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	Kommentare zu: Pro und Contra: Soll Kasachisch in Lateinschrift wiedergegeben werden?	</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 21 Feb 2024 19:46:04 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Tom		</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/pro-und-contra-soll-kasachisch-in-lateinschrift-wiedergegeben-werden/#comment-10842</link>

		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2022 19:53:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In dem Artikel ignoriert man das wesentliche. Durch Geld, bzw. Wirtschaft haben sich Völker entwickelt. Als man angefangen hat Handel zu treiben, hat sich die Sprache zwischen den ganzen Völkern angenährt. Genauso wie auch deren Verhältnis zu einander. Kasachstan hat begriffen, dass Russland kein zukunftsweisender Partner ist. Russland hat nichts, was Kasachstan auch nicht hat. Das sieht bei den lateinsprachigen Ländern, wie auch China und Indien anders aus. Indien ist bereits start auf Englisch umgestellt und viele Chinesen verstehen Englisch. Brasilien und Mexiko sind in Latein gehalten. Wie immer gilt, man versucht einen gemeinsamen Nenner zu finden. Und der heißt hier ganz klar &quot;Lateinschrift&quot;. Zumal fast die ganze Welt in Latein gehalten wird: https://de.wikipedia.org/wiki/Indischer_Schriftenkreis#/media/Datei:WritingSystemsOfTheWorld_de.svg

Ich bin eher gespannt, ob hier russische Fanatiker ähnlich wie in der Ukraine von Genozid sprechen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Artikel ignoriert man das wesentliche. Durch Geld, bzw. Wirtschaft haben sich Völker entwickelt. Als man angefangen hat Handel zu treiben, hat sich die Sprache zwischen den ganzen Völkern angenährt. Genauso wie auch deren Verhältnis zu einander. Kasachstan hat begriffen, dass Russland kein zukunftsweisender Partner ist. Russland hat nichts, was Kasachstan auch nicht hat. Das sieht bei den lateinsprachigen Ländern, wie auch China und Indien anders aus. Indien ist bereits start auf Englisch umgestellt und viele Chinesen verstehen Englisch. Brasilien und Mexiko sind in Latein gehalten. Wie immer gilt, man versucht einen gemeinsamen Nenner zu finden. Und der heißt hier ganz klar &#8222;Lateinschrift&#8220;. Zumal fast die ganze Welt in Latein gehalten wird: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indischer_Schriftenkreis#/media/Datei:WritingSystemsOfTheWorld_de.svg" rel="nofollow ugc">https://de.wikipedia.org/wiki/Indischer_Schriftenkreis#/media/Datei:WritingSystemsOfTheWorld_de.svg</a></p>
<p>Ich bin eher gespannt, ob hier russische Fanatiker ähnlich wie in der Ukraine von Genozid sprechen werden.</p>
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		<title>
		Von: Hoppe		</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/pro-und-contra-soll-kasachisch-in-lateinschrift-wiedergegeben-werden/#comment-2366</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2019 21:45:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein ganz klein wenig sollte man aber schon Bescheid wissen über seine eigene Sprache,  wenn man so engagiert argumentiert wie Murat Telibekow. Die Kasachische Sprache ist nie in einer eigenen Schrift geschrieben worden (das hätte allenfalls eine Form der oghusischen Schrift sein können), sondern sie wurde immer nur in fremden Schriftzeichen wiedergegeben: in der arabischen für ca. 700 Jahre, dann kurz in Latein, dann in Kyrillisch..

Es gibt keine Jahrhunderte währende kasachische Überlieferung in kyrillischer Schrift, denn diese ist eine stalinistische Schöpfung aus den 1930er Jahren mit Einführung 1940. Davor gab es schon gut 10 Jahre Janalif oder NTA (Neues turksprachiges Alphabet) auch in Kasachstan, eine sehr sinnvolle Neuerung einerseits zur Abschaffung der vorher üblichen, für solch vokalreiche Sprachen sehr wenig geeigneten arabischen Konsonantenschrift,  andererseits zur Untermauerung und Betonung der Verbundenheit der Turkvölker über Ländergrenzen hinweg. Genau dieses &quot;über Ländergrenzen hinweg&quot; war der Grund, warum Stalin Ende der 30er allen Völkern der Sowjetunion außer den Georgiern und Armeniern mit ihren uralten Schriften und den Balten ihre nichtkyrillischen Schriften nahm. Damit nicht genug, wurden auch den innersowjetischen Völkern Verständigungsschwierigkeiten in den Weg gelegt, indem gleiche Laute in den unterschiedlichen Schriftsystemen unterschiedlich wiedergegeben wurden. So wurden sogar sehr nahe verwandte Sprachen über die Schrift auseinander dividiert.

Das kyrillische Kasachisch ist wegen dieser Ursprünge und Zielstellungen keiner Verteidigung wert. Das Lateinalphabet für diese Sprache ist älter und wissenschaftlich basiert, daher weit besser begründet. Die Abschaffung des Kyrillischen ist ein später Akt der Entstalinisierung, und, bei allem Respekt gegenüber Rußland und seiner Kultur, auch der Entkolonialisierung. Das NTA ist für das nationgewordene Kasachstan eigentlich unerläßlich. Daß ausgerechnet ein Moslemführer der alten Christen- und Stalinschrift (ein Eintreten für das Arabische hätte ich ja noch verstanden) das Wort redet, erstaunt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ganz klein wenig sollte man aber schon Bescheid wissen über seine eigene Sprache,  wenn man so engagiert argumentiert wie Murat Telibekow. Die Kasachische Sprache ist nie in einer eigenen Schrift geschrieben worden (das hätte allenfalls eine Form der oghusischen Schrift sein können), sondern sie wurde immer nur in fremden Schriftzeichen wiedergegeben: in der arabischen für ca. 700 Jahre, dann kurz in Latein, dann in Kyrillisch..</p>
<p>Es gibt keine Jahrhunderte währende kasachische Überlieferung in kyrillischer Schrift, denn diese ist eine stalinistische Schöpfung aus den 1930er Jahren mit Einführung 1940. Davor gab es schon gut 10 Jahre Janalif oder NTA (Neues turksprachiges Alphabet) auch in Kasachstan, eine sehr sinnvolle Neuerung einerseits zur Abschaffung der vorher üblichen, für solch vokalreiche Sprachen sehr wenig geeigneten arabischen Konsonantenschrift,  andererseits zur Untermauerung und Betonung der Verbundenheit der Turkvölker über Ländergrenzen hinweg. Genau dieses &#8222;über Ländergrenzen hinweg&#8220; war der Grund, warum Stalin Ende der 30er allen Völkern der Sowjetunion außer den Georgiern und Armeniern mit ihren uralten Schriften und den Balten ihre nichtkyrillischen Schriften nahm. Damit nicht genug, wurden auch den innersowjetischen Völkern Verständigungsschwierigkeiten in den Weg gelegt, indem gleiche Laute in den unterschiedlichen Schriftsystemen unterschiedlich wiedergegeben wurden. So wurden sogar sehr nahe verwandte Sprachen über die Schrift auseinander dividiert.</p>
<p>Das kyrillische Kasachisch ist wegen dieser Ursprünge und Zielstellungen keiner Verteidigung wert. Das Lateinalphabet für diese Sprache ist älter und wissenschaftlich basiert, daher weit besser begründet. Die Abschaffung des Kyrillischen ist ein später Akt der Entstalinisierung, und, bei allem Respekt gegenüber Rußland und seiner Kultur, auch der Entkolonialisierung. Das NTA ist für das nationgewordene Kasachstan eigentlich unerläßlich. Daß ausgerechnet ein Moslemführer der alten Christen- und Stalinschrift (ein Eintreten für das Arabische hätte ich ja noch verstanden) das Wort redet, erstaunt.</p>
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