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	<title>abaldauf, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Eine von vier Familien lebt in Kirgistan unterhalb der Armutsgrenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 19:07:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan ist die Armut von 2019 auf 2020 um 5,2 Prozentpunkte in die H&#xF6;he geschnellt &#x2013; die Kirgisen, die in extremer Armut leben, werden immer zahlreicher. Der Grund daf&#xFC;r sei die mit Covid-19 verbundene Schlie&#xDF;ung der Grenzen, welche die Kirgisen daran hinderte ins Ausland arbeiten zu gehen und damit ihre zur&#xFC;ckgebliebenen Familien zu ern&#xE4;hren. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong> In Kirgistan ist die Armut von 2019 auf 2020 um 5,2 Prozentpunkte in die Höhe geschnellt &#8211; die Kirgisen, die in extremer Armut leben, werden immer zahlreicher. Der Grund dafür sei die mit Covid-19 verbundene Schließung der Grenzen, welche die Kirgisen daran hinderte ins Ausland arbeiten zu gehen und damit ihre zurückgebliebenen Familien zu ernähren. Dies zeigt eine Studie, die allerdings einige Mängel aufweist, denn ein großer Teil der kirgisischen Arbeiter bewegt sich in halboffiziellen Beschäftigungen, was es enorm erschwert, die richtigen Zahlen herauszufiltern. </strong>

Während die allgemeine Armut in Kirgistan in den Jahren 2016 bis 2019 gesunken ist, ist dieser Wert zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr um 5,2 Prozentpunkte von 20,1% auf 25,3% in die Höhe geschnellt. Eine von vier Familien lebt also unter der Armutsgrenze, berichtete die kirgisische Presseagentur <a href="https://24.kg/obschestvo/215443_nischeta_rastet_kajdaya_chetvertaya_semya_vkyirgyizstane_jivet_zachertoy_bednosti/">24.kg</a> am 30. November.

Diese Daten kommen vom <a href="http://www.stat.kg/media/publicationarchive/27bf7b42-dfee-44e0-9698-864275e6b3b3.pdf">Kirgisischen Nationalkomitee für statistische Daten (NSC)</a>, das eine Studie mit 4993 beteiligten Haushalten durchführte. Die veröffentlichten Zahlen zeigen ebenfalls große Unterschiede zwischen den Regionen. Während die Armut in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabat</a> im Süden des Landes um 10,3% gestiegen ist, verzeichnet die Hauptstadt Bischkek einen Anstieg von 4,9 Prozentpunkten. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a>, der zweitgrößten Stadt Kirgistans, die wie Dschalalabat im Süden des Landes liegt, sank die Armut im Gegensatz zu den anderen Regionen um sechs Prozent.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Vor 2020 war laut NSC die Armutsquote im Sinken begriffen: Von 25,6 % im Jahr 2017 war die Zahl der in Armut lebenden Kirgisen 2019 auf 20,1% gesunken. Mit den 25,3% im Jahr 2020 nähert sich die Zahl der an der Armutsschwelle lebenden Kirgisen im Durchschnitt wieder den Zahlen von 2016 an. In diesem Zeitraum sahen sich einige Regionen mit einem hohen Armutsanstieg konfrontiert. Dies war zum Beispiel in Bischkek der Fall, wo sich die Armutsrate fast verdoppelte (von 9,8% im Jahr 2016 auf 16,8% im Jahr 2020). Es gab allerdings auch gegenteilige Bewegungen, wie im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Talas">Gebiet Talas</a> im Nordwesten des Landes, deren Armutsrate von 18,1% im Jahr 2016 auf 12,5 % im Jahr 2020 schmolz und damit die niedrigste in ganz Kirgistan darstellt.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">„Kluft zwischen arm und reich“ und „extreme Armut“</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Experten des NSC haben außerdem die Zahl der in extremer Armut lebenden Kirgisen errechnet. Um diese „Quote extremer Armut“ zu bestimmen, <em>„schätzt das Komitee eine gewisse Geldsumme, die einem Korb an Grundnahrungsmitteln entspricht“</em>, das heißt, eine Liste von lebensnotwendigen Lebensmitteln für zumindest eine Person“, erklärt Ilias Mamadiarov, Forscher des französischen Instituts für Zentralasienforschung (IFEAC).<em> „All jene, deren (monatliches) Einkommen weniger als 38.000 Som (391,2 Euro) beträgt, werden als in Armut lebend bewertet; diejenigen, die weniger als 19.000 Som (195,6 Euro) verdienen, leben in extremer Armut</em>“, fügt er hinzu.

Die Quote extremer Armut war bereits im Sinken begriffen: von 0,8% der Bevölkerung im Jahr 2017 auf nur mehr 0,5% im Jahr 2019. Allerdings stieg sie im Jahr 2020 wieder an, und zwar auf 0,9% der Gesamtbevölkerung.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Stark eingeschränkte Arbeitsmigration</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Der Anstieg der Quote extremer Armut im Jahr 2020 kann auf die Schließung der Grenzen ab März 2020 aufgrund von Covid-19 zurückgeführt werden. In Kirgistan lebt die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Normalerweise ist es üblich, dass viele Menschen nach der Erntezeit ins Ausland arbeiten gehen. <em>„Die Armut ist jahreszeitlich bedingt, es gibt viele Landbewohner, die sich dazu entscheiden nach dem Herbst nach Russland zu reisen, um dort Arbeit zu finden“</em>, merkt Ilias Mamdiarov an. Die Migranten schicken dann das erarbeitete Geld nach Kirgistan zu ihren Familien, um ihr Überleben zu sichern.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-die-armut-hinter-dem-smog/">Bischkek: Die Armut hinter dem Smog</a></strong>

Den <a href="https://data.worldbank.org/indicator/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?locations=KG">Daten der Weltbank</a> zufolge repräsentierten diese Geldtransfers im Jahr 2020 31,3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Kirgistan ist weltweit der von diesen Geldsummen am drittmeisten abhängige Staat.

Aber mit der Schließung der Grenzen im März 2020 konnten die Kirgisen, die nunmehr zum Verbleib in ihrer Heimat gezwungen waren, nicht für die Deckung der Bedürfnisse ihrer Nächsten aufkommen, erklärt Roman Mogilewskij, Forscher an der University of Central Asia (UCA), im Dezember 2020 in einer <a href="https://www.centralasiaprogram.org/migration-covid-19-challenges-policy-responses-kyrgystan">Studie über die Folgen von Covid in Bezug auf die Migrationsbewegungen</a>. Diejenigen, die sich bereits im Ausland befanden, waren ebenfalls stark von den Auswirkungen der Covid-Pandemie betroffen. <em>„Die Ende März 2020 in Russland und Kasachstan verhängte Ausgangssperre hatte eine drastische Verringerung der Arbeitsplätze für Migranten, unter anderem aus Kirgistan, zur Folge“</em>, betont der Wissenschaftler.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Rückgang der Geldsendungen an kirgisische Familien</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Roman Mogilevskij zufolge hat die drastische Reduzierung von Geldsendungen nach Kirgistan das BIP um 5% fallen lassen. <em>„Die Sendungen zwischen Januar und Juli 2020 waren um 10% geringer als diejenigen von Januar bis Juli 2019“</em>, erklärt er. Diese Situation hat zum Anstieg der Armut vor allem in ländlichen Gebieten geführt. Der Bericht des NSC bestätigt diesen Trend. Die Armut stieg in den ländlichen Gebieten um 6,1% im Vergleich zu 3,6% in den Städten an.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zwar gibt es mittlerweile wieder mehr Migrationsbewegungen, aber es gibt weiterhin ein Mobilitätsproblem, denn es wurden nur die Luftwege Richtung Russland geöffnet“</em>, stellt Ilias Mamadiarov fest. Um von Kirgistan aus nach Russland zu kommen, muss man durch Kasachstan fahren, das allerdings seine Landgrenzen nach wie vor geschlossen hält. <em>„Viele Familien haben nicht die finanziellen Mittel, mit dem Flugzeug zu reisen; die Tickets sind zu teuer“</em>, fügt er hinzu.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine unübersichtliche ökonomische Lage</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die genannten Zahlen sollte man allerdings mit Vorsicht genießen. In dieser Studie wurden nur 4993 Haushalte untersucht, im Vergleich zu 6,7 Millionen Einwohnern. Aber vor allem ist es aufgrund des hohen Grades an informeller Wirtschaft in Kirgistan sehr schwierig, tatsächlich fundierte Zahlen zu erhalten. Diese „halboffizielle“ Wirtschaft wurde eingängig in einer von Kanat Tilekeew &#8211; selbst Forscher an der UCA &#8211; im Juni 2021 <a href="http://library.fes.de/pdf-files/bueros/bischkek/18023.pdf">veröffentlichten Studie</a> erläutert.

<a href="http://www.stat.kg/ru/news/nenablyudaemaya-ekonomika-v-2019-godu/">Dem NSC zufolge</a> betraf dieses Phänomen im Jahr 2019 zirka 23,5% der nationalen Wirtschaft. Dementsprechend waren&nbsp;71,8% der Arbeiter im Jahr 2019 nicht deklariert. Im Jahr 2020 dürfte die nicht deklarierte Arbeit ähnliche Ausmaße angenommen haben.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/weltbank-jeder-zweite-einwohner-in-tadschikistan-lebt-mindestens-einmal-im-jahr-unterhalb-der-armutsgrenze/">Weltbank: Jeder zweite Einwohner in Tadschikistan lebt mindestens einmal im Jahr unterhalb der Armutsgrenze</a></strong>

Auch ein Teil der in Kirgistan erarbeiteten Einkommen wird in der globalen Wirtschaft des Landes nicht erfasst. Außerdem leben die Kirgisen, die in solch informellen Strukturen arbeiten, in einer prekären Situation. Mehr als die Hälfte der Arbeiter hat keinen Zugang zu den grundlegenden Arbeitsrechten, und kann nicht von der Sozialversicherung und dem Rentensystem profitieren. Kanat Tilekeew stellt fest: <em>„Der Teil der Bevölkerung, die auch nach dem Pensionsalter aufgrund von einer zu geringen Rente weiterarbeiten muss, wird möglicherweise größer.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading">Die Regierung sieht sich verpflichtet, die Armut zu reduzieren</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Als Reaktion auf die oben genannte Feststellung hat die kirgisische Regierung die Einführung eines neuen Modells zur Armutsbekämpfung verkündet. Der Vizearbeitsminister Nürdoloot Bazarbajew erklärte während einer Sitzung am 28. Januar, dass Kirgistan – wie <a href="https://mlsp.gov.kg/2022/01/28/kyrgyzstan-nameren-primenit-novye-podhody-v-borbe-s-bednostyu/">im Pressebericht des Ministers</a> dargestellt &#8211; von passiven zu aktiven Methoden übergehen wolle&nbsp;: <em>„Das aktuelle Sozialhilfesystem ist teuer, aber nicht effizient“</em>, erkennt er an.

Dieses Modell stützt sich auf das System „Nahrung gegen Arbeit“, wie <a href="https://24.kg/obschestvo/220561_vkyirgyizstane_vnedryayut_novuyu_model_preodoleniya_bednosti/">24.kg</a> berichtet. <em>„Arme Familien, Familien mit geringem Einkommen und arbeitslose Staatsbürger werden die Möglichkeit haben, die Lebensqualität ihrer Familien zu verbessern, indem sie sich in neuen Agrartechniken ausbilden, die effizienter sind als die bisher angewandten, sowie indem sie Einpersonenunternehmen gründen“</em>, kündigte Nürdoloot Bazarbajew an. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Plan wirklich in die Tat umgesetzt wird.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette</strong>
<strong>Redakteurin von Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/au-kirghizstan-une-famille-sur-quatre-vit-sous-le-seuil-de-pauvrete/">Französischen</a>&nbsp;von Andrea Baldauf</strong>
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		<title>Über 2 Millionen Jahre alte Knochen in Tadschikistan gefunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 19:43:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Russische und tadschikische Forscher sind im Norden von Tadschikistan auf 2,2 bis 2,5 Millionen Jahre alte Wirbeltierknochen gesto&#xDF;en. Diese Entdeckungen werden die Kenntnisse der Forscher &#xFC;ber die Fauna die historischen und zivilisatorischen Entwicklungen der Vorfahren der jetzigen Bewohner Zentralasiens, die Wiege einer gro&#xDF;en Anzahl von Kulturen und Gesellschaften, weiter pr&#xE4;zisieren und vervollst&#xE4;ndigen. Es war eine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Russische und tadschikische Forscher sind im Norden von Tadschikistan auf 2,2 bis 2,5 Millionen Jahre alte Wirbeltierknochen gestoßen. Diese Entdeckungen werden die Kenntnisse der Forscher über die Fauna die historischen und zivilisatorischen Entwicklungen der Vorfahren der jetzigen Bewohner Zentralasiens, die Wiege einer großen Anzahl von Kulturen und Gesellschaften, weiter präzisieren und vervollständigen.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Es war eine völlig unerwartete Entdeckung. Am 10. Dezember letzten Jahres verkündete die <a href="https://urfu.ru/ru/news/39216/">Uralische Föderale Universität</a>, dass ein Team von russischen und tadschikischen Forschern Knochen von Wirbeltieren im Alter von mehr als 2 Millionen Jahren identifiziert habe. Die Fundstätte befindet sich in den Distrikten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Löss-Paläolithikum_am_Obi-Mazar">Lachuti</a> und Kuruksai, im Flussbecken des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylsuu_(Wachsch)">Kysylsuu</a> im Norden Tadschikistans. Auch an vier weiteren Grabungsstätten, ehemals bewohnt von alten Zivilisationen, deren Funde als etwas jünger datiert werden, wurden die Archäologen fündig.

Die Forschungsstelle für naturwissenschaftliche Methoden in der humanwissenschaftlichen Forschung der Föderalen Uraluniversität erklärt, dass es sich bei den Knochen um eine Vielzahl an Wirbeltierknochen aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pleistozän">Pleistozän</a> handele. Diese geologische Epoche geht auf 2,6 Millionen Jahre zurück und endete 11.700 Jahre vor unserer Zeit. Die damalige Tierwelt bestand aus großen Säugetieren wie etwa Mammuts, Rhinozerossen, Pferden, Hyänen und Geparden. Eine sehr vielfältige Fauna, die sich allerdings, aufgrund der besonders eifrigen Jagd des Menschen auf jene Zeitgenossen, im Niedergang befand.

Unter den bei den Ausgrabungen gefundenen Proben sind unter anderem auch Skelette des &#8218;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hyänen">Pliocrocutas</a>&#8218;, einer heute ausgestorbenen Hyänenart, Einhufer der Art &#8218;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pferde">Equus stenonis</a>&#8218;, Schötensack-Bisons, sehr ähnlich den europäischen Bisons, sowie einige Artverwandte der Hirsche und Rhinozerosse. All diese Tierarten haben vor 2,5 bis 2,2 Millionen Jahren vor unserer Zeit gelebt.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine sehr aufschlussreiche Region für die archäologische ForschungGe</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Dimitri Gimranov, Forscher an der Uralischen Föderalen Universität, erklärt, dass die Grabungen in den Jahren 1960 und 1980 begonnen haben, allerdings nach einiger Zeit unterbrochen wurden. „Wir befürchteten, dass im Laufe der letzten dreißig Jahre die Sedimente dieser Gebirgsregion Tadschikistans aufgrund der geologischen Prozesse, der Schlammlawinen und Wasserläufe, zerstört wurden. Glücklicherweise blieb die sedimentäre Schicht zugänglich für die Untersuchungen und reich an Wirbeltierknochenresten“, beschreibt der Archäologe.

<strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/langar-steinzeitliche-petroglyphen-im-pamir/">Langar – steinzeitliche Petroglyphen im Pamie</a>

„Das ist gut, denn die Orte sind irrsinnig interessant für die Forschung. Dort finden wir die Fauna des Pleistozän vor 2,5 bis 2,2 Millionen Jahren vor. Sie entsprechen fast genau den Sedimentperioden der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taurida-Höhle">Taurida-Höhle</a> (Halbinsel Krim), in der derzeit Grabungen stattfinden“, fügt er hinzu. Die große Mehrheit der Grabungsfunde wurde in das Regionalhistorische Museum der Stadt Baldschuwon gebracht. Es ist vorgesehen, dass die bei den Grabungen gefundenen Objekte im Winter 2022 analysiert und restauriert werden. Eine gewisse Anzahl von Pferdezähnen wird im Laufe des Jahres 2022 von Wissenschaftlern der Föderalen Uraluniversität in Jekaterinburg erforscht. Des weiteren haben die Archäologen vor, die Grabungen in den Regionen Lokhouti und Kourouksai fortzuführen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Weitere Funde aus der Frühgeschichte</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Zusätzlich zu den großen Säugetieren entdeckten die Archäologen vier weitere Grabungsorte, die damals von Menschen bewohnt wurden, fügt die Föderale Uraluniversität hinzu. An erster Stelle steht hierbei die Kolonie von<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarasm"> Sarasm</a>, eine proto-urbane bronzezeitliche Siedlung, die vor 5.500 Jahren gegründet wurde und seit 2010 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen ist. Ebenfalls wurde der Friedhof von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farkhor">Farkhor</a>, der auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frühe_Bronzezeit">frühe Bronze-Zeit</a>, also zirka 2000 Jahre vor unserer Zeit datiert werden kann, besucht. Die hellenistische Festung <a href="#Soli-Sard">Soli-Sard</a>, die im dritten Jahrhundert vor Christus, zur Zeit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisch-Baktrisches_Königreich">gräko-baktrischen Königreiche</a>, erbaut wurde, gehörte ebenso zu den Besichtigungsstätten wie die mittelalterliche Kolonie Mustafotepe.

Durch die Vielfalt der historischen Epochen, die diese Stätten präsentieren, schenken diese vier Orte den Forschern ein aufschlussreiches Panorama der Zivilisationen, die diese Regionen in früheren Zeiten bewohnten. Sie erlauben es, die Verbindungen zwischen nomadischen und sesshaften Kulturen und die Beziehungen dieser Völker an Kreuzungspunkten unterschiedlichster Einflüsse zu verstehen: Die zentralasiatischen Kulturen waren in Kontakt mit jenen, der sibirischen Steppen, kannten das Joch der griechischen Königreiche und wurden auch von Einflüssen aus dem Iran, der syro-mesopotamischen Reiche und sogar von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Belutschistan">Belutschistan</a> geprägt.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><a name="_GoBack1"></a>Unter den gefundenen Objekten, befinden sich Skelette von Tieropfern. Anton Kochnev, Forscher des naturwissenschaftlichen Laboratoriums in der Forschungsstelle für Humanwissenschaften der föderalen Uraluniversität, erklärt dass „alle Knochenreste von Nutztieren stammen“. Die Bestandsaufnahme der ausgegrabenen Objekte wird wichtige Aufschlüsse in Bezug auf die Sesshaftwerdung und die Viehhaltung vergangener Völker in diesem Teil Zentralasiens leisten.
</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Annah Tiprez</strong>
<strong>Redakteurin von Novastan France </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>



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		<title>Dutzende Verletzte und mehrere niedergebrannte Häuser bei Ausschreitungen an der kirgisisch-usbekischen Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 14:24:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[So’x]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 31. Mai ist es in einer der Grenzregionen zwischen Usbekistan und Kirgistan zu gewaltt&#xE4;tigen Auseinandersetzungen gekommen.&#xA0; Die Folgen des Konflikts, bei dem es sich um einen Streit um den Zugang zu Wasser handelt, sind dutzende Verletzte und drei niedergebrannte H&#xE4;user. &#xA0;Vertreter der lokalen Beh&#xF6;rden sowie der Regierungen beider Staaten fanden sich sofort zu Verhandlungen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 31. Mai ist es in einer der Grenzregionen zwischen Usbekistan und Kirgistan zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.  Die Folgen des Konflikts, bei dem es sich um einen Streit um den Zugang zu Wasser handelt, sind dutzende Verletzte und drei niedergebrannte Häuser.  Vertreter der lokalen Behörden sowie der Regierungen beider Staaten fanden sich sofort zu Verhandlungen ein, um dem Zwischenfall ein Ende zu setzen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferganatal</a> kommt nicht zur Ruhe. Die Region sieht sich mit immer wieder auflodernden und sich ähnelnden Grenzkonflikten konfrontiert. Wie die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="http://kabar.kg/news/na-kyrgyzsko-uzbekskoi-granitce-proizoshel-konflikt-mezhdu-zhiteliami-gps-kr/">Kabar.kg</a> berichtet, kam es am 31. Mai um die Mittagszeit im Grenzgebiet zwischen Usbekistan und Kirgistan – einer Zone, in der die Grenzen zwischen den Ländern nicht definiert sind &#8211; erneut zu Gewaltausbrüchen. Mehrere Einwohner des kirgisischen Dorfes Tschetschme im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kadamjay_District">Distrikt Kadamschaj</a> sind auf Bewohner des Dorfes Chashma, das in der von Kirgistan umgebenen usbekischen Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/So%CA%BBx">So´x</a> liegt, losgegangen. Die Enklave ist, obwohl sie zu Usbekistan gehört, mehrheitlich von tadschikischer Bevölkerung bewohnt. Laut <a href="https://rus.azattyk.org/a/30644607.html?fbclid=IwAR2ueJF_BOoMc_ryVfM45wgnQoPEiFnSGxwEOfHoeh4aNWNJSfv--wzQd7I">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Dienst des amerikanischen Medienhauses Radio Free Europe, haben die Dorfbewohner begonnen, kontinuierlich Steine zu werfen und hörten nicht damit auf, bevor ein Haus auf usbekischer Seite und zwei Häuser auf kirgisischer Seite niedergebrannt waren. Am 1. Juni <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/pervyy-vitse-premer-ministr-kubatbek-boronov-pribyl-v-batkenskuyu-oblast">verkündete</a> die kirgisische Regierung , dass der Konflikt beigelegt wurde.</p>
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<p style="text-align: justify">Das kirgisische Gesundheitsministerium sprach in seiner <a href="http://www.med.kg/ru/novosti/1684-informatsiya-po-sostoyaniyu-postradavshikh-v-rezultate-intsidenta-v-sele-chechme-kadamzhajskogo-rajona-batkenskoj-oblasti.html">letzten offiziellen Veröffentlichung</a> bezüglich der Vorfälle von 25 Personen, die sich im Krankenhaus der Stadt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khaidarkan">Chaidarchan</a> befänden. Zwei Personen würden sich in einem kritischen Zustand befinden und seien auf die Intensivstation verlegt worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/moskau-bietet-sich-als-vermittler-im-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-an/"><strong>Moskau bietet sich als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgisistan an</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Von den offiziellen usbekischen Staatsorganen ist nichts bekannt, jedoch bestätigte der in Usbekistan lebende tadschikische Journalist Mirasror Fargoni von der in Prag ansässigen tadschikischen Zeitschrift <a href="http://akhbor-rus.com/-p4604-119.htm">Akhbor</a>, dass 146 Personen ins Krankenhaus gebracht worden seien. Unter den Opfern befänden sich fünf oder sechs Personen, die durch Projektile verwundet wurden, die möglicherweise von einem Jagdgewehr abgefeuert wurden. <a href="https://www.ozodlik.org/a/uzbek-qirgiz-chegarasida-janjal/30644495.html">Radio Ozodlik</a>, der usbekische Dienst von Radio Free Europe zählt allerdings nur sechzehn Hospitalisierungen auf usbekischer Seite.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Wasserquelle als Ursprung des Konflikts</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie so oft in dieser Region sind die Zerwürfnisse auf einen Konflikt um den Zugang zu Rohstoffen zurückzuführen. Dieses Mal handelt es sich laut der kirgisischen Zeitschrift <a href="https://www.turmush.kg/ru/news:1621921/?telegram">Turmush.kg</a> um eine Wasserquelle in einer nicht definierten Grenzzone, die die Streitigkeiten auslöste. Die Quelle wird sowohl von den kirgisischen als auch von den usbekischen Dorfbewohnern in der Nähe genutzt. Gemeinsam hätten alle am 31. Mai eine Reinigung vorgenommen. Laut Dscheenbek Makambajew, dem Verwaltungschef des kirgisischen Bezirks Birlik, findet diese Reinigung für gewöhnlich einmal jährlich statt. Dabei löste anscheinend ein Wortgefecht um die Besitzverhältnisse der Quelle unter den Teilnehmern einen bewaffneten Konflikt aus.</p>
<p><figure id="attachment_22266" aria-describedby="caption-attachment-22266" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-22266" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/Carte-enclave-Sokh.gif" alt="Die Enklave So´x auf einer Landkarte" width="640" height="360" /><figcaption id="caption-attachment-22266" class="wp-caption-text">Die Enklave So´x ist von Kirgistan umgeben</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Turmush.kg zufolge bestätigte der Leiter der lokalen kirgisischen Katasterbehörde und gleichzeitig Beauftragte für  Immobilienrechte von Kadamschaj, Ababakir Mitalipow, dass sich die Quelle auf dem Gebiet des kirgisischen Dorfes Chechme befinde. Der kirgisische Vizepremierminister <a href="https://24.kg/english/143397_Akram_Madumarov_to_become_new_Deputy_Prime_Minister_of_Kyrgyzstan/">Akram Madumarow</a> zeigte sich dabei weit weniger sicher. „<em>Es handelt sich dabei um einen umstrittenen Ort, die Quelle wird von beiden Konfliktparteien verwendet, Streitigkeiten treten dabei immer wieder auf. Wir werden die Verschlechterung der Allgemeinsituation nicht dulden</em>“, verkündete er am 31. Mai auf Radio Azattyk.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgisische und usbekische Behörden bemühen sich um eine Beruhigung der Situation</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am Abend des 31. Mai wurden kirgisische Truppen an den Ort des Geschehens geschickt, um die Situation zu stabilisieren. Um etwa 21 Uhr Ortszeit konnten bereits Verhandlungen zwischen den lokalen kirgisischen und usbekischen Vertretern stattfinden, wie die usbekischen Grenzwächter auf dem Messangerdienst <a href="https://t.me/sarhad_uz/1887">Telegram</a> berichteten. <a href="https://rus.azattyk.org/a/30644333.html">Radio Azattyk</a> zufolge wurde die kirgisische Seite vom ersten Vize-Gouverneur der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Provinz Batken</a> Dscharkinbek Maksutow und dem Verwaltungschef des Bezirks Kadamschaj Alginbaj Imarow vertreten. Auf der usbekischen Seite haben der Gouverneur der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Farg%CA%BBona">Provinz Farg´ona</a>, Shuxhrat Ganiev, sowie der Bezirkssleiter  von So’x an den Verhandlungen teilgenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ein-verletzter-bei-konflikt-an-der-kirgisisch-usbekischen-grenze/?noredirect=de_DE"><strong>Ein Verletzter bei Konflikt an der kirgisisch-usbekischen Grenze</strong></a><strong>s</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die lokalen Verantwortlichen haben gemeinsam Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Situation in Griff zu bekommen und neuerliche Verstimmungen zu vermeiden. Ebenso wurden die Dorfbewohner pädagogisch betreut. „<em>Die Situation ist derzeit unter Kontrolle. Es wurden angemessene Maßnahmen getroffen um die Ursachen und Konsequenzen des Konfliktes zu beseitigen</em>“, haben die Grenzwachen am 31. Mai auf ihrem Telegram-Kanal bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem hat die kirgisische Regierung am 1. Juni auf ihrer <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/pervyy-vitse-premer-ministr-kubatbek-boronov-vstretilsya-s-premer-ministrom-respubliki-uzbekistan-abdulloy-aripovym">offiziellen Webseite</a> mitgeteilt, dass zwischen dem kirgisischen Vize-Premierminister Kubatbek Boronow und dem usbekischen Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdulla_Aripov">Abdulla Oripov</a> ein Treffen stattgefunden habe. Die zwei Regierungsvertreter hätten sich an einem in der Nähe des Konfliktherdes liegenden Grenzposten getroffen. In der kirgisischen Erklärung heißt es: „<em>Die Konfliktparteien haben in Bezug auf den Zwischenfall an der Grenze Reue gezeigt und haben dazu aufgerufen ein Paket von Maßnahmen zu treffen, um die Situation zu lösen, eine Eskalation zu verhindern und die Spannungen zu beruhigen</em>.“ Letztendlich haben sich die beiden Staaten in bereits zuvor <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">abgeschlossenen Verträgen</a> für eine Kooperation ausgesprochen, die die Grenzprobleme  der beiden Staaten beenden sollte. „<em>In</em> <em>Folge der Sitzung haben sich die Konfliktparteien darauf geeinigt, gemeinsame Untersuchungen durchzuführen und die Urheber zur Verantwortung zu ziehen</em>, “ schließt die Mitteilung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der zweite Zwischenfall innerhalb eines Monats in der Region So’x</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz merklicher Fortschritte in den Jahren 2017 und 2018, die vor allem durch die Unterzeichnung von <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">Abkommen zur Grenzziehung</a> von rund 92 Prozent des Grenzverlaufes erzielt wurden, kommt es regelmäßig zu Ausschreitungen zwischen kirgisischen und usbekischen Einwohnern. Die Zwischenfälle konzentrieren sich vor allem auf die Enklave von So’x, wo die Grenze nicht genau demarkiert ist. Am 1. Mai war es bereits zu Auseinandersetzungen in Bezug auf Weideflächen gekommen. Etwa sechzig usbekische Dorfbewohner warfen Steine auf kirgisische Grenzsoldaten, die darauf mit einigen Luftschüssen antworteten. Die Weidefläche, um die der Streit ausbrach, liegt ebenfalls auf einem Gebiet, an dem die Grenzziehungen nicht genau getroffen wurden. Beide Lager bestehen darauf, dort ihr Vieh grasen zu lassen.</p>
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<p style="text-align: justify">Bei den aktuellen Auseinandersetzungen handelt es sich also um die letzten einer Serie von Zwischenfällen seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991. 1999 beschloss die usbekische Regierung die Enklave zu verminen und die militärische Präsenz zu verstärken, um gegen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Bewegung_Usbekistan">Islamische Bewegung Usbekistan</a> (IBU) vorzugehen. Im Jahr 2013 kam es neuerdings zu Spannungen, als die Straße, die die Provinz So’x mit dem Rest Usbekistans verband, gesperrt wurde. Letztendlich sind die Streitigkeiten um den Rohstoff Wasser nichts Neues. Bereits 2016 berichtete <a href="https://www.ozodlik.org/a/27586519.html">Radio Ozodlik</a> von Konflikten in Bezug auf den Zugriff auf Trinkwasser und das Bewässerungssystem zwischen dem usbekischen Dorf Chashma und den Einwohnern des kirgisischen Dorfes Birlik.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Enklaven, ein bisher ungelöstes Problem </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>T</strong>rotz der Fortschritte von 2017 und 2018 konnten sich Usbekistan und Kirgistan nicht über die Grenzfrage der Enklave So’x, ein Erbe aus der Sowjetzeit, einigen. So’x ist mit einer Fläche von rund 350 Quadratkilometern und 60 000 Einwohnern die größte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Exklaven_und_Enklaven#Exklaven_und_Enklaven_auf_internationaler_Ebene">usbekische Enklave</a> auf kirgisischem Staatsgebiet. Seit dem Jahr 2001 haben die beiden Staaten ein Memorandum über Grenzziehungen unterzeichnet und sich für die Angliederung So’x an das nur durch 20 Kilometer kirgisisches Staatsgebiet entfernte Usbekistan ausgesprochen. Allerdings hat Bischkek den Tausch dieser Zone bei gleichzeitigem Erhalt eines anderen usbekischen Gebietes bisher immer abgelehnt. Eine Vereinigung des Gebietes So’x mit dem restlichen usbekischen Staatsgebiet scheint aus heutiger Sicht nahezu unmöglich.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/19-jaehriger-grenzsoldat-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-verletzt/">19-jähriger Grenzsoldat an der tadschikisch-kirgisischen Grenze verletzt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dennoch ist die Situation an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan noch umstrittener. Eine genaue Demarkation der Grenzen gibt es hier nur für 504 der 976 Kilometer langen gemeinsamen Grenze. Die Spannungen konzentrieren sich vor allem rund um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">tadschikische Enklave Woruch</a>, die sich nicht unfern der Enklave So’x befindet. Dort führte am 24. Mai ein Konflikt um Weideflächen zu einer Schießerei zwischen Grenzsoldaten beider Staaten. Im Laufe der Ausschreitungen wurde ein 19-jähriger tadschikischer Soldat am Bein verletzt. Die tadschikischen und kirgisischen Behörden beschuldigen sich gegenseitig die Lage „destabilisieren“ zu wollen. Erst letzten Februar wurde über einen Gebietsaustausch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/?noredirect=de_DE">verhandelt</a>, der die Grenzziehung um Einiges vereinfachen würde. Diese Informationen wurden allerdings bald darauf von den offiziellen kirgisischen Behörden dementiert.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Quentin Couvreur</strong><strong>, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/des-dizaines-de-blesses-et-plusieurs-maisons-brulees-dans-des-affrontements-a-la-frontiere-entre-louzbekistan-et-le-kirghizstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Andrea Baldauf</strong></p>
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		<title>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 11:47:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Tien-Shan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gletscher des Tian-Shan-Gebirges geh&#xF6;ren zu den wichtigsten Wasserreservoirs Zentralasiens, aber auch wirtschaftlich haben sie eine bedeutende Rolle f&#xFC;r die Region. Angesichts der durch den Klimawandel ver&#xE4;nderten Abflussmenge an Schmelzwasser drohen katastrophale Auswirkungen auf ganz Zentralasien. Einer am 30. Januar auf der schweizerischen akademischen Plattform MDPI ver&#xF6;ffentlichten Studie zufolge werden die Gletscher Zentralasiens am Ende [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Gletscher des Tian-Shan-Gebirges gehören zu den wichtigsten Wasserreservoirs Zentralasiens, aber auch wirtschaftlich haben sie eine bedeutende Rolle für die Region. Angesichts der durch den Klimawandel veränderten Abflussmenge an Schmelzwasser drohen katastrophale Auswirkungen auf ganz Zentralasien. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Einer am 30. Januar auf der schweizerischen akademischen Plattform MDPI veröffentlichten <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/12/3/627">Studie</a> zufolge werden die Gletscher Zentralasiens am Ende des 21. Jahrhunderts die Hälfte ihres Volumens und ein Drittel ihrer Fläche eingebüßt haben. Diese Prognosen entsprechen dem Median-Ablauf der Untersuchungen, die von einem Team aus Hydrologen unter der Leitung von Maria Shahgedanova veröffentlicht wurden. Dennoch gehen die Forscher nicht davon aus, dass die Gletscher zur Gänze verschwinden werden. Die Auswirkungen für die auf das Wasser dieser Gletscher angewiesenen Bevölkerung drohen allerdings verheerend zu sein.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan</strong>: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/"><strong>Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Ausgangspunkt der Forschungen war die Erderwärmung und die damit einhergehenden Veränderungen des Niederschlags in der Region. Aufgrund der Tatsache, dass die Schmelzwassermenge im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts eine bisher nie dagewesene Spitze erreicht hat, überprüften die Wissenschaftler eine mögliche voranschreitende Austrocknung der Gletscher des Tian Shan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Wasser des Tian Shan, eine strategische Ressource und wichtiger Wirtschaftsfaktor für vier Länder</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein Großteil der Gletscher Zentralasiens, die sich über 2500 Kilometer erstrecken und die Täler Kasachstans, Kirgistans und Usbekistans, also einer der größten Bewässerungsflächen weltweit, mit Wasser beliefern, gehört zur Bergkette des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a>. Ebenso versorgt das Schmelzwasser dieser Gipfel die autonome uigurische Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a>, deren auf Kohle, Erdöl und Erdgas basierende industrielle Produktion, unabdingbar für das Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist.</p>
<p style="text-align: justify">Einschätzungen des hydrometeorologischen Zentrums der usbekischen Regierung zufolge liegt der Gletscherschwund in Usbekistan im Jahresdurchschnitt zwischen 0,2 und 1 Prozent pro Jahr, berichtete <a href="https://lenta.ru/articles/2014/11/15/glacier/">das russische Magazin Lenta.ru</a> im Jahr 2014. Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, dann könnten sich im Jahre 2050 die Wasserreserven des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> um 10 bis 15 Prozent und die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der längste und am zweithöchsten entspringende Fluss Zentralasiens, an dessen Lauf sich sechs usbekische Regionen (darunter die Hauptstadt Taschkent), drei kirgisische Regionen, zwei kasachische und eine tadschikische Region befinden, um 2 bis 5 Prozent verringert haben. All das würde zur Verwüstung von großen Landflächen führen und die Bemühungen Kasachstans, den nördlichen Teil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> zu bewahren, zunichtemachen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan</strong>: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/welche-folgen-hat-der-klimawandel-fuer-kirgistan/"><strong>Welche Folgen hat der Klimawandel für Kirgistan?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben zahlreiche Wissenschaftler vor möglichen Folgen der Gletscherschmelze im Tian Shan gewarnt, insbesondere in Hinblick auf die wirtschaftliche und staatliche Sicherheit der betroffenen Staaten. „<em>Wenn sich die Wasserressourcen in Zukunft stark verringern, so könnte dies auch zu einem großen zwischenstaatlichen Konfliktpotenzial werden</em>,“ hielt der Gletscherkundler der <a href="https://www.wsl.ch/de/index.html">Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL </a>Daniel Farinotti im amerikanischen <a href="https://www.livescience.com/51876-asia-glaciers-rapidly-shrinking.html">Wissenschaftsjournal Live Science</a> fest. Aus der unter seiner Leitung durchgeführten <a href="https://www.nature.com/articles/ngeo2513">Studie</a> aus dem Jahr 2015 ging hervor, dass die Gletscher des Tian Shan viermal so schnell schmelzen wie der weltweite Durchschnitt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unterschiedliche Folgen je nach Gletschertyp </strong></p>
<p style="text-align: justify">Unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Temperaturanstiegs der Luft in dieser Region, der am Ende dieses Jahrhunderts bei 3,5°C liegen wird, haben die Hydrologen unter der Leitung von Maria Shahgedanova die unterschiedlichen Fähigkeiten zur natürlichen Regeneration der Gletscher <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/12/3/627">abgeschätzt</a>. Dadurch weiß man beispielsweise, dass die Gletscher, deren natürliche Möglichkeiten zur Regeneration gering sind, und die, welche die Flüsse <a href="https://caravanistan.com/kazakhstan/almaty-region/turgen/">Turgen</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaskeleng">Qaskeleng</a> in der Region Almaty speisen, besonders gefährdet sind. Die Reduktion der sommerlichen Schmelzwassermenge wird auf 20 bis 30 Prozent geschätzt. Allerdings deuten die statistischen Ausarbeitungen auch darauf hin, dass andere Gletscher, deren Regenerationsfähigkeit als natürlich hoch eingeschätzt wird, wie etwa diejenigen, die die Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ili_(Fluss)">Ili</a>  und <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Talgar">Talgar</a> speisen, keinen signifikanten Veränderungen unterliegen. Lediglich das Worst-Case-Szenario sieht im Frühling einen Anstieg der Wassermenge vor.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/weltbank-globale-erwarmung-konnte-zu-konflikten-in-zentralasien-fuhren/?noredirect=de_DE">Weltbank: globale Erwärmung könnte zu Konflikten in Zentralasien führen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Rückgang der Schmelzwasserabflussmengen im Sommer und der damit einhergehende Wassermangel könnten schwerwiegende Folgen für die Bewässerungssysteme auf den kasachstanischen Berghängen, einen der größten Wasserverbraucher, haben, während der Anstieg der Wassermengen im Frühling zu einem höheren Überschwemmungsrisiko führt. Das Best-Case-Szenario, das von den Hydrologen modellhaft dargestellt wurde, wäre ein Rückgang der Wassermengen im Sommer. Im schlimmsten Falle sieht das Szenario hingegen einen großen Anstieg der Temperaturen und eine starke Schnee- und Gletscherschmelze voraus.</p>
<p style="text-align: justify">Hermann Häusler, Geologieprofessor an der Universität Wien, hat die Risiken einer Gletscherschmelze des kirgisischen Teiles des Tian-Shan-Gebirges  gegenüber der Deutschen Welle wie folgt <a href="https://www.dw.com/ru/%D1%83%D1%87%D0%B5%D0%BD%D1%8B%D0%B9-%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%B8-%D1%82%D1%8F%D0%BD%D1%8C-%D1%88%D0%B0%D0%BD%D1%8F-%D1%83%D0%B3%D1%80%D0%BE%D0%B7%D0%B0-%D0%B4%D0%BB%D1%8F-%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D0%B9-%D1%86%D0%B5%D0%BD%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%D0%B9-%D0%B0%D0%B7%D0%B8%D0%B8/a-15295845">beschrieben</a>: Aufgrund des Abschmelzens der Gletscher kommt es zur Entstehung von Hochgebirgsseen in einer Höhe von bis zu 5000 Metern über dem Meeresspiegel. Unterschiedliche Naturphänomene können in der Folge zu einem plötzlichen Durchbruch eines solchen Sees führen, dessen Wassermassen sich dann ihren Weg durch die viel kleineren Wasserläufe bahnen. Dies entspricht etwa einigen hunderttausenden Kubikmetern Wasser, die alles, was sich ihnen in den Weg stellt, mitreißen. Unter den hunderten Gletschern Kirgistans stellen zirka zwei bis drei Dutzend aus diesem Grund eine große Gefahr für die dort ansässigen Menschen dar. Hermann Häusler stellt ebenso fest, dass die kirgisischen Gletscher aufgrund ihrer Größe und hohen Anzahl viel gefährlicher als ihre europäischen „Verwandten“ sind. Das Risiko für Wasserdurchbrüche sei ebenfalls um einiges höher.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Problem für Umwelt und Politik von überregionaler Größenordnung </strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei der am 26. Februar in Bischkek abgehaltenen überregionalen Konferenz „Zentralasien. Eine Region jenseits von Konflikten“ haben einige regional tätige Wissenschaftler auf die massive Verschlechterung der Umweltbedingungen in Zentralasien hingewiesen. <a href="https://www.kp.kg/online/news/3777995/">Laut der russischen Zeitschrift</a> Komsomolskaja Pravda ging es dabei vor allem um die Frage des Gletscherschutzes. Die Teilnehmer beklagten das Fehlen von gemeinsamen länderübergreifenden Forschungsprojekten regionaler Experten, die dabei helfen könnten, einerseits tiefgehende Analysen zu tätigen und andererseits den betroffenen Ländern eine zu verfolgende politische Linie vorzuschlagen.</p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Eine solche politische Linie wurde lange Zeit vermieden, da sie nicht mit der ökonomischen Strategie der Länder vereinbar war. Horst Machguth, ein Angestellter des World Glacier Monitoring Service der Universität Zürich, <a href="https://rus.azattyk.org/a/28913298.html">erwähnte</a> gegenüber Radio Liberty Kirgistan, dass die Goldgewinnung ein zusätzlicher Faktor ist, der zur Zunahme des Abschmelzprozesses der Gletscher beiträgt. Laut dem Wissenschaftler setzen sich die chemischen Produkte, die zur Gewinnung des Goldes in der  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtor-Mine</a> verwendet werden, in Form von Staub auf den Gletschern des kirgisischen Teiles des Tian-Shan-Gebirges ab. Dieser Vorgang führt dazu, dass die Gletscher das Licht der Sonne weniger reflektieren und dadurch noch schneller schmelzen. Die neue <a href="https://www.ozodlik.org/a/26694543.html">Gesetzesvorlage</a> „Über die Wasserressourcen“, die eine Klausel beinhaltet, die wegen der dargestellten Folgen die Schließung der Kumtor-Mine verlangt, wurde 2014 im kirgisischen Parlament vorgestellt. Die Produktion der Kumtor-Mine macht <a href="https://www.gezitter.org/kumtor/31679_ledniki_myi_sohranim_a_kak_byit_s_byudjetom/">10% des kirgisischen BIP</a> aus, weshalb die Regierung dieses Gesetz nie verabschiedet und somit zu Gunsten der wirtschaftlichen Interessen des Landes entschieden hat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus – der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf lange Sicht können die Gletscher nur geschützt werden, wenn das Thema in eine allgemeine Strategie des Kampfes gegen die Klimaerwärmung eingebettet ist. Um die staatlichen Wirtschaftssysteme kurzfristig gegen die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/weltbank-globale-erwarmung-konnte-zu-konflikten-in-zentralasien-fuhren/?noredirect=de_DE">schädlichen Folgen</a> der Gletscherschmelze zu schützen, sollte man die Art und Weise der Bewässerung überdenken und sowohl Präventiv- als auch Notfallstrategien für Überschwemmungen entwickeln. Jene sollten für die regionale Politik allerhöchste Priorität haben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anna Chtorkh</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-fonte-des-glaciers-du-tian-chan-un-danger-de-long-terme-en-asie-centrale/">Französischen </a>von Andrea Baldauf</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Das Duo „Almas“: Ein Hauch von Frankreich in Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 14:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Duo &#x201E;Almas&#x201C; bringt mit seinen Interpretationen franz&#xF6;sischer Musik ein wenig franz&#xF6;sisches Flair nach Zentralasien. Ihr Album &#x201E;Fran&#xE7;ais &#xE0; la Kazakh&#x201C;&#xA0; beinhaltet sowohl Lieder auf Kasachisch, als auch auf Franz&#xF6;sisch. Sie zielen dabei auf eine &#xD6;ffnung der kasachischen Kultur f&#xFC;r das frankophone Publikum ab. Novastan hat die beiden Musikerinnen interviewt, um mehr &#xFC;ber dieses interkulturelle [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das Duo „Almas“ bringt mit seinen Interpretationen französischer Musik ein wenig französisches Flair nach Zentralasien. </strong><strong>Ihr Album </strong><strong>„</strong><strong>Français à la Kazakh</strong><strong>“</strong><strong>  beinhaltet sowohl Lieder auf Kasachisch, als auch auf Französisch. Sie zielen dabei auf eine Öffnung der kasachischen Kultur für das frankophone Publikum ab. Novastan hat die beiden Musikerinnen interviewt, um mehr über dieses interkulturelle Projekt zu erfahren.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Mischung zwischen Kasachstan und Frankreich ist etwas ganz Neuartiges. Das Duo „Almas“, bestehend aus den beiden Musikerinnen Asem Abdykasymova und Polina Tyrina, hofft damit, die beiden entfernten Kulturen miteinander zu verbinden. Die kasachstanischen Künstlerinnen wollen das französischsprachige Publikum mit Covernummern von französischen „Chansons“ und traditionell kasachischen Liedern in ihr musikalisches Repertoire einführen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Mit Gitarre, Ukulele und etwas Klavierklang begleiten Asem Abdykasymova und Polina Tyrina die hellen Klänge ihrer Stimmen. Dabei arbeiten die beiden oft mit anderen Musikern und Musikerinnen zusammen. Als ganz besondere Erfahrung empfanden sie die Kooperation mit Katerina Viloria, einer Künstlerin philippinischer Herkunft, die das Perkussionsinstrument <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caj%C3%B3n">Cajon</a> spielt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Seit wann macht ihr denn bereits Musik? </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Polina Tyrina</strong>: Ich habe mit sieben Jahren begonnen zu musizieren; und zwar habe ich damals Gesangs- und Gitarrenunterricht genommen. Danach habe ich mich weiter in die Musik vertieft, indem ich Musiktheorie-Kurse besucht habe. Das alles ohne jemals ein Konservatorium oder eine Musikhochschule besucht zu haben.</p>
<p><iframe title="ALMAS duo - Voyage Voyage" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/zAlxsuE9sAg?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asem Abdykasymova</strong>: Ich habe gar keine musikalische Ausbildung.  Schon als ich klein war, wollte ich immer Klavier spielen lernen, aber ich hatte niemals die Möglichkeit in eine Musikschule zu gehen. Mit 13 Jahren habe ich mich selbst bei einer Musikschule angemeldet, in der Hoffnung, zumindest <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dombra">Dombra</a> – die traditionelle kasachische Laute &#8211; spielen zu lernen. Allerdings erwiderte man mir, dass ich zu alt sei, um am Anfängerkurs teilzunehmen. Zu guter Letzt versuchte ich mein Glück an einem Institut, das, was die Gitarrenkurse anbelangt, einen guten Ruf genoss. Und in diesem Institut lernte ich dann Polina kennen. Dort habe ich Gitarre spielen und mich dabei stimmlich zu begleiten gelernt. Die Tonleiter haben wir dabei nie gelernt, nur die Grundakkorde und die Tabulaturen. Das entsprach genau meinen Vorstellungen, denn ich war viel mehr daran interessiert meine stimmlichen Fähigkeiten auszubauen; die Gitarre sollte mir als Begleitinstrument dienen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-musikalische-anthologie-von-almaty-die-geschichte-von-bumerang-avantgardisten-des-jazz-in-kasachstan/">Eine musikalische Anthologie von Almaty: Die Geschichte von „Bumerang“ – Avantgardisten des Jazz in Kasachstan </a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Polina Tyrina:</strong> Wir haben uns vor mehr als zehn Jahren bei diesen Gitarrenstunden kennengelernt. Seitdem ist vieles passiert: Asem zog nach Frankreich, um dort zu studieren und ich bin Mutter geworden.  Seit Asem 2016 wieder nach Astana (mittlerweile <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nur-Sultan">Nur-Sultan</a>, Anm. d. Red.) zurückgekehrt ist, wollten wir wieder gemeinsam singen, und so entstand unser musikalisches Projekt, das Duo „Almas“.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie würdet ihr selbst euren Musikstil beschreiben? Von welchen musikalischen Stilen lasst ihr euch inspirieren? </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asem Abdykasymova</strong>: Wir spielen akustische Musik im Duett, also zwei Stimmen und zwei Gitarren. In einigen Liedern begleiten wir uns auch mit der Ukulele. Aber unseren Musikstil so richtig zu definieren ist schwierig, am besten eignet sich noch der Begriff „akustische Musik“. Unser musikalisches Repertoire ist sehr vielfältig, es umfasst Folklore, Pop, Jazz und sogar russischen Rock. Wir passen jede Musik an unsere Fähigkeiten, Möglichkeiten und Vorstellungen an, damit sie für uns stimmig sind. Die Basis unseres Repertoires stellt dennoch die traditionelle kasachische Musik dar. Während unserer Konzerte, versuchen wir die Schönheit und Einzigartigkeit der kasachischen Gesänge zu bewahren und diesen gleichzeitig eine persönliche Note zu geben. Zu guter Letzt, da ich für einige Zeit in Frankreich gelebt habe, ist auch der Einfluss der französischen Musik zu hören.</p>
<p><iframe title="Flamme dans mes yeux (Көзімнің қарасы) - Дуэт ALMAS (ФРАНЦУЗСКИЙ ПО-КАЗАХСКИ)" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/pw-UHhMdLck?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Polina Tyrina</strong>: Ich persönlich lasse mich vor allem von Jazz und dem Bossa Nova inspirieren. Die Vielschichtigkeit dieser Rhythmen und Melodien lassen mich meine instrumentalischen Fähigkeiten verbessern. Ebenso werde ich sehr von Musik aus russischer Feder beeinflusst, vor allem vom Stil Singer-Songwriter, also jemand, der seine eigene Musik komponiert und den Schwerpunkt auf aussagekräftige und inhaltlich facettenreiche Texte, aber gleichzeitig einfache Akkorde auf der Gitarre setzt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Woher kommt die Motivation auf Französisch zu singen und eure eigene Musik auf Französisch zu schaffen? </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asem Abdykasymova: </strong>Französisch ist eine unglaublich schöne Sprache. Ich habe es immer gemocht, auf Französisch zu singen, was mir auch sehr geholfen hat dabei, die Sprache zu lernen. Während meines Studiums in Frankreich habe ich Rustem Adbrahamanov kennengelernt, der Gedichte auf Russisch und Englisch schreibt. Wir haben gemeinsam Französisch gelernt und angefangen, Lieder zu schreiben: Rustem schrieb die Texte während ich die Musik dazu komponierte. Außerdem ist Französisch eine internationale Sprache. Die Vorstellung, dass traditionelle kasachische Gesänge von einem größeren französischen beziehungsweise französischsprachigen Publikum gehört und verstanden werden können, inspiriert mich sehr.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-zehn-groessten-in-kasachstans-kulturszene/"><strong>Die zehn Größten in Kasachstans Kulturszene</strong></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Polina Tyrina:</strong> Die erste Möglichkeit ein französisches Lied zu singen, bot sich für mich 2018, während des „Printemps fancophone“ (dt. „französischsprachiger Frühling“) in Kasachstan. Davor habe ich noch nie auf Französisch gesungen. Ich habe beschlossen ein berühmtes Bossa Nova-Lied, nämlich „Garota de Ipanema“ in französischer Sprache darzubieten. Die ersten Lieder, die ich auf Französisch vorführte, erwiesen sich als eine große Herausforderung. Ich singe bereits auf Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Kasachisch und Russisch, aber das Französische stellte sich auf den ersten Blick als sehr schwierig heraus. Mit der Zeit und viel Übung habe ich die Schönheit und die Besonderheit dieser Sprache zu schätzen gelernt. Jede Sprache hat ihre eigene besondere Energie; wir versuchen diese in unseren verschiedenen Liedern zu übermitteln.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ist „Français à la Kazakhe“ euer erstes rein französisches Projekt? </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asem Abdykasymova</strong>: „Français à la Kazakhe“ ist unser allererstes rein auf die französische Sprache ausgelegtes Projekt. Dennoch haben wir bereits an Veranstaltungen, die von der französischen Botschaft in Kasachstan organisiert wurden, teilgenommen. Wir konnten beide bereits den alljährlich stattfindenden Wettbewerb der „Chansons françaises“ (der französischen Lieder, Anm. d. Red.) gewinnen, ich im Jahr 2016 und Polina im Jahr 2018. Wir haben auch mit der Sängerin Joyce Jonathan, als sie auf der Durchreise in Kasachstan war, gemeinsam gespielt. Letztes Jahr sind wir nach Frankreich gereist, um dort zwei Konzerte für das französische Publikum und die kasachische Community in Frankreich zu geben.</p>
<p><figure id="attachment_21741" aria-describedby="caption-attachment-21741" style="width: 2450px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-21741" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1.jpg" alt="Album-Cover" width="2450" height="2048" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1.jpg 2450w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1-300x251.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1-768x642.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1-1024x856.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/1-1-1300x1087.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2450px) 100vw, 2450px" /><figcaption id="caption-attachment-21741" class="wp-caption-text">Das neue Album des Duos Almas erschien im März 2019</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie sehen die Zukunftspläne von eurem Duo aus? </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Asem Abdykasymova:</strong> Das „Almas-Duo“ ist ganz spontan entstanden. Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich an so einem Projekt arbeiten würde, hätte ich es ihm wohl nie geglaubt. Das Projekt „Français à la Kazakhe“ ist ein großes Abenteuer für uns und wir wissen nicht was uns die Zukunft zu bieten hat.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Wir bereiten gerade mit Hilfe der französischen Botschaft die Erscheinung des Albums vor, bestehend aus fünf ins Französische übersetzten traditionellen kasachischen Liedern, fünf in kasachischer Sprache gesungenen Liedern und fünf Originalen aus der Feder von Rustem Abdrahmanov und Asem Abdykasymova. Diese kasachischen Gesänge wurden noch nie ins Französische übersetzt. Es ist uns also eine Ehre und wir sind uns dieser verantwortungsvollen Aufgabe bewusst, dass wir an diesem Projekt arbeiten dürfen. Die französischen Übersetzungen werden dem französischen Publikum die Schönheit dieser Lieder näherbringen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>Das Album wurde am 28. März 2019 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> veröffentlicht, das Interview kurz vorher aufgezeichnet, Anm. d Red.)</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Das Interview führte Antoine Lacome, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kirgisen mobilisieren gegen chinesische „Erziehungslager“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2019 17:26:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
		<category><![CDATA[Umerziehungslager]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan wurde ein &#x201E;Komitee zum Schutz der Kirgisen in China&#x201C; gegr&#xFC;ndet. Das bei der ersten Vereinssitzung definierte Ziel ist, sich f&#xFC;r diese Belange die Unterst&#xFC;tzung der kirgisischen Regierung zuzusichern. Immerhin bef&#xE4;nden sich 22.000 ethnische Kirgisen derzeit &#xA0;in chinesischen &#x201E;Erziehungslagern&#x201C; in der Provinz Xinjiang. &#xA0; Sie haben also beschlossen, sich zu vereinigen. W&#xE4;hrend der ersten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Kirgistan wurde ein „Komitee zum Schutz der Kirgisen in China“ gegründet. Das bei der ersten Vereinssitzung definierte Ziel ist, sich für diese Belange die Unterstützung der kirgisischen Regierung zuzusichern. Immerhin befänden sich 22.000 ethnische Kirgisen derzeit  in chinesischen „Erziehungslagern“ in der Provinz Xinjiang.  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Sie haben also beschlossen, sich zu vereinigen. Während der ersten öffentlichen Sitzung des „Komitees zum Schutze der Kirgisen in China“ am 30. November des letzten Jahres wurden der kirgisische Präsident Sooronbai Dscheenbekov und dessen Außenminister Erlan Abdyldajew auf das Schicksal der in China lebenden ethnischen Kirgisen und die Dringlichkeit einer Unterstützung von Seiten Kirgistans aufmerksam gemacht.</p>
<p style="text-align: justify">Lest auch bei Novastan: <strong> </strong><a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/region-ouighoure-la-chine-sous-pression-de-la-communaute-internationale/"><strong>Région ouïghoure : la Chine sous pression de la communauté internationale</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Ihr Ansuchen ist eindeutig: Sie erhoffen sich Hilfe bei der Befreiung ihrer Nächsten, die sich in chinesischen „Erziehungslagern“ befinden, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/%D0%B7%D0%B0%D1%89%D0%B8%D1%82%D0%B8%D1%82%D0%B5-%D0%BD%D0%B0%D1%81-%D0%BA%D0%B8%D1%82%D0%B0%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B5-%D0%BA%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%8B-%D0%BE%D0%B1%D1%80%D0%B0%D1%82%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D1%81%D1%8C-%D0%BA-%D0%B2%D0%BB%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%8F%D0%BC-%D0%BA%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0-/29629611.html">Radio Azzatyk</a>, die kirgische Zweigstelle von Radio Free Europe. Alle haben sie darüber berichtet, seit geraumer Zeit keine Lebenszeichen mehr von ihren Eltern, die in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a>, einer Region im Nordwesten Chinas an der Grenze zu Kirgistan, leben, vernommen zu haben.</p>
<p style="text-align: justify">Die autonome chinesische Provinz Xinjiang sieht sich seit 2016 zunehmend mit Repressionen von Seiten der chinesischen Machthaber gegenüber der turkophonen und muslimischen Minderheiten konfrontiert. Vor allem sind dabei die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren">Uiguren </a>betroffen. Für so manchen kritischen Beobachter ähneln diese Lager eher <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/umerziehungslager-in-xinjiang-man-kann-in-diesen-camps-lange-bleiben-mancher-bleibt-darin-ein-leben-lang/">Konzentrationslagern als Umerziehungslagern</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Familien im Ungewissen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch ethnische Kirgisen und Kasachen sind von den chinesischen Repressionen in Xinjiang betroffen. Aali Souyounali Uulu aus der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akqi">Akqi</a>, erzählt beispielsweise im Interview mit <a href="https://24.kg/obschestvo/102826_kuda_propadayut_kyirgyizyi_vkitae_versii_rodstvennikov/">media24.kg</a>, dass er sich nach wie vor auf der Suche nach seinem Vater befinde, den die chinesischen Behörden im März 2017 gefangen nahmen.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Ich kenne die Gründe, die zu seiner Inhaftierung in das Lager führten, nicht</em>&#8222;, erklärt der Student, der im Jahre 2014, vor dem Erhalt der kirgisischen Nationalität, nach Kirgistan ausgewandert ist. &#8222;<em>Es ist sogar gesetzlich verboten, diesbezüglich Fragen an die chinesische Regierung zu stellen.</em>&#8220; Auf dieses Verbot berufen sich auch die Antworten von offizieller Seite.</p>
<p style="text-align: justify">Wie Aali sind auch die Mitglieder des neu gegründeten Komitees sogenannte &#8222;<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Кайрылманы">Kairilmans&#8220;</a> &#8211; ein Ausdruck für in der Diaspora lebende Kirgisen -, die wieder in die Heimat ihrer Vorfahren zurückgekehrt sind.</p>
<p style="text-align: justify">In der Region Xinjiang werden die &#8222;Kairilmans“ <a href="https://24.kg/obschestvo/102826_kuda_propadayut_kyirgyizyi_vkitae_versii_rodstvennikov/">auf etwa 200 000 geschätzt</a>. Die meisten der „Kairilmans“ sind Nachfahren von Kirgisen, die nach dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Central_Asian_revolt_of_1916">Aufstand im Jahre 1916</a>, auf der Flucht vor gewaltsamen Repressionen von Seiten der russischen Truppen, jenseits der chinesischen Grenze Zuflucht suchten.</p>
<p><figure id="attachment_7865" aria-describedby="caption-attachment-7865" style="width: 428px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7865" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-300x200.jpg" alt="Flagge der Region Xinjiang" width="428" height="285" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/unnamed-file-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px" /><figcaption id="caption-attachment-7865" class="wp-caption-text">Flagge der autonomen Region Xinjiang in China.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nahezu 22 000 ethnische Kirgisen „in Haft“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist aufgrund des Mangels an Informationen von offiziellen chinesischen Behörden in Bezug auf diese „Erziehungslager“ schwierig, genaue Angaben über die Anzahl an inhaftierten Kirgisen zu machen. Schätzungen des Komitees zufolge sollen sich allerdings <a href="https://24.kg/obschestvo/102826_kuda_propadayut_kyirgyizyi_vkitae_versii_rodstvennikov/">22 000 ethnische Kirgisen in den Lagern</a> befinden.</p>
<p style="text-align: justify">Von den Machthabern aus Peking wird oft der „Kampf gegen den Terrorismus“ und den „religiösen Extremismus“ als Alibi verwendet, um die Repressionen gegenüber den Uiguren in Xinjiang zu rechtfertigen. Die Repräsentanten des Komitees lehnen diese Argumentationsweise ab. Einem Mitglied des Komitees zufolge sind auch Personen inhaftiert, die sich nicht als religiös identifizieren, udn für die dieses Argument demnach nicht zutreffend sei. Des Weiteren fügt er hinzu, dass es sich bei „<a href="https://24.kg/obschestvo/102826_kuda_propadayut_kyirgyizyi_vkitae_versii_rodstvennikov/"><em>den Kirgisen in China niemals um fanatische Moslem</em></a><em>s</em>“ handele.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/verletzt-china-die-rechte-turkstammiger-muslime/"><strong>Lest auch bei Novastan: Verletzt China die Rechte turkstämmiger Muslime?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Viele der Betroffenen betrachten die repressiven Maßnahmen allerdings als einen „<em>kulturellen Genozid</em>“ gegenüber der „<em>kirgisischen Intelligenz</em>“. „<em>Mein Bruder, der Journalist und Dichter Nourmanbet Osmon Uulu, wurde 2016 festgenommen. Danach erfuhren wir, dass er wegen terroristischer Aktivitäten zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde. Doch können Sie mir bitte erklären inwiefern er ein Terrorist sein soll?</em>“, <a href="https://24.kg/obschestvo/102826_kuda_propadayut_kyirgyizyi_vkitae_versii_rodstvennikov/">fragt sich einer der Zeugen</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aus Mangel an Beweisen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch der Ombudsmann für Menschenrechte in Kirgistan, Tokon Mamytow, nahm die Mitglieder des Komitees in Empfang. Der seit letztem September mit dieser Aufgabe betraute Mamytow versprach in Anwesenheit der Komitee-Mitglieder „<a href="https://akipress.com/news:611476/">alles mögliche</a>“ in Bewegung zu setzen. Dennoch hat er die Anwesenden dazu aufgerufen, mit Vorsicht vorzugehen, da noch keine ausreichenden Beweise vorlägen.</p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich ist er, als Ombudsmann für Menschenrechte in Kirgistan, nicht dazu befugt, etwas an der Lage der ethnischen Krigisen in China zu verändern, handelt es sich doch bei den mutmaßlichen Opfern dieser Lager um chinesische Staatsbürger. Dennoch hat er bekräftigt, dass im Falle einer Bestätigung der Vermutungen „<em>Maßnahmen, die dem internationalen Rahmen entsprechen</em>“ in Betracht gezogen werden. Allerdings hat der kirgisische Außenminister noch nicht auf die Forderungen des Komitees reagiert.</p>
<p style="text-align: justify">Die Untätigkeit von Seiten der offiziellen Behörden des Landes nahmen die Mitglieder des Komitees zum Anlass, am 5. Dezember unweit des Büros der Vereinten Nationen, eine Demonstration zu veranstalten<a href="https://knews.kg/2018/12/05/v-bishkeke-prohodit-piket-v-podderzhku-etnicheskih-grupp-v-kitae/?fbclid=IwAR357f4ErDBu71bqCLuFIFxBhaCPIaD8EZVCiYTSn66AYzK9TC4kMfaVSZU">, berichtet KNews</a>. Die Demonstranten riefen den Generalsekretär der Vereinten Nationen <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_Guterres">Antonio Guterres</a> dazu auf, etwas gegen die Repressionen gegenüber den muslimischen Minderheiten in der Provinz Xinjiang zu unternehmen. Um die Gemüter zu besänftigen hatte die kirgisische Vertretung der Vereinten Nationen fünf der Demonstrierenden dazu eingeladen, ihnen ihre Forderungen mitzuteilen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>
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		<title>Islam: „Kirgistan droht auseinanderzubrechen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2019 07:51:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Islamisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zentralasienexpertin Catherine Poujol hat sich kurz nach der internationalen Islam-Konferenz in Bischkek mit dem Team von Novastan &#xFC;ber die Situation der Religion in Kirgistan und die potenziellen Folgen jener Veranstaltung unterhalten. Ein Interview. Die Absicht des kirgisischen Pr&#xE4;sidenten Sooronbaj Dscheenbekow ist es, einen kirgisischen Islam fernab der Einfl&#xFC;sse von au&#xDF;en zu schaffen. Diese Meinung [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Zentralasienexpertin Catherine Poujol hat sich kurz nach der internationalen Islam-Konferenz in Bischkek mit dem Team von Novastan über die Situation der Religion in Kirgistan und die potenziellen Folgen jener Veranstaltung unterhalten. Ein Interview. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Absicht des kirgisischen Präsidenten<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow"> Sooronbaj </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Dsch</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">eenbeko</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">w</a> ist es, einen kirgisischen Islam fernab der Einflüsse von außen zu schaffen. Diese Meinung bekräftigte er auch in seiner Eröffnungsrede auf der internationalen Konferenz „Islam in einem säkularen Staat“, die am 15. und 16. November des letzten Jahres in Bischkek stattfand. Dabei sprach der Präsident von einer Beibehaltung eines „traditionellen“ Islam in Kirgistan, welche notwendigerweise mit einem größeren Einfluss des Staates in religiöse Angelegenheiten einhergehen sollte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/islam-und-politik-bleibt-zentralasien-sakular/"><strong>Islam und Politik: Bleibt Zentralasien säkular?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Catherine Poujol, Leiterin des <a href="https://ifeac.hypotheses.org/">„Französischen Instituts für Zentralasienstudien (IFEAC)“</a> in Bischkek, erläutert im folgenden Interview für Novastan die Tragweite dieser Konferenz, an der ein zahlreiches internationales Publikum teilnahm.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Welcher war der Hauptgrund für den kirgisischen Präsidenten eine solche Konferenz abzuhalten?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Catherine Pujol: Die Absicht der kirgisischen Regierung ist sehr klar: Und zwar handelt es sich um das Ziel, einen national-kirgisischen Islam fern von jeglichen Fremdeinflüssen zu schaffen. Dies war eine äußerst mutige Aussage, vor allem angesichts der Anwesenheit von Vertretern Saudi-Arabiens, Pakistans oder etwa der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Regierung erhebt dadurch Anspruch auf das Recht, eine spezifisch kirgisische Linie des Islam, damit gemeint sind sowohl islamische Traditionen als auch das Muslimsein im Allgemeinen, weiterzuführen. Dies ist vor allem in Anbetracht dessen neu, dass es bisher keiner muslimischen Bewegung untersagt war, in Kirgisistan Fuß zu fassen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Welche Fremdeinflüsse findet man denn in Kirgisistan und wie teilen sie sich die Einflusssphäre auf?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wenn Sooronbaj Dscheenbekow davon spricht, den nationalen Islam bewahren zu müssen, dann denkt er vor allem an den steigenden Einfluss des pakistanischen Islam, vor allem des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tablighi_Jamaat">Tablighi Jamaat</a>, einer pakistanisch-indischen Glaubensrichtung mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahhabiten">wahhabitischer</a> Tradition, die vor allem aufgrund ihrer fundamentalistischen Neigung klar mit der Linie des kirgisischen Islam bricht.</p>
<p style="text-align: justify">Auch der Einfluss des saudi-arabischen Wahhabismus ist nicht zu unterschätzen, der sich als ähnlich fundamentalistisch erweist und vor allem Dank der Finanzierung des Moscheebaus in Millionenhöhe durch arabische Geldgeber, aber auch durch das Einladen von Studierenden und andere karitative Projekte an Reichweite gewinnt.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/moscheenbau-in-kirgistan-das-ist-keine-frommigkeit-sondern-korruption/"><strong>Moscheenbau in Kirgistan: „Das ist keine Frömmigkeit, sondern Korruption!“</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Neben den beiden soeben genannten Richtungen gewinnt auch der türkische Islam an Einfluss in einem sich im Prozess der Re-Islamisierung befindenden Kirgistan. Vor dem Staatsstreich Erdogans in der Türkei im Jahr 2016 gab es zwei unterschiedliche Strömungen: Und zwar einerseits die türkische Regierung und dessen bewaffneter religiöser Arm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_İşleri_Başkanlığı">Diyanet</a> und andererseits das auf der Stiftung von Schulen basierende Netzwerk von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fethullah_Gülen">Fetullah Gülen</a>. Seit dem Staatsstreich gilt die Gülen-Bewegung allerdings als Terrororganisation, daher wurden in der Türkei auch alle dazugehörigen schulischen Institutionen geschlossen. Doch der kirgisische Staat weigert sich bis heute gegen das Vorhaben der Türkei, die Schließung dieser Schulen zu veranlassen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Wie kann man den Einfluss von Tablighi Jamaat einschätzen? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie die meisten missionarischen Bewegungen verbreitet sich die Strömung von Haus zu Haus, in einer öffentlichen Grauzone. Die VertreterInnen gehen von Tür zu Tür und predigen dabei, dass der Islam auf eine schiefe Bahn geraten sei, die es durch den Anschluss an diese neue religiöse Gemeinschaft zu berichtigen gilt. Dies führt zu einer Art Kapillarwirkung in der Familie, die dazu führt, dass die Glaubensrichtung unter Generationen weitergegeben wird. Allerdings kann dies auch zu Konflikten innerhalb der Familien führen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch wenn es schwierig ist, das tatsächliche Ausmaß abzuschätzen, hat sich die kirgisische Soziologin Nurgul Esenamowa 2016 an die Arbeit gemacht, 1200 Personen über den <em>„Einfluss des Faktors Religion in der derzeitigen politischen und religiösen Lage Kirgistans“</em> zu befragen. Sie stellte dabei fest, dass 64,5 Prozent der Befragten bereits Bekanntschaft mit Mitgliedern von Djamahat Tablik gemacht haben, in der Region von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> sind es sogar 96,3 Prozent. Diese Zahlen erlauben es, die Aktivitäten dieser religiösen Gruppe einzuschätzen. Esenamowa konnte ebenfalls beobachten, dass die Zahl der Mitglieder ständig wächst.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was versteht Sooronbaj Dscheenbekow unter der Rückkehr zu einem traditionellen Islam? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Er versteht darunter die Rückbesinnung auf einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sunniten">sunnitischen</a> Islam, eine „offene“ Variante des Islam, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus">Sufis</a> und damit Persönlichkeiten aus dem regionalen religiösen Umfeld in der religiösen Erziehung vorsieht. Um jenen „endogenen“ Islam wiederzubeleben möchte er das religiöse Wissen der Religionsangehörigen, deren Unwissen in Sachen Religion in Kirgistan tatsächlich eines der Hauptprobleme darstellt, fördern. Beispielsweise könnte dies durch die Verbesserung der universitären Theologie-Ausbildung, deren Ruf kein besonders guter ist, passieren. Ein weiterer Aspekt, der innerhalb der zweitägigen Konferenz für Diskussionen sorgte, ist der interethnische und interreligiöse Dialog, allerdings sollten diese nicht unabhängig von ökonomischen und sozialen Fragen betrachtet werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Warum sieht man sich in Kirgistan, einem offiziell säkularen Staat, überhaupt mit einem solchen Wachstum an Religiosität konfrontiert? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wir befinden uns in einem postsowjetischen Land, das den Säkularismus der Sowjetunion basierend auf dem französischen Modell durchlebt hat. Das Gesetz zur Glaubensfreiheit sieht auch das Recht auf Organisationsfreiheit vor, gleichgültig ob es sich nun um eine NGO, eine Partei oder eine religiöse Organisation handelt. Gleichzeitig ist Kirgistan ein armes Land, das auf Anleihen angewiesen ist, daher kommt auch ein gewisser Wille sich nicht als „Land der Verbote“ zu erweisen. Bei seiner Unabhängigkeit hat der Staat entschieden, eine „laisser-faire“-Linie zu fahren und sich als tolerant zu präsentieren. Gerade von dieser Toleranz haben auch unterschiedliche Kirchen und religiöse Sekten profitiert, die nach und nach in Kirgistan Fuß fassten. Niemals wurde ein Gesetz gegen jene Entwicklungen verabschiedet, denn man ging nicht davon aus, dass die Abwesenheit von Zwang solche Folgen haben könnte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/polygamie-in-kirgistan-ehemaliger-mufti-lost-polemik-aus/"><strong>Polygamie in Kirgistan: ehemaliger Mufti löst Polemik aus</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Zusätzlich handelt es sich um ein persönliches Anliegen des derzeitigen Präsidenten Sooronbaj Dscheenbekow, der sich als viel religiöser herausstellte, als der vormalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atamba</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">j</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">ew</a>. In Kirgisistan gibt es auch äußerst religiöse Organisationen zur Verteidigung der Frauenrechte. Eine dieser Organisationen setzt sich beispielsweise dafür ein, dass die Schulmädchen in der Schule nicht mehr die sowjetischen Uniformen, sondern stattdessen lange Hosen, Rock und Kopftuch tragen sollten. Dieses Gesetzesvorhaben wurde sogar im Parlament diskutiert, letztlich aber doch nicht umgesetzt. Dennoch ist es durchaus vorstellbar, dass sie eines Tages in Kraft tritt. Krigistan droht auseinanderzubrechen, unter anderem auch aufgrund des Einflusses fremder religiöser Ideologien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Während dieser zweitägigen Konferenz wurde das Thema der Radikalisierung angesprochen. Sehen Sie die Radikalisierung in Kirgisistan tatsächlich als ein brennend aktuelles Problem an? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Es gibt tatsächlich eine gewisse Anzahl an Kirgisen, die in den Irak oder nach Syrien gegangen sind. Es handelt sich jedoch um eine kleine Minderheit. Man spricht von mehreren hundert Personen bei einer Gesamteinwohnerzahl von 6 Millionen. Ebenso ist bekannt, dass die meisten von ihnen aus Russland, wo Auswanderer aus den Ländern Zentralasiens meist unter großer Einsamkeit und innerer Destabilisierung leiden, dorthin auswandern. Ähnlich wie in Frankreich stellen auch die Gefängnisse einen Rekrutierungsort dar.</p>
<p style="text-align: justify">Sieht man sich im Vergleich dazu die Lage im Nachbarland Kasachstan an, so stellt man fest, dass die Frage der Radikalisierung der Bevölkerung vor allem in den westlichen Teilen des Landes am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meer</a> ein akutes Problem darstellt. Das Erdöl führt dort dazu, dass innerhalb der Bevölkerung eine große Einkommensschere existiert, dadurch kann auch die dschihadistische Propaganda dort Fuß fassen. In Kirgisistan ist die Situation eine andere, denn die Währung ist stabil und keinen großen Schwankungen beziehungsweise. Entwertungen ausgesetzt, wie dies in Kasachstan dreimal aufeinanderfolgend der Fall war. Das bedeutet, dass sich der Staat nicht in einer ähnlich angespannten Lage wie der große Nachbarstaat befindet.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Das Interview führte Roxane Poulain</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>
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		<title>Prigorodny – die ungewollte Vorstadt Astanas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Aug 2017 15:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstadt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Historisch gesehen war Prigorodny nichts anderes als ein Ferienort nahe einer gew&#xF6;hnlichen Stadt, n&#xE4;mlich Tselinograd. Parallel zur Entwicklung von Astana hat sich diese gew&#xF6;hnliche Stadt jedoch in einen permanenten Wohnort verwandelt, ohne dass die Bedingungen auf diese Situation angepasst wurden. Novastan &#xFC;bernimmt und &#xFC;bersetzt eine Reportage von Renat Tachkinba&#x457;ev und Tourar Kazangapov, die auf Tengrinews [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Historisch gesehen war Prigorodny nichts anderes als ein Ferienort nahe einer gewöhnlichen Stadt, nämlich Tselinograd. Parallel zur Entwicklung von Astana hat sich diese gewöhnliche Stadt jedoch in einen permanenten Wohnort verwandelt, ohne dass die Bedingungen auf diese Situation angepasst wurden. </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan übernimmt und übersetzt eine Reportage von Renat Tachkinbaїev und Tourar Kazangapov, die auf </strong><a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/936/"><strong>Tengrinews</strong></a><strong> erschienen ist.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Dorf Prigorodny befindet sich in der Nähe des Flughafens von Astana, der kasachischen Hauptstadt. Die Einwohner scheinen sich trotz der ständig hörbaren landenden oder startenden Flugzeuge nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, diesen gar keine Aufmerksamkeit zu schenken. Vor geraumer Zeit war diese Region hauptsächlich von Menschen bewohnt, die in der Luftfahrtbranche oder in der Geologie arbeiteten. Die meisten dieser Arbeiter haben den Ort nach dem Ende der Sowjetunion verlassen, allerdings leben nun andere Menschen in den veralteten und  baufälligen Gebäuden.</p>
<p style="text-align: justify">Mittlerweile gibt es viele Neuzugezogene die normalerweise in der Stadt arbeiten und nichts mit der Luftfahrtbranche zu tun haben. Ein Großteil lebt in Wochenendhaussiedlungen. Diese Gartenhäuschen sind bewohnt und gut gegen die Kälte isoliert. Hier finden Sie eine Reportage über die alten und neuen Bewohner und Bewohnerinnen von Prigorodny.</p>
<p style="text-align: justify">Astana, so fern und doch so nah/ so nah und doch so fern…</p>
<p style="text-align: justify">Ein Kran, Silhouetten von modernen Häusern- das ist alles, was die Bewohner von Prigorodny zurzeit von Astana sehen. Direkt hinter dem Haus und neben der Kugel der Expo kann man ein Schild erkennen, das einer berühmten Fastfood Kette stark ähnelt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10050" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Blick-in-Richtung-Astana-von-Prigorodny-aus.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Blick-in-Richtung-Astana-von-Prigorodny-aus.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Blick-in-Richtung-Astana-von-Prigorodny-aus-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Blick-in-Richtung-Astana-von-Prigorodny-aus-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Allerdings handelt es sich hierbei nur um ein Werbeschild, das an der Straße, die den Flughafen mit der Stadt verbindet, aufgestellt wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10051" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Straße-Richtung-Flughafen-liegt-hinter-dieser-Datscha.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Straße-Richtung-Flughafen-liegt-hinter-dieser-Datscha.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Straße-Richtung-Flughafen-liegt-hinter-dieser-Datscha-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Straße-Richtung-Flughafen-liegt-hinter-dieser-Datscha-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die neu konstruierten Anhöhen von Astana sind sehr nahe. Der öffentliche Verkehr zirkuliert regelmäßig zwischen Stadt und Dorf. Dies ist sicherlich ein Grund dafür, dass es aus der Sicht von sogenannten Hauptstadtkasachen sehr angesagt ist, sich in der nahen Vorstadt niederzulassen, die sich seit 1997 in Aufbau befindet.</p>
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<p style="text-align: justify">Auf den ersten Blick fällt wahrscheinlich die Anzahl der Kinder in den Wohnanlagen Prigorodnys auf.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10054" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33364.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33364.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33364-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33364-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10053" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33365.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33365.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33365-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/photo_33365-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Straße im Zentrum des Dorfes, die direkt zur Schule führt, ist in einem guten Zustand. Wenn sie sich allerdings der Wohnhausanlagen nähert, wird sie unbefahrbar und selbst unbegehbar.  Der Schmutz verteilt sich in alle Windrichtungen. Dass ist ein Grund dafür, dass die Straßen hier sehr ungepflegt aussehen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10055" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10056" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Straße-in-der-Innenstadt-von-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Straße-in-der-Innenstadt-von-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Straße-in-der-Innenstadt-von-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Straße-in-der-Innenstadt-von-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Stadt der Zweitwohnsitze</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dennoch bemühen sich die Bewohner, ihren Datschen einen schönen Anstrich zu verleihen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10057" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Datscha-mit-verziertem-Eingangstor.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Datscha-mit-verziertem-Eingangstor.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Datscha-mit-verziertem-Eingangstor-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Datscha-mit-verziertem-Eingangstor-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Häufig sieht man Verkaufsschilder an den Zäunen und Häusern befestigt, die Grundstücke in den Gartenhausanlagen für 4 bis 8 Millionen Tenge anbieten (ca. 11.000 bis 23.000 Euro).</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10058" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Verkaufsschild..jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Verkaufsschild..jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Verkaufsschild.-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Verkaufsschild.-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Ein Teil der Häuser präsentiert sich in der typischen Bauweise, andere wiederum machen einen eher modernen Anschein.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10059" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-sogenannte-traditionelle-Datsch.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-sogenannte-traditionelle-Datsch.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-sogenannte-traditionelle-Datsch-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-sogenannte-traditionelle-Datsch-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10060" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-„moderne“-Datscha.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-„moderne“-Datscha.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-„moderne“-Datscha-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-„moderne“-Datscha-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig mit dem Anstieg der Einwohnerzahl in der Region, öffneten auch einige Nahversorger dort ihre Türen, wie zum Beispiel Lebensmittelgeschäfte oder Friseure.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10061" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eines-der-wenigen-Geschäfte-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eines-der-wenigen-Geschäfte-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eines-der-wenigen-Geschäfte-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eines-der-wenigen-Geschäfte-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Wasser für den täglichen Bedarf erhalten die Dorfbewohner aus Schächten und Brunnenanlagen, allerdings hat das Wasser keine gute Qualität. Für das Kochen ist das Wasser ungeeignet, da es zu salzhaltig ist. Das Trinkwasser muss auf anderem Wege herbeibefördert werden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10062" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Wasserträger.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Wasserträger.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Wasserträger-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Wasserträger-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"> „<em>Das wirkliche Problem, das sind die Straßen. Und der Mangel an Spielplätzen für die Kinder, die deshalb ihre Tage neben dem Müll verbringen müssen. Natürlich gibt es hier nur Ferienhäuser, die Menschen haben sich den Ort nun allerdings angeeignet, um ihn ganzjährig als Wohnort zu nutzen</em>“, erklärt Margarita Abdoulina, eine Bewohnerin.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10063" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-Abdoulina.-Eine-Dauerbewohnerin-von-Prigorodny-und-ihre-Tochter.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-Abdoulina.-Eine-Dauerbewohnerin-von-Prigorodny-und-ihre-Tochter.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-Abdoulina.-Eine-Dauerbewohnerin-von-Prigorodny-und-ihre-Tochter-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-Abdoulina.-Eine-Dauerbewohnerin-von-Prigorodny-und-ihre-Tochter-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Als wir hier zu bauen begonnen haben, hat man mir gesagt, dass das Haus ein Ferienhaus sei, und dass es eben beim Abriss nur noch für die Hälfte veräußert werden könne, was in der Stadt nicht so sei. Ich habe alle Dokumente, alles ist niedergeschrieben</em>“, erzählt die Dame weiter.</p>
<p style="text-align: justify">Die Frage nach einem Abriss wurde zwei Jahre zuvor zur Sprache gebracht. Margarita bestätigt, dass es sich um den Plan handelte, die beiden ersten Häuserreihen direkt an der Straße zu zerstören, entlang welcher vorgesehen war, eine Straßenbahn vorbeizuleiten. „<em>Zwei Jahre sind nun vergangen und die Häuser stehen immer noch</em>“, sagt sie.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Wir wohnen in der Feriensiedlung „Die Nelken“. Die, in der meine Schwiegermutter lebt, nennt sich „Abflug“. Ein wenig weiter entfernt in der Tulpen-Siedlung lebt unser Schwiegersohn. Wir haben die Straßen gebaut. Jeder begann sich einfach niederzulassen und die Hauptstraße füllte sich nach und nach“</em>, erzählt Margarita.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10064" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Margarita-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Das Dorf Prigorodny und seine Ferienhausanlagen ist an den 19. Verwaltungsbezirk angegliedert, dessen Vertreter der Abgeordnete Karakat Abden ist. In einem Interview von <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/936/">Tengrinews</a> über die Probleme der Menschen, die in diesen Siedlungen lebten, antwortete er schlichtweg, dass er diese Domizile nicht als ganzjährige Behausungen ansehe.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Es stand nie zur Debatte, dass diese Ferienhäuser feste Wohnsitze werden.“</strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>In der Sowjetära, als die Ferienhaussiedlungen angelegt wurden, war dies aus dem Vorhaben passiert, aus diesen Siedlungen Sommerwohnsitze zu machen, mit Außenduschen. Die Leute sollten diese zum Anlegen von Gemüsegärten verwenden und sich bei Schönwetter dort ausruhen zu können,“ erklärt er. „Es war grundsätzliche nie die Rede von dauerhaften Wohnsitzen mit einer guten Infrastruktur, wie schönen Straßen, Schulen, Spielplätzen etc. Aber, wie sie sehen, sind die Leute jetzt dorthin gezogen, und leben dort wie in richtigen Häusern. Und nun kommen sie und beschweren sich bei den Behörden der Stadt, dass es dort keine gute soziale Infrastruktur gibt</em>,“ bedauert Karakat Abden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10065" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Straße-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Straße-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Straße-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Straße-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Man muss verstehen, dass diese Häuser nicht dafür gemacht sind, das ganze Jahr über bewohnt zu sein, das sind nur Zweitwohnsitze, Feriendomizile. Dennoch stimme ich zu, dass die städtischen Behörden diese Frage behandeln hätten sollen, als es darum ging überhaupt der Bevölkerung diesen massenhaften Zuzug zu erlauben“</em>, erklärt der Abgeordnete.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>In der Regel wird das Leben in diesen Hausanlagen von der Kommunalabteilung für Wohnen verwaltet, die jene allerdings als Feriendomizile ansehen. Folglich ist ein auf eine Dauerhaftigkeit ausgerichtetes Leben dort quasi unmöglich. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass diese Häuser, die dicht nebeneinander erbaut wurden, im Falle von Brandfällen eine große Gefahr bergen. Und da können die Behörden der Stadt einfach nichts machen. Es handelt sich wie gesagt um Sommerwohnsitze, um Feriendomizile</em>“, bekräftigt Karakat Abden überzeugt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10066" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-abgestellter-Bus-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-abgestellter-Bus-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-abgestellter-Bus-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-abgestellter-Bus-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Astana ist keine knausrige Stadt. Aber wenn man möchte, dass jede und jeder in komfortablen Bedingungen lebt muss man eine Art Filter entwickeln“, schätzt er die Lage ein. „Nun hat sich tatsächlich eine große Anzahl von Menschen aus unterschiedlichen Regionen hier niedergelassen um in diesen Datschen zu leben. Fast 50 Personen leben dort auf 100m2, die dann kommen um sich zu beklagen: „Wir können nicht ins Spital fahren, die Rettung kann nicht bis zu unserem Haus fahren, unsere Kinder können nicht in die Schule gehen, etc.“.</em> <em>Sicherlich werden all diese Probleme eintreten, denn dort wo sich Ferienhäuser befinden sind weder Schulen, noch Spitäler oder Zentralheizungen vorgesehen</em>“, erklärt er.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10067" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Blick-auf-Astana-von-Prigorodny-aus.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Blick-auf-Astana-von-Prigorodny-aus.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Blick-auf-Astana-von-Prigorodny-aus-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Blick-auf-Astana-von-Prigorodny-aus-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Natürlich lassen die Behörden die Bewohner nicht sich selbst überlassen, und versuchen die Probleme zu lösen, allerdings handelt es sich um temporäre Maßnahmen“,</em> so aus der Sicht von Margarita Abdoulina.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10068" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Kind-aus-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Kind-aus-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Kind-aus-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Kind-aus-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Während eines offiziellen Besuchs haben die die BewohnerInnen Asset Issekechev, der <em>Akim </em>von Astana, ein Äquivalent eines Präfekten, dazu eingeladen nach Prigorodny zu Besuch zu kommen. Er hatte die Einladung angenommen und das Dorf bereits besichtigt. Allerdings bisher blieb die Wirkung aus.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10069" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10070" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-1.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-1.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-1-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-1-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Mittlerweile sind diese Häuser baufällig oder verfallen. Die darin Wohnenden warten auf eine neue Bleibe.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10069" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Teil-von-Prigorodny-überladen-mit-Müll-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10071" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-baufällige-Behausung-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-baufällige-Behausung-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-baufällige-Behausung-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-baufällige-Behausung-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Einsturzgefährdete Häuser</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nur durch ein Wunder hält sich das Dach dieses zweistöckigen Hauses noch. Die Bewohner mussten einigen Aufwand betreiben, damit der Plafond nicht zusammenbricht. Die Decke im Eingangsbereich ist mit solchen Säulen verstärkt. Und in den Gängen gibt es kein Licht.</p>
<p style="text-align: justify"><u><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10072" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Dach-hält-Dank-der-Stützen.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Dach-hält-Dank-der-Stützen.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Dach-hält-Dank-der-Stützen-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Dach-hält-Dank-der-Stützen-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10073" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Gang-ohne-Licht.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Gang-ohne-Licht.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Gang-ohne-Licht-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Gang-ohne-Licht-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
</u></p>
<p style="text-align: justify">In diesem Viertel gehört dies zur Normalität. Die Nachbarin gibt zu, dass sie sich nicht an die dunklen Eingänge gewohnt hätte. Es sei wirklich stockdunkel.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Ich wohne nun seit 20 Jahren hier. Viele derer, die am Flughafen gewohnt haben, haben den Ort schon verlassen. Die Lebensbedingungen hier sind so, dass ich auch gerne fortgegangen wäre. Nur wenn ich mich dem Haus nähere habe ich Angst, dass es zusammenbricht</em>“, erzählt Rouslan, ein Einwohner. Er arbeitet in Astana als Installateur.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Alles hier wurde für temporäre Zwecke gebaut, für die Geologen eben. Und jetzt steht das Dach auf Stelzen, damit es sich nicht absenkt. Hier werden alle Dächer auf diese Weise gestützt</em>“, erklärt er. Hier sieht man einen solchen Dachboden. Die BewohnerInnen der Stadt halten es nicht für ratsam diesen Ort zu betreten.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10074" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Stütze-damit-das-Dach-nicht-einstürzt.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Stütze-damit-das-Dach-nicht-einstürzt.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Stütze-damit-das-Dach-nicht-einstürzt-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Eine-Stütze-damit-das-Dach-nicht-einstürzt-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Bald werden sie uns einfach zerstören. Dieses Jahr noch wird es vorbei sein, das ist sicher</em>,“ behauptet der Mann überzeugt während er mit dem Finger auf die neuen Häuser zeigt, die gerade in der Näher gebaut werden. In jene werden vermutlich die Dorfbewohner umgesiedelt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10075" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-neu-gebauten-Häuser.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-neu-gebauten-Häuser.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-neu-gebauten-Häuser-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-neu-gebauten-Häuser-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10076" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-2.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-2.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-2-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10077" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-3.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-3.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-3-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/unnamed-file-3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es ist ein gutes Viertel, ja sogar ein tolles Viertel hier. In der Stadt erstickt man im Sommer, hingegen hier kann man die frische Luft genießen. Das ist gut. Es ist ruhig, friedlich, fast so wie zu Zeiten der Sowjetunion</em>“, beschreibt Rouslan seinen Wohnort.</p>
<p style="text-align: justify">Die Leute aus dem Viertel erzählen dass einmal eines der Häuser völlig eingestürzt ist und dass die Leute, die dort lebten, umgesiedelt werden mussten. Ein anderes Haus fing Feuer. In der Brandkatastrophe verlor eine Frau ihr Leben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Manche Leute leben seit mehreren Jahrzehnten in Prigorodny</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Hintergrund dieser grauen und baufälligen Wohnhäuser kann man die neuen Häuser, bunte, lichte Flecken, erkennen. Früher lebte das Flughafenpersonal hier. Einige davon sind geblieben, wie zum Beispiel Nadejda Aleksandrovna Mintinkenko, 72 Jahre alt. Sie arbeitete eine Zeit lange im Flughafenrestaurant.</p>
<p style="text-align: justify"><u><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10078" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Wohnhaus-von-Nadejda-Aleksandrovna-Mintinkenko..jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Wohnhaus-von-Nadejda-Aleksandrovna-Mintinkenko..jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Wohnhaus-von-Nadejda-Aleksandrovna-Mintinkenko.-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Das-Wohnhaus-von-Nadejda-Aleksandrovna-Mintinkenko.-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10079" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Nadejda-Aleksadrovna-Mintinkenko-72-Jahre.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Nadejda-Aleksadrovna-Mintinkenko-72-Jahre.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Nadejda-Aleksadrovna-Mintinkenko-72-Jahre-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Nadejda-Aleksadrovna-Mintinkenko-72-Jahre-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
</u></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Sonia, meine Sonietschka</em> (der Suffix -tschka ist im Russischen eine Form der Zuneigungsbekundung), <em>mein kleines Mädchen</em>“, ruft Nadejda während man die Schreie ihres Papageis hört. „<em>Man hat sie mir zu meinem Geburtstag geschenkt</em>“, erklärt sie während sie mit ihrem Kopf in Richtung Vogel deutet.</p>
<p style="text-align: justify">Das Leben in Prigorodny hat jener alten Frau immer gut gefallen, jetzt beginnt allerdings auch sie zu überlegen nach Astana umzuziehen. „<em>Wisst ihr, man hat einfach genug davon in diesem alten Plunder zu leben, deshalb verkaufen viele und ziehen nach Astana</em>“, gibt sie zu.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10080" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Im-Inneren-der-Wohnhausanlage.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Im-Inneren-der-Wohnhausanlage.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Im-Inneren-der-Wohnhausanlage-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Im-Inneren-der-Wohnhausanlage-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Bewohner beschweren sich nicht über das Leben in den Wohnanlagen. Vielmehr sagen sie, dass die Leute sich darum bemühen im Guten miteinander zu leben, dennoch ist es nicht mehr so wie früher, als jeder sich kannte. Es gibt nun viele Besucher, die kommen und sich in Zimmer einmieten.</p>
<p style="text-align: justify">Der Luftfahrtmechaniker Constantin Larine arbeitet am Flughafen. Er fühlt sich sehr verbunden mit dem Dorf Prigorodny. Früher führte er hier einen Fotoclub, deshalb besitzt er viele Fotoabzüge, die die Geschichte rund um den Flughafen von Tselinograd, dies ist der ehemalige Name von Astana, abbilden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10081" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Constantin-Larine-arbeitet-seit-Jahrzehnten-am-Flughafen.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Constantin-Larine-arbeitet-seit-Jahrzehnten-am-Flughafen.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Constantin-Larine-arbeitet-seit-Jahrzehnten-am-Flughafen-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Constantin-Larine-arbeitet-seit-Jahrzehnten-am-Flughafen-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es gab eine Zeit, da kam man mit dem Flugzeug die Frauen abholen, die bald ihr Kind zur Welt bringen würden, denn sie wohnten in den entlegenen Sowchose in der freien Natur, wo weder Bus noch irgendetwas anderes im Winter hinfuhr. Die Piloten waren die einzigen, die die Verkehrsverbindung sicherten, die Räder der Flugzeuge wurden durch Skier ersetzt, und sie konnten in egal welchem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aul">Aul (</a>befestigte Dörfer) landen</em>“, erzählt Constantin Larine.</p>
<p style="text-align: justify"><u><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10082" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-vom-Flughafen-in-Prigorodny..jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-vom-Flughafen-in-Prigorodny..jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-vom-Flughafen-in-Prigorodny.-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-vom-Flughafen-in-Prigorodny.-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10083" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Constantin-Larine.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Constantin-Larine.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Constantin-Larine-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Constantin-Larine-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
</u></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Einige haben sich eine Wohnung gefunden, andere sind hiergeblieben. Heute gibt es hier nicht mehr viel Flughafenpersonal. Immer mehr Leute finden sich einen Ort zum Wohnen und verlassen Prigorodny. Nur ich bin immer noch hier</em>“, sagt Constantin.</p>
<p style="text-align: justify">In seinen Archiven finden sich noch weitere Fotoabzüge von Prigorodny. Dieser Wasserturm steht auch heute noch.</p>
<p style="text-align: justify"><u><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10084" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Prigorodny-mit-seinem-Wasserturm.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Prigorodny-mit-seinem-Wasserturm.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Prigorodny-mit-seinem-Wasserturm-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Ein-Archivfoto-von-Prigorodny-mit-seinem-Wasserturm-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10085" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Der-Wasserturm-heute.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Der-Wasserturm-heute.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Der-Wasserturm-heute-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Der-Wasserturm-heute-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
</u></p>
<p style="text-align: justify">Das Leben hier in der Wohnanlage gefällt ihm. Trotzdem gibt es eine Sache, die ihn ein wenig beunruhigt. „Diese Handyantennen dort wurden einfach aufgestellt ohne dass wir darüber aufgeklärt wurden. Wir hätten gerne, dass man diese wieder entfernt, denn sie sind sehr schädlich, man denke nur an die Strahlung. Hier leben vor allem junge Leute und Kinder. Man muss an ihre Gesundheit denken. Diese Antennen sollten auf eigens dafür vorgesehenen Masten befestigt werden, und nicht auf Wohnhausanlagen“, erklärt er.</p>
<p style="text-align: justify"><u><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10086" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Antennen-die-Constantin-Larine-beunruhigen..jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Antennen-die-Constantin-Larine-beunruhigen..jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Antennen-die-Constantin-Larine-beunruhigen.-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Die-Antennen-die-Constantin-Larine-beunruhigen.-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10087" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Katzen-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Katzen-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Katzen-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Katzen-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><br />
</u></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Luftfahrt ist hier kein Thema mehr</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wenn man heutzutage von der Luftfahrt spricht, weiß niemand mehr so recht etwas damit anzufangen. Die Reporter von Tengrinews hatten Schwierigkeiten in diesem Mann einen Piloten der zivilen Luftfahrt zu erkennen. Er heißt Valentin Semenovitch Pirogov und hat lange in Tselinograd gearbeitet, wo er mit einer An-24 Flüge viele Luftstrecken zurücklegte.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10088" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Valentin-Semenovitch-Pirogov-war-Pilot.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Valentin-Semenovitch-Pirogov-war-Pilot.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Valentin-Semenovitch-Pirogov-war-Pilot-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Valentin-Semenovitch-Pirogov-war-Pilot-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Früher lebten die Piloten hier, sie kamen aus dem gesamten Gebiet der UdSSR. Ich selbst komme aus Weißrussland. Damals kannte man fast jeden hier, nun sind aber die jungen Leute gekommen und niemand sieht die Alten</em>“ meint er. Er war ein großer Kunstflug-Amateur, er flog eine Yak-18. Heutzutage bleiben ihm nur noch die Erinnerungen an diese Zeit. Sein Sehvermögen hat sich extrem verschlechtert, mittlerweile ist er fast blind.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10089" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Altes-Auto-in-Prigorodny.jpg" alt="" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Altes-Auto-in-Prigorodny.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Altes-Auto-in-Prigorodny-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Altes-Auto-in-Prigorodny-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Offensichtlich hat sich mein  Beruf auf mein Sehvermögen ausgewirkt, deshalb rate ich euch auf dem Boden zu bleiben</em>“, meint er halb scherzhaft, bevor er den Reportern von <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/936/">Tengrinews</a> wünscht, sich einen guten (Weit-) Blick zu bewahren.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Renat Tachkinbaїev und Tourar Kazangapov<br />
</strong><strong> <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/936/">Tengrinews</a><br />
</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>
<p>Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>.</p>
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		<title>Turkmenistan: Tourismusentwicklung in einem totalitären Staat?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2017 08:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan, das tief in der Wirtschaftskrise steckt, k&#xF6;nnte mit ausl&#xE4;ndischen Touristen durchaus geholfen werden. Der turkmenische Journalist Atajan Nepessow beschreibt die paradoxe Situation des Landes: Obwohl der Staat ausl&#xE4;ndische Devisen braucht und seine Wirtschaft einzig und allein auf Gas basiert, wird nichts getan, um den Tourismus zu f&#xF6;rdern. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify" align="justify"><i><b>Turkmenistan, das tief in der Wirtschaftskrise steckt, könnte mit ausländischen Touristen durchaus geholfen werden. </b></i><i><b>Der turkmenische Journalist Atajan Nepesso</b></i><i><b>w</b></i><i><b> beschreibt die paradoxe Situation des Landes</b></i><i><b>: Obwohl der Staat ausländische Devisen braucht und seine Wirtschaft einzig und allein auf Gas basiert, wird nichts getan, um den Tourismus zu fördern. </b></i><i><b>Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <a href="http://www.fergananews.com/articles/9335">Fergananews</a>. </b></i></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Ein befreundetes Pärchen aus Belgien erzählte mir kürzlich von ihrer Reise nach Marokko, mit den passenden Fotos dazu, die sie in Beduinenkleidung auf Kamelen am Gipfel einer Düne und im Suk von Marrakesch zeigten. Erfreut teilten sie mir auch ihr nächstes Reiseziel mit: Kasachstan.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Auf meine Verwunderung hin antworteten sie, dass sie nun gerne auf eine Entdeckungsreise von Zentralasien fahren würden, es ihnen aber zu kompliziert erscheint, Turkmenistan zu besuchen.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify"><b>Unzugängliche Schönheiten</b></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Folglich habe ich von meinem Geburtsland geträumt und mir vorgestellt wie sehr die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste im Frühling Europäerinnen und Europäern gefallen würde. Die Blüten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul">Saxaul</a> schmücken die Wüste mit unglaublichen Farben, in Marokko gibt es das nicht zu sehen. Ebenso habe ich daran gedacht, wie entzückt sie wohl beim Anblick der purpurnen Hügel von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kopet-Dag">Kopet-Dag</a> wären, oder wenn sie den Berg Aybovur, den unterirdischen See <a href="http://www.atlasobscura.com/places/koew-ata-underground-lake">Kow-Alta</a> oder den Gaskrater, das „<a href="http://www.atlasobscura.com/places/the-gates-of-hell">Tor zur Hölle</a>“ von Darwaza aus der Nähe sehen würden.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Doch im nächsten Augenblick stellte ich mir schon vor, wie schwierig und kostspielig eine Reise nach Turkmenistan wäre: Dokumente sammeln, das teure Touristenvisum beantragen, auf die Genehmigung Warten… Nicht zu sprechen vom Schock der derzeitigen drakonischen Regeln des Fremdenverkehrs für Menschen, die totale Bewegungsfreiheit gewohnt sind. Europäerinnen und Europäer sind es gewohnt, dass sich eine Reise nach Prag spontan um einen Besuch in Wien oder Dresden erweitern kann, wie man auch in Italien Florenz, Lucca und Siena einfach so aneinanderreihen kann.</p>
<p><figure id="attachment_8975" aria-describedby="caption-attachment-8975" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8975" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-1024x435.jpg" alt="Darwaza Turkmenistan Tourismus Tor zur Hölle" width="1024" height="435" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6269124988_821e75c9f5_b-768x326.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8975" class="wp-caption-text">Das &#8222;Tor zur Hölle&#8220; von Darwaza ist das Ergebnis der Explosion einer Gasreserve im Jahr 1971.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">In Turkmenistan läuft das anders. Die Strecken sind genau im Voraus geplant und können nicht verändert werden. Es besteht ein Verbot sich von der Gruppe und der zuvor festgelegten Wegstrecke zu entfernen. Es ist untersagt Menschen und Gebäude zu fotografieren, dafür könnte man der Spionage bezichtigt werden. Also stimmte ich zu, dass es sich wohl mehr auszahlen würde Kasachstan oder Usbekistan zu besuchen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Bewundernswerte Orte gibt es, Touristen leider nicht</b></p>
<p style="text-align: justify">Kurze Zeit nach diesem Skype-Gespräch, genau gesagt am 3. März, äußerte der Präsident <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-9769-der-stimmen-fuer-berdimuchammedow/">Gurbanguly Berdimuchammedow</a> bei einer Regierungssitzung seine Unzufriedenheit mit dem staatlichen Tourismuskomitee. Turkmenistan birgt historische und kulturelle Touristenattraktionen, die ganz sicher Touristen anlocken könnten, und trotzdem liegt die Entwicklung in diesem Sektor quasi bei Null. Das waren seine Worte, während er den verantwortlichen Vizepräsidenten Annageldy Garadschajew damit beauftragte diese Frage zu bearbeiten und Vorschläge zu formulieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die Kritik des Präsidenten lässt Hoffnungen aufblühen: Es ist wirklich an der Zeit den Tourismus in Turkmenistan zu fördern, allein schon um eine Lösung für die schwindenden Geldreserven zu finden. Denn Touristen wie meine belgischen Bekannten würden nicht nur Kameras und Fotoapparate mit sich bringen, sondern auch kostbare ausländische Devisen.</p>
<p style="text-align: justify">Dennoch sind trotz der Kritik des Präsidenten kaum realen Veränderungen zu erwarten. Das totalitäre System des Landes bremst jegliche Entwicklung des Massentourismus und niemand scheint bereit die Grenzen zu öffnen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Keine Infrastruktur</b></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan lag einst an der berühmten Seidenstraße. Es ist auch eine der fünf Etappen der touristischen Rundfahrt durch die fünf zentralasiatischen Staaten. Die meisten internationalen Autobusse halten vor den Überresten von Dachoguz, Kounyargentsch, Mary und Aschgabat, der turkmenischen Hauptstadt. Aber die Izmukschir-Festung, die etwa dreißig Kilometer von Dachoguz entfernt liegt, ist im Programm nicht angeführt. Es führen keine befahrbaren Straßen dorthin.</p>
<p style="text-align: justify">In den Ländern, die ich bereist habe, habe ich oftmals festgestellt, dass sich auch ein wenig anziehender Ort zu einem touristischen Ziel entwickeln kann. Einfache Naturoasen können von den Regionen genutzt werden. In Turkmenistan verfügen wir über eine einzigartige Flora, einmalige Sehenswürdigkeiten als Erbe unserer Geschichte. Sie stehen aber nur ungenutzt vor sich hin.</p>
<p><figure id="attachment_8976" aria-describedby="caption-attachment-8976" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8976" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-1024x683.jpg" alt="Aschgabat Turkmenistan Straße" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6198595871_3790f70914_b-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8976" class="wp-caption-text">Eine zentrale Straße in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Der See Sarkamysh, die Ufer des kaspischen Meeres, die Thermen von Bayramaly, die berühmt sind für ihre wohltuende Wirkung für die Gelenke, all diese Sehenswürdigkeiten haben das Potenzial Neugierige anzulocken. Allerdings mangelt es noch an passenden Straßen und Infrastruktur.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Auch die Küche ist eine Entdeckung wert </b></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan birgt Täler, die einer Mondlandschaft gleichen, viele attraktive Sehenswürdigkeiten für Touristen, wie die Zone von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Awaza">Awaza</a>, die am Ufer des kaspischen Meeres gelegen ist, und für die Berdimuchammedov Milliarden ausgegeben hat. Man kann dort wie in Ägypten auf Kamelen, oder gar auf Achal-Tekkinern herumgeführt werden. Aber die Tiere sind oft nicht ausreichend dressiert.</p>
<p style="text-align: justify"><b>L</b><b>est </b><b>auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-staaten-zentralasiens-auf-der-suche-nach-einem-markenbild/">Zentralasien versucht sich im Country Branding</a></b></p>
<p style="text-align: justify" align="justify">Der neue, einem Vogel nachempfundene Flughafen von Aschgabat kann viele Touristen empfangen, ebenso wie die vielen Sterne-Hotels in der Hauptstadt. Vielleicht zu viele, in Anbetracht ihrer extravaganten Größe.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify">https://www.facebook.com/Novastan.org/videos/1124616914283768/</p>
<p style="text-align: justify">Die turkmenische Küche ist sehr vielseitig und kann die Touristen aus der ganzen Welt überzeugen. Sie bietet verzaubernde traditionelle Spezialitäten wie dem Chorek (frisches Brot, das in einem traditionellen Holzofen, einem <i>Tandyr</i>, gebacken wurde), der Dograma (eine Suppe aus Hammelfleisch mit Brot), den Börek (saftige Blätterteigtaschen). Das Land ist ebenso stolz auf seine Melonen, die ganz besonders süß schmecken.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Eine Öffnung könnte das Handwerk fördern</b></p>
<p style="text-align: justify">Ich erinnere mich wieder an die Reiseerzählungen meiner belgischen Freunde, an ihre Begeisterung in Anbetracht der Suks, dem Feilschen, der Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung, die ihre Preise zum Willkommen senken. Die Händler in Turkmenistan wären genauso zu einem solchen Handel fähig, und wie!</p>
<p style="text-align: justify">Wir haben auch genügend Souvenirs zu verkaufen. Selbst ein besonders sparsamer Mensch würde vor einem handgewebten turkmenischen Teppich Halt machen. Natürlich gibt es auch weniger kostspielige Angebote, wie kleinere Teppiche, Handtaschen, Geldtaschen, Handyschoner, alle natürlich handwerklich gefertigt. Gibt es etwas „zentralasiatischeres“ als ein Mauspad mit original turkmenischen Mustern?</p>
<p><figure id="attachment_8546" aria-describedby="caption-attachment-8546" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8546" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-1024x768.jpg" alt="Basar Aschgabat Turkmenistan" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/1-4-800x600.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8546" class="wp-caption-text">Der russische Basar in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Jeans oder T-Shirts aus reiner Baumwolle, Produkte aus Schafswolle, die bekannten Marken in Qualität und Preis um nichts nachstehen, werden in den Geschäften der Hauptstadt verkauft. Turkmenische Cognacs oder Weine haben ebenfalls einige Auszeichnungen erhalten.</p>
<p style="text-align: justify">Der Tourismus würde vor allem auch der Bevölkerung Arbeitsplätze verschaffen. Nehmen wir die tollen gestrickten Socken, die <i>D</i><i>sch</i><i>oraby</i>, als Beispiel. Die turkmenischen Frauen können unterschiedlichste Modelle davon anfertigen. Die Männer könnten sich ein kleines Einkommen erarbeiten, indem sie die nationalen Kopfbedeckungen, die <i>Telpek</i>, eine warme Kappe aus Schaffell, oder Halsketten, Armbänder, Silberblättchen und anderen typisch turkmenischen Schmuck verkaufen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Im Durchschnitt geben Touristen 40 US-Dollar aus</b></p>
<p style="text-align: justify">Das touristische Potenzial Turkmenistans ist also enorm, aber ganz und gar nicht ausgelastet. Die nationalen Medien verlautbaren, dass der Gesamtgewinn der Aktivitäten in Verbindung mit dem staatlichen Tourismusausschuss im Januar und Februar 2017 4.8 Millionen Manat betrug (1,37 Millionen US-Dollar nach offiziellem Kurs). In dem Zeitraum wurden 17 000 Touristen gezählt, die meisten davon aber selbst Turkmenen, nicht ausländische Reisende. Die Zahlen sind auch so nichtssagend, selbst in der Regierung wird ihnen kaum Glauben geschenkt. Die Beamten wissen, dass sie nur allzu leicht verschönert, aufgebauscht, aufgebessert oder sogar verwendet werden können, um etwas anderes zu verstecken.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-913-genehmigte-visaantrge-in-2015/">Turkmenistan – 913 genehmigte Visaanträge im Jahr 2015</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Heutzutage gibt es zwei Dollarkurse für den Manat, die turkmenische Währung: den offiziellen und den Schwarzmarkkurs. Der Unterschied ist deutlich: In einer Bank erhält man für einen US-Dollar 3,5 Manat, auf der Straße 7,2 Manat. Die meisten Geldwechselgeschäfte finden also nicht in den Banken statt, sondern auf der Straße. Das führt dazu, dass das Tourismuskomitee in zwei Monaten 685 000 US-Dollar dazuverdient hat, also nur circa 40 US-Dollar pro Tourist. Das ist nicht viel, betrachtet man das große Potenzial und die Möglichkeiten in Turkmenistan.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Georgien als ortsnahes Beispiel für Erfolg im Tourismus</b></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Hättest du gedacht, dass Georgien in einem Monat mehr als 850 000 ausländische Touristen empfangen hat?</em>“, sagte mein belgischer Freund erstaunt, während er die Zeitung las. „<em>Überlege einmal, wie viel Geld die ausgegeben haben, Millionen!</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Was die touristischen Möglichkeiten angeht, könnte Turkmenistan einem Vergleich mit dem kleinen Georgien auf alle Fälle standhalten. Das zeigt auch, dass die Entwicklung des Tourismussektors die Staatskassen gut füllen könnte. Nicht nur das: Sie könnte auch andere Sektoren wie die Teppichproduktion, die Textilindustrie oder die Nahrungsmittelindustrie, sowie die Landwirtschaft, den Dienstleistungssektor, das Unternehmertum und das Handwerk fördern.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Die Regierung blockiert mögliche Verbesserungen</b></p>
<p style="text-align: justify">Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Tourismus Turkmenistan aus der wirtschaftlichen Krise verhelfen könnte. Allerdings bräuchte es eine mutige Staatsspitze, die richtungsändernde Entscheidungen fällt. Vor allem Präsident Berdimuchammedow ist hierbei gefragt, denn er ist der Gott, der Kaiser, der Held und autoritäre „Vater“ aller Turkmenen. Es kann nur das bewerkstelligt werden, was er entscheidet. Oder, wie es die Turkmenen formulieren: Wenn er Wohlwollen walten lässt, gibt es Sommer, wenn nicht, setzt sich der Winter fort.</p>
<p><figure id="attachment_8977" aria-describedby="caption-attachment-8977" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8977" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35.jpeg" alt="Porträt Gurbanguly Berdimuchammedow" width="600" height="400" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/1_35-128x86.jpeg 128w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-8977" class="wp-caption-text">Ein Porträt des Präsidenten Gurbanguly Berdimuchammedow</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Berdimuchammedow erwartet viele Einnahmen vom Tourismussektor. Doch au<span lang="de-DE">ß</span><span lang="fr-FR">er Konten mag Geld auch Bewegungsfreiheit. Deshalb muss der Präsident Turkmenistan zu einem freien Land für Touristen machen und den Tourismus von seinen Fesseln befreien. </span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-untergang-des-zweiten-kuweit-ernaehrungskrise-in-turkmenistan/">Der Untergang des zweiten Kuweit &#8211; Turkmenistan in der Ernährungskrise</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Zur Zeit wird noch jede einzelne Abteilung, also der Staatsausschuss für Tourismus <span lang="fr-FR">genauso</span> wie das Außen-, das Innenministerium und <span lang="fr-FR">d</span><span lang="fr-FR">ie</span> für die Staatssicherheit und die Immigration zuständige <span lang="fr-FR">Behörde </span>von einem „großen Bruder“ überwacht, der genau nach den Instruktionen von ganz oben vorschreibt, was zu tun ist. Jener entscheidet auch über die Menschen, die das Land bereisen dürfen. Die Ablehnungen werden auf hinterhältige Weise mit bürokratischem Geschick vollzogen, indem die Prüfungsdauer eines Antrags bis ins Unendliche verschoben wird. Alle Verbote und Beschränkungen zielen darauf hin, dass Touristen keine Visa erhalten.</p>
<p style="text-align: justify"><b><span lang="fr-FR">Es ist </span>Zeit für andere Maßnahmen</b></p>
<p style="text-align: justify">Ausgehend von diesen Tatsachen, habe ich eine Liste von Maßnahmen erstellt, die <span lang="fr-FR">der </span>Vize-Präsident <span lang="fr-FR">Garad</span><span lang="fr-FR">sch</span><span lang="fr-FR">a</span><span lang="fr-FR">j</span><span lang="fr-FR">e</span><span lang="fr-FR">w</span> vorlegen könnte, um die Lage zu verbessern. An erster Stelle steht eine Politik der Grenzöffnung und damit einhergehend ein Meinungswandel gegenüber Fremden, denn nicht jeder Reisende ist ein Spion, ein Eindringling, der nur schlechte Nachrichten verbreiten möchte.</p>
<p style="text-align: justify">Ebenso müssen die Visaverfahren für ausländische Touristen vereinfacht oder gar beseitigt werden, wie dies beispielsweise in Georgien gemacht wurde (und <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-visafreiheit-um-vier-jahre-verzoegert/">auch teilweise in Usbekistan</a>).</p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan sollte dem guten Beispiel von Staaten wie der Türkei oder Ägypten folgen, und die Aufenthaltsbedingungen für ausländische Reisende lockern. <span lang="fr-FR">Vor allem sollten </span>nicht <span lang="fr-FR">alle </span>Touristen von Mitgliedern des Staatssicherheitsapparates <span lang="fr-FR">verfolg</span><span lang="fr-FR">t werden</span>.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Umwandlung von Verwaltungsapparat und Tourismussektor</b></p>
<p style="text-align: justify">Auf <span lang="fr-FR">der </span>Verwaltungsebene müsste das Sekretariat für Immigration <span lang="fr-FR">aufgelöst </span>werden und seine <span lang="fr-FR">Kompetenz</span><span lang="fr-FR">en </span>der Polizei übergeben werden. Dies würde einerseits Geld sparen und andererseits die größten Hindernisse der Tourismus-Entwicklung in Turkmenistan beseitigen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-massenentlassungen-von-arbeitenden-rentnern/">Turkmenistan – Massenentlassungen von arbeitenden Rentnern</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Die <span lang="fr-FR">Anstellungs- und </span>Ausbildung<span lang="fr-FR">smethoden </span> von <span lang="fr-FR">Tourismusfachkräften </span>müssen verändert werden, damit sie das Publikum in mehreren Sprachen auf die bis dahin verborgenen Schätze aufmerksam machen können.</p>
<p><figure id="attachment_7554" aria-describedby="caption-attachment-7554" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-7554" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-1024x685.jpg" alt="Statur Nijasow Aschgabat" width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/Turkmenistan-Goldstatue-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7554" class="wp-caption-text">Eine Statue von Saparmurat Nijasow in Aschgabat</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Auch wenn dies idealistisch klingen mag, müssen wir<span lang="fr-FR"> den Tourismus von </span>Korruption, Vetternwirtschaft und zweifelhafte<span lang="fr-FR">n</span> <span lang="fr-FR">Fachleuten</span> <span lang="fr-FR">befreien</span>. Und zu guter Letzt sollen die Grenzen Turkmenistans nicht nur für ausländische Touristen offen stehen. <span lang="fr-FR">A</span><span lang="fr-FR">uch</span> die turkmenischen Bürger und Bürgerinnen sollen die Freiheit genießen, das Land zu verlassen und wiederzukommen, wann es ihnen beliebt.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Eine Öffnung ohne Gehör</b></p>
<p style="text-align: justify">Diese Öffnung ist natürlich riskant und kann <span lang="fr-FR">zur Auswanderung</span>von <span lang="fr-FR">T</span>ausenden <span lang="fr-FR">arbeitslose</span><span lang="fr-FR">r</span> Turkmeninnen und Turkmenen nach Russland <span lang="fr-FR">führen</span>, wie dies bereits in Richtung Türkei der Fall ist (<span lang="fr-FR">f</span>ür die Einreise in die Türkei brauchen turkmenische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger kein Visum, <span lang="fr-FR">Anm. d. Ü.</span>) Nichtsdestotrotz <span lang="fr-FR">werden </span>diese Arbeitskräfte früher oder später mit den Taschen voller Geld wieder nach Turkmenistan zurückkehren.</p>
<p style="text-align: justify">Natürlich bin ich nicht überzeugt, dass diese Vorschläge wirklich vom Vizepräsidenten <span lang="fr-FR">Garad</span><span lang="fr-FR">sch</span><span lang="fr-FR">a</span><span lang="fr-FR">j</span><span lang="fr-FR">e</span><span lang="fr-FR">w</span> erhört werden. Vor allem, weil die Internetseite Fergana<span lang="fr-FR">n</span>ews, wie viele andere Medien von Turkmenistan <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/von-pressefreiheit-keine-spur-journalismus-in-turkmenistan/">blockiert werden</a>. <span lang="fr-FR">Die </span>Staatsorgane, die für die <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-internetnutzer-im-visier-der-behorden/">Kontrolle des Internets</a> zuständig sind, <span lang="fr-FR">werden</span> alles in ihrer Macht stehende tun, <span lang="fr-FR">damit</span> diese Veröffentlichung keinen Anklang findet. <span lang="fr-FR">Wie es in dem</span> Lied aus <span lang="fr-FR">dem </span>berühmten sowjetischen Film „<i>Habe keine Angst, ich bin bei dir</i>“ <span lang="fr-FR">hei</span><span lang="de-DE">ß</span><span lang="fr-FR">t</span>: „<em><span lang="fr-FR">Möge </span>alles neu <span lang="fr-FR">w</span><span lang="fr-FR">erden</span>, so verbleibend, wie zuvor.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Für den Tourismussektor wie für das Land </span>wäre <span lang="fr-FR">es </span>wünschenswert, dass nicht alles wie zuvor bleibt.</p>
<p align="right"><b>Atajan Nepesso</b><b>w<br />
</b><a href="http://www.fergananews.com/articles/9335"><b>Fergananews</b></a></p>
<p align="right"><b>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/turkmenistan-comment-developper-le-tourisme-dans-un-pays-totalitaire/">Französischen</a> von Andrea Baldauf</b></p>
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		<title>Usbekistan &#8211; Die Qualifikation für die Fußball-WM 2018 ist greifbar nah</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2017 02:21:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[WM-2018]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistan hat in seiner jungen Geschichte noch nie an einer Fu&#xDF;ballweltmeisterschaft teilgenommen. Dies k&#xF6;nnte sich bald &#xE4;ndern. Nach drei Siegen beginnen die usbekischen Fans zu hoffen, dass ihr Wunsch nach der Weltmeisterschaftspremiere ihrer Mannschaft 2018 in Russland in Erf&#xFC;llung gehen wird. Eine der meistgelesenen russischen Sportseiten, Sovsport, hat am 29. M&#xE4;rz die Chancen der post-sowjetischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><i><b>Usbekistan hat in seiner jungen Geschichte noch nie an einer Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Dies könnte sich bald ändern. Nach drei Siegen beginnen die usbekischen Fans zu hoffen, dass ihr Wunsch nach der Weltmeisterschaftspremiere ihrer Mannschaft 2018 in Russland in Erfüllung gehen wird.</b></i></p>
<p align="justify">Eine der meistgelesenen russischen Sportseiten, <i>Sovsport, </i>hat am 29. März die Chancen der post-sowjetischen Staaten für die<a href="http://www.sovsport.ru/gazeta/article-item/969229"> Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018</a> evaluiert. Aus Zentralasien wird Usbekistan als einzig möglicher Teilnehmer genannt.</p>
<p align="justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekischer-schiedsrichter-stellt-wm-rekord-auf/">Usbekischer Schiedsrichter stellt WM-Rekord auf</a></strong></p>
<p align="justify">Der Grund dafür ist einfach erklärt: Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan haben die zweite Qualifikationsphase nicht überstanden. Kasachstan ist seit 2002 Teil der UEFA teil und befindet sich gerade auf dem <a href="http://de.uefa.com/european-qualifiers/season=2018/teams/team=65146/">letzten Platz seiner Gruppe</a>. Usbekistan befindet sich in der dritten Runde <a href="http://fr.fifa.com/worldcup/preliminaries/asia/index.html#275175">in einer Gruppe</a> mit dem Iran, Südkorea, Syrian, Katar und China.</p>
<p align="justify">Werden sich „die Wölfe“ Usbekistans für die Weltmeisterschaft in Russland qualifizieren können?</p>
<p align="justify"><b>Usbekistan hat sein Schicksal in der Hand</b></p>
<p align="justify">Es gibt einige Gründe für Optimismus. Usbekistan ist momentan auf dem dritten Gruppenplatz, einen Punkt hinter Südkorea und fünf hinter dem Iran. Allerdings muss die Mannschaft noch drei weitere Spiele bestreiten, zwei davon sogar gegen seine direkten Konkurrenten. In der FIFA-Rangliste befindet sich die Mannschaft mittlerweile auf dem 60. Platz, ein Platz vor Russland.</p>
<p align="justify">Das letzte Qualifikationsspiel gegen China am 31. August könnte allerdings die größte Herausforderung werden. Das „Reich der Mitte“ ist gerade im Zuge, seinen Fußball von Grund auf neu zu gestalten. Eines ist klar: Von nun an darf sich die Mannschaft Usbekistans keine Fehler erlauben.</p>
<p align="justify"><b>Ultra-motivierte Fans</b></p>
<p align="justify">Außerdem können sich die usbekischen Spieler auf die volle Unterstützung ihrer Fans verlassen. Seit Jahrzehnten warten die Usbeken auf eine Qualifikation ihrer Mannschaft. Nach der unerwarteten Niederlage gegen Syrien (1:0) am 1. September letzten Jahres haben die Fans den Rücktritt des damaligen Trainers gefordert.</p>
<p align="justify">Die fußballbegeisterten Usbeken ließen ihren Emotionen freien Lauf und taten ihren Unmut gegenüber den Leistungen des Trainers der Nationalmannschaft, Samuel Babajan auf sozialen Medien mit dem Hashtag #babayanout kund.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8563" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17499153_1488279524578959_168569662053762832_n.jpg" alt="Fussball Usbekistan Trainer" width="526" height="394" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17499153_1488279524578959_168569662053762832_n.jpg 526w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17499153_1488279524578959_168569662053762832_n-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 526px) 100vw, 526px" /></p>
<p align="justify">Nach der Niederlage gegen Syrien kritisierte das Publikum die Leistungen der Mannschaft. Syrien besitzt normalerweise keine so starke und stabile Mannschaft wie etwa der Iran oder Südkorea. Nichtsdestotrotz konnte Syrien auch gegen Südkorea ein Unentschieden (0:0) halten. Südkorea verlor allerdings ein Spiel gegen China. Dadurch ist Usbekistan auf den zweiten Platz seiner Gruppe gerückt.</p>
<p align="justify">Bis heute hat Usbekistan nur <a href="http://fr.fifa.com/worldcup/teams/team=44005/profile-detail.html">einen einzigen Fußballtitel</a> gewonnen, nämlich den der Asienspiele im Jahr 1994.</p>
<p align="justify"><b>Die Statistiken sprechen gegen die Usbeken</b></p>
<p align="justify">Auch Usbekistans bisherige <a href="http://www.11v11.com/teams/uzbekistan/tab/opposingTeams/opposition/Korea%20Republic/">Spielbilanz</a> gegen Südkorea fällt zu Lasten der Zentralasiaten: In 14 Begegnungen konnte Usbekistan nur ein einziges Spiel für sich entscheiden, zehn Mal erlitt die Mannschaft eine Niederlage und spielte drei Mal Unentschieden.</p>
<p align="justify">Dieser einzige Sieg (1:0) gelang ebenfalls im denkwürdigen Jahr 1994 im Halbfinale der Asienspiele.</p>
<p><figure id="attachment_8564" aria-describedby="caption-attachment-8564" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8564" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-1024x683.jpg" alt="Usbekistan Fussball Fans" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/15691921724_f4d46e912f_k.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8564" class="wp-caption-text">Die usbekischen fans stehen ganz hinter ihrer Mannschaft</figcaption></figure></p>
<p align="justify">Gegen den Iran sehen die Statistiken ähnlich aus: Von insgesamt neun Begegnungen gewann fünfmal der Iran, drei Spiele gingen unentschieden aus und die usbekische Mannschaft konnte nur einen Sieg verbuchen.</p>
<p align="justify"><b>Ein steiniger Weg </b></p>
<p align="justify">Wenn man den Statistiken also Glauben schenkt, hat die usbekische Nationalmannschaft weder gegen den Iran noch gegen Südkorea große Chancen. Usbekistan würde, wenn alles so läuft wie vorhergesehen, dennoch den dritten Platz in seiner Qualifikationsgruppe erreichen. Dadurch würde sich die Mannschaft für weitere zwei Entscheidungsspiele gegen Australien oder Saudi-Arabien qualifizieren.</p>
<p align="justify">Ein Spiel gegen Australien, ein starker Gegner, würde die Aufstiegschancen Usbekistans minimieren. Selbst im Falle eines Sieges müsste die usbekische Mannschaft gegen eine amerikanische Mannschaft – USA, Honduras oder Panama &#8211; ihr Können beweisen.</p>
<p align="justify">Ehrlich gesagt: in einem solchen Szenario müsste fast ein Wunder geschehen, damit sich die Usbeken durchsetzen könnten. Dabei kommen Erinnerungen an die <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/ouzbekistan-la-route-pour-la-coupe-du-monde-passe-par-la-jordanie-et-lamerique-du-sud/">Qualifikationsrunde 2014 </a>hoch, in der sich Usbekistan im Elfmeterschießen gegen Jordanien geschlagen geben musste.</p>
<p align="justify"><b>Große Hoffnungen für die WM 2026</b></p>
<p align="justify">Falls sich der Traum der usbekischen Fans 2018 nun doch nicht erfüllen sollte, könnten spätestens die strukturellen <a href="http://www.lemonde.fr/football/article/2017/01/10/ouzbekistan-burkina-faso-ou-panama-des-pays-qui-pourraient-decouvrir-la-coupe-du-monde_5060525_1616938.html">Veränderungen im Jahr 2026</a> die Chancen für die usbekische Premiere auf „weltmeisterlichem Fußballterrain“ steigen. Dann werden nämlich 48, statt bisher 32 Mannschaften in der Vorrunde antreten. Diese am 10. Januar gefällte Entscheidung durch die FIFA und deren neuen Präsidenten Gianni Infantino, der für die Neustrukturierung eintrat, könnte der usbekischen Mannschaft als Sprungbrett zur Fußball WM dienen.</p>
<p align="justify">Auf Mannschaften aus Asien würden nunmehr 8,5 statt 4,5 Vorrundenplätze fallen. Dies lässt die Hoffnungen der Fans der seit 9. März 2017 offiziell sechstbesten asiatischen Nationalmannschaft steigen.</p>
<p align="right"><strong>Sardor Abduganiev</strong></p>
<p align="right"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>
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