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	<title>cabarasia, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 27 Jun 2025 15:33:20 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie können die Bestände der Saiga in Usbekistan vor dem Aussterben bewahrt werden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 15:33:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Artensterben ist ein gro&#xDF;es Problem in Zentralasien. Die Gr&#xFC;nde reichen von den Auswirkungen des Klimawandels bis hin zu Einschnitten ihrer Siedlungsgebiete durch den Menschen. In Usbekistan droht so etwa die Saiga-Antilope auszusterben. Doch Tiersch&#xFC;tzer bem&#xFC;hen sich, die Art zu retten. Die Saiga ist ein paarhufiges S&#xE4;ugetier aus der Unterfamilie der Gazellenartigen, deren Zahl in den [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Artensterben ist ein großes Problem in Zentralasien. Die Gründe reichen von den Auswirkungen des Klimawandels bis hin zu Einschnitten ihrer Siedlungsgebiete durch den Menschen. In Usbekistan droht so etwa die Saiga-Antilope auszusterben. Doch Tierschützer bemühen sich, die Art zu retten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga</a> ist ein paarhufiges Säugetier aus der Unterfamilie der Gazellenartigen, deren Zahl in den vergangenen Jahren stetig abnimmt. In Usbekistan drohen sie wegen des Klimawandels und anthropogener Einflüsse auf ihre Siedlungs- und Migrationsgebiete auszusterben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauer gesagt: Die schrumpfenden Herden haben mit Bedrohungen wie dem Verlust ihres Lebensraumes, Mangel an Nahrung aufgrund menschlicher Einwirkung, Verschmutzung und Austrocknung ihrer Wasserquellen und Hindernisse auf ihren Migrationsrouten zu kämpfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zahl der Saiga in Usbekistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ganzen Welt gibt es noch fünf Saiga-Populationen. In Usbekistan konzentriert sich der kleinste Saiga-Bestand, der hauptsächlich in Grenznähe zu Kasachstan lebt. In Kasachstan lebt auch der größte Saiga-Bestand. Daneben sind die Saiga auch in Russland, der Mongolei, in ehemals chinesischen Gebieten und in Turkmenistan beheimatet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-gibt-geschuetzte-saiga-antilopen-zum-abschuss-frei/">Kasachstan gibt geschützte Saiga-Antilopen zum Abschuss frei</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan stehen die Saiga auf der Roten Liste gefährdeter Arten und stehen kurz vor dem Aussterben, doch ihrem Schutz wird hier besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Elena Bykova ist Leiterin der Internationen Allianz zur Erhaltung der Saiga in Usbekistan. Laut ihr gibt es derzeit ungefähr 600 Exemplare der Tierart in Usbekistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Experten schätzen die Zahl der nord-ustjurter (der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">karakalpakistane</a> Teil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau">Ustjurt- Plateaus</a>) Gruppe auf 200 bis 400 Individuen“, sagt Bykova. „100 sind dort heimisch; 100 bis 300 gehören zu einer migrierenden Gruppe, deren Zahl sich im Laufe des Jahres verändert. Es gibt außerdem noch eine Gruppe in Aralkum (der durch die Austrocknung des Aralsees entstandenen Wüste, <strong>Amn. des Übersetzers</strong>), die wir auf etwa 200 Exemplare schätzen.“</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die genaue Zahl zu bestimmen ist laut Bykova allerdings schwer. Schon zu Sowjetzeiten maß man ihre Anzahl mithilfe von Beobachtungsflügen in kleinen Antonov-Maschinen. Heute sind die Flugzeuge moderner und die Forscher:innen wenden eine speziell herausgearbeitete Methodik an: Eine bestimmte Route wird jährlich abgeflogen, wobei die großen Saiga-Herden aus der Luft erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bykova erklärt: „Die Erhebungen werden jedes Jahr Ende April, Anfang Mai durchgeführt und erfassen alle Saiga-Populationen. In Usbekistan, wo die Population klein ist, nutzen wir die Daten aus diesen Erhebungen aus der Luft, um die allgemeinen Trends zu verstehen. So können wir feststellen, wie sich die Zahl der Saiga-Bestände verändert hat, wie viele zum Beispiel nach Kasachstan migriert sind.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzzäune gefährden die Wanderrouten der Tiere</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum gehen die Saiga-Bestände zurück? Dafür gibt es mehrere Erklärungen. So behindern die in den 90er Jahren in Zentralasien gezogenen harten Grenzen die Wanderbewegungen der Tiere. Immer häufiger sind diese mit Grenzzäunen gesichert, die wandernde Tierarten nicht überwinden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saiga sind dabei eine der am stärksten betroffenen Arten, da sie zu den Arten gehören, die traditionellerweise besonders weite Strecken zurücklegen. „Früher, als die Saiga-Population eine optimale Größe hatte &#8211; das war etwa in den 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts -, migrierten sie aus Kasachstan über Karakalpakistan, durchquerten Usbekistan bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarykamyschsee">Sarakamysh See</a> und kehrten dann auf dem Territorium Turkmenistans ein, wo sie überwinterten“, erklärt Bykova. „Heute beobachten wir diese großen Wanderungen nicht mehr.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/">Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutendste Hindernis für die Tiere ist die Eisenbahnstrecke Shalkar – Beyneu zusammen mit Drahtzäunen an der Grenze zwischen Usbekistan und Kasachstan. Spezialisten aus Kasachstan haben dort Videofallen aufgestellt, die die Saiga beim Überqueren der Grenze filmen. Allerdings sei ihre Zahl sehr gering, sagt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Horn der Saiga ist ein Grund ihrer Ausrottung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Bedrohung für die Saiga-Bestände ist die Wilderei. Die großflächige Abnahme aller Population auf dem gesamten Verbreitungsgebiet, hängt vor allem mit der Ausrottung der Männchen zusammen. Die Saiga-Männchen wurden aufgrund ihrer Hörner gejagt, da diese unter anderem in der traditionellen chinesischen Medizin benutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ganze Hörner, Hornspäne oder fertige Präparate werden sie nach ganz Asien exportiert. In Singapur zum Beispiel ist das Getränk „Cooling Water“ beliebt, dem eine immunstärkende Wirkung nachgesagt wird. Dieses Produkt sei sehr gefragt, sagt Elena Bykova, und der Preis des Horns steige auf dem Weg durch die illegale Warenkette von 100 bis 200 Dollar auf 2.000 bis 5.000 Dollar pro Kilogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso kommt es vor, dass die Saiga-Hörner oder Produkte daraus nach Usbekistan importiert werden. Es gab Fälle, in denen Hörner aus Kasachstan nach Usbekistan gebracht wurden, um in Taschkent verkauft zu werden. Möglicherweise wurden sie dort zur Herstellung von Ziermessern verwendet. Zwar erfolgt der Import laut Bykova in einem weitaus kleineren Maßstab, erfordert aber durch das drohende Aussterben der Saiga besondere Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Saiga-Jagd ist aufgrund strenger Gesetze und Sicherheitsvorkehrungen selten geworden. In Usbekistan ist die Zahl solcher Fälle aufgrund des verbesserten Schutzes und der kleinen Populationen minimal. Auf dem Schwarzmarkt werden jedoch immer noch Souvenirs aus Saiga-Horn angeboten. Auf den Basaren in Taschkent, Buchara und Samarkand werden beispielsweise Messer mit Griffen aus den Hörnern von Wildtieren, einschließlich Saigas, angeboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/begehrt-gejagt-geschutzt-das-schicksal-der-schneeleoparden/">Begehrt, Gejagt, Geschützt – Das Schicksal der Schneeleoparden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während Tierschützer beispielsweise Nashörner absichtlich einfangen und ihnen die Hörner absägen, um sie vor Wilderern zu schützen, würde diese Methode bei Saigas nicht funktionieren. Anders als bei Nashörnern sind die Hörner der Saiga Teil des Schädels und können nicht einfach abgesägt werden, ohne das Tier zu verletzen. Wenn die Hörner abgetrennt werden, stirbt die Saiga an Schmerzschock und Blutverlust. Außerdem seien Saigas sehr nervöse Tiere mit einem schwachen Herzen, und sie können am Stress des Einfangens sterben, erklärt Bykova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wilderer jagen die Saiga allerdings nicht nur wegen ihrer Hörner, sagt Bykova: „Irgendwann fingen sie an, auch die Weibchen und Jungtiere zu töten. Das war etwa während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perestroika">Perestrojka-Zeit</a>. Es herrschte eine komplette Gesetzlosigkeit, kontrolliert wurde kaum. Die Resultate waren schrecklich: Die Population der Saiga sank damals um 95 Prozent.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei spielte das Fleisch der Tiere eine große Rolle – vor allem für die einheimische Bevölkerung Usbekistans. Als die Population noch groß war, wurde das Fleisch wenig geschätzt. Die Kadaver sind nämlich schwer und mühsam zu transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Saiga-Bestände jedoch zurückgingen, wurde das Fleisch immer begehrter, vor allem in den Dörfern der Umgebung. Es ist günstiger als Rindfleisch und war besonders zu Sowjetzeiten gefragt. In der postsowjetischen Ära wurde Saiga-Fleisch auf den lokalen Märkten meist zu einem niedrigeren Preis als Hammel- oder Rindfleisch verkauft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Situation der Saiga-Bestände verbessert sich, aber es gibt immer noch Probleme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings Grund zur Hoffnung. Die Aufnahme der Saiga auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten in Usbekistan und anderen Ländern zeigt langsam ihre Wirkung. Die Saiga-Populationen erholen sich in allen Verbreitungsgebieten. Die staatlichen Kontrollen funktionieren dort mittlerweile deutlich besser und in den Dörfern nahe der Saiga-Siedlungsgebiete herrscht ein stärkeres Bewusstsein dafür, die Saiga vor dem Aussterben zu bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurde ein spezielles komplexes Landschaftsschutzgebiet geschaffen: das Saiga-Reservat in Karakalpakistan. Sein Hauptzweck ist der Schutz der Brutgebiete der Saigas und ihrer Wanderrouten. Außerdem wurde fast das gesamte Saiga-Gebiet in Usbekistan im Jahr 2023 in die UNESCO-Liste des Naturerbes aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem muss noch viel gemacht werden. Bykova sagt, dass die Verbote und Gesetze trotz eines guten rechtlichen Rahmens in der Praxis nicht immer gut funktionieren. Die Inspektoren, die die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Saiga durchsetzen sollen, fehlt es oft an Personal und sie haben häufig mit logistischen Problemen zu kämpfen. „In der Praxis stehen wir vor objektiven Problemen wie dem Mangel an finanziellen Mitteln. Der Staat hat möglicherweise nicht genug Geld, um Naturschutzprogramme wirksam umzusetzen&#8220;, sagt Bykova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das <a href="https://www.international-climate-initiative.com/iki-medien/publikation/the_saigachy_reserve_in_uzbekistan_as_a_case_study_of_the_introduction_of_a_fauna_and_flora_monitoring_system/">Saigachy Reservat</a> zum Beispiel umfasst etwa eine Million Hektar, allerdings gebe es dort nur elf Inspektoren.“ Dass ein so kleines Team ein so großes Gebiet wirksam schützen könne, so Bykova, sei unrealistisch. „In den neueren Naturschutzgebieten ist die Situation etwas besser, da es dort mehr Inspektoren gibt. Der 2022 gegründete Nationalpark <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a> beispielsweise hat 40 Inspektoren, aber nur zwei Fahrzeuge, von denen eines alt ist und oft kaputt geht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzüberschreitende Schutzgebiete sind notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch sind in Usbekistan alle Voraussetzungen gegeben, um die Saiga-Populationen zu beheimaten und die Wilderei zu verhindern. Zumindest auf der rechtlichen Seite steht der Errichtung von Schutzgebieten nichts im Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das erste grenzüberschreitende Gebiet, in dem Saigas wieder angesiedelt werden müssen, soll in Süd-Ustjurt liegen. Es gibt auch Pläne, ein grenzüberschreitendes Gebiet zum Schutz der Saigas im Aralseegebiet einzurichten“, sagte die Tierschützerin. „Das ist vorerst nur eine Idee. Um sie umzusetzen, müssen wir einen Dialog mit Kasachstan führen, um herauszufinden, inwieweit das Land bereit ist, diese Initiative zu unterstützen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-350-bedrohte-saiga-antilopen-durch-blitzschlag-getoetet/">Kasachstan: 350 bedrohte Saiga-Antilopen durch Blitzschlag getötet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es Pläne, auch gemeinsam mit Tadschikistan weitere solche Schutzgebiete einzurichten. Eines davon ist beispielsweise im Gebiet Samarkand im Tal des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan">Zerafshan</a> vorgesehen, wo auch der Buchara-Hirsch lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schutzgebiete sind laut Bykova der beste Weg, um natürliche Ökosysteme in ihrem intakten Zustand und ihrer ursprünglichen Komplexität zu erhalten. „Solche Schutzgebiete sind unser ‚grüner Gürtel‘. Es gibt nicht viele davon, und es sollten viel mehr sein. Der Klimawandel verstärkt den Bedarf an solchen Gebieten. Wenn natürliche Gebiete mehr Raum einnehmen würden, würden wir die negativen Auswirkungen der Erwärmung und der Umweltverschmutzung nicht so stark spüren. Natürliche Ökosysteme können dank der Pflanzen die Staubentwicklung und die Ausbreitung von Schadstoffen verringern und so einen günstigen Lebensraum für Tiere und Menschen schaffen&#8220;, sagt die Tierschützerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir wirklich wollen, dass der Naturschutz funktioniert, müssen wir in ihn investieren und ihm Priorität einräumen, anstatt nur seine Bedeutung zu verkünden. Leider hat der Naturschutz im Gegensatz zu Fragen der menschlichen Entwicklung nicht immer echte Priorität&#8220;, sagt Elena Bykova.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Diyora Kosimova und Elina Beknazarova für Cabar</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/kak-sohranit-chislennost-sajgakov-v-uzbekistane"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Heinrich Jakunin</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Die unsichtbare Gewalt: Jedes dritte Kind in Kirgistan übernimmt die Rolle eines Erwachsenen</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-unsichtbare-gewalt-jedes-dritte-kind-in-kirgistan-uebernimmt-die-rolle-eines-erwachsenen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 18:10:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Migrantenkinder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die am weitesten verbreitete Form der Gewalt gegen Kinder in Kirgistan ist die Vernachl&#xE4;ssigung, die als Mangel an angemessener Erziehung, an F&#xFC;rsorge und an Aufmerksamkeit der Eltern gegen&#xFC;ber ihren Kindern auftritt. In Kirgistan sind laut offiziellen Angaben 30 Prozent der Kinder mit der Betreuung j&#xFC;ngerer Kinder sowie &#xE4;lterer oder kranker Familienmitglieder besch&#xE4;ftigt. So widmen Erwachsene [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die am weitesten verbreitete Form der Gewalt gegen Kinder in Kirgistan ist die Vernachlässigung, die als Mangel an angemessener Erziehung, an Fürsorge und an Aufmerksamkeit der Eltern gegenüber ihren Kindern auftritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan sind <a href="https://24.kg/obschestvo/248225_detey_vkyirgyizstane_vospityivayut_deti_pochemu_eto_ploho_/">laut offiziellen Angaben</a> 30 Prozent der Kinder mit der Betreuung jüngerer Kinder sowie älterer oder kranker Familienmitglieder beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So widmen Erwachsene in Kirgistan nach Angaben des Nationalen Statistischen Komitees der Erziehung ihrer Kinder ganze 38 Minuten pro Tag – das sind nicht mehr als ein bis zwei Prozent ihrer <a href="https://24.kg/obschestvo/248225_detey_vkyirgyizstane_vospityivayut_deti_pochemu_eto_ploho_/">Zeit</a>. Dabei gibt es geschlechtsbedingte Unterschiede: Während die Mütter laut Statistik im Schnitt 40 Minuten täglich aufwenden, sind es bei den Vätern 17 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich hat die Bevölkerung täglich vier Stunden Freizeit für Erholung und Vergnügen übrig. Die wichtigste Freizeitbeschäftigung ist im ganzen Land das Fernsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Untersuchung des Nationalen Statistikkomitees verwenden zwölfjährige Mädchen im Schnitt mehr Zeit auf die Kindererziehung als Erwachsene, nämlich 47 Minuten am Tag. Bei Jungen im gleichen Alter ist es zwar etwas weniger, aber sogar deren Zeitaufwand ist höher als der erwachsener Männer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies liegt an mehr bestehenden sozialen Normen und der Priorität, Mädchen im Geiste eines verantwortungsvollen Familienmitglieds zu erziehen, welches sich in Zukunft um die anderen Familienmitglieder kümmert und die Häuslichkeit bewahrt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unbezahlte häusliche Kinderarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbezahlte Kinderarbeit in Haushalten ist ebenfalls ein Teil der Zuständigkeiten, welche Erwachsene auf den Schultern ihrer Kinder abladen. Mehr als 62 Prozent der Kinder verrichten Hausarbeit im eigenen Haushalt – so genannte „unbezahlte Hausarbeit“. Am meisten an der Hausarbeit beteiligt sind Kinder zwischen 14 und 18 Jahren. Von ihnen werden die Mädchen mit 71,3 Prozent deutlich häufiger zur Hausarbeit herangezogen als die Jungen mit 55,4 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 fehlten 17 Prozent der Kinder, die nicht zur Schule kamen, aus familiären Gründen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Steigende Suizidrate und mehr Straftaten gegen Kinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten vier Monaten des Jahres 2024 begingen in Kirgistan 36 Kinder Suizid. Damit ist die Zahl der von Kindern begangenen Selbstmorde im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Darüber hinaus erhöhte sich die Anzahl der Straftaten gegenüber Kindern um 28,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hohe Maß an Migration, intern wie extern, beeinflusste die Herausbildung des Phänomens der „Migrantenkinder“, die am häufigsten Opfer sexueller Gewalt, früher Ehen und Schwangerschaften sowie von Menschenhandel werden. Elf Prozent der Kinder bis 17 Jahren haben einen Elternteil mit Migrationshintergrund. Zugleich sind etwa 80 Prozent der Straßenkinder Kinder von Binnenmigranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest außerdem auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/verlorene-kindheit-uber-die-kinder-tadschikischer-arbeitsmigranten/">Verlorene Kindheit – Über die Kinder tadschikischer Arbeitsmigranten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 wurden insgesamt 88.000 Migrantenkinder von ihren nahen Angehörigen zurückgelassen. Wandern die Eltern ab, bleiben die Kinder häufig bei ihren Verwandten und in vielen Fällen bei ihren Großeltern zurück, denen es manchmal sehr schwerfällt, die Kinder aufzuziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewalt gegen Kinder durch Parentifizierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder sind aber auch in Voll- und Alleinerziehenden-Familien Vernachlässigung ausgesetzt und können ebenso unter mangelnder Aufmerksamkeit und elterlicher Fürsorge leiden. Dies lässt sich nicht nur auf die ökonomische Stellung und den sozialen Status zurückführen, sondern auch auf die Zunahme des Phänomens der „<a href="https://www.parentingforbrain.com/bad-parenting/">unverantwortlichen Elternschaft</a>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachleute betonen, dass die Übertragung der elterlichen Verantwortung von den Erwachsenen auf die Kinder, die als „Parentifizierung“ (vom englischen Wort „parents“, [dt. Eltern]) bezeichnet wird, eine Form emotionaler Gewalt gegenüber Kindern ist. Die Parentifizierung ist ein Prozess der Rollenumkehr, bei welchem die Kinder Aufgaben übernehmen, die eigentlich Erwachsenen obliegen – wie die Betreuung ihrer Brüder und Schwestern, der Eltern und anderer Familienmitglieder. Dies ist in erster Linie ein Prozess des frühen Erwachsenwerdens eines Kindes, wenn Erwachsene das Kind als vollwertiges erwachsenes Familienmitglied behandeln, welches die gleichen Pflichten wie diese hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Für ein Kind hat der Prozess der Parentifizierung einen dauerhaften negativen Einfluss. Er kann zu den unterschiedlichsten Folgen im Erwachsenenalter führen: von der Abneigung, eine Familie zu gründen und eigene Kinder zu haben bis zur Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit. Dazu gehören Depressionen, Scham- oder Schuldgefühle, das Unvermögen, in Zukunft gesunde Beziehungen aufzubauen, wie auch die Unfähigkeit, seine Emotionen und Gefühle offen auszudrücken. Der Grund dafür ist, dass die Eltern unrealistisch hohe Erwartungen an ihre Kinder haben. </em><a href="https://www.parentingstyles.com/"><em>Folglich hat das Kind ein geringes Selbstwertgefühl</em></a><em> und schämt sich dafür, wenn es diese Erwartungen nicht erfüllt. Sehr oft kommt es auch vor, dass Erwachsene ein Kind körperlich bestrafen oder heftig ausschimpfen, wenn es seiner erwachsenen Verantwortung, für alle Familienmitglieder zu sorgen, nicht ordentlich nachkommt</em>“, sagt Meerim Osmonalijewa, die Direktorin der gemeinnützigen <a href="https://www.instagram.com/oasiskg/">Stiftung „Oase“</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von CABAR Asia</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/nevidimoe-nasilie-kazhdyj-tretij-rebenok-v-kyrgyzstane-v-roli-vzroslogo">Russischen</a> von Dörte Drangmeister</strong></p>
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		<title>In Kirgistan ist eine Storchenpopulation herangewachsen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 20:15:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[NABU]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Storch]]></category>
		<category><![CDATA[Störche]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Fr&#xFC;hjahr und Herbst 2024 wurde in Kirgistan erstmals die Zahl der St&#xF6;rche im Land erfasst. Sie kommen haupts&#xE4;chlich in den s&#xFC;dlichen Regionen vor und ihre Zahl betr&#xE4;gt den Ergebnissen der Studie zufolge 267 Exemplare. Kirgistans St&#xF6;rche nisten haupts&#xE4;chlich in den Reisfeldern des Dorfes Kyzyl-Tuu im Gebiet Dschalabad und des Dorfes Ak-Turpaka im Gebiet Batken. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Frühjahr und Herbst 2024 wurde in Kirgistan erstmals die Zahl der Störche im Land erfasst. Sie kommen hauptsächlich in den südlichen Regionen vor und ihre Zahl beträgt den Ergebnissen der Studie zufolge 267 Exemplare.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans Störche nisten hauptsächlich in den Reisfeldern des Dorfes Kyzyl-Tuu im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Dschalal-Abad">Gebiet Dschalabad</a> und des Dorfes Ak-Turpaka im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Batken">Gebiet Batken</a>. Auch im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Arawan">Bezirk Arawan</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Osch">Gebiet Osch</a> gibt es eine Population. Sie kommen im Frühjahr an und ziehen im August und September wieder in ihr Winterquartier. Im Jahr 2024 führte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zwei Zählungen der Storchenpopulation durch – eine im Frühjahr und eine im Herbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben bei der Zählung die Nester berücksichtigt. Jedes Nest enthält zwei Junge. Dann zählten wir 267 Individuen, einschließlich aller Küken und Erwachsenen. […] Die Anwohner berichteten, dass die Vögel in den letzten Jahren mehr geworden sind. Dies kann auf verbesserte Nahrungsbedingungen zurückzuführen sein. Uns ist die positive Einstellung der Anwohner gegenüber den Vögeln aufgefallen. Sie empfinden Störche als Symbol des Friedens und der Ruhe“</em>, so NABU-Vertreter Dschyrgal Sagyndykow.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptnahrungsquelle für Störche sind Kleintiere wie Frösche, Schlangen und Insekten. Sie kommen in Teichen und Feuchtgebieten von landwirtschaftlich genutzten Gebieten vor und nisten meist auf Stromleitungen. Die Vögel bauen ihre Nester am liebsten in der Höhe. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, zu jagen und sich vor Raubtieren zu schützen. Im selben Nest können mehrere Storchengenerationen leben, und je höher es ist, desto länger hält es.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Problem für die Energieinfrastruktur?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings stellt das Nisten auf Strommasten ein Problem für die Energieinfrastruktur dar. Nester auf den Masten von Hochspannungsleitungen können deren Funktion beeinträchtigen – es besteht die Möglichkeit von Leitungsbrüchen und technischen Ausfällen. Darüber hinaus stellen Nester und Vögel auch die Reparatur und Wartung von Strommasten vor Herausforderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Elsada Sargaschkajewa, Pressesprecherin des Nationalen Stromnetzbetreibers Kirgistans, installieren Energieingenieur:innen spezielle vogelsichere Vorrichtungen und Geräte an den Stromleitungen an, um Stromausfälle zu verhindern. <em>„Wir haben auch mit dem Ministerium für Katastrophenschutz zusammengearbeitet, um künstliche Stromleitungsstützen zu installieren. Doch obwohl wir sie neben unseren Masten aufstellten, weigerten sie sich, darauf Nester zu bauen. In diesem Jahr planen wir die Installation von 467 Spezialvorrichtungen und 3.070 Schutzhüllen“</em>, so Sargaschkajewa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-massenhaftes-schwanensterben-wegen-verschmutzter-umwelt/"><strong>Kasachstan: Massenhaftes Schwanensterben wegen verschmutzter Umwelt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitarbeiter des NABU stellten bei der Storchenzählung fest, dass Vögel durch Stromschläge getötet wurden. <em>„Die Zahl der Störche nimmt weltweit aufgrund anthropogener Faktoren ab. Auch das übermäßige Versprühen von Chemikalien auf Nutzpflanzen führt zu einer Verringerung ihrer Zahl. Denn ihre Nahrungsgrundlage sind Frösche und Schlangen in Sümpfen und Reisfeldern. Die Entwässerung von Sümpfen und die Zerstörung ihrer Nistplätze werden zu ihrer Ausrottung führen. Um ihre Zahl weiter zu erhöhen, ist es notwendig, künstliche Neststangen zu installieren und spezielle künstliche Reservoirs für ihre Nahrungsversorgung zu schaffen“</em>, fügt Dschyrgal Sagyndykow hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lebensraum schützen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Expert:innen weisen darauf hin, dass Störche eine wichtige Rolle für die Stabilität des Ökosystems und den Erhalt der biologischen Vielfalt spielen. Feuchtgebiete in ihren Lebensräumen gelten als unberührte Ökosysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Vögel ernähren sich hauptsächlich von Insekten und vernichten Schädlinge. Sie halten das Gleichgewicht aufrecht. In der Biologie sind diese Prozesse wie ein Kreislauf eng miteinander verbunden. Wenn etwas schief geht, beginnt das Ökosystem zusammenzubrechen. Auch Insekten werden benötigt, aber nicht zu viele. Alles hat seinen Platz in der Natur. Daher müssen die Bedingungen für die Rückkehr der Vögel im Frühjahr berücksichtigt werden. Wenn an den Orten, zu denen sie fliegen, im ersten Jahr Reisfelder vorhanden sind und im nächsten Jahr dort andere Feldfrüchte angebaut werden, fliegen die Störche weg. […] Wir müssen ihre Rückkehr in größerer Zahl fördern“</em>, so Adinaj Achmatowa, Leiterin der Kirgisischen Ornithologischen Vereinigung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-wissenschaftler-fuer-das-ueberleben-einer-spezies-kaempfen-die-rettung-der-schneeleoparden/"><strong>Wie Wissenschaftler:innen für das Überleben einer Spezies kämpfen: Die Rettung der Schneeleoparden</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Störche wurden 1975 unter Schutz gestellt und zehn Jahre später ins Rote Buch aufgenommen. In Kirgistan werden die Jagd auf sie, die Zerstörung ihres Lebensraums und die Nichteinhaltung von Schutzmaßnahmen mit einer Geldstrafe von bis zu 30.000 Som (ca. 343 US-Dollar) geahndet. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Population der Vögel zu erhalten und ihre Zukunftsfähigkeit sicherzustellen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ajdaj Bedelbekowa für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/v-kyrgyzstane-vyrosla-populyatsiya-aistov"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>
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		<title>Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 21:12:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirstchaft]]></category>
		<category><![CDATA[Trockenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prognostizieren Zentralasien eine betr&#xE4;chtliche Wasserknappheit ab sp&#xE4;testens 2030. Doch schon heute bahnt sich diese Entwicklung zusehends an, vor allem in Tadschikistan. Seit einem Jahr sammeln die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das Wasser f&#xFC;r ihren gesamten Bedarf aus den Regenf&#xE4;llen. Die Beh&#xF6;rden sind sich des Problems bewusst, eine L&#xF6;sung ist jedoch nicht absehbar. Das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prognostizieren Zentralasien eine beträchtliche Wasserknappheit ab spätestens 2030. Doch schon heute bahnt sich diese Entwicklung zusehends an, vor allem in Tadschikistan. Seit einem Jahr sammeln die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das Wasser für ihren gesamten Bedarf aus den Regenfällen. Die Behörden sind sich des Problems bewusst, eine Lösung ist jedoch nicht absehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der Wasserknappheit in Lolasor besteht schon seit Jahren. Das Dorf liegt in den Ausläufern des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon">Rajons</a>&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vakhsh_District">Wachsch</a>&nbsp;im&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast">Oblast</a>&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a>, 140 Kilometer südlich von der Hauptstadt Duschanbe. Es ist Teil der ländlichen Gemeinde Maschal und liegt zwischen den drei Rajons des Oblasts Chatlon &#8211; Wachsch,&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kushoniyon_District">Kuschonijon</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Danghara_District">Dangara</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zehn Jahren lebten etwa 40 Familien in Lolasor, heute sind es 80; die Einwohnerzahl steigt von Jahr zu Jahr. Laut der Dorfbevölkerung verschärft sich die Knappheit mit wachsender Bevölkerung, sowohl in punct<em>o</em> Trinkwasser als auch bezüglich der landwirtschaftlichen Bewässerung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dawlat Gaffurow, ein 75-jähriger Dorfbewohner, erzählte im Interview mit CABAR.asia, dass sie schon seit vielen Jahren kein sauberes Wasser zum Trinken oder Waschen haben. In der Not sammeln sie, besonders in der Regen- und Schneesaison, Regen- und Schmelzwasser oder kaufen bis zu vier Tonnen sauberes Trinkwasser für 150&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Somoni">Somoni</a>&nbsp;(etwa 15 Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn es regnet, läuft das Wasser vom Dach durch Abflüsse in spezielle Gruben. Der gesammelte Vorrat reicht bis Mitte Herbst. Geht das Wasser zur Neige, kaufen wir es nach“,</em>&nbsp;erklärt Gaffurow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anwar, ein anderer Dorfbewohner, erinnert sich, dass es zu Sowjetzeiten noch Wasser in Lolasor gab. Es kam über Wasserleitungen aus dem Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a>, Zufluss des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, hierher.&nbsp;&nbsp;Doch dann wurden die Rohre baufällig und verstopften, bis schließlich kein Wasser mehr hindurchfloss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das in den Gruben gesammelte Wasser nutzen wir zum Kochen, zum Waschen und selbstverständlich trinken wir es auch“,</em>&nbsp;erzählt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sparsamer Umgang mit Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 67-jährige Dawlat beschreibt, welche Strategien er und andere Dorfbewohner nutzen, um möglichst wenig Wasser zu verschwenden: <em>„Wir sparen an allen Ecken und Enden, beim Waschen der Kleidung, und sogar, wenn wir uns Gesicht und Hände waschen. Da schafft das gekaufte Wasser auch nur wenig Abhilfe. Wir verschwenden keine Sekunde, wenn wir uns waschen, und unsere Kleidung waschen wir nicht mal richtig gründlich. Es reicht hinten und vorne nicht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dawlat Gaffurow sagt, dass die Ernte auch maßgeblich von den Niederschlägen abhängt:&nbsp;<em>„Was sollen wir denn ohne Wasser anbauen? Unser&nbsp;Trockenfeldbau</em>&nbsp;(Ackerbau ohne künstliche Bewässerung, Anm. d. Red)<em> ist auf genügend Regen und Schnee angewiesen. Eine Dürre bringt uns um die Ernte</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Totschiddin Safarow, Mitarbeiter der Abteilung für Landgewinnung und Bewässerung in Wachsch, bestätigte, dass es vielen Dörfern des Rajons an einem Wasserversorgungssystem fehlt. Allerdings weigerte sich Safarow, Statistiken vorzulegen, und konnte keine Angaben zum zukünftigen Zugang zu Wasser machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abteilung für Wasserversorgung im Oblast Chatlon weigerte sich ebenfalls, derlei Statistiken vorzulegen. Die Abteilung für Umweltschutz selbigen Oblasts teilte derweil mit, dass die Wasserknappheit fast alle Rayons beträfe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es betrifft das ganze Land</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Medien thematisierten die Wasserknappheit im Süden Tadschikistans bereits 2024. Die Zeitung <em>Farasch</em> berichtete 2022, dass allein im Rajon <a href="//2211B47D-BD3B-4771-AD71-B676C9B060CB/en">Churoson</a> 85 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten. Ein Vertreter der Rajonverwaltung von Churoson bestätigte gegenüber CABAR.asia, dass dort ebenfalls ein Mangel an Trink- und Bewässerungswasser herrsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamol Kurbonow, ein Umweltexperte im Oblast Chatlon, bedauerte, dass die Zahl der Dörfer, die unter Wassermangel leiden, immens hoch sei. Dies sei vor allem auf defekte oder unbrauchbare Wasserversorgungsanlagen oder Pumpen aus der Sowjetzeit zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/potenzial-der-solarenergie-in-tadschikistan/">Potenzial der Solarenergie in Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Problem besteht in fast allen Regionen. Wir könnten es lösen, indem wir internationale Organisationen einbeziehen, die sich für die Menschen hier einsetzen“,</em>&nbsp;so Kurbonow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamol Kurbonow fügte erklärend hinzu, dass Wasser aus Gräben und Bächen kein sauberes Trinkwasser darstellt, aus dem einfachen Grund, dass es nicht gefiltert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Selbst dort, wo Städte und Dörfer über Wasser verfügen, ist der Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser nicht gewährleistet. Das liegt an dem völlig unhygienischen Zustand der örtlichen Bäche und Kanäle“,</em>&nbsp;so Kamol Kurbonov.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Redaktion von<strong>&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/tadzhikistan-solnechnaya-energetika-v-pomoshh-ges">CABAR.asia</a></strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Welche Auswirkungen wird Trumps Amtsantritt auf Zentralasien haben?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-auswirkungen-wird-trumps-amtsantritt-auf-zentralasien-haben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 18:22:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Regierung des neuen US-Pr&#xE4;sidenten wird ihre bisherige Zentralasienpolitik fortsetzen, darin sind sich die Experten von CABAR.asia einig. Die Region gerate kaum in den Fokus der USA, so einer von ihnen. Ein anderer meint, Trumps Entscheidungen w&#xE4;ren zwar unvorhersehbar, aber die Grundausrichtung seiner Politik bliebe unver&#xE4;ndert. Rustam Burnashev: &#x201E;Die amerikanische Aktivit&#xE4;t in der Region wird [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Regierung des neuen US-Präsidenten wird ihre bisherige Zentralasienpolitik fortsetzen, darin sind sich die Experten von CABAR.asia einig. Die Region gerate kaum in den Fokus der USA, so einer von ihnen. Ein anderer meint, Trumps Entscheidungen wären zwar unvorhersehbar, aber die Grundausrichtung seiner Politik bliebe unverändert.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rustam Burnashev: <em>„Die amerikanische Aktivität in der Region wird nicht zunehmen“</em></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rustam Burnashev, Doktor der Philosophie, Professor an der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Kasachische_Universit%C3%A4t"><em>Kasachisch-Deutschen Universität</em></a><em> in Almaty</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der neu gewählte US-Präsident Donald Trump hat die Zusammensetzung seiner künftigen Regierung abgeschlossen [der Originalartikel datiert vom 18. Dezember, Anm. d. Red.]. Neuer Leiter des Außenministeriums wird Mark Rubio. Er gilt allgemein als Falke, will heißen Hardliner, und ist für seine harte Haltung gegenüber China und dem Iran bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die neue Regierung nach dem Loyalitätsprinzip gebildet wird, wodurch Trump die wichtigsten Entscheidungen selbst treffen wird. Können wir von der neuen Regierung eine stabile, berechenbare Politik gegenüber den zentralasiatischen Ländern erwarten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Länder haben für die USA keinerlei Priorität. Die US-Agenda für diese Länder ist stabil und ändert sich kaum. Weder bei Regierungswechseln, noch wenn die Aufmerksamkeit für die Länder zunimmt (wie im Falle der zentralasiatischen Länder nach dem Beginn der Militäroperation durch die Anti-Terror-Koalition in Afghanistan im Jahr 2001).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfeltreffen-in-astana-aufschwung-fuer-die-regionale-zusammenarbeit/"><strong>Gipfeltreffen in Astana: Aufschwung für die regionale Zusammenarbeit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese „positive Gleichgültigkeit“ der USA gegenüber Zentralasien konnten wir auch in der ersten Amtszeit von Donald Trump beobachten (obwohl die USA in Afghanistan während dieses Zeitraums militärisch und politisch aktiv blieben und die Welt das zentralasiatische Geschehen relativ aufmerksam verfolgte). Darum erwarte ich nach dem Amtsantritt von Donald Trump in dieser Hinsicht keine größeren Veränderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Washington war in den letzten Jahren lediglich wichtig, sicherzustellen, dass die zentralasiatischen Länder die Sanktionen gegen Russland einhalten, um die Ausfuhr von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck in die Russische Föderation zu unterbinden. Wird die neue Regierung eine aktivere Politik in der Region verfolgen? Was kann sie unseren Ländern anbieten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich erwarte nicht, dass das Engagement zunimmt. Natürlich kann sich die Situation durch die Veränderung der Konfliktlinien zwischen den USA und Russland sowie zwischen den USA und China ändern. Aber wie diese Veränderung vonstatten gehen wird und ob sie überhaupt stattfinden wird, ist derzeit schwer zu sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird das </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/"><strong>Z5+1-Format</strong></a><strong> in Zukunft funktionieren? Oder ist es dem Untergang geweiht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Z5+1-Format, bei dem die „1“ die USA ist, ist rein diplomatischer Natur (es findet auf der Ebene der Außenminister statt). Daher wird es in genau dem Format beibehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welches Land in der Region kann der wichtigste Partner Washingtons werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin weiterhin der Meinung, dass „die zentralasiatischen Länder keine besondere Rolle in der US-Politik gespielt haben“. Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern. Dementsprechend erübrigt sich die Frage nach dem „wichtigsten Partner“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trump hat einen raschen Frieden in der Ukraine angekündigt. Zwei Szenarien tun sich auf: Im ersten, wahrscheinlichsten Szenario bleiben die meisten Sanktionen gegen Russland aufrechterhalten. Im zweiten Szenario hebt die USA die meisten Sanktionen auf. Wenn Trump ein solches Beilegen des Krieges gelingt, wie wird sich das auf die zentralasiatischen Länder auswirken? Wird Russland in der Lage sein, den Einfluss in der Region wiederzuerlangen, den es vor dem Einmarsch in die Ukraine hatte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind meiner Meinung nach nicht alle Szenarien. Die Auswirkungen auf die zentralasiatischen Länder hängen vom jeweiligen Szenario ab. Ich halte es für seltsam, von einer „Wiederherstellung des Einflusses“ Russlands in Zentralasien zu sprechen, denn in den letzten Jahren hat sich dieser „Einfluss“ (ich setze den Begriff in Anführungszeichen, weil er nicht in meine Wortwahl passt) in keiner Weise verringert. Dies zeigt sich deutlich, wenn man den Handelsumsatz Russlands mit den zentralasiatischen Ländern, das Investitionsvolumen und die Anzahl der mit russischer Beteiligung durchgeführten Projekte analysiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trumps Administration wird den Druck auf China erhöhen, Zentralasiens wichtigster Partner in jüngster Zeit. Wie wird sich dies auf die Beziehungen zwischen den zentralasiatischen Ländern und China auswirken?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles hängt von der US-Strategie in dieser Frage und von Chinas Reaktion ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie steht es um bi- und multilaterale Infrastrukturprojekte innerhalb der Region, zumal viele von ihnen Russlands wirtschaftliche Präsenz in der Region verringern? So hat die Trump-Administration 2021 der Entwicklung einer transkaspischen Gaspipeline zwischen Turkmenistan und Aserbaidschan ihre Unterstützung zugesagt. An vielen dieser Projekte sind jedoch China und der Iran beteiligt, meist als Hauptnutznießer. Wird sich Trump in diese Projekte einmischen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Einschätzung teile ich nicht. Erstens stehen die meisten der in den letzten Jahren in den zentralasiatischen Ländern durchgeführten Infrastrukturprojekte und ihre Beteiligung nicht nur nicht im Widerspruch zu den Interessen Russlands, sondern stimmen sogar mit ihnen überein. Zweitens sind alle Projektbeteiligten an den Projekten mehr oder weniger Nutznießer, und es ist äußerst schwierig, hier einen Hauptprofiteur auszumachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/zentralasiatische-staaten-vermehrt-im-fokus-westlicher-laender/"><strong>Zentralasiatische Staaten vermehrt im Fokus westlicher Länder</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Einflussnahme der USA auf diese Projekte anbelangt, müssen wir zwischen zwei Schlüsselfragen unterscheiden: Haben die USA ein erhebliches Interesse daran, Ressourcen in diese Projekte zu investieren, und sind diese Ressourcen vorhanden? Bis dato würde ich beide Fragen verneinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch gegenüber dem Iran, dem wichtigsten Partner Tadschikistans, ist eine Verschärfung der Sanktionspolitik absehbar. Wird dies Auswirkungen auf Tadschikistan haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sanktionen gegen den Iran betreffen bis zu einem gewissen Grad alle zentralasiatischen Länder. Zumindest was die Beschränkungen bei der Durchführung von Infrastrukturprojekten angeht, an denen der Iran beteiligt sein könnte. Allerdings sind die Beziehungen der zentralasiatischen Länder (einschließlich Tadschikistans) zum Iran in den „ernsten“ Bereichen (Wirtschaft, Militär usw.) nicht so grundlegend, dass hier nennenswerte Auswirkungen zu erwarten wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird Trumps Politik im Hinblick auf die Taliban aussehen? Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass er die Entscheidung zu einem ersten Abzug von US-Truppen aus Afghanistan getroffen hatte. Wird er den Druck auf das Regime in Kabul verstärken? Oder wird er im Gegenteil versuchen, es zu legitimieren, indem er Verhandlungen aufnimmt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sehe keinen Grund für die USA, ihre Haltung zu Afghanistan zu ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann die EU hier die USA gleichwertig ersetzen, um die Präsenz von China und Russland in der Region auszugleichen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA sind selbst nicht dazu in der Lage, die Präsenz Chinas und Russlands in Zentralasien auszubalancieren. Dementsprechend hat die Europäische Union niemanden zu ersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den USA lebt bereits eine recht große zentralasiatische Diaspora. Oft ernähren diese Menschen ihre Familien in der Heimat. Unterdessen verspricht Trump, die Abschiebung illegaler Einwanderer auszuweiten. Kann dies die soziale Lage in unseren Ländern verschlimmern?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mir bekannten Statistiken lassen hierzu keine konkrete Einschätzung zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Donald Trump hat nie großes Interesse an Menschenrechten gezeigt. Was sollte die Zivilgesellschaft in den zentralasiatischen Ländern von der neuen Regierung erwarten? Werden wichtige US-Programme zur Unterstützung der Zivilgesellschaft gekürzt werden? Oder liegt dies nicht im Ermessen der neuen Regierung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politischen Entscheidungen Amerikas hängen nicht nur von einzelnen Persönlichkeiten ab, sondern auch von Instituten. Daher wird der Schutz der Menschenrechte und der demokratischen Institutionen nicht aus dem Fokus geraten. Eine weitere Frage ist, wie die Ressourcen in einer Situation wachsender Spannungen zwischen den USA und China oder einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verteilt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Experte aus Tadschikistan: <em>„Usbekistan ist ein potenzieller wichtiger Partner der USA“</em></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein tadschikischer Politikwissenschaftler ist ebenfalls der Ansicht, dass die US-Politik gegenüber Zentralasien unverändert bleiben wird. Er bat darum, seinen Namen zu anonymisieren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Können wir von Donald Trumps neuer Regierung eine stabile, vorhersehbare Politik gegenüber Zentralasien erwarten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Punkten wird sie vorhersehbar sein, wie etwa bei der weiteren Druckausübung auf den Iran, der Unterstützung Israels gegen die Hamas und der harten Haltung gegenüber China. Wir können davon ausgehen, dass Trump versuchen wird, die weltweiten Ölpreise zu senken. Das ist einer der Hauptpunkte seines wirtschaftlichen und geopolitischen Programms.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig bleibt vieles nebulös &#8211; zum Beispiel, wie genau er seine Ziele erreichen und seine Wahlversprechen erfüllen will. So verspricht Trump zwar, den Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu beenden, aber es ist noch unklar, welche Strategie er wählen wird und wie erfolgreich sie sein wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vieles wird von objektiven Faktoren und politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen abhängen, auf die Trump reagieren muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird das Format Z5+1 in Zukunft ablaufen? Oder hat es das Zeitliche gesegnet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des Z5+1-Formats und der US-Politik gegenüber Zentralasien wird ebenfalls weitgehend von objektiven Faktoren abhängen, wie dem weiteren Verlauf des Krieges Russland gegen die Ukraine oder der Lage in Afghanistan. Sollte der Krieg weitergehen, werden die USA und die EU die antirussischen Sanktionen weiter ausbauen. In diesem Zuge werden sie von den zentralasiatischen Ländern fordern, das Sanktionsregime gegen Russland einzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-fliessender-datenaustausch-bis-2027-ist-sehr-ambitioniert-aber-realisierbar/"><strong>„Ein fließender Datenaustausch bis 2027 ist sehr ambitioniert, aber realisierbar“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell haben wir keine gravierenden Änderungen in der US-Politik gegenüber unserer Region zu erwarten. Erstens steht die außenpolitische Strategie der USA in ihren Grundzügen über viele Jahre stabil, so dass der neue Präsident, sei er noch so einflussreich, nicht in der Lage sein wird, die Strategie und Politik des Staates sofort und radikal zu ändern. Darüber hinaus gibt es in den USA ein komplexes System politischer Koordinierung und gegenseitiger Kontrolle, das scharfe und unvernünftige Wendungen in der staatlichen Politik verhindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welches Land in der Region könnte Washingtons wichtigster Partner werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Höchstwahrscheinlich werden sie die Beziehungen zu allen zentralasiatischen Ländern aufrechterhalten, Usbekistan jedoch als wichtigsten potenziellen Partner ansehen. Denn im Gegensatz zu seinen Nachbarn ist Taschkent wirtschaftlich und politisch weiter von China und Russland „entfernt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angenommen, Trump gelingt es, den Krieg in der Ukraine zu beenden, wie wird sich dies auf die zentralasiatischen Länder auswirken? Wird Russland in der Lage sein, den Einfluss in der Region wiederzuerlangen, den es vor dem Überall auf die Ukraine hatte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidenden Sanktionen gegen Russland werden unverändert bleiben, sofern sich Moskau nicht unerwartet stark für einen Frieden in der Ukraine einsetzt. Sollte sich das Kriegsende verzögern, werden die Sanktionen gegen Russland wahrscheinlich verschärft, mit besonderem Augenmerk auf die Einhaltung der Sanktionen durch Russlands Nachbarn und GUS-Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/unser-rueckblick-das-jahr-2024-in-zentralasien/">Unser Rückblick: Das Jahr 2024 in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schätze, dass die US-Politik gegenüber Russland unter Donald Trump wesentlich härter ausfällt als unter den Demokraten. Moskau ist sich dessen wohl bewusst, weshalb die russischen Staatsmedien auf Trumps Wiederwahl nicht mit einem großen Hurra reagiert haben. Ein Ende des Krieges würde sich äußerst positiv auf die Wirtschaft der Region auswirken, gerade mit Blick auf die Wiederherstellung des russischen Arbeitsmarktes, auf dem Millionen zentralasiatischer Migranten beschäftigt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland würde dadurch Einfluss zurückgewinnen, jedoch kaum auf Vorkriegsniveau. Immerhin haben in dieser Zeit andere Akteure, insbesondere China, ihre Positionen in der Region gestärkt und werden daran festhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie geht es mit den zwischenstaatlichen Infrastrukturprojekten in der Region weiter, zumal viele von ihnen für eine geringere wirtschaftliche Präsenz Russlands in der Region sorgen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationalen Infrastrukturprojekte in der Region werden in den kommenden Jahren weiter wachsen, da ihr Hauptsponsor China keine Investitionskürzungen plant. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Trump-Regierung in diese Projekte einmischt, insbesondere in den <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Transkaspischen Korridor</a>, der die Transportströme an Russland vorbeilenkt. Dadurch wird die Rolle und der Einfluss Moskaus im postsowjetischen Raum abnehmen. Darüber hinaus gibt es zu viele regionale und internationale Akteure, die an der Umsetzung neuer Verkehrskorridore interessiert sind. Trump fehlt es in dieser Hinsicht an entscheidenden Hebeln, um diese Initiativen zu blockieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trump ist es in der Vergangenheit gelungen, Israel teilweise aus seiner Isolation in der arabischen Welt zu lösen. In die saudisch-israelischen Beziehungen hat er nahezu so etwas wie Ruhe gebracht. Rechnen Sie mit weiteren derartigen Erfolgen? Vermag Trump den Iran zu isolieren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gaza-Konflikt wird die Trump-Regierung eine harte pro-israelische Haltung einnehmen. Grundsätzlich werden sich die Chancen für Verhandlungen zwischen Arabern und Israelis im nächsten Jahr erhöhen. Alle Konfliktparteien sind müde und brauchen eine Verschnaufpause, das gilt auch für den Krieg in der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue US-Regierung könnte diesen Moment nutzen, um auf eine Reihe neuer Vereinbarungen zwischen den Parteien zu drängen, die eine Friedensregelung begünstigen würden. Vielleicht wird der Beilegungsprozess zwischen Israel und den arabischen Ländern irgendwann wieder aufgenommen, jedoch nicht in nächster Zukunft. Die anti-israelische Stimmung innerhalb der Bevölkerung der arabischen Länder ist zu stark. Damit werden sich die Regierungschef abfinden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann die EU hier die USA gleichwertig ersetzen, um die Präsenz von China und Russland in der Region auszugleichen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU wird nicht imstande sein, die USA in vollständig zu ersetzen, obwohl ihr Einfluss im postsowjetischen Raum und in Eurasien insgesamt zunehmen wird.&nbsp; In den kommenden Jahren wird sich das Gleichgewicht in der Region in Richtung China verschieben, das seine Präsenz auf Kosten Russlands verstärken wird. Wladimir Putins Politik hat der russischen Präsenz in der Region langfristig schweren und teils irreparablen Schaden zugefügt. Sein Krieg in der Ukraine und seine Konfrontation mit dem Westen haben die Region aus ihrem etablierten Gleichgewicht gestoßen. Gleichzeitig haben sie die Etablierung neuer geopolitischer Akteure begünstigt. Diese pochen darauf, das entstandene Vakuum aktiv auszufüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Donald Trump hat nie großes Interesse an Menschenrechten gezeigt. Was sollte die zentralasiatische Zivilgesellschaft von der neuen Regierung erwarten? Wird die neue Regierung wichtige US-Programme zur Unterstützung der Zivilgesellschaft kürzen? Oder liegt dies nicht in ihrer Verantwortung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Menschenrechte und die Unterstützung der Zivilgesellschaft angeht, so hat diese in den letzten zwei Jahrzehnten stetig abgenommen, Trump hin oder her. Sein Amtsantritt wird diese Tendenz höchstens akzelerieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Temur Umarov: <em>„Trump wird eine gewisse Pragmatik in den Beziehungen zu China an den Tag legen“</em></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Temur Umarov ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der renommierten </em><a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia?lang=en"><em>Denkfabrik Carnegie Russia Eurasia Center</em></a><em> in Berlin. Er glaubt, dass die meisten US-Beamten, die für die Region zuständig sind, ihre Posten behalten werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Können wir von Donald Trumps neuer Regierung eine stabile, berechenbare Politik gegenüber Zentralasien erwarten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch Trump ernannten Minister sind ausschlaggebend für die außenpolitischen Prioritäten. Davon hängt nicht zuletzt das Schicksal im israelisch-palästinensischen Konflikt sowie der Krieg in der Ukraine ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien steht jedoch weit unten auf der Prioritätenliste. Lediglich die unteren Führungsebenen werden sich mit Zentralasien befassen. Diese sind jedoch eher unempfindlich gegenüber Präsidentenwechseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dieser Ebene werden nur wenige ihren Job verlassen. Der Großteil der ohnehin zahlenmäßig überschaubaren amerikanischen Zentralasienexperten wird weiterhin in seinem Gebiet arbeiten, solange Alter und Karriereentwicklung es zulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schauen Sie nur auf die derzeitigen Botschafter in den zentralasiatischen Ländern. Sie finden die gleichen Personen vor, ob unter Biden oder damals schon unter Trump. Daher glaube ich, dass sie auch weiterhin ihren Kurs fortsetzen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/duschanbe-baut-seine-strategische-partnerschaft-mit-china-aus/"><strong>Tadschikistan baut seine strategische Partnerschaft mit China aus</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um noch einmal auf die Liste der Prioritäten zurückzukommen, Trump hat bereits geäußert, dass er originelle Lösungen nicht scheut. Stichwort Verhandlungen mit Putin und ein Ende des Konflikts. Leute aus seinem inneren Kreis haben bereits gesagt, dass die Ukraine ihre Ziele überdenken muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der amerikanische Umgang mit Zentralasien hängt nicht zuletzt auch von Washingtons Verhältnis mit China ab. Veränderungen in dieser Beziehung würden natürlich Folgen nach sich ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich schätze, dass Peking das eigene Handeln stärker in den Blick nehmen und versuchen wird, die zentralasiatischen Länder in die Konfrontation zwischen den USA und China hineinzuziehen. Erinnern wir uns an ein selbiges Szenario zu Trumps erster Amtszeit. Ich denke aber, dass die damalige außenpolitische Führung ihre Lektion gelernt und festgestellt hat, dass ein offen antichinesischer Ansatz in Zentralasien kein Echo findet. Das US-Establishment sollte diesen Ansatz darum revidieren und pragmatischer agieren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Interviews führte Marat Mamadschoev für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/kakoe-vliyanie-okazhet-prihod-trampa-na-vlasti-i-grazhdanskoe-obshhestvo-stran-tsentralnoj-azii"><strong>Russischen</strong></a><strong> übersetzt und gekürzt von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Feministische Medien in Kasachstan: Was verändern sie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 21:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Feministische Medien spielen eine wichtige Rolle, aber nach Ansicht von Experten wird ihre Wirksamkeit durch einen Mangel an politischem Willen eingeschr&#xE4;nkt. Feministische Medien sind in Kasachstan zu einem wichtigen Instrument des Wandels geworden, das &#xFC;ber Themen wie Gleichstellung, Frauenrechte und nicht-bin&#xE4;re Menschen berichtet. Sie sind nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch ein Raum f&#xFC;r Dialog, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Feministische Medien spielen eine wichtige Rolle, aber nach Ansicht von Experten wird ihre Wirksamkeit durch einen Mangel an politischem Willen eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Feministische Medien sind in Kasachstan zu einem wichtigen Instrument des Wandels geworden, das über Themen wie Gleichstellung, Frauenrechte und nicht-binäre Menschen berichtet. Sie sind nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch ein Raum für Dialog, Unterstützung und Aktionen, die zuvor unmöglich erschienen. Medien wie &#8222;<a href="https://www.youtube.com/@BatyrJamalTalks">Batyr jamal</a><em>&#8222;, </em>Podcasts wie &#8222;<a href="https://open.spotify.com/show/0zxfkrYPH3YHeHOkUzneyx">Tits Talking</a>&#8220; oder &#8222;<a href="https://www.youtube.com/@momskiy_angime/videos">Mamskij äñgime</a>&#8220; und viele andere verändern bereits die öffentliche Meinung, bekämpfen Stereotypen und haben einen echten Einfluss auf das Leben der Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Was ich am meisten schätze, ist die kreative Freiheit“</em>, sagt Aısulu Toışibekova, Gründerin des Podcasts&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220; und des Podcast-Studios&nbsp;&#8222;Bulbul&#8220;. Die Priorität liege immer darin, dass der Podcast für andere wichtig ist. Die Vision des 2021 ins Leben gerufenen&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;-Podcasts ist es, dass Frauen, die nicht dem Mainstream angehören, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen auf sichere Weise teilen können.&nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Aısana Aşim, Gründerin von&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;, erinnert sich daran, wie der Abaı-Literaturforscher Omar Jalel im Jahr 2020 in seiner Rede an der Nazarbaıev-Intellektuellen-Schule Mädchen mit Textmarkern&nbsp;<a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/react/9885-takie-devushki-kak-markery-takie-markery-kak-ona">verglich</a>, die man ihm zufolge wegwerfe, wenn sie verbraucht sind. Der Literaturforscher erinnerte&nbsp;die Schülerinnen zudem daran, dass ihre Aufgabe nicht das Lernen, sondern das Gebären sei. Aısana Aşim war über diese Worte verärgert und in diesem Moment wurde ihr klar, dass die Idee, Medien für Frauen zu schaffen, die sie seit langem hegte, umgesetzt werden musste. Der Name&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;stammt aus dem Titel von Myrjakyp Dulatovs Roman&nbsp;&#8222;Bakytsyz jamal&#8220;. Das Wort&nbsp;<em>„</em>Batyr<em>“</em> bedeutet in der Übersetzung aus dem Kasachischen&nbsp;<em>„</em>stark<em>“</em>. Am 8. März 2021 wurde&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;auf Instagram, TikTok und anderen sozialen Netzwerken veröffentlicht und ist ein Projekt über Frauen und für Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aınur Iljasova erzählt, wie vor ein paar Jahren alles mit kurzen 20-minütigen Videos auf YouTube begann und sich dann zum Podcast &#8222;Mamskij&nbsp;äñgime&#8220; entwickelte. Der Podcast handelt von Mutterschaft, Schwangerschaft, Geburt und vielem mehr, mit Rubriken wie&nbsp;&#8222;Mutter und Tochter&#8220;,&nbsp;&#8222;Ehemann und Ehefrau&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Selfmadefrau&#8220;. In ihren Veröffentlichungen betont Iljasova die Bedeutung der Mutterschaft und das Wissen um die eigenen Rechte bei der Geburt sowie die Erholung nach der Geburt und das Problem der postpartalen Depression.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wurde während des Bestehens der Medien und Podcasts erreicht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In 3,5 Jahren hat&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;mehr als 186 Tausend Abonnent:innen: 99,5 Tausend in Instagram und 84 Tausend in TikTok, 3128 in Telegram. Die maximale Reichweite beträgt etwa 10 Millionen: 5 Millionen auf Instagram und 5 auf TikTok. Im Durchschnitt gibt es etwa eine Million Besucher:innen pro Monat auf jeder Plattform.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben einen großen Beitrag geleistet. Es gab Menschen und Blogger:innen, die angefangen haben, mehr über die Erfahrungen von Frauen zu sprechen. Damals benutzten viele Journalisten keinen Feminitiv, aber nach uns fingen sie damit an“</em>, sagt Aşim.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie weist auch darauf hin, dass die langjährige Arbeit von&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;bei der Berichterstattung über häusliche und sexualisierte Gewalt den kasachstanischen Präsidenten dazu bewogen hat, 2024 ein Gesetz zum Schutz gegen häusliche Gewalt zu&nbsp;<a href="https://rus.azattyq.org/a/32905737.html">verabschieden</a>. Das Team berichtete über jeden Prozess gegen den ehemaligen Wirtschaftsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quandyq_Bischimbajew">Quandyq Bişimbaev</a>, der seine Frau Saltanat Nukenova ermordet hatte, und verfolgte das Verfahren. Zusammen mit anderen Einflussinstrumenten wie Petitionen und Protesten von Aktivist:innen wurde Bişimbaev zu 24 Jahren Haft verurteilt. Ebenso beeinflusste laut Aşim ihre Arbeit die Sprache, die kasachstanische Journalist:innen beim Thema geschlechtsspezifische Gewalt benutzen. Die Medienseite hat&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/p/CV4son-s8fa/?igsh=b3V6Y2UxazBudmh6">Leitlinien</a>&nbsp;für die Medien veröffentlicht, wie man rücksichtsvoll und ethisch korrekt über Gewalt schreibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründerin des &#8222;Tits Talking&#8220;-Podcast Aısulu Toışibekova sagt, sie habe den weiblichen Blick in den Medien vermisst: <em>„Wenn es einen weiblichen Blick gab, war er mit Gewalt verbunden. Ich wollte etwas anderes. Ich hatte schon immer viele Frauen um mich herum, die großartige Projekte machen und mit echter Leidenschaft dabei sind. Ich dachte, warum werden sie nicht irgendwo eingeladen?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Toışibekova arbeitet der&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;-Podcast nicht zielgerichtet, es handelt sich nicht um eine NGO und es gibt keine Ressourcen, um eine Community rund um das Studio oder den Podcast aufzubauen.&nbsp;<em>„Ich vermittle das Wissen und die Erfahrung, die in unserer Gemeinschaft bereits vorhanden sind. Manchmal ist es schwer, sie zu finden, und wir sind wie ein Kanal, der diese Erfahrungen und Menschen miteinander verbindet“</em>,&nbsp;so&nbsp;Toışibekova.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Folge von&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;&nbsp;wird von etwa 200 Menschen gehört. Toışibekova meint jedoch, dass sie die Bedeutung ihrer Arbeit nicht an Zahlen messen möchte. Sie sagt, dass der Audio-Podcast-Markt in Kasachstan gerade erst im Entstehen begriffen ist und dass es noch keine guten Metriken und Untersuchungen gibt. Die Marken selbst haben es nicht eilig, in Audio-Podcasts einzusteigen, und die Leute wissen nicht so recht, wo und wie sie sie finden sollen. Laut Toışibekova hat der Medienkonsum gelehrt, alles zu vereinfachen und zu vereinheitlichen – es sei einfacher, YouTube, Instagram und TikTok zu verwenden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kanal &#8222;Mamskij äñgime&#8220; hat heute 228.000  Abonnent:innen und eine Reichweite von 35 Millionen Menschen. Die Interviews werden in zwei Sprachen veröffentlicht: Russisch und Kasachisch. Laut Aınur Iljasova schreiben einige Menschen, dass sie dank der Interviews ihre Depression überwinden konnten. Die Autorin des YouTube-Kanals misst die Ergebnisse ihrer Arbeit anhand des Feedbacks. <em>„Kürzlich kam eine Frau auf mich zu und erzählte mir, dass sie eine Fehlgeburt erlitten hatte. Sie hat es dank des Kanals überwunden. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, etwas für die Menschen zu tun“</em>, erzählt Iljasova. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Iljasova und ihr Team haben ihr eigenes Studio eröffnet, einen Kunstraum. Es wird vermietet und der Podcast selbst wird dort aufgenommen. Im Moment arbeitet Iljasova an dem Projekt&nbsp;&#8222;Eltern ohne Grenzen&#8220;. Das beschäftigt sich unter anderem mit den Bedingungen für arbeitende Frauen in Kasachstan, was der Staat zur Verfügung stellt, welche Privilegien, Sozialleistungen die Frauen haben, welche Art von Kindergärten es im Land gibt. In diesem Jahr veröffentlichte Iljasova einen Film mit dem Titel&nbsp;&#8222;Qaşan tuasyn?&#8220;&nbsp;(Anm. d. Red.&nbsp;„Wann wirst du gebären?“) über den gesellschaftlichen Druck auf Mädchen. Iljasova war auch Schauspielerin, Autorin der Idee, Produzentin und Co-Drehbuchautorin der Serie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat sich nicht geändert oder verbessert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe nicht versucht, etwas grundlegend zu ändern, die Verantwortung eines Märtyrers zu übernehmen und die Welt zu verändern. Ich hatte eine Menge Urteile und Beschwerden. Dann habe ich mich hingesetzt und beschlossen, aktiv zu werden“</em>, gesteht die Autorin des Podcasts &#8222;Mamskij&nbsp;äñgime&#8220;. Iljasova sprach über eine noch nicht verwirklichte Idee – ein Projekt über Entbindungskliniken in Kasachstan.&nbsp;<em>„Es gibt auch gute Ärzte, aber niemand lässt mich die ganze Wahrheit sagen“</em>, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Toişibekova, die Autorin des Podcasts&nbsp;&#8222;Tits Talking&#8220;, teilt mit, dass sie nicht in der Lage war, den Podcast zu einer regelmäßigen Sendung zu machen. Sie weist auf das bestehende Problem mit Podcasts und Monetarisierung in Kasachstan hin – Marken stellen Budgets zur Verfügung, um einmal im Jahr am 8. März über Frauenthemen zu berichten.&nbsp;<em>„Es ist schwierig für mich, denn die Werbekund:innen sind nicht interessiert. Sie sagen ‚unser Publikum wird es nicht verstehen‘“</em>, erklärt Toishibekova.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aşim stimmt ihr zu, sie glaubt, dass es eine Menge&nbsp;Pinkwashing&nbsp;unter den Marken gibt (Ausbeutung von LGBTQ+ Werten, um das eigene Image zu verbessern oder Profit zu machen, Anm. d. Red.).&nbsp;<em>„Für sie sind die Plattformen von Timur Balymbetov und Qanat Beısekeev sicherer als unsere. Sie haben Angst, sich einer Gefahr auszusetzen. Obwohl wir nicht über ein anderes Kasachstan&nbsp;schreiben“</em>, stellt Aşim fest. Die Gründerin von&nbsp;&#8222;Batyr Jamal&#8220; meint, dass die Medien aufgrund von Monetarisierungsproblemen nicht dauerhaft tragfähig sind. <em>„Wir könnten mehr Journalisten einstellen, mehr Material in kasachischer Sprache produzieren, die Regionen abdecken, eine Website erstellen und Offline-Veranstaltungen durchführen. Wir müssen weitermachen, ich denke, es wird uns schon gelingen“</em>, sagt Aşim.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wirken sich feministische Medien und Podcasts auf die Gesellschaft und das Leben von Frauen in Kasachstan aus und inwieweit können sie wirklich etwas bewirken?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Aıgerim Qusaınqyzy, einer Expertin für Frauenrechte, lassen sich die Auswirkungen von feministischen Medien und Podcasts an mehreren Schlüsselaspekten ablesen. Erstens wird das Bewusstsein für die Ungleichheit der Geschlechter geschärft und ein Raum geschaffen, in dem Frauen ihre Gedanken offen äußern können. Zweitens trägt die Gestaltung von Diskussionen über die Sexualität von Frauen, reproduktive Rechte und Feminismus dazu bei, diese Themen in der Gesellschaft zu normalisieren. Qusaınqyzy betont jedoch, dass Medien über Frauen hauptsächlich die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich ziehen, die sich bereits für Geschlechterfragen interessieren, und dass ihr Einfluss nur selten die breite Öffentlichkeit erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der Ergebnisse der Arbeit feministischer Medien und Podcasts, so Qusaınqyzy, ist der Abbau von Stereotypen, die mit dem Begriff&nbsp;&#8222;quyat&#8220;&nbsp;(Scham, Anm. d. Red.) verbunden sind, und die Förderung der Sexualerziehung. Die Podcasts&nbsp;&#8222;Ūiat emes&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Queer Squirt&#8220;&nbsp;verringerten die Stigmatisierung von Themen im Zusammenhang mit Menstruation und Verhütung und verbesserten den Zugang zu diesen wichtigen Informationen für Frauen und Mädchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veröffentlichung von Erfolgsgeschichten von Frauen in der Wirtschaft und in Führungspositionen durch&nbsp;&#8222;Manşuq Media&#8220;&nbsp;und&nbsp;&#8222;Batyr jamal&#8220;&nbsp;inspirieren und unterstützen andere Frauen, unternehmerische Initiativen zu entwickeln. Nach&nbsp;<a href="https://forbes.kz/news/newsid_296866">Angaben</a>&nbsp;des kasachstanischen Wirtschaftsministeriums ist beispielsweise die Zahl der aktiven kleinen und mittleren Unternehmen seit 2012 um 44 Prozent auf über 1,4 Millionen gestiegen, wobei 44,6 Prozent derjenigen von Frauen geführt werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Obwohl feministische Medien wichtige Themen ansprechen, bleibt ihr Einfluss auf Änderungen in der Gesetzgebung und Politik gering, da es an Unterstützung auf staatlicher Ebene und am politischen Willen zur Veränderung fehlt“</em>, meint Qusaınqyzy.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Fariza Ospan für CABAR</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Aus dem&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/media-o-zhenshhinah-chto-oni-menyayut-v-kazahstane">Russischen</a>&nbsp;von Irina Radu</p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wie russische Propaganda kasachischsprachige Medien beeinflusst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2024 15:15:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Demoscope]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Russischer Einfluss]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan breitet sich russische Propaganda &#xFC;ber die Grenzen russischsprachiger Zielgruppen hinaus aus &#x2013; vor allem &#xFC;ber den Krieg in der Ukraine. Expert:innen halten das f&#xFC;r ein alarmierendes Zeichen. Laut dem Politologen &#x15E;alkar Nurseit haben sich in den vergangenen f&#xFC;nf Jahren drei Hauptthemen russischer Propaganda entwickelt: Mythen &#xFC;ber Covid und Impfstoffe, Mythen und Verschw&#xF6;rungstheorien &#xFC;ber [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan breitet sich russische Propaganda über die Grenzen russischsprachiger Zielgruppen hinaus aus – vor allem über den Krieg in der Ukraine. Expert:innen halten das für ein alarmierendes Zeichen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Politologen Şalkar Nurseit haben sich in den vergangenen fünf Jahren drei Hauptthemen russischer Propaganda entwickelt: Mythen über Covid und Impfstoffe, Mythen und Verschwörungstheorien über den Krieg in der Ukraine; zum Beispiel Desinformation darüber, dass Selenskyj drogenabhängig sei; und Mythen über den Westen wie Fragen der Demokratie, Menschenrechte, die sogenannte Weltregierung, Freimaurer und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mythen können „<em>auf fruchtbaren Boden fallen</em>“, weil ein bedeutender Teil der Kasachstaner:innen Fake News und Desinformation ausgesetzt ist. Dies zeigen Ergebnisse einer Umfrage, die das Sozial- und Marktforschungsinstitut Demoscope Ende 2022 durchgeführt hat. Es stellte sich heraus, dass es der Hälfte der Befragten schwerfiel, irreführende Informationen zu erkennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie zeigt sich Propaganda des Kremls in der kasachischen Sprache?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Medet Esimhanov geht davon aus, dass praktisch alle Narrative, die als Rechtfertigung der Vollinvasion in der Ukraine genutzt werden, zur russischen Propaganda gezählt werden können. Esimhanov ist Chefredakteur der russischsprachigen Version des Projekts Factcheck.kz, das sich mit der Dekonstruktion von Propaganda befasst. Beispiele sind die Behauptung über einen Krieg mit der Nato, ein angebliches Aufblühen des Nationalsozialismus in der Ukraine oder eine angeblicher „<em>Genozid</em>“ im Donbass.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demoscope untersuchte die Haltung zum Konflikt im März 2022. Sie stellten fest, dass die Sprache, auf der geantwortet wurde, die Wahrnehmung des Kriegs beeinflusst. „<em>Die Bezeichnung ‚militärische Spezialoperation‘ bevorzugten 39 Prozent der russischsprachigen Befragten und 27 Prozent der Kasachischsprachigen</em>“, heißt es in einer Pressemitteilung von Demoscope.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das kann so gedeutet werden, dass es auch im kasachischsprachigen Medienraum Narrative russischer Propaganda gibt. Als Beweis dafür kann die bekannte öffentliche Informationsseite Nege.kz herangeführt werden, die im März 2022 die Erklärung des russischen Präsidenten Putin verbreitete, dass „<em>russische Soldaten und Offiziere handeln wie echte Helden</em>“ im Krieg mit der Ukraine. Im Artikel nennt die Redaktion keine anderen Details und Informationen zum Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/aktuelle-debatte-um-lgbt-propaganda-in-kasachstan/">Aktuelle Debatte um „LGBT-Propaganda“ in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Medienexperte Joldas Orisbaı wies darauf hin, dass die Seite sputnik.kz bis jetzt den Begriff „<em>militärische Spezialoperation</em>“ statt „<em>Krieg</em>“ verwende und erklärte den Euphemismus so: „<em>Das vorliegende Medium ist ein Kremlmedium. Es benutzt ‚die Strategie der sanften Bewegung‘ (the gradual strategy [eine Manipulationsstrategie nach Noam Chomsky Anm. d. Ü.]). Dieses Medium versucht, mithilfe der Wiederholung des Narrativs der „militärischen Spezialoperation“ die Wahrnehmung der Kasachstaner zu verändern.</em>“ Es ist anzumerken, dass sputnik.kz den Begriff „<em>militärische Spezialoperation</em>“ nicht nur in Beiträgen auf Russisch, sondern auch auf Kasachisch verwendet. Dasselbe tut zum Beispiel die in Kasachstan populäre Seite tengrinews.kz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kremlnahe Medien versuchen, den Westen zu diskreditieren, indem sie „<em>traditionelle</em>“ und „<em>westliche</em>“ Werte gegeneinanderstellen und eine Anti-LGBT-Rhetorik verwenden. Diese Narrative sind auch im kasachischsprachigen Raum auffällig. Schon 2020 veröffentlichte die sozio-politische Medienplattform 365info.kz auf der kasachischen Sprache die Information, dass in Kyjiw „<em>Homosexuelle die LGBT-Flagge an das Mutter-Heimat-Denkmal gehisst haben</em>“. Und caravan.kz schrieb, dass LGBT+-Angehörige die Familie zerstören würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/in-zentralasien-werden-zukuenftig-wenig-menschen-russisch-sprechen/">In Zentralasien werden zukünftig wenig Menschen Russisch sprechen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nege.kz hat eine Publikation darüber gemacht, dass in Kasachstan „<em>LGBTQ stärker wird</em>“. Der Autor stellte die Frage: „<em>Soll man Handlungen verbieten, die den Traditionen unserer Vorfahren zuwiderlaufen oder soll man den Belangen des Globalisierungsprozesses nachgeben,</em> <em>es ausleben wie im Westen?</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Worin besteht die Gefahr der Kremlpropaganda für Kasachstan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Joldas Orisbaı gibt an, dass Russland darauf abzielt, seinen Einfluss in Kasachstan durch wirtschaftliche und politische Mittel zu verstärken. „<em>Deswegen versuchen russische Behörden ihren Einfluss auf Ak-Orda (Anmerkung der Redaktion: Residenz des Präsidenten Kasachstans) zu demonstrieren, wenn kasachstanische Behörden sich mit amerikanischen, europäischen und chinesischen Politikern treffen</em>“, sagt der Medienexperte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel führte er die Worte der russischen Fernsehmoderatorin Tina Kandelaki darüber an, dass sie in Kasachstan „<em>langsam, aber sicher fortfahren, die russische Sprache auf der staatlichen Ebene zu verdrängen</em>“. Diese Erklärung gab sie am 16. Januar 2024 und am 18. Januar 2024 machte der Präsident der Republik Kasachstan einen offiziellen Besuch in Italien. „<em>Das kann ein Zufall sein</em>“, schließt Orisbaı nicht aus. „<em>Aber sehr wahrscheinlich ist, dass das eine Propaganda-Methode war, mit der der Kreml seine Abneigung ausdrückte, dass Kasachstan mit dem Westen zusammenarbeitet.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/loest-sich-zentralasien-von-russland/">Löst sich Zentralasien von Russland?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Duman Smakov, Chefredakteur der kasachischsprachigen Version von Factcheck.kz, warnt davor, dass Kreml-Propaganda schnell Massenunruhen in der Bevölkerung provozieren und separatistische und extremistische Stimmungen schüren könnte, die die Stabilität Kasachstans bedrohen. Ähnliche Methoden wurden in der Ukraine und in Moldau angewandt. Seiner Meinung nach sollte russische Propaganda als grundlegende Informationsbedrohung betrachtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Russische Propaganda zielt darauf ab, Spaltung in der kasachstanischen Gesellschaft zu schaffen, während sie Aufmerksamkeit auf die Nutzung der russischen Sprache betont und Zweifel in den Prozess der Dekolonialisierung aufrechthält. Das kann zu einem Wachstum des Einflusses der Propaganda und der kremlfreundlichen Stimmung in der Bevölkerung führen</em>“, fügt Joldas Orisbaı hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Şalkar Nurseit stimmt zu, dass Propaganda darauf abzielt, die Gesellschaft zu polarisieren: „<em>Ich will anmerken, dass Polarisierung ein integraler Teil der Entwicklung der heutigen Gesellschaft ist. Nichtsdestotrotz wird Propaganda diesen Prozess verstärken und ein Hindernis für die sozio-politische Stabilität Kasachstans werden.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Bedrohung, über die Şalkar Nurseit spricht, ist die Stigmatisierung der Frage der Menschenrechte und die Ideen des Liberalismus in Kasachstan. „R<em>ussische Propaganda hat in diesem Fall auch Einfluss, weil viele kasachischsprachige Menschen russische Propagandaideen in die kasachische Sprache übertragen. Viele Kasachischsprachige, die bilingual sind (und auch die russische Sprache können – Red.), werden Opfer dieser Propaganda, und tragen zu Stigmatisierung des Liberalismus und der Menschenrechte bei</em>“, bedauert Nurseit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/pressefreiheit-in-zentralasiatischen-laendern-verschlechtert-sich/">Pressefreiheit in zentralasiatischen Ländern verschlechtert sich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Experte gibt an, dass Kreml-Propaganda langfristig Einfluss auf die Selbstbestimmung der Bevölkerung Kasachstans nehmen kann. „<em>In den strategischen Dokumenten des Kremls wird die russische Welt neuerdings als Zivilisation definiert, was den Einsatz der russischen Sprache und Kultur als politisches Instrument im postsowjetischen Raum impliziert. Dies wird sich direkt auf unser Land auswirken und sich negativ auf die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kasachstaner auswirken</em>“, ist sich der Politologe sicher. Seiner Meinung nach bedeutet dies auch, dass die russische Propaganda die Etablierung der kasachischen Sprache als Staatssprache und den Übergang des kasachischen Alphabets vom kyrillischen zum lateinischen Alphabet weiter entgegenstehen wird. „<em>Das bedeutet, es wird nicht leicht, einen einheitlichen Informations- und Ideologieraum auf Grundlage einer kasachischen Staatssprache zu schaffen</em>“, sagt Nurseit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie kann die Kreml-Propaganda bekämpft werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Joldas Orisbaı befürchtet, dass die Rhetorik des Kremls schon in naher Zukunft direkt auf der kasachischen Sprache verbreitet werden könnte. Duman Smakov warnt davor, dass dies Generationen genauso stark beeinflussen werde wie die sowjetische Propaganda und davor die Propaganda des Russischen Reiches. Deswegen ist es laut Duman Smakov im Kampf gegen Propaganda wichtig, konkrete Maßnahmen zum Verbot von Kriegspropaganda anzuwenden, die formell auch durch die Verfassung verboten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Unabhängige Medien müssen Prebunking betreiben, das heißt präventiv Propagandanarrative Russlands dekonstruieren. Es ist nötig, die Qualität kasachischsprachiger Informationen zu steigern, und auch das kasachischsprachige Publikum zu vergrößern. Es ist nötig, nicht nur leichte, humorvolle Inhalte anzustoßen, sondern auch politische</em>“, schlägt Smakov vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Joldas Orisbaı betont, dass die Fähigkeit kasachischsprachiger Journalist:innen zur Überprüfung von Fakten verbessert werden müsse. „<em>Auf dem Markt Kasachstans gibt es sehr wenige Ressourcen für die Überprüfung von Fakten. Wenn jede Redaktion unabhängige Spezialisten aufstellen könnte, die sich mit Faktenchecks befassen würden, würde der Medienmarkt profitieren</em>“, sagt Joldas Orisbaı. Aber nach Ansicht des Experten ist der Raum für Faktenchecks für viele Journalist:innen eingeschränkt, weil sie außer Russisch als Zweitsprache keine anderen Sprachen beherrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kein-herz-fuer-russische-kuenstler/">Kein Herz für russische Künstler</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jalkar Nurseit schätzt, dass für die Lösung des Problems ein komplexer Ansatz nötig sei. „<em>An erster Stelle steht die Liberalisierung des politischen Systems, die politischen Wettbewerb und Meinungsfreiheit gewährt. Ohne diese ist es nicht möglich, Propaganda zu bekämpfen – weder in kasachischsprachigen noch in russischsprachigen Medien. Zweitens muss besonders einer Erhöhung der Qualifizierung von Journalisten Aufmerksamkeit geschenkt und ein Akzent auf die Einhaltung journalistischer Standards gesetzt werden. Da hinken wir hinterher</em>“, merkt Nurseit an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seiner Meinung nach brauchen Medien auch stabile Finanzierungsmodelle. „<em>Jetzt hängen viele Medien von staatlichen Informationsaufträgen ab, das beeinflusst stark die Qualität ihrer Beiträge</em>“, bedauert der Politologe. „<em>Diese Medien dienen als Propaganda-Sprachrohr des autoritären Regimes.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Komponenten, an denen gearbeitet werden müsse, sein die Steigerung der Medienkompetenz und die Entwicklung kritischen Denkens beim kasachstanischen Publikum.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Moldir Utegenova und Duman Terlikbaev für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von der Novastan-Redaktion</strong></p>



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		<title>„Darmarka“: Wie Umweltaktivist:innen in Almaty alte Dinge recyclen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 10:07:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Darmarka]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Almaty, der gr&#xF6;&#xDF;ten Stadt Kasachstans, werden seit vielen Jahren regelm&#xE4;&#xDF;ig verschiedene Umweltinitiativen umgesetzt. &#x201E;Darmarka&#x201C; &#x2013; eine dieser Initiativen &#x2013; ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil von Almatys &#xD6;kokultur der Stadt geworden. &#x201E;Darmarka&#x201C; [ein Wortspiel aus Russisch &#x201E;darit&#x201C; (geben) und &#x201E;jarmarka&#x201C; (Jahrmarkt)] ist eine Plattform zum Spenden und Tauschen gebrauchter Dinge. Auf dem &#x201E;Darmarka&#x201C; kann [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Almaty, der größten Stadt Kasachstans, werden seit vielen Jahren regelmäßig verschiedene Umweltinitiativen umgesetzt. „Darmarka“ – eine dieser Initiativen – ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil von Almatys Ökokultur der Stadt geworden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Darmarka“ [ein Wortspiel aus Russisch „darit“ (geben) und „jarmarka“ (Jahrmarkt)] ist eine Plattform zum Spenden und Tauschen gebrauchter Dinge. Auf dem „Darmarka“ kann man auch „entrümpeln“ – man verschenkt, was man nicht braucht, und findet, was man braucht. Und das kostenlos. Alle Seiten profitieren. Darüber hinaus erhält der Gegenstand selbst ein zweites Leben, anstatt im Müll zu landen. „Darmarka“ gibt es in <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/">Almaty</a> seit 2017 und wird mittlerweile monatlich durchgeführt. Bis Mitte August fanden bereits 39 „Darmarkas“ statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der erste „Darmarka“ unter meiner Leitung fand 2019 statt. Damals kamen etwa 20 Besucher, heute sind es jedes Mal etwa 2.000“</em>, sagt Kamila Akimbekova, Öko-Influencerin und Organisatorin der „Darmarkas“. <em>„Unser Projekt ist sozial und gemeinnützig, weil wir zwei Ziele verfolgen: Umweltbildung und Hilfe für Bedürftige.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verbrauch weniger!</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kamila Akimbekova wollen die Umweltaktivist:innen mit Hilfe von „Darmarka“ die Menschen auf das Problem des Überkonsums aufmerksam machen. Ihrer Meinung nach ist der Konsum nahezu unkontrollierbar geworden. Menschen kaufen Dinge, auch wenn sie von schlechter Qualität sind. Die Lebensdauer solcher Dinge ist kurz, darüber hinaus werden viele dieser gekauften Artikel gar nicht verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kaum jemand weiß, dass die Textilindustrie eine bedeutende Rolle bei der Umweltverschmutzung spielt“</em>, fährt Kamila fort. <em>„Wir sprechen nicht nur davon, dass Dinge auf Mülldeponien landen und Müllberge bilden, was sich negativ auf die Umwelt auswirkt. Sondern wir reden auch über den Produktionsprozess selbst, wenn Farben verwendet werden, wenn Fabriken Schadstoffe in die Atmosphäre abgeben und viel Strom verbrauchen. Wir müssen auch die schlecht bezahlte Arbeit in Ländern der Dritten Welt erwähnen.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative „Darmarka“ versucht den Menschen zu vermitteln, dass es besser ist, nur hochwertige Dinge zu kaufen, die sie auch tatsächlich nutzen. Wenn etwas nicht gebraucht wird, kann es an andere Menschen weitergegeben werden, wodurch weniger natürliche Ressourcen für die Herstellung unnötiger Dinge verbraucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was findet man auf dem „Darmarka“? Fast alles: Spielzeug, Kinderbedarf, Accessoires, Taschen, Bettwäsche, Vorhänge, Sportgeräte, Geschirr, Elektrogeräte, Bücher und mehr. Die größte Nachfrage besteht laut den Organisator:innen nach Kinderspielzeug, Kinderwagen, Hochstühlen etc. Das alles ist sofort vergriffen. Auch Schuhe sind sehr gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wilde-muellkippen-in-kasachstan-warum-gibt-es-sie-und-wie-kann-man-sie-bekaempfen/"><strong>Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den Besucher:innen mitgebrachten Dinge werden vorsortiert und dann zur Schau gestellt. Nicht alle Dinge finden gleich beim ersten Mal neue Besitzer:innen – nach einem „Darmarka“ bleibt immer etwas übrig. Kamila erinnert sich, dass es nach den ersten „Darmarkas“ mehrere Pakete gab, die sie selbst an gemeinnützige Stiftungen spendete. Jetzt sind noch 2-3 Tonnen an Dingen übrig, für deren Transport ein LKW benötigt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das zweite Leben der Rohstoffe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Aliıa Salmenova, Direktorin und Mitbegründerin der öffentlichen Stiftung Greenup.kz und der Umweltbewegung <a href="https://recyclebirge.kz/">Recycle Birge</a>, beteiligt sich ständig an der Organisation von „Darmarkas“. Die gesamte Wertstoffsammlung liegt auf ihren Schultern. Im Laufe der Jahre wurde im Rahmen von Öko-Aktionen mehr als 23 Tonnen wiederverwertbare Materialien und mehr als 10 Tonnen Kleidung für gemeinnützige Stiftungen gesammelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben die größte Liste recycelbarer Materialien, die in Almaty akzeptiert werden. Wir nehmen 17 verschiedene Arten an: Kunststoff mit der Markierung 1, 2, 4, 5 (die Zahlen geben die Art des Kunststoffs an – Anm. CABAR) in harter und weicher Form, Altpapier, Pappe, Aluminium, Glas, auch farbiges Glas, Dosen, Schaumstoff, Plastik, abgelaufene Medikamente, Elektroschrott, quecksilberhaltiger Abfall, gebrauchtes Pflanzenöl“</em>, listet Salmenova auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leute in Almaty bringen vor allem Plastik, Altpapier und farbiges Glas mit. <em>„Weil niemand außer uns das akzeptiert“</em>, erklärt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tazar-recycling-initiatives-ein-interview-mit-ainura-sagyn/"><strong>Tazar Recycling Initiatives – ein Interview mit Ainura Sagyn</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Arten von wiederverwertbaren Materialien werden sofort an Verarbeiter:innen oder Handwerker:innen weitergegeben (Darmarka unterstützt 18 kreative soziale Projekte). Handwerker:innen verwenden Stoffreste, alte Knöpfe, kaputte Uhren, Geräte, kaputte Mechanismen von Regenschirmen usw. <em>„Aus kaputten Uhren wird Spielzeug für Neujahr, Schmuck und Dekorationsgegenstände hergestellt“</em>, nennt Salmenova als Beispiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es bei „Darmarka“ immer einen separaten Container zum Sammeln von Ersatzteilen aus defekten Computern. Der Freiwillige Ravil Nasifullin baut aus diesen Komponenten funktionierende Computer zusammen. Er spendet sie kostenlos an Kinder in Not. Insgesamt unterstützt „Darmarka“ vier Wohltätigkeitsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Kasachen werfen alte Bettwäsche normalerweise nicht weg, sie liegt also in Stapeln und sammelt sich jahrelang an&#8230; Bringt sie zu uns!“</em> – appelliert Aliıa. Diese Wäsche würden Tierheime gerne entgegennehmen. Sie stellen daraus Verbandmaterial und Betten für ihre Schützlinge her. Die Liste dessen, was die Aktivist:innen sammeln, wird ständig erweitert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Langsam, aber sicher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisator:innen von „Darmarka“ wollen ökologische Gewohnheiten und verantwortungsvollen Konsum in den Alltag der Bürger:innen bringen. Um dies zu erreichen, hält die Organisation Vorträge in Schulen, Universitäten, Privatunternehmen und bei städtischen Veranstaltungen. <em>„Alle Umweltschützer haben das gleiche Ziel – dass unsere Aktivitäten überflüssig werden, dass die Menschen umweltfreundlicher werden, achtsamer mit ihrem Konsum umgehen und verantwortungsvoller in ihren Entscheidungen sind. Neulich beschwerte sich einer der Besucher der „Darmarka“: Man sortiert die Sachen, bringt sie und dann sind es wieder viele. Was bedeutet das? Wir müssen den Verbrauch reduzieren und Ressourcen sinnvoll nutzen“</em>, sagt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist zuversichtlich, dass den Kasachstaner:innen bereits im Kindergarten beigebracht werden sollte, Müll zu trennen, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und verantwortungsvoller zu konsumieren. Kinder sind dabei die besten Motivator:innen für ihre Eltern, die sich auch an diesem Prozess beteiligen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/"><strong>Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umweltaktivist:innen haben bereits festgestellt, dass ökologisches Denken für immer mehr Menschen zur Leitlinie wird. <em>„Bei den ersten Öko-</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Subbotnik"><em>Subbotniks</em></a><em> (sie werden seit 2017 von Recycle Birge veranstaltet – Anm. CABAR) reagierten die Leute um mich herum so: „Die Stadtverwaltung hat dich bezahlt, komm zu mir nach Hause und räume auf.“ Die Leute haben nicht verstanden, warum wir aus eigener Initiative an Subbotniks teilnahmen. Jetzt sind wir bekannt, unsere Aktivitäten haben die Zustimmung und Unterstützung der Bürger gefunden – sie kommen selbst zu unseren Veranstaltungen. Dies ist einer der Indikatoren dafür, dass unsere Gesellschaft für die umfassende Umsetzung von Öko-Prinzipien bereit ist. Wir müssen uns nur ein wenig anstrengen“,</em> sagt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Behörden haben ihre Einstellung verändert: Staatliche Organe begannen sich für das Projekt „Darmarka“ zu interessieren. Sie helfen bei der Verbreitung von Informationen, der Suche nach Veranstaltungsorten etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Errungenschaft der Aktivist:innen aus Almaty besteht darin, dass das Format „Darmarka“ auch in anderen Städten übernommen wurde. <em>„Ich habe Mädels aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana"><em>Astana</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau"><em>Atyrau</em></a><em> und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau"><em>Aqtau</em></a><em> beraten, die die Idee ebenfalls unterstützten und begannen, in ihren Städten „Darmarkas“ abzuhalten. Auch in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy"><em>Qarağandy</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe"><em>Aqtöbe</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petropawl"><em>Petropavl</em></a><em> und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent"><em>Shymkent</em></a><em> finden Aktionen statt. Letztes Jahr haben wir einen landesweiten Chat für diejenigen erstellt, die in ihren Städten „Darmarkas“ organisieren möchten. Wir sind immer offen und bereit, anderen zu helfen“,</em> versichert Kamila Akimbekova.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marina Hegaı für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/zachem-kazahstanskie-ekologi-sobirayut-starye-veshhi-gorozhan"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/darmarka-wie-umweltaktivistinnen-in-almaty-alte-dinge-recyclen/">„Darmarka“: Wie Umweltaktivist:innen in Almaty alte Dinge recyclen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Werden die Nationalparks Kasachstans die anthropogene Belastung verkraften können?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 15:55:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Covid hat die Einstellung zum Reisen innerhalb Kasachstans ver&#xE4;ndert. Als Reisen ins Ausland wegen Quarant&#xE4;ne verunm&#xF6;glicht wurden, entdeckten die Kasachstaner:innen touristische Ziele im eigenen Land. Viele touristische Orte in Kasachstan erlebten einen noch nie dagewesenen Zustrom von Besucher:innen. Doch der Tourismus zeigte auch eine andere, unsch&#xF6;ne Seite: M&#xFC;ll, Vandalismus und Br&#xE4;nde. In Kasachstan gibt es [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Covid hat die Einstellung zum Reisen innerhalb Kasachstans verändert. Als Reisen ins Ausland wegen Quarantäne verunmöglicht wurden, entdeckten die Kasachstaner:innen touristische Ziele im eigenen Land. Viele touristische Orte in Kasachstan erlebten einen noch nie dagewesenen Zustrom von Besucher:innen. Doch der Tourismus zeigte auch eine andere, unschöne Seite: Müll, Vandalismus und Brände.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan gibt es 14 Nationalparke, zehn Naturschutzgebiete und sieben Reservate. Besonders die Nationalparks sind beliebt: Im Jahr 2023 besuchten nach Angaben des staatlichen Unternehmens <a href="https://qaztourism.kz/en/">Kazakh Tourism</a> mehr als 2,4 Millionen Menschen die staatlichen Nationalparke. In den letzten fünf Jahren wurde ein deutlicher Anstieg von Tourist:innen beobachtet, dies am stärksten in den <a>Nationalparks </a><a href="#_msocom_1">[MH1]</a> <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ile-Alatau_National_Park">Ile-Alatauy</a> (775‘264 Personen im Jahr 2023), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Kolsai-Seen">Kölsaı-Seen</a> (244‘733), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Bajanaul">Baianauyl</a> (159‘127), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scharyn">Şaryn</a> (131‘264) und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sayram-Ugam_National_Park">Saıram-Ögem</a> (119‘614).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach der Pandemie nahm der Inlandstourismus weiter zu. Dazu kamen die Ströme der Tourist:innen aus dem Ausland, da mit einigen Staaten visafreie Regelungen eingeführt wurden. Nach Angaben des Ministeriums für Tourismus und Sport hat sich die Zahl der Besucher:innen aus China im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 verzwölffacht und deren aus Indien verdreifacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorsicht vor Tourist:innen!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltschützer:innen stellen fest, dass die Nationalparke in den letzten Jahren eine enorme Umweltbelastung erfahren haben: <em>„Vielerorts wird die anthropogene Belastung deutlich überschritten. Im </em>Şaryn<em>-Nationalpark beispielsweise ist die Vegetation zu 70-75 Prozent zerstört. Hier wird eine Autobahn entlang der Talsohle verlegt. Selbst das Fotografieren der schönen Landschaft der Schlucht ist jetzt fast unmöglich. Überall gibt es Plakate, Bänke, Mülltonnen und Gebäude”</em>, sagt Sergei Kuratov, Vorsitzender der ökologischen Gesellschaft <a href="https://www.instagram.com/green.salvation/">“Zeljonoe spasenie“</a> (dt. „Grüne Rettung“).</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Urlauber:innen wissen, wie man sich beim Besuch von Schutzgebieten zu verhalten hat. Kürzlich <a href="https://informburo.kz/novosti/v-burabae-nacali-ocistku-skal-ot-nadpisei-ostavlennyx-otdyxayushhimi-raboty-zaimut-neskolko-let">kündigte</a> man für den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Burabay_National_Park">Burabaı</a>-Nationalpark an, die Felsen von den Inschriften der Urlauber:innen zu reinigen. Der Nationalpark musste ein spezielles Gerät anschaffen, mit dem die Felsen durch ein Trockenstrahl-Vakuumverfahren gereinigt werden können und das die Umwelt nicht belastet. Diese Arbeiten werden mehrere Jahre in Anspruch nehmen, da fast alle Felsen an den Ufern der Seen in Burabaı beschriftet sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres, immer wiederkehrendes Problem im Zusammenhang mit dem Tourismus in Naturparks ist der Abfall. Trotz der Tatsache, dass ein Teil der am Eingang der Nationalparke erhobenen Umweltgebühr in die Abwasserentsorgung und Landschaftspflege fließt, ist das Problem des Mülls nach wie vor akut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kuratov meint dazu: <em>„Unsere Organisation hat wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Verwendung von Einwegplastik in Schutzgebieten zu verbieten. Dies hat bisher zu keinen Ergebnissen geführt.”</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mensch gegen Natur</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Artenvielfalt nimmt ab”</em>, ergänzt Svetlana Spatar, Projektleiterin der ökologischen Gesellschaft „Zeljonoe spasenie“ und zertifizierte Reiseleiterin. <em>„Auf beliebten Routen wird die Vegetationsdecke zertrampelt, die Bodenbeschaffenheit verschlechtert sich. Die Brandgefahr steigt durch die von Tourist:innen entzündeten Lagerfeuer. Die Lärmbelastung nimmt zu, was ein Störfaktor für Tiere ist. Auch der Auto- und Motorradtourismus wirkt sich negativ auf die Ökosysteme der Schutzgebiete aus.”</em> Laut Spatar hängt der Rückgang der Artenvielfalt auch mit dem Bau und der Entwicklung der touristischen Infrastruktur zusammen – neue Straßen, Parkplätze, Hotels, Restaurants, Strom- und Rohrleitungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Region Almaty</a> gewinnen die Nationalparks auch aus einem anderen Grund an Bedeutung, wie Spatar erklärt: <em>„Sie sind die wichtigsten und zuverlässigsten ‚Lieferanten‘ von hochwertigem Wasser und sauberer Luft für Millionen von Menschen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kirgistan-hat-die-absicht-in-einem-unesco-naturschutzgebiet-gold-abzubauen-und-ein-wasserkraftwerk-zu-errichten/">Kirgistan plant Goldabbau in einem Naturschutzgebiet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen der Republik Kasachstan bestätigte, dass in den letzten Jahren die Zahlen der Besucher:innen in den Nationalparks in der Nähe von Megastädten stark angestiegen sind und die festgelegten Normen für die Erholungsnutzung überschritten haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In dieser Hinsicht wird derzeit das System zur Regulierung des Stroms von Tourist:innen- und Besucher:innen in den <a>staatlichen Nationalparks </a>umgesetzt, wobei die Erholungskapazität der Naturgebiete berücksichtigt wird, touristische Routen und Wege entwickelt werden, die Sicherheit der Tourist:innen gewährleistet wird, eine geeignete Infrastruktur für Tourismus- und Freizeitaktivitäten geschaffen wird und Arbeiten zur Verbesserung der ästhetischen Qualität der touristischen Routen und Wege durchgeführt werden”</em>, berichtet das Umweltministerium. &nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sauberer Tourismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2022 wurde das Gesetzbuch für Ordnungswidrigkeiten um einen neuen <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/K1400000235">Artikel</a> ergänzt, der Fälle von Verstößen gegen die Schutzgebietsregelung abdeckt. Auch die Bußgelder für die Begehung einschlägiger Ordnungswidrigkeiten wurden erhöht. So wurde beispielsweise das Bußgeld für Verstöße gegen das Aufenthaltsverbot in bestimmten Arten von Schutzgebieten auf 18‘460 Tenge erhöht (umgerechnet 41 US-Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Alle staatlichen Nationalparke führen regelmäßig Kontrollen durch, um Ordnungswidrigkeiten in Bezug auf die Einhaltung der Hygienevorschriften in Schutzgebieten festzustellen. Darüber hinaus hat</em> <a href="https://recycle.kz/ru"><em>Jasyl Damu</em></a><em> (staatliche Organisation, die für die Umsetzung des Prinzips der erweiterten Pflichten der Produzent:innen verantwortlich ist, Anm. d. Red.) in diesem Jahr ein Pilotprogramm gestartet, um die Sammlung, Sortierung und Beseitigung von Abfällen in den staatlichen Nationalparks Kölsaı und </em>Şaryn<em> sicherzustellen”</em>, berichtet das Umweltministerium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel des Pilotprogramms ist es, positive Verhaltensmusters gegenüber der Umwelt durch die Umsetzung und Förderung des Konzepts <em>„Sauberer Tourismus”</em> zu schaffen. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen der Beherbergung einer großen Anzahl von Tourist:innen und der Erhaltung einzigartiger Naturkomplexe herzustellen. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, soll diese Erfahrung auf andere staatliche Nationalparke ausgeweitet werden. &nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Belastung reduzieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das nationale Unternehmen Kazakh Tourism berichtet, dass der Übergang zum Umweltmanagement und zur aktiven Anwendung grüner Technologien in den kasachstanischen Nationalparks 2019 mit der Einführung des Konzepts des Ökotourismus begann. Ökotourismus bedeutet minimale negative Auswirkungen auf die natürliche und soziokulturelle Umwelt und zielt darauf ab, die Umwelt zu erhalten und zu pflegen. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Ministeriums für Ökologie wurden in Ile-Alatauy, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Altyn-Emel-Nationalpark">Altynyemel</a> und Şaryn Projekte zur Entwicklung des Ökotourismus durchgeführt. Hier wurden Zentren für Besucher:innen gebaut, Glampingplätze eingerichtet und touristische Routen angelegt. Im Jahr 2024 soll der Bau eines Zentrums für Besucher:innen in der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Butakovsky_gorge">Schlucht Butakova</a> bei Almaty abgeschlossen sein. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-ein-lawinenjaeger-fuer-die-sicherheit-der-touristinnen-in-den-bergen-usbekistans-sorgt/">Wie ein Lawinenjäger für die Sicherheit der Tourist:innen in den Bergen Usbekistans sorgt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kazakh Tourism fügt hinzu, dass die amerikanischen Erfahrungen mit dem ökologischen Management von Nationalparks bei allen Projekten, die auf dem Gebiet der staatlichen Nationalparke durchgeführt werden, zum Tragen kommen. Derzeit gibt es im Land mehr als 40 Glampingplätze und 16 Zentren für Besucher:innen, von denen sieben in Nationalparks liegen. In den Zentren für Besucher:innen erhielten die Tourist:innen etwa Informationen über Öko-Wanderwege. &nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kazakh Tourism stellt außerdem fest, dass die Grundsätze der Umweltfreundlichkeit beim Bau von Öko-Hotels in den Regionen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Katon-Karagay_National_Park">Katonqarağaı</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Almaty</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqmola_(Gebiet)">Aqmola</a> intensiviert und etwa in den Nationalparks Şaryn und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Altyn-Emel-Nationalpark">Altynemel</a> Solaranlagen installiert wurden. Zu den weiteren Infrastruktureinrichtungen gehören Öko-Busse, die auf der touristischen Route von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shymbulak">Şymbūlaq</a> (einem Bergort in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>) eingesetzt werden. Expert:innen haben jedoch Zweifel an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Probleme in Schutzgebieten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sergei Kuratov wies auf die Hauptprobleme in den Schutzgebieten hin: <em>„Erstens entspricht die Gesetzgebung über Schutzgebiete nicht den Normen der internationalen Konventionen, die Kasachstan ratifiziert hat. Unsere Gesetzgebung steht sogar im Widerspruch zu den Anforderungen des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. Dies führt zu ernsthaften Problemen bei der Verwaltung der kasachstanischen Schutzgebiete, die auf der UNESCO-Liste des Welterbes stehen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Punkt ist, dass selbst die bestehenden Gesetze nur unzureichend durchgesetzt würden. <em>„Außerdem werden gegen Gesetze hauptsächlich von staatlichen Stellen verstoßen”</em>, meint Kuratov. <em>„So entschied der Oberste Gerichtshof am 31. Mai 2023 über die Klage unserer Organisation gegen das Akimat Almaty(Büro des Bürgermeisters, Anm. d. Red.). Die Klage wurde eingereicht, weil das Akimat 17 Jahre lang keine Schutzzone entlang der Grenze des </em>Ile-Alatau<em>y</em><em>-Nationalparks zur Stadt Almaty eingerichtet hatte. Der Oberste Gerichtshof verpflichtete das Akimat, eine Schutzzone einzurichten”</em>. Ein Jahr später sei die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs noch nicht umgesetzt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Drittens wird das Regime der Schutzgebiete sehr schlecht eingehalten”</em>, schließt Kuratov. <em>„Das zeigt sich daran, dass der Regionalpark </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Medeu_tract"><em>Medeu</em></a><em> und der Nationalpark </em>Ile-Alatau<em>y weiter ausgebaut werden. Die Entwicklung führt dazu, dass an einigen Stellen der Zugang zu Flüssen und Wanderwegen versperrt ist, was den Zugang der Tourist:innen zu natürlichen Objekten einschränkt”</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-klimawandel-und-hochwasser-ist-kasachstan-gewappnet-fuer-neue-katastrophen/">Der Klimawandel und Hochwasser: Ist Kasachstan gewappnet für neue Katastrophen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sind in Nationalparks zahlreiche Ruinen entstanden. Einige von ihnen sind verlassene Strukturen aus der Sowjetzeit, aber es gibt auch viele, die erst vor relativ kurzer Zeit entstanden sind. <em>„Die Versuche unserer Organisation, den Abriss der Ruinen, die das Leben der Besucher:innen der Nationalparks bedrohen, durchzusetzen, haben bisher zu keinen nennenswerten Ergebnissen geführt”</em>, beklagt Kuratov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schlucht Aqsai im Ile-Alatauy-Nationalpark wurden mehr als 12‘000 Bäume auf dem entlang des Flusses abgetragenen Gebiet unter dem Vorwand gefällt, dass eine Wasserleitung gebaut werden müsse. <em>„Aussagen, dass die Verwaltung von Schutzgebieten nach amerikanischem Vorbild erfolgt, entsprechen, gelinde gesagt, nicht der Realität. Unsere Organisation hat wiederholt die Frage der Schaffung eines Instituts für Förster:innen in den staatlichen Nationalparks aufgeworfen, um die amerikanischen Erfahrungen zu nutzen”</em>, meint Kuratov. Ihm zufolge wird dies seit 15-20 Jahren diskutiert, aber bisher hat sich nichts geändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir glauben, dass die Maßnahmen zur Verringerung des anthropogenen Drucks auf die Schutzgebiete, die jetzt von den staatlichen Behörden durchgeführt werden, eindeutig unzureichend sind”</em>, fasst der Experte zusammen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marina Hegai für Cabar</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/smogut-li-natsionalnye-parki-kazahstana-spravitsya-s-antropogennoj-nagruzkoj">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/werden-die-nationalparks-kasachstans-die-anthropogene-belastung-verkraften-koennen/">Werden die Nationalparks Kasachstans die anthropogene Belastung verkraften können?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ohne Ausweis: Das Schicksal der „vergessenen“ Menschen in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ohne-ausweis-das-schicksal-der-vergessenen-menschen-in-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2024 15:58:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatsbürgerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Lage der Staatenlosen in den zentralasiatischen L&#xE4;ndern hat sich in den letzten Jahren verbessert. Doch trotz aller Fortschritte bringt das Thema Herausforderungen mit sich, wie das Beispiel Tadschikistan zeigt. Die 68-j&#xE4;hrige Mawdschuda Allanasarowa aus der l&#xE4;ndlichen Gemeinde Istiqlol (im Norden Tadschikistans, Anm. d. &#xDC;.) geh&#xF6;rt zu den Menschen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Lage der Staatenlosen in den zentralasiatischen Ländern hat sich in den letzten Jahren verbessert. Doch trotz aller Fortschritte bringt das Thema Herausforderungen mit sich, wie das Beispiel Tadschikistan zeigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 68-jährige Mawdschuda Allanasarowa aus der ländlichen Gemeinde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Istiqlol">Istiqlol</a> (im Norden Tadschikistans, Anm. d. Ü.) gehört zu den Menschen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine Papiere mehr hatten. Während des Bürgerkriegs 1993/94 kamen Vertreter des Pass-Amtes in das Dorf, sammelten die roten sowjetischen Pässe ein und versprachen, neue Pässe auszustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nicht alle bekamen einen. Auch Mawdschuda hat ihren neuen Pass nicht erhalten. Das störte sie damals überhaupt nicht, denn sie dachte, das Dokument sei nur eine Formalität. <em>„Damals wusste ich noch nicht, dass nach dem Zusammenbruch der Union jedes Land seine eigenen Grenzen, Gesetze und Dokumente haben würde. Bis ich in eine Situation geriet, in der ich einen Reisepass brauchte“</em>, <a href="https://longreads.cabar.asia/statelessness_tj">erzählt sie</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Tadschikistan und Usbekistan war eine richtige Staatsgrenze entstanden. Um Verwandte im Nachbarland zu besuchen, brauchte die Frau nun ein offizielles Dokument, das ihre Identität bestätigt. Mawschuda hatte aber keins: Sie konnte nicht einmal eine Geburtsurkunde finden. Da machte sie sich Sorgen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Mawdschuda ist in der Usbekischen Sowjetischen Sozialistischen Republik geboren und brauchte die Hilfe von Verwandten, um ihre Geburtsurkunde in den usbekischen Archiven zu finden. Gleichzeitig suchte sie ihren sowjetischen Reisepass, den die Behörde ihr weggenommen hatten. Nach einer Weile brauchte sie auch ihre Heiratsurkunde, die ebenfalls irgendwo verloren gegangen war. So dauerte es mehr als 15 Jahre, bis Mawschuda die tadschikische Staatsbürgerschaft wiedererlangte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ohne dieses Dokument hatte ich keine Rechte. Meine Nichten lachten über mich und nannten mich einen &#8218;Menschen in der Luft&#8216;. Am Anfang war das lustig, aber später wurde es bitter: Jahrelang habe ich in einer </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kolchos"><em>Kolchose</em></a><em> gearbeitet. Man hat mir aber gesagt, dass ich ohne Dokumente in Zukunft keine Rente bekomme. Ich bekam keine Wahlbenachrichtigung und ich konnte meine Nebenkosten nicht bezahlen. Als ich meinen tadschikischen Pass zum ersten Mal erhielt, weinte ich vor Freude. Mein Mann organisierte sogar eine Party, um meine Staatsbürgerschaft zu feiern“</em>, sagt Mawdschuda.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Herausforderungen und Reformen in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Flüchtlingskommissar_der_Vereinten_Nationen">UNHCR</a> (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) riskierten seit 2014 mehr als 60.000 Menschen, in die Kategorie der Staatenlosen zu fallen. Zu dieser Kategorie gehörten auch Menschen, die de facto staatenlos sind – also ausländische Staatsangehörige, die aus irgendeinem Grund ihre Staatsbürgerschaft verloren haben. Bis Ende 2023 hat man für mehr als 58.000 von ihnen eine Entscheidung über ihren Status getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2008 nimmt das Büro des Ombudsmanns für Menschenrechte in Tadschikistan Beschwerden von Staatenlosen entgegen, um die Wiederherstellung ihrer verletzten Rechte und Freiheiten zu erleichtern. Darüber hinaus bestehen mehrere internationale Menschenrechtsabkommen zur Verhinderung oder Verringerung von Staatenlosigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2022 ist der Menschenrechtsbeauftragte in Tadschikistan als staatliche Stelle für die Gleichstellung und die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung zuständig. In jeder Region ist er durch lokale Anlaufstellen vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/einbuergerung-auslaendischer-athletinnen-ein-beitrag-zum-kasachstanischen-sport/">Einbürgerung ausländischer Athlet:innen: Ein Beitrag zum kasachstanischen Sport?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">CABAR erfuhr, wie oft sich Menschen ohne Papiere mit der Frage der Staatsbürgerschaft an sie wenden. <em>„Wir arbeiten nun schon das vierte Jahr, aber wir haben bisher noch keinen einzigen Antrag zu diesem Thema erhalten. Trotzdem arbeiten wir weiter“</em>, sagte Habiba Hamidowa, Vertreterin des UNHRC in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation der Staatenlosigkeit in Tadschikistan sei unklar, sagt sie. Es gebe keine speziellen Studien, um die Zahl der im Land lebenden Menschen ohne Papiere zu ermitteln. Die NGO „Tschaschmai Hayot“ beschäftigt sich hauptsächlich mit Arbeitsmigration und der Verhinderung von Menschenhandel.&nbsp; Sie unterstützen Menschen ohne Papiere, die Beschäftigungsprobleme haben. Diese verweisen sie an den Ausschuss für Frauen und Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rafoat Bobojewa, eine Familienberaterin dieser Einrichtung, betreute einen Mann, der keine Dokumente besaß, und verwies ihn an die regionale Verwaltungs- und Rechtsabteilung. <em>„Dank der gemeinsamen Arbeit von staatlichen Behörden und öffentlichen Organisationen erhielt der Mann alle seine Ausweispapiere zurück. Jetzt kann er eine Arbeit finden und seinen Lebensstandard verbessern“</em>, erklärt die Familienberaterin.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein wichtiger Schritt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2019 können Staatenlosen und ausländischen Staatsbürgern, die sich (laut der Aufenthaltsbestimmungen für Bürger der ehemaligen UdSSR) illegal im Land aufhalten, ihren Rechtsstatus legalisieren und regeln. Das UNHCR bewertete das Gesetz als einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die Staatenlosigkeit im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein gemeinsames Projekt von Regierung, UNHCR und verschiedenen NGOs ermittelt in fünf Regionen Tadschikistans Lösungen für staatenlose Personen und Menschen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit, wie zum Beispiel Bürger der ehemaligen Sowjetunion.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/"><strong>Menschenrechte in Tadschikistan: Interview mit der UN-Berichterstatterin</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Das Recht auf Staatsangehörigkeit ist ein Menschenrecht. Die Regierung ist sehr daran interessiert, dieses Problem anzugehen“</em>, erklärt Hisraw Holow, nationaler Berater für internationalen Schutz des UNHCR in Tadschikistan. Der Beitritt zur globalen Allianz gegen Staatenlosigkeit wäre ein wichtiger Schritt und könnte potentielle Geber zur finanziellen Unterstützung animieren. Diese Option sollte die Regierung gemeinsam mit Partnern prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der Staatenlosigkeit bleibt trotz der Bemühungen der tadschikischen Regierung ungelöst. Experten zufolge sind die Menschen in einem Labyrinth bürokratischer Verfahren gefangen und werden ihrer Grundrechte und ihres sozialen Schutzes beraubt. Es bedarf also weiterer Anstrengungen, um ihre Probleme zu lösen und sicherzustellen, dass alle tadschikischen Bürger vor dem Gesetz gleichgestellt sind.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Central Asian Bureau for Analytical Reporting (via Asia-Plus)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20240526/bez-pasporta-sudbi-zabitih-lyudei-v-tadzhikistane"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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