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	<title>Janny Schulz, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Janny Schulz, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Der turkmenische Präsident gibt erstes Fernsehinterview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2018 10:52:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 29. April gab der turkmenische Pr&#xE4;sident Gurbanguly Berdimuhamedow dem Fernsehsender Rossiya 24 ein 20-min&#xFC;tiges Interview. Das erste Fernsehinterview f&#xFC;r den nicht-turkmenischen Sender markiert einen historischen Moment in der Pr&#xE4;sidentschaft Berdimuhamedows, der bereits seit 2006 an der Macht ist.&#xA0;Novastan &#xFC;bersetzt einen Artikel des turkmenischen Oppositionsmediums Chronicles of Turkmenistan&#xA0;mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.&#xA0; Zum ersten Mal [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 29. April gab der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow dem Fernsehsender Rossiya 24 ein 20-minütiges Interview. Das erste Fernsehinterview für den nicht-turkmenischen Sender markiert einen historischen Moment in der Präsidentschaft Berdimuhamedows, der bereits seit 2006 an der Macht ist. </strong><strong>Novastan übersetzt einen Artikel des turkmenischen Oppositionsmediums <a href="https://www.hronikatm.com/2018/04/prezident-turkmenistana-dal-redkoe-intervyu-telekanalu-rossiya-video/">Chronicles of Turkmenistan</a> mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im Jahr 2006 wurde der turkmenische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> im Fernsehen interviewt. Der russische Sender Rossiya 24 führte das Interview im Rahmen eines Besuchs der der Rennbahn der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat am Feiertag zu Ehren der turkmenischen Pferderasse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Achal-Tekkiner">Achal-Tekkiner</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Der turkmenische Präsident spricht regelmäßig im Fernsehen, stets jedoch mit einem vorab erstellten Text, ein Interview hat es bisher nicht gegeben. Turkmenistan gehört weltweit zu den Ländern mit der geringsten Pressefreiheit und belegt Rang 178 von 180 im <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/turkmenistan/">Ranking von Reporter ohne Grenzen</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Interview mit einer russischen Agentur, die &#8222;niemals ein Ereignis verzerrt&#8220;</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie die <a href="http://tdh.gov.tm/news/articles.aspx&amp;article12605&amp;cat11">offizielle Nachrichtenagentur TDH</a> berichtete, war das Interview spontan. Der turkmenische Präsident sagte, die russische Nachrichtenagentur habe &#8222;nie ein Ereignis verzerrt, also hat es große Autorität&#8220;. Die Gründe für das überraschende Interview mit dem Journalisten des russischen Fernsehsenders Robert Franzew sind bisher unbekannt.</p>
<p style="text-align: justify">Während des Interviews betonte Gurbanguly Berdimuhamedow wiederholt die große Bedeutung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Turkmenistan und Russland. Das Interview wurde vom turkmenischen Fernsehen und von dem russischen Sender <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0P4h6m9FqoI">Rossiya 24</a> in unterschiedlich geschnittenen Versionen gezeigt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Reiten: Putins und Berdimuhamedows Gemeinsamkeit</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die turkmenische Oppositionszeitung <a href="https://www.hronikatm.com/2018/04/prezident-turkmenistana-dal-redkoe-intervyu-telekanalu-rossiya-video/">Chronicles of Turkmenistan</a> hebt mehrere Aspekte des Interviews hervor. Einer davon ist die Liebe Gurbanguly Berdimhamedovs zum Reiten. &#8222;Reiten hilft auch in der Politik. Ich fühle mich immer wie ein Reiter, ich spring vorwärts und führe Leute. Reitet in dieser Hinsicht Wladimir Wladimirovitsch (Putin) nicht selbst? Er springt sogar!“, sagte der turkmenische Präsident.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan : <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/asian-games-in-turkmenistan-auslandische-journalisten-werden-rund-um-die-uhr-bewacht/">Asian Games in Turkmenistan: Ausländische Journalisten werden rund um die Uhr bewacht</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Gurbanguly Berdimuhamedow sprach über die <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-die-asiaden-als-pr-kampagne/">Asiaden</a>, die im September 2017 in Aschgabat stattfanden. Er sagte, dass &#8222;alle Menschen der Welt sagen, dass es nicht nur die Asienspiele, sondern die Olympischen Spiele waren!&#8220;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Architektur, die von Russland inspiriert ist</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der turkmenische Präsident erwähnte auch die Verbindungen zwischen Turkmenistan und Russland und merkte an, dass sich Turkmenistan in der architektonischen Gestaltung von Aschgabat auf die Architektur von St. Petersburg konzentrierte. Insbesondere bei der Gestaltung von Brücken sei das der Fall. Gleichzeitig legte die Präsidentin des Förderationsrats, das Oberhaus des Parlaments, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Walentina_Iwanowna_Matwijenko">Walentina Matwijenko</a> den Grundstein für die Architektur von Aschgabat und stand &#8222;beratend&#8220; zur Seite, wenn es um die Architektur der turkmenischen Hauptstadt geht. Valentina Matwijenko ist Ehrenbürgerin von Aschgabat.</p>
<p style="text-align: justify">Im Detail stellte der turkmenische Präsident fest, dass in Turkmenistan dem Studium der turkmenischen, russischen und englischen Sprachen besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Insbesondere werden Zeitschriften in diesen Sprachen veröffentlicht. Der turkmenische Präsident bemerkte auch den Unterricht in anderen Sprachen wie Französisch oder Chinesisch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Glorifizierung des Regimes</strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben den turkmenisch-russischen Beziehungen beschäftigte sich Gurbanguly Berdimuhamedow mit internationalen Problemen. Der Präsident stellt fest, dass sich die Probleme in Libyen, Syrien oder Irak negativ auf die Weltwirtschaft auswirken und dass „es schön wäre, wenn es Frieden in der ganzen Welt gäbe“.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/staatsbesuch-des-turkmenischen-prasidenten-in-usbekistan/">Staatsbesuch des turkmenischen Präsidenten in Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der turkmenische Präsident nutzte dieses Interview auch, um die Verdienste seines Landes zu preisen. &#8222;Sie müssen der Welt zeigen, dass wir für alle unsere Nachbarn offen sind und wir eine Politik der offenen Tür verfolgen. [&#8230;] Schauen Sie, der Iran ist direkt hinter diesen Bergen, und wir pflegen sehr freundschaftliche Beziehungen! Schlendern Sie durch die Stadt: überall haben wir Internetcafés! “.</p>
<p style="text-align: justify">Das gesamte Interview fand im Beisein der turkmenischen Zuschauer des turkmenischen Pferdefestes statt, die ununterbrochen &#8222;<em>Arkadag Shukhrat!“</em> riefen – zu Deutsch: &#8222;Ehre sei Arkadag&#8220; &#8211; der offiziell dem turkmenischen Staatsoberhaupt gegebene Spitzname, der „Beschützer“ bedeutet. „Diese traditionelle Kleidung, die Sie sehen, Sie denken wahrscheinlich,  dass wir die Leute zwingen, sich so anzuziehen? Aber hier sind die, die es wollen! Sie beenden die Oberschule, finden ihren Platz im Leben, und es ist ihre eigene Entscheidung!“, schwärmte der Präsident, während er auf Studenten in der Menge zeigte.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Übersetzt von der Redaktion</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
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		<title>Ein Zirkus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2018 04:05:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Zirkus von Duschanbe. Wie in allen post-sowjetischen Hauptst&#xE4;dten ist der Zirkus ein interessanter, etwas kurioser Bau, der einige &#xC4;hnlichkeiten mit UFOs aufweisen. Die Zahl der Veranstaltungen scheint sich zum Zeitpunkt dieses Fotos (Oktober 2016) in Grenzen zu halten. Foto: Jan-Erik van Maarseveen Hier geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Der Zirkus von Duschanbe. Wie in allen post-sowjetischen Hauptstädten ist der Zirkus ein interessanter, etwas kurioser Bau, der einige Ähnlichkeiten mit UFOs aufweisen. Die Zahl der Veranstaltungen scheint sich zum Zeitpunkt dieses Fotos (Oktober 2016) in Grenzen zu halten.</p>
<p>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/50719091@N07/30799514844/in/album-72157680256080763/"><strong>Jan-Erik van Maarseveen</strong></a></p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>Mogherini: Die Neue Seidenstraße ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2018 16:52:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Europ&#xE4;ische Union und die zentralasiatischen Staaten kooperieren enger als je zuvor, sagte die Hohe Vertreterin der EU f&#xFC;r Au&#xDF;en- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini auf der Plenarsitzung des Europ&#xE4;ischen Parlaments in Stra&#xDF;burg. Den Artikel von Kazinform &#xFC;bersetzen und ver&#xF6;ffentlichen wir mit freundlicher Genehmmigung der Redaktion. &#x201E;Tats&#xE4;chlich sind Europa und die f&#xFC;nf zentralasiatischen L&#xE4;nder n&#xE4;her denn [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Europäische Union und die zentralasiatischen Staaten kooperieren enger als je zuvor, sagte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini auf der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg. Den Artikel von <a href="http://www.inform.kz/en/article/3183977">Kazinform</a> übersetzen und veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Tatsächlich sind Europa und die fünf zentralasiatischen Länder näher denn je. Ich denke, das ist jetzt wichtiger als je zuvor. Die Seidenstraße ist nicht nur eine buchstäbliche Erinnerung an die Vergangenheit, sondern eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte</em>&#8222;, sagte Mogherini. Laut der europäische Chefdiplomatin ist &#8222;Zentralasien heute noch mehr als früher ein Kreuzweg zwischen Europa und Fernost, zwischen Russland und Südasien&#8220;.</p>
<figure id="attachment_13248" aria-describedby="caption-attachment-13248" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-13248" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/mogherini.jpg" alt="EU, Europäische Komission" width="640" height="398" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/mogherini.jpg 640w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/mogherini-300x187.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-13248" class="wp-caption-text">Federica Mogherini in Brüssel</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Ereignisse in Afghanistan oder im Nahen Osten sind für uns ebenso wichtig wie für unsere zentralasiatischen Partner. Ihre Sicherheit ist auch unsere Sicherheit</em>&#8222;, betonte sie. &#8222;<em>Wir sehen deutlich, dass sich Zentralasien wandelt, wie sich auch die ganze Welt wandelt. Zentralasien wird unabhängiger und stärker, ein Partner für den Osten und den Westen. Heute streben die zentralasiatischen Länder eine engere Partnerschaft mit der EU an</em>“, sagte sie.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eu-ohne-geopolitische-ambitionen-in-zentralasien/">„EU ohne geopolitische Ambitionen in Zentralasien“</a></strong></p>
<p><strong>Interesse an Investment</strong><br />
Laut Mogherini sind europäische Unternehmen daran interessiert, in der Region zu investieren, wovon sowohl die Region als auch die Europäischen Union profitieren würde. &#8222;<em>Wir teilen das Interesse an der Verbesserung des Wirtschaftsumfelds. Ebenso haben wir auch die Arbeit an der neuen Generation von Abkommen über verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit begonnen. Wir haben eines mit Kasachstan unterzeichnet, wir verhandeln mit Kirgisistan und wir freuen uns darauf, bald Verhandlungen mit Usbekistan zu beginnen</em>&#8222;, sagte sie.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/europaische-kommission-und-europaisches-parlament-beraten-wie-druck-auf-die-turkmenische-regierung-ausgeubt-werden-kann/">EU-Kommission und EU-Parlament beraten, wie Druck auf die turkmenische Regierung ausgeübt werden kann</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch äußerte sie die Hoffnung, dass das Europäische Parlament bald sein Partnerschafts- und Gesellschaftsabkommen mit Turkmenistan, das 1998 unterzeichnet wurde, ratifizieren wird. Laut der Expertin wird auf dem Treffen der Außenminister der EU im Oktober der Entwurf der neuen Strategie der EU für Zentralasien vorgestellt, welche 2019 genehmigt werden soll. Der Entwicklungsprozess der neuen Strategie der EU für Zentralasien begann bereits im September 2017. Die vorherige Strategie wurde 2007 auf Initiative Deutschlands angenommen. Innerhalb von 10 Jahren habe es sich als wirksames Instrument zur Umsetzung der Interessen der EU in der Region erwiesen.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="http://www.inform.kz/en/article/3183977">Kazinform</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Englischen von Janny Schulz</strong></p>
<div>
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</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jan 2018 17:18:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Belt and Road Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[One Belt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2013 verk&#xFC;ndete der chinesische Staatspr&#xE4;sident Xi Jinping in Kasachstan die &#x201E;Landroute&#x201C; der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C;. Einige Monate sp&#xE4;ter verk&#xFC;ndete er die &#x201E;Maritime Route&#x201C; in Jakarta. Vier Jahre sp&#xE4;ter scheint sich Pekings monumentales Projekt von Zentralasien und Russland in neue Gebiete umorientiert zu haben, vor allem in den Nahen Osten. Der Artikel erschien im franz&#xF6;sischen Original bei [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/">Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<hr />
<p><strong>2013 verkündete der chinesische Staatspräsident </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping"><strong>Xi Jinping</strong></a><strong> in Kasachstan die „Landroute“ der „</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road"><strong>Neuen Seidenstraße</strong></a><strong>“. Einige Monate später verkündete er die „Maritime Route“ in Jakarta. Vier Jahre später scheint sich Pekings monumentales Projekt von Zentralasien und Russland in neue Gebiete umorientiert zu haben, vor allem in den Nahen Osten. </strong></p>
<p><strong>Der Artikel erschien im französischen Original bei unserem Partner </strong><a href="https://asialyst.com/fr/"><strong>Asialyst</strong></a><strong>.</strong></p>
<p>Seit der Verkündung des Projekts hat sich dessen englischer Name weiterentwickelt. Aus dem ursprünglichen Namen OBOR („One Belt One Road“), der sehr auf die chinesischen Interessen ausgerichtet war und den böse Zungen mit &#8222;Unsere Bulldozer, unsere Regeln&#8220; wiedergaben, ist Peking zu dem bescheideneren Titel „Belt and Road Initiative“ (BRI) übergegangen. In seinen verschiedenen Ausprägungen &#8211; Schienen- und Straßenverkehr, zu Schiff, digital und im Luftraum &#8211; entwickelt sich das BRI entlang zweier Achsen mit jeweils unterschiedlichen Varianten.</p>
<p>Die erste, <a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/12/route-de-la-soie-arctique-plans-chine-russie-pour-dominer-pole-nord/">nördliche („arktische“) Route </a> durchquert Zentralasien und führt über Russland oder Iran weiter nach Europa. Die zweite Route ist in drei Korridore unterteilt: von Pakistan bis zum Hafen von Gwadar, von Burma bis zum Hafen von Kyaukphyu, und von <a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/11/laos-devient-pole-geostrategique-majeur-nouvelles-routes-soie/">Laos bis Singapur</a>. Auf dem weiteren Seeweg führt sie über Piräus in Griechenland bis nach Mitteleuropa. Die BRI beinhaltet neben den infrastrukturellen Bauten auch den Bau von Industriezonen, Stromerzeugung und sogar Hotelprojekte.</p>
<p><strong>Erweiterte Zusammenarbeit mit neuen Ländern</strong></p>
<p>Die &#8222;Neue Seidenstraße&#8220; bringt zahlreiche Projekte, die China oder die anderen 65 teilnehmenden Länder vorgeschlagen hatten, zusammen. China hat ein BRI-Forschungszentrum eingerichtet, das regelmäßig Konferenzen abhält. Die <a href="http://www.liberation.fr/planete/2017/05/12/route-de-la-soie-pekin-deploie-ses-tentacules_1569239">Liste der Projekte</a> wird noch immer ergänzt. Im November unterzeichnete Marokko ein Memorandum mit China, und das Hochgeschwindigkeitszugprojekt zwischen Tanger und Casablanca bekam grünes Licht. Weiterhin ist Neuseeland der BRI beigetreten, und in Australien wird ein möglicher Beitritt diskutiert.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-ruckkehr-nach-zentralasien/">Chinas Rückkehr nach Zentralasien</a></strong></p>
<p><strong>Die Entwicklung des Handels entlang der Landroute</strong></p>
<p>Die Veränderungen, die die Neue Seidenstraße in den letzten vier Jahren hervorgebracht hat, lassen sich durch die Entwicklung der chinesischen Exporte, Investitionen und Bauaufträge entlang der beiden Landwege messen: Zentralasien einschließlich Russland, Naher und Mittlerer Osten und die europäischen Länder, die den <a href="http://german.xinhuanet.com/2015-11/23/c_134845325.htm">16 + 1-Mechanismus</a> integriert haben. Die chinesischen Exporte in die Welt haben von 2013 bis zum dritten Quartal 2016 an Wert verloren. Ein Jahr später haben sie ihr Niveau von vor vier Jahren noch nicht wieder erreicht. Die Exporte in die Länder entlang der Landroute liegen unter denen aus dem Jahr 2013, und erholen sich stärker in den mitteleuropäischen Staaten. Die Ausfuhren in den Iran (um +48% gegenüber 2013) und nach Saudi-Arabien stiegen am stärksten.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : Wie die &#8222;Neue Seidenstraße&#8220; Zentralasien verändern würde</strong></p>
<p>Eines der Ziele der BRI ist es, neue Absatzmärkte für chinesische Bauunternehmen zu finden, die vom Abschwung von Großprojekten in China betroffen sind. Für 2016 liegen noch keine Daten vor. Daher ist der Vergleich der Anzahl an Projekten, die in den Zeiträumen 2010-2012 und 2013-2015 durchgeführt wurden, vielsagend: Interessanterweise hat sich die Anzahl der Projekte in Zentralasien und Russland nicht signifikant erhöht. Die stärkste Zunahme gab es stattdessen im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere in Saudi-Arabien und im Iran.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Den </strong><a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/19/nouvelles-routes-soie-ou-en-est-on-exactement/"><strong>gesamten Artikel</strong></a><strong> findet ihr im französischen Original  auch auf der Website unseres Partners </strong><a href="https://asialyst.com/fr/"><strong>Asialyst</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Jean-Raphaël Chaponnière<br />
Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Asie21 und Experte für Schwellenländer in Asien</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Manas: Kulturelles Erbe zwischen China und Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jan 2018 09:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Manas]]></category>
		<category><![CDATA[Manastschi]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Manas-Epos, ist das wohl wichtigste Werk der kirgisischen Literatur. Es wurde &#xFC;ber Jahrhunderte m&#xFC;ndlich &#xFC;berliefert und ist ein wichtiger Teil der kirgisischen nationalen Identit&#xE4;t . Allerdings wird das Epos nicht nur in Kirgistan, sondern auch in China als identit&#xE4;tsstiftendes Element herangezogen. Eine Analyse. Im autonomen uighurischen Gebiet Xinjiang, weniger als 100 Kilometer entfernt von [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Manas-Epos, ist das wohl wichtigste Werk der kirgisischen Literatur. Es wurde über Jahrhunderte mündlich überliefert und ist ein wichtiger Teil der kirgisischen nationalen Identität . Allerdings wird das Epos nicht nur in Kirgistan, sondern auch in China als identitätsstiftendes Element herangezogen. Eine Analyse. </strong></p>
<p>Im autonomen uighurischen Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a>, weniger als 100 Kilometer entfernt von der Grenze zu Kirgistan, liegt das Dorf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Artux">Atushi</a>, in dem sich die Mehrheit der ethnisch kirgisischen Bevölkerung in China befindet. Die kirgisische Minderheit in China steht sehr viel weniger im öffentlichen Fokus als die uighurische. Doch genau hier wird die mündliche Tradition des uralten  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Epos)">Manas-Epos</a> gewahrt.</p>
<p>Das Epos handelt von den Taten des Helden Manas, der als erster die kirgisischen Stämme vereinte, die unter dem gnadenlosen Joch zahlloser Feinde litten. Mit seinen Gefährten, den 40 <em>choro</em>, zog er gegen seine Gegner in den Krieg und kam dabei sogar bis nach Peking. Auf dem Rückweg wurde er schwer verwundet und erlag seinen Verletzungen. Er hinterließ seinem Sohn <u>Semetey </u>eine geschwächte Machtstruktur, ein Volk, das erneut unter Fremdherrschaft zu leiden hatte und die Berufung, das Werk seines Vaters weiterzuführen. Und so sollte es kommen. Semetey erfüllte seine Rolle souverän und gab die Fackel anschließend an seinen Sohn, <a href="http://www.unesco.org/culture/ich/fr/RL/manas-semetey-seitek-trilogie-epique-kirghize-00876">Seitek</a>, weiter.</p>
<figure id="attachment_12076" aria-describedby="caption-attachment-12076" style="width: 1814px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12076" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3.jpg" alt="Manastschi Sayakbai, Manas, Tscholpon-Ata" width="1814" height="1361" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3.jpg 1814w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image1-3-1300x975.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1814px) 100vw, 1814px" /><figcaption id="caption-attachment-12076" class="wp-caption-text">Der Manastschi Sayakbai hält Manas in Tscholpon-Ata</figcaption></figure>
<p>Diese <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/lepopee-de-manas-encyclopedie-de-lhistoire-et-des-murs-kirghizes/">Geschichte</a> ist unter allen Kirgisen bekannt, die stolz darauf sind, das weltweit längste Epos ihr Eigen zu nennen: alles in allem enthält die Version des berühmten „Manastschi“ (ein Barde, der den Manas-Epos rezitiert) <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/les-manastchis-sayakbai-karalaev/">Sayakbai Karalaje</a>w (1894-1971) 500 533 Verse.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/phanomen-manastschi/">Phänomen Manastschi </a></strong></p>
<p>Der klassische Vergleich, den sowohl Touristenführer als auch die Wissenschaft heranziehen, besagt, dass das kirgisische Epos 20 mal länger ist als die <em>Ilias</em> und <em>Odyssee</em> von Homer, und zweieinhalb mal größer als das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mahabharata"><em>Mahabharata</em></a>, das älteste Epos Indiens. An dieser Stelle muss allerdings auch hervorgehoben werden, dass das Manas-Epos zu den letzten Epen gehört, die bis heute mündlich tradiert werden – im Gegensatz zu Ilias, Odyssee und Mahabharata, die in Buchform existieren.</p>
<p><strong>Der <em>manastschi</em> Jusup Mamay</strong></p>
<p><a href="http://journal.oraltradition.org/files/articles/16ii/Lang_Ying.pdf">Jusup Mamay</a> (1918-2014) ist der berühmteste Manastschi in der kirgisischen Gemeinschaft Chinas. Geboren wurde er im Gebiet um Atuschi als jüngstes von 27 Kindern. Sein ältester Bruder,  Balbai, war ein passionierter Amateurfolklorist und Sammler kirgisischer Lieder, Legenden und Epen. Sein Vater war Nomade und ein Kenner des Manas-Epos, seine Mutter Sängerin. Der älteste Bruder gab seine Sammlung an seinen kleinen Bruder Jusup weiter, im Besonderen sein Manuskript des Manas-Epos.</p>
<figure id="attachment_12075" aria-describedby="caption-attachment-12075" style="width: 1814px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12075" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1.jpg" alt="Manastschi Sayakbai, Bischkek, Epos Manas, Kirgistan" width="1814" height="1361" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1.jpg 1814w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image2-1-1300x975.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1814px) 100vw, 1814px" /><figcaption id="caption-attachment-12075" class="wp-caption-text">Eine Statue des Manastschi Sayakbai in Bischkek</figcaption></figure>
<p>Jusup beschäftigte sich ab dem Alter von acht Jahren mit dem Epos, indem er Passagen, die ihm anvertraut wurden, auswendig lernte. Wie viele anderen Manastschis besuchten ihn Manas und vier seiner Begleiter im Traum. Ein Traum, den er als Inthronisation in seiner Rolle als Manastschi deutet: <em>„Die Ritter verlangten von mir, Manas zu rezitieren, aber ich sagte ihnen, dass ich das nicht könne. Da antworteten sie mir: &#8218;Du kannst singen, wenn du den Mund öffnest.&#8216; Also öffnete ich den Mund und begann zu singen.“</em></p>
<p>Ab dem Jahr 1961 und mit dem steigenden Interesse chinesischer Folkloristen an der ethnischen Minderheit der Kirgisen in der Volksrepublik China wurde Jusup Mamay häufig eingeladen, seine Version des Manas zu rezitieren. Die meisten der dabei entstandenen Rezitationen wurden aufgezeichnet und veröffentlicht.</p>
<p><strong>Verschiedene Versionen des Epos</strong></p>
<p>Auch wenn Mamays Ausbildungsprozess gängig unter den meisten Manastschis ist, existieren grundlegende Unterschiede zwischen seiner – chinesisch geprägten – Auslegung  und der kirgisisch geprägten von Sayakbai Karalajew.</p>
<p>Erstens wurde sowohl in der Sowjetzeit als auch heutzutage der Verschriftlichung einer Version von Manas weniger bis keine Bedeutung zugeschrieben. Savakbai Karalajew wurde von verschiedenen sowjetischen Folkloristen eingeladen, den Epos zu rezitieren, und wirkte zwischen 1932 und 1960 immer wieder sporadisch an Aufnahmen mit. Jusup Mamay ist hingehen für die langen Rezitationen seiner gesamten Manas-Version bekannt. Diese liegt in schriftlicher Form vor. Sayakbai Karalajew hingehen schrieb seine Version nicht auf. Auf chinesischer Seite ist ein stärkerer redaktioneller Eingriff zu erkennen als auf kirgisischer.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-manas-epos-eine-enzyklopdie-kirgisischer-geschichten-und-sitten/">Das Manas Epos: Eine Enzyklopädie kirgisischer Geschichten und Sitten </a></strong></p>
<p>Die Version von Jusup Mamay bleibt mit etwa 230 000 Versen weit hinter dem Gigantismus der Version Savakbai Karalajevs zurück, zeigt jedoch die Abfolge von sieben Generationen nach Manas, während die kirgisische Version sich auf die Trilogie <em>Manas, Semetey </em>und<em> Seitek</em> beschränkt. In Jusup Mamays Version folgen zusätzlich die Episoden der Nachfolgegeneration nach Seytek:  <em>Kenenim</em>,<em> Seit</em>,<em> Asilbacha-Bekbacha</em>,<em> Sombilek</em> und <em>Chigitey</em>.</p>
<p><strong><br />
Manas und die chinesische und kirgisische Kulturpolitik</strong></p>
<p>Manas ist in Kirgistan und China sehr bekannt. Nähert man sich dem Thema jedoch von einem ideologischen oder politischen Standpunkt, kann man einige Reibungspunkte zwischen den beiden Staaten erkennen.</p>
<figure id="attachment_12074" aria-describedby="caption-attachment-12074" style="width: 1814px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12074" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3.jpg" alt="Das Dorf Manas Ayil im Süden von Bischkek" width="1814" height="1361" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3.jpg 1814w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image3-1300x975.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1814px) 100vw, 1814px" /><figcaption id="caption-attachment-12074" class="wp-caption-text">Das Dorf Manas Ayil im Süden von Bischkek</figcaption></figure>
<p>1995 feierte die junge Republik Kirgistan das 1000-jährige Bestehen das Manas Epos – nicht etwa das Helden Manas. Unter der Führung des damaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Askar_Akajew">Askar Akajew</a>, dem ersten Präsidenten Kirgistans,  orientierte sich das Land schnell in Richtung eines kulturellen und ethnischen Nationalismus, für den der Manas-Epos sowohl als wichtige Säule, als auch als Ziel diente.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-helden-des-manas-epos/">Die Helden des Manas Epos</a> </strong></p>
<p>In dieser Zeit versuchte Askar Akajew, sowohl verschiedene ethnische Gruppen unter einer Flagge zu vereinen(&#8222;Kirgisistan, unser gemeinsames Zuhause&#8220;) und einen ethnisch kirgisischen Nationalismus auszubauen. Diese widersprüchliche kirgisische Identitätssuche zwang ihn dazu die Beziehungen zu China stärker auszubalancieren. Insbesondere der berühmten Episode des „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Epos)">großen Marsches nach Peking“,</a> in der Manas das Reich der Mitte erschütterte, kam dabei große Bedeutung zu.</p>
<p>In seinem Buch <em>Kyrgyz National Statehood and the National Epos Manas</em>, behandelt Akajew die Frage rhetorisch, indem er unter anderem zeigt, dass Manas und seine Kriegerhorden Peking, die Hauptstadt des chinesischen Reiches, nicht angegriffen haben. Stattdessen hätten sie eine gleichnamige Stadt, den Sitz der feindlichen uighurischen Macht, angegriffen.</p>
<p><strong>Die Eintragung des Manas als UNESCO Weltkulturerbe</strong></p>
<p>Paradoxerweise geschah die Eintragung des Manas-Epos als Weltkulturerbe nicht auf Initiative Kirgisistans, sondern Chinas. Im Jahr 2009 schlug die chinesische Regierung, unter Berufung auf ihre kirgisische Minderheit, vor, Manas in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Dieser Versuch löste in Kirgisistan einen Aufruhr aus.</p>
<p>Zu dieser Zeit spielte das Epos nicht mehr die zentrale Rolle, die es unter Präsident Askar Akajew eingenommen hatte. Aber durch die Bemühungen mehrerer NGOs und später auch der kirgisischen Regierung wurde der Antrag schließlich unterstützt und der UNESCO vorgelegt. Am 4. Dezember 2013 setzte diese das Epos unter dem Namen &#8222;Manas, Semetey, Seytek: Kirgisische epische Trilogie“ auf die repräsentative Liste des <a href="https://ich.unesco.org/en/RL/kyrgyz-epic-trilogy-manas-semetey-seytek-00876?RL=00876">immateriellen Kulturerbes</a> der Menschheit.</p>
<figure id="attachment_12073" aria-describedby="caption-attachment-12073" style="width: 1555px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12073" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4.jpg" alt="Eine Statue von Sayakbai in Manas Ayil " width="1555" height="2074" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4.jpg 1555w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4-600x800.jpg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Image4-1300x1734.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1555px) 100vw, 1555px" /><figcaption id="caption-attachment-12073" class="wp-caption-text">Eine Statue von Sayakbai in Manas Ayil</figcaption></figure>
<p>&#8222;Die Trilogie hilft jungen Menschen, ihre Geschichte, ihre Kultur, ihre natürliche Umwelt und die Völker der Welt besser zu verstehen und gibt ihnen ein Gefühl der Identität. Als Bestandteil der formalen Bildung fördert es Toleranz und Multikulturalität. &#8222;, so die <a href="https://ich.unesco.org/en/RL/kyrgyz-epic-trilogy-manas-semetey-seytek-00876?RL=00876">Webseite der UNESCO</a> über das Epos.</p>
<p>Diese Beschreibung ist das Ergebnis einer Wiederaufnahme des kulturellen Engagements der kirgisischen Regierung, besonders im Bereich des Manas-Epos. So ist seit 2010 beispielsweise auch eine Verordnung in Kraft, die das Studium der Trilogie in kirgisischen Schulen und Universitäten vorschreibt.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-ruckkehr-nach-zentralasien/">Chinas Rückkehr nach Zentralasien </a></strong></p>
<p>Nach den Angaben der  UNESCO existiert diese mündliche Tradition des Manas &#8222;sowohl in Kirgisistan, als auch in China&#8220;. Die Unterschiede zwischen den beiden Versionen werden allerdings nicht erwähnt. So wird Kirgistan ein Eigentumsrecht am Epos zugeschrieben und  der Eindruck vermittelt, als wäre die dreiteilige Form der kirgisischen Version dessen unveränderlicher Charakter.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den beiden Ländern die mündliche Tradition im Zentrum zahlreicher Interessen steht. Dies schützt das Epos einerseits vor einem möglichen Aussterben. Andererseits wird es so aber auch stark ideologisch aufgeladen und beeinflusst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julien Bruley<br />
Doktorant der Anthropologie, Université de Lille</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
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		<title>Human Rights Watch gratuliert Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/human-rights-watch-gratuliert-usbekistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 10:49:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Human Right Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die auf den Schutz von Menschenrechten spezialisierte NGO sch&#xE4;tzt den Kurs der Regierung von Schawkat Mirsojojew als in die richtige Richtung gehend ein und ermutigte die Regierung des usbekischen Pr&#xE4;sidenten Schawkat Mirsijojew, diesen Kurs weiterzuf&#xFC;hren. Human Rights Watch (HRW) gratuliert Usbekistan: In den vergangenen 10 Jahren w&#xE4;re eine solche Ank&#xFC;ndigung undenkbar gewesen. Genau das jedoch [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die auf den Schutz von Menschenrechten spezialisierte NGO schätzt den Kurs der Regierung von Schawkat Mirsojojew als in die richtige Richtung gehend ein und ermutigte die Regierung des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew, diesen Kurs weiterzuführen. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Human Rights Watch (HRW) gratuliert Usbekistan: In den vergangenen 10 Jahren wäre eine solche Ankündigung undenkbar gewesen. Genau das jedoch geschah jedoch am 05. September in Taschkent, der Hauptstadt des Landes. Während eines Forums, dass NGO´s gewidmet war, bestätigten die beiden HRW Repräsentanten für Usbekistan, dass ihre Organisation Usbekistan für seinen Fortschritt im Bereich der Menschenrechte gratuliert.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Was zurzeit in Usbekistan geschieht, ist bedeutsam. Man könnte es als einen Moment der Hoffnung bezeichnen</em>“, schrieb Hugh Williamson, Direktor für Europe und Zentralasien bei HRW. Weiterhin stellte der auf Zentralasien spezialisierte Forscher Steve Swerdlow positive Entwicklungen für die Medienentwicklung und die freie Meinungsäußerung fest, wie <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2017/09/05/hrw/">Gazeta.uz</a> berichtet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Wir bleiben eine unabhängige Stimme“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Erklärung soll jedoch kein Freifahrtschein der NGO für die Regierung <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirzijojews</a> sein. Dieser war <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/elections-presidentielles-ouzbekes-chavkat-mirzioiev-elu-a-8861-des-suffrages/">im Dezember 2016</a> nach dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-prsident-islam-karimow-ist-tot/">Tod des ersten usbekischen Präsidenten Islam Karimow</a> im September 2016 an die Macht gekommen. „<em>Das Wichtigste für die usbekische Regierung ist es, diese bescheidenen Fortschritte in institutionelle Veränderungen und nachhaltige Verbesserungen umzusetzen</em>&#8222;, sagte Steve Swerdlow in der HRW-Erklärung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/human-rights-watch-bald-zuruck-in-usbekistan/">Human Rights Watch bald zurück in Usbekistan?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir bleiben eine unabhängige Stimme, die manchmal kritisch ist, die aber immer dabei helfen wird, zuverlässige Informationen zu sammeln und Empfehlungen an die usbekische Regierung in Bezug auf ihre Menschenrechtsverpflichtungen zu auszusprechen</em>&#8222;, so Steve Swerdlow weiterhin.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nachhaltige Entwicklungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die beiden Mitglieder von HRW begrüßten auch die <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/human-rights-watch-bald-zuruck-in-usbekistan/">Rückkehr der Organisation nach Usbekistan</a>, sieben Jahre nach ihrem Verbot. Ein starkes Zeichen der Öffnung der usbekischen Regierung, die auch der BBC bekanntgab, dass diese ihre Aktivitäten in usbekischer Sprache wiederaufnehmen können. Der Sender hat sein Büro in Usbekistan <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-bbc-kommt-zuruck-nach-usbekistan/">noch nicht wiedereröffnet</a>, betreibt jedoch einen usbekischsprachigen Zweig <a href="http://www.bbc.co.uk/mediacentre/latestnews/2017/bbc-uzbek-arezo-tv">in Afghanistan.</a></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem ersten Besuch im Land seit 2010 strebt Human Rights Watch nachhaltige Entwicklungen an. Mit den zahlreichen von Schawkat Mirsijojew eingeführten Veränderungen, einschließlich der <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-liberalisiert-seine-wahrung-und-offnet-sich-dem-internationalen-kapitalmarkt/">Liberalisierung der usbekischen Währung,</a> scheint das Land entschlossen zu sein, sich zu öffnen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/human-rights-watch-gratuliert-usbekistan/">Human Rights Watch gratuliert Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die nationale Identität Usbekistans 2.0: Die aktuelle Debatte (2/2)</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/die-nationale-identitat-usbekistans-2-0-die-aktuelle-debatte-22/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2017 14:07:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie war w&#xE4;hrend der Sowjet&#xE4;ra ein Tabuthema, seit 1991 ist sie jedoch zu einer der zentralen Fragestellungen f&#xFC;r die Einheit des jungen unabh&#xE4;ngigen Staates geworden. Durch das Internet k&#xF6;nnen sich Usbeken offener ausdr&#xFC;cken. In Foren und sozialen Netzwerken sind Debatten &#xFC;ber Identit&#xE4;t zu einem Schl&#xFC;sselthema politischen Engagements der post-sowjetischen Generation geworden. Die Diskussionen zeigen die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Sie war während der Sowjetära ein Tabuthema, seit 1991 ist sie jedoch zu einer der zentralen Fragestellungen für die Einheit des jungen unabhängigen Staates geworden. Durch das Internet können sich Usbeken offener ausdrücken. In Foren und sozialen Netzwerken sind Debatten über Identität zu einem Schlüsselthema politischen Engagements der post-sowjetischen Generation geworden. Die Diskussionen zeigen die historische Komplexität eines multiethnischen, auf bolschewistischer Ideologie erbauten Staates. </b></p>
<p><b><i>Lest auch auf Novastan:  </i></b><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/teil-1-die-nationale-identitat-usbekistans-2-0-das-erbe-einer-debatte/">Die nationale Identität Usbekistans Teil 1 -Das Erbe einer Debatte</a></p>
<p>In Usbekistan werden divergierende politische Meinungen weder in der Presse noch anderswo ausgedrückt. Das Aufkommen des Internets jedoch hat die Situation geändert und erlaubt, unterschiedliche Standpunkte zu verbreiten. Die Identität der usbekischen Gesellschaft ist ein heißes Thema, des ein interessantes und einzigartiges Zeugnis darüber ablegt, welche Vision die usbekische Gesellschaft für sich selbst hat.</p>
<p><b>Das Internet als ein Ort der Identitätsdebatte</b></p>
<p>Die Entwicklung des Internets ermöglichte es Vertretern verschiedener politischer Orientierungen, ihre Meinungen auf diversen Online-Plattformen auszudrücken. Die Jahre 2000-2010 sind gekennzeichnet von der Entstehung von auf Regionen, Ethnien und Sprachen spezialisierten Foren, die seitdem eine wachsende Bedeutung im usbekischen Netz erlangt haben. Nationale Foren wie <i>Arbuz </i>(„Die Wassermelone“, eine bedeutende Frucht in Usbekistan), <i>Ziyouz </i>(Ziyo bedeutet „Wissen“ oder „Intelligenz“ in der Poesiesprache) und <i>Choyhona </i>(„Das Teehaus“, ein exzellenter Diskussionsort in Usbekistan) sind Austragungsorte lebendiger Debatten zwischen Islamisten, Nationalisten und Liberalen geworden. Im Januar 2011 allerdings mutete die Festnahme von sechs Nutzern des Hauptforums <i>Arbuz </i>aufgrund ihrer islamistischen Positionen [13] und <a href="http://www.bbc.com/uzbek/uzbekistan/2011/02/110204_cy_arbuz_closed.shtml">die komplette Schließung des Forums einen Monat später</a> wie eine Warnung an die usbekischen Internetnutzer an. Die Foren verloren daraufhin ihre Attraktivität als Orte der freien Meinungsäußerung [14].</p>
<p>Frequentiert von einem jungen gebildeten Publikum, spielen diese privilegierten Versammlungsorte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der virtuellen usbekischen Gesellschaft. Mit der Schließung von <i>Arbuz </i> und dem Druck, den er auf andere Foren ausübt, gelang es dem Staat, diese neuentstandene Ansammlung politischer Energie zu zerschlagen. Seitdem verstreuen sich die Forennutzer auf andere Plattformen, vor allem in den sozialen Netzwerken.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10454" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_mdk_uzbek.jpeg" alt="MDK Usbekistan " width="888" height="748" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_mdk_uzbek.jpeg 888w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_mdk_uzbek-300x253.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_mdk_uzbek-768x647.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 888px) 100vw, 888px" /></p>
<p><a href="http://www.internetworldstats.com/asia/uz.htm">Die sozialen Netzwerke, die sich in Usbekistan ab dem Jahr 2007 entwickelten</a>, zunächst als Orte der Begegnung und des Austauschs, wurden später zu Plattformen der sozialen und politischen Debatten.</p>
<p>Die größten Plattformen, die als usbekische online-Treffpunkte dienen, sind <i>Facebóok, Twitter, Odnoklassniki, Vkontakte, Mail.ru</i>, und mobile Applications wie <i>Whatsapp</i> und <i>Telegram</i>. <i>Facebook</i> zieht vor allem usbekische Nutzer an, die in Europa oder den Vereinigten Staaten studiert haben und Fremdsprachen sprechen. <i>Odnoklassniki</i>, ein rein russischsprachiges Netzwerk, wird hauptsächlich von usbekischen Einwanderern aus Russland und der usbekischen Jugend frequentiert.  Die Ausrichtung der Diskussionen in diesen Netzwerken spiegelt die geographische und kulturelle Nähe wieder. Während der Ukrainekrise konnte man auf <i>Facebook</i> eine anti-russische Positionierung usbekischer Nutzer beobachten, <a href="https://ok.ru/siyosat.maydoni/topic/62417555114876">während auf <i>Odnoklassiniki</i> die usbekischen Nutzer klare pro-russische Positionen vertraten.</a> Natürlich gab es in beiden Netzwerken Vertreter unterschiedlicher Positionen, der allgemeine Trend war jedoch ersichtlich.</p>
<figure id="attachment_10455" aria-describedby="caption-attachment-10455" style="width: 896px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-10455" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_political_arena.jpeg" alt="Odnoklassniki Political Arena Usbekistan" width="896" height="708" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_political_arena.jpeg 896w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_political_arena-300x237.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_political_arena-768x607.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 896px) 100vw, 896px" /><figcaption id="caption-attachment-10455" class="wp-caption-text">Screenshot aus der Gruppe &#8222;Political Arena&#8220; auf dem Netzwerk &#8222;Odnoklassniki&#8220;</figcaption></figure>
<p>In den sozialen Netzwerken ist die Frage nach der nationalen Identität ein zentrales Thema. Unsichtbar hinter ihren Bildschirmen fühlen sich die Nutzer frei, ihre Meinungen auszudrücken und sich entsprechend ihrer Ideen zu gruppieren. Dort finden sich die Gruppen der <a href="https://www.facebook.com/groups/139834769445604/">Islamisten</a>, <a href="https://www.facebook.com/groups/388396334638018/">Nationalisten</a>, <a href="https://www.facebook.com/groups/233529446773723/">Panturkisten</a>, Regionalisten,<a href="https://www.facebook.com/groups/uzbek.atheists/"> Säkularisten</a> und <a href="https://www.facebook.com/Samarqand.Bukhara">Paniranisten</a> etc. Die Diskussionen in diesen Gruppen konzentrieren sich auf die allgemeine gesellschaftliche Ausrichtung des Landes, beispielsweise die Rolle von Religion in der Gesellschaft und die Bedeutung, die Traditionen einnehmen sollten. Die Politik des Regimes wird selten in Frage gestellt. Diskussionen über die Politik oder politische Persönlichkeiten sind riskant und daher Tabuhemen. Die von der Opposition aufgeworfenen Fragen werden von den lokalen Internetnutzern weitestgehend ignoriert. Die Furcht vor den Behörden ist nicht verschwunden. Daher umgehen die Nutzer Zensur und Repression, indem sie sozialen Themen Vorrang geben.</p>
<figure id="attachment_10456" aria-describedby="caption-attachment-10456" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-10456" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_uzbek_athees_et_secularistes.jpeg" alt="Atheisten Soziale Netzwerke Usbekistan" width="525" height="720" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_uzbek_athees_et_secularistes.jpeg 525w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_uzbek_athees_et_secularistes-219x300.jpeg 219w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption id="caption-attachment-10456" class="wp-caption-text">Gruppe der Atheisten auf Facebook</figcaption></figure>
<p><b>Die Islamisten in der Netzdebatte</b></p>
<p>Die enttäuschten Hoffnungen, die mit dem Arabischen Frühling in Libyen, Ägypten und Syrien verbunden waren, haben den Einfluss der Islamisten auf ihre Sympathisanten im Netz verringert. Traditionell sind die Diskussionen in den usbekischen sozialen Netzwerken sehr am russischen Standpunkt orientiert. Mit der starken russischen Präsenz in den Konfliktherden Syrien und Ukraine haben auch die pro-russischen Kommentare und Positionen im Netz zugenommen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Teile der usbekischen Bevölkerung, die an Diskussionen in sozialen Netzwerken teilnehmen, zu großen Teilen aus in Russland arbeitenden Migranten besteht, die die Beziehungen und Positionen zwischen den Internetnutzern der alten Sowjetrepublik und Moskau nachziehen. Das trotz der geopolitischen Positionierung der usbekischen Regierung, die dem russischen Einfluss in der Region entgegenzuwirken versucht (besonders mit der <a href="https://www.rferl.org/a/nato-regional-bureau-opens-in-tashkent/25387683.html">Eröffnung eines NATO-Zweiges für Zentralasien in Taschkent</a> 2014. Das Büro wurde im <a href="http://www.nato.int/cps/de/natohq/topics_107902.htm">April 2017 aus Budgetgründen von Seiten der NATO geschlossen</a>).</p>
<p>Mit dem Wiederauftauchen Russlands als geopolitischer Akteur gegenüber Europa und den Vereinigten Staaten haben usbekische Internetnutzer eine einen neue anti-westliche und dafür pro-russische Position angenommen. Der radikale Islamismus verlor sein Monopol als Konkurrent des Westens, während Russland sein föderatives Gegenmodell, dass es noch aus Zeiten der Sowjetunion hatte, wieder etablierte und somit eine Identifikationsmöglichkeit geschaffen hat.</p>
<p>So bezeugen die sozialen Netzwerke in Usbekistan eine Verlangsamung muslimischer Entwicklungen in der usbekischen Identität. Das unterstützen die Unterstützer der Demokratie und die Eiferer des usbekischen Nationalismus, die den Islamismus als panarabische Ideologie betrachten, der eine Bedrohung für die usbekische Identität darstellt – denn diese will keine arabische sein.</p>
<figure id="attachment_10457" aria-describedby="caption-attachment-10457" style="width: 696px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-10457" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_jihadist.jpeg" alt="Islamistisch Facebook Usbekistan " width="696" height="729" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_jihadist.jpeg 696w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2014_0531_jihadist-286x300.jpeg 286w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /><figcaption id="caption-attachment-10457" class="wp-caption-text">Eine islamistisch ausgerichtete Gruppe auf Facebook</figcaption></figure>
<p><b>Eine verspätete Reaktion des Staates</b></p>
<p><b>D</b>ie usbekische Regierung rief angesichts dieser Entwicklungen Parallelnetzwerke ins Leben wie <a href="http://muloqot.uz/">Muloqot.uz</a><i> </i>(das usbekische Facebook), <a href="https://mover.uz/">Mover.uz</a> (das usbekische Youtube),  <a href="http://haqida.uz/">Haqida.uz</a> (das <a href="https://mail.ru/">Mail.ru</a> – usbekisches My Space), <i>Gap IM</i> (usbekischer Messenger),  <i>Gap Anor</i> (das usbekische WhatsApp) und viele Weitere. Diese Initiativen kamen recht spät. Die Bevölkerung hatte bereits begriffen, dass das eigentliche Ziel dieser sozialen Netzwerke eine strengere Kontrolle über die Bürger war. Sie werden daher zumeist von Jugendlichen genutzt, die sich nicht für sozio-politische Fragen interessieren. Dennoch scheint die Regierung ihren Informationskrieg nicht aufgeben zu wollen, und setzt alles daran, ihre Versäumnisse bezüglich neuer Medien, die sie zunächst vernachlässigt hatte (oder von ihnen schlicht überholt wurde) wieder auszubügeln. Zahlreiche Informationsseiten wurden von der Regierung erstellt. Wichtige Seiten wie Daryo.uz oder Uz24.uz sind offensichtliche Beispiele für angeblich unabhängige Seiten, die sich an der Politik des Regimes orientieren.</p>
<p><b>Die Schaffung einer neuen usbekischen Identität dank des Internets? </b></p>
<p>Die Fülle an Informationen von allen Seiten und der Mangel an Kontrolle über die Nutzer der sozialen Netzwerke ist eine tickende Zeitbombe für die usbekische Regierung. Die Freiheit des Internets, wenn auch nur eine Illusion, kann reale Konsequenzen haben, wie im Fall des arabischen Frühlings. Die sozialen Netzwerke sind so zum Austragsort eines Krieges geworden, den die Usbeken mit ihren Tastaturen führen — und in dem die Gräben zwischen den Parteien sehr tief sind. Durch die Globalisierung nehmen auch ausländische Einflüsse zu. Ausländische Seiten sind seitdem beliebter als interne usbekische, womit auch die Bedeutung westlicher Sprachen, allen voran Englisch, zunimmt. Die junge Generation kommuniziert mehr und mehr in Fremdsprachen. Im Internet wendet sich die Jugend Englisch und Usbekisch zu und lässt das Russische hinter sich.</p>
<p>Diese Redefreiheit in den sozialen Netzwerken über die brennende Frage der Identität hat es der usbekischen Jugend ermöglicht, sich über soziale, politische und historische Unterschiede bewusst zu werden. Im und durch das Internet entwickeln sich allmählich eine usbekische Mentalität. Die Jugend emanzipiert sich allmählich von den Traditionen, ohne jedoch historische Spaltungen zu überwinden.</p>
<p style="text-align: right"><b>Akhmed Rahmanov</b><br />
<b>Redakteur für Francekoul.com (Novastan.org)</b></p>
<p style="text-align: right"><b>Redigiert von Isabelle Klopstein</b></p>
<p style="text-align: right"><b>Aus dem Französischen von Janny Schulz</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bibliographische Anmerkungen:</b></p>
<p><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/identite-ouz/#_ftnref13">[13]</a>           <a href="http://www.bbc.co.uk/uzbek/uzbekistan/2011/01/110121_cy_uzbek_arbuz.shtml">http://www.bbc.co.uk/uzbek/uzbekistan/2011/01/110121_cy_uzbek_arbuz.shtml</a></p>
<p><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/identite-ouz/#_ftnref14">[14]</a>           <a href="http://www.bbc.co.uk/uzbek/uzbekistan/2011/02/110204_cy_arbuz_closed.shtml">http://www.bbc.co.uk/uzbek/uzbekistan/2011/02/110204_cy_arbuz_closed.shtml</a></p>
<p><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/identite-ouz/#_ftnref15">[15]</a>       Die Zahl der Internetnutzer in Usbekistan ist seit 2007 stark gestiegen, vor allem aufgrund der Entwicklung des mobilen Internets.</p>
<p><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/identite-ouz/#_ftnref16">[16]</a>           <a href="http://odnoklassniki.ru/group/52243312410748/topic/62417555114876">http://odnoklassniki.ru/group/52243312410748/topic/62417555114876</a></p>
<p><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/identite-ouz/#_ftnref17">[17]</a><a href="https://www.facebook.com/groups/139834769445604/">           https://www.facebook.com/groups/139834769445604/</a></p>
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		<title>Vom Mythos Seidenstraße</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2017 04:44:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Seidentraße]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Seidenstra&#xDF;e erlaubte den Handel und die Kommunikation zwischen verschiedenen Zivilisationen, war aber ebenso Wegbereiter f&#xFC;r Krankheiten und Parasiten. Die Ergebnisse einer arch&#xE4;ologischen Studie stellen den Mythos der Seidenstra&#xDF;e als Goldenes Zeitalter Zentralasiens in ein neues Licht. Eine Gruppe aus britischen und chinesischen Arch&#xE4;ologen konnte Darmbakterien in 2000 Jahre alten menschlichen Exkrementen nachweisen. Diese wurden [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Seidenstraße erlaubte den Handel und die Kommunikation zwischen verschiedenen Zivilisationen, war aber ebenso Wegbereiter für Krankheiten und Parasiten. Die Ergebnisse einer archäologischen Studie stellen den Mythos der Seidenstraße als Goldenes Zeitalter Zentralasiens in ein neues Licht. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine Gruppe aus britischen und chinesischen Archäologen konnte Darmbakterien in 2000 Jahre alten menschlichen Exkrementen nachweisen. Diese wurden bei Ausgrabungen im Dorf Xuanquanzhi – einer alten Station auf einer der Routen der Seidenstraße an der Ostgrenze zur Taklamakanwüste – auf gerollten Bambusblättern, einer Art antikem Toilettenpapier, in der chinesischen Provinz Gansu gefunden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Straße für Seide und Infektionen</strong></p>
<p style="text-align: justify">In ihrer Studie, die im vergangenen Jahr im <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352409X1630164X">Journal of Archeological Science</a> erschienen ist,  führen die Archäologen die Herkunft der entdeckten Parasiteneier auf einen Saugwurm zurück, der in den chinesischen Sumpfgebieten vorkommt und gemeinhin als Chinesischer Leberegel bekannt ist. Demnach kommen die Eier aus der Region Guangdong, 2000 Kilometer entfernt vom Dorf Xuanquanzhi, in welchem die Archäologen die Eier fanden.</p>
<p style="text-align: justify">Die Seidenstraße steht bereits im Verdacht, den ursprünglich aus Zentralasien stammenden Überträger der <a href="https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pest#Beulenpest">Beulenpest</a> im 14. Jahrhundert nach Europa transportiert zu haben, sowie zu verschiedenen Zeitenpunkten Lepra und Milzbrand. Bis vor kurzem hatten die Archäologen allerdings keine greifbaren Beweise für die Verbreitung von Infektionskrankheiten zwischen Asien und Europa gefunden. Die Entdeckung derartiger Parasiten in menschlichen Exkrementen, die auf das 1. Jahrhundert nach Christus datiert und einer Station entlang der Seidenstraße zugeordnet werden können, ist ein Novum.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Mythos von der Seidenstraße und dem Goldenen Zeitalter Zentralasiens</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bildung der zentralasiatischen Nationalstaaten hat reichlich dazu beigetragen, die Seidenstraße als ein Goldenes Zeitalter der Region zu konstruieren, in dem Karawanen die erlesensten Güter transportierten: Gewürze, kostbare Edelsteine, Porzellan und Seide. Zahllose internationale Projekte, die eine moderne Seidenstraße und damit die Verbindung von Europa und Asien über den Landweg zum Ziel haben, haben den Mythos Seidenstraße zusätzlich befeuert. Das bekannteste davon ist das chinesische Projekt „Silk Road Economic Belt“ oder zu deutsch „Neue Seidenstraße“, für das China Milliarden in die Infrastruktur der post-sowjetischen zentralasiatischen Staaten investieren will.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-die-neue-seidenstrae-zentralasien-verndern-wurde/">Wie die „neue Seidenstraße“ Zentralasien verändern könnte</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Diskussion um die Seidenstraße wird aber oft die historische Realität vergessen: die Seidenstraße bestand aus einem Netz aus vielen verschiedenen und häufig wechselnden Strecken, die oftmals von Angreifern genutzt wurden. Wie die Entdeckungen in China zeigen, trug das alte Streckennetz auch seinen Anteil zu der Verbreitung von Infektionskrankheiten bei.</p>
<p style="text-align: justify"><em>Der Begriff Seidenstraße verbirgt einen Großteil der historischen Realität Zentralasiens. Laut </em><a href="https://www.college-de-france.fr/site/frantz-grenet/Biographie.htm">Frantz Grenet</a> vom Lehrstuhl „Geschichte und Kultur des vor-islamischen Zentralasiens“ am <a href="https://www.college-de-france.fr/site/en-college/">Collège de France</a> erscheint der Begriff Seidenstraße, der 1877 von dem deutschen Geographen und Expeditionsreisenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Richthofen">Ferdinand Von Richthofen</a> geprägt wurde, „<em>etwas langweilig und abgenutzt</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">In seiner <a href="http://books.openedition.org/cdf/3594">Antrittsrede zum Lehrstuhlinhaber</a> am Collège de France im Mai 2013 betonte Frantz Grenet, das heutige Konzept der Seidenstraße „<em>verschleiert die Tatsache, […], dass Seide seinen chinesischen Produzenten nicht dazu diente, Profit zu machen, sondern schlicht und einfach eine Währung zur Bezahlung von Angestellten und zur Entrichtung an fremde Herrscher war, vor allem für die der bedrohlichen Nomadenvölker. Es waren <a href="https://novastan.org/de/fact/sogdien/">sogdische</a> Händler, die sie unterwegs entdeckten, und begannen, mit ihr zu handeln. Es scheint jedoch nicht, als wäre der Seidenhandel seit jeher ihre hauptsächliche Beschäftigung gewesen. Briefwechseln und Zollregistern nach könnten sie sich gut und gerne auch die Herren der Moschus- oder der Sandelholzstaße nennen. In jedem Fall handelten sie mit Produkten in kleinen Mengen und von geringem Gewicht, verglichen mit modernem Handel, deren Preis fast ausschließlich symbolisch war. Auch wenn der Fernhandel durch die Kontakte, die durch ihn entstanden, einen enormen Beitrag zur religiösen, literarischen und künstlerischen Kultur Zentralasiens leistete, muss man sich von dem Gedanken lösen, er wäre jemals die hauptsächliche Grundlage der Wirtschaft der Region gewesen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eher ein Kanal für Früchte denn eine Seidenstraße</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Idee einer Seidenstraße verbirgt <a href="http://books.openedition.org/cdf/3594">nach Frantz Grenet</a> die eigentliche wirtschaftliche Grundlage, die zur Entwicklung reicher und berühmter alter Oasenstädte wie Samarkand, Merw oder Urumqi führten.</p>
<p style="text-align: justify">Der Grund für die wirtschaftliche Entwicklung Zentralasiens ist nicht der Handel. Stattdessen sind es die „<em>heutzutage wieder begonnenen Arbeiten der Kanalarbeiter – oder, wie man sagen möchte: Hydraulikingenieure, denn ihre Expertise braucht den Vergleich mit moderner Technologie nicht zu scheuen. Hier zeigt sich ein, den Verhältnissen entsprechender, Genie besonders in der Pflanzenzucht und -anpassung, vor Allem der der Früchte</em>“, welche die wirtschaftliche Entwicklung der Region antrieb.</p>
<figure id="attachment_8496" aria-describedby="caption-attachment-8496" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8496" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Antiquities_of_Samarkand._Bridge_of_Shadman_Malik._View_from_the_North_WDL3872.png" alt="Bewässerung Samarkand Usbekistan" width="800" height="642" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Antiquities_of_Samarkand._Bridge_of_Shadman_Malik._View_from_the_North_WDL3872.png 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Antiquities_of_Samarkand._Bridge_of_Shadman_Malik._View_from_the_North_WDL3872-300x241.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Antiquities_of_Samarkand._Bridge_of_Shadman_Malik._View_from_the_North_WDL3872-768x616.png 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-8496" class="wp-caption-text">Ein Bewässerungssystem aus dem 16. Jahrhundert in Samarkand, Usbekistan</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich sind es die unwirtlichen Wüstenregionen, in denen die großen historischen Städte Zentralasiens florierten – dort wo Wasser die knappste und wertvollste Ressource war.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Neuorganisation der Bewässerungssysteme durch russische Kolonisateure Ende des 19. Jahrhunderts &#8211; die nur noch ein Schatten dessen waren, was sie in der Antike waren – bis zur Entwicklung des hydraulischen Potentials der Region durch die Sowjets, ist Wasser erneut eines der großen wirtschaftlichen Probleme und Machtfaktoren der Region geworden. Heute sind die verbliebenen sowjetischen Bewässerungssysteme in sehr schlechtem Zustand, was zu einer <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-wasser-fehlt-kirgistan-vor-der-energiekrise/">wenig effektiven Landwirtschaft</a> und der Zerstörung des Bodens führt. Die schlechte Nutzung des Wassers hat den größten Teil Zentralasiens in eine Abhängigkeitssituation und Nahrungsknappheit geführt.</p>
<p style="text-align: justify">Anstatt den Mythos der Seidenstraße wieder aufleben zu lassen – welcher ehrlicherweise sowohl Infektionen und Krankheiten als auch große Reichtümer und politische Instabilität beinhalten muss – wäre es vielleicht angebracht, in die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen zu investieren. Denn die seit der Unabhängigkeit bestehenden Grenzen trennen die für den wirtschaftlichen Erfolg Zentralasiens so wichtigen Wasserressourcen voneinander.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
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		<title>Erster Staatsbesuch des neuen usbekischen Präsidenten in Turkmenistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2017 05:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gurbanguly Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schawkat Mirsijojew wurde am 6. M&#xE4;rz auf seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat mit gro&#xDF;em Pomp begr&#xFC;&#xDF;t. Nach Ger&#xFC;chten, sein erster Auslandsbesuch k&#xF6;nnte den usbekischen Pr&#xE4;sidenten nach Russland oder Kasachstan f&#xFC;hren, zeigte die Wahl Turkmenistans, welche Bedeutung er regionaler Politik beimessen wird. Es war ein unvorhergesehener Besuch. Am Montag, den 6. M&#xE4;rz [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Schawkat Mirsijojew wurde am 6. März auf seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat mit großem Pomp begrüßt. Nach Gerüchten, sein erster Auslandsbesuch könnte den usbekischen Präsidenten nach Russland oder Kasachstan führen, zeigte die Wahl Turkmenistans, welche Bedeutung er regionaler Politik beimessen wird.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Es war ein unvorhergesehener Besuch. Am Montag, den 6. März traf sich der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> mit seinem turkmenischen Amtskollegen Gurbanguly Berdimuchammedow, um über die Zusammenarbeit der beiden Länder zu beraten. Der turkmenische Präsident <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13108">begrüßte</a> die Entscheidung des usbekischen Staatsoberhauptes, Turkmenistan für seinen ersten offiziellen Besuch zu wählen. Berdimuchammedow betonte <em>„die gemeinsame Geschichte, die gemeinsame Kultur, die gemeinsamen Traditionen“</em> der beiden Länder.</p>
<p style="text-align: justify">Anschließend <a href="http://tdh.gov.tm/news/articles.aspx&amp;article5483&amp;cat11">schenkte</a> er dem usbekischen Präsidenten einen Hengst der turkmenischen Achal-Tekkiner-Rasse und eröffnete ein Monument zu Ehren dem im September 2016 verschiedenen usbekischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation/">Islam Karimow</a>. Ebenso legte er am Mausoleum des ersten turkmenischen Präsidenten Saparmurat Nijasow Blumen nieder. Eine Geste, die die Gemeinsamkeiten der beiden autoritärsten Länder der Region betont und gleichzeitig Vermutungen auf die politische Ausrichtung des usbekischen Regimes zulässt, das zur Zeit mehr dem Turkmenischen als dem kasachischen gleicht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein unerwartetes Reiseziel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass die Wahl auf Turkmenistan als erstes Auslandsziel fiel, erscheint wie eine Überraschung. Noch ein paar Tage vor dem Besuch gaben Nachrichtenportale wie <a href="http://ru.sputniknews-uz.com/politics/20170227/4877739/Putin-Uzbekistan-poezdka-CA.html">Sputnik Usbekistan</a> bekannt, Mirzijojev hätte beschlossen, Kasachstan zu besuchen. Zuvor war Moskau als Ziel des ersten offiziellen Auslandsbesuchs im Gespräch, was erklärt, dass Wladimir Putin auf seiner kürzlich unternommenen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/putins-zentralasientournee-und-das-allgegenwaertige-russland/">Zentralasienreise</a> nicht Usbekistan besuchte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/quelle-sera-la-premiere-visite-officielle-du-prochain-president-ouzbek/">Wohin führt der erste Staatsbesuch des nächsten usbekischen Präsidenten?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Zieländerung setzt jedoch die ablehnende Tendenz usbekischer Außenpolitik gegenüber ausländische Einflüsse fort. So verweigerte Usbekistan beispielsweise die Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion, in der Turkmenistan ebenso kein Mitglied ist. Nach Aussage von <a href="http://ru.sputniknews-uz.com/radio/20170306/4927950/Mirzieev-Turkmenistan-vizit.html">Andrej Kasantsew</a>, Institutsleiter für internationale Studien der Universität MGIMO in Moskau, möchte Taschkent „<em>nicht zu eng an eine der großen Mächte, [das heißt] die Vereinigten Staaten, China oder Russland, gebunden sein</em>“ und betont stattdessen „<em>die Entwicklung der Beziehungen mit seinen Nachbarn</em>“, um nicht ein neues „Great Game“ zu begünstigen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Experte fügt hinzu, eines der Wahlversprechen Chawkat Mirzijojews sei die Verbesserung der Beziehungen mit Usbekistans Nachbarn gewesen. Turkmenistan den Vorrang vor Russland oder China zu geben, ist auch ein Weg, dem Versprechen nachzukommen.</p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich, zitieren offizielle turkmenische Nachrichtenportale das usbekische Staatsoberhaupt, „<em>war und bleibt Turkmenistan für Usbekistan ein strategischer Partner in der Region. Es ist bei Weitem kein Zufall, dass der erste Auslandsbesuch auf höchster Ebene nach der Präsidentschaftswahl vergangenen Jahres in Usbekistan nach Turkmenistan führt. Es ist ein weiterer Hinweis auf die obersten Prioritäten des Auslandspolitik Usbekistans (…).</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Der <a href="http://caa-network.org/archives/8490">Journalist Rafael Sattarow</a> weist ebenso auf die Symbolkraft dieser Begegnung hin und unterstreicht die Gemeinsamkeiten der beiden Männer: Der Besuch ist nicht nur der erste Staatsbesuch von Schawkat Mirsijojew, sondern auch der erste Empfang eines hochrangigen Gastes in Turkmenistan seit dem Beginn von Berdimuchamedows <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-9769-der-stimmen-fuer-berdimuchammedow/">dritter Amtszeit</a>. Beide gelangten nach dem Verscheiden des ersten Präsidenten ihres jeweiligen Landes an ihre Funktionen: Islam Karimow in Usbekistan und Saparmurat Nijazow in Turkmenistan.</p>
<figure style="width: 572px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://novastan.org/fr/wp-content/uploads/sites/4/2017/03/MirzioievHorse-e1488977185677.jpg" alt="Gurbanguly Berdimuchammedow und Schawkat Mirsijojew" width="572" height="800" /><figcaption class="wp-caption-text">Der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdimuhammedow schenkte seinem usbekischen Amtskollegen Chavkat Miriyoyew einen Hengst.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Allerdings ist die kurzfristige Änderung (der Besuch wurde nur <a href="http://anhor.uz/news/rabochaya-gruppa-gotovit-vizit-shavkata-mirziyoeva-v-turkmenistan">vier Tage</a> im Voraus angekündigt) nach früheren Ankündigungen erneut ein Indiz für die Unstimmigkeiten innerhalb der usbekischen Elite. Nach Sicht <a href="http://www.reuters.com/article/us-uzbekistan-policy-idUSKBN16E185">der Agentur Reuters</a> folgen die <a href="http://www.reuters.com/article/us-uzbekistan-tajikistan-flight-idUSKBN15Z1Y3">kurzfristige Absage</a> des ersten Direktflugs zwischen Duschanbe und Taschkent in 25 Jahren und zuvor <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-visafreiheit-um-vier-jahre-verzoegert/">die Verschiebung</a> der vom Präsidenten Mirziyoyew angekündigten Aufhebung von Touristenvisa bis 2021 dem gleichen Spannungsmuster innerhalb der usbekischen Eliten, wie während der Präsidentschaft Islam Karimows.</p>
<p style="text-align: justify">Nach offiziellen Berichten turkmenischer Presse bemerkte das turkmenische Staatsoberhaupt, es sei „<em>der erste Staatsbesuch Schawkat Mirzijojews in seiner Funktion als Präsident der Republik Usbekistan. Somit hat die Begegnung einen besonderen Charakter und verleiht den bilateralen Beziehungen einen starken qualitativen Aufschwung.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sicherheit, Stabilität in Afghanistan und ein paar Wirtschaftsabkommen</strong></p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://turkmenistan.gov.tm/?id=13099">Die Turkmenischen Regierungsseite</a> berichtete, dass während des Besuchs neue bilaterale Abkommen in allen Bereichen unterschrieben wurden, ohne das weiter zu präzisieren. Neben mehreren Vereinbarungen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Turkmenistan wurden einige Kaufverträge Turkmenistans über Traktoren, Baumwolle, Zement und Düngemittel <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13108">unterzeichnet</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Die beiden Präsidenten <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13108">betonten ebenso</a> die Bedeutung der Stabilität und der Zusammenarbeit für die Sicherheit in Zentralasien, sowie ihre Kooperation im Kampf gegen „<em>Terrorismus und radikale Ideologien</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Laut <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13108">turkmenischer Stellungnahme</a> wurde die afghanische Frage gesondert behandelt. Die Präsidenten verurteilten „<em>die Kontraproduktivität und die Abwesenheit jeglicher Initiativen, den Konflikt durch Stärke zu regeln</em>“ und plädierten für einen offenen Dialog und eine politische Lösung. Diese Erklärung zielt effektiv auf eine stärkere Inklusion der Taliban in die afghanische Politik ab, während die Trump-Administration noch immer zwischen einer Verstärkung amerikanischer Präsenz und dem Rückzug aus dem Land <a href="http://www.bbc.com/news/world-asia-38730061">zu schwanken scheint</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine engere Kooperation zwischen den beiden Ufern des Amu-Darja</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Entwicklung des Transportwesens war ein weiterer wichtiger Aspekt des Treffens. Die beiden Staatschefs eröffneten zwei Brücken über den Amu-Darja, ein Fluss welcher Zentralasien durchquert und die Grenze zwischen Usbekistan und Turkmenistan markiert. Die Brücken sollen den Gütertransfer von Südasien in Richtung des Mittleren Ostens und Europas vereinfachen. Zuerst eröffneten die beiden Präsidenten eine Eisenbahnbrücke, die sie <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13112">als erste Passagiere</a> überquerten. Anschließend eröffneten sie eine weitere Brücke für den Autoverkehr. Der usbekische Präsident <a href="http://www.turkmenistan.gov.tm/?id=13108">betonte</a>, diese Brücken seien „<em>ein weiterer Schritt in Richtung eines modernen Zeitalters der Großen Seidenstraße</em>“.</p>
<figure style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://novastan.org/fr/wp-content/uploads/sites/4/2017/03/bridge.jpg" alt="Brücke zwischen Usbekistan und Turkmenistan" width="900" height="579" /><figcaption class="wp-caption-text">Die neue Eisenbahnbrücke wurde von den beiden Präsidenten eröffnet.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Das zeigt den Willen der beiden Länder, das zentralasiatische Transportsystem und dessen Anschluss an den Rest der Welt zu verbessern. Der erste Schritt in diese Richtung wurde 2011 mit der Unterschrift zu einer Vereinbarung über den Bau eines Transportkorridores von Zentralasien in den Mittleren Osten (Usbekistan-Turkmenistan-Iran-Oman) gemacht. Über Turkmenistan hätte Usbekistan Zugang zum Kaspischen Meer und damit einen Transportweg nach Russland und dem Rest der ehemaligen Sowjetunion sowie zum Persischen Golf.</p>
<p style="text-align: justify">Dennoch bleibt Turkmenistan eines der geschlossensten Länder der Welt und seit 1995 offiziell komplett neutral. <a href="http://www.rferl.org/a/turkemenistan-neutrality-20-years/27422590.html">Laut Luca Anceschi</a>, Professor für Zentralasienstudien an der Universität Glasgow, erlaubt diese Politik der Neutralität Turkmenistan „<em>am Rand der internationalen Gemeinschaft zu bleiben</em>“ und „<em>garantiert, dass äußerer Druck zu einer Liberalisierung der Politik und zur Einhaltung der Menschenrechte Turkmenistan nicht beeinflussen kann</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Des Weiteren schränkt das Land die Bewegungsfreiheit seiner Bürger und seiner Besucher ein, welche sich von einem Reiseführer begleiten lassen müssen, sofern sie Turkmenistan nicht nur für wenige Tage mit einem Transitvisum durchqueren. Die Regierung kontrolliert ebenso den Informationsfluss: nach der NGO Amnesty International existiert „kein unabhängiges Organ“ und das Internet sei „überwacht und begrenzt“.</p>
<p style="text-align: justify">Ein einzelner Satz in einer offiziellen Erklärung der turkmenischen Seite zum Staatsbesuch erwähnt den Willen beider Seiten, alles zu tun, um die Bedürfnisse der turkmenischen und usbekischen Minderheiten in den beiden Staaten zu erfüllen, wie das Oppositionsportal <a href="https://habartm.org/archives/6544">Alternative News Turkmenistan (ANT)</a> berichtet. Minderheitenrechte werden in beiden Staaten oft ignoriert, wobei usbeken in Turkmenistan etwa 10% der Bevölkerung ausmachen und rund 150 Tausend Turkmenen in den Grenzgebieten Usbekistans leben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Valentine Baldassari</strong><strong><br />
Stellvertretende Chefredakteurin von Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Violette Lagleize</strong><strong><br />
</strong><strong>Übersetzerin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen übersetzt von Janny Schulz</strong></p>
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		<title>Chinas Rückkehr nach Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 18:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die zentralasiatischen L&#xE4;nder sind&#xA0; durch einen starken russischen Einfluss gepr&#xE4;gt. Die Kolonisierung der Region im 19. Jahrhundert, gefolgt von der Sowjetperiode erkl&#xE4;ren die bis heute andauernde starke Pr&#xE4;senz Moskaus in der Region. Dennoch gibt es auch andere Akteure, die versuchen, die Region zu beeinflussen. In erster Linie China, das seine gemeinsame Vergangenheit mit der Region [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die zentralasiatischen Länder sind  durch einen starken russischen Einfluss </strong><strong>geprägt</strong><strong>. Die Kolonisierung der Region im 19. Jahrhundert, gefolgt von der Sowjetperiode erklären die bis heute andauernde starke Präsenz Moskaus in der Region. Dennoch gibt es auch andere Akteure, die versuchen, die Region zu beeinflussen. In erster Linie China, das seine gemeinsame Vergangenheit mit der Region in den Vordergrund stellt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Geschichte der Beziehungen Chinas zum heutigen Zentralasien ist eine sehr lange. Sie reicht zurück bis zu einem Handelsnetz aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, welches bis heute unter dem Namen Seidenstraße bekannt ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Geschichte der Reisenden</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist wichtig, anzumerken, dass China natürlich damals nicht seine heutigen geographischen Ausmaße annahm. Bis zur Invasion der Mongolen beschränkt sich das Land auf den östlichen Teil, die Meeresküste und das heutige Landesinnere. Allerdings entwickelte sich der chinesische Handel über die westlichen Straßen. Und ebenso entwickelte sich in dieser Zeit der Einfluss des Reichs der Mitte.</p>
<p style="text-align: justify">Die Entdeckung der Seidenstraße begann mit der Reise des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zhang_Qian">Zhang Qian</a>, Botschafter des chinesischen Kaisers, der sich bis ins <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-ferganatal-in-hundert-tnen/">Ferganatal</a> begab (die Region um die heutige usbekisch-tadschikisch-kirgisische Grenze, Anm. d. Redaktion). Die ursprüngliche Absicht dieser Reise war es, wegen jüngster militärischer Rückschläge eine Allianz mit den Völkern westlich der feindlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiongnu">Xiongnu</a> (im heutigen Xinjiang, Anm. d. Redaktion) zu knüpfen.</p>
<p style="text-align: justify">Es war eine Reise voller Abenteuer, und Zhang Qian wurde von den Xiongnu gefangen genommen. Letztendlich kehrte er nach China zurück, ohne neue Allianzen geschmiedet zu haben, dafür jedoch mit Berichten aus neuen Regionen: aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baktrien">Baktrien</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sogdien">Sogdien</a>, und aus dem Ferganatal. Auf anderen Reisen, die er auf Wunsch des Kaisers unternahm, gelangte er sogar bis an den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a>. Zusätzlich zu seinen Berichten brachte Zhang Qian neue Waren mit, vor allem die berühmten und hoch geschätzten Fergana-Pferde. Seine Reisen markieren den Beginn des Handels zwischen China und Zentralasien.</p>
<figure id="attachment_7869" aria-describedby="caption-attachment-7869" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7869 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534.jpg" alt="Die " width="1300" height="534" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-300x123.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-768x315.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/1-10-1300x534-1024x421.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-7869" class="wp-caption-text">Eine Freske, die Xuanzang darstellt.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Beginn eines Austausches zwischen den Völkern<br />
</strong><br />
Andere Reisende folgten ihm. Unter ihnen ist einer im Besonderen zu erwähnen: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xuanzang">Xuanzang</a>. Für die Geschichte des buddhistischen Mönchs aus dem siebten Jahrhundert, müssen wir einen zeitlichen Sprung um acht Jahrhunderte nach vorn machen. Die Ursprünge des Buddhismus lagen nicht im Reich der Mitte, daher beschloss Xuanzang, neue Quellen nach ursprünglichen Klöstern zu suchen. Er unternahm eine lange Reise, die ihn bis zum Geburtsort des Buddhismus führte: nach Indien.</p>
<p style="text-align: justify">Auf seinem Weg durchquerte er das heutige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gansu">Gansu</a> in Xinjiang und erreichte die persische Stadt Samarkand, wo er verlassene Klöster fand. Dann reiste er weiter südlich nach Afghanistan und kam letztendlich nach Indien und Sri Lanka. Er kehrte mit einem ganzen Werk an Berichten über den Osten nach China zurück. Er brachte auch neue Informationen über diese abgelegenen Gebiete mit.</p>
<p style="text-align: justify">Die Reise des Xuanzang erfreut sich großer Beliebtheit und inspirierte die Geschichte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_nach_Westen">„Die Reise nach Westen“</a>. Sein fantastischer Bericht hat zahlreiche chinesische Filme inspiriert, von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Forbidden_Kingdom">„The Forbidden Kingdom“</a> oder „The Monkey King“, bis hin zu dem berühmten japanischen Manga <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dragon_Ball">„Dragon Ball“</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien kommt nach China<br />
</strong><br />
Zur selben Zeit baute China über die Seiden- und Teerouten seinen Einfluss auf die Regionen zwischen<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chengdu"> Chengdu</a> und dem heutigen Zentralasien aus. Doch fand 751 ein einschneidendes Ereignis für die Region statt: die<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Talas"> Schlacht am Talas</a>, bei der arabische und muslimische Armeen das unterlegende Reich der Mitte zurückschlugen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Schlacht markiert den Übergang Zentralasiens vom chinesischen in den arabisch-muslimischen Einflussbereich. China selbst zog sich wieder in seinen eigenen Regionen zurück. Später sollte es sich jedoch erneut ausdehnen, bis Gansu, Ostturkestan in Xinjiang und bis Tibet.</p>
<p style="text-align: justify">Le<strong>st mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt/">Zentralasien – historisches Herz der muslimischen Welt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Aber nicht nur China beeinflusste Zentralasien. Der Einfluss ging auch in die andere Richtung. Zuerst erreichte der Buddhismus, eine originär indische Religion, China über Zentralasien. Kirgistan war ein wichtiges Zentrum dieser Religion, ebenso wie das uigurische Königreich und Afghanistan, wo sich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha-Statuen_von_Bamiyan">großen Buddha-Statuen von Bamiyan</a> befanden, die 1996 von den Taliban zerstört wurden.</p>
<figure id="attachment_7864" aria-describedby="caption-attachment-7864" style="width: 2187px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7864" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3.jpg" alt="Die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan." width="2187" height="1453" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3.jpg 2187w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-300x199.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-768x510.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-1024x680.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-1300x864.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/3-3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 2187px) 100vw, 2187px" /><figcaption id="caption-attachment-7864" class="wp-caption-text">Die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">In den westlichen Regionen des heutigen Chinas zeugen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xumishan-Grotten">Grotten von Xumishan</a>, das<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Labrang"> Kloster von Labrang </a>in Gansu und natürlich Tibet von dem Austausch von West nach Ost. Aber wie konnte sich der Buddhismus, die fremde Religion, in China etablieren? Zu dieser Zeit ging man davon aus, der Buddhismus sei ein verzerrtes Bild der Lehren des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Laozi">Lao Tse</a>. Diese waren bereits im Westen gepredigt worden. Demnach wäre der Buddhismus eine chinesische Religion, die nach Zentralasien transferiert wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien: Eine Herausforderung für das heutige China<br />
</strong><br />
Auch wenn China nur schwer das Chaos, das 1949 durch die Machtübernahme der Kommunisten verursacht wurde, überwunden hat, strebte es in den Jahrzehnten danach die Wiedererlangung der Kontrolle über seine Landgebiete an. Anstatt auf der Insel Taiwan einzumarschieren, unterwarf die Volksbefreiungsarmee Chinas Tibet und Ostturkestan.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Annexionen oder, je nach politischer Überzeugung, diese Wiederherstellung der chinesischen Autorität waren kompliziert und langwierig, da die Regionen sehr unterschiedlich waren und sind. Zum Beispiel hatte Tibet im Gegensatz zu der uigurischen Region auf internationaler Ebene einen guten Ruf. Letztendlich wurde Tibet in den 90er Jahren zu einer Brutstätte der Gewalt, da Unabhängigkeits-Aktivisten Unabhängigkeit oder zumindest Autonomie von Peking verlangten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/ich-komme-aus-xinjiang/">Ich komme aus Xinjiang</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Uiguren-Region sieht die Situation ähnlich aus: <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/partage-des-terres-en-pays-ouighour-depossession-12/">China führte eine effektive Kolonialpolitik in der Region</a> ein und eine große Zahl an Binnenmiganten siedelte sich in Xinjiang (der chinesische Name Ostturkestans) an. Die kulturelle Repräsentation der Uiguren ist sehr begrenzt, von ihrer poltischen Autonomie ganz zu schweigen.</p>
<figure id="attachment_7865" aria-describedby="caption-attachment-7865" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7865" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file.jpg" alt="Flagge der autonomen Region Xinjiang in China." width="800" height="533" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-7865" class="wp-caption-text">Flagge der autonomen Region Xinjiang in China.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Zur selben Zeit erlangten die zentralasiatischen Staaten ihre Unabhängigkeit, was in einigen Fällen zu Konflikten führte. Viele Uiguren hatten in den alten Sowjetrepubliken Zuflucht gefunden. Die zentralasiatischen Republiken wiederum sind für China wegen ihrer Kohlenwasserstoffvorkommen und des Rückkaufs von landwirtschaftlichen Flächen im Lande von großem ökonomischen Interesse sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/">Russland und China. Der Ölhebel Zentralasiens</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die neue Seidenstraße<br />
</strong><br />
Zentralasien spielt sowohl aus Aspekten der Sicherheit als auch der Ökonomie in doppelter Hinsicht eine wichtige Rolle für China. Der zweite Aspekt kann ohne den ersten nicht voll ausgeschöpft werden. China möchte zuallererst seine Grenzen sichern und sich den Regierungen Zentralasiens annähern, um eine Kooperation in Bezug auf die Sicherheit vorzuschlagen &#8211; die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).</a></p>
<p style="text-align: justify">Dieses Abkommen erleichtert es China, gegen uigurischen Nationalismus vorzugehen, deren Anführer inzwischen in die Türkei fliehen. Es ermöglicht ebenfalls die Stabilisierung des Landes im Rahmen des Möglichen und ermöglicht einen besseren wirtschaftlichen Austausch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-die-neue-seidenstrae-zentralasien-verndern-wurde/">Wie die „neue Seidenstraße“ Zentralasien verändern würde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Erweiterung des Vertrages verkündete Peking, seine Strategie für die 2010er Jahre betreffe seine Nachbarn: die neue Seidenstraße. Diese umfasst zwei Teile, einen über Land und einen Seeweg. Das Projekt sieht ein großes Handelsnetzwerk vor, mit welchen Waren und Rohstoffe in Rekordzeit von China nach Europa transportiert werden können.</p>
<p style="text-align: justify">Die fünf zentralasiatischen Republiken stehen im Mittelpunkt dieses Projekt, das es China sowohl erlaubt, sich ökonomisch besser aufzustellen, als auch seinen politischen Einfluss auszuweiten. Zentralasien ist so innerhalb weniger Jahrzehnte eine der großen Herausforderungen der chinesischen Auslandspolitik geworden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Thomas Ciboulet</strong><br />
<strong> Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
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