfilm-beim-goeast-filmfestival-2023/"><strong>Dekolonial, queer, feministisch – zentralasiatischer Kurzfilm beim goEast Filmfestival 2023</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst am Ende des Films werden die Zuschauer:innen zusammen mit den Arbeitern aus dem Schacht heraus ans Tageslicht geführt. Je nach geleisteter Arbeit werden die Bergarbeiter in bar bezahlt und verabschieden sich – bis zu ihrem nächsten Arbeitseinsatz. Viele der Arbeiter arbeiten jahrelang, teils ihr ganzes Leben in den Bergwerken – so auch diejenigen, die in Karzhoevs Film zu Wort kommen. Als die Kamera am Ende noch einmal die weite Gebirgslandschaft um die Mine zeigt, wird deutlich, wieso: Der Bergbau bleibt die große wirtschaftliche Hoffnung der Region. Karzhoev wirft mit seinem Kurzfilm jedoch ein wichtiges Schlaglicht auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen – und es bleibt zu hoffen, dass diese in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit erhalten. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der späte Wind</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Saya ist schwanger. Doch kurz nachdem ihr Freund Qaırat davon erfährt, verschwindet er spurlos. Der Film begleitet Saya auf ihrer Suche, in die immer wieder Straßenproteste hereinbrechen. Drückt sich Qaırat vor der Verantwortung? Oder steht sein Verschwinden in Zusammenhang mit den Protesten?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="540" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011-1024x540.jpg" alt="" class="wp-image-39347" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011-1024x540.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011-300x158.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011-768x405.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011-1536x810.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/THE-LAST-WIND_011.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Film mit wenig Handlung und einem Minimum an Dialogen auskommt, schafft Regisseurin Şygula Serjan einen atmosphärischen, bedrückenden Film, der als Sinnbild für das heutige Kasachstan steht. Dies ist unter anderem Hauptdarstellerin Tolğanaı Talğat zu verdanken, deren einfühlsames Spiel uns an Sayas Innerstem teilhaben lässt und viel zur beunruhigenden Atmosphäre, die über dem gesamten Film schwebt, beiträgt. Während Saya sich stets nach Wärme und Geborgenheit sehnt und kindlich anmutende Zeichnungen der Sonne an das beschlagene Fenster malt, bleibt ihr diese im ganzen Film versagt. Dreharbeiten bei winterlichem Schmuddelwetter in<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty"> Almaty</a> und bei Dunkelheit schaffen ein allgegenwärtiges Grau, das die bedrückende Stimmung des Films hervorhebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/qash-horrortrip-im-holodomor/"><strong> „Qash“ – Horrortrip im Holodomor</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Straßenproteste angesichts des niedrigen Filmbudgets eher kläglich wirken, rufen sie dennoch unweigerlich Erinnerungen an den<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-nimmer-endende-januar-in-kasachstan/"> Qantar</a> wach, eines der traumatischsten Ereignisse der jüngeren Vergangenheit Kasachstans. Sayas Suche bleibt erfolglos, ihre Fragen unbeantwortet. Gemeinsam mit ihr schaut das ganze Land in eine unklare, aber auf jeden Fall beunruhigende Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Old Things</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Männer baden im Kanal, ein Mädchen spricht liebevoll mit ausgestopften Tieren auf einem Trödelmarkt, ein Arbeiter zeigt stolz seinen Bibliotheksausweis. „Old things“ von Roman Zakharov ist ein Porträt der usbekischen Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a>, das die Widersprüche der postsowjetischen Stadt aufzeigt, ohne in plakative Darstellungen zu verfallen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/OLD-THINGS_01-e17119592123631-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-39346" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/OLD-THINGS_01-e17119592123631-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/OLD-THINGS_01-e17119592123631-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/OLD-THINGS_01-e17119592123631-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/OLD-THINGS_01-e17119592123631.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zakharov lotet vielmehr das vielschichtige Spektrum aus, das die Stadt bietet, und insbesondere die Menschen, die in ihr leben und arbeiten. Da ist ein Brotverkäufer, der am Straßenrand seine Ware verkauft, eine Hundebesitzerin, die sich über den vielen Müll in der Stadt beschwert, ein Passant, der über die politischen Veränderungen im Land spricht. Feinsinnig stellt Zakharov verschiedene Realitäten nebeneinander: Neubauten und Grün, Dreck am Straßenrand und sauber polierte Gedenkstätten, kritische Stimmen und überdimensionale Landesflaggen. Auch verschiedene sprachliche Welten treffen aufeinander: Teils wird Russisch gesprochen, teils Usbekisch, teils stößt auch der aus Kasachstan stammende Regisseur mit seinen Sprachkenntnissen in den Gesprächen an seine Grenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/bauryna-salu-coming-of-age-trifft-tradition/"><strong>„Bauryna Salu“ – Coming of Age trifft Tradition</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zakharovs Kurzfilm scheint dabei lose dem Ablauf eines Tages zu folgen: vom Sonnenaufgang und einem Basar, der gerade erst zu erwachen scheint über die pralle Mittagssonne auf dem Taschkenter Unabhängigkeitsplatz bis zum am Abend in bunten Farben leuchtenden Unabhängigkeitsdenkmal im „Yangi O‘zbekiston“-Park in Form eines riesigen Humo-Vogels. So entsteht aus dem Nebeneinander der Eindruck eines runden Porträts, das eindrücklich die Vielstimmigkeit der zentralasiatischen Metropole zum Ausdruck bringt und Zwischentöne aufschimmern lässt, die man sonst in Darstellungen der usbekischen Hauptstadt häufig vergeblich sucht, und die Brüche mit den gängigen nationalen Narrativen zulassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>ASK</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dystopie des kirgisischen Regisseurs Naizabek Sydykov führt uns in eine Ruinenstadt, in der eine bizarre Diktatur herrscht. Laut dem „großen Führer“ soll hier eine „Stadt der Zukunft“ entstehen, doch zuerst sind die Einwohner:innen gezwungen, alle noch vorhandenen Häuser abzureißen. Der Zwang zur Uniformität („Sei wie die anderen“) und die Überwachung lassen dabei an die Werke<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/George_Orwell"> George Orwells</a> erinnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ayban-ferma-george-orwell-ins-kirgisische-uebersetzt/"><strong> „Ayban Ferma“: George Orwell ins Kirgisische übersetzt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Teenager Umut ist einer der wenigen, die die Umstände hinterfragen. Zufällig entdeckt er eine Kapsel mit alten Plänen der in Zerstörung begriffenen Stadt. Umut erkennt: <em>„Es wird keine Stadt der Zukunft geben, denn wir haben sie schon zerstört.“</em> Als er auf der nächsten Versammlung wagt, den „großen Führer“ mit Fragen zu konfrontieren, wird er von seinen eigenen Eltern als krank erklärt, da diese fürchten, zu von der glorreichen Zukunft ausgeschlossenen Paria zu werden. Außerdem muss Umut sich öffentlich entschuldigen. Allein seine (namentlich unbekannte) Freundin, die er in seine Entdeckung eingeweiht hat, hält zu ihm. Ausgehend von ihr beginnen immer mehr Menschen, das System zu hinterfragen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-39345" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/ASK_011.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die eigentlichen Gründe vermutlich im Budget zu suchen sind, schafft Sydykov in „ASK“ eine unglaublich billige Ästhetik, die wie eigens für die dargestellte Diktatur entworfen wirkt und deren Absurdität perfekt hervorhebt. Und obwohl die politische Botschaft des Films eher simpel scheint, ist „ASK“ eine gelungene Parabel auf zeitgenössische Regime wie in<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-was-bedeuten-die-reformen-von-praesident-toqaev/"> Kasachstan</a>,<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/karakalpakstan-nichts-neues-im-neuen-usbekistan/"> Usbekistan</a> oder auch im<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-abschied-von-der-demokratie-und-uebergang-zu-einem-autoritaeren-staat/"> Kirgistan</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow"> Sadyr Dschaparows</a>, in denen die politische Führung stets grundlegende Erneuerungen verspricht, ohne diese jedoch wirklich zu liefern. Eine Zeit, um Dinge zu hinterfragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mirtemir geht´s gut</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakstan</a> im Sommer 2022: In der Autonomen Republik brechen<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/verfassungsreform-in-usbekistan-karakalpakstan-protestiert-fuer-erhalt-der-autonomie/"> Proteste</a> los, die von der usbekischen Regierung<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/proteste-in-karakalpakstan-taschkent-schafft-ordnung-durch-gewalt/"> gewaltsam niedergeschlagen</a> werden. Die Filmemacher:innen Sasha Kulak und<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/goeast-festival-100-baumwolle-stellt-zwangsarbeit-in-den-fokus/"> Mihail Borodin</a> reisen inmitten dieser Situation nach<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus"> Nukus</a>, um sich ein Bild vor Ort zu machen. An einer mobilen Karaoke-Station am Hauptplatz der Stadt lernen sie Mirtemir kennen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="540" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1-1024x540.jpg" alt="" class="wp-image-39344" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1-1024x540.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1-300x158.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1-768x405.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1-1536x810.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/Mirtemir-is-alright1.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mirtemir, der <em>„wie ein Teenager aus Kreuzberg oder Williamsburg“ </em>(goEast-Programmheft) erscheint, zieht die beiden Filmemacher:innen in seinen Bann und so entsteht ein wundervolles Porträt eines karakalpakischen Jugendlichen, der einen unglaublichen Optimismus ausstrahlt. Dabei ist sein Leben nicht einfach: Er pflegt seine blinde Großmutter, bei der er lebt, da die Mutter zur Arbeit ins Ausland gegangen ist (ein Plan, den Mirtemir auch selbst hegt). Tagsüber arbeitet er in einem Fastfood-Restaurant und nachts an eben jener Karaoke-Station. Doch Mirtemir trotz allen Nöten mit einer aus dem tiefsten Innern kommenden Leichtigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/goeast-festival-100-baumwolle-stellt-zwangsarbeit-in-den-fokus/"><strong> goEast-Festival: „100% Baumwolle“ stellt Zwangsarbeit in den Fokus</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit „Mirtemir geht´s gut“ gewähren Kulak und Borodin einen Einblick in eine Region, die abseits von Aralsee und<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-enthusiast-der-wueste-wie-in-nukus-eine-der-bedeutendsten-avantgarde-sammlungen-entstand/"> Sawitzki-Museum</a>, im Westen kaum Beachtung findet. Durch ihre Kameraführung, die mal frontal und meist sehr nah am Protagonisten ist, schaffen sie dabei einen Film, der – obwohl Dokumentation – phasenweise fast fiktional wird. Und auch Mirtemirs grenzenlose Zuversicht wirft die Frage auf, ob diese Unbeschwertheit nicht angesichts der Kamera gespielt ist. Ein Film, zu schön, um wahr zu sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Denn der Film verschließt auch vor den Problemen die Linse nicht, stellt ihnen aber Mirtemirs Optimismus lachend entgegen. Dabei hat der Film einen ernsten Hintergrund: Denn Mirtemir teilt das Schicksal mit vielen anderen zurückgelassenen Kindern von Arbeitsmigrat:innen aus Zentralasien. Dies erfahren die Zuschauenden allerdings erst in der Abblende. Doch trotz alledem: Mirtemir vermag es, mit seiner Positivität anzustecken und gemeinsam mit ihm schauen wir in eine strahlende Zukunft.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Annkatrin Müller und Robin Roth für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das Kurzfilmprogramm „NEW VOICES FROM CENTRAL ASIA“, das unter anderem „Black Wagon“, „ASK“ und „Old Things“ enthält, läuft nochmal am 8. Juni 2024 um 19.30 Uhr beim </em><a href="https://festival.shortfilm.com/de/programs/351"><em>Kurzfilmfestival Hamburg</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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