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	<title>Maëva Pouffier, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Maëva Pouffier, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Die schwierige Situation tadschikischer Arbeitsmigranten in Russland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Maëva Pouffier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 08:38:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die tadschikische Wirtschaft ist abh&#xE4;ngig von dem Geld, das Arbeitsmigranten in ihr Heimatland schicken. Mit dem &#xDC;berfall Russlands auf die Ukraine drohen diese Einnahmen nun wegzubrechen &#x2013; eine zus&#xE4;tzliche Sorge f&#xFC;r die in Russland arbeitenden Tadschiken in einer ohnehin schon schwierigen Situation. &#xA0; Die Sanktionen, die gegen Russland infolge des &#xDC;berfalls auf die Ukraine vom [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die tadschikische Wirtschaft ist abhängig von dem Geld, das Arbeitsmigranten in ihr Heimatland schicken. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine drohen diese Einnahmen nun wegzubrechen – eine zusätzliche Sorge für die in Russland arbeitenden Tadschiken in einer ohnehin schon schwierigen Situation.  </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sanktionen, die gegen Russland infolge des Überfalls auf die Ukraine vom 24. Februar verhängt wurden, haben zum Einbruch des Rubels geführt. Es sind schwierige Zeiten für die Tadschiken, die in Russland arbeiten, denn ein Wertverlust des Rubels bedeutet, dass sie nicht mehr so viel Geld wie zuvor an ihre Angehörigen in Tadschikistan schicken können, erklärt der US-amerikanische Nachrichtensender <a href="https://www.rferl.org/a/central-asia-migrants-ruble-impact/31730968.html">Radio Free Europe</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Überweisungen machten im Jahr 2020, laut <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?locations=TJ">Weltbank</a>, 26,7 Prozent des tadschikischen Bruttoinlandsprodukts aus. Damit liegt Tadschikistan weltweit, hinter Tonga und Kirgistan, auf <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?most_recent_value_desc=true">Platz drei</a> der Länder, die am stärksten von Auslandsüberweisungen abhängig sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits zwei Tage nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine waren die Konsequenzen in Tadschikistan spürbar. Zwischen dem 24. und dem 26. Februar brach der Wechselkurs erheblich ein, wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/31724490.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Dienst von Radio Free Europe, am 26. Februar berichtete. Für die tadschikischen Arbeitsmigranten und ihre Familien hat dies erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Millionen Tadschiken von Talfahrt des Rubels betroffen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Millionen von Arbeitsmigranten sind von der Situation betroffen, zumal das Innenministerium der Russischen Föderation für das Jahr 2021 eine Rekordzahl an Migranten verzeichnet hat. Nach Angaben des tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://your.tj/oficialno-v-rossii-nahodjatsja-bolee-2-mln-grazhdan-tadzhikistana-jeto-tret-trudosposobnogo-naselenija-respubliki/">Your.tj</a> sind zwischen Januar und September 2021 mehr als zwei Millionen tadschikische Staatsangehörige nach Russland ausgewandert, was ungefähr 20 Prozent der tadschikischen Gesamtbevölkerung entspricht. Von diesen zwei Millionen sind rund <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahl-tadschikischer-migrantinnen-in-russland-erreicht-neuen-rekord/">1,6 Millionen</a> in der Hoffnung fortgegangen, ihre in Tadschikistan gebliebenen Familien mit Geld unterstützen zu können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/">Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen für Zentralasien</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Invasion hat aber nicht nur zu einem Wertverlust des Rubels geführt. Auch zahlreiche Flüge wurden storniert und das in einer Periode in der laut <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-ruble-collapse-taking-tolls-on-living-standards">Eurasianet</a> die Tadschiken üblicherweise zum Arbeiten nach Russland aufbrechen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Neue Restriktionen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Situation tadschikischer und zentralasiatischer Migranten in Russland war allerdings bereits vor dem Krieg prekär. 2021 hatte die russische Regierung in Reaktion auf die zunehmende Einwanderung die Gesetzeslage verschärft. Laut <a href="https://www.rferl.org/a/russia-foreigners-health-checks/31631302.html">Radio Free Europe</a> verlangt ein neues Gesetz, das am 29. Dezember 2021 in Kraft getreten ist, von fast allen nach Russland einreisenden Ausländern, sich unter anderem auf illegale Drogen im Blut, auf HIV, Syphilis und Tuberkulose testen und ihre Fingerabdrücke aufnehmen zu lassen. Auch Röntgenuntersuchungen und Kernspintomographien könnten angeordnet werden.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Die tadschikischen Arbeitsmigranten trifft das nicht zuletzt auch ökonomisch. Am 23. Februar berichtete <a href="https://eurasianet.org/russia-tightens-health-rules-for-labor-migrants-causing-dismay-and-headaches">Eurasianet</a>, dass die Untersuchungen bis zu 6.200 Rubel kosten können. Das sind umgerechnet mehr als 50 Euro. Würden sie positiv auf eine der Krankheiten getestet oder verweigerten die Tests, dann riskierten sie den Verlust ihrer Arbeitserlaubnis. Das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20220214/more-than-3-million-tajik-citizens-reportedly-officially-registered-in-russia-last-year">Asia-Plus</a> spricht von über 100.000 tadschikischen Staatsangehörigen, die 2021 die russische Staatsbürgerschaft erhalten haben. Das sind dreimal mehr als noch vor fünf Jahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahl-tadschikischer-migrantinnen-in-russland-erreicht-neuen-rekord/">Zahl tadschikischer Migrant:innen in Russland erreicht neuen Rekord</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.ozodi.org/a/31575126.html">Radio Ozodi</a> wiederum berichtet, dass zwischen 2014 und 2021 ungefähr 235.000 tadschikische Staatsangehörige ihren Namen geändert haben, nachdem sie aus Russland ausgewiesen wurden. Das ermöglicht ihnen die illegale Rückkehr und verzerrt möglicherweise zugleich die Statistiken zur tadschikischen Arbeitsmigration. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Rassismus in Russland</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> </strong>Doch mit der Ankunft in Russland hören die Probleme nicht auf: „<em>Es ist unbestreitbar, dass Fremdenfeindlichkeit in Russland weit verbreitet ist. Die Tadschiken sind stigmatisiert, wie auch die übrigen Menschen aus Zentralasien und dem Kaukasus</em>“, erklärt Sophie Hohmann,  Spezialistin für zentralasiatische Migration, im Gespräch mit Novastan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/mehr-russische-paesse-weniger-arbeitsmigrantinnen-zentralasiatische-migration-nach-russland-im-jahr-2020/">Zentralasiatische Migration nach Russland im Jahr 2020</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2019 berichtete <a href="https://www.hrw.org/news/2019/12/24/russia-police-round-migrant-workers">Human Rights Watch</a> über Racial Profiling bei der russischen Polizei. Laut der <a href="https://www.themoscowtimes.com/2017/04/13/cop-stop-a57720">Moscow Times</a> ist diese Praxis seit den 1990er Jahren in Russland weit verbreitet. Betroffen seien vor allem Menschen aus dem Nordkaukasus und Zentralasien. Sie würden in den Augen der russischen Gesellschaft häufig mit Terror und Kriminalität in Verbindung gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zahlreichen willkürlichen Verhaftungen in 2019 sagte der für Europa und Zentralasien verantwortliche Direktor von Human Rights Watch, <a href="https://www.hrw.org/about/people/hugh-williamson">Hugh Williamson</a>, dass nicht-slawische Migranten in Russland besonders vulnerabel seien und keine eigene Stimme hätten. So berichtete etwa die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/obschestvo/137905_vhabarovske_militsioneryi_jestoko_izbili_migrantov_/">24.kg</a> im Dezember 2019 von der brutalen Misshandlung von aus Zentralasien stammenden Taxifahrern in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chabarowsk">Chabarowsk</a>, im äußersten Osten Russlands. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den meisten tadschikischen Arbeitsmigranten bleibt allerdings keine andere Wahl, als in Russland nach Arbeit zu suchen. Der durchschnittliche Monatslohn ist hier elfmal höher als in Tadschikistan, wie die Abteilung für Migration und Flüchtlinge des Vatikans schreibt. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Für Sophie Hohmann ist es die „<em>Abwesenheit</em><em>sozialer und ökonomischer Perspektiven für die Jugend in Tadschikistan, die diese dazu bringt, auszuwandern und sich wirtschaftliche Nischen wie in Russland zu suchen</em>“. Die Migration sei zu einem „<em>Übergangsritus</em>“ geworden<em>. </em>Im Einzelnen betrachtet seien die Arbeitsbedingungen recht heterogen: „<em>Je nach Status des Migranten, etwa ob er einen Arbeitsvertrag hat oder nicht, können die Arbeitsbedingungen sowohl extrem katastrophal und sklavenartig als auch akzeptabel oder sogar gut sein</em>“, fügt Hohmann hinzu.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Schicksal der tadschikischen Frauen </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Auch auf die tadschikische Gesellschaft sind die Auswirkungen der Arbeitsmigration nicht zu unterschätzen. Die hohe Auswanderungsrate, erklärt Hohmann, „<em>wirkt sich auf die demographische und sozialeStruktur der tadschikischen Gesellschaft aus: die Frage der Polygamie ist kein Geheimnis und wird toleriert. Polygamie ist das Ergebnis des Männermangels in der Gesellschaft – ganz zu schweigen von den Fällen von Wiederheirat in Russland und der Verstoßung von Frauen in Tadschikistan“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts von hunderttausenden von tadschikischen Männern, die den Großteil des Jahres in Russland verbringen, um dort zu arbeiten, sehen laut <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-polygamy-second-wives-polygamy-/28817828.html">Radio Free Europe</a> viele Frauen  keinenanderen Weg zur materiellen Absicherung als zur gesetzlich nicht anerkannten Nebenfrau eines bereits verheirateten Mannes zu werden und diesem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maëva Pouffier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/la-difficile-situation-des-migrants-tadjiks-installes-en-russie/">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>


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		<title>Kirgistan: Erhebliche Stromknappheit erwartet</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-erhebliche-stromknappheit-erwartet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Maëva Pouffier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Feb 2022 15:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraftwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>F&#xFC;r 2022 wird in Kirgistan mit einer gro&#xDF;en Stromknappheit gerechnet. Zur Energiegewinnung ist das Land auf den Toktogul-Stausee am Fluss Naryn angewiesen, dessen Pegel in den letzten Monaten stark gesunken ist. Kirgistan steht vor einer Energiekrise. Der Wasserstand des Toktogul-Stausees ist am 20. Januar auf 9,4 Milliarden Kubikmeter gefallen und lag damit 1,8 Milliarden Kubikmeter [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für 2022 wird in Kirgistan mit einer großen Stromknappheit gerechnet. Zur Energiegewinnung ist das Land auf den Toktogul-Stausee am Fluss Naryn angewiesen, dessen Pegel in den letzten Monaten stark gesunken ist. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan steht vor einer Energiekrise. Der Wasserstand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Stausees</a> ist am 20. Januar auf 9,4 Milliarden Kubikmeter gefallen und lag damit 1,8 Milliarden Kubikmeter unter dem Stand des Vorjahres, wie <a href="https://rus.azattyk.org/a/31664926.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe, berichtet. Nach Angaben des kirgisischen Nachrichtenportals <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/10/besperebojnoe-elektrosnabzhenie-investitsii-i-vozobnovlyaemye-istochniki-prezident-prinyal-ministra-energetiki/">Kloop</a> ist der Stausee für 40 bis 50 Prozent der Stromerzeugung des Landes verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 2. Februar sei das Niveau auf unter 9 Milliarden Kubikmeter gefallen, berichtet die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/vlast/220863_kyirgyizstan_prodoljaet_importirovat_elektroenergiyu_izturkmenistana_/">24.kg</a> unter Berufung auf den öffentlichen Energieversorger <a href="http://www.energo-es.kg/ky/kompaniya-zhonundo/toktogul-water-volume/">NEHK</a>. Seit dem 7. Februar liegt die Wassermenge stabil bei rund 8,8 Milliarden Kubikmetern. Sinkt dieser Pegel jedoch auf unter 5,5 Milliarden Kubikmeter, ist der Damm nicht mehr nutzbar. Diese Situation dürfte die kirgisischen Behörden beunruhigen, da nach Angaben des kirgisischen Onlinemediums Akchabar 90 Prozent des im Land produzierten Stroms aus Wasserkraft stammen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-kirgistan-und-usbekistan-den-toktogul-stausee-teilen-die-geschichte-eines-sowjetischen-modernisierungsprojekts/"><strong>Wie Kirgistan und Usbekistan den Toktogul-Stausee teilen – die Geschichte eines sowjetischen Modernisierungsprojekts </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um der drohenden Verknappung zu begegnen, rief <a href="https://nehk.energo.kg/content/articles_view/1042">NEHK</a> die Bevölkerung am 28. Januar dazu auf, weniger Strom zu verbrauchen. Im Einzelnen bittet der Betreiber die Kirgis:innen, zwischen 18 und 22 Uhr sowie von 7 bis 9 Uhr keine Haushaltsgeräte zu benutzen. Er rät auch, die Wärmeversorgung zu variieren, zum Beispiel mit Gas oder Kohle. Bereits im Oktober hatten die Behörden vor einer möglichen Krise in diesem Winter gewarnt [<a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-kirghizstan-se-prepare-a-une-crise-energetique/">fr</a>/<a href="https://24.kg/vlast/209034_vkabmine_predupredili_veernyih_otklyucheniy_nebudet_budut_planovyie/">ru</a>], jedoch ohne Folgen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Herausforderung, Wasser bei wachsendem Energieverbrauch zu sparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Das Problem ist nicht neu. Laut <a href="https://rus.azattyk.org/a/31544338.html">Radio Azattyk</a> benötigt Kirgistan jedes Jahr 15 Milliarden Kilowattstunden (kWh) oder sogar 16 bis 17 Milliarden für einen angenehmen Winter. Wie <a href="https://24.kg/obschestvo/209497_gasite_svet_kak_sekonomit_naschetah_zaelektroenergiyu_bez_uscherba_dlya_komforta/">24.kg</a> im Oktober 2021 erklärte, ist der Verbrauch im Winter besonders hoch – insbesondere durch den Einsatz von Heizgeräten. Es ist also eine heikle Jahreszeit, in der die Stabilisierung des Wasserspiegels im Toktogul-Stausee für die Heizperiode entscheidend sein kann.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Die Wintersaison 2021/2022 sei in Bezug auf die Stromerzeugung stabil geblieben, <a href="https://24.kg/vlast/220863_kyirgyizstan_prodoljaet_importirovat_elektroenergiyu_izturkmenistana_/">sagte</a> Energieminister Doskul Bekmursajew am 18. Januar vor dem Parlament. <em>„Alles funktioniert wie gewohnt. Ich denke, wir werden stabil durch die Winterperiode gehen“</em>, fuhr er gegenüber den Abgeordneten fort.

Am 26. Januar <a href="https://24.kg/vlast/221859_deputat_schitaet_chto_vkyirgyizstane_net_kulturyi_polzovaniya_elektrichestvom/">erklärte</a> jedoch der Abgeordnete Mederbek Alijew, dass es notwendig sei, für ein Umdenken beim Stromverbrauch zu sorgen. Laut Talajbek Baigasijew, dem Vorstandsvorsitzenden von NEHK, sei 2021 ein Anstieg von 2 bis 3 Millionen kWh gegenüber 2020 <a href="https://rus.azattyk.org/a/31544338.html">zu verzeichnen</a>. Die Kirgis:innen verbrauchen Strom über das festgelegte Limit hinaus, insbesondere in der Hauptstadt Bischkek.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Umfangreiche Stromversorgung geplant</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Kirgistan hat derzeit ein Stromdefizit von 6 Milliarden kWh, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/31503109.html">Radio Azattyk</a>. Und die Situation wird nicht besser. Energieingenieur:innen schätzen, dass der Wasserstand des Stausees im Frühjahr auf <a href="https://rus.azattyk.org/a/31664926.html">6 Milliarden Kubikmeter</a> sinken könnte – so niedrig, wie noch nie. Um das Wasservolumen im Reservoir zu erhalten, importiert Kirgistan Strom von seinen zentralasiatischen Nachbarn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Energie und Industrie teilte gegenüber <a href="https://rus.azattyk.org/a/31664926.html">Radio Azattyk</a> mit, dass Kirgistan bereits mit Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan vereinbart habe, bis zu 3 Milliarden kWh Strom zu importieren. Am 2. Dezember 2021 wurde zudem mit Turkmenistan ein Vertrag über die <a href="https://kaktus.media/doc/450532_tyrkmenistan_bydet_postavliat_elektroenergiu_v_kyrgyzstan_v_2022_gody.html">Lieferung von Strom</a> für das Jahr 2022 unterzeichnet. <a href="https://rus.azattyk.org/a/31664926.html">Radio Azattyk</a> erklärt, dass diese Importe zusammen mit den Importen aus früheren Verträgen rund 20 Prozent des Strombedarfs des Landes decken werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/leben-mit-dem-fluss-der-naryn-in-kirgistan/"><strong>Leben mit dem Fluss: Der Naryn in Kirgistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Jahr 2021 war der Stromimport erheblich. Insgesamt kaufte das Land 2 Milliarden kWh aus Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan. Laut <a href="https://rus.azattyk.org/a/31664926.html">Radio Azattyk</a> hat Kirgistan im Frühjahr 2021 Vereinbarungen mit Kasachstan und Usbekistan über die Lieferung von 1.650 Millionen kWh Strom bis zum Frühjahr 2022 getroffen, um die Krise zu überwinden. Im Gegenzug muss Kirgistan bis 2023 das Wasser in den Sommermonaten ablassen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Trotz allem in Richtung Energieunabhängigkeit?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Langfristig möchte Kirgistan unabhängig von diesen Importen werden. <em>„Um Energieunabhängigkeit zu erreichen, ist es notwendig, die Produktion auf 18 Milliarden kWh zu steigern“</em>, erklärte der damalige Wirtschaftsminister und heutige Regierungschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akylbek_Dschaparow">Akylbek Dschaparow</a> nach Angaben von <a href="https://rus.azattyk.org/a/31503109.html">Radio Azattyk</a> im vergangenen Oktober.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Unter den möglichen Lösungen könnte die Atomkraft eine sein. Am 20. Januar unterzeichneten das russische Unternehmen Rosatom und das kirgisische Energieministerium eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit beim Bau von Mini-Kernkraftwerken [<a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-kirghizstan-veut-construire-des-mini-centrales-nucleaires/">fr</a>/<a href="https://rosatom.ru/journalist/news/rosatom-i-kirgiziya-dogovorilis-o-sotrudnichestve-v-sooruzhenii-atomnoy-stantsii-maloy-moshchnosti/">ru</a>].

Dennoch scheint diese Frage vorerst nur diskutiert zu werden, da Kirgistans Regierung weiterhin am System der Wasserkraftwerke festhält. <em>„Es besteht keine Notwendigkeit, in Kirgistan ein Kernkraftwerk zu bauen. Unabhängig von der Region gibt es Wasserressourcen und Möglichkeiten für den Bau von Wasserkraftwerken“</em>, <a href="https://rus.azattyk.org/a/31668178.html">erklärte</a> der stellvertretende Energieminister Raiymbek Mamyrow.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maëva Pouffier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/une-penurie-delectricite-importante-attendue-au-kirghizstan-pour-2022/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan seit 1. Januar im UN-Menschenrechtsrat</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-seit-1-januar-im-menschenrechtsrat-der-vereinten-nationen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Maëva Pouffier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jan 2022 11:53:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 1. Januar 2022 ist Kasachstan Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. W&#xE4;hrend der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde das zentralasiatische Land in das Gremium gew&#xE4;hlt. Hinweis der Redaktion: Der folgende Artikel erschien im franz&#xF6;sischen Original am 26. Oktober 2021. Die darin geschilderten Ereignisse liegen also vor den Protesten und Unruhen, die seit dem [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem 1. Januar 2022 ist Kasachstan Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Während der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde das zentralasiatische Land in das Gremium gewählt. </strong><strong><em>Hinweis der Redaktion: Der folgende Artikel erschien im <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-elu-au-conseil-des-droits-de-lhomme-des-nations-unies/">französischen Original</a> am 26. Oktober 2021. Die darin geschilderten Ereignisse liegen also vor den <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/massenproteste-in-kasachstan-regierung-entlassen/">Protesten und Unruhen</a>, die seit dem 4. Januar in Kasachstan stattfinden.</em></strong>

Es handelt sich um ein besonderes Ereignis für die kasachstanische Außenpolitik. Wie das <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mfa/press/news/details/269720?lang=en">kasachstanische Außenministerium</a> mitteilte, ist das Land im Rahmen der 76. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 14. Oktober 2021 in den Menschenrechtsrat der Organisation gewählt worden. Insgesamt wurden 18 Mitglieder gewählt, die<a href="https://reliefweb.int/report/argentina/un-human-rights-council-elections-2022-2024-and-responsibility-protect"> nach den Vorschriften der UN</a> ab Januar 2022 eine dreijährige Amtszeit antreten werden. Grundsätzlich setzt sich dieser Rat aus <a href="https://www.ohchr.org/EN/HRBodies/HRC/Pages/CurrentMembers.aspx">47 Mitgliedern</a> mit versetzten Amtszeiten zusammen.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Wahl unseres Staates in das wichtigste Menschenrechtsgremium dieser Weltorganisation ist Ausdruck der Anerkennung seiner Rolle als aktiver und verantwortungsvoller Mitstreiter bei der Förderung internationaler Normen und Standards im Bereich des Schutzes der Menschenrechte und Freiheiten“</em>, begrüßte das kasachstanische Außenministerium die Wahl.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-mit-gewaltbereitschaft-gegen-fortlaufende-proteste/">Präsident Toqaev mit Gewaltbereitschaft gegen fortlaufende Proteste</a></strong>

Kasachstan versucht heute bewusst <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mfa/press/news/details/269720?lang=en">Themenschwerpunkte</a> wie die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, die Abschaffung der Todesstrafe, den Kampf gegen alle Formen von Intoleranz, die Religions- und Glaubensfreiheit und eine integrative und universelle Bildung in den Fokus der Wahrnehmung seiner aktuellen Politik zu rücken.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Halbherzige Achtung der Menschenrechte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Wie auch andere Mitglieder dieses Rates ist Nur-Sultan selbst nicht gerade ein Vorbild, was die Einhaltung der Menschenrechte betrifft. <em>„In Abwesenheit einer wirklichen Konkurrenz bieten die Wahlen des UN-Menschenrechtsrates prinzipiell auch die Möglichkeit eines Sitzes für Kandidatenländer mit einer miserablen Menschenrechtsbilanz“</em>, erläutert die <a href="https://www.hrw.org/news/2021/10/12/un-noncompetitive-rights-council-election-aids-abusers">NGO Human Rights Watch</a> die Situation rund um die Wahl.

Besonders deutlich zeigt sich die Nachlässigkeit der Menschenrechtsförderung in Kasachstan am Umgang mit den Protestierenden, die für die Freilassung ihrer in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a> eingesperrten Verwandten auf die Straße gingen und dafür von den kasachstanischen Behörden <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/protest-fuer-die-kasachen-in-china-trotz-festnahmen/">unter Druck gesetzt und verhaftet</a> wurden.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Bedeutende Mitwirkung bei den Vereinten Nationen </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Es ist nicht das erste Mal, dass Kasachstan in das Gremium gewählt wurde. &nbsp;Bereits von 2013 bis 2015 hatte das zentralasiatische Land einen Sitz im Menschenrechtsrat inne. Kasachstan war zeitgleich sogar auch nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die kasachstanische Vertretung wird ein Jahr lang gemeinsam mit ihren usbekischen Nachbarn im Menschenrechtsrat sitzen, die <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/10/14/hr/">2020 in den Rat gewählt</a> wurden. <a href="https://www.ohchr.org/EN/HRBodies/HRC/Pages/Membership.aspx">Die Vereinten Nationen erklären</a>, dass dem Rat seit seiner Gründung im Jahr 2006 bereits 117 Länder angehört haben. In Zentralasien wurden bisher nur Tadschikistan und Turkmenistan noch nicht in das Gremium gewählt.

Zur gleichen Zeit beteiligt sich Kasachstan auch noch in weiteren Organisationen der UN. Beispielsweise wurde die Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unterst%C3%BCtzungsmission_der_Vereinten_Nationen_in_Afghanistan">UNAMA</a>) nach der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/">Machtübernahme der Taliban</a> zusammen <a href="https://kazakhstan.un.org/en/140984-un-statement-temporary-relocation-unama-staff-almaty">mit einem Teil des UN-Personals</a> vorübergehend nach <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> verlegt.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maëva Pouffier</strong><strong>
Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-elu-au-conseil-des-droits-de-lhomme-des-nations-unies/">Französischen</a> von Flavia Gerner</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zahl tadschikischer Migrant:innen in Russland erreicht neuen Rekord</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahl-tadschikischer-migrantinnen-in-russland-erreicht-neuen-rekord/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahl-tadschikischer-migrantinnen-in-russland-erreicht-neuen-rekord/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maëva Pouffier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2021 15:52:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 2 Millionen Tadschik:innen sind zwischen Januar und September 2021 nach Russland eingereist. Dies entspricht fast 20 Prozent der tadschikischen Gesamtbev&#xF6;lkerung. Es ist eine beispiellose Situation. Nach Angaben des russischen Innenministeriums sind zwischen Januar und September 2021 mehr als 2 Millionen tadschikische Staatsangeh&#xF6;rige nach Russland eingereist. Dies entspricht laut dem tadschikischen Nachrichtenportal Your.tj fast [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr als 2 Millionen Tadschik:innen sind zwischen Januar und September 2021 nach Russland eingereist. Dies entspricht fast 20 Prozent der tadschikischen Gesamtbevölkerung.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine beispiellose Situation. Nach Angaben des russischen Innenministeriums sind zwischen Januar und September 2021 <a href="https://мвд.рф/dejatelnost/statistics/migracionnaya/item/26510325/">mehr als 2 Millionen</a> tadschikische Staatsangehörige nach Russland eingereist. Dies entspricht laut dem tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://your.tj/oficialno-v-rossii-nahodjatsja-bolee-2-mln-grazhdan-tadzhikistana-jeto-tret-trudosposobnogo-naselenija-respubliki/">Your.tj</a> fast 20 Prozent der tadschikischen Gesamtbevölkerung und einem Drittel der Tadschik:innen im erwerbsfähigen Alter. Die Zahl der tadschikischen Migrant:innen in Russland hat sich somit seit Januar verfünffacht. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Grund für diese Auswanderungswelle ist nach Angaben der russischen Behörden in erster Linie die Suche nach Arbeit. Fast 1,6 Millionen kommen in der Hoffnung an, ihren Familien in Tadschikistan Geld schicken zu können. Tatsächlich ist das durchschnittliche Monatsgehalt in Russland elfmal höher als das in Tadschikistan, wie die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abteilung_für_Migranten_und_Flüchtlinge">Abteilung für Migration und Flüchtlinge</a> des Vatikans <a href="https://migrants-refugees.va/wp-content/uploads/2021/03/2020-CP-Tajikistan-EN.pdf">schreibt</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Migration von Tadschikistan nach Russland ist kein neues Phänomen. Es ist aber das erste Mal, dass sie so große Ausmaße erreicht. So berichtet das amerikanische Medium <a href="https://eurasianet.org/tajik-labor-migration-to-russia-hits-historic-high-officially">Eurasianet</a>, die Situation sei erwartet worden, habe sich aber vor der Veröffentlichung am 19. Oktober nie offiziell in den Statistiken niedergeschlagen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Teilweise illegal</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Zahl tadschikischer Arbeitsmigrant:innen könnte jedoch leicht verzerrt sein. Wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/31575126.html">Radio Ozodi</a> berichtet, haben Statistiken des tadschikischen Justizministeriums gezeigt, dass zwischen 2014 und 2021 fast 235.000 tadschikische Staatsangehörige ihren Namen geändert haben, nachdem sie aus Russland ausgewiesen wurden. Eine Methode, die es ihnen ermöglicht, nach Russland zurückzukehren – wenn auch illegal. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/mehr-russische-paesse-weniger-arbeitsmigrantinnen-zentralasiatische-migration-nach-russland-im-jahr-2020/"><strong>Mehr russische Pässe, weniger ArbeitsmigrantInnen: Zentralasiatische Migration nach Russland im Jahr 2020 </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allgemein lässt sich der Anstieg der Zahl tadschikischer Migrant:innen in Russland durch die <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/russland-nimmt-fluege-nach-usbekistan-und-tadschikistan-wieder-auf/">Wiederaufnahme der Flüge</a> zwischen den beiden Ländern seit dem 1. April erklären. Diese waren zuvor aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgesetzt worden. Während im ersten Halbjahr 2020 knapp <a href="https://migrants-refugees.va/wp-content/uploads/2021/03/2020-CP-Tajikistan-EN.pdf">130.000 Tadschik:innen</a> ihr Land in Richtung Russland verließen, würden die Zahlen <a href="http://government.ru/news/41820/">laut russischer Regierung</a> seit April wieder steigen. Bereits im Januar hatten die russischen Behörden mitgeteilt, dass sie Arbeitsmigrant:innen <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/russland-will-die-rueckkehr-von-migrantinnen-erleichtern-um-seine-wirtschaft-zu-unterstuetzen/?noredirect=de-DE">die Einreise erleichtern</a> wollen würden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Abhängig von Überweisungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Rekordzahl von Tadschik:innen in Russland dürfte den Status der zentralasiatischen Republik als eines jener Länder bestätigen, die am stärksten von den Überweisungen von Migrant:innen abhängig sind. Tatsächlich ermöglicht die Auswanderung in den meisten Fällen das Überleben der Familien. Die Überweisungen kurbeln die Wirtschaft des Landes stark an. Nach Angaben der <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?locations=TJ&amp;most_recent_value_desc=true">Weltbank</a> machten Überweisungen im Jahr 2020 26,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Tadschikistans aus. Damit liegt das Land in diesem <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?most_recent_value_desc=true">Ranking</a> auf Platz 4 hinter Tonga (37,2 Prozent), Somalia (35,3 Prozent) und Kirgistan (31,3 Prozent). </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-moskauer-traum/"><strong>Der Moskauer Traum</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 könnte diese Rate für Tadschikistan wieder steigen. Wie <a href="https://www.rferl.org/a/central-asian-migrants-stuck-at-border/30766473.html">Radio Free Europe</a> berichtet, mussten tadschikische Migrant:innen, die sich bereits vor der Pandemie in Russland niedergelassen hatten, ins Land zurückkehren und verloren ihre Jobs. Infolgedessen gerieten sie in große finanzielle Schwierigkeiten und die Anzahl und Höhe der <a href="https://rus.ozodi.org/a/31155253.html">Überweisungen gingen zurück</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der <a href="https://cbr.ru/statistics/macro_itm/svs/">russischen Zentralbank</a> betrug die Summe der Überweisungen im Jahr 2020 1,7 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) und somit 759 Millionen US-Dollar (670 Millionen Euro) weniger als im Vorjahr. Da nun wieder mehr Tadschik:innen in Russland arbeiten, ist zu erwarten, dass die Summe der Geldtransfers wieder steigt. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Subir Lall, stellvertretender Direktor der Abteilung Naher Osten und Zentralasien beim Internationalen Währungsfonds, bestätigte im April gegenüber der <a href="https://www.ft.com/content/79ccf363-942a-4be9-8a18-df0e91bcee5b">Financial Times</a>, dass die Wiederaufnahme der Überweisungen <em>„entscheidend&#8220;</em> sei. Laut dem Ökonomen könne das Geld, das Migrant:innen nach Hause schicken, <em>„als Lebensader für ärmere Länder dienen&#8220;</em>.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maëva Pouffier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/le-nombre-de-migrants-tadjiks-en-russie-atteint-un-nouveau-record/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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