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	<title>juliat, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>„Und woher kommst du so?“ Wie man nach Usbekistan zieht, ohne enttäuscht zu werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2021 10:24:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einmal nach Zentralasien, und nicht wieder zur&#xFC;ck? Drei Familien, die nach Usbekistan ausgewandert sind, erz&#xE4;hlen von Vorteilen, Stereotypen, und Schwierigkeiten im usbekischen Alltag. Der Artikel erschien am 8. Februar 2021 bei Hook, wir &#xFC;bersetzen ihn in gek&#xFC;rzter Form mit freundlicher Genehmigung. Neue Heimat: Usbekistan Lange Zeit war Usbekistan ein ziemlich verschlossenes Land mit starrem Regime, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/und-woher-kommst-du-so-wie-man-nach-usbekistan-zieht-ohne-enttaeuscht-zu-werden/">„Und woher kommst du so?“ Wie man nach Usbekistan zieht, ohne enttäuscht zu werden</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einmal nach Zentralasien, und nicht wieder zurück? Drei Familien, die nach Usbekistan ausgewandert sind, erzählen von Vorteilen, Stereotypen, und Schwierigkeiten im usbekischen Alltag. Der Artikel erschien am 8. Februar 2021 bei </strong><a href="https://old.hook.report/2021/02/sam-otkuda-brat/"><strong>Hook</strong></a><strong>, wir übersetzen ihn in gekürzter Form mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>



<h5><strong>Neue Heimat: Usbekistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit war Usbekistan ein ziemlich verschlossenes Land mit starrem Regime, doch in den letzten Jahren hat sich die Situation deutlich verbessert. Reformen des Finanz- und Steuersystems haben das Investitionsklima positiv beeinflusst. So erachten bereits heute einige internationale Firmen die Region als vorteilhaften Wirtschaftsstandort. Doch es fehlen hochqualifizierte Arbeitskräfte. Die Nachfrage an Führungspersonen, ManagerInnen, GeologInnen, IngenieurInnen, sowie Öl- und GasarbeiterInnen ist besonders groß. Die Gesetzgebung fördert daher seit einigen Jahren die Beschäftigung von AusländerInnen, etwa durch die Senkung der Einkommenssteuer, die Abschaffung eines Genehmigungsverfahrens und die Fristerweiterung des Arbeitsvertrags auf drei Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-stellt-fast-eine-milliarde-euro-zur-unterstuetzung-seiner-wirtschaft-bereit/">Usbekistan stellt fast eine Milliarde Euro zur Unterstützung seiner Wirtschaft bereit</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das milde Klima und die relativ geringen Lebenserhaltungskosten erscheinen vielen attraktiv. Aber ist es das Leben in Usbekistan auch? <a href="https://hook.report/2021/02/sam-otkuda-brat/">Hook</a> hat drei Expat-Familien zu ihren Erfahrungen befragt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.flickr.com/photos/stahlbauer/5645729111/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="669" class="wp-image-25747" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/5645729111_32d78e8908_b-1.jpg" alt="" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/5645729111_32d78e8908_b-1.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/5645729111_32d78e8908_b-1-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/5645729111_32d78e8908_b-1-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/5645729111_32d78e8908_b-1-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>



<h5><strong>„Es steckt noch in den Nullerjahren fest“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine belarussische Familie, die mit ihren drei Kindern seit fünf Monaten in Taschkent</em> <em>lebt, erzählt von ihren Erfahrungen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann hatte ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma mit Sitz in Usbekistan. Am Anfang nahmen wir das Angebot nicht wirklich ernst. Wir wussten kaum etwas über das Land, und was wir wussten – ein zentralasiatisches Land mit altertümlichen Traditionen, heißem Klima und vielen Trockenfrüchten– hatten wir von Wikipedia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Eindruck war ziemlich merkwürdig. Wir hatten das Gefühl, 15 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein und der harte Kontrast in vielen Bereichen verblüffte uns. Da waren prunkvolle Paläste auf der einen und verfallene Wohnviertel auf der anderen Seite. Die Gehälter sind niedrig, während die Preise für alles sehr hoch sind und man kann zahlreiche Kleinwägen aus eigener Produktion direkt neben Premiummarken sehen. Der Unterschied war deutlich spürbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obst und Gemüse schmecken hier wirklich hervorragend, aber in Belarus kann man mittlerweile auch alles kaufen, daher ist dieser Aspekt nicht der wichtigste. Das Klima ist ziemlich hart für uns – die trockene Luft, der Staub, die extremen Temperaturschwankungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie muss Usbekistan sich in drei Bereichen weiterentwickeln: der Infrastruktur, dem Dienstleistungs- sowie dem Bildungssektor. Das niedrige Bildungsniveau stimmt uns besonders traurig, denn nur durch gute Bildung kann ein starker und wohlhabender Staat entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir drei Dinge über Usbekistan sagen müssten, wären das „es steckt noch in den Nullerjahren fest“, „belebter und aufstrebender Markt“ und frei nach dem Kultfilm <em>Weiße Sonne der Wüste</em>: „Der Orient verlangt Feingefühl.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan</strong>: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/die-weisse-sonne-der-wueste-sowjetischer-western-aus-turkmenistan/">Die weiße Sonne der Wüste – sowjetischer Western aus Turkmenistan</a></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<h5><strong>„Man darf Tourismus nicht mit Migration verwechseln“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine Familie aus Litauen mit zwei Kindern, die seit einem halben Jahr in Taschkent lebt, berichet:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich das erste Mal in Taschkent ankam, war es gerade Mai. Alles war grün und die Sonne schien am Himmel, als gäbe es in diesem Land niemals Wolken. Das war mein erster Eindruck und mir fiel sofort ins Auge, wie die Stadt blühte und wie sauber sie war. Ich bin schon in verschiedenen Ländern in Asien gewesen und kann deshalb mit Sicherheit sagen, dass Taschkent eine der saubersten Städte ist, die ich je besucht habe. Außerdem fühlt man sich hier sehr sicher und kann beruhigt alleine spazieren gehen. Das einzige was man hört, ist ein freundliches „Schwester“ zur Begrüßung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-kampf-gegen-den-muell-geht-weiter/">Usbekistan: Der Kampf gegen den Müll geht weiter</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor unserem Umzug wusste ich leider nur den Namen der Hauptstadt und einige Fakten aus den Erzählungen meines Vaters. Er ist 1980 nach Usbekistan gereist, und bis heute erzählt er mit Freude von dem ausgezeichneten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pilaw">Plov</a> mit Pfirsichblättern <em>[usbekisches Nationalgericht, Reis mit Lammfleisch und Gemüse, Anm.d.Red], </em>das er damals in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andijon">Andischan</a> gegessen hatte. Auch meine Bekannten, denen ich von unserem Umzug berichtete, wussten nicht viel mehr über das Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie haben wir uns dazu entschieden, auszuwandern, weil es für die Karriere meines Ehepartners wichtig war. Die restlichen Gründe waren viel emotionaler: Das Land hatte uns verzaubert. Es war entspannt, mit freundlichen Menschen, gutem Wetter und wunderbaren Bergen, die nur eine Autostunde entfernt von der Hauptstadt liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Alltag dann eintrat, mussten wir unsere rosarote Brille etwas anpassen. Ich erinnere mich an eine ältere Anekdote, die in den Worten mündet: „man darf Tourismus nicht mit Migration verwechseln“. Ich bemerkte zum Beispiel, wie die Leute die Preise für ihre Waren und Dienstleistungen nach oben trieben, kurz nachdem sie gesagt hatten &#8222;ihr seid doch Gäste in unserer Stadt&#8220;. Und wenn man sich mit Einheimischen verabredet, sollte man mit mindestens einer Stunde Vespätung rechnen, und damit, dass der Begriff „morgen“ relativ ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis heute ist es für mich ungewohnt, auf dem Markt zu verhandeln, daher ziehe ich es vor, in Geschäften einzukaufen. Aber natürlich sind das alles Kleinigkeiten im Vergleich zu der enthusiastischen und guten Stimmung der Einheimischen. Naja, nur wenn sie sich hinters Steuer setzen ändert sich ihre Stimmung plötzlich. Dann ist es auf den Straßen so, als würden sie an der Formel 1 teilnehmen, nur welchen Preis es zu gewinnen gibt, weiß niemand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, der Staat sollte mehr auf die Menschen und deren Bedürfnisse achten. Ein weiteres problematisches Thema ist die Umwelt, es gibt hier einen unglaublich hohen Plastikverbrauch. Jedes gekaufte Produkt wird in einen separaten Plastikbeutel verpackt, und das nur, damit es besser hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Dinge, die ich sehr an Usbekistan schätze. Ich finde es fantastisch, dass ich die zentralasiatische Kultur kennen lernen darf. Es ist eine einzigartige Chance, die Städte der Seidenstraße und historische Artefakte mit eigenen Augen zu sehen, und sich mit Kunstwissenschaftlern auszutauschen. Und die Teppiche und selbstgemachten Stoffe sind einiges wert! Ich verpasse keine Chance, mich mit den Herstellern zu unterhalten, um von ihrem Handwerk, ihrer Kreativität und ihrem Leben zu erfahren. Ein interessanter Fakt, der unsere beiden, auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen, Regionen vereint: Zu Sowjetzeiten wurden usbekische Handwerker oft in den baltischen Staaten in die Geheimnisse der Keramik eingeweiht. Aus diesem Grund erkenne ich, wenn ich die eleganten Tonskulpturen in Taschkents Museen betrachte, gewisse Merkmale meiner Heimatkultur wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich Usbekistan in drei Worten beschreiben müsste, wären das: Schnelligkeit, Aufrichtigkeit und Authentizität.</p>


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<h5><strong>„So ist Zentralasien, Kinder. Nehmt es nicht persönlich.“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eine vierköpfige Familie aus Israel, die vor vier Jahren aus Karrieregründen nach Taschkent zog</em>,<em> teilt ihre Erfahrungen: </em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wussten damals wenig über Usbekistan, hatten nur eine Art zusammengesetztes Bild vor Augen: ehemalige Sowjetrepublik, die Männer tragen dort die <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Тюбетейка">typisch usbekischen Kappen</a> und Frauen <a href="https://uzbekistan.travel/de/p/locken-und-zöpfe-das-geheimnis-schöner-haare">flechten sich vor der Hochzeit 40 Zöpfe</a>. Ah, und natürlich die Melonen! Die ältere Generation weiß mehr über Usbekistan, meine Eltern lächelten geheimnisvoll: „So ist es in Zentralasien, Kinder. Nehmt es nicht persönlich“, sagten sie über die einzigartige Mentalität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man erinnert sich jetzt nicht mehr an alles, und auch die Mentalität, von der meine Eltern sprachen, die unterschiedlichen alltäglichen Situationen und der Mangel an Waren und Produkten erscheinen mir jetzt wie aus einer fernen Vergangenheit. Vor vier Jahren war Taschkent eine völlig andere Stadt. Vor allem hat sich das Sortiment in den Geschäften zu 90 Prozent gewandelt, sodass man nun auch Importprodukte kaufen kann. Als Taschkent sich veränderte, haben auch wir uns verändert. Dinge, die uns vorher fremd waren, wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaschk">Kurt</a>, stellen heute einen unverzichtbaren Teil unseres Lebens dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch heute gibt es oft Momente, in denen wir verwirrt sind. Wir haben bemerkt, dass die junge Generation im Gegensatz zu den Älteren schlecht Russisch spricht. Das ist besonders im Dienstleistungssektor problematisch. Daraus ergaben sich schon viele amüsante Situationen. Ich finde, man sollte die russische Sprache nicht verlernen. Außerdem leben wir bis heute in einer Art Informationsvakuum. Man sollte meinen, es sollte kein Problem sein, an Informationen zu gelangen, aber hier stellt es sich doch als kompliziert heraus, in kurzer Zeit zum Beispiel zu einer Veranstaltung zu gelangen, die zum Unabhängigkeitstag Usbekistans geplant wurde. Ein solcher Tag ist für uns eine gute Gelegenheit, ein Wochenende rauszukommen, und Feste und Veranstaltungen zu besuchen. Man findet zwar Informationen dazu, aber wo genau und zu welcher Zeit die Feiern stattfinden, und wie sie ablaufen werden – das steht nirgends. Es herrscht hier ein großes Problem mit dem Zugang zu qualitativer Information und richtig dargestellten Inhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan in drei Worten: Hitze, Plov und Chancen</p>



<h5><strong>Jede Geschichte unterscheidet sich </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Familie hat ihre eigene Geschichte zum ersten Eindruck, der Widerlegung von Stereotypen und dem Eintauchen in das wahre Leben des Landes. Usbekistan ist kein Paradies auf Erden, wie es Touristenführer darstellen, aber auch nicht so schlecht, wie es uns Einheimischen manchmal erscheint. Es gibt Probleme, die es unbedingt zu lösen gilt, aber auch Vorteile, die man nicht unterschätzen darf. Um objektiv zu bleiben, tut es manchmal gut, ein Land mit den Augen eines Fremden zu betrachten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph" style="text-align: right;"><strong>Hook</strong><br /><strong>Aus dem <a href="https://old.hook.report/2021/02/sam-otkuda-brat/">Russischen</a> von Julia Tappeiner</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Weibliches Kino aus Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 12:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Filme aus Zentralasien lohnt es sich zu schauen. Allein schon deshalb, weil sie von Regisseurinnen gemacht wurden. Der Artikel erschien bei Asia-Plus am 26. September, anl&#xE4;sslich des feministischen Online-Festivals FemAgora. Wir &#xFC;bersetzen den Text zusammengefasst mit freundlicher Genehmigung. Vom 21.-26. September stellten die Organisatoren des feministischen Festivals FemAgora Filme weiblicher Regisseurinnen aus Zentralasien und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Diese Filme aus Zentralasien lohnt es sich zu schauen. Allein schon deshalb, weil sie von Regisseurinnen gemacht wurden. Der Artikel erschien bei <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200926/filmi-iz-tsentralnoi-azii-kotorie-stoit-posmotret">Asia-Plus</a> am 26. September, anlässlich des <a href="https://femagora.org/cinema">feministischen Online-Festivals FemAgora</a>. Wir übersetzen den Text zusammengefasst mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Vom 21.-26. September stellten die Organisatoren des feministischen Festivals <a href="https://femagora.org/cinema">FemAgora</a> Filme weiblicher Regisseurinnen aus Zentralasien und Deutschland auf ihre Webseite. Zu erschwinglichen Preisen konnte man sich 23 Spiel- und Dokumentarfilme anschauen. Anschließend fanden Diskussionen mit den Regisseurinnen auf Facebook und Youtube statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/femagora-zentralasiatische-feminismen-werden-lauter/">FemAgora, Feminismen in Zentralasien werden lauter</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gezeigt wurden frische und interessante Werke. Doch nicht weniger interessant und offen waren die Diskussionen über weibliches Kino. Der Kurator der Filmsektionen Moldiıar Ergebekov etwa sprach mit den Regisseurinnen über die Rolle der Frauen im zentralasiatischen Kino. &nbsp;„<em>Ich zitiere Debra Zimmerman, Vorsitzende der amerikanischen Non-profit Organisation <a href="https://www.wmm.com/">Women makes movie</a></em>“, beginnt Katerina Zuvorova, unabhängige Filmemacherin und Vorsitzende eines Studios für Dokumentarfilme aus Kasachstan, „<em>Zimmermann sagt, dass Männer aufgrund ihrer privilegierten Posten in vielen Situationen Geschichten über Männer gut erzählen können. Frauen aber, die nicht solche Privilegien besitzen, kennen beides gut. Weibliche Autorinnen besitzen eine größere Objektivität und Mitgefühl gegenüber bestimmten Helden oder Themen</em>“. </p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">An der Diskussion nahm auch die Regisseurin des Dokumentarfilms „Entfremdung“ Begim Dscholudbaj Kysy aus Kirgistan teil. In ihrem Film erzählt sie über die rein männliche Welt im Leben von Schäfern. „<em>Mir ist diese Welt wohl bekannt, ich kenne den Helden des Films seit meiner Kindheit und kann daher seine wahre Geschichte erzählen</em>“, sagt Dscholudbaj Kysy.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Bei der Diskussion erklärten die Regisseurinnen außerdem ihren Blick auf die Dokumentationen: „<em>Mir war es wichtig das zu dokumentieren, was jetzt passiert</em>“, erklärt Zuvorova. und weiter: „<em>Kann sein, dass es im Moment nicht modern oder populär ist. Aber mir gefallen mehr jene Leute, die nicht im Rampenlicht stehen. Das können Alte sein, die Bücher sammeln: Solange wir nicht ihre Geschichte erzählen, kennt sie niemand. Als wir den Film „Morgen das Meer“ drehten, war ein 86-jähriger dabei, ich war damals noch jung und hatte andere Prioritäten. Aber Fakt ist, dass wir mit dem Film sein Leben eingeprägt, und somit das Bild dieses Menschen bewahrt haben, der mal gelebt hat. Heute ist mir das sehr wichtig. Die Leben von Menschen in Dokumentarfilmen einzufangen, das wertschätze ich heute sehr</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wenn-frauen-eine-stimme-fordern/">Usbekistan: Wenn Frauen eine Stimme fordern</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Makhpora Kirimova aus Tadschikistan, Journalistin und Autorin des aufsehenerregenden Dokumentarfilms „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=F8JGRWsR4bg&amp;t=192s">Mardikor</a>“ [<em>auf tadschikisch Handwerker; Anm. d. Red.], </em>findet, das Wichtigste an Dokumentarfilmen sei ihre soziale Komponente: „<em>Ich fühle mich nicht als Regisseurin, denn Dokumentationen sind für mich die Fortsetzung journalistischer Arbeit, nur in größerem und komplexerem Format. In meinem Empfinden als Journalistin, gehört es nicht zu den primären Aufgaben, Ereignisse und Fakten zu beschreiben. Für mich muss eine Dokumentation auch ein sozial sinnvolles Produkt sein, dazu gehört nicht nur, eine Situation zu beschreiben, sondern auch, sie zu beeinflussen</em>“. Makhpora erzählt wie nach ihrem ersten Dokumentarfilm über die weibliche Handwerkerin, hunderte von TadschikInnen begannen, der Hauptfigur ihres Films zu helfen. Mit dem Geld konnte die Frau nicht nur Nahrungsmittel und Kleider besorgen; die Hilfen ermöglichten es ihr, einen Beruf zu erlernen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/">AktivistInnen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“</a></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">„<em>Diese Frauen haben keine Ausbildung. Wenn sie ohne Mann bleiben, müssen sie daher auf den Handwerker-Märkten arbeiten. Dort übernehmen sie jegliche Aufgabe- Graben, Putzen, und arbeiten für eine Kopeke [ca. einen Cent, Anm.d.Red.]. Ab Oktober wird nicht nur die Heldin meines Films, sondern viele andere Frauen des Handwerkermarktes lernen, einen Beruf auszuüben und ihr eigene Business aufzumachen, damit sie für sich und ihre Kinder sorgen können- darum kümmert sich eine soziale Organisation, und eine weitere stellt ihnen Stipendien zur Verfügung, damit sie die Ausbildung machen könne, ohne sich darüber sorgen zu müssen, wie sie in der Zwischenzeit ihre Kinder ernähren</em>“, erzählt Makhpora weiter.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zuvorova fügt hinzu, dass beim Festival Gelder gesammelt wurden, die für soziale Projekte eingesetzt werden können: „<em>Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich, und das ist richtig. Die Arbeit hier braucht genauso viel Kraft, wie die Arbeit am Film selbst. Unseren Autorinnen ist es daher wichtig zu wissen, dass Gelder für soziale Kampagnen gesammelt, und dem Land bereitstellt werden können. Bereits während der Arbeit am Film kann man sich mit den sozialen Organisationen verbinden, sodass diese nach Veröffentlichung des Films weiter fortbestehen können</em>“, empfiehlt Zurova.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">„<em>Ich war nicht wirklich vorbereitet auf das, was folgte</em>“, sagt Makhpora. „<em>Ich dachte, ich würde den Film beenden und mich dann daran machen, eine andere Geschichte zu erzählen. Aber am Ende verbrachte ich noch einen Monat damit, mit den Heldinnen meines Films zu arbeiten, auch nachdem die Doku schon in den Kinos erschienen war.</em>“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lilya Gaizina </strong><br><strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200926/filmi-iz-tsentralnoi-azii-kotorie-stoit-posmotret">Asia-Plus</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Julia Tappeiner</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ehe im Interesse des Staates &#8211; Rezension einer Broschüre für Ehefrauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 11:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend Kasachstan &#xFC;ber die Entwicklung der Gleichstellung der Geschlechter berichtet, erhalten dutzende von Projekten, die zur Unterdr&#xFC;ckung der Frauen in der Ehe beitragen, finanzielle Unterst&#xFC;tzung aus dem Staatshaushalt. Darunter das Projekt des Sozialfonds Zentrum f&#xFC;r integrierte Unterst&#xFC;tzung von Familien: Familienakademie, das die Institution Familie und deren Werte st&#xE4;rken will. A&#x131;sulu To&#x131;shibekova hat sich deren Brosch&#xFC;re [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Während Kasachstan über die Entwicklung der Gleichstellung der Geschlechter berichtet, erhalten dutzende von Projekten, die zur Unterdrückung der Frauen in der Ehe beitragen, finanzielle Unterstützung aus dem Staatshaushalt. Darunter das Projekt des Sozialfonds <em>Zentrum für integrierte Unterstützung von Familien</em>: <em>Familienakademie, </em>das die Institution Familie und deren Werte stärken will. Aısulu Toıshibekova hat sich deren Broschüre angeschaut und geriet dabei in Rage. Ihre Analyse für </strong><strong><a href="https://vlast.kz/books/39799-brak-v-interesah-gosudarstva.html">Vlast.kz</a></strong><strong> übernehmen wir mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist eine weitere Gehirnwäsche für junge Frauen: Die Broschüre <a href="https://zhetysu.gov.kz/ru/for-your-info/brak-delo-khitroe-.html?fbclid=IwAR1s-8R8qT2jbswaLvZ5Y9Di2M6-hCmS8LA_IHnyLgFnlLIDB4UmpnFJHGQ">„Ehe- eine knifflige Angelegenheit. Wählen Sie ihren Partner fürs Leben!“</a> von Madina Baıbolova. Sie wurde mithilfe staatlicher Gelder herausgegeben und auf der offiziellen Seite des Landes platziert, wo sie ihre Sichtweise zur Ehe und Familie anbietet, und die damit zusammenhängende Rolle und Verantwortung der Frau (welche laut der Broschüre riesig ist).&nbsp; Die Botschaft ist an junge Frauen gerichtet, <em>„welche ihre zweite Hälfte finden und eine starke Familie aufbauen möchten, sowie an alle, die allgemeine Fragen zum Thema Ehe und Familie haben.“</em> Was auch immer in dem Vorwort steht, es ist vollkommen offensichtlich, dass die Autorin sich ausschließlich mit einer Position an die Mädchen richtet, die besagt, was sie zu tun haben, um in eine erfolgreiche Ehe einzusteigen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Ich muss dabei erwähnen: Die Broschüre besagt, dass die Ehe nicht das Ziel des ganzen Lebens sein sollte und sich nach der sprichwörtlichen Alterszensur <em>„die Uhr tickt schon“</em> orientieren sollte. Dennoch würde deren Inhalt kaum einer Kritik aus feministischer Perspektive standhalten. Und hier sind die Gründe dafür.</p>
<p><strong><em>„Männer, von Natur aus Jäger</em>&#8230;&#8220;</strong></p>
<p style="text-align: justify">Jede Seite der Broschüre behandelt ein eigenes Thema darüber, wie Frauen sich auf die Ehe vorbereiten können. Demnach muss ein Mädchen eine ganze Liste an Kriterien erfüllen, um der Liebe eines Mannes würdig zu sein und heiraten zu können. Die Leserin wird sofort gefragt, was sie in eine Ehe mitbringen kann, und es als eine Analogie zur Arbeitsvermittlung zu sehen. Menschliche Eigenschaften, wie etwa Weisheit, Fürsorglichkeit und Güte seien dabei stets zu kultivieren, während Unreife, Unartigkeit und Egoismus von vorn herein zu bekämpfen seien.</p>
<p style="text-align: justify">Zur zweiten Kategorie gehören laut der Autorin die Millenials <em>[junge Generation, um die Jahrtausendwende geboren. Also heute 15-30-Jährige, Anm. d. Red.], </em>welche sie für eine verwöhnte und selbstverliebte Generation hält, die sich nicht um andere kümmert. Damit nivelliert Baıbolova deren Glauben an sich selbst und an die unbegrenzten Möglichkeiten, die vor ihr liegen. &nbsp;<em>„Die Leute haben es verlernt, die Rechte der anderen zu respektieren, während sie weiterhin fordern, selbst respektiert und verstanden zu werden,“ </em>schreibt Baıbolova in einer Broschüre, in der sie selbst Frauen vorschreibt, wer sie zu sein hätten. Die Broschüre stellt sich als einseitig heraus und nur einer Seite nützend: natürlich jener der Männer und deren Eltern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wo-die-rosen-wachsen-ein-interview-mit-almagul-menlibaeva/">Wo die Rosen wachsen – ein Interview mit Almagul Menlibaeva</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach ihrem Bericht über die Millenials, fällt die Autorin ein unerfreuliches Urteil: <em>„Statistiken über das Ende von Ehen fallen besonders traurig unter jungen Absolventen renommierter Universitäten aus, deren Eltern alles für sie getan haben, jedoch vergessen haben, ihnen zu erklären, dass sie nicht im Zentrum des Universums stehen.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Das eigentlich Traurige ist aber nicht die Erfahrung dieser jungen Menschen, die sich für eine Scheidung entscheiden, sondern, dass die Autorin jungen Mädchen einredet, sie müssten alles erdulden und sich vor ihren Ambitionen fürchten, und stattdessen versuchen, eine bessere Ehefrau zu werden. Im Verlauf der neunzehn Seiten über die Kelin (Braut im ersten Ehejahr, Anm. d. Red.) zeichnet Madina Baıbolova ein Bild von sphärischen Männern im Vakuum, um die sich jedes Mädchen wie um ein Ideal bemühen muss, und welchen es natürlich in allem genügen muss.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gulshara-abdiqaliqova-wird-erste-gouverneurin-in-kasachstan/">Gulshara Ábdiqaliqova wird erste Gouverneurin in Kasachstan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Und was wäre eine Gehirnwäsche ohne dabei das Thema der Weiblichkeit und Zärtlichkeit sowie esoterisches Geplänkel über die Energie des Männlichen und Weiblichen? All das findet man hier im Überfluss. Zum Beispiel: Wenn ihr die Tür zu euch hin öffnet, ohne dabei zu warten, dass es ein Mann für euch tut, dann seid ihr nicht weiblich genug; Männer fühlen diese Energie, denn sie sind der Jäger, Frauen hingegen nicht: <em>„Männer, von Natur aus Jäger, bemerken die Frau, bevor sie sie bemerkt. Das gibt ihnen die Fähigkeit, schnell zu bewerten, wie die Frau sich im Leben verhält (wie sie aussieht, spricht, sich anzieht, welche Menschen ihr nahestehen). Gefällt ihm nicht, was er sieht, so offenbart er sich nicht in ihrem Energiefeld, und umgeht es unentdeckt. Denn ein guter Mann bewahrt sein Glück für diejenige auf, die ihn glücklich machen kann. Erinnert euch stets daran!“</em></p>
<p><strong>Ehe als ein ungleiches Tauschgeschäft</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit ihrer Absurdität löste die Broschüre einen Sturm an negativen Emotionen aus. Die Broschüre ist im Jahr 2020 nicht mehr aktuell (genauso wenig wie in den letzten Jahrzehnten), denn das Wesen familiärer Beziehungen zwischen Frauen und Männern wird hier auf Handelsbeziehungen mit Tauschcharakter reduziert, in denen die Frau immer die niedrigere Position gegenüber dem Mann einnimmt. Der erniedrigende Ton, mit dem die Autorin jungen Mädchen lehrt, wie sie sich ihrem Mann anpassen können, trifft unseren Alltag. Ihr wisst das, so wie ihr wisst, dass zwei und zwei, vier ergibt. Entsprich den Vorgaben, arbeite an dir, setz dich durch, sei angenehm und geduldig- nur so wirst du dein Recht auf Liebe erhalten. Und wenn ihr mit diesen Dingen Erfolg habt, dann beginnt euer persönlicher Lauf um die sieben Kreise der feministischen Hölle erst, denn ist die Ehe erst mal abgeschlossen, muss die Frau für zwei arbeiten: weich sein, geduldig sein, sexuell sein, immer bezaubernd aussehen und bereit sein, die Ideen des Ehemannes zu bewundern, und dabei mit offenem Herzen und Seele auf seine Verwandten warten, auch um zwei Uhr Nachts.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-erstmals-feministische-kundgebung-genehmigt/">Kasachstan: erstmals feministische Kundgebung genehmigt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Madina Baıbolova schreibt allen Ernstes, Mädchen sollen dem Mann zuliebe ihre professionellen Ambitionen vergessen und stattdessen als Freelancer tätig sein, um weniger zu arbeiten und mehr Zeit dem Haushalt zu widmen: <em>„Die optimale Option für Ehefrauen ist es heutzutage, als Freelancer über das Internet zu arbeiten, im Instagram-Geschäft, in der Beratung, und sonstige Arbeiten, die einen flexiblen Zeitplan erlauben. So kann der Ehemann zu einer Frau nachhause kehren, die voller Vorfreude auf ihn gewartet und das Essen zubereitet hat, und nicht zu einem Kameraden, der ebenso erst vom Schlachtfeld zurückgekehrt ist.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Sowohl durch die Blume als auch direkt erklärt die Autorin jungen Mädchen, dass eine Scheidung schlecht ist, denn die Ehe soll einmalig sein und für immer bestehen. Solche Moralpredigten sind beliebt im Land, aus diesem Grund erhält man dafür ordentliche Zuschüsse aus den Staatskassen. Ich erinnere an den Sozialfond <em>Zentrum für integrierte Unterstützung von Familien</em>: <em>Familienakademie, </em>welcher nicht nur diese, sondern auch andere Broschüren hervorbrachte. Die <em>Union der Krisenzentren Kasachstans </em>erhielt ebenso eine <a href="https://cisc.kz/ru/materials/478">Finanzierung im Wert von rund 300 Mio. Tenge</a> (rund 663.000 Euro<em>)</em>, für die Eröffnung eines psychologischen Zentrums, das Ehepaare vor der Scheidung noch umlenken und zur Versöhnung bringen soll. Das Ziel des Projekts: Scheidungsraten nach unten bringen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aktivistinnen-in-kasachstan-bei-uns-ist-es-schlimmer-eine-feministin-zu-sein-als-ein-dieb-oder-ein-gewalttaeter/">AktivistInnen in Kasachstan: „Bei uns ist es schlimmer eine Feministin zu sein, als ein Dieb oder ein Gewalttäter“</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Scheidung ist kein Selbstzweck und eingetragene Ehen kein Indikator für eine gute Politik, doch der Staat sieht das anders und widerspricht sich selbst – was auf dem Papier steht, ist das eine, und was im wahren Leben passiert, eine ganz andere Sache. In offiziellen Dokumenten, zum Beispiel dem <a href="http://www.akorda.kz/ru/npa-nacionalnoi-komissii">Konzept der Familien-und Geschlechterpolitik der Republik Kasachstan bis 2030</a> steht, dass die zunehmende Gleichstellung zum Wachstum der Verantwortung aller Familienmitglieder <em>„im häuslichen, wirtschaftlichen, moralischen und Sicherheitsbereich“</em> beiträgt. Das heißt, durch dieselben Rechte für alle und eine ausgeglichene Verantwortung, können alle Familienmitglieder ausgewogenere Entscheidungen treffen, welche respektiert werden müssen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie.</p>
<p><strong>Die Scheidungsrate als einziger Erfolgsindikator für den Staat</strong></p>
<p style="text-align: justify">In Wirklichkeit aber sehen wir eine aktive Politik, die das Vorurteil fördert, dass Frauen die größte Verantwortung für den Zusammenhalt der Familie tragen. Wie kann das vereint werden? Durch die Unterstützung ebenjener Projekte. Anstatt eine echte Gleichstellung der Geschlechter zu entwickeln, werden die Kräfte dafür konzentriert Scheidungen zu vermeiden. Zu den Erfolgsindikatoren des Konzepts gehört es, die Anzahl der aufgelösten Ehen bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent zu verringern. Aber die Anzahl der Scheidungen ist nicht die Wurzel des Problems. Das Problem liegt darin, dass die kasachstanische Gesellschaft die Ehe als eine einfache Möglichkeit sieht, die Gesellschaftsleiter nach oben zu klettern.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Anstatt gleiche Möglichkeiten für beide Geschlechter zu schaffen und Frauen zu helfen, sowohl finanziell als auch sozial weniger von ihren Ehemännern und einer Ehe abzuhängen, gibt der Staat Millionen aus, um Scheidungen zu stigmatisieren und so viele Menschen wie möglich durch die Förderung psychischen Drucks einzuschüchtern. Heute erhalten Organisationen Finanzierungen für Projekte, die Geschlechterstereotype verbreiten und Mädchen Sanftmut vermitteln sowie die Bereitschaft, eine passive und dienstleistungsorientierte Rolle innerhalb einer Familie einzunehmen. Das ist sicherlich nicht das, was ich und tausende von Frauen in ganz Kasachstan im Jahr 2030 sehen wollen und der Staat wird das in Kauf nehmen müssen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Aısulu Toıshibekova für <a href="https://vlast.kz/books/39799-brak-v-interesah-gosudarstva.html">Vlast.kz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kreativität dank Corona &#8211; über die Kunstaktion #isoisoljazija</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 18:49:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Isolation]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Au&#xDF;ergew&#xF6;hnliche Zeiten f&#xF6;rdern au&#xDF;ergew&#xF6;hnliche Aktionen. So scheinen die Coronakrise und damit verbundene Isolationsma&#xDF;nahmen die Kreativit&#xE4;t der Menschen sprie&#xDF;en zu lassen. Auch Zentralasien l&#xE4;sst seiner Kreativit&#xE4;t im Internet freien Lauf. &#xDC;ber die Facebook-Kunstaktion #isoisoljazija (#&#x438;&#x437;&#x43E;&#x438;&#x437;&#x43E;&#x43B;&#x44F;&#x446;&#x438;&#x44F;) und was dahintersteckt. In sozialen Netzwerken kursierten in den letzten Wochen zahlreiche lustige Memes und Videos zum Thema Corona, Menschen musizierten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Außergewöhnliche Zeiten fördern außergewöhnliche Aktionen. So scheinen die Coronakrise und damit verbundene Isolationsmaßnahmen die Kreativität der Menschen sprießen zu lassen. Auch Zentralasien lässt seiner Kreativität im Internet freien Lauf. Über die Facebook-Kunstaktion #isoisoljazija (#изоизоляция) und was dahintersteckt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">In sozialen Netzwerken kursierten in den letzten Wochen zahlreiche lustige Memes und Videos zum Thema Corona, Menschen musizierten auf ihren Balkonen, und allerhand sympathische Flashmobs verbreiteten sich im Netz, um die Langeweile während des Corona-Lockdowns zu überbrücken. Humor und Kunst, beides Inseln der Hoffnung und Erleichterung, tragen die Menschen durch diese Zeiten der Unsicherheit und sozialen Isolation.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">So entstand im russischsprachigen Raum ein kreativer Einfall, der nun im Netz viral geht, und sich auch in Zentralasien großer Beliebtheit erfreut. <a href="https://www.facebook.com/groups/izoizolyacia/members/">Isoisoljazija</a> heißt die Facebookseite, die von der Projektmanagerin Ekaterina Brudnaja-Tscheljadinowa am 28. März in Moskau ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich dabei um eine Kunstaktion, bei der Menschen Gemälde berühmter Künstler in ihren eigenen vier Wänden und mit einfachen Haushaltsmitteln nachstellen, fotografieren und ins Netz stellen.</p>
<p><figure id="attachment_21272" aria-describedby="caption-attachment-21272" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-21272" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585.jpg" alt="" width="960" height="960" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-17-59_302585-550x550.jpg 550w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-21272" class="wp-caption-text">Im Rahmen der online Kunstaktion &#8222;Izoizoljazia&#8220; stellen Menschen Gemälde berühmter Künstler nach. Hier das Gemälde &#8222;Tochter eines Schäfers&#8220; des kirgisischen Künstlers S.A. Tschujkow</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Solche „Art Challenges“ gab es zwar schon früher, doch angesichts des aktuellen Lockdowns kommt diese Aktion vielen Menschen gerade jetzt gut gelegen, um sich ihre Freizeit zu vertreiben. Es ist demnach kein Wunder, dass innerhalb eines Monats bereits 570.000 Menschen der Facebook-Seite beigetreten sind, und nun jeden Tag etwa 17.000 künstlerische Fotos dieser Art gepostet werden. Der Name Isoisoljazija bildet sich aus den russischen Worten für „Isolation“ (isoljazija) und dem Kürzel für „Darstellende Kunst“ (isobrasitelnoje iskusstwo).</p>
<p style="text-align: justify">Doch neben ihrer Funktion als Beschäftigung in Zeiten der unfreiwilligen Isolation trägt Isoisoljazija auch dazu bei, Kunst neu zu beleben. Dies betrifft insbesondere Gemälde, die weltweit nicht besonders bekannt sind, wie etwa solche von Künstlern aus Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Internetkunst aus Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Da die Kunstaktion in Moskau entstand, wendet sie sich zwar vor allem an die russischsprachige Bevölkerung, geht aber weit über die Grenzen Russlands hinaus. Mehr als ein Drittel der 570.000 Mitglieder der Facebookseite Isoisoljazjia leben außerhalb von Russland, die meisten von ihnen in der Ukraine (80.000). Die russische Community aus den USA folgt an dritter Stelle mit 41.000 Mitgliedern.</p>
<p style="text-align: justify">Die zentralasiatischen Länder befinden sich zusammengenommen an sechster Stelle mit insgesamt mehr als 12.000 Mitgliedern, und liegen somit einen Platz vor Deutschland. Diese Zahlen können sich jedoch schnell ändern, wie die Organisatoren auf Anfrage Novastans anmerken, denn die Anzahl der Mitglieder wächst von Tag zu Tag.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Museen machen mit</strong></p>
<p style="text-align: justify">In Kirgistan gewann Isoisoljazija besonders an Popularität, nachdem das <a href="https://kaktus.media/doc/411231_izoizoliaciia._k_akcii_prisoedinilsia_myzey_im._gapara_aytieva_i_kyrgyzstancy.html">Gapar-Aitijew-Nationalmuseum für Künste in Bischkek bekanntgab</a>, an der Kunstaktion teilzunehmen. Unter dem Hashtag #AitievDoma (dt.: Aitiev ist zuhause) ermuntert das Kunstmuseum die Menschen dazu, Gemälde aus der Museumssammlung, die in der <a href="http://www.artmuseum.kg/?locale=en">Online-Galerie</a> zu finden sind, auszuwählen, und zuhause nachzustellen. Einige fotografierte nachgestellte Werke lädt das Museum dann auf seiner <a href="https://www.facebook.com/knmiiNationalmuseum/photos/pcb.1780476522092598/1780476318759285/?type=3&amp;theater">Facebookseite</a> und auf <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/айтиевдома/?utm_source=ig_embed">Instagram</a> hoch.</p>
<p style="text-align: justify">Hier die Nachstellung eines Werks des kirgisischen Künstlers Gapar Aitijew, dem Namensgeber des kirgisischen Nationalmuseums für Künste:</p>
<p><figure id="attachment_21273" aria-describedby="caption-attachment-21273" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-21273" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091.jpg" alt="" width="960" height="960" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-21-24_876091-550x550.jpg 550w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-21273" class="wp-caption-text">Im Rahmen der online Kunstaktion &#8222;Izoizoljazia&#8220; stellen Menschen Gemälde berühmter Künstler nach. Hier &#8222;Junge mit Buch&#8220; von Gapar Aitiev</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Ein besonderer Blickfang war die Nachahmung des britischen Botschafters in Kirgistan Charles Edmund Garrett. Er posierte als Pilot Isckhakow, der vom russischen Künstler Alexander Ignatijew gemalt wurde.</p>
<p><figure id="attachment_21274" aria-describedby="caption-attachment-21274" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-21274" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937.jpg" alt="" width="960" height="960" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/2020-04-19_12-16-39_527937-550x550.jpg 550w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-21274" class="wp-caption-text">Im Rahmen der online Kunstaktion &#8222;Izoizoljazia&#8220; stellen Menschen Gemälde berühmter Künstler nach. Hier &#8222;Porträt des Piloten Ischakow&#8220; von I.A. Ignatev</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Auch in Kasachstan nahmen Menschen an der Aktion teil. Ein Beispiel ist Asel Adambaeva aus Almaty, die Picassos berühmtes Gemälde „Der Absinth-Trinker“ zum Besten gab. Die 44-jährige Buchhalterin <a href="https://www.nytimes.com/2020/04/25/world/europe/russia-Facebook-art-parodies.html">erzählte der New York Times</a>, Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion seien es gewohnt, sich in schwierigen Zeiten mit Kunst zu beschäftigen und Sinn darin zu suchen.</p>
<p><figure id="attachment_21275" aria-describedby="caption-attachment-21275" style="width: 1440px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-21275" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o.jpg" alt="" width="1440" height="1440" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o.jpg 1440w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-1024x1024.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-550x550.jpg 550w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/94034618_10219208663121329_7160273475335094272_o-1300x1300.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /><figcaption id="caption-attachment-21275" class="wp-caption-text">Assel Adambajewa aus Almaty macht auch mit bei der Kunstaktion &#8222;Izoizoljazia&#8220;</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Gruppe rund um Isoisoljazija betont aber, dass es sich nicht um eine politische Aktion handelt, und rät daher von destruktiver Kritik und Bildern von Politikern ab. Aus diesem Grund enthält die Facebook-Seite ein Regelwerk mit Teilnahmebedingungen, die für alle Mitglieder von Isoisoljazija gelten.</p>
<p style="text-align: justify">Doch wahrscheinlich erfreut sich diese Aktion gerade wegen ihres unpolitischen Charakters solch großer Beliebtheit. Es geht nicht um Klagen, um Kritik, um Anfeindungen. Es gibt im Netz keine politischen Grenzen, und alle sind dazu eingeladen, mitzumachen &#8211; auch Menschen, die kein Russisch sprechen. Es scheint so, als bekäme Kunst in Zeiten von Corona einen neuen Stellenwert. Denn gerade in Zeiten der Krise beginnen die Menschen, die schönen Dinge im Leben zu schätzen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julia Tappeiner<br />
</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<item>
		<title>Zusammenstöße im Süden Kasachstans: interethnischer Konflikt oder Mafiastreit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2020 09:37:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Duganen]]></category>
		<category><![CDATA[ethnischer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Mafia]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund tausend KasachInnen sollen an Zusammenst&#xF6;&#xDF;en beteiligt gewesen sein, die sich in ein Progrom gegen die muslimische Minderheit der Duganen verwandelt h&#xE4;tten. Die Ereignisse stehen zurzeit im Mittelpunkt heftiger Debatten, da sie mafi&#xF6;se Urspr&#xFC;nge gehabt haben k&#xF6;nnten. In der Nacht vom 7. Februar kam es im S&#xFC;den Kasachstans, im Gebiet Schambyl nahe der kirgisischen Grenze, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Rund tausend </strong><strong>KasachInnen sollen</strong><strong> an Zusammenstößen beteiligt gewesen sein, die sich in ein Progrom gegen die muslimische Minderheit der Duganen verwandelt hätten. Die Ereignisse stehen zurzeit im Mittelpunkt heftiger Debatten, da sie mafiöse Ursprünge gehabt haben könnten.</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Nacht vom 7. Februar kam es im Süden Kasachstans, im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Schambyl </a>nahe der kirgisischen Grenze, zu Zusammenstößen zwischen Duganen und Kasachen. Schauplatz der Zusammenstöße wurden die Dörfer Masanchi, Karakemer, Sortobe und Auchatty. Die ethnische Minderheit der Duganen bezeichnet die Vorfälle als Progrom. Über den Ursprung der Ereignisse wird zurzeit heftig debattiert.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zehn-tote-bei-interethnischem-konflikt-in-kasachstan/">Zehn Tote bei interethnischem Konflikt in Kasachstan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach offiziellen Angaben, sollen fast Tausend Kasachen in die Dörfer eingedrungen sein und Menschen angegriffen haben. Nach <a href="https://24.kg/proisshestvija/143564_konflikt_vmasanchi_vtorgovom_tsentre_obnarujili_obgorevshee_telo/">jüngsten Angaben</a> verloren dabei 11 Einwohner des Dorfes Masanchi ihr Leben, darunter zehn Duganen und ein Kasache. Laut dem <a href="https://fergana.ru/articles/114964/">russischen Nachrichtenmedium Fergana News</a> seien um die dreißig Häuser und dreißig Geschäfte von den Angreifern zerstört worden bevor die Polizei eintreffen konnte, um die Ordnung wieder herzustellen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gerüchte um den Ursprung der Ereignisse</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit den Zusammenstößen haben sich zahlreiche Gerüchte über deren Hintergründe verbreitet. Manche glauben, es hätte mit einer Auseinandersetzung zwischen einem duganischen Fahrer und einem älteren kasachischen Mann begonnen. Ersterer soll den Kasachen geschlagen haben, woraufhin seine Freunde sich rächten. Das ist im Moment auch die offizielle Version der Regierung.</p>
<p style="text-align: justify">Auf dem Telegramm Kanal <a href="https://telete.in/s/kurbannordon">Central Asian Brief</a> gaben Vertreter der Duganen an, dass es bei dem Streit um einen sexuellen Übergriff von Seiten eines betrunkenen Kasachen auf eine junge Duganin handelte. Darüber hinaus wird spekuliert, dass ein Kasache sich in einen Streit zwischen jungen Uiguren und Duganen eingemischt habe. Letztere hätten sich dann gegen ihn gewendet und getötet, was zur heftigen Reaktion der Angreifer auf Masanchi geführt hätte.</p>
<p style="text-align: justify">Eine andere Version betrifft direkt die Polizei. Diese hätte den duganischen Fahrer verfolgt, woraufhin sich der Fahrer in einem Haus seiner Gemeinschaft versteckte hatte. Nachdem diese die Ordnungskräfte nicht eintreten ließen, hätten diese mit einem Angriff reagiert.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>50 Personen verhaftet</strong></p>
<p style="text-align: justify"><a href="https://24.kg/proisshestvija/143564_konflikt_vmasanchi_vtorgovom_tsentre_obnarujili_obgorevshee_telo/">Bisher</a> wurden 50 Menschen von den kasachstanischen Autoritäten verhaftet, während die Suche nach Beteiligten weitergeht. Die Verhaftungen berufen sich auf Artikel 99 (Totschlag), 272 (Organisation und Teilnahme an Ausschreitungen) und 293 (Hooliganismus) des kasachstanischen Strafgesetzes. Bislang wurden 25 Strafverfahren eingeleitet; die Identität der Angeklagten bleibt anonym.</p>
<p style="text-align: justify">Die Medien sprechen offiziell von einem „Unfall“ &#8211; Vertreter der Duganen hingegen benutzen den Begriff „Pogrom“. Die kasachischen Autoritäten scheinen das Thema mit größter Sorgfalt  zu behandeln. Der kasachstanische Vizepremierminister Berdibek Saparaev übernahm die Führung der Kommission, die sich mit der Entwicklung des Pogroms auseinandersetzt und wurde zum Gouverneur der Region erklärt, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Hinter den Gerüchten könnten jedoch weitaus tiefgründigere Interessen liegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein krimineller Konflikt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Politologe Yuri Buluktaev gab gegenüber dem kasachischen <a href="https://365info.kz/2020/02/pogromy-v-masanchi-mogli-byt-splanirovany-ekspert">Medium 365info.kz</a> an, dass das Pogrom zweifelslos geplant gewesen sei. Es seien 54 Molotovcocktails beschlagnahmt worden, wofür es laut Buluktaev einer vorherigen Planung bedürft hätte. Auch Bewohner zweifeln an den Gerüchten über spontane Gewaltausbrüche, da es sich laut ihnen bei den Angreifern nicht nur um Menschen aus dem Dorf und der Umgebung handelte.</p>
<p style="text-align: justify">Laut der Theorie des Politologen Aıdos Sarym, seien die Angriffe auf kriminelle Gründe zurückzuführen. Er erklärt, dass es sich bei der betroffenen Region um ein Grenzgebiet handele, in dem Drogenschmuggel einen großen Teil der lokalen Wirtschaft ausmache. Die kirgisische Tageszeitung <a href="https://www.vb.kg/doc/385313_kordayskiy_konflikt_organizoval_krimavtoritet_serik_golova.html">Wetschernij Bischkek</a> geht sogar noch weiter und führt die Zusammenstöße auf die Verhaftung eines der mächtigsten Kriminellen der Region, Serik Golova, zurück. Sogar der Direktor der Vereinigung der Dunganen in Kasachstan, Huseı Daýrov, der zuerst von Pogromen sprach, erkennt die Rolle an, die kriminelle Elemente in den Ereignissen gespielt haben könnten.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Agathe Guy, </strong><strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Warum Putins Verfassungsänderung nicht vom politischen Machtwechsel in Kasachstan inspiriert ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jan 2020 23:53:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend Russland sich auf eine Verfassungs&#xE4;nderung innerhalb Wladimir Putins letzter Amtszeit vorbereitet, vergleichen Kommentatoren diesen Schritt mit dem Machtwechsel, der in Kasachstan vor einem Jahr stattfand. Der Vergleich ist zwar verlockend, doch ist er aus der Luft gegriffen. Ein spannendes Gedankenexperiment: Was, wenn Kasachstan tats&#xE4;chlich Russland politisch inspiriert hat? Seitdem Putin am 15. Januar ank&#xFC;ndigt [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Während Russland sich auf eine Verfassungsänderung innerhalb Wladimir Putins letzter Amtszeit vorbereitet, vergleichen Kommentatoren diesen Schritt mit dem Machtwechsel, der in Kasachstan vor einem Jahr stattfand. Der Vergleich ist zwar verlockend, doch ist er aus der Luft gegriffen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein spannendes Gedankenexperiment: Was, wenn Kasachstan tatsächlich Russland politisch inspiriert hat? Seitdem <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-01/russland-wladimir-putin-dmitri-medwedew-regierung">Putin am 15. Januar ankündigt</a> hat eine Verfassungsänderung vorzunehmen, taucht diese These immer wieder auf. Bereits im März letzten Jahres, kurz nach Nursultan Nazarbaevs Rücktritt als Staatsoberhaupt Kasachstans, griff die <a href="https://www.dw.com/de/kasachstan-als-vorbild-für-putins-machterhalt/a-48024733">Deutsche Welle</a> diesen Gedanken auf: „<em>Warum nicht wie bei den Nachbarn in Kasachstan? Dort trat vor einigen Tagen einer zurück, dem man das nie zugetraut hätte. [&#8230;] Verschwinden wird er aber nicht. [&#8230;] Er bleibt Vorsitzender des mächtigen Sicherheitsrats. Auf Lebenszeit. Und Chef der Regierungspartei. Beides ginge theoretisch auch in Russland [&#8230;]“.</em></p>
<p style="text-align: justify">Die Idee scheint verlockend: Nachdem Kasachstan seit seiner Unabhängigkeit immer noch in vielen Bereichen von Moskau beeinflusst ist, wäre Nur-Sultan doch das perfekte Vorbild in Sachen Politik und Machtwechsel.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein intellektueller Fehler</strong></p>
<p style="text-align: justify">Daniyar Kosanzarov ist anderer Meinung: <em>„Es handelt sich um einen intellektuellen Fehler“, </em>meint der kasachische Analyst aus Almaty. <em>„Sicher, die beiden politischen Systeme sind ähnlich, und beide Führungen wollen mit aller Macht ihre Position erhalten. Doch in Wahrheit nimmt man jetzt Kasachstan als Vergleich, weil er der einfachste ist. Denn es ist das aktuellste Beispiel“.</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-wiederwahl-putins-aus-kasachstanischer-sicht/?noredirect=de_DE">Die Wiederwahl Putins aus kasachstanischer Sicht</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Präsident Nursultan Nazarbaev war im März 2019 <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/praesident-nursultan-nasarbajew-tritt-zurueck/?noredirect=de_DE">„überraschend“ zurückgetreten</a>, nachdem er 30 Jahre lang Kasachstan regiert hatte. Sein Amt übernahm Qasym-Jomart Toqaev, ehemaliger Senatspräsident. Dennoch wurde der erste Präsident der Nation, der sich „Elbasy“ bzw. „Vater der Nation“ nennen lässt, im Mai Präsident des Sicherheitsrats auf Lebenszeit. Der Sicherheitsrat hat <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-nasarbajew-erhaelt-kontrolle-ueber-die-ernennungen-bei-wichtigen-staatsaemtern/?noredirect=de_DE">weite Befugnisse</a> in der Politik und Gesellschaft des Landes, etwa kann er die Minister ernennen. Es ist, als würden zwei Köpfe heute das Land regieren, ohne dass ihre Rollen genau definiert wären.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vier Jahre voraus<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">In seiner Neujahrsrede verkündete Putin, das Parlament erhalte mehr Befugnisse und der Staatsrat, bisher ein Koordinationsorgan der Regionen, werde in der Verfassung festgeschrieben. Am 20. Januar wurden die Änderungen an die Parlamentsabgeordneten weitergeleitet, wie Sputnik berichtete. <em>„Wladimir Putin tritt nicht zurück, er schickt nur die Regierung in die Wüste, und verkündete Reformen, die im Augenblick noch nicht anerkannt sind“</em>, so Adrien Fauve, Kasachstanexperte an der Universität Paris-Saclay.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Auch wenn die Reformen angekündigt wurden, es sind noch 4 Jahre, und bis dahin kann sich noch etwas ändern“, </em>sagt Daniyar Kosnazarov. „<em>Putin wird seine Entscheidung treffen, aber nicht so schnell, er geht seinen eigenen Weg“, </em>erklärt der kasachische Politologe.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Adrien Fauve spricht einen weiteren Zweifel aus: „<em>Auch wenn es ähnliche Entwicklungen in beiden Ländern gibt, so bleiben dies Einzelfälle. Es ist zu früh um jetzt schon Prognosen zu aufzustellen“, </em>gibt der Forscher zu bedenken. Wladimir Putin bleibt vorerst Präsident, und hat noch nicht klar mittgeteilt, ob er später plant, ein anderes politisches Gremium zu führen. Auch besitzt Putin nicht denselben historischen Status wie Nursultan Nazarbaev.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/dosym-satpajew-wenn-der-nachfolger-nasarbajews-das-system-nicht-aendert-wird-es-zusammenbrechen/">Wenn der Nachfolger Nasarbajews das System nicht ändert, wird es zusammenbrechen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Vor allem bleibt das kasachische Model sehr dynamisch:<em> „Kasachstan befindet sich immer noch in Transition, daher ist es schwer, vorherzusagen, was aus dem Land in Zukunft wird“</em>, sagt Daniyar Kosnazarov. <em>„Qasym-Jomart Toqaev</em> <em>ist dabei eine neue Verwaltungsspitze einzuführen, Nursultan Nazarbaev hingegen wird einige seiner Aufgaben im Bereich der Sicherheit delegieren. In drei Jahren werden wir ein klareres Bild haben“</em>, erklärt der kasachische Politologe.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Heute gibt es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Modellen“, </em>schließt Adrien Fauve.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
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		<item>
		<title>Usbekisches Statistikkomitee veröffentlicht einen „Plov-Index“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 09:49:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Plov]]></category>
		<category><![CDATA[Plov-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Damit Bewohner Usbekistans von nun an wissen, aus welcher Region sie am g&#xFC;nstigsten ihr Nationalgericht &#x201E;Plov&#x201C; herbekommen, erstellte das Staatskomitee eine Statistik zum Preis des Gerichtes. Den Artikel ver&#xF6;ffentlichte Fergana News, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung. Das usbekische Staatskomitee hat begonnen, einen statistischen &#x201E;Plov-Index&#x201C; zu ver&#xF6;ffentlichen, der den durchschnittlichen Wert dieses Gerichts in jeder [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Damit Bewohner Usbekistans von nun an wissen, aus welcher Region sie am günstigsten ihr Nationalgericht „Plov“ herbekommen, erstellte das Staatskomitee eine Statistik zum Preis des Gerichtes. Den Artikel veröffentlichte </strong><a href="https://fergana.news/news/114040/"><strong>Fergana News</strong></a><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>
<p>Das usbekische Staatskomitee hat begonnen, einen statistischen „Plov-Index“ zu veröffentlichen, der den durchschnittlichen Wert dieses Gerichts in jeder Region des Landes angibt. Um den Wert der Gerichte zu bestimmen, wurde die Zusammensetzung der Zutaten untersucht, die für ein Kilogramm Plov verwendet werden und auf seiner Zubereitungsliste stehen.</p>
<p>Dazu gehören:<br />
1kg Reis,<br />
1kg Karotten,<br />
700g Rindfleisch,<br />
300g Pflanzenöl,<br />
300g Zwiebel,<br />
100g Kichererbsen,<br />
50g Rosinen,<br />
10g Gewürze<br />
5-10g Kochsalz.</p>
<p>Zwar kann aus den angegebenen Mengen nicht ein ganzes Kilo Plov hergestellt werden, doch als Grundlage wurden eben jene Proportionen hergenommen. Der Index setzt sich aus dem Preis für Plov in den (mindestens drei) größten Gaststätten jeder Region zusammen. Er besteht aus zwei Kategorien- dem durchschnittlichen Preis pro Portion, sowie den durchschnittlichen Preis pro Kilogramm. Der Index soll dazu dienen die Inflation im Land <a href="https://www.inform.kz/ru/s-pomosch-yu-indeksa-plova-budut-ocenivat-inflyaciyu-v-uzbekistane_a3602627">zu messen</a>.</p>
<p>Laut Daten des Staatskomitees, kostet das Zubereiten von Plov den Bürgern der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Samarqand">Provinz Samarkand </a> am meisten: rund 20.000 Sum (knapp zwei Euro) pro Portion und 140.000 Sum (rund 12 Euro) pro Kilogramm Plov. In der Hauptstadt Taschkent kostet eine Portion Plov im Durchschnitt 15.400 Sum (1,44 Euro) kostet. Am günstigsten kocht sich der Plov in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Surxondaryo">Surxondaryo</a>, in der man eine Portion für 11.600 Sum (1,08 Euro) bekommt und ein Kilo für 81.600 Sum (7,63 Euro). Durchschnittlich kostet laut dem Index in Usbekistan eine Portion Plov 12.100 Sum (rund 1,10 Euro), ein Kilo hingegen 85.100 Sum (knapp 8 Euro). Das Staatskomitee hat versprochen, den Index in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/beschbarmak-ist-nun-im-guinnessbuch-der-rekorde/"><strong>Beschbarmak ist nun im Guinnessbuch der Rekorde</strong></a></p>
<p>Bereits vor längerem wurden in Usbekistan Versuche unternommen, einen Index für den als Nationalgericht geltenden Plov zu erstellen. Ein Zusammenschluss usbekischer Lebensmittelverkäufer veröffentlichte 2017 bereits einen solchen <a href="http://potrebiteli.uz/potrebiteli/temy/obzory/detail.php?ID=41008">Index</a>, der auf die Durchschnittskosten der für den Plov benötigten Produkte in Märkten und Supermärkten basierte. Im Nachbarland Kasachstan wurde ein solcher Index bereits 2011 veröffentlicht.</p>
<p>Einer der berühmtesten nichttraditionellen Wirtschaftsindikatoren der Welt ist der <a href="https://www.economist.com/news/2019/07/10/the-big-mac-index">„Big Mac- Index“</a> des populären Burgers von MC Donalds. Der vom Magazin <em>The Economist</em> 1986 eingeführte Index ermöglicht es, Währungen aus verschiedenen Ländern miteinander zu vergleichen und zu verstehen, welche davon den Wert des Burgers übersteigen bzw. darunter liegen. Der Big Mac wurde deshalb als Vergleichsprodukt gewählt, weil MC Donalds Filialen in vielen Ländern der Welt besitzt, und weil das Gericht immer aus denselben Grundzutaten besteht: Brot, Fleisch, Käse und Salat. Weitere ungewöhnliche Wirtschaftsranglisten sind etwa der <a href="https://www.forbes.ru/biznes/343613-indeks-latte-rossiyskie-kofeyni-starbucks-okazalis-samymi-dorogimi-v-mire">„Latte Index“</a> oder der <a href="https://www.rbc.ru/economics/14/03/2013/570404dd9a7947fcbd446a6e">„Lippenstift Index“.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://fergana.news/news/114040/"><strong>Fergana News</strong></a><br />
<strong>Aus dem Russischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bischkek: Die Direktorin des Museums der Schönen Künste kündigt wegen feministischer Ausstellung</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/bischkek-die-direktorin-des-museums-der-schoenen-kuenste-reicht-wegen-feministischer-ausstellung-kuendigung-ein/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2019 05:42:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Feminnale]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mira Dschangaratschewa hat ihre K&#xFC;ndigung beim Ministerium f&#xFC;r Kultur eingereicht. Dies steht in Zusammenhang mit der Feminnale, einem feministischen Kunstfestival, das seit dem 27. November in der kirgisischen Hauptstadt stattfindet. Die Direktorin des Museums der Sch&#xF6;nen K&#xFC;nste in Kirgistans Hauptstadt Bischkek hat ihre K&#xFC;ndigung eingereicht. Der Schritt erfolgte am 2. Dezember, kurz nachdem ein feministisches [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Mira Dschangaratschewa hat ihre Kündigung beim Ministerium für Kultur eingereicht. Dies steht in Zusammenhang mit der <em>Feminnale</em>, einem feministischen Kunstfestival, das seit dem 27. November in der kirgisischen Hauptstadt stattfindet.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Direktorin des Museums der Schönen Künste in Kirgistans Hauptstadt Bischkek hat ihre Kündigung eingereicht. Der Schritt erfolgte am 2. Dezember, kurz nachdem ein feministisches Festival einen nationalen Skandal ausgelöst hatte.</p>
<p style="text-align: justify">Die sogenannte <em>Feminnale </em>begann am 27. November in der kirgisischen Hauptstadt. Die Ausstellung sollte 17 Tage lang dauern, eine symbolische Zahl, die an die 17 kirgisischen Arbeiterinnen erinnert, die vor drei Jahren in Moskau bei einem <a href="https://www.theguardian.com/world/2016/aug/27/several-people-killed-moscow-warehouse-fire-russia">Unfall in einer Lagerhalle</a> ums Leben gekommen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Laut den Kuratorinnen behandele das Festival die finanzielle Unabhängigkeit der Frau. Das Thema würde anhand des Konzepts der Kormilitsa präsentiert, jenem Ideal der Frau als Ernährerin und Kinderbetreuerin. Die Werke bezeugten jene Normen, die die Rolle, den Körper und die Identität der Frauen bestimmen.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die Reaktionen sind gespalten, insbesondere in den sozialen Medien. Die Abgeordnete Machabat Mawljanowa der Partei Respublika Ata-Shurt <a href="https://www.facebook.com/mahabat.mav/posts/2384481958327422">forderte auf Facebook</a> die Entlassung jenes Museumspersonals, das die Ausstellung genehmigt hatte, und wies dabei auf die Wichtigkeit traditioneller Erziehung für die jungen Frauen des Landes hin. Die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-organisation-kyrk-tschoro-speerspitze-der-antichinesischen-stimmung-in-kirgistan/">Bewegung Kyrk-Tschoro</a>, bekannt für ihre anti-feministischen und gegen LGBT gerichtete Aktionen, brachte gegenüber der Regierung ebenfalls ihre Ablehnung zum Ausdruck. Mira Dschangaratschewa bestätigte dem kirgisischem Medium <a href="https://24.kg/obschestvo/136591_skandal_sfeminale_mira_djangaracheva_zayavila_obugrozah_otaktivistov/">24.kg</a>, sie sei zum Rückzug gezwungen worden, nachdem sie Drohungen von patriotische Gruppen erhalten habe.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nacktheit ruft Polemik hervor<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kontrovers sind vor allem jene Werke, die sich zugunsten der Rechte der LGBT-Community, sowie des Rechts zur Abtreibung ausdrücken, aber auch die Nacktheit in einigen Werken empört. Trotz der großen Menge an unterschiedlichen Arbeiten, zitiert die Presse systematisch ein Werk von <a href="https://kaktus.media/doc/402050_perfomansistka_iz_danii_kotoraia_vyshla_obnajennoy._chem_ona_eshe_izvestna_foto_video.html?fbclid=IwAR3A6nhDt-Nan1-dZBQAUinWtQFKwxH-WB5VdW7S3N6K5aCcztRYcTzK5t4">Julie Savery</a>. Die dänische Künstlerin präsentierte bei der Eröffnung ein „umgekehrtes Striptease“, und lud das Publikum ein, über die Situation von Sexarbeiterinnen zu reflektieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die Botschaft kam bei einigen Besuchern aber nicht gut an. „<em>Die Ausstellung entält auch Slogans zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Wir glauben es handelt sich hier um einen verfassungswidrigen Aufruf. Es ist wichtig zu überprüfen, ob auch Minderjährige das Museum besucht haben, denn es wurden nackte Frauen gezeigt. Sollte das der Fall sein, wird es als pornographische Propaganda behandelt werden müssen“, </em>äußerte sich der Aktivist Aibek Busurmankulow gegenüber dem Medium <a href="https://24.kg/english/136608__Feminale_scandal_Minister_of_Culture_calls_exhibition_provocative/">24.kg</a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/graffiti-und-feminismus/">Graffiti und Femminismus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der Regierung sei das Festival nicht nach der vereinbarten Absprache abgelaufen: Anstatt sich auf die wirtschaftliche Situation der Frauen zu konzentrieren, bevorzuge das Festival eine Sprache zum „<em>Schock und zur Desorientierung der Gesellschaft“, </em>berichtet das unabhängige kirgisische Medium <a href="https://kloop.kg/blog/2019/12/02/direktrisa-muzeya-izo-mira-dzhangaracheva-uvolilas-iz-za-reaktsii-na-vystavku-sovremennogo-iskusstva/">Kloop</a>. Der Kulturminister Asamat Jamankulow betonte ebenso, dass Nacktheit in einem „<em>Tempel der Kultur“ </em>von der Regierung nicht unterstützt werde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Rosa Otunbajewa verteidigt die Feminnale</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die ehemalige Präsidentin Kirgistans (2010-2011) und Diplomatin <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Roza_Otounba%C3%AFeva">Rosa Otunbajewa</a> hingegen <a href="https://www.facebook.com/feminnale/posts/162719748461231?__tn__=K-R">verteidigte</a> die feministische Initiative: <em>„Das Ministerium für Kultur hat heute eine Erklärung unter dem Druck der Debatten in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Ausstellung ist ernsthaft, tiefgründig und innovativ. Man muss sie besuchen und darüber nachdenken und sie nicht einfach bespucken und verfluchen“, </em>entgegnete sie auf Anfrage von <a href="https://kaktus.media/doc/401998_chto_za_myjiki_y_nas_roza_otynbaeva_prokommentirovala_skandal_s_feminnale_v_myzee_izo.html">Kaktus Media</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Mitarbeiter des Museums unterstrichen, dass die Ausstellung, die 24 Werke aus 22 unterschiedlichen Ländern vereint, eine unüblich hohe Zahl an Besuchern angezogen hätte. Auf der <a href="https://www.facebook.com/feminnale/">Facebook-Seite der Feminnale</a> bedauern zahlreiche Einträge diesen <em>„schwarzen Tag“, </em>an dem Mira Dschangaratschewa zurücktreten musste, „<em>eine von denen, die am meisten für das Museum getan und gegeben haben“, </em>präzisiert eine junge Frau.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zere-asylbek-meine-geschichte-wurde-politisch/">Zere Asylbek: „Meine Geschichte wurde politisch“</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify"> <p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Zwei kirgisische Studentinnen, mit denen Novastan sich getroffen hat, zeigen Bewunderung für den Mut der Künstlerinnen zu dieser Ausstellung und begrüßen das Engagement der Organisatorinnen, solch ein avantgardistisches Projekt für die Region auf die Beine zu stellen. Für sie trägt Kunst zur Feminismus-Debatte in Kirgistan bei. „<em>Ich glaube Kunst muss politisch sein, und die Feminnale ist das. Sie war emotional, unbequem und stark. Sie hat die Augen geöffnet, und ich bin froh, dass dieses Festival stattgefunden hat“, </em>sind sich die beiden einig.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und jetzt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Muss man von der Feminnale schon in Vergangenheitsform sprechen? Die Organisatorinnen kommunizieren seit Beginn der Polemik über die <a href="https://www.facebook.com/bishkekfeminists/">Facebook-Seite von Bishkek Feminist Initiative</a>. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen schrieben sie einen <a href="https://www.facebook.com/pervaia.vtoraia/posts/3830392933653615">offenen Brief</a> an das Ministerium, mit der Aufforderung, die Ausstellung aufrecht zu erhalten und die Kündigung von Mira Dschangaratschewa zu wiederrufen. Eine Petition wurde bereits ins Leben gerufen mit dem Hashtag #ямыфеминнале (<em>„ich, wir sind Feminnale“). </em>Am Abend des 2. Dezembers kündigte das Museum an, die Ausstellung gehe am nächsten Tag weiter.</p>
<p style="text-align: justify">Am Dienstag, 3. Dezember, verkündete Kulturminister Jamankulow auf einer Pressekonferenz seine Unterstützung für die Ausstellung und versprach Schutz für Dschangaratschewa. Allerdings wurden alle Veranstaltungen, die Nacktheit offenbaren, untersagt aus <em><a href="https://vesti.kg/politika/item/66757-azamat-zhamankulov-performansov-s-golymi-zhenshchinami-bolshe-ne-budet-mozhete-schitat-eto-tsenzuroj.html">„Rücksicht auf unsere Mentalität“</a>, </em>wie der Minister erklärte. Sechs Werke, die als zu provokativ gelten, wurden aus der Ausstellung entfernt.</p>
<p><figure id="attachment_18963" aria-describedby="caption-attachment-18963" style="width: 1600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-18963" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2.jpg 1600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-18963" class="wp-caption-text">Sechs Werke wurden aus der Austestellung entfernt</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Oranisatorin des Festivals Altyn Kapalowa ermutigt die Gemeinschaft dazu, sich weiter für den Feminismus einzusetzen. In eine <a href="https://www.facebook.com/altyn.kapalova/posts/2966227670074011">ihrer letzten Veröffentlichungen</a> empört sie sich darüber, wie das Ministerium „<em>einer Gruppe von Männern Zuspruch gibt, die mir drohen, mich umzubringen [&#8230;]“. </em>Diesen Künstlerinnen eine Stimme zu geben ist wichtiger, als das Ereignis an sich. <em>„Es geht nicht bloß um die Feminnale. Es geht um das Land. Um die Freiheit. Um die Kunst.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Alva Guzzini, Mathilde Mallet und Simon Massicotte<br />
Redakteure für Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
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		<title>Heikles Thema: Kasachstans Gastarbeiter aus China</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 12:25:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chinesische Arbeitsmigranten in Kasachstan machen fast 25 Prozent der ausl&#xE4;ndischen Arbeitskr&#xE4;fte im Prim&#xE4;rsektor Zentralasiens aus. Das f&#xFC;hrt oft zu sozialen Konflikten. Im Jahre 2019 erhielten insgesamt 20.557 Ausl&#xE4;nder eine Arbeitserlaubnis f&#xFC;r Kasachstan. Die Zahlen stammen vom Ministerium f&#xFC;r Arbeit und Sozialschutz der Bev&#xF6;lkerung der Republik Kasachstans, das zu diesem Thema am 25. November eine Mitteilung [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Chinesische Arbeitsmigranten in Kasachstan machen fast 25 Prozent der ausländischen Arbeitskräfte im Primärsektor Zentralasiens aus. Das führt oft zu sozialen Konflikten.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Jahre 2019 erhielten insgesamt 20.557 Ausländer eine Arbeitserlaubnis für Kasachstan. Die Zahlen stammen vom Ministerium für Arbeit und Sozialschutz der Bevölkerung der Republik Kasachstans, das zu diesem Thema <a href="https://www.enbek.gov.kz/ru/node/365007">am 25. November</a> eine Mitteilung  veröffentlicht hat.</p>
<p style="text-align: justify">Mit 4.397 registrierten chinesischen Staatsbürgern ist China das Land, aus dem die meisten ausländischen Arbeiter Kasachstans stammen: Sie machen rund 25 Prozent aller Arbeitsmigranten Kasachstans aus. Die Zahlen könnten allerdings noch höher sein, denn viele Unternehmen wurden dafür kritisiert, nicht alle chinesischen Arbeiter zu registrieren, insbesondere im Ölsektor.</p>
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<p style="text-align: justify">An zweiter Stelle nach China befindet sich Usbekistan als Herkunftsland von 2.254 Gastarbeitern in Kasachstan. Darauf folgen die Türkei mit 1.845 Arbeitern, Indien mit 1.819 Arbeitern und Großbritannien mit 1.420 Fachkräften.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Chinesische Arbeitsmigranten: ein heikles Thema</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der offiziellen Mitteilung arbeiten derzeit rund 520.000 Bürger Kasachstans für Arbeitgeber, die eine Genehmigung haben, Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben. Somit machen Kasachen in diesen Unternehmen 96 Prozent der Belegschaft aus, was deutlich macht, dass sie auf dem nationalen Arbeitsmarkt die große Mehrheit sind.</p>
<p style="text-align: justify">Denn die Arbeitsmigration ist in Kasachstan ein heikles Thema. Zahlreiche Proteste und gewaltsame Ausschreitungen finden regelmäßig zwischen einheimischen und ausländischen Arbeitern statt, bei denen es sich zumeist um chinesische Migranten handelt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wohin-fuhrt-die-antichinesische-hysterie-in-kasachstan/"><strong>Wohin führt die antichinesische Hysterie in Kasachstan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Im September fanden mehrere Demonstrationen in Kasachstan statt, bei denen China aufgefordert wurde, keine Arbeiter mehr ins Land zu schicken. Die Demonstranten kritisierten vor allem, dass die Löhne für chinesische Arbeitskräfte oftmals höher als für einheimische seien.</p>
<p style="text-align: justify">Bereits im Juni kam es zu Protesten in der Nähe des größten Ölfelds des Landes, Tengiz, an denen kasachische und arabische Arbeiter beteiligt waren. Ein ähnlicher Konflikt brach im Juli auf der Baustelle des größten Turms Zentralasiens in der <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-nursultan-umbenannt/">Hauptstadt Nur-Sultan</a> aus.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Ungleiche Löhne: Die Maßnahmen der Regierung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 26. November berichtete das Arbeitsministerium, 400 Arbeitsmigranten seien in diesem Jahr wegen zu hoher Lohnunterschiede im Westen Kasachstans des Landes verwiesen worden. Außerdem wurde ein Gesetzesentwurf angekündigt, der strengere Kontrollen von Arbeitgebern vorsieht, die ausländische Fachkräfte einstellen.</p>
<p style="text-align: justify">Um den nationalen Arbeitsmarkt zu schützen, legt die kasachstanische Regierung jedes Jahr eine Quote fest, um spezialisierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen. Laut offiziellen Zahlen machte die Quote 2019 gerade mal 0,54 Prozent der ökonomisch aktiven Bevölkerung aus (ca. 48.700 Menschen). Diese Quote sei jedoch nicht erreicht worden: 816 Arbeitserlaubnisse seien für leitende Führungskräfte ausgestellt worden, 4.595 für Führungskräfte. Es wundert also nicht, dass die Regierung nun vorgeschlagen hat, die Quoten zu halbieren, denn sie werden offensichtlich nicht gebraucht.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Novastan France<br />
</strong><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
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		<title>Bedeutendster Psychiater Tadschikistans: „Wir erschaffen uns unsere psychischen Leiden selbst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2019 09:53:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Exorzismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Oktober, dem internationalen Tag psychischer Gesundheit, f&#xFC;hrte Asia-Plus ein Interview mit Tadschikistans bedeutendstem Psychiater Chursched Kunguratow. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Welche psychischen Typen gibt es, und kann man sie bereits in der Kindheit bestimmen? Liegen Eifer und Impulsivit&#xE4;t in den Genen der tadschikischen Gesellschaft? Welche Methoden der psychischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 10. Oktober, dem internationalen Tag psychischer Gesundheit, führte <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20191010/glavnii-psihiatr-strani-mi-sami-rastim-psihicheski-bolnih?tg_rhash=59df260525b319">Asia-Plus</a> ein Interview mit Tadschikistans bedeutendstem Psychiater Chursched Kunguratow. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Welche psychischen Typen gibt es, und kann man sie bereits in der Kindheit bestimmen? Liegen Eifer und Impulsivität in den Genen der tadschikischen Gesellschaft? Welche Methoden der psychischen Heilung sind in Tadschikistan akzeptiert? Auf solche und ähnliche Fragen antwortet der Psychiater Chursched Kunguratow im Interview.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asia Plus: Welche psychischen Typen sind der Psychiatrie bisher bekannt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Chursched Kunguratow: Allgemein gibt es vier Grund-Typen:</p>
<p style="text-align: justify">Den Astheniker: Er ist leicht reizbar, misstrauisch und launisch</p>
<p style="text-align: justify">Den Schizoiden: Er ist sehr verschlossen und lebt in seiner eigenen Welt. Er ist lieber alleine als in lauter Gesellschaft und denkt über den üblichen Denkmustern hinaus</p>
<p style="text-align: justify">Den Psychosteniker: Er ist misstrauisch, er sorgt sich auch ohne besonderen Anlass, er neigt zur Selbstanalyse</p>
<p style="text-align: justify">Den Normosteniker: Diesen Typ bezeichnet eine guter Umgang mit Stresssituationen und eine hohe emotionale Resistenz. Er ist entspannt und gelassen</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was beeinflusst die Entstehung dieser vier Typen? Hängen sie mehr von den Genen, oder stärker von äußeren Faktoren ab?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Sowohl die Gene, als auch äußere Faktoren spielen eine Rolle. Gesellschaft, Familie, Umgebung, Erziehung und sogar Religion. Der psychische Typ eines Menschen ändert sich im Laufe seines Lebens. Viel hängt dabei von der Erziehung ab.</p>
<p style="text-align: justify">Wenn etwa ein Kind ein Einzelkind ist und von seiner Familie alles bekommt, was kann das psychische Störungen verursachen, eine Schwächung des Nervensystems. Von hier ist Sadismus nicht weit: Das Kind kann Gewalt gegenüber den Eltern, und später der Ehefrau und Kindern entwickeln. Dieses Kind wurde aber nicht so geboren, sondern es liegt an der Erziehung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Welcher dieser Typen neigt am stärksten dazu, eine psychische Störung zu entwickeln?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die psychische Gesundheit ist relativ. Man kann nicht sagen, dass es von einem Typ mehr abhängt, als von einem anderen, denn wir sind potentiell alle anfällig für psychische Krankheiten. Als Auslöser dafür dienen meist Stresssituationen.</p>
<p style="text-align: justify">Wenn es zum Beispiel zu einem Todesfall in der Familie kommt, kann ein Mensch hysterisch reagieren. Das bedeutet aber nicht, dass er psychisch krank ist. Solche Reaktionen sind normal.</p>
<p style="text-align: justify">Wir alle leiden an irgendetwas im Leben. Bei Stress spielen aber die Stabilität des Nervensystems, die genaue Situation sowie die Umstände eine Rolle.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kann man bereits in der Kindheit den psychischen Typ eines Menschen bestimmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das kann ein Psychologe mit Hilfe eines Tests. Da ich nicht mit Kindern arbeite, wird das ein Psychologe besser wissen. Aber, wie gesagt, der psychische Typ kann sich im Laufe des Lebens eines Menschen ändern. Das heißt, was man im Kindesalter feststellt, sagt nichts darüber aus, wie es in Zukunft sein wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Obszöne Beschimpfungen, Mütter, die ihre Kinder ohne Grund schlagen, Jungen, die Mädchen auf der Straße belästigen. Ist das unsere tadschikische Art, sich zu verhalten, oder eine Krankheit?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Über das Sexualverhalten unserer Jugend habe ich bereits gesprochen. Das sind absolut zurechnungsfähige Menschen, die sich ihrer Handlungen bewusst sind. Sie könnten sich zurückhalten, wollen es aber nicht. Man kann sie auch als „Rowdys“ bezeichnen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/arbeitslosigkeit-armut-und-missbrauch-das-leben-der-frauen-in-den-entlegenen-gebieten-tadschikistans/">Arbeitslosigkeit, Armut und Missbrauch. Das Leben der Frauen in den entlegenen Gebieten Tadschikistans</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass Kinder schreien, und die Mütter daraufhin Hand auf sie erheben, sie anschreien, lässt sich durch Gewohnheit erklären. Ungezogenheit, Grobheit und Gewalt, das kommt alles aus dem Elternhaus. Diejenigen, die ihre Kinder schlagen, wurden selbst von ihren Eltern verprügelt. Deshalb glauben sie, dass die Erziehung durch Schläge und Schreie der Ordnung der Dinge entspricht. Sie kennen einfach nichts anderes. Und das ist inakzeptabel!</p>
<p style="text-align: justify">Wenn ein Kind nicht auf seine Eltern hört, oder andere unartige Dinge tut, muss man ihm in Ruhe erklären, wie es sich zu verhalten hat. Prügel und lautes Schimpfen führen bei Kindern zu Brutalität und anderen psychischen Störungen. Man sieht, wir erschaffen uns selbst die Menschen mit psychischen Störungen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sind die Probleme der tadschikischen Gesellschaft also auf Ungezogenheit zurückzuführen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obszöne Sprache zu gebrauchen ist ein absolut unakzeptables Verhalten. Und zwar für alle: Männer, Frauen, Kinder. Das ist nur ein Mangel Kommunikationskultur unseres Landes. In unseren Familien wird nicht beigebracht, wie man sprechen und sich verhalten sollte, und das ist das Ergebnis.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie gehen tadschikische Familien mit Fällen psychischer Probleme um?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Viele Familien wenden sich zuerst an einen Mullah (muslimischen Geistlichen, Anm. d. Ü.), bevor sie einen Psychiater aufsuchen, wenn einer ihrer Verwandten ein Problem hat. Sie glauben, das schlechte Verhalten stamme davon, dass der Mensch vom „Teufel“ besessen sei.</p>
<p style="text-align: justify">Dabei wird zuerst ein Gebet gesprochen. Wenn das nicht hilft, geht man zu härteren Maßnahmen über: auspeitschen, Blut aufnehmen, hungern. Die Verwandten des Kranken glauben, wenn er vor Schmerz schreit, wohne der Teufel in ihm. Dem Patienten wird fast nichts zu essen gegeben, man bringt ihr bis zur Erschöpfung und fährt ihn erst dann ins Krankenhaus.</p>
<p style="text-align: justify">Immer noch Zahlen die Leute dem Mullah 500 Somoni (knapp 50 Euro) für diese „Heilung“. Daher müssen wir, wenn der Patient endlich in die richtigen Hände gelangt, ihn zuerst wegen seiner Erschöpfung behandeln, indem wir ihn mit Infusion ernähren. Diese Praktiken finden vor allem in den Provinzen im Süden und im Zentrum Tadschikistans statt. In den 90er Jahren auch noch in Duschanbe. Weniger aber findet man sie in der Region Sughd, im Norden des Landes. Ich rate deshalb: wenn es in der Familie Probleme gibt oder jemand krank ist, wenden Sie sich direkt an einen Spezialisten, nämlich einem Doktor.</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20191010/glavnii-psihiatr-strani-mi-sami-rastim-psihicheski-bolnih?tg_rhash=59df260525b319"><strong>Asia-Plus Tajikistan</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Julia Tappeiner</strong></p>
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