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	<title>Anastasiia Shevtsova, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Anastasiia Shevtsova, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Kirgistan: Ramadan in Quarantäne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 07:11:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Ramadan]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute, am 24. April, beginnt in Kirgistan und im weiteren Zentralasien der heilige Monat Ramadan. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie wird von den meisten Gl&#xE4;ubigen erwartet, dass sie zu Hause religi&#xF6;se Rituale feiern.&#xA0; Der heiligste Monat des Islam, der Fastenmonat Ramadan, beginnt in den L&#xE4;ndern Zentralasiens am 24. April. Die meisten der Einwohner der Region [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Heute, am 24. April, beginnt in Kirgistan und im weiteren Zentralasien der heilige Monat Ramadan. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie wird von den meisten Gläubigen erwartet, dass sie zu Hause religiöse Rituale feiern.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der heiligste Monat des Islam, der Fastenmonat Ramadan, beginnt in den Ländern Zentralasiens am 24. April. Die meisten der Einwohner der Region identifizieren sich mit dem Islam, wenn auch nicht alle die Religion praktizieren. Zum Ramadan gehören mitunter das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, besondere Gebete und das Spenden von Almosen.</p>
<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>
<p style="text-align: justify">Während der Ramadan in der Regel ein gemeinschaftlicher Feiertag ist, an dem die Familien um Fastenbrechen und andere Rituale zusammenkommen, werden die Feierlichkeiten in Zeiten der Selbstisolierung wahrscheinlich eine andere Form annehmen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Religiöse Autoritäten rufen zur Disziplin auf</strong></p>
<p style="text-align: justify">In Kirgistan bittet die Geistige Verwaltung der Muslime (DUMK) darum, von gemeinschaftlichen Praktiken abzusehen. Am 14. April <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/16/iftary-nuzhno-provodit-doma-muftij-prizval-veruyushhih-soblyudat-karantin-vo-vremya-ramazana/">bat der Obermufti</a> Maksat adschy Toktomuschew Gläubige darum, die Quarantänebestimmungen einzuhalten: &#8222;<em>In Zusammenhang mit der Verlängerung des Ausnahmezustandes, rufe ich alle zur Disziplin und zur Geduld auf</em>&#8222;. Er fügte hinzu, dass auch das Fastenbrechen „Iftar“ und die nächtlichen Gebete, zu denen sich Familien und Bekannte üblicherweise versammeln, zu Hause stattfinden sollen „<em>bis sich die Situation verbessert</em>“.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-die-aktuelle-lage-in-zentralasien/">Coronavirus &#8211; die aktuelle Lage in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die religiösen Autoritäten in Kirgistan werden ebenfalls über soziale Netzwerke mit den Religionsgemeinschaften kommunizieren. Lokale Religionsführer wie Abdulasis Sakirow, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Q%C4%81d%C4%AB#Andere_Amtstr%C3%A4ger_mit_Justizaufgaben_in_islamischen_L%C3%A4ndern">Kazy</a> (Hauptrichter eines Schari&#8217;a-Gerichts) in Dschalal-Abad, nehmen ebenfalls an Sensibilisierungsaktivitäten teil.</p>
<p style="text-align: justify">Bei einem Treffen mit anderen Richtern über Zoom <a href="https://muftiyat.kg/janylyktar/18526/?fbclid=IwAR0Dre_ZoCllVfJBT3MxsmKlwMa5vdt3GKkjDDb8O6vXA7rZ1ID--8F73NI">wies Sakirow</a> die Menschen an, keine Einladungen zu kollektiven Gebeten anzunehmen und von großen Fastenzeremonien abzusehen. Informationen wie die Zeit des Fastens oder die Höhe der zu vergebenden Almosen werden per Mobiltelefon und soziale Netzwerke erklärt. Tatsächlich führte die DUMK auch die <a href="https://muftiyat.kg/janylyktar/18510/">Möglichkeit</a> ein, Almosen über mobile Bank- und Zahlungsterminals zu bezahlen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine helfende Hand oder Stöcker in die Räder?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zu Beginn der Pandemie waren die religiösen Autoritäten in Kirgistan allerdings zögerlich bei der Durchführung von epidemiologischen Empfehlungen. Als das Gesundheitsministerium die DUMK Anfang März bat, die Zahl der Teilnehmer an Freitagsgebeten zu begrenzen, <a href="https://24.kg/obschestvo/145674/">erklärte</a> die Direktion zunächst, dass sie den Gläubigen den Besuch von Moscheen zum Freitagsgebet nicht verbieten könne. &#8222;<em>Es ist nicht richtig, das Freitagsgebet zu verbieten, weil man sich mit dem Coronavirus anstecken könnte</em>&#8222;, antwortete der Pressesekretär der DUMK, Maksat Atabajew, damals auf eine Anfrage von 24.Kg. Zwei Tage später <a href="https://ru.sputnik.kg/society/20200308/1047317948/muftiyat-tuloo-koronavirus.html">hielt</a> die geistliche Leitung eine Opferzeremonie in der Zentralmoschee von Bischkek gegen die Verbreitung des Coronavirus ab.</p>
<p style="text-align: justify">Doch als der Sicherheitsrat am 14. März die Schließung aller Schulen und Universitäten <a href="https://24.kg/vlast/146517_shkolyi_ivuzyi_kyirgyizstana_zakryivayut_natrehnedelnyiy_karantin_s16marta/">veranlagte</a>, erließ die DUMK ebenfalls eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fatwa">Fatwa</a> (eine gesetzliche Erklärung), wonach alle religiösen Schulen geschlossen, die Dauer der Freitagsgebete verkürzt und gefährdete Personen vom Besuch der Moscheen ausgeschlossen wurden. Am 17. März, dem Vortag der ersten registrierten Coronavirus-Fälle, <a href="https://24.kg/obschestvo/146821/">kündigte</a> der Obermufti Toktomuschew eine vorübergehende Aussetzung der Freitagsgebete an.</p>
<p style="text-align: justify">Da die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-bestaetigt-erste-faelle-von-coronavirus/">ersten Coronavirus-Fälle</a> in Kirgistan bei einer Gruppe von Menschen gefunden wurden, die von ihrer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFUmra">kleinen Pilgerfahrt</a> nach Mekka zurückkamen, wurde religiösen Autoritäten teils vorgeworfen, für den Ausbruch mitverantwortlich zu sein. Doch wie die Staatliche Agentur für religiöse Angelegenheiten <a href="https://www.vb.kg/doc/386381_goskomissiia:_k_malomy_hadjy_myftiiat_i_gosorgany_otnosheniia_ne_imeut.html">beobachtete,</a> werden kleine Pilgerfahrten im Gegensatz zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haddsch">Haddsch</a>-Pilgerfahrt, die von der DUMK organisiert wird, meist über private Tourismusunternehmen geplant.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Ausnahmezustand in Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Ausnahmezustand gilt in Kirgistan seit dem 25. März und bis zum 30. April. Wie der Gesundheitsminister am 23. April <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/23/kyrgyzstan-dostigaet-pika-zarazheniya-koronavirusom-minzdrav/">ankündigte</a>, wird der Höhepunkt der Epidemie in Kirgisistan in Kürze erwartet, da etwa die Hälfte der registrierten Fälle von Covid-19 bereits geheilt ist. Am 20. April erklärte auch der Präsident Sooronbaj Dscheenbekow, nach dem Infektionshöhepunkt sollen Betrieben schrittweise wieder geöffnet werden: „<em>Es ist am härtesten für die, die von ihrem Lebensunterhalt durch ihre alltägliche Arbeit verdienten. Ihnen</em> <em>m</em><em>ü</em><em>ssen</em> <em>wir</em> <em>helfen</em><em>. </em><em>Es ist am härtesten für die, die im Dienstleistungsbereich arbeiten. Wir planen ihnen die Möglichkeit zu geben, wieder zu arbeiten. Aber die Zeit dafür ist noch nicht gekommen.</em>“</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/islam-kirgistan-droht-auseinanderzubrechen/">Islam &#8211; &#8222;Kirgistan droht auseinanderzubrechen&#8220;</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nichtsdestotrotz könnten die Quarantänemaßnahmen noch weiter verlängert werden, um einen erneuten Ausbruch der Coronavirus-Epidemie zu verhindern, möglicherweise sogar bis zum Ende des Ramadans. „<em>Ich weiß nicht, ob es viele Unterschiede bei der Einhaltung geben wird. Eines ist sicher, ich werde zu Hause kochen müssen. Ich glaube nicht, dass die Menschen zu Hause bleiben werden, zumindest nicht während der zweiten Hälfte des Fastenmonats Ramadan. Ich gehe davon aus, dass die Regierung die Sperrzeit bis zum Ende des heiligen Monats, dem 23. Mai, verlängern wird, das macht Sinn</em>“, erklärt Kanat, ein Einwohner von Bischkek, auf Anfrage von Novastan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ramadan zu Hause in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch in anderen zentralasiatischen Ländern forderten die spirituellen Gremien die Bürger auf, den Ramadan zu Hause zu verbringen. In Kasachstan organisieren die religiösen Behörden Online Formate, um alle Fragen zum Ramadan während einer Pandemie zu beantworten. Der Hauptmufti Nauryzbaı qajy Taǵanuly <a href="https://www.muftyat.kz/ru/news/qmdb/2020-04-21/31071-verkhovnyi-muftii-budet-provoden-onlain-proekt-tridtsat-propovedei-na-tridtsat-dnei/">kündigte an</a>, dass während der 30 Tage des Fastens qualifizierte Imame im Rahmen des Online-Projekts „Dreißig Predigten für dreißig Tage“ über Fernsehkanäle Vorträge halten werden. Dadurch können Gläubige den Anweisungen und Predigten der Geistlichen zuzuhören, ohne das Haus zu verlassen.</p>
<p style="text-align: justify">In Usbekistan sieht <a href="http://muslim.uz/index.php/rus/novosti-2018/item/20002-v-uzbekistane-mesyats-ramazan-nachnetsya-24-aprelya">das Dekret</a> des Präsidenten Shavkat Mirziyoyev über den Monat Ramadan vor, dass alle religiösen Veranstaltungen „<em>unter strikter Einhaltung der Quarantänevorschriften, zu Hause, bei der Familie</em>“ durchgeführt werden sollen. Es wird auch empfohlen, finanzielle Unterstützung für bedürftige Familien über das „Zentrum für die Koordination von Sponsoring“ zu überweisen, anstatt sie für die geplante Organisation von Iftar für die Gemeinschaft und als Teil von Almosen auszugeben.</p>
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<p style="text-align: justify">Tadschikistan hat immer noch keinen offiziell registrierten Fall von Coronavirus. Nichtsdestotrotz haben die religiösen Behörden am 18. April Moscheen erneut <a href="https://www.currenttime.tv/a/tadjikistan-coronavirus-mecheti/30560924.html">geschlossen</a>, nachdem sie sie Anfang des Monats vorübergehend wiedereröffnet hatten. Sie verboten auch die Organisation kollektiver Rituale im Zusammenhang mit dem Ramadan und forderten die Gläubigen auf, die Empfehlungen der Ärzte und des Gesundheitsministeriums strikt zu befolgen. In seinen <a href="http://president.tj/ru/node/22878">Glückwünschen</a> zum Beginn des Ramadan rief Präsident Emomalii Rahmon dazu auf, dass diejenigen, die „im Dienst des Volkes“ stehen, insbesondere landwirtschaftliche Arbeiter, zu einem späteren Zeitpunkt fasten sollten: „<em>wenn wir heute nicht arbeiten gehen, wird jede Familie im Herbst und Winter mit großen Härten konfrontiert sein</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">In Turkmenistan, das ebenfalls bisher keinen Fall von Coronavirus registriert hat, kündigen die religiösen Autoritäten keine Einschränkungen an. Nach Angaben des Muftyiats von Turkmenistan, zitiert vom <a href="https://orient.tm/v-turkmenistane-nachinaetsya-svyashhennyj-mesyac-oraza/">turkmenischen Medium orient.tm</a>, wird in den Moscheen während des gesamten Fastenmonats Ramadan täglich ein „besonderes kollektives Gebet“ stattfinden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasia Shevtsova</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan.org in Bischkek<br />
</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion und Übersetzung aus dem Englischen: Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Kirgistan: Ein Fünftel der Coronavirus-Infizierten gehören zum medizinischen Personal</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-fuenftel-der-coronavirus-infektionen-gehoeren-zum-medizinischen-personal/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2020 15:09:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Covid-19]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kirgistan verzeichnet zwar im regionalen Vergleich eine relativ kleine Zahl an Covid-19-Erkrankungen, daf&#xFC;r machen &#xC4;rztInnen, KrankenpflegerInnen und andere medizinischen Mitarbeiter einen gro&#xDF;en Anteil davon aus. Ein Zeichen f&#xFC;r die Schw&#xE4;chen des medizinischen Systems. Seit den drei ersten registrierten F&#xE4;llen von Covid-19 in Kirgistan am 18. M&#xE4;rz, ist die Zahl bis zum heutigen Morgen auf 449 [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan verzeichnet zwar im regionalen Vergleich eine relativ kleine Zahl an Covid-19-Erkrankungen, dafür machen ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und andere medizinischen Mitarbeiter einen großen Anteil davon aus. Ein Zeichen für die Schwächen des medizinischen Systems.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit den drei ersten registrierten Fällen von Covid-19 in Kirgistan am 18. März, ist die Zahl bis zum heutigen Morgen <a href="https://t.me/RshKRCOV">auf 449 gestiegen</a>. Davon sind 78 Personen wieder geheilt, fünf sind gestorben. Zumindest nach offiziellen Angaben gibt es in Kirgistan keinen rasanten Anstieg der Zahl der Fälle, wie in Usbekistan und Kasachstan, die beide die Marke von 1000 Fällen überschritten haben. Aber eine weitere Zahl fällt auf: Unter den Menschen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, sind 98 medizinisches Personal, also fast 22 Prozent.</p>
<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>
<p style="text-align: justify">Besonders in den letzten Tagen nimmt die Zahl des infizierten Gesundheitspersonals deutlich zu. Am 7. April waren es nur 23 von 228 Fällen. Von den aktuell infizierten Gesundheitskräften sind 27 ÄrztInnen, und etwa zwei Drittel arbeiten im südlichen Teil des Landes, der auch am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. In der Hauptstadt Bischkek sind 33 von 82 Covid-19-Fällen medizinisches Personal.</p>
<p>Natürlich sind die gemeldeten Fallzahlen mit Vorsicht zu behandeln, da sowohl die Zahl der durchgeführten Tests als auch deren Qualität begrenzt sind. Nach Angaben des kirgisischen Gesundheitsministeriums sind bisher insgesamt 27 033 Proben untersucht worden. Diese Zahl entspricht aber nicht der Anzahl der getesteten Personen, da bei Verdachtsfällen zwei bis drei Labortests durchgeführt werden. Darüber hinaus benutzt Kirgistan vor allem COVID-19-Schnelltests, um Personen zu testen, die vor kurzem die Grenze überschritten haben, sowie Kontaktpersonen von bestätigten Fällen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums weisen solche Tests eine Fehlerquote von <a href="https://24.kg/obschestvo/149694_vkyirgyizstane_ekspress-test_nakoronavirus_provodyat_kontaktnyim_litsam/">bis zu 30 Prozent</a> auf.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mangel an Ausrüstung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die wachsenden Fallzahlen beim medizinischen Personal sprechen für einen Mangel an Schutzausrüstung und schlechte Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern, trotz <a href="https://t.me/RshKRCOV/1765">gegenteiliger Erklärungen</a> der Regierung. In diesem Zusammenhang weisen einige medizinische Fachkräfte über Social Media Posts auf Probleme mit Logistik und Ausrüstung hin.</p>
<p style="text-align: justify">Unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Fälle riefen die Behörden in Kirgistan erst eine Ausnahmesituation, und schließlich am 25. März den Ausnahmezustand aus, wodurch das öffentliche Leben weitgehend stillgelegt und Mobilität in die und innerhalb der betroffenen Gebiete eingeschränkt wird. Insbesondere wurden alle öffentlichen Verkehrsmittel, einschließlich der Taxidienste, stillgelegt. Dies brachte Schwierigkeiten für diejenigen mit sich, die weiterhin zur Arbeit mussten, einschließlich des medizinischen Personals.</p>
<p style="text-align: justify">Ärzte reichten Beschwerden ein und <a href="https://kaktus.media/doc/410706_v_karakole_sotrydnikam_centra_gossanepidnadzora_ne_vydaut_sredstva_zashity._ih_obrashenie.html">stellten sie online</a>, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie manchmal mehr als 20 Kilometer zu Fuß zur Arbeit gehen mussten. Erst danach <a href="https://t.me/RshKRCOV/746">wies der öffentliche Gesundheitsdienst</a> die örtlichen Ämter an, den Transport zur und von der Arbeit zu organisieren. Der Transport wurde zwar angeboten, aber nicht in ausreichender Menge, um den Abstand zwischen den Passagieren zu wahren. Minivans und Busse, die Sicherheits- und Gesundheitspersonal zur Arbeit befördern, sind <a href="https://www.facebook.com/elena.bayalinova/posts/4351219514903111">teils vollgepackt</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Weitere Beschwerden betreffen die Verfügbarkeit von medizinischer Ausrüstung. Der Aktivist Kamil Ruziev <a href="https://kaktus.media/doc/410706_v_karakole_sotrydnikam_centra_gossanepidnadzora_ne_vydaut_sredstva_zashity._ih_obrashenie.html">veröffentlichte</a> eine Meldung des Personals des Zentrums für staatliche sanitäre und epidemiologische Überwachung in Karakol, im Osten des Landes, wonach sie <em>„Einweganzüge zur Wiederverwendung waschen müssen. Ein Atemschutzgerät wird von mehreren MitarbeiterInnen benutzt“</em>. Nach Angaben der Online-Mediums <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/14/medrabotnitsa-iz-isfany-soobshhila-o-nehvatke-masok-i-kostyumov-minzdrav-eto-oprovergaet/">Kloop.kg</a> beschwerte sich ein medizinischer Angestellter aus Isfana, im Südwesten Kirgistans, ebenfalls öffentlich über den Mangel an Masken und Schutzanzügen. In beiden Fällen leugneten die Behörden das Problem.</p>
<p style="text-align: justify">Auf eine Frage zur hohen Zahl des von Covid-19 betroffenen medizinischen Personals gab der stellvertretende Gesundheitsminister <a href="https://t.me/RshKRCOV/1822">Nurbolot Usenbajew an</a>: &#8222;<em>Wir ergreifen Maßnahmen für ihre Sicherheit. Seit heute sind die Grenzen offen, und humanitäre Hilfe in Form von Mitteln für den individuellen Schutz wird bereits geliefert</em>&#8222;. Tatsächlich hat Kirgistan in seinem Kampf gegen das Coronavirus viel Unterstützung aus dem Ausland erhalten: Es war das <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/monatsrueckblick-der-maerz-in-zentralasien/">erste Land weltweit</a>, das vom Internationalen Währungsfonds eine finanzielle Nothilfe in Höhe von 120,9 Millionen US-Dollar erhielt. Weitere humanitäre Hilfe kommt zum Beispiel <a href="https://kaktus.media/doc/409114_dostavlena_gympomosh_ot_kitaia_dlia_medrabotnikov.html">aus China</a>, in Form von 10.000 Atemschutzmasken und 100.000 Einwegmasken. Die <a href="http://kabar.kg/news/fondy-alibaba-i-dzheka-ma-dostavili-v-bishkek-zashchitnye-kostiumy-i-maski/">Alibaba-Stiftung</a> spendet zusätzliche Hilfe in Höhe von 1,8 Millionen Yuan (230.000 Euro) in Form von Schutzanzügen und -masken sowie berührungslosen Thermometern. Es bestehen jedoch noch Zweifel, ob all diese ausgewiesene humanitäre Hilfe auch ihr Ziel erreicht.</p>
<figure id="attachment_20901" aria-describedby="caption-attachment-20901" style="width: 1400px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-20901" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach.jpg" alt="Arzt Kirgistan" width="1400" height="1400" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach.jpg 1400w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-1024x1024.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-550x550.jpg 550w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/nurbek-nas-vrach-1300x1300.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-20901" class="wp-caption-text">Zeichung des Arztes Bektur, der nach einer Beschwerde über schlechte Masken zur öffentlichen Entschuldigung gezwungen wurde.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Kürzlich erregte <a href="https://kaktus.media/doc/410702_molodoy_vrach_rasskazal_o_problemah_v_zdravoohranenii_kyrgyzstana._pozje_on_izvinilsia.html">eine Beschwerde</a> besondere Aufmerksamkeit. Ein Arzt, der sich selbst Bektur nennt, schrieb, dass er während seines Dienstes Gaze-Masken erhielt, „mit Löchern, die groß genug waren, dass ein Käfer hindurchfliegen konnte“. Kurz nach der Veröffentlichung seines Tweets löschte er sein Konto und lud später ein Video hoch, in dem er sich für die Verbreitung „falscher Informationen“ entschuldigte. Der Fall verursachte einen Aufruhr in sozialen Medien, woraufhin das Gesundheitsministerium eine Untersuchung <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/13/minzdrav-my-vedem-razyasnitelnye-raboty-chtoby-na-medikov-ne-davili/">ankündigte</a> und hinzufügte, dass ein solcher Druck auf das medizinische Personal „nicht richtig“ sei. Auch der Staatssicherheitsdienst GKNB <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/14/my-ne-imeem-otnosheniya-k-video-s-izvineniyami-medika-gknb/">erklärte</a>, er habe mit diesem Fall nichts zu tun.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Feldzug gegen Fake News </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der GKNB geht jedoch sonst aktiv gegen die Verbreitung von vermeintlichen Falschmeldungen in Verbindung mit der Epidemie vor. Andererseits riskieren die Behörden damit auch, Hinweise auf reale Probleme im Gesundheitswesen zu untergraben. Zumal sich JournalistInnen im Rahmen der Bestimmungen des Ausnahmezustandes in Bischkek <a href="https://rus.azattyk.org/a/30524730.html">nicht frei durch die Stadt bewegen dürfen</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Laut <a href="https://t.me/RshKRCOV/689">Angaben des GKNB</a>, habe die Behörde mehrfach Personen festgenommen, die „Falschmeldungen“ verbreitet haben. Daraufhin wurden, <em>„vorbeugende Gespräche geführt, bei denen sie ihre Taten bereut haben und das Volk um Vergebung gebeten haben“</em>. Aus Angst vor Verfolgung bitten manche Ärzte, die Informationen auf ihren Facebook- oder Twitter-Seiten weitergeben, darum, von Reposts abzusehen. Solche Meldungen lösten in sozialen Medien eine Welle sarkastischer Entschuldigungen für Posts über <a href="https://twitter.com/themukann/status/1249313434681987072">Korruption</a>, <a href="https://twitter.com/imsonomad/status/1249419027446931457">Geschlechterungleichheit</a> oder Kritik an den Behörden unter dem Hashtag #Bektur (#Бектур) aus.</p>
<p style="text-align: justify">Wie das Online-Medium Kloop.kg <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/09/oni-raskayalis-i-poprosili-proshheniya-u-naroda-mozhet-li-gknb-zastavlyat-vas-izvinyatsya/">betont</a>, ist eine „öffentliche Entschuldigung“ nicht in der Strafgesetzgebung in Kirgistan vorgesehen. Während die Bestimmungen des Ausnahmezustands eine Geldstrafe für die „Verbreitung falscher Informationen“ vorsehen, die „die öffentliche Ordnung und die Ruhe der BürgerInnen stört“, gehört die Verfolgung solcher Fälle nicht in die Zuständigkeit der GKNB, sondern der Polizei.</p>
<p style="text-align: justify">Der Parlamentsabgeordnete Dastan Bekeschew zeigte sich empört über den Druck, der von Seiten der GKNB auf Ärzte ausgeübt wird, und <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/13/gknb-vyshel-za-ramki-svoih-polnomochij-i-pochuvstvoval-beznakazannost-bekeshev/">initiierte einen Gesetzesvorschlag</a> zur Unterstützung des Gesundheitspersonals.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Entschädigungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie in vielen Ländern der Welt offenbarte das Coronavirus auch in Kirgistan <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/es-mangelt-an-allem-amir-talipow-zum-gesundheitswesen-in-kirgistan/">chronische Probleme</a> im Gesundheitssektor. Die öffentlichen Krankenhäuser sind schlecht ausgestattet, und die Ärzte verdienen oft ein sehr geringes Gehalt von 100-200 Euro pro Monat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/es-mangelt-an-allem-amir-talipow-zum-gesundheitswesen-in-kirgistan/">„Es mangelt an allem“ – Amir Talipow zum kirgisischen Gesundheitswesen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen der Covid-Krise beschloss die kirgisische Regierung außerordentliche Zahlungen für MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens. Wer mit Covid-PatitentInnen arbeitet, soll demnach einen Gehaltszuschlag von monatlich 29.000 bis 46.000 Som (340 bis 530 Euro) erhalten. GesundheitsdienstleisterInnen, die sich bei der Ausübung ihrer Tätigkeit mit dem Coronavirus infizieren, sollen 200 Tausend Som (etwa 2330 Euro) Entschädigung erhalten, im Todesfall wird eine Million Som (etwa 11 600 Euro) an die Familien ausgezahlt.</p>
<p style="text-align: justify">Später bemerkte der stellvertretende Gesundheitsminister Madamin Karatajew jedoch, dass eine Entschädigung im Falle von COVID-19 durch medizinisches Personal nur dann gezahlt wird, wenn die Person sich im Rahmen ihrer Arbeit mit dem Coronavirus infiziert. Angeblich falsche Anschuldigungen des Gesundheitsministeriums, dass eine Ärztin in Osch tatsächlich auf einer privaten Feier infiziert worden sei, hatten den Ärger innerhalb der medizinischen Dienste erregt, die sich über einen doppelten Druck der Behörden beschwerten. Darüber hinaus wird vermutet, dass das Ministerium Analysen von Ärzten zurückhält, um Entschädigungen zu verzögern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ähnliche Maßnahmen in der gesamten Region</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch in <a href="https://primeminister.kz/ru/news/utverzhdeny-razmery-nadbavok-dlya-zadeystvovannyh-v-borbe-s-koronavirusom-medrabotnikov-3023819">Kasachstan</a> und in <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3472">Usbekistan</a> sind Außerordentliche Zuschläge für medizinisches Personal vorgesehen, wie auch Entschädigungen bei ihrer Erkrankung mit dem Virus. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums gehört auch in Kasachstan <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/kajdyiy-pyatyiy-zarajennyiy-covid-19-kazahstane-medrabotnik-398816/">jeder fünfte Covid-19 Fall</a> dem Gesundheitswesen an. Genaue Zahlen von infiziertem Krankenpersonal werden jedoch nur auf lokaler Ebene und bei besonders auffälligem Befall veröffentlicht. In Almaty, im Süden Kasachstans, haben sich zum Beispiel <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/182-medrabotnika-tsentralnoy-bolnitsyi-almatyi-zarazilis-398734/">182 MitarbeiterInnen</a> eines Krankenhauses infiziert, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/04/15/medical-staff/">in Andijon</a>, im Südosten Usbekistans, arbeiten 74 der insgesamt 102 infizierten Personen im Gesundheitswesen.</p>
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<p style="text-align: justify">Bis heute sind Turkmenistan und Tadschikistan die einzigen Länder Zentralasiens, in denen keine Fälle von Coronavirus-Infektionen registriert wurden.</p>
<p style="text-align: justify">In jedem Fall hält der Krisenmodus in der Region an. Am 14. April wurde sowohl <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/rejim-chp-prodlili-do-1-maya-v-kazahstane-398676/">in Kasachstan</a> als auch <a href="https://kloop.kg/blog/2020/04/15/parlament-odobril-prodlenie-rezhima-chp-do-30-aprelya/">in Kirgistan</a> der Ausnahmezustand bis zum Ende des Monats verlängert. In Usbekistan <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/04/14/industry/">erklärte</a> Präsident Shavkat Mirziyoyev lediglich, dass die Entscheidung über ein Ende der Quarantäne nach einer Analyse der Lage und in Absprache mit der Bevölkerung getroffen werde.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasia Shevtsova</strong><br />
<strong>Redakteurin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Florian Coppenrath</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Pischpek. Frunse. Bischkek. Kirgistans Hauptstadt feiert 140. Geburtstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2018 06:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Pischpek]]></category>
		<category><![CDATA[Russisches Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 29. April feierte die kirgisische Hauptstadt Bischkek ihren 140. Geburtstag. Der Stadtrat organisierte&#xA0;Kulturveranstaltungen und eine Parade und verzierte Stra&#xDF;en und Pl&#xE4;tze. Allerdings ist die Stadt eigentlich &#xE4;lter als 140 Jahre. Was genau wurde also an diesem Tag gefeiert? Anl&#xE4;sslich des 140. Geburtstags von Bischkek gab es Konzerte mit klassischer und Jazzmusik, internationale Jugendtanzgruppen traten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 29. April feierte die kirgisische Hauptstadt Bischkek ihren 140. Geburtstag. Der Stadtrat organisierte Kulturveranstaltungen und eine Parade und verzierte Straßen und Plätze. Allerdings ist die Stadt eigentlich älter als 140 Jahre. Was genau wurde also an diesem Tag gefeiert?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Anlässlich des 140. Geburtstags von Bischkek gab es Konzerte mit klassischer und Jazzmusik, internationale Jugendtanzgruppen traten auf. Die Fotoausstellung &#8222;Pischpek &#8211; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frunse">Frunse</a> &#8211; Bischkek&#8220; erinnerte an die Geschichte der Stadt, die seit ihrer Gründung diese drei Namen getragen hat. Bürger besuchten Kunstaustellungen und eine vom Gemeindeunternehmen &#8222;Bishkekselenchoz&#8220; ausgerichtete Gartenschau.</p>
<figure id="attachment_13662" aria-describedby="caption-attachment-13662" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13662" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n.jpg" alt="Festival" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-13662" class="wp-caption-text">Gartenschau in Bischkek am 29. April 2018.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Abends zog eine Parade von internationalen Tanzgruppen, einer Zirkustruppe und dem Orchester der Nationalphilharmonie zum zentralen Ala-Too-Platz. Danach fand dort ein Konzert mit kirgisischen Popmusikern und einer Tanzeinlage von Teilnehmern des internationalen Festivals “Nariste” statt.</p>
<figure id="attachment_13663" aria-describedby="caption-attachment-13663" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-13663" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1024x683.jpg" alt="Bischkek, Parade" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13663" class="wp-caption-text">Eine Zirkusgruppe läuft auf einer Parade anlässlich des 140. Geburtstags von Bischkek mit.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Mit diesen Veranstaltungen wurde an den 29. April 1878 erinnert. Wer sich mit der Geschichte von Bischkek auskennt, weiß jedoch, dass die Stadt schon älter ist und dieser Tag also nicht ihr Geburtstag sein kann. An welches Ereignis wurde dann erinnert? Um diese Frage zu beantworten sollte man sich anzuschauen, wie die Stadt entstanden ist.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Festung zur Kontrolle der Nomaden</strong><br />
Das Gebiet um das heutige Bischkek ist eines der fruchtbarsten der Region, weil hier die Flüsse Ala-Artscha und Alamedin in den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCi_(Fluss)">Tschüi </a>münden, heute der Grenzfluss zwischen Kirgistan und Kasachstan. Die Gegend war daher schon vor über 20.000 Jahren besiedelt. Im 10. bis 12. Jahrhundert gab es im Tschüi-Tal mehrere Städte, die unter anderem als Stationen der Seidenstraßen fungierten. Ungefähr an der Stelle des heutigen Bischkek lag die Stadt Dschul. Im 13. Jahrhundert zerstörten jedoch die Mongolen alle diese Siedlungen  und erst im 19. Jahrhundert wurden Menschen hier wieder seßhaft.</p>
<p style="text-align: justify">1825 ließ ein Armeeanführer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Khanats von Kokand</a>, einer Stadt im Ferganatal, namens Ljaschkor Kumbeli im Stadtgebiet des heutigen Bischkek eine Festung aus Lehmziegel errichten. Der damalige Khan Muhammad Ali (Madali Khan) wollte damit die Bewegungen von Nomaden und Reisenden kontrollieren und Steuern von vorbeiziehenden Karawanen eintreiben. Die Mauern der Festung waren zehn Meter dick und fünf Meter hoch. In der Nähe entwickelte sich schnell eine Siedlung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits etwa Tausend Menschen lebten. Die Kokander nannten die Festung „Pischpek“, nach einem Quirl für die Herstellung von Kymys, vergorener Stutenmilch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aufstand unter Baitik Baatyr</strong><br />
1860 lehnte sich ein lokaler kirgisischer Stamm gegen die Kokandische Herrschaft auf und eroberte mit Hilfe russischer Truppen die Festung, die Kokander konnte diese jedoch wenig später zurückerobern. 1862 kam es zu einem weiteren Aufstand unter Führung von Baitik Kanai uluu (Baitik Baatyr). Er bat wiederum russische Truppen aus dem nahegelegenen Werny (heute Almaty in Kasachstan) um Hilfe. Daraufhin kam eine Einheit mit 1400 Soldaten und Artillerie unter General <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D0%BB%D0%BF%D0%B0%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%93%D0%B5%D1%80%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BC_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">Gerassim Kolpakowski</a> nach Pischpek und belagerte die Festung. Am 24. Oktober ergaben sich die Kokander und die kirgisischen Aufständischen zerstörten aus Rache die Festung.</p>
<p style="text-align: justify">Noch heute kann man nördlich des Stadtzentrums an der Straße Kusnetschnaja Krepost (Schmiedefestung) Reste der alten Festung besuchen.</p>
<figure id="attachment_13665" aria-describedby="caption-attachment-13665" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-13665" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1024x768.jpg" alt="Geschichte, Bischkek, Ruinen" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13665" class="wp-caption-text">Reste der Festung Pischpek nördlich des Bischkeker Stadtzentrums.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-festung-pischpek-spaziergang-in-die-vergangenheit-bischkeks/">Die Festung Pischpek: Spaziergang in die Vergangenheit Bischkeks</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Pischpek wird Bezirkshauptstadt</strong><br />
Die russischen Soldaten blieben im Tschüi-Tal und errichteten 1864 einen Militärstützpunkt in der Nähe der zerstörten Festung. Die Region wurde nun Teil des Oblasts <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenstromland">Semiretschje</a> (Siebenstromland) mit Hauptstadt in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Werny</a> und gehörte zum Bezirk von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tokmok">Tokmok</a>, 60 Kilometer östlich. Tokmok war eine weitere ehemalige Kokandische Festung, die von russischen Truppen erobert und zerstört worden war.</p>
<p style="text-align: justify">Tokmok wurde mehrmals von durch Schneeschmelze verursachten Überschwemmungen des Tschüi beschädigt. Daher plante die Verwaltung des Oblasts, die Administration für das Gebiet zwischen Tschüi und Tian Schan Gebirge nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balyktschy">Balyktschy</a> am Westufer des Issikköl-Sees zu verlegen. Nachdem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generalgouvernement_Turkestan">Gouverneur-General</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Petrowitsch_von_Kaufmann">Konstantin von Kaufman</a> die Region 1870 besucht hatte, beschloss er aber, stattdessen Pischpek zur Bezirkshauptstadt zu machen. Alle Institutionen und Verwaltungsbeamten zogen daraufhin an den Ort an den Ufern von Ala-Artscha und Alamedin.</p>
<p style="text-align: justify">Der Ort begann sich schnell zu entwickeln. 1871 entwickelten Planer des russischen Militärs einen Stadtplan, der bereits das rechtwinklige Straßenraster vorsah, welches noch heute das Zentrum prägt. Viele dieser Straßen trugen die Namen ihrer wichtigsten Gebäude, so gab es die Straßen „Kaserne“, „Krankenhaus“, „Kirche“, „Friedhof“. Andere wurden nach den Nationalitäten oder Berufen ihrer Bewohner benannt, zum Beispiel die Straßen „Tatar“, „Dungane“, „Bürger“ oder „Kaufmann“ genannt. Wieder andere nach den Orten, zu denen sie führten, zum Beispiel gab es die Straßen „Taschkent“, „Werny“ und „Sokuluk“. Nach der Revolution 1917 und der kirgisischen Unabhängigkeit 1991 wurden die meisten dieser Straßen umbenannt. Diese <a href="http://mapping.ikit.kg/index.html">Webseite </a>zeigt historische Fotografien aus der Geschichte der Stadt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/fotoreportage-wie-kirgistan-sowjetisch-wurde/">Fotoreportage: Wie Kirgistan sowjetisch wurde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl die Verwaltung nun in Pischpek saß, nannte man den Bezirk immer noch &#8222;Tokmok&#8220;. Erst am 29. April 1878 verlieh Gerassim Kolpakowski, mittlerweile zum Militärgouverneur des Oblasts Semiretschje aufgestiegen, Pischpek offiziell den Status einer Bezirkshauptstadt. Dieser Beschluss markierte den Beginn der Entwicklung des Ortes zur ersten Stadt europäischer Art auf dem Gebiet der heutigen Republik Kirgistan und wird heute als der &#8222;Geburtstag&#8220; der Stadt gefeiert.</p>
<p><strong>Mit Informationen von <a href="http://www.meria.kg/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=62&amp;Itemid=333&amp;lang=kg">meria.kg</a>, <a href="http://tourkg.com/2013/04/istoriya-bishkeka-4.html/">tourkg.com</a> und <a href="http://cda.kg/en/news/63-istorichieskaia-karta-ghoroda-bishkiek/">cda.kg</a> sowie aus dem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Architekturführer</a> Bischkek von Henning Hraban Ramm und Benedikt Viertelhaus.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasia Shevtsova</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Folke Eikmeier</strong><br />
<strong>Chefredakteur in Bischkek</strong></p>
<p>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">LinkedIn</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<title>Elwira oder die aktivistische Jugend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2018 07:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Elwira Kalmursajewa]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder der Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[OSZE Akademie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rednerin, Coach, Projektorganisatorin: Mit 26 Jahren hat Elwira Kalmursajewa bereits viele verschiedene Standbeine. Die ehemalige Vorsitzende des kirgisischen Jugendparlaments und aktuelle Pr&#xE4;sidentin der zentralasiatischen Abteilung eines Debattierclubs &#xFC;ber ihre pers&#xF6;nliche Entwicklung als Frau, Aktivistin und B&#xFC;rgerin. Das Portrait ist Teil der Serie &#x201E;Kinder der Unabh&#xE4;ngigkeit&#x201C;, das in Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin Val&#xE9;rie Baeriswyl entstanden ist. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Rednerin, Coach, Projektorganisatorin: Mit 26 Jahren hat Elwira Kalmursajewa </strong><strong>bereits viele verschiedene Standbeine. Die ehemalige Vorsitzende des kirgisischen Jugendparlaments und aktuelle Präsidentin der zentralasiatischen Abteilung eines Debattierclubs über ihre persönliche Entwicklung als Frau, Aktivistin und Bürgerin. </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Portrait ist Teil der Serie „<a href="https://novastan.org/de/tag/kinder-der-unabhangigkeit/">Kinder der Unabhängigkeit</a>“, das in Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin Valérie Baeriswyl entstanden ist. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wenn man mit Elwira spricht, spürt man sofort ihre positive, jugendliche Energie. Seit mehr als sechs Jahren engagiert sich die junge Frau in verschiedenen Bildungs- und Empowermentorganisationen für Jugendliche. „<em>Ich arbeite in meinem Team mit zehn Personen – und ich sehe alle von ihnen als Vorbilder. Wenn ich diese jungen Menschen sehe, bin ich sehr optimistisch, was die Zukunft dieses Landes angeht.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Sie hofft, in Zukunft auch andere Menschen für ihre Organisation anwerben zu können – Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihre Energie und ihre Überzeugung einzusetzen, um die kirgisische Gesellschaft zu gestalten, Menschen, die im Ausland gelebt und studiert haben, die zurückgekehrt sind und denen das Schicksal ihres Heimatlandes Kirgistans nicht gleichgültig ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die kirgisischen Präsidentschaftswahlen: Die Wahl des geringsten Übels</strong></p>
<p style="text-align: justify">Vor der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-uber-40-kandidaten-zur-prasidentschaftswahl/">Präsidentschaftswahl</a> in Kirgistan, die am 15. Oktober letzten Jahres stattfanden, erklärte Elwira, sei sie geneigt gewesen, „gegen alle Kandidaten“ zu stimmen, wie es das kirgisische Wahlrecht erlaubt. Sie hatte jedoch Angst, dass ihre Stimme so nicht berücksichtigt würde und die Situation sich nicht verändern würde. Daher entschied sie sich, <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wird-autoritar-gesprach-mit-der-prasidentschaftskandidatin-rita-karasartowa/">Rita Karasartowa</a> zu unterstützen, eine Menschenrechtsaktivistin und Anwältin – eine Person mit den gleichen politischen Ideen. Die erste Frau, die sich zu dieser Wahl als Kandidatin meldete, musste aber letztendlich ihre Kandidatur zurückziehen: Ihr gelang es nicht, im Vorhinein die nötige Anzahl an Unterschriften zu sammeln.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wird-autoritar-gesprach-mit-der-prasidentschaftskandidatin-rita-karasartowa/">„Kirgistan wird autoritär“ – Gespräch mit der Präsidentschaftskandidatin Rita Karasartowa</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Am Ende wählte Elwira <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-presidential-candidates-profiles/28786966.html">Taalatbek Masadykow</a>, einen Experten im Bereich Konfliktforschung und Diplomatie. „<em>Auch wenn ich nicht mit allen seinen Ideen einverstanden bin – vor allem nicht, was das Militär betrifft –, schätze ich sein Programm, weil es auch die Gesundheit von Frauen berücksichtigt</em>.“</p>
<blockquote><p><em>Ich hatte gehofft, dass es einen zweiten Wahlgang geben würde. Das wäre ein Zeichen für wirklich gerechte Wahlen gewesen</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify">Elwiras Hoffnungen zum Trotz setzte sich <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-dscheenbekow-sieger-der-prasidentschaftswahl/">der Kandidat Sooronbaj Dscheenbekow durch</a>, der vom ehemaligen Präsidenten, Almasbek Atambajew, unterstützt wurde. „<em>Ich hatte gehofft, dass es einen zweiten Wahlgang geben würde. Das wäre ein Zeichen für wirklich gerechte Wahlen gewesen</em>“, kommentiert die junge Frau. „<em>Die Menschen brauchen einen neuen Präsidenten, der aus einer anderen Partei kommt als der vorige Präsident.</em>“ Für sie ist es bereits genug, dass die sozialdemokratische Partei SDPK – der auch der derzeitige Präsident angehört – einen Großteil der Abgeordneten im Parlament stellt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Mit 26 Jahren nicht verheiratet zu sein, ist ein großes Problem in der kirgisischen Gesellschaft“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Schon sehr früh war Elwira unabhängig, „<em>vielleicht zu früh</em>“, wie sie sagt – mit 16 Jahren. Damals nahm sie an einem Austausch in die Vereinigten Staaten teil. Als sie zurückkam, ging sie nicht zurück in ihre Heimatstadt <a href="https://novastan.org/de/tag/naryn/">Naryn</a>, sondern begann in der Hauptstadt Bischkek zu studieren. Sie lebte allein, aber auch ihre Brüder und Schwestern wurden mit der Zeit erwachsen und zogen zum Studium nach Bischkek. Nach einiger Zeit folgte auch ihr Vater, der eine gemeinsame Wohnung in der Stadt anmietete. Nach einer so langen Zeit auf Distanz wollte er seine älteste Tochter wieder neu kennenlernen.</p>
<p style="text-align: justify">Zu dieser Zeit, erklärt Elwira, veränderte sich ihr Bild von Familie:  Nachdem sie ihren Abschluss gemacht hatte und zu arbeiten begann, begannen Verwandte, sie zu fragen, wann sie heiraten möchte. Elwira erinnert sich, wie sie damals antwortete: „<em>Nur weil ich heirate, macht das aus mir keinen besseren Menschen. Ich bin glücklich, weil ich das mache, was ich möchte – und ich fühle mich gut so.</em>“</p>
<blockquote><p><em>Nur weil ich heirate, macht das aus mir keinen besseren Menschen</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify">Im Gegensatz zu ihrer weiteren Verwandtschaft sind Elwiras Eltern ihr zufolge stolz darauf, dass sie unabhängig ist, selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten kann und gleichzeitig ihre Familie unterstützen kann. Sie ist auch überzeugt, dass sie glücklich darüber sind, dass sie nicht das gleiche Ziel verfolgt wie die meisten jungen Frauen – zu heiraten – „<em>Das scheinbar ultimative Glück, für das der gängigen gesellschaftlichen Meinung nach alle Frauen geboren werden</em>“, wie sie erklärt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-40-starke-frauen-in-portrats/">40 starke Frauen in Porträts</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Ihre Mutter drängte alle Familienmitglieder dazu, zu studieren, die Töchter wie auch die Söhne. So machte auch Elwira ihren Bachelor in internationalen Beziehungen und einen Master in Politik- und Sicherheitsstudien an der <a href="http://www.osce-academy.net/">Akademie der OSZE</a> (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). „<em>Ich bin die erste in meiner Familie, die einen Hochschulabschluss hat</em>“, verkündet sie mit Stolz.</p>
<figure id="attachment_12838" aria-describedby="caption-attachment-12838" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12838" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/KGZ-jeunes-presidentielles-7-min-1024x683.jpg" alt="Kirgistan Porträt Elwira Jugend" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/KGZ-jeunes-presidentielles-7-min-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/KGZ-jeunes-presidentielles-7-min-1024x683-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/KGZ-jeunes-presidentielles-7-min-1024x683-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/KGZ-jeunes-presidentielles-7-min-1024x683-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12838" class="wp-caption-text">Elwira ist die erste in ihrer Familie mit einem Hochschulabschluss</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Elwira sah mit an, wie ihre Mutter als <em>Kelin </em>(kirgisisch für „Schwiegertochter“, die zahlreiche Verpflichtungen dem Ehemann und seinen Eltern gegenüber hat) unter Diskriminierungen zu leiden hatte. Ihr Vater war der jüngste Sohn in der Familie und musste sich, der Tradition entsprechend, um seine Eltern kümmern – zusätzlich zu seinen vielen eigenen Kindern. Als <em>Kelin </em>war Elwiras Mutter über 25 Jahre hinweg quasi die „Dienerin“ dieses kleinen Kosmos und konnte sich nicht erlauben, etwas zu verweigern – auch nicht, als sie eine Arbeit fand oder sich um ihre eigenen Kinder kümmern musste.</p>
<p style="text-align: justify">Als Elwira älter wurde, begann sie, die Situation ihrer Mutter zu verstehen: „<em>Ich war nicht mehr begeistert von der Idee zu heiraten, als ich den großen Druck verstand, dem sie ausgesetzt war. Deswegen haben mein Partner und ich, bevor wir geheiratet haben, entschieden, erst einmal unsere Ansichten über Familie und Ehe auszutauschen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Ich war Feministin, noch bevor ich wusste, was das heißt“</strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Ich kann nicht sagen, dass meine Familie liberal oder feministisch ist</em>“, betont Elwira, „<em>aber sie hatte auf jeden Fall einen Einfluss auf meine Denkweise und meine heutigen Ansichten</em>“. Elwira und ihre Familie kommen aus Naryn, ihrer Meinung nach „<em>einer sehr konservativen, mono-ethnischen kirgisischen Stadt</em>“. Trotzdem waren ihre Eltern liberaler als ihre Freund*innen. „<em>Mein Vater kommt nach seinem Arbeitstag nach Hause und kocht. Es kümmert ihn nicht, dass diese Hausarbeit der gängigen gesellschaftlichen Ansicht nach ‚den Frauen vorbehalten ist</em><em>‘</em>“, erzählt sie.</p>
<blockquote><p><em>Mein Vater kommt nach seinem Arbeitstag nach Hause und kocht.</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify">Zuhause teilen nicht alle dieselben Ansichten. Eine von Elwiras Schwestern ist praktizierende Muslima und betet fünfmal am Tag. Elwira gefällt es, kontroverse Themen anzusprechen – beispielsweise LGBT-Rechte, ein Thema, das unweigerlich zu Konflikten innerhalb der Familie führt. Als Feministin geht es Elwira darum, für Menschenrechte einzustehen. Auch wenn sich das zum Teil nicht mit religiösen Ansichten vereinbaren lässt, sei ihre Familie offen genug, ihre Meinung zu akzeptieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Der Mann bringt das Geld nach Hause und die Frau kümmert sich um den Haushalt“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Elwira ist entschieden, Frauen zu unterstützen, die für ihre Rechte einstehen und ihre Meinung zu diesem Thema äußern. „<em>Die Lösung besteht darin, diese Denkweise zu  verändern und Frauen nicht länger als Opfer, sondern als essentielle menschliche Ressourcen für unser Land zu sehen</em>“, erklärt sie.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sexismus-in-kirgistan/">Sexismus in Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Regierung ist noch nicht bereit, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, und behält lieber den Status Quo bei. „<em>Die Aussagen aus der Politik sind im Allgemeinen populistisch und betonen das Bild des Mannes, der das Geld nach Hause bringt, und das der Frau, die sich um den Haushalt kümmert</em>“, so Elwira. Den Staat selbst bezeichnet die junge Frau als „patriarchal“, vor allem auf institutioneller Ebene. Nur <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/keine-burgermeisterin-in-kirgistan/">18 Frauen</a> sitzen derzeit im kirgisischen Parlament – von insgesamt 120 Abgeordneten. „<em>Ich denke, die Politiker*innen müssen ihren Diskurs und ihr Männer- und Frauenbild verändern. Erst wenn das passiert, wird sich auch die Gesellschaft verändern.</em>“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right">                                                                                              <strong>Anastasiia Shevtsova<br />
Journalistin bei Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Annkatrin Müller</strong></p>
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<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>„1000 Som für eine Stimme“, vom Druck auf Wähler rund um die Präsidentschaftswahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2017 14:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kandidaten]]></category>
		<category><![CDATA[Ömürbek Babanow]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Sooronbaj Dscheenbekow]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlfälschung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkommission]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die kirgisische Pr&#xE4;sidentschaftswahl am 15. Oktober ist so spannend wie Wahlen in der&#xA0;Region es normalerweise nicht sind: Ihr Ausgang ist offen. Dennoch bleiben aber Stimmenkauf und die Nutzung administrativer Ressourcen zugunsten der Regierungspartei nicht aus. Ob in Taxis, auf der Stra&#xDF;e oder in den H&#xE4;usern: Die Pr&#xE4;sidentschaftswahl in Kirgistan am 15. Oktober ist in aller [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die kirgisische Präsidentschaftswahl am 15. Oktober ist so spannend wie Wahlen in der Region es normalerweise nicht sind: Ihr Ausgang ist offen. Dennoch bleiben aber Stimmenkauf und die Nutzung administrativer Ressourcen zugunsten der Regierungspartei nicht aus. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Ob in Taxis, auf der Straße oder in den Häusern: Die Präsidentschaftswahl in Kirgistan am 15. Oktober ist in aller Munde. Etwa drei Millionen eingetragene Wähler können an diesem Sonntag das nächste Staatsoberhaupt ihres Landes bestimmen. Aber das wichtigste Gesprächsthema sind nicht die Wahlprogramme. Es ist ein offenes Geheimnis, dass manche Wähler der Hauptstadt auch unter Druck gesetzt werden, um für den einen oder anderen Kandidaten zu wählen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Von Tür zu Tür zum Stimmenkauf</strong></p>
<p style="text-align: justify">Fais, ein bischkeker Student, hatte ein solches Angebot nicht kommen sehen, als er am 10. Oktober vor seiner Haustür sein Auto wusch. „<em>Zwei junge Frauen näherten sich und fragten mich, ob ich einen biometrischen Pass habe</em> [notwendige Bedingung, um an der Wahl teilzunehmen, Anm. d. Red<em>.]. Als ich verneinte, sagten sie, ich solle meine Eltern rufen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/prasidentschaftswahl-alles-steht-bereit-fur-drei-millionen-kirgisische-wahler/"> Alles steht bereit für drei Millionen kirgisische Wähler </a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein wenig später erklärte ihm seine Mutter, dass die zwei Frauen für 1000 Som (etwa 12 Euro) ihre Stimmen für den Regierungskandidaten Sooronbaj Dscheenbekow kaufen wollten.</p>
<p style="text-align: justify">Laut zahlreichen Angaben scheint 1000 Som der gängige Preis zu sein. Eine scheinbar kleine Summe, aber in Kirgistan etwa ein Zehntel des durchschnittlichen Monatsgehalts, also gerade für die ärmeren Bürger ein attraktives Angebot. Das erklärt auch, warum solche Fälle in den reicheren Vierteln der Hauptstadt kaum vorzufinden sind.</p>
<p style="text-align: justify">Stimmenkauf ist in der ehemaligen Sowjetunion keine neue Praxis. Bereits bei vergangenen Wahlen in Kirgistan, ob bei Parlaments- (2015, 2010) oder Präsidentschaftswahlen (2011, 2009) haben Beobachter der <a href="http://www.osce.org/">Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa</a> (OSZE) solche Fälle aufgezeichnet. „Bei der Parlamentswahl vor ein paar Jahren hatte mich schon ein Mann an der Fakultät gefragt, ob ich meine Stimme verkaufen wolle“, fügt Fais hinzu.</p>
<figure id="attachment_11101" aria-describedby="caption-attachment-11101" style="width: 1958px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11101 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3.jpg" alt="Weisses Haus Bischkek Dschogorku Kengesch" width="1958" height="1469" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3.jpg 1958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image2-3-1300x975.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1958px) 100vw, 1958px" /><figcaption id="caption-attachment-11101" class="wp-caption-text">Der Präsidentenpalast im Zentrum von Bischkek ist auch der Sitz des Parlaments</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Wer die Stimmen kauft, ist jedoch schwer zu ermitteln, zumal die Polizei und die Wahlkommission keine Untersuchung zu dem Thema unternommen haben. Zurzeit hat die kirgisische Staatsanwaltschaft auf ihrer Webseite lediglich die verschiedenen Fälle, die ihr berichtet wurden, <a href="https://www.prokuror.kg/news/3232-generalnaya-prokuratura-kyrgyzskoj-respubliki-soobshchaet-27.html">aufgeführt</a>. Ohne konkrete Maßnahme gegen die Stimmkäufer.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Spitze des Eisbergs</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dabei ist der Stimmkauf nur die Spitze des Eisbergs, denn das Phänomen ist sichtbar und leicht zu erkennen. Die Nutzung administrativer Ressourcen und hierarchischer Stellungen, um Druck auf Wähler auszuüben, ist eine ebenfalls gängige aber kaum gemeldete Praxis.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Drei Tage vor der Wahl hat man mich gebeten, meine biometrischen Daten abzugeben und am 15. Oktober wählen zu gehen</em>“, erklärt Irina (der Name wurde geändert, Anm. d. Red.), die für die Staatliche Bahngesellschaft arbeitet. Dabei war die Frist für die biometrische Registrierung eigentlich der 30. September. „<em>Mein Chef hat mir sogar gesagt, ich solle am Sonntag vor 10 Uhr anrufen!</em> (die Wahlbüros öffnen um 8 Uhr, Anm. d. Red.)“, sagt sie empört.</p>
<p style="text-align: justify">Irinas Vorgesetzter hatte ihr nicht explizit gesagt, für wen sie wählen soll. Aber sie hat es schnell verstanden. Der Exekutivdirektor der staatlichen Firma, Herr Nogojbajew, hatte vor seinen Angestellten seine Unterstützung für den Regierungskandidaten Sooronbaj Dscheenbekow angekündigt. Diese Ansage wurde vom kirgisischen <a href="https://www.facebook.com/NTS.Kyrgyzstan/">Fernsehsender NTS</a> aufgezeichnet und gesendet.</p>
<p style="text-align: justify">Im Anschluss hatte eine Nichtregierungsorganisation den Fall vor die Wahlkommission getragen. Trotz des strikten Verbots für Angestellte öffentlicher Unternehmen sich öffentlich für einen Kandidaten auszusprechen wurde die Klage zurückgewiesen. Begründet wurde das mit einem Gesetzestext, demzufolge „<em>Klagen zu Verletzungen des Wahlrechts nur von am Wahlprozess beteiligten Personen eingereicht werden [können].</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Der Pressedienst von Sooronbaj Dscheenbekow konnte nicht auf eine Anfrage von Novastan antworten, da ein Mitglied des Sicherheitsdienstes an den Hörer ging. Der Kandidat Omurbek Babanow hat keinen Pressedienst und wir konnten niemanden in seinem Team erreichen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Wahlkommission, die für solche Fälle zuständig ist, hat uns an die Polizei weitergeleitet, ohne die Vorwürfe zu widerlegen oder zu bestätigen. Die städtische Polizei von Bischkek wiederum verwies im Gespräch mit Novastan auf &#8211; die Wahlkommission. Ein schönes Hin und Her.</p>
<figure id="attachment_11102" aria-describedby="caption-attachment-11102" style="width: 768px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11102 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image3-2-768x511.jpg" alt="Wahlplakat Sooronbaj Dscheenbekow" width="768" height="511" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image3-2-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image3-2-768x511-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Image3-2-768x511-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-11102" class="wp-caption-text">Sooronbaj Dscheenbekow ist der Kandidat der Präsidentenpartei SDPK</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Der Reichtum der zwei Kandidaten erlaubt eine Kampagne in der vieles erlaubt scheint, selbst der Stimmenkauf, obwohl das Thema Tabu bleibt. „<em>Alle wissen, dass Druck ausgeübt wird, aber niemand spricht darüber. Es ist der Elephant im Raum, den alle ignorieren,</em>“ so eine Bischkekerin. Von den Politikern werden die Probleme tatsächlich nicht angesprochen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-die-wahlen-sind-kompetitiv-aber-nicht-frei/">&#8222;Die Wahl ist kompetitiv aber nicht frei&#8220;</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Aus Bischkek und aus Osch erhielt Novastan Berichte von beschlagnahmten Pässen in Krankenhäusern und Universitäten. Die Pässe der betroffenen Angestellten und Studenten werden ihnen erst am Wahltag zurückgegeben. Ein weiteres Beispiel wurde von der Seite <a href="http://www.vesti.kg/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=47771:v-tsik-obratili-vnimanie-na-fakt-nezakonnoy-agitatsii-v-kgyua&amp;Itemid=83#ixzz4sjc6YRMJ">Vesti.kg</a> angegeben: Studierenden der bischkeker Rechtsakademie wurde der Pass abgenommen und sie wurden gebeten für Dscheenbekow zu stimmen. Vier von ihnen haben sich geweigert und füchten nun eine Exmatrikulierung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unklare Ausmaße</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist sehr schwer, das Ausmaß dieses Phänomens zu erfassen, da es den Behörden nur selten gemeldet wird, berichtete die OSZE in ihren vergangenen Berichten. Die Nutzung von hierarchischen Druckmitteln könnte Wähler auch zum Schweigen bringen, da sie um ihre Arbeit fürchten könnten.</p>
<p style="text-align: justify">Novastan hat nur Berichte von Druck zugunsten der zwei Favoriten Sooronbaj Dscheenbekow und Omurbek Babanow erhalten. Sie sind auch die zwei Kandidaten mit dem bei weitem größten Wahlbudget. Laut <a href="https://shailoo.gov.kg/ru/news/1880/">Angaben</a> der Wahlkommission beträgt es über 200 Millionen Som (ca. 2,5 Millionen Euro) für Babanow und über 100 Millionen Som für Dscheenbekow. Weit mehr, als die anderen zehn Kandidaten, die zusammen etwa 67 Millionen Som (ca. 838 000 Euro) ausgegeben haben.</p>
<p style="text-align: justify">Die zwei reichesten Kandidaten sind auch die Favoriten in dieser Wahl, die so spannend ist, dass es erstmals in der Geschichte Kirgistans einen zweiten Wahlgang geben könnte.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasiia Shevtsova</strong><br />
<strong>Clara Marchaud</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Kinder  der Unabhängigkeit: Maxim und der TV-Apolitismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2017 11:34:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[AUCA]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder der Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Maxim Poletajew]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl 2017]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Moderator]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Moderator Maxim Poletajew ist durch seine Stimme in Kirgistan sehr bekannt geworden. Seine zahlreichen &#xF6;ffentlichen Auftritte im Fernsehauftritte oder bei Events bescherten ihm eine gewisse Redefreiheit. &#xA0; Dieses Portr&#xE4;t ist Teil der Reihe &#x201E;Kinder der Unabh&#xE4;ngigkeit&#x201C;, eine Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin Val&#xE9;rie Baeriswyl. Maxim Poletajew ist eine Pers&#xF6;nlichkeit in der kirgisischen Fernsehlandschaft. Der Moderator, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Moderator Maxim Poletajew ist durch seine Stimme in Kirgistan sehr bekannt geworden. Seine zahlreichen öffentlichen Auftritte im Fernsehauftritte oder bei Events bescherten ihm eine gewisse Redefreiheit.  </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dieses Porträt ist Teil der Reihe „</strong><em><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kinder-der-unabhangigkeit-in-bischkek/">Kinder der Unabhängigkeit</a></strong></em><strong>“, eine Zusammenarbeit mit der Fotojournalistin</strong> <a href="http://valeriebaeriswyl.com/"><em><strong>Valérie Baeriswyl</strong></em></a><strong><em>.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim Poletajew ist eine Persönlichkeit in der kirgisischen Fernsehlandschaft. Der Moderator, der mitunter mehrere Talk-Shows in Kirgistan organisiert hat, könnte stundenlang über Politik reden.</p>
<p style="text-align: justify">Man könnte ihm dabei auch stundenlang zuhören. Er analysiert mich Leichtigkeit die kirgisische Innen- und Außenpolitik und kann auch historische Parallelen für die aktuelle Lage in seinem Land ziehen: „<em>In unserem Land ist die Lage letztendlich deutlich besser als bei unseren Nachbarn (Kasachstan oder Usbekistan). Es gibt eine richtige Entwicklung und wir haben nicht das Gefühl, dass das Ergebnis, unabhängig von unserer Stimme, schon längst bekannt ist</em>“, beschreibt et.</p>
<p style="text-align: justify">Obwohl er beim Fernsehen arbeitet, will sich Maxim jedoch nicht als Journalist bezeichnen. „<em>Man kann sagen, dass ich im Bereich der Medien arbeite, auch wenn ich mich nicht einen Journalisten nennen kann. Ich bin es nur zum Teil: Ich lehre an der Amerikanischen Universität Zentralasiens (AUCA) und habe mehrere Nebenprojekte, die mit der Medienindustrie zu tun haben</em>“, erzählt der 28-Jährige, der ursprünglich aus Russland kommt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Die Zivilgesellschaft entwickelt sich“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Für ihn ist Aktivismus eine gute Sache. So diskutiert die kirgisische Jugend besonders auf sozialen Medien aktiv über Wahlfälschungen und Stimmenkauf. Auch die Programme der jeweiligen Präsidentschaftskandidaten liefern Gesprächsstoff.</p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Fernsehmoderator, der die Journalismusschule der AUCA absolviert hat, wollen die Leute fühlen, dass sie am Geschehen teilhaben können, dass etwas von ihnen abhängt. Aber Maxim gibt auch an, dass die Diskussionen im Internet zu keinen konkreten Aktionen führen. „<em>Auf Facebook oder auf anderen sozialen Netzwerken ist alles möglich, aber ich habe bisher noch keine jugen Leute gesehen, die ihre Tastatur verlassen hätten, um als Bürger etwas Konkretes zu verlangen. Es sei denn, sie sind bezahlt, wirklich von Herzen motiviert oder durch Not angetrieben</em>“, sagt er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/prasidentschaftswahl-alles-steht-bereit-fur-drei-millionen-kirgisische-wahler/">Alles steht bereit für drei Millionen kirgisische Wähler</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl er eine Medienpersönlichkeit ist, sieht sich Maxim nicht als repräsentativ für die kirgisische Jugend und möchte ihr nicht als Sprachrohr dienen. Der Moderator, der in der Haupstadt Bischkek lebt, ist der Ansicht, die meisten 25- bis 30-Jährigen wollen vor allem „gegen Alle“ wählen (auf den Wahlzetteln besteht diese Möglichkeit für die Wähler, die keinen der Kandidaten unterstützen möchten, Anm. d. Red.).</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Ich selbst wähle nicht, rufe aber alle dazu auf zu wählen“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim gibt an üblicherweise an, nicht zu wählen. Er gibt zu, dass es ein Widerspruch zu seiner Position ist und er vor allem seine bürgerliche Pflicht nicht erfüllt. „<em>Wie schon alle meine Ahnen habe ich, ein Frunser</em> (Frunse ist der alte Name der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, Anm. d. Red.), <em>noch keine Veränderungen durch Wahlen beobachtet</em>“, gibt er an.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, für wen er wählen würde, stünde er doch in der Wahlkabine, gibt er keine Antwort. Er sagt, er habe alle Wahlprogramme und Ankündigungen der Kandidaten gelesen, die zu allen Fragen nur von einem beängstigenden Chauvinismus zeugen. Für ein Land wie Kirgistan mit seiner ethnischen und religiösen Vielfalt sei eine differenziertere Herangehensweise gefragt.</p>
<figure id="attachment_11092" aria-describedby="caption-attachment-11092" style="width: 1460px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11092 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed.jpg" alt="Maxim Poletajew" width="1460" height="974" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed.jpg 1460w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/unnamed-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1460px) 100vw, 1460px" /><figcaption id="caption-attachment-11092" class="wp-caption-text">Maxim Poletajew erwartet nichts von den kirgisischen Politikern</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Populistische Kandidaten </strong></p>
<p style="text-align: justify">Maxim schätzt den politischen Pluralismus, schätzt die Kandidaten aber als viel zu populistisch ein: Sie sagen, was die Leute erwarten. Jeder Kandidat sei für alle guten Sachen und gegen alles Schlechte.</p>
<p style="text-align: justify">Der Moderator denkt, dass alles sich zwischen den zwei Hauptkandidaten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbai Dscheenbekow</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96m%C3%BCrbek_Babanow">Omurbek Babanow</a> abspielen wird. „<em>Ich sehe keine einzige lahme Ente, die alleine genug Stimmen anziehen könnte, dass wir am 16. Oktober zu einer Überraschung aufwachen</em>“, bedauert er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Präsidentin ist unwahlrscheinlich </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Option eines Sieges von Toktayim Umetalijewa, einzige Frau unter den 12 Kandidaten, scheint ihm unwahrscheinlich. Für Maxim ist die kirgisische Gesellschaft zu patriarchal dafür. „<em>Eine Frau als Kandidatin, das ist super, aber inwiefern würde die Gesellschaft das akzeptieren&#8230; Je weiter die Machtvertikale dekonstruiert wird, desto mehr Bürger sind bereit, für eine Kandidatin zu stimmen</em>“, schätzt er.</p>
<p style="text-align: justify">Maxim gehört zu der Jugend, die nach dem Ende der Sowjetunion, in der noch eine klar definierte Ideologie herrschte, aufgewachsen ist. Die 1990er hätten viel Wandel mit sich gebracht, besonders was die Religion angeht, deren Einfluss in Zentralasien immer stärker wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan ist eine „demokratische Insel in Zentralasien“ geworden </strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Maxim gibt die Religion auf komplizierte Fragen viel zu einfache Antworten. „<em>Eben wegen dieser einfachen Antworten entstehen radikale, fundamentalistische und extremistische Strömungen. Bei uns gibt es leider keine sehr weise Regulierung in dem Bereich. Ich möchte mir nicht ausmalen, wozu das führen kann</em>“, fürchtet er.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kinder-der-unabhangigkeit-adilias-doppelter-einsatz/">Kinder der Unabhängigkeit – Adilias doppelter Einsatz</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl bei der Wahl schon viel entschieden zu sein scheint, bemerkt Maxim, dass Kirgistan anders ist als die anderen postsowjetischen Länder. Denn hier wählen Menschen, um zu bestätigen, was sie nicht verstehen. „<em>Auch wenn wir uns mehr oder weniger erfolgreich zu dieser ‚demokratischen Insel Zentralasiens‘ entwickelt haben, haben wir es meiner Meinung dennoch heute geschafft</em>“, beendet der Journalist mit Stolz.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasiia Shevtsova</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Kinder der Unabhängigkeit in Bischkek</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2017 17:11:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder der Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Reihe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den kommenden Wochen l&#xE4;dt euch Novastan dazu ein die Jugend der kirgisischen Hauptstadt in einer Portr&#xE4;treihe kennenzulernen. Was sind kurz vor der Pr&#xE4;sidentschaftswahl die Fragen, Hoffnungen und Tr&#xE4;ume der Kinder der Unabh&#xE4;ngigkeit?&#xA0; Die Kinder der kirgisischen Unabh&#xE4;ngigkeit im August 1991 sind heute zwischen 20 und 30 Jahre alt. Im Gegensatz zu ihren Eltern haben [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In den kommenden Wochen lädt euch Novastan dazu ein die Jugend der kirgisischen Hauptstadt in einer Porträtreihe kennenzulernen. Was sind kurz vor der Präsidentschaftswahl die Fragen, Hoffnungen und Träume der Kinder der Unabhängigkeit?  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Kinder der kirgisischen Unabhängigkeit im August 1991 sind heute zwischen 20 und 30 Jahre alt. Im Gegensatz zu ihren Eltern haben sie die Politik und Gesellschaft der Sowjetunion nicht erlebt. Sie sind in Zeiten des Wandels herangewachsen und haben bereits zwei Revolutionen in ihrem Land erlebt.</p>
<p style="text-align: justify">Am 15. Oktober können sie wie alle anderen Generationen ihre Stimme abgeben und  den nächsten Präsidenten des Landes mitbestimmen. Diese für die Region außergewöhnliche Wahl ist in den Köpfen und Fassaden des Landes quasi allgegenwärtig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-10962 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15.jpg" alt="Jugend Kirgistan 2 Reihe Bischkek" width="1600" height="1067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15.jpg 1600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/KGZ-jeunes-presidentielles-15-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></p>
<p style="text-align: justify">Novastan lädt euch dazu ein, uns auf Treffen mit der Jugend eines Landes zu folgen, das selbst noch keine 30 Jahre alt ist.</p>
<p style="text-align: justify">Wovon träumen die Kinder der Unabhängigkeit heute? Wie erleben sie die kirgisische Hauptstadt mit ihrer Freizeit, ihrer Liebe, ihrem Leben?</p>
<p style="text-align: justify"><em>Die Reihe wurde in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Fotojournalistin <a href="https://www.valeriebaeriswyl.com/">Valérie Baeriswyl</a></em><em> von Kolektif 2D erstellt.</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Clara Marchaud </strong><br />
<strong>Anastasiia Shevtsova</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt Ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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