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	<title>aijani, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>aijani, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Kirgistan : Menschen mit Behinderung auf sich alleine gestellt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[aijani]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Oct 2018 17:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Behinderung sehen sich t&#xE4;glich mit schwerwiegenden Schwierigkeiten konfrontiert. Sowohl eine formelle Anerkennung Ihrer Rechte als auch eine angemessene Hilfe von Seiten der Beh&#xF6;rden stehen noch aus. W&#xE4;hrendessen setzt sich die Zivilgesellschaft in Bewegung. Im Januar 2016 bezifferte das Ministerium f&#xFC;r soziale Entwicklung der Republik Kirgistan die Anzahl der Menschen mit Behinderung im Land [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left"><strong>Menschen mit Behinderung sehen sich täglich mit schwerwiegenden Schwierigkeiten konfrontiert. Sowohl eine formelle Anerkennung Ihrer Rechte als auch eine angemessene Hilfe von Seiten der Behörden stehen noch aus. </strong><strong>Währendessen setzt sich die Zivilgesellschaft in Bewegung.</strong></p>
<p style="text-align:left">Im Januar 2016 bezifferte das Ministerium für soziale Entwicklung der Republik Kirgistan die Anzahl der Menschen mit Behinderung im Land auf 170 000, von denen 80% arbeitslos seien.</p>
<p style="text-align:left">Zur Zeit sehen sich Menschen mit Behinderung mangels Infrastruktur und Möglichkeiten dazu gezwungen, entweder zuhause zu bleiben, oder in staatlich geführten Institutionen unterzukommen. Vielen von Ihnen ist es nicht möglich, Treppen zu steigen, Straßen zu überqueren und somit, Einkäufe zu erledigen, oder sich an Freizeitaktivitäten zu beteiligen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-die-unsichtbaren-kirgistans/">Menschen mit Behinderung – Die Unsichtbaren Kirgistans</a></strong></p>
<p style="text-align:left">Viele der bestehenden Strukturen sind, trotz Reformanstrengungen, nicht für Menschen mit Behinderung gewappnet, und versuchen außerdem nicht, die bestehenden Probleme zu überwinden. Die meisten Menschen mit Behinderung plagen finanzielle Probleme, Zugansschwierigkeiten zu den öffentlichen Fortbewegungsmitteln, etc… Das größte Problem jedoch stellt die Frage der Beschäftigung.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Die Rechte der Menschen mit Behinderung schützen</strong></p>
<p style="text-align:left">Gegenwärtig stehen Menschen mit Behinderung Leistungen in Höhe von 3000 Soms (35 Euro) monatlich zu. Aufgrund dieses geringen Betrags schlagen Experten <a href="http://www.ktrk.kg/post/3511/ru">Änderungen</a> zur Gesetzelage vor. Sie plädieren unter anderem für eine klare Darlenung der Rechte der Menschen mit Behinderung und für einen erleichterten Zugang zu öffentlichen Dienststellen. Notwendig dafür seien Sensibilisierungskampagnen , aber auch erhöhte Mittel.</p>
<figure id="attachment_15342" aria-describedby="caption-attachment-15342" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-15342" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B.jpg" alt="Mann sitz in Rollstuhl behtelt" width="1024" height="684" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-15342" class="wp-caption-text">Ein Mann in einem Rollstuhl in den Straßen von Bischkek</figcaption></figure>
<p style="text-align:left">Bereits zu diesem Zweck legte Dastan Bekechew, einziges Mitglied mit Sehbehinderung des kirgisischen Parlaments 2013 einen <a href="https://kloop.kg/blog/2013/02/25/spravedlivo-li-platit-za-otkaz-nanimat-invalidov/">Gesetzentwurf</a> vor, mit dem Zweck, Arbeitgeber dazu zu zwingen Geld zu spenden, sollten sie in ihrer Belegschaft keine Menschen mit Behinderung anstellen.</p>
<p style="text-align:left">Das Parlament lehnte mit der Unterstützung des Finanzministeriums und der gesamten Regierung das Projekt jedoch ab, mit der Begründung, eine „<i>neue Gebühren-Art</i>“ verhindern zu wollen.</p>
<p style="text-align:left">Für Dastan Bekechew wurde die Ablehnung durch das Finanzministerium von der Weigerung der kirgisischen Entrepreneure motiviert. „<i>Es handelt sich hier um neue Art der Besteurung von Geschäftsleute. Talentierte behinderte Menschen können eine Arbeit finden, ohne dafür auf den Staat angewiesen zu sein</i>“, so Iskender Tschartschaiew, Finanzexperte beim kirgisischen Unternehmen <a href="https://www.facebook.com/pages/biz/%D0%9E%D1%81%D0%9E%D0%9E-%D0%90%D0%B7%D0%B8%D1%8F-%D0%93%D0%BE%D0%BB%D0%B4-504191463289114/">Asia Gold</a>.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Ein Abkommen wurde unterschrieben, jedoch nie ratifiziert</strong></p>
<p style="text-align:left">Dabei ist Kirgistan Unterzeichner des <a href="https://www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Publikationen/UN_Konvention_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">Übereinkommens der Vereinten Nationen </a><a href="https://www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Publikationen/UN_Konvention_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">über die Rechte von Menschen mit Behinderung</a>, mit dem Ziel, das Recht auf eine Teilnahme am zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kutlurellen Leben der Menschen mit Behinderung zu gewährleisten, und jegliche Form der Diskriminierung gegen ebendiese zu tilgen, sie zu schützen und sie in ihren Menschenrechte und Grundrechte zu verteidigen.</p>
<figure id="attachment_15345" aria-describedby="caption-attachment-15345" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15345" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C.jpg" alt="Bischkek Demo Behinderte Rechte" width="1300" height="861" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-300x199.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-768x509.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-1024x678.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-15345" class="wp-caption-text">Eine Demonstration für die Rechte der Menschen mit Behinderung fand in Bischkek statt.</figcaption></figure>
<p style="text-align:left">Mit dieser Unterschrift zeugt das Land von seinem Interesse an dem Abkommen, und äußert seinen Willen, dieses Abkommen zu respektieren. Nichtsdestotrotz sind angegebene Normen schlichte Richtlinien und sind nicht verpflichtend.</p>
<p style="text-align:left">Um diese Normen anzuwenden, bedürft es, da Dokument juristisch zu verfassen. Dafür muss der Text ratifiziert werden, was mit sich führt, die Vorgaben in die Gesetzgebung des Landes aufnehmen zu müssen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/mit-behinderung-auf-der-buhne/">Mit Behinderung auf der Bühne</a></strong></p>
<p style="text-align:left">Das Übereinkommen ist weltweit am 3. Mai 2008 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen">in Kraft getreten</a>. Kirgistan hat es 2011 unterschrieben, jedoch bis heute nicht ratifiziert. „<i>Fast hätten wir das Ziel erreicht. Aber jedes Mal, wird die Ratifizierung verschoben. Manchmal, weil die Regierung umgebildet wird. Oft, weil sie die Frage schlicht nicht begreifen.“, </i>bedauert <a href="https://24.kg/obschestvo/69976_pochemu_kyirgyizstan_neratifitsiruet_konventsiyu_opravah_invalidov/">Tolkunbek Issakow</a>, Präsident der öffentlichen Stiftung zur juristischen Assistenz Menschen mit Behinderung Kirgistans. Und weiter: „<i>Man kommt nicht um eine finanzielle Anstrengung um, um das Übereinkommen umzusetzen. Die Verachtung des Textes kann zu Sanktionen führen. Dies ermutigt Politiker nicht dazu, weiter zu gehen.“ </i></p>
<p style="text-align:left">Das Ministerium für soziale Entwicklung hat, in Zusammenarbeit mit Aktivisten der Zivilgesellschaft und Experten, die Gesamtsumme, die zur Anwendung des Übereinkommens notwendig wäre, berechnet, und kommt zu dem Schluss, dass <a href="https://rus.azattyk.org/a/27838730.html">6,6 Milliarden Soms</a> (83 Millionen Euro) notwendig wären. Mit den 23 Milliarden (288 Millionen Euro), die für das soziale Wohnen in Kirgistan aufkommen, muss die Regierung mit Ausgaben in Höhe von 30 Milliarden Soms (375 Millionen Eur) rechnen.</p>
<p style="text-align:left">Die Ratifizierung des Übereinkommens durch das kirgisische Parlament setzt also eine Freigebung dieser Gelder voraus. Hier auch fehlt es sowohl an Geld, als auch an politischem Willen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Angesichts der Untätigkeit der Behörden übernimmt die Zivilgesellschaft</strong></p>
<p style="text-align:left">Die Zivilgesellschaft wartete jedoch nicht darauf, dass Regierung und Behörden Kirgistans agierte, um sich in Gang zu setzen. Unterschiedliche Initiativen wurden seit der Unabhängigkeit ins Leben gerufen.</p>
<figure id="attachment_15346" aria-describedby="caption-attachment-15346" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15346" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D.jpg" alt="Hotze Gvulot Assoziation Kirghizstan" width="1300" height="731" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-15346" class="wp-caption-text">Hotze Gwulot ist eine israelische Assoziation, die sich für Menschen mit Behinderung in Kirgistan engagiert</figcaption></figure>
<p style="text-align:left">Zum Beispiel wurde die israelische Assoziation <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-kirghizstan-en-fauteuil-roulant/">Hotze Gvulot</a> im Sommer 2017 gegründet, mit dem klaren Ziel: überall in Kirgistan zu reisen, und denen den es fehlt, einen Rollstuhl zur Verfügung zu stellen.</p>
<p style="text-align:left">Da der offensichtliche Mangel an Mittel, sich auf das Leben Menschen mit Behinderung in Kirgistan dramatisch auswirkt, kommt eine solche Initiative für ebendiese sehr gelegen.</p>
<p style="text-align:left">Außerdem wurde in September 2017 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek eine Demo veranstaltet, zu der circa 300 Demonstranten sich beteiligten. Diese forderten unter anderem die Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Ein internationaler Text der sich nicht nur symbolisch, sondern auch konkret auf das Alltagslebens der Menschen mit Behinderung in Kirgistan auswirken kann.</p>
<p style="text-align:right"><strong>Aijan Igemberdiewa</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan in Bischkek</strong></p>
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		<title>Google Translate spricht endlich Kirgisisch</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/google-translate-spricht-endlich-kirgisisch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[aijani]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Siebenhundert Freiwillige, zwei Jahre Arbeit, vier Millionen &#xFC;bersetzte W&#xF6;rter. Nun &#xFC;bersetzt Google Translate endlich auch das Kirgisische. Wie hat alles angefangen?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Siebenhundert Freiwillige, zwei Jahre Arbeit, vier Millionen übersetzte Wörter. Nun übersetzt Google Translate endlich auch das Kirgisische. W</em></strong><strong>ie hat alles angefangen? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Um den Einstieg der kirgisischen Sprache bei Google Translate besser zu verstehen, haben wir uns mit Naziia unterhalten, eine der Freiwilligen, die diese Erweiterung ermöglicht haben. Sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin und brennt dafür, der Welt ihre Heimat Kirgistan vorzustellen, seine Kultur und natürlich auch seine Sprache. Anfangs stieß sie zufällig auf eine <a href="https://www.facebook.com/KyrgyzLangInGoogleTranslate/?fref=ts">Anzeige</a> der Gruppe <em>Kyrgyz Translate</em> bei Facebook. Man suchte Linguisten und andere, die mindestens eine Fremdsprache sprachen, um die Einführung des Kirgisischen bei Google Translate zu unterstützen.</p>
<p style="text-align: justify">„Ich habe an der Manas Universität studiert. Die meisten meiner Kurse waren auf Türkisch und auf Englisch. Ich spreche also fünf Sprachen fliessend: Kirgisisch, Russisch, Englisch, Türkisch und Koreanisch“, vertraut sie uns lächelnd an.</p>
<p style="text-align: justify">Kyrgyz Translate wurde im Oktober 2014 gegründet und arbeitet seitdem an der Integration der kirgisischen Sprache in das Übersetzungsinstrument von Google. Die Initiative kam von Tilek Mamytow, einem Mitarbeiter von Google in Kirgistan, der die Zusammenarbeit mit der <em>Google Community </em>auf die Beine gestellt hat, und von Choronbek Saadanbekow, den Projektkoordinator.</p>
<p style="text-align: justify">Die Bewerber sollten sich auf ihrer Webseite registrieren, um Wörter oder Sätze zum Übersetzen zu erhalten und über Neuigkeiten des Projektes informiert zu bleiben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wer konnte teilnehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Übersetzungsarbeit wurde ausschließlich von Freiwilligen bewältigt: eine Gruppe von ca. 700 Personen, der sich täglich neue Übersetzer anschließen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Motivation der Teilnehmer besteht in dem gemeinsamen Ziel, ihre Muttersprache in das berühmte Übersetzungssystem zu integrieren. Mit der Unterstützung der Soros Stiftung haben die Organisatoren auch Teilnehmertreffen und Wettbewerbe organisiert.</p>
<p style="text-align: justify">Die drei ersten Plätze erhielten Preisgelder: 40000 Soms (ca. 500 Euro) für den ersten Platz, 20000 Soms (250 Euros) für den zweiten und 10000 Soms (120 Euro) für den dritten Platz.</p>
<p style="text-align: justify">Nachdem sie in zwei Monaten 31244 Sätze aus dem Englischen ins Kirgisische übersetzt hatte, gewann Naziia den zweiten Preis. Auf die Frage, wie sie das mit ihrem Job in einem Büro in Einklang gebracht hat, berichtet sie aus ihrem Alltag:</p>
<p style="text-align: justify">„Abends musste ich mich zwingen, um weiter zu übersetzen. Nach der Arbeit ist man ja immer müde und es ist nicht immer einfach, das Ziel zu erreichen, das man sich gesetzt hat. Zum Glück hatte ich zwei gute Gründe, mich weiter anzustrengen: Erstens die Lust, mit meiner Begabung etwas nützliches zu tun, und zweitens wollte ich mir mit dem Preisgeld eine Nähmaschine kaufen!“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine ständige Arbeit</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Übersetzer bieten ihre Übersetzungsvarianten für ein Wort an und das System nimmt jene Bedeutungen auf, die am häufigsten vorkommen. Besonders schwer ist es, Film- oder Liedtitel zu übersetzen. In dem Fall sind andere Quellen für die Übersetzung gefragt. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Anfangs wurden 6000 kirgisische Sätze übersetzt. Heute zählt die Datenbank eine Million Sätze, das sind vier Millionen Wörter.</p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisische Version von Google Translate ist frei verfügbar, eignet sich aber weniger für offizielle Übersetzungen als für den alltäglichen Gebrauch. Es handelt sich um eine automatische Übersetzungsmaschine auf statistischer Grundlage, die die Wörter nicht in Verhältnis zu ihrem Kontext stellt. Die Nutzer können weiterhin neue Übersetzungsvarianten eingeben und so die Qualität der Übersetzung kirgisischer Wörter verbessern. Ab dem 18. Februar 2016 ist Kirgisisch damit eine der Sprachen von Google Translate geworden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Aijan Igemberdieva, Journalistin für Novastan<br />
Aus dem französischen übersetzt von Florian Coppenrath</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Junge Aktivistinnen in Kirgistan: Die Gleichheit als Leidenschaft</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/junge-aktivisten-in-kirgistan-die-gleichheit-als-leidenschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[aijani]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2014 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan sind 8 von 10 Frauen Opfer von h&#xE4;uslicher Gewalt. Eine junge Aktivistinnengruppe arbeitet daran, auf die Rechte der Frauen aufmerksam zu machen.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/junge-aktivisten-in-kirgistan-die-gleichheit-als-leidenschaft/">Junge Aktivistinnen in Kirgistan: Die Gleichheit als Leidenschaft</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Welche Rechte haben Frauen? Wie steht es um die Gleichheit von Männern und Frauen in Kirgistan? In einem Land, in dem </strong></em><u><a href="https://www.youtube.com/watch?v=_HNkfsearrA#t=17"><em><strong>8 von 10 Frauen</strong></em></a></u><em><strong> Opfer von häuslicher Gewalt sind und die Wörter &#8222;Haus&#8220; und &#8222;Frau&#8220; wie selbstverständlich zusammengehören, bleiben diese Fragen oft ohne Antwort &#8211; oder gar ohne Gesprächspartner. Novastan versucht sie zu stellen.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Was bringt ein junges Mädchen dazu, ihr Kinderzimmer zu verlassen und sich für ihre Rechte einzusetzen? Der Verein <u><a href="http://devochkiaktivistki.kloop.kg/">&#8222;Aktivistenmädchen Kirgistans&#8220;</a></u> besteht aus sehr jungen Aktivistinnen. Es scheint, der Ernst des Lebens beginnt früh in Kirgistan.</p>
<p style="text-align: justify">Der Verein wurde 2013 mit der Unterstützung des <a href="http://bishkekfeminists.org/">F<u>eministischen Kollektivs Bischkeks</u></a> gegründet. &#8222;Es gab zuerst ein Camp für die Mädchen, das von den Peace Corps und der Feministischen Initiative Bischkeks organisiert wurde. So habe ich angefangen, mich dafür zu interessieren&#8220;, erzählt Darija, eine der Aktivistinnen . &#8222;Danach haben wir uns einmal in der Woche getroffen, um darüber gemeinsam nachzudenken&#8220;. Darija und ihre Freundinnen verstanden sehr schnell, wie wichtig und dringend es ist, das Projekt in offiziellem Rahmen umzusetzen. &#8222;Wir mussten einen Verein gründen, um über uns zu reden und die Gesellschaft auf uns aufmerksam zu machen.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Geschlechtergleichheit ist auf der ganzen Welt ein aktuelles Thema, nicht nur in den zentralasiatischen Ländern. Doch hier, wo sich das Verständnis dieser Gleichheit oft noch durchsetzen muss, ist das Problem besonders prägnant. Die ganze Gesellschaft macht den Eindruck, nach Geschlechtern geteilt zu sein.</p>
<p style="text-align: justify">Das betrifft natürlich an erster Stelle die Arbeitswelt. Einige Berufe seien nunmal eher für Männer geeignet und andere für Frauen, heißt es. Dabei können letztere diese auch nur ausüben, wenn es ihnen erlaubt wird.</p>
<p style="text-align: justify">Auf der Anklagebank sitzen akute Bildungs- und vor allem Informationsmängel in manchen Regionen Kirgistans. Daher rühren auch die zahlreichen Missbrauchsfälle, körperliche wie psychologische, die so selten kritisiert, verurteilt und bestraft werden.</p>
<p style="text-align: justify">Dafür gibt es eine Lösung: mit Waffen, also Wörtern, gegen Klischees anzugehen, in der Hoffnung, diese Ungleichheiten zu beseitigen. In diesem Kontext wurden in den letzten Jahren mehrere Organisationen gegründet, die sich für die oft gebrochenen und häufig verschwiegenen Frauenrechte einsetzen. &#8222;Aktivistenmädchen Kirgistans&#8220; ist dabei eher untypisch, der Verein wird von jungen 13- bis 17-jährigen Jugendlichen verwaltet. Ihr Ziel? Gleiche Rechte für Frauen und Männer fördern, für eine Welt ohne Gewalt, Diskriminierung und Grausamkeit.</p>
<p style="text-align: justify">[youtube https://www.youtube.com/watch?v=u9lhbaTJ1gA]</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Unser Hauptziel ist es, jungen Mädchen ihre Rechte zu erklären und ihnen zu zeigen, wie man diese verteidigt. Ein Mensch der seine Rechte nicht kennt ist schwach, er ist jeder äußerlichen Gewalt ausgesetzt&#8220;, erklärt Darija. Diese empörte und erbitterte Verfechterin der Menschenrechte verpasst keine Gelegenheit, bei verschiedenen Veranstaltungen zu dem Thema ihre Meinung kundzutun. Dabei ist sie noch ein Kind.</p>
<p style="text-align: justify">Mit ihren 16 Jahren engagiert sich Darija bereits seit zwei Jahren in der Organisation, die sie mitgegründet hat. Sie studiert in der Schule N.13, in der elften Klassen (die letzte in dem lokalen Schulsystem, Anm. d. Red.). Trotz ihres jungen Alters setzt sie sich mit Leidenschaft mit ernsten politischen und sozialen Problemen auseinander, während Gleichaltrige die Augen nicht vom Fernseher lösen können.</p>
<p style="text-align: justify">Diese noch jugendlichen Aktivistinnen nehmen wo immer möglich an Kampagnen teil, die auf Menschenrechte aufmerksam machen, an Konferenzen und Foren. Für sie ist es das Wichtigste, gehört zu werden. Sie kommen aus verschiedenen Städten, Regionen und Dörfern aus allen Ecken Kirgistans. In Bischkek haben sie ihr Hauptquartier. Dort diskutieren sie über ihre Probleme und geben der Veränderung ihre Stimme. Es ist ein kleines graues Haus, recht banal, doch es ist schwer es zu verlassen, hat man es einmal betreten.</p>
<p style="text-align: justify">Ihre Treffen sind eher freundschaftliche Treffen, Vertrauen und Verständnis sind die Hauptsache. Zwischen zwei Lachern, manchmal auch zwei Tränen, beißen sie mir ihren noch weißen Zähnen auf ein Stück schwarze Schokolade. Diese Atmosphäre trägt sicherlich zu dem Erfolg des Projektes bei.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein deutlicher Mangel an Information auf den Dörfern </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Problematik der Frauenrechte ist in den Dörfern Kirgistans besonders akut. Hier, weit weg von der großen Welt und den Schulen, mangelt es jungen Frauen systematisch an Information über ihre Rechte. Ohne Bildung bleibt ihnen oft nur die Hochzeit, zum Teil schon mit 14-15 Jahren. Doch die Schuldigen sind weder ihre Eltern, noch ihre Religion.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist die Armut, welche die meisten Türen verschließt. Die Hochschulausbildung ist kostenpflichtig und oft sehr teuer in Kirgistan. Studenten müssen <u><a href="http://education.stateuniversity.com/pages/798/Kyrgyzstan-HIGHER-EDUCATION.html">bis zu 2000 Dollar</a></u> im Jahr zahlen, für die Amerikanische Universität, die beste des Landes, sind es 5500 Dollar. Und das bei einem Durchschnittslohn von <u><a href="http://kabar.kg/rus/economics/full/67336">214 Dollar</a></u>.</p>
<p style="text-align: justify">An zweiter Stelle stehen der Mangel an Kommunikation und die mangelnde Information der Bevölkerung. Mit letzterem beschäftigt sich Darijas Organisation.</p>
<p style="text-align: justify">2013 nahmen sie an dem Forum &#8222;Gemeinsam&#8220; teil und stellten dort ihre Forderungen. &#8222;Wir brauchen Schulbücher über Frauen: Politikerinnen, Wirtschaftswissenschaftlerinnen, Naturschützerinnen, Aktivistinnen. Unsere Mütter brauchen Kindergärten, in denen ihre Kinder betreut werden (die Schule beginnt erst mit 7, Anm. d. Red.). Wir müssen uns auf unser Studium konzentrieren können, nicht auf den Haushalt. Es werden gute Bibliotheken und Computer benötigt, die für alle zugänglich sind. Wir wollen eine gute Ausbildung erhalten!&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Entscheidet und redet nicht über uns in unserer Abwesenheit: wir sind hier und können alles selbst sagen!&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">[youtube https://www.youtube.com/watch?v=P_-cfpkGj4A]</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, was sie zu ihrem Engagement motiviere, antwortet Darija: &#8222;Vor allem der Wunsch, zu helfen. Als Vertreterin dieses Teils der Gesellschaft, also der 16-jährigen Mädchen, kenne ich selbst die Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify">Mit 14 nahm Darija an einer Konferenz über &#8222;Die Rechte von Mädchen, ihre Gesundheit und Gewalt gegen sie&#8220; in Almaty teil. Das schon damals rebellierende Mädchen erinnert sich: &#8222;Als ich ankam, bemerkte ich, dass ich das einzige Mädchen bei dieser Konferenz über Mädchen war. Ich habe die Frage gestellt, warum hier nur ein einziges Mädchen sei? Ich glaube, wir kennen unsere Probleme besser und wissen besser, wie man sie lösen kann.&#8220; Als Antwort: Gelächter, noch verletzender als Worte. &#8222;Das Hauptproblem dort war die herablassende Haltung der Männer unserem jungen Alter gegenüber. Jetzt wo ich 16 bin ist es schon einfacher&#8220;, setzt sie nach.</p>
<p style="text-align: justify">Informieren, sprechen, aus dem Schatten und dem Schweigen treten. Sie wehren sich, <u><a href="http://devochkiaktivistki.kloop.kg/about/">verurteilen</a></u> eine Gesellschaft ohne Hoffnung. &#8222;Wir bleiben alle still. Wir leben in einer Gesellschaft, in der eine frühe Heirat ein Erfolg ist. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt etwas Normales ist.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Auf ihrem Blog findet man Videos, Aussagen, Erzählungen und Informationen, dank derer die Leben einiger junger Mädchen vielleicht einen anderen Weg einschlagen können.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Aijan Igemberdieva</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen übersetzt von<br />
Florian Coppenrath und Luisa Podsadny</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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