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	<title>Hook.report, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sat, 28 Feb 2026 13:27:56 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Geschichtsnarrative als Waffe: Warum Russland die Souveränität Zentralasiens anzweifelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 13:27:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder stellen russische Politiker:innen und Medienschaffende die Souver&#xE4;nit&#xE4;t der zentralasiatischen Staaten in Frage. Hook zeichnet die Entwicklung nach und stellt ein neues Buch vor, dass sich mit Russlands neuem, alten Imperialismus besch&#xE4;ftigt. Russische Propagandaorgane begannen das Jahr 2026 mit der Verk&#xFC;ndung der aggressiven neoimperialistischen Ambitionen des Kremls &#x2013; insbesondere mit Drohungen, den L&#xE4;ndern des [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immer wieder stellen russische Politiker:innen und Medienschaffende die Souveränität der zentralasiatischen Staaten in Frage. Hook zeichnet die Entwicklung nach und stellt ein neues Buch vor, dass sich mit Russlands neuem, alten Imperialismus beschäftigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Propagandaorgane begannen das Jahr 2026 mit der Verkündung der aggressiven neoimperialistischen Ambitionen des Kremls – insbesondere mit Drohungen, den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens ihre Souveränität zu entziehen. Diese Drohungen beunruhigen die einen und überraschen die anderen, die mit Russlands politischen Traditionen nicht vertraut sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass solche Narrative Moskaus typische Vorgehensweise darstellen. Die historische Tradition des russischen Imperialismus wurde aus neuen Perspektiven untersucht und kürzlich in dem Buch <a href="https://www.perishedcivilization.com/about">Isschewnuwschaja Tsiwiilisatsija</a> („Die verschwundene Zivilisation“) veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Große Geschenke“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fragwürdige Äußerungen russischer Diplomaten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Bezug auf Zentralasien gibt es nicht erst seit Kurzem. Beispielsweise <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/12/13/kazakhstan/">erklärte</a> der russische Diplomat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wjatscheslaw_Alexejewitsch_Nikonow">Wjatscheslaw Nikonow</a> im Jahr 2020 im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perwy_kanal">Ersten Kanal</a>: <em>„Das Territorium Kasachstans ist ein großes Geschenk Russlands und der Sowjetunion.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss daran sandte Kasachstans Außenministerium eine Note an Nikonow, in der es feststellte, dass <em>„die immer häufiger auftretenden provokativen Angriffe einiger russischer Politiker gegen Kasachstan den Bündnisbeziehungen ernsthaften Schaden zufügen“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan ist kein Gemüsegarten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2023 <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/09/13/fyodorov/">protestierte</a> der russische Abgeordnete Jewgenij Fjodorow gegen die <em>„illegale Abspaltung der Republiken von der Sowjetunion“</em>. Fjodorow war der Ansicht, dass dies die territoriale Integrität des heutigen Russlands verletze und dass man gegen die nun unabhängigen Republiken „kämpfen“ müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeordnete des Oliy Majlis (Parlement Usbekistans) bezeichneten Fjodorow als <em>„einen weiteren Fantasten“</em>, und der Abgeordnete Odiljon Tojiyev merkte an, dass die Verfassung „über allen Gesetzen“ stehe und dass Artikel 72 der Verfassung besagte: <em>„Jede Unionsrepublik behält das Recht, frei aus der UdSSR auszutreten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November desselben Jahres <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/11/16/deputies/">erklärte</a> der russische Duma-Abgeordnete Pjotr ​​Tolstoi, dass die Beschäftigung von Bürgern aus Ländern, in denen Russisch nicht Amtssprache ist, „eingeschränkt“ werden sollte. Der Abgeordnete merkte außerdem an, dass Russland von den ehemaligen Sowjetrepubliken erwarte, dass sie Russisch und keine andere Sprache lehrten, da diese <em>„versuchten, die russische Sprache durch ihre eigenen Nationalsprachen zu ersetzen“</em>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der usbekische Parlamentarier Bobur Bekmurodov antwortete: <em>„Usbekistan ist nicht Tolstois Gemüsegarten. Er soll sich um die Probleme seiner Bürger und seines Landes kümmern. In Usbekistan ist Russisch die Sprache der freien Kommunikation. Wir verdienen den Status eines Verbündeten. Tolstoi aber nicht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2023 schlug <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sachar_Prilepin">Sachar Prilepin</a>, Ko-Vorsitzender der Partei „Gerechtes Russland“, die <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/12/21/zahar-prilepin/">Annexion Usbekistans und anderer ehemaliger Sowjetgebiete</a> durch die Russische Föderation vor. Prilepin argumentierte, dass <em>„niemand dies verbieten würde“</em> und dass die Tatsache, dass eine gewisse Anzahl <em>„unserer Bürger“</em> in diesen Ländern lebt, eine Aneignung rechtfertige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abgeordnete Bekmurodov warnte Prilepin vor strafrechtlicher Verfolgung: <em>„Solche Ansichten, die von Prilepin und anderen russischen Politikern vertreten werden, sind nichts weiter als eine Illusion. Ob es einem gefällt oder nicht, Usbekistan ist ein unabhängiges Land mit starker Souveränität.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pässe für „Gastarbeiter“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 meldete sich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Michailowitsch_Mironow">Sergej Mironow</a>, Vorsitzender von „Gerechtes Russland“, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/09/04/citizenship/">zu Wort</a>. Er schlug ein Moratorium für die Vergabe der russischen Staatsbürgerschaft an Menschen aus Zentralasien vor und argumentierte, dass die <em>„Massenvergabe von Pässen an Gastarbeiter nur einer Mafia korrupter Beamter zugutekomme“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober desselben Jahres <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/10/21/sergey-mironov/">äußerte</a> Mironow seine Empörung darüber, dass das usbekische Generalkonsulat in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasan">Kasan</a> seine Bürger vor einer Teilnahme am Krieg Russlands gegen die Ukraine gewarnt hatte, und forderte die Einführung einer Visumpflicht für Usbek:innen. Er erklärte außerdem, Usbekinnen bräuchten in Russland kein Matkapital [eine Art einmaliges Kindergeld, Anm. d. Ü.] und <em>„solche Bürger sind hier nicht erwünscht“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/gibt-es-keinen-russischen-arzt-tadschikische-mediziner-ueber-fremdenfeindlichkeit-in-russland/"><strong>„Gibt es keinen russischen Arzt?“ – Tadschikische Mediziner über Fremdenfeindlichkeit in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bobur Bekmurodov erklärte, Usbekistan werde niemals zulassen, dass seine Bürger in Kriege hineingezogen werden. <em>„Unser Konsulat hat jedes Recht, unsere Mitbürger vor Handlungen zu schützen, die in Usbekistan als illegal gelten. Das ist selbstverständlich und gerechtfertigt. [Darüber hinaus] tragen unsere Landsleute mit ihrer Arbeit zur russischen Wirtschaft bei. Sie zahlen Steuern. Sozialleistungen mit Handlungen zu vergleichen, die Menschenleben bedrohen, zeugt von Ignoranz und Absurdität“</em>, betonte der Abgeordnete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diplomatische Unverschämtheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2025/04/25/sergey-lavrov/">Besuch</a> des russischen Außenministers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Sergej Lawrow</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> löste in Usbekistan eine öffentliche Debatte aus, nachdem er sich am Denkmal der „Trauernden Mutter“ geäußert hatte. Das Denkmal trägt auf beiden Seiten Inschriften in usbekischer und englischer Sprache. Lawrow fragte, warum die Inschriften in Usbekisch und Englisch, nicht aber in Russisch seien. <em>„Gibt´s hier Engländer? Schauen Sie, da drüben ist ein Schild auf Englisch“</em>, fragte er den Reiseleiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shaxnoza Soatova, Philologin und Beraterin des Justizministers für Fragen zur Staatssprache, betonte, dass die Situation die Bedeutung des Schutzes der nationalen Identität verdeutliche: <em>„Wenn Lawrow als Gast mit dem Fehlen eines russischsprachigen Schildes in einem unabhängigen Land unzufrieden war, ist das sein persönliches Problem. Wir sollten es aber nicht zu unserem Problem machen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russland-und-kasachstan-eine-welle-von-einreiseverboten/"><strong>Russland und Kasachstan: eine Welle von Einreiseverboten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Jurist und Blogger Xushnudbek Xudoyberdiyev nannte Lawrows Verhalten eine „<em>diplomatische Unverschämtheit“</em>. Er betonte, dass die Entscheidung, das Denkmal sowohl in usbekischer als auch in englischer Sprache zu gestalten, richtig gewesen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Zum Teufel mit dem Völkerrecht“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medien berichteten ausführlich über <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2026/01/12/soloviev/">Äußerungen</a> vom 11. Januar, als der kremlnahe Fernsehmoderator <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Rudolfowitsch_Solowjow">Wladimir Solowjow</a> unter Bezugnahme auf die US-Operation in Venezuela sagte: <em>„Zum Teufel mit dem Völkerrecht! Wenn wir für unsere nationale Sicherheit eine strategische Militäroperation in der Ukraine durchführen mussten, warum können wir dann nicht auch in anderen Teilen unserer Einflusszone eine strategische Militäroperation starten? Der Verlust Armeniens ist ein gewaltiges Problem. Das Problem in unserem Zentralasien ist ein gewaltiges Problem, und wir müssen unsere Ziele und Absichten klar formulieren. Wir müssen erklären: Die Spielchen sind vorbei.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag erklärte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Geljewitsch_Dugin">Alexander Dugin</a>, einer der prominentesten Ideologen der „russischen Welt“: „<em>Wir können die Existenz souveräner Staaten wie Armenien, Georgien, Kasachstan und Usbekistan nicht akzeptieren… Sie werden entweder in unserem Lager stehen oder dem Westen oder China als Stützpunkt dienen.“</em> Er fügte hinzu, dass es in der gegenwärtigen Realität <em>„absolut keinen anderen Ausweg gibt, als Russland zum Imperium zu erklären und das Völkerrecht außer Acht zu lassen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der öffentlichen Debatte werden diese Personen häufig als kremlnah bezeichnet. Solowjow nimmt regelmäßig an Veranstaltungen der russischen Präsidialverwaltung teil, und im Januar 2025 verlieh ihm Putin persönlich den Titel „Verdienter Journalist Russlands“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-einfluss-in-kasachstan-die-illusion-der-schwaechung/"><strong>Russlands Einfluss in Kasachstan: Die Illusion der Schwächung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dugin hingegen ist eine komplexere und einflussreichere Persönlichkeit. Westliche Medien <a href="https://www.foreignaffairs.com/articles/russia-fsu/2014-03-31/putins-brain">bezeichnen</a> ihn traditionell als „Putins Hirn“. Es wird angenommen, dass Dugins Ideen Putin bei Entscheidungen <a href="https://www.foreignaffairs.com/articles/russia-fsu/2014-03-31/putins-brain">beeinflusst haben</a>, die 2014 zur Annexion der Krim und 2022 zum Ausbruch des umfassenden Krieges in der Ukraine führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der unbestreitbaren Verbindungen dieser beiden Persönlichkeiten zum offiziellen Moskau können ihre Äußerungen nicht als persönliche Meinungen gewertet werden; sie sind Ausdruck der Staatsposition, was nicht verwunderlich ist. Die im 14. Jahrhundert entstandene imperiale Logik bildet weiterhin das strukturelle Fundament der russischen Außenpolitik. Sie betrachtet die GUS-Staaten nach wie vor als Teil ihrer Einflusssphäre und missachtet deren Souveränität.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Die verschwundene Zivilisation“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Tendenzen werden in dem bereits erwähnten Buch des ukrainischen Autors Kuzari „Die verschwundene Zivilisation – Eine unbemerkte Katastrophe“ ausführlich analysiert. Darin zeigt der Autor detailliert auf, wie Moskaus Macht bereits im 14. Jahrhundert ein imperialistisches Modell prägte: Die religiöse Legitimierung der Moskauer Vorherrschaft sakralisiert ihre Macht und rechtfertigt die territoriale Expansion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau erklärte seine Expansion in den muslimischen Osten mit der Notwendigkeit, den „Glauben zu verteidigen“ und die „orthodoxe Welt“ zu erweitern. Es positionierte sich gegen die „Ungläubigen“. Die unverblümten Äußerungen russischer Propagandisten im Januar 2026 zeigen, dass Russlands Außenpolitik weiterhin auf imperialen Ambitionen beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gegenüberstellung von „treuen Christen“ unter Führung Moskaus und den „unreinen Ungläubigen“ des „Tatarenlandes“ legitimierte letztlich die Expansion in die ursprünglichen türkisch-muslimischen Gebiete. Und da seit der Zeit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschingis_Khan">Dschingis Khans</a> alle Turkvölker (mit Ausnahme der Osmanen) als Tataren bezeichnet wurden, war das potenzielle Expansionsgebiet „für den orthodoxen Glauben“ enorm und umfasste die Wolgaregion, Sibirien, Zentralasien und den Kaukasus, <a href="https://www.perishedcivilization.com/book/3-formirovanie-russkoj-ideologii-antityurkskoj-ekspansii-xiv-xvi-vv">heißt es im Buch</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/"><strong>Wie vor 100 Jahren die Bolschewiki das Emirat von Buchara und das Khanat von Xiva zerstörten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Länder Zentralasiens, einschließlich Usbekistan, sind die neoimperialistischen Narrative Russlands, die der Autor am Beispiel des Südkaukasus aufzeigt, keine abstrakte Vorstellung. Das historische Gedächtnis der Region bewahrt die Erfahrung der direkten Kolonisierung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkestan">Turkestans</a> durch das Russische Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die militärische Expansion mit der Rhetorik einer „zivilisatorischen Mission“ und der Unterwerfung „rückständiger Randgebiete“ einherging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Sowjetzeit änderte sich lediglich die imperiale Logik. Das Wirtschaftsmodell wurde so gestaltet, dass Usbekistan in einem System der Rohstoffspezialisierung gefangen war, dessen Folgen – vom Verschwinden des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> bis hin zu demografischen und sozialen Ungleichgewichten – noch heute spürbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Usbekistan, das stets eine Politik strategischer Autonomie und vielseitiger Außenbeziehungen verfolgt hat, sind solche neoimperialistischen Äußerungen aus Moskau eine Mahnung: Wer die Vergangenheit nicht kritisch reflektiert, gefährdet die Zukunft. Der russische Imperialismus ist keine abstrakte historische Größe, sondern ein sich reproduzierendes Modell, das sich neuen Gegebenheiten anpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, umfassendere Perspektive, die in dem erwähnten Buch vorgestellt wird, ist insbesondere vor dem Hintergrund der Aussichten auf eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien einerseits und Aserbaidschan sowie der Türkei andererseits, des Krieges in der Ukraine und der eskalierenden Konfrontation zwischen Russland und dem Westen, unter anderem in Zentralasien und im Südkaukasus, relevant.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Oleg Posternak für Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2026/01/perished-civilization/"><strong>Russischen</strong></a><strong> (und gekürzt) von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Frauen in Technologie in Zentralasien durchbrechen Stereotype</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 09:26:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen in Führungspositionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut WomenTech Network waren etwa 35 Prozent Frauen im Jahr 2025 im Technologiebereich t&#xE4;tig. Trotz dieses Wachstums gibt es bei der Einstellung von Mitarbeitern geschlechtsspezifische Vorurteile. Es ist allgemein bekannt, dass vor 50 Jahren die ersten Programmierer Frauen waren, aber heute hat sich das Klischee etabliert, dass dieser Beruf nicht f&#xFC;r Frauen geeignet sei. Doch [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laut WomenTech Network waren etwa 35 Prozent Frauen im Jahr 2025 im Technologiebereich tätig. Trotz dieses Wachstums gibt es bei der Einstellung von Mitarbeitern geschlechtsspezifische Vorurteile. Es ist allgemein bekannt, dass vor 50 Jahren die ersten Programmierer Frauen waren, aber heute hat sich das Klischee etabliert, dass dieser Beruf nicht für Frauen geeignet sei. Doch die vorliegenden Geschichten beweisen das Gegenteil – zusammen mit dem Team von IDEA Central Asia sprach Hook im Rahmen des Go Viral-Programms mit Frauen aus der IT-Branche in Zentralasien darüber, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und was sie erreicht haben. Hier sind Frauen aus der IT-Branche, die erfolgreich sind</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Natalya Klimenko</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hat einen Bachelor-Abschluss in englischer und deutscher Philologie und studierte an der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Karakalpak_State_University">Karakalpakischen Staatlichen Universität</a> in Nukus, Usbekistan. Sie gründete das EdTech-Startups Stemio und sammelte bereits 8 Jahre Erfahrung im Management, Geschäftsentwicklung und der Umsetzung von IT-Projekten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="713" height="713" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko1.jpg" alt="" class="wp-image-44069" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko1.jpg 713w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko1-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Weg in die IT war nicht geplant, sondern das Ergebnis vieler zufälliger Begegnungen und Chancen. Obwohl sie Geisteswissenschaften studierte, kam sie über Start-up-Veranstaltungen an der Inha University zunächst in die Telekommunikation, später ins Marketing und schließlich ins digitale Marketing. Durch ihr wachsendes Netzwerk in der Start-up- und IT-Szene engagierte sie sich als Mentorin bei der Technovation Challenge, erreichte das Finale und nahm 2017 am internationalen TechWomen-Programm teil, das ihr ein Praktikum bei BigCommerce im Silicon Valley ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 2017 bis 2023 war sie beim Start-up BILLZ tätig, wo sie für Business Development und Vertrieb verantwortlich war und neue Märkte in Usbekistan, Kasachstan und weiteren Ländern erschloss. Heute entwickelt sie ihr eigenes Start-up Stemio, ein Online-Ökosystem für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren zur Förderung von MINT-Kompetenzen. Zudem initiierte sie gemeinsam mit Partnern und mit Unterstützung des UNDP den Accelerator StartCamp, der Unternehmerinnen gezielt in Marketing und Vertrieb schult.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz vieler bestehender Stereotypen wurde sie selten mit Vorurteilen konfrontiert. Ihr berufliches Umfeld sei fortschrittlich und unterstützend gegenüber weiblichen Führungskräften. Eine prägende Ausnahme erlebte sie jedoch im Gespräch mit einem potenziellen Investor, der davon ausging, sie finanziere ihr Start-up mit dem Geld ihrer Familie oder ihres Mannes – ohne in Betracht zu ziehen, dass sie selbst investiert. Tatsächlich baute sie ihr Projekt von Beginn an mit eigenen Mitteln auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angetrieben wird sie von ihrer Leidenschaft für Technologie und Unternehmertum sowie von einer klaren Vision: ein eigenes Produkt zu schaffen, das das Bildungssystem nicht nur in Usbekistan, sondern auch international verändert. Selbst in schwierigen Phasen geben ihr der Glaube an diese Vision und das Wissen, dass andere diesen Weg erfolgreich gegangen sind, die Kraft weiterzumachen. Langfristig verfolgt sie zudem einen sehr persönlichen Traum – eines Tages ins All zu fliegen und die Erde von oben zu sehen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Klimenko beschreibt ihr Umfeld als unterstützend, und in ihrem Team arbeiten mehr Frauen als Männer. Zwar übernehmen zunehmend Frauen Führungsrollen in Start-ups und der IT-Branche, doch es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Besonders fehle es an Rückhalt aus dem privaten Umfeld sowie an systemischer Unterstützung durch Staat und Unternehmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44070" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Natalya-Klimenko3.jpg 1890w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ermutigt junge Frauen, früh praktische Erfahrungen zu sammeln, an Programmen, Hackathons und Praktika teilzunehmen und vorhandene kostenlose Lernangebote zu nutzen. Künftig möchte sie selbst Initiativen starten, um mehr Mädchen und Frauen für IT und MINT zu begeistern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ne-kyltan-wie-digitalisierung-die-kirgisische-sprache-veraendert/"><strong>“Ne kyltan?” – Wie Digitalisierung die kirgisische Sprache verändert</strong></a><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Botagoz Kassabek</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmerin, Mitinhaberin und Mitglied des Kuratoriums des öffentlichen Fonds „Alma“, außerdem nebenberuflich unabhängige Direktorin im Vorstand nationaler Unternehmen Kasachstans: AO TEF, AO GIS-Zentrum Kasachstans.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="459" height="459" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Botagoz-Kassabek1.jpg" alt="" class="wp-image-44071" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Botagoz-Kassabek1.jpg 459w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Botagoz-Kassabek1-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Botagoz-Kassabek1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 459px) 100vw, 459px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hat über 15 Jahre Erfahrung in führenden IT-Unternehmen Kasachstans sowie in internationalen, quasi-staatlichen Strukturen. Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit hält sie Gastvorlesungen an Universitäten, moderiert IT-Foren und ist als Partnerin und Mitorganisatorin in der Tech-Community aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihren Weg in die IT schlug sie bereits in der Schulzeit ein, studierte Informatik und später Rechtswissenschaften und bildet sich bis heute regelmäßig an internationalen Spitzenuniversitäten weiter. Trotz familiärer Unterstützung war sie mit Stereotypen konfrontiert, ist jedoch überzeugt, dass Frauen mit ihren analytischen und organisatorischen Fähigkeiten entscheidend zum Erfolg von Unternehmen beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Frauen in Führungs- und Aufsichtsgremien weiterhin unterrepräsentiert sind, blickt sie optimistisch in die Zukunft. Ihrer Ansicht nach braucht es vor allem hochwertige Plattformen, Eigeninitiative und Engagement. Wichtig für Frauen: lernen, Verantwortung übernehmen und kontinuierlich arbeiten – der Einstieg in die IT sei möglich für jede, die bereit sei, sich anzustrengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-entscheidet-in-zentralasien-wie-frauen-auszusehen-haben/"><strong>Wer entscheidet in Zentralasien, wie Frauen auszusehen haben?</strong></a><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Renata Axmetzyanova</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">hat einen Bachelor-Abschluss in Informationstechnologie an der Amity University Taschkent und ist Frontend-Entwicklerin im Homeoffice bei Karve Digital.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="830" height="830" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-1.jpg" alt="" class="wp-image-44072" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-1.jpg 830w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-1-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-1-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-1-768x768.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 830px) 100vw, 830px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schon seit ihrer Kindheit faszinierten Renata Computer – sie wollte verstehen, wie sie funktionieren, und selbst Produkte schaffen, statt sie nur zu nutzen. Ihren Weg in die IT fand sie jedoch nicht sofort: Zunächst arbeitete sie im Personalwesen und in der IT-Rekrutierung, bevor sie bewusst den Wechsel auf die technische Seite vollzog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie studierte Informationstechnologie an der Amity University Taschkent, sammelte erste Praxiserfahrungen durch ehrenamtliche Mitarbeit, eigene Projekte und Experimente und wechselte schließlich in die Frontend-Entwicklung bei Karve Digital. Dort arbeitet sie heute an internationalen Projekten für Kunden wie NIO UAE, Trivandi und Geely UAE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr frühes Interesse an Technologie wurde von Familie und Freundeskreis stets unterstützt – viele davon lernte sie bereits im Studium kennen, wo eine gemeinsame Begeisterung für Programmierung und Technologie verband.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44073" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-2.jpg 1758w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan ist es für Frauen generell schwieriger, einen Job zu finden, nicht nur in der IT-Branche. Bei Vorstellungsgesprächen wurde sie oft nicht so sehr zu ihren Fähigkeiten befragt, sondern eher zu persönlichen Themen wie Familienstand, Kinderwunsch und den Beziehungsstatus. Das zeigt sofort, dass Arbeitgeber manchmal nicht an der Professionalität zweifeln, sondern daran, wie lange eine Frau in ihrem Beruf „bleiben wird”. Das ist natürlich demotivierend, aber mit der Zeit versteht man, dass der einzige Weg, Stereotypen zu durchbrechen, darin besteht, Ergebnisse zu zeigen und zu beweisen, dass man aufgrund seiner Arbeit wertvoll ist und nicht aufgrund seiner persönlichen Umstände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">IT bedeutet für Renata Freiheit. Programmierer sind nicht nur auf den Code beschränkt: Sie können Entwickler sein, sich aber auch in den Bereichen Management, Personalbeschaffung, Design und Kommunikation versuchen. Dieser Bereich bietet die Möglichkeit, Rollen zu wechseln, verschiedene Bereiche zu kombinieren und das zu finden, was einem am meisten liegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44074" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Renata-Axmetzyanova-3.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Heute arbeitet sie in einem professionellen und respektvollen Umfeld, in dem Leistung wichtiger ist als Geschlecht. Zwar sind Frauen in IT-Teams weiterhin unterrepräsentiert, doch der Fokus auf Kompetenzen nimmt zu – im Gegensatz zu ihrer früheren Erfahrung im Recruiting, wo Sexismus und irrelevante Anforderungen an Kandidatinnen häufiger waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihrer Ansicht nach fehlt es Frauen in der IT vor allem an Unterstützung und sichtbaren Vorbildern. Sie ermutigt dazu, ohne Angst klein anzufangen, praktische Erfahrungen zu sammeln und aktiv Netzwerke aufzubauen – etwa durch Seminare, Hackathons und Inkubatoren. Mentoring, Fragenstellen und der Austausch innerhalb der Community seien entscheidend für einen erfolgreichen Einstieg in die Branche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/social-media-trend-in-tadschikistan-wie-frauen-gegen-stereotype-kaempfen/"><strong>Social Media Trend in Tadschikistan: Wie Frauen gegen Stereotype kämpfen</strong></a><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Juldyz Saulebekova</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachische Top-Managerin und Technologieführerin, bekannt als Leiterin der Almaty Air Initiative, die Technologien, Daten, künstliche Intelligenz und kreative Kommunikation nutzt und Gesetzesinitiativen zur Verbesserung der Luftqualität in Almaty unterstützt. Master of Science in Angewandter Statistik und Data Mining, University of St. Andrews, Großbritannien.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="250" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova1.jpg" alt="" class="wp-image-44075" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova1.jpg 250w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova1-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Juldyzwar als operative Direktorin bei führenden internationalen Unternehmen wie Binance, Yandex und Uber tätig. 2016 startete sie Uber in Kasachstan, skalierte den Dienst Yandex Taxi auf ausländische Märkte und leitete den Start der ersten lizenzierten Kryptobörse Binance Kazakhstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie unterstützt die Entwicklung einer Meritokratie und einer geschlechtsunabhängigen Führung, die auf innerer Stärke und Kompetenzen basiert. Zudem ist sie Autorin des Telegram-Kanals „Izyaschnoe liderstvo” (Anmutige Führung) – über Führung, Karriere und persönlichen Einfluss, Befürworterin eines gesunden Lebensstils und Mutter von zwei Söhnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre berufliche Reise in die IT begann bei der Versicherungsgesellschaft London-Almaty, wo sie als Analystin erstmals erlebte, wie Technologie Geschäftsprozesse grundlegend verändern kann. Die Einführung einer Oracle-basierten Software automatisierte manuelle Abläufe, reduzierte Fehler und machte Systeme skalierbar – ein Schlüsselmoment, der ihr das transformative Potenzial von Technologie vor Augen führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend studierte sie an der University of St. Andrews maschinelles Lernen, neuronale Netze, Data Mining und statistische Modellierung. Bereits zu einer Zeit, als Big Data und künstliche Intelligenz noch Zukunftsthemen waren, erkannte sie, dass Daten und Technologien die zentrale Rolle der kommenden Jahre spielen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44076" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova2.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Studium in Data Mining an der University of St. Andrews sorgte in der Familie zunächst für Missverständnisse – einige hielten es für Bergbau, später wurde ihre Arbeit in der Blockchain-Branche bei Binance mit dem „Bitcoin-Mining“ gleichgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgewachsen in einem Umfeld, in dem Frauen in Führungspositionen selbstverständlich waren, erlebte sie stets familiäre Unterstützung. Ihre Karriere wurde ruhig, aber mit Stolz begleitet – ihr Mann bezeichnet ihren beruflichen Erfolg scherzhaft als gemeinsame Teamleistung der Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als größtes Hindernis für Frauen sieht sie weniger berufliche als kulturelle Stereotype. Übermäßige Bescheidenheit schade der Karriere: Wer vorankommen wolle, müsse an sich glauben, eigene Ideen vertreten, Initiative zeigen und aktiv Chancen ergreifen – dafür seien innere Freiheit und Selbstvertrauen entscheidend.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova3.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früh lernte sie, gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen: Selbst ihre Mutter, trotz eigener Führungsrolle, sorgte sich, dass Offenheit und Durchsetzungsstärke ihrem Privatleben schaden könnten. Heute ist sie überzeugt, dass sich Karriere und Familie sehr gut vereinbaren lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als hinderlich empfindet sie weniger geschlechtsspezifische als kulturelle und branchenspezifische Stereotype. Ihr Wechsel von Blockchain zur Ökologie stieß auf Unverständnis – dabei zeigt sie mit der Almaty Air Initiative, dass Umwelt- und Hightech-Themen zusammengehören und künstliche Intelligenz sowie Datenanalyse zentrale Werkzeuge nachhaltiger Entwicklung sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheit steht für sie an erster Stelle, denn ohne sie verlieren Karriere und Technologie an Bedeutung. Arbeit versteht sie als Mittel, die Welt aktiv mitzugestalten. Nach einer beruflichen Pause aus familiären Gründen half ihr die Rückkehr ins Berufsleben, Selbstvertrauen und Sinn wiederzufinden. Für echte innere Harmonie, sagt sie, brauche eine Frau neben Familie auch Raum zur Selbstverwirklichung – in Beruf und Kreativität.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Juldyz-Saulebekova4.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen beruflichen Kontexten ist sie nach wie vor die einzige Frau im Raum – ein Spiegel der Geschlechterungleichgewichte in IT, Politik und großen Unternehmen. Daran hat sie sich gewöhnt und nutzt die Zusammenarbeit mit überwiegend männlichen Führungskräften bewusst als Lernquelle. Ihre Erkenntnisse gibt sie gezielt an andere Frauen weiter, unter anderem über persönliche Gespräche und ihren Telegram-Kanal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen „Kampf der Geschlechter“ lehnt sie ab. Ihrer Ansicht nach ergänzen sich männliche und weibliche Führungsstile. Frauen zeichnen sich besonders im operativen Management durch Anpassungsfähigkeit, Multitasking, Prozessverständnis und Empathie aus. In dieser Verbindung von Entschlossenheit und Menschlichkeit sieht sie die Führungsqualität, die die heutige Welt braucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe sechs universelle Karriereprinzipien für Frauen, die ich im Laufe meiner langjährigen Arbeit entwickelt habe. Dabei spielt der Bereich keine Rolle – sei es IT oder ein anderer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Always be hustling – seien Sie stets aktiv. Ihre Karriere ist ein Projekt, das Energie, Aufmerksamkeit und Strategie erfordert. Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen jemand eine Chance bietet – suchen oder schaffen Sie sie sich selbst. Sehen Sie ein Problem? Schlagen Sie eine Lösung vor. Niemand will eine schwierige Aufgabe übernehmen? Übernehmen Sie sie selbst. Haben Sie keine Angst vor Veränderungen: Die besten Karrieremöglichkeiten entstehen gerade in Zeiten des Chaos und des Wandels. Wenn eine Tür geschlossen ist, suchen Sie eine andere.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Seien Sie bereit für Chancen, bevor sie sich bieten. Träumen Sie von einem eigenen Unternehmen – warten Sie nicht, bis Sie zehn Bücher gelesen oder einen MBA erworben haben. Beginnen Sie schon jetzt, sich weiterzubilden. Möchten Sie Top-Managerin eines internationalen Unternehmens werden – lernen Sie Englisch, entwickeln Sie Soft Skills, Verhandlungsgeschick und rhetorische Fähigkeiten – auch wenn Sie derzeit an der Rezeption sitzen.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Selbstreflexion ist unerlässlich. Wenn Sie das Gefühl haben, in einem bestimmten Bereich kein Glück zu haben, bemerken Sie möglicherweise einfach ein sich wiederholendes Muster nicht. Das ist Unempfindlichkeit gegenüber wichtigen Signalen: Entweder wiederholen Sie alte Fehler oder Sie sehen die Möglichkeiten in Ihrer Nähe nicht. Eine nicht gelernte Lektion kehrt immer wieder zurück – mit neuen Menschen oder in neuer Form.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Menschen fördern Menschen. Networking und die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, sind oft wichtiger als Kompetenzen, also machen Sie sich sichtbar. Denken Sie daran: Eine Beförderung ist eine Vorauszahlung für Ihr Potenzial und keine Belohnung für Ihre Vergangenheit. In vielen Unternehmen ist die Unternehmenskultur immer noch um männliche Formate wie Fußball und Wasserpfeife herum aufgebaut. Frauen haben dort oft einfach keinen Platz. Aber das ist kein Grund, sich zurückzuziehen – schaffen Sie Ihre eigenen Kommunikationsformate, Ihre eigenen Communities, in denen sich Chancen ergeben.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Executive Presence. Selbstbewusstsein, klare Sprache und ein einheitliches Image prägen die Wahrnehmung von Führungsqualitäten. Ihr Ruf ist Ihr wichtigstes Kapital. Und er wird über Jahre hinweg aufgebaut.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>• Bauen Sie sich eine Stütze auf – innerlich und äußerlich. Werden Sie zu einer Patriotin Ihrer selbst. Erlauben Sie sich, Fehler zu machen, aber verlieren Sie nicht den Glauben an sich selbst. Sichern Sie sich die Unterstützung Ihrer Familie und versuchen Sie nicht, alles alleine zu schultern. Eine Karriere alleine ist viel schwieriger.</em><em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/des-frauentag/"><strong>Der Frauentag</strong></a><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Jenis Izmaganbet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Veturi Venture Studio, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Germany</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="506" height="506" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet1.jpg" alt="" class="wp-image-44079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet1.jpg 506w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet1-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet1-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Jenis stammt aus der kleinen kasachstanischen Ölstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aktau</a> und zog direkt nach dem Schulabschluss nach Europa. Dort studierte sie in Deutschland, Spanien und Polen und startete nach ihrem Bachelor ihre Karriere in der Zentrale der Bosch GmbH in Stuttgart. Die Arbeit in einem internationalen Technologiekonzern setzte für sie hohe professionelle Maßstäbe, zugleich wuchs jedoch der Wunsch, nicht nur Teil eines etablierten Systems zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus persönlicher Motivation und dem Interesse am sich entwickelnden kasachstanischen Markt kehrte sie 2017 in ihre Heimat zurück und wurde Teil des ersten Teams des Technoparks Astana Hub. Mit diesem Projekt begann ihre nachhaltige Begeisterung für IT-Start-ups und das unternehmerische Ökosystem.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44080" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet2.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit konnten ihre Eltern ihren beruflichen Weg nicht nachvollziehen und hätten sie lieber auf einer klassischen Karriereleiter gesehen, etwa in der Ölindustrie. Sie selbst versucht jedoch, sich nicht auf Stereotype oder Hindernisse zu fokussieren, auch wenn die globalen Zahlen deutlich zeigen, dass Gründerinnen weiterhin stark unterfinanziert sind. Diese Ungleichgewichte erklärt sie mit historischen und kulturellen Faktoren – zugleich sieht sie sich und andere Unternehmerinnen in Kasachstan als erste Welle, die den Markt aktiv verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau von IT-Start-ups ist heute ihr zentrales Tätigkeitsfeld. Angetrieben wird sie vom Glauben an sich selbst und an die Kraft von Technologie, langfristig Branchen und Menschen positiv zu beeinflussen. Diese Vision und ihre Ambitionen, internationale Projekte umzusetzen, geben für sie klar die Richtung vor.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-44081" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3-1536x870.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Jenis-Izmaganbet3.jpg 1890w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Weibliche Führungskräfte schließen sich derzeit zusammen und bündeln ihre Kräfte, was sehr erfreulich ist. Auch immer mehr Männer unterstützen und erkennen die Bedeutung von Unternehmerinnen in der Marktwirtschaft Kasachstans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich wünsche mir mehr Selbstvertrauen und Zuversicht für jede Frau in ihrer beruflichen Entwicklung. Ich würde empfehlen, geplante Ideen so schnell wie möglich auszuprobieren. 80 Prozent Sicherheit bei einer Entscheidung sind besser als etwas, das später mit 90 Prozent Sicherheit unternommen wird. 100 Prozent Sicherheit wird es nie geben. Später wird die Hypothese höchstwahrscheinlich nicht funktionieren und die Chance wird verpasst sein. Beginnen Sie mit kleinen Projekten und steigen Sie gleichzeitig in das VC-Ökosystem ein. Haben Sie keine Angst vor Versuch und Irrtum – das gehört dazu“, sagt Jenis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die IT-Branche war nie eine typisch männliche Domäne, und in den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Karriere in der Informationstechnologie. Frauen, die in die Technologiebranche kommen, bringen neue Ansätze, Liebe zum Detail und Mut zum Experimentieren mit. Jede von ihnen beweist, dass Kompetenz kein Geschlecht hat. Und trotz aller Stereotypen zeigen unsere Heldinnen mit ihrem Beispiel, dass Professionalität und Liebe zum Beruf der Motor sein können, um Träume zu verwirklichen, und dass die Branche selbst offener und gerechter wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Sara Derbishova</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Hook Report</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Top-Sehenswürdigkeiten in Zentralasien, die Du besuchen solltest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 12:55:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist unm&#xF6;glich, einen Reisef&#xFC;hrer mit allen interessanten Orten der Region zusammenzustellen &#x2013; davon gibt es in Zentralasien zu viele. In dieser Auswahl findet ihr eine Zusammenstellung einiger Top-Sehensw&#xFC;rdigkeiten in den f&#xFC;nf zentralasiatischen Republiken und wie ihr diese am bequemsten erreichen k&#xF6;nnt. &#x15E;aryn-Canyon, Kasachstan Der &#x15E;aryn-Canyon ist ein sehr altes Naturdenkmal, dessen Sedimentgestein bis zu [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es ist unmöglich, einen Reiseführer mit allen interessanten Orten der Region zusammenzustellen – davon gibt es in Zentralasien zu viele. In dieser Auswahl findet ihr eine Zusammenstellung einiger Top-Sehenswürdigkeiten in den fünf zentralasiatischen Republiken und wie ihr diese am bequemsten erreichen könnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Şaryn-Canyon, Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Şaryn-Canyon ist ein sehr altes Naturdenkmal, dessen Sedimentgestein bis zu 12 Millionen Jahre alt ist. Die Wälder aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fluss-Esche">Sogdian-Eschen</a>, die nur in Zentralasien und China wachsen, haben die Eiszeit überstanden und sind heute 300 bis 400 Jahre alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 25 Millionen Jahren befand sich an der Stelle des Canyons ein See, weshalb Paläontolog:innen hier Überreste von längst ausgestorbenen Tieren wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mastodonten">Mastodonten</a> finden. Die heute noch existierende Natur ist nicht weniger vielfältig, und ein Großteil der Tiere ist auf der <a href="https://www.wwf.de/themen-projekte/artenschutz/rote-liste-gefaehrdeter-arten">Roten Liste gefährdeter Tierarten</a> aufgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/werden-die-nationalparks-kasachstans-die-anthropogene-belastung-verkraften-koennen/">Werden die Nationalparks Kasachstans die anthropogene Belastung verkraften können?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiefe des Canyons beträgt 200 Meter, die verschiedenen Felsen sind zwischen 150 und 300 Meter hoch. Die Landschaften können zu Fuß, zu Pferd oder auf einer Safari mit Geländewagen oder Quads erkundet werden. Am häufigsten besuchen Touristinnen und Touristen das Tal der Burgen, wo Steine und Felsen bizarre Formen bilden, sowie Eschen- und Turangowälder mit langlebigen Pflanzen. Außerdem kann das „Tal der Hexen&#8220; besucht werden, wo der Wind durch die enge Schlucht heult – dies hat viele Legenden über den mystischen Ursprung des Ortes hervorgebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Station auf der Touristenroute ist die Mondschlucht, die am weitesten entfernt liegt und daher auch weniger stark besucht ist. Ihren Namen erhielt die Schlucht aufgrund einer Reihe von zerklüfteten Schluchten, die ihr Aussehen einem Mondkrater ähneln lassen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Şaryn-Canyon liegt 195 km von Almaty entfernt und ist privat mit dem Auto oder in einer Reisegruppe erreichbar. Die Fahrt dauert in der Regel nicht länger als fünf Stunden und unterwegs bietet sich vielleicht ein Stopp auf einem Mohnfeld. Am Eingang zum Nationalpark „Şaryn“ gibt es einen Kontrollpunkt, wo man übernachten und sich ausruhen kann. Im Canyon gibt es auch Erholungszentren, Angelgebiete und Cafés mit nationaler Küche.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Zugang zum Canyon kostet 750–792 Tenge (ca. 1,30-1,35 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nationalpark &#8222;Ala-Archa&#8220;, Bischkek/Kirgistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ala-Artscha-Nationalpark">Das Naturschutzgebiet</a> umfasst eine Fläche von etwa 2.800 Hektar und beherbergt 600 Pflanzenarten. Der größte Teil des Gebiets ist mit der örtlichen Tannenart, &#8222;Artscha&#8220; genannt, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Halbkugeliger_Wacholder">halbkugeligem Wacholder</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tienschan</a>-Fichten bewachsen. Der Park verfügt über sieben Wanderwege und mehr als 100 verschiedene Pfade, die sich in ihrer Landschaft und ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein für alle geeigneter Wanderweg ist der Pfad entlang des Flusses Ala-Artscha, wo man an Fotostellen anhalten und in aller Ruhe die mit Nadelbäumen bewachsenen Berglandschaften betrachten kann. Im Herbst kleidet sich der Park in das Gold der Bäume – ein solcher Spaziergang wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-43548" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Ala-Archa_Nationalpark.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf den Ak-Saj-Gletscher im Nationalpark &#8222;Ala-Archa&#8220;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Wanderroute führt zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ak-Sai-Wasserfall">Ak-Saj-Wasserfall</a>, ist jedoch schwieriger und dauert etwa fünf Stunden. Hier beginnt die wilde Natur des Parks, und die Pfade wurden von denen ausgetreten, die diese Gipfel bereits zuvor bezwungen haben. Auf dem Weg zum Wasserfall und zum gleichnamigen Gletscher befindet sich auch eine der lokalen Sehenswürdigkeiten – die Hütte von Ratsek, ein großes Bergsteigerlager.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg zum Gletscher kann man auch die Schlucht „Zerbrochenes Herz” und das Plateau Tepschi sehen, die sich auf einer Höhe von fast 2.700 Metern befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Nationalpark liegt 30 Kilometer von Bischkek entfernt und ist mit dem Bus, der alle 30 Minuten fährt, oder mit dem Auto – am besten mit einem Elektro- oder Hybridauto – zu erreichen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt in den Park kostet 200 Som (ca. 1,95 Euro), der Eintritt in die Schlucht selbst ist kostenlos. Die Einfahrt ins Territorium des Nationalparks mit dem Auto oder Minivan kostet 700 Som (ca. 6,85 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Savitskij-Museum in Nukus und Küste des Aralsees, Republik Karakalpakstan/Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Savitskij-Museum entstand 1966 auf Initiative des Künstlers und Sammlers <a href="https://pl.wikipedia.org/wiki/Igor_Sawicki">Igor Savitskij</a> und wurde nach seinen Vorstellungen und Wünschen gestaltet. Vor der Eröffnung des Museums sammelte Savitskij Gegenstände der angewandten Kunst in der von ihm geliebten Region Karakalpakstan. Der Künstler bildete auch ein archäologisches Team, um Exponate in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Choresm</a> zu suchen und zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/">Die touristischen Perlen Karakalpakstans</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den ersten Erwerbungen des Museums und heute Teil seiner Dauerausstellung gehören auch Werke zentralasiatischer Kunstschaffender, die wegen ihrer Abweichung von den in der Kunstakademie geltenden Grundprinzipien kritisiert wurden, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Georgijewitsch_Karachan">Nikolaj Karachan</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aleksandr_Nikolayev_(painter)">Alexander Nikolaev (Usto-Mumin)</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jelena_Ljudwigowna_Korowaj">Jelena Korowaj</a> und andere. Das Savitskij-Museum beherbergt auch die größte Sammlung karakalpakischer Künstler, darunter Werke von Galia Abduraxmanova, Aman Atabaev, Erkin Joldasov und anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Von der Hauptstadt Taschkent aus kann man Nukus am bequemsten mit dem Flugzeug (Dauer: 1,5 Stunden) oder dem Zug (Dauer: ca. 16-20 Stunden, mit Schlafplätzen) erreichen. Mit dem Auto oder Bus dauert die Fahrt bis zu 12 Stunden, kann jedoch anstrengender sein – dabei ist ein Abstecher zum Ufer des <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-aralsee-syndrom-warum-schrumpft-das-kaspische-meer/">verschwindenden Aralsees</a> machbar, von Nukus über Muynak noch etwa 130 Kilometer weiter bis zum Strand.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="674" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-1024x674.jpg" alt="" class="wp-image-43549" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-1024x674.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-300x197.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea-768x505.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Beach_Aral_Sea.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Küste des Aralsees in der Region Karakalpakstan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eintrittspreis ins Museum kostet für ausländische Staatsangehörige 95.000 Sum (ca. 6,85 Euro) und für Staatsangehörige Usbekistans – 19.000 Sum (ca. 1,35 Euro).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Festung Hissor/Tadschikistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festung in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hissor">Hissor</a> liegt nur 30 Kilometer von der Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> entfernt. Sie wurde zur Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert erbaut und war ein wichtiger Teil der antiken Stadt Hissor – dort befand sich der Palast des Beys des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emirat_Buchara">Emirats Buchara</a>. Die Festung ist mit Mauern und Schießscharten befestigt, da sie nicht nur den Palast, sondern auch eine wichtige Weggabelung auf der Handelsroute bewachte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-43550" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Hissor_Tajikistan.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Festung Hissor nahe Duschanbe</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">An den Seiten des Festungstors sind zwei zylindrische Türme aus gebrannten Ziegeln mit einem Pfeilbogen zu sehen – ein deutliches Spiegelbild des Baustils des Emirats Buchara jener Zeit. Mit der Zeit entstanden viele Legenden über den Zweck der Festung. Einer davon zufolge wurde sie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Afrasiab_(Mythos)">vom legendären Herrscher Afrosijob</a> aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Firdausi">Firdausis „Schahname“</a> erbaut, einer anderen zufolge <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFAl%C4%AB_ibn_Ab%C4%AB_T%C4%81lib">vom gerechten Kalifen Ali</a>, der sich aufmachte, um den Islam in dieser Region zu verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/der-fall-von-buchara-und-das-schicksal-der-tadschikinnen-war-es-eine-revolution/">Der Fall von Buchara und das Schicksal der Tadschik:innen: War es eine Revolution?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Festung ist von Duschanbe aus mit dem Auto oder mit dem Stadtbus zu erreichen. Der Eintritt zur Festung kostet 10 Somoni, umgerechnet etwas weniger als 1 Euro.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Unabhängigkeitsdenkmal, Aşgabat/Turkmenistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das majestätische Denkmal befindet sich in der Hauptstadt des Landes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/A%C5%9Fgabat">Aşgabat</a>, und wurde im Jahr 2001 zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit im gleichnamigen Park eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unabhängigkeitsdenkmal in Form einer Säule ist 118 Meter hoch und an seiner Spitze sind ein goldener Halbmond und fünf Sterne als Symbol für die fünf wichtigsten turkmenischen Stämme angebracht. Der untere Teil des Denkmals ist in Form einer Jurte gestaltet, in deren Inneren sich das Unabhängigkeitsmuseum befindet, in dem Exponate zu sehen sind, die mit der Erlangung und Wahrung der Souveränität in Verbindung stehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-43551" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Unabhaengigkeitsdenkmal_Aschgabat.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Unabhängigkeitsdenkmal in der Hauptstadt Turkmenistans</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber dem Denkmal befindet sich eine Fußgängerzone, an deren Eingang eine Statue des ersten Präsidenten Turkmenistans, Saparmurat Niyazow, steht. Vor der Statue des Präsidenten sind Skulpturen zu sehen, die Helden des turkmenischen Nationalepos darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt in den Parkbereich ist kostenlos, die Eintrittspreise für das Museum besser vor Ort erfragen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Urban Night Festival, Samarkand/Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober wird <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> zum Zentrum der kreativen Energie der Region – vom 17. bis 19. Oktober findet hier das Samarkand Urban Night Festival statt, das anlässlich des Stadtfestes veranstaltet wird. Diese Veranstaltung bringt Vertreterinnen der Kreativwirtschaft, Unternehmer, Künstlerinnen, Forscher und Innovatorinnen aus ganz Zentralasien zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Festivals ist es, die Rolle der Jugend und der kreativen Führungskräfte bei der Entwicklung der Stadt zu stärken und eine Plattform für den Austausch von Ideen sowie für die Initiierung gemeinsamer Projekte zu schaffen. Das Programm umfasst öffentliche Vorträge, Workshops, Forschungsformate und Ausstellungen, die Samarkand zu einem Ort des Dialogs, der Inspiration und des Handelns machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ab-ins-all-sci-fi-komoedien-aus-zentralasien-beim-filmfestival-cottbus/">Ab ins All: Sci-Fi-Komödien aus Zentralasien beim Filmfestival Cottbus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Tag des Festivals steht unter einem bestimmten Thema: von der Erforschung städtischer Gemeinschaften und Business-Networking bis hin zu nachhaltigen Innovationen und kreativer Führung. Die Teilnehmenden erwarten offene Gespräche, Umwelt-Workshops, interaktive Formate wie „Die Stadt aus Kräutern“, Führungen durch moderne Kunstausstellungen und Musikabende mit Live-Auftritten. Die Urban Night endet mit einem warmen Jazzkonzert der Silk Road Jazz Band, die die Idee des Festivals symbolisiert – die Schaffung kreativer Städte der Zukunft, die auf Kultur, Zusammenarbeit und dem Wunsch basieren, die Umgebung zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich in den sozialen Netzwerken von <a href="https://www.instagram.com/goviral.ca/?hl=de">Go Viral</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2025/10/ca-places/">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Taschkent vs. Almaty – die Geschichte zweier Städte erzählt anhand ihrer Gebäude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 05:48:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alma-Ata]]></category>
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		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Modernismus]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Almaty und Taschkent sind die beiden gr&#xF6;&#xDF;ten St&#xE4;dte Zentralasiens. Trotz vieler Parallelen hat die Architektur der beiden St&#xE4;dte ein recht unterschiedliches urbanes Lebensgef&#xFC;hl entstehen lassen. Hook wagt den Vergleich. Almaty und Taschkent liegen Hunderte von Kilometern voneinander entfernt und haben unterschiedliche Schicksale. Dennoch begegnen sie sich in der Geschichte fast als Nachbarn und sprechen dieselbe [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Almaty und Taschkent sind die beiden größten Städte Zentralasiens. Trotz vieler Parallelen hat die Architektur der beiden Städte ein recht unterschiedliches urbanes Lebensgefühl entstehen lassen. Hook wagt den Vergleich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a> liegen Hunderte von Kilometern voneinander entfernt und haben unterschiedliche Schicksale. Dennoch begegnen sie sich in der Geschichte fast als Nachbarn und sprechen dieselbe Sprache – die Sprache der Architektur. Taschkent ist eine tausendjährige Stadt, die an der Kreuzung von Handelsrouten wuchs und in der die Jahrhunderte die Ziegel der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Madrasa">Medresen</a> und die Lehmwände der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalla_(Stadtviertel)">Mahallas</a> geformt haben. Almaty hingegen ist vergleichsweise jung: Seine Gründung im 19. Jahrhundert als Militärfestung Werny war eher ein politischer Akt als das organische Wachstum einer alten Siedlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Altersunterschied ist mehr als reines Zahlenwerk. Er prägt die Architektur: Während in Taschkent Ost und West aufeinandertreffen, herrschte in Almaty zunächst ein regelmäßiges Raster und ein „weißes Blatt“ bei der Gestaltung vor. Spätere Erdbeben, die Industrialisierung, Kriege und der Zusammenbruch von Imperien – all dies prägte das Erscheinungsbild der beiden Städte kontinuierlich und hinterließ Spuren der Zeit an ihren Fassaden und Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vergleich von Taschkent und Almaty ist wie das Lesen zweier paralleler Texte. Der eine beginnt lange vor der Entstehung des Russischen Reiches und trägt die reiche Erinnerung an den Osten in sich; der andere entsteht plötzlich, wie eine Zeile, die mit der festen Hand der Kolonialmacht geschrieben wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zeit vor der Revolution</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Taschkent 1865 vom Russischen Reich annektiert wurde, hatte es bereits den Rhythmus seiner alten Viertel angenommen. In der Altstadt liefen die engen Gassen wie ineinander verschlungene Bewässerungsgräben auf Medresen, Moscheen und Basare zu. Die Häuser waren aus Lehm gebaut – Material, das sich im heißen Klima seit Jahrhunderten bewährt hatte. Dicke Mauern hielten die Luft kühl, und Innenhöfe spendeten Schatten und Ruhe. Die Fassaden waren selten zur Straße ausgerichtet; das Leben konzentrierte sich in den Innenhöfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neu-Taschkent ist der europäische Teil der Stadt, der angrenzend an das alte Taschkent entstand. Im Gegensatz zu den informellen Straßen der Mahallas wurde die neue Bebauung nach einem radial-zentralen Plan angelegt: Die Straßen liefen auf dem Hauptplatz zusammen. Diese Planungslogik verlieh der Stadt eine neue Achse und einen neuen Maßstab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Architektur dieses Stadtteils hatte einen kolonialen Charakter: Sie kombinierte russische und europäische Formen mit der Verwendung lokaler Materialien und Techniken. Die Wohngebäude waren meist ein- oder zweistöckig, hatten aber dicke Wände und hohe Decken zum Schutz vor der Hitze. Die Fassaden waren mit eklektischen Elementen russischer und usbekischer Architektur verziert. Das Ergebnis war ein einzigartiger Hybrid: eine „russische Stadt“ in Zentralasien, jedoch mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Ästhetik und ihrem eigenen Charakter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das alte und das neue Taschkent werden durch den Anchor-Kanal getrennt, der zu einer städtischen und kulturellen Grenze wurde. Diese Grenze ist noch heute spürbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Stelle des späteren Alma-Ata (wir verwenden diesen Ortsnamen im Zusammenhang mit den jeweiligen historischen Namen der Stadt, Anm. Hook) befand sich im Mittelalter eine Stadt namens Almata, die an die Seidenstraße angeschlossen war, aber im 19. Jahrhundert verschwunden war. 1854 wurde hier die Festung Sailiskoje gegründet, die bald in Werny umbenannt wurde. Dies war ein politischer Schachzug: die Festigung der zaristischen Macht in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenstromland">Semiretschje</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/"><strong>Warum Almaty und nicht Alma-Ata?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grundriss war von Anfang an rechteckig: ein klares Straßenraster mit gleich großen Blöcken. Die ersten Gebäude waren aus Stein gebaut, doch nach den verheerenden Erdbeben von 1887 und 1911 setzten sich Holzhäuser durch, die in der Erdbebenzone stabiler waren. Die Architektur orientierte sich an russischen Provinzmodellen: geschnitzte Fensterrahmen, Mezzanine, Kuppelkirchen und eklektische öffentliche Gebäude. Die Straßen waren von Bewässerungsgräben und Bäumen gesäumt, was Werny Ende des 19. Jahrhunderts den Ruf einer „grünen Stadt“ einbrachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als Taschkent, wo zwei Kulturen nebeneinander existierten, war Werny architektonisch homogen: ein russisches Militär- und Verwaltungszentrum ohne jahrhundertealte östliche Traditionen. Das kühlere Klima ermöglichte es, auf massive Lehmwände zu verzichten, wodurch die Gebäude heller und optisch „nördlicher“ wirkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der beiden Städte trennte sich also bereits im 19. Jahrhundert – und diese Weggabelung ist noch heute in ihren Straßen sichtbar. So wurden die beiden unterschiedlichen Visionen – radial und rechteckig, kulturell gemischt und relativ homogen – zu mehr als bloßen Plänen des 19. Jahrhunderts. Sie wurden zum genetischen Code der Architektur und bestimmten, wie die beiden Städte im 20. Jahrhundert und darüber hinaus wachsen und sich entwickeln würden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Avantgarde zur Repräsentation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Jahrzehnte nach der Revolution begannen in Alma-Ata und Taschkent unter einem neuen Vorzeichen: Die Behörden strebten nach Ordnung, Massenwohnungen und der Schaffung von Verwaltungszentren. Auf den ersten Blick schienen sich die Städte parallel zu entwickeln. Doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass ihre architektonischen Entwicklungen voneinander abwichen. Besonders deutlich tritt dies Mitte des Jahrhunderts hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata begann die 1920er und 1930er Jahre mit einem unerwarteten avantgardistischen Geist. Die Stadt erhielt eine Reihe von Gebäuden im Geiste des Konstruktivismus: strenge geometrische Volumen, Fensterbänder und offene Grundrisse. Das von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moissei_Jakowlewitsch_Ginsburg">Mossej Ginsburg</a> entworfene Regierungsgebäude der Kasachischen SSR gibt den Ton an: Es handelt sich um eine rationale, zukunftsweisende Architektur, die gleichzeitig die Erdbebengefahr der Region berücksichtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt. Sieg und neue ideologische Ziele verlangten nach Monumentalität und symbolischer Repräsentation. Symmetrische Fassaden, Kolonnaden und Gesimse tauchten in der Architektur zunehmend auf. Doch Alma-Atas Charakter blieb zurückhaltend: Kasachische Ornamente wurden, wie Intonationen, zart in Gittern, Bändern und Friesen eingefügt. Das Hauptvolumen blieb streng und „nördlich“, und nationale Motive betonten lediglich die Masse des Gebäudes, ohne sie aufzulösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/mit-dem-architectural-guide-almaty-die-stadt-entdecken/"><strong>Mit dem „Architectural Guide Almaty“ die Stadt entdecken</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Taschkent war die Avantgarde nur von kurzer Dauer. Mitte der 1930er Jahre vollzog sich in der Stadt eine rasche Hinwendung zur klassischen Architektur. Hier nahm der Kanon „national in der Form, sozialistisch im Inhalt“ Gestalt an, und in der Architektur bedeutete dies vor allem eines: Monumentalität gepaart mit dekorativem Reichtum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paradebeispiel ist das Alisher-Navoiy-Theater. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Wiktorowitsch_Schtschussew">Alexej Schtschussew</a> schuf eine monumentale Komposition, doch der Innenraum wird zu einer Enzyklopädie usbekischen Kunsthandwerks: Marmor, Schnitzereien, Ornamente, wobei jedes Foyer auf eine bestimmte Region verweist. Taschkenter Gebäude aus dieser Zeit sind leicht zu erkennen: Bögen, Kuppeln und gemustertes Gitterwerk verwandeln den Stil des sowjetischen Empires in ein „Schaufenster des Ostens“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Materialien und Dekorationstechniken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich besonders in der Verwendung von Materialien und Dekor. In Taschkenter Gebäuden aus den 1930er bis 1950er Jahren ist Ornamentik mehr als nur Dekoration, sie ist Teil der Bausprache. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gantsch">Gantsch</a> und Steinmetzarbeiten verwandeln Innenräume in ganze Musterwelten: Säulen und Bögen lösen sich in einem ornamentalen Teppich auf, der Raum wirkt festlich, „bühnenhaft“. Jedes Gebäude scheint die reichen Handwerkstraditionen der Region zu präsentieren und sie in einem einheitlichen, repräsentativen Programm für die Hauptstadt zu vereinen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="602" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg" alt="" class="wp-image-43212" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-300x177.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-768x452.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Alisher-Navoiy-Theater, Photo: Bgag/Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata verfolgt einen anderen Ansatz. Hier „verdeckt“ die Ornamentik nicht das Volumen, sondern ist in dessen Geometrie eingewoben. Kasachische Motive betonen die strenge Tektonik des Gebäudes, statt sie zu ersetzen. Masse, Symmetrie und Kolonnade werden zuerst gelesen, erst dann das Muster. Dadurch wirkt der nationale Code subtiler: eher wie ein Akzent denn wie ein Hauptthema.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Maßstab und städtebaulicher Kontext</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1940er und 1950er Jahren hatten beide Städte die gemeinsame sowjetische Ästhetik des stalinistischen Empire-Stils übernommen: Symmetrie, Kolonnaden, monumentale Plätze. Der Maßstab der Umsetzung dieses Stils war jedoch unterschiedlich. In Taschkent wurde Repräsentation zum Ziel des gesamten Stadtzentrums. Verwaltungsgebäude, Theater und Kulturzentren bildeten ein einheitliches Ensemble, in dem orientalische Ornamente und monumentale Formen die Rolle der Stadt als politisches und kulturelles Zentrum der Region betonten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata geht trotz seiner Rolle als Hauptstadt der Kasachischen SSR behutsamer vor. Hier wird der Empire-Stil selektiv umgesetzt: Wichtige Gebäude erhalten Kolonnaden und Gesimse, doch insgesamt bleibt die Stadtstruktur diszipliniert und rational. Das rechteckige Straßenraster und die strenge Logik der Häuserblocks halten die Architektur von übermäßiger Dekorativität fern. Monumentalität ist vorhanden, erreicht aber nicht das Niveau totaler Dekoration wie in Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 1950er Jahre hatten sich diese Unterschiede bereits zu festen architektonischen Regeln verfestigt. Alma-Ata behielt seine Verbindung zur avantgardistischen Rationalität bei und verwob nationale Motive in seine Details, ohne die Integrität seiner strengen Formen zu beeinträchtigen. Taschkent hingegen verwandelte den Empire-Stil in eine demonstrative Synthese klassischer und orientalischer Ornamentik: Kuppeln, Bögen und geschnitzte Gitter wurden nicht mehr nur zur Ergänzung, sondern zum Kern des architektonischen Bildes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese gegensätzlichen Ansätze legten den Grundstein für die Zukunft. In Almaty konnte sich die Moderne mit ihrer Liebe zur Geometrie und zu klaren Volumen auf dieser Grundlage leicht etablieren. In Taschkent ging das ornamentale Programm ganz natürlich in die Moderne der 1960er- bis 1980er-Jahre über, wo Fassaden weiterhin als „Schaufenster“ der Tradition dienten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Modernismus und spätsowjetische Architektur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den 1950er Jahren änderte sich die sowjetische Architektur: Der Empire-Stil wich der Moderne. Der neue Stil versprach Schlichtheit und Funktionalität und setzte auf Stahlbeton, Glas und Licht. In Zentralasien manifestierte er sich jedoch anders: In jeder Stadt entwickelte die Moderne ihren eigenen Charakter, geprägt von ihrer Geschichte, ihrem Status und ihrer Umgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Taschkent fiel die Wende zur Moderne mit einer Katastrophe zusammen – dem Erdbeben von 1966. Die Stadt musste im Wesentlichen von Grund auf neu aufgebaut werden und übernahm in diesem Moment die Rolle des „östlichen Schaufensters der UdSSR“. Daher auch der große Maßstab: breite Alleen, Platzensembles und grandiose öffentliche Komplexe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Beispielen zählen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Metro_Taschkent">Metro</a> (1970er Jahre, mit Mosaiken und Themenstationen), der Palast der Völkerfreundschaft (1981), die Zentrale Ausstellungshalle (1974), das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Uzbekistan">Hotel Usbekistan</a> (1974), der Zirkus (1969/1976) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorsu-Basar">der Chorsu-Basar</a> (1983). Diese Gebäude zeigen nicht nur ihren dekorativen Reichtum, sondern auch eine Verbindung zum Klima und den überlieferten Bräuchen. So verfügt die Zentrale Ausstellungshalle beispielsweise über eine natürliche Belüftung und eine runde Galerie, die an traditionelle Architekturtechniken der heißen Region erinnert. Das Ergebnis war ein unverwechselbarer Stil der Moderne, durchdrungen von orientalischen Elementen, aber sowohl dekorativ als auch funktional bedeutsam.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="875" height="619" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1.png" alt="" class="wp-image-43216" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1.png 875w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1-300x212.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-126-1-768x543.png 768w" sizes="auto, (max-width: 875px) 100vw, 875px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fassade des Hotels Usbekistan, Photo: Robin Roth/Novastan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Materialien unterstrichen die Größe des Konzepts: Marmor und Granit, Beton, dekorative Gitter, Mosaike und Stuckornamente. All dies ermöglichte eine Mischung aus Modernität und Tradition, nicht nur in der Form, sondern auch im städtischen Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata entwickelte sich stetig, ohne Katastrophen, doch mit einer konzentrierten Sammlung hochwertiger modernistischer Gebäude. In Untersuchungen des <a href="https://garagemca.org/en">Garage Museum of Contemporary Art</a> und des Stadtführers „Audiala“ wird die Stadt als „Freilichtmuseum der Moderne“ bezeichnet: Das heutige Almaty verfügt über mehr als sechzig denkmalgeschützte Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Beispielen zählen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Palast_der_Republik_(Almaty)">Palast der Republik</a> (1970), das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Kasachstan">Hotel Kasachstan</a> (1977), das Kino Arman (1968), der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkus_Almaty">Kasachische Staatszirkus</a> (1970), der Palast der Schulkinder (1983), die Arsan-Bäder (1982), die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Medeo">Medeu-Eisbahn</a> sowie Wohnkomplexe wie der Komplex „Drei Bogatyrs“ und ein Netzwerk von Mikrobezirken mit Kinos und Konzertsälen. Das Hotel Kasachstan ist zu einem wahren Symbol der Stadt geworden: ein schlanker Turm mit erdbebensicherem Rahmen und einem ornamentalen „Kronenband“ an der Spitze. Der Palast der Republik verbindet die Monumentalität des Platzes mit der lakonischen Plastizität seiner Fassade.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-43210" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Almaty_Fountain_2007.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Hotel Kasachstan mit seiner ikonischen Krone, Photo: Nikolay Yushnikov/Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Merkmal der Almatinsker Moderne ist die Verwendung von Muschelkalk, einem porösen Kalkstein aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_(Gebiet)">Mañğystau</a>. Dieses Material wurde häufig für die Fassaden- und Innenausstattung verwendet: im Hotel Kasachstan, im Palast der Republik und in vielen Wohngebäuden. Seine warme, schwammartige Textur wurde zu einem der charakteristischen Merkmale der Stadt. In Kombination mit Marmor, Granit und Buntglas verlieh es der Architektur einen lokalen Charakter und passte gut zum nahen Gebirgsklima.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Architektur Alma-Atas blieb intim und rational. Selbst große Gebäude sind in ein Raster integriert, das durch das Relief betont wird. Straßen steigen zu den Bergen hin an und erzeugen einen markanten vertikalen Panoramaeffekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ingenieurbauwerke als Teil der Moderne</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Almatys seismische und bergige Umgebung führte zu einer Vielzahl von technischen Lösungen, die Teil der architektonischen Identität der Stadt wurden. Das markanteste Beispiel ist der Staudamm am Fluss Medeu (1970er Jahre). Dieses grandiose hydraulische Bauwerk schützte die Stadt nicht nur vor Schlammlawinen, sondern wurde auch als in die Landschaft eingebettetes Denkmal wahrgenommen: Eine gestufte Betonmauer in den Bergen wurde zu einem einzigartigen Denkmal ingenieurstechnischer Höchstleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Objekte fallen in diese Kategorie: ein System von Schlammlawinen-Dämmen, in das Stadtgefüge integrierte Bewässerungskanäle und die für Almaty charakteristischen Terrassenstraßen. Letztere entstanden dort, wo die Stadt die Hänge zu den Bergen hinaufführte. Die Planer legten die Häuserblöcke stufenweise und dem Gelände folgend an: Jede Ebene wurde zu einer separaten Straßenterrasse mit Wohnhäusern, Schulen und Grünflächen. Dies ermöglichte die Kombination typischer Gebäude aus der Sowjetzeit mit der einzigartigen Landschaft und bot gleichzeitig Panoramablicke, natürliche Entwässerung und Erdbebensicherheit.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-43209" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/094.jpg 1526w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Staudamm vom Eisstadion Medeu aus gesehen, Photo: Robin Roth/Novastan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als in Taschkent, wo Kulturkomplexe und die Metro zu den Wahrzeichen der Moderne wurden, spielten in Alma-Ata technische Lösungen eine besondere Rolle – sie verliehen der Architektur einen „heroischen“ Ton und festigten das Bild der Stadt als rational und doch poetisch, eingebettet in die Berglandschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich auch in der Stadtplanung. In Taschkent wird die Moderne zur Bühne der Repräsentation: Magistralen und architektonische Ensembles sind für Massendemonstrationen, offene Plätze und Paraden konzipiert. Die Stadt strebt nach Horizontalität und Weite und entfaltet sich entlang der Ebene von Alleen und großen Plätzen. Alma-Ata hingegen wird anders wahrgenommen: Seine Moderne bleibt intimer, in die Landschaft „eingebettet“. Hier streckt sich die Architektur den Bergen entgegen, die Straßen steigen an, und die Wahrnehmung wird von Vertikalität und Panoramen bestimmt. Selbst große Gebäude unterbrechen diesen Rhythmus nicht, sondern betonen ihn eher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rivalität der Hauptstädte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kam der Faktor des unausgesprochenen Wettbewerbs. Zu Sowjetzeiten galten Taschkent und Alma-Ata als die beiden wichtigsten Hauptstädte Zentralasiens, und die Architektur wurde zur Sprache ihres Wettbewerbs. Nach dem Erdbeben von 1966 erhielt Taschkent besondere Mittel und den Auftrag, sich zu präsentieren: Die ersten Metro-Stationen der Region, neue Paläste, Plätze und Museen sollten seinen Status als „Schaufenster des sowjetischen Ostens“ untermauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alma-Ata reagierte mit seinen eigenen Symbolen: der hoch aufragenden „Krone“ des Hotels Kasachstan, dem Palast der Republik und den Ingenieurbauwerken von Medeu, wo Architektur und Infrastruktur das einheitliche Bild einer Stadt formten, die Gelände und seismische Einflüsse geschickt zu integrieren wusste. So entstanden zwei unterschiedliche Darstellungsebenen: Taschkent vermittelte seine Stärke durch die Größe seiner Ensembles und den „vorbildlichen“ Charakter der neuen Hauptstadt des Ostens, während Alma-Ata seine Stärke durch die Verbindung monumentaler Gebäude mit der Natur und dem städtischen Alltag präsentierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1980er Jahren hatten sich architektonische Trends etabliert. Alma-Ata war zu einer Art Sammlung modernistischer Monumente geworden, in denen rationale Strukturen und zurückhaltende Dekoration ein einheitliches Bild ergeben. Taschkent hingegen war zu einem Vorzeigeobjekt der östlichen Moderne geworden, in der Ornamente und handgefertigte Motive ebenso wichtig waren wie Beton und Glas.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die postsowjetische Zeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 1991 schlugen Almaty (die Stadt trägt seit 1993 diesen Namen, Anm. d. Ü.) und Taschkent unterschiedliche Wege ein. Doch bevor wir die Unterschiede diskutieren, sollten wir ihre Gemeinsamkeiten betrachten. In beiden Städten entstehen neue Moscheen und Medresen, wodurch islamische Architektur zu einem prägenden Bestandteil des Stadtbildes wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch moderne Typologien entwickeln sich: Geschäftszentren, Einkaufszentren und große Wohngebiete. Globale Prozesse – die Kommerzialisierung der Innenstädte und die Entstehung von Einkaufszentren als neue „Plätze“ – sind in Almaty und Taschkent gleichermaßen spürbar. Dies ist eine Art „Hintergrund“ der postsowjetischen Entwicklung, der diese Städte im Kontext des globalen Urbanismus erkennbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-almaty-der-nullerjahre-in-bildern/"><strong>Das Almaty der Nullerjahre in Bildern</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter diesem roten Faden verbergen sich jedoch zwei sehr unterschiedliche Szenarien. Taschkent, das seinen Status als Hauptstadt behält, konzentriert sich auf Großprojekte, neue Cluster und eine Durchgangsstraße. Almaty hingegen, das seine politische Zentralität verloren hat (seit 1997 ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> die Hauptstadt Kasachstans, Anm. d. Ü.), sucht seine Identität im Alltäglichen – in grüner Infrastruktur, bequemen Wegen und dem „menschlichen Maßstab“ der Straße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gefüge aus Grün und Wasser spiegelt diesen Unterschied deutlich wider. In Almaty bilden Bewässerungsgräben und Plätze durchgehende, kühle Linien, die es den Einwohner:innen ermöglichen, schattige Wege zu Fuß zu erkunden. Hier ist Wasser keine dekorative Kuriosität, sondern Teil des städtischen Alltags. In Taschkent hingegen wird Wasser eher diskret genutzt: in Brunnen, Kanälen und abgelegenen Parks. Es ist eher ein Akzent als ein durchgehender Faden, und der Verkehr wird durch Straßen organisiert, auf denen Autos Vorfahrt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die vertikale Dimension ist anders. Almatys Zentrum ist bewusst auf eine moderate Anzahl von Stockwerken ausgelegt, um den Blick auf die Berge und den sanften Rhythmus der Fassaden zu bewahren. Neue Geschäftszentren und Wohnkomplexe entstehen, ohne die Größe des Zentrums zu beeinträchtigen. Taschkent hingegen entwickelt aktiver Hochhauscluster wie „Tashkent City“ und „Neu-Taschkent“. Die Hauptstadt demonstriert Stärke durch Größe und schafft „Hauptstädte in der Hauptstadt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Fußgänger:innen- und Fahrradfreundlichkeit hat sich unterschiedlich entwickelt. In Almaty waren die letzten Jahre geprägt von der Ausweitung der Fußgängerzonen, dem Bau von Radwegen und kurzen Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Hier ist das städtische Umfeld auf die Bequemlichkeit des täglichen Gehens ausgerichtet. In Taschkent hingegen sind Fußgänger:innen immer noch der Magistrale untergeordnet: Breite Straßen und lange Gehwege lassen das Auto den Hauptakteur bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die nächtliche Beleuchtung verdeutlicht diesen Kontrast. Almaty setzt auf sanfte Akzente: Fassaden, Denkmäler und Boulevards werden beleuchtet, um eine gemütliche, stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. In Taschkent hingegen dominiert die allgemeine Beleuchtung von Magistralen und großen Plätzen – Architekturbeleuchtung wird punktuell eingesetzt, doch die Logik der Stadt selbst spricht die Sprache der Weitläufigkeit und des lebendiges Stadtbildes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Straßenbild ist dieser Unterschied noch deutlicher. Almaty bewahrt die reiche Struktur seiner Fassaden: warme Mineralien, eine Vielzahl von Fenstern, individuelle Schaufenster und eine Beschilderung im Erdgeschoss schaffen eine lebendige Fassade voller Cafés und Geschäfte. Taschkent hingegen weist eine größere Einheitlichkeit auf: Renovierungen und standardisierte PVC-Systeme glätten das Erscheinungsbild, während standardisierte Einzelhandelslösungen für eine eher monotone Umgebung sorgen. Es gibt jedoch auch einen positiven Effekt: Das Zentrum sieht jetzt ordentlicher aus als zuvor, und die geplanten Renovierungen haben den schäbigen Eindruck gemildert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst solche Details wie Mülleimer und kleine architektonische Formen verdeutlichen den unterschiedlichen Ansatz. In Almaty sind sie allgegenwärtig, auch in Innenhöfen. In Taschkent ist ihre Konzentration im Zentrum stärker ausgeprägt, während sie in den Außenbezirken abnimmt. Dies spiegelt indirekt die Priorität wider: Die Hauptstadt versucht, Schlüsselräume darzustellen, doch alltägliche Details erreichen nicht immer die Außenbezirke.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erhaltung des architektonischen Erbes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal des Kulturerbes in Almaty und Taschkent wird maßgeblich von ihrem Status bestimmt. Taschkent blieb zwar Hauptstadt, stand aber ständig unter dem Druck neuer Projekte und Umbauten. Um ihr Image als „Aushängeschild des Landes“ zu wahren, opferte die Stadt wiederholt die Integrität ihrer modernistischen Bausubstanz. Viele Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren gingen verloren und die verbliebenen wurden oft bis zur Unkenntlichkeit rekonstruiert: Neue Verkleidungen und Fassaden veränderten ihre ursprüngliche Formensprache. Die Symbole der Hauptstadt sind noch erkennbar, doch ihre Authentizität wurde durch eine Reihe von Renovierungen und „Modernisierungen“ geschwächt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Almaty hingegen hat mehr bewahrt. Nachdem die Stadt ihren Status als Hauptstadt verloren hatte, entging sie einer Welle von Abrissen und Renovierungen. Dank dessen hat ein Teil der Moderne bis heute überlebt, oft ohne radikale Umbauten, die das Erscheinungsbild verändert hätten. Infolgedessen wird Almaty heute als „Freilichtmuseum der Moderne“ wahrgenommen, in dem die Gebäude als Ganzes und in ihrer ursprünglichen Form zu sehen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Städten wächst derzeit das Interesse am Erhalt des kulturellen Erbes, allerdings in unterschiedlicher Form. In Taschkent wird die Moderne häufiger durch Ausstellungen, Publikationen und internationale Projekte repräsentiert – sie ist Teil des Images der Hauptstadt. In Almaty hingegen ist die Arbeit am kulturellen Erbe konkreter: Lokale Gemeinden, Forscher:innen und Stadtführer:innen bieten Touren an, erstellen Stadtrundgänge und fördern die „architektonische DNA“ der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/architektonisches-versuchslabor-taschkent-ueber-den-denkmalwert-sowjetischer-plattenbauten/"><strong>Architektonisches Versuchslabor Taschkent: Über den Denkmalwert sowjetischer Plattenbauten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Status der Hauptstadt wurde somit zu einem paradoxen Faktor: Taschkent erhielt zwar Ressourcen und Aufmerksamkeit, verlor jedoch einen Teil seines ursprünglichen Erbes, während Almaty mehr davon behielt – nicht absichtlich, sondern weil es keinen dringenden Bedarf an einer Neugestaltung seines Images gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seismizität und Klima sind eine gemeinsame Realität, die architektonische Entscheidungen bis heute prägt. Beide Städte liegen in stark seismisch aktiven Zonen: In Almaty führt dies zu sorgfältiger Berücksichtigung des Geländes, der Versorgungsinfrastruktur (Staudämme, Terrassenstraßen) und der erdbebensicheren Gebäudekonstruktionen. In Taschkent festigte das Erdbeben von 1966 die Tradition verstärkter Strukturen und Fassadenverkleidungen, die sowohl vor Sonne als auch vor Vibrationen schützen. In beiden Fällen diktiert das Klima die architektonischen Techniken: Sonnenschutz, Belüftung und die Schaffung kühler Außenbereiche. Die Lösungen sind jedoch unterschiedlich: Almaty integriert sie in die Grün- und Wasserinfrastruktur und Taschkent in die Dimensionen von Magistralen und öffentlichen Komplexen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich liegt der Unterschied nicht nur in Größe oder Stil. Almaty und Taschkent begegnen denselben Herausforderungen – religiöse Architektur, Geschäftszentren, Einkaufszentren, seismische und klimatische Gegebenheiten. Sie übersetzen diese jedoch in unterschiedliche „Sprachen“. Almaty pflegt das gemächliche Tempo, die Gelassenheit und den Komfort eines Spaziergangs. Taschkent hingegen strebt nach Größe, Clustern und Präsentation, während der Raum für Fußgänger:innen nur langsam zu jenem der Magistrale aufschließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlussbetrachtung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Betrachtet man Taschkent und Almaty heute, sind die im 19. Jahrhundert verwurzelten Unterschiede nicht nur in ihren Fassaden und Grundrissen spürbar – sie spiegeln sich wie zwei unterschiedliche urbane Rhythmen wider. Taschkent, das ein Erdbeben überstanden hat und mehrmals neugebaut wurde, scheint es gewohnt zu sein, in Ensembles und Plätzen zu denken. Es spricht die Sprache der Bühne: von Kulturzentren bis zu Geschäftsvierteln, von breiten Alleen bis zu beleuchteten Plätzen. Stets ist ein demonstrativer Ton zu hören – die Hauptstadt muss sich zeigen, überzeugen und beeindrucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Almaty hat einen anderen Rythmus. Die Stadt wuchs in der Nähe der Berge, und ihre Geographie hat ihr eine intime Atmosphäre verliehen: Die Straßen ziehen sich nach oben, der Blick schweift zum Bergrücken, und das Zentrum bewahrt seine bescheidene Größe, wobei der Paradeplatz nicht so wichtig ist wie die schattige Promenade entlang des Bewässerungsgrabens. Hier muss keine Erhabenheit bewiesen werden, die Architektur spricht eher vom Alltäglichen: Bequemlichkeit, Intimität, kleine Schritte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Städte liegen in erdbebengefährdeten Gebieten, und das bringt sie einander näher, als es scheint. In beiden dient die Architektur nicht nur der Form, sondern auch dem Schutz: vor der Sonne, vor Erdbeben, vor den Elementen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/panorama/eine-interaktive-karte-um-das-alter-der-gebaeude-in-taschkent-zu-erfahren/"><strong>Taschkent: Mittels interaktiver Karte in die Stadtgeschichte eintauchen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute treten diese Unterschiede besonders deutlich zutage. Taschkent entwickelt sich zu einem Labor für Vorzeigeprojekte, zu einer Stadt der großen Gesten und neuer „Zentren in der Hauptstadt“. Almaty hingegen wird zu einem Museum der alltäglichen Moderne, wo sich das urbane Gefüge in Details offenbart: einem Schaufenster, einem Baum, einem öffentlichen Garten, einem Abendlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau darin liegt der Wert ihres Vergleichs. Zusammen offenbaren sie zwei Entwicklungsmodelle, zwei Intonationen derselben Ära. Und vielleicht entsteht gerade in diesem Dialog – zwischen Taschkents „großer Geste“ und Almatys „kleinem Schritt“ – die wahre Architekturgeschichte der Region.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Rushena Seminogova für Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2025/09/almaty-tashkent/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Die Entwicklung der usbekischen Gebärdensprache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2025 22:11:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 20.000 geh&#xF6;rlose und schwerh&#xF6;rige B&#xFC;rger*innen z&#xE4;hlte der Geh&#xF6;rlosenverband Usbekistans im Jahr 2022. Leider war die Geb&#xE4;rdensprache lange Zeit in der &#xD6;ffentlichkeit wenig bekannt, und die M&#xF6;glichkeiten f&#xFC;r Geh&#xF6;rlose waren begrenzt. HOOK erz&#xE4;hlt die Entstehungsgeschichte der usbekischen Geb&#xE4;rdensprache, ihren aktuellen Stand, ihre Unterschiede zu anderen Geb&#xE4;rdensprachen sowie die Probleme und Erfolge in der Barrierefreiheit. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 20.000 gehörlose und schwerhörige Bürger*innen zählte der Gehörlosenverband Usbekistans im Jahr 2022. Leider war die Gebärdensprache lange Zeit in der Öffentlichkeit wenig bekannt, und die Möglichkeiten für Gehörlose waren begrenzt. HOOK erzählt die Entstehungsgeschichte der usbekischen Gebärdensprache, ihren aktuellen Stand, ihre Unterschiede zu anderen Gebärdensprachen sowie die Probleme und Erfolge in der Barrierefreiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Gebärdensprache (UGS) entstand auf der Grundlage der russischen Gebärdensprache, die während der Sowjetzeit in usbekischen Internaten unterrichtet wurde. Lange Zeit war sie darum ein Dialekt der russischen Sprache, ergänzt durch Gebärden, in denen sich die usbekische Kultur widerspiegelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 20. Jahrhundert erfolgte der Unterricht in speziellen Schulen, in denen häufig Lehrer aus anderen Republiken tätig waren. Mit der Zeit entstanden in der Gehörlosengemeinschaft eigene Gebärden, um lokale Gegebenheiten zu bezeichnen. So begann die UGS, eigenständige Merkmale anzunehmen, obwohl sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts keinen offiziellen Status hatte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nach der Unabhängigkeit 1991 begann Usbekistan, das kyrillische&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fingeralphabet">Fingeralphabet</a>&nbsp;durch ein lateinisches zu ersetzen. Als die Schulen 1997 mit dem Unterricht des neuen Alphabets begonnen, hatte die ältere Generation Schwierigkeiten, sich der neuen Praxis anzupassen. Dies führte zu einer Kluft zwischen den Generationen der Gehörlosen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Lage verbessert sich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute erhalten Menschen mit Behinderungen, darunter auch Gehörlose, in Usbekistan mehr Aufmerksamkeit. Nach der&nbsp;<a href="https://www.esf.de/portal/DE/ESF-Plus-2021-2027/Behindertenrechtskonvention/inhalt.html">Ratifizierung</a>&nbsp;der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2021 hat der Staat die Gebärdensprache als offizielles Kommunikationsmittel anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 verabschiedete der Präsident einen Beschluss zur Entwicklung der usbekischen Gebärdensprache und der Brailleschrift. Das für Juni 2024 gesetzte Ziel lautete: die Aufwertung des Status der usbekischen Gebärdensprache sowie die Entwicklung eines Wörterbuchs, von Lehrbüchern und Didaktik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2023 bieten Schulen und Weiterbildungszentren Kurse in UGS und Braille-Schrift für Gehörlose, aber auch ihre Angehörige, Lehrer und Sozialarbeiter an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings bestehen weiterhin ernsthafte Probleme, allen voran ein akuter Mangel an qualifizierten Gebärdensprachdolmetschern. In Taschkent und Umgebung kommen auf 5000 Gehörlose lediglich zehn Dolmetscher, in anderen Regionen ist die Situation ähnlich. Zudem treffen Gehörlose bei der Arbeitssuche auf Vorurteile:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ihre Gemeinschaft ist ziemlich isoliert. Viele glauben, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen seien lern- oder arbeitsunfähig. Das ist ein Klischee. In unserem Hub dagegen sind sie willkommen– sie tragen Implantate und unterscheiden sich in keiner Weise von den anderen. Es ist eine Frage der Aufklärung“,</em>&nbsp;erklärt Tatjana An, Projektmanagerin für Inklusion und Sozialschutz beim usbekischen Präsidenten.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die internationale Gebärdensprache</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die UGS ist der russischen Gebärdensprache (RGS) weiterhin sehr ähnlich: Viele Gebärden sind identisch, und die Unterschiede betreffen hauptsächlich kulturelle Begriffe, zum Beispiel die Namen nationaler Gerichte oder Personennamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alltag verwendet die UGS ein zweihändiges Fingeralphabet auf der Grundlage des kyrillischen Alphabets, das mit dem in der RGS verwendeten identisch ist. In den 1950er bis 1970er Jahren sorgte das Projekt <em>Gestuno</em> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltverband_der_Geh%C3%B6rlosen">Weltverbands der Gehörlosen</a> für Aufsehen: Sie versuchten, eine universelle Gebärdensprache zu entwickeln. Der Versuch scheiterte, doch überblieb ein vereinfachtes Kommunikationssystem für Gehörlose – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/International_Sign">International Sign</a> (IS) – ein heute viel genutztes Instrument bei internationalen Veranstaltungen. Tatjana An berichtet darüber:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die internationale Gebärdensprache unterscheidet sich stark von der lokalen. Obwohl sie nicht streng auf der englischen Gebärdensprache basiert, sind viele Gebärden aus dieser entlehnt. Die Hauptvoraussetzung für unseren Kurs ist die Kenntnis einer beliebigen Gebärdensprache und Grundkenntnisse in Englisch, aber das ist nicht zwingend erforderlich. Die Schüler sind mit ihren Fortschritten zufrieden: Sie lernen, wie eine Geste in der lokalen und in der internationalen Sprache aussieht. Kürzlich gab es ein Treffen mit einer Delegation aus Südkorea. Dort haben wir gesehen, wie gehörlose Menschen über einen Dolmetscher für internationale Gebärdensprache miteinander kommuniziert haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die heutige IS ist eine lebendige Mischung aus Pantomime, ikonischen Gebärden und Entlehnungen mit einem begrenzten Wortschatz und einer einfachen Grammatik. Im Gegensatz zur usbekischen Gebärdensprache findet die IS im Alltag keine Anwendung, hat keine Muttersprachler und ist frei nationaler Kulturspezifika. Es ist ein Hilfsmittel – eine Art&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Esperanto">Esperanto</a>&nbsp;der Gebärdenwelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nationale Besonderheiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit existieren etwa 300 Gebärdensprachen, von denen jede auf natürliche Weise in einer bestimmten Gemeinschaft von Gehörlosen entstanden ist, oft unabhängig von anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebärdensprachen sind keine visuellen Versionen von gesprochenen Sprachen. Viel mehr stellen sie eigenständige linguistische Systeme dar, die durch generationsübergreifende Weitergabe, kulturelle Einflüsse und kommunikative Bedürfnisse entstehen. In einem Land kann es mehrere Gebärdensprachen geben, und in verschiedenen Ländern können völlig unterschiedliche Systeme existieren, selbst wenn sie eine gemeinsame gesprochene Sprache haben. In&nbsp;<a href="https://youtu.be/rkFyC3fgCN8">Deutschland</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://youtu.be/yAzZpv3iOqk">Österreich</a>&nbsp;spricht man beispielsweise Deutsch, die Gebärdensprachen sind jedoch unterschiedlich. Südafrika hingegen zählt 11 gesprochene Sprachen, jedoch nur eine einzige Gebärdensprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kontakte zwischen Gebärdensprachen sind oft geschichtlich bedingt. In postsowjetischen Ländern wie Usbekistan, Kasachstan und Kirgistan ähneln sich die Gebärdensprachen allesamt aufgrund des gemeinsamen russischen Erbes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zentralasiaten verstehen sich untereinander sehr gut. Der einzige Unterschied besteht in der Satzstruktur. Das Usbekische stellt das Subjekt wie in der gesprochenen Sprache an den Anfang, während das Russische dies freier handhabt“,</em>&nbsp;so Tatjana An.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb eines Landes kann es auch regionale Dialekte geben. Diese sprachliche Autonomie lässt sich durch die historische Isolation der Gehörlosengemeinschaften erklären: Vor dem Internet und globalen Verbindungen hatten sie selten Kontakt miteinander. Jede Gebärdensprache entwickelte sich als Antwort auf die Bedürfnisse einer bestimmten Gemeinschaft und wurde zum Ausdruck ihrer kulturellen Identität. Deshalb sind Gehörlose auf der ganzen Welt stolz auf ihre Sprache(n).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausbildung von Gebärdensprachdolmetschern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan gewinnt der Beruf des Gebärdensprachdolmetschers allmählich an Status und Unterstützung. Lange Zeit übernahmen Kinder gehörloser Eltern (<a href="https://www.geco-koeln.de/coda-koda">CODA</a>) oder Lehrer an Sonderschulen die Rolle des Dolmetschers, teils auch passionierte Gebärdensprachenlerner. Ein Ausbildungssystem für Dolmetscher fehlte jedoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„An einigen Hochschulen gibt es Studiengänge mit Inhalten zu Gehörlosenpädagogik und Gebärdensprachdolmetschen, insbesondere am Außenstandort der russischen&nbsp;</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Staatliche_P%C3%A4dagogische_Herzen-Universit%C3%A4t_St._Petersburg"><em>Herzen-Universität</em></a><em>&nbsp;in Taschkent. In unserem Internationalen Inklusionszentrum haben wir einen Jahrgang für internationale Gebärdensprache – den ersten in Usbekistan. Wir erhielten 52 Bewerbungen für den Kurs, obwohl nur 12 Plätze verfügbar waren. Dort werden sowohl Menschen mit Hörbehinderung ausgebildet als auch Dolmetscher, die die lokale Gebärdensprache beherrschen,“&nbsp;</em>berichtet Tatjana An.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber bieten Weiterbildungszentren sowie der Gehörlosenverband Usbekistans Kurse der lokalen Gespräche für Hörende an, darunter auch zur Ausbildung von Dolmetschern – nicht nur in der Hauptstadt, auch in anderen Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind die Grundlagen des Gebärdensprachdolmetschens in den Lehrplänen der Fachbereiche für Sonderpädagogik an pädagogischen Hochschulen enthalten. Angehende Gehörlosenpädagogen lernen dort Gebärdensprache, Unterrichtsmethoden und psychologische Besonderheiten und einige Absolventen werden auch Dolmetscher. Ein speziell auf die Ausbildung zum Gebärdensprachdolmetscher zugeschnittenes universitäres Programm gibt es allerdings noch nicht – im Gegensatz zu Ländern wie Russland, den USA oder Europa, wo es vollwertige Ausbildungen zum Gebärdensprachdolmetscher bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der besagte Beschluss von 2022 verpflichtet Mitarbeiter, die in staatlichen Behörden mit Bürgeranfragen befasst sind, Kurse in Gebärdensprache zu absolvieren. Jedes Ministerium und jede Behörde hat den Auftrag, mindestens einen Mitarbeiter in Gebärdensprache zu schulen, um Besuchern mit Hörbehinderung zur Seite zu stehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatjana An sieht den Westen in diesem Feld als Vorbild: <em>„Warum sind Gebärdensprachdolmetscher bei uns nicht so gut ausgebildet wie Ländern, wo sie sogar Konzerte verdolmetschen? Zum einen fehlt es an einem Bewusstsein dafür: Bei uns hält man es oft für Geldverschwendung oder schlicht nicht für nötig, Gebärdensprachdolmetscher einzuladen. Zum anderen geizen wir zu sehr mit Emotionen: Unsere Dolmetscher zeigen Gebärden in der Regel nur formal. Eine junge Frau, die bei einem Konzert von Ariana Grande dolmetschte, tat dies mit Emotionen, was sehr wichtig ist. Internationale Dolmetscher sind meist viel ausdrucksstärker.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2025/07/sign-language/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Im Schutz der Nacht: die dunkle Seite der Sexarbeit in Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Dec 2024 12:59:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Legalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologe]]></category>
		<category><![CDATA[Stigmatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Zuhälter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Hook-Journalist Andrej Skwortsow sprach mit einem Zuh&#xE4;lter, mit Menschenrechtsaktivisten und einer Psychologin, um herauszufinden, wie Menschen in dieses Gesch&#xE4;ft kommen, warum Freier dorthin gehen und welche Risiken bestehen. Wer sch&#xFC;tzt die Rechte von Sexarbeitenden in Usbekistan? &#x201E;Prostitution ist in Usbekistan ein Verbrechen und ein Tabuthema. Daher gibt es keine Organisationen, die sich dem Schutz [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Hook-Journalist Andrej Skwortsow sprach mit einem Zuhälter, mit Menschenrechtsaktivisten und einer Psychologin, um herauszufinden, wie Menschen in dieses Geschäft kommen, warum Freier dorthin gehen und welche Risiken bestehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wer schützt die Rechte von Sexarbeitenden in Usbekistan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Prostitution ist in Usbekistan ein Verbrechen und ein Tabuthema. Daher gibt es keine Organisationen, die sich dem Schutz der Rechte von Sexarbeitenden widmen oder ihnen umfassend und systematisch Unterstützung bieten. Es gibt jedoch einige Organisationen und Einzelpersonen, die mit Sexarbeitenden arbeiten, wie zum Beispiel das Zentrum </em><a href="https://istiqbolliavlod.uz/en"><em>Istiqbolli Awlod</em></a><em>. Die Organisation bekämpft den Menschenhandel, bietet HIV/AIDS-Präventionsdienste für gefährdete Gruppen (Sexarbeitende und LGBT-Personen) und leistet aufsuchende Arbeit: Sie sucht proaktiv potentiell betroffene Gruppen, wie zum Beispiel Drogenkonsumenten, und bleibt mit ihnen in Kontakt. Folgende Fragen beantwortete eine Mitarbeiterin der Organisation.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Hilfe wird Sexarbeitenden angeboten?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Aufsuchende Sozialarbeitende verweisen hilfesuchende Sexarbeitende an die Hotline der Organisation, wo sie kostenlose Beratung und Rechtshilfe erhalten. Für die Behandlung von Geschlechtskrankheiten empfehlen sie ihnen vertrauenswürdige medizinische Einrichtungen. Leider gibt es aber kein vollständiges Screening und keine kostenlose gynäkologische Beratung für die Zielgruppe.</em>“</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Porträt einer in der Sexarbeit tätigen Person &#8211; wie sieht sie aus?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Sexarbeitende in Usbekistan sind Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren, meist Binnenmigrantinnen. Das Einkommen ihrer Familien liegt unter dem Durchschnitt. Der Hauptgrund für den Einstieg in die Sexindustrie ist der Mangel an Möglichkeiten oder Alternativen. Zum Beispiel fehlende Arbeitsplätze oder die Unfähigkeit, eine Anstellung zu finden, weil es an Bildung mangelt, die auch nicht zu erlangen ist. Am häufigsten werden sie in jungen Jahren missbraucht, sind geschieden, verwitwet oder haben keinen Studienplatz bekommen. Es gibt Fälle, in denen Zuhälter Sexarbeitende zwangsweise festhalten durch Drohungen, Erpressung, Einschüchterung und in einigen Fällen Schlägen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Art von Hilfe erhalten sie am häufigsten?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die in der Prostitution tätigen Personen wenden sich am häufigsten an uns, wenn es um gesundheitliche Fragen geht. Sie benötigen kostenlose gynäkologische Konsultationen und Untersuchungen, da sie sich an ihrem Wohnort nicht an einen Gynäkologen wenden können und Privatkliniken teuer sind. Sie bitten auch um Dienstleistungen zur HIV-Prävention: HIV-Tests, Kondome und urologische Beratung für Kunden. Sexarbeitende sind physischer und psychischer Gewalt von Zuhältern und Kunden ausgesetzt. Sie wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen, sie können sich nicht direkt an die Strafverfolgungsbehörden wenden, da dies ein direkter Beweis dafür wäre, dass sie illegalen Tätigkeiten nachgehen. Viele Menschen, die in der Prostitution tätig sind, nehmen neue psychoaktive Substanzen und betrachten sich nicht als süchtig. Sie bitten auch um Hilfe bei der Wiederbeschaffung ihrer Pässe, des Unterhalts für ihre Kinder und ihres Wohnsitzes, da sie keinen festen Wohnsitz haben.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie die Branche „von innen“ funktioniert &#8211; die Geschichte eines ehemaligen Zuhälters</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Vorher habe ich in Russland auf einer Baustelle und im Verkauf von Freizeitkleidung gearbeitet. Dann arbeitete ich in einem Gastronomiebetrieb in Taschkent. Im November 2023 begann ich mit der Zuhälterei. Ich befand mich in einer Gesellschaft von Bekannten und wir wurden gefragt, wo wir ein Mädel finden könnten. Jemand sagte scherzhaft, dass man auf Webseiten suchen könne. Ich begann zu überlegen, warum nicht? Das Catering-Format ermöglicht es uns, dies parallel zu tun: Es sind immer viele Gäste da, jeder braucht Sex, und es gibt auch viele alleinstehende Männer. Ich beschloss, auf die Webseite zu gehen und stellte fest, dass die Preise in Usbekistan etwas hoch sind, aber die Nachfrage nicht sinkt, so dass man sie erhöhen kann. Ich ging zu dem Mann, der mich danach fragte, und zeigte ihm ein paar Mädchen. Natürlich mit einem kleinen Aufschlag für das erste Mal. Er hat sie genommen. Und mir wurde klar, dass man damit sehr gut leben kann. Denn es ist wie mit Lebensmitteln, wie mit Kleidung: Jeder braucht Sex. Ich habe nur mit </em>Mädels<em> gearbeitet- das ist eher eine Besonderheit des lokalen Marktes. Ein Freund von mir, der in Russland arbeitet, sagt, dass auch die männliche Prostitution dort weit verbreitet ist. Ich habe die Arbeiterinnen selbst kennengelernt, aber wir haben nur während der Arbeit miteinander gesprochen. Sie konnten ein paar Mal vor oder nach „allem“ herumstehen und über das Leben reden &#8211; alles war so einfach und offen. Und das war&#8217;s dann: Wir haben das Geld geteilt und sind getrennte Wege gegangen. Ich habe mindestens 50 Dollar für jede verdient. Eine Stunde mit einer Frau kostet 150 Dollar, so sagte ich den Kunden und rechnete meinen Aufschlag bereits ein. Natürlich, wenn ich sah, dass der Kunde wohlhabend ist, konnte ich natürlich auch 200 Dollar nehmen. Oder, zum Beispiel, ein Mann will für die ganze Nacht bestellen &#8211; dann gibt es ein Minimum von 500. Die Kunden können per Überweisung oder bar bezahlen: Der Frau gebe ich ihren Anteil, oder einem eventuellen Mittelsmann, und der Rest bleibt bei mir.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ab-200-som-aufwaerts-von-maennern-die-sex-fuer-geld-anbieten/">„Ab 200 Som aufwärts“ –&nbsp; Von Männern, die Sex für Geld anbieten</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich nahm <em>nahm weder größere Aufträge noch triebhafte</em> Kunden an, selbst mit einem Aufschlag &#8211; ich wollte nicht, dass eine Frau eventuell vergewaltigt wird. Ich habe auch nicht mit Betrunkenen gearbeitet; das Durchschnittsalter der Kunden lag irgendwo zwischen 25 und 40. Viele Frauen wollen Geld verdienen, um zum Beispiel eine Therapie für einen Familienangehörigen zu finanzieren. Ich weiß nicht, wie es bei jedem meiner Mädels war, aber viele von ihnen verdienten Geld für ihr Studium. Tagsüber studieren sie, abends gehen sie arbeiten. Manche kommen sogar aus anderen Ländern: Ich hatte zwei Mädels aus Kasachstan, hier gelten sie als exotisch, während sie dort niemand wollte. Ich verstehe nicht, warum dieses Thema so ein Tabu ist. Sex ist wie Essen, Kleidung. Es ist eine notwendige Sache. Aber aus irgendeinem Grund ist es ein absolutes Tabu, besonders in unserem Land. Ich denke, es ist ganz normal und natürlich. Solche Arbeit ist keine Sklaverei, die Mädels verdienen nur ihren Lebensunterhalt. Wie ein Kellner oder ein Bauarbeiter. Sie verdienen einfach ihren Lebensunterhalt mit ihrem Körper. Und warum nicht? Ich habe jetzt mehr oder weniger aufgehört. Also, ich habe nicht komplett aufgehört, ich suche nur nicht mehr so aktiv nach Kunden wie früher. Zuerst dachte ich, es sei leicht, einfach und macht Spaß &#8211; ich brauchte das Geld. Aber dann habe ich gemerkt, dass das illegal ist, und dafür kann man dich ganz schön f***en und ins Gefängnis schicken. Und so ist es auch in Russland. Als ich dort lebte, hatte ich denselben Telegram-Kanal, aber ich habe niemanden verkauft, ich habe nur zugeschaut. Und wenn man oft dasselbe Mädchen sieht und sie dann verschwindet, kommt man auf seltsame Gedanken.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistans-kampf-gegen-prostitution-trifft-gewoehnliche-buergerinnen/">Tadschikistans Kampf gegen Prostitution trifft gewöhnliche BürgerInnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Usbekistan wurde mir klar, dass, wenn jemand ins Gefängnis gelangt, diese Person gegen mich aussagen wird. Warum sollte ich das tun wollen? Keiner meiner Freunde und Familienangehörigen wusste, was ich tat. Ich möchte mich nicht in die Politik einmischen, aber da „sie“ das Verbot verhängen, bedeutet das, dass sie mehr Ahnung von Verboten haben als ich. Wie ich schon sagte, es ist nur ein Job. Wollen sie das kontrollieren, sollen sie es versteuern. Na, nehmen wir die Brücke in Kuylyuk: Dort gibt es eine Menge Sexarbeitende, und ganz Usbekistan weiß davon, alle Politiker, die Polizei – wenn sie so sehr dagegen sind, sollen sie dort alles schließen. Aber die Mädels stehen weiterhin dort und verdienen Geld. Eine Art von Legalisierung.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Statistiken des Innenministeriums</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Innenministerium ignorierte die Anfrage von <em>Hook</em> nach Statistiken über die Zahl der in Usbekistan verhafteten Sexarbeitenden und die Häufigkeit von Straftaten in diesem Bereich in den letzten Jahren. In den ersten drei Monaten des Jahres 2024 wurden in Taschkent 1.068 Sexarbeitende verhaftet. Nach Angaben der Polizeibehörde kamen 92,8 Prozent von ihnen aus den Provinzen in die Hauptstadt. Die Polizei stellte außerdem 209 Fälle von Zuhälterei und Bordellbetrieben fest. Sexarbeitende können auch unter Artikel 113 des Strafgesetzbuchs fallen, der die Verbreitung von HIV/AIDS regelt: „<em>Die Ansteckung einer anderen Person mit einer Geschlechtskrankheit durch eine Person, die weiß, dass sie erkrankt ist, wird mit einer Geldstrafe von 50 bis 100 <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%91%D0%B0%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D1%80%D0%B0%D1%81%D1%87%D1%91%D1%82%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B2%D0%B5%D0%BB%D0%B8%D1%87%D0%B8%D0%BD%D0%B0_(%D0%A3%D0%B7%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD)">BRV </a>oder einer gemeinnützigen Pflichtarbeit von 240 bis 360 Stunden oder</em> <em>einer Strafarbeit von bis zu zwei Jahren oder einer Freiheitsbeschränkung von einem bis drei Jahren oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-hiv-positive-frauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/">Wie HIV-positive Frauen in Tadschikistan diskriminiert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gebiet Buchara wurde im Jahr 2021 eine Frau, die etwa 40 Menschen mit HIV infiziert hatte, zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frau wusste von der Infektion und war nach Angaben der Polizei in der Prostitution tätig. Die Frau bot weiterhin intime Dienstleistungen gegen Geld an und steckte im Laufe von vier Jahren etwa 40 Menschen an, darunter auch verheiratete Männer, die ihre Ehefrauen ansteckten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ob eine Entkriminalisierung und Legalisierung der Prostitution in Usbekistan notwendig ist &#8211; eine Fallstudie aus Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan ist die Prostitution nicht strafbar, aber die Anwerbung und Vermittlung (Betrieb von Bordellen, Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Prostitution) sind verboten. Nach UN-HIV/AIDS-Daten von 1997 hat jede vierte Frau in Kasachstan mindestens einmal in ihrem Leben Sex gegen Geld gehabt. Laut einer Umfrage der Staatlichen Universität Abay Almaty haben mindestens 40 Prozent der Befragten schon einmal eine finanzielle Vergütung für sexuelle Dienstleistungen erhalten. Für das Jahr 2021 wurde die Gesamtzahl der HIV-positiven Menschen in Kasachstan auf 25.000 geschätzt, von denen 87 Prozent ihren Status kannten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Sicht einer Psychologin</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sprachen mit der Psychologin Liana Natroshvili über die psychologischen Probleme von Sexarbeitenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenden sich Sexarbeitende an Sie, wenn sie Hilfe brauchen? Mit welchen Anliegen kommen sie am häufigsten zu Ihnen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das tun sie. Die Anfragen beziehen sich in der Regel auf posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD) und die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wissen Sie über die Situation von Sexarbeitenden in Usbekistan? Ist die erzwungene Arbeit von Sexarbeitenden durch andere (Zuhälter, Beobachter, Kunden) weit verbreitet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Prostituierte Frauen sind der Gewalt von Zuhältern und „Kunden“, aber auch von Vollzugsbeamten ausgesetzt – ich behaupte nicht, dass dies ständig geschieht, aber es kommt vor. Das liegt daran, dass Frauen in dieser sozialen Gruppe sehr verletzlich und stigmatisiert sind, was sie entmenschlicht und sie zu leichten Zielscheiben für Belästigung und Gewalt macht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sexarbeit-in-kasachstan-zwischen-rechtlicher-unklarheit-und-gesellschaftlicher-stigmatisierung/">Sexarbeit in Kasachstan: Zwischen rechtlicher Unklarheit und gesellschaftlicher Stigmatisierung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was können Sie über die Reaktion des Staates auf das Problem der Prostitution im Lande sagen? Was sollte geändert werden, um die Situation der Sexarbeitenden zu verbessern oder ihnen einen sicheren Wechsel der Tätigkeit ohne das Risiko der Verfolgung zu ermöglichen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Meines Erachtens sollte die Sexarbeit entkriminalisiert werden, und wir sollten Praktiken zur Schadensbegrenzung einführen – Verhütungsmittel, Schutz der Rechte, die Möglichkeit, sich im Falle eines Verbrechens an die Behörden zu wenden usw. Es lohnt sich, ausländische Modelle für den Umgang mit diesem Problem in Betracht zu ziehen, da dort bereits gewisse Erfahrungen gesammelt wurden.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wirkt sich die Stigmatisierung auf Sexarbeitende aus? Macht sie Sexarbeitende ängstlicher?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Stigmatisierung wirkt negativ auf alle, die davon betroffen sind, wie HIV-Infizierte, Drogenkonsumenten usw. Diese schutzbedürftigen Menschen leiden unter chronischem Stress, sie haben eine höhere Rate an psychischen Störungen, eine höhere Selbstmordrate und so weiter. Sie haben keinen Zugang zu staatlichem Schutz, zu qualifizierter medizinischer Versorgung, d. h. zu den Dingen, die für Andere durchaus zugänglich sind. Wird zudem die Verurteilung durch die Gesellschaft (Familie, Freunde) hinzugenommen, wird das Leben der Betroffenen sehr gefährlich, und sie sind hilflos.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistanischer-sicherheitsdienst-veroeffentlicht-persoenliche-daten-von-sexarbeiterinnen/">Kirgistanischer Sicherheitsdienst veröffentlicht persönliche Daten von Sexarbeiterinnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Selbst wer diese „Tätigkeit“ als Job ansieht, worüber sich trefflich streiten lässt, sieht darin kaum einen Traumjob. Wahrscheinlich träumt kaum jemand von einer solchen „Karriere“ für sich oder seine Kinder. Und hier, wie in jeder Situation, in die ein Mensch durch Fehler oder Unwissenheit geraten ist oder sich am Rande von Armut und</em> <em>Verzweiflung befindet, ist es wichtig, Ressourcen anzusparen und sein Leben zu ändern. Mit Ressourcen meine ich Geld, Bildung, geistige Gesundheit, ein unterstützendes Umfeld und den spirituellen Aspekt (Werte, Bedeutung, Glaube usw.).“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was denken die Usbeken über Prostitution?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Umfrage von <em>hook</em> unter seinen Lesern über ihre Meinungen zu Prostitution und dazu, ob sie entkriminalisiert oder sogar legalisiert werden sollte, ergab verschiedene Antworten. Hier sind einige davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-brucke-prostitution-in-bischkek/">Die Brücke – Prostitution in Bischkek</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über die Legalisierung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Eine Legalisierung könnte die Rechte und die Sicherheit von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern schützen, aber wenn wir die Besonderheiten des lokalen Strafverfolgungssystems berücksichtigen, würde es wohl nur noch schlimmer werden</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über die Verantwortlichkeit für Engagement und Sexarbeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Zunächst müssen wir verstehen, wer von diesen Dienstleistungen profitiert, wer sie in Anspruch nimmt und wie die Frauen dorthin gelangen. Aber Zuhälter und Kunden sollten für die Sexarbeit zur Rechenschaft gezogen werden</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über psychische Gesundheit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Was die psychische Gesundheit betrifft, so ist es die Ausbeutung, die zu posttraumatischen Stressstörungen führt. Dabei spielt selbst eine bewusste Wahl dieses Arbeitsbereichs keine Rolle mehr. Dort, wo es auch noch eine erzwungene Wahl ist, ist der Schaden für die Psyche eines Menschen erst recht schwerwiegend. [&#8230;] Menschlich gesehen sollte es kein Feld zum Geldverdienen sein. Perverse Abende, wenn es einer Person gefällt, ja. Aber als Mittel zum Geldverdienen… Ich verurteile diese Menschen kein bisschen, sondern habe eher Mitleid und möchte sie schützen</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über soziale Garantien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich bin überhaupt nicht dafür, da es sich um eine Sexualisierung und Objektivierung von Frauen handelt, aber in Anbetracht unserer Realitäten und der Tatsache, dass ein Verbot sowieso nichts bringt, bin ich für eine Legalisierung, um Sicherheit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Sexarbeitende zu gewährleisten</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Thema Bildung und Sexualerziehung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Usbekistan hat eine problematische Haltung gegenüber jungen Frauen und jeglicher Art von Intimität in der Bevölkerung. Und das gilt erst recht für die Sexindustrie. Deshalb ist es besonders wichtig, aufzuklären, vielleicht mit einfachen Themen zu beginnen und grundlegende Dinge zu erklären</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andere Antworten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wenn man etwas nicht kontrollieren kann, ist der einzig richtige Weg die Entkriminalisierung“. „Was nicht zu bekämpfen ist, sollte legalisiert, kontrolliert und besteuert werden“. „Neutral, ich benutze es nicht, aber warum sollte es nicht legalisiert werden? Genau wie beim Glücksspiel: Wer will, findet einen Weg, nur dass es jetzt illegal geschieht, und so hat der Staat einen Anteil. Und es wird weniger Möglichkeiten für Kriminelle geben, Geld zu verdienen.“</em> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://trello.com/c/XyhzSdQr/2228-sexarbeit-in-usbekistan-hook-2500-wörter">Russischen</a> von <a href="https://novastan.org/de/author/giuliamanca/">Giulia Manca</a></strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/im-schutz-der-nacht-die-dunkle-seite-der-sexarbeit-in-usbekistan/">Im Schutz der Nacht: die dunkle Seite der Sexarbeit in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>„Der Wechsel auf die lateinische Schrift wirkt bis heute nach“ – eine Autorin und eine Verlegerin über den usbekischen Literaturbetrieb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 16:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Asian Book House]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuchliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekisch]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zweisprachigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die usbekische Literatur befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Zwar w&#xE4;chst die Diversit&#xE4;t der Autoren und der Themen, doch damit ist der Kampf, die usbekische Literatur unters Volk und &#xFC;ber seine Grenzen hinaus zu verbreiten, noch nicht gewonnen. &#xDC;ber die Entwicklung und die Herausforderungen der usbekischen Literatur sprechen die Autorin Madina Muminova, die sowohl [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Literatur befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Zwar wächst die Diversität der Autoren und der Themen, doch damit ist der Kampf, die usbekische Literatur unters Volk und über seine Grenzen hinaus zu verbreiten, noch nicht gewonnen. Über die Entwicklung und die Herausforderungen der usbekischen Literatur sprechen die Autorin Madina Muminova, die sowohl auf Russisch als auch Usbekisch schreibt, und Viktoria Gayratova, Gründerin des Verlags „Asian Book House“ sowie Vorsitzende des Online-Bücherhandels LitRes.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viktoria, wie kam es zur Zusammenarbeit mit </strong>LitRes<strong> und wie gelang der Einstieg der Plattform in den usbekischen Markt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ergab sich auf Initiative von <a href="https://litres.de/">LitRes</a>. Das Unternehmen hatte bereits Erfahrung außerhalb des russischen Marktes gesammelt, zum Beispiel in Polen und Italien. Als jedoch 2022 einige Verträge auf Eis gelegt wurden, bauten sie ihre Präsenz auf dem Markt der GUS-Staaten aus. Als das Büro für internationale Entwicklung mich kontaktierte, imponierte ihnen meine Arbeitserfahrung in Aserbaidschan. Mit Beginn der Zusammenarbeit ernannten sie mich zur Vertreterin usbekischer Interessen im Büro für Internationale Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen Sie ein wenig über ihren Verlag „Asian Book House“ und wie sie mit der Verlegung von Büchern auf Usbekisch begannen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir den Verlag vor sechs Jahren gründeten, übersetzten wir viel kanadische Literatur ins Usbekische. Als schließlich die Pandemie uns dazu zwang, unser Konzept zu überarbeiten, lernte ich Madina Muminova kennen. Zusammen widmeten wir uns der Kinderliteratur, einer Sparte mit Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fällt es Ihnen schwer, Kinderbuchautoren zu finden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir stehen nicht in direktem Kontakt mit den Autoren, sondern mit den Verlagen. Dabei müssen wir einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Viele empfinden E-Books als sinnbefreit, besonders dann, wenn sie sowieso eine zuverlässige Unterstützung vom Staat kriegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/das-ewige-thema-ein-gespraech-mit-der-kasachischen-schriftstellerin-roza-muqanova/">„Das Ewige Thema“ – Ein Gespräch mit der kasachischen Schriftstellerin Roza Muqanova</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachfrage nach usbekisch-sprachiger Literatur ist hier [in Usbekistan, Anm. d. Red.] eher niedrig. Auf dem usbekischen Markt florieren, so wie vielerorts, die Genres rund um Business, Marketing und Lebensratgeber.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es auf LitRes Hörbücher auf Usbekisch und wenn ja, wie groß ist die Hörerschaft?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die gibt es. Besonders beliebt sind Kinderhörbücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Probleme haben Sie bei Literaturübersetzungen ins Usbekische?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst einmal sind offizielle Übersetzungen ins Usbekische sehr kostspielig. Darum boomt der Schwarzmarkt, obwohl die dort zu findenden Versionen zu wünschen übriglassen. Das beste Beispiel hierfür ist Harry Potter: Nicht nur missachtet die illegal vertriebene Übersetzung die Autorenrechte, sie verschlechtert auch maßgeblich die Wahrnehmung des Originals. Um dieses Problem zu bekämpfen, benötigen wir erstens einen Grundstock an Übersetzern, den wir finanziell auch zu unterstützen imstande sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im November 2023 lancierte der usbekische Präsident ein Projekt, bei dem die 5000 weltweit bekanntesten Bücher auf Usbekisch übersetzt werden sollten. Verantwortlich für das weitere Vorgehen ist das Jugendwerk. In diesem Jahr sollen die ersten 50 Übersetzungen auf den Markt kommen. Haben Sie von diesem Projekt gehört?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich bin im Bilde. Die Initiative gefällt mir, doch es ist nur der erste Schritt von vielen. Es fehlt uns an Literaturagenten, die hiesige Literaturbetriebe mit ausländischen in Verbindung setzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie stehen die Zukunftsaussichten der usbekischen Literatur vor Ort und im Ausland?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird kein leichter Weg, solange der Staat den Literaturbetrieb hinter dem des Sports oder des Schachs anstellt. Es braucht nicht nur gute Autoren, sondern auch staatliche Unterstützung, gerade um auch außerhalb der Agglomerationen ein Netz aufzubauen. Die Übersetzung, das Verlegen, der Vertrieb, das alles ist nicht umsonst und erfordert Anstrengungen aller Parteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Madina, Ihre Bücher erscheinen auf zwei Sprachen – auf Usbekisch und auf Russisch. Fällt Ihnen das Schreiben und das Übersetzen auf Usbekisch schwer?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schreibe genaugenommen nur auf Russisch. Die usbekische Umgangssprache spreche ich zwar sehr gut, doch in der Literatur geht es um mehr als nur sprachliche Korrektheit – der Stil, die Form und die Vermittlung des Inhalts sind nicht weniger relevant. Darum arbeite ich bei der Übersetzung meiner Bücher sehr eng mit meinen Übersetzern zusammen. Direkt auf Usbekisch zu schreiben, wird vorerst noch ein Traum bleiben, bis ich mich in der Sprache sicherer fühle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nehmen Ihre Leser die Bücher auf Russisch anders wahr als die auf Usbekisch? Kommen bestimmte Themen besser bei der einen Leserschaft an als bei der anderen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke schon. Russischsprachige Kinder sind die erfahreneren Leser. Sie lesen mehr, dementsprechend fällt es ihnen leichter und sie tauchen schneller in Geschehen und Figuren ein. Usbekisch-sprachige Kinder lesen weniger, teils überhaupt nicht. Bis auf Schulbücher haben sie kaum Bücher daheim oder nur solche mit wenig Text und überwiegend Bildern. Hinzu kommt, dass die Figuren ihrer Bücherwelt mit noch mehr Klischees behaftet sind. Das würde ich gerne ändern, immerhin prägt das Lesen unsere Weltsicht und fördert das Vorstellungsvermögen sowie die Kreativität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Umwelt, eingebettet in einen Märchenkontext mit mutierten Monstern, die unseren Planeten auslöschen wollen, kommt bei russischsprachigen und ausländischen Kindern gut an. Ihnen gefällt, dass meine Bücher nie belehrend sind, sondern dass es wie bei <em>Multiki</em> (Zeichentrickfilmen, Anm. d. Übersetzers) verschiedene Genres und Themen gibt. Außerdem mögen sie die Bilder, in denen sie immer wieder Neues entdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kampf-um-die-staatsmacht-gewinnt-kobra-oder-herr-genosse-praesident/">Kampf um die Staatsmacht: Gewinnt Kobra oder Herr Genosse Präsident?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, man sollte sich Kindern gegenüber nicht verstellen, sondern mit ihnen reden wie mit einem würdigen Gesprächspartner. Wir brauchen die Texte und Bilder für sie nicht in rosarote Watte einzuwickeln, sie sollen die Welt in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit kennenlernen, sich als Weltenbürger wahrnehmen. Das ist von besonderer Bedeutung, wenn es um Umwelt, Frieden und andere Werte geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielt die Zweisprachigkeit bei der Entwicklung der usbekischen Literatur?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist großartig, dass sich die usbekische Sprache weiterentwickelt. Unser Land ist unabhängig und pflegt seine Sprache und Kultur, übersetzt usbekische Klassiker in andere Sprachen und Weltliteratur ins Usbekische. Das ist einfach großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was uns bis heute nachhängt, ist der damalige Wechsel auf die lateinische Schrift. Die Idee war im Kern nicht verkehrt, doch unsere Gesellschaft, die sich so stark im Wandel befindet, hat es überfordert. Als die Regierung das Gesetz zum Übergang von der kyrillischen Schrift auf die lateinische verabschiedete, ignorierten sie, dass ein großer Teil der usbekischen und der Weltliteratur noch nicht in lateinische Schrift übertragen wurde. Dabei ist das so wichtig für die nachkommenden Generationen. Die Schüler, die nicht mehr mit der kyrillischen Schrift aufwachsen, wurden so um ihr literarisches Wissen gebracht. Sogar Ozod Sharafutdinov, einer der Initiatoren des Gesetzes, beklagt rückblickend, dass der Schriftwechsel den literarischen Bildungsstandard um viele Jahrzehnte zurückgeworfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Sinne bin ich froh darum, dass solche folgenschweren Entscheidungen nun klüger abgewogen werden. Doch uns steht noch ein weiter Weg bevor, um das usbekische Volk zu einer lesenden Nation zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was für Projekten möchten Sie sich in näherer Zukunft widmen? Reizen</strong><strong> </strong><strong>Sie</strong><strong> </strong><strong>eher</strong><strong> ö</strong><strong>kologische oder soziale Themen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Umweltthema möchte ich noch nicht ad acta legen. In unserer Bücherserie „Die Zeit der Helden“ geht es genau darum und wir haben damit einen Volltreffer bei der jungen Generation gelandet. Man könnte fast meinen, wir hätten damit eine ganze Horde zukünftiger Umweltretter aufgezogen! Dazu haben wir die Auszeichnung „Kleiner Umweltheld“ erhalten, die den Kindern als Inspiration dient. Gemeinsam pflanzen wir Bäume, trennen Müll und üben uns in einer gesunden Beziehung zu unserer Umwelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten schreibe ich aktuell ein Buch über die Geschichte unserer multiethnischen Kultur: Welche ethnischen Gruppen kamen wann und wieso, wer blieb in Usbekistan und wer suchte sein Glück anderswo?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt bewegen mich auch die Themen rund um die Lage der Frauen sowie psychologische Fragestellungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 06:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>
		<category><![CDATA[Turgai]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Yusup Kamalov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit drei&#xDF;ig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der &#xD6;kologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft H&#xE4;ngegleiter, mit denen er die Flugweise von V&#xF6;geln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur &#xFC;ber sein Aufwachsen in einer Familie, die als &#x201E;Volksfeind&#x201C; galt und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit dreißig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der Ökologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft Hängegleiter, mit denen er die Flugweise von Vögeln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur über sein Aufwachsen in einer Familie, die als „Volksfeind“ galt und sein Engagement zur Rettung des Aralsees.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich wurde noch zur Zeit Stalins geboren und vermute, dass man mich nicht grundlos Yusup nannte, sondern dass dies zu Ehren </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)"><em>Iosif Wissarionowitsch Stalins</em></a><em> geschah. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf: Schulzeit, und danach ein Studium am </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Energetisches_Institut"><em>Moskauer Energetischen Institut</em></a><em>. Nach dem Studienabschluss war ich Energietechniker und wurde zur Arbeit in das Kesselwerk des Wärmekraftwerks in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiatosh"><em>Taxiatosh</em></a><em> entsand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aufgrund des Zustandes des Aralsees regte mein Vater einen Wechsel zur Ökologie an. Er war Archäologe und Historiker und leitete circa 37 Jahre lang das Historische Institut. Nach dem Abgang von Marat Nurmuxamedov</em> (Anm. d. Red.: Karakalpakischer Wissenschaftler, erstes karakalpakisches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik) <em>hat mein Vater quasi die Leitung der Akademie übernommen. Mein Vater hat sich ganz dem Schutz des Aralsees verschrieben und hat versucht, so viele wie möglich zum Studium nach Moskau zu entsenden, seien es Mathematiker:innen, Ökolog:innen oder andere Fachrichtungen. So entstand eine ganze Schar von Anhänger:innen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/"><strong>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach der Eröffnung eines Rechenzentrums in Moskau eröffnete die Karakalpakische Akademie der Wissenschaften 1977 ebenfalls eins. Trotz seiner seltsamen Bezeichnung hat sich das Zentrum einer ganzen Reihe spannender Probleme angenommen, darunter auch der Ökologie. Ich war Praktikant und Doktorand am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau am Laboratorium für mathematische Ökologie. Später wechselte ich in die Abteilung für Wasserprobleme, wo wir mathematische Modelle für das Wassermanagement berechneten. Ich schloss meine Dissertation ab, aber durch verschiedene Interessen habe ich sie nie verteidigt. Mein Vater war darüber natürlich sehr verärgert und besonders seine Kolleg:innen machten sich darüber lustig. Er habe mich zu demokratisch und freiheitlich erzogen, ein anderer Mann wäre auf mich losgegangen.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Wissenschaftler:innen ihre Dissertation verteidigen, folgt danach oft eine wissenschaftliche Karriere – sie bekommen Leitungsaufgaben. Aber mir gefällt mein Zustand, ich fühle mich viel freier. Mein Vorgesetzter sagt immer: „Wozu soll man Direktor:in oder Chef:in sein, wenn man kreativ sein kann?“. Ich begann die Flugweise der Vögel zu beobachten, baute zwei Hängegleiter und sprang damit unzählige Male vom </em>Shylpyk<em>. Mein letzter Sprung war im Januar 2016, um die Mechanismen nachzuempfinden, die nach meiner Vorstellung einen Vogel zum Fliegen bringen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufwachsen in einer Familie von „Volksfeinden“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mein Großvater mütterlicherseits hieß Jali Maxsym</em> (Abdijalil Ismetullaev<em>). Er wurde in einer reichen Familie geboren und unterstütze zunächst die sowjetischen Machthabenden. Später traten er und seine Brüder jedoch gegen die Zwangskollektivierung ein. Dafür wurden seine beiden Brüder vor seinen Augen erschossen und Jali Maxsym wurde nach </em><a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A7%D0%B8%D0%BC%D0%B1%D0%B0%D0%B9_(%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4)#:~:text=Sh%C4%B1mbay,%20Shymbay)%20ist%20eine%20Stadt%20(seit%201926)%20in%20Karakalpakstan%20("><em>Shymbay</em></a><em> verbannt. Freund:innen von Jali Maxysm, die sich ebenfalls gegen die sowjetischen Machthabenden gestellt hatten und nach Turkmenistan emigriert waren, erfuhren von seiner Verhaftung und fuhren nach Shymbay, um ihn zu befreien. Sie erklärten ihn zum letzten gewählten Khan der Karakalpaken. Für einige Zeit kämpfte mein Großvater als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi"><em>Basmatschi</em></a><em> gegen die Kommunisten, doch schließlich wurde er verraten und ausgeliefert. Jali Maxsym wurde zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn erschossen und bis heute ist unbekannt, wo sie begraben wurden. Über meinen Großvater begann man erst nach der Unabhängigkeit offen zu schreiben und inzwischen sind Informationen über die </em><a href="https://www.hrono.ru/sobyt/1900war/1929kaza.php"><em>Aufstände in Shymbay und Taxtakupyr</em></a><em>, bei denen er eine wichtige Rolle spielte, offen zugänglich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Meine Mutter wurde von ihrem Großvater adoptiert und änderte ihren Nachnamen in Esemuratova. Sie wurde Journalistin und erinnerte sich oft daran, wie sie fast jeden Abend für Befragungen zum KGB musste. Dadurch, dass sie als „Tochter eines Volksfeindes“ abgestempelt wurde, wurden meine Mutter und meine Oma direkt nach meiner Geburt aus ihrer Wohnung geworfen. Zudem haben Krankheiten und ein Unfall ihr Leben geprägt. Trotz allem ist sie nach wie vor am Leben und inzwischen 94 Jahre alt. Sie ist eine starke Frau, sowas gibt es heute gar nicht mehr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vereinigung zum Schutz des Aral und Amudarja</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf Initiative des bekannten Schriftstellers Orazbay Abdraxmanov gründete eine Gruppe von Intellektuellen am 6. Dezember 1989 die NGO „Vereinigung zum Schutz des Aral und des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><em>Amudarja</em></a><em>“. Ich trat damals der Organisation durch meinen Vater bei. Anfang der 1990er begannen wir gerade erst mit unseren Aktivitäten und zu unseren Versammlungen kamen um die 300 Personen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir hatten damals Freund:innen in Amerika, die quasi unsere Repräsentanz in den USA herstellten und ausbauten. Deshalb haben wir uns 1991 offiziell als internationale Organisation registriert. Anfang der 1990er lebten wir vergleichsweise frei und waren gut aufgestellt. Einschränkungen waren nicht zu spüren. Dies blieb jedoch nicht lange so. Das Lebensniveau sank und viele emigrierten. 1994 verließ der Vorsitzende der NGO aus persönlichen Gründen seinen Posten und ich übernahm.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In den 2000ern, nach der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution"><em>Revolution in Georgien</em></a><em> und einer instabilen Weltlage, begannen in Usbekistan Repressionen gegen internationale Organisationen. Die Beschuldigungen waren gegenüber allen dieselben: Verspätungen bei der Einreichung von Berichten an das Justizministerium. Aufgrund dieser Beschuldigungen mussten viele NGOs ihre Arbeit aufgeben, aber dank internationaler Unterstützung und unserer Stellung konnten wir unsere Unschuld in allen fünf Anklagepunkten vor Gericht beweisen. Trotzdem verloren wir den Status als internationale Organisation und wurden gewissermaßen zu einer örtlichen NGO „degradiert“. Aber das hindert uns nicht daran, uns weiter mit den Problemen des Aralsees zu befassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir bekommen oft Kritik von oben: wir wurden beschuldigt, Wasserressourcen kommerzialisieren zu wollen und dafür kritisiert, dass wir einen Marketing-Ansatz verfolgen. Sogar unsere Kolleg:innen aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty#:~:text=Almaty%20(kasachisch%20und%20russisch%20%D0%90%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D1%8B,%20bis%201993%20Alma-Ata)%20ist%20mit"><em>Almaty</em></a><em> haben mich für diese Idee verurteilt. Leider ist bei uns nach wie vor die sowjetische Denkweise vorherrschend und der Wirtschaft gelingt nicht der Schritt weg von den Sowjetzeiten. Unsere Bevölkerung ist es gewohnt zu kritisieren und beispielsweise Angst vor den USA oder der NATO zu haben. Das ist nur ein Stereotyp, dass alles Neue schlecht sei und alles Sowjetische gut. Aber die Mehrheit der Menschen kann man nicht davon abbringen und wir sind in der Minderheit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rettung des Aralsees als Ziel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1994 erarbeiteten wir ein Konzept mit neuen Methoden im Umgang mit Wasserressourcen, um nicht nur auf eine Erholung des Aralsees hinzuwirken, sondern auch für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen. Wir schickten unser Vorhaben an Vertreter:innen der fünf zentralasiatischen Länder, die sich zu einem </em><a href="https://ecifas.kz/en/"><em>internationalen Fond zur Rettung</em></a><em> des Aralsees zusammengeschlossen hatten. Eine Antwort erhielten wir lediglich von einem Berater des Präsidenten Kirgistans, allerdings eine ablehnende.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser Konzept sah vor, die Verwaltung des Amudarja Flusses in neutrale Hände zu geben, aber die Regierungen entschieden, dass eine solche Übergabe die Neutralität der Staaten verletzen würde. Die Vereinigung organisierte außerdem Vorträge, veröffentlichte und nahm an Konferenzen teil. Dadurch, dass das Leben schwerer geworden war, gingen jedoch einige und unser Team schrumpfte auf fünf oder sechs Leute. Viele sind inzwischen auch schon gestorben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/fuenf-oekologische-probleme-zentralasiens/"><strong>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute ist der Aralsee praktisch verschwunden. Die Fläche des Aralsees beträgt zusammen mit den kasachstanischen und westlichen Teilen weniger als sieben Prozent der ursprünglichen Wasserfläche. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass der Aralsee noch existiert. Das sind einfach nur einige Pfützen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das westliche Ufer weicht jedes Jahr um 100 Meter zurück. Wenn man vor circa zehn Jahren auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau"><em>Ustjurt-Plateau</em></a><em> stand und in Richtung des Aralsees schaute, dann konnte man das südliche und östliche Ufer von dort nicht sehen. Inzwischen sind beide Ufer erkennbar. Im westlichen Teil ist der See vielleicht noch 15 Meter tief. Früher lag der tiefste Punkt bei mehr als 60 Metern. Im Vergleich etwa zum Baikalsee war der Aralsee schon immer eher flach. Der Baikalsee ist stellenweise mehr als zwei Kilometer tief. Der Aralsee glich einer Pfütze auf heißem Asphalt. Und wenn man dann aus einer Pfütze trinkt, vertrocknet sie innerhalb einer Stunde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Journalist:innen berichten davon, dass der Aralsee sich erhole, aber davon kann keine Rede sein. Ja, der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><em>Fluss Syrdarja</em></a><em> speist von Kasachstan aus nach wie vor den Aralsee mit Wasser, aber er ist nur halb so groß wie der Amudarja-Fluss. Die 100 Kubikkilometer Wasser, die den Aralsee jedes Jahr erreichen, verdunsten und so bleibt kein Wasser übrig, dass den See wieder auffüllt. Inzwischen ist es schon gut, wenn auch nur fünf Kubikkilometer im Aralsee bleiben würden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein „Schiffsfriedhof“ als Denkmal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das, was inzwischen als „Schiffsfriedhof“ bekannt ist, ist eigentlich nur eine Ansammlung unterschiedlicher Schiffe: Boote, Lastkähne und Schlepper, die 2010 aus Anlass des Besuchs des damaligen UN-Generalsekretärs </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ban_Ki-moon#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war"><em>Ban Ki-moon</em></a><em> hergebracht wurden. All diese Boote wurden ausgegraben, hierhergebracht und inszeniert. Viele denken, dass der „Schiffsfriedhof“ früher ein Hafen gewesen sei. Tatsächlich konnte sich dort aber kein Hafen befinden – der See war zu seicht. Der Hafen war bei </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Mo’ynoq</em></a><em>, neben der Fischfabrik. Die Schiffe liefen den Hafen an, indem sie die Halbinsel Mo’ynoq von Osten und Westen her umrundeten, da das Gewässer dort tiefer war. Die Schiffe fuhren nicht in der Nähe des heutigen Aral-Schiffs-Denkmals vorbei.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf eine Rückkehr des Aralsees?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Theoretisch ist eine Rückkehr des Aralsees möglich. Wenn man die Wasserverluste begrenzen kann, könnte ein Teil des Aralsees zurückkehren. Nicht auf das frühere Niveau, aber zumindest um den Boden zu befeuchten und die Seen im Delta wieder zu füllen. Das Delta sollte regeneriert werden, denn dort leben Menschen. Wenn wir Wasser sparen, dann hätten wir solche Möglichkeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir müssen an mehreren Fronten handeln. Die Kolleg:innen aus Kasachstan haben mich dabei unterstützt. Die Wälder müssen aufgeforstet werden, das ist die Hauptsache. Außerdem sollte eine Baumwollsorte genutzt werden, die weniger Wasser verbraucht. Die Akademie und ich könnten alle möglichen benötigten Kontakte herstellen, wir könnten dabei helfen, die Produktion der notwendigen Mittel in die Wege zu leiten. Schauen Sie sich die Arabischen Emirate an, dort ist die </em><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/meerwasserentsalzung-wie-dubai-dem-meer-trinkwasser-abringt-1.3630919"><em>Entsalzung von Meerwasser</em></a><em> eine große Einnahmequelle. Warum schlagen wir nicht diesen Weg ein?</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Großes Problem mit Versickerung von Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Versickerung von Wasser, steigendes Grundwasser und Bodenversalzung sind ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Eine Möglichkeit ist das Ausbetonieren der Flussbetten, was schon in der Sowjetunion ein Thema war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende 2023 gab Präsident Mirziyoyev den Erlass heraus, wonach Kanäle auf 1500 Kilometern Länge ausbetoniert werden sollen, um dem Versickern von Wasser entgegenzuwirken. Das Wasser versickert im Boden noch bevor es die Felder erreicht – aktuell verschwinden 37 Prozent nur durch diese Kanäle. Und von den Kanälen haben wir hier Tausende, auf einer Strecke von Tausenden von Kilometern in ganz Usbekistan. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir verlieren! Dieselbe Situation besteht auch bei denjenigen Wasserreservoirs, die nicht durch Beton oder Schutzfolie umgeben sind. Dadurch verlieren wir jährlich rund 40 Prozent des Wassers. Am meisten geht jedoch durch Verdunstung verloren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie bewässern wir die Felder? Wir verwenden Bewässerungsgräben</em> (Anm. d. Red.: In Zentralasien auch „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aryk">Aryk</a>“ genannt.) <em>und Saatbeete. Wir begießen die Felder einfach mit Wasser. Und dazu werden die Felder noch zwei Mal im Jahr vom Salz gereinigt. So werden mehr als 90 Prozent unseres Wassers zum Bewässern oder Böden reinigen verwendet, bzw. es verdunstet oder versickert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich mal vor, wenn wir es schaffen würden, auch nur die Hälfte dieser Verluste zu verhindern. Was wäre dann? Dann würde der Aralsee sich wieder füllen. Nicht sofort natürlich, aber uns geht es auch nicht nur um den Aralsee, sondern auch darum, das Delta des Amudarja wiederzubeleben, wo alle Wälder und Seen verschwunden sind.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frühere Zuflüsse des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vor etwa 300 Jahren mündete noch ein dritter Fluss in den Aralsee – der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai_(Fluss)"><em>Turgai</em></a><em>. Den Turgai gibt es nach wie vor, er fließt auf dem Territorium des heutigen Kasachstan. Aber vor 200 Jahren kam der Fluss etwa 100 Kilometer vom Aralsee entfernt zum Stillstand. Warum? Weil begonnen wurde, die Wälder entlang des Flusses abzuholzen. Und der Wald und der Fluss, das ist eine Symbiose, sie helfen sich gegenseitig. Je mehr Wälder entlang eines Flusses wachsen, desto mehr Wasser führt der Fluss. Und umgekehrt, je mehr Wasser im Fluss, desto besser wachsen die Wälder. Überschwemmungen halten die Wurzeln der Bäume feucht. Genauso verhielt es sich mit dem Auwald des Amudarja, aber die Wälder wurden abgeholzt und damit nahm die Wassermenge des Flusses natürlich ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit dem Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan"><em>Serafschan</em></a><em> ist es eine ähnliche Situation. In der Provinz Buxoro in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum"><em>Wüste Qizilqum </em></a><em>versickert der Fluss, während er früher einer der großen wasserreichen Zuflüsse des Amudarja war. Und insbesondere in den Bergen und Wüsten brauchen die Menschen den Wald. Aber anstatt die Wälder aufzuforsten, werden 250 Millionen Bäume in den Städten gepflanzt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was muss getan werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man muss den Grund des Aralsees zumindest ein bisschen befeuchten, anstatt Geld für die Anpflanzung von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul"><em>Saxaul</em></a><em>-Sträuchern</em><em> auszugeben. Denn Saxaul wächst leider nur einzeln. Der nächste Busch sollte in 5-10-50-100 Metern Entfernung wachsen (Anm. d. Red.: abhängig von den Umweltfaktoren). Lediglich Saxaul anzupflanzen führt dazu, dass sich der Staub verbreitet. Zwar hält der Saxaul Sand zurück, aber keinen Staub oder Salz. 2018 hielt ich einen Vortrag in einem Hotel. Alle Fenster waren verhängt, die Türen geschlossen, und trotzdem war der Tisch mit Staub und Salz bedeckt, weil der Staub so feinkörnig ist. Und wie sieht es auf dem Ustjurt-Plateau aus? Dort breitet sich das Gras aus, wodurch der Staub nicht vom Wind verweht werden kann.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/usbekistan-kampf-gegen-sandstuerme/"><strong>Usbekistan: Kampf gegen Sandstürme</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn man den Staub vermeiden möchte, dann muss der Grund des Aralsees befeuchtet werden. Asphaltieren des Bodens ist nutzlos. Stattdessen könnten mit ein wenig Feuchtigkeit ohne Aussaat Saxaul und Gräser wachsen. Wenn Sie Surgil passieren, dann sind links davon Felder, auf denen üppige Gebüsche wachsen. Warum? Weil der Sudoche-See vor acht Jahren über die Ufer getreten ist und das Wasser einen Teil des Aralsees bei Surgil überschwemmt hat. Obwohl also in acht Jahren nur einmal die Fläche bewässert wurde, wachsen dort Sträucher und andere Pflanzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es gibt ein ganz einfaches Mittel, die Luftfeuchtigkeit in den Städten zu erhöhen: man muss Laubbäume pflanzen, aber wir haben überall Nadelgehölz. Sie haben eine 10-Mal kleinere Oberfläche als Laubbäume. Auf den Laubbäumen setzt sich der Staub ab, aber auf den Nadelbäumen kann das nicht im selben Umfang geschehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wasserfrage mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">(Anm. d. Red.: Seit 2022 wird im Norden Afghanistans der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Qoʻshtepa kanali</a> gebaut. Das Wasser für ihn soll aus dem Amudarja abgezweigt werden.)<em> Das Beschämendste am Bau des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal"><em>Kanals</em></a><em> ist, dass die Pläne schon vor 50 Jahren bekannt waren. Damals vereinbarten Afghanistan und die Sowjetunion, jährlich 10 Kubikkilometer aus dem Amudarja zu entnehmen. Und jetzt geben alle vor, zum ersten Mal davon zu hören. In den 50 Jahren hätte man sich vorbereiten können, aber alle dachten, dass das Problem sich von selbst lösen würde. Und jetzt müssen spontan Maßnahmen ergriffen werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe eine Ahnung, warum die Situation im Land so ist wie sie ist. Wenn man zum Beispiel in die Verwaltung geht, dann sitzen dort zwei Menschen, die sagen, dass sie nicht einmal Zeit zum Nachdenken hätten. Sie sind ständig beschäftigt. In den Niederlanden ist es zum Beispiel anders, dort wird 25 Jahre im Voraus gedacht. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger:innen nicht voraus denken. Sie denken vielleicht an die nächsten zwei Stunden, aber nicht an unsere Zukunft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Kirgistan wird oft die Frage diskutiert, ob flussabwärts gelegene Staaten für Wasser zahlen sollten. Ich bin dafür. Denn wenn man nicht zahlt, dann spart man nie. In dem Fall sollte Kirgistan aber für Qualität, Wassermenge, Pünktlichkeit und Absicherung zuständig sein. Einige werden sagen: „Wieso das denn? Das ist doch eine lebenswichtige Ressource, warum sollte ich dafür zahlen?“. Dann sollen sie eben nur für das Wasser zahlen, das ihnen Gewinn einbringt. Wenn sie etwa Baumwolle anpflanzen oder etwas bauen, dann zahlen sie für das Wasser. Und wenn es um Wasser für Hygiene, Trinkwasser, Artenvielfalt und Ökologie geht, dann sollte es kostenlos sein. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir seit Jahrhunderten flussabwärts leben.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachwort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Werden wir unser ganzes Leben lang ein Agrarstaat sein? Werden wir Baumwolle und Reis anbauen? Das ist lächerlich. Kleinere Staaten wie etwa Singapur und Israel haben in dieser Zeit schon so viel mehr erreicht. Und wir, mit unserer Korruption, bleiben zurück. Wir versuchen aufzuholen, aber wohin? Wenn wir aufholen wollen, müssen wir ihren Weg gehen. Wie schon Suchow sagte: „Ich kann nicht mein ganzes Leben durch diese Wüste gehen.“</em> (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um ein Zitat des Charakters Suchow aus dem sowjetischen Film-Klassiker „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Sonne_der_W%C3%BCste">Weiße Sonne der Wüste</a>“.)</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Yana Modelova, Azamat Matkarimov und Lena für <a href="https://hook.report/2024/05/yousup-kamalov/">Hook Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Mosaike von Taschkent: Von den Brüdern Jarsky zum Kulturerbe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2024 17:20:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Jarsky]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaik]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende M&#xE4;rz 2024 wurden die Mosaike an usbekischen Geb&#xE4;uden teilweise als Kulturerbe anerkannt: Die Beh&#xF6;rden nahmen 161 Tafeln in das staatliche Kataster auf. Viele Jahre lang versuchte man nach dem Zusammenbruch der UdSSR, die Mosaike an Taschkenter Wohngeb&#xE4;uden zu &#xFC;bermalen oder hinter Plastik und Werbebannern zu verstecken. Hook erz&#xE4;hlt, wie sich das usbekische Mosaik entwickelt [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ende März 2024 wurden die Mosaike an usbekischen Gebäuden teilweise als Kulturerbe anerkannt: Die Behörden nahmen 161 Tafeln in das staatliche Kataster auf. Viele Jahre lang versuchte man nach dem Zusammenbruch der UdSSR, die Mosaike an Taschkenter Wohngebäuden zu übermalen oder hinter Plastik und Werbebannern zu verstecken. Hook erzählt, wie sich das usbekische Mosaik entwickelt hat, welchen Beitrag die Brüder Jarsky zum Äußeren vieler Plattenbauten geleistet haben und wie Blogger und besorgte Anwohner die Mosaike gerettet haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mosaike sind in Usbekistan nicht neu – schon seit der Zeit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karachaniden">Karachaniden</a> haben glasierte Fliesen die Verblendziegel ersetzt. Keramikfliesen wurden Teil der Kompositionen, die die Eingänge von Mausoleen, Medresen und Moscheen schmückten. Mit Hilfe von Mosaiken gestalteten die Architekten die Fassaden mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Girih-Kacheln">Girih</a>-Elementen (ineinander verschlungene geometrische Ornamente) und Pflanzenmotiven. Die Farben Weiß, Hellblau und Dunkelblau wurden zum Markenzeichen der Gebäude dieser Epoche und zur Inspiration für zukünftige Architekten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wiedergeburt nach dem Erdbeben von 1966</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das katastrophale <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Taschkent_1966">Erdbeben von Taschkent im Jahr 1966</a> veränderte die Hauptstadt radikal. Die besten Bau- und Architektenteams aus allen Städten der Union wurden entsandt, um der Usbekischen SSR zu helfen. Unter ihnen waren auch die Brüder Jarsky: Piotr, Nikolai und Alexander, Künstler aus einer Familie „weißer“ (konservativer, zarentreuer, Anm.d.Ü.) russischer Migranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle drei bekamen Arbeit in einer Stahlbetonfabrik, wo sie Betonplatten für mehrstöckige Gebäude anfertigten. In der Fabrik arbeiteten die Brüder an der Gestaltung der neuen Häuser. Dabei war nicht sofort möglich, die Gestaltung der Mosaike zu organisieren. Um eine Genehmigung zu erhalten, musste Piotr Jarsky den Chefarchitekten des Design-Instituts „Taschgiprgor“, Yuri Miroshnichenko, aufsuchen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich sitze in meinem Büro, ein Mann kommt herein, so kultiviert, so respektvoll. Ich dachte: Woher kommen solche Leute? Es stellt sich heraus: aus Frankreich. (&#8230;) Und er zeigt mir eine Skizze für ein neunstöckiges Gebäude. (&#8230;) Es war so schön, er redete und redete, und ich überlegte, wie ich ihn abwimmeln könnte&#8230; aber am Ende überzeugte er mich voll und ganz. Ich nahm es und unterschrieb es“</em>, sagte Miroshnichenko in einem Interview.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl man den Mosaiken zunächst mit Misstrauen begegnete, wurden die Arbeiten der Brüder Jarsky stilbildend für die ganze Stadt: ihre Paneele erschienen an den Stirnseiten von Wohngebäuden und in den Foyers öffentlicher Gebäude, in der U-Bahn und an Springbrunnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Jarsky-Technik</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder der Brüder hatte seinen eigenen Stil, doch ihre Mosaike zeichneten sich durch Harmonie aus und passten gut zueinander. Eine Besonderheit der Mosaiken von Piotr Jarsky sind die Natürlichkeit und Fluidität ihrer Figuren, ihre Energie und Emotionen. Der Künstler absolvierte die Kunstschule in Toulouse und hat sich von den Werken französischer Meister inspirieren lassen. Nikolai Jarsky bevorzugte die Darstellung von Landschaften und war ein Meister der Präzision und Genauigkeit. Seine Werke zeichnen sich durch natürliche Lebendigkeit und Präzision aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charakteristisch für die Malerei Alexander Jarskys ist ihre Freiheit und Leichtigkeit der Pinselstriche, während seine Mosaike von Innovation und Experimentierfreude geprägt sind. Eines der besten Beispiele für Alexanders Arbeit sind die Mosaike mit Musikern im Stil des russischen Avantgardismus im Stadtteil Yunusobod. Alexander Jarsky schlug vor, Reliefelemente, keramische Pflanzen- und Blumenmotive in Mosaiken zu verwenden, die später zu eigenständigen Dekorationen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/architektonisches-versuchslabor-taschkent-ueber-den-denkmalwert-sowjetischer-plattenbauten/"><strong>Architektonisches Versuchslabor Taschkent: Über den Denkmalwert sowjetischer Plattenbauten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Brüder Jarsky haben nicht nur das Design der einzelnen Tafeln, sondern auch ihre Gesamtkomposition konzipiert: Auf dem Wohnkomplex Vodnik beispielsweise wurden alle Bilder dem Thema Wasser gewidmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie die Platten zusammengesetzt wurden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zusammenbau des Mosaiks in der Fabrik war eine lange und mühsame Arbeit. Auf eine lebensgroße Skizze der Zeichnung wurden Kobaltglas-Elemente gelegt. Dann wurde die Platte geklebt, umgedreht und in eine Form zum Gießen von Beton eingesetzt. Die fertige Betonplatte wurde verstärkt und kam dann zum Trocknen in eine Wärmekammer. Die einzelnen Platten wurden nach dem Bau der Häuser zusammengesetzt und installiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mosaikplatten waren nicht nur ein dekorativer Fassadenschmuck, sondern hatten auch eine klimaregulierende Funktion für Wohnungen: Sie verhinderten Schimmelbildung aufgrund von Temperaturunterschieden und speicherten die Wärme des Sonnenlichts.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ende einer Ära</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mosaike gab es in usbekischen Städten bis Anfang der neunziger Jahre. Daran arbeiteten nicht nur die Brüder Jarsky, sondern auch andere Künstler und Architekten wie Vladimir Burmakin, Yuri Chernyshev, Arnold Gan, Vladimir Kutkin. Die Stile und Themen der Paneele änderten sich im Laufe der Zeit von abstrakt-dekorativ bis hin zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Agitprop">Agitprop</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1993 starb Piotr Jarsky, und sein Bruder Alexander übernahm seine unvollendeten Werke. Die neunziger Jahre bildeten den Schlusspunkt für die Mosaiken Taschkents und beendeten eine dreißigjährige Ära des Wiederaufbaus von Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/architektur-und-kulturfuehrer-taschkent-wie-eine-stadt-sich-neu-erfindet-und-der-welt-oeffnet/"><strong>Architektur- und Kulturführer Taschkent: Wie eine Stadt sich neu erfindet und der Welt öffnet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Häuserfassaden wurden nun zum „idealen Ort“ für Werbung: Die Behörden oder Gebäudeeigentümer übermalten die Mosaikkompositionen und verkauften die Flächen für Werbebanner, ohne die Bewohner zu befragen. Als der Kampf gegen die Mosaike begann, lebte Jarsky noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Vor der Straße der Pioniere stand ein Mosaik von ihm (Nikolai). Er bekam einen Anruf, in dem es hieß: &#8218;Kommen Sie. Hier ist Ihr Mosaik. Kaufen Sie es zurück, schneiden Sie es ab und bringen Sie es irgendwohin.” Natürlich war er besorgt. Natürlich ging es ihm schlecht&#8230; Die Kommission sagte, es sei billiger, es zu zerstören als es zu reparieren“,</em> erinnert sich Nikolai Jarskys Witwe Valentina.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Revival</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren ist die Erhaltung der Mosaike zu einem regen Diskussionsthema geworden. Alexander Fiodorov, Gründer des Projekts <a href="https://www.instagram.com/tashkent_modernism/">Tashkent Modernism</a>, setzte sich für den Erhalt der Mosaike auf dem Gebäude der Zeitungsredaktion ein und erstellte eine Karte der Mosaiktafeln. Die Fotografin und Administratorin der Community <a href="https://www.facebook.com/groups/219849128509408/">Shagayu.Uz</a>, Fatima Abdurahmanova, stelle ein Archiv aller Tafeln in Taschkent zusammen. Auch die Website <a href="https://mytashkent.uz/">Letters about Tashkent</a> und die Gruppe <a href="https://www.facebook.com/login/?next=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fgroups%2F695343667303384%2F%3Flocale%3Dru_RU">Mosaics of Uzbekistan</a> trugen zur Erhaltung der Mosaike bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2024 eröffnete die Abteilung für digitale Entwicklung der Stadtverwaltung eine <a href="https://mosaic.tashkent.uz/ru/?page=1">Website</a> mit einer Datenbank aller Mosaike in Taschkent. Einige der Mosaiktafeln wurden mit Hilfe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realität">Erweiterter Realität</a> zum Leben erweckt und in interaktive Kaleidoskope verwandelt. Die Mosaike, die in der Liste des Kulturerbes aufgeführt sind, sowie die Tafeln, die derzeit als verloren oder zerstört gelten, werden gesondert hervorgehoben. Alexej Han, Direktor der Abteilung für digitale Entwicklung, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/06/12/mosaics/#:~:text=%D0%A3%D0%B7%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20%D0%BD%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%BD%20%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D0%B7%D0%B0%D1%8F%D0%B2%D0%BA%D1%83%20%D0%B2,%D0%BC%D0%BE%D0%B6%D0%B5%D1%82%20%D0%B1%D1%8B%D1%82%D1%8C%20%D0%B1%D0%BE%D0%BB%D0%B5%D0%B5%20440%20%D0%BC%D0%BE%D0%B7%D0%B0%D0%B8%D0%BA.">sprach</a> über die Pläne, Taschkent für das Guinness-Buch der Rekorde als mosaikreichste Stadt der Welt auszuzeichnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im </em><a href="https://hook.report/2024/08/mosaic-history/"><em>Originalartikel</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Hook Report</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Giulia Manca</strong></p>



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		<title>Die Proteste haben ein weibliches Gesicht: Wie Frauen in Usbekistan für ihre Rechte einstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jul 2024 14:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Usbekistan, wie auch in vielen anderen L&#xE4;ndern der Welt, werden Frauen h&#xE4;ufig zu Anf&#xFC;hrerinnen sozialer Bewegungen und Initiatorinnen von Massenprotesten. Dieser Artikel zeigt Beispiele f&#xFC;r solche Proteste in Usbekistan und beleuchtet anhand eines Gespr&#xE4;chs mit einer Psychologin, warum Frauen sich h&#xE4;ufiger zu Wort melden und offener &#xFC;ber Probleme sprechen. &#x201E;Protest hat das Gesicht einer [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Usbekistan, wie auch in vielen anderen Ländern der Welt, werden Frauen häufig zu Anführerinnen sozialer Bewegungen und Initiatorinnen von Massenprotesten. Dieser Artikel zeigt Beispiele für solche Proteste in Usbekistan und beleuchtet anhand eines Gesprächs mit einer Psychologin, warum Frauen sich häufiger zu Wort melden und offener über Probleme sprechen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Protest hat das Gesicht einer Frau“</em> ist nicht nur eine Phrase, sondern ein Spiegelbild der Realität in Usbekistan und der Welt, wo Frauen zunehmend zu Hauptakteur:innen sozialer Initiativen und Protestbewegungen werden. Sie kämpfen nicht nur für ihre Rechte, sondern auch für soziale Gerechtigkeit, die Umwelt und den Schutz öffentlicher Güter.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Umweltschutz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem <a href="https://www.unep.org/ru/novosti-i-istorii/istoriya/vstrechayte-sem-zhenschin-spasayuschikh-planetu">Bericht</a> für das Jahr 2021 stellen die Vereinten Nationen fest, dass Frauen eine führende Rolle bei der Erhaltung der Natur und der Bekämpfung der Umweltverschmutzung spielen. Dieser Trend geht auch an Usbekistan nicht vorbei: Die Bloggerin Mutabar Xushvaktova ist ein Beispiel für den <a href="https://www.instagram.com/urikguli/">Umweltaktivismus von Frauen</a>. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2021 beschloss das Taschkenter <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%BE%D0%BA%D0%B8%D0%BC">Khokimiat</a> (Anm. d. R.: Stadtverwaltung), einen der grünsten Boulevards der Hauptstadt zu <a href="https://old.hook.report/2021/02/kompleksi-nezavisimosti/">rekonstruieren</a> – den Bereich zwischen der U-Bahn-Station Kosmonawtow und dem zentralen Kaufhaus. Der Khokimiat hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, dass das Projekt zur Umgestaltung der Grünzone zu einer Zunahme der bürgerlichen Aktivitäten führen würde – in nur wenigen Tagen starteten Bewohner:innen umliegender Häuser, Medien und Blogger:innen eine Kampagne zum Erhalt der Bäume.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptverteidiger:innen des Parks waren Frauen – Mütter und Großmütter, die oft mit ihren Kindern den Boulevard entlang gingen. Sie <a href="https://old.hook.report/2021/02/peremeni-ili-net/">initiierten</a> eine groß angelegte Unterschriftensammlung – innerhalb weniger Tage gelang es Aktivist:innen und besorgten Bürger:innen, mehr als 6.000 Unterschriften zu sammeln und damit vor dem Hintergrund eines schmerzhaften Themas zu demonstrieren. Die friedliche Konfrontation mit den Stadtbehörden endete mit der Erhaltung des Parkgebiets. Der Khokimiat gab das ursprüngliche Wiederaufbauprojekt auf und Freiwillige <a href="https://old.hook.report/2021/02/i-minimum-betona/">erstellten</a> ein eigenes Dokument zur Erhaltung des Parks.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schutz des Babur-Parks</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzte große Neuigkeit in Bezug auf Grünflächen war der <a href="https://hook.report/2024/04/save-dostlik/">mögliche Wiederaufbau</a> des <a href="https://visitcentralasia.org/at/babur-memorial-park">Babur-Parks</a> in der Rustaweli-Straße. Wie schon beim letzten Mal hat die Stadtverwaltung, ohne die Anwohner:innen zu konsultieren, das Parkgelände für einen Zeitraum von 50 Jahren an das usbekisch-singapurische Unternehmen BMP Smart Decision Management verpachtet. Und wieder mussten die Bewohner:innen ihr Recht auf saubere Luft verteidigen. Die Hauptfigur der Geschichte war die Direktorin des Parks, Iroda Yusupova. Sie versprach, dass der Wiederaufbau unter strenger Kontrolle der Anwohner:innen und unter ihrer Führung erfolgen würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Recht auf Wohnraum</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schutz von Parks und Bäumen verteidigen Frauen auch das Recht auf Wohnraum – führende Vereine zum Schutz von Wohngebäuden und Immobilien werden von Frauen verwaltet. So hat beispielsweise die Administratorin der Facebook-Community <em>„</em><a href="https://www.facebook.com/groups/328799110874813"><em>Tashkent-SNOS</em></a><em>“</em>, Farida Sharif, immer wieder auf Probleme mit der illegalen Zerstörung oder Erschließung von Territorien hingewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="http://novastan.flowmedia.org/de/politik-und-wirtschaft/8-maerz-in-almaty-frauen-gehoeren-in-die-politik/"><strong>8. März in Almaty: „Frauen gehören in die Politik!“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">2020 <a href="https://uz.sputniknews.ru/20201002/V-Namangane-zhenschina-sozhgla-sebya-za-to-chto-ee-khoteli-vyselit-iz-doma-15105752.html">zündete</a> sich eine Frau in Namangan an, um gegen eine Zwangsräumung zu protestieren – zusammen mit ihrer Mutter wurde sie Opfer von Betrüger:innen und lebte in einem Haus, das ihr nicht gehörte. Die Staatsanwaltschaft von Namangan <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/10/02/arson/">leitete</a> ein Strafverfahren gemäß dem Artikel über Anstiftung zum Selbstmord ein und ordnete eine offizielle Untersuchung der Handlungen des staatlichen Vollstreckers der Abteilung für Zwangsvollstreckung der Stadt Namangan und der Präventionsinspektoren der Abteilung für interne Angelegenheiten der Polizei der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Namangan">Namangan</a> an.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte von Dilorom Rozikova</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2018 war der Bau mehrstöckiger Gebäude in der historischen Zone von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> geplant. Korruption in der Regierung und illegale Abriss- und Räumungsgenehmigungen führten zu Konflikten in der Tintschlik Mahalla.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwickler:innen versuchten, <a href="https://old.hook.report/2019/10/vse-ravno-uedesh/">Dilorom Rozikova</a> und ihre Nachbar:innen aus dieser Mahalla zu verdrängen und das Gebiet mit neuen Gebäuden aufzubauen. Die Geschichte erreichte sogar die regionalen Khokim (Anm. d. R.: Leiter:in der lokalen Verwaltung, z.B. Gouverneur:in oder Bürgermeister:in). Sie ging vor Gericht, verlor jedoch. Sie und ihre Familie wurden gewaltsam verdrängt, aber der Versuch, eine unrechtmäßige Räumung zu rechtfertigen, war eine der bekanntesten Klagen gegen Bauträger:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2020 <a href="https://anhor.uz/society/21055-2/">warf</a> Dilorom Rozikova ein brennendes Handtuch auf Mitarbeiter:innen des Büros für Zwangsvollstreckung und übergoss sie mit Benzin. Das Gericht <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/13/roziqova/">befand</a> Rozikova der Begehung einer Straftat gemäß dem zweiten Teil von <a href="https://www.lex.uz/acts/111457">Artikel 219</a> des Strafgesetzbuches (Anm. d. R.: Widerstand gegen einen Regierungsbeamten oder eine Person, die eine Bürgerpflicht erfüllt) für schuldig und verurteilte sie zu einer Freiheitsbeschränkung für einen Zeitraum von einem Jahr und sieben Monaten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Treten Frauen häufiger auf?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktive Teilnahme von Frauen an Protesten lässt sich aus mehreren Gründen erklären, darunter die historische Ungleichheit, durch die Frauen lange Zeit in ihren sozialen Rechten ganz oder teilweise eingeschränkt waren. Auch Empathie und Mitgefühl spielen eine Rolle – Frauen <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5110041/">neigen</a> dazu, sich in die Probleme anderer Menschen einzufühlen. Darüber hinaus erregt die aktive Beteiligung von Frauen an Aktivismus und Protesten die Aufmerksamkeit der Medien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="http://novastan.flowmedia.org/de/gesellschaft-und-kultur/auf-zum-marsch-wofuer-kaempft-die-feministische-bewegung-kasachstans/">„Auf zum Marsch”: Wofür kämpft die feministische Bewegung Kasachstans?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich würde nicht sagen, dass Frauen eine Schlüsselrolle bei der Veränderung der Gesellschaft und des Staates spielen. Diese Aktivität ist mit vielen negativen Informationen, einem Energie- und Zeitaufwand und einem Gefühl der Ohnmacht verbunden. Manchmal ist es unmöglich, zu helfen oder etwas zu ändern. Viele Aktivist:innen leiden unter Depressionen, Angstzuständen und anderen Problemen,</em>“sagt Liana Natroshvili, Psychologin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Erstens wird die Angst vor Protesten durch die Angst um die eigene Sicherheit und die Sicherheit ihrer Familien, durch die Zurückhaltung, gegen die Gesetze des Landes zu verstoßen, und durch erlernte Hilflosigkeit verursacht. Viele Leute denken, dass alles nutzlos ist. Diese Ängste und Gefühle sind weitgehend berechtigt und haben eine reale Grundlage, und ich bin mir nicht sicher, ob es sich lohnt, sie zu überwinden,“</em> fügt sie hinzu. „<em>Anderen Menschen zu helfen kann sich auch positiv auf Ihr Selbstwertgefühl auswirken. Allerdings ist es wichtig, die Balance zu wahren und auf sich selbst zu achten,“</em> meint Natroshvili.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Proteste und Kundgebungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Jahren 2019–2020 protestierten Frauen gegen den Mangel an Gas und Strom in der kalten Jahreszeit. So blockierten Bewohnerinnen des Dorfes Tschigatai in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khorazm_Region">Khorazm</a> die Straße und protestierten gegen den Erdgasmangel in ihrem Dorf. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qo%CA%BBqon">Kokand</a> <a href="https://uznews.uz/posts/7634">blockierten</a> Frauen die Straße in der Nähe des Khokimiat, weil es an Gas und Strom mangelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="http://novastan.flowmedia.org/de/politik-und-wirtschaft/was-die-verfassungsaenderung-fuer-usbekistan-bedeutet/">Was die Verfassungsänderung für Usbekistan bedeutet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 protestierten Einwohnerinnen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Olmaliq">Almalyk</a> wegen fehlender Arbeits- und Quotenplätzen beim Bergbau- und Metallurgiekombinat Almalyk. Nach Berichterstattung über die Situation in den Medien wurde im Werk eine Initiativgruppe <a href="https://mehnat.uz/uz/news/olmaliq-shahridagi-holat-yuzasidan-rasmiy-baenot">gegründet</a>, um die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Frauen in Usbekistan sind trotz kultureller und politischer Barrieren politisch aktiv. Sie sind aktiv an der Lösung drängender Probleme beteiligt, die häufig mit grundlegenden Lebensbedingungen und sozialer Gerechtigkeit zusammenhängen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verabschiedung eines Gesetzes, das Gewalt unter Strafe stellt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verabschiedung eines <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/13/roziqova/">Gesetzes</a> zur Kriminalisierung von Gewalt, das unter aktiver Beteiligung von Senatorinnen und Zivilaktivistinnen, darunter dem Projekt <a href="https://nemolchi.uz/">Nemolchi.uz</a>, entwickelt wurde, erhöhte die Strafen für sexuelle Gewalt gegen Minderjährige, Anstiftung zur Abtreibung und häusliche Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit an dem Gesetz war nicht einfach – Irina Matvienko bemerkte in einem <a href="https://mediazona.ca/article/2023/03/28/vtoroe-vosmoe">Interview</a> mit Mediazona, dass <em>„während der Diskussion des Gesetzentwurfs Widerstand zu spüren war, es gab Streitigkeiten über jeden Artikel.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Svetlana Peshkova, soziokulturelle Anthropologin, Ethnographin und Islam- und Geschlechterforscherin: <em>„Das politische Engagement von Frauen beschränkt sich nicht nur auf die Interaktion mit dem Staat, es umfasst auch alltägliche Bedürfnisse wie den Zugang zu grundlegenden Ressourcen und soziale Gerechtigkeit.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="http://novastan.flowmedia.org/de/gesellschaft-und-kultur/was-laeuft-falsch-in-kasachstans-gleichstellungspolitik/"><strong>Was läuft falsch in Kasachstans Gleichstellungspolitik?Was läuft falsch in Kasachstans Gleichstellungspolitik?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt auch Beispiele für verschiedene Formen politischer Aktivität von Frauen – von der Teilnahme an lokalen Oppositionsbewegungen bis hin zum Online-Journalismus. Der politische Aktivismus von Frauen in Zentralasien beschränkt sich nicht nur auf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder der Regierung, sondern umfasst auch Aktivistinnen, deren Arbeit oft unsichtbar bleibt, wie etwa die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschadidismus">Dschadid</a>-Frauen oder die <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/03/08/history-of-hujum/">Khudschum-Bewegung</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Haben die Proteste also immer noch ein weibliches Gesicht?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja und nein. Jede Person wählt die Antwort auf diese Frage unabhängig. Allerdings muss man zugeben, dass es in den letzten Jahren immer häufiger zu Protestfällen gegen Frauen kam. Die Ermordung von Maxsa Amini und zahlreiche Proteste im Iran, der <em>„Fall Saltanat“</em> und die Kriminalisierung von Gewalt in Kasachstan, die Verabschiedung eines Gesetzes über häusliche Gewalt in Italien nach der Ermordung von Julia Cecchettin, die <em>„Friedliche Brigade der Großmütter“</em> in Amerika und viele weitere Beispiele, in denen Frauenaktivismus die Sozial- und Rechtspolitik von Staaten beeinflusste.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Iana Modelova, Lenochka für Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2024/05/women-action/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-proteste-haben-ein-weibliches-gesicht-wie-frauen-in-usbekistan-fuer-ihre-rechte-einstehen/">Die Proteste haben ein weibliches Gesicht: Wie Frauen in Usbekistan für ihre Rechte einstehen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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