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	<title>dominikv, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>dominikv, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Zentralasienstudien sind wichtig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2018 10:48:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie relevant sind Zentralasienstudien f&#xFC;r die deutsche Au&#xDF;enpolitik? Eine Podiumsdiskussion auf Einladung von Studierenden des Zentralasienseminars der Humboldt Universit&#xE4;t versammelte rund um diese und weitere Fragen am 9. Februar VertreterInnen der deutschen Ausw&#xE4;rtigen Politik in Berlin. &#xA0; Zentralasienstudien sollten nicht als kleines Nebenfach abgetan werden. Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema &#x201E;Kooperationen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Wie relevant sind Zentralasienstudien für die deutsche Außenpolitik? Eine Podiumsdiskussion auf Einladung von Studierenden des Zentralasienseminars der Humboldt Universität versammelte rund um diese und weitere Fragen am 9. Februar VertreterInnen der deutschen Auswärtigen Politik in Berlin.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Zentralasienstudien sollten nicht als kleines Nebenfach abgetan werden. Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema „Kooperationen zwischen Zentralasienstudien und auswärtiger Politik“ einig, zu der Studierenden des Instituts für Afrika- und Asienwissenschaften (<a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de">IAAW</a>) der Humboldt Universität zu Berlin (HU) am 9. Februar in das <a href="http://www.zfl-berlin.org/">Zentrum für Kultur- und Literaturforschung</a> eingeladen hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz immer drohender Mittelkürzungen dürfe die Bedeutung der Zentralasienstudien und anderer Regionalstudien nicht unter den Tisch gekehrt werden. „<em>Zentralasienstudien sollten an den Universitäten nicht stiefmütterlich behandelt werden</em>“, sagte <a href="https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/region/zentralasien/seminar/person/2597">Ingeborg Baldauf</a>, die eine der zwei Professuren des Zentralasienseminars am IAAW hält. Denn sie bieten einen anderen Insiderblick auf die Länder Zentralasiens, den Politologen nicht gewinnen könnten, weil ihnen die Sprachkenntnisse fehlten. An der HU können Studierende unter anderem Kasachisch, Tadschikisch, Uigurisch und Usbekisch lernen – was eine wichtige Voraussetzung sei, um soziale oder kulturelle Studien betreiben zu können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mögliche Schließung des Zentralasienseminars</strong></p>
<p style="text-align: justify">Damit dies in Zukunft auch so bleibt, hatten Studierende und Wissenschaftler den Dialog mit den Verantwortlichen im Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (<a href="http://www.bmz.de/de/index.html">BMZ</a>) gesucht. Seit dem Sommersemester 2017 kursierten erste Gerüchte über eine mögliche Schließung des Zentralasien-Seminars. Dies hatte zu Protestaktionen geführt. Seitdem setzen sich die Studierenden mit der Aktion „<em>Weißer Fleck Zentralasien</em>“ dafür ein, der Region und dem Fach mehr Aufmerksamkeit zu schenken.</p>
<p style="text-align: justify">Mit der Podiumsdiskussion, die auf einen zweitägigen Workshop mit Masterstudierenden und Doktoranden um die Thematik der Möglichkeiten des Wissenstransfers der Zentralasienstudien, schien dies geklappt zu haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/berlin-zentralasienseminar-durch-haushaltsplan-bedroht/">Berlin – Zentralasienseminar durch Haushaltsplan bedroht</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir brauchen viele Studien und Informationen über diese Region</em>“, sagte Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik am Auswärtigen Amt. Sie betonte, wie hilfreich es für sie und ihre Kollegen sein kann einen anderen Blick auf Regionen und deren politische, gesellschaftliche und kulturellen Zusammenhänge zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein frischer Blick auf die Region</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dies bestätigten Michael Siebert vom Auswärtigen Amt und Peter Krahl vom BMZ. Es sei immer hilfreich, einen Frischen Blick durch Wissenschaftler oder Think-Thanks zu bekommen. Trotz aller Ängste um Mittelkürzung, werden die Regionalstudien weiter unterstützt. Der kürzlich ausgehandelte <a href="https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2018.pdf">Koalitionsvertrag</a> zwischen CDU, CSU und SPD spricht sich deutlich für eine Förderung der sogenannten „<em>kleinen Fächer</em>“ aus, die „<em>zu Migration, zu Integration und zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, zu Demokratie und Frieden, zu Konfliktursachen und -bewältigungsstrategien</em>“ forschen.</p>
<p style="text-align: justify">Auf dem Podium saßen Dawlatbegim Mamadschojewa, Masterstudentin an der Universität Bielefeld, Björn Reichhardt, Doktorand am Zentralasienseminar und Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Peter Krahl vom BMZ, Michael Siebert vom Auswärtigen Amt und Moderatorin Elisaweta Kutscherowa.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
Novastan.org, Berlin</strong></p>
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		<title>Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2017 12:24:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Architekturf&#xFC;hrer, der j&#xFC;ngst im Verlag DOM publishers erschienen ist, erkl&#xE4;rt die Entwicklung der sozialistischen Stadt Bischkek. Wer heute durch das Stadtzentrum der kirgisischen Hauptstadt Bischkek spaziert, der kann in die Architekturgeschichte der zentralasiatischen Stadt eintauchen, die als Paradebeispiel f&#xFC;r die Entwicklung des eurasischen Stadttypus gilt. Noch heute dominiert im Stadtbild die sozialistische Architektur aus [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Der <a href="https://dom-publishers.com/collections/architekturfuhrer/products/bischkek">Architekturführer</a>, der jüngst im Verlag DOM publishers erschienen ist, erklärt die Entwicklung der sozialistischen Stadt Bischkek.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Wer heute durch das Stadtzentrum der kirgisischen Hauptstadt Bischkek spaziert, der kann in die Architekturgeschichte der zentralasiatischen Stadt eintauchen, die als Paradebeispiel für die Entwicklung des eurasischen Stadttypus gilt. Noch heute dominiert im Stadtbild die sozialistische Architektur aus der Ära Stalins, Chruschtschows und ihrer Nachfolger.</p>
<p style="text-align: justify">Mit der Bau- und Kulturgeschichte der ehemaligen russischen Garnisonsstadt, deren Entwicklung als Außenposten des russischen Zarenreiches begann, hatten sich der ausgebildete Schriftsetzer Henning Hraban Ramm sowie Benedikt Viertelhaus, Herausgeber der „Edition Kritische Ausgabe“, intensiv beschäftigt. Ramm hatte drei Jahre in Bischkek gelebt und Viertelhaus zwei Jahre. Gemeinsam haben sie den Architekturführer Bischkek herausgegeben, der im Verlag „Dom Publishers“ erschienen ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Von „Pischpek“ bis &#8222;Bischkek&#8220;</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Architekturführer enthält Essays zu den wichtigsten architektonischen Bauprojekten aus der Zeit des Russischen Reiches beginnend von 1864 bis heute. Darunter sind unter anderem Beschreibungen zum Haus des Schriftstellers, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und ein Zeugnis der russischen russischen Garnisonsstadt „Pischpek“ ist.</p>
<p style="text-align: justify">Das Haus mit drei straßenseitigen Giebeln stand bautechnisch im Gegensatz zu den Lehmhütten, die das damalige Straßenbild prägten. Es war das Haus des ersten Bürgermeisters und war damals eines der wenigen verputzten, mit Stuckaturen versehenes und mit Backsteinen erbautes Gebäude, heißt es im Architekturführer.</p>
<p style="text-align: justify">Während des Stalinismus wurde „sozialistisch im Inhalt und national in der Form“ gebaut. In den monumentalen Baustil, der auch als „Zuckerbäckerstil“ bekannt ist, flossen regionale Elemente ein. Einer der großen Architekten war damals Andrej Pawlowitsch Senkow. Er baute das Gebäude der ehemaligen Staatsbank, in dem heute eine Filiale der Aktien- und Kommerzbank Kygrystan untergebracht ist.</p>
<p style="text-align: justify">Senkow ist einer der ersten Architekten, der Bischkek mit Lokalkolorit ausstattete. Er ist auch der Baumeister der Himmelfahrts-Kathedrale in Almaty, die mit 54 Metern das zweithöchste Holzgebäude der Welt ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Stadtentwicklung im Sozialismus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei der Entwicklung der Stadt Bischkek spielte der sogenannte Mikrorayon-Gedanke eine zentrale Rolle. Der Mikrorayon stellte eine städtebauliche Grundeinheit dar. Der Wohnungsbau war ebenso wie die Schaffung von öffentlichen Einrichtungen und Grünanlagen zentral gesteuert, wie aus dem Architekturführer zu entnehmen ist.</p>
<p style="text-align: justify">Seit der Ära Chruschtschows veränderte sich das Bauprinzip von Wohnanalagen und öffentlichen Gebäuden. Es kamen immer mehr industriell vorgefertigte Bauteile zum Einsatz, schreibt Sergei Melcher in seinem aufschlussreichen Aufsatz über die Architektur und Stadtentwicklung im Sozialismus.</p>
<p style="text-align: justify">Dies und viele weitere Informationen erfährt der Leser des Architekturführers anhand von Portraits der wichtigsten Architekten, Essays über die Baugeschichte sowie über die Denkmäler der Stadt. Diese Texte bieten neben den Beschreibungen der Bauprojekte ein umfassendes Bild der Architekturgeschichte der krigisischen Hauptstadt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: left"><em>Henning Hraban Ramm / Benedikt Viertelhaus (Hg.)</em>: Bischkek, Architekturführer; DOM Publishers, Berlin 2016; 208 Seiten, 28,- €</p>
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		<title>Terroralarm in Almaty</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Almaty hat der Sicherheitsdienst die Terrorwarnstufe am Morgen auf das h&#xF6;chste Niveau heraufgesetzt. Sch&#xFC;sse fielen auf offener Stra&#xDF;e.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Almaty hat der Sicherheitsdienst die Terrorwarnstufe am Montagmorgen auf das höchste Niveau heraufgesetzt. Um 12:20 Uhr begann die Abteilung für innere Sicherheit der Stadt mit einer Anti-Terroraktion. Schüsse fielen auf offener Straße.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seitdem sollten die Bürger in Almaty große Menschenmengen meiden, aufmerksam sein und sofort verdächtige Personen melden. Gegen 11:00 Uhr Ortszeit waren in mehreren Ortsteilen Schüsse zu hören. Ein Unbekannter hatte das Feuer vor dem Gebäude des nationalen Sicherheitskomitees eröffnet.</p>
<p style="text-align: justify">Medienberichten zufolge sind dabei acht Personen verletzt und nach aktuellen Informationen sechs Menschen getötet worden. Dabei soll es sich nach Angaben der Zeitung Karavan um drei Polizisten handeln.</p>
<p style="text-align: justify">Inzwischen sind die Namen der Opfer bekannt. Unter ihnen sind der Stabsfeldwebel Ajan Jerbolganowitsch Galijew, 42 Jahre alt, Unteroffizier Maksat Kolganatuly Sölimbajew, 24 Jahre alt und Hauptmann Bauyrschan Malikowitsch Nurmachanbekow, 28 Jahre alt.</p>
<p style="text-align: justify">Das Sicherheitskomitee der Stadt Almaty teilte am Mittag mit, dass einer der Angreifer bereits verhaftet wurde. Die Nachrichtenagentur &#8222;Tengrinews&#8220; meldet, dass der ferstgenommene Täter ein 27-Jährigen Mann aus Qyslorda ist. Ein zweiter Täter wurde später festgenommen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Sicherheitsdienst hatte zwischenzeitlich den Banhnhof Almaty-1 und den Flughafen verriegelt. Der Verkehr in der Stadt war sehr stark eingeschränkt. Die Sicherheitsbehörden durften ungehindert Personenkontrollen und Hausdurchsuchungen vornehmen sowie Informationskanäle filtern. Nationale Fernsehsender zeigten nur noch Standbilder.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 223px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1223/xx.png" alt="Kasachstan" /></p>
<p style="text-align: justify">Das Attentat am Montag ist bereits das zweite in der jünsten Vergangenheit. Einen Tag vor Beginn des Fastenmonats Ramadan ereignete sich in Aktobe eine Attacke auf ein Waffengeschäft und eine Militäreinrichtung. Dabei sollen Medienberichten zufolge 20 Extremisten beteiligt gewesen sein.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter</strong><label for="mce-EMAIL"></label></p>
<p><!--End mc_embed_signup--></p>
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		<title>Europa beobachtet den Fall Matajew sehr genau</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/europa-beobachtet-den-fall-matajew-sehr-genau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bald soll der Hausarrest f&#xFC;r Sejtkazy Matajew und seinen Sohn Aset Matajew aufgehoben werden. Ein ehemaliger KazTAG-Mitarbeiter spricht mit Novastan &#xFC;ber den Fall und die Lage der Medien in Kasachstan.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><big><span style="font-size: 22px">Europa beobachtet den Fall Matajew sehr genau</span></big></p>
<p style="text-align: justify"><strong><var>Die Verhaftung von Sejtkazy Matajew im Februar 2016 hat in den europäischen Medien für Aufsehen gesorgt. Der Vorsitzende des nationalen Presseklubs Kasachstans und Chef der Nachrichtenagentur KazTAG wird beschuldigt, zusammen mit seinem Sohn Aset Matajew Steuergelder hinterzogen zu haben. Ein Insider verrät Novastan, was dahinter steckt.</var></strong></p>
<p style="text-align: justify"><var><img decoding="async" style="height: 301px;width: 300px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1219/igor_kindop.jpeg" alt="Igor Kindop" /></var></p>
<p style="text-align: justify"><em>Igor Kindop war Mitarbeiter der kasachischen Nachrichtenagentur KazTag. Er studiert derzeit Quantitative Ökonometrie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Herr Kindop, Sie haben einige Jahre mit Sejtkazy und Aset Matajew zusammengearbeitet kennen Sie den Grund ihrer Verhaftung?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>I. Kindop:</strong> Sejtkazy und Aset Matajew waren schon immer Personen des öffentlichen Lebens. Aus meiner Erfahrung, waren sie immer unabhängige Menschen. Das trifft besonders auf Sejtkazy, seiner Tätigkeit, als auch auf seine Meinungen zu. Ich habe den Eindruck, dass seine Verhaftung ein günstiges Mittel ist, um Druck aufzubauen.</p>
<p style="text-align: justify">Er ist ein unabhängiger Journalist und der Leiter des Nationalen Presseklubs Kasachstans und stand als solcher nicht unter der direkten Kontrolle der politischen Elite in Kasachstan. Vielleicht ist das ein Grund, warum er bedrängt wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Herr Kindop, wie bewerten sie die Situation der Matajews?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist schwierig darüber zu urteilen. Ich bin beeindruckt, welch ein großes Echo die Verhaftung der Familie Matajew ausgelöst hat, besonders im Ausland. Abgeordnete aus dem Europäischen Parlament, Menschenrechtsorganisationen und internationale Journalisten haben sich auf die Seite von Matajew gestellt und beobachten genau, was passiert.</p>
<p style="text-align: justify">Solch eine Resonanz erleben meine Kollegen und ich zum ersten Mal. Sogar die Proteste wegen der Bodenreform oder das <a href="http://www.dw.com/de/zehn-tote-bei-angriffsserie-von-extremisten-in-kasachstan/a-19308219">Attentat in Aktobe</a> bekamen hier in Europa weniger Aufmerksamkeit. Ein Gerichtsprozess gegen Matajew wird für erneute Aufregung sorgen, davon bin ich überzeugt. Denn hier in Europa wird die Pressefreiheit wie ein Schatz verteidigt. Hier im Westen wird die Meinungs- und Pressefreiheit auch auf der Antarktis verteidigt, wenn es nötig ist.</p>
<p style="text-align: justify">Matajew ist nicht nur Person des öffentlichen Lebens, er ist auch ein guter Medienmanager. Sein Presse-Klub wurde von allen Teilnehmern des politischen Prozesses benutzt. Deswegen hatte er und hat auch immer noch einen Ruf als unabhängige Person und als unabhängiger Journalist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sie haben angedeutet, dass es bei der Verhaftung der Matajews nicht nur um Steuerhinterziehung geht. Was lässt Sie vermuten, dass mehr hinter der Sache steckt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Also ich würde den Prozess um Matajew nicht als staatlichen Angriff auf die Medien bezeichnen. Soweit ich weiß, sieht KazTAG die Sache auch nicht so. Es handelt sich hier vielmehr um eine Machtdemonstration bestimmter Leute aus der Elite. Dafür haben sie den administrativen Weg gewählt. Wenn solche Fälle in Europa an die Öffentlichkeit gelangen, reagieren die Politiker sofort und treten zurück.</p>
<p style="text-align: justify">Angenommen, der Regierung ginge es darum, die aktuelle Situation im Land zu konservieren, das heißt es herrsche Stabilität, Ruhe und es gäbe keine Proteste mehr. Dann wäre es sinnlos den Matajews an den Kragen zu gehen. Das kann dem Image Kasachstans sehr schaden und sogar auch wirtschaftliche Folgen haben. Niemand wird sein Geld in Ländern investieren, in denen Probleme mit der Pressefreiheit existieren.</p>
<p style="text-align: justify">Ich finde es bemerkenswert, dass Matajew gegenüber den Mächtigen und auch gegenüber der Opposition immer sehr loyal war. Er äußerte seine Meinung immer frei und besaß die feste Überzeugung, dass der Schutz der Pressefreiheit zu den bürgerlichen Rechten gehört. Das hat den Mächtigen natürlich noch nie gefallen. Sie können Matajew seine „Unprofessionalität“ nicht nachweisen. Dafür können mächtige Personen aus dem Staatsdienst aber Fehler in der Buchhaltung oder den Steuerabrechnungen auffinden. So eine Methode ist üblich in postsowjetischen Ländern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das bedeutet, dass die Medien in Kasachstan gar nicht geschützt sind. Man kann an beliebigen Tagen unschuldige Leute oder Journalisten verurteilen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Was mit Sejtkazy Matajew passiert ist, verdeutlicht sehr gut, dass die Medien in Kasachstan nicht geschützt sind. In Zukunft kann so jedem Medium ein Maulkorb verpasst werden: Agenturen wie KazTag, die Ihre Beiträge kostenpflichtig öffentlich machen, können genau dafür beschuldigt werden, nämlich, dass sie Informationen zurückhalten und nicht kostenlos zur Verfügung stellen – egal ob sie eine Auftragsausschreibung gewonnen haben oder nicht. Das ist doch Unsinn! Ich finde das ist eine lächerliche Forderung. Ich finde sogar, dass großen namenshaften Massenmedien die Regierung in Kasachstan überhaupt nicht stören und sich gar nicht erst in die Politik der Regierung einmischen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das klingt so, als würden einige Journalisten sich nicht trauen, eine politische Diskussion in der Öffentlichkeit zu führen. Warum mischen sie sich nicht ein?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Einer der Gründe dafür ist die mangelnde  Professionalität der Massenmedien. Gute Journalisten sind die Basis von professionellen Medien. Sobald kasachische Journalisten eine gute Ausbildung haben,  verlassen viele den Journalismus für einen Job in einer Pressestelle oder im Marketing.</p>
<p style="text-align: justify">Das ist eine schleichende Entwicklung, in der Journalisten immer weniger Druck auf den Staat ausüben können, weil es nichts und niemanden gibt, wogegen es sich lohnt politischen Druck auszuüben. Es gibt kaum noch überzeugende Journalisten, die bereit sind, nur die Wahrheit zu sagen, weil alle gutes Geld verdienen und ein schönes Leben führen wollen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Herr Kindop, Sie haben als Journalist in Kasachstan gearbeitet, unter anderem bei KazTag. Wie sind Ihre Erfahrungen; haben Sie Fälle staatlicher Einflussnahme auf die Berichterstattung beobachtet? Inwiefern werden die Medien in Kasachstan vom Staat kontrolliert?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wenn wir über massive Medienunterdrückung seitens des Staates sprechen, dann habe ich persönlich so etwas noch nie erlebt. Ich denke aber, dass es einen gegenseitigen Austausch zwischen allen Medien und dem nationalen Informationskomitee gibt. Ich persönlich weiß nicht, ob KazTAG und das Informationskomitee derartige Vereinbarungen haben. Aber ich vermute, dass KazTAG im Rahmen einer Ausschreibung staatlicher Gelder einen Bericht oder eine Nachricht veröffentlichen musste, die direkt aus dem nationalen Informationskomitee kam.</p>
<p style="text-align: justify">Dies kann man auch als eine Form der staatlichen Finanzierung der Massenmedien begreifen, die sich unter anderem wegen des geschwächten Werbemarktes seit der Wirtschaftskrise 2007 etabliert hat. Die Wirtschaftskrise hat den Werbemarkt sehr geschwächt und ist seitdem weniger in der Lage, die Medien zu finanzieren.</p>
<p style="text-align: justify">Diese finanzielle Schwäche der Medien wurde ausgenutzt. Seitdem gibt es das System der staatlichen Auftragsausschreibungen, das die Medien unterstützen soll. Der Staat bietet Geld und bestimmt dafür Informationsmaterial. Somit kontrolliert das Informationskomitee genau, was veröffentlicht wird. Ich bin mir sicher, dass viele Massenmedien dieses Instrument gerne nutzen, weil die Inhalte umsonst zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Haben Sie selbst eine solche Situation erlebt, in der Sie etwas veröffentlichen wollten, aber nicht durften?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nein, ich persönlich hatte keine Probleme mit der Zensur. Aber ich erinnere mich an einen Fall aus dem Jahr 2009. Damals beschloss die damalige Finanzaufsichtsbehörde, die Alliance Bank zu nationalisieren. Sie kaufte alle Aktien für 100 Tenge (damals ca. 0,5 Euro). Dabei hatte die  Bank eigentlich genug eigene Privataktionäre. Ich habe mich mit einem Aktionär in Verbindung gesetzt, der mit dieser Situation zu Recht unzufrieden war. Er verklagte die Alliance Bank, den Samruk-Kazyna Fond und die Finanzaufsichtsbehörde.</p>
<p style="text-align: justify">Ich habe damals bei KazTAG gearbeitet und in meiner Erinnerung gab es kein anderes Medium außer uns, gut vielleicht noch eine Zeitung, die über diese Aktion berichtet hat. Und ich weiß, warum das passiert ist.</p>
<p style="text-align: justify">Nämlich weil die neue Verwaltung der Alliance Bank, alle Zeitungen gebeten hatte, diese Information im Austausch für Werbebudget zurückzuhalten. Es gab bestimmt auch bei KazTag einen solchen Bestechungsversuch, aber wirklich bekannt ist mir keiner. Es hat mir niemand verboten, über die Hintergründe der Nationalisierung der Allianz-Bank zu berichten. Dieses Beispiel beschreibt die Arbeit der KazTAG-Agentur sehr gut: maximal unabhängig und maximal ausgewogen zu sein.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Selbstzensur innerhalb der Redaktionen, geringe Werbeeinnahmen und Abhängigkeit von staatlichen Geldern: Das klingt nicht nach guten Voraussetzungen für den Journalismus in Kasachstan. Fällt es den Lesern nicht auf, dass viele der Inhalte nicht mehr von Journalisten stammen, sondern vom nationalen Informationskomitee kommen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ich denke nicht. Unsere Leser sind einfach nicht daran gewöhnt, hochqualitative Inhalte zu bekommen. Sie haben keinen Zugang zu hochqualitativen und investigativem Journalismus. Es passiert oft, dass unseren Lesern Meinungen von so genannten Experten vermittelt werden. Demzufolge werden die Medien und ihre Leser von solchen selbsternannten Experten manipuliert.</p>
<p style="text-align: justify">Ich glaube es passiert sehr selten, dass neue Fakten oder journalistische Enthüllungen präsentiert werden, weil es einen sehr großen Mangel an Professionalität unter den Journalisten gibt. Dadurch dass die Leser keinen Unterschied zwischen professionellem und mangelhaftem Journalismus kennen, haben sie sich daran gewöhnt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lange gab es auch kaum eine Medienvielfalt in Kasachstan, wie wir sie in Deutschland kennen. Was denken Sie, fehlt den kasachischen Lesern die Fähigkeit, die Medien im Land kritisch wahrzunehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ich stimme dem zu, dass es in der kasachischen Medienlandschaft kaum eine sichtbare Vielfalt gibt. Aber ich glaube nicht, dass das von der Regierung bestimmt wird. Es ist eher die Folge einer mangelnden Professionalität unter den Journalisten. Einige kasachische Journalisten vestehen das, was ich meine, als Beleidung. Aber es ist einfach die Situation, an die wir uns gewöhnt haben.</p>
<p style="text-align: justify">Anderseits gibt es nur wenige Journalisten, die daran etwas ändern können. Alle Journalisten verstehen sehr gut, dass es ein Problem gibt mit dem Journalismus in Kasachstan. Die Medienmanager und Leiter wissen ganz genau, wie schwer es ist, einen guten Journalisten zu finden. Das führt auch zu einem Mangel an Meinungsvielfalt.</p>
<p style="text-align: justify">Wie schreibt man einen Artikel? Man kann Experten anrufen und sie nach ihrer Meinung fragen, recherchieren und Informationen sammeln. Oder man kann die Artikel anderer Kollegen lesen, kopieren, umformulieren und einfach einen anderen Artikel auf der Grundlage des vorhandenen Materials schreiben. Es ist klar, was einfacher ist. Ein hochqualitativer Text, der gut recherchiert ist, wird immer hochgeschätzt – sowohl in Kasachstan als auch in Deutschland.</p>
<p style="text-align: justify">Aber weil gute Artikel nicht besser bezahlt werden, ist es einfacher, die Artikel von Kollegen zu kopieren. Dabei kennen viele Journalisten bei uns die gängigen Qualitätsstandards nicht. Es ist ihnen egal, weil sie so oder so nicht mehr Geld verdienen. Das ist momentan ein großes Problem und der Leser steht leider außerhalb dieses Prozesses.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kann das Internet die Position der Massenmedien in Kasachstan verändern?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Internet eröffnet den Zugang zu einer Menge von Informationen. Das Internet hilft gute und möglicherweise qualitative Informationen zu finden. Ich möchte damit sagen, dass unter der Menge von Informationen auf Russisch – ich kann leider nur für russische Quellen sprechen – die russischsprachigen Medien eine führende Position bezüglich ihrer Qualität und ihrer Zugänglichkeit einnehmen.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Beweis dafür ist die Verbreitung der nationalistischen russischen Ideen unter den kasachischen Lesern. Hier zeigt sich die Wirkung der russischen Propaganda. Ob diese Menschen kasachische Online-Medien lesen werden, das bezweifle ich sehr. Es gibt in der Tat nur ganz wenige gute und qualitative Online-Medien in kasachischer Sprache. Ich kann sie an einer Hand abzählen.</p>
<p style="text-align: justify">Anderseits darf man nicht vergessen, dass die Bevölkerung Kasachstans nur 17 Mio. Menschen beträgt. Davon haben viele Menschen immer noch keinen Zugang zum Internet. Ich würde mir aber wünschen, dass es in Kasachstan mehr gute qualitative Online-Medien sowohl auf Russisch als auch auf Kasachisch gibt.</p>
<p style="text-align: right"><strong><var>Interview: Zarina Zinnatova</var></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong><var>Übersetzung und Redaktion: Dominik Vorhölter</var></strong></p>
<p style="text-align: right">(Die russische Version des Interviews ist bei <a href="http://www.kaztag.kz/interview/detail.php?ID=475034">Kaztag</a> und <a href="https://zonakz.net/view-igor-kindop-sudebnyjj-process-nad-mataevym-vnov-vyzovet-azhiotazh-na-zapade.html">Zona</a> erhältlich)</p>
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		<title>Kasachstaner zweifeln an der Größe von Astana</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Tage vor dem 18. Geburtstag der kasachischen Hauptstadt feierte das Akimat die Geburt des millionsten Einwohners. Im Mai 2016 z&#xE4;hlte die Stadt Astana nur 880.000 Einwohner. Wie kann das sein?</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Zwei Tage vor dem 18. Geburtstag der kasachischen Hauptstadt feierte das Akimat (Stadtverwaltung von Astana &#8211; Anm. d. Red.) die Geburt des millionsten Einwohners. Doch im Mai 2016 zählte die Stadt Astana nur 880.000 Einwohner. Wie kann das sein? Das fragen sich auch viele Kasachstaner und diskutieren unter anderem bei Facebook.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Akimat feierte kurz vor dem Geburtstag der Hauptstadt Astana auch die Geburt des millionsten Einwohners – einem Mädchen. Es ist die Tochter des jungen Paares Arailym und Olzhaz Muchamedyar und kam in der Nacht des 4. Juli 2016 zur Welt. Die jungen Eltern bekamen deshalb Besuch vom Akim (Bürgermeister &#8211; Anm. d. Red.) Aset Isekeshev, der ihnen medienwirksam gratulierte. Nach den ersten Medienberichten kommentierten skeptische Kasachstaner bei Facebook diese freudige Nachricht.</p>
<p style="text-align: justify">Die Facebook-Nutzerin Julia Issakova wundert sich über diese Nachricht. Sie hat ein Bild einer offiziellen Statistik vom Mai 2016 gepostet, die noch 880.200 Einwohner der kasachischen Hauptstadt zählt. Dazu fragt sie sich, warum das Akimat nicht bis zum 6. Juli mit der Nachricht gewartet habe und fragt spöttisch, ob es keinen Erlass dazu gegeben habe.</p>
<p style="text-align: justify">Denn am 6. Juli war der 76. Geburtstag des Präsidenten Nursultan Narsabajew und auch der 18. Geburtstag der kasachischen Hauptstadt Astana.</p>
<p style="text-align: justify">Julia Issakova ist die einzige, welche die statistischen Daten der Stadt Astana recherchiert hat und postet. „Wer wollte eigentlich wen für dumm verkaufen? Fragt Facebook-Nutzer Serik Mambetov.</p>
<p style="text-align: justify">Auch Politiker wie zum Beispiel Amirzhan Kosanov zweifeln an dem plötzlichen Anstieg der Einwohner in der kasachischen Hauptstadt. Er weiß auch, woran es liegt, dass die Kasachstaner statistischen Daten nicht vertrauen:</p>
<p style="text-align: justify">„Hier in Kasachstan vertrauen die Menschen weder in wirtschaftliche und soziale-, noch in Wahlstatistiken. Daher wird die eigentlich positive Nachricht über den millionsten Bürger Astanas mit großer Skepsis aufgenommen. Hinzu kommt, dass ein solcher demographischer Boom innerhalb von zwei Monaten schlicht nicht plausibel ist“, sagte er gegenüber dem Radio Free Europe.</p>
<p style="text-align: justify">Auf der Seite des statistischen Komitees des Wirtschaftsministeriums sind nach wie vor die Daten vom 1. Mai 2016 veröffentlicht. Demnach beträgt die Bevölkerungsanzahl in der kasachischen Hauptstadt 880.000 Menschen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Akimat gab zu, die Statistik nach oben korrigiert zu haben, indem es auch Bewohner mitzählte, die sich in Astana nur zum Arbeiten aufhalten.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter</strong></p>
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		<title>Nasarbajews Enkelsohn im Panama-Sumpf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Nursultan Nazarbaev]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan wird das Thema &#x201E;Panama Papers&#x201C;  heruntergespielt. Dabei ist die Familie des Pr&#xE4;sidenten in Offshore-Gesch&#xE4;fte verwickelt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Der Name Nurali Alijew taucht in den Panama Papers auf. Das geht aus einem Bericht des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) hervor.</p>
<p style="text-align: justify">Demnach gehören dem Enkelsohn des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew zwei Briefkastenfirmen, die auf den Britischen Jungferninseln registriert sind. Dort wird die Alba-International Holding unter dem Namen Nurali Alijew geführt. Das ist eine Offshore-Firma, deren Geschäftsfeld sich auf die Verwaltung eines millionenschweren Bank-Kontos auf Zypern beschränkt. „Die Alba-International-Files enthält Informationen über seine wirtschaftlich berechtigten Personen und über den tatsächlichen Besitzer des Unternehmens. <a href="https://www.occrp.org/en/panamapapers/kazakh-presidents-grandson-offshores/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vom Namen, Geburtsdatum und Foto weisen diese Unterlagen eindeutig darauf hin, dass es sich um Nasarbajews Enkelsohn handelt</a>, schreibt der OCCRP auf seiner Seite.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/articles/zentralasien-offshore">Zentralasien Offshore</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die zwielichtigen Geschäfte der Nasarbajew-Familie</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Enthüllungen um Nasarbajews Enkelsohn sind in den kasachischen Mainstream-Medien nicht der Rede wert. Lediglich unabhängige und oppositionelle Medienportale wie „Respublika Kasachstan“ oder ausländische Medien wie Radio Free Europe berichten über den versteckten Reichtum von Nurali Alijew. Er ist der Sohn der Vize-Premier-Ministerin Dariga Nasarbajewa und dem Ex-Botschafter Rachat Alijew, der sich wegen des Verdachts auf Verwicklungen in einen Doppelmord in Österreich in Untersuchungshaft befand und dort 2015 tot aufgefunden wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Nurali Aliejew ist im jungen Alter von 24 Jahren Vize-Direktor der „Nurbank“, einer der größten kasachischen Staatsbanken, geworden. Die Nurbank verwaltet einen Fond zur Diversifizierung der kasachischen Wirtschaft, die nach wie vor sehr stark vom Öl- und Gasgeschäft abhängig ist. Alijew wurde 2012 mit 27 Jahren vom Magazin Forbes zum „jüngsten Multimillionär Kasachstans“ gekürt. 2014 ist der Enkel des Präsidenten zum Vize-Akim (Bürgermeister) der Hauptstadt Astana aufgestiegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Panama Papers sind kein Aufreger in Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: justify">In Kasachstan sind die Enthüllungen der Panama-Papers keine Sensation. Weder von Seiten der Zivilgesellschaft, noch von Seiten der Regierung kam eine Reaktion. Nachrichten über korrupte Mitglieder der kasachischen Eliten lassen Medien und Gesellschaft selbst angesichts der strauchelnden kasachischen Wirtschaft kalt. Dies erklären sich Experten wie der Politologe Dosym Satpajew damit, dass Korruption in Kasachstan als alltägliches Phänomen angesehen wird. Für ihn ist es nicht ungewöhnlich, dass die kasachischen Politiker Korruptionsskandale, wie sie die Panama Papers aufdecken, lieber nicht kommentieren: „<a href="http://rus.azattyq.org/a/panamageit-reaktsiya-v-kazakhstane/27658192.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf offizieller Ebene wird der Eindruck erweckt, dass alle gegen Korruption vorgehen müssen und Schwarzgeld wieder ins Heimatland gebracht werden müsse. Doch das ist meiner Meinung nach nur eine Politik des doppelten Standards</a>“, sagt Dosym Satpajew. „<a href="http://rus.azattyq.org/a/panamageit-reaktsiya-v-kazakhstane/27658192.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die kasachische Gesellschaft steht der Korruption und der Schattenwirtschaft sehr tolerant gegenüber</a>“.</p>
<p style="text-align: justify">Anfang April hatte das Internationale  Konsortium für investigativen Journalismus (ICIJ) die ersten Auswertungen der Panama Papers gleichzeitig veröffentlicht. 109 Fernsehstationen, Zeitungen und Online-Medien berichteten in 79 Ländern gleichzeitig über die „größte Enthüllung in der Geschichte des Journalismus“. Der  2,6 Terrabyte große Datensatz aus E-Mails- Text- und Bilddateien entlarvt die von Kunden des Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca. Die Daten belegen ein Netz von geheimen Briefkastenfirmen, die unter anderem genutzt werden, um Steuern zu hinterziehen oder Schwarzgeld zu verstecken. Brisante Details aus den Panama Papers aus Kasachstan hat das Organized Crime and Corruption Reporting Project veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss unabhängiger Journalisten und Experten aus Zentralasien, Osteuropa und dem Kaukasus.
</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter</strong><br />
<strong>Länderredakteur Kasachstan</strong></p>
<p><span style="background-color: transparent;color: #000000;font-size: 14.666666666666666px"><!--End mc_embed_signup--></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Voraussehbares Wahlergebnis in Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/voraussehbares-wahlergebnis-in-kasachstan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Nursultan Nazarbaev]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntag w&#xE4;hlten die Kasachen ein neues altes Parlament. Die Pr&#xE4;sidentenpartei bleibt st&#xE4;rkste Kraft. Die Wahlen verliefen nicht &#xFC;berall korrekt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Die Partei des Präsidenten Nursultan Nasarbajew hat die Parlamentswahl gewonnen. Damit entfällt der größte Anteil der Sitze im Unterhaus (Maschilis) des kasachischen Parlaments auf die Anhänger der Regierungspartei. Sie gewann mit 82,2 Prozent. Die restlichen Stimmen teilen sich die beiden Oppositionsparteien Ak Schol (7,18 Prozent) und die Kommunistische Partei (7,14 Prozent). Damit bleibt die Partei des Präsidenten „Strahlendes Vaterland“ an der Macht.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Am 20. März fanden in der Republik Kasachstan vorgezogene Parlamentswahlen statt. Nach Angaben des Vorsitzenden der Wahlkommission, Kuandyk Turankulow, nahmen daran 77 Prozent der Wahlberechtigten teil. Die Wahlkommission habe allesmögliche getan, um einen gleichen Wettbewerb unter den Parteien zu garantieren, sagte Turankulow gegenüber den Staatsmedien.</p>
<p style="text-align: justify">Zur Wahl angetreten waren sechs Parteien. Neben der einzigen Oppositionspartei, der sozialdemokratischen Partei OSDP, traten die Pro-Nasarbajew-Parteien Ak Schol, die Kommunistischen Partei, die Partei Aul und die Partei Birlik gegeneinander an.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wahlbeobachter bemerkten &#8222;gravierende Fehler&#8220;</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Tatsache, dass sechs Parteien um Stimmen kämpften, bewerteten Wahlbeobachter vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) als „positive Entwicklung“. Dennoch kritisiert der EEAS-Bericht die Durchführung der Wahl und stellt <a href="http://eeas.europa.eu/statements-eeas/2016/160321_06_en.htm">gravierende Fehler und Unregelmäßigkeiten während der Wahl, Registrierung, Auszählung und Auswertung der Stimmen</a> fest.</p>
<p style="text-align: justify">Solche Fehler hat der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei OSDP, Kurat Kunbulatow beobachtet. In einem Fernsehbericht gibt er zu Protokoll, dass im Wahllokal Nummer 20 in Almaty den Wählern erlaubt wurde, in Vertretung ihrer Geschwister, Eltern, Tanten oder Onkel zu wählen. „Ich habe einen Mann gesehen, der gleich mehrere Wahlzettel auf einmal in die Urne geworfen hat“, sagt Kunbulatow.</p>
<p style="text-align: justify">Ausgehend vom Wahlergebnis, kann von Unregelmäßigkeiten und Fehlern nicht die Rede sein. Den Politologen Danijar Ashimbajew überrascht das Wahlergebnis nicht: „Alle drei Parteien waren bereits im Unterhaus vertreten und sie haben starke parteiinterne Strukturen und regionale Netzwerke. Von daher war das Wahlergebnis voraussehbar.“ Neben der Parlamentswahl wurden auch gleichzeitig die Kommunalwahlen durchgeführt.</p>
<p style="text-align: justify">Präsident Nursultan Nasarbajew hat für die kommende Legislaturperiode neue Reformen angekündigt. Regulär sollen die Maschilis-Wahlen alle fünf Jahre stattfinden. Der nächste Termin wäre im Jahr 2017 gewesen. Auch im Jahr 2012 fanden die Parlamentswahlen als vorgezogene Wahlen statt. Damals gewann auch die Präsidentenpartei „Strahlendes Vaterland“ 80,99 Prozent der Wählerstimmen und damit 83 Sitze. Nach dem diesjährigen Wahlausgang hat Nur Otan einen Sitz dazugewonnen. Die Partei Ak Zhol verliert im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode einen Sitz. Die Kommunistische Partei behält ihre sieben Sitze.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
Länderredakteur für Kasachstan</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Traurige Bilder aus Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/traurige-bilder-aus-kasachstan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit seinem ersten Film &#x201C;Harmony Lessons&#x201D; wurde Emir Baigazin international gefeiert. Zuhause in Kasachstan polarisierte er damit. Auf der Berlinale feierte sein zweiter Film &#x201C;Wounded Engel&#x201D; Weltpremiere.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Mit seinem ersten Film “Harmony Lessons” wurde Emir Baigazin international gefeiert. Zuhause in Kasachstan polarisierte er damit. Auf der Berlinale feierte sein zweiter Film “Wounded Engel” Weltpremiere.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Emir Baigazin ist mit dem neuen Film “Wounded Angel” seinem hauptsächlichen Motiv treu geblieben: Auch sein zweiter Film blickt in die Seele pubertierender Jungs, denen eine vorbildliche Vaterfigur fehlt, ohne dabei die Zuschauer mit Filmmusik emotional zu verirren: Es handelt sich um einen Episodenfilm, der  vier kasachische Jungs portraitiert, die in einem kleinen Aul in der öden Steppe Kasachstans leben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Im kasachischen Aul der 1990er Jahre</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch sein zweites Werk ist weit entfernt davon, patriotisch, glänzende Bilder aus Kasachstan und über seine Menschen zu zeigen. Produziert wurde es mit Unterstützung der kasachischen Produktionsfirma Kazakhfilm, der deutschen Produktionsfirma Augenschein und ARTE. Anstatt glänzender, moderner Fassaden der Hauptstadt Astana oder der südlichen Metropole Almaty, zeigt Baigazin das kasachische Landleben der 1990er Jahre. Schon sein erster Film, <a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/2862/29/">„Harmony-Lessons“ </a>offenbarte die Machtstrukturen und die Gewalt unter Schülern.</p>
<p style="text-align: justify">Im vergangenen Jahr wurde der mit dem silbernen Bären ausgezeichnete Film vom Kulturminister der Republik Kasachstan, Arystanbek Muchmeduly, <a href="http://tengrinews.kz/cinema/ministr-kulturyi-sporta-kazahstana-obyyasnil-svoy-spisok-278122/">zu einer Schande für Kasachstan erklärt, weil er die negative Seite Kasachstans betone</a>. Nach Meinung des Kulturministers sollten kasachische Filme nicht das Negative der Gesellschaft offenbaren, sondern das Positive hervorheben. Emir Baigazins, preisgekrönter Debüt-Film „Harmony Lessons“ wurde daraufhin nicht mehr in den kasachischen Kinos gezeigt.</p>
<p style="text-align: justify">Sein neuer Film „Wounded Angel“ zeichnet wieder ein trauriges Bild von Kasachstan.Wie in anderen postsowjetischen Ländern auch, waren viele Menschen in Kasachstan konfrontiert mit Arbeitslosigkeit, Armut und fehlender Perspektive. Die sowjetische Infrastruktur war zusammengebrochen. Dieses Problem greift der Film auf. Zu Beginn liest der Zuschauer, dass die Handlung in den 1990er Jahren spielt und dass der kasachische Staat abends die Stromversorgung abstellt, um Geld zu sparen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Verwundete Engel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste Episode trägt den Titel „Schicksal“ und erzählt von Zharas, dessen Vater im Gefängnis gesessen hatte. Zharas soll nicht kriminell werden. Sein Vater träumt davon, dass er Polizist oder Sicherheitsmann wird. Seine Mutter verkauft Piroggen im Zug. Sie verdient das Geld der Familie. Doch Zharas hat keinen Respekt vor seinem Vater. Er verschwindet in die Weiten der Steppe, um zu rauchen oder zu klauen. Zuhause sitzt er in den spartanisch ein gerichtetem Zimmer, in dem ein alter Fernseher nur Deko ist und spielt mit seinem Zauberwürfel. Wenn er Schulaufgaben machen muss, braucht er eine Kerze, weil es dunkel ist.</p>
<p style="text-align: justify">Dieses Bild des Jungen, der bei Kerzenschein hinter seinem Schreibtisch sitzt, wiederholt Baigazin auch in seiner letzten Episode „Sünde“. Hier geht es um Aslan. Er soll Medizin studieren. Er ist dem Druck aber nicht gewachsen und muss Nachhilfeunterricht in Biologie nehmen. Seine Freundin Rosa ist schwanger. An ihr führt er seine einzige und letzte Operation durch und tötet seine Zukunft als Vater. Damit kann er nicht umgehen und erkrankt an einer Psychose.</p>
<hr class="videoplaceholder" />
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Balapan wächst ohne Vater auf. Er ist Sänger. Die Episode „Fall“ handelt davon, wie er plötzlich seine Stimme verliert. Im Trachten-Kostüm steht Balapan vor dem Spiegel und versucht zu singen. Doch es klappt nicht. Seine Stimme ist ruiniert. Verärgert tötet er den Hahn vor dem Haus. Der soll auch nicht mehr krähen dürfen. Er schließt sich der Straßengang an, verprügelt Altersgenossen, erpresst sie um ihr Geld.</p>
<p style="text-align: justify">Die Episode „Gier“ zeigt den Einzelgänger und Eisensammler Zhaba. Er hat ebenfalls keinen Vater und wäscht sich selten. Er sammelt in einer verlassenen Industrieanalage Kupfer, das er zu Geld macht. An seinem Geburtstag trifft er Straßenkinder, die im Heim groß geworden sind, Klebstoff schnüffeln und im Keller der verlassenen Fabrikanalage leben. Einer von ihnen hat eine Behinderung. Er lädt sie zu sich nach Hause ein. Dort wartet seine Mutter mit einem Geburtstagskuchen. Doch als er ihre Silbervorräte sieht, nimmt er sie an sich, legt Feuer, sperrt die Straßenkinder ein, die seine Freunde sein können und verschwindet mit seiner Beute.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Bagazins Blick aufs Vaterland</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Film “Wounded Angel” hat Emir Baigazin seine gesellschaftskritischen Botschaften geschickt in die Potraits der Jungen verpackt, die alle auf ihre Weise Probleme mit ihren Vätern haben. Der Vater ist das Symbol für Autorität. Diese Autorität scheint mit dem untergegangenen sowjetischen System verloren gegangen zu sein.</p>
<p style="text-align: justify">Die sandige, trockene Steppe, einfache Lehmhäuser und heruntergekommene Industrieanlagen stellen nicht nur Baigazins patriotische Kulisse dar, sondern funktionieren auch als symbolische Einblicke in die Seelen der porträtierten Jungen. Kasachstans Nachwuchs scheint vergiftet zu sein von Gier, Gewalt und Egoismus. Baigazin gelingt somit eine komplexe filmische Interpretation des traurigen Gemäldes vom Verwundeten Engel des finnischen Malers Hugo Simberg.</p>
<p style="text-align: right">
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
Landesdirektor der Redaktion für Kasachstan</strong></p>
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		<title>Der 	Weltraumbahnhof Baikonur – eine Fata Morgana in der Steppe?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Oct 2015 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute ist der Weltraumbahnhof in Kasachstan der gr&#xF6;&#xDF;te Raketenstartplatz der Welt. Doch zu Sowjetzeiten ist nie eine Rakete von Baikonur aus ins All gestartet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Der Weltraum, eine Galaxie mit Milliarden Sternen, Asteroiden und Planeten. Der Weg zu diesen Himmelskörpern </em><em>beg</em><em>innt nicht im Himmel, sondern auf der Erde – nämlich in der kasachischen Steppe. In ihren Weiten versteckt sich der größte Weltraumbahnhof der Welt – Baikonur. Der Weltraumflug von Juri Gagarin machte den Ort als Raketenstartpunkt der Sowjetunion bekannt. Doch in der heißen Phase des Kalten Krieges wurde keine Rakete von Baikonur aus ins All geschickt.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der 2. Juni 1955 gilt als Geburtstag des heutigen Weltraumbahnhofs in Kasachstan. Von dort aus wurde 12 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Satelliten „Sputnik 1“ ins All geschossen. Dass der weltweit erste unbemannte Flugkörper aus der Sowjetunion kam, erhöhte das Bedrohungspotential des kalten Krieges.</p>
<p style="text-align: justify">Vom sowjetischen Weltraumbahnhof aus, der sich einige hundert Kilometer nördlich des Aralsees befindet, begann auch der erste Mensch seinen Weltraumflug – Juri Gagarin. Er gelangte mit dem Raumschiff „Wostok 1“ im April 1961 in die Erdumlaufbahn.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„<em>Baikonur“ war eine Attrappe</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Hochphase des kalten Krieges war gezeichnet vom Wettlauf ins All. Der Standort des sowjetischen Weltraumbahnhofs sollte geheim bleiben, um den USA keinen Wissensvorteil zu verschaffen. Der überwältigende Erfolg, den ersten Menschen ins All geschossen zu haben, lenkte nun die weltweite Aufmerksamkeit auf die Einrichtungen der sowjetischen Raumfahrt, die offiziell an keinem Ort existierten.</p>
<p style="text-align: justify">Heute kursieren Legenden über ein Holz-Kosmodrom, das die Sowjets als Attrappe im Dorf „Baikonur“ im Gebiet Karaganda gebaut haben sollen.</p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich wollte das Komitee für Sicherheit der Sowjetunion den wahren Ort des Weltraumbahnhofs vor dem Westen geheim halten, gleichzeitig aber seine Erfolge in der Presse feiern. Die offizielle Startrampe und das Testgelände sollten sich also 800 Kilometer nördlich von der eigentlichen Anlage befinden. Diese befand sich beim Dorf Tjuratam. Mit der Zeit wuchs es zur geheimen Stadt, die zu Sowjetzeiten den offiziellen Namen Leninsk trug.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/articles/die-geheimen-stdte-der-sowjetunion-in-kirgistan">Die geheimen Städte der Sowjetunion in Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotzdem haben die Amerikaner den echten Weltraumbahnhof in Leninsk entdeckt, indem sie nach Weltraumschrott gesucht haben, <a href="http://www.vestnik.com/issues/97/0930/win/snitkov.htm">schreibt</a> der Historiker Wiktor Snikowski. Das hölzerne Kosmodrom sei trotzdem noch bis in die 1970er Jahre bewacht worden, behauptet er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Baikonur ist heute größter Raketenstartplatz</strong></p>
<p style="text-align: justify">Erst heute, nach 60 Jahren, bezeichnet die Ortsangabe Baikonur den echten Weltraumbahnhof. Dort existiert auch noch die Bahnstation Turjatam.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/articles/besuch-im-sperrgebiet-kasachstans-hoffnungen-auf-weltraumtouristen-in-der-ehemaligen-geheimanlage-baikonur">Kasachstans Hoffnungen auf Welraumtouristen in Baikonur</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Baikonur ist das offizielle Versuchskosmodrom von Russland. Die Russische Föderation zahlt seit 1994 der Republik Kasachstan Miete für die Nutzung der Stadt und des Weltraumbahnhofs. Damals wurde eine Summe von 114 Millionen Dollar festgelegt. Zuletzt hat Kasachstan 2004 die Pacht für Russland bis zum Jahr 2050 <a href="http://bnews.kz/ru/news/post/302719/">verlängert</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Baikonur ist der größte Raketenstartplatz der Welt mit einem Testgelände, das mit einer Fläche von 6711 Quadratkilometern 2,6 Mal größer ist als Moskau.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Raketenstarts sind nicht ohne Risiko</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nur in Baikonur kann die russische Trägerrakete „Proton“ gestartet werden. Ein Raketenstart ist nicht immer ohne Risiko. Dies zeigte der Absturz einer Rakete im Mai 2015. Nach dpa-Berichten sollte sie einen unbemannten Transporter mit Nachschub für die Internationale Raumstation in die Umlaufbahn schicken.</p>
<p style="text-align: justify">Dies war kein Einzelfall. 2007 stürzte eine Proton-Rakete 40 Kilometer von der Stadt Scheskasgan entfernt ab. Einem Bericht <a href="http://www.kommersant.ru/doc/802494">aus dem Kommersant</a> zufolge hielt sich sogar Präsident Nursultan Nasarbajew zu diesem Zeitpunkt in Scheskasgan auf. Dieser Skandal machte die Bevölkerung darauf aufmerksam, dass der Weltraumbahnhof nicht nur einen Einfluss auf die Umwelt hat, sondern auch die Bevölkerung betraf.</p>
<p style="text-align: justify">Laut eines <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article13574220/Russische-Traegerraketen-duerfen-wieder-starten.html">Berichtes in der Welt</a> gibt es bereits Sammelklagen von Einwohnern aus der Altai-Region, weil dort mehrfach hochgiftige Teile von Raketen oder Raumschiffen abstürzten.</p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Von Elvina Bulatova</em></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Redaktion und Übersetzung: Dominik Vorhölter</em></strong></p>
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		<title>Zollgrenzen zwischen Kirgistan und Kasachstan sind offen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominikv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2015 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Eurasische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem offiziellen Beitritt Kirgistans zur Eurasischen Union wurden nun die ersten Zollgrenzen zum dem benachbarten Mitgliedsstaat Kasachstan ge&#xF6;ffnet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Präsident Nursultan Nasarbajew reiste an den Issyk-Kul-See nach Kirgistan, um an der Zeremonie zur Aufhebung der Zollgrenzen zwischen Kasachstan und Kirgistan teilzunehmen. Der Eintritt Kirgistans in die Eurasische Wirtschaftsunion bietet Entwicklungsperspektiven für die kirgisische und kasachische Wirtschaft. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Kirgistan ist nun vollwertiges Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) geworden. Am 5. August ratifizierte Kasachstan die Aufnahme des südlich gelegenen Nachbarlandes. Damit ist Kirgisistan das fünfte Mitglied der Zollunion.</p>
<p style="text-align: justify">Eine Woche später, am 12. August, fiel auch offiziell die Zollgrenze zwischen Kasachstan und Kirgistan. Dazu reiste Präsident Nursultan Nasarbajew nach Kirgistan. Dort traf er sich am Issyk-Kul-See mit Präsident Almasbek Atambajew. Im Kulturzentrum Ruch-Orda am Issyk-Kul nahmen die Staatsmänner an der offiziellen Feier zur Aufhebung der Zollgrenze zwischen Kasachstan und Kirgistan teil. Beide Präsidenten verfolgten die Aufhebung der Zollgrenze vom Grenzpunkt Ak-Schol/Kordai per Online-Übertragung. Am Grenzpunkt selbst trafen sich der Premierminister Kirgistans, Temir Sarijew mit dem Vize-Premierminister Kasachstans, Bakytschan Sagintajew.</p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Beitritt in die EAWU ergeben sich für Kirgistan und Kasachstan neue Perspektiven. Die Aufhebung der Zollgrenzen bedeutet freier Austausch von Arbeitskräften, Kapital und Dienstleistungen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/articles/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan">Die Eurasische Wirtschaftsunion &#8211; Traum oder Albtraum für Kasachstan </a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachische Wirtschaftsexperten sehen den Beitritt Kirgistans in die EAWU positiv. Selbst wenn aus Kirgistan eine Menge Waren kämen, die billiger seien als kasachische Waren, würde das die kasachische Wirtschaft nicht bedrohen. „Nur die kasachischen Einzelhändler haben vielleicht einen Nachteil, weil hier ein neuer Markt für billige Waren entsteht. Aber alle großen Produzenten haben nur Vorteile: Sie können sich neue Märkte erschließen“, erläutert Wirtschaftsexpertin Saltanat Abajewa.</p>
<p style="text-align: justify">Dennoch bleiben nach Angaben des Nachrichtenportals „Tengrinews“ für einige Märkte bestimmte Zollbarrieren erhalten. Zum Beispiel für Autos, die vor dem 1. Januar 2014 nach Kirgistan eingeführt wurden. Denn im Vergleich sind Autos aus Kirgistan billiger und mit der Aufhebung der Zollgrenze auch einfacher zu kaufen. Um den kasachischen Automarkt zu schützen, werden beim Kauf eines Fahrzeuges, das vor dem 1. Januar 2014 nach Kirgistan eingeführt wurde, weiterhin Gebühren erhoben.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Dieser Artikel erschien zuerst bei der <a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/3355/1/">Deutschen Allgemeinen Zeitung</a> (Almaty). Wir übernehmen ihn mit der freundlichen Erlaubnis der Redaktion.  </strong></em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Dominik Vorhölter<br />
ifa-Redakteur, DAZ<br />
Almaty</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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