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	<title>Thomas Ciboulet, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Thomas Ciboulet, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Afghanistan &#8211; eine Herausforderung für Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ciboulet]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Mar 2018 09:35:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Konflikt in Afghanistan stellt eine gro&#xDF;e Herausforderung f&#xFC;r Zentralasien dar. Die Risiken der Terrorverbreitung und des illegalen Handels spielen eine gro&#xDF;e Rolle f&#xFC;r die Region. Damit sich der Konflikt nicht weiter ausbreitet, muss sich Zentralasien positionieren. Die Beziehungen zwischen dem postsowjetischen Zentralasien und Afghanistan haben Tradition. Sie gehen auf das zur&#xFC;ck, was Rudyard Kipling [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Konflikt in Afghanistan stellt eine große Herausforderung für Zentralasien dar. Die Risiken der Terrorverbreitung und des illegalen Handels spielen eine große Rolle für die Region. Damit sich der Konflikt nicht weiter ausbreitet, muss sich Zentralasien positionieren.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Beziehungen zwischen dem postsowjetischen Zentralasien und Afghanistan haben Tradition. Sie gehen auf das zurück, was <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudyard_Kipling">Rudyard Kipling</a> als „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game">The Great Game</a>“ bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf die Rivalität zwischen Briten und Russen im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert. Großbritannien versuchte, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Britisch-Indien">Britisch-Indien</a> im Norden gegen den Vormarsch Russlands nach Süden zu sichern. Schließlich wurde das heutige Zentralasien in das russische Kaiserreich aufgenommen, Indien wird britisch und ein Pufferstaat wird von beiden Kolonialmächten anerkannt: Afghanistan.</p>
<p style="text-align: justify">Afghanistans Bevölkerung ist facettenreich und setzt sich aus Ethnien des früheren Britisch-Indiens (Paschtunen, Belutschen) und zentralasiatischen Ethnien (Tadschiken, Usbeken, Turkmenen) zusammen. Die bestehenden Grenzen konnten Migration und Grenzübertritte nicht verhindern. So suchten beispielsweise Turkmenen, die gegen die Russen (damals die Sowjets) kämpften, in Afghanistan oder im Iran Zuflucht. Genauso sind die Tadschiken und die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pamiris">Pamiris</a> gespalten: Sie sind die größte Minderheit in Afghanistans Nordosten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vom sowjetischen Krieg in Afghanistan zur Unabhängigkeit</strong></p>
<p style="text-align: justify">Als die UdSSR 1980 <a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/afghanistan-krieg">in Afghanistan einmarschierte</a>, kam es zu heftigem Widerstand, der zum Teil von der ausländischen Bevölkerung, besonders aber von zahlreichen lokalen demokratischen Gruppen sowie gemäßigten und radikalen Islamisten unterstützt wurde. Diese waren stark durch die jeweilige Ethnie geprägt und sie spalteten sich schnell mit eigenen Warlords ab.</p>
<p style="text-align: justify">In Bezug auf die Menschen in Zentralasien ist besonders das von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schah_Massoud">Ahmad Schah Massoud</a> geführte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschamiat-i_Isl%C4%81mi">Dschamiat-i Islāmi</a> zu erwähnen. Wie viele andere auch, wurde diese Gruppe besonders von Tadschiken beherrscht. Der usbekischstämmige Milizenführer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdul_Raschid_Dostum">Abdul Raschid Dostum</a> warb zugleich seine Volksgruppe und ethnische Turkmenen für die Partei <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/National_Islamic_Movement_of_Afghanistan">„National-islamische Bewegung Afghanistan“</a> („Dschunbisch“) an. Nach dem Ende der sowjetischen Invasion im Jahr 1988, dem darauf folgenden Bürgerkrieg und der Machtergreifung der Taliban 1996 schlossen sich die meisten Gruppen zur sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Islamische_Vereinigte_Front_zur_Rettung_Afghanistans">Nordallianz</a> zusammen.</p>
<p style="text-align: justify">Dieser Bürgerkrieg fiel mit einem entscheidenden Wendepunkt der Geschichte zusammen: der Zerfall der UdSSR. Während Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan unabhängig wurden, standen die ehemals sowjetischen Herrscher einer Bedrohung entgegen. Jenseits der Grenze waren turkmenische, usbekische und  tadschikische Warlords, die ihre Fähigkeiten schon gegen die Kommunisten bewiesen hatten. Afghanistan wurde zu einem Rückzugsort für einen Teil der Opposition gegen die bestehenden Regime.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-unvergessliche-horror-des-burgerkriegs/">Der unvergessliche Horror des tadschikischen Bürgerkriegs</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Turkmenistan war dies weniger ein Problem (die Turkmenen nahmen bei der Rebellion in Afghanistan eine kleinere Rolle ein) als für Usbekistan und Tadschikistan. Während Usbekistan den Islamisten auf seinem Territorium den Krieg erklärte, verfiel Tadschikistan in den 1990ern in einen Bürgerkrieg, bei dem eine demokratische, islamistische Union, unterstützt durch die Nordallianz und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mudschahed">Mudschaheddin</a>-Kämpfer Massoud, dem Regierungsführer Emomali Rachmon gegenüberstand.</p>
<figure id="attachment_13054" aria-describedby="caption-attachment-13054" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-13054" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k.jpg" alt="Parwan Provinzl Afghanistan" width="1200" height="800" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/7187788081_d023ee83ff_k-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-13054" class="wp-caption-text">Die Parwan Provinz in Afghanistan, eine sehr landwirtschaftliche Gegend</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Massouds Unterstützung der tadschikischen Islamisten endete, als er russische Hilfe gegen die Taliban benötigte. Schließlich erreichte Tadschikistan einen Kompromiss und die usbekischen Islamisten stellten sich zwischen Tadschikistan und Afghanistan, um eine der wichtigsten lokalen Terrorgruppen zu gründen: Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Bewegung_Usbekistan">Islamische Bewegung Usbekistan</a>, (IBU) die sich 2015 dem „Islamischen Staat“ anschloss, während sie mit dem Ziel, einen globalen Djihad zu unterstützen, auch <a href="http://www.kas.de/wf/de/71.15457/">in Europa zahlreiche Anhänger rekrutierte</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Turkmenistan versucht zu vermitteln</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach diesen Ereignissen entwickelten sich die zentralasiatischen Staaten völlig unterschiedlich. Turkmenistan brauchte einen stabilen südlichen Nachbarn für den Bau seiner Ölpipeline vom Kaspischen Meer nach Pakistan (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAPI</a>), die vom <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Turkmenbashi_International_Seaport">Hafen Türkmenbaschi</a> ausgehen und natürlich über Afghanistan führen soll. In der Folge ist Turkmenistan näher an die Macht der Taliban gerückt und unterhielt gute Beziehungen mit dem neuen Staat, als 2001 der amerikanische Krieg begann. Doch außer Gas und Öl können auch leicht Drogen aus Afghanistan, einem der bedeutendsten Opiumproduzenten, nach Zentralasien gelangen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/highway-to-heroin-vom-drogenhandel-und-neuen-konsum-in-zentralasien/">Highway to Heroin – vom Drogenhandel und neuen Konsum in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Unterdessen leistete Turkmenisten der turkmenischen Minderheit in Afghanistan humanitäre Hilfe, mit dem Ziel eine gutnachbarschaftliche Beziehung zu erhalten, die bis zur ab Januar 2015 in der iranischen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan_(Provinz)">Khorasan</a> recht gut funktionierte. Dass den dortigen Kämpfern auch Turkmenen angehören könnten, gilt als sehr wahrscheinlich und stellt eine Bedrohung für Aschgabat dar.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan und Usbekistan vor der islamistischen Bedrohung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Angesichts der tadschikischen islamistischen Bewegung in Afghanistan musste sich Tadschikistan nun vorsichtig verhalten. Trotz allem besetzen Angehörige der tadschikischen Minderheit dank ihrer Rolle beim Widerstand gegen die Taliban Schlüsselpositionen in der afghanischen Regierung. Auch deshalb bringen sie im Gegensatz zu anderen Volksgruppen nicht besonders viele Mitglieder islamistischer Gruppen hervor. Afghanistan gilt nicht länger als das Eldorado der tadschikischen islamistischen Opposition.</p>
<p style="text-align: justify">Usbekistan <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/terrorismus-warum-gibt-es-so-viele-usbekische-attentater/">muss sich der IBU stellen</a>, die zu einem großen Teil für die Instabilität der Region verantwortlich ist, indem sie in allen zentralasiatischen Gegenden und auch bei den Uiguren Kämpfer anwirbt. Neben Afghanistan und Interventionen in Usbekistan sind die Islamisten der IBU in Pakistan und bis hin zum Irak und Syrien in den Reihen des IS aktiv. Auch wenn sie vonseiten der sehr tatkräftigen usbekischen Geheimdienste unter großem Druck stehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>China, die Vereinigten Staatenund Russland bleiben präsent</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Afghanistankrieg hat auch Großmächte veranlasst, sich auf Zentralasien zu konzentrieren. Auch wenn die terroristische Bedrohung für Russland genauso ernst ist wie für die Vereinigten Staaten, sind die beiden Länder nicht zur Zusammenarbeit zu bewegen. Dies zeigt etwa der Fall Kirgistans, wo 2005 die pro-russische Macht während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenrevolution">Tulpenrevolution</a> gestürzt wird, um eine pro-amerikanische Macht aufzubauen, die wiederum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">fünf Jahre später</a> gestürzt wird. 13 Jahre nachdem die Vereinigten Staaten in in der Nähe von Bischkek eine Militärbasis eröffnet hatten, wurde diese auf Antrag der kirgisischen Behörden 2014 wieder geschlossen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Vereinigten Staaten behalten ihre Militärstützpunkte in Afghanistan, nicht aber in Zentralasien, da diese Region Russland näher steht. Außerdem sind auch noch andere Schwellenländer in Betracht zu ziehen, insbesondere China und Indien. Peking sieht Zentralasien als strategisch wichtige Zone in Bezug auf Rohstoffe sowie als bedeutende Handelsniederlassung und ein Territorium, das aus wirtschaftlichen Gründen gesichert werden muss, auch vor dem Hintergrund des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang-Konflikt"> </a> in Westchina.</p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a> ist Chinas große diplomatische Errungenschaft in Zentralasien. Indien wiederum hofft, <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/">sich Zentralasien anzunähern</a>, indem es sich gegen den pakistanischen Einfluss und den Terrorismus stellt. Neu-Delhi nähert sich besonders an Tadschikistan an, wo die indische Armee präsent ist. Dies ist ein wichtiger Schritt, obwohl der chinesische Rivale seine Armee noch nicht in der Region stationiert hat.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Thomas Ciboulet</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>
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		<title>Indien – Der nächste Riese in Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ciboulet]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2018 11:24:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In Zentralasien treffen diverse Kulturen, politische Territorien und kulturelle Einflussgebiete aufeinander. Heute wird die Region haupts&#xE4;chlich als russisches Schutzgebiet oder Sprungbrett f&#xFC;r die neue chinesische Seidenstra&#xDF;e wahrgenommen. Doch es gibt noch ein anderes Land mit historischen Verbindungen, das sich dort diskret aufstellt: Indien. Dass der indische Subkontinent schon immer in engem Kontakt mit Zentralasien war, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Zentralasien treffen diverse Kulturen, politische Territorien und kulturelle Einflussgebiete aufeinander. Heute wird die Region hauptsächlich als russisches Schutzgebiet oder Sprungbrett für die neue chinesische Seidenstraße wahrgenommen. Doch es gibt noch ein anderes Land mit historischen Verbindungen, das sich dort diskret aufstellt: Indien.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass der indische Subkontinent schon immer in engem Kontakt mit Zentralasien war, bestätigt schon ein kurzer Blick auf die gemeinsame religiöse Kultur: Der Buddhismus, ursprünglich eine indische Glaubensströmung, ist in Zentralasien weit verbreitet. In der Vergangenheit gab es hier viele einflussreiche Glaubensschulen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vom Buddhismus zum Islam<br />
</strong>Als der chinesische Pilgermönch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xuanzang">Xuanzang</a> im 7. Jahrhundert aufbrach, um die ersten Texte des Buddhismus zu studieren, gelangte er über Samarkand und verschiedene Klöster auf dem Gebiet des heutigen Kirgistan und Usbekistan nach Indien. Er trug so maßgeblich zur Verbreitung des Buddhismus in China bei. Seine Reise wurde die Grundlage für den klassischen chinesischen Roman „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_nach_Westen">Die Reise nach Westen</a>“.</p>
<figure id="attachment_12665" aria-describedby="caption-attachment-12665" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12665" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4.jpg" alt="Indien, Kirgistan, Diplomatie" width="800" height="630" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4-300x236.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4-768x605.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12665" class="wp-caption-text">Narendra Modi mit dem ehemaligen kirgisischen Premierminister Temir Sariev.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">In beiden Regionen hat sich der Islam komplementär entwickelt: Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_von_Delhi">Sultanat Delhi</a>, erstes muslimisches Königreich Indiens, wurde von einem konvertierten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mamluken">Mamluken</a> gegründet. Der Gründervater der Dynastie des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mogulreich">Mogulreichs</a> (16. bis 19. Jahrhundert) war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Babur">Babur</a>, ein Erbe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timur">Timurs</a>, der sein Reich von der Hauptstadt Samarkand aus gegründet hatte. Schließlich hatte der Sufi-Orden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naqschband%C4%ABya">Naqschbandīya</a> großen Erfolg im indischen Teil des Mogulreichs, da viele bedeutende Persönlichkeiten zu seinen Anhängern zählten, wie etwa der Großmogul <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aurangzeb">Aurangzeb</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sufismus-in-zentralasien/">Sufismus in Zentralasien</a></p>
<p style="text-align: justify">Noch heute haben muslimische Strömungen aus Südasien einen bestimmten Einfluss in Zentralasien. Der Politikwissenschaftler <a href="https://www.theglobalist.com/contributors/bayram-balci/">Bayram Balci</a> widmet diesem weitläufig unbekannten Thema in seinem <a href="http://www.hurstpublishers.com/book/islam-central-asia-caucasus-since-fall-soviet-union/">Buch</a> über den Islam in Zentralasien und dem Kaukasus seit dem Zerfall der Sowjetunion ein eigenes Kapitel. Dass etwa die Bewegungen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tablighi_Jamaat">Tablighi Jamaat</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmadiyya">Ahmadiyya</a> ursprünglich aus Indien kommen, vor allem aber in Kirgistan verankert sind, spielt bei der Erneuerung des Islam in den ehemaligen Sowjetregionen eine bedeutende Rolle.</p>
<p style="text-align: justify">Die Grenze zwischen den beiden Welten ist fließend und befindet sich in Afghanistan, das typischerweise manchmal Südasien (dem indischen Subkontinent), manchmal Zentralasien zugeordnet wird. Gemeinschaften beider Regionen leben dort: Südasiaten, wie Paschtunen oder Balutschen neben Zentralasiaten wie Tadschiken, Turkmenen und Kirgisen. Afghanistan ist eine Brücke zwischen den Welten: Die Verbindung Indiens mit Zentralasien verläuft über Kabul.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Laufende Projekte<br />
</strong>Eines der Leitprojekte, das die Regionen eng zusammenwachsen lässt, ist die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAP</a> (Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline), deren Name Programm ist, denn sie wird über Afghanistan und Pakistan Turkmenistan mit Indien verbinden. Sie soll turkmenisches Erdgas aus dem Gasfeld <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Galkynysh_Gas_Field">Galkynysch</a> bis in die indische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fazilka">Fazilka</a> im Bundesstaat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Punjab_(Indien)">Punjab</a> an der indisch-pakistanischen Grenze liefern. Der Bau der Pipeline hat bereits 2015 begonnen und soll bis 2019 beendet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer ambitionierter Plan wurde 2014 von Indien vorgelegt: Der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/North%E2%80%93South_Transport_Corridor">Nord-Süd Transport Korridor</a> (INSTC), dessen Ziel es ist, den Bau von Transportwegen in Süd- und Zentralasien, dem Kaukasus und Russland voranzutreiben. Während die ursprüngliche Absicht, Bombay und Moskau via Iran und Aserbaidschan zu verbinden, Zentralasien ausschloss, hat sich das Projekt nun weiterentwickelt: Indien möchte das Schienennetz zwischen Kasachstan, Turkmenistan und Iran nutzen, um seinen Einfluss schnell ausbauen zu können.</p>
<figure id="attachment_12666" aria-describedby="caption-attachment-12666" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12666" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2.jpg" alt="Indien, Turkmenistan, Diplomatie" width="800" height="564" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2-300x212.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2-768x541.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12666" class="wp-caption-text">Der indische Premierminister in Aschgabat.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Gelder aus Neu Delhi fließen auch in den Ausbau des Hafens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschahbahar">Tschahbahar</a> am Golf von Oman im Iran, um eine Route zwischen dem afghanischen Eisenerzbergwerk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hajigak_mining_concession">Hadschigak</a> und dem Persischen Golf (mit einem Anschluss nach Indien) zu etablieren. Auf längere Sicht sind es also vor allem Waren oder Energie aus Zentralasien, die den Persischen Golf über den Iran und den Hafen von Tschahbahar erreichen werden. Der Nord-Süd Transport Korridor ermöglicht somit auch den Austausch zwischen Zentralasien und Indien.</p>
<p style="text-align: justify">Neu Delhi nähert sich dadurch gleichsam den Partnerländern des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ashgabat_agreement">Ashgabat agreement</a> (Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan, Iran und Oman) an, deren Ziel es ist, den Warentransport zwischen Zentralasien und dem Persischen Golf zu fördern. 2016 hat auch Pakistan dem Vertrag zugestimmt und Indien zeigt sich an einer Teilnahme sehr interessiert, um seine ohnehin schon vorhandenen Projekte in der Region zu stärken. Es sind vor allem diese Transportprojekte für Waren und Energie, mit denen sich Indien sehr aktiv in Zentralasien einbringt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Militärpräsenz in Tadschikistan<br />
</strong>Auch durch die Militärbasis im tadschikischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Farkhor_Air_Base">Farchor</a> ist Indien in Zentralasien präsent. Durch ihre Nähe zur afghanischen Grenze hat sie das strategische Ziel, Pakistan einzukreisen, aber auch die Aktivitäten in Afghanistan zu kontrollieren und die Terrorgefahr zu mindern.</p>
<figure id="attachment_12667" aria-describedby="caption-attachment-12667" style="width: 758px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12667" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2.jpg" alt="Tadschikistan, Indien, Diplomatie" width="758" height="800" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2.jpg 758w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2-284x300.jpg 284w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /><figcaption id="caption-attachment-12667" class="wp-caption-text">Narendra Modi mit Emomalij Rahmon, Präsident von Tadschikistan.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig stand die tadschikische Minderheit in Afghanistan schon immer in enger Verbindung mit Tadschikistan. Diese Minderheit war es auch, die die Widerstandsbewegung gegen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> in den 90er Jahren anführte und daher rührt auch das begründete Interesse, sich an diese Minderheit und somit auch Tadschikistan zugunsten der regionalen Sicherheit anzunähern.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Erneuerung der tadschikischen Militärbasis in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ayni_Air_Base">Ayni</a>, die die Ausbreitung der indischen Armee erst ermöglichte, wurde von Indien unterstützt. Neben den wirtschaftlichen Beziehungen arbeitet Indien auch gemeinsam mit Tadschikistan – und auf lange Sicht vielleicht auch mit anderen Ländern Zentralasiens – an einer militärischen Strategie.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geopolitik und Interessen<br />
</strong>Die Annäherung Indiens an Zentralasien ist das Produkt zweier geopolitischer Hauptinteressen: Den Rivalen Pakistan einzukreisen und mit dem chinesische Projekt zum Wiederaufbau der Seidenstraße zu konkurrieren.</p>
<p style="text-align: justify">Seit den Attentaten vom 11. September 2001 spielt Pakistan in Afghanistan ein Doppelspiel, dessen Ziel es ist, Kabul im pakistanischen Einflussbereich zu halten und eine Annäherung an Indien zu verhindern. Neu Delhi hat große Interessen, Beziehungen zu Afghanistan aufzubauen, um seinen langjährigen Rivalen auszuschalten. Alle Projekte, die erreichen wollen, Afghanistan mit Zentralasien und dem Iran zu verbinden und Pakistan dabei zu umgehen, stellen eine Chance dar, das vom Krieg zerstörte Land aus seiner Isolation zu befreien und die Einflüsse aus Islamabad abzuwenden.</p>
<figure id="attachment_12668" aria-describedby="caption-attachment-12668" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12668" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1.jpg" alt="Usbekistan, Indien, Diplomatie, Präsidenten" width="800" height="656" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1-300x246.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1-768x630.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12668" class="wp-caption-text">Der usbekische Präsident Schawkat Mirsijojew mit dem indischen Premierminister in Taschkent.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Die Entwicklung des Hafens von Tschahbahar ist ebenso ein Mittel, Pakistan zu umgehen. So gut die Beziehungen sind, so interessant sind auch Projekte wie TAP für beide Länder. Sollte es jedoch zu Spannungen oder gar Konflikten kommen, bestünde die Gefahr, dass Islamabad Indien den Zugang zum turkmenischen Gas verwehrt. Zentralasien und Afghanistan über den Hafen von Tschahbahar mit der Außenwelt zu verbinden, ist somit eine Möglichkeit, Indien Zugang zu diesen Ressourcen zu verschaffen, ohne Pakistan durchqueren zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Strategien sind auch ein Mittel, den indischen Einfluss in Zentralasien gegen den chinesischen auszuspielen. Der Nord-Süd Transport Korridor wird somit zu einer indischen Version einer neuen Seidenstraße, die die chinesische Vorherrschaft in der Region abzuwenden versucht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/"><strong>Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Unterdessen plant Peking seinen eigenen Hafen im Indischen Ozean, im pakistanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gwadar">Gwadar</a>, um Zentralasien einen Zugang zum Meer zu gewähren. Alle diese Projekte haben die Gemeinsamkeit, Energieressourcen zu transportieren und den Handel zu fördern. Obwohl die indischen Projekte momentan weniger erfolgreich zu sein scheinen als die Neue Seidenstraße, könnte Neu Delhi auf lange Sicht ein ernst zu nehmender Konkurrent Chinas sein. Indien jedenfalls ist bereits heute eine aufsteigende Macht in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Thomas Ciboulet<br />
</strong><strong>Journalist bei Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<title>Sufismus in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ciboulet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2017 10:45:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sufismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bewegung des Sufismus, eine mystisch-spirituelle Seite des Islams, blickt in Zentralasien auf eine besondere Geschichte zur&#xFC;ck: Hier entstanden zahlreiche Bewegungen, mit teilweise starker Wirkungskraft auf einen Gro&#xDF;teil der muslimischen Welt. Eine Erkl&#xE4;rung, warum das so ist. Mehrere Str&#xF6;mungen des Sufismus haben ihren Ursprung in Zentralasien. Zu den drei wichtigsten z&#xE4;hlen die Yesevi-Tariqa, die Kubrawiyya [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Bewegung des Sufismus, eine mystisch-spirituelle Seite des Islams, blickt in Zentralasien auf eine besondere Geschichte zurück: Hier entstanden zahlreiche Bewegungen, mit teilweise starker Wirkungskraft auf einen Großteil der muslimischen Welt. Eine Erklärung, warum das so ist.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mehrere Strömungen des Sufismus haben ihren Ursprung in Zentralasien. Zu den drei wichtigsten zählen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yesevi-Tariqa">Yesevi-Tariqa</a>, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kubrawiyya">Kubrawiyya</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naqschband%C4%ABya">Naqschbandiya</a>, alle mit unterschiedlichen Einflüssen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wichtige Anführer sufistischer Bewegungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Yesevi-Tariqa ist wohl der erste türkischstämmige Sufismus Orden, gegründet von einem spirituellen Poeten namens Ahmet Yasavi. Seine Grabstätte liegt in der heute kasachischen Pilgerstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkistan">Türkistan</a>, die kasachisch-türkische Universität der Stadt wurde nach ihm benannt.</p>
<p style="text-align: justify">Die Kubrawiyya-Bewegung hingegen entstand in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Choresmin</a> im heutigen Usbekistan. Einer der bekanntesten Scheiche des Ordens ist Mir <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sayyid_Ali_Hamadani">Sayyid Ali Hamadani</a>, dessen Grab sich heute in Kulob in Tadschikistan befindet. Auch im mongolischen Imperium hat der Kubrawiyya-Orden seine Spuren hinterlassen: Durch die Lehren des Scheichs lies sich Berke Khan, Enkel des Gründers des mongolischen Reichs, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschingis_Khan">Dschingis Khan</a>, zum Islam konvertieren und wurde so zum ersten mongolischen Moslem.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt/">Zentralasien – historisches Herz der muslimischen Welt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer Orden, der Zentralasien beeinflusst hat ist außerdem die Qadiriya, die zwar in Bagdad entstanden ist, sich allerdings weit in der Region verbreitet hat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Naqschbandiya ist die bekannteste Strömung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bekannteste Strömung des Sufismus in Zentralasien bleibt aber die Naqschbandiya. Dieser Orden verbreitete sich über den indischen Subkontinent zum muslimisch geprägten Teil des russischen Reiches bis in die heutigen Gebiete des Kaukasus und der Türkei. Zur Verdeutlichung: Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stammt vermutlich aus der Bewegung der Naqshbandiyya.</p>
<p style="text-align: justify">Der Orden praktiziert eine ganze Reihe spiritueller Rituale, die sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dhikr">Dhikr</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dhikr">Zikr</a>. Doch auch gesellschaftliche Ziele stehen auf dem Programm: Er verfolgt das Ziel, einen „Islamischen Staat“ aufzubauen, also ein staatliches Gebilde, beruhend auf den Prinzipien des Islam. Aus diesem Grund wird die Naqshbandiyya heute oft als ein „gewaltstiftender Orden“ wahrgenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sufismus und nationale Befreiung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Als das russische Reich allmählich Zentralasien erobert, formieren sich erste Widerstandsbewegungen. Hier spielt der Sufismus eine zentrale Rolle, ähnlich wie es sich auch im Nordkaukasus, allen voran in Tschetschenien, verhielt. In Zentralasien vermehren sich die Aufstände, sowohl gegen die russische Besatzung aber auch allgemein, gegen die sozio-ökonomische Situation der Bevölkerung. Einer der bedeutendsten ist der Aufstand von Andischan 1898, angeführt von Dukchi Ischan.</p>
<div class="column-image" style="text-align: justify">
<div class="image">
<figure style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" title="Jean-Pierre Dalbéra" src="https://novastan.org/fr/wp-content/uploads/sites/4/2017/10/Image2-1.jpg" alt="Mausoleum Bakhaouddin Nakhchbandi in Buchara" width="1024" height="683" /><figcaption class="wp-caption-text">Das Mausoleum des Bakhaouddin Nakhchbandi in Buchara (Usbekistan) ist ein heiliger Ort des Sufismus.</figcaption></figure>
</div>
</div>
<p style="text-align: justify">Als Ordensanhänger pilgert Dukchi Ischan nach Mekka, und besitzt sogar ein eigenes Sufi-Zentrum in Mingtepa. Dadurch genießt er einen hohen Grad an religiöser und sozialer Legitimität. In seiner Kritik an der örtlichen Elite erhält er große Unterstützung von usbekischen, kirgisischen und uighurischen Nomaden und Landwirten und startet daraufhin 1898 einen Apell zum Krieg gegen die Russen. Der Aufstand erweist sich zwar als Misserfolg und Dukchi Ishan wird nach Sibirien deportiert, doch zeigt diese Episode die Bedeutung des Sufismus für die nationale Freiheitsbewegung.</p>
<p style="text-align: justify">Zu Beginn der UdSSR steht der Sufismus unter Verfolgung. Das atheistische Regime will vermeiden, dass Scheiche die Massen mobilisieren. Sufistische Institutionen werden beseitigt, ein Großteil der Scheiche flieht nach Afghanistan oder dem chinesischen Teil Turkestans.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Sufismus heute</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Ende der UdSSR und der Unabhängigkeit der zentralasiatischen Staaten gewann der Sufismus wieder an Beliebtheit. Allerdings widerstrebt die politische Struktur der neuen Staaten jeglichem politischen Islam. Trotz des Zusammenbruchs der Sowjetunion sind es die Führungspersönlichkeiten jener Strukturen, die in den Ländern Zentralasiens zu Beginn ihrer Unabhängigkeit an die Macht gelangten. Islamische Bewegungen stellten daher ihre Legitimität in Frage.</p>
<p style="text-align: justify">Aus diesem Grund befindet sich der Islam noch heute unter strenger Kontrolle. Der Sufismus mag zunächst aufgrund seiner esoterischen Ausrichtung  wie eine gute Alternative erscheinen; allerdings bleibt auch diese Bewegung von einer wachsamen Kontrolle nicht verschont, da die Geschichte gezeigt hat, dass sie sehr wohl bedrohliches Potential für die herrschende Elite besitzt. Darüber hinaus fallen in der muslimischen Bewegung in Usbekistan Äußerungen mit Referenz zur sufistischen Widerstandsbewegung. Im Grunde allerdings ist der einzige zugelassene Sufismus im heutigen Zentralasien apolitischer Natur.</p>
<p style="text-align: justify">Die Hauptfigur des modernen Sufismus der Region ist aktuell Ibrahim Hazrat. Er lebt in Usbekistan und vereint zwischen 20.000 und 30.000 Anhänger sowohl vor Ort als auch in den Nachbarländern.</p>
<p style="text-align: justify">Seine Daseinsberechtigung vonseiten usbekischer Autoritäten erhält er dank seines unpolitischen Diskurs und seiner Verurteilung des Terrorismus. Und es ist wohl dieses apolitische Element, das ihm ein so breites Publikum in Zentralasien beschert.</p>
<p style="text-align: right"> <strong>Thomas Ciboulet</strong><br />
<strong>Journalist für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Chinas Rückkehr nach Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ciboulet]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 18:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die zentralasiatischen L&#xE4;nder sind&#xA0; durch einen starken russischen Einfluss gepr&#xE4;gt. Die Kolonisierung der Region im 19. Jahrhundert, gefolgt von der Sowjetperiode erkl&#xE4;ren die bis heute andauernde starke Pr&#xE4;senz Moskaus in der Region. Dennoch gibt es auch andere Akteure, die versuchen, die Region zu beeinflussen. In erster Linie China, das seine gemeinsame Vergangenheit mit der Region [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die zentralasiatischen Länder sind  durch einen starken russischen Einfluss </strong><strong>geprägt</strong><strong>. Die Kolonisierung der Region im 19. Jahrhundert, gefolgt von der Sowjetperiode erklären die bis heute andauernde starke Präsenz Moskaus in der Region. Dennoch gibt es auch andere Akteure, die versuchen, die Region zu beeinflussen. In erster Linie China, das seine gemeinsame Vergangenheit mit der Region in den Vordergrund stellt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Geschichte der Beziehungen Chinas zum heutigen Zentralasien ist eine sehr lange. Sie reicht zurück bis zu einem Handelsnetz aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, welches bis heute unter dem Namen Seidenstraße bekannt ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Geschichte der Reisenden</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist wichtig, anzumerken, dass China natürlich damals nicht seine heutigen geographischen Ausmaße annahm. Bis zur Invasion der Mongolen beschränkt sich das Land auf den östlichen Teil, die Meeresküste und das heutige Landesinnere. Allerdings entwickelte sich der chinesische Handel über die westlichen Straßen. Und ebenso entwickelte sich in dieser Zeit der Einfluss des Reichs der Mitte.</p>
<p style="text-align: justify">Die Entdeckung der Seidenstraße begann mit der Reise des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zhang_Qian">Zhang Qian</a>, Botschafter des chinesischen Kaisers, der sich bis ins <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-ferganatal-in-hundert-tnen/">Ferganatal</a> begab (die Region um die heutige usbekisch-tadschikisch-kirgisische Grenze, Anm. d. Redaktion). Die ursprüngliche Absicht dieser Reise war es, wegen jüngster militärischer Rückschläge eine Allianz mit den Völkern westlich der feindlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiongnu">Xiongnu</a> (im heutigen Xinjiang, Anm. d. Redaktion) zu knüpfen.</p>
<p style="text-align: justify">Es war eine Reise voller Abenteuer, und Zhang Qian wurde von den Xiongnu gefangen genommen. Letztendlich kehrte er nach China zurück, ohne neue Allianzen geschmiedet zu haben, dafür jedoch mit Berichten aus neuen Regionen: aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baktrien">Baktrien</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sogdien">Sogdien</a>, und aus dem Ferganatal. Auf anderen Reisen, die er auf Wunsch des Kaisers unternahm, gelangte er sogar bis an den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a>. Zusätzlich zu seinen Berichten brachte Zhang Qian neue Waren mit, vor allem die berühmten und hoch geschätzten Fergana-Pferde. Seine Reisen markieren den Beginn des Handels zwischen China und Zentralasien.</p>
<figure id="attachment_7869" aria-describedby="caption-attachment-7869" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7869 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534.jpg" alt="Die " width="1300" height="534" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-300x123.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-768x315.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-1024x421.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-7869" class="wp-caption-text">Eine Freske, die Xuanzang darstellt.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Beginn eines Austausches zwischen den Völkern<br />
</strong><br />
Andere Reisende folgten ihm. Unter ihnen ist einer im Besonderen zu erwähnen: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xuanzang">Xuanzang</a>. Für die Geschichte des buddhistischen Mönchs aus dem siebten Jahrhundert, müssen wir einen zeitlichen Sprung um acht Jahrhunderte nach vorn machen. Die Ursprünge des Buddhismus lagen nicht im Reich der Mitte, daher beschloss Xuanzang, neue Quellen nach ursprünglichen Klöstern zu suchen. Er unternahm eine lange Reise, die ihn bis zum Geburtsort des Buddhismus führte: nach Indien.</p>
<p style="text-align: justify">Auf seinem Weg durchquerte er das heutige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gansu">Gansu</a> in Xinjiang und erreichte die persische Stadt Samarkand, wo er verlassene Klöster fand. Dann reiste er weiter südlich nach Afghanistan und kam letztendlich nach Indien und Sri Lanka. Er kehrte mit einem ganzen Werk an Berichten über den Osten nach China zurück. Er brachte auch neue Informationen über diese abgelegenen Gebiete mit.</p>
<p style="text-align: justify">Die Reise des Xuanzang erfreut sich großer Beliebtheit und inspirierte die Geschichte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_nach_Westen">„Die Reise nach Westen“</a>. Sein fantastischer Bericht hat zahlreiche chinesische Filme inspiriert, von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Forbidden_Kingdom">„The Forbidden Kingdom“</a> oder „The Monkey King“, bis hin zu dem berühmten japanischen Manga <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dragon_Ball">„Dragon Ball“</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien kommt nach China<br />
</strong><br />
Zur selben Zeit baute China über die Seiden- und Teerouten seinen Einfluss auf die Regionen zwischen<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chengdu"> Chengdu</a> und dem heutigen Zentralasien aus. Doch fand 751 ein einschneidendes Ereignis für die Region statt: die<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Talas"> Schlacht am Talas</a>, bei der arabische und muslimische Armeen das unterlegende Reich der Mitte zurückschlugen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Schlacht markiert den Übergang Zentralasiens vom chinesischen in den arabisch-muslimischen Einflussbereich. China selbst zog sich wieder in seinen eigenen Regionen zurück. Später sollte es sich jedoch erneut ausdehnen, bis Gansu, Ostturkestan in Xinjiang und bis Tibet.</p>
<p style="text-align: justify">Le<strong>st mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt/">Zentralasien – historisches Herz der muslimischen Welt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Aber nicht nur China beeinflusste Zentralasien. Der Einfluss ging auch in die andere Richtung. Zuerst erreichte der Buddhismus, eine originär indische Religion, China über Zentralasien. Kirgistan war ein wichtiges Zentrum dieser Religion, ebenso wie das uigurische Königreich und Afghanistan, wo sich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha-Statuen_von_Bamiyan">großen Buddha-Statuen von Bamiyan</a> befanden, die 1996 von den Taliban zerstört wurden.</p>
<figure id="attachment_7864" aria-describedby="caption-attachment-7864" style="width: 2187px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7864" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3.jpg" alt="Die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan." width="2187" height="1453" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3.jpg 2187w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-300x199.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-768x510.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-1024x680.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-1300x864.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 2187px) 100vw, 2187px" /><figcaption id="caption-attachment-7864" class="wp-caption-text">Die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">In den westlichen Regionen des heutigen Chinas zeugen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xumishan-Grotten">Grotten von Xumishan</a>, das<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Labrang"> Kloster von Labrang </a>in Gansu und natürlich Tibet von dem Austausch von West nach Ost. Aber wie konnte sich der Buddhismus, die fremde Religion, in China etablieren? Zu dieser Zeit ging man davon aus, der Buddhismus sei ein verzerrtes Bild der Lehren des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Laozi">Lao Tse</a>. Diese waren bereits im Westen gepredigt worden. Demnach wäre der Buddhismus eine chinesische Religion, die nach Zentralasien transferiert wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien: Eine Herausforderung für das heutige China<br />
</strong><br />
Auch wenn China nur schwer das Chaos, das 1949 durch die Machtübernahme der Kommunisten verursacht wurde, überwunden hat, strebte es in den Jahrzehnten danach die Wiedererlangung der Kontrolle über seine Landgebiete an. Anstatt auf der Insel Taiwan einzumarschieren, unterwarf die Volksbefreiungsarmee Chinas Tibet und Ostturkestan.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Annexionen oder, je nach politischer Überzeugung, diese Wiederherstellung der chinesischen Autorität waren kompliziert und langwierig, da die Regionen sehr unterschiedlich waren und sind. Zum Beispiel hatte Tibet im Gegensatz zu der uigurischen Region auf internationaler Ebene einen guten Ruf. Letztendlich wurde Tibet in den 90er Jahren zu einer Brutstätte der Gewalt, da Unabhängigkeits-Aktivisten Unabhängigkeit oder zumindest Autonomie von Peking verlangten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/ich-komme-aus-xinjiang/">Ich komme aus Xinjiang</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Uiguren-Region sieht die Situation ähnlich aus: <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/partage-des-terres-en-pays-ouighour-depossession-12/">China führte eine effektive Kolonialpolitik in der Region</a> ein und eine große Zahl an Binnenmiganten siedelte sich in Xinjiang (der chinesische Name Ostturkestans) an. Die kulturelle Repräsentation der Uiguren ist sehr begrenzt, von ihrer poltischen Autonomie ganz zu schweigen.</p>
<figure id="attachment_7865" aria-describedby="caption-attachment-7865" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7865" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file.jpg" alt="Flagge der autonomen Region Xinjiang in China." width="800" height="533" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-7865" class="wp-caption-text">Flagge der autonomen Region Xinjiang in China.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Zur selben Zeit erlangten die zentralasiatischen Staaten ihre Unabhängigkeit, was in einigen Fällen zu Konflikten führte. Viele Uiguren hatten in den alten Sowjetrepubliken Zuflucht gefunden. Die zentralasiatischen Republiken wiederum sind für China wegen ihrer Kohlenwasserstoffvorkommen und des Rückkaufs von landwirtschaftlichen Flächen im Lande von großem ökonomischen Interesse sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/">Russland und China. Der Ölhebel Zentralasiens</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die neue Seidenstraße<br />
</strong><br />
Zentralasien spielt sowohl aus Aspekten der Sicherheit als auch der Ökonomie in doppelter Hinsicht eine wichtige Rolle für China. Der zweite Aspekt kann ohne den ersten nicht voll ausgeschöpft werden. China möchte zuallererst seine Grenzen sichern und sich den Regierungen Zentralasiens annähern, um eine Kooperation in Bezug auf die Sicherheit vorzuschlagen &#8211; die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).</a></p>
<p style="text-align: justify">Dieses Abkommen erleichtert es China, gegen uigurischen Nationalismus vorzugehen, deren Anführer inzwischen in die Türkei fliehen. Es ermöglicht ebenfalls die Stabilisierung des Landes im Rahmen des Möglichen und ermöglicht einen besseren wirtschaftlichen Austausch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-die-neue-seidenstrae-zentralasien-verndern-wurde/">Wie die „neue Seidenstraße“ Zentralasien verändern würde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Erweiterung des Vertrages verkündete Peking, seine Strategie für die 2010er Jahre betreffe seine Nachbarn: die neue Seidenstraße. Diese umfasst zwei Teile, einen über Land und einen Seeweg. Das Projekt sieht ein großes Handelsnetzwerk vor, mit welchen Waren und Rohstoffe in Rekordzeit von China nach Europa transportiert werden können.</p>
<p style="text-align: justify">Die fünf zentralasiatischen Republiken stehen im Mittelpunkt dieses Projekt, das es China sowohl erlaubt, sich ökonomisch besser aufzustellen, als auch seinen politischen Einfluss auszuweiten. Zentralasien ist so innerhalb weniger Jahrzehnte eine der großen Herausforderungen der chinesischen Auslandspolitik geworden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Thomas Ciboulet</strong><br />
<strong> Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
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