<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>sofiat, Author at Novastan Deutsch</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/author/sofiat/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/author/sofiat/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 Feb 2017 05:00:55 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.4</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>sofiat, Author at Novastan Deutsch</title>
	<link>https://novastan.org/de/author/sofiat/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Kirgistans Zugang zum EU-Markt bleibt vorerst ein Traum</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-zugang-zum-eu-markt-bleibt-vorerst-ein-traum/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-zugang-zum-eu-markt-bleibt-vorerst-ein-traum/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=635</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kirgistan hat vor vier Monaten die Erlaubnis erhalten, Waren nach Europa zu exportieren, ohne Zollgeb&#xFC;hren entrichten zu m&#xFC;ssen. Aber es gibt immer noch viele ungekl&#xE4;rte Fragen.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-zugang-zum-eu-markt-bleibt-vorerst-ein-traum/">Kirgistans Zugang zum EU-Markt bleibt vorerst ein Traum</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan hat vor vier Monaten die Erlaubnis erhalten, Waren nach Europa zu exportieren, ohne Zollgebühren entrichten zu müssen. Aber es gibt immer noch ungeklärte Fragen bezüglich der Ausstellung der Dokumente, der Zertifizierung der Waren und der Vorbereitung der Prüflabore. </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dieser Artikel erchien zuerst <a href="http://rus.azattyq.org/a/kzrgzystan-export-v-evropu/27765605.html">bei Radio Azattyk</a>, der kirgisischen Redaktion von Radio Free Europe/ Radio Liberty.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Europäische Union (EU) gewährte Kirgistan zu Beginn des Jahres den Status &#8222;<a href="http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/development/generalised-scheme-of-preferences/index_en.htm">APS+</a>&#8220; (Allgemeines EU-Zollpräferenzsystems, Anm. d. Red.), wodurch mehr als 6.000 verschiedene Waren und Produkte zollfrei auf den europäischen Markt eingeführt werden können. Diese Nachricht begeisterte den Unternehmer Adan Kokkosow aus Ösgön, im Süden des Landes, der Reisanbau betreibt. Er arbeitet an der Verbesserung seines Betriebs, damit seine Produkte den internationalen Standards entsprechen und auf den europäischen Markt exportiert werden können.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Lest auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisische-produkte-erhalten-bevorzugten-zugang-zum-eu-markt/">Kirgisische Produkte erhalten bevorzugten Zugang zum EU-Markt</a></strong></em></p>
<p style="text-align: justify">„Wir haben einen Zuschuss der UNDP (United Nations Development Programme, Anm. d. Red.) gewonnen. Mit diesen Mitteln haben wir unseren Betrieb mit unverzichtbarer Technik ausgestattet, damit unsere Produkte den internationalen Standards gerecht werden. So Gott will, werden wir die Maßnahmen im Herbst beenden und den Reis dann nicht mehr wie bisher in Tüten packen, sondern in Pakete – mit jeweils 0,8 kg, 5 kg, 10 kg oder 25 kg. Dann können wir die Produkte in Paketen zu den Prüflaboren schicken, Zertifikate erhalten und in die EU exportieren. Natürlich ist der Reisvorrat meines Betriebs nicht besonders groß, aber wir können uns mit anderen Landwirten zusammentun und gemeinsam arbeiten“, sagt der Landwirt.</p>
<p style="text-align: justify">Zum Verzeichnis der Waren, die von den Zollgebühren befreit sind, gehören Obst, Konserven, Säfte, Walnüsse, Mandeln, Pistazien, Tabakwaren, Textilien, Filzwaren, Kleidung sowie Lederwaren und Teppiche. Die Liste ist lang genug, um Produkte aus allen Regionen Kirgistans exportieren zu können. Zum Beispiel Bohnen aus Talas, Aprikosen aus Batken, Reis und Honig aus der Region Osch.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Lest auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/articles/das-essbare-gold-kirgistans">Das essbare Gold Kirgistans</a></strong></em><em><strong><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1188/p1030156.jpeg" alt="Honig Kirgistan" /></strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Aschimurat Schalilow, ein Fachmann der Regierungsvertretung in der südlichen Region Dschalalabat sagt, dass die Einwohner der Region Interesse an den neuen Möglichkeiten zeigen und die Ernte von Walnüssen sowie deren Lieferung nach Europa gezielt erhöhen:</p>
<p style="text-align: justify"> „Die Fläche der Walnusswälder in unserem Gebiet beträgt etwa 35.000 Hektar. Die ausländischen Verbraucher wissen bereits, dass dies qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Erzeugnisse sind. Es wäre gut, sich auf die Nüsse zu konzentrieren und diese zu exportieren, statt sich mit anderen Waren und Produkten zu verzetteln, denn gerade hier haben wir die besten Möglichkeiten. Wenn wir und unsere Produkte von Anfang an einen guten Eindruck machen, können die Europäer schließlich unsere ständigen Abnehmer werden.“</p>
<p style="text-align: justify">Die Pläne sind zwar gut und vielversprechend. Wären da nicht die Probleme bezüglich der Anpassung an europäische Standards und Richtlinien, die Produktzertifizierung und der notwendige Bau von Laboren.</p>
<p style="text-align: justify">„Was die Zertifizierung der Produkte angeht, hinken wir weit hinterher. Es gibt keine Prüflabore und Logistikzentren. Wenn man sich nicht heute um diese Probleme kümmert, werden die Unternehmer, die ihre Produkte exportieren wollen, morgen vor Schwierigkeiten stehen. Wird auch nur ein Makel an unseren Produkten festgestellt, werden sie auf halbem Weg zurückgesendet oder vernichtet, was zu Verlusten in Millionenhöhe führen wird. Ich möchte zum Beispiel Reis exportieren: In welchem Labor wird man ihn für mich prüfen und zertifizieren?“, so Kokkozov.</p>
<p style="text-align: justify">Im Wirtschaftsministerium für Wirtschaft wird angemerkt, dass der Prozess nicht mit dem Erhalt des &#8222;APS +&#8220; Status endet. Es steht noch viel Arbeit bevor, die sich über mehrere Jahre erstrecken kann.</p>
<p style="text-align: justify">„Im Wirtschaftsministerium wurde eine spezielle Arbeitsgruppe aus Vertretern der Regierungsorgane, der Business-Gemeinschaft und der Förderorganisationen gegründet. Diese Gruppe beschäftigt sich damit, wie der &#8222;APS +&#8220; Status genutzt werden kann und wie unsere Produkte in Einklang mit den europäischen Standards gebracht werden können und zertifiziert werden. Ungeachtet der gewährten Präferenzen der EU, erwartet uns ein langer Vorbereitungsprozess. Im Rahmen des Beitritts zur Eurasischen Wirtschaftsunion bauen wir spezielle Labore, die sich mit der Prüfung und Zertifizierung von nach Europa auszuführenden Waren beschäftigen werden“, erklärt Dschyldysbek Schumakow, ein Vertreter des Ministeriums.</p>
<p style="text-align: justify">Er fügt hinzu, dass demnächst Vertreter der Europäischen Kommission nach Kirgistan kommen, mit denen es Verhandlungen über die Regelungen zur Ausfuhr von Waren geben wird. Am runden Tisch in Osch diskutierte man vor kurzem Themen wie das Warenverzeichnis, Zollprozeduren, technische Normen sowie durchgeführte Maßnahmen von Staat und Unternehmern.</p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig merken die Experten an, dass sich die Bedingungen für das Befördern von Waren auf dem Gebiet der Nachbarstaaten der EU nicht verbessert haben. Laut dem Experten Erkin Abdyrasakow lassen die Partnerstaaten trotz der gewährten Zollpräferenzen seitens der EU keine Waren kirgisischer Unternehmer durch:</p>
<p style="text-align: justify">„Wir können Waren nur über Land in die Europäische Union liefern, nicht über Wasser oder auf dem Luftweg. Wir transportieren sie entweder mit dem Zug oder per LKW. Der Weg führt durch Russland und Kasachstan. Die Regierungen dieser Länder werden sich unter sich schon nicht einig, was Zollregelungen angeht, in Krisenzeiten verhängen sie sich gegenseitig Sanktionen. Wie Kirgistan Waren durch diese Länder transportieren soll, weiß ich nicht. Zum Beispiel lässt Kasachstan unsere Waren unter verschiedenen Vorwänden nicht über die Grenze, obwohl wir Partner in der Eurasischen Wirtschaftsunion sind. So ist es nicht leicht, Waren über weite Strecken zu transportieren. Daher müssen die kirgisischen Behörden von Russland und Kasachstan Erleichterungen für den Transport von Waren über diese Gebiete erhalten.“</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Lest auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/articles/wodka-und-wirtschaftsunion">Wodka und Wirtschaftsunion</a></strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Der Status &#8222;APS +&#8220; wurde vor Kirgistan nur 14 Staaten gewährt. Durch die Aufnahme hat Kirgistan die Chance, Zugang zu einem Markt mit einer halben Milliarde Einwohner zu erhalten. Derzeit exportiert Kirgistan Waren im Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar, nur 3 Prozent davon werden nach Europa exportiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Ernist Nurmatow<br />
Korrespondent von <a href="http://rus.azattyq.org/a/kzrgzystan-export-v-evropu/27765605.html">Radio Azattyk</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Sofia Tscholakidi<br />
Korrekteurin für Novastan.org</strong></p>
<p><!-- Begin MailChimp Signup Form --></p>
<p><!--End mc_embed_signup--></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-zugang-zum-eu-markt-bleibt-vorerst-ein-traum/">Kirgistans Zugang zum EU-Markt bleibt vorerst ein Traum</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-zugang-zum-eu-markt-bleibt-vorerst-ein-traum/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Minus Eins. Wechselspiele in Kirgistans Regierung gehen weiter</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/minus-eins-wechselspiele-in-kirgistans-kabinett-gehen-weiter/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/minus-eins-wechselspiele-in-kirgistans-kabinett-gehen-weiter/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1357</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan sind in den letzten f&#xFC;nf Monate sieben Minister zur&#xFC;ckgetreten. Ein Kommentar von Vetschernij Bischkek zum j&#xFC;ngsten R&#xFC;cktritt.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/minus-eins-wechselspiele-in-kirgistans-kabinett-gehen-weiter/">Minus Eins. Wechselspiele in Kirgistans Regierung gehen weiter</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>In den letzten fünf Monaten sind in Kirgistan sieben Minister zurückgetreten. In seinem Kommentar zu den jüngsten Rücktritten des Justizministers und der Generalstaatsanwältin bietet <a href="http://www.vb.kg/doc/301780_minys_odin._kabmin_kyrgyzstana_prodoljaut_obnovliat.html">Vetschernij Bischkek</a> einen Einblick in die Intrigen der kirgisischen Politik. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Einmal im Jahr die Zusammensetzung der Regierung zu wechseln, ist in Kirgistan schon zur Norm geworden. Aber während die Minister vor dem seit April regierenden Kabinett Djoormart Otorbaevs in Horden gingen, schwinden sie nun immer mehr einzeln.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/articles/kirgisistan-prsident-besttigt-neues-regierungskabinett">Kirgistan – Präsident bestätigt neues Kabinett</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine Reihe von Rücktritten in der Regierung nahm ihren Anfang im September 2014. So ging einer nach dem anderen: Innenminister Abdulda Suranchiev, Minister für Kultur Taliev Kamil, Ministerin für Gesundheit Dinara Saginbaeva, Energieminister Osmonbek Artykbaev, Minister für Arbeit Aliyasbek Alymkulov und Minister für Bildung Kanat Sadykov.</p>
<p style="text-align: justify">Der Prozess der Ersetzung politischer Ämter geht auch 2015 weiter. Die erste, die in diesem Jahr das Nest verließ, ist die mittlerweile Ex-Generalstaatsanwältin Aida Salyanova. Der Trend wurde vom Leiter des Justizministeriums, Almambet Shykmamatov, fortgesetzt. Er gab seinen Rücktritt am 3. Februar bekannt und verbreitete am gleichen Tag eine <a href="http://www.vb.kg/doc/301687_shykmamatov_podal_v_otstavky_iz_za_politicheskih_spekyliaciy_narymbaeva.html">Presseerklärung</a> über die Gründe seines Ausscheidens.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/833/2015_02_03_12_47_18_689736.jpeg" alt="Shykmamatov" /></p>
<p style="text-align: justify">So lässt sich Shykmamatovs Entscheidung seinen eigenen Worten zufolge auf einen Vorfall zurückführen, der sich zwischen ihm und dem Leiter der Präsidialverwaltung, Daniyar Narymbaev, ereignet hatte. Vorher hatte sich letzterer bei Mitgliedern der parlamentarischen Mehrheitskoalition über eine Publikation in der kirgisischsprachigen Presse beschwert. Laut Narymbaev handele es sich um einen &#8222;wenig schmeichelhaften Artikel&#8220; für den ihn Shykmamatov um Vergebung bitten sollte. In dem Artikel geht es unter anderem darum, dass Shykmamatov angeblich Narymbaev als Beteiligten in einem &#8222;politischen Spiel&#8220; gegen die ehemalige Generalstaatsanwältin <a style="line-height: 1.6em" href="http://www.vb.kg/doc/300387_shykmamatov:_abdykaparov_napishet_zaiavlenie_ob_yhode_s_raboty.html">bezeichnet habe</a>. Doch Shykmamatovs Worten <a style="line-height: 1.6em" href="http://www.vb.kg/doc/301400_gazetnaia_statia_rassorila_shykmamatova_i_narymbaeva.html">zufolge</a> habe er ein solches Interview nie gegeben.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Es hat stattdessen ein inoffizielles Gespräch gegeben, bei dem ich gefragt wurde, wer der zukünftige Generalstaatsanwalt werden könnte. Ich nannte Narymbaev als möglichen Kandidaten. In der Zeitung wurden meine Worte aber einfach aus dem Zusammenhang gerissen, umgedreht und zum Druck freigegeben&#8220;, &#8211; versicherte der Minister später.</p>
<p style="text-align: justify">Trotzdem forderte Narymbaev bei der Koalitionssitzung eine öffentliche Entschuldigung vom Hauptjuristen des Landes, andernfalls müsse er auf seinen Rücktritt bestehen. Shykmamatov betrachtete diese Option allerdings als unakzeptabel.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Ich geize nicht mit Entschuldigungen und bin bereit, um Verzeihung zu bitten, unabhängig vom sozialen Status einer Person, wenn ich tatsächlich im Unrecht bin. Das ist eine Frage der Ehre! Aber die Angelegenheit, die von Daniyar Narymbaev aufgeworfen wurde, erinnert mehr an einen Handel und bietet Raum für politische Spekulationen, an denen ich mich weigere, teilzunehmen,&#8220;- so schilderte Shykmamatov seine Position in der Presseerklärung.</p>
<p style="text-align: justify">Zugleich hält er Narymbaevs Bereitschaft, eine öffentliche Entschuldigung zu akzeptieren, für seltsam, wenn, wie jener sage, die Worte des Justizministers &#8222;Schäden an der Autorität des Staatsapparates und der Politik im Allgemeinen verursacht haben.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Der Leiter der Präsidialverwaltung widerspricht doch seinen eigenen Äußerungen, was mehr über seine persönliche Kränkung aussagt als über Fragen von nationaler Bedeutung. Wenn ein solcher Schaden verursacht worden wäre, dann könnte, meiner Meinung nach, eine Entschuldigung einen solchen &#8222;Schaden“ nicht wiedergutmachen“, &#8211; so Shykmamatov.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein provozierter Rücktritt </strong></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem wurden tags zuvor schon spekuliert, dass die Zeitungsveröffentlichung nur als Vorwand für Anfeindungen von Seiten des „Präsidialapparatschiks“ gedient haben könnte, der wahre Grund aber &#8222;Kumtor&#8220; sei (die größte Goldmine des Landes wird aktuell mehrheitlich von der kanadischen Firma Centerra Gold betrieben. Die Debatte um eine mögliche Nationalisierung der Mine ist ein sehr <a style="line-height: 1.6em" href="http://www.eurasianet.org/node/71006">heißes Thema</a> in Kirgistan. Anm. d. Red.). Das wurde im Studio der Sendung &#8222;unbequeme Fragen&#8220; geäußert, die auf dem nationalen Sender KTRK ausgestrahlt wird. Darauf Bezug nehmend, versicherte der Vorsitzende der Parlamentsfraktion der Sozialdemokratischen Partei, Chynybay Tursunbekov, dass das Parlament das Recht habe, die Sache &#8222;Kumtor&#8220; ohne das Justizministerium aufzuklären. &#8222;Das gegenwärtige Amt regelt nichts&#8220; &#8211; behauptete er.</p>
<p style="text-align: justify">Der Justizminister ist mit der Stellungnahme des Leiters der Sozialdemokraten aber nicht einverstanden. &#8222;Das Parlament kann diese Frage nicht ohne das Justizministerium lösen. Bei der Unterzeichnung einer solchen Vereinbarung hat unser Urteil eine wichtige Rolle,&#8220; &#8211; argumentierte Shykmamatov. Bei der Schaffung eines Joint Venture-Betriebs rund um &#8222;Kumtor&#8220; hält das Ministerium an einer bestimmten Position fest – es besteht auf die Wichtigkeit der Gletschererhaltung auf dem entwickelten Bereich der Goldlagerstätte.</p>
<p style="text-align: justify">Darin, dass Shykmamatov gezwungen wurde, von seinem Posten abzutreten, sind sich auch einige Politiker sicher. Diese Meinung vertritt zum Beispiel ein Abgeordneter aus der Partei &#8222;Ata Meken&#8220; (einer der drei Regierenden Koalitionparteien, zusammen mit SDPK und Ar-Namys – Anm. d. Red.), Tashbolot Baltabaev.</p>
<p style="text-align: justify">Bei der gestrigen Fernsehdebatte hat der Vorsitzende der Sozialdemokraten, ungeachtet dessen, dass Shykmamatov mehrmals versicherte, der Zeitung kein Interview gegeben zu haben, immer wieder auf seinen Rücktritt bestanden. Er nahm dabei Bezug auf Narymbajevs Worte, dass der Artikel dem Land Schaden hinzugefügt hätte. Letztendlich sagte Shykmamatov, dass er gehe, wenn sein Rücktritt so notwendig sei“, &#8211; so der Abgeordnete.</p>
<p style="text-align: justify">Baltabaev ist sich sicher, dass es in der Geschichte Kirgistans so etwas vorher nicht gegeben habe, dass Politiker ihre persönlichen Kränkungen zur öffentlichen Diskussion stellten. &#8222;Ich halte es für eine ungeeignete Praxis, Gerüchte und persönliche Kränkungen in der Öffentlichkeit an den Pranger zu stellen. Mit solchen Dingen sollte man sich persönlich befassen. Bei uns im Land gibt es schon genug ernsthafte Probleme. Wieso kann der Leiter der Präsidialverwaltung diese nicht in den Koalitionsrat hinaustragen?&#8220; &#8211; fragt er sich.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, wie Präsident Atambaev dieses Ereignis beurteilen sollte, verwies Baltabaev wiederum auf die Worte des Leiters der Präsidialverwaltung. Ihnen zufolge hieße es Atambaev selbst willkommen, dieses Problem öffentlich im Rat der Koalition zu besprechen.</p>
<p style="text-align: justify">Nicht zum ersten mal in dieser Geschichte hat sich Chynybay Tursunbekov, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion, zu Wort gemeldet, und angeführt, dass er mit &#8222;einem solchen Verlauf der Ereignisse,&#8220; nicht glücklich sei.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Warum sollte ich mich freuen? Ich wollte so etwas nicht. Wir im Koalitionsrat haben nur die Anrufung des Leiters des Präsidialamtes überprüft. Er schrieb uns einen Brief und bat darum, Schritte gegen Shykmamatov vorzunehmen. Wenn jemand über Sie eine Verleumdung schreibt, werden Sie auch dafür sorgen wollen, dass alle Anschuldigungen gegen Sie fallen gelassen werden. Narymbaev wandte sich uns Kabinettsmitgliedern wie &#8222;Eltern&#8220; zu“, &#8211; erklärte der Vorsitzende des Parlaments der Sozialdemokraten.</p>
<p style="text-align: justify">Dabei konnte Tursunbekov aber nicht beantworten, was die Folgen des Rücktritts des Ministers sein könnten. Er drückte lediglich die Hoffnung aus, dass „Mitglieder der Regierung fortan nachdenken werden, bevor Sie mit dem Nächstbesten kommunizieren.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Am Vorabend des Rücktritts Shykmamatovs sagte Omurbek Tekebaev, dass er ein solches Handeln eines Beamten unterstützt. &#8222;Er bewies, dass er seines Amtes wegen nicht zu kriechen bereit ist, dass er über allen politische Intrigen steht. Der Minister hat die Gründe für seinen Rücktritt ausreichend verdeutlicht&#8220;, &#8211; kommentierte der Vorsitzende der Parlamentsfraktion &#8222;Ata Meken&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/833/2014_09_19_15_29_44_454250.jpeg" alt="Tekebaev" /></p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, ob der Rücktritt Auswirkungen auf den Zusammenhalt der parlamentarischen Mehrheitskoalition hätte, merkte Tekebaev an, dass der Minister zurückgetreten sei, &#8222;um ja gerade solche Gefahren zu vermeiden.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Shykmamatov hat selbst gesagt, dass er den Posten aufgibt, damit bestimmte Mächte den Konflikt zwischen den Fraktionen der Mehrheit nicht ausnutzen, um die Koalition zu spalten. Shykmamatov tritt aus seinem Amt zurück, damit nicht irgendwer die Situation im Land untergraben kann&#8220; – wies Tekebaev hin. Aber wer mit &#8222;irgendwer“ gemeint sein könnte, erläuterte der Vorsitzende der rotweißen Partei nicht.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem ist es derzeit noch zu früh, einen Punkt hinter diese Geschichte zu setzen – die Aussage des Hauptjuristen des Landes, dessen Amt zum Anteil von &#8222;Ata Meken&#8220; zählt, muss noch durch die Hände eines anderen atamekener Schützlings gehen &#8211; Premierminister Joomart Otorbaev.</p>
<p style="text-align: right">
<p style="text-align: right"><strong>Marina Skolisheva<br />
Vetschernij Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Sofia Tscholakidi</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/minus-eins-wechselspiele-in-kirgistans-kabinett-gehen-weiter/">Minus Eins. Wechselspiele in Kirgistans Regierung gehen weiter</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/minus-eins-wechselspiele-in-kirgistans-kabinett-gehen-weiter/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Die Banalität ist unbesiegbar.“ &#8211; Ein Marxist in Bischkek</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/die-banalitt-ist-unbesiegbar-ein-marxist-in-bischkek/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/die-banalitt-ist-unbesiegbar-ein-marxist-in-bischkek/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Aug 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1613</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was bedeutet es heute, ein Marxist zu sein? Ein Gespr&#xE4;ch mit Georgi Mamedow, dem k&#xFC;nstlerischen Leiter der Schule f&#xFC;r Theorie und Aktivismus in Bischkek.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-banalitt-ist-unbesiegbar-ein-marxist-in-bischkek/">„Die Banalität ist unbesiegbar.“ &#8211; Ein Marxist in Bischkek</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Bei dem Wort „Marxist“ schießt einem das Bild eines alten, griesgrämigen Philosophen in den Kopf. Georgi Mamedow ist ist jedoch anders. Er ist jung, progressiv und kleidet sich wie ein Hipster. Georgi Mamedov überführt die Theorie des Marxismus in die Gegenwart und begegnet der Realität mit den Waffen der Kunst und des kritischen Denkens. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Georgi Mamedow, geboren 1984 in Duschanbe, Tadschikistan, ist derzeit künstlerischer Leiter der Schule für Theorie und Aktivismus in Bischkek (<a style="font-size: 13px;line-height: 1.6em" href="http://www.en.art-initiatives.org/">STAB</a>). Außerdem ist er Kurator, Kunstkritiker und Autor von Texten über die zeitgenössische Kunst und Kultur Zentralasiens. Von 2007 bis 2009 war er Leiter der Kulturinitiative „Bactria Cultural Cenre“ in Duschanbe. Als Co-Kurator gestaltete er den Pavillon von Zentralasien auf der 54. Biennale von Venedig und kuratierte das zentralasiatische, interdisziplinäre Projekt „Artist and/in Community“ (2010-2011). Seine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich der Kulturtheorie und -geschichte, Gegenwartsphilosophie und Kulturpolitik.</p>
<p style="text-align: justify">Im Interview mit Novastan spricht er über Konflikte, kritisches Denken, zeitgenössische Kunst und die Ziele der Kunstinitiative STAB.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><em><strong>Was ist der allerschwerste innere Konflikt, den sie je durchleben mussten?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Das menschliche Dasein besteht eigentlich aus ständigen Konflikten. Das Existieren unter den Bedingungen der Realität, in der wir uns befinden – sie ermöglicht dir kein anderes Dasein als jenes im Konflikt. Ich kann nicht sagen, dass es bei mir einen inneren Konflikt gebe, der sich aufgelöst hat. Mein gesamtes Dasein besteht aus diesem&#8230; (nachdenklich)&#8230; ich würde sagen Widerspruch. Und in seiner aktiven Phase ist das ein Konflikt.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Und wie hängt das mit der Haltung zur Welt zusammen?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Bei einer kritischen Position begibst du dich unvermeidbar in einen Konflikt mit deiner dich umgebenden Wirklichkeit, einfach weil du siehst, wie widersprüchlich, wie repressiv sie ist. Ja, man kann sagen, dass du mit einer linken, kommunistischen Haltung stets im Konflikt mit deiner Umwelt stehst. Ebenso befindest du dich als Feministin in einem steten Konflikt mit der patriarchalen Realität. Das heißt, diese Spannungen lassen sich auf keinen Fall vermeiden, weil du in dem jeweiligen System unterdrückt bist. Hier muss ich sagen, dass dies Raum für Spekulationen gibt. Die Leute meinen: „All diese Feministinnen und Kommunisten da können keine Harmonie erreichen“, aber eigentlich befinden wir uns alle, als Unterdrückte, in einem ständigen Konflikt mit der Realität. Die Sache ist, wenn du eine kritische Position einnimmt, dich politisiert, dann machst du das offenkundig, erkennbar, und du verstehst, dass du dich bereits im Konflikt befindest und nicht erst in ihn hineinbegibst. Damit erkläre ich mit einfachen Worten die Theorie des Marxismus (lacht). So ist mein Dasein, konfliktbeladen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>So kam es, dass Georgi sich fast unmittelbar nach seinem Umzug nach Bischkek in einen Konflikt mit Bischkeker Künstlern hinein manövriert hat. Ihm zufolge ist Kunst, insbesondere in Zentralasien, uninteressant und nicht aktuell, mit anderen Worten: unmodern.</em></p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Was ist Ihrer Meinung nach aktuell?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Zum Beispiel verhalte ich mich, wie auch zeitgenössische Künstler, zur Kunst nicht wie zu einem Handwerk. In der Kunst sein bedeutet, irgendeine aktive Position einzunehmen: eine politische Position als Bürger. Wenn du dich als zeitgenössischen Künstler bezeichnest, bedeutet dies, dass du dich der traditionellen Kunst und allem was damit verbunden ist, entgegenstellst: ihren Verbindungen mit dem Staat und der Politik, die in diesem Staat ausgeübt wird. Und du, als zeitgenössischer Künstler, bist in einer gewissen Weise Protestant. Aber mir scheint es, als hätte sich ein solcher Konflikt schon lange erschöpft. Dem Großteil der jungen Generation scheint es an der nötigen Kritikalität zu mangeln, um die eigene Rolle in dem politisch-wirtschaftlichen System bewerten zu können, bei dem sie mitmachen. Wir können von der Naivität eines Kindes gerührt sein, aber es ist merkwürdig, sich von der Naivität eines Erwachsenen rühren zu lassen. Die Naivität erwachsener Leute erzeugt keine Rührung, sondern Verärgerung und Ablehnung. Die Naivität erwachsener Leute, die meinen, sie würden sich mit purem Schaffen befassen und sich keine Gedanken machen, die nicht reflektieren und nicht versuchen, die Bedingungen ihres Daseins in dem Projekt, das sich Kunst nennt, zu verstehen, rührt mich jedenfalls nicht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was würden S</strong><strong>ie Künstlern – im weitesten Sinne des Wortes – antworten, die das Land verlassen und sich damit rechtfertigen, dass man hier nicht </strong><strong>künstlerisch tätig sein</strong><strong> darf, keine </strong><strong>bürgerschaftliche Position beziehen kann und nicht verstanden wird?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wieso sollte ich nur eine Sekunde meiner Zeit und Energie an die Kommunikation mit Leuten verschwenden, die solcher Meinung sind. Ich habe nicht die Absicht, auf die Einstellung solcher Leute Einfluss zu nehmen. Ich habe nicht das Ziel, ein ideologischer Agitator zu sein und das Bewusstsein irgendwelcher konkreten Leute zu ändern. Dass wir versuchen, das öffentliche Bewusstsein zu ändern, ist eine andere Angelegenheit. Wir versuchen nicht, Leute mit einem Glauben zu einem anderen Glauben zu überreden. Damit hab ich mich nie befasst. Das interessiert mich nicht und ich halte es nicht für effektiv.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Sie versuchen vor allem, Leuten kritisches Denken beizubringen.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Ja, aber nur jenen Leuten, die zu uns kommen und die dies wollen. Das Anliegen von „STAB“ ist, eine Möglichkeit zu schaffen, um auf verschiedenen Ebenen, kritisch mit der Realität zu interagieren. Wir rufen diese Möglichkeiten für uns als Kulturschaffende ins Leben, für kritische Gedanken, ob verbaler oder nichtverbaler Art. Für Leute, die mit Bildungsprogrammen zu tun haben, versuchen wir Bedingungen für die komplizierte Wirklichkeit der Kritik zu schaffen.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Was ist die unsinnigste Äußerung über STAB, die Ihnen je zu Ohren gekommen ist?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Heutzutage begegnen die Leute STAB und seinen Aktivitäten recht angemessen. Es gibt nichts an unserem Publikum auszusetzen. Wir haben nicht das Gefühl, dass die Leute uns nicht verstehen. Mittlerweile sind wir seit zweieinhalb Jahren aktiv und die Leute begreifen, dass STAB eine Institution ist, die einen gewissen kritischen Blick von Links bietet. Und so gibt es bezüglich unserer Aktivitäten auch keine unangemessenen und unsinnigen Ungereimtheiten mehr.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/716/klinom_arta01.jpeg" alt="STAB" /></p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Reagieren Leute, die über eure Zusammenarbeit mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LGBT">LGBT</a>-Organisationen erfahren nicht negativ?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Kann sein, dass jemand denkt: „Normale würden sich nicht mit Schwuchteln beschäftigen“, aber uns hat noch niemand so etwas gesagt und ich habe noch nie erlebt, dass einer der Leute, mit denen wir in Kontakt sind, sich homophob verhält. Wenn man den Tatsachen ins Auge sieht, dann würden die Leute STAB aber vermutlich mehr mögen, wenn wir uns nicht mit diesem Thema beschäftigen würden.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Wie kann zeitgenössische Kunst gegen nationalistische und homophobe Aggressionen ankämpfen?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Man kann dagegen auf jeglicher Sphäre ankämpfen und eine aktive bürgerschaftliche Position einnehmen: in der Kunst, der Bildung. Jegliche Aktivität kann eine bewusste und politische sein, ganz zu schweigen vom Journalismus. In dieser Hinsicht hebt sich die Kunst nicht ab. Ein Künstler oder eine Künstlerin kann seine Funktion bewusst einsetzen, also auf das reagieren, was geschieht. Eine andere Sache ist, dass Kunst natürlich ihre eigenen Besonderheiten und Ressourcen, also auch materielle Ressourcen hat. Wenn man zum Beispiel STAB nimmt, dann ist das eine Organisation, die ihre Finanzierung hat und wir finden, dass man eine Finanzierung braucht, um über solche Sachen reden zu können. Die Kunst hat ein Repertoire an eigenen Fertigkeiten, Empfindungen, Kräften – sie hat die Fähigkeit, über bestimmte Grenzen der Vernunft hinaus zu wirken und kann so als Waffe und Werkzeug eingesetzt werden. Auf diese Weise kann man arbeiten und versuchen, diese Eigenheiten der Kunst in den Dienst jenes politischen Kampfes zu stellen, mit dem sich Künstler und Künstlerinnen solidarisieren.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Worin besteht Georgi Mamedows kuratorische Mission im Kampf gegen die Banalität?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Die Banalität ist unbesiegbar. Wieso mit ihr kämpfen? (lacht) Ich habe zurzeit keine Mission, die abgesondert von der Institution ist, mit der ich zurzeit zusammenarbeite. Das kann man als seltene Gelegenheit ansehen, bei der es keine entfremdete Arbeit gibt und das Individuelle kollektiv ist. In diesem Sinne kann ich mich nicht als professionelle Einheit von STAB absondern. Meine Ziele, meine Mission, fällt mit dem zusammen, was STAB macht. Das bedeutet, wie ich bereits sagte, Bedingungen für eine kritische Interaktion mit der Wirklichkeit zu schaffen. Ich möchte, dass meine Arbeit darauf ausgerichtet ist, den verschiedenen Menschen, mit denen wir interagieren, eine kritische Sichtweise zu ermöglichen.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Und zum Schluss drei Bücher, die man als zeitgenössischer Künstler lesen sollte?</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">„Manifest der Kommunistischen Partei“ von Marx und Engels, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ von Benjamin und „Avantgarde und Kitsch“ von Greenberg. Das sind keine Bücher, sondern kleine Texte.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Das Interview führte Dschamilja Dandibajewa<br />
Autorin für Novastan.org, Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Sofia Tscholakidi</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-banalitt-ist-unbesiegbar-ein-marxist-in-bischkek/">„Die Banalität ist unbesiegbar.“ &#8211; Ein Marxist in Bischkek</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/die-banalitt-ist-unbesiegbar-ein-marxist-in-bischkek/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Eurasische Wirtschaftsunion: Traum oder Albtraum für Kasachstan?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jun 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Eurasische Wirtschaftsunion]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1707</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 29. Mai unterschrieben Putin, Nasarbajew und Lukaschenko ein Abkommen zur Gr&#xFC;ndung der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), welches am 1. Januar 2015 in Kraft treten wird.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan/">Die Eurasische Wirtschaftsunion: Traum oder Albtraum für Kasachstan?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Russland, Kasachstan und Weißrussland schreiten in großen Schritten einer gemeinsamen Zukunft entgegen. Am 29. Mai unterschrieben Putin, Nasarbajew und Lukaschenko ein Abkommen zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), welches am 1. Januar 2015 in Kraft treten wird. Während damit für Kasachstans Präsident Nasarbajew eine lang gehegte Vision in Erfüllung geht, bangen einige Bürger in Kasachstan um die Souveränität ihres Landes.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Deklariertes Ziel der Eurasischen Wirtschaftsunion ist die Entwicklung und Erleichterung der Handels- und Geschäftsbedingungen zwischen den drei Ländern. Das Integrationsprojekt soll ihren Mitgliedern den freien Verkehr von Gütern, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften ermöglichen. Außerdem wollen die Bündnispartner in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Transport und Energie in Zukunft enger zusammenarbeiten. Die EAWU soll somit zu einem neuen Wirtschaftsentwicklungszentrum werden. In Kürze sollen außerdem Armenien und Kirgistan zur Eurasischen Wirtschaftsunion beitreten. Die Präsidenten beider Länder waren bei der Zeremonie anlässlich der Unterschreibung des Paktes <a href="http://ria.ru/spravka/20140529/1009667833.html#ixzz33ezViu1B">als Beobachter anwesend</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nasarbajews Vision und der Weg zur Eurasischen Wirtschaftsunion</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Presseecho auf die Unterzeichnung des Abkommens zur Gründung der EAWU suggeriert größtenteils, dass Putin Initiator der Eurasischen Union sei. „Putin schmiedet Eurasische Wirtschaftsunion“ verkündete der <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/ukraine-krise-und-die-folgen-putin-schmiedet-eurasische-wirtschaftsunion/9965920.html">Tagesspiegel</a>, „Zum Unterschreiben verdammt“ titelte die <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/eurasische-wirtschaftsunion-gegruendet-zum-unterschreiben-verdammt-12961389.html">FAZ</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Dabei wird außer Acht gelassen, dass Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew eigentlicher Impulsgeber des Integrationsprojektes ist. Bei einer <a href="http://kisi.kz/img/docs/4825.pdf">Rede</a> in der Staatlichen Lomonossow-Universität Moskau formulierte er bereits 1994 erstmals die Idee einer Eurasischen Union. Ihm schwebte ein Bündnis aus gleichberechtigten, unabhängigen Staaten vor, das auf Prinzipien der Freiwilligkeit, der ökonomischen Zweckmäßigkeit und des gegenseitigen Vorteils basieren solle. So kurz nach Zusammenbruch der Sowjetunion stieß Nasarbajews Vorschlag bei den ehemaligen Sowjetstaaten jedoch auf kein Interesse, <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id-moe/10810.pdf">auch nicht bei der russischen Führung</a>. Erst als 2000 mit Wladimir Putin ein neuer Akteur die politische Bühne betrat, änderten sich mit dem Machtwechsel auch die außenpolitischen Ambitionen Russlands. So ist es vermutlich auch diesem Umstand geschuldet, dass Putin als Gründungsvater der Eurasischen (Wirtschafts-)Union stilisiert wird. Der russische Präsident setzte sich, geleitet von geopolitischen und geoökonomischen Interessen, von Anfang an für die Stärkung regionaler Integration ein.</p>
<p style="text-align: justify">Schon im Oktober 2010 entstand auf Nasarbajews Initiative hin die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsgemeinschaft">Eurasische </a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsgemeinschaft">Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG)</a> mit Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan und Weißrussland als Mitgliedern. Sie wurde gebildet um Handelshemmnisse und Zölle abzubauen und dadurch wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Hier zeigt sich, dass Nasarbajews Fokus in dem Integrationsprojekt von Anfang an auf der Erreichung wirtschaftlicher Ziele lag. Zwar kann man die Gründung der EAWG als erste frühe Etappe auf dem Weg zur Eurasischen Union begreifen, jedoch ist sie nur ein <a href="http://www.bpb.de/internationales/europa/russland/136827/analyse-eurasische-union">Forum für Kooperation</a>, nicht für Integration. Der eigentliche Grundstein für die Eurasische Integration wurde im Oktober 2007 gelegt, als Kasachstan, Russland und Weißrussland ein Abkommen zur Gründung einer gemeinsamen <a href="http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/arbeitspapiere/arbpap_FG5_polownikow_zollunion.pdf">Zollunion</a> unterschrieben. Dieser Schritt zog die Einführung eines einheitlichen Zollkodexes nach sich, der im Juli 2010 in Kraft trat und schließlich die Etablierung eines Gemeinsamen Wirtschaftsraums (GWR) im Januar 2012.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein gemeinsamer Weg, drei Wunschrichtungen: Quo Vadis EAWU?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Hinter den drei Gründungsstaaten der EAWU liegt somit bereits ein langer Weg, in dessen Verlauf sich auch immer wieder Unstimmigkeiten zwischen den Akteuren offenbarten. Dass Russland seinen beiden Bündnispartnern allein flächenmäßig eindeutig überlegen ist und 88 Prozent des Gesamtbudgets der EAWU trägt, birgt zwangsläufig Spannungspotential. Während Russland mit der Gründung der EAWU vor allem geopolitische Interessen verfolgt und seine Position im postsowjetischen Raum stärken will, haben Kasachstan und Weißrussland andere Ziele.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Eurasian_Economic_Commission"><img decoding="async" style="height: 379px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/670/1.png" alt="EAWU" /></a></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">So legte Nasarbajew neben der wirtschaftlichen Orientierung des Projekts von Anfang an Wert darauf, dass die neue Union keine Auswirkungen auf die Unabhängigkeit und politische Souveränität der Mitgliedsstaaten haben dürfe und <a href="http://akorda.kz/ru/page/page_216905_uchastie-v-tseremonii-podpisaniya-dogovora-o-evraziiskom-ekonomicheskom-soyuze">bekräftigte</a> diesen Umstand bei der Unterzeichnung des Abkommens abermals. Gleichzeitig zeigte er sich <a href="http://deu.belta.by/all_news/politics/Nasarbajew-Abschluss-von-EAWU-Vertrag-kennzeichnet-neue-Integrationsetappe-im-Eurasischen-Raum_i_73058.html">zufrieden</a> über den beschlossenen Vertrag: „Damit heben wir die Integrationsprozesse im eurasischen Raum auf eine qualitativ neue Ebene an. Das Dokument ist abgewogen, sachgerecht und berücksichtigt Interessen aller Parteien.“ Laut Aussagen des kasachischen Außenministeriums war Nasarbajew mit den ersten Versionen weniger zufrieden. Sie hätten Vorschläge politischen Charakters enthalten, die auf <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id-moe/10810.pdf">Drängen der kasachischen Seite</a> entfernt wurden. So sei es Nasarbajew zu verdanken, dass in den Verhandlungen Themen wie eine gemeinsame Außenpolitik, eine interparlamentarische Kooperation, Pass- und Visumsfragen und gemeinsame Grenz- und Exportkontrollen <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-05/russland-wirtschaftsunion-putin/seite-2">ausgeschlossen </a>worden sind. Auch Weißrusslands Präsident Lukaschenko lehnt eine Politisierung der EAWU ab, wenn auch nicht so hartnäckig wie Nasarbajew. Er erhofft sich von der EAWU vor allem finanzielle Unterstützung und die schnelle Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes für Öl und Gas. Bislang ist geplant, einen einheitlichen Öl- und Gasmarkt bis 2025 zu etablieren – für Lukaschenko zu langsam.</p>
<p style="text-align: justify">Viele der im Vertrag geregelten Bestimmungen über die Eurasische Wirtschaftsunion gelten bereits <a href="http://de.ria.ru/zeitungen/20140529/268623442.html">seit der Bildung des Einheitlichen Wirtschaftsraums</a>, die EAWU wird aber als eine engere Form der Integration zwischen den Ländern angesehen. Neu ist zum einen die<a href="https://www.kas.de/wf/doc/kas_36785-544-1-30.pdf?140226133001"> Anlehnung an </a><a href="https://www.kas.de/wf/doc/kas_36785-544-1-30.pdf?140226133001">internationale Standards</a>, die sich aus Russlands Beitritt zur Welthandelsorganisation 2012 ergeben. Die wichtigste Neuerung zu früheren postsowjetischen Bündnissen, wie etwa der GUS, besteht darin, dass die EAWU auch über supranationale Institutionen nach EU-Vorbild verfügen wird. Der Hauptsitz der <a href="http://eurasiancommission.org/en/Pages/default.aspx">Eurasischen Kommission</a> wird sich in Moskau (Russland) befinden, das <a href="http://sudevrazes.org/en/main.aspx">Hauptgericht</a> der EAWU in Minsk (Weißrussland) und die <a href="http://en.tengrinews.kz/finance/Almaty-is-Eurasian-Unions-Frankfurt-in-the-making-Kelimbetov-253987/">Einheitliche Finanzaufsicht in Almaty </a>(Kasachstan). Im Vertrag ist zudem geregelt, dass allen Mitgliedsstaaten auf höchster Ebene der Union bei Entscheidungen das gleiche Stimmrecht, also eine Stimme zusteht – ein weiteres Novum.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>EAWU als Wiederbelebung der Sowjetunion?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz der Selbstbeschränkung Russlands durch die Festsetzung des Konsensprinzips bei Entscheidungen auf höchster Ebene, interpretieren manche Kommentatoren die EAWU als Versuch Putins, alte Machtstrukturen aus Sowjetzeiten wiederherstellen zu wollen. Der russische Präsident versichert allerdings, dass niemand eine gemeinsame Staatsangehörigkeit oder Währung einführen möchte und die Bedingungen der EAWU keine Auswirkungen auf die Souveränität der Mitgliedsstaaten haben werden. Die Bündnispartner eint vor allem das Ziel, durch die Abschaffung von Barrieren und die Einführung gemeinsamer Regeln und Standards zur wirtschaftlichen Entwicklung der EAWU-Länder beizutragen. Nasarbajew spricht zudem von einer <a href="http://bnews.kz/ru/news/post/207756/">Brücke zwischen den Ökonomien Europas und Asiens</a>. Doch manche sehen die Eurasische Wirtschaftsunion als <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/vorbild-eu-russland-gruendet-eurasische-wirtschaftsunion-a-972383.html">kein ernstzunehmendes Integrationsprojek</a>t an, da die Gründungsstaaten eine gemeinsame Bevölkerung von nur 170 Millionen Menschen haben, grob etwa halb so viel wie die EU oder USA. Zudem beträgt die gemeinsame Wirtschaftsleistung der drei Länder rund 2,7 Billionen Dollar, während die USA und die EU jeweils um die 16 Billionen Dollar vorweisen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass sich die EAWU in Zukunft noch erweitern wird und bereits jetzt eine Fläche von rund 20 Millionen Quadratkilometern umfasst. Sie ist damit annähernd so groß wie Nordamerika. Da die EAWU ihre Bevölkerung mit eigenen Ressourcen versorgen kann, sei die <a href="http://bnews.kz/ru/news/post/207756/%20">Unabhängigkeit der </a><a href="http://bnews.kz/ru/news/post/207756/%20">Mitgliedsstaaten</a><a href="http://bnews.kz/ru/news/post/207756/%20"> garantiert</a>. Derzeit ist der EAWU-Raum zudem der größte Exporteur von Energieressourcen und in letzter Zeit auch zum größten Exporteur von Weizen geworden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gespaltene Reaktionen in Kasachstans Bevölkerung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz der so vehement behaupteten Ausklammerung politischer Elemente aus der neuen Union, misstrauen einige kasachische Bürger dem Abkommen und bangen um die Souveränität Kasachstans. Im Zuge der Krise in der Ukraine, die ursprünglich auch Mitglied in der EAWU werden sollte, stieg bei vielen die Angst vor einer politischen Einflussnahme des Kremls auf Kasachstan. So formierte sich in der kasachischen Bevölkerung eine <a href="http://www.eurasianet.org/node/68397">Protestbewegung</a>, die sich aktiv gegen eine Mitgliedschaft Kasachstans in dem Bündnis einsetzt. Die Gegner der Eurasischen Wirtschaftsunion sprechen von einer „ungleichen Hochzeit“ und glauben weder an ökonomische noch an politische Vorteile für das Land. Trotz aller Beteuerungen Nasarbajews, dass es sich bei der EAWU um ein rein wirtschaftliches Bündnis handele, fürchten sie politische Auswirkungen auf Kasachstan. „Ich denke, dass dunkle Tage auf uns zukommen. Wir verlieren unsere Unabhängigkeit“, so Ryspek Sarsenbay, Chefredakteur der kasachischen Zeitung „Zhas Alasch“. In einem von Radio Free Europe/Radio Liberty veröffentlichten <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Q7lXTlQrpk4">Youtube-Video </a> ist zu sehen, wie er und andere Bürger die kasachische Flagge, versehen mit einem schwarzen Band, vor dem Denkmal der Unabhängigkeit in Almaty niederlegen – als Symbol für den Verlust von Kasachstans Souveränität:</p>
<p style="text-align: justify">[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Q7lXTlQrpk4]</p>
<p style="text-align: justify">Andere Protestierende tragen <a href="http://www.opendemocracy.net/od-russia/luca-anceschi-paolo-sorbello/kazakhstan-and-eeu-rise-of-eurasian-scepticism">Atemschutzmasken</a> und folgen damit einem Aufruf, der in Sozialen Netzwerken verbreitet wurde. Mittels der Masken wollen sie symbolisch vor dem „Virus“ des Imperialismus warnen und sich demonstrativ gegen die EAWU aussprechen. Initiator des Aufrufs und aktiver Gegner der EAWU ist Serikzhan Mambetalin. Er spricht vom Bündnis als „Achse von Diktatoren“ und von „Eurasianismus“, eine neue Form der Kolonialisierung Russlands. Kasachstan ist das einzige Land im Rahmen der EAWU, in dem überhaupt eine <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id-moe/10810.pdf">Diskussion</a> zwischen Gegnern und Befürwortern stattfindet. Doch regierungskritische Aktionen werden in Kasachstan meist nicht geduldet, aufkommende Demonstrationen unmittelbar von der Polizei unterbunden. So kam es im Vorfeld der Unterzeichnung des Abkommens zu vorübergehenden Verhaftungen in Astana, wie <a href="http://www.rferl.org/content/kazakh-activists-rferl-correspondent-jailed/25401457.html">Radio Free Europe</a> und <a href="http://eurasianet.org/node/68416">EurasiaNet</a> berichten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><img decoding="async" style="height: 675px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/670/2.jpeg" alt="Protest EAWU" /></strong></p>
<p style="text-align: justify">Letztendlich überwiegt aber der Anteil der Befürworter des Bündnisses. <a href="https://www.kas.de/wf/doc/kas_36785-544-1-30.pdf?140226133001">Laut Umfragen</a> sprechen sich ca. 55 Prozent für eine Integration im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion aus, ca. 35 Prozent stimmen dagegen und ca. zehn Prozent sind unentschieden. Vor allem die noch große russische Minderheit in Kasachstan, die derzeit 22 Prozent der Bevölkerung darstellt, positioniert sich eindeutig für die Integration und verspricht sich dadurch eine Erleichterung des Arbeitskräfte-, Geld- und Dienstleistungstransfers. Außerdem sind sie der Ansicht, dass Integrationsprozesse mit Russland notwendig seien, um im harten Wettbewerb mit anderen Ländern und transnationalen Firmen zu bestehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Perspektiven</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ob Kasachstan und seine Bündnispartner von dem neuen Bündnis tatsächlich profitieren werden, bleibt abzuwarten. Im Rahmen der Zollunion blieb Kasachstan hinter seinen Erwartungen zurück und konnte im Gegensatz zu Russland und Weißrussland keine Steigerung des Exports kasachischer Waren in die Partnerländer verzeichnen. Stattdessen sanken die Exportzahlen um 3,7 Prozent. Trotzdem setzt Nasarbajew auf Wirtschaftspragmatismus und erhofft sich durch die Aktivierung des grenzüberschreitenden Handels und die Öffnung von Märkten im Rahmen der EAWU wirtschaftliche Chancen. Doch eine <a href="http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/arbeitspapiere/arbpap_FG5_polownikow_zollunion.pdf">nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung</a> und Modernisierung lässt sich nur erzielen, wenn Kasachstan seine Abhängigkeit von Erdöl- und Erdölprodukt-Exporten mindert und den Handel mit Maschinen und innovativen Technologien steigert. Vor den Gründungsländern liegt also noch viel Arbeit. Zudem gibt es einige Unsicherheitsfaktoren – insbesondere ein Machtwechsel in einem der Mitgliedsländer könnte das Integrationsprojekt ins Wanken bringen.</p>
<p style="text-align: justify">Ob die weitere Zusammenarbeit harmonisch und erfolgreich verlaufen wird, hängt insbesondere auch von Russlands Verhalten ab. Nur wenn die russische Regierung nicht zu stark auf eine Vormachtstellung pochen und seine Bereitschaft zur Selbstbeschränkung einhalten wird, kann der Integrationswillen der Bündnispartner erhalten bleiben. Und nur so besteht die Chance, dass sich die größtenteils skeptische EU nicht auf Dauer völlig vor der EAWU verschließen wird. Bislang zeigen sich die Bündnispartner trotz aller Widrigkeiten enthusiastisch und betonen die Vorteile der EAWU. Bleibt zu hoffen, dass Nasarbajews Traum sich nicht als Albtraum für Kasachstan entpuppt und die dunklen Prognosen der EAWU-Gegner nicht eintreffen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Alina Kozhakhmetowa<br />
Autorin für Novastan.org, Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Sofia Tscholakidi</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan/">Die Eurasische Wirtschaftsunion: Traum oder Albtraum für Kasachstan?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Manas-Flughafen (Bischkek) sucht Investoren</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 May 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1773</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der amerikanische Luftwaffenst&#xFC;tzpunkt bei Bischkek wird geschlossen. Nun sucht der Flughafen nach weiteren potentiellen Investoren, denn mit dem Abzug f&#xE4;llt die j&#xE4;hrliche Miete von 60 Millionen US-Dollar weg</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/">Der Manas-Flughafen (Bischkek) sucht Investoren</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Seit 2001 haben die Vereinigten Staaten einen Luftwaffenstützpunkt auf dem internationalen „Manas“-Flughafen in Bischkek (Kirgistan). Nach einem 2013 angenommenen Parlamentsbeschluss soll der US-Stützpunkt jedoch bis Juli 2014 geschlossen werden. Zunächst erklärte sich der russische Ölkonzern Rosneft bereit, 51% der Anteile am Flughafen zu kaufen, sagte aber im April 2014 wieder ab. Nun sucht der Flughafen nach weiteren potentiellen Investoren, denn mit dem Abzug der US-Truppen fällt die jährliche Miete von 60 Millionen US-Dollar weg.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Es ist eines der größten und modernsten Luftfahrtzentren Zentralasiens: der internationale Flughafen „Manas“ in Kirgistan. Seine Lage ist geografisch günstig, denn neben seiner Nähe zur Hauptstadt – er ist 23km von Bischkek entfernt – kreuzen sich hier die Handelswege Europas und Asiens.</p>
<p style="text-align: justify">Den Namen „Manas“ verdankt der Flughafen dem kirgisischen Schriftsteller Tschinigis Aitmatov – er schlug vor, den Flughafen nach dem Volkshelden Manas aus dem gleichnamigen Epos zu benennen. Im Oktober 1974 landete das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Manas_International_Airport">erste Flugzeug auf dem Manas </a>Flughafen, mit an Bord war der damalige Ministerpräsident der Sowjetunion Alexej Kossygin. Der erste reguläre Flug ging 1975 nach Moskau-Domodedowo. Derzeit verkehren auf dem Flughafen regelmäßig 18 Flüge, darunter 4 inländische und 12 internationale.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch, zum Manas Epos: <a href="http://francekoul.com/articles/das-manas-epos-eine-enzyklopdie-kirgisischer-geschichten-und-sitten">Das Manas Epos – eine Enzyklopädie kirgisischer Geschichten und Sitten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Gesamtpassagieraufkommen steigt kontinuierlich und diese Entwicklung wird vermutlich anhalten, denn nach dem Ablauf des Abkommens mit den USA soll der Stützpunkt in einen internationalen zivilen Verkehrsknoten umgewandelt werden. Nach den Terroranschlägen in New York und Washington im September 2001 und der damit verbundenen Afghanistan-Operation diente der Stützpunkt vor allem als Transitort für die Beförderung von Soldaten und Gütern nach Afghanistan und zurück sowie für das Nachtanken von Flugzeugen. Damit wurde Kirgistan zum einzigen Land weltweit, das sowohl einen amerikanischen als auch einen russischen Militärstützpunkt beherbergt. Die russischen Basis befindet sich bei Kant und ist nur etwa 40 Kilometer von der amerikanischen entfernt. Zudem wurde Manas auch von der NATO genutzt – Im Jahr 2006 hielten sich dort ständig etwa 1.200 NATO-Soldaten auf.</p>
<p style="text-align: justify"><span style="font-size: 13px"><u>Ein Einblick in den Manas-Stützpunkt (2012; Quelle:<a href="https://www.youtube.com/watch?v=PSkHZ9ZD2FI"> RFE/RL</a>):</u><br />
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=PSkHZ9ZD2FI]</span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Ende des US-Stützpunktes bei Manas</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nachdem Vertreter der kirgisischen Regierung schon im Dezember 2008 erstmals eine Schließung der Militärbasis ankündigten, wird derzeit endgültig der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Manas#Milit.C3.A4rst.C3.BCtzpunkt">Umzug </a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Manas#Milit.C3.A4rst.C3.BCtzpunkt">vom Stützpunkt Manas zum rumänischen Flughafen Constanta </a>vollzogen. Unter der Regierung des ehemaligen Präsidenten Kurmanbek Bakijew wurde im Februar 2009 zunächst ein Beschluss zur Schließung des Stützpunktes unterzeichnet. Etwa zur gleichen Zeit bot Russland der kirgisischen Regierung Kredite in Höhe von 2 Milliarden Dollar und eine Finanzhilfe von 150 Millionen Dollar an. Daraufhin erhob insbesondere die US-Regierung den <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/152706.pokern-um-manas.html">Vorwurf</a>, dass das Vorhaben zur Schließung der Basis auf Russlands Einfluss beruhen würde. Sowohl Russland als auch Kirgistan stritten den Vorwurf ab.</p>
<p style="text-align: justify">Vier Monate später, am 22. Juni 2009, unterzeichnete Bakijew <a href="http://www.laender-analysen.de/zentralasien/pdf/ZentralasienAnalysen19-20.pdf">einen neuen Vertrag</a> für die Stationierung der amerikanischen Truppen, in dem unter anderem die Umbenennung von „Manas Air Base“ zu „Transitzentrum am Internationalen Flughafen Manas “ geregelt wurde. Zudem wurde die Nutzungsgebühr von 17 Millionen auf 60 Millionen US-Dollar pro Jahr angehoben und Infrastrukturmaßnahmen, Entwicklungs- und Militärhilfe seitens der USA zugesagt – damit durften die US-Truppen vorerst bleiben.</p>
<p style="text-align: justify">Jedoch unterschrieb der amtierende Staatspräsident Kirgistans, Almasbek Atambajew, im Juni schließlich ein erneutes <a href="http://www.laender-analysen.de/zentralasien/chroniken/Chronik_ki_2013_dru.pdf">Gesetz</a> zur Schließung des Transitzentrums, in welchem festgelegt ist, dass die Truppenpräsenz am 11. Juli 2014 endet. „Wir sind bereit, dort eine Drehscheibe einzurichten, und laden die USA, Deutschland und andere Länder ein, daran teilzunehmen. Ab April 2014 wird dieser Flughafen allerdings nicht mehr militärischen Zwecken dienen, denn er liegt nahe einer Großstadt und eines zivilen Flughafens. Das wäre viel zu gefährlich“, <a href="http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Kirgistan/atambaev.html">so Atambajew</a> anlässlich einer Pressekonferenz bei seinem Deutschlandbesuch im Dezember 2012.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Flughafen sucht Käufer</strong></p>
<p style="text-align: justify">Da der Flughafen mit der Schließung des Stützpunktes eine wichtige Geldquelle verliert, ist er nun auf passende Investoren angewiesen. Dabei schien der russische Ölkonzern Rosneft zunächst als idealer Partner, denn mit ihm wäre ein günstiger Kerosinpreis gewährleistet und somit auch günstige Flugticketpreise – ein wichtiger Vorteil im Konkurrenzkampf mit den Flughäfen in Almaty und Taschkent. Unter der Bedingung, dass Rosneft mindestens 51 % der Anteile am Flughafen erhalten würde, unterschrieb der Konzern am 19. Februar ein gemeinsames <a href="http://www.rosneft.com/news/pressrelease/190220143.html">Memorandum</a> mit der kirgisischen Regierung.</p>
<p style="text-align: justify">Doch am 17. April verkündete Atambajew während einer Dienstreise zur Talas Provinz, dass Rosneft <a href="http://www.fergananews.com/news/22106">abgesagt</a> hätte und gab sich darüber sichtlich enttäuscht. Er zitierte dabei die Worte des Vorstandsvorsitzenden von Rosneft, Igor Setschin, an den Manager des Manas Flughafens: „Wir haben noch nicht einmal angefangen und ihr macht schon Lärm um die Sache. So kann man nicht arbeiten. Wir brauchen weder 50, noch 51% Prozent eurer Aktien. Findet einen neuen Investor.“</p>
<p style="text-align: justify">Dabei nimmt Setschin wahrscheinlich Bezug auf <a href="http://www.regnum.ru/news/fd-abroad/kirghizia/1780829.html">Proteste</a> in der kirgisischen Bevölkerung, die sich gegen einen Verkauf der Aktien an Rosneft richteten. Einige kirgisische Bürger sehen darin den Versuch Russlands, den geopolitischen Einfluss auf Kirgistan <a href="http://www.eurasianet.org/node/68213">auszuweiten</a>. Allerdings ist es für Kirgistan nicht leicht, abseits von Russland geeignete Investoren zu finden, denn Korruptionsprobleme und die instabile politische Lage im Land schrecken potentielle Investoren aus dem Westen ab. Nach Angaben des russischen Botschafters in Kirgistan, Andrej Krutko, seien nach wie vor <a href="http://www.eng.24.kg/cis/170234-news24.html">Verhandlungen</a> mit Rosneft über eine Mordernisierung des Manas Flughafens im Gange.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 339px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/628/2315.jpeg" alt="Flughafen Kirgistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Modernisierungspläne verfolgen vor allem das Ziel, die Fluggastzahlen wachsen zu lassen. „Wir denken, dass es notwendig ist, die Anzahl der Transitflüge zu erhöhen. Bisher gibt es nur eine Transitroute: Istanbul-Bischkek-Ulan Bator“, <a href="http://www.timesca.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=13766:closure-of-us-transit-center-in-kyrgyzstan-will-cost-manas-airport-some-20-million-a-year&amp;catid=79:economy-a-finances&amp;Itemid=567">so Dair Tokubajew</a>, Vize-Präsident für Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens bei einer Pressekonferenz. Außer dem Manas Flughafen bei Bischkek gibt es <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_airports_in_Kyrgyzstan">noch 10 weitere kleine Flughäfen</a> im Land, wobei einige außer Betrieb sind. Tokubayev gab bekannt, dass die chinesische Eximbank bereit sei, ein Darlehen in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar für die Entwicklung des Flughafens in Osch zu gewähren. Außerdem gäbe es ein chinesisches Unternehmen, das bereit sei, 73 Millionen US-Dollar in den Issyk-Kul Flughafen zu investieren, da in Zukunft mit bis zu 300.000 chinesischen Touristen im Jahr am Issyk-Kul See gerechnet wird. Tokubayev spricht von insgesamt <a href="http://zentralasien.ahk.de/news/einzelansicht-nachrichten/artikel/sieben-investoren-wollen-airport-manas-zu-internationalem-luftverkehrsdrehkreuz-ausbauen/?cHash=9eddf294e908f36138a318b3db940214">8 Investoren</a>, die sich um den Ausbau des Flughafens zu einem internationalen Luftfahrt-Hub beworben haben. Dabei handele es sich neben Unternehmen aus China und Russland auch um eine <a href="http://zentralasien.ahk.de/news/einzelansicht-nachrichten/artikel/sieben-investoren-wollen-airport-manas-zu-internationalem-luftverkehrsdrehkreuz-ausbauen/?cHash=9eddf294e908f36138a318b3db940214">europäische Investorengruppe</a>. Wann die Entscheidung für den am besten geeigneten Investor fallen wird, ist noch offen. Fest steht, dass das kirgisische Parlament das letzte Wort haben wird.</p>
<p style="text-align: right">
<p style="text-align: right"><strong>Emilia Shermamat Kyzy<br />
Autorin für Novastan.org, Kirgisistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redigiert von Sofia Tscholakidi</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/">Der Manas-Flughafen (Bischkek) sucht Investoren</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klischee oder Wahrheit? Ein Exkurs zu den gängigsten Stereotypen über Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/klischee-oder-wahrheit-ein-exkurs-zu-den-gngigsten-stereotypen-uber-kasachstan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/klischee-oder-wahrheit-ein-exkurs-zu-den-gngigsten-stereotypen-uber-kasachstan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sofiat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1842</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unsere Autorin kommt aus Kasachstan, wohnt und studiert aber schon seit 19 Monaten in Deutschland. In diesem Artikel &#xFC;berpr&#xFC;ft sie die g&#xE4;ngigsten Klischees zu Kasachstan und zeigt, wie viel Wahrheit dahinter steckt.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/klischee-oder-wahrheit-ein-exkurs-zu-den-gngigsten-stereotypen-uber-kasachstan/">Klischee oder Wahrheit? Ein Exkurs zu den gängigsten Stereotypen über Kasachstan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Unsere Autorin kommt aus Kasachstan, wohnt und studiert aber schon seit 19 Monaten in Deutschland. Sie ist dort in ständigem Kontakt mit Deutschen und Leuten aus aller Welt. Oft wird sie dabei über ihr Herkunftsland Kasachstan ausgefragt. Dabei ist ihr aufgefallen, dass Leute von außerhalb sehr interessante Vorstellungen über Kasachstan haben. Dieser Artikel überprüft die gängigsten Klischees und deckt auf, wie viel Wahrheit dahinter steckt.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Mit Hilfe einer <a href="http://vk.com/almalife?w=wall-37896236_380370">Umfrage auf &#8222;Vkontakte&#8220;</a>, einem in Kasachstan populären sozialen Netzwerk, wurden klischeehafte Fragen gesammelt, die Leuten aus Kasachstan von Ausländern gestellt wurden. Die am häufigsten gestellten Fragen werden nachfolgend auf die Probe gestellt – was ist nur Klischee und was stimmt wirklich?</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Frage, die oft gestellt wird: „Kasachstan – ist das zwischen Russland und China?“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Würde man mit „Ja“ antworten, könnten man auch über Europa sagen, dass es sich zwischen Asien und Amerika befindet. Kasachstan ist keine dünne Grenze zwischen zwei großen Ländern, sondern das neunt größte Land der Erde. Die Landesfläche ist 5 mal so groß wie Frankreich oder 7 mal so groß wie Deutschland und genau darauf sind Kasachen so stolz. Wenn man die Weltkarte einmal aufmerksamer betrachtet, dürfte man also auf keinen Fall das Land übersehen, dessen Form einem Fisch gleicht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine besonders lustige Frage: „Ist es wahr, dass Kasachen noch in Jurten wohnen und auf Kamelen durch die Straßen reiten?“</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/593/1.jpeg" alt="Kamel" /></p>
<p style="text-align: justify">Sicher basiert diese Meinung auf dem Film „Borat“, wie auch viele andere komische Meinungen. Doch der Film war gar nicht dazu gedacht, der Welt die Wahrheit über das Leben in Kasachstan zu zeigen und wurde auch gar nicht in Kasachstan, sondern <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/klage-gegen-borat-staranwaelte-vertreten-dorfbewohner-a-451076.html">in Rumänien</a> gedreht. In kasachischen Städten reitet man nicht auf Kamelen und sieht keine Jurten, sondern gewöhnliche Häuser. Nur an Nationalfeiertagen sind in kasachischen Großstädten noch Jurten als Dekoration zu sehen. Aber es gibt Orte, wo Menschen noch in Jurten wohnen und das Vieh weiden – dabei handelt es sich um die wenigen verbliebenen Halbnomaden Kasachstans. Außerdem ist Kasachstan ursprünglich ein Land der Wüsten und Steppen. Deshalb gibt es noch einige Routen, die man mit dem Kamel oder Pferd viel einfacher überqueren kann als mit einem BMW oder Volkswagen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ausländer finden auch einige Traditionen der kasachischen Küche ungewöhnlich: „Wie könnt ihr etwas essen, worauf ihr auch reitet?“ </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Antwort dürfte Vegetariern nicht sonderlich gefallen. Ja, in Kasachstan isst man Pferdefleisch. Es ist in der kasachischen Küche unersetzlich, besonders für das wichtigste Gericht &#8211; Beschbarmak. Wörtlich übersetzt heißt das Gericht „Fünf Finger“, denn man isst es, indem man einen gekochten, großen Nudelfladen in die Hand nimmt und die Fleischstücke darin einpackt. Zurück zur Frage: Eigentlich gibt es heutzutage einen Unterschied in der Zuchtweise von Pferden, deren Fleisch später gegessen wird und Pferden, auf denen geritten wird. Pferdefleisch wurde bereits zu Zeiten Dschingis Khans gegessen. Soldaten nahmen sich auf ihren Routen zusätzliche Pferde mit, um nicht zu verhungern, falls es nichts mehr zu Essen geben sollte.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/593/bechbarmak.jpeg" alt="Beschbarmak" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wenn bemerkt wird, dass Kasachen mit russischem Akzent sprechen, kommt oft die Frage: „Sprichst du Russisch? Warum?“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan ist er seit 22 Jahren eine unabhängige Republik. Früher war es Teil der Sowjetunion und in den Ländern der Sowjetunion wurde Russisch gesprochen. Viele russischsprachige Menschen, die aus allen Ecken der UdSSR nach Kasachstan gekommen sind, um das Land wirtschaftlich und kulturell zu verbessern, sind damals hier geblieben und haben Familien gegründet. Deswegen wohnen in Kasachstan nicht nur Kasachen, sondern auch Menschen aus 150 verschiedenen Ländern, darunter viele Russen, Koreaner und auch Deutsche. Auch wenn eines Tages nur noch Kasachen im Land sein sollten, wäre es unmöglich, die Sprache zu vergessen, die noch vor 22 Jahren wichtigste Landessprache in Kasachstan war. Auch heute ist Russisch neben Kasachisch noch offizielle Amtssprache. Das Positive daran: Leute aus mehr als 20 Ländern haben so die Möglichkeit, sich zu verstehen und miteinander zu kommunizieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Leute, die selbst schon in Kasachstan waren, stellen spezifischere Fragen, die ebenfalls interessant sind. Zum Beispiel: „Warum ist die kasachische Währung so schön?“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Warum das Design so schön gestaltet wurde, lässt sich schwer sagen. Aber man kann einen Blick auf die vielen Schmuckobjekte werfen, die auf den Scheinen der kasachischen Währung Tenge zu sehen sind. Auf diesem 5000 Tenge-Schein findet man eine bemalte Hand (die des Präsidenten Nursultan Nasarbajew), Sehenswürdigkeiten, verschiedene Tiere, die kasachische Flagge&#8230;</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 220px;width: 417px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/593/2.jpeg" alt="5000 Tenge Schein" /></p>
<p style="text-align: justify">Das amerikanische Magazin <a href="http://m.theatlantic.com/business/archive/2013/10/Americas-New-100-Bill-Is-Awesome-But-Still-Nowhere-Near-as-Awesome-as-Kazakhstans-Currency/280379/">„The Atlantic“</a> hat den Tenge zur schönsten Währung der Welt ernannt. Leider hat Kasachstan noch nicht viele globale internationale Wettbewerbe für sich entschieden wie beispielsweise Austragungsort der Olympischen Spiele (Almaty hat neben Sotschi auch für die Winterspiele 2014 kandidiert) oder einer Fußballmeisterschaft zu werden. Aber zumindest bei ihrer Währung hat Kasachstan sich entschieden, alle Erwartungen zu übertreffen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify">Der wahre Grund ist wahrscheinlich ein anderer. Vermutlich haben sich die Designer der Tenge-Scheine bloß um die Sicherheit der Währung kümmern wollen und deswegen möglichst viele Schmuckobjekte auf den Scheinen platziert, damit es schwieriger ist, sie zu fälschen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Viele Ausländer fragen neugierig: „Ist es wahr, dass man in Kasachstan Hochzeiten, Jubiläen oder Beerdigungen für 1000 Menschen organisiert?“</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/593/3.jpeg" alt="Hochzeit" /></p>
<p style="text-align: justify">Oh ja, das ist wahr. In Kasachstan liebt man es, zu feiern – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, und auch finanzielle Einschränkungen spielen keine Rolle. Noch mehr mag man es, allen Verwandten, Freunden und Kollegen zu demonstrieren, was man hat. Junge Ehepaare starten ihr Zusammenleben oft mit der Aufnahme eines Kredits für ihre Hochzeit und 80-jährige Geburtstagskinder laden für das Jubiläum alle ein, die sie in diesen 80 Jahren kennengelernt haben. Sogar wenn man weiß, dass die Feierkosten durch die reichen Geschenke ausgeglichen werden, können viele Ausländer diesen Aufwand nicht verstehen. Aber so ist die kasachische Kultur und deren Traditionen, die schon seit langem existieren. Eine Hochzeit, bei der nur 40 Personen eingeladen sind, ist für Kasachen seltsam. Und auch wenn sie hungern müssten, würden Kasachen all ihre Essensvorräte ihren Gäste anbieten, um sie gut zu bewirten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Schließlich noch eine populäre Frage von jenen, die das Leben in Kasachstan näher kennengelernt haben: „Warum gibt es in Kasachstan so viele teure Autos, trotz der niedrigen Gehälter?“ </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Gehälter in Kasachstan sind im Vergleich zum Europäischen Niveau tatsächlich niedriger, jedoch im Vergleich zu anderen GUS-Staaten, wie auch der Ukraine, relativ hoch.<br />
Es gibt auch einige Leute, die tatsächlich einen BMW oder Porsche fahren, obwohl sie es sich nicht leisten können. Wie bereits erwähnt, ist es für viele Kasachen wichtig, zu zeigen, was man hat: Sie wollen beweisen, dass sie das teuerste Auto fahren, die schönste Frau oder den schönsten Mann haben oder sich an den prestigeträchtigsten Ferienorten erholen. Dass kann man nun positiv oder negativ bewerten. Materielles sollte keine zu große Rolle in der Gesellschaft spielen, kann aber gleichzeitig als Motivation dienen.</p>
<p style="text-align: justify">Zum Schluss sollte noch gesagt werden, dass Kasachstan ein junges Land ist, das sich sehr schnell entwickelt. Bleibt zu hoffen, dass sich Kasachstan in Zukunft noch von vielen Gerüchten und Stereotypen befreien wird.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Alina Kozhakhmetowa<br />
Autorin für Novastan.org, Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Sofia Tscholakidi</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/klischee-oder-wahrheit-ein-exkurs-zu-den-gngigsten-stereotypen-uber-kasachstan/">Klischee oder Wahrheit? Ein Exkurs zu den gängigsten Stereotypen über Kasachstan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/klischee-oder-wahrheit-ein-exkurs-zu-den-gngigsten-stereotypen-uber-kasachstan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
