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	<title>Anouk Gohier, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Anouk Gohier, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Taschkent: Mittels interaktiver Karte in die Stadtgeschichte eintauchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anouk Gohier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2022 16:15:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Digitales]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Stadt Taschkent hat eine interaktive Karte erstellt, auf der das Alter jedes Geb&#xE4;udes visualisiert wird. Es ist jedoch unklar, welchen Nutzen dieses Projekt f&#xFC;r die Erhaltung der historischen Geb&#xE4;ude der Stadt hat, obwohl dies f&#xFC;r die Einwohner derzeit ein wichtiges Thema ist. Am 28. Januar 2022 gab die usbekische Hauptstadt Taschkent bekannt, dass sie [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Stadt Taschkent hat eine interaktive Karte erstellt, auf der das Alter jedes Gebäudes visualisiert wird. Es ist jedoch unklar, welchen Nutzen dieses Projekt für die Erhaltung der historischen Gebäude der Stadt hat, obwohl dies für die Einwohner derzeit ein wichtiges Thema ist.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. Januar 2022 gab die usbekische Hauptstadt Taschkent <a href="https://www.tashkent.uz/ru/news/age-tashkent-z-ujingizning-eshini-biling">bekannt</a>, dass sie eine interaktive Karte erstellt hat, auf der das Alter aller ihrer Gebäude abzulesen ist. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Für die Umsetzung von „<a href="https://age.tashkent.uz/">Age Tashkent</a>“, so der offizielle englische Titel des Projektes, war die Abteilung für digitale Entwicklung der Stadt verantwortlich. Es wurde nach dem Vorbild interaktiver Karten entworfen, die bereits für zahlreiche Großstädte im Ausland entwickelt wurden. Das usbekische Medium <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2022/02/02/age-tashkent/">Gazeta.uz</a> verweist auf ähnliche Projekte in den <a href="https://parallel.co.uk/netherlands/#13.8/52.365/4.9/0/40">Niederlanden</a>, <a href="https://kontikimaps.ru/how-old/moscow?p=h-msk">Moskau</a> und <a href="https://kontikimaps.ru/how-old/saint-p?p=h-spb">Sankt Petersburg</a>. Trotz des englischen Titels ist die Karte nur in russischer und usbekischer Sprache verfügbar. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Karte, um die Geschichte der Stadt zu visualisieren</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Karte selbst wird durch eine Reihe von Grafiken und Erklärungen ergänzt. Eine erste Grafik zeigt etwa, welche Art von Material in einem bestimmten Baujahr verwendet wurde. Hierzu merken die Entwickler:innen an, dass sich die Wahl der Baumaterialien von Jahr zu Jahr ändert und „sowohl mit der Dringlichkeit der Bauarbeiten als auch mit der wirtschaftlichen Lage“ zusammenhängt. Nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Taschkent_1966">Erdbeben von 1966</a>, das große Teile des Zentrums von Taschkent zerstörte, mussten die Architekt:innen neue Materialien finden. „<em>Als viel und schnell gebaut werden musste, wurde Holz in Umlauf gebracht, das vorher und nachher fast nie verwendet worden war</em>“, heißt es auf der Website. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/die-zukunft-der-vergangenheit-urbanitaet-in-zentralasien-taschkent-bischkek/">Die Zukunft der Vergangenheit – Urbanität in Zentralasien: Taschkent, Bischkek</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Grafik zeigt die Anzahl der errichteten Gebäude pro Jahr. Auch hier sind die Folgen des Erdbebens klar zu sehen. Im Jahr 1966 erreicht die Bautätigkeit einen Höhepunkt, der mit dem massiven Wiederaufbau zusammenhängt. Laut der Grafik auf der Website wurden in dem Jahr 632 Gebäude errichtet – ein Rekord, der seitdem nicht mehr übertroffen wurde. Die meisten Gebäude, die vor 1966 gebaut wurden, waren zwischen zwei und vier Stockwerken hoch. Der Wiederaufbau bot den damaligen sowjetischen Architekt:innen die Gelegenheit, höher zu bauen, aber auch das Stadtzentrum und alle zerstörten <a href="https://www.google.fr/books/edition/Seismic_Modernism/ja9ljwEACAAJ?hl=fr">Viertel neu zu überdenken</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Funktion der interaktiven Karte ermöglicht es außerdem, archäologische Informationen übereinander zu legen: die historische Stadtmauer, die Entwicklung der Stadtgrenzen seit 1865 sowie die zwölf historischen Stadttore. Svetlana Gorchenina, Historikerin mit Schwerpunkt auf Zentralasien und Forschungsdirektorin am französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Centre_national_de_la_recherche_scientifique">CNRS</a>), sagte gegenüber Novastan, dass die Erstellung einer solchen Karte in einem staatlichen Kontext, der normalerweise wenig Geld für die Kultur bereitstellt, bemerkenswert sei. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine historische Kartografie ohne Historiker?</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des innovativen Charakters dieser Karte weisen einige von <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2022/02/02/age-tashkent/">Gazeta.uz</a> zusammengetragene Kommentare auf zahlreiche Fehler hin. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass bei vielen Gebäuden auf der Karte nicht deren tatsächliches Alter, sondern eher das Jahr ihrer Renovierung angegeben wird. Die Internetnutzer:innen sehen in solchen Fehlern einen Hinweis darauf, dass die Entwicklung dieser Karte ohne den Beitrag von Geschichts- und Architekturexpert:innen erfolgte, die ihr Fachwissen hätten einbringen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich umfasst das auf der Website vorgestellte Team Entwickler:innen, Ingenieur:innen, Geograf:innen, die auf Geografische Informationssysteme (GIS) spezialisiert sind, Topograf:innen, Designer:innen, Grafiker:innen und Kartograf:innen. Von Historiker:innenn ist jedoch keine Spur. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ein-kulinarischer-ort-in-taschkent-der-chigatay-basar/">Ein kulinarischer Ort in Taschkent: Der Chigatay-Basar</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Punkt begrüßt Svetlana Gorchenina „<em>die wichtige Arbeit der Informations- und Datenrecherche, auch wenn die noch zu geringzähligen wissenschaftlichen Veröffentlichungen in der Regel nur die wichtigen Denkmäler behandeln und die sogenannten gewöhnlichen Gebäude im Schatten lassen. Wenn die Karte Fehler in Bezug auf bestimmte Denkmäler enthält, liegt das daran, dass es kein allgemeines Gebäudekataster für Taschkent gibt</em>“, beschreibt die Historikerin. „<em>Bisher gibt es keine derartige Datenbank und diese Karte ist der erste Schritt zu ihrer Erstellung. Die Hervorhebung der verschiedenen Gebäude, die für die wichtigsten Etappen der städtebaulichen Entwicklung Taschkents repräsentativ sind, könnte wahrscheinlich die zaghaften Versuche, eine Liste der vom Staat erhaltenen Denkmäler zu erstellen, stärken</em>“, fügt Gorchenina hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Historikerin schlägt vor, „<em>den Textteil der Website mit Links zu anderen Websites zu ergänzen, die sich mit der Architekturgeschichte Taschkents befassen und Bilder der Gebäude zeigen, wie z. B. ‚<a href="https://mytashkent.uz/">Pis&#8217;ma o Tashkente</a>‘</em> [Briefe über Taschkent<em>], ‚<a href="https://archalert.net/">Das rot-schwarze Buch der Architektur Usbekistans</a>‘ oder ‚<a href="https://ca-photoarchives.net/">Das offene Archiv der zentralasiatischen Fotografie</a></em>‘“. Gorchenina verweist auch auf „<em>Seiten von <a href="https://www.facebook.com/groups/179399492874859/about">Fachgruppen</a> in sozialen Netzwerken</em>“: „<em>Diese Verweise könnten die rein kartografische Dimension um eine detailliertere Beschreibung bestimmter Gebäude, die Geschichte ihrer Entwicklung im Laufe der Zeit durch Fotografien und die Erinnerungen der Einwohner von Taschkent ergänzen.</em>“ </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein komplexer Kontext des Kulturerbes</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Projektbeschreibung ist eines der Ziele der Karte, das Tempo der Entwicklung der usbekischen Hauptstadt beobachten zu können. Für das Team der Digitalabteilung der Stadtverwaltung ist die Antwort deutlich sichtbar. Für sie „<em>ist es offensichtlich, dass Taschkent wächst</em>“. Abgesehen von dieser Funktion, die Entwicklung Taschkents besser zu verstehen, geht die Pressemitteilung der Stadt nicht wirklich darauf ein, wofür die Karte verwendet werden soll. Tatsächlich vermittelt der Ton eher den Stolz auf eine solche digitale Produktion. Taschkent ist die erste Stadt in Zentralasien, die eine solche Karte erstellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Pressemitteilung der Stadt heißt es: „<em>Das Projekt bietet die Möglichkeit, die reiche Geschichte Taschkents, sein architektonisches und archäologisches Erbe mit eigenen Augen zu sehen und zu würdigen</em>“. Diese Aussage verdeckt in gewisser Weise die heftige Debatte um die Erhaltung des Kulturerbes, wobei zahlreiche Abrisse in den letzten Jahren, Historiker:innen, Architekt:innen und Stadtplaner:innen Sorgen bereiten. Im Oktober 2021 berichtete das usbekische Medium Hook Report [<a href="http://old.hook.report/2021/03/neumnaya-rekonstruktsiya/">ru</a>/<a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/a-tachkent-des-militants-veulent-preserver-la-vieille-ville/">fr</a>] über eine Petition für einen besseren Schutz des kulturellen Erbes der Stadt. Darin wurde <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistans-praesident-mirziyoyev-mit-80-prozent-der-stimmen-wiedergewaehlt/">Präsident Shavkat Mirziyoyev</a> aufgefordert, die Altstadt von Taschkent für eine Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe anzumelden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/architektur-und-kulturfuehrer-taschkent-wie-eine-stadt-sich-neu-erfindet-und-der-welt-oeffnet/">Architektur- und Kulturführer Taschkent: Wie eine Stadt sich neu erfindet und der Welt öffnet</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gorchenina sagte zur Frage der Erhaltung des kulturellen Erbes wie zu vielen anderen Themen in Zentralasien: „<em>Dieses Projekt ist Teil eines komplexen Kontexts, in dem sich verschiedene Einstellungen zum architektonischen Erbe überschneiden. Auf der einen Seite, ist als Echo auf die Bedenken der Wissenschaftler zu beobachten, dass die Stadtbewohner zunehmend verstehen, dass es notwendig ist, die architektonischen Bauten aller Epochen sowie den städtischen Kontext aktiv zu erhalten. In diese Richtung gehen auch einige staatliche Initiativen, wie zum Beispiel das Projekt ‚Modernismus 20/21‘, das vom usbekischen Fonds für die Entwicklung von Kultur und Kunst ins Leben gerufen wurde, um modernistische Denkmäler, die in den 1960er bis 1980er Jahren errichtet wurden, zu erhalten und aufzuwerten“, </em>beschreibt die Historikerin. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Andererseits zeigen jüngste Ereignisse wie der Abriss des Kosmonautenplatzes durch die Stadtverwaltung von Taschkent oder der Beginn der verhängnisvollen Restaurierung des Palastes der Flugzeugbauer einen gegenläufigen Trend auf, der darauf abzielt, die Spuren der zaristischen und sowjetischen Vergangenheit zu beseitigen. Die Erstellung dieser Karte ist umso bemerkenswerter in einem staatlichen Kontext, der normalerweise nur wenig Geld für die Kultur bereitstellt und die Schaffung digitaler Ressourcen noch immer ziemlich vernachlässigt</em>“, fügt sie hinzu. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mögliche Verwendungszwecke</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die Möglichkeiten, „<em>diese Website positiv zu nutzen</em>“, verweist Gorchenina auf einige Instrumente, die den Behörden der Stadt zur Verfügung stehen: „<em>Die Karte ist derzeit online verfügbar, aber sie könnte auch in anderer Form bei Ausstellungen in Museen verwendet werden, das wäre schon etwas Nützliches</em>“. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> „<em>Auch wäre es möglich, auf der Grundlage dieser Website und der von dem Team gesammelten Informationen an einigen Gebäuden erklärende Tafeln mit den Namen der Architekten, den Bau- und Renovierungsdaten anzubringen. Diese Art von Informationen gibt es in Taschkent heute nicht“</em>, so die Historikerin. „<em>Es wäre interessant zu sehen, wie sich diese Webseite in den realen Raum projizieren lässt</em>“, fügt sie hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Age Taschkent ist eines von insgesamt vier aktuellen Projekten der Abteilung für digitale Entwicklung der Stadt. <a href="https://his.tashkent.uz/">HisTashkent</a>, das im Frühjahr 2021 gestartet wurde, ermöglicht den einfachen Vergleich von Karten der Hauptstadt vom 19. Jahrhundert bis heute. „<a href="https://yoshlarportali.uz/">Molodyoschnyi portal</a>“ ein „Portal für Jugendliche“, das besser über bestehende Ausbildungen und Stipendien informieren soll. <a href="https://new.xalqnazorati.uz/ru/">Xalq Nazorati</a> (usbekisch für „öffentliche Kontrolle“) wurde schließlich entwickelt, um eine bessere Kommunikation zwischen den Einwohner:innen Taschkents und den Angestellten der Stadt zu ermöglichen. Auf die Weise sollen Probleme wie Heizungsausfälle oder Wasserlecks, die auf der Straße beobachtet werden, effektiver gelöst werden. Diese Website befindet sich noch in der Testphase. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><b>Anouk Gohier </b><br><b>Novastan France</b></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirgistan: Neue Kohlegrube gefährdet Petroglyphen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anouk Gohier]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2020 06:18:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlemine]]></category>
		<category><![CDATA[Petroglyphen]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein t&#xFC;rkischer Fotojournalist hat vor der m&#xF6;glichen Zerst&#xF6;rung von Tausende von Jahren alte Petroglyphen im S&#xFC;den Kirgistans gewarnt. Kirgistans Kohleindustrie fordert immer wieder Opfer. Die Kohle, die im Energiemix des Landes eine zentrale Rolle spielt und deren Abbau vor kurzem den Zusammenbruch eines ganzen Gebirgsteils verursacht hat, bedroht auch das tausendj&#xE4;hrige historische und kulturelle Erbe [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein türkischer Fotojournalist hat vor der möglichen Zerstörung von Tausende von Jahren alte Petroglyphen im Süden Kirgistans gewarnt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans Kohleindustrie fordert immer wieder Opfer. Die Kohle, die im Energiemix des Landes eine zentrale Rolle spielt und deren Abbau vor kurzem den Zusammenbruch eines ganzen Gebirgsteils verursacht hat, bedroht auch das tausendjährige historische und kulturelle Erbe Kirgistans. Der türkische Fotograf Zafer Dincer hat am 13. September anhand von Fotos und Videos <a href="https://www.facebook.com/photo?fbid=10158457901397696&amp;set=pcb.10158457904192696">auf Facebook</a> angeprangert, dass Petroglyphen durch den Bau einer Straße zu einem neuen Kohlebergwerk gefährdet werden.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Straße befindet sich im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kara-Suu_District">Bezirk Kara-Suu</a>, in der im Süden des Landes gelegenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Region Osch</a>. <em>&#8222;Viele einzigartige Steine rund um den See werden durch asphaltierte Straßen zerstört. Wenn das so weitergeht, befürchten wir, dass wir in einer Woche einen Ort von unglaublicher Schönheit verlieren werden“</em>, beschreibt Zafer Dincer seine Aufnahmen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-facebook wp-block-embed-facebook"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Petroglyphen sind wichtige Elemente der vorislamischen kirgisischen Kultur. Diese Felszeichnungen sind an mehreren Stellen des Landes in Felsen eingraviert. Obwohl ihre Datierung unter Fachleuten umstritten ist, wird allgemein angenommen, dass die ersten aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bronzezeit">Bronzezeit</a> (2700-900 v. Chr.) stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/langar-steinzeitliche-petroglyphen-im-pamir/"><strong>Langar – steinzeitliche Petroglyphen im Pamir</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Petroglyphen stellen alltägliche Szenen aus dem Leben jener Menschen dar, die sie gezeichnet haben. Sie sind oft von Spiritualität geprägt und insbesondere mit dem Sonnenkult verbunden. Wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kloop.kg/blog/2020/09/15/unikalnye-petroglify-v-alae-mogut-ischeznut-iz-za-dobychi-uglya-vse-raboty-na-mestorozhdenii-priostanovleny/">Kloop</a> hervorhebt, gelten die Petroglyphen als historisches und kulturelles Erbe und sind daher durch die Gesetze des Landes geschützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein unzureichend geschütztes Erbe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieses Rechtsschutzes reagierte das kirgisische Kulturministerium erst am 16. September, drei Tage nach der Veröffentlichung der beunruhigenden Fotos und Videos durch Zafer Dincer. Wie <a href="https://kloop.kg/blog/2020/09/16/minkult-nazval-porchu-petroglifov-radi-dobychi-uglya-vandalizmom-i-prosit-nakazat-vinovnyh/">Kloop</a> berichtete, sprach das Ministerium in einem <a href="https://www.facebook.com/minculturegovkg/posts/3564499333573131">Facebook-Post</a> von „Vandalismus“ in Bezug auf den Kohlebergbau in der Region und kündigte an, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um „Verletzungen“ dieser Objekte des historischen und kulturellen Erbes zu verhindern. Die Bauarbeiten an der Straße seien ausgesetzt und ArchäologInnen zum Petroglyphen-Feld geschickt worden, um den Schaden zu bewerten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kaktus.media/doc/421290_specialisty_rasskazali_kak_mojno_spasti_petroglify_ot_ynichtojeniia.html">Kaktus</a> zitiert eine Pressemitteilung der Nichtregierungsorganisation (NGO) „Zentralasien – Kunstmanagement“, in der empfohlen wird, diese Petroglyphen zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären, um einen besseren Schutz zu ermöglichen. Die NGO ist auch besorgt darüber, dass die Gefahr der Zerstörung, der diese Petroglyphen ausgesetzt sind, nicht von den Behörden, sondern von einem zufällig vor Ort befindlichen Journalisten aufgedeckt wurde. Dies zeige die Mängel beim Schutz des kirgisischen historischen Erbes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kohleindustrie birgt verschiedene Risiken</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefahr für das historische Erbe ist nicht das einzige Problem mit Kirgistans Kohleförderstätten. So berichtete <a href="https://rus.azattyk.org/a/dobycha-ugla-stala-prichinoy-zagrjaznenia-reki/30327744.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst des amerikanischen Rundfunkveranstalters Radio Free Europe, im Jahr 2019 von einem weiteren Vorfall im Zusammenhang mit dem Kohlebergbau im Bezirk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karasuu">Kara-Suu</a>. Die EinwohnerInnen des Dorfes Karagur klagten damals über eine beunruhigende Verschlechterung des Zustands der Umwelt, insbesondere der biologischen Vielfalt. Dem Artikel zufolge wurde die Firma Dschol-Tschyrak, die in diesem Gebiet Kohleabbau durchführt, zu einer Geldstrafe von 13.000 Som (etwa 140 Euro) verurteilt, weil sie das Wasser, das das Dorf benutzt, vorsätzlich verschmutzt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-vier-tote-bei-unfall-in-kohlebergwerk/"><strong>Kirgistan: Vier Tote bei Unfall in Kohlebergwerk</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse sind Teil einer allgemeinen Dynamik im Land. Gemäß den Zahlen des <a href="http://www.stat.kg/en/opendata/category/85/">Nationalen Statistikkomitees</a> ist das Volumen der Kohleproduktion seit 2015 stetig gestiegen. Die hohe Geburtenrate der letzten Jahre, die von 2,8 Kindern pro Frau im Jahr 2010 auf 3,3 im Jahr 2019 stieg, erklärt zum Teil, warum der Energiebedarf des Landes von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Darüber hinaus werden ausländische Investitionen, die in den Energiesektor des Landes getätigt werden, weitgehend in die besonders umweltschädliche Bergbauindustrie. Und dies trotz der sichtbaren negativen Auswirkungen auf die Umwelt, die Luftqualität und die menschliche Gesundheit.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Anouk Gohier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/kirghizstan-des-petroglyphes-mis-en-danger-par-lexploitation-dune-nouvelle-mine-de-charbon/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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