<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Makhkam Khamidov, Author at Novastan Deutsch</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/author/mkhamidov/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/author/mkhamidov/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 May 2025 18:29:24 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Makhkam Khamidov, Author at Novastan Deutsch</title>
	<link>https://novastan.org/de/author/mkhamidov/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Patriarchale Gewalt filmisch erzählen: Ein Interview mit Husnora Rozmatova</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Makhkam Khamidov]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 16:17:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[GoEast Fimfestival]]></category>
		<category><![CDATA[Husnora Rozmatova]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Regisseurin]]></category>
		<category><![CDATA[Sustxotin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42212</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Film &#x201E;The Song Sustxotin&#x201C; feierte Husnora Rozmatova beim diesj&#xE4;hrigen goEast-Filmfestival nicht nur Europapremiere, sondern wurde auch doppelt ausgezeichnet. &#xDC;ber ihren Film, patriarchale Strukturen und die Schwierigkeit, sich als Regisseurin in Usbekistan zu behaupten, sprach Husnora mit Novastan. Novastan: Husnora, zun&#xE4;chst herzlichen Gl&#xFC;ckwunsch zu der Europapr&#xE4;miere in Wiesbaden. Der Film hat zwei Preise gewonnen, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/">Patriarchale Gewalt filmisch erzählen: Ein Interview mit Husnora Rozmatova</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit ihrem Film „The Song Sustxotin“ feierte Husnora Rozmatova beim diesjährigen goEast-Filmfestival nicht nur Europapremiere, sondern wurde auch doppelt ausgezeichnet. Über ihren Film, patriarchale Strukturen und die Schwierigkeit, sich als Regisseurin in Usbekistan zu behaupten, sprach Husnora mit Novastan.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Husnora, zunächst herzlichen Glückwunsch zu der Europaprämiere in Wiesbaden. Der Film hat zwei Preise gewonnen, es wird zum Auftakt des goEast- Festivals 2026 bei 3Sat gezeigt, und dazu möchte ich herzlich gratulieren. Das ist Ihre erste Teilnahme an einem europäischen Filmfestival. Wie haben Sie das goEast Filmfestival in Wiesbaden erlebt – insbesondere im Vergleich zu anderen Premieren Ihres Films? Gab es Überraschungen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Husnora Rozmatova: Meine erste Premiere fand auf einem großen Filmfestival in Goa, Indien, statt. Über die europäische Premiere in Wiesbaden im Rahmen des <a href="https://www.filmfestival-goeast.de/">goEast-Filmfestivals</a> habe ich mich besonders gefreut – zumal ich dieses Jahr die einzige Filmregisseurin aus Zentralasien war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Festival gezeigten Filme waren sehr beeindruckend, was die Ehre, zwei Auszeichnungen erhalten zu haben, für mich umso größer macht. Schon allein im Hinblick auf das Budget sind unsere Filme kaum vergleichbar – wir hatten nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr Film thematisiert mehrere gesellschaftliche Probleme in Usbekistan: Gewalt gegen Frauen, konservativ-patriarchale Strukturen, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der journalistischen Arbeit sowie Armut. Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Film?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese gesellschaftlichen Probleme hängen eng miteinander zusammen und bedingen sich gegenseitig. Armut, harte Lebensrealitäten und das erzwungene Leugnen von Tatsachen – all das ist tief miteinander verwoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Jahren gab es besonders erschütternde Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Frauen in verschiedenen Regionen Usbekistans. Die Fälle aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andijon">Andijon</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viloyat_Xorazm">Choresm</a> vor drei Jahren haben mich besonders tief getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sustxotin-eine-geschichte-von-macht-und-machlosigkeit/">„Sustxotin“ – eine Geschichte von Macht und Machlosigkeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Andijon wurde eine schwangere Frau von fünf Männern vergewaltigt. Später veröffentlichte sie ein Video, in dem sie die Vorwürfe widerrief – doch es war offensichtlich, dass sie dazu gezwungen wurde. Man konnte es in ihrem Gesicht ablesen. In einem anderen Fall – in einem Waisenhaus in Choresm – wurden 15- bis 17-jährige Mädchen unter Beteiligung der Heimleiterin monatelang systematisch von Staatsbeamten vergewaltigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen solcher Fälle bleiben Männer straffrei, während die Frauen mit den psychischen und sozialen Folgen leben müssen. Oft endet das in Selbstmord – vor allem in ländlichen Regionen. Hinzu kommt die Reaktion des Umfelds: Statt Empathie erfahren die Opfer Schuldzuweisungen, und die Täter werden geschützt – mit dem Argument, man wolle <em>„den Ruf des Dorfes nicht beschmutzen“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Film steht ein Mann im Zentrum – ein ehemaliger Abgeordneter, der Gerechtigkeit sucht. Warum haben Sie sich für diese männliche Perspektive entschieden, obwohl das Opfer – ein Mädchen – nur am Rande vorkommt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage höre ich häufig. In Usbekistan wird die Gesellschaft stark von Männern dominiert. Mir war es wichtig, zu zeigen, dass auch Männer eine (moralische) Verantwortung tragen sollen. Der Protagonist ist ein ehemaliger Abgeordneter, der zurückgetreten ist, weil er im bestehenden System nichts bewirken konnte. Er ist geplagt von seinem Gewissen und fühlt sich mitverantwortlich für das Leid des Mädchens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Film zeige ich drei Gruppen von Frauen: das Mädchen – Symbol für die junge Generation, die Tagelöhnerinnen – Vertreterinnen der Frauen, die gezwungenermaßen im Ausland arbeiten müssen, und die Großmutter – als Stimme der älteren Generation. Sie alle stehen sinnbildlich für das Leid der Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum zeigen Sie den Täter im Film nicht? Man erfährt nicht, wer es ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war eine bewusste Entscheidung. Hätte ich einen konkreten Täter gezeigt, wäre es zu einfach gewesen, die Schuld auf eine einzelne Person abzuwälzen. Doch das Mädchen wurde nicht nur von einem Mann vergewaltigt – sie ist ein Opfer des gesamten Systems, einer ganzen Gesellschaftsordnung. In gewisser Weise tragen alle Männer eine Mitschuld – selbst der Protagonist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am Ende des Films beginnt es zu regnen – begleitet von einem Trauermoment. Der Eindruck entsteht, dass eine Frau sterben musste, damit es endlich regnet. Wer stirbt – die Großmutter oder das Mädchen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Szene ist bewusst offengehalten. Es könnte sowohl die Großmutter als auch das Mädchen sein. Wichtig ist: Eine Frau stirbt – sie wird symbolisch dem System „geopfert“. Das ist die zentrale Aussage.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inwiefern kann Kunst – insbesondere Film – dazu beitragen, patriarchale Strukturen sichtbar zu machen und zu verändern?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zeiten großer gesellschaftlicher Krisen oder Katastrophen, wie etwa während des Zweiten Weltkriegs, entstanden viele bedeutende Werke in Film, Malerei und Literatur. In Momenten des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit werden Kunst und Glaube oft zur einzigen Hoffnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Film gezeigten Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen. Aber Kunst und Glaube können Impulse für langfristige Veränderungen setzen. Ich sehe es als Aufgabe von Kunstschaffenden, Haltung zu zeigen. Das habe ich von meinen Mentor:innen gelernt: Regisseur:innen müssen sich gesellschaftlich positionieren und gegen Unrecht einstehen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ich „The Song Sustxotin“ gedreht habe, habe ich eher persönliche, fantasievolle Filme gemacht, zum Beispiel „Rehearsal“. Erst nach den Dreharbeiten wurde mir klar, wie weit ich von der Realität meiner Mitmenschen entfernt war. Ich hatte den bisherigen Filmen kein Mitgefühl für Menschen in prekären Lebenssituationen gezeigt – das hat mich belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb habe ich mich entschieden, mich mit den realen Lebensbedingungen, insbesondere von Frauen, auseinanderzusetzen – und daraus entstand das Drehbuch zu „The Song Sustxotin“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie gehen Sie mit den Risiken um, die entstehen, wenn man sich öffentlich gegen patriarchale Strukturen äußert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Mitglied der Filmkommission sagte mir einmal, es sei unnötig gewesen, die „<em>negativen Seiten“</em> Usbekistans zu zeigen – das sei doch keine Normalität und komme <em>„höchstens alle zehn Jahre vor“</em>. Dabei liest man heute beinahe täglich von Vergewaltigungsfällen in den Medien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste, dass es sinnlos wäre, mit ihm zu diskutieren. Ich verabschiedete mich mit einem Lächeln. Aber ich werde weiterhin solche Themen durch meine Filme aufgreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie ist es um die Repräsentation von Frauen in der usbekischen Filmbranche bestellt? Und welche Erfahrungen haben Sie als junge Regisseurin gemacht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan liegt weit hinter anderen Ländern Zentralasiens zurück, wenn es um die Sichtbarkeit von Frauen in der Filmbranche, besonders als Regisseurinnen, geht. In Kasachstan und Kirgistan gibt es einige bekannte Regisseurinnen – in Usbekistan dagegen kaum. Eine der wenigen ist <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kamara_Kamalova">Qamara Kamolova</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-proteste-haben-ein-weibliches-gesicht-wie-frauen-in-usbekistan-fuer-ihre-rechte-einstehen/">Die Proteste haben ein weibliches Gesicht: Wie Frauen in Usbekistan für ihre Rechte einstehen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einige Frauen, die Kurzfilme oder TV-Serien drehen, aber auch sie sind rar. Für Frauen ist es sehr schwer, sich als Regisseurinnen zu behaupten. Als ich meine ersten Filme drehte, wurde ich im Team kaum ernst genommen. Ich musste mich doppelt beweisen – als junge Frau in einem männlich dominierten Umfeld. Wenn ein Mann einen erfolgreichen Film macht, sagt man: <em>„Er hat Talent.“</em> Wenn eine Frau Erfolg hat, heißt es beim ersten Film: <em>„Glück.“</em> Beim zweiten: „<em>Sie wurde unterstützt.“</em> Erst beim dritten Film wird ihr Können anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr Film wird 2026 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Was bedeutet das für Sie? Und glauben Sie, dass Ihr Film auch bald im usbekischen Fernsehen zu sehen sein wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, dass mein Film bald auch in Usbekistan gezeigt wird. Internationale Festivalteilnahmen sind schön, aber sie erfüllen mich nicht. Es macht mich nicht glücklich, das Leid meines Volkes auf die Leinwand zu bringen und damit internationale Anerkennung zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich mir wirklich wünsche, ist, dass mein eigenes Volk diesen Film sieht – als Spiegel der Gesellschaft. Ich musste ein ganzes Jahr warten, bis die usbekische Filmagentur (MTRK) den Film überhaupt zur internationalen Vorführung freigegeben hat. Ich hoffe trotzdem, dass der Film in den kommenden Jahren in usbekischen Kinos oder im Fernsehen gezeigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arbeiten Sie bereits an neuen Projekten mit ähnlichen Themen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan konzentriere ich mich auf TV-Serien, um finanziell über die Runden zu kommen. Für größere Projekte fehlt es derzeit an Mitteln. Aber ich habe Drehbücher für zwei Kurzfilme geschrieben, die keine staatliche Förderung benötigen. Einer davon widmet sich erneut der Lebensrealität usbekischer Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für größere Filmprojekte habe ich ebenfalls Ideen – etwa für einen Film im mystisch-poetischen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus">sufischen</a> Genre. Leider gibt es solche Filme bislang nicht in Usbekistan. Ich würde gerne usbekische Metaphern und mystische Elemente aufgreifen – doch dafür braucht es enorme Förderung. Vielleicht gelingt es mir, internationale Förderung zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Filmkultur ist stark von der sowjetischen und russischen Schule geprägt. Eine eigenständige, usbekische Filmschule hat sich noch nicht wirklich entwickelt – obwohl unsere Literatur und Poesie sehr weit fortgeschritten ist. Auch in meinen Filmen ist der Einfluss der russischen Filmschule spürbar. Aber vielleicht ist das nur eine Phase – ich hoffe, es kommt eine neue Ära der usbekischen Filmkunst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Husnora, vielen Dank für das Gespräch!</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Makhkam Khamidov</strong> <strong>für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/">Patriarchale Gewalt filmisch erzählen: Ein Interview mit Husnora Rozmatova</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/patriarchale-gewalt-filmisch-erzaehlen-ein-interview-mit-husnora-rozmatova/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tödliche Straßen: Die alarmierende Unfallbilanz in Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/toedliche-strassen-die-alarmierende-unfallbilanz-in-usbekistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/toedliche-strassen-die-alarmierende-unfallbilanz-in-usbekistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Makhkam Khamidov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 14:33:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Autos]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Unfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40706</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kaum ein Tag vergeht in Usbekistan ohne Meldungen &#xFC;ber t&#xF6;dliche Verkehrsunf&#xE4;lle. Was wie eine unausweichliche Trag&#xF6;die erscheint, ist in Wahrheit das Resultat tief verwurzelter Probleme: Relativ milde Geldstrafen f&#xFC;r Verkehrsverst&#xF6;&#xDF;e, die Normalisierung regelwidrigen Verhaltens in sozialen Medien und eine mangelhafte Verkehrsinfrastruktur bilden ein gef&#xE4;hrliches Geflecht aus Missst&#xE4;nden und Unt&#xE4;tigkeit. Ein wesentlicher Grund f&#xFC;r das hohe [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/toedliche-strassen-die-alarmierende-unfallbilanz-in-usbekistan/">Tödliche Straßen: Die alarmierende Unfallbilanz in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kaum ein Tag vergeht in Usbekistan ohne Meldungen über tödliche Verkehrsunfälle. Was wie eine unausweichliche Tragödie erscheint, ist in Wahrheit das Resultat tief verwurzelter Probleme: Relativ milde Geldstrafen für Verkehrsverstöße, die Normalisierung regelwidrigen Verhaltens in sozialen Medien und eine mangelhafte Verkehrsinfrastruktur bilden ein gefährliches Geflecht aus Missständen und Untätigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentlicher Grund für das hohe Unfallaufkommen ist die mangelnde Abschreckungskraft der bestehenden Strafen. Die Geldstrafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen und gefährliches Fahren haben auf Wohlhabende kaum eine abschreckende Wirkung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mangelnde Abschreckung: Wenn Strafen nicht immer wirken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele, die sich die “Strafen leisten können”, haben schlicht keine Angst davor, da sie die geringen Beträge ohne weiteres bezahlen können. Die niedrigen Strafen senden die Botschaft, dass Regelverstöße nicht ernsthaft geahndet werden, sondern als ein kalkuliertes Risiko betrachtet werden können – eine erschreckende Haltung, die das Leben Unschuldiger gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Defizit des usbekischen Verkehrssystems ist das Fehlen eines Punktesystems für wiederholte Verkehrsverstöße. Ein solches System, bei dem nach einer bestimmten Anzahl von Verstößen der Führerschein entzogen wird, existiert in vielen Ländern (u.a. auch in Deutschland), in Usbekistan jedoch bisher nicht. Es könnte dazu beitragen, Wiederholungstäter aus dem Verkehr zu ziehen und somit die Straßen sicherer zu machen. Doch solange die rechtlichen Rahmenbedingungen dies nicht zulassen, bleibt auch die Verantwortungslosigkeit vieler Fahrer ungeahndet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Medien als Bühne für gefährliche Fahrmanöver</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besorgniserregender Trend ist die Darstellung riskanter Fahrmanöver durch Influencer und Prominente, die ihre Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung stolz auf Social-Media-Plattformen präsentieren. So veröffentlichte vor zwei Monaten eine bekannte usbekische Bloggerin ein Video, in dem sie mit hoher Geschwindigkeit Zickzack durch den Verkehr rast. Laut der usbekischen Nachrichtenplattform <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/09/29/shashki/"><em>Gazeta.uz</em></a> wurde die Bloggerin wegen dieses gefährlichen Verhaltens von den Behörden verhört. Aus dem <a href="https://t.me/davletovuztw/2171">Selbstbezichtigungsvideo</a> (Link auf Telegram, Anm. d. Red.) der Bloggerin geht keine Reue für ihr Vergehen hervor – sie sprach lediglich von einer „Leidenschaft“, die sie zu ihrem Verhalten getrieben habe. Mit Krokodilstränen entschuldigt sie sich bei ihren Followern, wie es sich in solchen Situationen gehört. Die Strafe: 3,4 Millionen usbekische Sum (rund 240 Euro). Eine Summe, die durch ein bis zwei Instagram-Werbestories abgedeckt werden könnte​.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch usbekische Stars wie der Popsänger Jahongir Otajonov tragen durch ihr Verhalten zur Verharmlosung von Verkehrsverstößen bei. In einem im Oktober dieses Jahres veröffentlichten Video auf seiner <a href="https://www.instagram.com/reel/DApuoA-ti2C/?igsh=MTd3MTFyYWk5NWN0NQ==">Instagram-Seite</a> beschleunigte Otajonov sein E-Auto mit dem Handy in der Hand auf 195 km/h, obwohl die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 100 km/h liegt. Solche Vorfälle sind keine Einzelfälle, sondern symptomatisch für eine gefährliche Kultur der Regelmissachtung auf den Straßen Usbekistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Vorfälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Das usbekische Segment der sozialen Medien ist voll von zur Schau gestellten Missachtungen der Straßenverkehrsordnung. Für junge Menschen, die ihren Vorbildern in den sozialen Medien folgen, kann dies fatale Folgen haben. Die Behörden stehen hier vor der dringenden Herausforderung, das Verbreiten solcher gefährlichen Inhalte konsequenter zu verfolgen und Verstöße nicht nur mit Geldstrafen, sondern auch mit härteren rechtlichen Konsequenzen zu ahnden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verkehrsunfälle in Zahlen: alarmierende Daten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vergleich der Verkehrsunfallzahlen in Usbekistan und Deutschland offenbart eine dramatische Diskrepanz. Trotz der weit höheren Einwohnerzahl und Anzahl an registrierten Verkehrsunfällen in Deutschland sterben auf den Straßen der Bundesrepublik vergleichsweise weniger Menschen als in Usbekistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 wurden in Usbekistan <a href="https://senat.uz/ru/events/post-1844">9839 Verkehrsunfälle</a> registriert, bei denen 2282 Menschen ums Leben kamen. In Deutschland, das mit rund 84 Millionen Einwohnern fast doppelt so viele Einwohner hat wie Usbekistan mit rund 36 Millionen, ereigneten sich im gleichen Zeitraum <a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_261_46241.html">2,5 Millionen Verkehrsunfälle</a>, bei denen 2839 Menschen ums Leben kamen. Betrachtet man die Unfallzahlen in Relation zur Bevölkerungsanzahl, ergibt sich ein klares Bild: In Deutschland kamen durchschnittlich etwa 3,4 Menschen pro 100.000 Einwohner bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Usbekistan hingegen etwa 6,3 Menschen pro 100.000 Einwohner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Anteil tödlicher Unfälle zeigt einen deutlichen Unterschied. Während in Deutschland bei 2,5 Millionen Unfällen 2839 Menschen starben, was etwa 0,11 Prozent der Unfälle betrifft, endeten in Usbekistan 23,2 Prozent aller gemeldeten Unfälle tödlich. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass möglicherweise nicht alle Verkehrsunfälle in Usbekistan registriert werden. Besonders kleinere Unfälle ohne schwerwiegende gesundheitliche oder materielle Schäden werden oft nicht bei den Behörden gemeldet, da sich die Beteiligten häufig vor Ort über Reparaturkosten und andere Details einigen. Nichtsdestotrotz sind die Zahlen katastrophal hoch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine unterfinanzierte und marode Verkehrsinfrastruktur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben menschlichem Fehlverhalten spielt auch die marode Verkehrsinfrastruktur in Usbekistan eine große Rolle für die hohe Zahl an tödlichen Verkehrsunfällen. Viele Straßen befinden sich in einem schlechten Zustand, was nicht nur das Risiko von Unfällen erhöht, sondern auch die Möglichkeiten der Fahrer einschränkt, sich sicher zu verhalten. Schlaglöcher, fehlende Fahrbahnmarkierungen und unzureichende Beleuchtung sind häufige Probleme, besonders in ländlichen Regionen, die durch Unterfinanzierung und vernachlässigte Instandhaltung noch verschärft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der Unterfinanzierung geht dabei oft mit <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2022/11/15/sirdaryo/">Korruption einher</a>. Gelder, die eigentlich für die Verbesserung und den Ausbau der Infrastruktur vorgesehen sind, verschwinden häufig in den Taschen korrupter <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/02/27/uzavtoyolbelgi/">Beamter und Unternehmer</a>. Dies führt dazu, dass notwendige Reparaturen und Modernisierungen auf der Strecke bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein langer Weg zur Verkehrssicherheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderung, die Straßen Usbekistans sicherer zu machen, erfordert die gemeinsame Anstrengung von Regierung, Gesellschaft und jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer. Nur eine Kombination aus härteren Strafen, besseren Straßenbedingungen und einem gestärkten Bewusstsein für die Bedeutung von Verkehrsregeln kann langfristig eine positive Veränderung bewirken. Solange das System jedoch keine ernsten Konsequenzen für Verkehrsverstöße vorsieht und die Infrastruktur in einem desolaten Zustand bleibt, wird die Zahl der Verkehrstoten in Usbekistan wohl weiterhin hoch bleiben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Makhkam Khamidov, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/toedliche-strassen-die-alarmierende-unfallbilanz-in-usbekistan/">Tödliche Straßen: Die alarmierende Unfallbilanz in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/toedliche-strassen-die-alarmierende-unfallbilanz-in-usbekistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
